Re: AW: AW: AW: AW: wer-weiss-was: Physik theoretische Betreff: Re: AW: AW: AW: AW: wer-weiss-was: Physik theoretische Datum: Fri, 16 Mar 2001 12:59:00 +0100 Von: Michael Schmiechen <[email protected]> An: Christoph Appel <[email protected]> Lieber Herr Appel, das nenne ich eine prompte Antwort. Vielen Dank! Ich hatte inzwischen schon begonnen, weitere Gedanken zu sammeln. Ergänzend zu meinen letzten Ausführungen waren mir noch ein paar Dinge und Argumente eingefallen, die nicht unwichtig für das Verständnis meiner Überzeugungen und meiner Ziele sind. Aber diesmal zuerst zu Ihren neuen Antworten. Bei Philosophie winken sie zu früh ab. Wenn wir denn alle ein bischen besser in operationaler Philosophie geschult wären, könnten wir uns alle viele Umwege ersparen und würden wir nicht soviel aneinander vorbeireden. Ihr Lob für die klassische Mechanik: 'Vom mathematischen Standpunkt her ist die klassische Mechanik aber eine schöne, vollständige, in sich abgeschlossene Theorie.' ist wie gesgt leider verfrüht. Ihre Frage: 'Was genau soll das Ersatzmodell leisten? Das ist mir nicht klar.' ist berechtigt, bringt mich aber nicht ins Schleudern. Ein Ersatzmodell soll nur das beobachtete 'Verhalten' beschreiben. Das ist wie bei Platons Höhlenbewohnern oder bei Einsteins Mann mit der verschlossenen Taschenuhr. Das von mir gesuchte Ersatzmodell soll eine 'anschauliche' 'Erklärung' für die 'Gravitation' liefern. Es gibt immer viele mögliche Erklärungen. Bisher haben wir für unser Problem kritiklos das Modell des Schwerefelds benutzt. Das ist einfach und bequem. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, dass es Schwerefelder gar nicht gibt. Wir können die Sache getrost so beschreiben, als ob... Und daran wird sich vermutlich in den Lehrbüchern, trotz meiner Bemühungen, bis in die nächste Steinzeit auch nichts ändern. Was mir fehlt, ist eine Bestätigung und Begründung meiner Vorstellung durch Sie! Nämlich durch Aggregation Ihres viel detaillierteren Standardmodells. Wenn ich von 'aggregieren' geschrieben habe, dann meine ich soetwas wie 'reduzieren' im Lagrangeschen Sinne. Zu der eventuellen Möglichkeit sagen Sie: 'Hm, schwer zu sagen.' Und ich 'befürchte', es wird wie bei den Flussgesetzen sein, die Erklärungen der Physiker werden nur qualitativ bleiben! Und am Ende sagen Sie das auch! Schade! Aber seien Sie deswegen nicht traurig! Auch die Kontinuumsmechaniker können ihrerseits gewisse Fragen nur qualitativ beantworten, wie zum Beispiel die nach den Trägheitswirkungen des Wassers um ein Schiff. Wenn ich die genau brauche, dann gehe ich zu den 'richtig makroskopischen' Mechanikern in einer Versuchsanstalt und lasse mir die Matrix aus den vier Trägheistensoren experimentell bestimmen. Wenn ich Ohrenschmerzen habe, gehe ich auch nicht zum Physiker, sondern zum Ohrenarzt. Sie fragen: 'Erklärung auf welcher Ebene? Die ART führt die gravitativ bedingte 'Impulsproduktion' (um Ihre Worte zu gebrauchen) auf die Krümmung des Raumes zurück.' Nanu? Die Krümmung des Raumes ist doch eine Folge der Masseverteilung im Unversum. Ist sie nicht nur ein 'eleganteres' Massepotential? Und wie ist das mit den Wurfparabeln und mit den Planetenbahnen? Wie beschreibt man die eigentlich effizient mit Hilfe der Raumkrümmung? Nie gesehen! Bei den 'rituellen' Hinweisen auf die ART wird immer behauptet, die ART sei eine Theorie der Gravitation. Ich habe aber den Eindruck, dass sie, zwar genauer als, aber genau so wie die Newtonsche Theorie auch nur eine Beschreibung ist. Sie sagen es sogar ausdrücklich. Die 1 von 3 16/03/01 16:16 Re: AW: AW: AW: AW: wer-weiss-was: Physik theoretische Gravitationskonstante wird nur durch den Koeffizienten des Impuls-Energie-Tensors oder so ähnlich abgelöst. Wenn es eine Theorie im Sinne der von mir und allen anderen Menschen, auch den Phsikern, gesuchten Erklärung wäre, dann müsste ja im Zuge des Grenzüberganges auf die klassische Mechanik ganz zwanglos eine 'plausible' Erklärung 'abfallen'; siehe oben. Liege ich hier völlig falsch? Jetzt zu dem Zirkel! Der liegt doch darin, dass ich, sobald ich einen Probekörper in den Gradienten eines Massepotentials bringe, in dem Körper Impulsproduktion stattfindet. Dieser Befund ist 'genau' kein Beweis für die Existenz eines Schwerefeldes im leeren Raum! Ihre Antwort verstehe ich nicht. Es gibt in meiner Welt endgültig kein Schwerefeld mehr. So jetzt zu meinen zusätzlichen Argumenten. Wenn ich von einem Feder-Masse-(Ersatz-)System spreche, dann nur deshalb, weil ich als klassischer Mechaniker 'natürlich' nur an der niederfrequenten Asymptote der Dynamik der Nukleonen interessiert bin. Natürlich hat der liebe Gott nicht gesagt, dass die Welt aus Feder-Masse-Systemen bestehen soll. Das glauben nicht einmal mehr Maschinenbauer. In der klassischen Welt passieren ja mit der 'Materie' nicht so fürchterliche Sachen wie in Ihren Beschleunigern! Ich brauche also gar nicht die Dynamik im ganzen unendlichen Frequenzbereich. Das ist so 'ähnlich' wie mit der Kinematik starrer Körper. Dafür reicht 'im Allgemeinen' eine Beschreibung zweiter Ordnung. Auf diesem niederfrequenten Bereich weist Klanner ausdrücklich hin: 'Die Struktur des Protons erwies sich als sehr komplex, weil bei kleinen Impulsen die Dichte von Quarks und Gluonen sehr hoch ist. Auch gehen die Protonen aus dem Streuprozess unerwartet häufig unverändert hervor. Die beiden letzten Beobachtungen stellen die fundamentale Frage 'Warum sind Quarks und Gluonen im Proton gefangen' in einer gänzlich neuen Weise." Was auch immer das nun genau heissen mag. Ein weiteres Argument für meine Behauptung, dass die Impulsproduktion nur in den Nukleonen stattfinden kann, liefert die Reaktionskonstante, alias 'Gravitationskonstante', selber. Nach der bisher verbreiteten Überzeugung ist sie eine universelle Konstante. Die Messungen der Physiker weisen aber immer noch signifikante Unterschiede auf! Aber sie ist wenigstens praktisch 'konstant', also wenigstens praktisch unabhängig von der molekularen Struktur der Materie. Sonst müsste es ja auch 'genauso viele' klassische Quell- wie Flussgesetze geben. Damit habe ich aber eine Möglichkeit die Eigenfrequenz meines Ersatzmodells einzukreisen. Sie muss 'wesentlich' kleiner sein als die Eigenfrequenz des entsprechenden Ersatzmodells für die Aufhängung der Atomkerne in den Elektronenhüllen. Für diese Eigenfrequenz habe ich mit Bordmitteln eine Abschätzung gemacht. Sie liegt für das Helium-Atom bei 10 hoch 15 Hertz. Angenommen die gesuchte Eigenfrequenz sei ein Millionstel der genannten, also nur ein Gigahertz, dann liefert eine ganz stumpfsinnige Rechnung für die Massendichte in den 'Kernen' knapp 10 hoch 30 kg/(m hoch 3), also einen Wert wie er für schwarze Löcher gehandelt wird. Ich habe ihn nach den sehr vagen Angaben in dem Schinken von Greene über die Strings 'ausgerechnet'. Sie haben bessere Daten. Und als Wert für den Durchmesser ergibt sich 2*10 hoch minus 19 m. Das ist der 'aktuelle' Wert, bei dem die Kräfte 'vereint' werden können, was immer das nun wieder heissen mag (Arkami-Hamed, Spektrum 10/2000/44-51). Zugegeben, das sind alles Milchmädchen-Rechnungen, aber solche lese ich ja häufig als Laie woanders auch nur. 2 von 3 16/03/01 16:16 Re: AW: AW: AW: AW: wer-weiss-was: Physik theoretische Bei meinen Rechnungen handelt es sich nur um Werte von Eigenschaften eines reduzierten Modells. Ich bin sicher, dass sich aber noch mehr Honig aus diesen Vorstellungen saugen lässt. Denn warum sollen nicht z. B. Quarks schwarze Löcher sein? Es gibt ja Leute, sich mit sehr kleinen schwarzen Löchern beschäftigen. Und Klanner sagt es sogar: 'Quarks und Elektronen sind offenbar tatsächlich Materiepunkte. (Mein Kommentar: Das sind nicht die Punktmassen, alias Massenpunkte, der 'theoretischen' Mechanik. Sie hatten auch schon darauf hingewiesen.) Zumindest ist ihr Durchmesser nicht grösser als ein Tausendstel des Protonendurchmessers, also etwa 10 hoch minus 18 m ! Sind wir damit vielleicht am Ende der Kette aus immer weiter teilbaren Materieteilchen angelangt, ...?'. Es ist ja noch zu klären, wie denn nun die Materiepunkte, also die Masse-Singularitäten oder schwarzen Löcher, in Gradienten des Massepotentials 'reagieren'. Im Gradienten an der Erdoberfläche ergibt sich nach obiger Rechnung für die äquivalente Verschiebung praktisch der gleiche Wert wie für den äqivalenten Durchmesser. Meine äquivalentes Modell für die Nukleonen liefert 'natürlich' die gesuchte massenspezifische Impulsproduktion von 9.81 m/(sec hoch 2). Jetzt ist das aber nicht mehr der Gradient eines völlig 'unglaublichen' potenziellen Impulsflusses im 'leeren' Raum, sondern eine Folge der Verspannung in den Nukleonen. Habe ich mich jetzt klar ausgedrückt? Über das Massepotential habe ich eine wichtige Feststellung in dem Aufsatz von Wolschin über 'Fortschritte bei g und G' gefunden (Spektrum 3/2000/21-23). In Stanford wurde mit sehr grosser Genauigkeit nachgewiesen, dass die Feldstärke im atomaren Bereich den gleichen Wert hat wie in der makroskopischen Welt. Ist das nicht 'notwendig' so? In meinem Jargon: Der Gradient des Massepotentials wird durch die kleinen Singularitäten in den Nukleonen 'natürlich' nicht geändert. Leider ist dies wieder eine lange Epistel geworden. Ich gebe meinen Glauben an die Möglichkeit einer sauberen Begründung meines Ersatzmodells natürlich nicht auf. Aber ich werde wohl noch viele so lange Briefe schreiben müssen, solange die Physiker selber immer noch heimlich an die Schwerkraft glauben. Sonst würden sie ja nicht versuchen die 'Gravitation' mit den anderen Kräften zu 'vereinen'. Versuchen Sie es doch einfach mal so, wie ich vorgeschlagen habe! Ihr Schmiechen. 3 von 3 16/03/01 16:16