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Selbstwerterschütterung und narzisstische
Persönlichkeitsstörung – eine Herausforderung
für die Ego‐State Therapie.
Ego State Therapie Jubiläumskongress 2014
MEG- Institut Rottweil 22. November
Dr.med. Helmut Rießbeck, Königstrasse 6
91126 Schwabach
www.psychotherapie‐riessbeck.de
Benutzername: Arzt Kennw.: Therapie
Die offene narzisstische Symptomatik
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Grandiosität und Omnipotenz
Externalisierendes Verhalten
Extreme Selbstbezogenheit
Fehlendes Interesse, Sympathie oder Empathie für Andere
Übersteigertes Bedürfnis von Anderen Bewunderung und
Anerkennung zu erhalten
Bedürfnis nach ständiger Gratifikation
sucht laufend nach Perfektion
strebt nach Reichtum, Schönheit, Macht und danach Andere
zu finden, die das spiegeln
Anmaßung
Ansprüchlichkeit
Verachtung (in einigen Fällen)
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©Dr.H. Rießbeck
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Das verdeckte klinische Bild
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Zorn und Wut
Neid
Scham
Leere
Verletzlichkeit
Schlechte Selbstachtung
Gefühl der Unzulänglichkeit
Inneres Erleben von Minderwertigkeit
Misstrauen
Sensibel für Kränkbarkeit, Angst vor Zurückweisung
Tendenz Andere aus zunutzen und zu manipulieren
09.11.2014
©Dr.H. Rießbeck
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Anlässe für Psychotherapeutische Kontakte
•Nach einer Kollision mit der “Wirklichkeit”
•Fehlende bestätigende Spiegelung
•Partner‐ und Beziehungsprobleme
• Schwierigkeiten in Arbeitsverhältnissen)
• Ein Ereignis, welches das idealisierte Selbstbild
zusammenbrechen lässt – “it pops up the bubble”
(Knipe, 2009)
09.11.2014
©Dr.H. Rießbeck
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Typologie narzisstischer Erscheinungsbilder
A) Der elitäre Narzisst
B) Der selbstlose verausgabende Typ
C) Der Narzisstisch gestörte Täter
1) Der offen Macht ausübende Typ
2) Der Narzisst im Gewand des Opfers
D) Narzisstisch auffällige Anteile in dissoziativen
Systemen
1) Täterloyale Anteile
2) Täteridentifizierte Anteile
3) Anteile mit psychotischer Grandiosität
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©Dr.H. Rießbeck
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Entstehung der Narzisstischen Störung
Biologische
Vernachlässigung
Einflüsse
09.11.2014
Missbrauch
Verwöhnung,
Instrumenta
-lisierung
Überhöhte
©Dr.H. Rießbeck
Aufmerksamkeit
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A)Der elitäre Narzisst
Von sich extrem überzeugt
Der Glaube an die Besonderheit
gewinnt durch Verbindung mit
herausragenden Personen
Prahlen mit Erfolgen.
Übertreibung der Taten und des
Erreichten (immer das Beste und
Schönste).
Erwartung als Ausnahmeperson
behandelt zu werden.
Alle Handlungen dienen dazu
Andere von der eigenen
Besonderheit zu überzeugen.
Stetiges Arbeit für z.B.
Qualifikationsschritte wird
vermieden
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©Dr.H. Rießbeck
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Statements elitärer Narzissten
• „Ganz viel ist doch nie wirklich Besser“.
• „Andere sind langweilig und stehen unter mir“.
• „Es ist wie von der Spitze des Empire State building in
den Keller zu fallen“
• „Es ist so langweilig mit Anderen die unter meinem
Niveau stehen. Sie verdienen meine Aufmerksamkeit
nicht –reine Zeitverschwendung“.
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Narzisstische Störung in der sozialen Welt
• Ich wurde als einzigartiges
überlegenes Wesen
angesehen, Daher war die
Konfrontation mit der
wirklichen Welt schlimm,
weil niemand diese erlebte
Größe sah und anerkannte.“
• „Ich konnte nicht sehen,
dass es an meiner
Einstellung lag, hatte immer
den Eindruck ich hätte eine
besondere Behandlung
verdient, einfach weil ich
Ich bin.“
09.11.2014
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B) Der selbstlose verausgabende Typ
• Ablehnung von Lob und
Anerkennung
• Übertriebene Bescheidenheit
und völlige Bedürfnislosigkeit
bis zur Selbstbeschädigung
• Extremer Gerechtigkeitssinn
• Triumphgefühle durch
„Märtyrertum“
• Hohe Kränkbarkeit
• z.T. Unverständnis warum
keine Gratifikation für die
Bemühungen erfolgt, sie
„nichts“ zurückbekommen.
• Verleugnung aller eigenen
negativen Emotionen
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Trauma und Narzisstische Störung
Chronische
SelbstwertBalancestörung
Reparaturversuche
Maladaptive
Zyklen
Veränderungen
im
Selbst- und
Weltbild
Traumatische
Erschütterung
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C1) Der offen Macht ausübende Typ
• Offener Missbrauch – der psychopathische Narzisst
• Kein Schuldgefühl
• Beziehungen werden gehalten so lange der Partner
nützlich scheint.
• Verachten Andere wenn sie leicht verführbar
erscheinen.
• Genuss am Betrug
• Vorsicht – antisoziale Persönlichkeiten möglich !
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C2) Der Narzisst im Gewand des Opfers
• Niedriges Selbstwerterleben
• Sucht Aufmerksamkeit, Zuwendung und Fürsorge, die
aber nie als ausreichend erlebt wird
• Agiert als „Ja‐Sager“, dabei werden alle Bemühungen des
Gegenüber aber abgelehnt oder torpediert.
• Starke Ambivalenz gegenüber Hilfe
• Lehnt eigene Zuständigkeit für Problembereiche ab
(externalisierender Modus), passiv rezeptiv.
• Hohe „Wiedergutmachungserwartung“ für das in der
Vergangenheit Erlittene.
• Neigung das Leiden Anderer, insbesondere naher
Beziehungspersonen zu ignorieren
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Selbstwertproblematik der Opfer
• Anhaltende Bedürftigkeit
• Opfer‐Status hilft ein
Identitätsgefühl als Ersatz
für fehlende Ich‐Identität zu
etablieren
• Die Grandiosität der
schlimmsten Verwundung
• Kompensatorische
Größenphantasien („z.B.
Rächer“)
• Das Leiden Anderer darf
evtl. nicht beachtet werden.
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Therapeutische Grundhaltung
• Fokussierung auf die Verletzbarkeit des „falschen
Selbst“.
• Psychoedukation und prinzipiell
psychotraumatologisches Verständnis sind hilfreich
• Die Sympathie muss nicht der Fassade sondern den
verletzten Anteilen gelten.
• Eigene verletzliche und kränkbare Anteile des
Therapeuten beachten
• Vermeiden sprunghafter Bewegungen in der
Therapie – geduldig an einen Fokus (= zentrales
Muster) binden.
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Narzisstische Störung und strukturelle Dissoziation
Opfererfahrung:
Demütigen, Beschämen
Positive Erfahrung:
Anerkennung, Bestätigung
Aktionssystem
Defensiv: Flucht
Unterwerfung
EP
Vernichtungserleben
Angst, Scham
Offensiv:
Kampf, Kontrolle
Bindung
EP
EP Abhängig,
Wut, Feindseligkeit
Stolz,Freude,
Neugier
Phobie/ emotionale
Unvereinbarkeit
APSoziales Management
Rationalisieren
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Arbeit mit Inneren Anteilen 1
• Lange „Stabilisierungsphase“ analog der
Traumatherapie – Fokus auf realistische, nicht auf
idealisierte Ressourcen
• Anteile die alternative Erfüllung von Bedürfnissen
ermöglichen als Helferanteile einsetzen.
• Anteile die stabile Abwehr ermöglichen, fördern.
• Vorsichtiger Kontakt mit verletzten Anteilen, die
zentrale Emotionen repräsentieren (Scham,
Ohnmacht)
• Vorsicht ‐ „machtvolle“ Suggestionen (oder auch
„Deutungen“) werden wie Attacken erlebt.
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Arbeit mit Inneren Anteilen 2
• Besondere Beachtung der Desorganisation des Systems –
pacing richtet sich nach der niedrigsten der
Handlungstendenzen
• Soweit möglich ausführliche Psychoedukation über die
gesunden Entwicklungsbedürfnisse eines Kindes
• Inneren Beratungsraum nutzen nach der
Stabilisierungsphase
• Sicherer ist es ein der Teilearbeit aus der
Erwachsenenposition zu arbeiten und anzuleiten wie das
Selbst mit z.B. jüngeren Anteilen umgeht.
• Einzelne Belastungssituationen können z.B. mit
Screentechnik oder EMDR durchgearbeitet werden.
• Letztlich geht es um Entdeckung und Würdigung des
realen Selbst.
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Technik mit den Stühlen
Wenn ich an… denke…habe ich das Gefühl…
Emotion(‐en):
Körpersignale:
Erinnerungen: (ggf.Brücke – cognitiv/affektiv/somatisch)
Alter:
Geschlecht:
Name/Bezeichnung:
Ego State Therapie/ Stühle‐Technik
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Zyklischer Ablauf ‐ Innere Räume aufsuchen
Die Therapie der Ich‐Zustände beruht auf der
Anwendung von Techniken aus Einzel‐,
Gruppen‐ und Familientherapie zur Lösung
von Konflikten zwischen den verschiedenen
Ich‐Zuständen , die eine Selbst‐Familie
konstituieren“ (J.Watkins).
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Dissociative Table Technique G.A. Frazer
Im Original gibt es die folgenden Schritte:
1. Ein Entspannungsbild – VAKOG
2. Beratungsraum (s.a. innere Ratsversammlung/Schulz v. Thun) mit der KlientIn
als Teamchefin (chairman) – begleitende mapping Technik
3. Spotlight Technik – der angeleuchtete State ist in der Exekutive, spricht mit
der TherapeutIn
4. Technik des inneren Vermittlers (middleman), wenn ein State sich weigert,
Kommunikationsschwierigkeiten hat, zu jung ist…
5. Screen Technik – hier werden die States alle ermutigt die Erfahrungen auf
einem Bildschirm anzusehen, mit Kontrollmöglichkeit
6. Suche nach einem Center Ego State (inner self helper), kennt die Struktur und
Geschichte aller Ego States, hat Beobachterfunktion
7. Memory protection Technik – ein schützendes Bild/ Vorstellung wird neu in
das traumatische Ereignis eingebaut
8. Transformations Bühnen Technik – auf einer Seiten‐Bühne kann die Identität
(Alter‐Geschlecht…) eines Ego States verändert werden
9. Integrations – und Fusions Techniken – über Hände halten usw. gehen Ego
States zeitweise oder dauerhaft ineinander über.
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©Dr.H. Rießbeck
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Literatur :
Breitenbach,G., Requardt,H.: Komplex‐systemische Traumatherapie und Traumapädagogik
Asanger, 2013
Boon,S.;Van der Hart,O.,E.,Steele,K.: Traumabedingte Dissoziation bewältigen, Junfermann
Ellenberger, Henri,F.: Die Entdeckung des Unbewussten, Zürich Diogenes, 2005
Emmerson,G: Ego State Therapy, Crown House Pub. Camarthen 2007
Fiedler,Peter (Hrsg.): Trauma, Dissoziation, Persönlichkeit. Pabst Verl., Lengerich, 2006
Fraser,G.A.: The dissociative table technique, a strategy for working with ego states in dissociative disorders and ego state therapy,
Dissociation Vol IV‐1, 1991
Fromm,E.,Nash,M.R.: Psychoanalysis and Hypnosis, Int. Universities Press Inc., Madison 1997
Frederick, C., & Mc Neal, S. (1999). Inner Strenght. Maywah: Lawrence Erlbaum Ass.
Frederick,C.: Ausgewählte Themen der Ego State Therapie, Z f Hypnose u. Hypnotherapie 1+2‐10‐2007
Fritzsche,K.Hartman,W.: Einführung in die Ego State Therapie Auer, Heidelberg 2010
Fritzsche,K.: Praxis der Ego State Therapie, Auer, Heidelberg 2013
Huber, M.: Wege der Traumabehandlung Junfermann, 2009.
Mosquera,D.:Narcissistic personalities and trauma.ESTD Conference, 2014
Paulsen,S.: Looking through the eyes of trauma and dissociation, Bainbridge Inst. F. Integrative Psychology, Bainbridge Island 2009
Peichl,J.: Innere Kinder, Täter, Helfer und Co. Klett Cotta, Stuttgart 2007
Phillips,M, Frederick,C.: Handbuch der Hypnotherapie bei posttraumatischen und dissoziativen Störungen, Auer, Heidelberg 2003
Rießbeck,H.: Einführung in die Hypnodynamische Teiletherapie, Auer, Heidelberg 2013
Steiner, B. , Krippner,K.: Psychotraumatherapie, Schattauer Verlag 2006
Schultz v. Thun, F.: Miteinander reden 1‐3 rororo, Reinbek 2008
Schultz v. Thun, F.,Kumbier,D.: Impulse für Beratung und Therapie rororo, Reinbek 2008
Watkins,J.G, Watkins,H.H: Ego States, Theorie und Therapie, Auer ,Heidelberg 2003
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09.11.2014
©Dr.H. Rießbeck
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