Beratungsbericht - Bausachverständiger Matthias Maurer

Werbung
Beratungsbericht
über eine Vor-Ort-Gebäudeenergieberatung
Gebäude
Aussteller
Beraternummer (BAFA)
Auftraggeber
Erstellungsdatum
Einfamilienhaus
Schlesiergasse 15
64888 Musterstadt
Dipl.Ing. Architekt, Energieberater
Matthias Maurer
Schillerstraße 50
64839 Münster
102078
Marina und Frank Muster
Schlesiergasse 15
64888 Musterstadt
22.03.2011
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
Für das untersuchte Gebäude wurden folgende Sanierungsvarianten entwickelt:
Bezeichnung
Ausgangsfall
1. WDVS, neue Fenster,
Aufsparrendämmung
2. WDVS, neue Fenster,
Aufsparrendämmung, Lüftung
Effizienzhaus 115
Beschreibung
Fenster 3-fach verglast, Uw= 0,95 W/(m²K)
Haustür Ud= 1,30 W/( m²K)
180 mm Fassadendämmung WLG 035
160 mm Aufsparrendämmung WLG 028
Dichtigkeitsprüfung
Fenster 3-fach verglast, Uw= 0,95 W/(m²K)
Haustür Ud= 1,30 W/( m²K)
180 mm Fassadendämmung WLG 035
160 mm Aufsparrendämmung WLG 028
Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
Dichtigkeitsprüfung
Fenster 3-fach verglast, Uw= 0,95 W/(m²K)
Haustür Ud= 1,30 W/( m²K)
180 mm Fassadendämmung WLG 035
160 mm Aufsparrendämmung WLG 028
Dichtigkeitsprüfung
Heizung Pelletkessel
Warmwasserbereitung über Pelletkessel
Einsparpotentiale
Die Einsparpotentiale der Sanierungsvarianten stellen sich, bezogen auf das Bestandsgebäude, wie folgt
dar:
Bezeichnung
spez. Heizwärmebedarf [kWh/(m²a)]
HT' [W/(m²K)]
spez. Primärenergiebedarf [kWh/(m²a)]
spez. CO2-Emissionen [kg/(m²a)]
spez. NOx-Emissionen [kg/(m²a)]
Energiekosten [€/a]
Investitionssumme [€]
Amortisationszeit [a]
Ausgangsfall
1. WDVS, neue
Fenster,
Aufsparrendämmung
145,6
0,823
249,7
54,2
0,0457
3.273,5
0,00
–
72,4
0,412
164,2
36,0
0,0301
2.177,5
66.870,0
22
2. WDVS,
Effizienzhaus
neue
115
Fenster,
Aufsparrendämmung,
Lüftung
72,4
72,4
0,410
0,410
152,8
58,8
34,4
12,2
0,0280
0,0972
2.077,2
2.496,3
78.870,0
95.870,0
23
23
Die Berechnungsgrundlagen sind:
•
Energieeinsparverordnung 2009
•
DIN V 4108-6
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 2 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Empfehlung
Aus Sicht des Energieberaters stellt die Sanierungsvariante 1 einen guten Kompromiss aus
Energieeinsparung und notwendiger Investitionen dar. Neben der Amortisationszeit führten nachfolgende
Punkte zu der Empfehlung:
•
Verminderung (Beseitigung) fast aller Wärmebrücken
•
Kosteneinsparung durch Kombination von Einzelmaßnahmen (Bsp. Gerüst für WDVS / Dach)
•
Wertsteigerung der Immobilie
•
Behaglichkeitssteigerung durch höhere Oberflächentemperaturen,
Dämmung der Außenwände und Kellerdecke
hervorgerufen
durch
Von der Variante 2 mit zentraler Lüftungsanlage wird aus konstruktiven abgesehen. Das Verlegen der
Lüftungskanäle im Bestand ist sehr aufwendig, und führt zu starken Einschränkungen der Bewohner
während der Arbeiten. Der Primärenergiebedarf und die Energiekosten werden nur geringfügig gesenkt,
die Anschaffungskosten der Lüftungsanlage sind relativ hoch. Es wird jedoch empfohlen, dass
Schlafzimmer im Kellergeschoss durch einen Einzelraumlüfter mit Wärmerückgewinnung zu belüften, da
dort nur ein relativ kleines Fenster vorhanden sit.
Nachrüstpflichten
Gemäß der Energieeinsparverordnung 2009, §§10, 10a liegen am untersuchten Gebäude folgende
Nachrüstpflichten vor:
•
Dämmung der ungedämmter Rohrleitungen und Armaturen im unbeheizten Keller (Heizraum)
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 3 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Aufbau des Beratungsberichts
Der Bericht ist, wie der nachfolgenden Inhaltsangabe zu entnehmen, in 7 Kapitel unterteilt. Nach einer
allgemeinen Einleitung folgt die Bestandsanalyse, in der die vorhandene Bau- und Anlagentechnik
beschrieben und bewertet werden. Daran anschließend werden Einzelmaßnahmen beschrieben, die aus
Sicht des Autors, zu einer energetisch sinnvollen Sanierung beitragen. Nach der Beschreibung der
Einzelmaßnahmen, werden diese in Sanierungsvarianten miteinander kombiniert. Um die
Einsparpotentiale der Varianten zu sehen, werden die Ergebnisse in einer Zusammenfassung
gegenübergestellt. Am Ende des Berichts finden Sie eine Erklärung zur Berichtserstellung und einen
Anhang, in dem Sie weiterführende Informationen zum Bericht finden.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 4 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Inhalt
Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse ........................................................................................... 2
Aufbau des Beratungsberichts ..................................................................................................................... 4
Inhalt ............................................................................................................................................................. 5
1
Einleitung ............................................................................................................................................... 7
2
Bestandsanalyse ................................................................................................................................... 8
2.1
Grunddaten ................................................................................................................................... 8
2.2
Gebäudezustand .......................................................................................................................... 8
2.3
Fotografische Darstellung........................................................................................................... 12
2.4
Wärmebrücken ........................................................................................................................... 13
2.5
Energetische Bewertung ............................................................................................................ 14
2.5.1
Bautechnik .............................................................................................................................. 14
2.5.2
Anlagentechnik ....................................................................................................................... 16
2.6
3
4
2.6.1
Tatsächlicher Verbrauch ......................................................................................................... 16
2.6.2
Berechneter Bedarf ................................................................................................................ 17
Empfohlene Maßnahmen zur Energieeinsparung .............................................................................. 20
3.1
Dämmung des Satteldaches (Aufsparrendämmung) ................................................................. 22
3.2
Erneuerung der Fenster ............................................................................................................. 24
3.3
Wärmedämmung der Außenwände (WDVS) Kellergeschoss....................................................25
3.4
Wärmedämmung der Außenwände (WDVS) Erdgeschoss........................................................28
3.5
Wärmedämmung der Außenwände Innendämmung ................................................................. 29
3.6
Einbau eines Holzpelletkessels .................................................................................................. 30
3.7
Einbau einr Lüftungsanlage ........................................................................................................ 33
Sanierungsvarianten ........................................................................................................................... 34
4.1
Übersicht..................................................................................................................................... 34
4.2
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung .................................................................................................... 34
4.2.1
4.3
Preisermittlung ........................................................................................................................ 35
Sanierungsvariante: 1. WDVS, neue Fenster, Aufsparrendämmung......................................... 36
4.3.1
Beschreibung .......................................................................................................................... 36
4.3.2
Berechnung der Wirtschaftlichkeit .......................................................................................... 36
4.4
Sanierungsvariante: 2. WDVS, neue Fenster, Aufsparrendämmung, Lüftung .......................... 37
4.4.1
Beschreibung .......................................................................................................................... 37
4.4.2
Berechnung der Wirtschaftlichkeit .......................................................................................... 37
4.5
5
Energiebilanz des Gebäudes ..................................................................................................... 16
Sanierungsvariante: Effizienzhaus 115 ...................................................................................... 39
4.5.1
Beschreibung .......................................................................................................................... 39
4.5.2
Berechnung der Wirtschaftlichkeit .......................................................................................... 39
Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse ................................................................................. 40
5.1
Vergleich der Sanierungsvarianten ............................................................................................ 40
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 5 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
5.1.1
Endenergiebedarf (kWh/Jahr) ........................................... Fehler! Textmarke nicht definiert.
5.1.2
Primärenergiebedarf (kWh/Jahr) ............................................................................................ 40
5.1.3
Jährliche CO2-Emissionen (kg/Jahr) ...................................................................................... 40
5.1.4
Erforderliche Investitionen (€)................................................................................................. 40
5.1.5
Anfängliche jährliche Energiekosten (€/Jahr) ......................................................................... 41
5.1.6
Berechnete Amortisationszeiten (Jahre) ................................................................................ 41
6
Erklärung ............................................................................................................................................. 41
7
Anhang ................................................................................................................................................ 43
7.1
Begrifflichkeiten .......................................................................................................................... 43
7.2
Allgemeine Hinweise zur Energieeinssparung ........................................................................... 46
7.3
Förderprogramme ....................................................................................................................... 48
7.3.1
Ansprechpartner ..................................................................................................................... 48
7.3.2
Förderprogramm Energieeffizient Sanieren der KfW ............................................................. 50
7.3.3
Förderprogramm Erneuerbare Energien der BAFA ............................................................... 52
7.4
Entsorgungskonzept ................................................................................................................... 53
7.5
Bewertungsschemata ................................................................................................................. 53
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 6 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
1
Einleitung
Die Frage, warum die energetische Sanierung des Gebäudebestands notwendig und sinnvoll ist, hat
spätestens mit der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) im Jahr 2002 an Bedeutung
gewonnen. Das Inkrafttreten der EnEV stellte nicht nur schärfere Anforderungen an Neubauten
gegenüber der bis dahin gültigen Wärmeschutzverordnung, sondern hatte auch Auswirkungen auf den
Gebäudebestand. Diese Anforderungen wurden mit Inkrafttreten der novellierten EnEV 2009 am
01.10.2009 weiter verschärft.
So werden für den Fall baulicher Veränderungen im Gebäudebestand „Bedingte Anforderungen“ gestellt.
Darüber hinaus sind unabhängig von baulichen Veränderungen oder Sanierungsmaßnahmen auch
„Nachrüstpflichten“ vorgeschrieben.
„Bedingte Anforderungen“ sollen zur Verbesserung des Wärmeschutzes beitragen. Sie gelten bei der
Sanierung oder Erweiterung von Gebäuden, wenn mehr als 10 Prozent der gesamten jeweiligen
Bauteilfläche des Gebäudes geändert werden. Alternativ kann der EnEV- Nachweis für Gebäude im
Bestand auch als Gesamtbilanz geführt werden. Dabei darf der Jahresprimärenergiebedarf, gegenüber
dem eines vergleichbaren Neubaus, um 40 Prozent überschritten werden. Ist die hinzukommende
zusammenhängende Nutzfläche größer als 50 Quadratmeter gelten für den neuen Gebäudeteil die
gleichen Anforderungen wie für Neubauten, d.h. es muss eine Gesamtbilanz erstellt werden.
Die „Nachrüstpflichten“ gemäß EnEV §§10 und 10a betreffen sowohl Bereiche der Bau- als auch der
Anlagentechnik. So werden im anlagentechnischen Bereich der Austausch alter Heizkessel und die
Dämmung ungedämmter, zugänglicher Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen,
die sich in unbeheizten Räumen befinden, gefordert. Im baulichen Bereich betreffen die Nachrüstpflichten
die Dämmung von ungedämmten, nicht begehbaren aber zugänglichen obersten Geschossdecken. Diese
Anforderung ist nach dem 31.12.2011 auch auf begehbare, bisher ungedämmte oberste
Geschossdecken beheizter Räume anzuwenden. Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei
Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung (mindestens seit dem 01.02.2002) selbst
bewohnt, sind die Nachrüstpflichten erst im Falle eines Eigentümerwechsels von dem neuen Eigentümer
innerhalb von zwei Jahren nach Eigentumsübergang zu erfüllen. Generell gelten die
Nachrüstverpflichtungen, mit Ausnahme des Kesselaustauschs, nur dann, wenn die für die Nachrüstung
erforderlichen Aufwendungen durch die eintretenden Einsparungen in angemessener Frist erwirtschaftet
werden können. Darüber hinaus wurde die Außerbetriebnahme von elektrischen Speicherheizsystemen
bei Wohngebäuden mit mehr als fünf Wohneinheiten festgeschrieben, wenn die Raumwärme
ausschließlich durch diese Systeme bereitgestellt wird. Dies gilt aber nur für Systeme, deren Heizleistung
über 20 W/m² Nutzfläche beträgt.
Warum aber ist es erstrebenswert, Bestandsgebäude energetisch zu sanieren? Die Anforderungen der
EnEV bei Neubauten stellen für die Zukunft einen guten energetischen Standard sicher. Im
Gebäudebestand zeigt sich aber ein anderes Bild. Allein die Tatsache, dass ca. 75% aller bewohnter
Wohnungen
im
Gebäudebestand
liegen
macht
deutlich,
dass
die
wirklich
großen
Energieeinsparpotentiale im Altbau liegen. Die geforderten bedingten Anforderungen und
Nachrüstpflichten können dabei nur als Anregung verstanden werden, stärkere Anstrengungen
vorzunehmen, als es die EnEV vorsieht.
Für den Eigentümer ist diese Situation aber wenig hilfreich. Wenn es um Maßnahmen zur Verringerung
des Energieverbrauchs geht, steht das Motiv der Ausgabenersparnis häufig im Vordergrund. Der
Eigentümer will eine Antwort auf die Frage, warum auch für ihn energetische Sanierungsmaßnahmen
lohnend sein können, die über die Anforderungen der Einzelmaßnahme hinausgehen. Die Antwort auf
diese Frage kann mit Hilfe einer Vor-Ort-Gebäudeenergieberatung gegeben werden.
Die Vor-Ort-Gebäudeenergieberatung zeigt, wo und wie individuelle Maßnahmen zur Verringerung des
Energieverbrauchs ergriffen werden können. In der hier durchgeführten Energieberatung wurde der IstZustand des Gebäudes vor Ort erfasst. Dabei wurden insbesondere die bau- und anlagentechnischen
sowie bauphysikalischen Gegebenheiten betrachtet. Die Ausarbeitung von Sanierungsvarianten zeigt die
Einsparmöglichkeiten auf, wobei die Aufnahme des Ist-Zustandes als Bezugsvariante für alle
Sanierungsmaßnahmen dient. Beim Vergleich des Energiebedarfs im Ist-Zustand mit denen nach
Durchführung der Einzelmaßnahmen werden die jeweiligen Einsparpotentiale aufgezeigt. Die
anschließende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung auch unter der Einbeziehung von Förderprogrammen,
sollen Eigentümer/Bauherren aufzeigen, welche Maßnahmen/Maßnahmenpakete besonders interessant
sind.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 7 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
2
Bestandsanalyse
2.1
Grunddaten
Eigentümer
Marina und Frank Muster
Straße
Schlesiergasse 15
Standort
64888 Musterstadt
Gebäudetyp
Einfamilienhaus
Anzahl Wohneinheiten
1
Baujahr
1977
Beheiztes Volumen [Ve]
672,2 m
3
Wärmeübertragende Hüllfläche [A]
509,0 m
2
A/Ve
0,76
Gebäudenutzfläche [AN]
215,1 m
Firstrichtung
Nord-Süd
Lage
Freistehend
Bauweise
Massiv
Nutzung Keller
Größtenteils beheizt
Nutzung Dachgeschoss
Kein Dachgeschoss
Anzahl der Bewohner
Zwei Erwachsene, zwei Kinder
2.2
2
Gebäudezustand
Allgemeines zum Gebäude
Wände
Die Außenwände des Gebäudes bestehen im Keller aus 30 cm starken Hohlblocksteinen und in den
Obergeschossen aus 24 cm starken Hochlochziegeln ohne weitere Dämmung. Es sind
Heizkörpernischen vorhanden, die innenseitig vermutlich mit Wärmedämmung ausgekleidet sind.
Der genaue Aufbau der Wände, vor allem die verwendete Mauersteinqualität lasst sich im Bestand nicht
feststellen, es wurden daher auch Annahmen aus der hessischen Gebäudetypologie für dieses Baualter
zugrundegelegt.
Die meisten Außenwände im Kellergeschoss sind mit einer Gipskartonvorsatzschale mit
Wärmedämmung von innen Gedämmt.
Fenster und Türen
Die Hauseingangstür ist aus Holz gefertigt und hat ein Seitenteil mit Verglasung. Die Fenster besitzen
einen Rahmen aus Holz, die Verglasung besteht aus einer 2 Scheiben Isolierverglasung. Es sind
Rollladen vorhanden. Die Fenster besitzen keine Dichtungen und befinden sich in einem ihrem Alter
entsprechenden Zustand.
Dach
Die Dachkonstruktion besteht aus einem Ost / West ausgerichteten, flach geneigten Satteldach. Der
Zustand der Dachkonstruktion ist derzeit nicht einsehbar. Die Holzkonstruktion des Satteldachs besteht
aus Sparren 8 / 14 cm, vermutlich mit einer 10 cm Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle. Das
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 8 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Achsmaß beträgt 80 cm. Die Dacheindeckung besteht aus Faserzementwellplatten (Welleternit).
Aufgrund der Bauzeit ist hier Asbestfaserbelastung zu rechnen.
Keller
Das Gebäude ist voll unterkellert und bis auf den Abstellkeller und den Heizraum voll beheizt.
Wohnräume befinden sich im Erdgeschoss und teilweise auch im Kellergeschoss.
Aufgrund der versetzten Bauweise können die Wände am Höhenversprung nachträglich von außen nicht
mehr gedämmt werden.
Auch die Wände im Bereich der angebauten Garage lassen sich unterhalb der Garagenbodenplatte nicht
nachträglich von außen dämmen.
Der Raum, in dem sich das Schlafzimmer befindet (Raum neben dem Heizraum) wurde als Kellerraum
genehmigt. Es ist davon auszugehen, dass dieser Raum ursprünglich als nicht- oder nur geringbeheizter
Raum errichtet wurde. Die hier fehlende Wärmedämmung kann bei einer Sanierung ersetzt werden. Da
geplant ist, dass die Außenwände bis zur Kellersohle gedämmt werden, stelle die Westliche Außenwand
hier kein Problem dar. Die südliche Wand und die Wand am Höhenversatz können durch eine
Innendämmung ertüchtigt werden. Im Bereich der Bodenplatte wurde ein Nassestrich (Zementestrich)
eingebaut. Ob und in welcher Stärke eine Wärmedämmung vorhanden ist, lässt sich derzeit nicht
feststellen. Um zukünftig Probleme zu vermeiden, sollte die Stärke der evtl. vorhandenen Dämmung
geklärt werden, wobei schon jetzt davon ausgegangen werden kann, dass nur mit einer dünnen
Dämmung zu rechnen ist. Durch den Einbau eines Trockenestrichs könnte zum einen die Dämmstärke
um bis zu 2 cm vergrößert werden, zum anderen könnte eine Verbesserung durch den Einbau eines
Dämmstoffes mit einer besseren Wärmeleitzahl erzielt werden. Der Einsatz einer Vakuumdämmung wird
hier wahrscheinlich zu kostenintensiv werden.
Anlagentechnik
Die Anlagentechnik des Hauses ist im unbeheizten Keller untergebracht. Im Jahr 2004 wurde eine neue
Heizungsanlage eingebaut. Das Wohnhaus wird über eine Gas-Brennwert-Zentralheizung, deren
Nennwärmeleistung 15KW beträgt, beheizt. Die Wärmeübergabe erfolgt über Radiatoren.
Ein Schornsteinfegerprotokoll für die Heizungsanlage ist vorhanden, der Abgasverlust ohne Toleranz wird
dort mit 1,2 Prozent, die Abgastemperatur mit 52°C ausgewiesen.
Die horizontalen Verteilungsleitungen der Heizung sind teilweise außerhalb der thermischen Hülle, die
Steigleitungen in den Außenwänden verlegt.
Die Trinkwarmwasserbereitung erfolgt im Kombinationsbetrieb im integrierten Warmwasser-Speicher und
wird zentral über den Heizkessel bereitgestellt. Die Warmwasserversorgung der einzelnen Zapfstellen
wird über Stichleitungen sichergestellt. Eine Zirkulationsleitung ist vorhanden. Die Verteilung der
Rohrleitungen erfolgt teilweise außerhalb der thermischen Hülle.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 9 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Nutzung
Das Gebäude wird von zwei Erwachsenen und zwei Kindern bewohnt. Die Wohnfläche des Gebäudes
erstreckt sich über das Erd- und Kellergeschoss. Das Treppenhaus ist offen gestaltet.
Heiz- und Lüftungsverhalten
Die Lüftung erfolgt nach Angaben der Nutzer individuell über die Fenster. Das Heizverhalten erfolgt
ebenfalls individuell, d.h. über raumweise Regelung mittels Thermostatventilen. Eine ungewollte
Weiterbeheizung einzelner Räume bei Abwesenheit, aufgrund Unterlassung des zurück Drehens der
Thermostate, kann nicht ausgeschlossen werden.
Unkontrollierte Lüftungswärmeverluste
Unkontrollierte Lüftungsverluste entstehen bei den Fenstern, da diese keine Dichtungen besitzen.
Weitere Lüftungsverluste entstehen über die Festbrennstofffeuerstätte im Wohnzimmer.
Aufgrund des Baualters kann davon ausgegangen werden, dass die Luft- und Winddichtungsebene der
Dachkonstruktion nur ungenügend ausgebildet ist.
Bisher durchgeführte Sanierungsmaßnahmen
Im Jahr 2004 wurde die Heizungsanlage und die Warmwasserbereitung erneuert. Das Fenster des
Schlafzimmers im Kellergeschoss wurde 2007 ausgetauscht.
Zusammenfassung
Nach Ansicht des Beraters befindet sich die Hüllfläche des betrachtete Gebäudes in einem, für seine
Bauzeit, üblichen energetischen Zustand. Nach heutigen Gesichtspunkten besteht daher erheblicher
Sanierungsbedarf.
Die Heizkörpernischen scheinen weitestgehend schlecht gedämmt zu sein.
Die gesamte Haustechnik wurde bereits 2004 erneuert. Da bei dieser Erneuerung auch der
Warmwasserbereiter ausgetauscht wurde macht es aus Sicht des Beraters zum momentanen Zeitpunkt
keinen Sinn, die Installation einer thermischen Solaranlage zur Warmwasserbereitung ins Auge zu
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 10 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
fassen, zumal die Dachausrichtung mit Ost-West-Orientierung nicht optimal erscheint. Für längerfristige
Überlegungen wird jedoch eine Variante mit einer CO2-neutalen Pelletheizungsanlage gerechnet.
Die Fenster im Gebäude sind noch aus der Erbauungszeit. Sie sind mit Isolierglasscheiben versehen,
haben aber keine Dichtungen. Sie sollten aufgrund ihres Alters und ihres Zustandes vor dem aufbringen
eines Wärmedämmverbundsystemes erneuert werden.
Die wesentlichen Einsparungsmöglichkeiten bestehen beim untersuchten Gebäude im Bereich der
Fassaden und des Daches. Aus diesem Grund werden diese Bereiche genauer untersucht. Der
Beratungsempfänger plant auch eine Dämmung der Kelleraußenwände im Bereich der Erdanschüttung.
Da das Kellergeschoss im wesentlichen beheizt ist, ist diese Maßnahme aus Sicht des Energieberaters
sinnvoll. Die Bereiche, die von außen nicht mehr gedämmt werden können (Höhenversprung,
Wandfläche unterhalb der Gargenbodenplatte) sollte zur Reduzierung von "Restwärmebrücken" mit einer
Innendämmung versehen werden. Zur Vermeidung von Bauschäden wird hier eine fachliche Planung
angeraten. Aufgrund der Tatsache dass zur Dämmung der Außenwände ohnehin ein Arbeitsgerüst
errichtet werden muss, und die Dachdämmung ungenügend ist, empfiehlt der Aufsteller auch die
Dachflächen mitzudämmen. Hier stellen sich Kostensenkungen durch den einmaligen Gerüstbau ein.
Wärmebrücken sind an mehreren Stellen im Gebäude erkennbar. Auf diese wird in einem gesonderten
Abschnitt eingegangen.
Zur Qualitätssicherung von energetischen Sanierungsmaßnahmen ist es sinnvoll die Durchführung der
Maßnahme durch einen Fachmann begleiten zu lassen. Derzeit gibt es auch Zuschüsse für die
Baubetreuung und Objektbegleitung durch einen Energieberater oder Architekten.
Baurechtliche Hinweise
Bei Veränderungen an Bestandsgebäuden ist das zu Zeitpunkt der Veränderung geltende Baurecht
eizuhalten. Das betrachtete Gebäude fällt nach § 2 (4) der Hessischen Bauordnung (HBO) in die
Gebäudeklasse 2.
Gemäß HBO § 25 müssen Dämmstoffe die Baustoffklasse B1 erfüllen.
Die konkrete Abklärung der rechtlichen Anforderungen kann nicht im Zuge einer Energieberatung
stattfinden. Hier können nur grundsätzlich Fragen des Brandschutzes, von Abstandsflächen und
Baulasten usw. angerissen werden.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 11 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
2.3
Fotografische Darstellung
Bild 1
Bild 2
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 12 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Bild 3
2.4
Wärmebrücken
Wärmebrücken treten im Bereich von örtlich begrenzten Schwachstellen in der thermischen Hülle eines
Gebäudes auf. Sie bewirken einerseits höhere Transmissionswärmeverluste und andererseits niedrigere,
raumseitige Oberflächentemperaturen, welche im ungünstigsten Fall zu Tauwasserbildung und dadurch
zu Schimmelpilzbefall führen können.
Durch energetische Sanierungsmaßnahmen könne auch neue Wärmebrücken geschaffen werden (z.B. in
die Wärmedämmung einbindende Bauteile). Ziel einer Sanierungsplanung sollte es auch sein, derartige
neu entstandene Wärmebrücken zu unterbinden bzw. durch entsprechende Detaillösungen zu beseitigen.
Im Rahmen der Durchführung von wärmedämmenden Baumaßnahmen ist es zwingend erforderlich auf
eine sorgfältige Ausbildung der gefährdeten Anschlüsse zu achten, um diese Gefahren zu vermeiden.
Grundsätzlich werden zwei Arten von Wärmebrücken unterschieden:
•
geometrische Wärmebrücken
Sie entstehen, wenn an homogenen Bauteilen eine Änderung der Geometrie auftritt, z.B. Außenund Innenecken, Nischen oder Pfeiler.
•
materialbedingte Wärmebrücken
Sie treten an fast allen Bauteilverbindungen im Hochbau auf, wo Konstruktionen aus Materialien
mit unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit aneinander anschließen.
In der Praxis tritt häufig eine Kombination aus geometrischen und materialbedingten Wärmebrücken auf.
Am untersuchten Gebäude sind aus den vorliegenden Plänen und der Ortsbegehung nachfolgend
genannte Wärmebrücken feststellbar.
•
Wandkronen
Die Wandköpfe im Erdgeschoss sind mit hoher Wahrscheinlichkeit ungedämmt und wirken wie
Kühlrippen. Über den Wandkopf wird Wärme aus dem Wohnräumen des Erdgeschosses
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 13 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
abgegeben. Die oberen Wandbereiche unter der Decke können auskühlen, es besteht ein
erhöhtes Risiko von Schimmelbefall in diesem Bereich.
Durch eine Aufsparrendämmung wird diese Wärmebrücke beseitigt. Beim Einbau einer
Zwischensparrendämmung müssen zur Beseitigung dieser Wärmebrücken Detailüberlegungen
angestellt werden.
•
Rollladenkästen
Ob die Rollladenkästen ausreichend gedämmt sind konnte nicht festgestellt werden. Es gibt
heute gute Dämmsysteme zur nachträglichen Dämmung von Rollladenkästen. Bei
Renovierungsarbeiten in den Innenräumen sollte die Dämmung der Rollladenkästen überprüft
und bei Bedarf verbessert werden.
•
Heizkörpernischen
Die Heizkörpernischen haben eine Wandstärke von ca. 11,5 cm und sind weitestgehend
ungedämmt. Diese Wärmebrücke kann durch das Aufbringen eines Wämedämmverbundsystemes vollständig beseitig werden.
•
Holzfachwerkwand im Wohnraum
Die Verglasungsflächen im Wohnraum (Küche u. Essen) sind durch eine ausgemauerte
Holzkonstruktion hergestellt. Die Ausmauerung im Brüstungsbereich besteht aus 11,5 cm
starken, schlecht dämmenden Ziegelsteinen. An den Anschlüssen zu den Holzbalken können
Undichtigkeiten durch Haarrisse entstehen.
Darüber hinaus sind augenscheinlich keine weiteren konstruktiven Wärmebrücken vorhanden.
Für eine detaillierte Aussage über vorhandene Wärmebrücken besteht die Möglichkeit einer
Thermografie.
2.5
Energetische Bewertung
2.5.1
Bautechnik
Ein Maß zur Beurteilung der Wärmedämmfähigkeit von Bauteilen ist der Wärmedurchgangskoeffizient U,
²
angegeben in W/m K. Im Allgemeinen wird er jedoch als „U-Wert“ (früher K-Wert) bezeichnet. Seine
Bestimmung ist in DIN EN ISO 6946 geregelt. Bei Berechnungen von U-Werten für
wärmeschutztechnische Nachweise sind die Rechenwerte der Wärmeleitfähigkeit gemäß DIN 4108-4
oder bauaufsichtlich zugelassener Baustoffe zugrunde zu legen. Der U-Wert ist somit ein Maß zur
Beurteilung der energetischen Qualität eines Bauteils. Je höher der U-Wert ist, desto mehr Energie kann
durch das Bauteil entweichen.
Das untersuchte Gebäude weist die in Tabelle 1 ausgewiesenen Werte aus. Grundlage der Berechnung
sind folgende Unterlagen:
•
Wärmeschutzberechnung (Bestandteil des Bauantrags)
•
Baubeschreibung (Bestandteil des Bauantrags)
•
Ausführungen des Eigentümers (1. Besprechung)
•
Gebäudetypologie bzw. Veröffentlichungen
Alle in den Unterlagen nicht aufgeführten Konstruktionen (Schichtaufbauten) wurden aus dem Buch „UWerte alter Bauteile“, der von der Deutschen Energie-Argentur (Dena) herausgegebenen Typologie und
nach eigenen Erfahrungswerten angenommen.
Für die energetische Bewertung der Konstruktionen sind in Tabelle 1 zum Vergleich die zulässigen
Höchstwerte nach Energieeinsparverordnung (EnEV) mit angegeben.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 14 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Tabelle 1
Vergleichende Darstellung U-Werte
Bezeichnung
Außenwand KG Sockel Nord (später
WDVS)
Fenster
Außenwand KG Sockel Vorsatzschale
Nord (später WDVS)
Außenwand KG Sockel Vorsatzschale
Ost (später WDVS)
Fenster
Außenwand KG Sockel Vorsatzschale
Süd (später WDVS)
Außenwand KG Sockel Vorsatzschale
West (später WDVS)
Fenster
Außenwand KG Erdreich (später
WDVS)
Außenwand KG Erdreich (später
Höhenversatz ungedämmt)
Außenwand KG Erdreich
Vorsatzschale (später WDVS)
Außenwand KG Erdreich
Vorsatzschale Schlafen (Später
Calziumsilikat)
Außenwand KG Sockel Vorsatzschale
Schlafen (später Calziumsilikat)
Außenwand EG Nord
Außenwand EG Ost
Fenster
Außenwand EG Süd
Fenster
Haustür
Außenwand EG Süd Garage
Außenwand EG West
Fenster
HK-Nischen
Bodenplatte unbeheizt (Heizung)
Bodenplatte beheizt
Sparrenlage
Fläche
Netto[m²] fläche [m²]
U-Wert
[W/(m²K)]
zul. U-Wert
[W/(m²K)]
Fx-Wert
[-]
5,26
1,13
0,24
1,00
1,60
2,7
0,60
1,30
0,24
1,00
1,00
15,64
0,60
0,24
1,00
3,81
2,7
0,60
1,30
0,24
1,00
1,00
3,71
0,60
0,24
1,00
0,94
29,78
1,6
1,18
1,30
0,30
1,00
0,60
4,98
1,18
0,30
0,60
25,43
0,61
0,30
0,60
16,39
0,61
0,30
0,60
6,85
0,57
0,30
0,50
37,03
24,95
1,08
1,08
1,6
1,08
2,7
3,0
0,98
1,08
2,7
0,87
3,93
0,98
0,42
0,24
0,24
1,30
0,24
1,30
2,90
0,30
0,24
1,30
0,24
0,30
0,30
0,24
1,00
1,00
1,00
1,00
1,00
1,00
0,50
1,00
1,00
1,00
0,40
0,40
1,00
6,85
8,78
19,46
8,78
4,65
25,33
11,70
23,27
20,10
4,84
21,49
0,71
3,14
10,75
12,52
7,59
17,03
105,75
124,42
Die zulässigen U-Werte beziehen sich gemäß EnEV Anlage 3 auf die Begrenzung des Wärmedurchgangs beim erstmaligen
Einbau, Ersatz und Erneuerung von Bauteilen.
Eine weitere Größe zur Beurteilung der vorhandenen U-Werte sind die „Richtwerte“ eines Passivhauses.
Um dessen Anforderung an den Jahresheizwärmebedarf von maximal 15 kWh/(m²a) zu erfüllen, bedarf
es unter anderem einer sehr guten Gebäudehülle. Die durchschnittlichen U-Werte der opaken Bauteile
betragen hier 0,15 W/(m²K), die der Fenster 0,8 W/(m²K) mit einem Gesamtenergiedurchlassgrad um die
50%.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 15 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Die Gegenüberstellung der vorhandenen U-Werte für das untersuchte Gebäude mit denen der EnEV und
der Passivhaus-Richtwerte zeigt, dass alle Bauteile - außer des bereits ausgetauschten Fensters im
Kellergeschoss - nicht mehr dem wärmedämmtechnischen Standard entsprechen.
2.5.2
Anlagentechnik
Nach den für die Bewertung der Anlagentechnik zur Verfügung stehenden Kriterien kann die
Heizungsanlage im Einzelnen folgendermaßen bewertet werden.
Anlagenteil
Beschreibung
Heizung
Erzeugung
Brennwert-Kombikessel Standard (Kleinspeicher), Erdgas H,
innerhalb der therm. Hülle, Baujahr 2004
Speicherung
ohne Speicher
Verteilung
horiz. Verteilung innerhalb, Stränge innenliegend, Pumpe
nicht geregelt, Baujahr 1977
Übergabe
Radiatoren Außenwand, Thermostatventile, 2 K, 70°C/ 55°C,
Baujahr 1977
Trinkwarmwasser
Erzeugung
Brennwert-Kombikessel Standard (Kleinspeicher), Erdgas H,
innerhalb der therm. Hülle, Baujahr 2004
Speicherung
Indirekt beheizter Speicher, innerhalb der therm. Hülle,
Baujahr 2004
Verteilung
zentrale Verteilung, horizontale Verteilleitungen innerhalb der
therm.
Hülle,
mit
Zirkulation,
ohne
gemeinsame
Installationswand, Baujahr 1977
Lüftungsanlage
Erzeugung
ohne Lüftungsanlage
2.6
Energiebilanz des Gebäudes
2.6.1
Tatsächlicher Verbrauch
Der Energieverbrauch wird entscheidend durch das Nutzerverhalten bestimmt. Die wesentlichen
Einflussfaktoren dabei sind:
•
das Lüftungsverhalten
•
die Raumlufttemperatur
•
die tägliche Betriebsdauer der Heizung
•
interne Wärmequellen (Licht, Elektrogeräte, Personenanzahl, …)
•
der Warmwasserverbrauch
Der Energieverbrauch der letzten Abrechnungszeiträume beträgt im Mittel 2800 m³ Erdgas. Dies
entspricht, ca. 2.100,-- Euro Energiekosten. Dazu kommen noch die Kosten für elektrischen Strom zum
Betrieb der Anlagentechnik, etwa Umwälz- und Zirkulationspumpen (der sogenannte Hilfsenergiebedarf).
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 16 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
2.6.2
Berechneter Bedarf
Der Energiebedarf beschreibt die Energiemenge, die unter genormten Randbedingungen (s. u.) benötigt
wird. Er wird u. a. von der Kompaktheit des Gebäudes (A/Ve), der Qualität der Gebäudehülle und der
Qualität der Anlagentechnik beeinflusst. Durch die Ermittlung des Energiebedarfs unter genormten
Randbedingungen lassen sich Gebäude gleicher Typologie und Altersklasse miteinander vergleichen. Im
Anhang finden Sie Erläuterungen zu den Begrifflichkeiten Heizwärmebedarf, Heizenergiebedarf,
Nutzenergiebedarf für Heizung, Endenergiebedarf.
Normierte Randbedingungen nach EnEV
2
Warmwasserwärmebedarf qtw
12,5 kWh/(m a)
Mittlerer interne Wärmegewinne qi
5,0 W/m
Dauer der Nachtabschaltung tu
7,0 h
Mittlere Gebäudeinnentemperatur θi
19,0°C
Luftwechsel n
0,7 h
Klima-Standort
EnEV Referenzklima Deutschland
2
-1
Wichtig:
Alle nachfolgend dargestellten Ergebnisse basieren auf Norm-Randbedingungen nach EnEV.
Jährlicher Energiebedarf
Für die Bewertung des Energiebedarfs [kWh/Jahr], wird ein normiertes Nutzerverhalten zugrunde gelegt.
Der tatsächliche Energieverbrauch kann daher, abhängig vom jeweiligen Nutzerverhalten und der Anzahl
der tatsächlichen Nutzer, mehr oder weniger stark von den unter Standardbedingungen errechneten
Werten abweichen.
Allgemein lässt sich die Differenz zwischen errechnetem Bedarf und tatsächlichem Verbrauch auf
folgende Gründe zurückführen:
•
Teilbeheizung:
Einzelne Räume werden nicht mit der normierten Innentemperatur bzw. gar nicht beheizt.
•
Nutzerverhalten:
Die Bewohner sind berufstätig, die Beheizung der Räume erfolgt überwiegend in der zweiten
Tageshälfte und in den Abendstunden.
•
Wohlbefinden:
Abhängig vom Nutzer sind die Randbedingungen (Innentemperatur, Luftwechsel) sehr
unterschiedlich.
Eine wichtige Vergleichsgröße für den Energieverbrauch ergibt sich, wenn der Energiebedarf [kWh/Jahr]
auf die Gebäude-Nutzfläche AN bezogen wird. Diese errechnet sich zu:
AN = 0,32 x Ve [m²]
mit Ve = beheiztes Gebäudevolumen
Die durch den Bezug auf die Nutzfläche entstandene Vergleichseinheit lautet kWh/(m²Jahr).
Für das untersuchte Gebäude ergibt sich für den Ist-Zustand ein jährlicher Endenergiebedarf von
46.375,9 kWh/a. Bezogen auf die Nutzfläche von 215,1 m² entspricht das 215,6 kWh/(m²Jahr).
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 17 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Abbildung 1
Endenergiebedarf
Im Einzelnen ergibt sich folgender Bedarf der einzelnen Energieträger. Der hier ausgewiesene
Strombedarf enthält auch den berechneten Bedarf für Hilfsenergie, etwa für Pumpen.
Bezeichnung
Endenergie
absolut
[kWh/a]
Erdgas H (Wärmeenergie)
Strom (Hilfsenergie)
44.579
1.797
Endenergie Primärenergie Primärenergie
spez.
absolut
spez.
[kWh/m²a]
[kWh/a]
[kWh/m²a]
207,2
8,4
49.037
4.671
228,0
21,7
Abbildung 2
Energiebedarf der Energieträger
Abbildung 3
oberer Pfeil = Primärenergiebedarf Ist-Wert
unterer Pfeil = EnEV-Anforderungswert gemäß §§3 oder 9 nur zum Vergleich
fP [-]
1,10
2,60
Transmissions- und Lüftungswärmeverluste
Wie bereits erwähnt, bilanziert der Heizwärmebedarf die Wärmeverluste (HT und HV) mit den
Wärmegewinnen (QS und QI) und kennzeichnet damit die wärmeschutztechnische Qualität der
Gebäudehülle. Bei der Darstellung der energetischen Qualität der Gebäudehülle bleiben die Gewinne
unberücksichtigt. Zum einen treffen die internen Gewinne (z.B. elektrische Geräte) keine Aussage über
die energetische Qualität der Wärmehülle. Zum anderen werden die solaren Gewinne der Fenster zum
größten Teil außerhalb der Heizperiode erzeugt, somit sind für die energetische Bewertung der Fenster in
erster Linie die Verluste maßgebend.
Die Bewertung der Gebäudehülle erfolgt somit am besten über die Darstellung der Transmissions- und
Lüftungswärmeverluste der einzelnen Bauteile.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 18 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
*) Hinweis: Die Wärmegewinne durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sind hier nicht
berücksichtigt.
Abbildung 4
Transmissions- und Lüftungswärmeverluste
Diese Abbildung zeigt, wo die größten baulichen Wärmeverluste auftreten und energetische
Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind.
Die Außenwände (33,1%) und Fenster (11%) zusammen sind für 44,1% aller Transmissions- und
Lüftungswärmeverluste verantwortlich. Werden die Verluste aus den Wärmebrücken mit 9,4%
hinzugezählt (die meisten WB befinden sich im Bereich der Außenwände), verursacht allein diese
Bauteilgruppen über die Hälfte aller aufgeführten Verluste. Die Lüftungswärmeverluste (22,5%) sind auf
den hygienisch notwendige Luftwechsel im Winter zurückzuführen. Die doch eher geringen Verluste vom
Satteldach (9,7%) sind durch die im Vergleich zu den anderen Bauteilen vorhandene 8 cm
Mineralwolldämmung (Annahme) zu erklären.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 19 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
3
Empfohlene Maßnahmen zur Energieeinsparung
Nachfolgend werden Sanierungsmaßnahmen vorgestellt, die zu einer Reduzierung des Energiebedarfs
führen.
Die Reihenfolge der Aufzählung entspricht der Reihenfolge, in denen die Maßnahmen aus ökonomischen und/ oder baupraktischen Gründen umgesetzt werden sollten.
•
Dämmung des Satteldaches
•
Erneuerung der Fenster
•
Wärmedämmung der Außenwände
Bei den Empfehlungen werden die für die Sanierung geeignete Baustoffgüten, -art und Schichtdicken
aufgezeigt. Aus der Vielzahl der Konstruktionsmöglichkeiten sind jeweils die ausgewählt, die aus Sicht
des Beraters eine sinnvolle Kombination aus energetischer, wirtschaftlicher und praktikabler
(Eigenleistung) Sicht darstellen.
Allgemeine Ausführungshinweise:
•
Dachsanierungen
Die Dachüberstände der Giebel- und Traufseiten sollten auf ggf. später aufzubringende
Außenwand-Dämmstärken vor der Ausführung überprüfen und ggf. angepasst werden.
•
Fensteraustausch
Beim Austausch von alten Fenstern ist bei den Neuen auf die richtige Rahmenbreite zu achten.
Die optimale Rahmenbreite ergibt sich abhängig von der Einbausituation. Beispiel: Bei einer
Schrittweisen Sanierung (erst Fenster, dann WDVS) sollte ein breiterer Rahmen verwendet
werden, um später eine ausreichend dicke Leibungsdämmung aufbringen zu können.
•
Fenster und Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
Diese beiden Maßnahmen lassen sich gut kombinieren. Zum einen sind die durch den Austausch
der Fenster auftretenden kleineren Beschädigungen nur innenseitig zu beheben, da außenseitig
alle Beschädigungen durch das WDV-System behoben werden. Zum anderen kann durch die
Verlagerung des Fenster-Einbauorts der unerwünschte Wärmebrückeneinfluss im
Fensteranschlussbereich deutlich vermindert werden.
•
Dämmung der Außenwände / unterer Gebäudeabschluss
Die Dämmung sollte nach Möglichkeit mindestens 30 bis 50 cm unter die Kellerdecke geführt
werden, damit der unerwünschte Wärmebrückeneinfluss im Kellerdeckenanschlussbereich
deutlich vermindert wird.
•
Gerüst
Das Gerüst ist nicht nur für das Aufbringen von Außenwanddämmungen notwendig, sondern
auch aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen für Arbeiten am Dach vorgeschrieben. Um Kosten zu
sparen ist es daher sinnvoll, alle Maßnahmen zu bündeln, die die Aufstellung eines Gerüsts
erfordern. Dies betrifft nicht nur das Dach und die Außenwände, sondern z.B. auch den Einbau
der Fenster, die Installation von Solarkollektoren oder die Montage der Dachentwässerung.
Hierbei sind Hilfestellungen oder der Transport größerer Einbauelemente über das Gerüst eine
wesentliche Arbeitserleichterung.
•
Eigenleistung
Die Eigenleistung wird zwar von den Förderprogrammen der KfW nicht unterstützt, ist in vielen
Fällen aber eine echte Alternative zu Fachfirmen. Dies insbesondere dann, wenn der Eigentümer
über ein Mindestmaß an handwerklichen Geschick verfügt und die auszu-führenden Arbeiten
sehr zeitaufwendig und daher Kostenintensiv sind. Dies betrifft insbesondere Arbeiten an der
obersten Geschossdecke und der Kellerdecke. Speziell an diesen zwei Gewerken ist der größte
Vorteil der, dass der Ausführungszeitpunkt und die Dauer recht variabel sind (Stichwort
Wetterabhängigkeit).
•
Bei allen neuen Konstruktionen empfiehlt es sich, den Einfluss der Wärmebrücken durch
Anwendung der Planungsbeispiele nach DIN 4108 Bbl. 2 zu begrenzen. Verbleibende
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 20 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Wärmebrücken können durch Kondensatbildung zu Bauschäden führen. Auch Schimmelbildung
kann infolge technisch und bauphysikalisch falscher konstruktiver Ausführung von
Sanierungsmaßnahmen im Anschluss an eine Sanierung auftreten.
Aus den oben angeführten Problemstellungen heraus ist es empfehlenswert die Sanierung von
Gebäuden durch einen Sachkundigen begleiten zu lassen.
Derzeit wird die professionelle Baubegleitung von Sanierungsmaßnahmen durch
Sachverständige unter bestimmten Umständen im Zuge eine KfW-Sonderprogrammes 431 mit
bis zu 2000,-- € bezuschusst.
•
Wenn möglich sollte die Gesamtumsetzung der energetischen Sanierung umgesetzt werden, da
so von Anfang an der volle Einspareffekt eintritt und sich in der Regel die Baukosten für
zerstückelte Einzelgewerke deutlich verringern lassen, Bsp.: Gerüstkosten bei Außenwand und
Dach.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 21 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
3.1
Dämmung des Satteldaches (Aufsparrendämmung)
Neben den klassischen Möglichkeiten das Dach zwischen oder unter den Sparren zu dämmen ist es seit
einigen Jahren auch möglich das Dach oberhalb der Dachsparren zu dämmen. Die Aufsparrendämmung
bietet sich hauptsächlich dann an, wenn bereits eine Dachsanierung mit neuer Eindeckung geplant ist.
Diese Variante hat den Vorteil, dass die Dämmstärke nur durch die Befestigungsmöglichkeiten
beschränkt ist. Darüber hinaus werden alle Wärmebrücken der Dachanschlussbereiche beseitigt und im
Gebäudeinneren fällt keine Schmutzbelastung an.
Bildquelle: BAUDER
Eine Aufsparrendämmung wird häufig mit Polystyrol Verbundplatten oder auch Polyuretan Platten mit Nut
und Feder Verlegung durchgeführt. Aber auch natürliche Dämmstoffe wie Zelluloseplatten,
Holzweichfaserplatten oder Hanfmatten sind bei der Aufsparrendämmung denkbar. Wie auch bei allen
anderen Dämmarten ist es auch bei der Aufsparrendämmung wichtig möglichst genau und ohne Schlitze
zwischen den Platten zu arbeiten. Bei ineinander greifenden Verbundplatten ist dies kein größeres
Problem, kann aber bei nicht verzahnbaren Platten durchaus passieren. Auch die Luftdichtigkeitsebene
und der Verlauf der Einzubauenden Dichtbänder sollten im Detail geplant werden, damit es nach der
Sanierung nicht in den Anschlussbereichen zu angrenzenden Bauteilen zu Zugerscheinungen und damit
verbundenen Wärmeverlusten kommen kann. Eine Aufsparrendämmung kann selbstverständlich auch in
Kombination mit einer Dämmung zwischen den Dachsparren erfolgen. Die Kosten für eine
Aufsparrendämmung sind in der Regel höher als bei einer Zwischen-sparrendämmung. Allerdings ist die
Aufsparrendämmung trotz der höheren Kosten immer eine Option, über die man nachdenken sollte, da
diese Art der Dachdämmung sehr effektiv und Platz sparend (kein Wohnraumverlust) ist.
Die Dampfbremse wird auf der Schalung unter der Dämmung angebracht. Die feste Unterlage erleichtert
das Verkleben der Stöße.
Der Brandschutz gemäß der entsprechenden Gebäudeklasse der Hessischen Bauordnung muss auch
nach dem Aufbringen einer Aufsparrendämmung gewährleistet sein. Eine Detailplanung im Bereich von
Brand- und Grenzwänden ist unerlässlich.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 22 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Im konkreten Fall empfehle ich folgende Konstruktion:
Verwendet für:
Sparrenlage (U=0,121 W/m²K)
Schicht Material
1 DIN EN ISO 10456 Konstruktionsholz 500
2 Luftschicht - nicht belüftet
DIN EN ISO 10456 Konstruktionsholz 500
3 Luftschicht - nicht belüftet
DIN EN ISO 10456 Konstruktionsholz 500
4 Knauf Insulation LDS 100 Dampfbremse 100
m
5 ISOVER Integra ZRF Rollisol Zwisch.sp.Randl.filz
DIN EN ISO 10456 Konstruktionsholz 500
6 Luftschicht - nicht belüftet
DIN EN ISO 10456 Konstruktionsholz 500
7 IVPU 5.4 Polyurethan-Hartschaum WLS 028
Dicke
λ µ min/µ max
[mm] [W/mK]
12
0,130 20 / 50
24 R=0,17
0/0
9
m²K/W
24
0,130 20 / 50
24 R=0,17
0/0
9
m²K/W
24
0,130 20 / 50
0,14
0,170 500000 /
500000
1/1
80
0,040
80
0,130
60 R=0,18
0
m²K/W
60
0,130
160
0,028
sd-Wert Anteil
[m]
[%]
0,240 100,0
0,024
87,9
0,480
0,024
12,1
86,2
0,480
70,000
13,8
100,0
0,080
90,0
20 / 50
0/0
1,600
0,060
10,0
90,0
20 / 50
1,200
0,100
10,0
100,0
0/0
Die wichtigsten Daten im Überblick:
Dämmstoffdicke:
Wärmeleitgruppe WLG
16 cm
028
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 23 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
3.2
Erneuerung der Fenster
Im Bereich der Fenstertechnik wurden in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, was sich in der
Leistungsfähigkeit der Rahmen und der Verglasung niederschlägt. Heutige moderne Fenster erreichen
ohne Weiteres UW -Werte von 0,9 W/(m²K). Dieser Wert bedingt natürlich einen gedämmten Rahmen
sowie eine 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung. Dennoch sind die U-Werte immer noch deutlich
schlechter als die von Außenwänden oder Dächern, wo bei Neubauten U-Werte von 0,2 W/(m²K) üblich
sind. Neben den schlechteren U-Werten sind zudem die Preise pro Quadratmeter deutlich höher als bei
opaken (nicht transparenten) Bauteilen. So sind die U-Werte der Fenster, je Variante, rund viermal
schlechter als bei der Wand bei gleichzeitig drei bis viermal höheren Kosten pro m² Fensterfläche.
Die dargestellten Abbildungen zeigen auf, welche Energiegewinne und –verluste durch die
verschiedenen Verglasungstypen zu erwarten sind.
Einfachverglasung
Zweischeiben
Wärmeschutzverglasung
Dreischeiben
Wärmeschutzverglasung
Altes Fenster
heutiger Mindeststandart
Energetisch zu empfehlen
Die Beurteilung der neuen Fensterqualität sollte aber nicht am Vergleich der U-Werte mit denen der
Wand sondern vielmehr mit denen der alten Fenster erfolgen. Der Energieverlust durch alte Fenster ist
sehr hoch, zum einen geht ein Großteil der Wärme durch Glas und Rahmen verloren und zum anderen
geht ein weiterer nicht unerheblicher Teil an Lüftungswärme durch Undichtheiten der Rahmen verloren.
Der Fenster- und Türenaustausch sollte im Ganzen erfolgen, d.h. inkl. Rahmen und Verglasung. Für den
Neueinbau sind Fenster- und Türelemente mit einer Zweischeiben-Wärmeschutzverglasung UW = 1,3
2
2
W/(m K), Ug = 1,1 W/(m K), g-Wert = 0,6 angemessen. Der Einbau der Elemente sollte gemäß dem
Leitfaden zur Montage" des RAL-Güteausschusses folgen. Damit soll eine Einbausituation erreicht
werden, die außen dauerhaft und schlagregendicht und innen luftdicht nach dem Prinzip innen dichter als
außen ist.
Gut erhaltene isolierverglaste Fenster können evtl. energetisch ertüchtigt werden. Sind die
Fensterrahmen gut erhalten und funktionstüchtig, lässt sich durch den Austausch der alten
2
Isolierverglasung mit einem üblichen Ug-Wert von 2,9 W/(m K) durch eine moderne
Wärmeschutzverglasung mit einem Ug-Wert von 1,1 W/(m²K) eine erhebliche Verbesserung erzielen. Die
entstehenden Kosten für den Scheibenaustausch können Fensterweise, auch über einen längeren
Zeitraum verteilt werden. Bestandsfenster sollten regelmäßig eingestellt werden. Auch die Dichtungen
sollten regelmäßig überprüft und im Bedarfsfall erneuert werden.
Im Rahmen einer gemeinsamen Sanierung von Außenwand und Fenster, sollte der Einbauort der Fenster
in die Ebene der Wärmedämmung verschoben werden. Durch diese Maßnahme lassen sich
Wärmebrücken in den Bereichen der Fensterlaibungen, -brüstung und -sturz sehr gut optimieren. Bei
einer veränderten Einbausituation und der energetischen Optimierung der Anschlüsse zu Gebäude ist
eine gute Detailplanung und Koordination der unterschiedlichen Gewerke (Fassadenbau / Fensterbau)
wichtig. Auch die energetische Situation der Rollladenkästen sollte in die Detailüberlegungen einfliesen.
Im konkreten Fall empfehle ich folgende Fensterqualität:
U-Wert [W/(m²K)]
g-Wert [-]
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
0,95
0,50
Seite 24 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
3.3
Wärmedämmung der Außenwände (WDVS) Kellergeschoss
Bei einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) handelt es sich um die Kombination eines in der Regel
einschaligen Außenmauerwerks, mit einer energetisch leistungsfähigen außenseitigen Dämmschicht
einschließlich Beschichtung, bestehend aus einer armierten Unterputzschicht und einer anschließenden
Oberputzschicht. Das Dämmmaterial wird in Form von Platten oder Lamellen mit Hilfe von Kleber
und/oder Dübeln (Tellerdübeln) auf dem bestehenden Untergrund (zum Beispiel Ziegel, Kalksandstein,
Beton, …) befestigt und mit einer Armierungsschicht versehen. Die Armierungsschicht besteht aus einem
Armierungsmörtel (Unterputz), in dem ein Armierungsgewebe eingebettet wird. Abschließend wird der
Oberputz aufgebracht.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
Innenputz
Mauerwerk
alter Außenputz
Klebemasse
Wärmedämmung
neuer Außenputz
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 25 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Details Fensteranschluss
Detail Sockelausbildung
Um Wärmebrücken zu vermeiden, sollte das WDVS ca. 30-50 cm nach unten über die Deckeneinbindung
geführt werden. Liegt die Deckeneinbindung im Spritzschutzbereich (Sockelbereich) wird dieser mit einer
Perimeterdämmung versehen, d. h. das WDVS wird bis in den Spritzschutzbereich gezogen und dort an
die Perimeterdämmung angeschlossen (siehe Detail Sockelausbildung). Zur Vermeidung von
Bauschäden im Sockelbereich sollte das gesamte WDVS entsprechend der jeweiligen bauaufsichtlichen
Zulassung ausgeführt werden. Anschlussdetails und Sockelausbildung sind sorgfältig zu planen und in
der Ausführung zun überwachen.
Als Dämmmaterial werden überwiegend MineralwollIe und verschiedene Schaumstoffplatten verwendet.
Der Dämmstoff des WDVS sollte mindestens in der Wärmeleitgruppe (WLG) 035 und einer Dicke von 16
cm ausgeführt werden. Im Sockelbereich / Erdreich sollte eine Perimeterdämmplatte (WLG 030, d = 8
cm) verwendet werden. Diese Angaben orientieren sich an den Vorgaben der KfW.
Auch ökologische Dämmstoffe können als WDVS eingesetzt werden. Hier bieten sich Dämmsysteme aus
Kork oder Holzweichfaserplatten an. Da diese Systeme in der Regel in eine schlechtere Wärmeleitgruppe
eingestuft sind, müssen hei geringfügig vergrößerte Dämmstärken eingebaut werden.
Bei der Planung von Wärmedämmverbundsystemen ist ein besonderes Augenmerk auf die konsequente
Vermeidung von Wärmebrücken zu legen.
Der Brandschutz gemäß der entsprechenden Gebäudeklasse der Hessischen Bauordnung muss auch
nach dem Aufbringen eines Wärmedämmverbundsystemes gewährleistet sein. Eine Detailplanung im
Bereich von Brand- und Grenzwänden ist unerlässlich.
Dämmung mit VIP an bautechnisch kritischen Stellen
VIP - Vakuum-Isolations-Paneel ist eine hochwertige Dämmung bei gleichzeitig geringer Schichtdicke Sie
kann bei beengten Verhältnissen zum Einsatz kommen. Hier kann ein sehr guter Wärmeschutz durch das
Aufbringen einer VIP-Dämmung erzielt werden. Dieses Bauelement hat etwa die zehnfache
Dämmwirkung eines herkömmlichen Dämmmaterials. Die Verarbeitung muss sehr sorgfältig erfolgen. Der
Schutz vor mechanischer Einwirkung und die wärmebrückenfreie Einbindung muss gewährleistet sein.
Der Einsatz sollte von einem Fachingenieur unter besonderer Beachtung der Dampfdichtheit geplant und
beim Einbau beaufsichtigt werden.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 26 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Im konkreten Fall empfehle ich folgende Konstruktion:
Verwendet für:
Außenwand KG Sockel Nord WDVS 180 mm
(U=0,166 W/m²K)
Außenwand KG Erdreich WDVS 180 mm
(U=0,167 W/m²K)
Außenwand KG Sockel Vorsatzschale Nord
WDVS 180 mm (U=0,166 W/m²K)
Schicht Material
1 DIN V 4108 1.1.6 Gipsputz ohne Zuschlag
2 DIN V 4108 4.5.1 Hohlblöcke Gruppe 1
1000 NM
3 DIN V 4108 1.1.1 Putzmörtel aus Kalk,
Kalkzement und hydraulischem Kalk
4 SCHWENK Fassadendämmplatte EPS 035
WDV
5 Knauf Marmorit SM 700
Dicke
λ
[mm] [W/mK]
15
0,510
300
0,450
µ min/µ max
10 / 10
5 / 10
sd-Wert Anteil
[m]
[%]
0,150 100,0
1,500 100,0
20
1,000
15 / 35
0,300
100,0
180
0,035
30 / 70
5,400
100,0
5
0,540
11 / 11
0,100
100,0
Die wichtigsten Daten im Überblick:
Dämmstoffdicke
mindestens 18 cm
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 27 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
3.4
Wärmedämmung der Außenwände (WDVS) Erdgeschoss
Im konkreten Fall empfehle ich folgende Konstruktion:
Verwendet für:
Außenwand EG Nord WDVS 180 mm
(U=0,165 W/m²K)
Außenwand EG Ost WDVS 180 mm
(U=0,165 W/m²K)
Außenwand EG Süd WDVS 180 mm
(U=0,165 W/m²K)
Außenwand EG Süd Garage WDVS 180 mm
(U=0,162 W/m²K)
Außenwand EG West WDVS 180 mm
(U=0,165 W/m²K)
Schich Material
t
1 DIN V 4108 1.1.6 Gipsputz ohne Zuschlag
2 DIN V 4108 4.1.3 Hochlochziegel 800
LM21/LM 36
3 DIN V 4108 1.1.1 Putzmörtel aus Kalk,
Kalkzement und hydraulischem Kalk
4 SCHWENK Fassadendämmplatte EPS 035
WDV
5 Knauf Marmorit SM 700
Dicke
λ
[mm] [W/mK]
15
0,510
240
0,340
µ min/µ max
10 / 10
5 / 10
sd-Wert Anteil
[m]
[%]
0,150 100,0
1,200 100,0
20
1,000
15 / 35
0,300
100,0
180
0,035
30 / 70
5,400
100,0
5
0,540
11 / 11
0,100
100,0
Die wichtigsten Daten im Überblick:
Dämmstoffdicke
mindestens 18 cm
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 28 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
3.5
Wärmedämmung der Außenwände Innendämmung
Innendämmung, kapillaraktive Dämmplatten
Verschiedene Fassadenbereiche können oft nicht mit einer Außendämmung versehen werden. Die
Gründe hierfür sind vielfältig. Oft handelt es sich um Wandbereiche die von außen nicht zugänglich sind,
oder Fassaden an Nachbargrenzen bei denen keine privatrechtliche Zustimmung für eine
Außendämmung zu erhalten ist. Hier eignen sich kapillaraktive Dämmplatten. Diese werden vollflächig
auf der Wand verklebt und mit einer entsprechenden, zum System gehörenden Oberflächenbehandlung
versehen. Bauphysik: Die Innendämmung verstärkt die Wärmebrückenwirkung von Geschossdecken
und einbindenden Wänden. Die Außenwand trägt nicht mehr zur Wärmespeicherung bei. Feuchtigkeitsund Frostschäden können verstärkt auftreten. Innendämmungen müssen sehr sorgfältig geplant und
ausgeführt werden, damit es nicht zu Feuchteschäden infolge Kondensatbildung im Bauteil kommt.
Im konkreten Fall empfehle ich folgende Konstruktion:
Verwendet für:
Außenwand KG Erdreich Vorsatzschale
Schlafen Calziumsilikat (U=1,076 W/m²K)
Außenwand KG Sockel Vorsatzschale
Schlafen Calziumsilikat (U=0,944 W/m²K)
Schicht Material
1 Calciumsilikatplatte
2 DIN V 4108 1.1.6 Gipsputz ohne Zuschlag
3 DIN V 4108 4.5.1 Hohlblöcke Gruppe 1
1000 NM
4 DIN V 4108 1.1.1 Putzmörtel aus Kalk,
Kalkzement und hydraulischem Kalk
Dicke
λ
[mm] [W/mK]
50
0,600
15
0,510
300
0,450
20
1,000
µ min/µ max
5 / 20
10 / 10
5 / 10
15 / 35
sd-Wert Anteil
[m]
[%]
0,250 100,0
0,150 100,0
1,500 100,0
0,700
100,0
Die wichtigsten Daten im Überblick:
Dämmstoffdicke
50 mm
Wärmeleitgruppe WLG
060 oder besser
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 29 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
3.6
Einbau eines Holzpelletkessels
Durch die in den letzten Jahren auftretenden, relativ starken Ölpreisschwankungen auf hohem Niveau,
einem gestiegenen Interesse an regenerativen Energiequellen, durch die inzwischen ausgereifte Technik,
und nicht zuletzt durch die Förderprogramme der Bundesregierung werden Holzpelletkessel als
Wärmerzeuger bei den Hauseigentümern immer beliebter.
Bei Pelletheizungen unterscheidet man grundsätzlich zwei verschiedene Arten.
Zum einen kleinere Einzelöfen, die sich im Leistungsbereich von max. 6-8 kW befinden und zum anderen
die sogenannten Pellets-Zentralheizungen für einen größeren Energiebedarf ab 8 kW und mehr.
Nachfolgend wird die Zentralheizung näher beschrieben.
Der Betrieb der Heizung funktioniert wie eine Öl- oder Gasheizung vollautomatisch. Der Mittelpunkt der
Heizungsanlage ist die so genannte Brennkammer, in die die Pellets über ein Saug- oder
Schneckensystem gefördert werden. Die Fördermenge ist angepasst auf den jeweiligen Leistungsbedarf.
Über eine elektronische Steuerung wird die Zündung automatisch geregelt und somit in Betrieb
genommen. Somit wird die optimale Verbindung von Betriebstemperatur, Brennstoffmenge und der
Verbrennungsluft hergestellt. Zu beachten ist, dass anders als bei Öl- und Gasheizungen ca. 0,5 %
Verbrennungsrückstände (ca. 5kg Asche pro Tonne Pellets) anfallen, die regelmäßig entsorgt werden
müssen. Die Entsorgung kann über den Hausmüll erfolgen.
Als Brennstoff werden gepresste Pellets verwendet. Holzpellets sind genormte zylindrische Presslinge
aus naturbelassenen Holzspänen, die im holzverarbeitenden Gewerbe anfallen. Um eine gleichbleibende
Verbrennung gewährleisten zu können, ist eine bestimmte Pelletqualität erforderlich. Diese wird erreicht,
indem alle zur Verwendung in Kleinfeuerungsanlagen bestimmten Pellets nach der DINplus hergestellt
werden. Ein Normpellet ist zwei bis fünf Zentimeter lang, hat einen Durchmesser von ca. 6 mm bis 8 mm
mit und einen möglichst geringen Abriebswert.
Für die Verwendung in einer Pelletheizung oder einem Pelletofen haben sich in Deutschland quasi
ausschließlich Pellets mit einem Durchmesser von 6 mm etabliert. Bei der DINplus handelt es sich um
keine DIN Norm im klassischen Sinne, sondern um ein sogenanntes Zertifizierungsprogramm, in dem
bestimmt Qualitätskriterien definiert sind.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 30 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Abbildung 5 Lagerraum mit Maulwurf-Saug-Entnahmesystem (Quelle: Paradigma)
Für die Lagerung des Brennstoffs ist ein geeigneter Behälter / Lagerraum vorzusehen. Dies könnte z.
Bsp. der Nachbarraum sein, wo bisher der Öltank stand. Die automatische Zuführung der Pellets zur
Pelletheizung erfolgt über das Entnahmesystem. Seine Aufgabe besteht darin, die Pellets aus einem
Lager oder Lagerbehälter zu entnehmen und möglichst schonend, d.h. ohne die Pellets zu zerstören,
dem Kessel bedarfsgerecht zuzuführen. Hierfür haben sich die zwei grundlegende Techniken Heizkessel
mit Förderschnecke und Heizkessel mit Saugsystem durchgesetzt. Die Förderschnecke ist die klassische
Lösung für den Anwendungsfall, wenn das Pelletslager unmittelbar an den Aufstellraum des
Pelletskessels angrenzt oder das Gewebesilo direkt neben dem Kessel steht. Vorteil dieses Systems ist
die leise Betriebsweise und die etwas günstigeren Investitionskosten. Das Saugsystem verfügt über
einen in der Heizung integrierten Vorratsbehälter mit einer leistungsstarken Saugturbine, welche die
Pellets auch über größere Entfernungen, bis zu 20 m und Höhenunterschiede bis zu 5 m, dem Kessel
zuführt. Vorteil dieses Systems ist die flexiblere Standortwahl des Lagers.
Zur Lagerung ist anzumerken, dass die Pelletslager trocken sein müssen, da sonst die Pelletqualität
negativ beeinflusst wird. Des Weiteren ist die Lagerkapazität bezogen auf den Heizwert im Vergleich zu
Heizöl deutlich geringer, d. h. um die gleiche Energiemenge zu bevorraten wird das dreifache
Lagervolumen benötigt. (Hintergrund: Der Heizwert ist die bei der Verbrennung maximal nutzbare
Wärmemenge, bei der es – anders als z.B. bei Gasheizungen mit Brennwerttechnik – nicht zu einer
Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes kommt, bezogen auf die Menge des
eingesetzten Brennstoffs. Zum Vergleich liegt der Heizwert von Heizöl EL bei 36,0 MJ/l bzw. 10,0 kWh/l.
Somit entspricht der Heizwert von 1 kg Pellets dem von 0,5 Liter Heizöl EL. Dazu kommt, dass Pellets
nicht so komprimiert gelagert werden können, d.h. in einem Kubikmeter können nur ca. 650 kg gelagert
werden.)
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 31 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Abbildung 6
Systemskizze Gewebesilo mit Schneckensystem (Quelle: Paradigma)
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 32 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
3.7
Einbau einer Lüftungsanlage
Es handelt sich hierbei um ein zentral aufgestelltes Be- und Entlüftungsgerät und zugehörigem
Kanalsystem sowie Zu- und Abluftöffnungen in den Räumen. Mit diesen Anlagen ist eine definierte
Dosierung der Luftmenge möglich. Die verbrauchte Luft wird in so genannten Ablufträumen (Küche,
Sanitärräume) abgesaugt und über einen Wärmetauscher abgekühlt nach draußen geleitet. Der Abluft
wird im Wärmetauscher die enthaltene Wärme entzogen und der frischen Zuluft zugeführt, ohne dass es
dabei zur Vermengung von Frischluft und Abluft kommt.
Die Zuluft kann nach dem Austritt aus dem Wärmetauscher zusätzlich mit einem nachgeschalteten
Lufterhitzer auf die gewünschte Zulufttemperatur nachgeheizt werden. Weiterhin wird die Zuluft gefiltert
und gereinigt (ein Vorteil für Allergiker). In den Aufenthaltsräumen wird die so erwärmte Zuluft mittels
(Weitwurf-) Düsen frei von Zugluft eingebracht. Durch den Einbau von Schalldämpfern ist mit
Geräuschproblemen nicht zu rechnen.
Die Planung einer solchen Anlage muss durch Fachleute erfolgen. Das Gebäude sollte sehr luftdicht sein,
damit die Anlage effizient arbeiten kann.
Die Kostenkalkulation berücksichtigt die Planung, das Zentralgerät, die Leitungen, Strom sparende
Gleichstromventilatoren, Filter, und Düsen für eine Nutzungseinheit mit bis zu 8 Räumen.
Bildquelle:
Fachinformation 2 - Wohnungslüftung mit
Wärmerückgewinnung, HEA
Lüftungsanlage mit Kreuzstromwärmetauscher
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 33 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
4
Sanierungsvarianten
Für das zu untersuchende Gebäude wurden nachfolgende Sanierungsvarianten entwickelt.
In Tabelle 2 sind die Sanierungsmaßnahmen für jede Sanierungsvariante zusammengestellt. Übersicht
Tabelle 2
Zusammenstellung der Sanierungsvarianten
Name
Empfohlene Maßnahmen
1. WDVS, neue Fenster,
Aufsparrendämmung
Fenster 3-fach verglast, Uw= 0,95 W/(m²K)
Haustür Ud= 1,30 W/( m²K)
180 mm Fassadendämmung WLG 035
160 mm Aufsparrendämmung WLG 028
Dichtigkeitsprüfung
Fenster 3-fach verglast, Uw= 0,95 W/(m²K)
Haustür Ud= 1,30 W/( m²K)
180 mm Fassadendämmung WLG 035
160 mm Aufsparrendämmung WLG 028
Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
Dichtigkeitsprüfung
Fenster 3-fach verglast, Uw= 0,95 W/(m²K)
Haustür Ud= 1,30 W/( m²K)
180 mm Fassadendämmung WLG 035
160 mm Aufsparrendämmung WLG 028
Dichtigkeitsprüfung
Heizung Pelletkessel
Warmwasserbereitung über Pelletkessel
2. WDVS, neue Fenster,
Aufsparrendämmung,
Lüftung
Effizienzhaus 115
4.1
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
Das hier eingesetzte Berechnungsverfahren ist ein so genanntes Zeitreihenverfahren, bei dem fortlaufend
für jedes Jahr alle angesetzten Beträge ermittelt werden.
Bitte beachten Sie: Die Berechnung findet inflationsbereinigt statt. Die jährlichen Preissteigerungsraten
der Energiepreise sind daher um die allgemeine Inflationsrate zu vermindern.
Amortisationszeit: Am Ende des Jahres, in dem der kumulierte Kapitalrückfluss die Restschuld übersteigt,
gilt die Investition als amortisiert.
Erläuterung des Berechnungsverfahrens
Anfangswerte:
1. Der Kapitalrückfluss als negativer Betrag der Investitionen angesetzt, vermindert um Zuschüsse
2. Das anfänglich eingesetzte Eigenkapital ergibt sich aus Investitionen vermindert um Zuschüsse
und anfängliche Darlehenssumme.
Die Verfahrensschritte bei der Jahresbetrachtung:
1. Ermittlung der jährlichen Energiekosten mittels der Endenergiebedarfe und der jeweiligen
Energiepreissteigerungen sowie Grundkosten.
2. Berechnung der Energiekosteneinsparung gegenüber der Bezugsvariante.
3. Berechnung der kalkulatorischen Zinsen für das eingesetzte Eigenkapital. Der kalkulatorische
Zinssatz wird dabei um die Inflationsrate reduziert.
4. Berechnung der Zinsen für das Darlehen aus Restschuld und Darlehenszinssatz. Auch dieser
Zinssatz wird um die Inflationsrate gemindert.
5. Berechnung der jährlichen Tilgung und daraus der Restschuld.
6. Berechnung des fiktiven Aufwands als Summe von Zins, jährlicher Tilgung, kalkulatorischen
Zinsen sowie jährlichen Grundgebühren und monatlichen Wartungskosten. Ggf. wird davon die
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 34 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Steuerersparnis durch Abschreibung abgezogen. Das eingesetzte Eigenkapital wird um den
fiktiven Aufwand erhöht.
7. Falls für eine Investition die Nutzungsdauer überschritten wurde, wird das Eigenkapital um diese
Investitionssumme erhöht (Berücksichtigung der erforderlichen Reinvestition)
8. Berechnung der Kosteneinsparung: Energiekostenersparnis abzüglich fiktivem Aufwand.
9. Berechnung des kumulierten Kapitalrückflusses: Er wird jährlich um die Kosteneinsparungen
erhöht.
Für die Berechnung der Amortisationszeit wurden die folgenden Daten und Energiepreise zugrunde
gelegt.
Tabelle 3
Globale Daten zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit
kalkulatorischer Zinssatz [%]
jährliche Preissteigerung [%]
Steuerersparnis durch Abschreibung berücksichtigt
Tabelle 4
2,50
1,70
nein
Angaben zu Energiepreisen
Bezeichnung
Einheit
kWh
Preis
[€/Einheit]
0,064
Grundpreis
[€/Monat]
0,00
jährl. Preissteigerung
inflationsbereinigt [%]
10,00
Erdgas (Gemis 4.2) Preis
II/10
Holz-Pellet 10 kW (Gemis
4.2)
Strom-Mix (Gemis 4.2)
Preis II/09
kWh
0,047
0,00
5,60
kWh
0,234
0,00
1,80
Angaben zu erforderlichen Investitionskosten und zur Finanzierung sind bei der Beschreibung der
einzelnen Sanierungsmaßnahmen zu finden.
4.1.1
Preisermittlung
Sämtliche Preise für Baustoffe und Bauleistungen sind Richtpreise und wurden aufgrund von eigenen
Erfahrungswerten ermittelt. Die Energieberatung ersetzt nicht eine detaillierte Kostenplanung. Vor
Ausführung der Maßnahmen sind diese Richt-/Schätzpreise durch konkrete Angebote zu untermauern.
In die Kostenbetrachtung wurden, soweit möglich, sämtliche mit einer Sanierung entstehenden
"Nebenkosten" die für eine normale und übliche Gebäudeunterhaltung erforderlich sind, sogenannte
Sowiesokosten eingerechnet. Diese, nicht energetisch bedingten Kosten verlängern die
Amortisationszeit. Aus Sicht des Beraters ist ein Aufzeigen der zu erwartenden Gesamtkosten jedoch
sinnvoll (als Planungs- und Entscheidungsgrundlage für den Beratungsempfänger), auch wenn sich dies
negativ auf die Amortisation auswirkt.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 35 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
4.2
Sanierungsvariante: 1. WDVS, neue Fenster,
Aufsparrendämmung
4.2.1
Beschreibung
Empfohlene Sanierungsmaßnahmen
Beschreibung
Fenster 3-fach verglast, Uw= 0,95 W/(m²K)
Haustür Ud= 1,30 W/( m²K)
180 mm Fassadendämmung WLG 035
160 mm Aufsparrendämmung WLG 028
Dichtigkeitsprüfung
Ergebnisse
Anlagenaufwandszahl
1,93
Primärenergie
35.328,2 kWh/Jahr
Endenergie
30.104,8 kWh/Jahr
CO2-Emissionen
7748,7 kg/Jahr
4.2.2
Berechnung der Wirtschaftlichkeit
Mit den getroffenen Annahmen ergibt sich eine berechnete
Amortisationszeit von 22 Jahren.
Angaben zu Kosten und Finanzierung
Investitionen gesamt [€]
Zuschüsse [€]
Darlehen gesamt [€]
erforderliches Eigenkapital [€]
anfängliche Energiekosten (berechnet) [€/Jahr]
66.870
2.500
0
64.370
2.177,51
Erforderliche Investitionen
Bezeichnung
Dämmung im Erdreich
Wärmedämmverbundsystem WDVS
Fenster / Haustür
Aufsparrendämmung
Innendämmung Kalziumsilikat
Kosten [€] Nutzungsdauer
[Jahre]
9.900
40
20.750
40
12.500
25
20.000
40
3.720
40
Darlehen
Kein Darlehen gerechnet.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 36 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
4.3
Sanierungsvariante: 2. WDVS, neue Fenster,
Aufsparrendämmung, Lüftung
4.3.1
Beschreibung
Empfohlene Sanierungsmaßnahmen
Beschreibung
Fenster 3-fach verglast, Uw= 0,95 W/(m²K)
Haustür Ud= 1,30 W/( m²K)
180 mm Fassadendämmung WLG 035
160 mm Aufsparrendämmung WLG 028
Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
Dichtigkeitsprüfung
Ergebnisse
Anlagenaufwandszahl
1,80
Primärenergie
32.867,9 kWh/Jahr
Endenergie
27.161,6 kWh/Jahr
CO2-Emissionen
7392,5 kg/Jahr
4.3.2
Berechnung der Wirtschaftlichkeit
Mit den getroffenen Annahmen ergibt sich eine berechnete
Amortisationszeit von 23 Jahren.
Angaben zu Kosten und Finanzierung
Investitionen gesamt [€]
Zuschüsse [€]
Darlehen gesamt [€]
erforderliches Eigenkapital [€]
anfängliche Energiekosten (berechnet) [€/Jahr]
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
78.870
2.500
0
76.370
2.077,22
Seite 37 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Erforderliche Investitionen
Bezeichnung
Kosten [€] Nutzungsdauer
[Jahre]
Dämmung Erdreich
Wärmedämmverbundsystem WDVS
Fenster / Haustür
Aufsparrendämmung
Innendämmung Kalziumsilikat
Zentrale Lüftungsanlage
9.900
20.750
12.500
20.000
3.720
12.000
40
40
25
40
40
20
Darlehen
Kein Darlehen gerechnet.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 38 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
4.4
Sanierungsvariante: Effizienzhaus 115
4.4.1
Beschreibung
Empfohlene Sanierungsmaßnahmen
Beschreibung
Fenster 3-fach verglast, Uw= 0,95 W/(m²K)
Haustür Ud= 1,30 W/( m²K)
180 mm Fassadendämmung WLG 035
160 mm Aufsparrendämmung WLG 028
Dichtigkeitsprüfung
Heizung Pelletkessel
Warmwasserbereitung über Pelletkessel
Ergebnisse
Anlagenaufwandszahl
0,69
Primärenergie
12.647,4 kWh/Jahr
Endenergie
48.092,0 kWh/Jahr
CO2-Emissionen
2634,9 kg/Jahr
4.4.2
Berechnung der Wirtschaftlichkeit
Mit den getroffenen Annahmen ergibt sich eine berechnete
Amortisationszeit von 23 Jahren.
Angaben zu Kosten und Finanzierung
Investitionen gesamt [€]
Zuschüsse [€]
Darlehen gesamt [€]
erforderliches Eigenkapital [€]
anfängliche Energiekosten (berechnet) [€/Jahr]
95.870
5.625
0
90.245
2.496,33
Erforderliche Investitionen
Bezeichnung
Dämmung Erdreich
Wärmedämmverbundsystem
Fenster / Haustür
Aufsparrendämmung
Innendämmung Kalziumsilikat
Heizung u. Warmwasserbereitung Pellets
Kosten [€] Nutzungsdauer
[Jahre]
9.900
40
20.750
40
12.500
25
20.000
40
3.720
40
29.000
20
Darlehen
Kein Darlehen gerechnet.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 39 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
5
Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
Das Wohnhaus aus dem Jahr 1977 ist im Vergleich zum heutigen Baustandart nicht ausreichend
gedämmt. Der Beratungsbericht zeigt, dass ein großes Energieeinsparpotential vorhanden ist.
Die im Bericht vorgeschlagenen Dämmstärken sollten auf keinen Fall unterschritten werden. Eine
nachträgliche Vergrößerung der Dämmstärken steht in keinem Verhältnis zu den geringen Mehrkosten
einer gut dimensionierten Dämmung. Jede Verbesserung des Wärmeschutzes erhöht auch den
Wohnkomfort und die Lebensdauer des Bauwerkes. Durch die Dämmmaßnahmen erhöhen sich die
inneren Wandoberflächentemperaturen, was als angenehm empfunden wird. Die Gefahr der
Tauwasserbildung und damit der Schimmelpilzbildung, wird verringert.
Eine Innendämmung von Bauteilen sollte aus bauphysikalischen Gründen nur im Ausnahmefall erfolgen.
5.1
Vergleich der Sanierungsvarianten
5.1.1
Primärenergiebedarf (kWh/Jahr)
5.1.2
Jährliche CO2-Emissionen (kg/Jahr)
5.1.3
Erforderliche Investitionen (€)
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 40 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
5.1.4
Anfängliche jährliche Energiekosten (€/Jahr)
5.1.5
Berechnete Amortisationszeiten (Jahre)
6
Erklärung
Dieser Beratungsbericht wurde nach bestem Wissen aufgrund der nachfolgend aufgeführten Grundlagen
erstellt.
• einer Vor-Ort-Begehung,
• Bauplänen, Baustatik,
• Schornsteinfegerprotokoll und
Die Durchführung und der Erfolg einzelner Maßnahmen bleiben in der Verantwortung der
Durchführungsbeteiligten. Die Kostenangaben sind Schätzwerte. Bei künftigen Investitionen sollten
immer mehrere Vergleichsangebote eingeholt werden.
Der Bericht soll dem Beratungsempfänger die Möglichkeiten zum Energie sparen aufzeigen. Wie in den
Ergebnissen gezeigt, werden durch Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen nicht nur die
Energieverbräuche sondern auch die Emissionen reduziert. Darüber hinaus steigt die Behaglichkeit im
Gebäude deutlich an.
Die in diesem Bericht gemachten Angaben zu den Sanierungsmaßnahmen sind auf die jeweiligen
Einzelmaßnahmen beschränkt. Sie dienen dem Verständnis, sind aber zu ungenau für die Ausführung.
Das heißt, dass der Umsetzung der Maßnahmen eine Ausführungsplanung vorgeschaltet und später die
Durchführung durch einen Fachplaner begleitet werden sollte. Der Beratungsbericht ist kein Ersatz für
eine Ausführungsplanung.
Trotz aller Bemühen die Berechnung so genau wie möglich durchzuführen, werden die tatsächlichen
Einsparungen von den ermittelten Einsparungen abweichen. Dies liegt unter anderem am individuellen
Nutzerverhalten, der Teilbeheizung und der Bauausführung, die abweichend von denen der Berechnung
zu Grunde liegenden Daten und Angaben sein können.
Der Beratungsbericht ist urheberrechtlich geschützt und alle Rechte bleiben dem Unterzeichner
vorbehalten. Der Beratungsbericht ist nur für den Auftraggeber und nur für den angegebenen Zweck
bestimmt.
Eine Vervielfältigung oder Verwertung durch Dritte ist nur mit der schriftlichen Genehmigung des
Verfassers gestattet.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 41 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Eine Rechtsverbindlichkeit folgt aus unserer Stellungnahme nicht. Sofern im Falle entgeltlicher
Beratungen Ersatzansprüche behauptet werden, beschränkt sich der Ersatz bei jeder Form der
Fahrlässigkeit auf das gezahlte Honorar.
Der Beratungsbericht wurde dem Auftraggeber in einem Exemplar überreicht.
64839 Münster, 22.03.2011
(Dipl.Ing. Architekt, Energieberater Matthias Maurer)
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 42 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
7
Anhang
7.1
Begrifflichkeiten
Für eine eindeutige Beschreibung des energetischen Zustandes eines Gebäudes, werden im Folgenden
die Begrifflichkeiten klar abgegrenzt. Die hierfür notwendigen, wesentlichen Begriffe werden nachstehend
erläutert.
•
Heizwärmebedarf
Unter Heizwärmebedarf QH wird die Energiemenge verstanden, die (unter Normbedingungen) zur
Aufrechterhaltung der benötigten Raumtemperatur erforderlich ist. Angaben zum
Heizwärmebedarf werden i.d.R. auf ein Jahr bezogen und in kWh ausgedrückt. Die Größe wird
und
durch
Bilanzierung
von
Wärmeverlusten
(Transmissionswärmeverluste
HT
Lüftungswärmeverluste HV) mit den Wärmegewinnen (Solare Einstrahlung QS und Interne
Wärmequellen QI) ermittelt.
Der Heizwärmebedarf kennzeichnet somit die wärmeschutztechnische Qualität der
Gebäudehülle.
•
Heizenergiebedarf
Energiemenge, die für die Gebäudeheizung unter Berücksichtigung des Heizwärmebedarfs und
der Verluste des Heizsystems aufgebracht werden muss. Die Verluste des Heizsystems treten
bei der Wärmeübergabe, -verteilung, -speicherung und -erzeugung auf und werden in einer
Anlagenaufwandszahl zusammengefasst. Eine kleine Anlagenaufwandszahl kennzeichnet ein
energetisch günstiges Heizsystem.
•
Endenergiebedarf
Energiemenge, die für die Gebäudeheizung unter Berücksichtigung des Heizwärmebedarfs und
der Verluste des Heizsystems sowie des Warmwasserbedarfs und der Verluste des
Warmwasserbereitungssystems aufgebracht werden muss. Die Endenergie bezieht die für den
Betrieb der Anlagentechnik (Pumpen, Regelung usw.) benötigte Hilfsenergie mit ein.
Die Endenergie wird an der „Schnittstelle“ Gebäudehülle übergeben und stellt somit die
Energiemenge dar, die vom Verbraucher bezahlt werden muss.
•
Primärenergiebedarf
Energiemenge, die zur Deckung des Energiebedarfs benötigt wird unter Berücksichtigung der
zusätzlichen Energiemenge, die durch vorgelagerte Prozessketten außerhalb der Systemgrenze
Gebäude bei der Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der jeweils eingesetzten Brennstoffe
entstehen.
Die Primärenergie kann als Beurteilungsgröße für ökologische Kriterien, wie z.B. CO2-Emission,
herangezogen werden, da der gesamte Energieaufwand für die Gebäudebeheizung einbezogen
wird.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 43 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Abbildung 7
Schematische Darstellung der Einflussgrößen auf die Bilanzierung des
Primärenergiebedarfs
Energieumsatz pro Zeiteinheit
Einheit für Energieverbrauch/-leistung pro Jahr
Flächenspezifischer, jährlicher Energieverbrauch
= Watt (W) (1 kW = 1.000 W)
= kWh/a
= kWh/m2a
Weitere im Bericht verwendete Begrifflichkeiten:
Abgasverluste
Wärme, die mit dem Abgas der Heizanlage verloren geht. Lässt sich durch Brennertechnik reduzieren
(siehe Brennwertkessel). Bei niedrigen Abgasverlusten allerdings Gefahr der Schornsteinversottung.
Amortisation
Deckung der aufgewendeten Investitionskosten für ein Maßnahmepaket durch deren Einsparung. Sollte
unter Berücksichtigung der Preissteigerung und der Kapitalverzinsung errechnet werden.
beheizbare Wohnfläche
Die beheizbare Wohnfläche ist die Summe der Flächen innerhalb der thermischen Hülle. Die Berechnung
des Gesamtenergieverbrauchs bezieht sich auf die beheizbare Fläche. Der Energieverbrauch pro m2
entspricht der Energiekennzahl.
Bereitschaftsverlust
Beim Aufheizen eines kalten und beim Abkühlen eines Kessels auftretende Verluste. Reduzierbar durch
hohe Brennerlaufzeiten. Einfluss auf die Verluste hat auch die Bauart (relative Bereitschaftsverluste).
Brennwertkessel
Durch einen zweiten Wärmetauscher entzieht ein Brennwertkessel dem wasserdampfhaltigen Abgas
durch Kondensation Wärme. Dadurch wird über den Heizwert eines Brennstoffes hinausgehende Energie
genutzt und die Abgase auf niedrige Temperaturen gebracht. Diese Technik stellt besondere Ansprüche
an den Schornstein. Gegebenenfalls ist eine Neutralisation des Kondensats erforderlich.
Dämmung
Wichtigste Methode der Energieeinsparung. Durch Dämmung wird die Transmission (Wärmeverlust
durch Bauteile) herabgesetzt. Bei der Bauteildämmung genutzte Dämmstoffe werden nach ihrem
Dämmwert, nach den Kosten, nach dem Energieaufwand bei der Herstellung und unter ökologischen
Kriterien beurteilt bzw. unterschieden. Konventionelle Dämmstoffe sind Polystyrol, Mineralwolle (Steinoder Glaswolle) und Polyurethanschäume. Alternative Dämmstoffe sind Holzfaserplatten Kork,
Zellulosefasern, Hanf, Flachs, Mineraldämmplatten u.v.m. Besonders im Bereich der Dachdämmung
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 44 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
sollten neben ökologischen Gesichtspunkten aus Gründen der Behaglichkeit
Wärmeschutz!) auf Holzfaser- und/oder Zellulosedämmstoffe zurückgegriffen werden.
(sommerlicher
Deckung in %
Die Deckung bezeichnet den Anteil des jeweiligen Heizungssystems am Gesamtaufkommen des
Heizwärmebedarfs einschließlich des Warmwasserbedarfs, wenn dieser mit der Heizung ganz oder
teilweise erzeugt wird. Die Deckung des Warmwasserbereiters bezieht sich auf den Warmwasserbedarf,
der über die Warmwasseranlagen erzeugt wird.
Emissionen
Bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehende Schadstoffe und -gase, die durch Schornsteine
und Abgasrohre an die Außenluft abgegeben werden und die Luft verunreinigen. Beim Hausbrand sind
dies im Wesentlichen CO2, SO2, NOX und Stäube.
Energiekennzahl
Vergleichsgröße zur Bezifferung des Energieverbrauchs bei Gebäuden. Hierunter wird die Energiemenge
verstanden, die im Laufe eines Jahres für die Beheizung eines Quadratmeters Wohnfläche verbraucht
wird. Bei Einfamilienhäusern liegt die Energiekennzahl zwischen 100 und 300 KWh/m2, möglich sind
Werte um 50 KWh/m2 (Niedrigenergiehaus). Bei Mehrfamilienhäusern sind die Werte wegen günstigerem
Volumen/Hüllflächen-Verhältnis um etwa 40 % niedriger.
Heizkörperthermostat
Regelungseinrichtung am Heizkörper. Das Ventil wird nur dann geöffnet, wenn eine eingestellte SollTemperatur unterschritten wird. Heute bei Wohngebäuden Pflicht.
Jahresnutzungsgrad
Er sagt aus, wie stark die Heizanlage ausgelastet ist. Ein gut ausgelastetes System arbeitet wesentlich
wirtschaftlicher. Schlechte Nutzungsgrade kommen durch Überdimensionierung zustande.
Kapitalwert
Angenommener Geldwert, der zu Beginn der Maßnahme aufzuwenden wäre, um die Maßnahme
abzüglich der Energieeinsparung unter Berücksichtigung der Zinsen durchzuführen. Ein positiver
Kapitalwert entspricht einem finanziellen Gewinn über die Nutzungszeit.
Klimaschutz
Bei der Verbrennung von Kohle, Gas oder Öl wird das Treibhausgas CO2 freigesetzt. Dieses Gas wird für
die klimatischen Veränderungen mit verantwortlich gemacht. Ziel ist es deshalb diesen Ausstoß zu
verringern.
kWh
KiloWattStunde, Einheit für Energie, Umrechnungsfaktoren:
1 Liter Heizöl = 10 kWh
1 m3 Erdgas = 8 bis 10 kWh
1 Liter Flüssiggas = 6 bis 7 kWh
1 kg Holzpellets = 5 kWh
Nutzungsdauer
Angenommene Lebensdauer einer technischen Anlage oder einer Dämmung, während der sie die
geplanten Aufgaben rentabel erfüllen kann. Durch diese Angabe werden verschiedene Maßnahmen
wirtschaftlich vergleichbar.
Primärenergieaufwandszahl
Diese Zahl beschreibt die Qualität des Heizsystems als Verhältnis zwischen zugeführter Primärenergie
und tatsächlich genutzter Energie für Heizung und Warmwasser (kWhPrimär/kWhNutz). Je kleiner die
Primärenergieaufwandszahl ist, desto besser ist die Bewertung.
Regelung
Heizenergieverluste können durch optimale Regelung weitgehend minimiert werden. Wichtige
Ansatzpunkte: Wärme soll nur dahin gelangen, wo sie zur Zeit auch benötigt wird (Heizkörper- und
Raumthermostate); die Vorlauftemperatur soll nur so hoch sein, wie sie zur Erfüllung des Heizzweckes
unbedingt erforderlich ist (Nachtabsenkung, Außenthermostat). Die Flammengröße des Brenners soll so
eingestellt werden, dass unnötige Stillstandsverluste vermieden werden.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 45 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Regenerative Energien
Erneuerbare Energien benutzen die in der Umwelt vorhandenen und sich durch natürliche Vorgänge
erneuernden Energieformen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Umweltwärme (Wärmepumpen),
Sonnenenergie (Kollektoren), Erdwärme (aus tiefen Erdschichten), Wasserkraft (Wasserkraftwerke),
Wellenenergie.
Systemnutzungsgrad in %:
Dieser umfasst den Nutzungsgrad der Heizungsanlage einschließlich der Wärmeverteilung (Leitungen)
im Gebäude. Je höher dieser Nutzungsgrad ist, desto effektiver ist die Heizungsanlage. Beim Einsatz von
Solarkollektoren und Wärmepumpen liegt der Nutzungsgrad zwischen 100 und 300 %. Alte
Heizungsanlagen weisen dagegen einen Nutzungsgrad < 70 % aus.
Transmission
Wärmedurchgang durch ein Bauteil, durch Strahlung und durch Konvektion an den Oberflächen. Wird
errechnet aus dem U-Wert, der Fläche des Bauteils.
U-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient, Größe für die Transmission durch ein Bauteil. Er beziffert die
Wärmemenge (in KWh), die bei einem Grad Temperaturunterschied durch einen Quadratmeter des
Bauteils entweicht. Folglich sollte ein U-Wert möglichst gering sein. Wird bestimmt durch die Dicke des
Bauteils und den Lambda-Wert (Dämmwert) des Baustoffes.
Wärmebrücken
Als Wärmebrücken werden örtlich begrenzte Stellen bezeichnet, die im Vergleich zu den angrenzenden
Bauteilbereichen eine höhere Wärmestromdichte aufweisen. Daraus ergeben sich zusätzliche
Wärmeverluste sowie eine reduzierte Oberflächentemperatur des Bauteils in dem betreffenden Bereich.
Wird die Oberflächentemperatur durch eine vorhandene Wärmebrücke abgesenkt, kann es an dieser
Stelle bei Unterschreitung der Taupunkttemperatur der Raumluft, zu Kondensatbildung auf der
Bauteiloberfläche mit den bekannten Folgeerscheinungen, wie z.B. Schimmelpilzbefall kommen.
Typische Wärmebrücken sind z.B. Balkonplatten. Attiken, Betonstützen im Bereich eines Luftgeschosses,
Fensteranschlüsse an Laibungen.
7.2
Allgemeine Hinweise zur Energieeinssparung
Hinweise zum richtigen Lüften
In älteren Gebäuden muss man sich um eine ausreichende Belüftung der Wohnräume meist keine
Gedanken machen. Undichte Fenster und Türen, manchmal auch undichte Baukonstruktionen (Dächer
ohne Winddichtung) sorgen für ausreichend Frischluft. Die Luftwechselzahlen (Anzahl der
ausgetauschten Raumluftvolumen je Stunde) übersteigen die hygienisch erforderlichen Werte (etwa 0.6
Luftwechsel pro Stunde) in der Regel um ein Vielfaches. Das bedeutet aber Energieverschwendung,
denn die kalte Frischluft muss unter Zufuhr von Heizenergie erwärmt werden.
„Richtiges Lüften" fängt also bei der Abdichtung der Gebäudehülle (Fenster und Türen) an. Die Dichtheit
des Gebäudes lässt sich mit einer Lutdichtheitsmessung, der so genannten „Blower-Door-Methode",
überprüfen: Bei geschlossenen Fenstern und Türen wird ein künstlicher Überdruck erzeugt und dabei die
Menge der entweichenden Luft gemessen. Neubauten mit zeitgemäßen Fensterdichtungen
(Lippendichtungen) und üblichen Dichtheitsstandards kommen auf Luftwechselzahlen von 0.7 (70% des
Luftvolumens wird stündlich ausgetauscht). Eine Dichtheitsprüfung ist in diesem Fall verzichtbar. Für alle
anderen Annahmen, insbesondere in Gebäuden mit Lüftungsanlagen muss eine Dichtheitsprüfung
durchgeführt werden.
Der Austausch der Raumluft ist in jedem Fall notwendig, denn einerseits leidet bei fehlendem
Luftaustausch
die
Luftqualität
und
andererseits
kommt
es
in
stehender
Luft
zu
Feuchtigkeitsanreicherungen. Feuchte Luft fördert die Schimmelpizbildung und kann Schaden an den
Baukonstruktionen und gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen. Frischluft ist immer wesentlich
trockener als verbrauchte Raumluft.
Wenn die ausreichende Dichtheit der Gebäudehülle gegeben, aber keine Lüftungsanlage vorhanden ist,
spricht man von freier Lüftung oder Fensterlüftung.
Die folgenden Hinweise zum „richtigen Lüften" (gesunden Wohnen) sind dabei zu empfehlen:
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 46 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
•
Mehrmals am Tag durch weites Öffnen der Fenster kurz und kräftig lüften (Stoßlüftung)
•
Dauerkippstellung der Fenster vermeiden (Energieverschwendung)
•
In den Wintermonaten mehrmals täglich ca. 4-6 Minuten „Stosslüften", in den Übergangszeiten
10-15 Minuten.
•
Feuchtigkeit dort abführen, wo sie entsteht (Bad, Küche, ...).
•
Warme (feuchte) Luft nicht in kalte bzw. ungeheizte Räume leiten.
•
Während des Lüftens die Thermostatventile an den Heizkörpern zudrehen.
Bei Einsatz einer Zu- und Abluft Lüftungsanlage lassen sich die o.g. Bedingungen zum gesunden
Wohnen weitgehend minimieren. Voraussetzung hierfür ist das richtige und konsequente Verhalten in
Umgang und Bedienung einer solchen Anlage.
Hinweise zum Stromsparen
•
Energiesparlampen verwenden
Energiesparlampen sind fast überall sinnvoll einzusetzen. Kompaktleuchtstofflampen sind heute
in allen Formen und Größen erhältlich. Die Leuchtfarben reichen vom warmen Gelb bis zum
weißen Bürolicht. Energiesparlampen sparen je nach Leistung zwischen 20 und 80 EUR pro
Lampe und Lebensdauer und sind damit sehr wirtschaftlich.
•
Geräte abschalten
Viele elektrische Geräte (Fernseher, HiFi, Video usw.) arbeiten mit dem so genanntem Stand-ByBetrieb, der kaum zusätzlichen Komfort bietet. Auch wenn der Stromverbrauch im Stand-ByBetrieb zunächst vernachlässigbar klein erscheint, haben Messungen erschreckend hohe
Stromerbräuche zutage gefördert. Zusammengenommen ließe sich bundesweit ein komplettes
Kernkraftwerk einsparen, wenn Geräte richtig ausgeschaltet würden. Auch ohne Stand-By (im
ausgeschalteten Zustand) verbrauchen einige Geräte Strom (Computer, Monitore, Drucker).
Benutzen Sie daher Steckerleisten mit Ausschalter.
•
Wählen Sie bei Neuanschaffungen sparsame Geräte
Wählen Sie neue Geräte vordringlich auch nach ihren Verbrauchswerten für Strom und Wasser
aus. "Weiße Ware" (Spül-, Waschmaschinen, Trockner, Kühlschränke usw.) werden mit
Aufklebern angeboten, aus denen die wichtigsten Kennwerte (wie der Strom und
Wassererbrauch) hervorgehen. Eine Vergleichsliste erhalten Sie vom Bund der
Energieverbraucher, von der Stiftung Warentest oder Ihrem Energieversorger. Einige Geräte
(Wasch- Spülmaschinen) können Warm und Kaltwasser getrennt aufnehmen. Mit diesen Geräten
kann die energiesparende Wassererwärmung in der hauszentralen Heizungsanlage genutzt
werden. Ältere Maschinen kann man mit einem Vorschaltgerät nachrüsten.
•
Kontrollieren und analysieren Sie Ihren Stromverbrauch
Im Handel, über den Energieberater und vom Bund der Energieverbraucher werden Messgeräte
angeboten, mit denen man Energielecks auffinden kann. Vergleichen Sie auch den
Energieverbrauch Ihrer Geräte mit Richtwerten (ebenfalls beim Bund der Energieverbraucher zu
beziehen).
•
Lastspitzen vermeiden
Kraftwerke bemessen Ihre Kapazitäten bekanntlich für den größten Lastfall, der sich
erfahrungsgemäß im Winter am späten Vormittag einstellt. Mit kleineren Lastspitzen können
Kraftwerkskapazitäten eingespart werden. Schalten Sie Wasch- und Spülmaschinen nach
Möglichkeit am späten Nachmittag oder sogar nachts ein.
•
Lassen Sie Ihre Heizung überprüfen
Umwälzpumpen in Heizungen laufen oft ohne Not permanent. Das macht sich beim
Stromverbrauch bemerkbar. Lassen Sie Ihre Heizungspumpe genau nach Bedarf einstellen.
Lassen Sie die Heizkurven, die Nacht- und Wochenendabsenkung und die Umstellung von
Sommer auf Winterbetrieb von Ihrem Installateur überprüfen.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 47 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
•
Viele weitere nützliche Stromspartipps und Informationen stehen in den Broschüren:
"Energiesparen leicht gemacht, Schönauer Stromspartipps" (zu beziehen über "Bund der
Energieverbraucher", Tel. 02224 / 92 27 0, Internet: www.energienetz.de)
Broschüre des Umwelt Bundesamtes: "Ihr Verlustgeschäft - Energieräuber im Haushalt" (Tel.
030/8903-0, Internet: www.umweltbundesamt.de)
7.3
Förderprogramme
Neben den bekannten Institutionen wie der Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) und des Bundesamtes für
Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es eine Vielzahl Anderer, die Maßnahmen zur
Energieeinsparung oder der Verwendung von regenerativen Energien unterstützen.
Weitere Informationen finden Sie auch beim Bundesminsiterium für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit unter:
http://www.bmu/energieeffizienz.de
7.3.1
Ansprechpartner
Nachfolgend sind einige Ansprechpartner aufgeführt, bei denen weitere Informationen zu
Förderprogrammen geben können. Die Auflistung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Bundesweit
•
Bundesministerium der Finanzen
Wilhelmstraße 97
Postfach 272
10107 Berlin
Tel.: 030-2242-4664
Fax: 030-2242-3260
(Presseabteilung)
Internet: www.bundesfinanzministerium.de
•
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Referat 411
Frankfurter Straße 29-35
65760 Eschenborn
Tel.: 06196-908-0
Fax: 06196-908-800
e-mail: [email protected]
Internet: www.bafa.de
•
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Palmengartenstraße 5-9
60325 Frankfurt am Main
Postfach 11 11 41
60046 Frankfurt am Main
Tel.: 069-7431-0
Informationszentrum: 01801-335577
Fax: 069-7431-2944
e-mail: [email protected]
Internet: www.kfw.de
(CO2-Gebäudesanierungsprogramm)
•
Deutsche Energie Agentur „dena“
Chausseestraße 128a
10115 Berlin
Tel.: 030-7261656-0; 08000-736-734 Info-Hotline
Fax.: 030-726165699
e-mail: [email protected]
Internet: www.deutsche-energie-agentur.de
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 48 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
•
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Weiße Breite 5
49084 Osnabrück
Tel.: 0541-9633-0
Fax: 0541-9633-192
e-mail: [email protected]
•
Energieversorgungsunternehmen: Programme der deutschen
Elektrizitätsversorgungs-Unternehmen (EVU)
Die Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke -VDEW- e.V.
Streesemannallee 23
69596 Frankfurt am Main
Landesweit
•
Landeskreditbank Baden-Württemberg (LAKRA)
Internet: www.t-bank.de
•
Bayrisches Energieforum
Internet: www.bayrisches-energieforum.de
•
Investitionsbank Berlin
Internet: www.investitionsbank.de
•
Landesumweltamt Brandenburg
Internet: www.brandenburg.de/land/umwelt
•
Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt
Internet: www.wk-hamburg.de
•
Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern
Internet: www.fi-mv.de
•
Ministerium für Bauen und Wohnen (Nordrhein-Westfalen)
Internet: www.mbw.nrw.de
•
Ministerium der Finanzen (Rheinland-Pfalz)
Internet: www.fm.rpl.de
•
Energiestiftung Schleswig-Holstein
Internet: www.energiestiftung.de
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 49 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
7.3.2
Förderprogramm Energieeffizient Sanieren der KfW
Die Kreditanstalt für den Wiederaufbau (KfW) ist die Förderbank für Investitionen in der Wirtschaft und für
Maßnahmen in den Entwicklungsländern. Sie fördert darüber hinaus einer Reihe von Maßnahmen mit
Mitteln des Bundes, die der Energieeinsparung an Gebäuden sowohl im Neubau als auch bei der
Sanierung dienen und die CO2- Belastung der Umwelt reduzieren.
Gefördert wird die energetische Sanierung von Wohngebäuden, für die vor dem 1.1.1995 der Bauantrag
gestellt oder Bauanzeige erstattet wurde.
Für die Förderung gibt es zwei Möglichkeiten
•
Sanierung zum KfW-Effizienzhaus
•
Einzelmaßnahmen, bzw. freie Maßnahmenkombinationen
Zudem werden im Rahmen einer Sonderförderung Baubegleitung, der Austausch von
Nachtspeicheröfen und die Optimierung der Wärmeverteilung gefördert.
Ziel dieses Programms ist die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden. Dabei ist der Weg, d. h.
mit welchen Maßnahmen das Neubau-Niveau erreicht wird, freigestellt.
Die Anforderungen richten sich an den Jahresprimärenergiebedarf (Qp) und den spezifische
Transmissionswärmeverlust (HT´). Beide Kriterien orientieren sich an den Vorgaben für einen Neubau
gemäß EnEV 2009 (Referenzgebäude). Zusätzlich darf der für das geförderte Gebäude berechnete
absolute HT´-Wert den in der EnEV 2009, Anlage 1, Tabelle 2 festgelegten Höchstwert für den jeweiligen
Gebäudetyp nicht überschreiten.
In der nachfolgenden Tabelle sind die Anforderungen bezogen auf das Referenzgebäude
zusammengefasst dargestellt:
Energieeffizient Sanieren
Förderstufe
KfW-Effizienzhaus
130
Qp
HT´
1)
1)
115
100
85
130%
115%
100%
85%
145%
130%
115%
100%
Die Förderstufe KfW-Effizienzhaus 130 wird zeitlich befristet,
voraussichtlich bis zum 30.06.2010, angeboten.
Wichtig:
Der Nachweis wird über den auszustellenden Energieausweis nach Abschnitt 5 EnEV geführt. Der
Aufschlag von 40 % auf die Anforderung für Bestandsgebäude nach § 9 (1) EnEV darf für den JahresPrimärenergiebedarf nicht angewendet werden, er kommt lediglich bei der Berücksichtigung des
zulässigen Transmissionswärmeverlustes zum Tragen.
Für das Programm Energieeffizient Sanieren gibt es zwei unterschiedliche Fördervarianten:
•
Kreditvariante
Sehr günstige Zinsen durch zusätzliche Zinsverbilligung aus Bundesmitteln. Zusätzlich erfolgt ein
Tilgungszuschuss. Dessen Höhe ist abhängig von dem erreichten Standard, für
Einzelmaßnahmen wird kein Tilgungszuschuss gewährt.
Finanziert werden
• max. 75.000 € / Wohneinheit bei Sanierung zum KfW-Effizienzhaus und
• max. 50.000 € / Wohneinheit bei Einzelmaßnahmen bzw. freien Maßnahmenkombinationen.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 50 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
•
Zuschussvariante
Es wird ein Zuschuss gewährt. Die Höhe ist abhängig von dem erreichten Standard. und ist
bezogen auf die förderfähigen Investitionskosten.
Die förderfähigen Investitionskosten betragen
• max. 75.000 € / Wohneinheit bei Sanierung zum KfW-Effizienzhaus und
• max. 50.000 € / Wohneinheit bei Einzelmaßnahmen bzw. freien Maßnahmenkombinationen.
In der nachfolgenden Tabelle sind die Förderkonditionen zusammengefasst dargestellt:
Kreditvariante
(Programm 151)
Förderstufe
Zinssatz
Zuschussvariante
(Programm 430)
Tilgungszuschuss
Zuschuss
Einzelmaßnahmen
0%
5%
KfW-Effizienzhaus 130
5%
10%
7,5%
12,5%
KfW-Effizienzhaus 100
12,5%
17,5
KfW-Effizienzhaus 85
15%
20%
KfW-Effizienzhaus 115
tagesaktuell
1)
einheitlich
1) Die Zinssätze werden tagesaktuell ausgegeben und können unter
http://www.kfw-foerderbank.de/DE_Home/Service/Zinsstze.jsp
in der Programmgruppe Bauen, Wohnen, Energie sparen eingesehen werden.
Als Einzelmaßnahmen oder als Maßnahmenkombinationen werden gefördert:
•
Wärmedämmung der Außenwände
•
Wärmedämmung der obersten Geschossdecke und von Flachdächern
•
Wärmedämmung des Daches
•
Wärmedämmung von erdberührten Wand- und Bodenflächen beheizter Räume, von Wänden
zwischen beheizten und unbeheizten Räumen sowie der Kellerdecke zum kalten Keller
•
Erneuerung der Fenster
•
Einbau einer Lüftungsanlage
•
Austausch der Heizung einschließlich Einbau einer hocheffizienten Umwälzpumpe mindestens
der Klasse B
Wichtig:
Bei der Durchführung von Einzelmaßnahmen/Maßnahmenkombinationen sind die Anforderungen des
Merkblatts „Technischen Mindestanforderungen“ zu beachten.
Da die Programme des Öfteren aktualisiert und angepasst werden, sollten Sie sich immer auf der
Homepage der KfW-Bank über die aktuellen Programmbedingungen informieren.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 51 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
7.3.3
Förderprogramm Erneuerbare Energien der BAFA
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Maßnahmen zur Nutzung
erneuerbarer Energien im Rahmen des Marktanreizprogramms des Bundesministeriums für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit.
Im Interesse einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Energieversorgung, angesichts der nur begrenzten
Verfügbarkeit fossiler Energieressourcen sowie aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes fördert die
Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien im Energiemarkt. Das Ziel der Förderung ist, den
Absatz von Technologien der erneuerbaren Energien im Markt durch Investitionsanreize zu stärken und
deren Wirtschaftlichkeit zu verbessern.
Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sind förderfähig:
•
Die Errichtung und Erweiterung von
•
Solarkollektoranlagen bis 40 m² Bruttokollektorfläche,
•
Solarkollektoranlagen mit mehr als 40 m² Bruttokollektorfläche auf Ein- und Zweifamilienhäusern
mit hohen Pufferspeichervolumina,
•
automatisch beschickten Anlagen zur Verbrennung von fester Biomasse für die thermische
Nutzung bis einschließlich 100 kW Nennwärmeleistung,
•
handbeschickten Anlagen zur Verbrennung von fester Biomasse für die thermische Nutzung von
15 bis 50 kW Nennwärmeleistung (Scheitholzvergaserkessel),
•
effizienten Wärmepumpen,
•
besonders innovativen Technologien zur Wärme- und Kälteerzeugung aus erneuerbaren
Energien nach Maßgabe dieser Richtlinien:
•
Große Solarkollektoranlagen von 20 bis 40 m² Bruttokollektorfläche,
•
Sekundärmaßnahmen zur Emissionsminderung und Effizienzsteigerung bei Anlagen zur
Verfeuerung fester Biomasse bis einschließlich 100 kW Nennwärmeleistung
•
besonders effiziente Wärmepumpen.
Neben den eben beschriebenen Fördertatbeständen gibt es ein Bonussystem, das für deutlich höhere
Förderbeträge sorgen kann. Wer z. B. Solarkollektoren und Biomassekessel besonders energieeffizient
einsetzt oder erneuerbare Energien miteinander kombiniert, wird zusätzlich mit einem Bonus belohnt.
Einzelheiten zu den förderfähigen Maßnahmen finden Sie unter:
http://www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/index.html
Wichtig:
Da die Programme des Öfteren aktualisiert und angepasst werden, sollten Sie sich immer auf der
Homepage des bafa über die aktuellen Programmbedingungen informieren.
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 52 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
7.4
Entsorgungskonzept
Bei der Gebäudesanierung fallen Abfallstoffe an, welche fachgerecht entsorgt werden müssen.
Bei der Auswahl der einzusetzenden Baustoffe für die Sanierung sollte eine spätere Entsorgung in jedem
Fall berücksichtigt werden.
Baumaterialien und -konstruktionen haben höchst unterschiedliche Eigenschaften, was die spätere
Entsorgung (nach Ihrer Nutzungszeit) angeht. Im Rahmen einer Modernisierungsmaßnahme werden
Bauteile oder Komponenten entfernt und neue eingebaut. Beim Ausbau tritt das Problem der Entsorgung
direkt auf, aber auch die neu einzubauenden Komponenten und Materialien müssen irgendwann entsorgt
werden.
Eine wesentliche Rolle bei der Entsorgung spielt natürlich das eingesetzte Material (Holz, Kunststoff,
Metall) und deren Kombination (Verbundmaterialien). In jedem Fall müssen Sie diese Materialien soweit
möglich trennen und der jeweiligen Entsorgungsart zuführen. Unkritisch zu entsorgen sind unbehandelte
Hölzer und andere Naturmaterialien. Diese können direkt verwertet werden, als Rohstoff für eine weitere
Nutzung dienen oder thermisch verwertet werden (Verbrennung). Auch Metalle, wenn Sie sauber
getrennt werden, sind als Wertstoffe Rohstoffe für eine hochwertige Wiederverwendung.
Wesentlich problematischer sind Kunststoffe, Lacke und Verbundwerkstoffe. Hierbei müssen die
besonderen Entsorgungs-Vorschriften jedes Stoffes beachtet werden. Zuweilen sind Bauteile bei der
Entsorgung sogar sehr gefährlich (Asbest), bei anderen Stoffen kann unsachgemäße Entsorgung
gesundheitsgefährdend sein (Verbrennung von Polystyrol). Fragen Sie hier im Einzelfall nach.
Während Sie die ausgebauten Stoffe sachgerecht entsorgen müssen, können Sie bei der Entscheidung
für neu einzubauende Materialien schon Einfluss nehmen auf den Aufwand späterer Entsorgung.
Unbedenklich, nachhaltig und hochwertig sind meist ökologische Bau- und Dämmstoffe, die zudem bei
der Herstellung nicht viel Energie benötigen. Sie finden sie im entsprechenden Fachhandel. Verwenden
Sie zurückhaltend Kunststoffe, Verbundstoffe. PVC und andere Problemstoffe können heute gänzlich
vermieden werden.
Als Alternative zu Wärmedämmverbundsystemen aus Syropor befinden sich auch Systeme aus
natürlichen Baustoffen wie z.B. Holzfaserplatten oder Korkdämmplatten auf dem Baustoffmarkt.
7.5
Bewertungsschemata
Bewertung der U-Werte von Bauteilen
Bauteil
Außenwände
U-Wert (W/m2K)
< 0,15
0,15 - 0,2
0,2 - 0,45
0,45 - 0,6
0,6 - 1,5
> 1,5
Bemerkung
Passivhaus
Niedrigenergiehaus
EnEV 2002
Wärmeschutzverordnung 1984
Gebäudebestand
Dach
< 0,1
0,1 - 0,15
0,15 - 0,3
0,3 - 0,4
0,4 - 1,5
> 1,5
Passivhaus
Niedrigenergiehaus
EnEV 2002
Wärmeschutzverordnung 1984
Gebäudebestand
1
2
3
4
5
6
Boden
< 0,2
0,2 - 0,3
0,3 - 0,4
0,4 - 1,0
1,0 - 1,8
> 1,8
Passivhaus
Niedrigenergiehaus
EnEV 2002
Wärmeschutzverordnung 1984
Gebäudebestand
1
2
3
4
5
6
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Note
sehr gut (1)
gut (2)
befriedigend (3)
ausreichend (4)
mangelhaft (5)
ungenügend (6)
Seite 53 von 54
Architekturbüro
Otmar + Matthias Maurer
Schillerstraße 50, 64839 Münster
Fenster
< 0,7
0,7 - 1,5
1,5 - 3,0
3,0 - 4,0
4,0 - 5,0
> 5,0
3fach Verglasung
Wärmeschutzverglasung
Standard ISO
Gebäudebestand
Einfachverglasung
1
2
3
4
5
6
Fugen ohne Dichtung oder ungenügende Metallrahmen ergeben eine Abstufung um eine Note!
Bewertung der Energiekennzahlen
spezifischer Heizenergieverbrauch (kWh(m2a)
- 70
70 - 120
120 - 160
160 - 220
220 - 300
> 300
Bemerkung
Passivhaus/Niedrigenergiehaus
EnEV
Wärmeschutzverordnung 1995
Bestand
Bestand
Bestand
Note
1
2
3
4
5
6
Bewertung der Heizungsanlage und der Warmwasseranlage
Jahresnutzungsgrad
der Heizungsanlage
> 95 %
85 - 95 %
80 - 85 %
75 - 80 %
70 - 75 %
< 70 %
Heizsystem
Jahresnutzungsgrad Note
der WW-Anlage
Brennwertkessel Fern-/Nahwärmeanschluss
> 90 %
1
moderner Niedertemperaturkessel (Öl/Gas)
70 - 90 %
2
Standardkessel 5 - 10 Jahre alt
50 - 70 %
3
Standardkessel 10 - 15 Jahre als
30 - 50 %
4
> 15 Jahre, stark überdimensionierter Kessel
< 30 %
5
> 20 Jahre, stark überdimensionierter Kessel
6
Bewertung Stromverbrauch
Haushaltsgröße durchschnittlicher
Stromverbrauch*) kWh/a
1 Person
1.600
2 Personen
2.800
3 Personen
3.900
> 3 Personen
4.500
Verbrauch
sehr gut
900(1)
1450(1)
1900(1)
2250(1)
Verbrauch Verbrauch Verbrauch
gut
befriedigend unbefriedigend
1350(2)
1600(3)
2250(4)
2180(2)
2800(3)
3630(4)
2850(2)
3900(3)
4750(4)
3380(2)
4500(3)
5650(4)
Verbrauch
schlecht
2700(5)
4350(5)
5700(5)
6750(5)
*) Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen VEW, Ergebnisse der Haushaltskundenbefragung 1991
Beratungsbericht: Einfamilienhaus Familie Muster in Musterstadt
Seite 54 von 54
Herunterladen