Immunität verbessern - research - Das Bayer

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MEDIZIN Immunstimulanz
TIERMEDIZIN: STÄRKUNG DER ANGEBORENEN IMMUNANTWORT HILFT TIEREN BEI INFEKTABWEHR
Immunität verbessern
Komplexe Infektionskrankheiten bleiben eine der wichtigsten Herausforderungen in der Tierhaltung – obwohl wirksame Tierarzneimittel zur Verfügung stehen. Doch Impfstoffe und Antibiotika wirken nur gegen spezifische Krankheitserreger. Die Stimulierung
des angeborenen Immunsystems erwirkt eine schnelle, wirksame und umfassende Antwort auf Krankheitserreger. Bayer-Forscher
untersuchen das Potenzial von Immunstimulanzien, um Tierärzten und Herstellern weltweit zu helfen, Infektionskrankheiten bei
Nutztieren besser zu behandeln. Gemeinsam mit einem multidisziplinären Team aus Bayer-Forschern hat Daniel Keil, Director
of Safety and Efficacy bei Bayer HealthCare, Animal Health, eine immunstimulierende DNA für die Veterinärmedizin entwickelt.
Dieses Produkt basiert auf einer von Juvaris BioTherapeutics entwickelten Technologie und ist patentgeschützt. Tiermedizinische
Anwendungen, die exklusiv von Bayer Animal Health entwickelt wurden, sind von Bayer zum Patent angemeldet worden.
1 Das Medikament wird bei Fleischrindern
in das Muskelgewebe gespritzt. Der Wirkstoff
besteht aus einer speziellen immunstimula­
torischen DNA, die in einer ­Membran, einem
sogenannten Liposom, geschützt ist.
2 Die immunstimulatorische DNA
(eine Mischung aus CpG- und nichtCpG-immunstimulierenden Sequenzmotiven) ist der aktive Bestandteil des
Medikaments. Ihre Struktur ist typisch für
Erbgut pathogener Bakterien und Viren.
Das Immunsystem der Tiere kann diese
DNA-Sequenzen daher besonders einfach
erkennen – sie wirken als eine Art rotes
Tuch für das Immunsystem.
immunstimula­
torische DNA
Eindringende
Krankheitserreger
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Bayer research 28 Juli 2015
6 Wenn dann tatsächlich
Erreger in den Körper gelangen,
können die aktivierten Mak­
rophagen und andere Immun­
zellen sofort zuschlagen. So
erhält das Tier eine verstärkte
Immun­antwort gegen eindringende Krankheitserreger, was
potenziell den Bedarf an Therapeutika verringert.
„Infektionsdruck reduzieren“
research sprach mit Dr. Artur Summerfield, Professor für Veterinärimmunologie
an der Universität Bern, über die Chancen der Immunstimulation in der Tiermedizin.
Was ist das Besondere an diesem Fortschritt in Sachen immunstimulatorische DNA?
Immunstimulatorische DNA versetzt das Immunsystem in einen
Alarmzustand und steigert damit seine Fähigkeit, auf eine mikrobielle Infektion zu reagieren. Das kann für Tiere von Vorteil sein, denn
sie werden dadurch potenziell in Zeiten geschützt, in denen sie
mehreren Pathogenen oder anderen Stressfaktoren ausgesetzt sind.
Tiere mit einer stärkeren Immunabwehr können Infektionen eher
bewältigen. Das könnte den Einsatz von Antibiotika und das Leiden
der Tiere reduzieren und wirtschaftliche Schäden minimieren.
Artur
Summerfield
Wie können Immunstimulantien der Tierhaltung nützen?
Impfstoffe, antimikrobielle Therapien und gute Praxis in der Tierhaltung werden immer wichtig sein. Immunstimulanzien werden diese
Ansätze ergänzen. Sie bieten Tierärzten und Produzenten eine innovative, nicht-antibiotische Möglichkeit, die helfen kann, die natürlichen Abwehrkräfte der Tiere zu steigern und den Infektionsdruck
zu reduzieren. Davon würden sowohl Tiere als auch Verbraucher
profitieren.
3 Das Liposom schützt die DNA, bis sie an
ihren Zielort gelangt: in Immunzellen. Einen
besonders starken Effekt löst die immunstimulatorische DNA in Fresszellen, den
Makrophagen, aus. Sie sind die Straßenkehrer des Immunsystems: Stoßen sie auf
körperfremdes Material, machen sie es
unschädlich. Sie nehmen auch das Liposom
auf. Im Zellinneren wird die DNA freigesetzt
und stimuliert dort bestimmte Rezeptoren.
Makrophage
4 Dieses Signal aktiviert die Makrophagen: Sie produzieren Cytokine. Sie
Cytokine
aktivierte
Makrophagen
sind der zentrale Botenstoff des Immunsystems und aktivieren die Zelle, die sie
produziert hat, und rekrutieren weitere
Makrophagen. Außerdem stimulieren die
Cytokine auch andere Immunzellen, die
Infektionen bekämpfen.
5 Die pathogenähnliche immunstimulatorische DNA gaukelt dem Körper eine
Foto: Privat (1)
Erkrankung vor und versetzt das gesamte
Immunsystem der Rinder in Alarmbereitschaft. Auch die Makrophagen sind
aktiviert und bereit, eindringende Bakterien oder Viren schnell anzugreifen.
Aktivierung weiterer
Immunzellen
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