Spielzeitheft 2013/14 - Schauspiel Stuttgart

Werbung
Urgötz
Seite 18
Fluxus
Seite 75
Onkel
Wanja
Seite 23
Theodor
Fontane
Seite 25
Unterm
Rad
Hirnbonbon
Seite 83
Seite 82
Thomas
Vinterberg
Das
Versprechen
Seite 77
Seite 24
Friedrich
Schiller
Seite 27
Zerbombt
Seite 73
Fritz
Kater
Seite 21
Mario
und der
Zauberer
Seite 80
Der
zerbrochne
Krug
Drachenblut
Seite 79
Seite 29
Sarah
Kane
Friedrich
Dürrenmatt
Seite 73
Seiten 24, 28
Szenen
einer Ehe
Seite 20
Schorsch
Kamerun
Sobald
fünf Jahre
vergehen
Seite 75
Seite 76
Kurt
Weill
Seite 81
Effi
Briest
Das
Fest
Seite 25
Christoph
Hein
Seite 77
Seite 79
S – City
of Youth
Seite 85
Anne
Habermehl
Seite 22
Johann
Wolfgang
von
Goethe
Seiten 18, 69
Autostück.
Belgrader
Hund
Seite 22
Heinrich
von Kleist
5 morgen
Seiten 29, 79
Seite 21
Der Besuch
der alten
Dame
Anton
Tschechow
Seite 23
Caligula
Seite 28
Seite 74
Ingmar
Bergman
Seite 20
Thomas
Jonigk
Seite 30
Schulden.
Die ersten
5.000 Jahre
Seite 71
Schauspiel Stuttgart
Jean-Luc
Godard
Spielzeit 2013 / 2014
Wozu brauchen
wir das?
Seite 30
Philipp
Löhle
dass einer eine Blume malt oder einer anfängt
zu tanzen. Es geht sehr schnell, dass jemand
sein Unglück beschreibt oder jemand versucht,
aus einem Schrei ein Lied zu machen.
Warum wechsle ich aus meinem Heimatort,
diesem etwas aus den Fugen geratenen Fischerdorf an der Spree, in die größte Residenzstadt
Baden-Württembergs? Wahrscheinlich, weil ich
woanders Kunst machen möchte. Nein, ich würde
das immer verneinen. Nein, ich mache keine
Kunst. Ich bin Kulturarbeiter. Ich vermittle allerhöchstens zwischen Menschen und Texten und
noch mal Menschen, da unten und da draußen.
Seite 32
Aber wozu können wir das gebrauchen? Um dem
Alltag zu entfliehen? Um gesehen zu werden?
Um uns zu verständigen, über unsere Ängste,
die Visionen? Um uns jeden Tag wieder neu klar
zu machen, dass uns der Himmel auf den Kopf
fallen kann?
Was ist Kunst? Was ist überhaupt Theater und
wozu brauchen wir Kunst?
Das erste Theater der Welt fand sicher in einer
Höhle statt. Männer hatten Drogen genommen
und tanzten um ein Feuer herum, um sich Mut zu
machen, Mut für die Jagd auf riesige Tiere oder
den Nachbarstamm am darauffolgenden Tag.
Ihre Schatten tanzten an der Wand der Höhle und
jemand fing an, die Büffel oder Säbelzahntiger
an die Wand zu malen. Vielleicht waren die Tiere
aber gar keine Tiere, sondern ihre Götter, die
nicht menschlich dargestellt werden durften.
Vielleicht waren die ersten Theaterzuschauer ihre
Frauen oder die gefesselten Gegner, die hinter
dem Feuer im Zuschauerraum saßen. Vielleicht
wurden sie nach dem Theaterstück zerrissen,
gebraten und gegessen oder sie gingen am
nächsten Morgen mit auf die Jagd und wurden so
Teil der Gruppe. In jedem Fall aber ging es den
Spielenden darum, sich selber ein Bild von Welt
zu machen, etwas auszuprobieren, ein Labor
sozialer Fantasie zu entwickeln. Und das ist es,
so denke ich, was Kunst heute noch kann:
die Regenerationsfähigkeit von Gesellschaften
verbessern.
Jeder Mensch ist ein Künstler, sagte Beuys,
und mein ewiger Lieblingskünstler Martin
Kippenberger antwortet zehn Jahre später darauf
in seiner ironischen, U-Bahneingänge auf der
ganzen Welt installierenden Art, jeder Künstler ist
ein Mensch – und verweist damit auf das Ende
des in seinem Elfenbeinturm sitzenden Künstlerideals, der aus seinem Genius heraus für
sich selbst und die anderen ewige Wahrheiten
produziert.
Die
Dreigroschenoper
Mein derzeitiger Lieblingskünstler Santiago Sierra
bezahlt Drogenabhängige dafür, dass sie sich
eine Linie auf den Rücken tätowieren lassen und
so nebeneinander gestellt eine quasi Life-Mauerzaun-Performance des Ausgeschlossenseins aus
dieser Gesellschaft darstellen.
Kunst ist erst einmal nichts außer Reflexion über
die Gesellschaft, über unser Leben, deren Abbild in
konzentrierter Form.
Seite 81
Wilhelm
Hauff
Seite 72
Aber wozu brauchen wir das? Zuerst einmal
würde ich sagen, brauchen wir das gar nicht. Wir
brauchen Essen, einen anderen Menschen, einen
Ort zum Schlafen, ein paar Sachen zum Anziehen,
eine Tätigkeit, eine soziale Struktur, vielleicht
das Gefühl, in einer Gruppe zu sein, gewollt zu
werden. Vielleicht jemanden, der einem die Hand
hält, wenn man stirbt. Das ist schon einmal sehr
viel mehr, als viele Menschen auf dieser Erde
jemals bekommen. Dann aber geht es sehr schnell,
Woher, frage ich mich, soll die Regenerationsfähigkeit heutiger Gesellschaften kommen, wenn
nicht aus Wissenschaft und Kunst? Eine Gesellschaftsformation, die jahrhundertelang, spätestens
seit der Entwicklung der Dampfmaschine, damit
beschäftigt ist, sich Welt und damit Ressourcen
dieser Welt einzuverleiben, die damit relativ erfolgreich war und nun vor dem Problem steht, dass
diese alte Welt /Natur nicht mehr vorhanden ist,
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Schauspiel Stuttgart
Spielzeit 2013 / 2014
ihrer Mischung aus Intuition, Analyse und Improvisation mindestens seelenverwandt.
sondern nur noch eine ausgelaugte Welt /Natur,
also eine Kulturwelt. Wie leben wir mit zu
Ende gehenden Ressourcen, wie leben wir mit
Atommüll, mit Plastikmeeren, mit dem auftauenden Sibirien, mit verschwindenden Inseln,
mit den unweigerlichen Flüchtlingsströmen dank
des Klimawechsels, die auf die Festung Europa
zukommen werden? Wie können staatliche
Regierungen noch irgendeine Forderung an international agierende Konzerne und Banken im
Sinne ihrer Bevölkerung durchsetzen, angesichts
ihrer scheinbar uneingeschränkt weiter wachsenden Macht? Wie leben wir mit uns selbst in
unserer überalterten Gesellschaft, in der es in
20 Jahren 4 Millionen Demenzkranke geben wird,
in der jeder zweite Neugeborene die 100 überschreiten wird, in der es so etwas wie einen
Generationenvertrag nicht mehr geben wird?
Und im Sinne der eingangs gestellten Frage,
wozu Kunst, kann es nur eine einfache, aber umso
klarere Antwort geben: um zu überleben. Denn
noch nie hat die Menschheit so viel gewusst, und
noch nie war sie so ratlos wie heute.
Unsere Sinnessysteme wählen aus dem Spektrum der Umwelt sehr wenige Signale aus
und zwar nur die, die zum Überleben nötig sind.
Was ist aber, wenn die einstmals erlernten
Auswahlkriterien heute zum Misserfolg führen.
Offensichtlich brauchen wir dann neue Kenntnisse
aus der kollektiven Erfahrung, gespeichert in
Mythen, Tänzen, in Religionen und Verfassungen.
Wir brauchen neue nicht-verbale Kommunikationen und Speicher. Wenn diese neuen Multiplikatoren genutzt würden und in gesellschaftlich relevante Kanäle einflössen, dann könnte dies
eine neue Phase unserer Evolution bedeuten.
Keine Ahnung, wie das gehen soll. Aber wenn wir
davon ausgehen, dass der von Darwin beschriebene Prozess der Entstehung der Arten relativ
abgeschlossen ist, das heißt, dass die Natur nicht
mehr den Menschen entwickelt, sondern der
Mensch das, was er aus der Natur gemacht hat,
die Kultur, dann sind die wichtigsten Entscheidungen des Menschen die zur Veränderung und
Weiterentwicklung der Kultur.
Armin Petras, Intendant
Nur wie kann man sich ein Bild von Kultur machen,
ohne einen kulturellen Artefakt herzustellen,
also Kunst zu machen? Wir brauchen kulturelle
Artefakte, weil wir eine Gesellschaft brauchen,
die regenerationsfähig sein muss, weil sie mit den
kommenden Aufständen, den kommenden
Kriegen, den kommenden Katastrophen umgehen
lernen muss, umgehen auf allen Gebieten.
Wir müssen dazu unsere Weltbilder spielerisch
überprüfen. Claude Lévi-Strauss spricht beim
Denken der tribalen Völker vom wilden Denken,
das ein bastelndes Denken sei, das sich
immer neue Welten daherträumt und sie mit alten
Mythen verwebt. Ganz ähnlich beschreibt es
der Atomphysiker Werner Heisenberg in seiner
Biographie, wenn er beschreibt, dass er die
chronisch auftretenden Krisen seiner Forschung
nur überwinden konnte, indem er die am
sichersten scheinende seiner Theorien fallen
ließ und so Platz für neues Denken fand. In
diesem Sinne sind Mythologie und Wissenschaft
dem Verfahren der theatralen Produktion mit
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Schauspiel Stuttgart
Spielzeit 2013 / 2014
Stuttgart, Blicke
1.
Die meisten Schauspielerinnen und Schauspieler,
Regisseurinnen und Regisseure und viele Mitglieder des Teams,
die jetzt in Stuttgart ihre Arbeit beginnen, kommen neu in diese
Stadt. Wir alle kommen an und schauen uns um. Ein neuer
Ort lädt dazu ein. Einen neuen, frischen Blick auf etwas werfen
zu können, ist eine seltene Chance, die wir ergreifen wollen –
aufmerksam, unverstellt, offen und neugierig.
Hölderlin und seine Elegie auf die Stadt, „Fürstin der Heimat !
Glückliches Stuttgart, nimm freundlich den Fremdling mir auf ! “,
die hereinbrechende Französische Revolution, Hölderlins
Fußreisen im Rhöngebirge, im Harz, auf den Knochenberg, nach
Halle, Leipzig, Frankfurt, Fulda, Kassel und zurück nach Nürtingen
und Stuttgart, bald darauf in die Schweiz, dann über Colmar,
Isenheim, Belfort und Lyon nach Bordeaux, „doch sechs Monate
später ist er, erschöpft, verstört, mit flackerndem Auge und wie
ein Bettler gekleidet wieder in Stuttgart retour. Nimm freundlich
den Fremdling mir auf.“ In einem Brief, so Sebald weiter,
wies ihn vor einiger Zeit eine Bewohnerin der über sieben Hügel
erbauten französischen Stadt Tulle auf die Zusammenhänge
zwischen der ehemaligen Residenz- und späteren Industriestadt
Stuttgart und eben Tulle hin, durch die Hölderlin auf seiner
Wanderung nach Bordeaux gekommen ist und wo am 9. Juni 1944
von der SS-Division „Das Reich“ alle männlichen Bewohner
der Stadt auf dem Areal einer Waffenfabrik zusammengetrieben,
neunundneunzig von ihnen an Straßenlaternen und Balkongeländern aufgehängt und die übrigen in Zwangs- und Vernichtungslager deportiert wurden – drei Wochen nachdem Sebald das
Licht der Welt erblickte, „und fast auf den Tag genau einhundert
und ein Jahre nach Hölderlins Tod“.
2.
Da ist zum Beispiel die Rede zur Eröffnung des Stuttgarter
Literaturhauses, die der Schriftsteller W. G. Sebald, drei Wochen
vor seinem Tod, am 17. November 2001 vor 800 Gästen in der
Alten Reithalle gehalten hat: „Zerstreute Reminiszenzen. Gedanken zur Eröffnung eines Stuttgarter Hauses“. In seinem Elternhaus im Allgäuer Wertach, so beginnt Sebald, lag in der Vorweihnachtszeit des Jahres 1949 der neue Quelle-Katalog auf dem
Tisch, aus dem für seine Schwester und ihn neben Kamelhaarhausschuhen ein so genanntes Städtequartett bestellt wurde.
Sebald stieß darin – die deutschen Städte waren ausnahmslos
unversehrt dargestellt – auch auf die Spielkarte von Stuttgart,
die den von Paul Bonatz vor dem Ersten Weltkrieg entworfenen
Hauptbahnhof abbildete. Das war Sebalds erste Begegnung mit
dieser Stadt. Ein Gedankensprung führt Sebald zu einer
Ansichtskarte eines englischen Schulmädchens namens Betty,
die ihm in den 1960er Jahren aus einem Brockhaus der Heilsarmee in Manchester in die Hände fiel – Betty verbrachte die
Sommerferien 1939 in Stuttgart und schrieb am 10. August 1939,
knapp drei Wochen vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs,
über die freundlichen Stuttgarter, das Sonnenbaden, Sightseeing,
eine deutsche Geburtstagsfeier und „a festival of the Hitler
Youth“. Auch auf dieser Karte war – neben drei anderen „Hochbauten“ – der Stuttgarter Hauptbahnhof abgebildet. Erst im Mai
1976 sieht Sebald zum ersten Mal leibhaftig den Bonatz-Bahnhof;
er besucht damals seinen Schulfreund, den Maler Jan Peter
Tripp, in der Reinsburgstraße 53 A (wo zur selben Zeit auch der
Buchhändler Wendelin Niedlich wohnte). Und Sebald fragt sich,
was seinen Besuch in der Reinsburgstraße mit der Tatsache
verbindet, dass dort nach dem Krieg ein Lager für Displaced
Persons bestand, in dem am 29. März 1946 – wie Zeitungsartikel
und der „Tätigkeitsbericht“ der Stadtverwaltung bezeugen –
von 180 Stuttgarter Polizisten eine Razzia gegen Schwarzhandel
durchgeführt wurde, bei der Schüsse fielen und einer der
Lagerbewohner ums Leben kam. Er fragt sich auch, warum er
jedes Mal an der Station „Feuersee“ in der S-Bahn denke, dass
„es über uns noch brennt und dass wir seit der Schreckenszeit
der letzten Kriegsjahre in einer Art Untergrund wohnen, obwohl
wir doch alles so wunderbar wieder aufgebaut haben ringsherum“.
Er fragt, warum er, von Möhringen kommend, beim Anblick der
neuen Verwaltungsstadt des Daimlerkonzerns an die „Stuttgarter
Sterne“ in den Krisengebieten der ganzen Welt denken muss.
Und er fragt sich, „wie weit ist es von dem Punkt, auf dem wir uns
heute befinden, bis zurück in das ausgehende 18. Jahrhundert,
als die Hoffnung auf die Verbesserung des Menschengeschlechts,
auf seine Belehrbarkeit, in schön geschwungenen Lettern noch
an unseren philosophischen Himmel geschrieben stand“. Sebald
spricht über das damalige Städtchen Stuttgart mit seinen etwa
zwanzigtausend Einwohnern, über den Landessohn Friedrich
3.
W. G. Sebald vernetzt in seiner Rede, ausgehend von seinen
persönlichen Erlebnissen, anscheinend weit auseinander liegende Dinge, er verknüpft unterschiedliche Blicke verschiedener
Zeiten auf die Stadt Stuttgart. Ich kannte Sebalds Rede, hatte sie
aber vergessen. Ich las sie wieder, nachdem Florian Höllerer, der
Leiter des Literaturhauses, sie mir in der wunderschönen, von
ihm herausgegebenen Ausgabe nach unserem ersten Gespräch
schenkte – las sie mit anderen Augen, da zu diesem Zeitpunkt
klar war, dass ich in Stuttgart arbeiten werde.
4.
In der kommenden Spielzeit gehen wir auf Spurensuche,
in der Stadt und der Region. Maximal historisch, maximal modern.
Nach verborgenen Spuren suchen, graben nach Verschüttetem,
Zeitschichten freilegen, die übereinander liegen.
5.
In seinem Gedicht „Vom Graben“ entwickelt der irische
Dichter Seamus Heaney seine Poetik. Ein Geräusch unter dem
Fenster – „als ob ein Spaten in kieseligen Boden dringt“ –
erweckt die Erinnerung an den Vater, wie er vor zwanzig Jahren
zwischen Kartoffelfurchen gegraben hat. Und weiter die Erinnerung an den Großvater, den Torfstecher. „Der kalte Duft von
Kartoffelhumus, das Glucksen und Klatschen / Von sumpfigem
Torf, ein Spatenblatt mit seinen kurzen Schlägen / Durch
lebendige Wurzeln, das mag in meinem Kopf erwachen, / Doch
um ein Mann zu werden, wie sie waren, hab ich keinen Spaten. /
Zwischen Finger und Daumen / Halte ich die stämmige Feder. /
Damit werde ich graben.“
6.
Das neue Erscheinungsbild des Schauspiel Stuttgart, das
wir zusammen mit Spector Bureau aus Leipzig entwickelt haben,
greift diese Gedanken auf. Aber bis in welche zeitlichen Resonanzräume wollen wir gehen? Welche Zeiträume für unsere Wahrnehmung der Gegenwart und Zukunft öffnen? Einen Faustkeil
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Schauspiel Stuttgart
Spielzeit 2013 / 2014
sehen Sie, vielleicht fühlen Sie sich an Höhlenmalerei erinnert.
Kulturelle Zeichen aus unterschiedlichsten Epochen werden
collagiert mit zeichnerischen, gestischen Spuren. Eine unmittelbare Körperlichkeit kommt so zum Ausdruck, ein körperlicher
Ausdruck, der auch das Wesen des Theaters ausmacht.
leugnung. In Liebe Kannibalen Godard nach dem Film Weekend gerät die gepflegte Fahrt ins Wochenende zum barbarischen
Alptraum, zur Apokalypse der bürgerlichen Welt. Schulden.
Die ersten 5.000 Jahre von David Graeber zeichnet die wechselvolle Geschichte aus Überschuldung und Empörung und bricht
radikal mit der Scheinmoral des Börsenkapitalismus. Entlang
der Gräuelbilder heutiger Kriege und mit der Wucht einer antiken
Tragödie zeigt Sarah Kane in Zerbombt Stellvertreter einer
um Gewalt kreisenden Gesellschaft. Aus Schmerz über den sinnlosen Tod seiner Geliebten wird Camus’ Caligula zum Gewalttäter – wie in einem Experiment prüft er die Duldungsbereitschaft
seiner Untertanen, bevor sie sich erheben. Um die Manipulierbarkeit des Menschen, auch die politische, geht es in Thomas
Manns Mario und der Zauberer – wie frei ist unser Wille? Und: Gibt
es das überhaupt – Willensfreiheit?
7.
Ezra Pound entwickelt in seinen „Cantos“, diesem einzigartigen Dialog mit der Geschichte, die Idee des periplus, den
Blick auf die Küsten vom fahrenden Schiff aus, die Erfahrung
verschiedener Zeiträume der Vergangenheit im Jetzt des fahrenden Schiffs. Unter den Trümmern der offiziellen Tradition sind
alle Zeiten neben- und übereinander im Augenblick des jetzigen
Erlebens da und können Bestandteile einer neuen Möglichkeit,
einer neuen Gesellschaft, eines neuen Mythos werden.
8.
Wohin hat uns unser Blick für die erste Spielzeit hier
in Stuttgart geführt? Quer durch die Zeiten in die Stadt und die
Region. Wir sind auf das Spätmittelalter des revolutionären
schwäbischen Reichsritters in Goethes Urgötz gestoßen, diese,
wie Goethe sagt, „Gestalt eines rohen, wohlmeinenden Selbsthelfers in anarchischer Zeit“, und fragen, was die Bauernkriege
von heute sind. Wir beschäftigen uns mit Bernward Vesper,
der auf der Spurensuche seiner eigenen Geschichte verbrannte,
und seinem Roman Die Reise, diesen „Nachlass einer ganzen
Generation“, der zeigt wie das revolutionäre Potential verpuffte
als die Mobilisierung der Massen ausblieb. In der Erzählung
Das kalte Herz des Stuttgarter Autors Wilhelm Hauff sehen wir
die verzweifelte Suche nach Anerkennung, Reichtum und Glück
und den Tod des Herzens, seine Ersetzung durch Geld. Weiter
ins Zentrum der Romantik dringen wir mit dem spartenübergreifenden Musiktheaterabend Doppelgänger vor, der ausgehend
von diesem romantischen Motiv auf die Suche nach dem Verdrängten und Unheimlichen unserer eigenen Zeit geht. Alfred
Anderschs Hörspielklassiker Fahrerflucht am Zubringer Stuttgart
Nord aus den 1960er Jahren wird konfrontiert mit der Weiterschreibung ins Heute durch den Baden-Badener Dramatiker
Philipp Löhle – Schuld und Moral, in der Nachkriegsgesellschaft
und heute. Hermann Hesses Erzählung Unterm Rad über das
Schicksal des begabten Kindes Hans Giebenrath führt uns
mentalitätsgeschichtlich in die Region um 1900 und stellt die bis
heute akute Frage nach den Konsequenzen des forcierten
Leistungsdrucks. Und Anna Katharina Hahns Am Schwarzen Berg
ist eine Bestandsaufnahme deutscher Seele, mitten in Stuttgart,
zwischen Mörike und Bahnhofsbaustelle.
10.
Die Kunststadt Stuttgart wollen wir mit zwei Projekten
sondieren: Die spartenübergreifende Fluxus-Konzertinstallation
Denn sie wissen nicht was wir tun in Zusammenarbeit mit
der Staatsgalerie befragt die historisch gewordene AvantgardeBewegung nach anwendbaren Strategien des Widerstands für
heute. Das Projekt Hirnbonbon in Zusammenarbeit mit dem
Kunstmuseum und der Akademie für Darstellende Kunst BadenWürttemberg beschäftigt sich mit der Poesie des Zerfalls im
Werk des Künstlers, Autors, Musikers, Performers und Filmemachers Dieter Roth, der zeitweise ein Atelier in Stuttgart hatte.
11.
In die Stadt selbst öffnen wir uns mit dem Autostück.
Belgrader Hund von Anne Habermehl – das Auto als kleinstmöglicher Zuschauerraum, Stuttgart als reales Bühnenbild für ein
intimes Kammerspiel über Heimat und Heimatlosigkeit in dieser
Stadt. Und mit dem Stadtprojekt S – City of Youth fragen wir
nach der gesellschaftlichen Beteiligung der heranwachsenden
Generation in Stuttgart.
12.
Mit dem Performance-Kollektiv She She Pop gehen wir
eine mehrjährige Beziehung ein, um auf der Suche nach neuen
Formen des Theaters gemeinsam beieinander in die Lehre
zu gehen. Den Auftakt bilden die Gastspiele Schubladen und
7 Schwestern, eine Lecture Performance und ein Workshop.
13.
Einen Blick von außen werfen wir mit internationalen
Projekten im Rahmen der „Union des Théâtres de l’Europe“
(U.T.E.), einer Vereinigung von derzeit 19 Theatern aus 16 Ländern,
deren Mitglied das Schauspiel Stuttgart seit dieser Spielzeit ist.
Die Uraufführung von Fritz Katers Stück 5 morgen, in dem
fünf Menschen nach einem Katastrophenalarm unterschiedliche
Strategien des Lebens und Überlebens entwickeln, ist im Rahmen der U.T.E. Teil des internationalen Projekts „TERRORisms“,
in dem sich neben dem Schauspiel Stuttgart Theater aus
Oslo, London, Reims, Tel Aviv und Belgrad aus unterschiedlichsten
Perspektiven mit diesem Thema auseinandersetzen.
9.
Das Thema „Neue Bürgerlichkeit“ in der Wirtschaftsmetropole Stuttgart bildet einen weiteren Strang durch den
Spielplan. In Onkel Wanja zeigt Tschechow eine Gesellschaft im
Umbruch und lenkt unseren Blick auf das Leben, die Liebe,
den Tod, die Zeit, das Geld – und konfrontiert uns mit frühen ökologischen Überlegungen. Ingmar Bergmans Filmklassiker
Szenen einer Ehe spiegelt im Psychogramm des Musterpaares
Johan und Marianne Fragen des glücklichen Zusammenlebens in
ihren Etappen des Zerfalls und ihrer Neuordnung. Arthur
Schnitzler zeigt in seinem Reigen die „unerbittliche Mechanik des
Beischlafs“ und fragt, wie sich Rollenspiel und Sexualität zueinander verhalten. In Das Fest von Thomas Vinterberg und Mogens
Rukov erschüttert der älteste Sohn Christian die Grundfesten
der Familie, in dem er ein Tabu bricht und ein streng gehütetes
Geheimnis lüftet. Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht ist
eine kritische Reflexion des kapitalistischen Weltgeschehens und
seiner Profitgier, nicht nur zu Zeiten der Weimarer Republik.
In der Spiegelung der beiden Novellen Die Marquise von O. und
Drachenblut von Heinrich von Kleist und Christoph Hein erblicken
wir zwei Frauen zwischen Selbstbehauptung und Selbstver-
14.
„((Die Gegenwart, die jeder wahrnimmt, ist sie nicht wie
eine Erzählung von etwas Vergangenem? Wie kann man das
verstehen?? Das weiß ich selber nicht ! ! )) //: Das alte LabyrinthEmpfinden, ja, weiter, hier.“, schreibt Rolf Dieter Brinkmann in
„Rom, Blicke“.
15.
„Bussard absegelt Planquadrat“ – heißt eine Gedichtzeile
des Stuttgarter Autors Helmut Heißenbüttel. Folgen Sie unserem
Blick, begeben Sie sich mit uns auf Spurensuche.
Jan Hein, Leitender Dramaturg
14
Schauspiel Stuttgart
Spielzeit 2013 / 2014
Steinzeit und digitale
Gegenwart
Den Ausgangspunkt für das neue grafische Erscheinungsbild
des Schauspiel Stuttgart bildet eine Thematik, die Armin Petras
und sein Team als ein Grundmotiv ihrer Theaterarbeit in
Stuttgart formuliert haben: Spurensuche. Damit war für uns vor
allem eine Aufmerksamkeit für den Ort und das, was man an
ihm vorfindet, beschrieben. Suchen heißt: für unterschiedliche
Situationen offen zu sein und sich vertraut machen mit den
Gegebenheiten eines Ortes – mit seiner Geschichte und seinen
Konflikten –, um so die Zeichen, die man vorfindet, für die
Gegenwart lesbar zu machen.
Die Arbeit am neuen Erscheinungsbild begann mit Spaziergängen
in Stuttgart. Mit Bücherstapeln in der Bibliothek: Baumeister,
Penck, Bense, Rauschenberg, Bill, Soulage. Die Stuttgarter
Beiträge zur Naturkunde, Bernward Vespers Die Reise, die Konrad
Wolf-Biografie Der Sonnensucher. In der Dropbox sammelten
sich hunderte Fotos. Im Laufe der Recherche kristallisieren sich
so nach und nach einzelne Motive heraus: Die Höhle. Die Geste –
Spur eines Körpers. Das Nebeneinander der Zeiten.
Gebrauch ist, und die trotzdem bei vielen, da u. a. der Gestalter
Celestino Piatti sie für die dtv-Reihe verwendete, mit den
1960er und 1970er Jahren assoziiert wird. Als Textschrift wird
die „Stanley“ verwendet, eine zeitgenössische Interpretation der
„Times New Roman“, die gerade erst veröffentlicht wurde.
Aber nicht allein in der Verwendung der Schriften findet sich
dieses Neben- und Übereinander der Zeiten als bestimmendes
stilistische Prinzip. Auch im Gebrauch von Bildern und im
Umgang mit zeichnerisch-gestischen Elementen prägt es die
Syntax unseres Erscheinungsbildes.
Nach Andrzej Wirth entsteht die Aussage im Theater „durch die
gleichwertige Beteiligung von verbalen und kinetischen Elementen (Gestus)“. Dieser Satz erfasst sehr präzise die zentrale
Bedeutung der Geste für das Theater. Auch haben für uns visuell
auf körperliche Bewegungen zurückgehende gestisch-zeichnerische Elemente eine starke Beziehung zur Theaterarbeit von
Armin Petras. Die Geste – die direkte visuelle Spur einer performativen Handlung.
Während der Arbeit mit der „Geste“ haben wir verschiedene
Texturen und Materialien untersucht, um die Ausdruckskraft der
Geste, ihre Rauheit, Beiläufigkeit, Expressivität besser zu verstehen und damit präzise umgehen zu können. Was uns gestalterisch interessiert, ist die Geste als lebendiges Element innerhalb
einer visuellen Identität zu etablieren – was bedeutet, dass wir
uns mit der Geste immer wieder neu auseinandersetzen werden
und sie immer wieder neu formulieren.
„Maximal historisch, maximal modern“ – diese paradoxe Forderung formulierte Armin Petras in einem unserer ersten Gespräche.
Aber was kann „maximal historisch“ genau bedeuten? Wie weit
kann man in der Zeit zurückgreifen? Viele unserer Überlegungen
nahmen ihren Anfang beim Zuschauerraum des Schauspielhauses, der bei seiner Neugestaltung durch den Architekten Klaus
Roth ein markantes Aussehen erhalten hat. Die unregelmäßigen,
kristallin geformten Wände wirken wie ein zeitgenössisches
Echo auf Hans Poelzigs expressionistische Innenraumgestaltung
des Großen Schauspielhauses in Berlin von 1918.
Das Theater als Höhle. Ein geschützter Raum tief im Berg.
Die versteinerten Lebewesen der Urzeit, die in der Schwäbischen
Alb gefunden wurden. Die ersten menschlichen Zeichnungen
in den Höhlen von Lascaux und Chauvet. Archäologen vermuten,
dass diese Wandbemalungen eingebunden waren in Tanzrituale.
Das heißt, dass diese Höhlen die frühesten Spuren für das
sind, was wir heute Theater nennen – ein gestalteter Innenraum,
in dem die Konflikte einer gefahrvollen und oft unverständlich
bleibenden Außenwelt in Gemeinschaft nachgespielt und
verarbeitet werden. Das nächste Glied dieser Assoziationskette
war für uns ein frühes Werkzeug zur Bearbeitung der menschlichen Umwelt: der Faustkeil, der zentrales visuelles Element
unserer Eröffnungskampagne ist. Von der Faust zum Faustkeil.
In den 1920er Jahren formulierte die Schriftstellerin Gertrude
Stein die Idee des „landscape play“. Ihre künstlerische Intention
war, Bühnengeschehen als eine Art Landschaft zu denken,
als räumliche Beziehung zwischen einzelnen Elementen.
Das bedeutet für das Theater auch, die Figur auf der Bühne –
oder das, was als ihre Identität erscheint –, nicht länger als
einen festen Punkt zu begreifen, sondern als eine Konstellation,
die sich je nach Betrachterperspektive unterschiedlich zusammensetzt. Man könnte sagen, auch ein Erscheinungsbild ist
keine Geschichte, die man von links nach rechts, vom Anfang bis
zum Ende liest, sondern – ähnlich wie eine Landschaft – etwas,
was man immer als Ganzes im Blick hat.
Unser Erscheinungsbild setzt auf das Prinzip der Kombination:
zeichnerisch-gestische Elemente, die Schriftmarke und der
Buchstabe „S“ bilden wechselnde Konstellationen, eine visuelle
Landschaft.
Ein cut & paste der Epochen: Collage aus Steinzeit und digitaler
Gegenwart – könnte es das sein, was mit „maximal modern“
gemeint ist? – „Die moderne Subjektivität zeigt sich nicht durch
die Produktion der Dinge, sondern durch ihre Verwendung“,
heißt es bei Boris Groys.
Ein Nebeneinander der Zeiten leitete auch unsere Schriftwahl:
Das „S“, das im neuen Erscheinungsbild als einzelner Buchstabe
zum visuellen Zeichen für das Schauspiel Stuttgart wird,
orientiert sich in seiner Form an einer Barock-Antiqua. Für die
Wortmarke, die vor allem im Logo-Ensemble der drei Sparten der
Staatstheater Stuttgart in Erscheinung tritt, wurde die zeitlos
moderne „Berthold Akzidenz Grotesk“ gewählt. Eine Schrift, die
seit Anfang des 20. Jahrhunderts fast ununterbrochen in
Spector Bureau
Spector Bureau ist ein Verbund von Gestaltern,
Autoren, Künstlern, Fotografen und Programmierern,
der sich um den Leipziger Verlag Spector Books
gebildet hat. Am grafischen Erscheinungsbild
für die Intendanz von Armin Petras am Schauspiel
Stuttgart arbeiteten Markus Dreßen, Jakob Kirch,
Christoph Knoth, Katharina Köhler, Jan Wenzel und
Arthur Zalewski.
15
Schauspiel Stuttgart
Spielzeit 2013 / 2014
Schauspielhaus
72 Das kalte Herz
nach der Erzählung von Wilhelm Hauff
Regie Armin Petras
Premiere 22. Februar 2014
18 Urgötz
von Johann Wolfgang von Goethe
Regie Simon Solberg
Premiere 25. Oktober 2013
75 Denn sie wissen nicht
was wir tun
20 Szenen einer Ehe
Eine Fluxus-Konzertinstallation
Regie Schorsch Kamerun
Uraufführung 28. März 2014
nach dem Film von Ingmar Bergman
Regie Jan Bosse
Premiere 26. Oktober 2013
In Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart
77 Das Fest
23 Onkel Wanja
von Anton Tschechow
Regie Robert Borgmann
Premiere 27. Oktober 2013
nach dem Film von Thomas Vinterberg
und Mogens Rukov
Regie Christopher Rüping
Premiere 16. April 2014
24 Das Versprechen
81 Die Dreigroschenoper
nach dem Roman von Friedrich Dürrenmatt
Regie Armin Petras
Stuttgarter Premiere 31. Oktober 2013
von Bertolt Brecht, Musik von Kurt Weill
Regie Sebastian Baumgarten
Premiere 12. Juni 2014
25 Effi Briest
nach dem Roman von Theodor Fontane
Regie Jorinde Dröse
Stuttgarter Premiere 7. November 2013
27 Die Räuber
Kammertheater
67 Doppelgänger
nach Friedrich Schiller
Regie Antú Romero Nunes
Stuttgarter Premiere 13. November 2013
Musiktheater nach Texten von E.T.A. Hoffmann
Regie David Marton
Uraufführung 11. Januar 2014
28 Der Besuch der alten Dame
69 Iphigenie auf Tauris
von Friedrich Dürrenmatt
Regie Armin Petras
Stuttgarter Premiere 22. November 2013
von Johann Wolfgang von Goethe
Ein Abend von Peter Baur, Sibylle Dudek, Falko Herold,
Edgar Selge und Franziska Walser
Stuttgarter Premiere 23. Januar 2014
29 Der zerbrochne Krug
84 Lehrstücke
von Heinrich von Kleist
Regie Jan Bosse
Stuttgarter Premiere 30. November 2013
She She Pop und Schauspiel Stuttgart
Ab Januar 2014
31 Reigen
Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes
76 Sobald fünf Jahre vergehen
von Arthur Schnitzler
Regie Bastian Kraft
Premiere 14. Dezember 2013
von Federico García Lorca
Regie Jo Fabian
Premiere 29. März 2014
68 Ronja Räubertocher
79 Die Marquise von O./
Drachenblut
nach dem Kinderbuch von Astrid Lindgren
Regie Robert Neumann
Premiere 19. Januar 2014
Familienstück für alle ab 8 Jahren
nach den Novellen von Heinrich von Kleist
und Christoph Hein
Regie Armin Petras
Premiere 10. Mai 2014
70 Leben des Galilei
von Bertolt Brecht, Musik von Hanns Eisler
Regie Armin Petras
Stuttgarter Premiere 31. Januar 2014
16
Schauspiel Stuttgart
Spielzeit 2013 / 2014
Nord
80 Mario und der Zauberer
nach der Novelle von Thomas Mann
Regie Tilmann Köhler
Premiere 24. Mai 2014
19 Die Reise
nach dem Roman von Bernward Vesper
Regie Martin Laberenz
Premiere 25. Oktober 2013
82 Unterm Rad
nach der Erzählung von Hermann Hesse
Regie Frank Abt
Premiere 13. Juni 2014
21 5 morgen
von Fritz Kater
Regie Armin Petras
Uraufführung 26. Oktober 2013
83 Hirnbonbon
Ein Dieter Roth-Projekt
Regie Christiane Pohle
Uraufführung 12. Juli 2014
In Zusammenarbeit mit der Union des Théâtres de l‘Europe (U.T.E.)
im Rahmen des internationalen Projekts TERRORisms
26 Fräulein Smillas Gespür
für Schnee
nach dem Roman von Peter Høeg
Regie Armin Petras
Stuttgarter Premiere 9. November 2013
30 Liebe Kannibalen Godard
Eine Koproduktion mit der Akademie für Darstellende
Kunst Baden-Württemberg
In Kooperation mit dem Kunstmuseum Stuttgart
Stadtraum
22 Autostück. Belgrader Hund
von Thomas Jonigk
nach dem Film Week-end von Jean-Luc Godard
Regie Niklas Ritter
Premiere 4. Dezember 2013
von Anne Habermehl
Regie Stefan Pucher, Co-Regie Tom Stromberg
Uraufführung 26. Oktober 2013
Abfahrt am Schauspielhaus
32 Fahrerflucht / Fluchtfahrer
85 S – City of Youth
von Alfred Andersch / von Philipp Löhle
Regie Dominic Friedel
Uraufführung 18. Dezember 2013
Stadtprojekt
Künstlerische Leitung Björn Bicker, Michael Graessner,
Malte Jelden, Katrin Spira
Sommer 2014
71 Schulden.
Die ersten 5.000 Jahre
In Kooperation mit dem Caritasverband für Stuttgart e.V. und
der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft
nach dem Sachbuch von David Graeber
Regie Andreas Liebmann
Uraufführung 7. Februar 2014
86 Extras
Eine Koproduktion mit dem Theater Freiburg und der
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart
87 Internationales
73 Zerbombt
von Sarah Kane
Regie David Bösch
Premiere 28. Februar 2014
88 Mitmachen –
Theaterpädagogik
74 Caligula
89 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter
von Albert Camus
Regie Krzysztof Garbaczewski
Premiere 15. März 2014
90 Abonnements
Mit freundlicher Unterstützung des Polnischen Instituts Düsseldorf
78 Am Schwarzen Berg
91 Karten
nach dem Roman von Anna Katharina Hahn
Regie Christoph Mehler
Uraufführung 25. April 2014
92 Service und Kontakt
17
Schauspielhaus
Premiere 25. Oktober 2013
Urgötz
von Johann Wolfgang
von Goethe
Götz hat wie viele das Gefühl, der Willkür
einer herrschenden Elite ausgesetzt
zu sein und mitansehen zu müssen, dass
der Großteil der Bevölkerung, der für das
Wohlergehen dieser Elite gesorgt hat,
am meisten unter ihr leidet. Im Gegensatz
zu vielen ist er jemand, der bereit ist, im
Kampf um soziale Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit, gerechte Löhne alles aufs Spiel
zu setzen. Götz beharrt auf seinen Werten
und radikalisiert sich dadurch – jedenfalls
aus Sicht der machthabenden Fürsten.
Dass gerade die Menschen, die für soziale
Werte kämpfen, ständig Gefahr laufen,
als naiv oder radikal abgetan zu werden,
finde ich bei diesem Stück extrem aktuell.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)
entwickelt während seines Studiums
in Straßburg 1770/71 großes Interesse für
den historischen Götz von Berlichingen.
Im November und Dezember 1771 schrieb
er stark beeinflusst von Shakespeares
Dramaturgie mit dem Urgötz sein erstes
dramatisches Sturm und Drang-Werk.
Simon Solberg
Simon Solberg, geboren 1979 in Bonn,
studiert zunächst Schauspiel an der
Folkwang Hochschule in Essen. 2006 gibt
er mit Odyssee reloaded am Schauspiel
Frankfurt sein Regiedebüt. Von 2006 bis
2008 ist Solberg Hausregisseur am
Nationaltheater Mannheim. 2008 gewinnt
er den Kritikerpreis beim Festival „Radikal
jung“, zu dem er noch zwei weitere Male
eingeladen wird. Er inszeniert u. a. am
Schauspiel Frankfurt, am Deutschen
Theater Berlin, dem Maxim Gorki Theater
Berlin, am Staatsschauspiel Dresden und
am Volkstheater München. 2012/2013 ist
er Hausregisseur und Co-Schauspielleiter
am Theater Basel.
Premiere 25. Oktober 2013
Die Reise
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Simon Solberg
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Maike Storf
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Sara Kittelmann
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Miles Perkin
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Anna Haas
Den Urgötz, „die Geschichte Gottfriedens von Berlichingen
mit der eisernen Hand“, hat der 22-jährige Goethe in nur sechs
Wochen geschrieben. Die Urfassung ist eine aggressive Zeitund Gesellschaftskritik. Goethe zeichnet, wie er sagt, die
„Gestalt eines rohen, wohlmeinenden Selbsthelfers in anarchischer Zeit“. Das Land ist eine „Mördergrube“ – Machtwille,
Opportunismus, Eigennutz, Verrat und Betrug sind die Triebfedern der Gesellschaft. Goethes schwäbischer Reichsritter ist
ein mittelalterlicher Robin Hood, ein aus der Zeit gefallener
Revolutionär, der einer im innersten verkommenen Welt seinen
eigenen Lebensentwurf entgegen setzt. „Vor Ihro Kaiserlichen
Majestät hab ich Respekt. Er aber, sag’s ihm, er kann mich
im Arsch lecken.“, lässt Goethes Götz dem Hauptmann der
kaiserlichen Exekutionstruppen ausrichten. Weltberühmte
Worte, die Goethe in der späteren Fassung durch Gedankenstriche ersetzt hat.
Goethe greift auf eine spätmittelalterliche Rittergeschichte
zurück, um ein Panorama seiner Zeit zu entwerfen. Regisseur
Simon Solberg dreht die Zeitachse ein Stück weiter in die
nahe Zukunft und fragt was die Bauernkriege von heute sind.
Nord
nach dem Roman
von Bernward Vesper
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Martin Laberenz
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Volker Hintermeier
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Aino Laberenz
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Friederike Bernhardt
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Katrin Spira
„Interessant finde ich, was für ein kaputter Typ aus der sogenannten ‚heilen Welt‘ meiner Jugend herausgekommen ist“ schreibt
Bernward Vesper. Der ehemalige Tübinger Student, langjährige Lebensgefährte Gudrun Ensslins und Sohn des NaziDichters Will Vesper schaut in diesem Romanfragment auf seine
eigene „in den Brunnen gefallene Kindheit“. Psychedelischer
Rausch und schonungslose, berichtende Genauigkeit mit
Blick auf die enge Bindung an den Vater und die Indoktrination
durch dessen Erziehung, wechseln sich auf dieser Reise ab.
Sie endet als „one way trip“ in der Psychiatrie und schließlich im
Selbstmord. Vesper verbrennt auf der Spurensuche seiner
eigenen Lebensgeschichte.
Nach seinem Tod 1971 dauerte es sechs Jahre, bis Vespers
Text schließlich verlegt wurde. 1977 fiel das Erscheinungsdatum
dann – als sei dieser Zusammenhang beabsichtigt gewesen –
auf den Deutschen Herbst. Vesper wurde von der Kritik für sein
„Meisterwerk“ gefeiert, das den „Nachlass einer ganzen
Generation“ repräsentiere. Der Text legt das Ohr auch auf die
Schienen der Geschichte der linken Bewegung – und zeigt,
wie die Kraft und das revolutionäre Potenzial verpufften, als die
Mobilisierung der Massen ausblieb.
Interessanter als eine zeitliche Verortung
erscheint mir die erstaunliche Schizophrenie, mit der Vesper rechts und links
nach Aufmerksamkeit, Verkaufszahlen und
Reputation gegiert hat; dass er moralisch
wenig Bedenken hatte, seine Haltung um
180 Grad zu drehen, wenn es sein Geschäft
erfordert hat und die erforderliche Gelenkigkeit womöglich in die Verzweiflung
geführt hat, in den Selbstmord. Und diese
Schizophrenie ist ein interessanter Ansatzpunkt, Die Reise von Bernward Vesper an
uns heran zu holen: einerseits Realität
herzustellen, andererseits Realität zugunsten abstrakter Konzepte zu ignorieren;
einerseits Verhältnisse kritisieren zu wollen,
andererseits in den Verhältnissen bequem
zu leben und überleben zu müssen;
einerseits eine Utopie zu denken, andererseits diese Utopie nicht real werden lassen;
und letzten Endes daran zu verzweifeln.
Bernward Vesper, geboren 1938 als Sohn
des Nazi-Dichters Will Vesper, wächst
auf einem Landgut nahe der Lüneburger
Heide auf. Nach einer Buchhändlerlehre
zieht es ihn in den schwäbischen Süden:
Er studiert Anfang der 60er in Tübingen,
lernt dort die Pfarrerstochter Gudrun
Ensslin kennen und verlobt sich mit ihr.
Gemeinsam ziehen sie nach Berlin, wo ihr
Sohn Felix geboren wird. Kaum ein Jahr
nach dessen Geburt verlässt Ensslin
die beiden und geht mit Andreas Baader
in den Untergrund. Ein Jahr später beginnt
Vesper Die Reise zu schreiben, doch der
Text bleibt unvollendet. Vesper nimmt sich
1971 das Leben.
Martin Laberenz, geboren 1982 in Finnland,
assistiert nach einem abgebrochenen
Literaturstudium am Schauspielhaus
Bochum sowie drei Jahre lang am
Hamburger Thalia Theater. Er inszeniert
danach am Thalia Theater Hamburg,
am Maxim Gorki Theater Berlin und am
Theater Dortmund. Als fester Regisseur am
Centraltheater Leipzig war von ihm zuletzt u. a. Schuld und Sühne, Endspiel und
Zerschossene Träume (Koproduktion
mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen)
zu sehen.
18
Martin Laberenz
19
Schauspielhaus
Premiere 26. Oktober 2013
Nord
Uraufführung 26. Oktober 2013
Szenen einer Ehe
nach dem Film
von Ingmar Bergman
5 morgen
von Fritz Kater
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Jan Bosse
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Moritz Müller
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Kathrin Plath
Video � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Rebecca Riedel
Mieke Ulfig
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Arno Kraehahn
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Gabriella Bußacker
Johan und Marianne – beide im Beruf erfolgreich, seit zehn
Jahren verheiratet, zwei Kinder – scheinen eine vorbildlich
moderne Ehe zu führen. Als Johan der ahnungslosen und völlig
überraschten Marianne von einer Affäre erzählt, gesteht er auch,
dass er bereits seit vier Jahren über eine Trennung nachdenke.
Dieser erste Riss bringt die bis dahin heile Konstruktion der
Ehe zum Bröckeln und setzt einen schmerzhaften Erkenntnisprozess über unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche,
Wahrnehmungen und Interpretationen des Zusammenlebens in
Gang. Ingmar Bergman zeichnet die sich über Jahre verändernde Beziehung in ihren Etappen des Zerfalls, Zusammenbruchs und ihrer Neuordnung nach.
1973 fegte Bergmans TV-Mehrteiler Schwedens Straßen leer.
Auch die Kinoversion wurde ein internationaler Erfolg. Der Titel
wurde sprichwörtlich. 1981 hatte Bergmans Theaterinszenierung
in München Premiere. Das Psychogramm des Musterpaares
Johan und Marianne spiegelte Fragen über die Möglichkeiten des
glücklichen Zusammenlebens einer ganzen Generation wider.
In der kleinsten sozialen Zelle, der Zweierbeziehung, bildet sich
der Zustand der Kultur einer Gesellschaft ab. Genau 40 Jahre
später inszeniert Jan Bosse den Stoff seiner Elterngeneration
als Kammerspiel auf großer Bühne.
Bergman nennt seinen Filmstoff „Szenen“
einer Ehe – so wie er in den 6 Teilen einer
TV-Serie das theatral Modellhafte über
ein miteinander kämpfendes Paar untersucht, beschreiten wir den Weg von der
anderen Seite, quasi rückwärts in die Zeit:
aus der Theatersituation des Heute heraus
erspielen wir uns das Modell eines Paares
am Anfang der Entwicklung moderner
Partnerschaft in den 60er/ 70er Jahren – um
am Beispiel dieser tragikomischen, dramatischen, berührenden Geschichte auch
über die gesellschaftlichen Strukturen
nachzudenken, die unsere Wurzeln sind.
Über die Muster, aus denen wir noch immer
nicht rauskommen. Über das Utopische
und Katastrophische der nicht enden wollenden Ideologie „Liebe“ …
Ingmar Bergman, 1918 als Sohn eines
schwedischen Pastors geboren, interessiert sich schon früh für das Theater
und schreibt mit seinen Werken als Autor
und Regisseur Filmgeschichte. Er war
fünfmal verheiratet. In seinem letzten Film
Sarabande erzählt Bergman mit denselben Schauspielern aus Szenen einer Ehe
die Fortsetzung der Geschichte des Paares
nach 32 Jahren weiter. Er stirbt 2007.
Jan Bosse, 1969 in Stuttgart geboren,
macht nach seinem Studium an der
Universität in Erlangen und der Hochschule
„Ernst-Busch“ in Berlin eine rasante
Karriere: Dieter Dorn engagiert ihn 1998 für
die Münchner Kammerspiele, 2000 holt
ihn Tom Stromberg ans Schauspielhaus
nach Hamburg. In den vergangenen Jahren
inszenierte Bosse vor allem am Burgtheater in Wien, dem Thalia Theater in
Hamburg und dem Maxim Gorki Theater in
Berlin.
Jan Bosse
20
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Armin Petras
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Natascha von Steiger
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Patricia Talacko
Video � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Rebecca Riedel
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Thomas Kürstner
Sebastian Vogel
Choreografische
Mitarbeit � � � � � � � � � � � � � � � � � � Berit Jentzsch
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Carmen Wolfram
Das Stück spielt in einer Zeit, in der alles schwimmt und verschwimmt. Oder auch an „einem provisorischen set mit echten
kameras in der die b-besetzung vor live testpublikum und
producern einen run-through spielt“: 5 Menschen an 5 Morgen.
In einer Stadt wird Katastrophenalarm ausgelöst. Eine Explosion? Atomare Verseuchung? Gefährliche Viren? „Gesellschaftsburnout“? Niemand weiß etwas Genaues. Scheinbar ist
kein äußerer Feind für das Geschehen verantwortlich zu
machen. Es ist der Zusammenbruch des Jetzt. Die negative
Utopie der Implosion verwirklicht sich: Hier. Die Überraschung
bleibt aus. Die Panik hält sich in Grenzen. Die Medien geben
die üblichen Parolen aus und Verhaltensmaßregeln bekannt.
In dieser Ausnahmesituation entwickeln fünf Menschen
unterschiedliche Strategien und Techniken für Leben und Überleben. Paul, eigentlich IT-Experte, verbarrikadiert sich mit allen
verfügbaren Mitteln in seinem Haus und lässt sogar die eigene
Frau nicht mehr rein – aus Furcht vor Ansteckung. Das Leben
und die Ehe von August und Julia, die ohnehin am Ende ist,
gerät durch die Katastrophe in eine Art Teilchenbeschleuniger,
als deren zusätzlicher Katalysator die Studentin Missy wirkt.
Sie alle unternehmen mehr oder weniger mutige, lächerliche,
absurde, traurige und am Ende auch untaugliche Versuche,
ihr bisschen Leben zu retten. Dabei war das vor der Katastrophe
schon verloren, leer, unbrauchbar geworden. Jetzt bekommt
es für Manchen wieder – zumindest zeitweise – so etwas wie
einen Sinn. Und mancher wagt sogar im Augenblick der Agonie
einen Neuanfang.
Armin Petras wurde 1964 in Meschede/
Sauerland geboren. 1969 siedelt Armin
Petras mit seinen Eltern in die DDR
über. Von 1985 bis 1987 studiert er
Regie an der Berliner Hochschule für
Schauspielkunst „Ernst Busch“. Er ist
Mitbegründer der freien Theatergruppe
Medea Ost und inszeniert 1987 Heiner
Müllers Wolokolamsker Chaussee 1–3
am Theater Nordhausen. 1988 reist
Armin Petras in die BRD aus.
Er arbeitet als Regieassistent am Frankfurter Theater am Turm (TAT) und an
den Münchner Kammerspielen. Nach
der Wende inszeniert er u. a. am KleistTheater Frankfurt/Oder, am Theater
Chemnitz, an den Freien Kammerspielen
Magdeburg, am Schauspiel Leipzig,
In Zusammenarbeit mit der Union des Théâtres de l’Europe
(U.T.E.) im Rahmen des internationalen Projekts TERRORisms
5 morgen ist der Versuch 5 individuelle
Handlungen zu paragraphieren, 5 Tätigkeitsverläufe, die sich verändert haben,
in der Sekunde des Bewusstwerdens des
Krieges, beim aktiven Eintreten in ihn,
immer auf Suche nach der Bestimmung
jedes einzelnen.
Fritz Kater
Für die Stücke des Dramatikers Fritz
Kater ist Armin Petras der wichtigste
Regisseur. Für sein Stück zeit zu lieben
zeit zu sterben wurde Fritz Kater 2003
mit dem Mülheimer Dramatikerpreis
ausgezeichnet und in der Jahresumfrage der Zeitschrift Theater heute
zum Dramatiker des Jahres gewählt.
Diese Auszeichnung erhielt Fritz Kater
erneut 2004 für WE ARE CAMERA/
jasonmaterial. Beide Inszenierungen
von Armin Petras wurden zum Berliner
Theatertreffen eingeladen. Weitere
Stücke von Fritz Kater, die Armin Petras
inszenierte, sind u. a.: Sterne über
Mansfeld (UA 2004), 3 von 5 Millionen
(UA 2005), Abalon, one nite in Bangkok
(UA 2006), Tanzen! (UA 2006), HEAVEN
am Nationaltheater Mannheim, am
Volkstheater Rostock, an der Volksbühne
am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, am
Schauspiel Hannover, an den Münchner
Kammerspielen und am Thalia Theater
Hamburg. Armin Petras ist von 1996
bis 1999 Oberspielleiter am Theater
Nordhausen sowie Hausregisseur in
Leipzig und von 1999 bis 2002 Schauspieldirektor am Staatstheater Kassel.
2002 wechselt er als fester Regisseur
ans Schauspiel Frankfurt, wo er von
2003 bis 2006 die Spielstätte in der
Schmidtstraße leitet. Von 2006 – 2013 ist
er Intendant am Maxim Gorki Theater
Berlin. September 2013 wechselt
er in dieser Funktion ans Schauspiel
Stuttgart.
21
(zu tristan) (UA 2007), we are blood
(UA 2010) und demenz depression revolution (2013). 2005 wurde Armin Petras
mit dem Lessing-Preis des Freistaates
Sachsen ausgezeichnet. Seit 2013
ist er Mitglied der Deutschen Akademie
der Darstellenden Künste. Fritz Kater
erhielt 2008 den Else-Lasker-SchülerDramatikerpreis für sein Gesamtwerk.
Stadtraum
Uraufführung 26. Oktober 2013
Autostück.
Belgrader Hund
Schauspielhaus
Premiere 27. Oktober 2013
Onkel Wanja
von Anne Habermehl
von Anton Tschechow
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Stefan Pucher
Co-Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � Tom Stromberg
Soundtrack � � � � � � � � � � � � � � DJ Koze
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Jan Hein
Die Stadt als Bühne. Ein Auto fährt mit Ihnen auf der Rückbank
durch das abendliche Stuttgart. Vorne zwei Schauspieler.
Das Radio läuft. Musik. Nachrichten. Die Ampeln springen um.
Ein winziges, intensives, intimes Kammerspiel entspinnt sich
zwischen den beiden. Wenige Zentimeter vor Ihren Augen,
Ohren und Nasen. Während draußen die abendliche Stadt vorüberzieht wie ein Film. Vielleicht beschlagen irgendwann die
Scheiben. Der Wirklichkeit ausgesetzt verändert sich Ihre Wahrnehmung. Die Grenzen zwischen Realität und Spiel, zwischen
Schauspielern, Statisten und Zuschauern verschwimmen.
Eine Expedition zu den Rändern des Theaters. Und der eigentliche Held ist die Stadt selbst, durch die Sie fahren. Sie blickt
zurück.
Ein Stück wie ein Roadmovie – zwischen
Brinkmann und Lynch. Das Auto als
kleinstmöglicher Zuschauerraum. Stuttgart
als Bühnenbild für eine Uraufführung.
Stefan Pucher
Anne Habermehl, geboren 1981 in Heilbronn,
studiert von 2004 bis 2008 Szenisches
Schreiben an der Universität der Künste
Berlin. Ihre Stücke werden u. a. am
Thalia Theater Hamburg, am Bayerischen
Staatsschauspiel München und am Theater
Chemnitz aufgeführt. 2008 Teilnehmerin
des Dramatiker-Workshops des Theatertreffens Berlin und Preisträgerin des Werkauftrages. Ihr Stück Letztes Territorium
ist 2008 zu den Autorentheatertagen
am Thalia Theater Hamburg eingeladen
sowie 2009 zum Festival „Radikal jung“ am
Münchner Volkstheater. In der Spielzeit
2008/2009 Stipendiatin des Autorenlabors
am Düsseldorfer Schauspielhaus und 2009
Teilnehmerin des Workshops bei Simon
Stephens des Obrador d’estiu im Sala
Beckett, Barcelona. Die Uraufführungsinszenierung von Narbengelände in eigener
Regie ist zu den Autorentheatertagen
2011 am Deutschen Theater Berlin eingeladen. 2013 ist ihr Stück Luft aus Stein
in eigener Regie zu den Autorentheatertagen eingeladen. Anne Habermehl lebt in
Berlin.
Stefan Pucher, 1965 in Gießen geboren,
studiert Theaterwissenschaft und
Amerikanistik in Frankfurt. Ab Mitte der
90er Jahre beschäftigt er sich intensiv
in verschiedenen Performance-Projekten
mit dem Zusammenspiel von Videokunst,
Musiksamples und literarischen Stoffen
und inszeniert kontinuierlich am Theater
am Turm (TAT) in Frankfurt. 1999 inszeniert
er am Theater Basel mit Tschechows
Kirschgarten erstmals einen klassischen
Theatertext. Es folgen Inszenierungen
am Deutschen Schauspielhaus Hamburg,
an der Volksbühne am Rosa-LuxemburgPlatz in Berlin, an den Münchner Kammerspielen und am Schauspielhaus Zürich,
wo er von 2000 bis 2004 Hausregisseur ist.
2005 wird Pucher in der Jahresumfrage
der Zeitschrift „Theater heute“ zum
Regisseur des Jahres gewählt. Sechs mal
werden seine Inszenierungen zum Berliner
Theatertreffen eingeladen. Zurzeit inszeniert Stefan Pucher unter anderem an
den Münchner Kammerspielen, am Thalia
Theater Hamburg, am Schauspielhaus
Zürich und am Deutschen Theater Berlin.
22
Regie, Bühne � � � � � � � � � � � Robert Borgmann
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Janina Brinkmann
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � webermichelson
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Jan Hein
Die alte Ordnung greift nicht mehr, alles ist durcheinander, die
Zukunft ungewiss. Wie soll man leben? Wie handeln?
In seinen Szenen aus dem Landleben zeigt Tschechow uns eine
Gesellschaft im Umbruch und Wandel, komisch und tief traurig
zugleich. Die zwei verzweifelten Schüsse auf den Professor
bringen auch keine Lösung. Zweimal trifft Wanja daneben.
Was bleibt? Die einen reisen wieder ab, die anderen nehmen
scheinbar wie gewohnt ihre liegengebliebene Arbeit wieder auf.
Und alle blicken auf das Theater dieses langen Sommers
zurück. Dieses pralle Theater der Wünsche und des Begehrens,
es steht zuletzt erschreckend leer da. Alle gebotenen Möglichkeiten wurden in diesem unerfüllten Beziehungsreigen ausgeschlagen. Und Wanja musste erkennen, dass der Professor,
der Mann seiner verstorbenen Schwester, sein Leben lang ein
Parasit war, nichts Eigenständiges leistete und das Leben
zweier Frauen zerstört hat. 25 Jahre hatte er ihn unter Verzicht
auf sein eigenes Leben durch die in harter Arbeit erwirtschafteten Erträge des Gutes finanziell unterstützt. Und dann will der
Professor das Gut, das ihm nicht einmal gehört, zu guter Letzt
auch noch verkaufen, um sich in Finnland niederzulassen …
Ohne zu bewerten, einfach feststellend, lenkt Tschechow unseren
Blick auf das Leben, die Liebe, den Tod, die Zeit, das Geld –
und konfrontiert uns mit frühen ökologischen Überlegungen.
Ein Nachdenken über das richtige Leben
am Ende einer Epoche. Ein Versuch des
Ausharrens im Alten. Lenin wird schon
bald Was tun? schreiben. This is the end of
the world as we know it. Wie soll der neue
Mensch sein? Ist er veränderbar? Onkel
Wanja schießt zweimal ins Nichts. Wie weit
fliegt die Kugel?
Ein Stück über Zeit und Licht. Über die
Schönheit und die Flüchtigkeit des Augenblicks. Vielleicht darüber, dass die Welt nur
eine vorübergehende Störung des ungehinderten Lichtflusses ist … Und dann
ist da eine junge Frau, Sonja, die geblendet
von der Sonne weitermachen will mit alldem – auf dass das Versprechen der Liebe
sich einlösen möge.
Anton Tschechow, geboren 1860 in
Taganrog am Asowschen Meer, arbeitet
nach Abschluss des Medizinstudiums zeitweise als Arzt. Ab 1881 erste Veröffentlichungen in Zeitungen, 1884 erscheint der
erste Erzählband, 1887 wird Iwanow am
Moskauer Theater uraufgeführt. Es folgen
die Uraufführungen Die Möwe 1896 in
Petersburg und Onkel Wanja 1899 am
Moskauer Künstlertheater. Heirat mit der
Schauspielerin Olga Knipper. Am 3. Juni
1904 reist er mit seiner Frau zur Kur nach
Badenweiler, wo er in der Nacht zum 2. Juli
an seiner Tuberkuloseerkrankung stirbt.
Robert Borgmann
Robert Borgmann, geboren 1980 in Erfurt,
studiert Bildende Kunst in London sowie
Philosophie und Germanistik an der
Universität Köln. Nach Dramaturgie- und
Regieassistenzen am Schauspiel Köln,
Studium der Regie an der Hochschule
für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin.
Seither arbeitet er als freier Regisseur
u. a. am Deutschen Theater Berlin,
der Schaubühne Berlin, Schauspiel Köln,
Staatstheater Mainz, Schauspielhaus
Zürich, Centraltheater Leipzig und dem
Maxim Gorki Theater Berlin.
23
Schauspielhaus
Stuttgarter Premiere 31. Oktober 2013
Das Versprechen
nach der Erzählung
von Friedrich Dürrenmatt
Stuttgarter Premiere 7. November 2013
Effi Briest
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Armin Petras
Bühne, Kostüme � � � � � � Susanne Schuboth
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Sir Henry
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Juliane Koepp
Ermittlung in einem grausamen Verbrechen: Im Wald wird ein
kleines Mädchen ermordet aufgefunden. Beim Überbringen der
schrecklichen Nachricht gibt der Kommissar den verzweifelten
Eltern das Versprechen, den Mörder zu finden. Ein Hausierer,
der das tote Kind entdeckt, wird der Tat verdächtigt. Er gesteht
unter polizeilichem Druck im Verhör und erhängt sich danach.
Der Fall scheint abgeschlossen. Doch der zweifelnde Kommissar
recherchiert auf eigene Faust weiter. In der festen Überzeugung
einem Wiederholungstäter auf der Spur zu sein, übernimmt
er eine Tankstelle und lebt dort mit einer Frau und deren kleiner
Tochter, die er als Köder für den wirklichen Mörder benutzt.
Armin Petras’ Theaterfassung basiert auf dieser Erzählung. Er
interessiert sich in seiner Bearbeitung für die Momente, in denen
sich das scheinbar Gute ins Gegenteil verkehrt. Aus Moral
wird Unmoral, aus Recht Unrecht. Wann hat der Kommissar die
Seiten gewechselt?
Schauspielhaus
Übernahme der Uraufführungsinszenierung des Thalia
Theaters Hamburg aus dem Jahr 2005
ein mann fährt in den wald schwarze
vögel fliegen über ihm spiegeln sich in der
scheibe des wagens es sieht aus als
flögen sie über sein gesicht er fährt an eine
tankstelle er sieht ein kleines mädchen
wie sie schaukelt wie sie ihre beine in den
himmel wirft
nach dem Roman
von Theodor Fontane
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Jorinde Dröse
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Natascha von Steiger
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Bettina Schürmann
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Philipp Haagen
Video � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Stefan Bischoff
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Carmen Wolfram
Ausgehend von einem realen Fall, der im preußischen Berlin
für viel Skandal sorgte, beschreibt Fontane in dem 1895 entstandenen Roman das Schicksal seiner Heldin Effi Briest. Sie ist
eine lebenslustige junge Adlige, die sich ein Leben „mit Hofball
und Galaoper“ erträumt und dieses an der Seite ihres erfolgreichen Ehemannes auch bekommt. Aber sie verstößt in einer
Welt der ehernen Prinzipien, genau festgelegter Konventionen
und eines fetischisierten Ehrbegriffs gegen eine wichtige
Spielregel: sie lässt sich in der pommerschen Kleinstadt, in der
sie seit der Heirat lebt, aus Langeweile, Unerfahrenheit und
Abenteuerlust auf ein Verhältnis mit einem dort stationierten
Offizier ein. Kurze Zeit später wird ihr Ehemann nach Berlin ans
Innenministerium berufen. Für die junge Frau bedeutet dies
die Chance, sich aus ihrem bisherigen Leben und der verbotenen
Beziehung zu befreien. Das Ehepaar arrangiert sich miteinander und wird Teil der mondänen Großstadt-Gesellschaft. Sechs
Jahre später entdeckt der Gatte durch einen Zufall Briefe des
Liebhabers seiner Frau und damit deren Ehebruch, der mit ihrer
sofortigen Verstoßung aus Ehe, Familie und der besseren
Gesellschaft geahndet wird. Auch ihr Ehemann leidet und kann
dennoch „nicht aus seiner Haut“. Viele Opfer, dargebracht für
nichts als tote Konvention. Fontane erschafft ein Sittengemälde
einer untergegangenen Epoche mit Figuren von bestürzender
Gegenwärtigkeit.
Übernahme aus dem Maxim Gorki Theater Berlin
„Alles, was uns Freude machen soll, ist an
Zeit und Umstände gebunden, und was uns
heute noch beglückt, ist morgen wertlos.“,
denkt Innstetten am Ende. Was bringt
den Menschen dazu, sehenden Auges ins
Unglück zu laufen und es dann nicht mehr
ändern zu können? „Mitunter ist mir’s
doch, als ob die Kreatur besser wäre als
der Mensch.“, sagt Vater Briest. Wenn die
Figuren noch einmal die Möglichkeit
haben, den Lauf ihres Lebens zu ändern,
würden sie es tun?
Armin Petras
Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990) studiert
von 1941 bis 1945 Literatur und Philosophie
in Bern und Zürich. 1945 erscheint seine
erste Publikation Der Alte in der Berner
Tageszeitung „Der Bund“. 1947 findet die
Uraufführung seines ersten Theaterstücks
Es steht geschrieben statt. 1950 schreibt
Dürrenmatt in Fortsetzungen seinen ersten
Kriminalroman Der Richter und sein
Henker. 1958 erhält Friedrich Dürrenmatt
(1921 – 1990) von einem Produzenten den
Auftrag, das Drehbuch für einen Fernsehfilm zu schreiben. Es entsteht das Skript,
das dem Film Es geschah am helllichten
Tag mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe
in den Hauptrollen zugrunde liegt. Später
schreibt Dürrenmatt auf der Grundlage
seines eigenen Drehbuchs die Erzählung
Das Versprechen, die er als „Requiem
auf einen Kriminalroman“ bezeichnet, da
sie sich über die klassischen Regeln des
Genres hinweg setzt und einen Gegenentwurf zu dem bekannten Film behauptet.
Jorinde Dröse
Theodor Fontane (1819 – 1898) wird 1819 in
Neuruppin in Brandenburg geboren. Er
kommt als Apothekerlehrling nach Berlin
und findet spät zum Schreiben von
Romanen. Seine großen Werke entstehen
allesamt erst in der Zeit von 1876 – 1898.
In 22 Jahren verfasst er insgesamt
14 Romane und Erzählungen, darunter so
wichtige wie Vor dem Sturm, Schach von
Wuthenow, Irrungen, Wirrungen, Frau Jenny
Treibel, Der Stechlin.
24
Jorinde Dröse, geboren 1976 in Hanau,
studiert Dramaturgie an der Theaterakademie sowie Regie am Institut für Theater,
Musiktheater und Film an der Universität
Hamburg. Währenddessen arbeitet sie
als Regieassistentin am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Theater
Basel. Neben Arbeiten am Theater Bremen,
am Schauspiel Frankfurt und am Münchner
Volkstheater inszeniert Jorinde Dröse
unter Intendant Ulrich Khuon regelmäßig
am Thalia Theater Hamburg und am
Deutschen Theater Berlin. 2010 – 2013 ist sie
Hausregisseurin am Maxim Gorki Theater.
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Nord
Stuttgarter Premiere 9. November 2013
Fräulein Smillas Gespür
für Schnee
nach dem Roman
von Peter Høeg
Schauspielhaus
Stuttgarter Premiere 13. November 2013
Die Räuber
nach Friedrich Schiller
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Armin Petras
Bühne, Kostüme � � � � � � Susanne Schuboth
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Juliane Koepp
Eine Koproduktion des Thalia Theaters Hamburg
mit dem Maxim Gorki Theater Berlin
Der sechsjährige Inuitjunge Jesaja stürzt vom Dach eines
Wohnhauses am Kopenhagener Hafen. Für die Behörden ist es
ein Unfall, doch für die Freundin des Kindes, die arbeitslose
Grönländerin, Naturwissenschaftlerin und Gletscherforscherin
Smilla Q. Jaspersen, erzählen die Spuren im Schnee etwas
anderes. Zudem wäre der Junge schon auf Grund seiner Höhenangst nie aufs Dach gestiegen, es sei denn, er fürchtete sich
vor jemand. Smilla, deren Liebe zur Mathematik bislang größer
war, als die zu ihren Mitmenschen, beginnt auf eigene Faust
Nachforschungen über Jesajas Tod anzustellen: Sein Vater
starb vor mehreren Jahren während einer Grönlandexpedition,
bei der etwas geschehen sein muss, das die verantwortliche
Forschungsgesellschaft seither zu vertuschen versucht.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Jesajas Tod und dem
seines Vaters? Smilla wird in mörderische Umtriebe verblendeter Naturwissenschaftler verwickelt, bei der sie selbst in
Lebensgefahr gerät: Steht die Forschung im Dienste der Menschheit oder ist der Mensch zum Experimentierfeld der Wissenschaft geworden? Auf der Jagd nach dem Mörder wird sie mit
der eigenen Vergangenheit konfrontiert. Die Suche wird zur
Spurensuche.
Ich bleibe ganz still sitzen. Es ist immer
interessant, Europäer der Stille zu
überlassen. Für sie ist sie eine Leere.
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Antú Romero Nunes
Bühne, Kostüme � � � � � � Matthias Koch
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Johannes Hofmann
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Carmen Wolfram
Zwei ungleiche Brüder, Grafensöhne aus altadeligem Geschlecht. Karl, der ältere, hat sich als Student in Leipzig einem
„Luderleben“ hingegeben. Nun will er reumütig zur Familie
und seiner Verlobten Amalia zurückkehren. Franz, zweitgeborener Sohn und somit nicht in der direkten Erbfolge stehend,
erhebt gegen die „unfaire“ Natur- und Gesellschaftsordnung
Anspruch auf die zukünftige Herrschaft. Er intrigiert gegen
Vater und Bruder. Der leichtgläubige Vater enterbt und verbannt
Karl. Das wirft ihn aus der Bahn. Er lässt sich von seinen
Kumpanen zum Hauptmann ihrer neu gegründeten Räuberbande wählen, um die ungerechte Welt aus dem Hinterhalt zu
bekämpfen.
Jede Generation hat Schillers Stück anders für sich interpretiert,
hat seinen rebellischen Gestus, seine pathetische Sprache
immer neu entdeckt, ihn sich auf dem Theater überraschend
erschlossen. Für den Regisseur Antú Romero Nunes bedeutet
die Auseinandersetzung mit Die Räuber auch heute die Chance,
die Befindlichkeiten der jetzt jungen Generation auszuloten,
ihre Möglichkeiten zu Selbstbestimmtheit und Selbstverwirklichung, aber auch ihren Hang zu Selbstbespiegelung, Selbstverliebtheit und Vereinzelung.
Übernahme aus dem Maxim Gorki Theater Berlin
Es geht in dem Text weniger um Revolution,
als vielmehr um Entgrenzung, um das
Finden und Sprengen der eigenen
Schranken. Und als letzte Beschränkung
bleibt stets der Tod.
Peter Høeg
Antú Romero Nunes
Peter Høeg, 1957 in Kopenhagen geboren,
studiert Schauspiel, Tanz und Literaturwissenschaften. Mit dem Roman Fräulein
Smillas Gespür für Schnee, der auch als
Verfilmung sehr erfolgreich ist, wird er
international berühmt. Sein Weltbestseller
ist ein Wissenschaftskrimi und zugleich
eine subtile Studie über Kolonialismus,
kulturelle Identität und Heimat. Nach zahlreichen Reisen gründet Peter Høeg eine
Stiftung zugunsten von Frauen und Kindern in Entwicklungsländern. Er lebt heute
in der Nähe von Kopenhagen.
Friedrich Schiller, geboren 1759 in Marbach
am Neckar, schreibt mit Die Räuber sein
erstes Drama, in dessen kraftvollem Pathos
und wildem Gestus des Aufbegehrens,
sich der Zorn einer damals jungen Generation über die engen Grenzen gesellschaftlicher Vorschriften und Konventionen im
Deutschland des 18. Jahrhunderts explosiv
Bahn bricht. Bereits die Urauf führung in
Mannheim sorgt für einen handfesten
Skandal und macht den damals 22-jährigen
Autor über Nacht berühmt.
26
Antú Romero Nunes, geboren 1983 in
Tübingen, Studium der Regie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“
in Berlin, das er 2009 mit seiner Diplominszenierung Der Geisterseher nach
Friedrich Schiller am Maxim Gorki Theater
Berlin erfolgreich beendet. Seitdem in szeniert Nunes am Thalia Theater Hamburg,
am Schauspiel Frankfurt, am Schauspielhaus Zürich, am Burgtheater Wien.
2010 – 2013 ist er Hausregisseur am Maxim
Gorki Theater Berlin. In der Kritikerumfrage von „Theater heute“ wird Nunes
zum Nachwuchsregisseur des Jahres 2010
gewählt. 2011 erhält er den Kurt-HübnerRegiepreis. Seine Inszenierung Die Räuber
nach Friedrich Schiller wird in Berlin /
Brandenburg als beste Aufführung des
Jahres 2013 mit dem Friedrich-Luft-Preis
der Berliner Morgenpost prämiert.
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Schauspielhaus
Stuttgarter Premiere 22. November 2013
Der Besuch der
alten Dame
von Friedrich Dürrenmatt
Schauspielhaus
Stuttgarter Premiere 30. November 2013
Der zerbrochne Krug
von Heinrich von Kleist
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Armin Petras
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Olaf Altmann
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Katja Strohschneider
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Thomas Kürstner
Sebastian Vogel
Video � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Niklas Ritter
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Ludwig Haugk
Diese Stadt ist stolz: auf ihre Geschichte, die Baudenkmäler
und darauf, dass durch ein Aufbegehren der Bürger der
Weg zur Demokratie frei wurde. Nur ökonomisch läuft der Laden
nicht: Die Fabriken sind geschlossen, es fehlt an allem.
In dieser Situation zwischen Euphorie und Enttäuschung feiert
man den Besuch eines prominenten Gastes: Clara, die vor
30 Jahren die Stadt als 17-jährige verlassen hat, kehrt in ihre
Heimat zurück. Inzwischen ist sie ein gefeierter Weltstar
geworden. Den erwartungsvollen Bürgern stellt sie ein unglaubliches Geschenk in Aussicht: eine Milliarde, verteilt auf alle.
Doch die Stiftung ist an eine Bedingung geknüpft. Für ihr Geld
will Clara Gerechtigkeit. Der Kaufmann Alfred Ill, der sie damals
geschwängert und dann verlassen hat, soll sterben. Die Bürger
der Stadt werden auf eine harte Probe gestellt: Reicht ihr
Widerstandsgeist, auf den sie so stolz sind, um einer Versuchung,
wie dieser zu widerstehen?
In seiner Bearbeitung wendet Armin Petras Friedrich Dürrenmatts
dramatisches Experiment über die ökonomischen Grenzen
des moralischen Diskurses auf die historische Situation nach der
Wende von 1989 an. Eine Stadt im Konflikt der Werte: Die
Verletzlichkeit des Lebens, die Ungesichertheit der politischen
Kategorien und der Magnetismus des Geldes stehen gegeneinander. Einer wird verlieren.
Eine Koproduktion des Staatsschauspiel Dresden mit dem
Maxim Gorki Theater Berlin
wir haben uns verschuldet. /
wir sind auch nur menschen. /
unsere schulden bezahlen /
müssen wir /
jetzt. /
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Jan Bosse
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Stéphane Laimé
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Kathrin Plath
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Gabriella Bußacker
In Huisum bei Utrecht ist ein Krug in die Brüche gegangen.
Für Frau Marthe Rull scheint alles klar: Bei einem heimlichen
nächtlichen Besuch in der Kammer ihrer Tochter Eve hat
deren Bräutigam Ruprecht den wertvollen Krug zerbrochen.
Gleich am nächsten Morgen erscheint sie mit den Beteiligten
und dem Indiz vor Gericht, wo der Dorfrichter Adam kurzen
Prozess machen soll. Doch: Woher stammen Adams Verletzungen? Wo ist seine Perücke, Zeichen seines Amtes? Wer
war der unerkannte Rivale, den Ruprecht bei Eve überrascht
hat? Warum schweigt sie? Und, was zum Teufel, hat Frau
Brigitte wirklich gesehen? Der Schreiber Licht wartet auf seine
große Chance, Gerichtsrat Walter, der auf seiner Inspektionsreise ausgerechnet in den Gerichtstag gerät, versucht den
drohenden Zerfall des Prozesses aufzuhalten und der Richter
ist auf der Jagd nach sich selbst.
Kleist macht den Zuschauer in diesem Prozess in Echtzeit zum
unmittelbaren Zeugen der Macht der Worte. Sein Motor ist
die Komödie: im Befreiungsschlag durch groteske Überdrehung
der profanen Verhältnisse der „hinfälligen“, fragilen Welt zu
trotzen und sich in ihr zu behaupten.
Adaption einer Produktion des Schauspielhauses Zürich
Für mich ist Kleist der Meister des
Paradoxen. Keiner beschreibt wie er das
Dilemma des Lebens: permanenter
Ausnahmezustand und grundsätzliche
Überforderung. Wahrheit und Lüge.
Verblendung und Erkenntnis. Vertrauen und
Täuschung. Sprechen und Verstummen.
Gerechtigkeit und Amoral. Gesellschaft
und existenzielle Einsamkeit. Macht und
Ohnmacht. Ideal und Wirklichkeit. Traum
und Realität. Glaube und Aberglaube.
Wissen und Trieb. Argumentation und
Affekt. Zufall und Willen. Zivilisation und
Barbarei. Journalist in Der Besuch der alten Dame
Jan Bosse
Heinrich von Kleist gilt als literarischer
Sonderling zwischen Romantik und
Weimarer Klassik. Seine Novellen und
Stücke sind gespeist von den Erfahrungen
des Krieges und vom lebenslangen
Konflikt mit der Obrigkeit; ihre Themen
weisen weit über ihre Zeit hinaus. Geboren
im Jahr 1777 beendet Kleist sein ruheloses
Leben 1811: als seine damalige engste,
unheilbar kranke Freundin ihn bittet, sie zu
erschießen, geht er mit ihr in den Tod.
Friedrich Dürrenmatt geboren 1921 als
Sohn eines Pfarrers, studiert Philosophie in
Bern und Zürich und lebt als Dramatiker,
Erzähler, Essayist, Zeichner und Maler in
Neuchâtel, wo er 1990 stirbt. Die Urauf führung von Der Besuch der alten Dame findet
1956 am Schauspielhaus in Zürich statt.
Die Tragikomödie ist eines von Dürrenmatts
berühmtesten und meistgespielten
Stücken und wurde mehrfach verfilmt.
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29
Nord
Premiere 4. Dezember 2013
Schauspielhaus
Liebe Kannibalen
Godard
von Thomas Jonigk
nach dem Film Week-end
von Jean-Luc Godard
Reigen
von Arthur Schnitzler
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Niklas Ritter
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Bernd Schneider
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Ines Burisch
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Tilman Ritter
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Verena Elisabet Eitel
Katrin Spira
Es ist nur ein kleiner Schritt von der gepflegten Fahrt ins
Wochenende zum barbarischen Alptraum. Corinne und Roland –
ein gutaussehendes, betuchtes, wenn auch nicht mehr ganz
frisch verliebtes Paar – starten mit ihrem Wagen eine Fahrt ins
Blaue. Es geht von der Stadt aufs Land. Corinnes Vater liegt
dort im Sterben – und sie können es gar nicht erwarten endlich
an dessen Millionen zu kommen.
Doch aus der beschwingten Landpartie wird ein makabrer
Horrortrip: Endlose Autostaus, Wegelagerer, die vorgeben,
Gott zu sein, Menschen am Rande der Zurechnungsfähigkeit,
marodierende Philosophen, Scheintote und eine verkleidete
Kannibalenbande. „Week-end“: das „Wochen-Ende“ hat
begonnen! Und Corinne und Roland sind mitten drin in der
Apokalypse der bürgerlichen Welt.
Jean-Luc Godards Film Week-end, der in einer Bearbeitung von
Thomas Jonigk auf die Stuttgarter Bühne kommt, kam 1967
in die französischen, ein Jahr später in die deutschen Kinos und
gilt gleichzeitig als Antifilm wie als eines von Godards ambitioniertesten Werke. Die Radikalität Godards wird in der
berühmten Einblendung zum Schluss des Films auf den Punkt
gebracht. „Die Analyse. Ende der Geschichte. Ende des Kinos.“
Niklas Ritter, geboren 1972 in Berlin,
Studium am Deutschen Literaturinstitut
in Leipzig, Regieassistenz am Südthüringischen Staatstheater in Meiningen, danach Arbeit als freier Regisseur
und Videokünstler, viele Jahre auch
an der Seite von Armin Petras (u. a. in
Stuttgart für Ich werde hier sein im
Sonnenschein und im Schatten). Am
Maxim Gorki Theater inszeniert er Der
Mann ohne Vergangenheit, Westwärts
und Die Reise. Von 2011 – 2013 ist er
Leitender Regisseur am Anhaltischen
Theater in Dessau, wo er u. a. Hamlet,
Peer Gynt, Wer hat Angst vor Virginia
Woolf und Der Kirschgarten inszeniert.
Darüber hinaus arbeitet er kontinuierlich am Hans Otto Theater in Potsdam
und am Theater Bonn, wo er zuletzt
bei Leben des Galilei und Die Räuber
Regie führte.
Premiere 14. Dezember 2013
Ein Paar, wie es das vermutlich nur in
Frankreich gibt. Oder vielleicht auch nur auf
Schwarzweißpostern in irgendwelchen
Badezimmern oder am Ende eines langen,
studentischen Flurs: Er immer ne Zigarette
im Mundwinkel, und sie immer schön.
Ob sie in der Badewanne liegt, oder ob sie,
unterwegs im Cabriolet durch die französische Provinz nach durchfahrener Nacht,
gerade die Mutter ermordet hat. Ideale
Voraussetzungen eigentlich für eine große
Romanze. Wenn den beiden da nicht
irgendwo die Liebe abhanden gekommen
wäre. Überhaupt scheint das genau
das Problem einer übersättigten, imperialistischen Luxusgesellschaft zu sein, die am
Ende nur eine Lösung parat hat, nämlich
die, sich gegenseitig aufzuessen.
Eine Art „Apocalypse Now“ im bürgerlichen
Frankreich der sechziger Jahre, entstanden
im Angesicht eines Vietnamkrieges, der
sehr weit weg und doch so nah ist. Eine
wunderbare, skurrile Geschichte. Ein Abenteuer für die Bühne.
Jean-Luc Godard, geboren 1930 in Paris,
beginnt eine Karriere als Filmkritiker
in den 50er Jahren für das berühmte
französische Magazin Cahiers du
cinéma. 1960 wird er mit dem Film
Außer Atem als Regisseur der Nouvelle
Vague berühmt und gehört in den
1960er Jahren zu den einflussreichsten
Regisseuren überhaupt. Godard prägte
einen dem Hollywood-Kino entgegen
gesetzten freien, collagenhaften,
experimentellen Stil. Bis heute ist er
filmisch aktiv, für sein Werk wurde er
mehrfach ausgezeichnet.
Niklas Ritter
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Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Bastian Kraft
Bühne, Video � � � � � � � � � � � Peter Baur
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Dagmar Bald
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Björn Deigner
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Carmen Wolfram
Kein Sex ohne Theater. In zehn Dialogen, in deren Mittelpunkt
jeweils ein Paar steht, schildert das Stück die „unerbittliche
Mechanik des Beischlafs“, die Macht des Eros. Zur Gliederung
greift Schnitzler auf die Form eines Liebesreigens zurück,
in dem ein Tänzer an den nächsten „weitergereicht“ wird.
Der Partnertausch wird zum formalen Prinzip. Es entfaltet
sich ein gesellschaftlicher Kosmos, der quer durch alle Klassen,
Schichten und Rollenkonstellationen reicht – von der Dirne
zum Soldaten, vom Soldaten zum Stubenmädchen, vom Stubenmädchen zum jungen Herrn, von diesem zur Ehefrau usw.
Alle Paare in eindeutiger Situation: der angewandten Liebe – vor
und nach dem Beischlaf.
Arthur Schnitzler (1862 –1931) gilt als
einer der bedeutendsten Vertreter der
Wiener Moderne. Die Uraufführung
seines Stückes Reigen 1920 am Kleinen
Schauspielhaus in Berlin löst einen
der größten Theaterskandale des
20. Jahrhunderts aus und führt zum
sogenannten „Reigen Prozess“, nach
dem Schnitzler selbst ein Aufführungsverbot für sein Werk verhängt, das
von seinem Sohn noch bis zum
1. Januar 1982 aufrechterhalten wird.
Ich frage mich: Wie funktioniert Begehren?
Und wie verhalten sich Rollenspiel und
Sexualität zueinander? Diese zehn Dialoge zeigen sehr präzise, wie theatral der
Weg zum Geschlechtsakt fast immer
verläuft, welch komplexe Kabinettstücke
die Menschen sich gegenseitig vorführen,
wenn sie miteinander ins Bett wollen.
Geschlechtstrieb und Kultur prallen aufeinander, und irgendwo im Spannungsfeld
zwischen Kreatürlichem und sozialer Rolle
entsteht Erotik. Schauen wir zwei Schauspielern und zehn Figuren einen Abend
lang dabei zu, wie sie sich in diesem Zwischenraum umkreisen.
Bastian Kraft, 1980 in Göppingen
geboren, studiert Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Während
des Studiums entstehen erste eigene
Inszenierungen. 2007 wird er als Regieassistent am Burgtheater engagiert,
wo er 2008 den Abend schöner lügen.
Hochstapler bekennen und 2010 Oscar
Wildes Dorian Gray inszeniert. Mit
seiner Inszenierung von Franz Kafkas
Amerika am Hamburger Thalia Theater
gewinnt er beim Festival „Radikal jung!“
des Münchner Volkstheaters den
Publikumspreis und den Kritikerpreis.
Es folgen Arbeiten u. a. am Schauspiel
Frankfurt, Münchner Volkstheater,
am Deutschen Theater Berlin, am
Schauspielhaus Zürich und am Thalia
Theater Hamburg.
Bastian Kraft
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Nord
Uraufführung 18. Dezember 2013
Fahrerflucht / Fluchtfahrer
von Alfred Andersch /
von Philipp Löhle
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Dominic Friedel
Bühne, Kostüme � � � � � � Karoline Bierner
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Bernd Isele
Ein Unfall auf dem Autobahnzubringer Stuttgart Nord wird zur
tragischen Begegnung dreier Menschen: das Unfallopfer, eine
junge Frau, erliegt ihren Verletzungen, während der krebskranke Fahrer – gedeckt von einem Tankwart – das Weite sucht,
um die letzten Monate seines Lebens in Freiheit verbringen zu
können. Alfred Andersch schuf aus dieser Konstellation einen
Klassiker moderner Hörspielliteratur. In drei verschränkten
Lebensbeichten spiegelt er das Individuelle ins Politische.
Die Figuren erzählen von sich, aber auch von der Befindlichkeit
einer deutschen Nachkriegsgeneration: von der lähmenden
Angst vor Autoritäten, vom trügerischen Glück des Profits,
von politischer Schuld und der Hoffnung auf einen Neubeginn.
Genau 55 Jahre nach der Erstausstrahlung des Hörspiels wird
der Text an seinem Ursprungsort Stuttgart zum Ausgangspunkt
einer besonderen Begegnung: der in Ravensburg geborene
und in Baden-Baden aufgewachsene Theaterautor Philipp Löhle
wird die Themen des Hörspiels um ein neues Theaterstück
ergänzen: Schuld und Moral, gestern und heute, zwei Stücke,
ein Abend.
Kaum zehn Jahre nachdem in dem Land
scheinbar alles auf Null gesetzt wurde,
sind drei Menschen schon wieder auf der
Flucht; vor sich selbst, der Geschichte und
den zu engen Verhältnissen. Ziele dieser
jeweiligen Flucht sind die Einsamkeit einer
kleinen Tankstelle, ein großes Fenster
über den Dächern der Stadt und die
Freiheit der Prärie in Kentucky. Am Ende
liegt eine junge Frau tot im Straßengraben
nördlich von Stuttgart – und Alfred
Andersch fragt, was ist richtig und was ist
falsch. Er fragt das enttäuscht vom nur
scheinbaren Neubeginn und auch mit Wut,
aber ganz ohne Zynismus.
Alfred Andersch, geboren 1914 in München,
gilt als wichtiger Impulsgeber und Netzwerker der deutschen Nachkriegsliteratur.
Die Flucht in die persönliche Freiheit
ist sein Lebensthema: 1944 desertiert er
in Italien aus der Hitler-Armee. Nach seiner
Kriegsgefangenschaft beteiligt er sich
als Autor, Herausgeber, Radiomacher und
Mitglied der Literatenvereinigung Gruppe
47 mit großer politischer Leidenschaft
am Aufbau eines demokratischen Staats.
Nach mehreren Jahren als Leiter der
legendären Stuttgarter Radio Essay-Redaktion erfolgt der zweite Rückzug: ab 1958
lebt Andersch im Tessin. Er stirbt im Jahr
1980.
Philipp Löhle, geboren 1978, arbeitet
als Regisseur und Theaterautor. Für seine
Stücke wird er mehrfach ausgezeichnet
u. a. mit dem Förderpreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, mit
dem Jurypreis des Heidelberger Stückemarkts und mit dem Publikumspreis
der Mühlheimer Theatertage. Er war
Hausautor am Maxim Gorki Theater Berlin,
am Nationaltheater Mannheim und am
Staatstheater Mainz, wo er auch selbst
Regie führt.
Dominic Friedel
Dominic Friedel wird 1980 in Ansbach
geboren. Von 2007 bis 2011 ist er als
Regieassistent am Maxim Gorki Theater
engagiert, wo er auch zahlreiche eigene
Regiearbeiten realisiert. Er inszeniert
in Bonn, Bern und – als Hausregisseur –
am Nationaltheater Mannheim. Mit dem
Autor Philipp Löhle verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit. Die von ihm
inszenierte Uraufführung von Philipp Löhles
Stück Die Überflüssigen wird 2011 zum
Heidelberger Stückemarkt eingeladen.
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Kammertheater
Uraufführung 11. Januar 2014
Doppelgänger
Musiktheater nach Texten
von E.T. A. Hoffmann
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � David Marton
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Christian Friedländer
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Anna Haas
Annika Stadler
Der Regisseur David Marton hat in den letzten Jahren gemeinsam mit Sängern, Musikern und Schauspielern eine ganz
eigene Form des Musiktheaters jenseits aller Gattungsgrenzen
entwickelt. Das Thema seiner neuen Stuttgarter Arbeit folgt
dem Phänomen des Doppelgängers, einem der zentralen
Motive der deutschen Romantik, in seinen vielfältigen
Abstufungen und Ausformungen, die von der „unheimlichen
Ähnlichkeit“ zu einer anderen Person bis zu Ich-Spaltungen und
Verdopplungen einer einzelnen Persönlichkeit reichen. Doppelgänger stehen sinnbildlich für die Angst vor innerer Spaltung,
den Abgründen der eigenen Persönlichkeit. „Ich bin das,
was ich scheine, und scheine das nicht, was ich bin, mir selbst
ein unerklärlich Rätsel, bin ich entzweit mit meinem Ich!“
(E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels) Zentrale Figuren,
von deren Themen und Motiven Martons Untersuchung ausgeht,
sind die Romantiker Robert Schumann und E.T.A. Hoffmann.
In ihren Werken entdeckt David Marton auch Doppelgänger
unserer Gegenwart und begibt sich auf die Suche nach dem
Verdrängten und Unheimlichen unserer Zeit und ihren Erscheinungen. Er zeichnet das musikalische Psychogramm einer
inneren Spaltung und entwirft ein Labyrinth der unauflösbaren
seelischen Widersprüche, Spiegelungen, Gegenstimmen,
Verschiebungen, Transformationen, Gleichzeitigkeiten – eine
neue Partitur aus geschriebenen Werken, Klängen und Motiven
der Romantik.
Am stärksten erscheint die DoppelgängerThematik im Schaffen von E.T. A. Hoffmann,
dessen gesamtes Lebenswerk entlang
dieser inneren Spaltung entstand. Seine
tabulose Beschreibung des gespaltenen
menschlichen Geistes gibt die Grundinspiration für dieses Projekt vor. Hoffmanns
Welt hebt die sichere Trennung von
Realität und Wahnsinn auf, die Wirklichkeit
ist nur noch eine mögliche, aber keine
endgültige Erscheinung mehr. Hoffmann
entwirft ein genaues Abbild der menschlichen Angst vor dem eigenen Ich, dem
Unbekannten, dem Unkontrollierbaren im
eigenen Kopf.
David Marton, geboren 1975 in Budapest,
studiert zunächst Klavier an der Franz
Liszt Musikakademie Budapest und an der
Universität der Künste Berlin und anschließend Dirigieren und Musiktheaterregie
an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“
in Berlin. Seine Theaterarbeit beginnt
er als Pianist (Bühnenmusik, musikalische
Leitung) bei Regisseuren wie Matthias
Matschke, Árpád Schilling, Christoph
Marthaler und Frank Castorf. Seit 2004 führt
er Regie, u. a. in den Sophiensaelen Berlin,
am Wiener Burgtheater, der Volksbühne
Berlin, dem Königlichen Schauspielhaus in
Kopenhagen, dem Thalia Theater Hamburg,
der Schaubühne Berlin und an der Oper
in Lyon. Für seine Inszenierungen von Lulu
nach Alban Berg und Frank Wedekind am
Staatstheater Hannover und Don Giovanni.
Keine Pause in den Sophiensaelen
wählt ihn die Zeitschrift Deutsche Bühne
zum Opernregisseur des Jahres 2009.
David Marton
67
Schauspielhaus
Premiere 19. Januar 2014
Ronja Räubertochter
nach dem Kinderbuch
von Astrid Lindgren
„Ronja, dein Kinderleben beginnt großartig“, sagt Ronjas Mutter
Lovis. Ein Blitz hat in der Stunde von Ronjas Geburt die uralte
Mattisburg entzwei geborsten und einen Höllenschlund zwischen beiden Burgteilen hinterlassen. Mattis, Ronjas Vater und
Räuberhauptmann, ist verärgert, lässt sich aber im nächsten
Moment von seiner kleinen Tochter verzaubern. Ronja wächst
heran, beginnt alles zu erforschen – und merkt bald, dass
es noch mehr auf der Welt gibt als die Mattisburg. Endlich darf
sie hinaus in den Wald! Sie übt, furchtlos zu sein, und ist darin
richtig gut.
Als eines Tages Birk auf der anderen Seite des Höllenschlundes sitzt, kommt alles anders als sich Räuber Mattis das Leben
seiner Tochter vorgestellt hat: Birk ist der Sohn des verfeindeten Räuberhauptmanns Borka. Dennoch werden die beiden
Kinder Freunde. Mutig und stark setzen sie sich über den
Bandenkrieg hinweg und halten fest zusammen. Das stellt die
Eltern vor eine Zerreißprobe …
Zwei Kinder entdecken die neue Welt
einer großen Freundschaft und stellen mit
Neugier und Unbefangenheit die großen
Fragen an das Leben und die scheinbar
unüberwindbaren Vorurteile. Ronja
Räubertochter zu erzählen, bedeutet für
mich, denjenigen eine Stimme zu geben,
die mit der Lust ausgestattet sind,
ohne Bewertungen auf ihr Gegenüber
zuzugehen und die Gesetzmäßigkeiten
des Erlernten zu hinterfragen.
Astrid Lindgren wird 1907 in der Nähe von
Vimmerby, im schwedischen Småland,
geboren. Ronja Räubertochter erscheint
1981 als ihr letztes Buch. Neben Ronja hat
sie viele andere bekannte Kinderbuchfiguren geschaffen, wie Pippi Langstrumpf,
Michel aus Lönneberga, die Kinder aus
Bullerbü oder die Brüder Löwenherz. Für
ihr Werk wird sie mehrfach ausgezeichnet,
u. a. mit dem Friedenspreis des Deutschen
Buchhandels und dem Alternativen
Nobelpreis. Sie stirbt 2002 in Stockholm.
Stuttgarter Premiere 23. Januar 2014
Iphigenie auf Tauris
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Robert Neumann
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Natascha von Steiger
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Maria Anderski
Choreografie� � � � � � � � � � � � Clébio Oliveira
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Matthias Flake
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Katrin Spira
Familienstück für alle ab 8 Jahren
Kammertheater
von Johann Wolfgang
von Goethe
Iphigenie auf Tauris geteilt durch zwei: Franziska Walser und
Edgar Selge erkunden gemeinsam Goethes Version des
antiken Mythos. Sie schlüpft in die Rolle der Iphigenie, er spielt
den Anderen – mal Iphigenies Bruder Orest, mal dessen
Freund Pylades, den König der Taurer, mal Thoas oder dessen
Vertrauten Arkas. Die Annäherung an das Stück, an die Figuren
und die Sprache, ist ein Prozess, der sich vor den Augen des
Publikums vollzieht. Im Zentrum steht der Dialog, die radikale
Auseinandersetzung, aus der Iphigenie ihr Gegenüber nicht
entlässt. In der Konfrontation formuliert sie ihren Anspruch auf
Selbstbestimmung und Akzeptanz – ein Anspruch, der das
männliche Selbstverständnis in Frage stellt und ein Umdenken
einfordert. Die Inszenierung, die bei den Ruhrfestspielen 2011
ihre Premiere feierte, entstand unter – für das Stadttheater –
ungewöhnlichen Produktionsbedingungen: als Arbeit im
Kollektiv. Die Inszenierung von Iphigenie auf Tauris ist bewusst
als Arbeit im Kollektiv entstanden – mit allen Chancen und
produktiven Auseinandersetzungen, die diese Produktionsform
mit sich bringt. Neben der Schauspielerin Franziska Walser
und dem Schauspieler Edgar Selge haben die beiden Bühnenund Kostümbildner Peter Baur und Falko Herold, sowie
die Dramaturgin Sibylle Dudek an der Entstehung des Abends
mitgewirkt.
Robert Neumann
Robert Neumann, geboren 1978, beginnt
seine Theaterkarriere als Regieassistent
und Hospitant am LTT in Tübingen, u. a.
bei Hasko Weber und absolviert danach
ein Schauspielstudium an der Hochschule
für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin.
Es folgen Engagements als Schauspieler
am Deutschen Theater Berlin, Theater
Magdeburg, Staatstheater Braunschweig
und am Grips Theater Berlin. Seit 2010
arbeitet er zudem als Regisseur, zuletzt
inszenierte er am Grips Theater Berlin Die
besseren Wälder wofür er als bester
Nachwuchsregisseur nominiert wurde
(„Theater heute“).
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)
begann 1779 in kürzester Zeit, eine erste
Fassung der Iphigenie zu schreiben,
zwei Jahre später schrieb er eine Prosafassung des Stoffes, um schließlich
während seiner Italienreise 1786/87 das
heute bekannte Versdrama Iphigenie auf
Tauris fertig zu stellen. Der Stoff stammt
aus der griechischen Mythologiegeschichte und wurde mehrfach bearbeit.
68
Ein Abend von � � � � � � � � � Peter Baur
Sibylle Dudek
Falko Herold
Edgar Selge
Franziska Walser
Bühne, Kostüme,
Video � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Peter Baur
Falko Herold
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Sibylle Dudek
Eine Koproduktion des Maxim Gorki Theaters Berlin
mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
Wir haben ohne Regisseur
und gleichberechtigt gearbeitet – in einem Team von
Fünf. Natürlich ist da die
Entscheidungsfindung eine
Herausforderung, gleichzeitig haben wir während des
Probenprozesses gespürt,
wie der Inhalt des Stücks mit
der Probensituation korreliert: Iphigenie braucht die
Auseinandersetzung mit den
anderen. Sie gelangt im Dialog zu einem eigenen Standpunkt. Vorgefertigte Botschaften gibt es bei ihr nicht.
Franziska Walser
69
Die große männliche Gegenfigur zur Iphigenie fehlt
im Stück. Die vier Männer,
mit denen Iphigenie konfrontiert wird, haben kein Gespür
und im Grunde auch kein
Interesse für Iphigenies Problematik, weil sie die grundsätzliche Frage der Legitimation ihres Machtanspruchs
gar nicht stellen. Aus diesem
Selbstverständnis heraus
gibt es immer nur ein
Entweder-Oder – entweder
du bist auf meiner Seite
oder auf der meines Feindes.
Iphigenie aber widersetzt
sich dieser Logik radikal.
Edgar Selge
Schauspielhaus
Stuttgarter Premiere 31. Januar 2014
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Armin Petras
Bühne, Video � � � � � � � � � � � Carsten Nicolai
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Karoline Bierner
Musikalische
Leitung � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Thomas Kürstner
Sebastian Vogel
Videomitarbeit � � � � � � � � � Rebecca Riedel
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Ole Georg Graf
Carmen Wolfram
Galileo Galilei war eine Ikone der empirischen Naturwissenschaft und gleichzeitig ein geschäftstüchtiger Wissenschaftspolitiker, der Gestirne nach seinen wohlhabenden Förderern
benannte. Er hat das Teleskop zwar nicht erfunden, aber
es als erster Mensch auf den Sternenhimmel gerichtet. Von
dem Moment war es möglich, die Erde als bewegten Planeten
zu sehen. Eine neue Perspektive, die im Widerspruch zur
kirchlichen Doktrin – dem ptolemäischen Weltbild mit der Erde
im Zentrum – stand. Die Inquisition setzte die neue – kopernikanische – Lehre auf den Index und Galilei wurde zum
Schweigen verurteilt. Infolge der Thronbesteigung eines neuen
Papstes, der selbst Wissenschaftler war, nahm Galilei seine
Untersuchungen auf den verbotenen Feldern wieder auf. Nun
griff man zu anderen Mitteln: Die Inquisition beorderte ihn nach
Rom und zeigte ihm ihre Instrumente. Galilei widerrief seine
Lehre von der Bewegung der Erde. Unter Hausarrest gestellt,
als Gefangener, lebte er bis zu seinem Tod in einem Landhaus
bei Florenz.
Eine Koproduktion des Staatsschauspiels Dresden
mit dem Maxim Gorki Theater Berlin
Das Weltall aber hat über Nacht seinen
Mittelpunkt verloren, und am Morgen hatte
es deren unzählige. So dass jetzt jeder
als Mittelpunkt angesehen wird und keiner.
Bertolt Brecht
Bertolt Brecht (1898 – 1956) wird in
Augsburg geboren. 1917 erscheinen erste
Veröffentlichungen in diversen Zeitschriften. 1922 kommt Brecht zum ersten
Mal nach Berlin, im gleichen Jahr wird
Trommeln in der Nacht an den Münchner
Kammerspielen uraufgeführt. Ab 1924
entstehen u. a. die Werke Aufstieg und Fall
der Stadt Mahagonny, Die Dreigroschen­
oper und Die heilige Johanna der Schlacht­
höfe. 1930 arbeitet er das erste Mal mit
Hanns Eisler zusammen, der Die Maß­
nahme komponiert. Im Frühjahr 1933 flieht
Brecht nach Dänemark. Hier schreibt er
u. a. die erste Fassung von Leben des
Galilei. Dreimal nahm Bertolt Brecht sich
diesen Stoff neu vor – stets sind diese
Bearbeitungen auch eine Reaktion auf die
sich verändernde Funktion von Forschung
und Wissenschaft in der Gesellschaft:
1938 im dänischen und schwedischen Exil,
1947 nach intensiver Zusammenarbeit
mit dem Schauspieler Charles Laughton
in Kalifornien in einer englischsprachigen
Version und 1955 in Berlin. Während der
Proben zu Leben des Galilei am Berliner
Ensemble stirbt Brecht 1956.
Uraufführung 7. Februar 2014
Schulden.
Die ersten 5.000 Jahre
Leben des Galilei
von Bertolt Brecht
Musik von Hanns Eisler
Nord
nach dem Sachbuch von
David Graeber
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Andreas Liebmann
Bühne, Kostüme � � � � � � Mai Gogishvili
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Bernd Isele
Tilman Neuffer
Von den vorantiken Gesellschaften über das Mittelalter bis hin
zu den Bürgerprotesten der jüngeren Vergangenheit waren
es Schuldenberge, die Menschen in die Unterdrückung und in
die Revolte trieben. David Graeber, einer der Vordenker der
Occupy-Bewegung, hat dieser wechselvollen Geschichte aus
Überschuldung und Empörung ein Buch gewidmet, das radikal
mit der Scheinmoral des Börsenkapitalismus bricht. In einem
weiten historischen Bogen sondiert es die Wurzeln und Schauplätze unseres Finanzsystems: die Silberminen der Antike,
die Goldkeller der Federal Reserve, die Schlachtfelder der Rohstoffkriege und die Irrgärten der internationalen Währungsbürokratie. An all diesen Orten kommen Zeugen zu Wort: Banker,
Kriegsherrn, Pharaonen, Historiker, Bürgerrechtler, Opfer,
Täter, Profiteure. Sie alle berichten vom System einer Schuldenwirtschaft, das angesichts schwindender Ressourcen und
wachsender Ungleichheit weltweit vor seinem Kollaps steht.
In Koproduktion mit dem Theater Freiburg und der Staatlichen
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart
Graeber zerlegt auf 400 Seiten unhinterfragte Vorstellungen von Schuld und
Schulden und zeigt, was Schulden bedeuten könnten: der Kitt des Zusammenlebens.
Was Schulden geschichtlich aber auch
bedeuten, und das hätte mich nicht überraschen müssen: Gewalt, Entmenschlichung, Sklaverei. Als ich Graebers Buch
las, ergriff mich unmittelbar seine Verbindung von akribischer Recherche mit
großspuriger Behauptung. Der großangelegte Wurf hat epische Aspekte. Deswegen
muss er auf die Bühne.
David Graebers Buch Schulden erschien 2011 in New York und
stieß auch in Deutschland auf große Resonanz. In Stuttgart
wird das „Sachbuch des Jahres“ zum Ausgangspunkt einer
besonderen Koproduktion: der Regisseur, Performer und Autor
Andreas Liebmann bringt den Stoff in einer mit Schauspielstudenten und dem Theater Freiburg gemeinsam realisierten
Projektarbeit auf die Bühne.
Andreas Liebmann
Andreas Liebmann, geboren in Zürich,
arbeitet als Autor, Performer und Regisseur
an Stadttheatern und in der freien Szene.
Seine Arbeiten wurden u. a. am HAU Berlin,
an der Gessnerallee Zürich, beim Südpol
Luzern und am FFT Düsseldorf gezeigt.
Seine Texte wurden am Schauspielhaus
Zürich, am Burgtheater Wien und am
Theater Freiburg aufgeführt. Schulden ist
seine erste Zusammenarbeit mit dem
Schauspiel Stuttgart und den Stuttgarter
Schauspielstudenten.
David Graeber, geboren 1961, ist Professor
für Anthropologie und ein Popstar der
Kapitalismuskritik. Er ist bekennender
Anarchist und Aktivist. Bis 2005 unterrichtete er in Yale, wo sein Vertrag trotz großer
Solidaritätsaktionen nicht verlängert
wurde; seither forscht und lehrt er an der
University of London.
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Schauspielhaus
Premiere 22. Februar 2014
Nord
Premiere 28. Februar 2014
Das kalte Herz
nach der Erzählung von
Wilhelm Hauff
Zerbombt
von Sarah Kane
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Armin Petras
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Olaf Altmann
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Katja Strohschneider
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Miles Perkin
Choreografie� � � � � � � � � � � � Berit Jentzsch
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Jan Hein
„Wer durch Schwaben reist, der sollte nie vergessen, auch ein
wenig in den Schwarzwald hineinzuschauen“ – so beginnt
die wechselvolle Geschichte von Peter Munk, genannt Kohlenmunkpeter. Seine Arbeit als Köhler scheint ihm schmutzig,
anstrengend, schlecht bezahlt und wenig respektiert.
Den Glasleuten, Flözern und Uhrenmachern geht es viel besser.
Unzufrieden damit und verzweifelt über seinen Stand, träumt er
von Geld und Ansehen. „So geht es nicht mehr weiter“, sagte
Peter eines Tages schmerzlich betrübt zu sich; denn tags zuvor
war Feiertag gewesen und alles Volk in der Schenke; „wenn
ich nicht bald auf den grünen Zeig komme, so tu’ ich mir etwas
zuleid; wär’ ich doch nur so angesehen und reich, wie der dicke
Ezechiel, oder so berühmt, und könnte den Musikanten Taler
statt Kreuzer zuwerfen, wie der Tanzbodenkönig! Wo nur der
Bursche das Geld her hat?“ Peter sucht sein Glück zuerst
beim Glasmännlein, dann wendet er sich an den dämonischen
Holländer-Michel und geht mit ihm einen Pakt ein: Er tauscht
sein Herz gegen einen kalten Stein und erhält im Gegenzug
unendlich viel Geld. Doch an nichts kann er sich mehr erfreuen,
seine Gefühle ersterben.
Wilhelm Hauff erzählt über Armut und Elend, Reichtum und
Ansehen, die verzweifelte Suche nach dem Glück und den Tod
des Herzens, seine Erstarrung, seine Entwertung, seine
Ersetzung durchs Geld.
Was machen Einsamkeit und Ausgrenzung
aus einem Menschen? Was passiert,
wenn er zu Geld kommt? Wieviel Heimat
steckt in uns? Wieviel Wald und wieviel
Autobahn?
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � David Bösch
Im Jahr 1995 gelang einer jungen britischen Autorin am
Londoner Royal Court Theatre ein spektakuläres Debüt. Sarah
Kane war damals 23 Jahre alt, ihr Stück Blasted, auf deutsch
Zerbombt, war ein umstrittenes Großereignis und wurde schon
Monate später auf Bühnen in halb Europa gespielt. Entlang der
Gräuelbilder heutiger Kriege und mit der Wucht einer griechischen Tragödie kreist das Stück um die Begegnung dreier,
vom Leben überforderter Menschen. Alle drei, der Journalist Ian,
seine ehemalige Geliebte Cate und ein namenloser Soldat
stehen am Rand ihrer Existenz – dort, wo das Leben endet und
die Einsamkeit, die Selbstaufgabe und das Sterben beginnt.
Sie füttern, erniedrigen, lieben, quälen und töten sich – und
spiegeln in ihrer harten und präzisen Sprache das ins Extrem
gesteigerte Seelenleben einer beschädigten Generation.
Indem sie die scheinbar private Situation einer Zweierbeziehung
an ihre äußersten Ränder treiben, werden sie zu Stellvertretern
einer um Krieg und Gewalt kreisenden Gesellschaft.
Die Dunkelheit der Nacht. Manchmal,
wenn alle, wirklich alle schlafen, verdunkelt
sich die Welt noch einmal um 327,43 Prozent. Eines Nachts war Mrs. Kane wohl
wieder mal schlaflos, oder wachte auf und
wollte zum Kühlschrank. Da sah sie diese
Dunkelheit. Und da sie schon mal wach
war, begann sie zu schreiben. Und hat ihr
schmales Werk vollendet. Als sie alles
aufgeschrieben hatte, legte sie sich wieder
schlafen. Ins Bett oder in den Kühlschrank
war da auch schon egal.
Eines dieser Werke ist Zerbombt. Ein well
made play über drei Menschen. Selten
genug im Theater. Und wenn es nicht ein
verbotenes Wort wäre, könnte man es fast
becketthaft nennen. Mit seinem grausigen
Humor und seiner zarten Verzweiflung.
Armin Petras
Sarah Kane wird im Jahr 1971 in der Grafschaft Essex geboren. Bereits mit der
Uraufführung ihres Erstlings im Jahr 1995
wurde sie in England zur Skandalautorin
und europaweit zur Schmerzens-Ikone der
neuen britischen Dramatik. Es folgen
eigene Regiearbeiten und – in schneller
Folge – vier weitere Theaterstücke. Noch
bevor der letzte Text uraufgeführt wird,
nimmt die unter depressiven Schüben
leidende Autorin sich am 20. Februar 1999
das Leben.
Wilhelm Hauff wird 1802 in Stuttgart
geboren, 1809 Tod des Vaters, Umzug nach
Tübingen zu seinem Großvater. Mit
fünfzehn besteht er das württembergische
Landesexamen, kostenfreier Besuch
der Evangelischen Seminarschule im
ehemaligen Kloster Blaubeuren, Studium
der Theologie und Philosophie am
Evangelischen Stift in Tübingen. 1824 Abschluss des Studiums, Hauslehrer des
württembergischen Kriegsministers Ernst
Eugen Freiherr von Hügel in Stuttgart.
1825 und 1826 erscheinen seine drei
Märchenalmanache. Das kalte Herz ist Teil
der Sammlung Das Wirtshaus im Spessart.
Er stirbt 1827 mit 25 Jahren an einem
Nervenfieber.
David Bösch
David Bösch, geboren 1978, zählt zu den
gefragtesten Regisseuren seiner Generation. Er war Hausregisseur am Schauspiel
Essen und am Schauspielhaus Bochum
und arbeitete als Gast am Schauspielhaus
Zürich, am Hamburger Thalia Theater,
am Deutschen Theater Berlin und zuletzt
regelmäßig am Wiener Burgtheater,
wo er ab der neuen Spielzeit Hausregisseur
ist. Darüber hinaus inszeniert er Opern,
etwa an der Oper Frankfurt, an der
Bayerischen Staatsoper, der Opéra de Lyon
und am Theater Basel.
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Nord
Premiere 15. März 2014
von Albert Camus
Regie, Bühne � � � � � � � � � � � Krzysztof
Garbaczewski
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Svenja Gassen
Video � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Robert Mleczko
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Julia Marcell
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Anna Haas
Mit freundlicher Unterstützung des Polnischen Instituts
Düsseldorf
Caligula ist die Tragödie der intimsten
Erfahrung, die ein Mensch durchleben
kann. Im Mittelpunkt steht die animalische
Angst, die nicht nur aus der Ahnung eines
drohenden Verlustes entsteht, sondern
auch aus der kosmischen Erkenntnis, dass
angesichts der Endlichkeit der Dinge alles
sinnlos ist. Jede Beziehung, die wir haben,
ist eine Illusion, eine Lüge, die wir durch
das Schaffen von Kultur zu verbergen
suchen. Caligula lebt in einer glücklichen
inzestuösen Beziehung. Eines Tages blickt
einer der Geschwister in den Spiegel und
kann kein Spiegelbild mehr erkennen.
Vielleicht ist das Denken die letzte Freude
der Menschheit?
Albert Camus, geboren 1913 bei Annaba/
Algerien, stirbt 1960 bei einem Autounfall
nahe Paris. Caligula, sein erstes Theaterstück, schreibt er 1938. Die Uraufführung
findet 1945 im Théâtre Hébertot in Paris
statt. Bereits 1942 erscheint sein Roman
Der Fremde und der Essay Der Mythos von
Sisyphos, die Camus’ literarischen Ruhm
begründeten. Zu seinen Haupt werken
gehören neben seinen Theaterstücken
Die Pest (Roman, 1947), Der Mensch in der
Revolte (Essays, 1951) und Der Fall (Roman,
1956). 1957 wird ihm der Nobelpreis für
Literatur verliehen.
Krzysztof Garbaczewski, geboren 1983,
studiert in Krakau bei Krystian Lupa Regie.
Seine Arbeiten sind bei fast allen wichtigen polnischen Theaterfestivals vertreten.
Mit Odyseja nach Homer gewinnt er
2010 beim internationalen Theaterfestival
Boska Komedia in Krakau den ersten Preis
als bester Regisseur, 2012 mit Iwona für
das beste Bühnenbild. 2011 wird er mit dem
Paszport Polityki ausgezeichnet. Seine
jüngsten Arbeiten sind The Sexual Life of
Savages am Nowy Teatr in Warschau,
Balladyna am Polski Theater in Posen sowie
Poczet Królów Polskich am Stary Theater
in Krakau. Er arbeitet in New York und
Seoul und inszeniert nun zum ersten Mal
in Deutschland.
Krzysztof Garbaczewski
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Uraufführung 28. März 2014
Denn sie wissen nicht
was wir tun
Caligula
Camus ist 25 Jahre alt als er Caligula schreibt und bereits von
der Sinnlosigkeit der Welt überzeugt. Aus Schmerz über den
Tod seiner Geliebten wird Caligula zum Gewalttäter. Er erkennt
sich selbst als Opfer des Zufalls in einer sinnlosen Welt und
will diese Welt nun herausfordern. Seine Freiheit ist Willkür.
Er ist ein romantischer Nihilist, der das Unmögliche will. Dafür
ist er bereit über Leichen zu gehen und in letzter Konsequenz auch selbst in den Tod. Caligula ist kein brutaler Despot,
sondern ein raffinierter, intellektueller Verbrecher, der seine
Untertanen immer weitertreibt, wie in einem Experiment, um zu
prüfen, was sie alles erdulden. Die Abgründe der menschlichen
Existenz zeigen sich in diesem Stück als grausame Visionen
von Mord und Tyrannei. Die deutsche Erstaufführung fand 1947
am Staatstheater Stuttgart statt. Der junge polnische Regisseur
Krzysztof Garbaczewski beleuchtet den Stoff aus unserer Zeit:
Auf der Suche nach dem Grund seiner Grausamkeit blickt er
in die seelischen Abgründe des kompromisslosen Herrschers.
Schauspielhaus
Eine FluxusKonzertinstallation
von und mit
Schorsch Kamerun
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Schorsch Kamerun
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Katja Eichbaum
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Aino Laberenz
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Carl Oesterhelt
Das Archiv der Sammlung Sohm in der Stuttgarter Staatsgalerie ist eines der weltweit größten zum Thema Fluxus und
intermediäre Kunst. Der Regisseur und Musiker Schorsch
Kamerun (Die Goldenen Zitronen) macht es zum Ausgangspunkt seiner ersten Theaterarbeit in Stuttgart und will
hierzu die historisch gewordene Avantgarde nach heutig anwendbaren Strategien befragen. Unsere Zeit scheint aus
vielen Rudern gleichzeitig zu laufen, die gewählte Mann- oder
Frauenschaft wogt panisch in immer neue Krisenstürme,
Politik taumelt im Windschatten aller Ökonomie. Dem erschöpften Einzelnen erscheint unser überkomplexes Anforderungswirrwarr als ungreifbare Collage. Wie sich zurecht finden?
Verlernen wir im globalisierten Multinetzwerk das verständliche
Kommunizieren oder können wir gerade jetzt ein frisches
Begegnungssystem entwickeln? Welche kollektiven Zusammenschlüsse taugen als nachahmenswerte Verbindungen, die
nicht nur purem Optimierungstrieb folgen? Lassen sich freiheitssuchende Experimentierfreudigkeiten wie Dada und Surrealisten, Punks und Lettristen oder die Fluxus-Gemeinschaften
aktuell anwenden? Was kann ein Klavier, außer dass es klingt,
fragten John Cage, Yoko Ono und Kollegen und suchten Anfang
der 1960er Jahre in der Fluxus-Bewegung nach „der Überführung der Kunst in den Alltag und umgekehrt“: Als Grundlagenforschung wie geschaffen für verwirrte Zeiten. Bewaffnet
mit den drängenden Fragen heutiger Begegnungsmodelle
und einer beherzten Gruppe von Musikanten, Schauspielern,
Experten und Oberlaien, will der Regisseur und Musiker
Schorsch Kamerun das künstlerische und alltägliche „Wir“ zum
Klingen bringen.
In Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart
Heutige Jugendbewegungen gleichen
Werbekampagnen, alternativer Gemeinschaftsgestus ist purer Reklamewerkstoff.
Wie lässt sich noch relevant „Anderssein“, wenn der kleinste Spritzer gegenkultureller Anwandlung in Echtzeit im
Privat-TV oder im Museum großgezogen
wird. Vielleicht taugt ja die Wiederkehr
der aktuellen Stadtplatzbesetzungen,
gepaart mit den anarchischen Versuchen
vergangener Kollektivstrategien zu einer
Renaissance des solidarischen WIR.
Schorsch Kamerun
Schorsch Kamerun, geboren 1963
in Timmendorfer Strand, ist Gründungsmitglied und Sänger der Hamburger Band
Die Goldenen Zitronen. Zusammen mit
Rocko Schamoni betreibt er den Hamburger „Golden Pudel Club“. Seit 2000 ist
er als Theaterregisseur und -autor tätig.
Er inszeniert unter anderem am Deutschen
Schauspielhaus Hamburg, am Schauspielhaus Zürich, an den Münchner Kammerspielen, an der Volksbühne Berlin, bei
den Wiener Festwochen, der Ruhr triennale,
den Ruhrfestspielen in Recklinghausen
und an der Bayerischen Staatsoper.
Für sein WDR-Hörspiel Ein Menschenbild,
das in seiner Summe Null ergibt erhält er
2007 den Hörspielpreis der Kriegsblinden.
Gastprofessur an der Akademie der
Bildenden Künste in München. Schorsch
Kamerun ist mit verschiedenen Projekten
in Europa, Amerika, Namibia, Japan und
dem Libanon unterwegs.
75
Das Archiv Sohm, seit 1981 in der Staatsgalerie Stuttgart beheimatet, ist keine
„Kunst sammlung“, sondern eine um fassende Zeitdokumentation aus Korrespondenzen, Fotos, Büchern, Katalogen,
Zeitschriften, Filmen, Videos, Aktionsrelikten und Objektkunst, die heute von
Forschern in aller Welt geschätzt wird.
Der in Markgröningen bei Stuttgart ansässige Zahnarzt Hanns Sohm (1921 – 1999)
konservierte durch das Aufheben von
authentischen, nirgendwo sonst bewahrten Dokumenten jene heute oftmals
als „Neo-Dada“ bezeichnete Gegenkultur,
die in den 1960er und 1970er-Jahren ihr
weitestes Spektrum erlangte. Zeugnisse
intermediärer Phänomene wie Beat-Szene,
Happening, Fluxus, Wiener Aktionismus,
Konkrete Poesie, die multimediale Produktion Dieter Roths, Zero, Undergroundliteratur und Künstlerbücher sind im Archiv
ebenso einzusehen wie die über die Protestbewegungen Situationismus, Gruppe
Spur und Subversive Aktion erfolgte
Grenzüberschreitung der Kunst ins politische Handeln der 68er.
Kammertheater
Premiere 29. März 2014
Sobald fünf Jahre
vergehen
von Federico García
Lorca
nach dem Film von
Thomas Vinterberg und
Mogens Rukov
Lorcas Legende von der Zeit ist der
Spiegel zweier Welten. Das Stück ist der
traditionellen, in der Seele wohnenden
Poesie ebenso verpflichtet wie der
anbrechenden Moderne. Es erzählt von
Liebe, Tod, Verlassenwerden, Sehnsucht,
vom Willen, ins Weite zu schweben, von
der Unmöglichkeit, den zweiten Flügel zu
finden. Dazwischen bricht – mal drastisch,
mal unbeholfen – harter Realismus und
nüchterne Trivialität. Die Frage, ob man
mit dem Herzen denken und mit dem
Verstand fühlen kann, durchzieht den Text.
Auch die spanischen Farben, mit denen
Lorca zeichnet, erzählen von Hochzeit und
Beerdigung. Diese Ambivalenz ist das
Blut des Stücks.
Federico García Lorca, geboren 1898, ist
Spaniens einflussreichster Dramatiker
und Lyriker des 20. Jahrhunderts. In seiner
Jugend eng befreundet mit Künstlern wie
Dalí oder Buñuel, wird er durch Stücke
wie Bluthochzeit oder Bernarda Albas Haus
zu einem Wegbereiter modernen Theaters.
Das selten gespielte Stück Sobald
fünf Jahre vergehen veröffentlicht García
Lorca im Herbst 1931. Genau fünf Jahre
später wird er in Madrid von den Anhängern
Francos erschossen.
Premiere 16. April 2014
Das Fest
Regie, Bühne,
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Jo Fabian
Fünf Jahre will der junge Held sich Zeit lassen, ehe er seine
Verlobte zum Altar führt. Gebettet in warme Erinnerungen durchwartet er die Zeit, die Schneefälle, Winde und Dämmerungen.
Seine Braut hingegen geht mit ihrem Vater auf eine Reise:
Fünf Jahre lang schläft sie in den Kissen der Eisenbahn, auf den
Ozeandampfern tanzt sie mit keinem Mann. Erst als sie
zurückkommt, endet das Spiel der wechselseitigen Illusion:
Sie flieht mit einem anderen; ihr Verlobter begibt sich auf
die Spuren einer bisher verschmähten Frau und gelangt in ein
von Traumgestalten bewohntes Land: In eine Region des
Unbewussten und des totalen Spiel im Spiels, aus der es kein
Entrinnen gibt.
Legende von der Zeit lautet der Untertitel von García Lorcas
Stück. In einem Bilderreigen zwischen Alltag und Poesie erzählt
das surrealistische Traumspiel von Lorcas Lebensthemen:
von einem jungen Mann im Irrgarten der Moderne, vom Begehren, das sich nicht erfüllen darf, und von der Liebes-, die zur
Todessehnsucht wird.
Schauspielhaus
Jo Fabian
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Christopher Rüping
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Jonathan Mertz
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Lene Schwind
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Christoph Hart
Der erfolgreiche Geschäftsmann und Hotelier Helge Klingenfeldt feiert auf seinem Landsitz seinen 60. Geburtstag. Alle sind
seiner Einladung gefolgt – auch seine drei Kinder Christian,
Helene und Michael. Obwohl die Beerdigung seiner Tochter
Linda, die sich völlig überraschend das Leben nahm, erst kurze
Zeit zurückliegt, beginnt der Abend nach den Ritualen eines
jeden Familienfestes. Der älteste Sohn Christian hält – wie es
die Tradition verlangt – die erste Tischrede; er gibt ihr den
merkwürdigen Titel „Papa nimmt sein Bad“. Christian nutzt die
Gelegenheit, um ein streng gehütetes und unterdrücktes
Familiengeheimnis zu lüften. Schmerzhaft kommt etwas ans
Licht, was jeder wusste, niemand wahr haben wollte und
alle voreinander verborgen hielten. Zunehmend gerät das Fest
aus den Fugen. Die Grundfeste der Familie sind erschüttert,
am Morgen ist nichts mehr so, wie es war. Jede Familie hat ein
Geheimnis, lautet der Untertitel.
Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre,
wenn jeder Mensch einen Brief mit
sich herumschleppen müsste, in dem von
Zauberhand all das notiert wird, was der
Brief-Träger aus Rücksicht auf andere
oder sich selbst nicht ausspricht. Sicherlich
wären die meisten Träger ihr Leben lang
damit beschäftigt, den immer länger
werdenden Brief vor den Augen der Öffentlichkeit zu schützen, ihn ungelesen ins
eigene Grab zu retten und selbst darüber
hinaus zu versiegeln. Christian, der Sohn
aus Das Fest, ist da anders. Er liest seinen
Brief laut vor, stellt sich und seinen
Schänder, den Vater, vor aller Augen bloß.
Was bleibt: Die so Entblößten verbrennen
sich an der zwischenmenschlichen
Kälte, die sie selber geschaffen haben.
Thomas Vinterberg, geboren 1969,
absolviert 1993 die Danske Filmskole und
wird mit seinem Abschlussfilm für den
Studenten-Oskar nominiert. Er ist Mitbegründer der Dogma-95-Bewegung.
Sein Film Das Fest wird 1998 zum ersten
Mal bei den Internationalen Filmfestspielen
von Cannes präsentiert und gewinnt den
Spezialpreis der Jury. Neben Lars von Triers
Film Idioten ist es der erste Film, der strikt
dem filmischen Keuschheitsgelübde
„Dogma 95“ folgt.
Christopher Rüping, geboren 1985,
absolviert 2011 sein Regiestudium an der
Theaterakademie Hamburg und der
Zürcher Hochschule der Künste. Während
des Studiums entstehen eigene Arbeiten,
die zu verschiedenen renommierten
Theaterfestivals eingeladen werden. Seit
der Spielzeit 2011/2012 arbeitet er als freier
Regisseur u. a. am Schauspiel Frankfurt,
dem Thalia Theater Hamburg, dem Volkstheater München, dem Deutschen Theater
Berlin, Schauspiel Hannover und Züricher
Schauspielhaus. 2012 wird er mit seiner
Inszenierung Der große Gatsby zum Festival
„Radikal jung!“ eingeladen.
Jo Fabian ist Regisseur, Autor, Choreograph
und Bühnenbildner. 1960 in Ost-Berlin
geboren, erarbeitet er seit 1987 mehr als
50 Inszenierungen und Projekte, darunter
bildstarke licht- und videotechnische
Gesamt arrangements, jeweils in großer
Nähe zur Musik, zum Tanz und zur
Bildenden Kunst. Für das Schauspiel
Stuttgart wird sich Jo Fabian mit Lorca auf
die Spuren des Surrealismus begeben.
76
Christopher Rüping
77
Nord
Uraufführung 25. April 2014
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Christoph Mehler
Bühne, Kostüme � � � � � � Jochen Schmitt
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Daniel Freitag
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Katrin Spira
Es ist der Sommer 2010 in Stuttgart, als Peter zurück zu seinen
Eltern zieht. Emil Bub beobachtet die Rückkehr des Sohnes,
der für ihn fast wie ein eigenes Kind ist. Bub, Deutschlehrer
und selbst kinderlos, lebt mit seiner Frau seit Jahren gegenüber
von Peters Eltern am „Schwarzen Berg“. Er konnte Peter
schon als Kind begeistern und entführte ihn immer wieder in
die romantische Welt Eduard Mörikes. Doch der zurückgekehrte
Peter ist nicht ansprechbar. Verlassen von Frau und Kindern,
ist er verzweifelt, krank und verwahrlost. Es beginnt ein
liebender und verzweifelter Kampf der beiden älteren Paare
um ihren Peter.
Am Schwarzen Berg ist eine düstere Bestandsaufnahme
deutscher Seele, mitten in Stuttgart, zwischen Mörike und
Stuttgart 21. Vor allem aber ist es eine große Geschichte über
die Liebe – der Eltern, zwischen Partnern, zu Freunden.
Und die Liebe eines Vaters zu seinen Kindern, der an dieser zu
Grunde geht.
Premiere 10. Mai 2014
Die Marquise von O. /
Drachenblut
Am Schwarzen Berg
nach dem Roman
von Anna Katharina Hahn
Kammertheater
Für mich als Nicht-Stuttgarter ist es
spannend, einen so radikalen Blick auf und
hinter die Kulissen dieser Stadt und ihrer
Menschen zu bekommen, sie durch diesen
Blick kennenzulernen. Anna Katharina
Hahn schreibt schonungslos, verwendet
äußerst präzise Sprachbilder. Sie seziert
diese Menschen ohne sie jemals zu
denunzieren oder sentimental zu werden.
Mich interessieren diese Figuren in
ihrer Suche nach Trost und Lebenssinn,
ihrer Sehnsucht, mit ihren Ecken und
Kanten, ihrer Lebensunsicherheit, in ihrem
Kampf im Leben zu bestehen, klar zu
kommen.
nach den Novellen
von Heinrich von Kleist
und Christoph Hein
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Armin Petras
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Annette Riedel
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Aino Laberenz
Musik � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Johannes Hofmann
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Carmen Wolfram
Zwei Novellen, zwei Frauen. Zwischen Selbstbehauptung
und Selbstverleugnung.
Kleists Marquise von O. berichtet von einem Skandal: In einer
Zeitungsannonce erklärt die junge Witwe Julietta von O,
dass sie ohne ihr Wissen in andere Umstände gekommen sei.
Der unbekannte Vater wird gebeten, sich zu melden. Sie
wolle ihn aus Rücksichten auf die Familie heiraten, auch wenn
diese sie wegen des vermeintlichen Fehltritts verstoßen hat.
In dem Bewusstsein ihrer völligen Unschuld zieht sich Julietta
von der Gesellschaft und ihren Konventionen zurück, entwickelt
eigene Werte und ein unangepasstes Selbstbewusstsein.
Als der ihr bekannte Graf F…, der sie während der Besatzungszeit vor dem sexuellen Übergriff durch feindliche Soldaten
bewahrte, sich zu seiner Vaterschaft bekennt, heiratet sie ihn.
Aber seine Gewalttat, ihr angetan in einem Ohnmachtsanfall,
verzeiht sie ihm erst sehr viel später.
Christoph Hein erzählt dagegen die Geschichte der Ärztin
Claudia, die scheinbar unverwundbar dahin lebt. Sie hat sich in
ihrem Klinikjob und in ihrer Einzimmerwohnung eingerichtet.
Ein angepasstes Leben, ausgerichtet auf Effizienz:
Das Scheitern ihrer ersten Ehe ist für sie mehr ein Irrtum
als eine emotionale Katastrophe. Auch die Beziehung zu ihrem
jetzt verstorbenen „fremden Freund“ diente eher der Triebabfuhr, als einem inneren Bedürfnis. Einen dunklen Punkt gibt
es aber auch in ihrer Vergangenheit.
Ihr Verstand, stark genug, in ihrer sonderbaren Lage nicht zu reißen, gab sich ganz
unter der großen, heiligen und unerklärlichen Einrichtung der Welt gefangen.
Heinrich von Kleist
Es geht mir gut … Mir geht es glänzend, …
Ich bin ausgeglichen … Alles was ich
erreichen konnte, habe ich erreicht.
Ich wüsste nichts, was mir fehlt. Ich habe
es geschafft. Mir geht es gut.
Christoph Hein
Christoph Mehler
Anna Katharina Hahn, geboren 1970, lebt in
Stuttgart. Ihr Roman Kürzere Tage ist ein
Bestseller und mit dem Roswitha-Preis der
Stadt Gandersheim und dem Heimito
von Doderer-Literarturpreis ausgezeichnet
und wird 2010 am Schauspiel Stuttgart
uraufgeführt. Mit Am Schwarzen Berg ist
sie für den Preis der Leipziger Buchmesse
2012 nominiert, im selben Jahr erhält
sie den Wolfgang-Koeppen-Literaturpreis.
Neben ihrer Prosa schreibt sie auch Auftragswerke für das Theater, zuletzt wurde
am Theater Heilbronn ihr Stück Die Schatz­
sucher uraufgeführt.
Christoph Mehler, geboren 1974 in Berlin,
Schauspielausbildung, dann Regieassistent am Deutschen Theater Berlin. Von
2006 – 2009 Künstlerischer Leiter der Box
des Deutschen Theaters Berlins, wo er
ca. 15 Inszenierungen realisiert. Er inszeniert am Schauspiel Dortmund, am
Staatstheater Braunschweig, am Schauspielhaus Wien, am Schauspiel Leipzig
und am Staatstheater Nürnberg sowie am
Schauspiel Frankfurt, wo er zuletzt zwei
Jahre als Hausregisseur arbeitete und
dort u. a. bei Liliom, Des Teufels General
und Kasimir und Karoline Regie führte.
78
Heinrich von Kleist (1777 – 1811) steht als
Außenseiter im literarischen Leben seiner
Zeit jenseits der etablierten Lager und
der Literaturepochen der Weimarer
Klassik und der Romantik. Seine Novelle
Die Marquise von O über „eine unerhörte
Begebenheit“ veröffentlicht er 1808 noch
vor der Drucklegung in seiner Literaturzeitung Phöbus.
Christoph Hein ist einer der wichtigsten
deutschen Autoren der Gegenwart und
wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Uwe-Johnson-Preis
und Stefan-Heym-Preis. Er wird am 8. April
1944 in Heinzendorf / Schlesien geboren.
Der Durchbruch gelingt ihm 1982/83 mit
seiner Novelle Drachenblut. Sie erscheint
1982 in der DDR unter dem Titel Der fremde
Freund, der Titel der Ausgabe in der
Bundesrepublik entstammt einer Metapher
aus dem letzten Kapitel. Claudias Gefühllosigkeit anderen Menschen gegenüber
wird in Anlehnung an die Siegfried-Sage
wie eine „Schutzhülle“ aus Drachenblut
beschrieben.
79
Nord
Premiere 24. Mai 2014
Mario und der
Zauberer
nach der Novelle
von Thomas Mann
Die Erinnerung an Torre di Venere ist
atmosphärisch unangenehm. Ärger, Gereiztheit, Überspannung lagen von Anfang
an in der Luft, und zum Schluß kam dann
der Choc mit diesem schrecklichen
Cipolla, in dessen Person sich das eigentümlich Bösartige der Stimmung auf
verhängnishafte und übrigens menschlich
sehr eindrucksvolle Weise zu verkörpern
und bedrohlich zusammenzudrängen
schien. Daß bei dem Ende mit Schrecken
(einem, wie uns nachträglich schien,
vorgezeichneten und im Wesen der Dinge
liegenden Ende) auch noch die Kinder
anwensend sein mußten, war eine traurige
und auf Mißverständnis beruhende Ungehörigkeit für sich, verschuldet durch die
falschen Vorspiegelungen des merkwürdigen Mannes. Gottlob haben sie nicht
verstanden, wo das Spektakel aufhörte
und die Katastrophe begann, und man hat
sie in dem glücklichen Wahn gelassen,
daß alles Theater gewesen sei.
Thomas Mann, geboren 1875 in Lübeck,
zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Seine Buddenbrooks, Der Zauber­
berg und viele weitere Romane und
Erzählungen werden früh zu Ikonen. Mario
und der Zauberer basiert auf einer realen
Urlaubserfahrung des Jahres 1926,
in dem Mussolini seine Macht in Italien
endgültig zu festigen beginnt. 1933 zwingt
die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus Thomas Mann und seine
Familie ins Exil, zunächst in die Schweiz,
später in die USA. Am 12. August 1955
verstirbt Thomas Mann achtzigjährig im
Zürcher Kantonsspital.
Tilmann Köhler wird 1979 in Weimar
geboren und studiert an der Hochschule
für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin.
2005 ist er Hausregisseur am Deutschen
Nationaltheater Weimar; parallel dazu
realisiert er Inszenierungen am Maxim
Gorki Theater Berlin und am Schauspiel
Hannover. Seit 2009 ist Köhler Hausregisseur am Staatsschauspiel Dresden.
Thomas Mann
80
Premiere 12. Juni 2014
Die Dreigroschenoper
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Tilmann Köhler
Ein Ferienaufenthalt in Norditalien, Mitte der zwanziger Jahre,
in einer eigentümlichen Atmosphäre des Argwohns und der
Nervosität. Mittendrin: der Zauberer Cipolla, der das Publikum
seiner Schaubude durch Scharfzüngigkeit und Verführung
Abend für Abend in seinen Bann zwingt. Manipulation, Tanz,
Trance und Demütigung stehen am Ende seiner abgründigen
Vorstellung. Das Publikum ist fasziniert von diesem makabren
Menschenexperiment, bis der Kellner Mario dem Zauber des
Hypnotiseurs mit zwei Schüssen ein Ende bereitet.
Thomas Mann verfasste seine Novelle inmitten der neuralgischen Zeitenwende des Jahres 1930. Die Fragen, die der
Text stellt, greifen ihrer Zeit allerdings weit voraus: aus einem
Bericht über Ein tragisches Reiseerlebnis, so der Untertitel
der Novelle, macht Thomas Mann eine Parabel auf die Manipulierbarkeit des Menschen allgemein. Wie frei ist unser Wille?
Und: Gibt es das überhaupt – Willensfreiheit?
Schauspielhaus
von Bertolt Brecht
Musik von Kurt Weill
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Sebastian
Baumgarten
Musikalische
Leitung � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Max Renne
Bühne � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Thilo Reuther
Kostüme � � � � � � � � � � � � � � � � � Jana Findeklee
Joki Tewes
Video � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Philip Bussmann
Dramaturgie � � � � � � � � � � � � Carmen Wolfram
Bertolt Brecht stellt in seiner Dreigroschenoper die dunkle,
kriminelle Seite des großstädtisch-bürgerlichen Lebens
ins Zentrum – Gier, Gewalt und Korruption. Geld ist Gott. Bettler,
Huren, Räuber, Schwerverbrecher in einer hoffnungslos
krisenhaften Gesellschaft. Der Herrscher dieser Welt ist Mackie
Messer, der für seinen Profit über Leichen geht. Aber auch
Bettlerkönig Peachum macht satte Gewinne mit der Armut und
die Polizei macht bei all dem mit. Am Schluss aber bleibt die
Erkenntnis: „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die
Gründung einer Bank?“ Eine kritische Reflexion des kapitalistischen Weltgeschehens und Profitstrebens, nicht nur zu Zeiten
der Weimarer Republik.
An Brecht zu arbeiten, bedeutet, sich
wieder mit der DIALEKTIK als zentraler
Denkweise der letzten 200 Jahre auseinanderzusetzen, die spätestens nach
89 in die Jahre gekommen zu sein scheint.
Brechts Texte sind wie ein Ruf aus der
„ideologische Antike“ (Alexander Kluge),
mit der man sich meiner Meinung
nach wieder zu beschäftigen hat, wenn
nicht jegliche Gesellschaftsbetrachtung
im Ästhetischen, Psychologisch-Realistischen verkommen soll. Theater kann
nur politisch sein, wenn es den WIDERSPRUCH in jedem seiner Elemente nicht
leugnet, sondern diesen zum existentiellen Kernpunkt macht.
Bertolt Brechts am 31. August 1928 am
Berliner „Theater am Schiffbauerdamm“
uraufgeführte Dreigroschenoper wird
zu einem der größten Theatererfolge der
20er Jahre und macht ihren jungen Autor
und den Komponisten Kurt Weill über
Nacht berühmt. Vor allem Balladen wie
Das Lied der Seeräuber­Jenny oder
Die Moritat von Mackie Messer stellen
den sofortigen Erfolg des Stückes sicher,
werden auf Anhieb zu Gassenhauern
und gehören noch heute zu den mit der
Dreigroschenoper assoziierten Melodien.
Sebastian Baumgarten
Sebastian Baumgarten, geboren 1969 in
Berlin, ist als Regisseur im Musiktheater
und im Schauspiel gleichermaßen zu
Hause. Er war Oberspielleiter am Staatstheater Kassel und erhält 2002 für seine
Inszenierung von Puccinis Tosca dort den
Götz-Friedrich-Preis. 2006 wird er zum
Opernregisseur des Jahres gewählt. Er
inszeniert an der Deutschen Oper Berlin,
an der Komischen Oper, am HAU Berlin,
am Schauspiel Köln, am Düsseldorfer
Schauspielhaus, an der Volksbühne Berlin
und zuletzt am Schauspiel Stuttgart Das
Spiel ist aus.
81
Nord
Premiere 13. Juni 2014
Unterm Rad
nach der Erzählung von
Hermann Hesse
Nord
Uraufführung 12. Juli 2014
Hirnbonbon
Ein Dieter Roth-Projekt
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Frank Abt
Regie � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Christiane Pohle
Koproduktion mit der Akademie für Darstellende Kunst
Baden-Württemberg
In Kooperation mit dem Kunstmuseum Stuttgart
„So, jetzt fängt in Stuttgart das Landexamen an, und wir wollen
dem Giebenrath alles Gute wünschen“ – Hans Giebenrath,
aus einer Kleinstadt im Schwarzwald, besteht das Landexamen
in der Residenzstadt als zweiter und wird in die Klosterschule
Maulbronn aufgenommen. Hesses Unterm Rad beschreibt
das Schicksal eines begabten Kindes, dem die Schule, der Ehrgeiz und das Prestigebedürfnis seines Vaters sowie der Lokalpatriotismus seiner Heimatstadt eine Rolle aufdrängen, die
kaum zu erfüllen ist. „Nur nicht matt werden, sonst kommt man
unters Rad“. Zerbricht und besiegt der Druck der Schule den
natürlichen Menschen?
Im Zentrum von Frank Abts Bühnenadaption von Hermann
Hesses Erzählung über Hans Giebenraths Kampf und Scheitern
stehen auch heute nicht weniger relevante Fragen: Wie will
ich leben und was tue ich dafür? Was muss ich tun, damit das
Gefühl, noch immer der Schülerjunge zu sein, einer, der nur
ausführt, einer, der Opfer ist und nicht Täter, verschwindet?
In unserer Zeit, in der man so verantwortlich ist für das eigene
Glück und das Gelingen der eigenen Laufbahn, in der Leistung
und Erfolg ein Spiegel des eigenen Einsatzes und Engagements zu sein scheinen, bleiben die Spielregeln der Schule ein
Leben lang gültig. Immer fleißig sein, sich anpassen an die
gegebenen Anforderungen ohne auf die eigenen Bedürfnisse
zu achten, um nicht zu versagen – solange bis man eben doch
„matt“ wird.
In Japan, wo die Suizidrate unter Schülern die höchste in der
Welt ist und der Abrichtungs- und Anpassungsdruck auf die
Kinder vergleichbar, wird Hesses Roman millionenfach verkauft.
Hermann Hesse, 1877 in Calw geboren,
stirbt 1962 in Montagnola bei Lugano.
1946 erhält er den Nobelpreis für
Literatur. Unterm Rad, das zu seinen
wichtigsten Frühwerken gehört, entsteht
1903 und hat einen deutlich autobiografischen Hintergrund. Ortskundige
erkennen unschwer die Ähnlichkeit
der Heimatstadt Hans Giebenraths mit
Calw. Hesse hat in der Erzählung viel
von dem verarbeitet, was er selbst am
Evangelischen Seminar in Maulbronn
erlebt hat. So glaubten seine Erzieher,
den 14jährigen in einer Heilanstalt
für Schwachsinnige und Epileptische
unterbringen zu müssen.
Schon bei der Pflichtlektüre zu Schulzeiten
war mir der Hans Giebenrath sehr nah.
Und das nicht nur, weil seine Heimat auch
nahezu meine ist. Sein Ringen um die
Erfüllung der Ansprüche, die von außen
auf ihn einwirken, und die Entdeckung
seiner eigenen Bedürfnisse, die dazu im
Widerspruch stehen, schildert Hermann
Hesse so eindrücklich im Kosmos Schule,
dass ich mich, eben selbst Schüler, wie
so viele andere intensiv in Hans Giebenrath
wiedererkannte und mit ihm litt. Die Konflikte von Hans Giebenrath, die wir alle
im Laufe unserer Pubertät, jeder auf seine
Weise und doch gleich, erlebt, bekämpft
und erlitten haben, sie verlassen uns nicht.
Denn das, was sich damals zum ersten
Mal offenbarte, der unauflösliche Widerspruch zwischen mir und den anderen,
dem Sollen und Wollen, dem Fühlen und
Müssen, dem Wünschen und Handeln,
er dauert ja an. Auch die Einschränkungen,
die wir deshalb hinnehmen, auch der
Schmerz darüber. Wir haben uns nur daran
gewöhnt. Und tun noch immer nichts
dagegen. Das Ende von Hans Giebenrath
bleibt wie es war.
Frank Abt, 1976 im baden-württembergischen Laupheim geboren, assistiert
während seines Studiums der Theaterwissenschaft in Berlin und Paris am
Burgtheater Wien, am Schauspielhaus
Bochum, an der Volksbühne am
Rosa-Luxemburg-Platz Berlin und an
den Sophiensaelen Berlin. 2003 bis
2006 ist er als Regieassistent am Thalia
Theater Hamburg engagiert, wo seine
ersten eigenen Regiearbeiten entstehen.
Er inszeniert u. a. am Münchner Volkstheater, am Schauspielhaus Graz,
am Schauspielhaus Bochum, am Maxim
Gorki Theater Berlin, am Deutschen
Theater Berlin und am Theater Bremen.
Frank Abt
82
„Wundere sich der Leser nicht einfach, / wundere er sich doppelt
und dreifach, / denn“ (Dieter Roth). Seine Literaturwürste,
Schimmelbilder und Schokoladenobjekte sind weltbekannt.
Dieter Roth war einer der vielseitigsten und vielschichtigsten
Künstler des 20. Jahrhunderts. Er lebte zwanzig Biografien
und hinterließ ein enormes Werk, in dem Kunst und Person auf
einmalige Weise zusammenfließen. Zeitweise hatte er ein
Atelier in Stuttgart, das Kunstmuseum beherbergt eine der umfangreichsten Roth-Sammlungen. Da überrascht das Bekenntnis: „Meine Hauptarbeit ist Bücher schreiben gewesen. Die
Objekte habe ich gemacht, damit ich Geld bekomme, denn vom
Schreiben konnte ich nicht leben.“ Weitgehend unbemerkt
schuf Roth ein vergleichsloses literarisches Oeuvre, dessen
Spannweite von der konkreten Poesie über die Wahrnehmungstheorie, die Bastel-Novellen und die „Scheisse“-Lyrik bis zu
den späten Kopietagebüchern reicht. Gemeinsam mit
Studierenden der Akademie für Darstellende Kunst BadenWürttemberg soll der Kosmos des Künstlers, Autors, Musikers,
Performers und Filmers Dieter Roth für das Theater entdeckt
werden. „Du armer, verlassener Mensch und Arsch, lass
Dich nicht von deinen Zeitgenossen erwischen, flieh Käfer, flieh!
bei der Abreise, Stuttgart 24.09.76“ (Dieter Roth).
Christiane Pohle, geboren 1968, studiert
Schauspiel an der Hochschule für Musik
und Theater Hamburg, arbeitet zunächst als
Schauspielerin bevor sie 1999 erfolgreich
ins Regiefach wechselt: Für ihre Hamburger
Inszenierung sitzen in Hamburg nach
Anton Tschechows Drei Schwestern erhält
sie den Gertrud-Eysoldt-Preis für junge
Regisseure. Seither führt sie Regie
u. a. an der Schaubühne am Lehniner Platz
in Berlin, am Schauspielhaus Zürich, am
Thalia Theater Hamburg, bei den Münchner
Kammerspielen, der Bayerischen Staatsoper, den Salzburger Festspielen, am
Wiener Burgtheater, am Theater Basel und
am Schauspielhaus Graz. Für ihre Arbeiten
in Wien wurde sie zweifach für den
Nestroy in der Kategorie „Beste Regie“
nominiert. Seit 2012 unterrichtet Christiane
Pohle an der Akademie für Darstellende
Kunst Baden-Württemberg Schauspiel und
ist Studiengangsleiterin.
Schokoladenhasen, Zuckerbüsten,
Abfallsammlungen, Sekundenzeichnungen,
Musikmaschinen, Tagebücher, Bastelnovellen, Scheiße-Gedicht, Filme, Fotos,
Zeitungsannoncen, Schnipsel, Kaffeeflecken, Hundegebell in Spanien, Urin in
Marmeladengläsern … Unablässig
sammeln, produzieren, erfinden, festhalten,
ein Leben lang, und das alles dann sich
selbst überlassen. Die Dinge dabei betrachten, wie sie vergehen, sich transformieren,
verselbständigen, neue Verbindungen
eingehen, sich auflösen. Beobachten,
wie sie verrotten. Eine Poesie des Zerfalls.
Des eigenen Zerfalls in der Zeit.
Das angucken. Den eigenen Untergang so
akribisch wie möglich dokumentieren.
Christiane Pohle
Dieter Roth, geboren am 21. April 1930
in Hannover, vor allem bekannt als Künstler,
aber ebenso produktiv als Autor, Musiker,
Grafiker, Performer, Filmer, Drucker, Verleger. 1968 und (posthum) 2002 nimmt er an
der documenta teil. Er lebt in der Schweiz,
Deutschland, Österreich, den USA
und Island. Veröffentlicht über 200 Bücher.
Gestorben am 5. Juni 1998 in Basel.
83
Kammertheater
Ab Januar 2014
Lehrstücke
She She Pop und
Schauspiel Stuttgart
Stadtraum
Sommer 2014
S – City of Youth
Stadtprojekt
She She Pop � � � � � � � � � � � Sebastian Bark
Johanna Freiburg
Fanni Halmburger
Lisa Lucassen
Mieke Matzke
Ilia Papatheodorou
Berit Stumpf
Das Schauspiel Stuttgart und das Performance-Kollektiv
She She Pop möchten beieinander in die Lehre gehen:
Das utopische Format Lehrstück nach Brechts Theorie bietet
das theoretische Werkzeug, um nach neuen Formen des
Theaters zu suchen, nach Möglichkeiten kollektiven Produzierens
und der Partizipation. Brecht entwirft den Gedanken eines
Theaters als „einem neuartigem Institut ohne Zuschauer, deren
Spieler zugleich Hörende und Sprechende sind“. Seine
Lehrstücktheorie ist ein provokativer, radikaler Angriff auf das
traditionelle Verständnis des Theaterbetriebs, von Kommunikation und Gesellschaft.
Den Auftakt der über drei Jahre hinweg geplanten Zusammenarbeit bilden Gastspiele von Schubladen und 7 Schwestern,
eine Lecture Performance und ein Workshop.
Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes
Was heißt es, das Verhältnis von Darsteller
und Zuschauer neu zu denken? Kann
im und mit dem Theater überhaupt gelernt
werden – ohne ein theaterpädagogisches
Setting aufzubauen? Was heißt es,
Entscheidungen zu treffen, auf der Bühne
oder auch in der Gesellschaft? Und wie
wird Theater in diesem Sinne politisch?
Mit diesen Fragen im Kopf werden wir neue
Modelle des Theaterraums, Methoden
und Formate des Theaters entwickeln, die
das Theater als sozialen Raum begreifen.
Mit „wir“ ist der ganze Apparat gemeint:
She She Pop, das Ensemble, die Mitarbeiter des Hauses, aber auch die Zuschauer,
ohne die Theater nicht möglich ist.
Welche Form des Theaters der Zukunft
brauchen wir und wie können wir sie mitgestalten?
She She Pop ist ein Performance-Kollektiv,
das Ende der 90er Jahre von Absolventinnen des Gießener Instituts für Angewandte
Theaterwissenschaft gegründet wird.
2011 sind sie mit Testament zum Berliner
Theatertreffen eingeladen. Sie erarbeiten
ihre Shows im Kollektiv. Es gibt keine
Regisseurin – aber auch keine Autorin und
keine Schauspielerin. Texte und Konzepte
werden gemeinsam entwickelt. Die Bühne
ist für She She Pop ein Ort, an dem
Entscheidungen getroffen werden, an
dem Gesprächsweisen und Gesellschaftssysteme ausprobiert, große Gesten und
soziale Rituale einstudiert oder verworfen
werden. Sie sehen ihre Aufgabe in der
Suche nach den gesellschaftlichen Grenzen der Kommunikation – und in deren
gezielter und kunstvoller Überschreitung im
Schutzraum des Theaters.
She She Pop
84
Künstlerische
Leitung � � � � � � � � � � � � � � � � � � � � Björn Bicker
Michael Graessner
Malte Jelden
Katrin Spira
Wem gehört Stuttgart? Auch den Jugendlichen dieser Stadt?
Im Kern des Stadtprojekts S – City of Youth geht es um die Verteilung von Geld, Bildung, Kultur und politischer Einflussnahme.
Um Teilhabe. Und um Solidarität. Mit unserem Stadtprojekt
machen wir die Spurensuche konkret sichtbar, wir öffnen uns
in die Stadt hinein, stellen uns zur Verfügung. Die Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 stehen exemplarisch sowohl für eine
Krise der Repräsentation, als auch für eine Forderung nach
neuer demokratischer Beteiligung. Stuttgart ist so zum Symbolort geworden für unzählige Debatten, die in ganz Deutschland
geführt werden. Aber egal ob es dabei um einen Bahnhof
und ein Stadtzentrum, um Windräder und Stromtrassen, um
eine Asylbewerberunterkunft, einen Moscheebau oder um die
Reform des Schulsystems geht: die Proteste kommen zumeist
aus der bürgerlichen Mitte der Gesellschaft, sprechen sich
gegen und nicht für etwas aus, wollen bewahren und nicht verändern.
S – City of Youth will in die Zukunft schauen, nach der gesellschaftlichen Beteiligung der heranwachsenden Generationen in
einer sich ständig weiter verändernden multikulturell und multiethnischen Stadtgesellschaft fragen. Im Zentrum des Projekts
sollen Stuttgarter Jugendliche stehen, die gemeinsam mit
Experten aus Theater, Musik, Film, Bildender Kunst und Architektur ihre künstlerischen und politischen Utopien formulieren
und verwirklichen. Mit der City of Youth gründen wir einen
offenen, mobilen Versammlungsort für Stuttgarter Jugendliche –
in einem Leerstand, als Zelt auf einer Brache, als Hüttendorf
im Zentrum eines Viertels. In der Begegnung mit KünstlerInnen
und AktivistInnen wird aus dem Versammlungsort ein Ausgangspunkt für künstlerische Expeditionen in den lokalen Kontext.
Es entstehen neue Möglichkeiten: neue Räume, Gruppen,
Firmen, Theaterstücke, Bands, TV-Programme, Ausstellungen,
eine Demonstration, ein Bürgerbegehren, ein Verein.
In Kooperation mit dem Caritasverband für Stuttgart e. V.
und der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft
Das Initial für die City of Youth könnte eine
Begegnung zwischen jungen Menschen
aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen der Stadt sein. Ein Schüleraustausch zwischen dem Rosensteinviertel
und dem Killesberg zum Beispiel. Damit
man mal wirklich etwas versteht von den
Problemen und dem Leben der Anderen.
Die Barrieren für so ein Experiment sind
vermutlich weit höher als für einen Austausch zwischen Stuttgart und einer Stadt
in China.
Malte Jelden
Malte Jelden (geboren 1971) ist Regisseur
und Dramaturg, Björn Bicker (geboren 1972)
Autor und Dramaturg, Michael Graessner
(geboren 1969) Bühnenbildner. Gemeinsam realisieren sie ab der Spielzeit
2013/2014 am Hamburger Schauspielhaus
das Stadtprojekt NEW HAMBURG.
An den Münchner Kammerspielen waren
sie in den vergangenen Jahren in unterschiedlichen Konstellationen künstlerisch
verantwortlich für die Projekte BUNNY
HILL, DOING IDENTITY, ILLEGAL, HAUPT­
SCHULE DER FREIHEIT, MUNICH CENTRAL
und URBAN PRAYERS.
85
Schauspiel Stuttgart
Spielzeit 2013 / 2014
Extras
Haus × Musik
Das neue Ensemble stellt sich vor.
29. September 2013
Lernen Sie das neue Ensemble kennen� Jede
Schauspielerin, jeder Schauspieler, einzeln,
ganz persönlich, nacheinander für jeweils
5 Minuten� Alle bringen Ihnen in Form einer
kleinen Performance etwas ganz Besonderes
mit� Vielleicht einen Wunsch, ein Lied, ein
Geschenk, ein Gebet, einen Film, eine Angst,
ein Bild, einen Gruß, ein Gedicht, ein Möbel­
stück, ein Manifest, eine Hoffnung, einen
Tanz� Hello! Look at me! Diese Begrüßungsrevue
ist ungeplant und unvorhersehbar – denn
erlaubt ist, was gefällt�
Unter dem Titel Haus × Musik laden unsere
Theatermusiker und Ensemblemitglieder
allmonatlich zum Hauskonzert� Für unser
Publikum und alle anderen Nachtschwärmer
werden sie jeweils im Anschluss an eine
Abendvorstellung das Schauspielhaus zum
Klingen bringen� Der Eintritt ist frei�
Stuttgart × Blicke
Nord × Kap
Zuschauer × Konferenz
Jeweils im Abstand einiger Monate setzen wir
uns in einer Zuschauer × Konferenz mit Theater­
fragen auseinander� In der ersten Konferenz
am 1� Februar 2014 ziehen wir zum Thema
Die ersten 100 Tage gemeinsam mit dem Publi­
kum eine erste Zwischenbilanz�
Spielzeit 2013 / 2014
Internationales
Hello ! Look at me !
Gemeinsam mit Experten und Partnern vor
Ort präsentieren wir unter dem Titel Stuttgart × Blicke Vorträge, Filme, Gespräche und
Lesungen zu ausgewählten Inszenierungen –
an wechselnden Orten und jeweils rund
um den Spielplan des Schauspiel Stuttgart�
Schauspiel Stuttgart
Konzert × Bühne
Ab dem neuen Jahr öffnen wir das Schauspiel­
haus für Konzerte auf großer Bühne�
Die Reihe startet im Januar mit dem Singer­
Songwriter PeterLicht� Ab Februar warten
weitere Gäste aus Rock und Pop�
Einmal im Monat wird das Foyer des Nord zur
Tanzfläche� Wechselnde DJs bitten – jeweils
nach einer Abendvorstellung – am Plattenteller
zur Nachtschicht�
Stern × Stunden
An den vier Adventssonntagen gehört das
Foyer des Schauspielhauses unseren jüngsten
Besuchern� Mitglieder des Schauspiel­
ensembles lesen und spielen Geschichten für
Jung und Alt�
Polizei × Ruf
Dem Verbrechen auf der Spur
Stuttgart im Zentrum des Verbrechens: Mord,
Raub, Drogen und – die Wirtschaftskrimi­
nellen! Doch die Kommissare der Landeshaupt­
stadt sind bereits auf Spurensuche� Werden
auch Sie Zeugen eines neuen, unglaublichen,
verwirrenden, unkontrollierten und über­
raschenden Falls, der von Mitgliedern des
Schauspielensembles mit den Waffen der Im­
provisation gelöst werden wird� Blind × Date
von und mit Sebastian Röhrle und Gästen
Alles bleibt anders: Absacker ist jetzt Blind × Date.
Macht sich grade hübsch� Und ist ab dem
14� November wieder da� Lassen Sie Ihre „Num­
mer sicher“ zu Hause und finden Sie, wonach
Sie nicht gesucht haben und was sie jetzt
trotzdem nicht wieder hergeben wollen�
Das Ensemble des Schauspiel Stuttgart macht
in der Bar Erdgeschoss in der Theodor­Heuss­
Straße jeden zweiten Donnerstag im Monat,
wozu es und Sie Lust haben�
86
Union des Théâtres de
l’Europe (U.T.E.)
Das Schauspiel Stuttgart ist mit Beginn der
Intendanz Armin Petras in die Union des
Théâtres de l’Europe (U�T�E�) aufgenommen
worden� Die U�T�E� vereinigt derzeit über
20 Theater aus 17 Ländern, darunter: National­
theater Athen und Thessaloniki, National­
theater Belgrad, Schauspielhaus Graz,
Maly Theater Moskau, Nationaltheater Oslo,
Nationaltheater Sao Jao Porto, Nationaltheater
Prag, Teatro di Roma, Maly Drama Theater
St� Petersburg, das Piccolo Teatro di Milano,
deren langjähriger Intendant Giorgio
Strehler die U�T�E� 1990 mit dem damaligen
Kulturminister Frankreichs Jack Lang ins
Leben gerufen hat, sowie das Habima
Nationaltheater Tel Aviv, dessen Intendant
Ilan Ronen derzeit Präsident der U�T�E� ist�
Für die nächsten Spielzeiten sind bereits
diverse internationale Projekte und Austausch­
gastspiele in Planung�
So findet von 2013 bis 2015 ein Projekt
zum Thema „Terrorismus“ statt, an dem die
Theater aus Belgrad, Oslo, Stuttgart und
Tel Aviv, sowie die palästinensische Shibur
Hurr Company Haifa, das Young Vic Theatre
London und die Comédie de Reims teil­
nehmen� An jedem dieser Theater entstehen
eigens für das Projekt in Auftrag gegebene
Stücke, die sich aus unterschiedlichen
Perspektiven mit der Thematik auseinander­
setzen� Die Uraufführungsinszenierungen
werden an allen beteiligten Theatern als Gast­
spiele gezeigt� Zum Abschluss des Projekts –
im Sommer 2015 – sollen alle Arbeiten im
Rahmen eines Festivals und Abschluss­
Symposiums in Stuttgart präsentiert werden�
Die Uraufführung 5 morgen von Fritz Kater
in der Regie von Armin Petras am 26� Oktober
2013 im Nord ist der Beitrag des Schauspiel
Stuttgart für dieses Projekt�
Des weiteren finden – unter dem an Walter
Benjamin und Paul Klee gemahnenden
Titel Fallen Angel – im Zeitraum 2014 bis 2018
mehrere Kooperationen zum Thema „Erster
Weltkrieg“ statt� Initiator des länderüber­
greifenden Großprojekts ist das Serbische
Nationaltheater Belgrad; beteiligt sind Theater
aus ganz Europa�
Mitgliedstheater
— Nationaltheater Athen, Griechenland
— Teatre Lliure, Barcelona, Spanien
— Jugoslovensko Dramsko Pozoriste, Belgrad,
Serbien
— MC93, Bobigny, Frankreich
— Schauspielhaus Bochum, Deutschland
— Teatrul Bulandra, Bukarest, Rumänien
— Ungarisches Theater Cluj, Rumänien
— Schauspielhaus Graz, Österreich
— Piccolo Teatro di Milano – Teatro d'Europa,
Mailand, Italien
— Maly Drama Theater Moskau, Russland
— Teatro Garibaldi di Palermo alla Kalsa,
Italien
— Nationaltheater Oslo, Norwegen
— Teatro Nacional Sao Joao do Porto,
Portugal
— Nationaltheater Prag, Tschechien
— Teatro di Roma, Italien
— Sfumato Theaterlabor, Sofia, Bulgarien
— Maly Drama Theater, Sankt Petersburg,
Russland
— Schauspiel Stuttgart, Deutschland
— Habima Nationaltheater Tel Aviv, Israel
— Nationaltheater Thessaloniki, Griechenland
Assoziierte Mitglieder
— Ballhaus Naunynstraße, Berlin
— Viktor Bodò und die Szputnyik Shipping
Company, Budapest, Ungarn
— Patrice Martinet für das Festival Paris
Quartier d’Été
— Theaterakademie Ludwigsburg
Ehrenmitglieder
Tamás Ascher
Patrice Chéreau
Lev Dodin
Krystian Lupa
Robert Sturua
Anatolij Vassiliev
Andrzej Wajda
87
Schauspiel Stuttgart
Spielzeit 2013 / 2014
Mitmachen
Für Schulen
In Verbindung mit einem Vorstellungsbesuch sind die Angebote für Schulklassen kostenlos.
Theaterpraktische
Workshops zur
Vor- oder Nachbereitung
Wir bieten für Schulklassen theaterpraktische
Workshops an: zur Vor­ oder Nachbereitung
des Theaterbesuchs� In der Vorbereitung
nähern sich die SchülerInnen spielerisch den
Themen und Spielweisen� In der Nachberei­
tung werden einzelne Aspekte der Auffüh­
rung vertieft� Die Workshops dauern zwei bis
vier Schulstunden� Sie können im Theater
oder in der Schule stattfinden�
Gespräche
Wir organisieren für Sie und Ihre Klassen
Einführungen und Gespräche vor oder
nach den Vorstellungen mit den beteiligten
DramaturgInnen und KünstlerInnen –
je nach Möglichkeit im Theater oder in der
Schule�
Theaterführungen
Ein Blick hinter die Kulissen des Schauspiel­
hauses und in die Werkstätten: Welche
Abteilungen und Berufe gibt es hier?
Wo werden Bühnenbilder gebaut? Wie sind
die Proben organisiert?
Lehrertreffen
Wir möchten uns mit Ihnen austauschen:
Bei den Lehrertreffen haben Sie die Gelegen­
heit, sich bereits vor der Premiere durch
einen Probenbesuch ein Bild von den
Inszenierungen zu machen und erhalten im
Gespräch Hintergrundinformationen�
So können Sie den Vorstellungsbesuch mit
Ihren Klassen frühzeitig planen� Mehr dazu
in unseren Infobriefen�
Infobriefe
In regelmäßigen Lehrer­Infobriefen infor­
mieren wir Sie über Termine und Neuigkeiten
am Schauspiel Stuttgart� Über Neuanmel­
dungen freuen wir uns per E-Mail mit dem
Stichwort „Lehrer­Infobrief“ an
gruppen�schauspiel@staatstheater­stuttgart�de�
Für alle
Klinken Sie sich abseits des Zuschauerraums ins Theatergeschehen ein !
Dialog und spielerisches Entdecken –
für Kinder, Jugendliche, Studierende,
Erwachsene, LehrerInnen, SeniorInnen …
Machen Sie mit !
Materialmappen
Die Klubs
Wir bieten Ihnen zu vielen unserer Inszenie­
rungen Materialmappen zum Download oder
per Post� Darin finden Sie dramaturgische
Hintergrundinformationen sowie stück­
bezogene theaterpädagogische Vorschläge
für den Unterricht�
Für alle Theaterbegeisterten – vom Jugend­
lichen bis zum Rentner – bieten wir Spiel­
klubs an, die eine ganze Theatersaison
lang zusammenarbeiten und ihre Ergebnisse
schließlich vor Publikum präsentieren�
Wir freuen uns auf eure und Ihre Ideen zwi­
schen Musik, Theater, Installation, Perfor­
mance, Bewegung und Dokumentarischem …
Alle sind eingeladen ! Mehr unter
schauspiel­stuttgart�de/mitmachen
Spielplanvorstellung
Am 9� Oktober 2013 um 16:30 Uhr stellt das
neue Team im Foyer des Schauspielhauses
den Spielplan und die theaterpädagogischen
Angebote vor: für LehrerInnen aller Schul­
arten und in Zusammenarbeit mit der Reihe
Kontakte des Kulturamts Stuttgart�
Anmeldung per E-Mail an
kulturinformation@stuttgart�de�
Partnerschulen
Ab der Spielzeit 2013/2014 starten wir eine
mehrjährige Partnerschaft mit dem Neuen
Gymnasium Feuerbach� Mit kleineren und
größeren gemeinsamen Projekten wollen wir
neue Formen der Zusammenarbeit von
Schule und Theater erkunden� Wir würden
uns freuen, bald eine weitere Partnerschaft
mit einer Haupt­ oder Werkrealschule
einzugehen� Bei Interesse melden Sie sich
bei uns�
Besondere Impulse
Das Projekt Impuls MusikTheaterTanz richtet
sich an Grund­ und Hauptschulen mit
besonderen pädagogischen und sozialen
Aufgabenstellungen in der Region Stuttgart�
Hierbei nähern sich die Schulklassen an
acht Vormittagen einem Stück aus unserem
Spielplan� Im Schuljahr 2013 / 2014 laufen
Projekte für die Klassenstufe 2 – 4 zu Ronja
Räubertochter und für die Klassenstufe 7 – 8
zu Das kalte Herz. Eine gemeinsame Aus­
schreibung aller drei Sparten für die Spielzeit
2014 / 2015 erfolgt wieder im Juni 2014�
Impuls MusikTheaterTanz wird vom Kultus­
ministerium empfohlen und vom Förderverein
der Staatstheater Stuttgart e� V� sowie der
Karl Schlecht Stiftung finanziell gefördert�
Der Theater × Samstag
Einmal im Monat und immer neu: einzelne
künstlerische Workshops und neue Formate
zum Reinschnuppern und Ausprobieren�
MitarbeiterInnen und Gäste des Schauspiel
Stuttgart laden Sie zu kleinen Theater­
abenteuern ein, unverbraucht und unver­
bindlich� Das aktuelle Programm finden
Sie jeweils im Monatsspielplan sowie unter
schauspiel­stuttgart�de�
Die Aktionäre
Wir suchen Theaterbegeisterte jeden Alters,
die uns bei Theaterfesten und anderen Aktionen
unterstützen� Garantiert ist ein enger
Kontakt zum Schauspiel mit Probenbesuchen,
Workshops und weiteren Extras� Bei Interesse
einfach melden unter: aktionaere�schauspiel@
staatstheater­stuttgart�de
Zuschauer×Konferenz
In unserer Reihe Zuschauer × Konferenz setzen
wir uns mit Theaterfragen auseinander�
In der ersten Konferenz am 1� Februar 2014
ziehen wir zum Thema Die ersten 100 Tage
gemeinsam mit Ihnen Zwischenbilanz�
S – City Of Youth
Unser Stadtprojekt für Stuttgarter Jugendliche
findet im Sommer 2014 statt� (S� 85)
Der Kontakt
Karten und Informationen für Schulklassen
und Gruppen: Silke Duregger, Schul- und
Gruppenreferentin, Tel�: 0711 – 20 32 – 526,
Fax – 595, gruppen�schauspiel@
staatstheater­stuttgart�de
Theaterpädagogische Angebote: Jule Koch,
Theaterpädagogin, Tel�: 0711 – 20 32 – 651,
theaterpaedagogik�schauspiel@
staatstheater­stuttgart�de
88
Schauspiel Stuttgart
Spielzeit 2013 / 2014
Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter
Ensemble
Maja Beckmann
Manolo Bertling
Susanne Böwe
Boris Burgstaller
Sandra Gerling
Paul Grill
Gabriele Hintermaier
Berit Jentzsch
Caroline Junghanns
Johann Jürgens
Katharina Knap
Horst Kotterba
Matti Krause
Robert Kuchenbuch
Manja Kuhl
Peter Kurth
Thomas Lawinky
Andreas Leupold
Svenja Liesau
Marietta Meguid
Astrid Meyerfeldt
Wolfgang Michalek
Rahel Ohm
Hanna Plaß
Sebastian Röhrle
Elmar Roloff
Florian Rummel
Abak Safaei­Rad
Christian Schneeweiß
Anja Schneider
Paul Schröder
Edgar Selge
Michael Stiller
Holger Stockhaus
Nathalie Thiede
Franziska Walser
Schauspiel Studio
Marianne Helene Jordan
Arlen Konietz
Studierende der Staatlichen
Hochschule für Musik
und Darstellende Kunst Stuttgart
Gäste
Jean­Pierre Cornu
Julischka Eichel
Fritzi Haberlandt
Peter Jordan
Michael Klammer
Joachim Król
Jonas Friedrich Leonhardi
Peter René Lüdicke
Peter Moltzen
Karina Plachetka
Thomas Schmauser
Aenne Schwarz
Sebastian Wendelin
Susanne Wolff
Intendanz
Armin Petras, Intendant
Verena von Waldow, Assistentin
Klaus Dörr, Künstlerischer Direktor
Carolin Kaever, Referentin
Dramaturgie
Jan Hein, Leitender Dramaturg
Anna Haas, Dramaturgin
Dr� Bernd Isele, Dramaturg
Katrin Spira, Dramaturgin
Carmen Wolfram, Dramaturgin
Gaby Bay, Referentin
Verena Elisabet Eitel, Assistentin
Gabriella Bußacker,
Gastdramaturgin
Künstlerisches
Betriebsbüro
Lydia Herweh, Leitung
Sebastian Clever, Disponent
Kommunikation
Meike Giebeler, Leiterin
Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
Ingrid Trobitz, Leiterin
Presse und Internationales
Rebecca Rasem,
Online-Kommunikation
Anna Busdiecker, Grafikerin
Christine Sandkaulen, FSJ Kultur
Theaterpädagogik
Jule Koch,Theaterpädagogin
Silke Duregger, Schul- und
Gruppenreferentin
Katharina Fröhlich, FSJ Kultur
Technische Direktion
Luise Weidner
Regieassistenz
Peter Britz
Franziska Benack
Silinee Damsa­Ard
Hannah Rex
Gäste
Matthias Jochmann
Markus Klemenz
Ausstattungsleitung
Bühne & Kostüme
Natascha von Steiger
Olaf Altmann
Maria Anderski
Dagmar Bald
Peter Baur
Karoline Bierner
Robert Borgmann
Janina Brinkmann
Ines Burisch
Katja Eichbaum
Jo Fabian
Jana Findeklee
Christian Friedländer
Svenja Gassen
Mai Gogishvili
Michael Graessner
Falko Herold
Volker Hintermeier
Sara Kittelmann
Matthias Koch
Aino Laberenz
Stéphane Laimé
Jonathan Mertz
Moritz Müller
Carsten Nicolai
Kathrin Plath
Thilo Reuther
Annette Riedel
Jochen Schmitt
Bernd Schneider
Susanne Schuboth
Bettina Schürmann
Lene Schwind
Natascha von Steiger
Maike Storf
Katja Strohschneider
Patricia Talacko
Joki Tewes
Ausstattungsassistenz
Marlene Beer
Cinzia Fossati
Anna Franziska Huber
Laura Kempf
Julian Marbach
Miodrag Nerandzic
Miriam Siman
Stephanie Thurmair
Inspizienz
Hans Beck
Thomas Hoffmann
Bernd Lindner
Roberto Rochow
Soufflage
Jutta Blumenthal­Munz
Dorothea von Dechend
Frank Laske
Simone Weinmann
Hermann Wolter
Statisterie
Isabelle Grupp
Stimmbildung &
Sprecherziehung
Cornelia Schweitzer
Regie
Frank Abt
Sebastian Baumgarten
Björn Bicker
David Bösch
Robert Borgmann
Jan Bosse
Jorinde Dröse
Jo Fabian
Dominic Friedel
Krzysztof Garbaczewski
Malte Jelden
Schorsch Kamerun
Tilmann Köhler
Bastian Kraft
Martin Laberenz
Andreas Liebmann
David Marton
Christoph Mehler
Robert Neumann
Antú Romero Nunes
Armin Petras
Christiane Pohle
Stefan Pucher
Niklas Ritter
Christopher Rüping
She She Pop
Simon Solberg
Choreografie
Berit Jentzsch
Clébio Oliveira
89
Video
Stefan Bischoff
Philip Bußmann
Robert Mleczko
Carsten Nicolai
Rebecca Riedel
Niklas Ritter
Mieke Ulfig
Musik & Bühnenmusik
Friederike Bernhardt
Björn Deigner
Matthias Flake
Daniel Freitag
Philipp Haagen
Christoph Hart
Johannes Hofmann
Arno Kraehahn
Thomas Kürstner
Julia Marcell
Carl Oesterhelt
Miles Perkin
Max Renne
Tilmann Ritter
Sebastian Vogel
webermichelson
Schauspiel Stuttgart
Spielzeit 2013 / 2014
Die SchauspielAbonnements
Das Themen-Abonnement:
„Beziehungskisten“
Der Klassiker – das
Wochentags-Abonnement
Im neuen Wahl­Abonnement entscheiden Sie
selbst, auf welche Beziehung Sie sich ein­
lassen� Oder verfolgen Sie mit dem Themen­
Abonnement „Beziehungskisten“ auf Ihrem
persönlichen Platz im Schauspielhaus,
wie sich vier große Dramen auf der Bühne
abspielen� In Hintergrundgesprächen,
Probenbesuchen und Einführungen erfahren
Sie mehr�
Übrigens: Als AbonnentIn sparen Sie bis zu
40 %, und Ihre Fahrt mit dem VVS ins Theater
und zurück ist kostenfrei� Für Ihre Planung
erhalten Sie zusätzlich den Monatsspielplan
per Post – natürlich ebenfalls kostenfrei�
Unsere Abo­Klassiker beinhalten acht
Vorstellungen auf Ihrem persönlichen Platz
im Schauspielhaus an einem von Ihnen
ausgewählten Wochentag� Sie entscheiden,
welchen Tag Sie zu Ihrem Theatertag erklären�
Die Vorstellungstermine entnehmen Sie
dem jeweiligen Monatsspielplan� Zusätzlich
erhalten Sie zwei Ermäßigungsgutscheine,
womit Sie Karten für weitere Repertoire­
Vorstellungen zum reduzierten Preis erhalten�
336,– | 288,– | 248,– | 192,– EUR
2 Ermäßigungsgutscheine
Sie sehen acht Premieren im Schauspielhaus�
Die Vorstellungstermine erhalten Sie zu
Beginn der Spielzeit� Für die Spielzeit
2013 / 2014 stehen leider keine Plätze für die
Neueinzeichnung zur Verfügung�
Neu ! Das Wahl-Abonnement
Acht Inszenierungen Ihrer Wahl
15% Ermäßigung
232,– | 196,– | 164,– | 128,– EUR
2 Ermäßigungsgutscheine
Sie erhalten acht übertragbare Schecks
für Repertoire­Vorstellungen des Schauspiels
Ihrer Wahl im Schauspielhaus�
Die Wahl­Abonnement­Schecks sind gültig
für die gesamte Spielzeit 2013 /2014�
Zusätzlich erhalten Sie zwei Ermäßigungs­
gutscheine, mit denen Sie Karten für weitere
Repertoire­Vorstellungen zum reduzierten
Preis erhalten�
Spielzeit 2013 / 2014
Karten
Vorverkauf
Der Vorverkauf beginnt datumsgleich für
alle Vorstellungen im Schauspielhaus jeweils
zwei Monate (neu!), für alle Vorstellungen
im Kammertheater und Nord jeweils einen
Monat im Voraus, für Schauspielcard­
InhaberInnen einen Tag früher (außer für
Premieren, Gastspiele, Sonderveranstal­
tungen)� Fällt der erste Vorverkaufstag auf
einen Samstag oder Sonntag, beginnt
der Kartenvorverkauf bereits am Freitag, bei
einem Feiertag am Tag davor�
136,– | 116,– | 96,– | 76,– EUR
Sind Sie wählerisch bei
Beziehungen?
Das Premieren-Abonnement
Schauspiel Stuttgart
Montags-Abonnement
40 % Ermäßigung
164,– | 140,– | 116,– | 92,– EUR
Sonntags- bis DonnerstagsAbonnement
25 % Ermäßigung
204,– | 176,– | 144,– | 112,– EUR
Freitags- oder SamstagsAbonnement
25 % Ermäßigung
216,– | 188,– | 156,– | 128,– EUR
Wochenend-Abonnement
wechselnde Wochentage Freitag,
Samstag oder Sonntag
30 % Ermäßigung
192,– | 164,– | 136,– | 104,– EUR
Sonntag 18 Uhr-Abonnement
25 % Ermäßigung
204,– | 176,– | 144,– | 112,– EUR
Sie sehen vier zentrale Inszenierungen, die
sich mit dem Thema „Beziehung“ ausein­
andersetzen: Szenen einer Ehe nach dem Film
von Ingmar Bergman, Regie Jan Bosse; Effi
Briest nach dem Roman von Theodor Fontane,
Regie Jorinde Dröse; Reigen von Arthur
Schnitzler, Regie Bastian Kraft; Das Fest nach
dem Film von Thomas Vinterberg, Regie
Christopher Rüping�
Vor den Vorstellungen erhalten Sie eine
exklusive Einführung durch den stückführen­
den Dramaturgen oder die Intendanz� Die
Vorstellungstermine erhalten Sie zu Beginn
der Spielzeit�
Preisgruppen
Schauspielhaus
1
Das Junge Abo
3
Das Abonnement für junge Menschen von
14 bis 25 Jahren� Für nur 36,– EUR sechsmal
in Vorstellungen des Schauspiels�
Die Vorstellungstermine für die gesamte
Spielzeit erhalten Sie im Abonnementbüro�
4
5
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A
34,–
29,–
24,–
19,–
8,–
B
36,–
31,–
26,–
21,–
8,–
C
39,–
34,–
29,–
24,–
8,–
|
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|
|
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|
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D
42,–
36,–
31,–
24,–
8,–
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|
E
Telefonischer Kartenverkauf
50,–
Tel�: 0711 – 20 20 – 90,
Mo – Fr 10 – 20 Uhr, Sa 10 – 18 Uhr
41,–
32,–
24,–
8,–
Schriftlicher Kartenverkauf
Die Staatstheater Stuttgart, Kartenservice,
Postfach 10 43 45, 70038 Stuttgart,
Fax 0711 – 2020 – 920
Abonnementbüro
Tel�: 0711 – 2032 – 220, Fax – 300,
Mo­Fr 10 – 18 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr
Vorstellungs- / Abendkasse
Nord
Eintrittspreise
Sitzplan Schauspielhaus
von 18,– Preisgruppe
bis 23,– EUR
1
Preisgruppe 2
Die Vorstellungs­ bzw� Abendkassen an den
Spielstätten öffnen jeweils eine Stunde vor
Vorstellungsbeginn�
Preisgruppe 3
Preisgruppe 4
Preisgruppe 5
24
23
22
21
20
19
24
23
22
21
20
19
18
18
17
16
15
14
13
12
11
10
9
8
7
6
5
4
3
Preisgruppe 1
2
Preisgruppe 2
1
Preisgruppe 3
ts
rech
Preisgruppe 4
Preisgruppe 5
90
|
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|
Eintrittspreise
von 10,– bis 25,–EUR
Die volle Flexibilität: immer für die Hälfte
ins Schauspiel
Weitere Informationen und Bestellformular
unter schauspiel-stuttgart.de
|
|
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|
|
Kammertheater
Die Schauspielcard
Für einmalig 70,– EUR erhalten Sie ein Jahr
lang 50% Ermäßigung in allen Preisgruppen
und Spielstätten des Schauspiels� Bei der
Schauspielcard+ für 100,– EUR können Sie
bis zu zwei ermäßigte Karten pro Vorstellung
erwerben�
Die Schauspielcard und Schauspielcard+ sind
personengebunden, bei der Schauspielcard+
kann eine Begleitperson frei gewählt werden�
Von der Ermäßigung ausgenommen sind
Premieren, Gastspiele und Sonderveranstal­
tungen sowie Plätze der Preisgruppe 5�
Ihr Vorteil: Bereits einen Tag vor dem Vorver­
kaufsbeginn können Schauspielcard­Besitzer
an der Theaterkasse sowie über den
telefonischen Service Karten für Repertoire­
vorstellungen erwerben� Für Ihre Planung
erhalten Sie kostenfrei den Monatsspielplan
per Post�
Tageskasse
Königstraße 1B (Theaterpassage),
70173 Stuttgart,
Mo – Fr, 10 – 19 Uhr; Sa 10 – 14 Uhr
Preisgruppen 1 – 5,
Veranstaltungskategorien A – E
2
Weitere Informationen zu den Abonnements
erhalten Sie unter:
Tel�: 0711 – 20 32 – 220
Mo – Fr 10 – 18 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr
schauspiel­stuttgart�de
Postanschrift: Die Staatstheater Stuttgart:
Abonnementbüro
Postfach 104345, 70038 Stuttgart
Kartenverkauf
Stand: 16. April 2013
Bühne
Bühne
17
16
15
14
13
12
11
10
9
8
7
6
5
4
3
2
1
links
Sitzplan Schauspielhaus
91
Online-Kartenverkauf
Online­Kartenverkauf jederzeit unter
schauspiel­stuttgart�de� Vor Beginn des Vor­
verkaufszeitraums werden Kartenbestel­
lungen über das Online­Bestellformular
unter staatstheater­stuttgart�de angenommen
(Bearbeitung im Rahmen des schriftlichen
Kartenvorverkaufs)�
Ermäßigungen
Kinder bis 14 Jahre in Begleitung Erwach­
sener erhalten eine Ermäßigung in Höhe von
50% in bestimmten Preisgruppen� Schüler,
Studierende, Personen im Freiwilligen
Sozialen Jahr oder im Bundesfreiwilligen­
dienst (bis 30 Jahre) sowie arbeitslose
Besucher erhalten Karten zum ermäßigten
Preis (bei Vorlage des amtlichen Ausweises)�
Schwerbehinderte Menschen erhalten
Ermäßigung in bestimmten Preisgruppen�
Bei Premieren, Gastspielen und Sonder­
veranstaltungen sowie im Online­Verkauf
können Ermäßigungen ausgeschlossen
werden�
uni@staatstheater
Studierende gehen in Vorstellungen von Oper
Stuttgart, Stuttgarter Ballett und Schauspiel
Stuttgart für 10,– EUR im Opernhaus und
7,– EUR im Schauspielhaus und in allen
anderen Spielstätten� Mit uni@staatstheater
profitiert man außerdem von Sonderaktionen
wie Probenbesuchen, Partys und Sonder­
kontingenten� Anmeldung und weitere
Informationen unter schauspiel­stuttgart�de
Reservierung
von Rollstuhlplätzen
Tel� 0711 – 20 32 – 254
rollstuhlplaetze@staatstheater­stuttgart�de
Gruppenbestellungen
Die Staatstheater Stuttgart, Silke Duregger,
Postfach 104345, 70038 Stuttgart,
Tel�: 0711 – 20 32 – 526, Fax – 595
gruppen�schauspiel@staatstheater­stuttgart�de
Geschenkgutscheine
Geschenkgutscheine können Sie telefonisch
oder schriftlich bestellen sowie unter
staatstheater­stuttgart�de oder in der Theater­
kasse direkt kaufen�
Schauspiel Stuttgart
Spielzeit 2013 / 2014
Service und Kontakt
Die
Reise
Seite 19
Service
Kontakt
Der Weg zu uns
Freie Fahrt ins Theater
Intendanz
Haus- und Postadresse
Am Tag der Vorstellung gilt die Eintrittskarte
als Fahrschein (2� Klasse) in den Verkehrs­
mitteln des VVS: drei Stunden vor Beginn der
Veranstaltung zur Fahrt zum Veranstaltungs­
ort und nach Vorstellungsende zur Rückfahrt
(auch in den Nachtbussen)�
Tel� 0711 – 20 32 – 444, Fax – 516
intendanz�schauspiel@
staatstheater­stuttgart�de
direktion�schauspiel@
staatstheater­stuttgart�de
Schauspiel Stuttgart
Oberer Schloßgarten 6
70173 Stuttgart
Schauspiel-Leporello
Tel� 0711 – 20 32 – 434
dramaturgie�schauspiel@
staatstheater­stuttgart�de
Der monatliche Spielplan mit Überblick über
das gesamte Programm, Hintergrundinfor­
mationen zu Premieren, Repertoire, Extras
und vieles mehr – jeden Monat pünktlich zum
Vorverkaufsbeginn in Ihrem Briefkasten –
natürlich kostenfrei� Einfach bestellen unter
schauspiel­stuttgart�de/publikationen oder
per E-Mail an publikationen@staatstheater­
stuttgart�de� Unsere AbonnentInnen erhalten
den Monatsspielplan automatisch zugesandt�
Schauspiel-Newsletter
Regelmäßige Informationen über das Pro­
gramm und besondere Angebote per E-Mail –
zu abonnieren unter schauspiel­stuttgart�de�
Spielplaninformationen
Spielplanansage unter Tel�: 0711 – 197 04
schauspiel-stuttgart.de
Spielplaninformationen stets auf dem
neuesten Stand, Fotos, Filme, Texte zu allen
Stücken, Schauspielern und Regieteams
sowie aktuelle Nachrichten und Online­
Kartenverkauf�
Gastronomie
Der Gastronomiepartner der Staatstheater
Stuttgart, die List und Scholz teatro GmbH,
bietet Ihnen die kulinarische Versorgung
rund um den Theaterbesuch� Tisch­
reservierungen unter Tel�: 0711 – 99 79 39 90
oder reservierung@listundscholz�de�
Weitere Informationen unter
listundscholz�de/staatstheater
Führungen
Lernen Sie einen der größten Theaterbetriebe
Europas aus einer neuen Perspektive
kennen! Termine für öffentliche Führungen
finden Sie im Monatsspielplan oder unter
staatstheater­stuttgart�de�
Buchung von Gruppenführungen unter
fuehrungen@staatstheater­stuttgart�de,
Tel�: 0711 – 20 32 – 644
Spielstätten
Schauspielhaus
Dramaturgie
Künstlerisches Betriebsbüro
Tel� 0711 – 20 32 – 380 / – 215, Fax – 477
kbb�schauspiel@
staatstheater­stuttgart�de
Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Nord
Löwentorstraße 68 (Löwentorbogen)
70376 Stuttgart
Kammertheater
Konrad­Adenauer­Straße 32
(Neue Staatsgalerie), 70173 Stuttgart
Erdgeschoss
Kommunikation
Tel� 0711 – 20 32 – 456 /– 262, Fax – 516
presse�schauspiel@
staatstheater­stuttgart�de /
oeffentlichkeitsarbeit�schauspiel@
staatstheater­stuttgart�de
Theaterpädagogik
Tel� 0711 – 20 32 – 651 / – 526, Fax – 595
theaterpaedagogik�schauspiel@
staatstheater­stuttgart�de /
gruppen�schauspiel@
staatstheater­stuttgart�de
Tageskasse
Königstraße 1B (Theaterpassage),
70173 Stuttgart
Mo – Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr
Online Kartenverkauf
unter schauspiel­stuttgart�de
Telefonischer Kartenverkauf
Tel� 0711 – 20 20 90,
Mo – Fr 10 – 20 Uhr, Sa 10 – 18 Uhr
Schriftlicher Kartenverkauf
Die Staatstheater Stuttgart: Kartenservice
Postfach 104345, 70038 Stuttgart,
Fax 0711 – 20 20 920
Abonnementbüro
Tel� 0711 – 2032 – 220, Fax – 300
Mo – Fr 10 – 18 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr
Postanschrift: Die Staatstheater Stuttgart:
Abonnementbüro
Postfach 104345, 70038 Stuttgart
92
Peter
Høeg
Theodor­Heuss­Straße 4, 70173 Stuttgart
Anfahrt
Schauspielhaus und Kammertheater
S/U Hauptbahnhof/Arnulf­Klett­Platz,
U Staatsgalerie, Bus 40, 42, 44,
Parkhäuser Landesbibliothek, Schloßgarten,
Staatsgalerie & Landtag
Seite 26
Nord
Löwentorstraße 68 (Löwentorbogen)
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Straßenbahn U12 bis Löwentor oder
U13 bis Löwentor oder Rosensteinpark,
Bus N5 bis Löwentor�
Anreise mit dem Auto entsprechend der
Anfahrtsskizze� Parkplätze im Parkhaus sind
für unsere Besucher ab einer Stunde vor
Vorstellungsbeginn kostenlos� Von dort aus
führt ein Weg durch den Gebäudekomplex
zum Haupteingang�
Die
Marquise
von O.
Seite 79
Die
Räuber
Bertolt
Brecht
Seiten 70, 81
Liebe
Kannibalen
Godard
Seite 27
Arthur
Schnitzler
Seite 31
Seite 30
Mogens
Rukov
Seite 77
Denn
sie wissen
nicht
was wir tun
Seite 75
Iphigenie
auf
Tauris
Seite 69
Anna
Katharina
Hahn
Seite 78
Thomas
Mann
Am Schwarzen
Berg
Seite 80
Seite 78
Alfred
Andersch
Seite 32
David
Marton
Seite 67
Reigen
Seite 31
Stadtprojekt
Fräulein
Smillas
Gespür für
Schnee
Seite 26
Seite 85
Lehrstücke
Seite 84
She She
Pop
Seite 84
Albert
Camus
Bernward
Vesper
Seite 19
Das
kalte Herz
Seite 74
Seite 72
Doppelgänger
Seite 67
Federico
García
Lorca
Hermann
Hesse
Seite 82
David
Graeber
Seite 71
Weekend
Seite 30
Seite 76
Ronja
Räubertochter
Seite 68
Dieter Roth
Seite 83
Leben
des
Galilei
Seite 70
Astrid
Lindgren
Seite 68
Herausgeber
Schauspiel Stuttgart
Fahrerflucht /
Fluchtfahrer
Seite 32
Intendant
Armin Petras
Künstlerischer Direktor
Klaus Dörr
Redaktion
Dramaturgie, Kommunikation,
Künstlerisches Betriebsbüro
Konzept und Gestaltung
Spector Bureau:
Markus Dreßen, Jakob Kirch,
Katharina Köhler, Jan Wenzel,
spectorbureau.com
Fotografie
Arthur Zalewski
Gesamtherstellung
Offsetdruckerei Karl Grammlich
GmbH, Pliezhausen
Redaktionsschluss
September 2013
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