Michael Feld - branchentag

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Feuerverzinken
von Draht und Schrauben
Das Zusammenspiel von
Vorbehandlung und Schmelztauchen
8. Branchentag-Draht
Iserlohn, 07.05.2015
Michael Feld – feldlabor
Gustav-Adolf-Str. 4, 58507 Lüdenscheid
1
Feuerverzinken
•
Vorstellung Feldlabor
•
Feuerverzinken von Stahl
–
•
Überblick des Verfahrens
Beschreibung und Vergleich der einzelnen Prozessschritte beim
beim chargenweisen Feuerverzinken von Verbindungselementen
beim kontinuierlichen Feuerverzinken von Draht
Verweis auf Regelwerke
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Das Feldlabor
•
Analytik von Prozesshilfsstoffen
–
–
–
–
Prozesse mit chemisch technischen Hilfsstoffen
Vorbehandlungsbäder (Entfettung, Beizen, Flussmittel etc.)
Betriebswässer (Spülen, Kühlwasser, Brauchwasser, Abwasser)
Schmierstoffe (Kontrollen wmb KSS nach TRGS 611, Ölanalytik)
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Das Feldlabor
•
Materialanalytik
– FES für Stahlanalysen
– FTIR für Öle (frisch/gebraucht), zur Identifizierung von Kunststoffen etc.
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Das Feldlabor
•
Bearbeitung komplexer Fragestellungen
–
–
–
–
–
Zusammenarbeit mit externen Partnern
Korrosionsphänomene
Schadensuntersuchung
Prozessoptimierung
Gutachten
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Das Feldlabor
•
Vertrieb über MF-Chem-Con
– Reiniger, Korrosionsschutzmittel, Schmierstoffe
– Additive für Prozessbäder
– Flussmittel für die Feuerverzinkung
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Verzinken
Aufbringen eines Zinküberzugs für den Korrosionsschutz
mechan. Verfahren
Spritzverzinken
galvanisch
chargenweise
Stückverzinken
Stahlbau
Drahtmatten
Schmelztauchen
kontinuierlich
Schleuderverzinken
Schrauben
Muttern
Durchlaufverzinken
Stahldraht
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Sendzimir-Verfahren
Band
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Prozessschritte beim Feuerverzinken
Reinigen
Spülen
Beizen
Spülen
Fluxen
Trocknen
Verzinken
Abkühlen
Nachbehandeln
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Prozessschritte beim Feuerverzinken
Tauchen in Prozessbädern
Verbindungselemente, Muttern, Bolzen, Scheiben u.ä.
„Schrauben“:
 Tauchen in Körben
Verweilzeit durch Taktzeit vorgegeben
Draht:
 kontinuierliches Führen durch Prozessbäder
Verweilzeit durch Badlänge und Geschwindigkeit vorgegeben
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Reinigen von Draht
•
Abhängig von vorherigen Prozessen
– Walzdraht, gezogener Draht, patentierter Draht?
•
Aufgaben des Reinigungschrittes:
– Entfernen von artfremden Verunreinigungen
Partikelschmutz, Staub etc.
Schmierstoffreste, Korrosionsschutzmittel (Seifen, Fette, Öle, Pasten etc.)
•
Reinigungsmedien
– Mechanisch (Vorreinigung für grobe, lockere Partikel)
– Spülwasser (für „sauberen“ Draht)
– Wässrig-alkalisch (für beölte Drähte)
erhöhte Temperatur und nachfolgende Spüle notwendig
– Saure Reinigung (für Seifenreste)
Gefahr der Wasserstoffaufnahme !
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Reinigen von Schrauben
•
Abhängig von vorherigen Prozessen
– Kaltumformung oder Warm- bzw. Halbwarmumformung
phosphatiert? - vercrackte Ölreste? – Seifenreste?
•
Aufgaben des Reinigungschrittes:
– Entfernen von artfremden Verunreinigungen
Partikelschmutz, Staub, Späne etc.
Bearbeitungsöle, Korrosionsschutzmittel etc.
Phosphatschicht, eingebrannte Organik
•
Reinigungsmedien
– Mechanisch oder nur Wasser 
– Wässrig-alkalisch (in der Regel beste Wahl)
erhöhte Temperatur und nachfolgende Spüle notwendig
– Saure Reinigung (für Seifenreste)
Gefahr der Wasserstoffaufnahme !
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Reinigen vor dem Verzinken
Aufwand / Kosten
Reinigungswirkung
•
•
•
•
•
Keine separate Reinigung
mechanisch oder nur mit Wasser
Beizentfettung
Saure Entfettung
Alkalische Entfettung
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Reinigen vor dem Verzinken
Reinigen erfordert Energie:
Mechanisch
Bad- oder Warenbewegung
Bürsten, Wischen
Ultraschall
Thermisch
Heizkosten, Verdunstung
Chemisch
Chemische Reaktionen
Physikalische Effekte durch Chemische Stoffe
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Beizen von Draht
•
Beizen birgt die Gefahr der Wasserstoffaufnahme

•
Wasserstoffversprödung
Aufgaben des Beizschrittes:
– Entfernen von arteigenen Verunreinigungen
Zunder, Walzhaut, Flugrost und andere Korrosionsprodukte
aktive, metallisch reine Oberfläche
•
Beizmedien
–
–
–
–
–
•
Salzsäure, Schwefelsäure
Säurekonzentration

Eisenkonzentration

Verweilzeit

Temperatur

20 - 10% Salzsäure
20 - 120 g/l gelöstes Eisen
Sekunden - Minuten
RT – 30°C
Problem Stillstand
– Beizinhibitoren
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Beizen von Schrauben
•
Beizen birgt die Gefahr der Wasserstoffaufnahme

•
Wasserstoffversprödung
Aufgaben des Beizschrittes:
– Entfernen von arteigenen Verunreinigungen
Zunder, Walzhaut, Flugrost und andere Korrosionsprodukte
aktive, metallisch reine Oberfläche
•
Beizmedien
–
–
–
–
–
•
Inhibierte Salzsäure
Säurekonzentration
Eisenkonzentration
Verweilzeit
Temperatur




15 - 8% Salzsäure
50 - 120 g/l gelöstes Eisen
max. 15 min (max 30 min)
RT
Problem Wasserstoffversprödung bei hohen Festigkeiten
– Tempern / Strahlen
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Beizen von Schrauben
•
Oberflächenvorbereitungsgrad nach DIN EN ISO 12944-4
– Gültig für Stahlbau, Forderung für Feuerverzinkung:
– Beizen (Be), gleichwertig Strahlen (Sa3)
•
Richtlinie für die Herstellung feuerverzinkter Schrauben
Gemeinschaftsausschuss Verzinken e.V.
Deutscher Schraubenverband e.V.
Betrifft Schrauben für Stahlbau der Festigkeiten 4.6, 5.6, 8.8, 10.9
•
Entfettung
– Saure Entfettung zählt zur Beizzeit dazu
– Empfehlung: alkalische Entfettung
•
Vorbehandlung laut RL nur 8.8 (30 min) und 10.9 (15 min):
– „geeignet“ inhibierte Salzsäure, 15 - 8%, Salzsäure bei RT
– Nachschärfen nur bei Kontrolle erlaubt
– Zur Erreichung von Be bzw. Sa3 (Sa2½) : Tempern u./o. Strahlen
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Wirksamkeit der Beizen
Fe in g/ Ltr.
Fe + HCl =
210 – 220 g/Ltr.
250
200
Ist-Zustand des
Beizbades
150
max. Konz. (Beizen unmöglich)
100
50
Optimum
0
0
50
100
150
200
250
300
Beizzeit zu lang
HCl in g/ Ltr.
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Spülen nach dem Beizen
•
Gelöstes FeCl2 in Beizsäurerückständen auf dem Stahl
– Teilweise Oxidation durch Luftsauerstoff zu Fe (III)
– Fe(III) ist nur im Sauren löslich
 Erste Spüle nach Beize muss sauer sein!
ansonsten Eisenhydroxid-Niederschläge auf der Oberfläche
Bei Kaskadenspülen z.B.:
Beize  pH1-Spüle  pH2-Spüle  pH3-Spüle  Flux
•
Verschleppung von gelöstem Eisen ins Flussmittelbad vermeiden!
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Flussmittel zum Trockenverzinken
•
Aufgaben des Flussmittels
– Schutz vor Re-Oxidation der aktiven Oberfläche (Flugrost)
– Feinreinigen während des Verzinkungsvorgangs
•
Applikation des Flussmittels
– Salzlösung, die ähnlich Schmiermittelträger auftrocknet
–  erwärmtes Bad u./o. Nachtrocknung
•
Komponenten des Flussmittels
– NH4Cl : zum Feinbeizen zersetzt sich bei hoher Temperatur
NH4Cl  NH3  + HCl
– NH4Cl : lässt Asche (Zinkoxid) besser abkochen
2 NH4Cl + ZnO  ZnCl2 + 2 NH3  + H2O
– ZnCl2: verbessert die Effizienz, unterdrückt ungewünschte Reaktionen
Zn + 2 NH4Cl  ZnCl2 + H2  + 2 NH3 
– Additive beeinflussen pH-Wert, Rauchverhalten, Benetzung etc.
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Flux für Draht
•
Hohe Temperatur des Flussmittelbades begünstigt die Trocknung
–
–
–
–
–
•
Keine Zeit zwischen Fluxen und Verzinken
Dickere Drähte trocknen aufgrund der Eigenwärme
Nachtrocknung (z.B. durch Abwärme des Kessels)
Optimale Temperatur : 50 – 70 °C
Zu niedrige Temperatur lässt zuviel Flussmittel abtropfen
Optimale Konzentration des Flussmittels
c= f(T)
(je höher T, umso geringer c)
c= f(d)
(je höher ø, umso höher c)
Gängige Konzentrationen: 100 – 250 g/l
( 8 - 16°Bé )
Zu hohe Konzentration ergibt zuviel klebrige Asche.
Zu niedrige Konzentration ergibt Fehlverzinkung.
•
pH-Wert und Eisengehalt durch Spüle beeinflusst
– pH 5 und Eisengehalt unter 3 g/l i.d.R. leicht einzuhalten
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Flux für Schrauben
•
Hohe Temperatur des Flussmittelbades begünstigt die Trocknung
–
–
–
–
–
•
Zeit zwischen Fluxen und Verzinken muss zur Trocknung genutzt werden
Wassertropfen sammeln sich in Gewindegängen, an Kanten etc.
Optimale Temperatur : 40 – 60 °C
RT nur möglich bei sehr effizienter Nachtrocknung
25 – 35 °C eher ungünstig (zu lange Trocknungszeit)
Optimale Konzentration des Flussmittels
c= f(T)
(je höher T, umso geringer c)
c= f(d)
(je höher ø, umso höher c)
Gängige Konzentrationen: 400 – 500 g/l
•
( 24 - 30°Bé )
(DASt-RL 022)
pH-Wert und Eisengehalt durch Spüle beeinflusst (hohe Verschleppung)
– pH 4,0 ± 0,5 durch säurebindende Additive einzuhalten
– Eisengehalt unter 10 g/l kaum einzuhalten
 regelmäßiger Flussmittelaustausch
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Flussmittel zum Trockenverzinken
•
Einfluss des pH-Wertes
– Niedriger pH-Wert macht aus Flux eine Beize
Gefahr der Wasserstoff-Versprödung
Eisen-Anreicherung
Zink-Auflösung im Kessel (Zn + 2HCl  ZnCl2 + H2 )
– Hoher pH-Wert lässt Zink-Hydroxide ausflocken
ungleichmäßige Verzinkung
ZnCl fehlt als Reaktionspartner im Kessel
•
 erhöhter Zinkverbrauch
 erhöhter Zinkverbrauch
 erhöhter Zinkverbrauch
Einfluss des Eisengehaltes
– Schlechtere Trocknung
Feuchtigkeit im Kessel  Spritzgefahr!
Wasser bindet Zink
(Zn + H2O  ZnO + H2 )
– Vermehrte Hartzinkbildung (xFe + yZn  FexZny )
Pickelbildung
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 erhöhter Zinkverbrauch
 erhöhter Zinkverbrauch
 erhöhter Zinkverbrauch
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Flussmittel zum Trockenverzinken
Suboptimale Parameter des Flussmittels
verschlechtern die Qualität des Zinküberzugs
und erhöhen den Zinkverbrauch.
Suboptimale Parameter des Flussmittels
erhöhen die Kosten !
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Zinkschmelze
•
Temperatur der Schmelze etwa 440°C:
– Zink-Eisen-Legierungsschicht bildet sich während der Verweilzeit
– Reinzinkschicht bildet sich beim Herausziehen
•
Erhöhung der Temperatur:
– Zink-Eisen-Legierungsschicht wächst schneller (wird dicker)
– Viskosität erniedrigt sich, die Reinzinkschicht wird dünner, Nasen werden weniger
•
Legierungsbestandteile
–
–
–
–
–
–
–
Aluminium (Korrosionsschutz)
Blei (Viskositätserniedrigung)
Bismut (Blei-Ersatz)
Zinn (Glanz und Kristallstruktur)
Nickel (Dicke der Zink-Eisen-Legierung, abhängig vom Stahl)
Kupfer (stört als Begleitelement die Verzinkung)
Eisen (bildet Hartzink und Pickel)
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Zinkschmelze für Draht
•
•
•
Rein-Zink ohne Zugabe von Legierungselementen
Aluminium-Zusatz (0,002 – 0,004 Ma-%)
GALFAN oder ähnliche hoch-Alu-haltige Legierungen
– Gesonderte Verfahren
1. Rein-Zink, 2. Alu-Zink
spezielle Flussmittel
Schutzgas
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Zinkschmelze für Schrauben
•
DASt-Richtlinie 022
Feuerverzinken von tragenden Stahlbauteilen
– Im Hinblick auf Flüssigmetallinduzierte Spannungsrisskorrosion
(LME, Liquid Metal Embrittlement)
•
•
•
Konstruktive Vorgaben
Zerstörungsfreie Prüfung (Magnetpulver-Verfahren)
Vorgaben zur Vorbehandlung
– Reinigung in Entfetter, evtl. Strahlen Sa2½
– Flussmittelkonzentration min. 400 g/l
•
Vorgeschriebene Zusammensetzung der Schmelze und deren Prüfung
–
–
–
–
–
Aluminium
Al
Blei , Bismut
Pb + 10Bi
Zinn
Sn
Nickel
Ni
Kupfer, Eisen, Cadmium
< 0,1 Gew.-%
≤ 1,5 Gew.-%
≤ 0,1 Gew.-%
< 0,1 Gew.-%
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Nachbehandlung von Draht
•
Abstreifen
– Um Nasen zu vermeiden und die Reinzinkschicht gering zu halten
– Mittels Holzkohlegries (additiviert) oder Quetschvorrichtungen
•
Abkühlen
– Um Weiterwachsen der (spröden) Legierungsschicht zu vermeiden
•
Beseifen o.ä.
– Um glänzende Erscheinung zu erhalten
– Um Aufwickeln, Aufspulen zu erleichtern
– In Emulsionen oder Lösungen, evtl. gleichzeitig zur Abkühlung
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Nachbehandlung von Schrauben
•
Schleudern
– Um überschüssiges Zink zu entfernen,
Tropfen zu vermeiden
•
Abkühlen
– Um weiteres Handling zu
ermöglichen
– Dabei Zusätze für Korrosionsschutz
oder Glanzerhaltung möglich
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