Arten mechanischer Kräfte

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mechanische Kräfte
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Arten mechanischer Kräfte
Neben der Muskel- und der Motorkraft ist bei mechanischen Prozessen das Zusammenspiel der
folgenden Kräfte von entscheidender Bedeutung.
Die Gewichtskraft
Sie ist die Kraft mit der der Körper von der Erde angezogen wird
Je größer die Masse eines Körpers ist, desto stärker wird er von der Erde angezogen.
Gleichzeitig ist bei einer größeren Masse eine größere Kraft nötig, um sie zu
beschleunigen. Ohne Luftwiderstand werden daher alle Körper im freien Fall gleich schnell
zum Erdmittelpunkt hin beschleunigt.
Auf der Erdoberfläche gilt für den Ortsfaktor, Erdbeschleunigung
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Beispiele:

Ein Körper der Masse

Ein Körper der Masse
hat auf der Erde eine Gewichtskraft von
hat auf der Erde eine Gewichtskraft von
Das Gewicht eines Körpers ist nicht an allen Stellen auf der Erde exakt gleich, sondern hängt
vom Ort ab, an dem sich der Körper befindet:
Ort
Ortsfaktor in
 Auf einem hohen Berg hat ein Körper ein
Äquator
etwas geringeres Gewicht als in Höhe des
Meeresspiegels.
Mitteleuropa
 An verschiedenen Stellen der Erde hat jeder
Pole der Erde
Körper – da die Erde keine ideale Kugelgestalt
über der Erde
hat, sondern zu den Polen hin etwas
über der Erde
“abgeflacht” ist – ebenfalls ein geringfügig
unterschiedliches Gewicht. Im Vergleich zu
Mond der Erde
Mitteleuropa ist ein Körper am Äquator etwas
Venus
leichter, an den Polen etwas schwerer.
Mars
 Auf dem Mond oder auf anderen Planeten
hängt die Gewichtskraft, die ein Körper
Jupiter
erfährt, von der Masse des jeweiligen
Sonne
Himmelskörpers ab. Je schwerer ein Planet ist,
desto größer ist die Anziehungskraft, die er auf andere Massen ausübt.
Auf dem Mond hat ein Körper der Masse
Auf der Sonne erfährt ein Körper der Masse
eine Gewichtskraft von
eine Gewichtskraft von
Körper haben überall im Universum somit zwar die gleiche Masse, aber nicht das gleiche
Gewicht.
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Die Reibungskraft
Erfahrungsgemäß kommt jeder bewegte Körper, der nicht angetrieben wird, nach einer gewissen Zeit
zur Ruhe. Da seine Geschwindigkeit abnimmt, muss eine bremsende Kraft wirken. Diese Kraft heißt
Reibungskraft
.
Reibungskräfte treten immer auf, wenn sich Körper berühren und gegeneinander bewegen. Ursache
dafür sind die unebenen Oberflächen der Körper und Kohäsionskräfte, die zwischen den Molekülen
der aneinander reibenden Körper wirken.
Die Haftreibung
Bei starker Vergrößerung gleicht selbst eine geschliffene Oberfläche einem kleinen Gebirge mit vielen
Zacken und Spitzen. Haften zwei Körper aneinander, so verhaken sich die Spitzen ineinander.
Versucht man die Körper gegeneinander zu bewegen, so werden die Zacken verformt. Einer
stärkeren Zugkraft wirkt eine stärkere Haftreibungskraft entgegen.
Je stärker zwei Körper aneinander gepresst sind, desto stärker ist die maximale Haftreibung (als
anschauliches Beispiel kann man zwei Bürsten ineinander stecken und versuchen sie gegeneinander
zu bewegen).
Die Gleitreibung
Bewegen sich zwei Körper gegeneinander, so schlittern die rauen
Oberflächen übereinander hinweg. Sie können sich – anders als bei
der Haftreibung – nicht völlig ineinander verhaken.
Die Rollreibung
Rollt ein Körper auf dem anderen ab, so können die
Unebenheiten der Oberflächen deutlich leichter überwunden
werden. Die Rollreibungskraft ist bei gleicher
zusammenpressender (Gewichts-)Kraft wesentlich kleiner
als die Gleitreibungskraft.
Um unerwünschte Reibungskräfte zu verringern, verwendet man Schmiermittel (Fett, Öl). Dadurch
wird der Raum zwischen den sich reibenden Flächen ausgefüllt, so dass sich die Unebenheiten der
Körper nicht mehr so störend auswirken.
In sehr vielen Fällen ist die Reibungskraft allerdings unbedingt notwendig. Ohne Reibungskräfte
zwischen den Rädern von Fahrzeugen und der Straße wäre eine gezielte Fortbewegung unmöglich,
die Räder würden durchdrehen. Um den Rädern eine gute Straßenlage zu geben, sind die Reifen aus
Spezialgummi und mit Profilen versehen.
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Der Strömungswiderstand
Bewegt sich ein Körper durch ein flüssiges oder gasförmiges Medium, so muss er stets einen
Strömungswiderstand (z.B. Wasserwiderstand oder Luftwiderstand) überwinden. Hierbei
hängt die Größe der Widerstandskraft von der Dichte des durchquerten Mediums, der
Querschnittsfläche des Körpers, dem Quadrat seiner Geschwindigkeit, sowie einem so
genannten “Widerstandsbeiwert” ab, der den Einfluss der Körperform beziffert.
Beispielsweise gilt für die Luftwiderstandskraft
näherungsweise folgende Formel:[3]
Die Dichte der Luft beträgt unter Normalbedingungen
.
Für die Berechnung der Wasserwiderstandkraft muss mit der entsprechend höheren Dichte
von Wasser
gerechnet werden.
Die Radialkraft
Ein Körper bewegt sich aufgrund seiner Masse stets entlang einer geradlinigen Bahn, wenn
keine Kraft auf ihn einwirkt. Eine kreisförmige Bewegung ist somit nur möglich, wenn eine
Kraft den Körper auf der Kreisbahn hält, d.h. ihn kontinuierlich zum Kreismittelpunkt hin
beschleunigt. Diese Kraft wird Radialkraft bzw. Zentripetalkraft genannt.
Für den Betrag der Radialkraft gilt ebenfalls das Kraftgesetz
Mit der Radialbeschleunigung
folgt für die Radialkraft
.
:
Befindet man sich als Beobachter selbst auf einer Kreisbahn, so nimmt man hingegen die
entsprechende Gegenkraft (“Zentrifugalkraft”) wahr. Sitzt man beispielsweise in einem
Fahrzeug, das nach links lenkt, so scheint eine Kraft zu wirken, die den eigenen Körper zur
rechten Seite hin beschleunigt (Scheinkraft). In Wirklichkeit versucht man sich aufgrund
der Trägheit geradeaus zu bewegen und wird erst durch die zum Kreismittelpunkt hin
wirkende Radialkraft auf die Kreisbahn gezwungen.
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Zentrifuge
Technisch wird die Radialkraft beispielsweise in Zentrifugen genutzt. Dabei wird ein zu
trennendes Gemisch an Substanzen, die sich beispielsweise in einem Reagenzglas befinden,
in eine Kreisbewegung mit hoher
Winkelgeschwindigkeit und
kleinem Bahnradius versetzt. Das
Stoffgemisch wird dabei gemäß
seiner Dichteanteile aufgetrennt,
die “schwereren” Substanzen
bewegen sich dabei aufgrund ihrer
Trägheit nach außen und lagern
sich so am Boden des rotierenden
Gefäßes ab. Diese Schichtung
bleibt auch nach einem Abschalten
der Zentrifuge bestehen, da
letztlich nichts anderes als ein Sedimentationsvorgang stattgefunden hat – nur ein sehr
schneller. Die durch die Radialkraft bewirkte Radialbeschleunigung kann mit Zentrifugen
bzw. Ultrazentrifugen ein
- bis
-faches der Erdbeschleunigung betragen.
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