Mit Modellen arbeiten TERRAMethode

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Ökosystem Weltmeer
Geographische Modelle
kennst du bereits in
vielen Variationen und
unterschiedlicher
Abstraktion: Eines der
bekannten Modelle ist
der Globus. Bilder und
Karten sind vereinfachte
Abbildungen der Wirk-
Methode
Mit Modellen
arbeiten
Geographische Modelle sind in der Regel Abbilder der Realität. So stellt der Globus maßstäblich verkleinert die Erdkugel dar.
Modelle sind teilweise generalisiert, unterschiedlich stark abstrakt und vernachlässigen manchmal bewusst bestimmte
Merkmale. Dabei können wesentliche Eigenschaften oder Strukturen für den Darstellungszweck hervor gehoben werden. Sie veranschaulichen komplexe Zusammenhänge
und man kann an ihnen teilweise sogar zukünftige Entwicklungen ablesen.
Oft liefern sie auch bei der Bildung wissenschaftlicher Theorien wichtige Erkenntnisse,
da sie Strukturen erläutern oder zeitliche Abläufe beschreiben, wie z. B. beim plattentektonischen Zyklus (vom Urkontinenten Pangäa bis zur heutigen Entwicklung) und wie
bei der Bildung des mittelatlantischen Rückens durch die Konvektionsströme im Erdmantel.
lichkeit; oft mit Namen
und Texten zur Erläuterung. Auch Zusammenhänge, Abläufe oder
Theorien werden durch
Modelle anschaulich.
Mit Modellen arbeiten
1. Schritt: Orientieren
– Ermittle, was im Modell dargestellt ist.
– Beschreibe die Lage des im Modell dargestellten Sachverhalts.
– Ermittle, welcher Zeitpunkt dargestellt,
bzw. welcher Zeitraum abgebildet wird.
Alter
des Ozeanbodens
(Mio.Present
Jahre)
Millions
of Years Before
180
147.7
131.9 120.4
67.7
47.9
9.7
Active Plate Margin
154.3
139.6 126.7
83.5
55.9
a Modell zum Alter der ozeanischen Kruste
2. Schritt: Modell beschreiben
– Stelle fest, ob es sich um ein statisches oder
dynamisches Modell handelt.
4. Schritt: Modell kritisch bewerten
– Beschreibe den Ist-Zustand des Modells.
– Untersuche, ob das Modell hinsichtlich sei– Suche auffällige Strukturen und beschreiner Aussagekraft ganz oder teilweise auf
be sie.
die Realität übertragbar ist.
– Bewerte, inwiefern das Modell zur Veran3. Schritt: Modell analysieren
schaulichung der wissenschaftlichen The– Finde Regelhaftigkeiten und Prozessaborie beiträgt.
läufe.
– Stelle Zusammenhänge und/oder Gesetzmäßigkeiten fest und erkläre diese.
– Erstelle bei dynamischen Modellen Prognosen über die zukünftige Entwicklung.
18
33.1
40.1
20.1
0
1 Untersuche die ozeanischen Böden im Modell
auf ihre Entstehung und ihr Alter hin.
2 Suche die Grenzen der afrikanischen Platte.
Beschreibe sie und bestimme das Alter.
Ergänze deine Beobachtung zur Erklärung mit
der geotektonischen Karte eines Atlanten.
3 Vergleiche das Modell auf dieser Seite mit der
vertikalen Gliederung der Weltmeere von Seite 7.
4 Untersuche die Darstellung der Tiefseegräben
in beiden Modellen. Welches Modell eignet
sich für die Veranschaulichung des Textes von
Jaque Piccard von Seite 7? Beschreibe, was
Modelle in Bezug auf die Wirklichkeit nicht
leisten.
19
Inactive Plate Margin
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Ökosystem Weltmeer
W
eltcontaineru
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Rekordumsätze durch
gt weiter
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tm
el
W
s
de
ng
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Aquakultur
sc
rfi
be
Ü
oppt die
St
Großschutzgebiete
e eingerichtet Ölteppich tr
eibt auf
an Nord- und Ostse
Brennpunkt
Massentourism
a
Mittelmeer:
us gefährdet
Ökosystem
Rohstoffjagd in N
eptuns Reich –
lohnt sich der Tief
seebergbau?
Küste zu
ste
ischer Kü
k vor dän
r
a
p
d
in
W
eröffnet
Methode
Reichtümer des Weltmeeres – Natur- und Nutzungspotenzial
– Fische und Meereslebewesen zur Ernährung
– Wasser als Verkehrsraum für die Schifffahrt
– Küsten und Südsee als Erholungsraum
– Wind, Strömung und Gezeiten als Energielieferant
– Erdöl, Erdgas, Erze, Salz, Manganknollen als Rohstofflieferanten
– Flora und Fauna als Forschungsgegenstand
Ausgewählte Nutzungsmöglichkeiten
Aquakulturen
Fischfang
Nutzung des Weltmeeres –
wie gehen wir mit dem Reichtum um?
c
b Aspekte einer nachhaltigen
Nutzung
Um Nachhaltigkeit darstellen
zu können, wird häufig dieses
Nachhaltigkeitsdreieck verwendet. Es verdeutlicht die
Berührungsflächen der drei
Dimensionen: Ökonomie,
Ökologie und Soziales. In deren
Schnittpunkt sollte das verantwortungsbewusste Handeln
des Menschen stehen.
Surftipp
Hier finden die Expertengruppen weitere Informationen zu
ihrem Thema.
www.klett.de/online
[ONLINE-Link: 27150X-0001]
die umweltgerechte und nachhaltige Entwicklung der Staaten der Erde. Umwelt-,
Wirtschafts- und Sozialpolitik sollen so ausgerichtet sein, dass die Befriedigung der Bedürfnisse der heutigen Generation nicht die
Chancen künftiger Generationen beeinträchtigt. Alle Nationen verpflichten sich, keinen
Raubbau an der Natur zu betreiben und die
zur Verfügung stehenden Ressourcen schonend und wirtschaftlich sinnvoll einzusetCousteau, Jean-Michel: Alles hängt mit allem zusamzen. Die reichen Industrieländer sollen bei
men. unter www.nationalgeographic.de 2006
d der Nutzung und dem Verbrauch von Ressourcen gegenüber den Entwicklungsländern soziale Verantwortung entwickeln.
Nie zuvor war die Nutzung des Weltmeeres
so intensiv wie heute. Durch technische NeuArbeitsauftrag
entwicklungen konnten immer mehr ReichVerschiedene Nutzungsformen beansprutümer erschlossen werden. Das Meer liechen das Weltmeer in unterschiedlicher
fert Nahrungsmittel, Rohstoffe und Energie,
Weise. Vergleicht die Auswirkungen der
dient als Transportweg und Erholungsraum.
Nutzung. Formuliert eine abschließenKönnen wir die Reichtümer so nutzen, dass
de Aussage zur Frage: Wie gehen wir mit
auch künftige Generationen noch etwas daReichtum um?
von haben?
Zur Erarbeitung eignet sich die Methode
Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts erdes Gruppenpuzzles. Bildet Expertengrupkannte der sächsische Oberberghauptmann
pen für Fischfang, Aquakulturen, SchiffHans Carl von Carlowitz die Notwendigkeit
fahrt, Erdöl- und Manganförderung. Prädes schonenden Umgangs mit natürlichen
sentiert, diskutiert und argumentiert im
Ressourcen, als er forderte „ … nicht mehr
Sinne eurer Arbeits-ergebnisse. Nutzt das
Holz zu schlagen als nachwächst“.
Wirkungsschema für die ZusammenfasAuf der UN-Konferenz für Umwelt und Entsung.
wicklung 1992 in Rio de Janeiro verabschiedeten 178 Staaten ein globales Aktionsprogramm, die Agenda 21. Zentrales Leitbild ist
Unsere Ozeane sind die Kinderstube und
Vorratskammer für eine gewaltige Palette von Lebensformen. Sie sind zwar widerstandsfähig und können auch massive
Schädigungen verkraften, aber man kann
sie nicht in alle Ewigkeit übermäßig ausbeuten und als internationale Müllkippe
benutzen. Die Grenzen ihrer Aufnahmefähigkeit und Belastbarkeit sind erreicht, und
nun reagieren sie immer empfindlicher.
Art und Weise der Nutzung
– …
Positive Auswirkungen
– …
Negative Auswirkungen
– …
Positive Auswirkungen
– …
Möglichkeiten der Bewahrung
Negative Auswirkungen
– …
Möglichkeiten der Bewahrung
– …
– …
Schifffahrt
Erdöl- und Manganknollenförderung
Art und Weise der Nutzung
Art und Weise der Nutzung
– …
– …
Positive Auswirkungen
– …
Negative Auswirkungen
– …
Positive Auswirkungen
– …
Möglichkeiten der Bewahrung
– …
e
20
Art und Weise der Nutzung
– …
Negative Auswirkungen
– …
Möglichkeiten der Bewahrung
– …
Wie gehen wir mit dem Reichtum um?
21
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Methode
Ökosystem Weltmeer
a Die übervollen Netze eines Trawlers werden eingeholt
g Traditionelle Fischerei in Sri Lanka
Volle Netze, leere Meere?
b Stellnetz
c Langleinen
d Ringwade
e Grundschleppnetz
Nicht alle Gebiete des Weltmeeres sind Ge- h Zertifizierter Genuss
biete großen Fischreichtums. Die größten
Der Marine Steward Council (MSC) hat mit
Fischbestände gibt es dort, wo die Fische
Experten aus der ganzen Welt Prinzipien
ihre Hauptnahrung, das Phytoplankton finentwickelt, die die Nachhaltigkeit einer
den. Das sind tierische und pflanzliche LebeFischerei bewerten. Jede Fischerei kann,
wesen, die im flachen, sauerstoffreichen und
unabhängig von Größe und Standort, ihkalten Wasser gut gedeihen.
ren Fangbetrieb bewerten lassen. Erfüllt
Seit vielen tausend Jahren fischen Menschen
sie die Standards, erhält sie ein Umweltsiegel. Verbraucher können sich somit für
in küstennahen Gebieten. Dabei haben sich
in den armen Regionen der Erde die FangFisch entscheiden, der mit umweltverträgmethoden kaum verändert. Fischen bedeulichen Methoden gefangen wurde.
tet Arbeit, dient der Ernährung der Familie
Die MSC-Prinzipien:
und ein guter Fang ermöglicht einen kleinen
1. Fischbestände bewahren: In der Fischefinanziellen Erlös durch Verkauf. Viele Fischer
rei muss Überfischung vermieden werden.
sind jedoch in ihrer Existenz bedroht, da moÜberfischte Fischbestände dürfen nur so
derne Fabrikschiffe die Fischgründe sehr
befischt werden, dass nachweislich eine
stark abfischen.
Erholung der Bestände erreicht wird.
Moderne Fangmethoden gefährden nicht
2. Das Netzwerk des Lebens schützen: Die
nur die Fischbestände, sondern schädigen
Erhaltung der Ökosysteme in ihrer Strukauch das gesamte Ökosystem. Das Zahlentur, Produktivität, Funktion und Vielfalt
verhältnis der Arten zueinander verändert
wird angestrebt.
sich, der Fang vieler junger Fische verrin3. Strukturen für Nachhaltigkeit gewährgert das Fortpflanzungspotenzial und somit
leisten: Die Fischerei ist einem effektiven
die Regenerationsfähigkeit der Bestände.
Fischerei-Management-System unterstellt,
Grundschleppnetze zerpflügen und zerstödas lokale, nationale und internationale
ren den Meeresboden, töten Bodentiere oder
Gesetze und Standards respektiert.
nach: Fisch-Informationszentrum e. V.
vernichten deren Lebensraum.
unter www.fischinfo.de 2007
f Hochseetreibnetz
22
i Entwicklung der Weltfischerei
j
Ein Fischer unterhält sich mit seinem Sohn
Fischer: Früher, da haben wir so viele Heringe aus der Nordsee geholt, wie wir nur
konnten.
Sohn: Die Quittung dafür habt ihr dann
aber in den 1970er Jahren bekommen.
Fischer: Ja, unsere Netze waren leer. Und
dann kam 1977 noch das Fangverbot für
Heringe. Wovon sollten wir nun leben?
Sohn: Aber das war doch nur zu eurem
Nutzen! Schließlich haben sich die Bestände wieder erholt und 1989 konnte das
Fangverbot aufgehoben werden. Und was
habt ihr gemacht?
Fischer: Natürlich wie wild gefischt, wir
mussten ja die verlorenen Jahre aufholen.
Sohn: Mit der Konsequenz (…)
Fischer: (…) dass es zwei Jahre später wieder sehr schlecht aussah (…)
Sohn: (…) und ein neues Fangverbot verhängt werden musste. Hattet ihr denn gar
nichts gelernt?
Fischer: Na ja, heute gibt es die von der
EU festgelegten Fangquoten, die uns vorschreiben, wie viele Fische wir höchstens
rausholen dürfen. Aber ob sich wirklich alle daran halten? Schließlich geht es ja auch
um unser Überleben – die meisten Fischer
haben schon aufgegeben.
geographie heute 173/1999, S. 13
k Schema einiger Nahrungsbeziehungen im Ökosystem des Meeres
Überfischung
GPS und Echolot zur Ortung der FischbestänFischfang
de, verbesserte Fang- und sofortige Verarbeitungsmethoden auf See als auch ein steigender Bedarf ließen die Fischbestände in den
letzten Jahrzehnten stark sinken. Nach Schät- l Derzeit akut bedrohte
zungen der Welternährungsorganisation
Meeresfischbestände:
(FAO) sind weltweit 75 % der wirtschaftlich
– Kraken vor Marokko und im
gehandelten Arten überfischt. Bei NichtänMittelmeer
derung des Fangverhaltens können sich viele
– Alaska-Seelachs vor der russischen Pazifikküste
Fischbestände nicht mehr regenerieren.
Etwa 30 % der Fangmenge sind Beifang.
– Weißer Heilbutt in den
Durch zu enge Maschenöffnungen der NetNordmeeren
ze geraten zu kleine Fische und „falsche Ar– Seehecht im Mittelmeer
ten“ ebenso in die Netze wie auch Vögel und
– Kabeljau in der Nordsee
Schildkröten. Besonders in Treibnetzen ver– Scholle in der Nordsee
fangen sich viele Meeressäuger, wie zum
– Lachs im Atlantik
Beispiel Delfine oder Wale. Beifang wird als
– Thunfisch im Atlantik
Totabfall sofort wieder im Meer entsorgt.
– Dornhai in der Nordsee und
Vom verbleibenden Fang dient nur ungefähr
im Nordatlantik
die Hälfte zur menschlichen Ernährung. Der
– Shrimps aus Lateinamerika
Rest wird zu Fischmehl, Tierfutter oder Dünund Asien
ger verarbeitet.
– Schwertfisch, Leng, BlauUm Fischbestände dauerhaft nutzen zu könleng, Granatbarsch, Atlantinen, kämpfen Umweltorganisationen um
scher Sägebauch
die Erstellung mehrjähriger Erholungs- und
– Europäischer Aal ist kurz
Bewirtschaftungspläne für Fischbestände
vorm Aussterben
nach Greenpeace e. V.: Fischfühsowie um die Einrichtung von Meeresschutzrer 2006 unter www.greenpeace.de
gebieten. Sie scheitern jedoch oft am Eigenvom 01. 02. 2006
sinn einzelner Staaten.
23
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Ökosystem Weltmeer
a Aquakultur
b Fischzucht in Aquakulturen und Fischfang weltweit in Mio. t
1975
1980
1985
1990
1995
2003
Fischzucht
3,6
4,7
8,0
13,0
24,3
64,5
Fischfang
62,2
67,6
78,8
85,3
91,5
80,3
Umstrittene
Aquakultur?
Die Legende erzählt, dass ein
schiffbrüchiger Ire auf eine einsame, unfruchtbare Insel verschlagen wurde. Dort ernährte
er sich von Muscheln, die er
mühsam aufsammelte. Dabei
entdeckte er, dass sich die
Miesmuscheln mit klebrigen
Steigender Bedarf an Fisch durch das Bevölkerungswachstum und ständig wachsende
Nachfragen in den reichen Industrieländern
lassen weltweit die Fischbestände bedrohlich schrumpfen. Eine Möglichkeit, auf die
wachsende Nachfrage zu antworten und die
Bestände zu schonen, ist die marine Form
der Massentierhaltung: die „Aquakultur“.
Fäden auf Felsen festhalten. Er
hängte ein Seil ins Meer – bald
konnte er viele Muscheln ernten, die daran festklebten. So
begann die planmäßige Zucht
von Meerestieren, die Aquakultur.
Perspektive ...
Schon seit mehr als 2000 Jahren gibt es
Aquakulturen. In Seen, Flüssen, an Küsten
und in eigens dafür angelegten Teichen werden Fische und andere Meerestiere gezüchtet und gemästet. Die Welternährungsorganisation FAO listet mittlerweile über 250
Meeres- und Süßwassertierarten aus, die
sich so züchten lassen. Seitdem vor mehr als
40 Jahren erstmals mit der Zucht von Forellen vor der norwegischen Küste begonnen
wurde, wächst Umfang und Bedeutung der
Fischzucht gegenüber dem Fischfang stetig.
24
ten „Blauen Revolution“, den Eiweißbedarf
der Weltbevölkerung preiswert sichern. Die
Hauptabnehmer sind jedoch nach wie vor Industrieländer, sodass die Farmen fast nur für
den Export produzieren. Früher gab es King
Prawns oder Gambas bei uns nur als teure Delikatessen in Feinkostläden zu kaufen,
während sie heute zu erstaunlich günstigen
Preisen in jedem Supermarkt zu finden sind.
... oder Sorge?
Obwohl der Bau von Fischfarmen von der
FAO empfohlen und auch von der EU gefördert wird, sind die Anlagen in küstennahen Gewässern heftig umstritten. Umweltorganisationen wie Greenpeace oder der
WWF kritisieren die Fischzucht und benennen schonungslos Umweltschäden. Sehr viel
Fangfisch wird als Futtermittel benötigt und
der Bedarf steigt. Für jedes Kilo gezüchteten
Thunfisch muss zum Beispiel bis zu 20 Kilo
Fangfisch verfüttert werden.
Kritisiert wird auch der verstärkte Einsatz
von Antibiotika, der sich im Fleisch der Tiere anreichert und letztendlich im Magen
der Verbraucher landet. Antibiotika sind jedoch erforderlich, um in den dicht besetzten
Schwimmkäfigen Krankheiten zu verhindern. Schließlich führt die hohe Konzentration an Chemikalien, Vitaminen und Mineralien in den Resten des Turbomastfutters und
in den Ausscheidungen der Zuchttiere zu einer Überdüngung der Gewässer. Das kann
vom Absterben von Organismen in der Umgebung bis hin zur Gefährdung des Grundwassers und des Lebensraums von Wildtieren führen.
Auch hier: Probleme
Weil Garnelen Fleischfresser sind, benötigt
man pro gewonnenem Kilo bis zu drei Kilo
Fischmehl als Futter. Dieser Fisch wird vor
Ort gefangen und kann so nicht mehr zur c Aquakultur in Thailand
Selbstversorgung genutzt werden. Durch
Produktionsländer
Importländer
den hohen Besatz von bis zu 300 000 GarUSA
Thailand
nelen pro Hektar werden verstärkt Pestizide,
Japan
VR China
Antibiotika und Chemikalien eingesetzt. AuSpanien
Indonesien
ßerdem muss in den Becken ständig Wasser
Dänemark
Vietnam
ausgetauscht werden und so kommt es vieKanada
Bangladesch
lerorts zur Senkung des GrundwasserspieVR China
Indien
gels und zu Mangel an sauberem TrinkwasFrankreich
Ecuador
ser. Das wohl größte Problem ist allerdings
Italien
Philippinen
die massive Abholzung der Mangroven-Wäl300
200
100
0
100
200
300
der. Es sind schätzungsweise 50 % der Mangroven-Wälder in den letzten Jahrzehnten d Produktions- und Importländer für gefrostete Garnelen 2000 in 1 000 t
weltweit im Quadratkilometertakt zerstört
worden. So ging der natürliche Schutzgürtel 1 Beschreibe mithilfe der Tabelle die weltweite
gegen Flutwellen, Stürme und Erosion verEntwicklung von Fischzucht und Fischfang.
loren. Zudem ist die Mangrove der natürli- 2 Kennzeichne auf einer Skizze der Erde die ProAquakulturen
che Laichgrund und Lebensraum vieler Meeduktions- und die Importländer. Wie verteilen
restiere und das Jagdgebiet von Säugern,
sich die Ländergruppen?
Reptilien und Vögeln. Von den hohen Gewin- 3 Erkläre den Begriff „Rape and run“ (Plündern
nen profitieren nur wenige der Anwohner.
und fortlaufen) in Bezug auf die AquakultuDurch die Zerstörung der Küstenwälder verMangrove
ren in den tropischen Küstenregionen.
lieren sie nicht nur das Mangrovenholz als 4 Arbeitet in Gruppen. Sammelt Argumente
Tropische Pflanzenformation
Bau- und Brennstoffmaterial, sondern auch
für verschiedene Interessensgruppen, wie z. B.
aus immergrünen Baumarten
die Fanggründe für Krabben, Kleinfische und
Garnelenfarmer, Naturschützer, Importeure,
mit Luft- und Stelzwurzeln, die
Muscheln. Letztendlich gehen die FischbeVerbraucher für oder wider Aquakulturen.
an das Salz- und Brackwasser
stände in Küstennähe stark zurück, wovon 5 Recherchiere im Internet. Welche Bedeutung
im Gezeitenbereich gebunden
besonders die lokale Fischerei betroffen ist.
haben die Mangroven für den Küstenschutz?
sind.
Nach einer intensiven Zucht von ca. drei bis
zehn Jahren hinterlassen die GarnelenfarGarnele (engl. shrimp)
mer nicht nur verunreinigtes Wasser, sondern stark versalzte und verseuchte Böden,
die für landwirtschaftliche Nutzung kaum
oder erst nach Jahrzehnten brauchbar sind.
Garnelen aus der Mangrove
Nicht nur in Europa gibt es große Aquakulturen. An den Mangroven-Küsten Asiens und
Südamerikas sind in den 90er Jahren gigantische Garnelenfarmen entstanden. Flache
Küstenzonen bieten durch regelmäßig überflutete Gezeitenbereiche beste Aufzuchtmöglichkeiten. Damit war das Schicksal der
Mangroven vielerorts besiegelt. Man wollte
mit den „Garnelen-Ernten“, der so genann-
Methode
Während der Fang stagniert, verzeichnet die
Zucht jährliche Zuwachsraten von ca. 10 %.
Aquakulturen erbringen hohe Fischerträge
und verschaffen ihren Betreibern große Gewinne. Sie lassen neue Arbeitsplätze entstehen und sichern auch in den ärmeren Regionen der Welt den Menschen ein Einkommen,
das durch die immer geringer werdenden Erträge der Küstenfischerei gefährdet ist.
25
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Ökosystem Weltmeer
Schifffahrt
65 t
Westeuropa
Schwarzes Meer
Atlantischer
Ozean
Nordamerika
70 t
132 t
Karibik
P a zifisch e r
Japan
Oze a n
Naher
19,6 t Osten
98,5 t
Nordafrika
828,3 t
67 t
55 t Mittl. Osten
221,8 t
China
348 t
Äquator
Westafrika
58,4 t
180,7 t
Südostasien
Indischer
Pazifischer
Ozean
Südamerika
9,6 t
Ozean
Hauptempfänger
0
2 000
4 000 km
Billiger, schneller und in größeren Mengen als
auf dem Landweg befördern die Schiffe Waren aller Art. Die Ozeane verbinden die Kontinente und sind die wichtigsten Handelswege.
Kanäle wurden gebaut, damit die Umfahrung
von Kontinenten vermieden werden kann.
Um Schiffstransporte noch effektiver zu machen, entwickelt man immer größere auf bestimmte Güter ausgerichtete Spezialschiffe. Häfen werden umgebaut und vergrößert,
Fahrrinnen für die neuen Kolosse erweitert
und ganze Küstenbereiche umgestaltet und
überbaut. Die Liegezeiten der Schiffe werden
immer weiter reduziert und die Tätigkeitsfelder der Hafenarbeiter verändern sich.
Reisen mit dem Schiff gewinnt für viele
Menschen heute wieder an Bedeutung. Allerdings bestimmen nicht mehr die schlichten Passagierschiffe, sondern gigantische
Luxuskreuzfahrtschiffe die Ozeane. Weit ab
von den Handelsrouten bringen sie Touristen
in die entlegensten Gewässer der Erde.
Piraten, mit modernsten Waffen ausgerüstet, bedrohen besonders die Schifffahrt rund
um Afrika, in der Karibik und im asiatischpazifischen Raum.
9,6 t
18 t
Australien
828,3 t Seehandelsweg
(Linienstärke entsprechend
transportierter Erdölmenge)
221,8 t Hauptversorger
a Welthandel mit Erdöl auf dem Seeweg, 2005
Welthandel 524,4 Mio. t
Skandinavien
14,7 t
Kanada
21,6 t
P a zifisch e r
Atlantischer
Ozean
Japan
Europa
China
USA
Oze a n
Asien
57,8 t
Westafrika
99 t
11,9 t
Pazifischer
181 t
Äquator
Indischer
Ozean
Südostafrika
Südamerika
185,6 t
36,5 t
Australien
Ozean
Hauptempfänger
0
2 000
4 000 km
36,5 t Hauptversorger
11,9 t
185,6 t Seehandelsweg
(Linienstärke entsprechend
transportierter Eisenmenge)
b Welthandel mit Eisen auf dem Seeweg, 2005
d
Klage gegen Hafenausbau
Die Erweiterung des Burchardkais (im
Hamburger Hafen) stößt auf der gegenüberliegenden Elbseite auf Widerstand.
31 Anwohner haben gegen den Planfeststellungsbeschluss geklagt. Sie befürchten, dass der Lärm zunimmt, wenn mehr
Container auf dem Terminal umgeschlagen werden (…) Die Hafengesellschaft
Port Authority und HHLA haben sich in
der Vergangenheit große Mühe gegeben,
den Lärm des Hafenbetriebes zu verringern (…) Eine Reihe von Anwohnern hat
mit dem Ausbau keine Probleme. „Wir
sind froh, so einen schönen Hafen in der
Stadt zu haben“ sagen sie.
nach Knödler, Gernot in taz Nord Hamburg Aktuell,
31. 8. 06, S. 28
c Welthandelsflotte nach Herkunftsländern und Flaggenstaaten
26
f Entwicklung des seewärtigen Welthandels nach Gütern (in Mio. t)
e Struktur der Welthandelsflotte 2004
Billigflaggenländer
Um Lohnkosten, Steuern und Investitionen
in Sicherheitsstandards und Instandhaltung
zu sparen, lassen Reeder aus Hochlohnländern ihre Schiffe häufig in „Drittländern“,
wie Panama, Liberia, Malta oder Bahamas registrieren. Aufgrund unzureichender Sicherheitseinrichtungen und der mangelhaften
Ausbildung der Besatzungen sind Schiffe
der Billigflaggenländer überproportional in
Unfälle verwickelt. Oft technisch veraltet,
erfüllen sie nur bedingt die international
verbindlichen Abkommen zum Schutz der
Meere. Da die Kontrollen der staatlichen Behörden, in denen diese Schiffe registriert
sind, oft ungenügend verlaufen, wurde zusätzlich das Instrument der Hafenkontrolle
eingeführt. Danach können Schiffe fremder
Flagge in den Häfen, die sie anlaufen, auf die
Einhaltung der Vorschriften kontrolliert und
zur Abstellung der festgestellten Mängel
verpflichtet werden.
Jahr
Rohöl
Ölprodukte
Eisenerz
Kohle
Getreide
andere
Güter
Gesamthandel
1985
1990
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
871
1 190
1 415
1 466
1 519
1 535
1 550
1 608
1 592
1 588
1 673
1 800
288
336
381
404
410
402
415
419
425
414
440
465
321
347
402
391
430
417
411
454
452
484
524
590
272
342
423
435
460
473
482
523
565
570
619
650
181
192
196
193
203
196
220
230
234
245
240
250
1 360
1 570
1 870
1 970
2 070
2 050
2 091
2 200
2 245
2 519
2 637
2 787
3 293
3 977
4 687
4 859
5 092
5 073
5 169
5 434
5 513
5 820
6 133
6 542
Gefährdung
Als die schlimmsten durch die Schifffahrt
verursachten Umweltkatastrophen werden
Schifffahrt
die Öltankerunfälle wahrgenommen. Immer wieder werden diese schwer manövrierbaren Kolosse durch Stürme in Seenot
Gütertransport auf dem Landweg
gebracht, laufen auf Grund oder brechen be5%
dingt durch ihr Alter einfach auseinander.
davon
Unglücksfälle können sicher nie ganz ausRohöl
28%
geschlossen werden. Jedoch muss alles dafür getan werden, diese zu reduzieren. TanGütertransport
ker dürfen mittlerweile nur noch mit einem
auf dem Seeweg
95%
doppelwandigen Rumpf gebaut werden.
Bis zum Jahr 2015 sollen ausschließlich diese Doppelhüllentanker auf den Meeren ver- g Anteile des Gütertransportes
kehren.
auf dem Landweg und auf
Weniger spektakulär, aber ebenso gefährlich
dem Seeweg
sind die alltäglichen „Vergehen“. Statt der
notwendigen Verschrottung werden Schiffe
oft über ihr „Verfallsdatum“ hinaus betrieben. Zu laute Motorengeräusche, Abwassereinleitungen von Bord oder die Verklappung
von Ölrückständen – die Schifffahrt nutzt
nicht nur die Meere, sie belastet auch die ge- h Doppelhüllenbauweise
samte Umwelt. Da Schiffsmotoren häufig
über nicht ausreichende AbgasbehandlunGrößtes Containerschiff
gen verfügen, gelangen große Mengen StickEMMA MÄRSK
oxide, Schwefeloxide und Kohlendioxid in
(Dänische MÄRSK Reederei)
die Atmosphäre. Jährlich werden tausende
Länge:
397 m
Seevögel, Fische oder Meeressäuger gefunBreite:
56,4 m
den, die durch Öl oder treibende MüllgegenTiefgang:
16 m
stände getötet wurden. Auch als vermeintRauminhalt (BRZ)
170 974
liche Nahrung aufgenommene Abfallteile
Ladung: bis 14 500 Container
führen zum Tod der Tiere.
27
Methode
Welthandel 1673,4 Mio. t
- TERRAMethode
Ökosystem Weltmeer
In der Tiefsee:
b
Manganknollen
Erzschlämme
nördl. Polarkreis
Im Schelfmeer:
Gold
Chrom
Kupfer
Eisen
Titan
Zinn
Phosphorit
Schwefel
Diamanten
Monazit
Zirkon
Erdöl, Erdgas
Kohle
Sand, Kies, Muschelsand
0
2 000
4 000
Methode
Schelfmeergrenze
nördl. Wendekreis
Äquator
Manganknollen
Die grauschwarzen, kartoffelgroßen Manganknollen, oder besser polymetallische
Erzknollen, sind seit den Pazifikfahrten
des britischen Forschungsschiffes „Challenger“ (1873 – 75) bekannt. Sie sind aus
konzentrischen Schalen metallischer Substanz, die sich um organische oder anorganische Partikel legen, aufgebaut. Die
Manganknollen bestehen zu über einem
Drittel aus Erzen, insbesondere aus Mangan und Eisen sowie in kleineren Mengen
aus den wirtschaftlich viel interessanteren Elementen Nickel, Kupfer und Kobalt.
Diese stammen zum großen Teil aus den
Bereichen der Mittelozeanischen Rücken,
wo sie bei der Bildung neuer ozeanischer
Kruste freigesetzt werden.
südl. Wendekreis
südl. Polarkreis
6 000 km
a Marine Rohstoffvorkommen
Rohstoffquelle Weltmeer
Kaum zu glauben
Für den Bau der 472 Meter
hohen Troll-Plattform wurden
100 000 Tonnen Stahl verbraucht. Mit dieser Stahlmenge
hätte man 15 Eiffeltürme
errichten können.
Bis zu einem Viertel der weltweit vorhandenen Erdölvorräte werden unter dem Meer
vermutet. Derzeit wird Erdöl und Erdgas
im Offshore-Bereich, aus den Schelfmeeren bei Wassertiefen bis 200 Meter, durch
Bohrinseln gefördert. Durch untermeerische Leitungssysteme oder Tanker werden
die Rohstoffe in die Lagerterminals der Häfen transportiert. 1,8 Milliarden Tonnen Rohöl beförderten Tanker 2004 über die Meere.
Technische Neuerungen ermöglichen aber
bereits die Förderung aus größeren Tiefen.
So soll die Erdölförderung bis auf eine Wassertiefe von 2 000 Metern und die Erdgasförderung sogar auf eine Wassertiefe von
2 500 Metern ausgedehnt werden. Trotz aller technologischen Verbesserungen bleibt
die Förderung jedoch ökologisch bedenklich.
Denn nicht die Aufsehen erregenden Tankerunfälle sorgen für die größte Verschmutzung
der Meere, sondern die Bohrinseln selbst mit
ihren Einleitungen von veröltem Produktionswasser und Bohrschlamm.
So verschmutzen Öl- und Gasplattformen
tausende Quadratkilometer Meeresboden.
Der Lebensraum von Pflanzen und Tieren
wird dadurch erheblich beeinträchtigt oder
gar zerstört.
Große Herausforderungen bedeuten auch
die Entsorgung ausgedienter Förderplattformen oder der Verschluss von erschöpften Bohrlöchern. Auf Druck von Umweltverbänden haben führende Mineralölkonzerne
in den letzten Jahren ihre Geschäftspraktiken umweltbewusster gestaltet. So werden
künftig ausgediente Förderanlagen abgebaut und größtenteils recycelt. Bei der Auswahl der Standorte neuer Bohrinseln und
dem Verlauf von Pipelines erhalten ökologische Gesichtspunkte höhere Bedeutung.
c
Deutschland steckt Claim im Pazifik ab
Die Bundesrepublik Deutschland wird am
19. Juli 2006 in Berlin mit der Internationalen Meeresbodenbehörde der Vereinten Nationen (IMB) ein Abkommen unterzeichnen, das Deutschland für 15 Jahre
einen 75 000 km² großen „Claim“ im Pazifik zusichert. Dort ist der Meeresboden
in 4 000 bis 5 000 Meter Wassertiefe von
Manganknollen bedeckt. Das Vorkommen
an Buntmetall wird auf 24 Millionen Tonnen geschätzt.
d Modell eines Gerätes zum Aufsammeln von Manganknollen, entwickelt durch die
TU Berlin
e
Gefährlicher Goldrausch in der Tiefsee
„Da droht ein rücksichtsloser Goldrausch“,
so WWF-Meeresexperte Christian Neumann. „Deutschland hilft mit, eine Lawine
loszutreten, deren ökologische Folgen für
die Tiefsee verheerend sein können (…)
Eine Zukunft mit tausenden Rodungsmaschinen im Pazifik – das erinnert fatal an
den Kahlschlag im Regenwald. (…) Jede
Woche entdecken Forscher in den Ozeanen neue Arten. Wir wissen weniger über
die Tiefsee als über den Mond – aber die
Pläne für ihre Ausbeutung werden bereits geschmiedet.“ (…) In den pazifischen
Manganknollen-Feldern lebt eine erstaunliche Vielfalt von Muscheln, Krebsen,
Schwämmen und Anemonen. Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass sich
nach einem Abbau die ursprünglichen Lebensgemeinschaften nicht wieder entwickeln. Außerdem können die Auswirkungen der entstehenden Sedimentwolken
verheerend sein für das Leben der Tiefsee.
nach Pressemitteilung des WWF vom 24. 07. 2006
unter www.wwf.de
Pressemitteilung des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Technologie vom 17. 7. 2006
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Erdöl- und
Manganknollenförderung
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