Klimawandel und Landwirtschaft

Werbung
Lernaktivität LA01
Klimawandel und Landwirtschaft
Stufe
Zyklus 2b, Zyklus 3, Sek 2
Factsheet PLUS
Klimawandel und Landwirtschaft
Das Wichtigste in Kürze
Der natürliche Treibhauseffekt wird durch vom Menschen produzierte Treibhausgase
verstärkt. Dies ist der Grund für die Klimaerwärmung. Es gibt verschiedene
Treibhausgase, wobei durch landwirtschaftliche Aktivitäten v.a. Methan und Lachgas
freigesetzt werden. Einerseits ist die Landwirtschaft also für den Klimawandel
mitverantwortlich. Andererseits wirkt sich der Klimawandel auch direkt auf die
Landwirtschaft aus. In der Schweiz bewirkt der Klimawandel z.B. eine längere
Vegetationsperiode, häufigere klimatische Extremereignisse und eine Zunahme der
Schädlinge. Die Landwirtschaft kann ihre Aktivitäten so gestalten, dass sowohl weniger
Treibhausgase ausgestossen werden wie auch weniger Schäden in der Landwirtschaft
durch den Klimawandel verursacht werden.
Fakten
Grundlagen Klima
Natürlicher Treibhauseffekt
In der die Erde umgebenden Atmosphäre befinden sich verschiedene Gase. Manche
dieser Gase lassen das Sonnenlicht auf die Erde durch, halten aber die Wärme, die von
der Erde in die Atmosphäre zurückgestrahlt wird, zurück. Dieser Prozess wird
natürlicher Treibhauseffekt genannt. Ohne diesen wäre es ca. 33° C kälter auf der Erde,
weil die Wärme wieder in das Weltall entweichen könnte, und es wäre kein Leben
möglich (Max Planck Institut für Meteorologie).
Anthropogener Treibhauseffekt
Treibhauseffekt (klimatopia-os.de)
In Verkehr, Industrie, Haushalt und Landwirtschaft werden grossen Mengen an
Treibhausgasen produziert, die sich in der Atmosphäre anlagern. Sie erhöhen den
Anteil der Wärme, der auf der Erde zurück gehalten wird und verstärken somit den
natürlichen Treibhauseffekt. Die Klimaerwärmung ist eine Folge dieses anthropogenen
Treibhauseffekts. Das Abschmelzen von Gletscher und Eiskappen, das Ansteigen des
Meeresspiegels und häufigere Hitzewellen und sind nur einige von vielen Folgen der
globalen Erwärmung (IPCC 2014).
Treibhausgase
Das bekannteste und häufigste Treibhausgas ist Kohlenstoffdioxid (CO2), das u.a. bei
der Verbrennung von fossilen Brennstoffen (Öl, Gas, Kohle) entsteht. Weitere wichtige
Treibhausgase, v.a. in Bezug auf die Landwirtschaft, sind Methan und Lachgas. Grosse
Mengen an Methan entstehen bei der Verdauung von Wiederkäuern. Die Freisetzung
von Lachgas steht meist in Zusammenhang mit dem Abbau von Dünger im Boden
(BLW 2011). Die Landwirtschaft ist direkt für 11% der Treibhausgasemissionen
verantwortlich (FOEN 2014). Rechnet man die indirekten Emissionen dazu, verursacht
die Landwirtschaft bis zu 30 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen (FiBL 2013).
Anthrop. Treibhausgas-Emissionen
CH, 2010 (uvek.admin.ch)
Rolle der Landwirtschaft
Die Landwirtschaft spielt in Bezug auf den Klimawandel eine Doppelrolle. Einerseits
trägt sie mit ihren Treibhausgas-Emissionen zur weltweiten Erwärmung bei. Auf der
anderen Seite wirkt sich der Klimawandel direkt auf die Landwirtschaft aus.
Folgen für die Landwirtschaft (nach OcCC / Proclim 2007)
Der Klimawandel hat Einfluss auf mehrere für die Landwirtschaft bedeutende Gebiete.
Ein Temperaturanstieg von nur 2-3° C führt zu einer längeren Vegetationsperiode und
daher zu einer gesteigerten Pflanzenproduktion und mehr Ertrag. Steigen die
Unterschiede zwischen Direktsaat
(ohne Pflügen) und vorgängiges
Pflügen (factsreports.revues.org)
Temperaturen aber weiter, überwiegen die Nachteile. Mit dem Klimawandel nimmt die
Häufigkeit von klimatischen Extremereignissen (z.B. lange Trockenheitsperioden, starke
Überschwemmungen) zu. Dies kann Ernteschäden zur Folge haben. Zudem werden bei
höheren Temperaturen mehr Schädlinge auftreten. Ausserdem kann ein
Temperaturanstieg für Nutztiere problematisch sein.
Möglichkeiten zur Minderung der Treibhausgase
Es gibt viele Möglichkeiten, wie die Landwirtschaft den Ausstoss an Treibhausgasen
senken kann: z.B. nur gezielt düngen, einheimisches Futter verwenden, Güllelager
zudecken und Solaranlagen auf Dächern von Landwirtschaftsgebäuden installieren
(FiBL 2013). Pflügt ein Bauer seine Felder weniger oder gar nicht, spart er einerseits
Diesel. Andererseits reichert ungepflügter Boden Humus an und speichert so CO2 aus
der Atmosphäre. Humusreiche Böden sind natürliche Kohlenstoffspeicher. Wird der
Boden seltener mit schweren Maschinen befahren, wird zudem der Boden weniger
verdichtet. Das Risiko für Staunässe und Sauerstoffmangel im Boden wird so
vermindert (siehe Foto).
Möglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel
Ein Bauer hat auch mehrere Möglichkeiten, sich an den Klimawandel anzupassen und
Schäden zu vermeiden. Von grosser Bedeutung ist der Anbau von diversen, dem Klima
angepassten Pflanzensorten. Mit robusten Sorten, die Trockenheit, Hitze, Überflutung,
Krankheiten und Schädlinge besser ertragen, kann das Risiko von Ernteverlusten
verringert werden (BLW 2011).
Glossar
Kontaktstellen
anthropogen
vom Menschen verursacht
Vegetationsperiode
Zeit im Jahr, in der eine Pflanze aktiv wächst und sich
entfaltet. Im Schweizer Mittelland also etwa von März bis
Oktober, hängt aber von den Pflanzenart und dem Klima bzw.
den Wetterbedingungen im jeweiligen Jahr ab
Bundesamt für Umwelt BAFU
Abteilung Klima
3003 Bern
Tel: +41 58 464 23 80
[email protected]
http://www.bafu.admin.ch/klima
Weiterführende Informationen
Max-Planck Institut für Meteorologie: Wie funktioniert der Treibhauseffekt?
IPCC 2014. Climate Change 2014, Synthesis Report. Intergovernmental Panel on
Climate Change.
BLW 2011. Klimastrategie Landwirtschaft. Klimaschutz und Anpassung an den
Klimawandel für eine nachhaltige Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft.
Bundesamt für Landwirtschaft.
FOEN 2014. Switzerland’s Greenhouse Gas Inventory 1990–2012. National Inventory
Report 2014 des Federal Office for the Environment.
FiBL 2013. Klimaschutz auf Biobetrieben. Merkblatt des Forschungsinstituts für
Biologischen Landbau.
OcCC / Proclim 2007. Klimaänderung und die Schweiz 2050. Erwartete Auswirkungen
auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Beratendes Organ für Fragen der
Klimaänderung (OcCC) und Forum für Klima und Global Change (Proclim-).
Forschungsinstitut für biologischen
Landbau FiBL
Ackerstrasse 113 / Postfach 219
CH-5070 Frick
[email protected]
www.fibl.org
Herunterladen