G.I.T. Siegen Bericht der energetischen Optimierung SolarBau

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Bericht der energetischen Optimierung
SolarBau Teilkonzept 3
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Schlussbericht
G.I.T. Siegen
Bericht der energetischen Optimierung
SolarBau Teilkonzept 3
Phase 1: Planung, Optimierung
Universität Stuttgart IKE Lehrstuhl für Heiz- und Raumlufttechnik,
Forschungsgesellschaft Heizung-Lüftung-Klimatechnik mbH
M. Schmidt, H. Bach, M. Bauer, M. Treiber
Antragssteller und Bauherr:
Berater des Bauherrn:
Projektsteurer:
Generalplaner und Architekt:
Generalplanmanagement und Gesamtbauleitung:
Energie- und Tageslichtkonzept:
Planungsplattform:
Tragwerksplanung:
Fachingenieur TGA:
Fachingenieur Elektrotechnik:
Landschaftsarchitektur:
Gesellschaft für Innovation und Transfer Siegen
Fachbereich Bauphysik & Solarenergie
Büro Planbau
Rau & Partners, Amsterdam
Haack+Klauke+Schlüter Ingenieurgesellschaft mbH,
Holzminden
Forschungsgesellschaft HLK Stuttgart mbH,
Universität Stuttgart IKE/LHR
Institut für Industrielle Bauproduktion,
Universität Karlsruhe
abt Adviesbureau Bouw, NL- Arnheim
Rauls Ingenieur GmbH, Holzminden
Gertec, Essen
Frau Marianne Schubert
Im Auftrag des:
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft,
Forschung und Technologie
Förderkennzeichen:
Zeitraum:
0335006P
01.06.1998-31.10.2000
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Schlussbericht
Innhaltsverzeichnis
1 Einleitung .............................................................................................................................................1
1.1
Eingesetzte Planungswerkzeuge....................................................................................................................2
2 Projektbeschreibung ...........................................................................................................................4
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
2.6
Gesamtkonzept ...............................................................................................................................................4
Äußere Erschließung......................................................................................................................................5
Innere Erschließung .......................................................................................................................................6
Ökologie...........................................................................................................................................................7
Flexibilität .......................................................................................................................................................8
Baubeschreibung ............................................................................................................................................9
3 Vorstudie zum Gebäude und Tageslichtkonzept............................................................................11
3.1
3.2
3.3
3.4
3.5
Optimierung der Massenverteilung............................................................................................................12
Reduzierung der wärmeübertragenden Außenfläche...............................................................................12
Analyse der Flächenverteilung....................................................................................................................12
Vergrößern der südlichen Fensterflächen in den Büroflügeln.................................................................13
Angepasstes Gebäudemodell .......................................................................................................................13
4 Konzeptentwicklung..........................................................................................................................14
4.1
4.2
4.3
4.4
Maßnahmenkatalog......................................................................................................................................14
Zieldefinition und ko-Kriterien...................................................................................................................15
Pflichtenheft ..................................................................................................................................................16
Randbedingungen der Simulation ..............................................................................................................20
5 Optimierung Baukörper ...................................................................................................................21
5.1
5.1.1
5.1.2
5.1.3
5.1.4
5.2
5.3
5.3.1
5.3.2
5.4
5.4.1
5.5
5.5.1
5.6
5.7
5.8
Modellbildung...............................................................................................................................................21
Beschreibung der thermische Zonen im TRNSYS-Modell .........................................................................24
Nutzungszeiten ............................................................................................................................................26
Innere Lasten ...............................................................................................................................................28
Lüftung ........................................................................................................................................................28
Variantenvergleich zur Optimierung des Gebäudes .................................................................................29
Analyse des ersten Grundmodells E000 .....................................................................................................30
Reduzierung des Kühlenergiebedarfs – Bürobereich ..................................................................................30
Verringerung des Heizenergiebedarfs im Seminar- und Labor-/Entwicklungs-bereich .............................44
Entwicklung des Modells E100 aus der Variantenuntersuchung E000...................................................47
Verringerung des Kühlenergiebedarfs - Ausstellungsbereich .....................................................................48
Entwicklung des Modells E200 aus der Variantenuntersuchung E100...................................................55
Optimierung des Kühlenergiebedarfs im Seminarbereich...........................................................................55
Entwicklung des Modells E300 und E400 ..................................................................................................58
Entwicklung des Modells E500 aus der Variantenuntersuchung E400...................................................59
Darstellung der Entwicklung des Simulationsmodells..............................................................................62
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Schlussbericht
6 Tageslichtkonzept ..............................................................................................................................63
6.1
6.1.1
6.1.2
6.1.3
6.1.4
6.1.5
6.1.6
6.1.7
6.2
6.2.1
6.3
6.3.1
6.3.2
6.3.3
6.4
6.5
6.5.1
6.5.2
6.5.3
6.5.4
6.6
6.6.1
6.6.2
6.6.3
6.6.4
6.6.5
6.6.6
6.7
Büroräume ....................................................................................................................................................63
Raumhöhe/Neigung der Außenwand...........................................................................................................63
Fensterfläche................................................................................................................................................64
Verglasungseigenschaften ...........................................................................................................................65
Oberlichter...................................................................................................................................................67
Thermischer Sonnenschutz..........................................................................................................................68
Blendschutz .................................................................................................................................................71
Jahresbetrachtung Büroräume .....................................................................................................................72
Flure in den Büroflügeln..............................................................................................................................74
Lichtdurchlässe in der Zwischendecke........................................................................................................74
Ausstellungsfläche ........................................................................................................................................75
Verglasungseigenschaften ...........................................................................................................................75
Sonnenschutz...............................................................................................................................................75
Blendschutz .................................................................................................................................................75
Seminarräume ..............................................................................................................................................76
Labor- und Entwicklungsbereich ...............................................................................................................77
Modellbildung .............................................................................................................................................77
Modell der anidolisch optischen Decke.......................................................................................................78
Verglasungseigenschaften ...........................................................................................................................80
Nicht weiter untersuchte Tageslichtsysteme ...............................................................................................80
Simulationsergebnisse im Labor- und Entwicklungsbereich ...................................................................81
Parameterstudien im Labor- und Entwicklungsbereich...............................................................................81
Verglasungseigenschaften ...........................................................................................................................82
Transparente Anbindung an die Ausstellung...............................................................................................82
Balkon vor den Seminarräumen ..................................................................................................................83
Anidolisch optische Decke ..........................................................................................................................84
Empfehlung zu den tageslichtoptimierenden Maßnahmen..........................................................................88
Tageslichtoptimierte Zonen.........................................................................................................................88
7 Konzept zur technischen Gebäudeausrüstung ...............................................................................89
7.1
7.1.1
7.1.2
7.2
7.2.1
7.2.2
7.2.3
7.3
7.3.1
7.3.2
7.4
7.5
Nutzenübergabe Heizung.............................................................................................................................90
Büros ...........................................................................................................................................................90
Übriges Gebäude .........................................................................................................................................90
Lüftung ..........................................................................................................................................................91
Büroräume ...................................................................................................................................................91
Freie Lüftung in den Bürofluren und der Ausstellung.................................................................................91
Seminarräume und Labor- Entwicklungsbereich ........................................................................................91
Wärmerückgewinnung aus der Abluft .......................................................................................................92
Wärmetauscher ............................................................................................................................................92
Wärmepumpe ..............................................................................................................................................92
Erdwärmetauscher.......................................................................................................................................95
Sensitivitätsanalyse der einzelnen TGA-Maßnahmen ..............................................................................98
8 Bedarfsgerechte Raumregelung .....................................................................................................100
8.1
8.2
8.3
8.4
Tageslichtsystem bzw. Sonnenschutz........................................................................................................100
Kunstlicht ....................................................................................................................................................101
Nutzenübergabe Heizsystem......................................................................................................................102
Lüftungsanlage Seminar / Abluftanlage in den Büros ............................................................................102
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8.5
8.6
Schlussbericht
Aktive Kühlung der Büros.........................................................................................................................103
Zentrale Netzfreischaltung in den Büroräumen......................................................................................103
9 Aufwände und sommerliche Behaglichkeit „TK3-Werte“ ..........................................................104
9.1 Referenzenergiebedarf bzw. „Heizenergiebedarf“..................................................................................105
9.2 Bedarfsentwicklung und TK3-Grenzwerte ............................................................................................106
9.3 Sommerliche Behaglichkeit .......................................................................................................................109
9.3.1 Büroräume .................................................................................................................................................110
9.3.2 Büroflur .....................................................................................................................................................113
9.3.3 Ausstellung................................................................................................................................................114
9.3.4 Seminarräume /Labor und Entwicklungsräume ........................................................................................116
10 Zusammenfassung ...........................................................................................................................117
11 Ausblick Integrale Planung ............................................................................................................118
Literatur
Anhang
A1 ..................................................................................... Wärmeschutznachweis G.I.T. und Gästehaus
A2 ......................................................................................... Strombedarf TGA, Strombedarf Kunstlicht
A3 .................................................. Vergleich der Anlagenkonzepte Standard- und Deckeninselvariante
A4 ........................................................................Randbedingungen der Jahresbetrachtung, TK3-Werte
A5 ........................................................ Simulationseingabedateien (Gebäudedatei und Kopplungsdatei)
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Schlussbericht
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: INTESOL- Navigator mit den Kontextbereichen des G.I.T-Projekts ............................................... 2
Abbildung 2: Konzeptstudie zur Form und Ausrichtung des Baukörpers............................................................. 11
Abbildung 3: Erstes Modell aus dem Architektenwettbewerb.............................................................................. 11
Abbildung 4: Flächenaufstellung in Abhängigkeit der Orientierung .................................................................... 12
Abbildung 5 Angepasstes Gebäudemodell ........................................................................................................... 13
Abbildung 6: Darstellung des Simulationsklimas für die Außenluft, Globalstrahlung und die diffuse
Strahlung in Tages-Jahres-Diagrammen......................................................................................... 20
Abbildung 6a: Benennung der thermische Zonen im TRNSYS-Modell für das Beispielprojekt.......................... 22
Abbildung 7: Belegungsprofil für den Bürobereich (wochentags) ....................................................................... 26
Abbildung 8: Belegungsprofil für den Seminarraum (wochentags)...................................................................... 27
Abbildung 9: Belegungsprofil für den Labor-/Entwicklungsbereich (wochentags).............................................. 27
Abbildung 10: Außenlufttemperaturen und operative Raumtemperaturen des Grundmodells E000 für die
Zone 211 (östlicher Bürobereich im 2. OG.) und Zone 210 (Büroflur im 2. OG). ....................... 31
Abbildung 11: Auswirkung veränderter Glasflächenanteile im Dach des Büroflurs (Zone 211) auf das
energetische Verhalten des Gebäudes in der Optimierungsstufe ................................................... 32
Abbildung 12: Variation der Qualität der Dachverglasung (Zone 210) Dach....................................................... 33
Abbildung 13: Variation des volumenbezogenen Außenluftstroms innerhalb der Nutzungszeit
(erhöhte Taglüftung) ..................................................................................................................... 34
Abbildung 14: Variation des volumenbezogenen Außenluftstroms außerhalb der Nutzungszeit
(erhöhte Nachtlüftung) – Zone 210 ............................................................................................ 5-36
Abbildung 15: Variation des volumenbezogenen Außenluftstroms außerhalb der Nutzungszeit
(erhöhte Nachtlüftung) – Zone 210 ............................................................................................ 5-36
Abbildung 16: Variation der Fensterfläche in den Büros...................................................................................... 37
Abbildung 17: Feststehender Sonnenschutz an den südlichen Fensterbändern im Bürobereich........................... 38
Abbildung 18: Gesteuerter Sonnenschutz an den Bürofenstern............................................................................ 39
Abbildung 19: Geregelter Sonnenschutz an den Bürofenstern. ............................................................................ 40
Abbildung 20: Variation des volumenbezogenen Außenluftstroms innerhalb der Nutzungszeit
(erhöhte Taglüftung). .................................................................................................................... 41
Abbildung 21: Variation des volumenbezogenen Außenluftstroms außerhalb der Nutzungszeit
(erhöhte Nachtlüftung) .................................................................................................................. 43
Abbildung 22: Variation des volumenbezogenen Außenluftstroms außerhalb der Nutzungszeit
(erhöhte Nachtlüftung) .................................................................................................................. 43
Abbildung 23: Variation des Wärmedurchgangskoeffizienten des Daches im Seminarbereich ........................... 45
Abbildung 24: Variation Oberlichtgröße im Seminarraum................................................................................... 46
Abbildung 25: Variation der Qualität der Oberlichtverglasung im Ausstellungsbereich...................................... 49
Abbildung 26: Feststehender Sonnenschutz an der südlichen Glasfassade im Ausstellungsbereich
EG und 2. OG................................................................................................................................ 50
Abbildung 27: Feststehender Sonnenschutz an der südlichen Glasfassade im Ausstellungsbereich 2. OG. ........ 51
Abbildung 28: Variation des volumenbezogenen Außenluftstroms innerhalb der Nutzungszeit
(erhöhte Taglüftung) im Ausstellungsbereich. .............................................................................. 52
Abbildung 29: Variation des volumenbezogenen Außenluftstroms außerhalb der Nutzungszeit
(erhöhte Nachtlüftung) im Ausstellungsbereich........................................................................... 54
Abbildung 30: Variation des volumenbezogenen Außenluftstroms außerhalb der Nutzungszeit
(erhöhte Taglüftung) im Labor- und Entwicklungsbereich .......................................................... 56
Abbildung 31: Variation des volumenbezogenen Außenluftstroms außerhalb der Nutzungszeit
(erhöhte Nachtlüftung) im Labor- und Entwicklungsbereich....................................................... 57
Abbildung 32: Bandbreite des relativen bewerteten Jahresenergiebedarfes in der Zone 212 im
2. Obergeschoss bezogen auf das Modell E500 in Abhängigkeit der inneren Lasten durch
Beleuchtung.................................................................................................................................. 60
Abbildung 33: Variation der visuellen und thermische Apertur ........................................................................... 61
Abbildung 34: Darstellung der Entwicklung des Simulationsmodells für das Gesamtgebäude ........................... 62
Abbildung 35: Tageslichtquotient für einen Fensterflächenanteil von 26 % (alt) und 36 % (neu)
über der Raumtiefe aufgetragen. .................................................................................................. 64
Abbildung 36: Durchschnittlicher Abminderungsfaktor des Sonnenschutzes in Abhängigkeit der Anbringung . 68
Abbildung 37: Einfluss der unterschiedlichen Schaltkonzepte für den Raum ES08............................................. 72
Abbildung 38: Einfluss des Glasflächenanteils und der Nennbeleuchtungsstärke auf den
Strombedarf zur Beleuchtung mit Kunstlicht für den Raum ohne Südverglasung 2S08.............. 73
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Schlussbericht
Abbildung 39: Position der Lichtdurchlässe im Büroflur ..................................................................................... 74
Abbildung 40: Sonnenschutz mit Überstand zur Lichtlenkung............................................................................. 76
Abbildung 41: Fassade vor dem Labor und Entwicklungsbereich........................................................................ 77
Abbildung 42: Modellbildung der anidolisch optischen Decke ............................................................................ 78
Abbildung 43: Modellbildung Ausstellung und Raum EN02 mit SUPERLINK .................................................. 79
Abbildung 44: Bild einer Light-Pipe..................................................................................................................... 80
Abbildung 45: Tageslichtquotient der Standardvariante....................................................................................... 81
Abbildung 46: Tageslichtquotient bei transparenter Innenwand........................................................................... 82
Abbildung 47: Strombedarf bei transparenter Innenwand im Vergleich zur Standardvariante............................ 83
Abbildung 48: Verlauf des Tageslichtquotienten hinter dem Fenster (Bild links) und hinter der Tür
(Bild rechts) über der Raumtiefe. ................................................................................................. 84
Abbildung 49: Tageslichtautonomie des Referenzfalls für eine Nennbeleuchtungsstärke von 300 Lux
hinter der Fenstermitte ................................................................................................................. 85
Abbildung 50: Tageslichtautonomie des Referenzfalls für eine Nennbeleuchtungsstärke von 500 Lux
hinter der Fenstermitte ................................................................................................................. 85
Abbildung 51: Zonierung des Labor-/Entwicklungsbereichs................................................................................ 86
Abbildung 52: Verbesserung des VCP Werts im Raum EN02 ............................................................................ 87
Abbildung 52a: Tageslichtoptimierte Zonen im Erdgeschoss............................................................................... 88
Abbildung 53: Vereinfachtes Kennlinienfeld des Erdwärmetauschers Heidt ....................................................... 96
Abbildung 54: Einfluss der Erdwärmetauscher auf die sommerliche Behaglichkeit ............................................ 97
Abbildung 55: Anlagenschema im GIT-Siegen Projekt...................................................................................... 104
Abbildung 56: Referenzenergiebedarf der einzelnen Zonen............................................................................... 105
Abbildung 57: Vom Referenzenergiebedarf zum Aufwand an den Wärmeerzeugern nach der
Methodik der Bedarfsentwicklung ............................................................................................. 106
Abbildung 58: Anteile der verschiedenen Maßnahmen zur Wärmeerzeugung................................................... 107
Abbildung 59: Aufsummierte Aufwände an Wärme und Strom mit den TK3-Grenzwerten.............................. 108
Abbildung 60: Vergleich der Siegener Wetterdaten mit dem Testreferenzjahren TRY 4 und TRY 11.............. 109
Abbildung 61: Optimierte sommerliche Behaglichkeit in den einzelnen Büroetagen ( Zone E11, 111, 211) .... 110
Abbildung 62: Optimierungspotential nach dem Zeitpunkt der Ausschreibung ................................................. 111
Abbildung 63: Sommerliche Behaglichkeit der Büroräume im Fall des Testreferenzjahres 4 ........................... 112
Abbildung 64: Sommerliche Behaglichkeit in den Bürofluren (Zone E10, 110 und 210).................................. 113
Abbildung 65: Optimierte sommerliche Behaglichkeit in der Ausstellung (Zone E60, 160 und 260)................ 114
Abbildung 66: Sommerliche Behaglichkeit in der Ausstellung im Fall des Testreferenzjahres 4 ...................... 115
Abbildung 67: Optimierte sommerliche Behaglichkeit in den Nordräumen (Seminarraum,
Labor- und Entwicklung ............................................................................................................. 116
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Zusammenstellung der Parameter in der Tageslichtsimulation.............................................................60
Tabelle 2: Technische Daten der Wärmeschutzverglasung....................................................................................66
Tabelle 3: Durchschnittliche Einsparung beim Kunstlicht.....................................................................................86
Tabelle 4: Technische Daten verschiedener Wärmepumpen .................................................................................93
Tabelle 5: Auslegungsdaten und Kostenbewertung der Erdwärmetauscher ..........................................................95
Tabelle 6: Energetische Rangfolge einzelner Einsparungsmaßnahmen .................................................................99
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Neubau Mehrzweckgebäude
1
Schlussbericht
Einleitung
Innerhalb des zur Verfügung stehenden finanziellen Rahmens soll ein Gebäude entstehen, das
den innovativen Charakter der einziehenden Existenzgründer unterstreicht, durch eine flexible
Raumaufteilung und Technik viel Platz für Veränderungen lässt und von den Vorteilen der
nahen Universität Siegen im Bereich moderner Kommunikationstechniken profitiert.
Um einen wirtschaftlichen Betrieb des Gebäudes zu gewährleisten und die hohen TK3
Vorgaben einzuhalten, wird ein solaroptimiertes Gebäude ausgeführt, das durch eine
frühzeitig aufeinander abgestimmte Planung sicherstellt, dass die hohen Vorgaben erreicht
werden können. Dazu sind die solaren Zustrahlungen zu den gewünschten Zeiten zu
maximieren, die energetischen Verluste auf ein Minimum zu reduzieren sowie eine
ungewollte Überhitzung im Sommer zu vermeiden.
Damit das hohe Einsparpotential während des Betriebs auch genutzt werden kann, ist die
Raumregelung bedarfsorientiert auszuführen und so zu planen, dass eine individuelle
Anpassung an die Nutzerbedürfnisse schnell vorgenommen werden kann. Dies gewährleistet
ein gutes Zusammenspiel zwischen dem Nutzer, dem Gebäude und der Anlagentechnik.
Um einen optimalen Planungsablauf sicherzustellen, wird frühzeitig ein interdisziplinäres
Planungsteam gebildet, welches eine integrale Zusammenarbeit mit Hilfe moderner
Planungswerkzeuge und Verfahren ermöglicht.
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Neubau Mehrzweckgebäude
1.1
Schlussbericht
Eingesetzte Planungswerkzeuge
In diesem Projekt werden eine Reihe von neu entwickelten Methoden und Werkzeugen
eingesetzt. Dazu gehören die Planungsplattform INTESOL /1/, die Bewertung der
Nutzenübergabe nach der neuen VDI 2067 Richtlinie, die energetische Gebäudesimulation,
die Tageslichtsimulation sowie eine Lebenszyklusbetrachtung auf Gebäudeebene.
Planungsplattform INTESOL
Als zentrales Planungswerkzeug wird die am Institut für Industrielles Bauen ifib1 in enger
Abstimmung mit dem LHR2 und den EB-Ingenieuren entwickelte Planungsplattform
INTESOL eingesetzt. INTESOL ist eine Internetanwendung, welche als computerbasierte,
ortsunabhängige Arbeitsumgebung die Verknüpfung komplexer Teilaspekte der Bauplanung
im Sinne eines integralen Lösungsansatzes technisch ermöglicht und methodisch unterstützt.
Die Planungsplattform ist in eine Client-Server Architektur mit http-Protokoll umgesetzt, so
dass relativ niedrige Anforderungen an die Arbeitsplatzrechner gestellt werden und eine
flexible Nutzung des Werkzeugs ermöglicht wird. Dazu wird die Projektstruktur auf der
Softwareoberfläche abgebildet und zentral auf einem Server verwaltet. Die Projektbeteiligten
sind über einen Internetzugang an die Plattform angeschlossen und erhalten nach Eingabe
ihres Benutzernamens und eines Passworts Zugang zu ihrer virtuellen Arbeitsumgebung, die
sie mit den anderen Projektbeteiligten verbindet. Die Arbeitsumgebung wird am Anfang des
Projekts entsprechend der spezifischen Erfordernisse eingerichtet und im Laufe der
Projektbearbeitung den Erfordernissen angepasst (vgl. Abbildung 1).
Abbildung 1: INTESOL- Navigator mit den Kontextbereichen des G.I.T-Projekts
1
2
Institut für Industrielle Bauproduktion, Universität Karlsruhe
IKE- Lehrstuhl für Heiz- und Raumlufttechnik, Universität Stuttgart
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Neubau Mehrzweckgebäude
Schlussbericht
Energetische Gebäudesimulation und Optimierungsverfahren
Für die Modellbildung des Gebäudes wird das im Projekt INTESOL entwickelte
Kopplungsprogramm OPTIMA verwendet. Hier kann das vom Architekten erstellte CADModell weiter verwendet werden. Derzeit bieten marktübliche CAD-Programme keine
geeignete Datenschnittstelle, z.B. nach dem Datenaustauschverfahren VDI 6021 Bl.1 /2/
„Datenaustausch für die thermische Lastberechnung von Gebäuden“ oder nach dem
internationalen Verfahren IAI-IFC /3/, an. Mit Hilfe der AutoCad Applikation
VECTORPLAN 3D /4/ konnte jedoch ein der VDI 6021 ähnliches Datenaustauschformat
erstellt werden. Mit OPTIMA können topologische Gebäudedaten eingelesen, kontextbezogen
in einer Datenbank abgelegt und je nach Fragestellung zu einem Gebäudemodell für die
energetische Gebäudesimulation mit TRNSYS zusammengestellt und erweitert werden. Das
Erstellen des TRNSYS-Eingabefiles mit Hilfe von OPTIMA erfolgt somit weitaus einfacher
und effektiver als seither. Fehler bei der Dateneingabe und Inkonsistenzen zwischen den
Architektenplänen und dem Gebäudemodell können damit weitgehend vermieden werden.
Tageslichtsimulationsprogramm
Für den Bereich der Tageslichtsimulation werden verschiedene Programme eingesetzt. Das
Programm SUPERLITE /5/ ermöglicht Sensitivitätsanalysen der Fenstereigenschaften
(Fensterflächenanteil, Art der Verglasung, Orientierung, Verschattungssystem), der Nutzung
(Arbeitszeit, Urlaub), dem Raum (Geometrie, Reflexionseigenschaften der Hüllflächen,
Standort) und den Parametern der Beleuchtung (Kontrollstrategie, Nennbeleuchtungsstärke,
Lampenart, Leuchtenwirkungsgrad). SUPERLINK /6/ berechnet für die verschiedenen Fälle
den jährlichen Aufwand an Strom zur Beleuchtung mit Kunstlicht. Das Programm
RADIANCE /7/ wird bei der Auslegung und Dimensionierung von Tageslichtsystemen
eingesetzt.
Gebäudelebenszyklusbetrachtung /8/
Erst mit der Betrachtung des gesamten Gebäudelebenszyklus wird es möglich, einzelne
Aspekte hinsichtlich ihrer Wirkung auf ökologische Indikatoren zu bewerten. Beginnend bei
den Vorstufenbelastungen der Produktion der Baustoffe (Herstellung) über den Bauprozess
und die Stoff- und Energieverbräuche des Gebäudes im Laufe seiner Existenz bis hin zur
künftigen Aufwendung für Abriss und Entsorgung werden die verschiedenen
Belastungsgrößen ermittelt und verglichen. Mit dem am ifib entwickelten Softwareprototyp
ECOPRO wird das Gebäude und die TGA-Technik modular aufgebaut.
Für den Bauprozess werden auf der untersten Stufe existierende Sachbilanzen für
Konstruktionsprodukte und Bauleistungen verwendet und mit den Prozessdaten für die
vorgelagerten Stufen verknüpft. Daraus lassen sich die wesentlichen beim Bau eingesetzten
Elemente erstellen. Das Gebäude selbst wird als Aggregation dieser Elemente dargestellt. Die
Erneuerung und der Unterhalt des Gebäudes werden durch vereinfachte Ersatzmodelle
abgebildet, die Energieströme der Nutzungsphase werden als entscheidender Faktor ebenfalls
berücksichtigt. Die Abbruchphase wird über Berücksichtigung der Entsorgungsprozesse für
die verschiedenen Abfallkategorien in die Betrachtung integriert. Diese Berechnung führt
letztendlich zu einer Quantifizierung des Ressourcenverbrauchs und der Emissionen, die
durch Bau, Nutzung und Entsorgung des Gebäudes entstehen.
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2
2.1
Schlussbericht
Projektbeschreibung
Gesamtkonzept
"Die Stadt ist ein großes Gebäude und das Gebäude ist eine kleine Stadt."
Die Bauaufgabe erfordert ein Gesamtkonzept, das der Gesellschaft für Innovation und
Transfer eine architektonische Identifikation (Bau als Kulturträger) verleiht und sich
städtebaulich - bei aller Selbständigkeit - in die charakteristischen Wege- und
Blickbeziehungen dieses Standortes eingliedert. Das Projekt GIT/GH soll als Vorbild für
Bauaufgaben konzipiert und gestaltet werden, deren Anspruch sowohl in ökologischen,
ökonomischen als auch in solaroptimierten Konzepten liegt. Dafür ist eine Gestaltung im
ganzheitlichen Sinne notwendig, die Integration der Lebens- und Arbeitsqualitäten sowohl
materiell als auch formal.
Nicht allein die "Funktion" steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch in Begegnung mit
seiner Umwelt.
Es ist ein Baukonzept, das den Bewusstwerdungsprozess im lebendigen Sinne fördern
möchte und gleichzeitig allen energetischen, wirtschaftlichen und funktionellen Aspekten
höchste Priorität einräumt. Ein Konzept, das durch Rationalität eine wirtschaftliche,
solaroptimierte Baustruktur ermöglicht, durch Individualität Variationen im Innenbereich
zulässt und durch Funktionalität künftige Anforderungen an eine moderne Büronutzung
erfüllt.
Ausgangspunkt ist die bauliche Thematisierung und energetische Optimierung der
verschiedenen Qualitätsrichtungen (Himmelsrichtungen) dieses Standortes „Am
Eichenhang“.
Die Gebäudestruktur ist durch den “kreisförmigen” Mittelbau in West-Ostrichtung (5- bis 2geschossig) und die rechtwinklig angegliederten Flügel (1- bis 3-geschossig) in Nord- bis
Südrichtung und den tangential angegliederten Nordbau geprägt. Der Baukörper öffnet sich
dabei in Richtung Süden. Das Gästehaus orientiert seine Gästezimmer nach Osten auf die
Landschaft des Siegerland.
Kennzeichnend für den Gebäudekomplex sind die drei Flügel (Bürobereiche) im Südbereich,
ein kompaktes Bauvolumen (Labor-/Entwicklungsbereiche und Seminarräume) im
Nordbereich, ein vertikal orientiertes Gästehaus und der Haupteingangsbereich im Westen.
Als “Zwischenraum” vereinigt die Ausstellungshalle, der eigentliche Bewegungsraum, die
unterschiedlichen Bereiche zu einem Gesamtkonzept.
Die Freiflächengestaltung umgreift die Flügel zu einem Ganzen und thematisiert gleichzeitig
die Trennung. Zwischen den Flügeln entsteht eine Verzahnung von Aspekten und Qualitäten,
die kennzeichnend für dieses Konzept sind: die Integration von Mensch, Natur und Technik.
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2.2
Schlussbericht
Äußere Erschließung
“Durch welche Pforte wird er kommen?"
Verkehrserschließung
Die Verkehrserschließung von Parkplätzen, Müllabfuhr, notwendigem Liefer- und
Ladeverkehr (Müll, Druckerei, etc.) erfolgen über eine “Planstraße” mit Ein- und Ausfahrt
über die Straße „Am Eichenhang“.
Besucher- und Behindertenparkplätze werden ebenfalls über die Planstraße erschlossen,
um so eine leichte Orientierung und eine kurze Wegebeziehung für den Besucher zu
gewährleisten.
Der Anlieferverkehr für den Labor- und Entwicklungsbereich erfolgt ebenerdig über den
Parkplatz auf der Nordseite.
Der heutige Weg in Ost-Westrichtung entlang der vorhandenen Baumreihe wird auch als
Zugang des Gebäudes aufgegriffen und durch den Baukörper geführt.
Fußläufige Erschließung
Die fußläufige Haupterschließung der GIT und des Gästehauses erfolgt ausschließlich über
die Planstraße mit Anschluss an die Straße „Am Eichenhang“.
Der gesamte fußläufige Verkehr wird über den vorgelagerten Platz in die zentrale
Eingangshalle geführt.
Besucher betreten das GIT Gebäude und das Gästehaus ebenfalls über den Haupteingang an
der Westseite des Gebäudes.
Außerdem besteht die Möglichkeit, den vorhandenen ‘Notausgang” des Gästehauses als
Eingang zu nutzen, z.B. in der Zeit nach offiziellem Geschäftsschluss der G.I.T.
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98.044 G.I.T Siegen
Neubau Mehrzweckgebäude
2.3
Schlussbericht
Innere Erschließung
"Kommen Sie rein, dann können Sie raus schauen“
Die Haupterschließung während der allgemeinen Öffnungszeiten für Besucher, Gäste und
Mieter erfolgt über das zentrale Foyer, die Ausstellungshalle. Von hier können alle
Geschosse, Bereiche, Säle und Appartements kontrolliert erschlossen werden.
Die vertikale Haupterschließung des Gebäudes erfolgt über die zentrale Ausstellungshalle.
Von hier kann der Mieter, Nutzer und Besucher alle Bereiche wie Labor- und
Entwicklungsbereich im EG, Seminarräume im 1.OG, alle Geschosse der Büroflügel und
auch das Gästehaus erschließen.
Geschossübergreifende
Lichtverhältnisse
sowie
vielfältige
Bewegungsund
Blickbeziehungen kennzeichnen die Ausstellungshalle als zentralen “Erlebnisraum”,
rhythmisiert durch Lufträume und Lichthöfe.
Aufgrund der transparenten Gestaltung ist eine gute Orientierung nach außen möglich.
Besucher und Nutzer erleben sowohl aus der Eingangshalle als auch aus der Ausstellungshalle
den Übergang von außen nach innen.
Neben dieser Haupterschließung sind alle Geschosse
Ausstellungshalle unabhängig, intern zugänglich.
der
Büroflügel,
von der
Das Gästehaus ist nur über den EG-Bereich zugänglich, weil die Geschosshöhen aus
ökonomischen Gründen von denen des Hauptgebäudes abweichen.
Neben dieser Haupterschließung sind die folgenden Bereiche zusätzlich von außen
erschlossen:
- Labor- und Entwicklungsbereich
- Gästehaus
- Hausanschlussräume
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98.044 G.I.T Siegen
Neubau Mehrzweckgebäude
2.4
Schlussbericht
Ökologie
"Fordere nicht mehr, als du zu geben bereit bist."
Ausgangspunkt ist die Doppelnatur des Klimabegriffes und des Energiebegriffes:
Ökologie:
Der richtige Umgang mit der Energie erzeugt das richtige Umweltklima.
Arbeitswelt: Der richtige Umgang mit der (Lebens-) Energie der Menschen erzeugt das
richtige, sozialverantwortliche Arbeitsklima.
Außer den geforderten selbstverständlichen Maßnahmen sind folgende Aspekte
im Gesamtkonzept berücksichtigt:
zusätzlich
In diesem Gebäude wird versucht, für die zukünftigen Nutzer eine angenehme, gesunde und
inspirierende Umgebung zu schaffen. Es soll ein Gebäude entstehen, das dem Menschen
dient, in dem der Mensch seine direkte Umgebung nach seinen Wünschen einrichten kann.
Dieses bezieht sich sowohl auf die räumlichen Nutzungsmöglichkeiten, das heißt, es werden
verschiedenartige Arbeitsräume angeboten, wie auch auf das individuell regelbare Raumbzw. Gebäudeklima.
Die Integration verschiedenster ökologischer Maßnahmen im Entwurf kann dabei ein
wichtiger Impuls sein, den Bezug des Menschen zu seiner Umgebung zu vergrößern .
Durch sichtbare und verständliche Gebäudetechnik wird umweltbewusstes Handeln
stimuliert. Installationstechnik kann, wenn sie kreativ gestaltet wird, einen wichtigen
positiven Beitrag zu der architektonischen Qualität leisten, anstatt hinter Decken und Wänden
sich zu verstecken und dem Nutzer das unbehagliche Gefühl zu verschaffen, keinen Einfluss
zu haben und kontrolliert zu werden. Ausgangspunkt ist, dass der Mensch direkten Einfluss
auf seine Umgebung ausüben kann.
Die Gebäudetechnik wird weitestgehend mit einfachen, natürlichen Systemen gestaltet.
Moderne Technik wird dort eingesetzt, wo sie sinnvoll ist. Individuelle Kontrollierbarkeit des
Arbeitsplatzes ist integriert mit zentral geschalteten Systemen, um maximale Energiesparung
mit optimaler Nutzerzufriedenheit zu kombinieren.
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2.5
Schlussbericht
Flexibilität
“Standbein und Spielbein”
Der Grundrissorganisation liegt ein Fassadenraster von 3,40 m zugrunde. Durch die
tragende Fassadenkonstruktion können die Zwischenwände flexibel gestaltet werden.
Die unterschiedlichen Arbeitsformen der einzelnen Bürobereiche in der G.I.T. werden in
die neu entwickelte Gebäudeform problemlos umgesetzt. Die Aufweitungen der
Flügelbereiche ermöglichen alle Büroformen und erlauben überdies, die durch Wandel und
Umstrukturierungen nötigen Grundrissänderungen, ohne Eingriffe in die Tragkonstruktion
ändern zu können.
Die folgenden Büroorganisationen sind u.a. im G.I.T. vorgesehen:
•
Konzentrierte Einzeltätigkeit im Zellenbüro
•
Spontane, projektorientierte Kommunikation in kleinen Einheiten (4-8 Personen) im
Gruppenbüro
•
Zugriff auf abteilungsbezogene Infrastruktur wie Drucker, Fax, Kopierer etc.
Die Gebäudestruktur gewährleistet neben höchster Flexibilität
Investitionskosten bei Veränderungen durch eine optimale Gebäudetiefe.
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Seite 8
auch
geringe
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2.6
Schlussbericht
Baubeschreibung
Das neue Gebäude der GIT und das Gästehaus der UNI/GH Siegen werden zu einem
Ensemble zusammengefasst. Dieses ermöglicht es, ein energieoptimiertes Gesamtkonzept für
beide Gebäude umzusetzen. In den Bauteilen der GIT werden Büroflächen,
Ausstellungsräume, Labor-/Entwicklungsbereiche und Seminarräume untergebracht.
Das Ensemble gliedert sich in vier Teile, die jeweils ihrer Funktion entsprechend orientiert
und gestaltet sind. Im Norden die Labor-/Entwicklungsbereiche und Seminarräume, im Osten
das Gästehaus, nach Süden die drei Flügel, in denen sich die Büros befinden und nach Westen
der Haupteingang, an den sich die Halle mit den Ausstellungsflächen und der
Haupterschließung anfügt. Nur ein kleiner Teil des Gebäudes wird unterkellert, um darin die
haustechnischen Anlagen unterzubringen.
Die notwendigen Parkplatzflächen werden im Norden des Gebäudes auf dem Grundstück
angelegt. Erschlossen wird das Gebäude über die Straße “Am Eichenhang”. Der Hauptzugang
des Gebäudes liegt ebenfalls nach Westen zu dieser Straße hin. Die Freiflächen werden mit
ortstypischen Pflanzen entsprechend den unterschiedlichen Standorten gestaltet.
Aus den unterschiedlichen Funktionen ergeben sich verschiedene Geschosshöhen und
Geschossigkeiten. So hat das Gästehaus Geschosshöhen von 2,70 m und ist deshalb auch nur
im EG von der Halle aus intern zugänglich. Der externe Zugang erfolgt durch einen
ebenerdigen Zugang im Osten. Dieses Bauteil ist fünfgeschossig, wobei ein Geschoss in den
Hang eingegraben wird. Dies wird durch das im Osten stark abfallende Gelände möglich.
Alle anderen Bauteile haben eine Geschosshöhe von 3,4 m bzw. in den oberen Geschossen
auch mehr. Sie werden über die zentrale Halle erschlossen bzw. über die in den Flügeln
liegenden Treppen. Für das Gästehaus und das GIT steht ein Lift zur Verfügung.
Auch in den unterschiedlich genutzten Bauteilen der GIT gibt es verschiedene
Geschossigkeiten.
So ist in den Büroflügeln der vorderen Bereiche ein Vollgeschoss untergebracht, während sich
im nördlichen Ende der Flügel drei Vollgeschosse befinden. Dies wird durch eine stark
gegliederte Dachlandschaft möglich, die sich den solaren und funktionalen Gegebenheiten
anpasst.
Das Bauteil, das die Labor-/ Entwicklungsbereiche und Seminarräume enthält, ist
zweigeschossig.
Die zentrale Ausstellungs- und Eingangshalle verbindet die unterschiedlichen Bauteile und
fasst diese zu einer Gesamtkomposition zusammen.
Das Gebäude wird als Ortbetonkonstruktion erstellt, wobei die Außenwände als tragende
Wände ausgebildet werden, um im Inneren eine möglichst flexible Aufteilung zu
ermöglichen. Innere Trennwände werden als Gipskartonwände ausgeführt bzw. aus Ortbeton,
wo dies aus statischen oder brandschutztechnischen Gründen nötig ist.
Die unterschiedlichen Neigungen der Außenwände und deren Krümmungen prägen das
äußere Erscheinungsbild der Fassaden. Außerdem ist die Ausrichtung der drei Büroflügel zur
Sonne hin entscheidend. Diese sind um jeweils 17,5 Grad gegeneinander verschwenkt. Als
Material für die Fassaden kommen Glas und Verputz oder, wie bei den Dächern, Metall zur
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98.044 G.I.T Siegen
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Schlussbericht
Ausführung. Die Dächer werden teilweise mit Oberlichtern versehen, um eine optimale
Belichtung im Inneren zu gewährleisten.
Bei den Fenstern und Türen kommen wärmedämmende Bauteile zum Einsatz, die den
Anspruch eines solaroptimierten Gebäudes gerecht werden. Diese werden durch
unterschiedliche Maßnahmen wie Lamellen, feststehender Sonnenschutz und dgl. verschattet,
wo dies notwendig ist. Im Labor- und Entwicklungsbereich sind Lichtlenksysteme
vorgesehen, um auch in diesen tiefen Räumen den Lichtertrag zu optimieren. An der
Ostfassade werden vor den Gästewohnungen Balkone über die ganze Breite des Gebäudes
angeordnet.
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3
Schlussbericht
Vorstudie zum Gebäude und Tageslichtkonzept
Die erste Konzeptstudie wird vom Büro Rau & Partners unter dem Aspekt der ganzheitlichen
Planung durchgeführt. Dabei wurde ein Optimum zwischen Ort und Zeit sowie Orientierung
und Rhythmus angestrebt. Die charakteristische Gebäudestruktur hat sich von der energetisch
optimalen Halbkugel, über mehrere Zwischenschritte, zu einem im Norden kompakten und
nach Süden geöffnetem Ensemble entwickelt (vgl. Abbildung 3).
Abbildung 2: Konzeptstudie zur Form und Ausrichtung des Baukörpers
Die Ideen und Ergebnisse der Konzeptstudie führen zum ersten Gebäudemodell, das bei der
Architektenselektion den Zuschlag erhielt (vgl. Abbildung 4).
Abbildung 3: Erstes Modell aus dem Architektenwettbewerb
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Neubau Mehrzweckgebäude
Schlussbericht
In der ersten Optimierungsphase wird die Verschattungssituation der Gebäudebereiche
untereinander untersucht, die wärmeübertragenden Außenflächen an den Stellen reduziert, wo
es aus ästhetischen Gesichtspunkten möglich ist, sowie der Glasflächenanteil in der Fassade
bestimmt.
3.1 Optimierung der Massenverteilung
Unter dem Aspekt der solaren Zustrahlung wird vorgeschlagen, den Abstand zwischen den
Büroflügeln soweit als möglich zu vergrößern. Dies reduziert die gegenseitige Verschattung
der Büroflügel und gewährleistet mehr solare Gewinne durch einen Zugewinn an
Südfensterfläche im Ausstellungsbereich. Zu diesem Zweck wurde der Abstand zwischen den
Büroflügeln ca. verdoppelt.
3.2 Reduzierung der wärmeübertragenden Außenfläche
Die als Membran ausgebildeten Wände der Ausstellung ragen als gestalterisches Element weit
aus dem Baukörper heraus. Dies verursacht bei gleichem Gebäudevolumen eine größere
wärmeübertragende Außenfläche und somit höhere Transmissionsverluste. Soweit es unter
ästhetischen Gesichtspunkten vertretbar erscheint, werden die Überstände dieser beiden
Wände verkleinert, was sich in einem verbesserten Verhältnis der wärmeübertragenden
Außenflächen zum Gebäudevolumen bemerkbar macht.
3.3
Analyse der Flächenverteilung
Die Analyse der Flächenverteilung ergab ein
Maximum der transparenten Außenbauteile im
Nordosten und im Süden (vgl. Abb. 4). Die
großen Fensterflächen im Nordosten sind im
Gästehaus in einer vollflächig verglasten
Fassade angeordnet. Da im Wohnbereich ein
maximaler Fensterflächenanteil im Nordosten
nur einen geringen Nutzen verspricht wurde
vorgeschlagen, diesen unter 40% zu reduzieren.
Die großen Fensterflächen im Seminar- und
Labor-/Entwicklungsbereich
im
Norden,
Nordwesten und Nordosten wurden im
Planungsverlauf zur Verbesserung des mittleren
Wärmedurchgangskoeffizienten
auf
einen
Flächenanteil von ca. 50% reduziert. Dies stellt
einen Wert dar, der im frühen Planungsstadium
als ein Optimum zwischen Wärmeverlusten und
Tageslichtgewinn angesehen werden kann.
Abbildung 4: Flächenaufstellung in Abhängigkeit der Orientierung
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Neubau Mehrzweckgebäude
3.4
Schlussbericht
Vergrößern der südlichen Fensterflächen in den Büroflügeln
Um die solare Zustrahlung weiter zu optimieren, wurde angeregt, in den Büroflügeln südlich
orientierte Glasflächen einzubringen.
3.5 Angepasstes Gebäudemodell
Ergebnis der ersten Optimierungsstufe auf Gebäudeebene ist das in Abbildung 5 gezeigte
angepasste Gebäudemodell. Gut zu erkennen ist der größere Abstand zwischen den
Büroflügeln, die kleiner gewordenen Membranwände im Außenbereich sowie die
hufeisenförmigen Glasstreifen in den Büroflügeln zur Vergrößerung der südlichen
Fensterflächen.
Abbildung 5 Angepasstes Gebäudemodell
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4
Schlussbericht
Konzeptentwicklung
Zu Beginn der integralen Planung wurden in einem Brainstorming die Ideen und Vorschläge
der verschiedenen Teammitglieder gesammelt und in einem Maßnahmenkatalog
zusammengefasst. Diese sind bei der weiteren Konzeptentwicklung in Betracht zu ziehen und
auf ihre Realisierbarkeit zu überprüfen.
Für die eigentliche Bewertung wird zu Beginn der Planung eine Reihe von Zielen und
Kriterien definiert, die später zur Bewertung herangezogen werden können. Im Anschluss
daran werden ein Pflichtenheft erstellt und die Randbedingungen festgelegt.
4.1 Maßnahmenkatalog
Die unterschiedlichen Vorschläge sind in einem Maßnahmenkatalog zusammengefasst:
A Verbesserung der Umfeldbedingungen des
Gebäudes
1 Oberflächenversieglung reduzieren
2 Einsatz von Dachbegrünung
3 Regenwasserversickerung / Regenwassernutzung
B Auswahl von Konstruktionen
1 Demontierbarkeit von Konstruktionen
2 Baumasse zur Wärmespeicherung
3 Keine geschlossenen abgehängten Decken
C Optimierung der Tageslichtnutzung
1 Grundrissanordnung und Zonierung
2 Tageslicht orientierte Raumtiefen
3 Zonale Steuerung der Beleuchtung
4 Verglasung mit hoher Lichtdurchlässigkeit
5 Lichtlenkende Maßnahmen
6 Blendenfreie Bildschirmarbeitsplätze
7 Reduzierung des elektrischen Energiebedarfs
D Passive Nutzung von Solarenergiegewinnen
1 Solaroptimierte Grund- und Aufrissgestaltung
2 Optimierung der Solargewinne durch Fenster
3 Variable Verschattungsmöglichkeiten
E Reduzierung von Wärmeverlusten
1 Luftdichte Umfassungsflächen
2 Unbeheizte Windfänge
3 Fensterlüftung in der Übergangszeit
4 Bedarfsabhängige Luftwechselzahlen
5 Teilweise Lüftungswärmerückgewinnung
6 Nutzung von internern Gewinnen
7 Frischluftanwärmung in Pufferzonen
8 Kompakte Gebäudeform
9 Gebäudehülle mit hohem Wärmeschutzstandard
F Optimierung von sommerlichem
Wärmeschutz/Passivkühlung
1 Thermischer Sonnenschutz
2 Freie Lüftung
3 Aktivierung der thermischen Massen
G Anlagenkonzept
1Bedarfsgerechte Anlagentechnik
2 Nutzergerechtes Regelkonzept
3 Möglichkeiten zur Wärmerückgewinnung ausschöpfen
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Schlussbericht
4 Aktive Kühlung vermeiden
H Aktive Nutzung von Solarenergie
1 Warmwasserbereitung/Heizungsunterstützung
2 Frischluftvorverwärmung durch Luftkollektoren
3 PV Zentrale
I Auswahl von Materialien
1 Umwelt- und gesundheitsverträgliche Bauprodukte und
Baustoffe
2 Recycling-Materialien und Recyclingfähige-Materialien
3 Materialien mit günstigen thermischen Eigenschaften
J Abfallkonzept
1 Abfalltrennung und optimale getrennte Entsorgung
K Ganzheitliches Brandschutzkonzept
4.2
Zieldefinition und ko-Kriterien
Vor der eigentlichen Optimierung werden gemeinsam die Ziele festgelegt, mit deren Hilfe die
unterschiedlichen Ansätze bewertet werden können.
Allgemeine Ziele
1. Flexible Raumnutzung
2. hohe ästhetische Ansprüche an die Architektur
3. Einsatz innovativer Komponenten
4. Ökologisch sinnvolle Materialauswahl
5. niedrige Energiebedarfswerte des Gebäudes
6. bedarfsgerechte Raumregelung
7. wirtschaftliche Betriebsweise
Ko-Kriterien
1. Einhaltung des Gesamtbudgets
1. Gebäudeentwurf mit einem Jahresheizwärmebedarf von 50 % unter dem Grenzwert der
aktuellen Wärmeschutzverordnung
2. Referenzenergiebedarf für das Gebäude inkl. Nutzung < 40 kWh/m²a
3. Summe der thermischen und elektrischen Aufwände < 70 kWh/m²a
4. Summe der CO2 bewerteten Aufwände < 100 kWh/m²a
5. Gewährleistung der sommerlichen Behaglichkeit ohne aktive Kühlung
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98.044 G.I.T Siegen
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4.3
Schlussbericht
Pflichtenheft
In dem Pflichtenheft sind die Anforderungen an die Nutzung, die Anforderungen an die
thermische Behaglichkeit und sonstige Vorgaben an die einzelnen Räume bzw. Zonen in einer
Art „Raumbuch“ eingetragen. Die Vorgaben werden parallel zum Planungsstand konkretisiert
und detailliert. Im weiteren Planungsverlauf dienen sie als Vorgaben für die
Randbedingungen der Simulation und der Auslegung und Auswahl von Anlagen. In der
Inbetriebnahme- und der Abnahmephase dienen die festgeschriebenen Vorgaben an die
Nutzung und die thermische Behaglichkeit als „Abnahmemaß“ für die installierte
Anlagentechnik. Darauf aufbauend können dann Optimierungsstrategien für die
Betriebsführung konkretisiert und umgesetzt werden.
Das „Pflichtenheft Heizung“ beschreibt die Vorgaben und Anforderungen zur Konzeption
und Auswahl von Heizflächen in den genutzten Räumen.
Das „Pflichtenheft Nutzung“ beschreibt die Vorgaben und Anforderungen für die Nutzung
des Gebäudes und der Räume. Die Angaben dienen als Randbedingungen für die
Simulationen.
Das „Pflichtenheft Tageslicht“ beschreibt die Vorgaben und Anforderungen an die
Beleuchtungsstärke und den Sonnen- und Blendschutz in den verschiedenen Nutzungs- und
Aufenthaltsbereichen des Gebäudes. Die Angaben dienen als Randbedingungen für die
Tageslichtsimulation.
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Generalplaner
Seite 16
von bis
7 - 18
7 - 18
7 - 18
nach Anwesenheit
wie Flur
7 - 18
7 - 18
nach Anwesenheit
nach Anwesenheit
0-24
in W
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Bereich
Flur
Empfang
Hauptflure
Flure in den Flügeln
Büro
Kopieren
Teeküche
WC
Produktion
Seminar
F
Anwesenheit
-
-
Küche
Bad
24
20
20
20
15
20
20
20
20
18 - 20
18 - 20
22
ϑ i,a in °C
stützung
Unter-
Unterstützungstemp.
Unterstützungstemp.
15
Unterstützungstemp.
15
15
wie Flur
ϑ Αbsenk in °C
Innentemperatur
3
2
3
3
3
2
2
wie Flure
3
2
2
3
-
max.
sensible Bereiche
max.
max.
max.
sensible Bereiche
sensible Bereiche
max.
sensible Bereiche
sensible Bereiche
max.
-
Behaglichkeitszone 5)
wie Flure
Anforderungsstufe 4)
Behaglichkeitsvorgaben
Schlussbericht
Ja
Ja
Ja
Ja
Ja
Ja
Nein
Ja
nein
Ja
Nein
-
Stufe 1: keine Beseitigung von Behaglichkeitsdefiziten (nur Deckung der Normheizlast)
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Generalplaner
Seite 17
5) Teil des beheizten Raumes, in dem die Anforderung unter 4) erfüllt ist
Handtuchhalter
Erwärm. v. Außenluft
Erwärm. v. Außenluft
Erwärm. v. Außenluft
Erwärm. v. Außenluft
Erwärm. v. Außenluft
Erwärm. v. Außenluft
z.B. Geländer
z.B. Geländer
evtl. el FB-Hzg
-
Zusatznutzen
sonst. Vorgaben
Aufheizreserve
4) Stufe 3: keine Behaglichkeitsdefizite in 5) spürbar; Stufe 2: nur Strahlungsausgleich in 5) hergestellt (Behaglichkeitsdefizit durch Kaltluftabfall an kalten Umfassungsflächen wird akzeptiert);
3) bei mechanischer Lüftung (m) zusätzliche Informationen zum Zuluftstrom in m³/h; sonst nur m oder F (freie Lüftung) angeben
2) Grenze zwischen niedrig und hoch : Innenlast/Normheizlast > 0.2
1) nach Rechnung oder geschätzt: 65 W/m² für Räume mit einer Außenwand, 105 W/m² für Naßräume oder Räume mit mehreren Außenwänden (Werte abgestimmt auf WSVO 95)
m/F
F
nach
-
Schlafen
F
F
m/F
m/F
m
F
m
m/F
F
F
F
-
-
hoch
mittel
hoch
hoch
-
Lüftungsart 3)
Wohnen
Treppenhaus Gästehaus
-
-
-
Raumart
Heizzeiten
Bezeichnung
Ebene
innere
Lasten 2)
Nutzung
Normheizlast 1)
Raumbuch
Projekt: TK 3
Gebäude: GIT Siegen
Version: Vorplanung V02
Pflichtenheft Heizung
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Seminar
Gästehaus
140/240
U30/ E30/ 130/
230/ 330
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Generalplaner
Produktion
E40
-
-
6 -22
nach Anwesenheit
nach Anwesenheit
7 - 18
-
WC
161
-
7 - 18
-
Teeküche
162
7 - 18
7 - 18
Büro
7 - 18
7 - 18
7 - 18
211-212
111-112
-
-
210
E11-E13
Flure in den
Flügeln
7 - 18
110
E10
7 - 18
7 - 18
von bis
Heizzeit
Mo-Fr
7 - 18
in W
Normheizlast
260
160
Empfang/
Hauptflure
-
-
E60
Bezeichnung
TK 3
GIT Siegen
Zonen
Projekt:
Gebäude:
Pflichtenheft Nutzung
98.044 G.I.T Siegen
Neubau Mehrzweckgebäude
5,0
22-6
6-9
9-12
12-14
14-17
17-22
Seite 18
5,0
5,0
nach Anwesenheit
nach Anwesenheit
5,0
5,0
8-13
13-14
14-18
8 - 18
5,0
5,0
5,0
5,0
5,0
5,0
5,0
5,0
5,0
Personen
W/m²
8-13 + 14-18
8-13 + 14-18
8-13 + 14-18
8-13 + 14-18
8-13 + 14-18
8-13 + 14-18
8-13 + 14-18
8-13 + 14-18
8-13 + 14-18
von bis
Innenlastprofil
Mo-Fr
Nutzung
11
1,10
1,49
0,46
1,19
0,46
1,99
6,20
8,46
2,59
6,77
2,59
11,30
11
5,0 (10,0)
5,0 (10,0)
7,5 (11,0)
7,5 (11,0)
7,5 (11,0)
5,0 (10,0)
5,0 (10,0)
5,0 (10,0)
2,2
15
-
5,0
15
15
15
11,5
11,5
11,5
20
max. bei T > 22
(Hysterese)
Mo
Di
Mi
Do
Fr
2,5
1,5
0,0
1,5
0,0
2,5
0,197
0,39
0,39
0,197
0,588
0.114
0,5
20
20
20
0,5
(ausgenommen
Absaugung)
40-50 m³/Pers./h
20
4,0
20
0,0
5,0
0,0
0.3
20
0.5
20
18
18
18
18
18
18
ϑi,a in °C
15
16
16
15
15
15
15
15
15
15
15
15
15
15
ϑΑbsenk in °C
Innentemperatur
40m³/per für T < 24
0.5
0.5
0.5
0.5
0.5
0.5
1/h
Lüftung
Behaglichkeitsvorgaben
0.114
0.114
0.114
(0,0023)
(0,0025)
(0,0026)
(0,0011)
5,0 (10,0)
-
(0,0017)
Pers./(Bel.h*m²)
Belegung
-
5,0 (10,0)
Licht
W/m2
(0,0011 bei 0%
Seminarraum)
5,0 (10,0)
(0,0060 bei 100%
Seminarraum)
-
Geräte
W/m2
innere Lasten
(konv. 0.6 / rad. 0.4)
Schlussbericht
0
0
1
2
von bis
7 - 18
7 - 18
7 - 18
-
Empfang
Hauptflure
Flure in den Flügeln
0
2
Rau & partners Amsterdam
Generalplaner
3) 2 Farbtemperatur ww=warmweiß, nw=naturweiß
Seite 19
2) Fensterorientierte Büroarbeitsplätze nach DIN 5035 300 Lux ansonsten 500 Lux
1) Anforderungsstufe 0 niedrig, 1 mittel, 2 hoch
nach Anwesenheit
Seminar
0
7 - 18
nach Anwesenheit
WC
Produktion
0
7 - 18
Teeküche
0
nach Anwesenheit
nach Anwesenheit
Büro
Kopieren
Bezeichnung
Anforderungszeit
Nutzung
Schlussbericht
ja
-
-
-
-
teilweise
-
-
-
-
Verdunkelt
300*/500
300*/500
100
200
300*/500
100
100
200
Lux 2)
ww, nw
ww, nw
2
2
0
0
ww, nw
ww, nw
1
2
1
0
ww, nw
ww, nw
ww, nw
ww, nw
1
ww, nw
Sonnenschutz 1)
Farbtemp 3)
Beleuchtugsstärke
Anforderungen an den visuellen Komfort
nach Bildschirmarbeitsplatzverordnung, DIN 5034 und 5035
Tageslichtoptimierung 1)
Raumbuch
Projekt : TK 3
Gebäude: GIT Siegen
Version : Vorplanung V01
Pflichtenheft Tageslicht / Kunstlicht
98.044 G.I.T Siegen
Neubau Mehrzweckgebäude
2
2
0
0
1
2
1
1
1
-
Blendschutz 1)
98.044 G.I.T Siegen
Neubau Mehrzweckgebäude
4.4
Schlussbericht
Randbedingungen der Simulation
Das Gebäude befindet sich 300 m über dem Meeresspiegel auf dem 50,9 nördlichen
Breitengrad bei 8° östlicher Länge. Der Baukörper liegt an einem nach Osten abfallenden
Hang. Im Westen oberhalb des geplanten Gebäudes besteht eine Bebauung, die den
Baukörper in den Abendstunden verschattet. Nach Osten zum Tal, nach Süden und Norden ist
das Gebäude nicht verschattet. Auf Wunsch des Bauherrn wird bei den Randbedingungen zur
Simulation nicht wie üblich auf das entsprechende Testreferenzjahr zurückgegriffen, sondern
auf Messwerte aus dem Siegener-Raum. Diese werden vom Fachgebiet Bauphysik &
Solarenergie für die Jahre 1995, 1996 und 1997 zur Verfügung gestellt. Zur Berücksichtigung
der ungünstigen Extrembedingungen wird auf Wunsch des Bauherrn für den Winterfall eine
Messreihe mit geringen Einstrahlwerten und niedrigen Außenlufttemperaturen (1996) und für
die sommerliche Periode Daten mit hohen Außenlufttemperaturen und großer solarer
Einstrahlung zu Grunde gelegt (1995). Die Datenbasis setzt sich zusammen aus Messwerten
der Station am Standort Paul-Bonatz-Straße (Institut für Energietechnik), ergänzt um
Messwerte für Lufttemperatur, Direkt- und Diffusstrahlung aus der Datenbasis des Standorts
Adolf-Reichwein-Straße (vgl. Abbildung 6). Die fehlenden Messwerte der relativen
Luftfeuchte wurden errechnet oder sinnvoll ergänzt.
Ein Vergleich der Siegener Wetterdaten mit den Daten aus den Testreferenzjahren 4 und 11
vom deutschen Wetterdienst ist im Anhang 4 dargestellt.
Abbildung 6: Darstellung des Simulationsklimas für die Außenluft, Globalstrahlung und
die diffuse Strahlung in Tages-Jahres-Diagrammen.
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5
Schlussbericht
Optimierung Baukörper
Die Optimierung des Baukörpers stammt aus der frühen Planungsphase und ist im
Wesentlichen einer Diplomarbeit, die in Kooperation zwischen dem Lehrstuhl für Heiz- und
Raumlufttechnik und dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik an der Universität Stuttgart
durchgeführt wurde, entnommen /9/.
5.1 Modellbildung
Vorüberlegungen zur Untersuchung des thermischen Gebäudeverhaltens ergeben, dass das
Gebäude als Gesamtheit verstanden werden muss. Die Wechselwirkung der verschiedenen
Gebäudebereiche untereinander bestimmen wesentlich das thermische Verhalten in den
einzelnen Räumen. Auf der anderen Seite sind der Modellierung des Gebäudes durch die
Begrenzung des Simulationsprogrammes auf 25 thermische Zonen Grenzen gesetzt.
Zur Modellierung des Gebäudemodells werden Räume gleicher Nutzung und ähnlicher
Randbedingungen zu einer thermischen Zone zusammengefasst. Es werden nur Räume auf
dem gleichen Geschoss zu Zonen vereinigt. Da das thermische Verhalten der Bürobereiche in
Abhängigkeit von der Orientierung untersucht werden soll, werden die östlichen und die
westlichen Büroräume innerhalb eines Büroflügels als getrennte Zonen betrachtet. Weil eine
weitere Reduzierung der thermischen Zonen notwendig ist, wird stellvertretend für die drei
Büroflügel nur der mittlere Büroflügel im Modell abgebildet. Für die Parametervariation wird
dabei angenommen, dass sich die Flügel trotz der unterschiedlichen Verschattungssituation
und der geringfügig anderen Orientierung gleichartig verhalten.
Die Teeküche und die Sanitärbereiche werden nur im 1. Obergeschoß modelliert und die
berechneten Raumtemperaturen als Randbedingungen in den anderen Geschossen angesetzt.
Die Anbindung des Hauptgebäudes an das Gästehaus wird als thermisch neutral angesetzt und
das Gästehaus in dieser Arbeit nicht untersucht.
Der Seminarraum erstreckt sich über zwei Geschosse, der Aufenthaltsbereich wird in Zone
140 und der Dachbereich in Zone 240 abgebildet. Durch die horizontale Teilung des Raumes
in zwei Zonen kann die Luftschichtung im Modell angenähert berücksichtigt werden.
Die modellierte Zonierung ist auf der folgenden Seite dargestellt.
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Schlussbericht
Erdgeschoss
ZoneE40
ZoneE60
ZoneE13
ZoneE11
ZoneE10
ZoneE12
1. Obergeschoss
Zone140
Zone160
Zone162
Zone161
Zone112
Zone111
Zone110
2. Obergeschoss
Zone240
Zone260
Zone212
Zone211
Zone210
Abbildung 6a: Benennung der thermische Zonen im TRNSYS-Modell für das
Beispielprojekt
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Schlussbericht
Orientierungen
Zur Berechnung der solaren Einstrahlung auf die Bauteile des Gebäudemodells wird jedem
Außenbauteil eine Orientierung zugeordnet. Um das Simulationsmodell zu vereinfachen,
werden die Orientierungen so zusammengefasst, dass das gesamte Gebäude mit 20
Orientierungen abgebildet werden kann. Da das Simulationsprogramm die Einstrahlwerte
nicht pro Fensterfläche, sondern pro Orientierung berechnet, müssen Flächen gleicher
Orientierung aber unterschiedlicher Verschattungssituation unterschiedliche Orientierungen
zugeordnet werden.
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5.1.1
Schlussbericht
Beschreibung der thermische Zonen im TRNSYS-Modell
Bürobereich (Zonen E11-E13, 111-112 und 211-212)
Die Einteilung der Bürobereiche soll weitgehend flexibel möglich sein. Um nachträgliche
Umbauten zu ermöglichen, sollen die Bürotrennwände nichttragend ausgeführt werden. Der
Flur in den Büroflügeln soll als notwendiger Fluchtweg dienen. Die Flurwände werden daher
aus feuerschutzrechtlichen Gründen in Brandschutzklasse F90 ausgeführt. Für das statische
System sind durch die nichttragenden Bürotrennwände schwere tragende Außen- und
Flurwände erforderlich. Die Geschosstrenndecken sind als Beton-Estrich-Aufbau geplant.
Eine abgehängte Decke soll in den Büros nicht eingebaut werden. Die Bauteile innerhalb
einer Zone werden für die Berechnungen als interne Speichermassen angesetzt.
Für die Fenster des gesamten Gebäudes wird zunächst eine einheitliche Verglasungsqualität
vorgesehen. Als erster Ansatz wird eine Dreifachverglasung mit einem
Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,87 W/m²K und einem Gesamtenergiedurchlassgrad
von 0,57 gewählt.
In den Büroräumen sind Fenster von ca. 3,2 m² pro Arbeitsplatz vorgesehen; zusätzlich sind
vertikale Fensterbänder in den südlichen Flächen an den Wandversätzen eingeplant. In den
Zonen 211 und 212 soll nach dem Architektenentwurf der südliche Giebel vollflächig verglast
werden.
Flur in den Büroflügeln (Zonen E10, 110 und 210)
Die Flure in den Büroflügeln sind im Wesentlichen von Innenwänden zum
Ausstellungsbereich und zu den Büros, Sanitärräumen und zu der Teeküche begrenzt. Im
Erdgeschoss führt ein Gang als Fluchtweg direkt nach draußen, hier ist innerhalb des
Fensterbandes, das sich über alle Bürogeschosse erstreckt, eine Fluchttür integriert.
Der Fußboden im Erdgeschoss grenzt an Erdreich, die Dachfläche im 2. Obergeschoss ist zu
37 % verglast, die restliche Dachfläche ist opak mit einem hohen Wärmedämmwert
ausgeführt. Im Architektenentwurf sind die südwestlichen und südöstlichen Giebelflächen im
2. Obergeschoss vollflächig verglast.
Teeküche und Sanitärraum (Zonen 161 und 162)
Die Teeküche und der Sanitärbereich werden mit den gleichen Bauteilen wie die
Bürobereiche modelliert. Die Anbindung an den Ausstellungsbereich erfolgt über schwere,
opake Innenwände.
Ausstellungsbereich (Zonen E60, 160 und 260)
Der Ausstellungsbereich liegt zentral im Gebäude. Er wird durch opake Innenbauteile von den
Büroflügeln, dem Labor-/Entwicklungsbereich und Seminarbereich und vom Gästehaus
getrennt. Für die großflächigen transparenten Außenbauteile im Westen, Osten und Süden
wird im ersten Ansatz eine Dreifachverglasung, die der Verglasung im Bürobereich
entspricht, gewählt.
Die Geschosstrenndecke ist als Beton-Estrich-Aufbau geplant. Der Fußboden Aufbau zum
Erdreich ist teilweise als Doppelboden angelegt, um die notwendigen Installationen
unterzubringen. Etwa 15 % der Dachfläche im 2. Obergeschoss sind als Oberlicht ausgeführt,
für die restliche Fläche ist ein hoher Wärmedämmwert vorgesehen.
Labor- und Entwicklungsbereich (Zone E40)
Der Labor- und Entwicklungsbereich liegt im Erdgeschoss im nördlichen Bereich des
Gebäudes. Der 300 m² große Raum wird mit leichten Trennwänden in vier Abschnitte geteilt.
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Schlussbericht
Zum Ausstellungsbereich wird der Labor-/Entwicklungsbereich durch eine schwere tragende
opake Innenwand abgegrenzt. Die Nordfassade ist zu ca. 50 % verglast, die andere Hälfte der
Fläche wird in schwerer Bauweise ausgeführt. Die Geschosstrenndecke zum Seminarraum ist
als Beton-Estrich-Aufbau ohne abgehängte Decke geplant.
Seminarbereich (Zonen 140 und 240)
Im 1. Obergeschoss über dem Labor-/Entwicklungsbereich liegt der Seminarbereich. Dieser
Bereich beinhaltet einen Seminarraum, der mit leichten Trennwänden in bis zu drei Teilräume
unterteilt werden kann, und einen Medienbereich, der durch eine schwere Trennwand
abgeteilt ist. Der Seminarraum wird wie der Labor-/Entwicklungsbereich durch eine schwere
tragende opake Innenwand vom Ausstellungsbereich abgegrenzt. Die Nordfassade ist zu ca.
50 % verglast, die andere Hälfte der Fläche wird in schwerer Bauweise ausgeführt. Die
Geschosstrenndecke ist als Beton-Estrich-Aufbau geplant. Den Abschluss nach oben bildet
ein leichte geschlossene Dachkonstruktion mit einem hohen Wärmedämmwert.
Die im Grundmodell eingesetzten Bauteile sind auf den folgenden Seiten zusammengestellt
und mit ihren Bauteileigenschaften beschrieben.
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5.1.2
Schlussbericht
Nutzungszeiten
Die für die Simulation anzusetzenden Nutzungszeiten werden für die unterschiedlichen
Bereiche des Gebäudes gemeinsam mit dem Bauherren als Planungsvorgaben erarbeitet und
im Pflichtenheft Nutzung (siehe Kap. 4) niedergeschrieben. Die Nutzungszeiten in den
Nebenräumen werden durch die Belegung in den Nutzzonen (Büroräume, Seminar- und
Labor-/Entwicklungsbereich) vorgegeben.
Büroräume
Für die Büroräume wird eine Belegung von einer Person pro 8 m² Grundfläche angenommen.
Innerhalb der Belegungszeit, wochentags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, wird eine
100 %-ige Belegung angesetzt. In der Zeit von morgens 8 bis 9 Uhr, abends von 17 bis 19
Uhr wird eine Teilbelegung und über Mittag keine Belegung angesetzt. Außerhalb der
Belegungszeit werden keine Innenlasten im Büro angenommen.
100%
80%
60%
40%
20%
0%
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24
Uhrzeit
Abbildung 7: Belegungsprofil für den Bürobereich (wochentags)
Flure in den Büroflügeln
Für die Belegungszeit in den Fluren zwischen den Büros wird das Belegungsprofil in den
Büros angesetzt. Die inneren Lasten sind im Vergleich zu den Büros in diesem Bereich
reduziert.
Teeküche, Sanitärbereich
Der Sanitärbereich und die Teeküche werden vereinfachend in der Simulationsrechnung wie
die angrenzenden Büros behandelt.
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Schlussbericht
Seminarraum
Für den Seminarraum wird eine im Wochengang wechselnde Belegung angesetzt. Der
Gesamtraum ist für 199 Personen ausgelegt und es wird angenommen, dass er montags und
donnerstags zu 33 % (66 Personen), dienstags und mittwochs zu 66 % (132 Personen) und
freitags zu 100 % innerhalb der Zeit zwischen 8 und 13 Uhr und zwischen 14 und 17 Uhr
belegt ist.
100%
Belegung
80%
60%
40%
20%
0%
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24
U hrzeit
M ontag/D onnerstag
D ienstag/M ittwoch
Freitag
Abbildung 8: Belegungsprofil für den Seminarraum (wochentags)
Belegung
Labor-/Entwicklungsbereich
Die Arbeitszeiten im Labor-/Entwicklungsbereich werden für die Simulationsrechnungen
entsprechend der Belegungszeiten in den Büroräumen angesetzt.
100%
80%
60%
40%
20%
0%
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24
Uhrzeit
Abbildung 9: Belegungsprofil für den Labor-/Entwicklungsbereich (wochentags)
Ausstellungsbereich
Der Ausstellungsbereich wird als Verkehrsfläche zu und von den Nutzungsbereichen
(Büroflügel, Gästehaus, Labor-/Entwicklungsbereich und Seminarraum) genutzt. Die
Nutzungszeiten werden entsprechend denen im Bürobereich angesetzt.
Heizzeiten
Die Heizzeit wird einheitlich für das gesamte Gebäude, außer dem Seminarbereich, werktags
auf 6 bis 20 Uhr und für den Seminarbereich auf 6 bis 19 Uhr festgelegt. Zu diesen Zeiten
werden im Büro-, Seminar-, Labor-/Entwicklungs- und im Sanitärbereich 20 °C und in den
Flurbereichen 18 °C gehalten. Als Absenktemperatur in der Zwischenzeit wird im Labor/Entwicklungs- und Seminarbereich 16 °C und im übrigen Gebäude 15 °C zugelassen.
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5.1.3 Innere Lasten
Die Innenlasten setzen sich aus den Energieeinträgen durch Personen, Beleuchtung und der
technischen Büroausstattung zusammen. Die Zusammensetzung sowie die Absolutbeträge
unterscheiden sich in Abhängigkeit der Nutzung und werden den Räumen nur während der
Nutzungszeit zugeführt.
Büroräume
In den Büroräumen wird mit einer Belegung von einer Person pro 10 m² gerechnet. Eine
Person gibt bei sitzender Tätigkeit 100 W ab. Für die inneren Lasten durch die technische
Ausstattung wird mit 15 W/m² gerechnet; dies entspricht einer Ausstattung pro Arbeitsplatz
mit einem Computer mit Farbbildschirm und einem Drucker. Für die Beleuchtung wird eine
Leistung von 7,5 W/m² angesetzt. Dieser Wert entspricht einer sehr energiesparenden
Ausstattung für die Beleuchtung. Eine Lichtsteuerung in Abhängigkeit von der Beleuchtung
mit Tageslicht ist zur Berücksichtigung eines ungünstigen Nutzerverhaltens in der
Grundvariante nicht vorgesehen. Die inneren Lasten wirken nur während der Belegungszeit.
Flure in den Büroflügeln
In den Fluren im Bürobereich werden als innere Lasten für Geräte und Personen 300 W
angesetzt. Dies entspricht etwa dem Wert für ein Kopiergerät und eine Person. Für die
Beleuchtung wird mit einer Last von 7,5 W/m² gerechnet. Die inneren Lasten wirken nur
während der Belegungszeit.
Teeküche, Sanitärbereich
Der Sanitärbereich und die Teeküche werden vereinfachend in der Simulationsrechnung wie
die angrenzenden Büroräume behandelt.
Seminarbereich
Im Seminarbereich wird entsprechend der Belegung 100 W pro Person angesetzt. Die
Belegungen wechseln im Wochengang zwischen 66, 132 und 200 Personen. Zusätzliche
Lasten aus Geräten werden nicht angesetzt. Für die Beleuchtung wird mit 7.5 W/m² bezogen
auf die belegte Fläche (abgetrennte Bereiche) innerhalb der Belegungszeit gerechnet.
Labor-/Entwicklungsbereich
Da die Art der Produktionsstätten in der Planungsphase noch nicht feststeht, wird eine
Belastung von 25 W/m² für die Personen und die Geräte angesetzt. Die Beleuchtung wird
während der gesamten Nutzungszeit mit 7,5 W/m² berechnet.
Ausstellung
Im Ausstellungsbereich werden 7,5 W/m² innerhalb der Belegungszeit für die Beleuchtung
angesetzt.
5.1.4 Lüftung
In dem Simulationsgrundmodell wird als Grundlüftung ein volumenbezogener
Außenluftstrom von 0,2 1/h angesetzt, innerhalb der Belegungszeit wird in den Büros gemäß
DIN 1946 mit einem personenbezogenen Außenluftstrom von 40 m³/h, das heißt mit einem
1,3-fachen volumenbezogenen Außenluftstrom gerechnet. In den Labor-/Entwicklungs- und
Seminarräumen wird ein 2-facher und im Ausstellungsbereich weiterhin ein 0,2-facher
volumenbezogener Außenluftstrom angesetzt.
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5.2 Variantenvergleich zur Optimierung des Gebäudes
In der ersten Phase wird vorrangig das thermische Gebäudeverhalten optimiert. Die
thermischen Vorgänge im Gebäude werden analysiert und mögliche Verbesserungsmaßnahmen entwickelt.
Der Einfluss von Einzelmaßnahmen wird in der folgenden Parameterstudie systematisch
untersucht und an Hand von relativen bewerteten Jahresenergiebedarfswerten miteinander
verglichen. Es werden die Heiz-, Kühl- und Strombedarfswerte nach CO2-Emissionen
gewichtet zu einem Gesamtenergiebedarf zusammengefasst und auf den Gesamtenergiebedarf
des Grundsimulationsmodells des jeweiligen Optimierungsschrittes bezogen. In fünf
Optimierungsschritten wird aus dem Grundmodell E000 das Modell E500 entwickelt, das als
Referenz zur Untersuchung der Anlagenkonzepte abgeleitet dient.
Methodik des Variantenvergleichs
In der Wertanalyse zum Variantenvergleich wird der Kühlenergiebedarf gegenüber dem
Heizenergiebedarf mit dem Faktor 2 bewertet. Dieser Ansatz gibt die vereinfachende
Annahme wieder, nach der eine Kilowattstunde Kälte etwa den doppelten Endenergieeinsatz,
bewertet nach CO2-Emissionen, erfordert wie eine Kilowattstunde Wärme. Eine
Kilowattstunde Strom wird in der Bewertung gemäß den Vorgaben der TK3-Richtlinien mit
einem Faktor von 2,8 bezogen auf eine Kilowattstunde Wärme angesetzt.
Die Gewichtung der Energiearten über angenommene CO2-Emissionen, ohne die möglichen
Anlagenkonzepte zur Bereitstellung zu bewerten, ist subjektiv und nur in erster Näherung
zulässig. Im Beispielprojekt GIT Siegen ist die Bewertung von Strom aus dem Elektritätsnetz
mit dem Faktor 2,8 vorgegeben. Andere Stromquellen wie z.B. Kraft-Wärme-Kopplung
können nach den örtlichen Gegebenheiten gewichtet werden. Die Gewichtung von Kälte
gegenüber Wärme wird dadurch erschwert, dass konventionelle maschinelle Kühlung im
Beispielprojekt den Richtlinien nach vermieden werden soll. Obwohl der Kühlenergiebedarf
daher vorrangig reduziert werden muss, ist es sinnvoll, die Energiearten an Hand von
objektiven Größen z.B. Kosten oder CO2-Emission zu gewichten und zusätzlich absolute
Zielgrößen als Planungsvorgaben einzuführen. Eine subjektiv überhöhte Gewichtung der
Kühlung, um die Planungsvorgaben in die Gewichtung einzubeziehen, reduziert die
Aussagekraft des Verfahrens. In der folgenden Betrachtung wird daher vereinfachend der
Faktor 2 als Wert für eine Anlage mit Kompressionskältemaschine eingesetzt.
Genauere Betrachtungen, auch zur Bewertung möglicher Anlagenkonzepte schon in der
Wertanalyse innerhalb der Gebäudeoptimierung, werden zum Beispiel mit dem Verfahren der
neuen VDI-Richtlinie 2067 möglich. Die Verhältnisse der dort angegebenen Aufwandszahlen
für Heizen und Kühlen und in Fortsetzung der Methodik der VDI 2067 auch für Beleuchtung
ergeben die Gewichtung der Energieformen (bezogen auf die gleiche Systemgrenze) in der
Wertanalyse. In dieser Systematik können bauphysikalische Optimierungsmaßnahmen am
Gebäude schon in einer frühen Planungsphase unter Berücksichtigung möglicher
Anlagenkonzepte bewertet und die Auswirkung dieser Maßnahmen auf unterschiedliche
Anlagenvarianten (Übergabe, Verteilung und Erzeugung) einfach verglichen werden. Der
Planer kann das energetische Gebäudeverhalten so frühzeitig integral bewerten.
In gleicher Weise wie das energetische Gebäudeverhalten können Kriterien anderer
Aspektbereiche bewertet und unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe, wie z.B.
Energiefolgekosten oder Investionskosten, angesetzt werden. Um objektivere Entscheidungen
im Planungsprozess zu erhalten, müssen die Planungsvorgaben, Kriterien und Maßstäbe unter
den Projektbeteiligten abgestimmt und im Projekthandbuch festgeschrieben werden. Mit einer
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so abgestimmten Basis kann die Planung als Controllingprozess verstanden und die
Konsequenzen aus Planungsentscheidungen auf das Gebäudeverhalten aufgezeigt werden.
Diese Arbeit ist auf die energetische Betrachtung des Gebäudes beschränkt und die
Energieformen werden mit dem vereinfachenden Ansatz über die CO2-Emissionen gewichtet.
Der Maßstab wird mit dem Wissen um die diskutierte Problematik als 1 für Wärme, 2 für
Kälte und 2,8 für Strom festgelegt. Die Simulationsergebnisse werden ungewichtet angegeben
und mit der beschriebenen Gewichtung in Diagrammen dargestellt.
5.3 Analyse des ersten Grundmodells E000
Zur Ermittlung wirkungsvoller Optimierungsmaßnahmen werden zunächst die Ergebnisse der
Simulationsrechnungen mit dem Grundsimulationsmodell auf Optimierungspotentiale
analysiert. Die Werte geben den Energiebedarf bei idealer Bereitstellung -ohne Regel- und
Anlagenaufwand- wieder. Für die erste Auswertung werden die Zonen des Gebäudes in drei
Hauptbereiche (Bürobereich, Ausstellungsbereich, Seminar- und Labor-/Entwicklungsbereich) zusammengefasst.
Der Seminar und Labor-/Entwicklungsbereich weist mit nur 19,7 % der Nutzfläche (von der
Gesamtnutzfläche) 41,5 % des Heizenergiebedarfes auf. Der Kühlenergiebedarf ist im
Bürobereich mit 76,5 % des Energiebedarfs auf 57,7 % der Nutzfläche - bezogen auf die
Fläche - überdurchschnittlich hoch.
Innerhalb der betrachteten Gebäudebereiche ist eine weitere Staffelung der
Optimierungsprioritäten erkennbar. Bereiche mit großen Defiziten haben Auswirkungen auf
die benachbarten Zonen. Für die Verbessungsmaßnahmen am Gebäude ergibt sich daraus die
Forderung, dass zuerst Bereiche mit großen Heiz- bzw. Kühllasten behandelt werden und
danach eine Neubewertung der energetischen Gesamtsituation erfolgt. Mit dem so
schrittweise entwickelten und an den Planungsstand angepassten Modell wird eine
Parameterstudie und Variantenuntersuchung durchgeführt.
5.3.1 Reduzierung des Kühlenergiebedarfs – Bürobereich
Ein Vergleich der inneren und solaren Lasten zeigt für den Kühlfall, dass etwas mehr Wärme
über die internen Lasten der Nutzung als durch Sonneneinstrahlung eingetragen wird. In ca.
700 Stunden erhalten die Büroräume einen Wärmeeintrag durch Transmission und in
geringerem Maße über Lüftung. In dieser Zeit entfällt durch die hohen Außentemperaturen
die kühlende Wirkung der Wärmeabgabe nach außen über Transmission und Lüftung. In der
Heizzeit sind die maximalen Transmissionslasten höher als die maximalen Lüftungslasten
Da die internen Lasten nicht ohne weiteres reduziert werden können, bleibt als Maßnahme zur
Reduzierung der Lasten nur die Verbesserung des Sonnenschutzes durch die Veränderung der
Fensterqualität, die Änderung des Fensterflächenanteils und durch einen externen
beweglichen oder feststehenden Sonnenschutz.
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Abbildung 10: Außenlufttemperaturen und operative Raumtemperaturen des
Grundmodells E000 für die Zone 211 (östlicher Bürobereich im 2. Obergeschoss) und
Zone 210 (Büroflur im 2. Obergeschoss).
Der Vergleich der Tages-Jahres-Darstellungen der Raumtemperaturen in der Zone 211
(östlicher Bürobereich 2. OG) und Zone 210 (Büroflur 2. OG) und der Außenlufttemperaturen
in Abbildung 10 zeigt, dass die Kühllasten durch die Nutzung des dynamischen
Gebäudeverhaltens reduziert werden können. Durch die Anordnung von internen
Speichermassen im Gebäude und durch Nachtlüftung kann das Temperaturniveau gesenkt
werden.
Die Betrachtung der Tages-Jahres-Diagramme für die operativen Raumtemperaturen zeigt,
dass in den Büroräumen Tag und Nacht 4 Monate lang Temperaturen über 24 °C vorliegen.
Diese Raumtemperaturen liegen zwar unterhalb der vorgegebenen Behaglichkeitsgrenze,
sollen aber doch im Laufe der Optimierung reduziert werden. Dazu wird untersucht, wie sich
ein veränderter Wärmeschutz der Außenwände im Bürobereich auf das Temperaturniveau und
die Energiebedarfswerte auswirkt. In gleicher Weise soll die Wirkung einer erhöhten
Taglüftung zu Zeiten hoher Raumtemperaturen und niedrigerer Außenlufttemperaturen
bewertet werden.
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1. Variation Glasflächenanteil in der Flurdachverglasung (Zone210)
In den Varianten EK001 bis EK003 wird der Einfluss des Anteils der Dachverglasung an der
Gesamtdachfläche im Flur des modellierten Büroflügels untersucht. Die Gesamtdachfläche
beträgt 54,3 m², im Grundfall E000 sind davon 37 % verglast. Es werden zusätzlich mit
Modellen mit 12,5 % (EK001), 25 % (EK002) und 50 % (EK003) Dachverglasung
Simulationsrechnungen durchgeführt. Die Verglasungsqualität (k=0,87 W/m²K; g=0,57;
τ=0.62) wird entsprechend der im Grundsimulationsmodells E000 beibehalten.
EK001
EK002
E000
EK003
12,5 % verglast
25 % verglast
37 % verglast
50 % verglast
Reduzierung der Dachglasfläche auf 12,5 % der Gesamtfläche
Reduzierung der Dachglasfläche auf 25 % der Gesamtfläche
Grundsimulationsmodell (Gesamtfläche 54,3 m²)
Vergrößerung der Dachglasfläche auf 50 % der Gesamtfläche
Die Auswertung der Simulationsergebnisse zeigt, dass der Heizenergiebedarf im Büroflügel
weitgehend unabhängig von der Dachglasfläche ist. Es können also keine zusätzlichen
nutzbaren solaren Gewinne über eine größere Glasfläche realisiert werden. Der
Kühlenergiebedarf bezogen auf den gesamten Bürobereich steigt linear von 37,5 kWh/m²a
(bewertet 67,15 %) bei 12,5 % auf 45,8 kWh/m²a (bewertet 81,99 %) bei 50 %
Glasflächenanteil an und zeigt damit eine starke Abhängigkeit von diesem Parameter
Abbildung 11: Auswirkung veränderter
Glasflächenanteile im Dach des Büroflurs
(Zone 211) auf das energetische Verhalten
des Gebäudes in der Optimierungsstufe;
Relativer bewerteter Jahresenergiebedarf
im Bürobereich bezogen auf das
Grundmodell E000.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
EK001
EK002
E000
EK003
0%
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
Empfehlung:
Aus energetischen Gründen wird empfohlen die Dachverglasung stark zu reduzieren. Da in
diesem Bereich nur eine kleine Nennbeleuchtungsstärke von 50 Lux gefordert wird, ist dies
auch unter Tageslichtaspekten zu empfehlen.
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2. Variation der Qualität der Flurdachverglasung – (Zone210 Dach)
In den Varianten EK004 bis EK006 wird der Einfluss der Verglasungsqualität der
Dachverglasung behandelt. Es werden neben der Verglasungsart im Grundmodell drei weitere
marktgängige Verglasungsqualitäten untersucht. Das Grundmodell (E000) beinhaltet eine 3fach-Verglasung mit den Werten für den Wärmedurchgangskoeffizient k=0,87 W/m²K, für
den Gesamtenergiedurchgangskoeffizient g=0,57 und für den visuellen Transmissionsgrad
τ=0,62. In den anderen Varianten werden 2- bzw. 3-fach Sonnenschutzverglasungen
eingesetzt.
E000
3-fach-Verglasung
Grundsimulationsmodell
Dreifachverglasung: k = 0,87 W/m²K; g = 0.57; τ = 0,62
Sonnenschutzverglasung
Zweifachverglasung: k = 1,75 W/m²K; g = 0,38; τ = 0,50
Sonnenschutzverglasung
Zweifachverglasung: k = 1,39 W/m²K; g = 0,28; τ = 0,53
Sonnenschutzverglasung
Dreifachverglasung: k = 0,59 W/m²K; g = 0,42; τ = 0,65
EK004 2-fach-Verglasung
(iplussolar)
EK005 2-fach-Verglasung
(ipasolneutral)
EK006 3-fach-Verglasung
(iplus3C_10)
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
E000
EK004
EK005
EK006
100%
Abbildung 12: Variation der Qualität
der Dachverglasung (Zone 210) Dach;
Relativer bewerteter Jahresenergiebedarf im Bürobereich bezogen auf das
Grundmodell E000.
80%
60%
40%
20%
0%
k=0.87W/m²K
g=0.57
k=1.75W/m²K k=1.39W/m²K
g=0.38
g=0.28
k=0.59W/m²K
g=0.42
Glasqualität des Dachfensters in Zone210
Die Auswertung in Abbildung 12 und die absoluten Werte der Simulationsergebnisse zeigen,
dass der Heizenergiebedarf im Büroflügel weitgehend unabhängig von der
Verglasungsqualität der Glasdachfläche ist. Der Kühlenergiebedarf bezogen auf den gesamten
Bürobereich bewegt sich zwischen von 39,5 kWh/m²a (bewertet 70,8 %) im Fall EK005 und
42,9 kWh/m²a (bewertet 76,9 %) im Grundfall E000.
Empfehlung:
Da der k-Wert der Flurdachverglasung keinen wesentlichen Einfluss auf die Bedarfswerte hat,
schlägt das Planungsteam eine kostengünstigere Wärmeschutzverglasung mit einem k-Wert
von 1,1 W/m²K vor.
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3. Erhöhte Taglüftung in den Bürofluren - (Zone 210)
Aus dem Vergleich der Außenlufttemperaturen mit den operativen Raumtemperaturen in
Zone 210 in Abbildung 10 wird deutlich, dass die Außenlufttemperatur zur überwiegenden
Zeit unterhalb der operativen Raumtemperatur liegt. In den Varianten EK020 bis EK025 wird
die Wirkung eines erhöhten volumenbezogenen Außenluftstroms innerhalb der Nutzungszeit
auf die Temperaturverhältnisse im Raum untersucht. Die Lüftung wird nach der operativen
Raumtemperatur und der Außenlufttemperatur geregelt.
E000
Grundlüftung
EK020 geregelte Taglüftung
0.2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
innerhalb der Betriebszeit
Raumtemperatur > 23°C (Hysterese bis < 22°C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
innerhalb der Betriebszeit
Raumtemperatur > 23°C (Hysterese bis < 22°C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
4-facher volumenbezogener Außenluftstrom
innerhalb der Betriebszeit
Raumtemperatur > 23°C (Hysterese bis < 22°C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
6-facher volumenbezogener Außenluftstrom
EK021 geregelte Taglüftung
EK022 geregelte Taglüftung
Abbildung 13: Variation des volumenbezogenen
Außenluftstroms innerhalb der Nutzungszeit
(erhöhte Taglüftung); Relativer bewerteter
Jahresenergiebedarf im Bürobereich bezogen
auf das Grundmodell E000.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass durch
die erhöhte Taglüftung der Heizenergiebedarf
leicht steigt und der Kühlenergiebedarf deutlich
reduziert werden kann. Aus den Ergebnissen für
den relativen bewerteten Jahresenergiebedarf ist
ersichtlich, dass der zusätzliche Nutzen der Lüftung
mit steigendem volumenbezogenen Außenluftstrom
abnimmt. Während der relative bewertete
Jahresenergiebedarf bei einer Erhöhung des
volumenbezogenen Außenluftstroms von 0,2 1/h
(E000) auf 2 1/h (EK020) um 5,8 % fällt, beträgt
die Reduzierung zwischen 4 1/h (EK021) und 6 1/h
(EK022) nur noch 1 %.
80%
60%
40%
20%
E000
EK020
EK021
EK022
0%
0
1
2
3
4
5
6
Empfehlung:
Aus energetischen Gründen ist in den thermisch stark belasteten Fluren in jedem Fall eine
erhöhte Taglüftung in der genannten Größenordnung zu empfehlen.
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4. Erhöhte Nachtlüftung in den Bürofluren – (Zone210)
Der Verlauf der Außenlufttemperaturen im Vergleich mit dem der operativen
Raumtemperaturen zeigt, dass in Zeiten mit Überhitzung der Räume ein erhöhter
Außenluftstrom zur nächtlichen Kühlung des Gebäudes genutzt werden kann. In den
Varianten EK026 bis EK031 wird die Wirkung eines erhöhten volumenbezogenen
Außenluftstroms außerhalb der Nutzungszeit auf die Temperaturverhältnisse im Raum
untersucht. Die Lüftung wird nach der operativen Raumtemperatur und der
Außenlufttemperatur geregelt. Die Lüftung wird in der Zeit von 0.00 bis 6.00Uhr betrieben,
wenn am vorhergehenden Tag die Raumtemperatur 23 °C überschritten wurde, die erhöhte
Lüftung wird abgestellt, wenn 20 °C im Raum erreicht werden. Zur Beurteilung der Wirkung
der internen Speichermassen auf das dynamische Gebäudeverhalten wird in den Varianten
EK026 bis EK028 die Flurwand flurseitig mit 3 cm verputzter Dämmung untersucht. In den
Varianten EK029 bis EK031 wird die Dämmung büroseitig angebracht.
EK013 Grundlüftung
EK026 geregelte Nachtlüftung
EK027 geregelte Nachtlüftung
EK028 geregelte Nachtlüftung
EK015 Grundlüftung
EK029 geregelte Nachtlüftung
EK030 geregelte Nachtlüftung
EK031 geregelte Nachtlüftung
k = 0,85 W/m²K, 3cm Dämmung 040/verputzt, flurseitig
innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
k = 0,85 W/m²K, 3 cm Dämmung 040/verputzt, flurseitig
innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
4-facher volumenbezogener Außenluftstrom
k = 0,85 W/m²K, 3 cm Dämmung 040/verputzt, flurseitig
innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
6-facher volumenbezogener Außenluftstrom
k = 0,85 W/m²K, 3 cm Dämmung 040/verputzt, flurseitig
k = 0,85 W/m²K, 3cm Dämmung 040/verputzt, büroseitig
innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
k = 0,85 W/m²K, 3 cm Dämmung 040/verputzt, büroseitig
innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
4-facher volumenbezogener Außenluftstrom
k = 0,85 W/m²K, 3 cm Dämmung 040/verputzt, büroseitig
innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
6-facher volumenbezogener Außenluftstrom
k = 0,85 W/m²K, 3 cm Dämmung 040/verputzt, büroseitig
Die Ergebnisdarstellung in Abbildung 14 zeigt, dass der Heizenergiebedarf von der
Nachtlüftung nicht beeinflusst wird. Die Wirksamkeit der Nachtlüftung auf den
Kühlenergiebedarf wird von der Anordnung der Dämmschicht bestimmt. Bei einer
flurseitigen Dämmung ist die Wirkung der Nachtlüftung erwartungsgemäß geringer. Wie bei
der Taglüftung ergibt sich auch bei der Nachtlüftung bei einer Erhöhung des
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volumenbezogenen Außenluftstroms von 0,2 1/h auf 2 1/h ein größerer Nutzen als bei der
Erhöhung von 4 1/h auf 6 1/h. Insgesamt kann an Hand der Simulationsergebnisse gezeigt
werden, dass eine Nachtlüftung im Bereich des Büroflurs im 2. Obergeschoss durch die
Ausnutzung des dynamischen Gebäudeverhaltens wirksam zur Reduzierung des
Kühlenergiebedarfs im Bürobereich beitragen kann.
140%
Abbildung 14: Variation des volumenbezogenen Außenluftstrom außerhalb der
Nutzungszeit (erhöhte Nachtlüftung) – Zone
210; Relativer bewerteter Jahresenergiebedarf
im Bürobereich bezogen auf das Grundmodell
E000.
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
EK016
EK026
EK028
EK027
0%
0
1
2
3
4
5
6
volumenbezogener Außenluftstrom 1/h
140%
Abbildung 15: Variation des volumenbezogenen Außenluftstrom außerhalb der
Nutzungszeit (erhöhte Nachtlüftung) – Zone
210; Relativer bewerteter Jahresenergiebedarf im Bürobereich bezogen auf das
Grundmodell E000.
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
EK018
EK029
EK030
EK031
0%
0
1
2
3
4
5
6
Empfehlung:
Aus Gründen der sommerlichen Behaglichkeit
ist im Büroflur eine Nachtlüftung mit einem
volumenbezogene Außenluftstrom von 4 1/h
empfehlenswert.
volumenbezogener Außenluftstrom 1/h
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5. Variation der gesamten Bürofensterfläche
In den Varianten EK032 bis EK035 wird der Einfluss der Bürofensterfläche auf die
Energiebedarfswerte untersucht. Es werden, bezogen auf die Bürofassadenfläche ohne die
Südverglasungen, die Fensterflächenanteile 25, 37,5, 50 und 62,5 % variiert. Die
Fensterflächenanteile werden ohne Rücksicht auf die Größe der realen Fensterelemente und
die Realisierbarkeit modelliert. In den Varianten EK032 bis EK035 ist keine Verschattung
vorgesehen, die Verglasung entspricht der im Grundfall E000 (k=0,87 W/m²K; g=0,57;
τ=0,62). Da in dieser Optimierungsstufe nur die Heiz- und Kühlenergiebedarfswerte
untersucht werden, kann an dieser Stelle keine Aussage über die Auswirkung der
Fensterfläche auf die Tageslichtnutzung gemacht werden.
EK032
EK033
EK034
EK035
25 % verglast
37,5 % verglast
50 % verglast
62,5 % verglast
Bürofenster 25 % der Fassadenfläche
Bürofenster 37,5 % der Fassadenfläche
Bürofenster 50 % der Fassadenfläche
Bürofenster 62,5 % der Fassadenfläche
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
Abbildung
16:
Variation
der
Fensterfläche in den Büros; Relativer
bewerteter
Jahresenergiebedarf
im
Bürobereich
bezogen
auf
das
Grundmodell E000.
80%
Die Auswertung für die Variation der
Fensterfläche
zeigt
eine
deutliche
Abhängigkeit der Heiz- und Kühl60%
EK032 EK033 EK034 EK035
energiebedarfswerte vom Fensterflächenanteil. Sowohl die Heiz- wie auch die
40%
Kühlenergiebedarfswerte steigen mit dem
Fensterflächenanteil
linear
an.
Der
Heizenergiebedarf
steigt
zwischen
25
%
20%
und 62,5 % Fensterflächenanteil um 4,1
kWh/m²a (bewertet 3,5 % bezogen auf den
0%
Fall E000) und der Kühlenergiebedarf um
0%
20%
40%
60%
80%
19,9 kWh/m²a (bewertet 35,6 % bezogen
Verglasungsflächenanteil der Bürofassade
auf den Fall E000). Der Anstieg des
Heizenergiebedarfs zeigt, dass die höheren
Transmissionsverluste über die großen Fensterflächen nicht durch die zusätzlichen solaren
Gewinne innerhalb der Heizzeit ausgeglichen werden. Der solare Eintrag über die größeren
Fensterflächen führt im Sommer ohne aktiven Sonnenschutz zu einer stärkeren Überhitzung
der Räume.
Empfehlung:
Werden die Fensterflächen tageslichtoptimiert ausgeführt, ist in jedem Fall ein externer
Sonnenschutz vorzusehen.
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6. Feststehender Sonnenschutz an den südlichen Fensterbändern im Bürobereich
Mit den Varianten EK042 bis EK044 wird die Wirkung eines feststehenden Sonnenschutzes
an den südlichen Fensterbändern im Bürobereich behandelt. Der Sonnenschutz wird als
feststehender opaker Überstand über den Glasflächen modelliert. Es werden Zenitwinkel
zwischen 0° (E000) und 70° (EK044) ausgeblendet. Die Wirkung des Sonnenschutzes wird
durch die Verschattung der Südfenster durch das Gebäude überlagert. Aus dem Sonnenstand
kann ermittelt werden, zu welchen Zeiten die direkte Einstrahlung durch den untersuchten
Überstand ausgeblendet wird.
E000
EK042
EK043
EK044
Kein Sonnenschutz
Feststehender Sonnenschutz
Feststehender Sonnenschutz
Feststehender Sonnenschutz
Grundsimulationsmodell
Zenitwinkel < 30° ausgeblendet
Zenitwinkel < 50° ausgeblendet
Zenitwinkel < 70° ausgeblendet
Abbildung 17: Feststehender Sonnenschutz an den südlichen Fensterbändern
im Bürobereich; Relativer bewerteter
Jahresenergiebedarf im Bürobereich
bezogen auf das Grundmodell E000.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
E000
EK042
EK043
EK044
0%
0
20
40
60
80
Die
Auswertung der
Simulationsergebnisse zeigen, dass der Heizenergiebedarf
in
weiten
Teilen
des
Variationsbereiches von dem feststehenden Sonnenschutz ausgeblendeten Zenitwinkel unabhängig ist. Er steigt erst zwischen
50 und 70° ausgeblendetem Zenitwinkel um 2,4 kWh/m²a (bewertet 3,6 %) an. Der
Kühlenergiebedarf sinkt zwischen 0° im Fall E000 und 30° im Fall EK042 von 42,9 kWh/m²a
auf 39,2 kWh/m²a (um bewertet 6,6 %), bleibt zwischen 30 und 50° nahezu konstant und
sinkt zwischen 50° im Fall EK043 und 70° im Fall EK044 von 38,6 kWh/m²a auf 29,7
kWh/m²a (um bewertet 15,8 %). Eine Bewertung der Auswirkung des Überstandes auf die
Lichtverhältnisse im Raum kann in dieser Optimierungsphase nicht erfolgen.
ausgeblendeter Zentitwinkel in °
Empfehlung:
Aufgrund des Einflusses auf die Kühllast wird an allen Südfenstern ein Zenitwinkel von
mindestens 30° ausgeblendet. Im 2. OG wird empfohlen 70° auszublenden oder andere
Maßnahmen zur Reduktion der Kühllast zu treffen.
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7. Gesteuerter Sonnenschutz an den Bürofenstern
In den Varianten EK045 bis EK047 wird die Wirkung eines nach der Gesamtstrahlung auf die
horizontale Fläche gesteuerten Sonnenschutzes an den Bürofenstern untersucht. In
Abhängigkeit von der Einstrahlung, bei der der Sonnenschutz zu 90 % zufährt, wird der
Heiz~, der Kühlenergiebedarf und die Verschattungszeiten (also die Zeiten, in denen die
Grenzeinstrahlwerte überschritten werden) ermittelt.
E000
EK045
EK046
EK047
kein Sonnenschutz
gesteuerter Sonnenschutz
gesteuerter Sonnenschutz
gesteuerter Sonnenschutz
Grundsimulationsmodell
immer bei Globalstrahlung >200 W/m², 90 %-ige Verschattung
immer bei Globalstrahlung >300 W/m², 90 %-ige Verschattung
immer bei Globalstrahlung >400 W/m², 90 %-ige Verschattung
Während der Heizenergiebedarf mit steigender Grenzeinstrahlung nur geringfügig steigt,
reduziert sich der Kühlenergiebedarf zwischen der Variante ohne Sonnenschutz (E000) und
der Variante mit hoher Grenzeinstrahlung von 400 W/m² (EK012) im gesamten Bürobereich
um 5,1 kWh/m²a (bewertet um 9,1 %). Im Fall der hohen Grenzeinstrahlung wird 646 h
verschattet. Eine Herabsetzung der Grenzeinstrahlung auf 200 W/m² (EK010) bewirkt eine
Reduzierung des Kühlenergiebedarfs um weitere 6,7 kWh/m²a (bewertet um 12,1 %) und eine
Erhöhung der Verschattungszeit auf 1172 h.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
EK045
EK046
1857h
1766h
EK047
E000
1640h
Abbildung 18: Gesteuerter Sonnenschutz an den Bürofenstern; Relativer
bewerteter Jahresenergiebedarf im
Bürobereich
bezogen
auf
das
Grundmodell E000.
0h
100%
80%
60%
40%
20%
0%
>200W
>300W
>400W
keine
Verschattung
Globalstrahlung auf die Fensterfläche
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8. Geregelter Sonnenschutz an den Bürofenstern
In den Varianten EK048 bis EK050 wird die Wirkung eines geschossweise nach der
Raumtemperatur in den östlichen Zonen (Zone E11, Zone 111, Zone 211) geregelten
Sonnenschutzes untersucht. In Abhängigkeit von der Raumtemperatur, bei der die
Verschattung zu 90 % zufährt bzw. öffnet (Hysterese), wurden der Heiz- und der
Kühlenergiebedarf ermittelt.
E000
kein Sonnenschutz
Grundsimulationsmodell
EK048 geregelter Sonnenschutz immer bei Raumtemperaturen >22/21°C,
geschossweise geregelt, 90 %-ige Verschattung
EK049 geregelter Sonnenschutz immer bei Raumtemperaturen >23/22°C,
geschossweise geregelt, 90 %-ige Verschattung
EK050 geregelter Sonnenschutz immer bei Raumtemperaturen >24/23°C,
geschossweise geregelt, 90 %-ige Verschattung
Der Heizenergiebedarf bleibt in den Varianten EK048 bis EK050 im Vergleich zum
Grundmodell E000 nahezu konstant. Der Kühlenergiebedarf ist in allen Varianten im
Vergleich zum Grundmodell E000 unabhängig von der Grenztemperatur um ca. 13 kWh/m²a
(bewertet 24 %) reduziert. Diese Unabhängigkeit von der Grenztemperatur lässt auf eine
sofortige Reaktion des Gebäudes auf die solare Einstrahlung schließen.
140%
Abbildung 19: Geregelter Sonnenschutz an
den Bürofenstern; Relativer bewerteter
Jahresenergiebedarf im Bürobereich bezogen
auf das Grundmodell E000.
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
EK048
EK049
EK050
E000
100%
80%
60%
40%
20%
0%
>22/21°C
>23/22°C
>24/23°C
keine
Verschattung
Im Gegensatz zu den Varianten EK045 bis
EK047, in denen eine geregelte Verschattung
untersucht
wird,
ist
die
Regelgröße
Globalstrahlung in den Varianten EK048 bis
EK050 von der Zielgröße Raumtemperatur
unabhängig. Zur Steuerung des Sonnenschutzes
nach der Globalstrahlung am realen Gebäude
muss die Steuergröße im Betrieb eingestellt
werden, damit die Vorgaben an die
Raumtemperatur eingehalten werden. Die nicht
nutzbaren solaren Gewinne sollen dabei
ausgeblendet werden und der Sonnenschutz die
Tageslichtnutzung nur so wenig wie möglich
reduzieren.
Verschattung bei Raumtemperatur
Empfehlung:
Die nach der Raumtemperatur geregelte Variante zeigt deutlich niedrigere Kühllasten und ist
daher der gesteuerten Variante vorzuziehen.
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9. Erhöhte Taglüftung in den Büroräumen
Aus dem Vergleich der Außenlufttemperaturen mit den operativen Raumtemperaturen in
Zone 211 wird deutlich, dass die Außenlufttemperatur zur überwiegenden Zeit unterhalb der
operativen Raumtemperatur liegt. In den Varianten EK055 bis EK057 wird die Wirkung eines
erhöhten volumenbezogenen Außenluftstroms innerhalb der Nutzungszeit auf die
Temperaturverhältnisse im Raum untersucht. Die Lüftung wird nach der operativen
Raumtemperatur und der Außenlufttemperatur geregelt. In den Varianten EK055 bis EK057
wird nach der Raumtemperaturpaarung (Hysterese) 23/22 °C geregelt.
E000
Grundlüftung
EK055 geregelte Taglüftung
0.2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
innerhalb der Betriebszeit
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 22 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
innerhalb der Betriebszeit
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 22 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
4-facher volumenbezogener Außenluftstrom
innerhalb der Betriebszeit
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 22 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
6-facher volumenbezogener Außenluftstrom
EK056 geregelte Taglüftung
EK057 geregelte Taglüftung
Abbildung 20: Variation des volumenbezogenen Außenluftstrom innerhalb der
Nutzungszeit
(erhöhte
Taglüftung);
Relativer bewerteter Jahresenergiebedarf
im Bürobereich bezogen auf das
Grundmodell E000.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
E000 EK055
EK056
EK057
0%
0
1
2
3
4
5
volumenbezogener Außenluftstrom in 1/h
6
Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass
der Heizenergiebedarf leicht ansteigt und der
Kühlenergiebedarf deutlich reduziert werden
kann. Aus den Ergebnissen für den relativen
bewerteten
Jahresenergiebedarf
ist
ersichtlich, dass der zusätzliche Nutzen der
Lüftung mit steigendem volumenbezogenen
Außenluftstrom abnimmt. Während der
relative bewertete Jahresenergiebedarf bei
einer Erhöhung des volumenbezogenen
Außenluftstroms von 1,3 [1/h] (E000) auf 2
[1/h] (EK055) um 8,9 % fällt, beträgt die
Reduzierung zwischen 4 [1/h] (EK056) und
6 [1/h] (EK057) nur noch 3,6 %.
Empfehlung:
Aus Gründen der sommerlichen Behaglichkeit ist in allen Büroräumen eine erhöhte
Taglüftung mit dem 4-fachen volumenbezogenen Außenluftstrom empfehlenswert.
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10. Erhöhte Nachtlüftung in den Büroräumen
Der Verlauf der Außenlufttemperaturen im Vergleich mit dem der operativen
Raumtemperaturen ergibt, dass in Zeiten mit Überhitzung der Räume ein erhöhter
Außenluftstrom zur nächtlichen Kühlung des Gebäudes genutzt werden kann. In den
Varianten EK058 bis EK066 wird die Wirkung eines erhöhten volumenbezogenen
Außenluftstroms außerhalb der Nutzungszeit auf die Temperaturverhältnisse im Raum
untersucht. Die Lüftung wird nach der operativen Raumtemperatur und der
Außenlufttemperatur geregelt. Die Lüftung wird in der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr betrieben,
wenn am vorhergehenden Tag die Raumtemperatur 23°C überschritten hat; die erhöhte
Lüftung wird abgestellt, wenn 20°C erreicht werden. Zur Beurteilung der Wirkung der
internen Speichermassen auf das dynamische Gebäudeverhalten wird in den Varianten EK058
bis EK060 die Lüftung mit leichten Bürotrennwänden, in den Varianten EK061 bis EK063
die Lüftung mit mittelschweren und in den Varianten EK064 bis EK068 mit schweren
Bürotrennwänden untersucht.
E000
Grundlüftung
EK058 geregelte Nachtlüftung
EK059 geregelte Nachtlüftung
EK060 geregelte Nachtlüftung
EK051 Grundlüftung
EK061 geregelte Nachtlüftung
EK062 geregelte Nachtlüftung
EK063 geregelte Nachtlüftung
Gipskarton/Flachpressplatte/Mineralwolle
innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
Gipskarton/Flachpressplatte/Mineralwolle
innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
4-facher volumenbezogener Außenluftstrom
Gipskarton/Flachpressplatte/Mineralwolle
innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
6-facher volumenbezogener Außenluftstrom
Gipskarton/Flachpressplatte/Mineralwolle
Rohdichte ρ = 600kg/m³; Wärmeleitfähigkeit λ = 0,20 W/(mK)
innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
Rohdichte ρ = 600 kg/m³; Wärmeleitfähigkeit λ = 0,20 W/(mK)
innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
4-facher volumenbezogener Außenluftstrom
Rohdichte ρ = 600 kg/m³; Wärmeleitfähigkeit λ = 0,20 W/(mK)
innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23°C (Hysterese bis < 20,1°C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
6-facher volumenbezogener Außenluftstrom
Rohdichte ρ = 600 kg/m³; Wärmeleitfähigkeit λ = 0,20 W/(mK)
Die Ergebnisse zeigen, dass der Heizenergiebedarf von der Nachtlüftung nicht beeinflusst
wird. Die Wirkung der Nachtlüftung auf den Kühlenergiebedarf wird von der Masse der
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Bürotrennwände bestimmt. Bei leichter Ausführung ist die Wirkung der Nachtlüftung
erwartungsgemäß geringer, als bei den schwereren Bauarten. Wie bei der Taglüftung ergibt
sich auch bei der Nachtlüftung bei einer Erhöhung des volumenbezogenen Außenluftstroms
von der Grundlüftung auf 2 1/h ein größern Nutzen als bei der Erhöhung von 4 1/h auf 6 1/h.
Insgesamt kann an Hand der Simulationsergebnisse gezeigt werden, dass eine Nachtlüftung
im Bürobereich durch die Ausnutzung des dynamischen Gebäudeverhaltens wirksam zur
Reduzierung des Kühlenergiebedarfs im Bürobereich beitragen kann.
Abbildung 21: Variation des volumenbezogenen Außenluftstrom außerhalb der
Nutzungszeit
(erhöhte
Nachtlüftung);
Relativer bewerteter Jahresenergiebedarf im
Bürobereich bezogen auf das Grundmodell
E000.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
EK058
E000
EK059
EK060
0%
0
1
2
3
4
5
6
140%
Abbildung 22: Variation des volumenbezogenen Außenluftstrom außerhalb der
Nutzungszeit
(erhöhte
Nachtlüftung);
Relativer bewerteter Jahresenergiebedarf im
Bürobereich bezogen auf das Grundmodell
E000.
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
EK051
EK061
EK062
EK063
0%
0
1
2
3
4
5
volumenbezogener Außenluftstrom in 1/h
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6
Empfehlung:
Obwohl die Ergebnisse für die Tag- und die
Nachtlüftung der ersten Optimierungsstufe noch
nicht zur Dimensionierung der Lüftungsanlage
oder der notwendigen Öffnungen zur freien
Lüftung herangezogen werden können, ist aus
ihnen erkennbar, dass es einen sinnvollen, am
Bedarf orientierten, maximalen volumenbezogenen Außenluftstrom gibt, bei dem der
Nutzen im sinnvollen Verhältnis zum
technischen Aufwand steht. Dieser Wert muss
am entwickelten Endmodell ermittelt werden.
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5.3.2
Verringerung des Heizenergiebedarfs im Seminar- und Labor-/Entwicklungsbereich
Die Simulationsergebnisse zeigen, dass der Seminar- und Labor-/Entwicklungsbereich im
Verhältnis zur Nutzfläche den größten Heizenergiebedarf aufweist. Dabei sind im Seminarund Labor-/Entwicklungsbereich die internen Lasten höher als die solaren Lasten und die
Lüftungslasten überschreiten die Transmissionslasten.
Die großen Energieverluste durch Lüftung sind durch den großen nutzungsbedingt
notwendigen Außenluftstrom begründet. Da diese Größe durch bauliche Maßnahmen nicht
beeinflusst werden kann, bietet hier nur eine Wärmerückgewinnung über eine Abluftanlage
oder eine Vorwärmung ohne zusätzlichen Energiebedarf ein weiteres Reduktionspotential für
den Jahresenergiebedarf für Heizen.
Die Auswirkungen einer Reduzierung des Dämmwertes des Daches, einer Veränderung der
Nordverglasung sowie der Dämmung der Innenwand zum Ausstellungsbereich wird im
Folgenden untersucht. Weiter wird der Einfluss der Ausführung des Daches gezeigt.
Auf der Seite der Energiegewinne im Heizfall sind nur die solaren Einträge durch bauliche
Maßnahmen beeinflussbar. Es wird untersucht, welchen Einfluss ein gegen Süden geneigtes
Oberlicht mit geeigneter Verschattung auf den Jahresenergiebedarf für Heizen hat.
1. Variation des Wärmedurchgangskoeffizienten des Daches - Seminarbereich
In den Varianten EH001 bis EH003 wird die Wirkung des Wärmedurchgangskoeffizienten
des Daches im Seminarbereich auf die Energiebedarfswerte untersucht. Im Grundfall E000
wird mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten von k=0,11 W/m²K und einer
Dämmschichtdicke von 30 cm gerechnet. In den Varianten EH001 bis EH003 wird mit einer
demgegenüber reduzierten Dämmschichtdicke und damit höheren WärmedurchgangsKoeffizienten simuliert.
E000
niedriger Wärmedurchgangskoeffizient
EH001 mittlerer Wärmedurchgangskoeffizient
EH002 mittlerer Wärmedurchgangskoeffizient
EH003 höherer Wärmedurchgangskoeffizient
k = 0,11 W/m²K,
Dämmung 040
k = 0,16 W/m²K,
Dämmung 040
k = 0,21 W/m²K,
Dämmung 040
k = 0,31 W/m²K,
Dämmung 040
leichte Ausführung, 30 cm
leichte Ausführung, 20 cm
leichte Ausführung, 15 cm
leichte Ausführung, 10 cm
Aus den untersuchten Varianten mit den Wärmedurchgangskoeffizienten k=0,16 W/m²K
(EH001), k=0,21 W/m²K (EH002) und k=0,31 W/m²K (EH003) kann ein linearer
Zusammenhang zwischen dem Wärmedurchgangskoeffizienten der Außenwand und den
Heiz- und Kühlenergiebedarfswerten festgestellt werden. Der Kühlenergiebedarf ist
weitgehend unabhängig von dem Wärmedurchgangskoeffizienten des Daches, während der
Heizenergiebedarf mit steigendem Wärmedurchgangskoeffizienten ansteigt. Die
Gesamtauswertung über die relativen gewichteten Jahresenergiebedarfswerte ergibt eine
leicht ungünstige Bewertung der Varianten mit erhöhten Wärmedurchgangskoeffizienten. Der
relative bewertete Jahresenergiebedarf liegt für den Fall EH003 3,9 % über dem des
Grundfalles E000.
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Abbildung 23: Variation des Wärmedurchgangskoeffizienten des Daches im
Seminarbereich; Relativer bewerteter
Jahresenergiebedarf im Labor- und Entwicklungsbereich bezogen auf das
Grundmodell E000.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
E000
EH001
EH002
EH003
0%
k=0.11W/m²K
30cm Dämmung
k=0.16W/m²K
k=0.21W/m²K
k=0.31W/m²K
20cm Dämmung 15cm Dämmung 10cm Dämmung
Wärmedurchgangskoeffizient des Daches
Empfehlung:
Aus wirtschaftlichen Gründen entscheidet sich das Planungsteam die Dachkonstruktion mit
einem Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,16 W/m²K auszuführen.
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Schlussbericht
2. Untersuchungen zum Oberlicht im Seminarraumdach
In den Varianten EH018 bis EH024 wird untersucht, ob mit einem Oberlicht im Dach des
Seminarraumes zusätzlich solare Lasten für Heizzwecke genutzt werden können. In allen
untersuchten Fällen wird das Oberlicht bei Raumtemperaturen von 23/22°C (Hysterese)
extern verschattet und die Verschattung nachts als temporärer Wärmeschutz eingesetzt.
Die Auswertungen zeigen, dass keine der untersuchten Maßnahmen geeignet ist, den
Heizenergiebedarf im Seminarbereich zu reduzieren. Für alle untersuchten Maßnahmen ist
auch der relative bewertete Jahresenergiebedarf größer als 100 %. In allen Fällen liegt also ein
energetisch ungünstigeres Verhalten als im Grundfall E000 vor.
Dreifachverglasung: k = 0,87 W/m²K; g = 0,57; τ = 0,62
20 % der Dachfläche verglast, 40° geneigt
immer bei Raumtemperaturen >23/22 °C,
temporärer Wärmeschutz außerhalb der Betriebszeit
Zweifachverglasung: k = 1,75 W/m²K; g = 0,38; τ = 0,50
20 % der Dachfläche verglast, 40° geneigt,
immer bei Raumtemperaturen >23/22 °C,
temporärer Wärmeschutz außerhalb der Betriebszeit
Zweifachverglasung: k = 1,39 W/m²K; g = 0,28; τ = 0,53
20 % der Dachfläche verglast, 40° geneigt,
immer bei Raumtemperaturen >23/22 °C,
temporärer Wärmeschutz außerhalb der Betriebszeit
Dreifachverglasung: k = 0,59 W/m²K; g = 0,42; τ = 0,65
20 % der Dachfläche verglast, 40° geneigt,
immer bei Raumtemperaturen >23/22 °C,
temporärer Wärmeschutz außerhalb der Betriebszeit
EH018 3-fach-Verglasung
EH022 2-fach-Verglasung
(iplussolar)
EH023 2-fach-Verglasung
(ipasolneutral)
EH024 3-fach-Verglasung
(iplus3C_10)
140%
Abbildung 24: Variation Oberlichtgröße
im Seminarraum; Relativer bewerteter
Jahresenergiebedarf im Labor- und Entwicklungsbereich bezogen auf das
Grundmodell E000.
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
EH014
EH016
EH017
EH018
10
20
30
40
20%
0%
0
50
Neigung gegen Süden in °
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5.4
Schlussbericht
Entwicklung des Modells E100 aus der Variantenuntersuchung E000
Aus der Parameteruntersuchung mit dem Ziel die Kühllast im Bürobereich und die Heizlast
im Seminar- und Labor-/Entwicklungsbereich zu reduzieren, wird das Modell E100
entwickelt. Die Entscheidungen für die Übernahme der untersuchten Maßnahmen in den
Gebäudeentwurf, fällt in Anlehnung an das reale Projekt in Abstimmung mit den anderen
Projektbeteiligten. Daher werden nicht nur die energetischen Aspekte berücksichtigt.
Als wirkungsvollste Maßnahmen zur Reduzierung der Kühllast im Bürobereich konnten in
der Parameteruntersuchung die Tag- und Nachtlüftung, der geregelte externe Sonnenschutz
über dem Büroflurdach und vor den Bürofenstern ermittelt werden.
In das neue Modell E100 wird über dem Büroflur ein Sonnenschutz nach EK014
aufgenommen, vor den Bürofenstern wird ein geregelter Sonnenschutz nach EK049
modelliert, für die Verglasung der Südfenster wird ein feststehender Sonnenschutz nach
EK042 vorgesehen. Es werden geregelte Tag- und Nachtlüftungsmaßnahmen im gesamten
Bürobereich zur Reduzierung der Kühllasten in das Modell aufgenommen. In Zone 210 wird
die Tag- und Nachtlüftung mit einem volumenbezogenen Außenluftstrom von 4 1/h und in
allen anderen Büroräumen mit einem volumenbezogenen Außenluftstrom von 6 1/h
eingeführt. Zur Unterstützung der günstigen Wirkung der Nachtlüftung werden die
Bürotrennwände in mittelschwerer Bauweise nach EK052 ausgeführt. Da aus Gründen der
Tageslichtnutzung ein größerer Fensterflächenanteil sinnvoll ist, wird für die weitere
Untersuchung mit einem höheren Fensterflächenanteil von 50 % gerechnet.
Der mit den Varianten EH001 bis EH003 gezeigte geringe Einfluss des
Wärmedurchgangskoeffizienten des Seminarraumdaches auf den relativen bewerteten
Jahresenergiebedarf, lässt eine Reduzierung der Dämmschichtdicke aus wirtschaftlichen
Gründen (Investionskosten) als vertretbar erscheinen.
Analyse des Modells E100
Der Vergleich der Ergebnisse des Grundmodells für den 2. Optimierungsschritt E100 mit
denen des Grundmodells E000 zeigt, dass der Kühlenergiebedarf durch die Maßnahmen im
Bürobereich in allen Zonen des Gebäudemodells reduziert werden konnte. Der
Heizenergiebedarf ist dabei in allen Zonen gestiegen. Der flächenbezogene
Gesamtgebäudeenergiebedarf für Kühlen ist von 31,96 kWh/m²a auf 9,16 kWh/m²a gefallen,
der entsprechende Heizenergiebedarf ist von 27,98 kWh/m²a auf 33,68 kWh/m²a gestiegen.
Der relative bewertete Jahresheizenergiebedarf für das gesamte Gebäude konnte durch die
Maßnahmen in Modell E100 bezogen auf die Ergebnisse aus Modell E000 um 43,4 %
reduziert werden.
Die Analyse des neuen Modells zeigt, dass - abgesehen von den schon behandelten
Heizenergiebedarfswerten im Labor- und Entwicklungsbereich - jetzt der Bürobereich im
Verhältnis zur Grundfläche den größten Heizenergiebedarf aufweist. Im folgenden
Optimierungsschritt sollte daher der Heizenergiebedarf im Bürobereich reduziert werden. Der
Kühlenergiebedarf mit 43,86 % des gesamten Kühlenergiebedarfs auf nur 23,59 % der Fläche
bietet noch ein größeres Optimierungspotential im Ausstellungsbereich.
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5.4.1 Verringerung des Kühlenergiebedarfs - Ausstellungsbereich
Die Simulationsergebnisse zeigen, dass die Kühllasten im Ausstellungsbereich im
Wesentlichen durch die Sonneneinstrahlung entstehen. Der Anteil der internen Lasten an der
Überhitzung des Ausstellungsbereiches ist im Vergleich zur Sonneneinstrahlung sehr gering.
Der Vergleich der Kühlenergiebedarfswerte in den drei Geschossen des
Ausstellungsbereiches zeigt, dass das größte Überhitzungsproblem im 2. Obergeschoss und
das geringste im Erdgeschoss auftritt.
Entwicklung der Maßnahmen im Ausstellungsbereich
In der folgenden Parameterstudie wird die Wirkung einer erhöhten Tag- und Nachtlüftung
untersucht. Die Wirkung des Sonnenschutzes wird durch die Variation der
Verglasungsqualität in den Süd-, den Ost- und Westfassaden und im Oberlicht im 2.
Obergeschoss behandelt. In zwei Studien wird der Nutzen eines feststehenden
Sonnenschutzes vor den Südfassaden untersucht.
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1. Variation der Qualität der Verglasung im Ausstellungsbereich
Zur Nutzung größerer Tageslichtanteile wurde im Architektenentwurf ein Oberlicht im Dach
des Ausstellungsbereiches vorgesehen. In den Varianten EK122 bis EK124 wird untersucht,
wie sich eine veränderte Fensterqualität auf das energetische Verhalten des Raumes auswirkt.
Es werden neben der Verglasungsart im Modell E100 jeweils drei weitere marktgängige
Verglasungsqualitäten untersucht.
E100
3-fach-Verglasung
EK122 2-fach-Verglasung
(iplussolar)
EK123 2-fach-Verglasung
(ipasolneutral)
EK124 3-fach-Verglasung
(iplus3C_10)
Grundsimulationsmodell
Dreifachverglasung: k = 0,87 W/m²K; g = 0,57; τ = 0,62
Sonnenschutzverglasung
Zweifachverglasung: k = 1,75 W/m²K; g = 0,38; τ = 0,50
Sonnenschutzverglasung
Zweifachverglasung: k = 1,39 W/m²K; g = 0,28; τ = 0,53
Sonnenschutzverglasung
Dreifachverglasung: k = 0,59 W/m²K; g = 0,42; τ = 0,65
Der Kühlenergiebedarf im Ausstellungsbereich kann durch die Veränderung der Glasqualität
in der im Verhältnis kleinen Oberlichtfläche am wirksamsten reduziert werden. Der absolute
Kühlenergiebedarf von 17,0 kWh/m²a im Modell E100 kann in dem Modell EK123 auf 13,5
kWh/m²a reduziert werden. Mit dieser Maßnahme steigt der Heizenergiebedarf von 9,5
kWh/m²a auf 11,3 kWkh/m²a. Der relative bewertete Jahresenergiebedarf im
Ausstellungsbereich fällt in diesem Fall um 22,2 % so, dass diese Maßnahme in dem
zugrunde gelegten Bewertungssystem die günstigste Variante ist.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
E100
EK122
EK123
EK124
Abbildung 25: Variation der Qualität
der Oberlichtverglasung im Ausstellungsbereich; Relativer bewerteter
Jahresenergiebedarf im Ausstellungsbereich bezogen auf das Modell E100.
100%
80%
60%
Empfehlung:
Im Fall mit Dachverglasung sind wirksame
Maßnahmen, für den sommerlichen
Wärmeschutz zu treffen. Aufgrund der
guten
Tageslichtsituation
in
der
Ausstellung
wird
empfohlen,
die
Dachverglasung so weit wie möglich zu
schließen.
40%
20%
0%
k=0.87W/m²K
g=0.57
k=1.75W/m²K
g=0.38
k=1.39W/m²K
g=0.28
k=0.59W/m²K
g=0.42
Glasqualität im Oberlicht
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2. Feststehender Sonnenschutz an der südlichen Glasfassade im Ausstellungsbereich
In den Varianten EK107 bis EK108 und EK110 bis EK111 wird die Auswirkung von
feststehenden Verschattungselementen vor den Südfassaden untersucht. In den Varianten
EK107 bis EK108 wird der feststehende Sonnenschutz als horizontaler Überstand über den
Südfensterflächen in jedem Geschoss und in den Varianten EK110 bis EK111 nur über der
Fassadenfläche im 2. Obergeschoss ausgebildet.
E100
keine Verschattung
EK107 passive Verschattung
EK108 passive Verschattung
Grundsimulationsmodell
Zenitwinkel < 30° ausgeblendet
Zenitwinkel < 50° ausgeblendet
E100
keine Verschattung
EK110 passive Verschattung
EK111 passive Verschattung
Grundsimulationsmodell
Zenitwinkel < 30° ausgeblendet
Zenitwinkel < 50° ausgeblendet
Die Auswertung der Ergebnisse ergibt, dass die Verschattungselemente in den unteren
Geschossen bei gleichem ausgeblendeten Zenitwinkel nur einen geringen zusätzlichen Nutzen
für die Reduzierung der Kühlenergiebedarfswerte bringen. Der relative bewertete
Jahresenergiebedarf kann bei Verschattungselementen in allen Geschossen im Fall EK108 um
33,1 % reduziert werden. Werden die Verschattungselemente nur über dem 2. Obergeschoss
angeordnet, kann im Fall EK111 noch eine Reduzierung des relativen bewerteten
Jahresenergiebedarf um 30,8 % erreicht werden.
Abbildung 26: Feststehender Sonnenschutz an der südlichen Glasfassade im
Ausstellungsbereich EG und 2. OG;
Relativer bewerteter Jahresenergiebedarf im Ausstellungsbereich bezogen
auf das Modell E100.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
E100
EK107
EK108
0%
0
10
20
30
40
50
60
ausgeblendeter Zenitwinkel in °
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Abbildung
27:
Feststehender
Sonnenschutz
an
der
südlichen
Glasfassade im Ausstellungsbereich 2.
OG; Relativer bewerteter Jahresenergiebedarf im Ausstellungsbereich
bezogen auf das Modell E100.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
E100
EK110
EK111
0%
0
10
20
30
40
50
60
ausgeblendeter Zenitwinkel in °
Empfehlung:
Aufgrund der geringen Unterschiede zwischen einem und mehreren Verschattungselementen
entscheidet sich das Planungsteam aus architektonischen Gründen, den Sonnenschutz über
dem 2. Obergeschoss auszuführen. Der ausgeblendete Zenitwinkel sollte größer als 40° sein.
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3. Erhöhte Taglüftung im Ausstellungsbereich
Aus dem Vergleich der Außenlufttemperatur mit den operativen Raumtemperaturen wird
deutlich, dass die Außenlufttemperatur überwiegend unterhalb der operativen
Raumtemperatur liegt. In den Varianten EK113 bis EK115 wird die Wirkung eines erhöhten
volumenbezogenen Außenluftstroms innerhalb der Nutzungszeit auf die Temperaturverhältnisse im Raum untersucht. Die Lüftung wird geschossweise nach der operativen
Raumtemperatur und der Außenlufttemperatur geregelt. In den Varianten EK113 bis EK115
wird nach der Raumtemperaturpaarung (Hysterese) 23/22 °C geregelt.
E100
Grundlüftung
EK113 geregelte Taglüftung
0,2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
immer wenn innerhalb der Betriebszeit
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 22 °C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
immer wenn innerhalb der Betriebszeit
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 22 °C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
4-facher volumenbezogener Außenluftstrom
immer wenn innerhalb der Betriebszeit
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 22 °C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
6-facher volumenbezogener Außenluftstrom
EK114 geregelte Taglüftung
EK115 geregelte Taglüftung
Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass für beide Grenztemperaturpaarungen der
Heizenergiebedarf leicht steigt und der Kühlenergiebedarf deutlich reduziert werden kann.
Aus den Ergebnissen für den relativen bewerteten Jahresenergiebedarf ist ersichtlich, dass der
zusätzliche Nutzen der Lüftung mit steigendem volumenbezogenen Außenluftstrom abnimmt.
Während der relative bewertete Jahresenergiebedarf bei einer Erhöhung des
volumenbezogenen Außenluftstroms von 0,2 1/h (E100) auf 2 1/h (EK113) um 15,1 % fällt,
beträgt die Reduzierung zwischen 4 1/h (EK115) und 6 1/h (EK118) nur noch 2,7 %.
Abbildung
28:
Variation
des
volumenbezogenen Außenluftstrom innerhalb der Nutzungszeit (erhöhte Taglüftung) im Ausstellungsbereich; Relativer
bewerteter
Jahresenergiebedarf
im
Ausstellungsbereich bezogen auf das
Modell E100.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
E100
EK113
EK114
EK115
0%
0
1
2
3
4
5
6
volumenbezogener Außenluftstrom 1/h
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4. Erhöhte Nachtlüftung im Ausstellungsbereich
Der Verlauf der Außenlufttemperaturen im Vergleich mit dem der operativen
Raumtemperaturen macht deutlich, dass in Zeiten mit Überhitzung der Räume ein erhöhter
Außenluftstrom zur nächtlichen Kühlung des Gebäudes genutzt werden kann. In den
Varianten EK116 bis EK118 wird die Wirkung eines erhöhten volumenbezogenen
Außenluftstroms außerhalb der Nutzungszeit auf die Temperaturverhältnisse im
Ausstellungsbereich untersucht. Die Lüftung wird geschossweise nach der operativen
Raumtemperatur und der Außenlufttemperatur geregelt. Die Lüftung wird in der Zeit von 0.00
bis 6.00 Uhr betrieben, wenn am vorhergehenden Tag die Raumtemperatur 23 °C
überschritten hat, die erhöhte Lüftung wird abgestellt, wenn 20 °C erreicht werden.
E100
Grundlüftung
EK116 geregelte Nachtlüftung
EK117 geregelte Nachtlüftung
EK118 geregelte Nachtlüftung
0,2-facher Luftwechsel
immer wenn innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
immer wenn innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
4-facher volumenbezogener Außenluftstrom
immer wenn innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
6-facher volumenbezogener Außenluftstrom
Die Ergebnisse zeigen, dass der Heizenergiebedarf von der Nachtlüftung nicht beeinflusst
wird. Wie bei der Taglüftung ergibt sich auch bei der Nachtlüftung bei einer Erhöhung des
volumenbezogenen Außenluftstroms von 0,2 1/h auf 2 1/h ein größerer Nutzen als bei der
Erhöhung von 4 1/h auf 6 1/h. Insgesamt kann an Hand der Simulationsergebnisse gezeigt
werden, dass eine Nachtlüftung im Ausstellungsbereich durch die Ausnutzung des
dynamischen Gebäudeverhaltens wirksam zur Reduzierung des Kühlenergiebedarfs beitragen
kann.
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Abbildung 29: Variation des volumenbezogenen Außenluftstroms außerhalb der
Nutzungszeit (erhöhte Nachtlüftung) im
Ausstellungsbereich;
Relativer
bewerteter
Jahresenergiebedarf im Ausstellungsbereich
bezogen auf das Modell E100.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
E100
EK117
EK116
EK118
0%
0
1
2
3
4
5
6
volumenbezogener Außenluftstrom 1/h
Obwohl die Ergebnisse für die Tag- und die Nachtlüftung der zweiten Optimierungsstufe noch
nicht zur Dimensionierung der Lüftungsanlage oder der notwendigen Öffnungen zur freien Lüftung
herangezogen werden können, ist aus ihnen erkennbar, dass es einen sinnvollen, am Bedarf
orientierten, maximalen volumenbezogenen Außenluftstrom gibt, bei dem der Nutzen im
sinnvollen Verhältnis zum technischen Aufwand steht. Dieser Wert muss am entwickelten
Endmodell ermittelt werden.
Empfehlung:
Wie im Bürobereich sind auch in der Ausstellung seitens der TGA geeignete Maßnahmen zu
berücksichtigen, die einen volumenbezogenen Außenluftstrom von 4 1/h ermöglichen. Alternativ
kann der Glasflächenanteil verringert oder der Sonnenschutz verbessert werden.
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5.5 Entwicklung des Modells E200 aus der Variantenuntersuchung E100
Als wirkungsvollste Maßnahmen zur Reduzierung der Kühllast im Ausstellungsbereich konnten in
der Parameteruntersuchung die Tag- und Nachtlüftung, der feststehende Sonnenschutz vor der
Südfassade sowie eine veränderte Fensterqualität im Oberlicht über dem Ausstellungsbereich im 2.
Obergeschoss ermittelt werden.
In das neue Modell E200 wird ein Überstand mit 4.05 m Länge vor der Südfassade im 2.
Obergeschoss nach Modell EK111 eingeführt; dieser blendet Zenitwinkel >50° aus. Die
Verglasungsqualität im Oberlicht wird entsprechend Variante EK123 gewählt. Die Tag- und die
Nachtlüftung wird wie in den Modellen EK116 und EK118 mit einem 6-fachen volumenbezogenen
Außenluftstrom in das Modell E200 eingeführt. Die Verglasungsqualität in den großen
Fassadenflächen wird entsprechend dem Grundmodell beibehalten.
Analyse des Modells E200
Der Vergleich der Ergebnisse des Grundmodells für den 3. Optimierungsschritt E200 mit denen des
Modells E100 zeigt, dass der Kühlenergiebedarf durch die Maßnahmen im Ausstellungsbereich in
allen Zonen des Gebäudemodells, mit Ausnahme der Zone E12, reduziert werden konnte; der
Heizenergiebedarf ist dabei in allen Zonen gestiegen. Der flächenbezogene Gebäudeenergiebedarf
für Kühlen ist von 9,16 kWh/m²a auf 5,13 kWh/m²a gefallen, der entsprechende Heizenergiebedarf
ist von 33,68 kWh/m²a auf 35,39 kWh/m²a gestiegen. Der relative bewertete
Jahresheizenergiebedarf für das gesamte Gebäude könnte durch die Maßnahmen in Modell E200 bezogen auf die Ergebnisse aus Modell E100 - um 12,2 % (bezogen auf E000 um 50,3 %) reduziert
werden.
5.5.1 Optimierung des Kühlenergiebedarfs im Seminarbereich
Die Auswertung der Simulationsergebnisse aus Modell E200 zeigt, dass der Kühlenergiebedarf im
Seminar- und Labor-/Entwicklungsbereich mit 50,26 % des Kühlenergiebedarfs auf nur 19,45 %
der Fläche im Verhältnis am größten ist. Der Heizenergiebedarf im Ausstellungsbereich ist in der
Parameterstudie noch nicht behandelt worden. Im dritten Schritt der Optimierung soll daher der
Kühlenergiebedarf im Seminarbereich und Heizenergiebedarf im Ausstellungsbereich untersucht
werden.
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1. Erhöhte Taglüftung im Seminar- und Labor-/Entwicklungsbereich
Die Variation des volumenbezogenen Außenluftstroms innerhalb der Nutzungszeit im Seminarund Labor-/Entwicklungsbereich in den Modellen EK207 bis EK209 zeigt, wie mit einer erhöhten
Lüftung die Raumtemperatur im Seminar- und Labor-/Entwicklungsbereich im Sommer reduziert
werden kann. Die Lüftung wird für den Seminar- und Labor-/Entwicklungsbereich - getrennt nach
der operativen Raumtemperatur und der Außenlufttemperatur - geregelt.
E200
Grundlüftung
EK207 geregelte Taglüftung
EK208 geregelte Taglüftung
EK209 geregelte Taglüftung
0,2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
Immer wenn innerhalb der Betriebszeit
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 22 °C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
Immer wenn innerhalb der Betriebszeit
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 22 °C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
4-facher volumenbezogener Außenluftstrom
Immer wenn innerhalb der Betriebszeit
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 22 °C)
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
6-facher volumenbezogener Außenluftstrom
Abbildung 30: Variation des volumenbezogenen Außenluftstroms außerhalb der
Nutzungszeit (erhöhte Taglüftung) im Laborund Entwicklungsbereich; Relativer bewerteter
Jahresenergiebedarf
im
Laborund
Entwicklungsbereich bezogen auf das Modell
E200.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
E200
EK207
EK208
2
4
6
EK209
0%
0
8
volumenbezogener Außenluftstrom 1/h
Die Ergebnisse der Simulationsrechnungen zeigen, dass der Kühlenergiebedarf durch eine erhöhte
Lüftung während der Nutzungszeit reduziert werden kann. Der Heizenergiebedarf steigt dabei
leicht an. Der relative bewertete Jahresenergiebedarf für Heizen kann mit einem 6-fachen
volumenbezogenen Außenluftstrom im Fall EK208 im Vergleich zu einem 2-fachen Luftwechsel
im Fall E200 um 5 % reduziert werden.
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2. Erhöhte Nachtlüftung im Seminar- und Labor-/Entwicklungsbereich
Mit den Varianten EK210 bis EK212 wird die Auswirkung des volumenbezogenen
Außenluftstroms außerhalb der Nutzungszeit im Seminar- und Labor-/Entwicklungsbereich gezeigt.
Die Lüftung wird für den Seminar- und Labor-/Entwicklungsbereich getrennt nach der maximalen
operativen Raumtemperatur im Laufe des vorangegangenen Tages, der Außenlufttemperatur und
nach einer Zeitschaltung gesteuert.
E200
Grundlüftung
EK210 geregelte Nachtlüftung
0,2-facher Luftwechsel
Immer wenn innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
2-facher volumenbezogener Außenluftstrom
Immer wenn innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
4-facher volumenbezogener Außenluftstrom
Immer wenn innerhalb der Zeit von 0.00 bis 6.00 Uhr
Raumtemperatur > 23 °C (Hysterese bis < 20,1 °C),
geschossweise geregelt
und Außentemperatur < Raumtemperatur:
6-facher volumenbezogener Außenluftstrom
EK211 geregelte Nachtlüftung
EK212 geregelte Nachtlüftung
140%
Abbildung 31: Variation des volumenbezogenen Außenluftstrom außerhalb der
Nutzungszeit (erhöhte Nachtlüftung) im
Labor- und Entwicklungsbereich; Relativer
bewerteter Jahresenergiebedarf im Laborund Entwicklungsbereich bezogen auf das
Modell E200.
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
100%
80%
60%
40%
20%
E200
EK210
EK211
EK212
0%
0
1
2
3
4
5
volumenbezogener Außenluftstrom 1/h
6
Die Ergebnisse der Varianten zeigen, dass der
Kühlenergiebedarf durch eine erhöhte Lüftung
außerhalb der Nutzungszeit reduziert werden
kann. Der Heizenergiebedarf steigt dabei leicht
an. Der relative bewertete Jahresenergiebedarf
für Heizen kann mit einem 4-fachen
volumenbezogenen Außenluftstrom im Fall
EK211 im Vergleich zu einem 0,2-fachen
Luftwechsel im Fall E200 um 8,9 % reduziert
werden.
Da der Anteil des Kühlenergiebedarfs am bewerteten Jahresenergiebedarf im Vergleich zum
Heizenergiebedarf in den Fällen EK207 bis EK212 relativ gering ist, kann mit einer Maßnahme zur
Reduzierung des Kühlenergiebedarfs nur eine geringe Verbesserung der Gesamtwerte erzielt
werden.
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Schlussbericht
5.6 Entwicklung des Modells E300 und E400
An Hand der Parameteruntersuchung in den Modellen EK204 bis EK212 kann gezeigt werden, dass
eine erhöhte Lüftung innerhalb und außerhalb der Nutzungszeiten und eine externe Verschattung
zur Reduzierung der Kühlenergiebedarfswerte genutzt werden kann.
Im Modell E300 werden eine Taglüftung nach Modell EK208 und eine Nachtlüftung nach Modell
EK212 vorgesehen. Die Verschattung, die auch zur Verdunkelung der Seminarräume benötigt wird,
wird zur Reduzierung der solaren Gewinne geregelt.
Parallel zur Parameteruntersuchung in den Optimierungsschritten 1 bis 3 werden im
Planungsprozess des Beispielprojektes Entscheidungen getroffen, die das energetische Verhalten
des Gebäudes beeinflussen. Die sich daraus ergebenden Änderungen werden aufbauend auf dem
Modell E300 in das Modell E400 eingearbeitet.
In Abstimmung mit dem Tageslichtplaner und dem Statiker wird die Größe der Fassadenöffnungen
in den tragenden Außenwänden des Bürobereiches festgelegt. Anders als im Vorplanungsentwurf
werden jetzt nicht mehr nur eine große Fensteröffnung pro Arbeitsplatz, sondern drei kleinere
Öffnungen vorgesehen. Damit ergibt sich eine gleichmäßigere Ausleuchtung der Arbeitsfläche und
im Vergleich zum Vorplanungsentwurf (ca. 26 %) ein größerer Fensterflächenanteil (ca. 36 %).
Als zweite Änderung wird die verglaste südliche Giebelfassade in den Bürozonen des 2.
Obergeschosses (Zone 211 und Zone 212) aus statischen und thermischen Gründen des
thermischen Gebäudeverhaltens geschlossen.
Bezogen auf die Bedarfswerte des Modells E000 ergibt sich zwischen den Ergebnissen für das
Modell E300 und E400 eine Reduzierung des relativen bewerteten Jahresenergiebedarfs um 6,6 %.
Dies zeigt, dass die eingeführten Maßnahmen den Heiz- und auch den Kühlenergiebedarf weiter
reduzieren.
Die Ergebnisse der Varianten E401 bis E404 zeigen, dass die Taglüftung im Erdgeschoss und im 1.
Obergeschoss nur eine geringe Wirkung hat, und dass im 2. Obergeschoss die Taglüftung zur
Reduzierung der Kühllast genutzt werden kann. Dabei sind für alle drei Geschosse die
Veränderungen am Kühl- und Heizenergiebedarf gegenläufig. Mit steigendem volumenbezogenen
Außenluftstrom ist der Heizenergiebedarf höher und der Kühlenergiebedarf geringer. Für den
relativen bewerteten Jahresenergiebedarf liegt das Minimum in allen drei Geschossen bei einem
volumenbezogenen Außenluftstrom von 4 1/h. Die Auswertung der Ergebnisse zeigt darüber
hinaus, dass ein Modell mit einem volumenbezogenen Außenluftstrom von 6 1/h, wie es im Modell
E400 modelliert ist, gesamtenergetisch genauso zu bewerten ist, wie ein Modell, in dem nur die
Grundlüftung vorgesehen ist. Es kann also gezeigt werden, dass im entwickelten Modell - im
Vergleich zu den Modellen EK055 bis EK057 - der für das energetische Optimum notwendige
volumenbezogene Außenluftstrom im Bürobereich durch die Optimierung des Gesamtgebäudes
reduziert werden konnte.
Die Veränderung der Nachtlüftung in den Varianten E405 bis E408 führt auch in dem entwickelten
Modell zu dem Ergebnis, dass der Heizenergiebedarf von der Nachtlüftungsmaßnahme unabhängig
ist. Der Kühlenergiebedarf wird mit steigendem volumenbezogenen Außenluftstrom in den
einzelnen Etagen deutlich reduziert.
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5.7 Entwicklung des Modells E500 aus der Variantenuntersuchung E400
Aus der Variationsstudie über das Modell E400 wird das Modell E500 entwickelt. Es wird ein
volumenbezogener Außenluftstrom von 4 1/h für die erhöhte Tag- und Nachtlüftung im
Bürobereich im ersten und zweiten Obergeschoss und im Flur des Erdgeschosses angesetzt. In den
Büroräumen des Erdgeschosses wird ein volumenbezogener Außenluftstrom von 6 1/h für die
Nachtlüftung und von 4 1/h für die erhöhte Taglüftung angesetzt.
In den Modellen E601 bis E609 wird mit einer gekoppelten Gebäude- und Tageslichtsimulation das
energetische Verhalten der Zone 212 (westliche Bürozone im 2. Obergeschoss) untersucht.
Zunächst wird am Modell E500 der Gebäudesimulation die Bandbreite der Energiebedarfswerte
zwischen den Ergebnissen mit und ohne innere Lasten durch Beleuchtung ermittelt. Das zeigt für
den Heiz- und Kühlenergiebedarf sowie für den Strom- und Gesamtbedarf die Bandbreite, in der
sich der relative bewertete Jahresenergiebedarf für die Zone 212 bewegt. Dabei wird Wärme mit
dem Faktor 1, Kälte mit dem Faktor 2 und Strom mit 2,8 gewichtet. Für die Beleuchtung wird eine
Leistung von 7,5 W/m² bzw. 0 W/m² angesetzt.
Die Auswertung zeigt, dass der Strombedarf zur Beleuchtung das größte Potential zur weiteren
Reduzierung der bewerteten Gesamtenergiebedarfswerte aufweist. Der Einfluss der inneren Lasten
aus der Beleuchtung auf die Werte für Heizen und Kühlen ist verglichen mit den
Strombedarfswerten gering. Abhängig von der Tageslichtautonomie des Raumes, der
Regelstrategien der Beleuchtung und des Sonnenschutzes stellen sich die in der gekoppelten
Tageslicht-Gebäudesimulation ermittelten Bedarfswerte innerhalb der dargestellten Bandbreiten
ein. Der bewertete Jahresenergiebedarf der Zone 212 mit einer idealen Dimmung der Beleuchtung
und einer angepassten Lichtleistung (<7,5 W/m²) beträgt 67,14 % zu der bewerteten Energie mit
100 % Lichtleistung in der Nutzungszeit im Modell E500.
In den Varianten E601 bis E609 wird in Anlehnung an /10/ der Einfluss des Fensters auf das
energetische Verhalten der Zone 212 über die Variation der relativen thermischen und visuellen
Apertur untersucht. In dem Parameter „thermische Apertur“ sind die Fensterfläche und der
Gesamtenergiedurchlassgrad und in dem Parameter „visuelle Apertur“ die Fensterfläche und die
visuelle Transmission zu stetigen Größen zusammengefasst. Beide Parameter werden auf die
Bürofassadenfläche der betrachteten Zone bezogen. Der mittlere Wärmedurchgangskoeffizient der
Außenhaut der Zone wird in allen Varianten beibehalten. Durch die Betrachtung der
Fensterparameter als stetige Größen ist in der Planung eine bedarfsorientierte Auslegung der
erforderlichen Fensterqualitäten und -flächen möglich.
Für die Untersuchung werden zunächst für die beiden Räume der Zone 212 mit dem
Tageslichtsimulationsprogramm SUPERKLINK aus dem Programmpaket ADELINE /11/ die
erforderlichen stündlichen Lichtleistungswerte ermittelt. Dazu werden die Anschlusswerte und
Materialdaten aus der Planung des Beispielprojektes angesetzt und eine ideal angepasste Dimmung
vorgesehen. Eine tageslichtgeregelte Verschattung wird in den Varianten E601 bis E609 nicht
untersucht. Die ermittelten Werte werden in die Gebäudesimulation eingeführt und als innere
Lasten innerhalb der Nutzungszeit in Zone 212 angesetzt, außerhalb der Nutzungszeit wird die
Beleuchtungsanlage abgeschaltet. In Zeiten, in denen aus thermischen Gründen verschattet wird,
wird die Beleuchtung mit der optimalen Leistung aus der Tageslichtsimulation angesetzt.
Für die Auswertung der Ergebnisse muss beachtet werden, dass die Anordnung der Fensterflächen
in der Außenfassade in dem Modell zur Simulation des thermischen Gebäudeverhaltens keinen
Einfluss auf die Ergebnisse hat und dass die Ergebnisse der visuellen Betrachtung nur für eine
gleichartige Fensterflächenverteilung wie im untersuchten Modell aussagekräftig ist. Die Tabelle 1
gibt eine Übersicht über die Parameter in den Varianten E601 bis E609.
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Tabelle 1: Zusammenstellung der Parameter in der Tageslichtsimulation
Thermische Apertur
Visuelle Apertur
0,188 (τ=0,50)
0,282 (τ=0,75)
0,376 (τ=1,00)
0,086
(g=0,23)
E603
E606
E609
0,150
(g=0,40)
E602
E605
E608
0,214
(g=0,57)
E601
E604
E607
100%
Abbildung 32: Bandbreite des relativen
bewerteten Jahresenergiebedarfes in der
Zone 212 im 2. Obergeschoss bezogen auf
das Modell E500 in Abhängigkeit der
inneren Lasten durch Beleuchtung.
mit 100% Beleuchtung
90%
Variante E601
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
Heizen
Kühlen
Strom
gesamt
Energiebedarfsbandbreiten - Zone212
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Abbildung 33: Variation der visuellen und
thermische Apertur; relativer bewerteter
Jahresenergiebedarf in der Bürozone 212 im 2.
Obergeschoss bezogen auf das Modell E601.
140%
120%
Heizen 0.214
Licht 0.214
Heizen 0.150
Licht 0.150
Heizen 0.086
Licht 0.086
Kühlen 0.214
gesamt 0.214
Kühlen 0.150
gesamt 0.150
Kühlen 0.086
gesamt 0.086
100%
80%
60%
E601
E602
E603
40%
E604
E605
E606
E607
E608
E609
20%
0%
0.00
0.10
0.20
0.30
0.40
relative visuelle Apertur in %
Die Auswertung der Ergebnisse zeigen, dass sich durch die Veränderung der visuellen Apertur der
Stromenergiebedarf für die Beleuchtung verändert und alle anderen Bedarfswerte bei dieser
Variation konstant bleiben. Die Veränderung der thermischen Apertur ergibt, dass sich der
Heizenergiebedarf deutlich und der Kühlenergiebedarf geringfügig verändert. Die erforderliche
Beleuchtungsenergie bleibt für diesen Fall konstant. Gesamtenergetisch sind nach den ermittelten
Ergebnissen mit der vorgenommenen Gewichtung Verglasungen mit großen Werten für die visuelle
Transmission und den Gesamtenergiedurchlassgrad für die betrachtete Zone günstig.
Die bei der Tageslichtsimulation ermittelten Werte für die Tageslichtautonomie liegen bezogen auf
das gesamte Jahr mit 24 Stunden am Tag zwischen 22,7 % und 37,5 % für den nördlichen Raum
und zwischen 32,5 % und 42,3 % für den südlichen Raum der Zone 212.
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5.8 Darstellung der Entwicklung des Simulationsmodells
In den fünf Optimierungsschritten kann der relative bewertete Jahresenergiebedarf für Heizen und
Kühlen des Gesamtgebäudes um 60 % reduziert werden. Der bewertete Kühlenergiebedarf ist in
den Schritten E000 bis E500 um 64,8 % gefallen und der bewertete Heizenergiebedarf um 4,8 %
gestiegen. Das zeigt die Entwicklung der bewerteten Jahresenergiebedarfswerte bezogen auf die
Ergebnisse des Modells E000 für das gesamte Gebäude.
140%
Heizen
Kühlen
120%
gesamt
Abbildung 34: Darstellung der Entwicklung
des Simulationsmodells für das Gesamtgebäude; Relativer bewerteter Jahresenergiebedarf bezogen auf das Grundmodell E000.
100%
80%
60%
40%
20%
0%
E000
E100
E200
E300
E400
E500
Optimierungsschritte - gesamtes Gebäude
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6
Schlussbericht
Tageslichtkonzept
Übergeordnetes Ziel im Sinne des solaroptimierten Bauens ist es, unter den gegebenen
Randbedingungen, ein Optimum zwischen den erforderlichen Schutz- und den gewünschten
Versorgungsfunktionen zu ermitteln. Dabei kommt es häufig zu Konflikten, weil physikalische
Gesetze die gleichzeitige Erfüllung von Funktionen eingrenzen. Besonders gilt dies für die
Kombination Durchsicht und Blendschutz, aber auch thermischer Sonnenschutz und
Tageslichtnutzung sowie der Konflikt zwischen solaren Gewinnen im Winter und Überhitzung im
Sommer. Zur Lösung dieser Anforderungskonflikte wird eine hohe Variabilität bezüglich des
Gesamtenergiedurchlassgrads und eine gute Selektivität zwischen Licht- und Energieeintrag ins
Rauminnere angestrebt /12/.
6.1 Büroräume
Die Büroflügel sind so angeordnet, dass alle Büroräume mit ihrer Stirnseite an die Fassade stoßen.
Aufgrund der gewählten Fensterbreite, des Glasflächenanteils in der Fassade und der gewählten
Raumaufteilung können alle Arbeitsplätze in Fensternähe angeordnet werden, was auf der
Nutzerseite den Außenbezug zur Umgebung sicherstellt, ein hohes Tageslichtpotential ermöglicht
und die wärmeübertragende Außenfläche des Gebäudes nur soweit als unbedingt nötig vergrößert.
Aufgrund des hohen Dämmstandards und der intensiven Nutzung sind die inneren Lasten in diesem
Gebäudeabschnitt die bestimmende Größe. Der Kunstlichtanteil fällt aufgrund der guten
Tageslichtsituation relativ gering aus. Durch den erklärten Verzicht auf eine aktive Kühlung und
die thermisch belastete Ost-Westfassade, ist in diesem Gebäudeabschnitt ein externer Sonnenschutz
mit hohem Abminderungsfaktor (z=0,1) vorgesehen. Dieser ist an allen Fenstern variabel
ausgeführt, welches ein Optimum zwischen solarer Zustrahlung im Heizfall und geringen solaren
Lasten im Sommer gewährleistet.
6.1.1 Raumhöhe/Neigung der Außenwand
Die lichte Raumhöhe ist mit 3,1 m vorgegeben. Mit dem Einsatz des Deckensegels (vgl. Kap. 7)
verringert sich die lichte Raumhöhe im fensternahen Bereich von 3,1 auf ca. 2,5 m.
Parameterstudien haben gezeigt, dass sich die Tageslichtsituation im Raum nur unwesentlich
ändert. So steigt der Strombedarf für die Beleuchtung um ca. 1 %. Die Neigung der Außenfassade
von 6° gegenüber der Horizontalen hat keinen erkennbaren Einfluss auf die Tageslichtsituation
bzw. die Strombedarfswerte.
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6.1.2
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Fensterfläche
Ausgangssituation ist im Büroraum ES08 ein Glasflächenanteil von 26 %. In einem ersten Schritt
wird geprüft, ob die gesetzlichen Vorschriften für Bildschirmarbeitsplätze erfüllt sind /13/. Dem
entsprechend wird die Fensterfläche so weit vergrößert, bis die für Bildschirmarbeitsplätze
vorgeschriebene Sichtverbindung nach außen gewährleistet und der Arbeitsplatz als
fensterorientiert einzustufen ist . Dazu wird das bisherige Fenster in drei Fensterelemente aufgeteilt.
Der Glasflächenanteil erhöht sich durch diese Maßnahme auf 36 %. Der Tageslichtquotient beider
Varianten ist nach der DIN 5034 /14/ berechnet und in Abbildung 35 über der Raumtiefe
aufgetragen.
Raum EW 08
6
Fensterfläche - alt
5
Fensterfläche - neu
4
3
2
1
0
0
0.2
0.4
0.6
0.8
1
1.2
1.4
1.6
1.8
2
2.2
2.4
2.6
2.8
3
3.2
3.4
3.6
3.8
4
4.2
Fensterabstand
Abbildung 35: Tageslichtquotient für einen Fensterflächenanteil von 26 % (alt) und 36 % (neu)
über der Raumtiefe aufgetragen.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Ausgangssituation deutlich verbessert hat. Der
durchschnittliche Tageslichtquotient in halber Raumtiefe liegt demnach bei 1,6. Damit sind die
Arbeitsplätze als tageslichtorientiert einzustufen und die geforderte Nennbeleuchtungsstärke kann
von 500 auf 300 Lux reduziert werden.
Welchen Einfluss diese Maßnahme auf die
Tageslichtautonomie und den Energiebedarf zur Beleuchtung hat, wird am Ende des Kapitel 6.1 in
den Simulationsergebnissen dargestellt.
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6.1.3
Schlussbericht
Verglasungseigenschaften
Die Verglasungsart hat einen wesentlichen Einfluss auf die lichttechnischen Eigenschaften des
Raumes. Beeinflusst wird der Anteil des in den Raum gelangenden Tageslichts, dessen Verteilung
und die äußeren Lasten. In den Büroräumen soll untersucht werden, ob eine
Wärmeschutzverglasung oder Sonnenschutzverglasung besser geeignet ist, und welche Vorteile
sich durch den Einsatz einer Diodenverglasung oder elektrochromer Gläser ergeben.
Anforderungen an das Tageslichtsystem
• Geringe solare Lasten im Sommer:
Daraus resultiert ein niedriger Gesamtenergiedurchlassgrad
Sonnenschutzsystem von ca. 0,06.
der
Verglasung
inkl.
•
Geringe Transmissionsverluste im Winter / Keine Zugerscheinungen in der Anforderungszone:
Daraus resultiert ein mittlerer Wärmedurchgangskoeffízient des Fensters von kleiner 1 W/m²K.
•
Hohe solare Gewinne zur Reduktion der Heizlast im Winter (guter Gesamtenergiedurchlassgrad) sowie eine gute Durchlässigkeit für sichtbares Licht.
Diodenverglasung
Gegenüber der üblichen Verglasung wird eine Diodenverglasung
betrachtet. Bei diesen Systemen kann das Fenster jahreszeitbedingt
im Rahmen gedreht werden und eine Sommer- sowie
Winterposition einnehmen. Hierdurch ergeben sich zwei von der
Wirkungsweise unterschiedliche Stellungen des Fensters. Ist die
Absorptionsscheibe dem Raum zugewandt, ist der Energiedurchlassgrad deutlich größer als umgekehrt. Damit wird es laut
Hersteller möglich, die solaren Gewinne im Winter zu maximieren,
wohingegen im Sommer die solaren Lasten so klein als möglich
ausfallen. Das Produkt ist am Markt verfügbar.
Bewertung:
Energetisch ist beim Einsatz der Diodenfenster, unter den gegebenen Randbedingungen, nur von
einer geringfügigen Einsparung auszugehen. Der Grund liegt darin, dass der Energiedurchlassgrad
in der Winterposition nicht deutlich über dem der Wärmeschutzverglasung liegt und der hohe
Dämmstandard sowie die inneren Lasten keine signifikante Verbesserung des solaren
Deckungsbeitrags erwarten lassen. In der Sommerposition ist der g-Wert nicht so niedrig, dass auf
den externen Sonnschutz verzichtet werden kann. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der
geringe Vorteil auf Seiten des Heizenergiebedarfs einen deutlich höheren Systempreis, einen
zusätzlichen Aufwand, die Fenster der Jahreszeit entsprechend in die jeweilige Position zu bringen,
und einen größeren Rahmenanteil nicht rechtfertigt.
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Sonnenschutzverglasung
Sonnenschutzgläser zeichnen sich gegenüber der Wärmeschutzverglasung durch einen deutlich
geringeren Gesamtenergiedurchlassgrad, bei nahezu identischer Durchlässigkeit für sichtbares
Licht, aus. Der durch den geringeren Energieeintrag verbesserte thermische Sonnenschutz bedingt
aber auch niedrigere solare Gewinne im Winter.
Aufgrund der niedrigen Variabilität bezüglich des Gesamtenergiedurchlassgrads eignet sich die
Sonnenschutzverglasung in einem solaroptimierten Gebäude deutlich schlechter als die
Wärmeschutzverglasung.
Elektrochrome Gläser
Ähnlich wie bei den Sonnenschutzgläsern liegt der Energiedurchlassgrad unter dem der
Wärmeschutzverglasung, was sich nachteilig auf die solaren Gewinne auswirkt. Im aktivierten
Zustand kann der geforderte niedrige g-Wert ohne zusätzliche Maßnahmen nicht erreicht werden.
Aufgrund der hohen Investitionskosten und der Lichtverfärbung im aktivierten Zustand entscheidet
sich der Bauherr, diese Gläser in diesem Bereich nicht einzusetzen.
Wärmeschutzverglasung
Das Planungsteam entscheidet sich - aufgrund der besten Variabilität bezüglich des
Gesamtenergiedurchlassgrades - in den Büros eine hochgedämmte Wärmeschutzverglasung mit
einer guten Durchlässigkeit für sichtbares Licht einzusetzen (Dreischeibenverglasung mit
Kryptonfüllung). Entsprechende Fensterelemente sind mit verschiedenen Rahmenmaterialien
lieferbar und erfüllen die hohen Anforderungen an den Wärmedämmstandard. Das Planungsteam
empfiehlt eine Wärmeschutzverglasung mit Lärchenholzrahmen. In Tabelle 2 sind die zugehörigen
technischen Daten zusammengestellt.
Tabelle 2: Technische Daten der Wärmeschutzverglasung
Wärmedurchgangskoeffizient Glas
Wärmedurchgangskoeffizient Fenster
Gesamtenergiedurchlassgrad
Visuelle Transmission
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0,70
0,87
42
62
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W/m² k
W/m² k
%
%
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6.1.4
Schlussbericht
Oberlichter
Oberlichter existieren in verschiedenen Ausführungen. Beim Projektbeginn wird über den Einsatz
von diffusen Oberlichtern über den Fensterelementen sowie Oberlichter mit integrierten
verspiegelten Tageslichtlenklamellen nachgedacht.
Die Systeme mit der innenliegenden Lichtlenkung zeigen eine verbesserte Grundausleuchtung des
hinteren Raumabschnitts. Das diffuse Oberlicht bringt keine nennenswerten Vorteile gegenüber der
Einzelfensterlösung.
Entscheidung:
Mit der Entscheidung die Nutzenübergabe mittels eines Deckensegels zu realisieren, verlieren diese
Systeme ihren tagelichtspezifischen Vorteil und werden daher nicht zum Einbau empfohlen.
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6.1.5
Schlussbericht
Thermischer Sonnenschutz
Diskutiert wird neben verschiedenen externen Systemen der mögliche Einsatz einer innen bzw.
zwischen den Scheiben liegenden Sonnenschutzvorrichtung. Eine aktuelle wissenschaftliche
Untersuchung zum Gesamtenergiedurchlassgrad von Einfach- und Verbundfenstern /15/ kommt zu
dem Ergebnis, dass bei einem hohen Energiedurchlassgrad der Verglasung ein niedriger
Gesamtenergiedurchlassgrad (gF-Werte) von 0,1 nur mit einem externen Sonnenschutz realisierbar
ist (vgl. Abb. 36).
.
Abbildung 36 Durchschnittlicher Abminderungsfaktor des Sonnenschutzes in Abhängigkeit
der Anbringung
Aufgrund der Ost- bzw. Westorientierung der Bürofassade mit den höchsten Maximalwerten der
solaren Zustrahlung entscheidet sich das Planungsteam für den Einsatz eines externen Systems.
Von den verschiedenen Möglichkeiten wird ein von unten nach oben schließendes Stoffrollo, eine
einfache Jalousie sowie eine tageslichtoptimierte Jalousie mit drei funktionalen Bereichen
verglichen.
Mit dem Ziel, beide Extremfälle abzudecken, wird die Bewertung einmal für einen tiefstehenden
Sonnenstand und einmal für die hochstehende Sonne durchgeführt. Bewertet werden die
Funktionen:
TS
Thermischer Sonnenschutz
TN
Tageslichtnutzung
BB
Blendbegrenzung
SV
Sichtverbindung
Die Bewertungsskala reicht von + gewünschte Funktion wird erfüllt, über 0 gewünschte Funktion
wird nur teilweise erfüllt, bis zu – die Funktionalität wird vom System nur ungenügend oder nicht
erbracht.
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Stoffrollo 3/4 geschlossen, von unten nach oben schließend
TS
0
TN
0
BB
-
SV
-
Einfache Jalousie geschlossen, von oben nach unten schließend
TS
TN
BB
SV
+
0
0
-
Tageslichtoptimierte Jalousie geschlossen, von oben nach unten schließend
TS
TN
BB
SV
+
+
0
+
Die Bewertung ergibt für das Stoffrollo in der 3/4-Stellung in der Summe ein ähnliches Ergebnis
wie die einfache geschlossene Jalousie. Der nichtverschattete Fensterbereich bewirkt beim
Stoffrollo einen relativ großen Lichteintrag im oberen Fensterdrittel, der solange genutzt werden
kann, bis das einfallende Sonnenlicht den Kopfbereich an den Arbeitsplätzen erreicht. Gleichzeitig
verschlechtert sich in der 3/4-Stellung der Energiedurchlassgrad, was vor allem nachmittags an der
Westfassade dazu führt, dass aus Gründen der sommerlichen Behaglichkeit das Rollo ganz
geschlossen werden muss und der Tageslichtnutzen entfällt.
Die Bewertung für den niedrigen Sonnenstand zeigt, dass die tageslichtoptimierte Jalousie am
besten abschneidet. Diese reflektiert im oberen Drittel das einfallende Licht an die Decke, was zu
der besten Tageslichtnutzung der verglichenen Systeme führt. Auf Wunsch besteht zudem die
Möglichkeit die unteren Lamellen teilperforiert auszuführen, was die geforderte Sichtverbindung
ins Freie garantiert.
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Thermischer Sonnenschutz bei hohem Sonnenstand (minimaler g-Wert)
Bei hohem Sonnenstand sind aufgrund der Blendbegrenzung und des thermischen Sonnenschutzes
alle Systeme im geschlossenen Zustand verglichen.
Das externe Stoffrollo erfüllt in diesem Zustand zwar die Anforderungen des thermischen
Sonnenschutzes, weist aber keinerlei lichtlenkende Eigenschaften sowie Sichtverbindung ins Freie
auf. Dies verursacht, ähnlich der einfachen Jalousie, einen hohen Kunstlichtanteil der sich neben
den größeren Strombedarfswerten auch negativ auf die sommerliche Behaglichkeit und die
menschliche Psyche auswirkt. Die tageslichtoptimierte Jalousie gewährleistet aufgrund der
lichtlenkenden Eigenschaften auch bei Vollverschattung die beste Tageslichtautonomie aller
untersuchten Systeme bei gleichzeitiger Gewährleistung der sommerlichen Behaglichkeit.
Stoffrollo ganz geschlossen
TS
TN
BB
SV
+
-
+
-
TS
TN
BB
SV
+
0
0
-
TN
BB
SV
+
0
+
Jalousie geschlossen
Tageslichtoptimierte Jalousie geschlossen
TS
+
Empfehlung thermischer Sonnenschutz:
Innenliegende sowie zwischen den Scheiben liegende Sonnenschutzsysteme kommen aufgrund des
Defizits beim thermischen Sonnenschutz (zu hoher g-Wert) nicht in Betracht. Dies hat eine
drastische Verschlechterung der sommerliche Behaglichkeit zur Folge.
Soll das solare Potential vollständig genutzt und auch im Fall der Vollverschattung weitgehend auf
den Einsatz von Kunstlicht verzichtet werden, ist ein Sonnenschutzsystem mit mehreren
funktionalen Bereichen unumgänglich. Die Empfehlung fällt daher zugunsten der
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tageslichtoptimierten Jalousie aus. Diese gewährleistet als einziges der untersuchten Systeme
aufgrund ihrer verschiedenen Funktionsbereiche einen ausreichenden Tageslichteintrag (oberes
Drittel) bei niedrigem g-Wert und über gelochte Lamellen den geforderten Sichtkontakt ins Freie
(unteres Drittel).
6.1.6 Blendschutz
Nach den gültigen Vorschriften und Richtlinien ist an Bildschirmarbeitsplätzen für einen
ausreichenden Blendschutz zu sorgen. Der Blendschutz sollte individuell vom Nutzer zu bedienen
sein und bei der vorgeschriebenen Schutzfunktion (Blendschutz) gleichzeitig die gewünschten
Versorgungsfunktionen (solarer Eintrag) ermöglichen.
Empfehlung:
Aus Kostengründen entscheidet sich das Planungsteam keinen separaten Blendschutz an den
Bildschirmarbeitsplätzen einzusetzen. Damit es bei geschlossenem Sonnenschutz zu keiner
Blendung kommt, wird ein System mit am Rand aufgehängten Lamellen eingesetzt, das an den
Randbereichen sehr dicht abschließt. Damit werden laut Herstellerangaben DINILUX zu hohe
Leuchtdichten an den Bildschirmarbeitsplätzen vermieden.
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6.1.7
Schlussbericht
Jahresbetrachtung Büroräume
Die Beleuchtung kann das Tageslichtangebot im Raum nicht beeinflussen, sondern reagiert je nach
Schaltkonzept unterschiedlich auf das im Raum zur Verfügung stehende Tageslichtangebot.
Zunächst wird der Einfluss auf den Strombedarf für den ungünstigen Raum (zum
Betrachtungszeitraum ES07) für die Ausgangssituation mit einem Fensterelement ermittelt. Als
Schaltkonzepte sind in Abbildung 37 eine ideal gedimmte Beleuchtung (rot, ES07diso), ein
automatisches Schalten in Abhängigkeit der Beleuchtungsstärke auf der Arbeitsfläche (rosa,
ES07miso) und ein manuelles Ein- bzw. Ausschalten (gelb, ES07siso) gezeigt. An dem errechneten
und in der Abbildung 37 gezeigten Einsparpotential der verschiedenen Varianten wird deutlich,
dass durch ideales Dimmen am meisten Energie eingespart wird.
Abbildung 37: Einfluss der unterschiedlichen Schalt- bzw. Regelkonzepte für den Raum ES07
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Schlussbericht
Abschließend wird der Strombedarf zur Beleuchtung für einen Raum im zweiten Obergeschoss mit
einem Glasflächenanteil von 26 % und einer Nennbeleuchtungsstärke von 500 Lux berechnet und
der aktuellen Variante mit einem Glasflächenanteil von 36 % und einer Nennbeleuchtungsstärke
von 300 Lux gegenübergestellt. Die Tageslichtautonomie des Raumes verbessert sich von 32 % auf
50 %. Der Energiebedarf zur Beleuchtung kann um 60% reduziert werden. Ausgangsbasis ist ein
ideal gedimmtes Beleuchtungssystem und ein optimierter Sonnenschutz vor den Fenstern.
Abbildung 38: Einfluss des Glasflächenanteils und der Nennbeleuchtungsstärke auf den
Strombedarf zur Beleuchtung mit Kunstlicht für den Raum ohne Südverglasung 2S07.
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6.2
Schlussbericht
Flure in den Büroflügeln
Die Dachfläche im Flur ist im ursprünglichen Gebäudeentwurf zu 37 % verglast. Zusätzlich sind
die südöstlichen und südwestlichen Giebelwände im 2. Obergeschoss verglast. Da die energetische
Gebäudesimulation ein Einsparpotential durch die Verkleinerung dieses Glasflächenanteils gezeigt
hat, soll untersucht werden, welchen Einfluss dieser Vorschlag auf die Tageslichtsituation hat.
Empfehlung:
Auf Seiten der Tageslichtnutzung sind keine deutlichen Nachteile durch einen verkleinerten
Glasflächenanteil zu erwarten, da die geforderte Nennbeleuchtungsstärke im Fall von
Verkehrsflächen bei 50 Lux /16/ liegt, woraus nur eine sehr geringe Einsparung auf der
Kunstlichtseite resultiert. Das Planungsteam entscheidet sich aus Gründen der sommerlichen
Behaglichkeit, den Glasanteil in der Dach- und Südverglasung soweit als möglich zu reduzieren.
Aus dem gleichen Grund wird an allen Glasflächen ein externes Sonnenschutzsystem mit sehr
gutem Abminderungsfaktor empfohlen. In jedem Fall sind an allen Fensterflächen in diesem
Gebäudebereich geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um die sommerliche Behaglichkeit zu
gewährleisten. Momentan wird geprüft, ob eine zwischen den Scheiben liegende
Photovoltaikanlage oder elektrochrome Gläser finanziell gefördert werden.
6.2.1 Lichtdurchlässe in der Zwischendecke
Der Flur im Erdgeschoss hat keine direkte Verbindung zur Gebäudehülle. Tageslicht gelangt über
die Ausstellungsfläche in den nördlichen Flurabschnitt. Zusätzlich sorgen zwei in der Flurdecke
angebrachte Lichtdurchlässe für einen zusätzlichen Lichteinfall aus den oberen Stockwerken.
Durch Simulationsergebnisse konnten diese so positioniert werden, dass sich bei der zur Verfügung
stehenden Querschnittsfläche ein maximaler Nutzen einstellt. Die ursprüngliche und optimierte
Position ist der Abbildung 39 zu entnehmen.
Abbildung 39: Position der Lichtdurchlässe im Büroflur
Entscheidung:
Aufgrund des geringen Einsparpotentials auf der Kunstlichtseite entscheidet sich das Planungsteam
gegen Lichtdurchlässe in den Flurböden. Dafür wird die Treppe mittig im Flur angeordnet und als
leichte Stahlkonstruktion mit großzügigem Treppenausschnitt ausgeführt. Dadurch ergibt sich eine
flexiblere Raumnutzung sowie eine größere Verkehrsfläche als in den ursprünglich geplanten
Varianten.
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6.3
Schlussbericht
Ausstellungsfläche
In der Ausstellung öffnet sich das Gebäude mit dem maximal möglichen Glasflächenanteil nach
Süden und ermöglicht dem Nutzer einen tageslichtdurchfluteten Zutritt in die angrenzenden
Bereiche. Die Hauptnutzung als Ausstellung- und Verkehrsfläche bedingt sehr niedrige innere
Lasten und führt damit zu einer maximalen Effektivität der solaren Zustrahlung. Ein kurzfristig
auftretendes Über- bzw. Unterschwingen der Raumtemperatur kann hier toleriert werden und führt
zu einer optimalen Aktivierung der Speichermasse des Gebäudes. Diese ist durch die Wahl der
Brandabschnitte in der Ausstellung besonders groß und wirkt sich somit dämpfend auf auftretende
Lastsprünge aus. In der wärmsten Jahreszeit blendet ein feststehender Sonnenschutz, der zwischen
den Büroflügeln über der raumhohen Südverglasung angeordnet ist, die Direktstrahlung ab den
Vormittagsstunden weitgehend aus. Die Größen und Anordnung ist so berechnet, dass in der
Übergangszeit und im Winter der niedrige Sonnestand einen hohen solaren Deckungsanteil
sicherstellt. Wird es dennoch zu warm, öffnen die Brandschutzklappen im Dach der Ausstellung
und den Bürofluren automatisch und sorgen für eine energetisch günstige freie Lüftung. Zusätzlich
kann bei Bedarf vorgekühlte Luft vom Erdwärmetauscher in die Ausstellung eingebracht werden.
Ansonsten wird die austretende Luft über Öffnungen in der Fassade nachgeführt.
6.3.1 Verglasungseigenschaften
Aus optischen und statischen Gründen entschließt sich das Planungsteam in der Ausstellung die
zwei raumhohen Glasflächenelemente von jeweils 36 m² nicht als Dreischeibenverglasung, sondern
als Zweischeibenverglasung auszuführen. Der Wärmedurchgangskoeffizient verschlechtert sich
damit von 0,87 W/m²K auf 1,1 W/m²K, was auf der energetischen Seite nur zu einer geringfügigen
Verschlechterung der Bedarfswerte führt (vgl. Kap 5).
6.3.2 Sonnenschutz
Aus Gründen der sommerlichen Behaglichkeit ist ein externes
Verschattungssystem vor den südorientierten Fensterflächen im
Ausstellungsbereich notwendig. Soll dies zu keiner nennenswerten
Beeinträchtigung der Sichtverbindung nach außen führen und ein
möglichst großer Anteil des Tageslichts ins Rauminnere gelangen,
bietet sich ein feststehender Überhang zwischen den Büroflügeln
an. Dieser ist so dimensioniert, dass in den warmen
Sommermonaten ein Zenitwinkel von mindestens 30°
ausgeblendet wird und deshalb in den Sommermonaten nicht zu
viel Direktstrahlung ins Gebäudeinnere gelangt. Die tiefstehende
Abend- und Morgensonne wird weitgehend von den vorgelagerten
Büroflügeln abgehalten. Ein entsprechender Sonnenschutz ist im
Bild rechts dargestellt.
6.3.3 Blendschutz
Aufgrund der Nutzung als Ausstellungsfläche entscheidet sich der Bauherr in der Ausstellung auf
einen innenliegenden Blendschutz zu verzichten. Er nimmt damit billigend in Kauf, dass im Fall
der niedrigstehenden Sonne auch direktes Licht ins Gebäudeinnere gelangt und es zu sehr hohen
Leuchtdichten auf hellen oder reflektierenden Flächen sowie zu einer Direktblendung durch die
Sonne selbst kommt.
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6.4
Schlussbericht
Seminarräume
In den Seminarräumen entscheidet sich der Bauherr aus repräsentativen Gründen für einen 50 %igen Glasanteil in der Fassade, was dem Tageslichtanteil zugute kommt. Durch die maximale
Raumtiefe von über 10 Metern und der Nordorientierung der Fassade könnte das Lichtangebot im
Rauminneren nur über Oberlichter im Dach oder lichtlenkende Maßnahmen entscheidend
verbessert werden. Eine frühe Konzeptstudie, wie ein externer Sonnenschutz auch als
lichtlenkendes System ausgeführt werden kann, ist in Abbildung 40 gezeigt.
Abbildung 40: Sonnenschutz mit Überstand zur Lichtlenkung
Das Planungsteam entscheidet sich aufgrund der überwiegend abgedunkelten Nutzung der
Seminarräume zu Präsentations- und Schulungszwecken gegen weitere Maßnahmen zur
Verbesserung der Tageslichtsituation.
Als Optimierungsmaßnahme wird der als Fluchtweg unabdingbare Balkon vor den Seminarräumen
so lichtdurchlässig wie möglich ausgeführt. Dazu ist der Boden mit flachen Gitterrosten belegt, die
entgegen der üblichen Praxis mit Rechtecken, die mit dem langen Schenkel vom Gebäude
wegzeigen, ausgestattet sind. Der Vorteil ist, dass die darunter liegenden Fenster durch den
Bodenbelag einen Teil des darüber liegenden Himmels sehen und damit mehr Tageslicht ins
Gebäudeinnere gelangt, als wenn der Balkon mit herkömmlichen Gitterosten belegt wird oder im
Extremfall massiv ausgeführt wird .
Als Blend- und Lichtschutz wird ein Rollosystem vorgeschlagen, dass die Räume im Bedarfsfall
verdunkelt und in den Wintermonaten als temporärer Wärmeschutz genutzt werden kann.
.
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6.5
Schlussbericht
Labor- und Entwicklungsbereich
Aufgrund der Nordorientierung, der großen
Raumtiefe und dem geringen Öffnungsindex der
Fassade ist es vor allem im Labor- und
EN02
Entwicklungsbereich nötig, verschiedene Alternativen zu entwickeln und zu bewerten. Zu den
Tageslichtlenksystemen (Lightpipe, Anidolisch
optische Systeme und holographisch optische
Elemente), die den Lichtanteil in den tieferliegenden
Raumabschnitten
verbessern,
werden
die
herkömmlichen Maßnahmen untersucht. Dazu
gehört der Glasflächenanteil der Fassade,
verschiedene Verglasungsarten und transparente Wandelemente zur Ausstellungsfläche. Neben
den Genannten werden auch andere Maßnahmen zur Tageslichtoptimierung untersucht. Zur
Bewertung der diskutierten Maßnahmen werden Untersuchungen mit verschiedenen
Tageslichtsimulationsprogrammen durchgeführt.
Nachfolgend ist die Modellbildung für
SUPERLITE und SUPERLINK beschrieben. Die Untersuchungen der holgraphisch optischen
Elemente und der Anidolik wird mit RADIANCE durchgeführt.
6.5.1 Modellbildung
Alle Untersuchungen im Labor- und Entwicklungsbereich werden repräsentativ am Raum EN02
durchgeführt. In der Fassade stehen zur Tageslichtversorgung ein Oberlichtband, ein
Fensterelement und ein senkrechter Glasstreifen neben der Eingangstür zur Verfügung (vgl.
Abbildung 41)
Dreifachverglasung (Transmissionsgrad = 62 %)
(3)
(1)
Tür
(2)
Abbildung 41: Fassade vor dem Labor- und Entwicklungsbereich
(1) Standardfenster 3 m x 1,8 m
(2) Glasstreifen neben der Tür 0,5 m x 2,5 m
(3) Oberlicht 5 m x 0,5 m
Als externe Verschattung ist der Balkon mit 1,1 m über dem Oberlicht mit berücksichtigt.
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Schlussbericht
Die Raumgeometrie kann mit einer Trapezfläche hinreichend genau beschrieben werden. Die Maße
sind im Folgenden beschrieben:
Raumbreite 7 m
Kurzer Trapezschenkel 10,5 m
Langer Trapezschenkel 11,5 m
Lichte Raumhöhe 3,0 m
6.5.2 Modell der anidolisch optischen Decke
In Zusammenarbeit mit dem EPFL in Lausanne ist eine anidolische Decke dimensioniert und
anschließend bewertet worden. Der vollständige Bericht dieser Arbeit befindet sich im Anhang.
Abbildung 42: Modellbildung der anidolisch optischen Decke
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Modell der Ausstellungsfläche
Die Rückwand des Labors- und Entwicklungsbereichs grenzt an die Ausstellungsfläche. Aufgrund
des großen Glasflächenanteils in der Fassade ist diese sehr gut mit Tageslicht beleuchtet. Inwieweit
durch transparente Wandelemente zur Ausstellungsfläche das Tagslichtangebot im Labor und
Entwicklungsbereich verbessert werden kann, wird an einem vereinfachten Modell untersucht.
Dieses bildet die Ausstellungsfläche als rechteckiges Atrium ab, an das der Raum EN02 mit seiner
Rückwand grenzt sowie die Verschattungssituation durch die anderen Gebäudeteile berücksichtigt
(vgl. Abbildung 43).
Abbildung 43: Modellbildung Ausstellung und Raum EN02 mit SUPERLINK
Lichttechnische Eigenschaften
Die diffusen Eigenschaften der berücksichtigten Elemente sind wie folgt:
Boden 40 % , Decke 70 %,Wände 60 %
Externe Verschattung (Balkon, Fensterrahmen usw.) 60 %
Bodenfläche im Freien 20 %
Die Transmissionswerte der Glasflächenelemente sind:
Fensterelement 62 % alternativ 80 %
Transmissionswerte der transparenten Innenwand 50 %
Nutzung
Die Nutzungszeit ist analog zum Pflichtenheft zwischen 7-18 Uhr festgelegt.
Bei einer maximalen Nutzung ist von 4015 Betriebsstunden auszugehen.
Die geforderte Beleuchtungsstärke beträgt 500 Lux. Im Fall der ADS Elemente wird zusätzlich eine
Variante mit 300 Lux betrachtet.
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6.5.3 Verglasungseigenschaften
Momentan wird von einer hochwertigen Wärmeschutzverglasung mit einem k-Wert von 0,87 und
einer Lichtdurchlässigkeit von 62 % ausgegangen. Auf der Gebäudenordseite wird untersucht,
welchen Vorteil eine Verglasung mit einer Lichtdurchlässigkeit von 80 % hat.
6.5.4
Nicht weiter untersuchte Tageslichtsysteme
Light-Pipe
Soll im Labor-/Entwicklungsbereich ein System zur Lichtleitung eingesetzt werden, ist eine
Anbindung an das Sonnenlicht nur über den Dachbereich in der Ausstellungsfläche möglich. Ein
entsprechendes System wird unter dem Namen Light-Pipe vermarktet. Ein Anwendungsbeispiel
wird im Bild unten gezeigt.
Abbildung 44: Bild einer Light-Pipe
Begründung:
Lichtleitsysteme zwischen mehreren Geschossen werden in Deutschland nur äußerst sporadisch
eingesetzt. Der Grund liegt zum einen in der aufwendigen Technik zur Lichtleitung, was die
Systeme teuer macht, als auch in den bestehenden Brandschutzvorschriften in öffentlichen
Gebäuden. Aus den genannten Gründen entscheidet sich das Planungsteam, diese Systeme nicht in
die engere Auswahl zu ziehen.
Holographisch optische Elemente
Die HO Elemente werden an der Außenfassade in Form einer Glasscheibe
oberhalb der Fenster mit einem Anstellwinkel von 45° angebracht. Über ein
holographisches Beugungsgitter, das zwischen zwei Glasscheiben eingebettet
ist, wird diffuses Licht ins Gebäudeinnere gelenkt.
Begründung
Die Einsparung durch die holographisch optischen Elemente ist bei
gleichen Randbedingungen und zur Verfügung stehender Fläche kleiner als bei den ADSElementen. Aufgrund der großen Raumtiefe entscheidet sich das Planungsteam - trotz der deutlich
höheren Kosten - nur das System mit dem größten Nutzen zu bewerten.
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Simulationsergebnisse im Labor- und Entwicklungsbereich
Dimensionierung und Bewertung der anidolisch optischen Elemente wird mit RADIANCE
vorgenommen, da sich diese Systeme mit den herkömmlichen Simulationsprogrammen nicht
beschreiben lassen. Alle anderen Parameterstudien werden mit SUPERLITE und SUPERLINK
durchgeführt. Um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen, wird ein Referenzfall mit
beiden Programmen berechnet. Anhand dieser Ergebnisse können die Parameter in SUPERLITE
soweit angepasst werden, dass für den Referenzfall ähnliche Resultate erzielt werden.
6.6.1 Parameterstudien im Labor- und Entwicklungsbereich
Zunächst wird als Referenzfall eine Variante ohne tageslichtoptimierende Maßnahmen im Raum
EN02 betrachtet. Alle folgenden prozentualen Angaben sind auf diesen Fall bezogen. Der
Tageslichtquotient der Variante ohne tageslichtoptimierende Maßnahmen ist in Abbildung 45
gezeigt
Abbildung 45: Tageslichtquotient der Standardvariante
Gut zu erkennen ist der Einfluss des Fensters auf der Nordseite des Raumes.
Ab einer Raumtiefe von 4 m fällt der Tageslichtquotient unter einen Wert von 1.
Das Maximum liegt bei 9,13
Der Mittelwert über der Raumfläche bei 1,07
Das Minimum in den hinteren Raumabschnitten unter einem Wert von 0,3.
Wird im Raum EN02 von einer installierten Leistung von 1000 W ausgegangen, ergibt sich ein
Strombedarf von 4015 kWh pro Jahr. Mit der manuellen Schaltweise fällt die jährliche Einsparung
mit 48,8 kWh pro Jahr erwartungsgemäß nur geringfügig aus. Die maximal mögliche Einsparung
von 1171 kWh wird mit einer ideale gedimmten Betriebsweise erreicht. Das entspricht einer
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Schlussbericht
Einsparung von 28 %. Bei den folgenden Betrachtungen wird gemäß dem derzeitigen
Planungsstand nur noch von einer gedimmten Betriebsweise ausgegangen.
6.6.2 Verglasungseigenschaften
Der Tageslichtanteil im vorderen Raumdrittel verbessert sich mit der tageslichtoptimierten
Verglasung deutlich. Die Variante mit der lichtoptimierten Verglasung hat einen Strombedarf von
2622 kWh pro Jahr. Gegenüber der Standardvariante können damit maximal 8 % Strom zur
Beleuchtung bei ansonst identischen Randbedingungen eingespart werden.
6.6.3 Transparente Anbindung an die Ausstellung
Im Bereich der Innenwände zur Ausstellung sind mehrere transparente Wandelemente möglich.
Dazu gehören Oberlichter und transparente Innentüren. Um das maximale Einsparpotential
abzuschätzen, wird eine Variante mit einer, auf der gesamten Fläche lichtdurchlässigen Wand
(Transmissionseigenschaft der Innenwand 50 %) untersucht.
Wie in Abbildung 46 gezeigt, verbessert sich der Tageslichtquotient, vor allem im hinteren
Raumbereich, gegenüber der Standardvariante deutlich.
Abbildung 46: Tageslichtquotient bei transparenter Innenwand
Gut zu erkennen ist der Einfluss des Fensters und der transparenten Innenwand auf den
Tageslichtquotienten. Weniger auffallend ist, dass sich der Mittelwert auf einen Wert von 1,07 auf
2,04 verbessert und der Flächenanteil im Raum mit einem Tageslichtquotient kleiner 1 nur noch in
einem schmalen Streifen in der Raummitte zu finden ist .
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Aus der Jahresbetrachtung resultiert der in Abbildung 3.4 gezeigte Strombedarf zur Beleuchtung
mit Kunstlicht (gelb). Als Vergleich ist die Standardvariante (rot) mit dargestellt.
Abbildung 47: Strombedarf bei transparenter Innenwand im Vergleich zur Standardvariante
Die Variante mit transparenter Innenwand hat einen Strombedarf von 1759 kWh pro Jahr. Das
entspricht einer Einsparung von 38 %. Zu beachten ist, dass in der Realität nicht von einer
vollständig transparenten Fläche ausgegangen werden kann. Wird der Anteil der transparenten
Wandfläche aber günstig platziert und entsprechend groß gewählt (50 %), ist von einer Einsparung
zwischen 20 % und 30 % auszugehen.
6.6.4 Balkon vor den Seminarräumen
Aus Gründen der Sicherheit kann auf den Balkon vor den Seminarräumen nicht verzichtet werden.
Tageslichttechnisch beschattet der Balkon die Fensterelemente vor den Labor- und
Entwicklungsbereichen und verschlechtert damit den Tageslichtanteil im Gebäudeinneren. Damit
dieser Effekt soweit als möglich reduziert werden kann, ist der Bodenbelag aus
tageslichtoptimiertem Gitterrost ausgeführt. Die Rechtecke, aus denen sich der Gitterrost
zusammensetzt, haben eine Abmessung von 31 mm x 9 mm. Wobei der lange Schenkel senkrecht
zum Gebäude angeordnet ist.
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6.6.5
Schlussbericht
Anidolisch optische Decke
In Zusammenarbeit mit dem EPFL in Lausanne wird untersucht, inwieweit anidolisch optische
Decken zur Verbesserung der Tageslichtsituation in den tiefer liegenden Raumabschnitten
beitragen können /17/.
9,0
9,0
7,0
7,0
5,5
Profil hinter dem Fenster
4,0
4,0
3,0
3,0
Tageslichtquotient [%]
Tageslichtquotient [%]
5,5
mit ADS
2,0
1,5
1,0
ohne ADS
0,5
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Abstand vom Fenster [m]
Profil hinter der Tür
2,0
1,5
mit ADS
1,0
ohne ADS
0,5
0
1
2
3
4
5
6
7
8
Abstand vom Fenster [m]
Abbildung 48: Verlauf des Tageslichtquotienten hinter dem Fenster (Bild links) und hinter
der Tür (Bild rechts) über der Raumtiefe.
Deutlich zu erkennen ist der Anstieg des Tageslichtquotienten in Raumtiefen größer 2 Metern
hinter den Fensterelementen (Abb. 48 linkes Bild). Wesentlich geringer ist der Anstieg des
Tageslichtquotienten hinter der Eingangstür (Abb. 48 rechtes Bild). Die Anidolik ist die einzige
untersuchte Maßnahme, die im mittleren Raumabschnitt eine entscheidende Verbesserung der
Tageslichtverhältnisse ermöglicht. Die daraus resultierende Tageslichtautonomie ist für eine
Nennbeleuchtungsstärke von 300 und 500 Lux in den Abbildungen 49 und 50 gezeigt.
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1
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Profil hinter dem Fenster
Tageslicht Autonomie
ohne ADS
mit ADS
Abstand vom Fenster [m]
Abbildung 49: Tageslichtautonomie des Referenzfalls für eine Nennbeleuchtungsstärke von
300 Lux hinter der Fenstermitte
Profil hinter dem Fenster
ohne ADS
Tageslicht Autonomie
mit ADS
Abstand vom Fenster [m]
Abbildung 50: Tageslichtautonomie des Referenzfalls für eine Nennbeleuchtungsstärke von
500 Lux hinter der Fenstermitte
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Zone I
0
3m
3.0
Die resultierende Einsparung durch die Anidolik wird für die Zone I mit 3 bis 6 m Fensterabstand
und die Zone II mit 6 bis 9 m Fensterabstand angegeben.
Zone II
6m
9m
Abbildung 51: Zonierung des Labor-/Entwicklungsbereichs
Tabelle 3: Durchschnittliche Einsparung beim Kunstlicht
Profil hinter Fenster
Profil hinter der Tür
Zone I
35
15
0
0
required : 300 Lux
required : 500 Lux
required : 300 Lux
required : 500 Lux
Zone II
0
0
0
0
Die Simulationsergebnisse zeigen, dass die anidolische Decke die einzige untersuchte Maßnahme
ist, mit der das Tagelichtniveau in der Raummitte deutlich verbessert werden kann. In
Abhängigkeit der gewünschten Nennbeleuchtungsstärke liegt die Einsparung in der mittleren Zone
zwischen 35 und 15 %. Bezogen auf die gesamte Raumfläche resultiert daraus eine Einsparung von
6 % bei einer Nennbeleuchtungsstärke von 300 Lux oder eine Einsparung von 2,5 % bei einer
Nennbeleuchtungsstärke von 500 Lux.
Würde die gesamte Oberlichtfläche anidolisch genutzt werden, resultiert daraus eine Einsparung
von 11,6 % bei 300 Lux und 5 % bei 500 Lux für den gesamten Raum.
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Schlussbericht
Neben den rein finanziellen Gesichtspunkten stellt sich durch die ADSysteme eine Verbesserung
des visuellen Komforts im Raum ein. Bewertet wird der visuelle Komfort nach dem VCP-Wert
(Visual Comfort Probability). Dieser gibt den wahrscheinlichsten Anteil zufriedener Personen an.
Die Verbesserung des VCP-Wertes bewirkt, dass die Zufriedenheit und somit auch die
Produktivität der Mitarbeiter steigt. Ökonomisch betrachtet ist dieser Wert nicht quantifizierbar.
Abbildung 52: Verbesserung des VCP Werts im Raum EN02 /18/
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6.6.6 Empfehlung zu den tageslichtoptimierenden Maßnahmen
Dem Bauherrn wird zur Tageslichtoptimierung empfohlen, im fassadennahen Bereich das
Lichtangebot durch folgende Maßnahmen zu verbessern:
• ein zusätzlicher raumhoher Glasstreifen neben der Eingangstür
• eine lichttechnisch günstige Verglasung aller transparenten Flächen
• die Balkonkonstruktion möglichst lichtdurchlässig auszuführen
In den hinteren Raumabschnitten ist durch eine transparent ausgeführte Innenwand ein
erhebliches Potential gegeben. Soll zusätzlich in der Raummitte das Tageslicht optimiert
werden, ist die anidolisch optische Decke ein geeignetes Mittel.
Entscheidung des Bauherrn:
Aufgrund der vorgesehenen Nutzung und der hohen Investitionskosten entscheidet sich der
Bauherr im Erdgeschoss für folgende Maßnahmen:
Die Innentüren zur Ausstellung werden mit einem kleinen Fensterelement zur Durchsicht in
die Laborräume ausgestattet.
Der Balkon wird nicht massiv, sondern mit einem tageslichtoptimierten Gitterrost ausgeführt.
Auf den Einbau einer anidolischen Decke wird verzichtet.
Begründung:
In den Labor- und Entwicklungsbereichen wird mit einem zukünftigen Pächter verhandelt, der
lichtempfindliche Materialien verarbeitet, was einen hohen Tageslichtanteil von vorneherein
ausschließt. Zudem bedingt eine Brandschutzwand zwischen den Nordräumen und der
Ausstellung einen hohen finanziellen Aufwand beim Einsatz transparenter Innenwände. Ein
weiteres Hindernis ist der große Wandflächenbedarf einer möglichen Ausstellung im
Erdgeschoss. In diesem Fall sollen die Wandflächen möglichst harmonisch wirken, was
Oberlichter und andere optisch auffällige Lösungen von vorneherein ausschließt.
6.7
Tageslichtoptimierte Zonen
Eine Überblick der tageslichtoptimierten Zonen wird im Folgenden gezeigt:
Abbildung 52a: Tageslichtoptimierte Zonen im Erdgeschoss
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Konzept zur technischen Gebäudeausrüstung
Im Folgenden wird kurz auf die wesentlichen Erkenntnisse aus der Gebäudesimulation
eingegangen, die zusammen mit der vorgesehenen Nutzung die Anforderungen an ein
energetisch günstiges und bedarfsoptimiertes Anlagenkonzept liefern.
Bürobereich
Die Nutzenübergabe in den Büroräumen ist bedarfsorientiert auszuführen und eine
ausreichende Belüftung sicherzustellen. Aufgrund der flexiblen Nutzung ist die Anlage so zu
dimensionieren, dass jeder Arbeitsplatz mit zwei Personen belegt werden kann. Bei einfacher
Belegung 45 m³/h*pers ergibt sich ein Auslegungsvolumenstrom von 3750 m³/h. Im Fall der
intensiven Nutzung wächst dieser auf den doppelten Wert an. Aufgrund des hohen
Dämmstandards der Gebäudehülle und der intensiven Nutzung besteht vor allem im Bereich
der Lüftungsverluste ein hohes Einsparpotential, das in geeigneter Form von der
Anlagentechnik ausgeschöpft werden soll. Die umfangreichen Parameterstudien im
Gebäudebereich haben gezeigt, dass das Gebäude mit der vorgesehenen Nutzung ohne aktive
Kühlung betrieben werden kann, wenn die Vorgaben an den externen Wärmeschutz
eingehalten werden und auf eine ausreichende Aktivierung der Speichermassen geachtet wird.
Gegebenenfalls sind zusätzliche Maßnahmen im Bereich der erhöhten Taglüftung in Betracht
zu ziehen. Der benötigte Außenluftstrom muss in den Raum so eingetragen werden, dass im
Nutzungsbereich keine Zugerscheinungen entstehen. Durch die guten Wärmedämmwerte der
Außenwände und der Fenster in den Büroräumen ergeben sich hohe Oberflächentemperaturen
der umschließenden Bauteile, so dass eine Einschränkung der thermischen Behaglichkeit
durch kalte Umschließungsflächen nicht zu erwarten ist. Die Anordnung von
Flächenheizkörpern vor den Außenbauteilen ist daher zur Herstellung der thermischen
Behaglichkeit nicht zwingend erforderlich.
Büroflure und Ausstellungsbereich
In den Bürofluren und Ausstellungsbereichen bestehen aufgrund der Hauptnutzung als
Verkehrsfläche keine besonderen Anforderungen an die Nutzenübergabe. Durch die
großflächige Verglasung im Dachbereich und der Südfassade sind seitens des externen
Sonnenschutzes und der TGA geeignete Maßnahmen vorzusehen, die eine Überhitzung in den
Sommermonaten verhindern. Dazu gehört eine freie Lüftung mit Luftdurchlässen, die eine
volumenbezogene Außenluftrate von 4 1/h sowie eine Anbindung an den vorgesehenen
Erdwärmetauscher ermöglichen.
Seminar- und Labor-/Entwicklungsbereich
Im Seminar- und Labor-/Entwicklungsbereich ist aufgrund der vorgesehenen Nutzung eine
Zu- und Abluftanlage nötig. Zur Reduktion der hohen Lüftungswärmeverluste sind hier
geeignete Maßnahmen vorzusehen. Insbesondere ist der Einsatz eines Erdwärmetauschers in
Betracht zu ziehen, der neben den Vorteilen im Heizbetrieb auch einen Beitrag zur
Verbesserung der sommerlichen Behaglichkeit leistet.
Die Anlage ist so auszuführen, dass eine erhöhte Tag- und Nachtlüftung möglich ist. Durch
die unregelmäßige Nutzung werden dem Raum starke Lastsprünge aufgeprägt, was eine
schnell reagierende Heizung erforderlich macht.
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7.1
Schlussbericht
Nutzenübergabe Heizung
7.1.1 Büros
Im Bereich der Nutzenübergabe existieren folgende Möglichkeiten:
1. Standardvariante mit Heizkörpern und Fensterlüftung
2. Deckensegel in Kombination mit einer Abluftanlage
3. Eine Zu- und Abluftanlage zur Lüftung und Beheizung
Zur Entscheidungsunterstützung wird per Simulation ein Systemvergleich zwischen der
Alternative 1 (Heizkörpern) und Alternative 2 (Deckensegel) durchgeführt3. Dabei sind die
Betriebskosten, die Investitionskosten und der Heizenergieaufwand zu ermitteln und
gegenüberzustellen. Die technischen Daten des Deckensegels werden auf dem Prüfstand der
FG-HLK in einer wärmetechnischen Untersuchung ermittelt und als Grundlage bei der
Gegenüberstellung herangezogen /19/. Daraus geht hervor, dass die Deckensegel den
Hauptteil der Leistung an der Oberseite abgeben. Dazu ist das Segel so aufgebaut, dass sich
die Unterseite nur soweit erwärmt, dass keine Behaglichkeitsdefizite in der Aufenthaltszone
zu erwarten sind. Systembedingt stellt sich bei zu geringer oder deaktivierter Zuluft eine
Temperaturschichtung im Raum ein. Der im Prüfstand gemessene Temperaturgradient ist
nicht so groß, dass Behaglichkeitsdefizite zu erwarten wären und löst sich nach dem
Aktivieren der Lüftung relativ schnell auf.
Die Variante mit einer Zu- und Abluftanlage wird nicht näher betrachtet, da auf der Seite der
Investitionskosten und dem Platzbedarf für das Kanalnetz deutliche Nachteile gegenüber den
beiden anderen Varianten zu erwarten sind.
Ergebnisse:
Der Heizenergieaufwand liegt bei der Standardvariante, im Fall der intensiven Nutzung
durch die hohen Lüftungsverluste, deutlich über dem TK3-Grenzwert von 40 kWh/m²a. Im
Fall der Nutzenübergabe durch Deckensegel besteht die Möglichkeit die Abluftanlage mit
einer Wärmepumpe zu kombinieren. Mit der Kombination aus Abluftanlage und einer
optimierten Wärmepumpe kann der Grenzwert von 40 kWh/m²a deutlich unterschritten
werden.
Der größere Heizenergieaufwand der Standardvariante verursacht ca. 30 % mehr
Betriebskosten als die Variante mit Deckensegel.
Im Fall der Deckensegel ist aufgrund der aufwendigeren Anlagentechnik mit 6 % höheren
Investitionskosten zu rechnen.
Bei beiden Varianten liegt die Gesamtannuität für einen Betrachtungszeitraum von 20
Jahren zwischen 1 und 3 % und damit aufgrund der Vorhersage der zu erwartenden Preis- und
Zinsentwicklung im Bereich der Ungenauigkeit.
Aufgrund der geringen Unterschiede bei der Annuität, der Zuordnung zu dem
Forschungsprojekt TK3 und aus ökologischen Gründen entscheidet sich das Planungsteam,
dem Bauherrn die Deckensegel-Variante zu empfehlen.
7.1.2 Übriges Gebäude
In allen anderen Gebäudebereichen erfolgt die Nutzenübergabe mittels Heizkörper, die soweit
als möglich unterhalb der Fensterflächen angebracht werden.
3
Anlage A3: Vergleich der Anlagenkonzepte „Standardvariante“ und „Deckeninselvariante“ als Basis für eine
Planungsentscheidung, Dokument 5.5, Bauer Michael
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7.2
Schlussbericht
Lüftung
Das Lüftungskonzept ist so entwickelt, dass die Behaglichkeit jederzeit gewährleistet wird
und hygienische Mindestansprüche eingehalten werden. Dazu ist die Luft temperiert und
strömungsfrei in die Aufenthaltszone einzubringen und pro Person der geforderte
Volumenstrom vorzuhalten. Soweit als möglich wird die sommerliche Behaglichkeit über
eine freie Nachtlüftung gewährleistet. In den intensiver genutzten Gebäudebereichen mit
maschineller Abluft sind die Komponenten so ausgelegt, dass zur Auskühlung der
rauminneren Speichermassen ein vierfacher volumenbezogener Außenluftstrom gefahren
werden kann. Die Wärmerückgewinnung aus der Abluft und die bedarfsgerechte busgestützte
Raumregelung gewährleisten die niedrigen Bedarfswerte bzw. das Einhalten der TK3Grenzwerte trotz der intensiv genutzten Gebäudebereiche.
7.2.1 Büroräume
Die Zuluft wird über Lüftungsöffnungen in der Außenwand oberhalb der Fenster durch den
Unterdruck der Abluftanlage angesaugt und über eine „Deckeninsel“ weit in den Raum
eingetragen. Damit es zwischen der Eintrittsöffnung und dem Deckensegel zu keinem
Kaltluftabfall und damit verbundenen Behaglichkeitsdefiziten kommt, ist eine formschlüssige
Verbindung dieser Bauteile vorgesehen. In den Büroräumen wird die Abluft mit einer
Abluftanlage erfasst, wobei der Luftvolumenstrom zwischen 0 m³/h (unbelegt), 45 m³/h
(einfache Nutzung), 90 m³/h (intensive Nutzung) und <300 m³/h (Nachtlüftung) dem Bedarf
angepasst werden kann. Da der Büroflur als getrennter Brandabschnitt ausgewiesen ist,
werden die Abluftkanäle durch die Bürotrennwände geführt. Die Luft wird in einer
Ringleitung gesammelt und den Wärmepumpen zugeführt.
Zu Beginn der Entwicklung des Lüftungskonzepts wurde untersucht, ob es auch in den
Büroflügeln mit einer freien Lüftung möglich ist, die sommerliche Behaglichkeit zu
gewährleisten. Dazu sollte die Luft über die Zugluftöffnung in die Büros gelangen, über
Luftdurchlässe in die Flure überströmen und von dort aus durch Rauchabzugsklappen ins
Freie abgeführt werden. Zu diesem Zweck wurden die erforderlichen Luftströme berechnet,
die Querschnitte dimensioniert und die Kosten abgeschätzt. Diese Berechnungen haben
gezeigt, dass die Überströmöffnungen zwischen Büro und Flur mit ausreichendem
Querschnitt, Schall- und Brandschutz den Kostenrahmen um ein Vielfaches überschreiten.
7.2.2 Freie Lüftung in den Bürofluren und der Ausstellung
In der Ausstellung und den Bürofluren ist zur Gewährleistung der sommerlichen
Behaglichkeit eine freie Lüftung realisiert. Dazu wird im Bodenbereich der Ausstellung
vorgekühlte Außenluft vom Erdwärmetauscher in die Ausstellung eingebracht. Die Luft wird
über die Konvektorschächte unterhalb der Südverglasung impulsarm eingeleitet und
verhindert in der Aufenthaltszone, dass die Raumtemperatur 30°C überschreitet. Die
erwärmte Luft steigt nach oben und wird über die Rauchabzugsklappen im Dach der
Ausstellung und der Büroflure ins Freie geführt. Bei ungünstigen Druckverhältnissen am
Gebäude kann ein Ventilator die freie Lüftung unterstützen.
7.2.3 Seminarräume und Labor-und Entwicklungsbereich
In den Seminarräumen werden die Luftöffnungen aus Platzgründen unterhalb der Decke
angeordnet. Damit eine gute Durchmischung erreicht wird, wird die Zuluft über sogenannte
Weitwurfdüsen in den Raum eingebracht. In Abhängigkeit der Belegungssituation kann der
Volumenstrom der Nutzung angepasst werden. Damit das hohe Potential aus der Abluft nicht
als
Verlust
an
die
Umwelt
abgeben
wird,
sorgt
ein
hochwertiger
Kreuzstromplattenwärmetauscher dafür, dass mindestens 60 % der Abluftwärme an die Zuluft
abgegeben wird.
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Schlussbericht
7.3 Wärmerückgewinnung aus der Abluft
In den Bürobereichen und der Ausstellung ist eine Wärmepumpe zu planen, die einen großen
Teil des Wärmeinhalts aus der Abluft zu Heizzwecken nutzbar macht. In den Seminarräumen
sowie den Labor- und Entwicklungsbereichen wird über einen Wärmetauscher der Abluft
Wärme entzogen und damit die Zuluft vorgewärmt.
7.3.1 Wärmetauscher
Der Kreuzstromplattenwärmetauscher im Seminarraum ist für einen Volumenstrom von 6000
m³/h auszulegen, im Labor- und Entwicklungsbereich sind 2000 m³/h vorzusehen. Die
Wärmetauscher sind so ausgelegt, dass mindestens 60 % der Abluftwärme an die Zuluft
übertragen werden können. Über einen integrierten Bypass kann zu den Zeiten, an dem der
Einsatz keinen Vorteil bringt, der Wärmetauscher umgangen werden, um unnötige
Druckverluste oder eine nachteilige Betriebsweise zu vermeiden.
7.3.2 Wärmepumpe
Nach der konzeptionellen Entscheidung für das Anlagenkonzept Deckensegel in Kombination
mit einer Wärmepumpe ist zu überprüfen, welche Wärmepumpe die Anforderungen an den
energiesparenden Betrieb in der geplanten Weise erfüllen kann. Nach einem ersten
Auswahlverfahren werden die Produkte der Firma KVS-Klimatechnik Stuttgart und der
Carrier GmbH Unterschließheim auf ihre Eignung geprüft.
In Abhängigkeit der
Anlagengröße des Abluftvolumens der Betriebstemperaturen im Heiznetz ist projektbedingt
die optimale Auslegung der Wärmepumpe zu berechnen. Die Wärmepumpe ist zudem so
auszulegen, dass sie im Grundlastbetrieb immer dann läuft, wenn die Abluftanlage in Betrieb
ist und die erzeugte Wärme in das Heiznetz oder die Speicher eingespeist werden kann.
•
•
•
•
•
•
Die maximale Leistungsabgabe der Wärmepumpe sollte nicht größer sein als der
Grundlastbetrieb des Gebäudes (72 kW).
Der Volumenstrom der Büroabluft beläuft sich im Fall der intensiven Nutzung auf 7000
m³/h und der einfachen Nutzung auf 3500 m³/h während der Vollbelegung.
Das Potential der Büroabluft ist im Fall der Vollbelegung 44 kW und soll möglichst
vollständig genutzt werden.
Das Temperaturniveau der Wärmequelle (Büroabluft) liegt während der Heizzeit
zwischen 20 und 25 °C.
Die Wärmesenke ist das Heiznetz, dass im Auslegungsfall eine maximale
Vorlauftemperatur von 52 °C und eine Rücklauftemperatur von 42 °C hat. In der
Übergangszeit wird die Vorlauftemperatur in Abhängigkeit der Außenlufttemperatur
eingestellt.
Ein geeigneter Pufferspeicher ist zu dimensionieren.
Anlagenschaltung der Wärmepumpen:
Auf der Wärmequellenseite können zur Büroabluft bis zu 3000 m³/h aus der
Ausstellungshalle entnommen werden. Damit stehen im Fall der intensiven Nutzung bei einer
Vollbelegung 10000 m³/h Luftvolumen auf Raumtemperaturniveau zur Verfügung. Ist dies
nicht ausreichend, kann über einen Bypass Außenluft zugemischt werden. Auf jeden Fall ist
die gesamte Büroabluft über die Wärmepumpe zu führen.
Mit dem Ziel möglichst lange Laufzeiten der Wärmepumpe zu erzielen, sollte eine bivalent
parallele Betriebsweise von Wärmepumpe und Kessel gewählt werden. Dies bedeutet, dass
der Kessel erst dann zugeschaltet wird, wenn die Wärmepumpe zusammen mit dem
Pufferspeicher nicht mehr in der Lage ist, die Gebäudeheizlast zu decken.
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Auf der Wärmesenkenseite wird die Wärmepumpe an einen Pufferspeicher angeschlossen,
damit ein Takten der Wärmepumpe vermieden wird, wenn das Heiznetz die abgegebene
Wärmepumpenleistung nicht vollständig aufnehmen kann. Zudem kann somit eine zeitliche
Verschiebung von Bedarf und Angebot kompensiert werden, wodurch die Effizienz der
Anlage steigt. Der Pufferspeicher ist so auszulegen, dass nachts, wenn die Abluftanlage nicht
in Betrieb ist, die Transmissions- und Infiltrationsverluste abgedeckt werden können. Dazu
müsste die Speichergröße 3000 l betragen. Soll neben dem Nachtbetrieb die eingespeicherte
Heizenergie für den Wochenendbetrieb genutzt werden, ist ein Speicher mit 6000 l nötig.
Die Beladung des Speichers sollte so gelegt werden, dass morgens mit der Inbetriebnahme
der Wärmepumpe zunächst die volle Leistung zur Deckung des Energiebedarfs im Gebäude
zur Verfügung steht. Erst in den Nachmittagsstunden, wenn nicht mehr die volle
Wärmepumpenleistung dem Gebäude zugeführt werden kann, sollten die Speicher über die
Wärmepumpen beladen werden.
Da sowohl der Nutzungsgrad des Brennwertkessels als auch die Arbeitszahl der
Wärmepumpe von einer niedrigen Auslegungstemperatur im Heiznetz abhängen, müssen die
Auslegungstemperaturen entsprechend niedrig gewählt werden. Eine Vorlauftemperatur von
55 °C ist durch den geplanten Einsatz einer Wärmepumpe sicherlich die obere Grenze.
Bei der hydraulischen Anbindung der Wärmepumpe in das Heiznetz ist unbedingt darauf zu
achten, dass die Wärmepumpe nicht direkt die Temperatur im Kondensationsbereich des
Brennwertkessels anhebt. Bei der hydraulisch einfacheren Reihenschaltung zwischen Kessel
und Wärmepumpe ist dies nur möglich, wenn zwischen Kondensationswärmetauscher und
Brennerkammer am Kessel eine separate Einspeisung der „Wärmepumpenleistung“
ermöglicht wird. Im Fall der Parallelschaltung wird die von der Wärmepumpe abgegebene
Heizleistung in den Vorlauf des Kesselkreises eingespritzt und beiden Wärmeerzeugern steht
die niedrige Rücklauftemperatur zur Verfügung.
Auswahl einer geeigneten Wärmepumpe:
Die Wärmepumpe ist so auszulegen, dass eine möglichst hohe Arbeitszahl erreicht wird.
Keinesfalls darf eine Arbeitszahl von 2,8 unterschritten werden, da sich sonst der CO2
bewertete Gesamtenergiebedarf verschlechtert und die Wirtschaftlichkeit deutlich abnimmt.
Als relevante Bewertungskriterien werden in diesem Bereich die Investitionskosten und die
Wirtschaftlichkeit herangezogen. Zu diesem Zeck wird die mittlere Arbeitszahl per
Simulation ermittelt und in Tabelle 4 den Investitionskosten gegenübergestellt.
Tabelle 4: Technische Daten verschiedener Wärmepumpen
Carrier
30YQ-H010
KVS
BIVA 0501
KVS
POOL 3003 Li
Heizleistung
kW
40 kW
Nennvolumenstrom ∅ Arbeitszahl
∅ Arbeitszahl
m³/h
intensive Nutzung einfache Nutzung
<10000
3
2.5
Nettopreis
11 kW
4800
3.5
3.0
nicht
ausgeschrieben
20000 DM
12 kW
3500
4.0
4.0
11800 DM
Die Ergebnisse der Simulation zeigen, dass die leistungsstärkste Wärmepumpe der Firma
Carrier im Fall der Vollbelegung die geforderte Arbeitszahl von 2,8 im Fall der intensiven
Nutzung knapp erreicht. Im Fall der einfachen Nutzung führt das Beimischen von Außenluft
zu niedrigeren Lufttemperaturen an der Wärmepumpe und damit zu einer Arbeitszahl kleiner
2,8. Diese Wärmepumpe erfüllt daher nicht die geforderten Ansprüche und wird nicht
ausgeschrieben. Ein Vergleich der beiden Wärmepumpen von KVS zeigt deutliche Vorteile
des Typs POOL 3003 gegenüber der BIVA 0501. Ein Grund dafür ist der niedrigere
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Nennvolumenstrom der POOL, der andere ein besser passendes Temperaturniveau auf Seiten
der Lufteintrittstemperatur der POOL Wärmepumpe. Dieses reicht bei der BIVA von –15 bis
+15 °C und bei der POOL von 10 bis 28 °C Trockentemperatur.
Um auch im Fall der Teilbelegung auf ein Zumischen von Außenluft verzichten zu können,
werden zwei Wärmepumpen vom Type POOL 3003 eingesetzt. Damit kann mit dem
Aktivieren der Abluftanlage die erste Wärmepumpe in Betrieb gehen. Stehen aufgrund einer
Teilbelegung keine 3500 m³/h zur Verfügung, wird der fehlende Luftvolumenstrom in der
Büroabluft der Ausstellung entnommen. Ab einem Abluftvolumenstrom von 4000 m³/h kann
die zweite Wärmepumpe zugeschaltet werden. Dies gewährleistet das höchste
Temperaturniveau auf der Wärmequellenseite und damit die maximale Arbeitszahl.
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7.4
Schlussbericht
Erdwärmetauscher
Auslegungsdaten:
Ein Erdwärmetauscher kann beim bisherigen Anlagenkonzept in den Seminarräumen, den
Labor- und Entwicklungsbereichen und der Ausstellung genutzt werden. Der maximal
benötigte Luftvolumenstrom ist damit auf 10000 m³/h festgelegt.
Aufgrund der Planung im Außenbereich steht zwischen den Eintrittsöffnungen und dem
Sammlerstück am Gebäude eine Länge von 65 m zur Verfügung, in der die Rohre des
Erdwärmetauschers verlegt werden können.
Erdwärmetauschervarianten
Aufgrund verschiedener Vorschläge im Planungsteam werden zwei Erdwärmetauscher
dimensioniert und vergleichend gegenübergestellt. Die beiden Varianten werden entsprechend
der planenden Parteien mit Rauls und Heidt bezeichnet. Die Dimensionierung und Bewertung
wird aus Gründen der Vergleichbarkeit mit identischem Werkzeug GAEA /20/ durchgeführt
(vgl. Tabelle 5).
Tabelle 5 Auslegungsdaten und Kostenbewertung der Erdwärmetauscher
EWT Rauls
EWT Heidt
Rohrmaterial
Rohrdurchmesser
Rohrlänge [m]
Anzahl der Rohre
Rohroberfläche in [m²/m]
Druckabfall im Rohr [Pa]
Ventilatorleistung [W]
Luftgeschwindigkeit im Rohr
Wärmeaufnahme [kWh/a]
davon Ventilatorstrom [kWh/a]
Wärmeabgabe [kWh/a]
Beton
DN 1000
65
2
6,28
4,23
856,79
1,77
19545
ca. 2889
2637
PVC
DN 300
65
10
9,42
50,05
1111,62
3,93
47499
ca. 4139
7359
Investitionskosten [DM]4
Energiegewinn [kWh/a]
Verhältnis Invest.K./E.Gewinn
128335
22182
5,79
364711
54858
6,65
Der vom Büro Rauls vorgeschlagene Erdwärmetauscher ist kostengünstiger, liefert aber auch
eine deutlich geringere Wärmemenge als die aufwendigere Variante. Werden die
Investitionskosten auf den Energiegewinn bezogen, schneidet der EWT Rauls etwas besser
ab.
Grundsätzlich muss bei der mit GAEA ermittelten nutzbaren Wärme- und Kälteenergie
berücksichtigt werden, dass von einem konstanten Volumenstrom über 24 h ausgegangen
wird. In der Realität werden nur die Labor- und Entwicklungsbereiche während der
Arbeitszeit noch nahezu konstant belüftet. Die Seminarräume sind nur an einem Tag voll
belegt, an zwei Tagen zu zwei Dritteln und an den verbleibenden zwei Werktagen nur zu
einem Drittel. In der Ausstellung wird nur Luft aus dem Erdwärmetauscher zugeführt, wenn
im Sommer damit gekühlt werden kann oder während der Heizzeit die Wärmepumpen mehr
Luft benötigen als in der Büroabluft vorhanden ist. Damit liegt der mittlere Volumenstrom um
ein Vielfaches unter der Annahme von 10000 m³/h.
Zusätzlich ist die Einsparung noch um den Betrag zu korrigieren, den der
Plattenwärmetauscher aufgrund der geringeren Temperaturdifferenz weniger an Wärme
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liefert. Dies führt dazu, dass mit steigender Wärmelieferung des Erdwärmetauschers die
Einsparung am Plattenwärmetauscher geringer wird.
Simulationsergebnisse
Damit die tatsächliche Einsparung durch den Erdwärmetauscher quantifizierbar wird, erfolgt
für beide EWT-Varianten eine vereinfachte Modellbildung für das Simulationsprogramm
TRNSYS. Die Modellbildung erfolgt auf Basis der GAEA Rohdaten, welche die
Temperaturdifferenz des EWT in Abhängigkeit der Außentemperatur wiedergibt. Bei der
Modellbildung über einem dreidimensionalen statischen Kennlinienfeld werden die
dynamischen Ein- bzw. Ausspeichervorgänge im EWT über das Jahr gemittelt. Der Vorteil ist
in der schnellen Modellbildung und in der Anbindung an die tatsächlichen
Luftvolumenströme im Gebäude sowie an die übrige Anlagentechnik zu sehen. Abbildung 53
zeigt ein vereinfachtes Kennlinienfeld des EWT Heidt.
Abbildung 53 Vereinfachtes Kennlinienfeld des Erdwärmetauschers Heidt
.
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Schlussbericht
Die Jahresbetrachtung der energetischen Gebäude- und Anlagensimulation zeigt, dass die
überschlägig mit GAEA ermittelten Energiemengen weit von den mit TRNSYS simulierten
Beträgen abweichen. Die tatsächlich vom Erdwärmetauscher gelieferte Energiemenge zur
Unterstützung der Heizung liegt bei der hochwertigeren Ausführung (EWT Heidt) bei 7715
kWh/a. Die der kostengünstigeren Ausführung (EWT Rauls) bei 3575 kWh/a. Wird dieser
Anteil um den Betrag korrigiert, den der Plattenwärmetauscher durch den Erdwärmetauscher
weniger abgibt, bleibt unterm Strich nur noch eine Einsparung von ca. 50 % der angegebenen
Beträge übrig.
.
Neben der Einsparung auf der Heizenergiebedarfsseite trägt der Erdwärmetauscher zur
Verbesserung der sommerlichen Behaglichkeit in den angebunden Gebäudebereichen bei. Am
deutlichsten zeigt sich die kühlende Wirkung in den Seminarräumen. Hier wird die Anzahl
der Stunden oberhalb 30 °C von 67 h auf Null reduziert. Im Fall des EWT-Rauls wird eine
Reduktion um 25 h erreicht.
1000
Ohne EWT
EWT - Heidt
EWT - RAULS
900
Stunden pro Jahr
800
700
600
500
400
300
200
100
0
26
28
30
32
Temperatur in °C
Abbildung 54 Einfluss der Erdwärmetauscher auf die sommerliche Behaglichkeit
Anmerkung zum derzeitig vorgesehenen EWT-Rauls:
Aufgrund der konzeptbedingten Randbedingungen im GIT-Projekt ist der Deckungsanteil des
Erdwärmetauschers auf Seiten der Heizenergie fast vernachlässigbar. Ein wesentlicher Grund
dafür ist der geringe durchschnittliche Volumenstrom von ca. 900 m³/h im Vergleich zum
Auslegungsvolumenstrom von 10000 m³/h und die systembedingte Konkurrenz zum
Plattenwärmetauscher. Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung führt unter Berücksichtigung von
Reinigungs- und Wartungsarbeiten, wenn überhaupt, zu sehr langen Amortisationszeiten.
Auf der Seite der sommerlichen Behaglichkeit verbessert der geplante Erdwärmetauscher die
Situation nur unzureichend. Hier würde sich erst mit dem Entwurf von Prof. Heidt eine
deutliche Reduktion der Stundenanzahl über 28 ° C einstellen.
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7.5
Schlussbericht
Sensitivitätsanalyse der einzelnen TGA-Maßnahmen
Mit dem Ziel, die Entscheidungsfindung im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung zu
unterstützen, sind verschiedene TGA-Maßnahmen in ihrem Einfluss auf die TK3-Grenzwerte
in eine energetische Rangfolge gebracht. Da es aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht
sinnvoll ist alle Einzelfälle abzudecken, ist die Studie auf einige Komponenten beschränkt.
Dazu gehört die Lüftungs- und Lichtregelung, der Erdwärmetauscher und die Arbeitszahl der
Wärmepumpen sowie die Rückwärmzahl des Plattenwärmetauschers. Die angegebene
prozentuale Verschlechterung bezieht sich auf die beim Planertreffen vom 31.10.2000
vorgestellte Basisvariante die unter TK3-Gesichtspunkten optimiert wurde. Diese geht von
einer Anbindung aller wesentlichen Raumfunktionen (Sonnenschutz, Bürolüftung, Heizung
und Kunstlichtregelung) an die Gebäudeleittechnik aus.
Im Folgenden wird untersucht, wie sich einfachere bzw. kostengünstigere
TGAKomponenten bzw. Regelstrategien auf die TK3-Werte auswirken. Folgende Komponenten
wurden näher betrachtet:
1. Kein Anbinden der Büroabluftanlage an die GLT
Wird die Lüftungsanlage nicht über die Gebäudeleittechnik in Abhängigkeit der
Nutzerpräsenz ein- bzw. ausgeschaltet, ist davon auszugehen, dass öfters Luft aus den
Büros abgesaugt wird, obwohl dazu kein Bedarf besteht. Zudem besteht die Möglichkeit,
dass die Anlage länger in Betrieb bleibt als raumweise nötig, bzw. im ungünstigen Fall
nachts nicht abgestellt wird. Zudem ist durch die verschiedenen Volumenströme 45 m³,
90 m³ und max. die Möglichkeit gegeben, dass nach einer Vollbelegung nicht wieder auf
den reduzierten Volumenstrom umgeschaltet wird.
Per Simulation wird ein Fall untersucht, bei dem der Volumenstrom von 90 m³ pro
Dechensegel abgesaugt (intensive Nutzung) wird, obwohl der Arbeitsplatz nur einfach
belegt ist.
2. Nutzer- und tageslichtabhängige Kunstlichtregelung im Büro
Wird das Kunstlicht nicht in Abhängigkeit vom Tageslicht geregelt bzw. nach längerer
Nutzerabwesenheit ausgeschaltet, vergrößert sich der Strombedarf zur Beleuchtung, was
zwangsläufig zu einem Anstieg der inneren Lasten und damit schlechterer sommerlicher
Behaglichkeit führt. Untersucht wird der Extremfall, bei dem das Kunstlicht während der
Arbeitszeit zu 100 % eingeschaltet bleibt.
3. Niedrigere Arbeitszahl der Wärmepumpe (2,5 anstatt 5)
Werden anstelle von zwei Wärmepumpen nur eine eingesetzt, muss im Fall der
Teilbelegung zu der Büroabluft Außenluft beigemischt werden. In diesem Fall reduziert
sich die Arbeitszahl entsprechend dem niedrigeren Temperaturniveau. Untersucht wird
eine Variante bei der anstelle einer Arbeitszahl von 5 eine Arbeitszahl von 2,5
angenommen wird.
4. Wärmerückgewinner mit geringerer Qualität (Rückwärmzahl 0,3)
Ein schlechter oder undichter Wärmerückgewinner führt zu kleineren Rückwärmzahlen
als in der Simulation angenommen wurde. Untersucht wird der Einfluss auf die
Bedarfswerte bei einer Rückwärmzahl von 0,3 anstelle 0,6 im Fall der Basisvariante.
5. Verzicht auf den Einsatz eines Erdwärmetauschers
Gegenüber der Basisvariante wird eine Variante ohne Erdwärmetauscher untersucht.
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Schlussbericht
Tabelle 6: Energetische Rangfolge einzelner Einsparungsmaßnahmen
P(1) Kein Anbinden der
Büroabluftanlage an die GLT
P (2) keine Lichtregelung in den
Büros
P (3) Variante mit einer schlechteren
Wärmepumpe
P (4) Variante mit einem schlechterern
Plattenwärmetauscher
P (5) Variante ohne
Erdwärmetauscher
CO2 Bewerteter
Aufwand an
(Wärme+Strom)
+ 20 %
Grenzwertüberschreitung
Sommerliche
Behaglichkeit
ja
Büro schlechter
+ 8%
nein
Büro schlechter
+ 7%
nein
Kein Einfluss
+ 5%
nein
Kein Einfluss
+ 1%
nein
Seminarräume schlechter
Die in Tabelle 6 aufgeführten Werte dienen der Entscheidungshilfe zur Bewertung einzelner
Maßnahmen in Form einer übersichtlichen Darstellung. Exakte Angaben und Absolutwerte zu
den einzelnen Varianten sind den zugehörigen Dokumenten auf der INTESOL Plattform zu
entnehmen. Die dargestellten Zahlenwerte dürfen nicht addiert werden, sondern stellen die
Verschlechterung der singulären Maßnahme gegenüber der Basisvariante dar.
Empfehlung zur Ausführung:
Die präsenzabhängige Betriebsweise der Büroabluftanlage trägt erheblich zu den guten
energetischen Eigenschaften des gesamten Gebäudes bei. Wird die Abluftanlage nicht, wie
bei den bisherigen Untersuchungen angenommen, nur dann genutzt, wenn auch ein Bedarf
vorliegt, hat dies einen deutlichen Anstieg der Bedarfswerte zur Folge. Der untersuchte Fall,
bei dem die Abluftanlage den Auslegungsvolumenstrom von 90 m³ pro Arbeitsplatz absaugt,
obwohl die Büros nur zur Hälfte belegt sind, hat zu einer Grenzwertüberschreitung bei den
TK3-Werten geführt. Aufgrund des erheblichen Einsparpotentials sollte die Lüftung nur dann
eingeschaltet werden, wenn die Büros auch belegt sind sowie bei längerer Nutzerabwesenheit
automatisch abgeschaltet werden.
Im Fall der Anbindung der Lichtregelung an das Bussystem ist - aufgrund der niedrigen
installierten Beleuchtungsleistung - mit langen Amortisationszeiten zu rechnen. Wird auf die
Busanbindung der einzelnen Leuchten verzichtet und jede fensterorientierte
Arbeitsplatzleuchte mit einem vorgeschalteten Dimmer ausgerüstet, wird ein Teil der
Investitionskosten (Busankoppler) gespart und das tageslichtabhängige Potential trotzdem
ausgeschöpft. In diesem Fall fällt die präsenzabhängige Schaltung der Bürobeleuchtung weg,
was zu etwas höheren Aufwänden führt. Aufgrund der zentralen Netzfreischaltung einzelner
Stockwerke bei Nutzerabwesenheit, ist aber keine deutliche Verschlechterung der
Bedarfswerte zu erwarten.
Im Bereich der Anlagenkomponenten tragen die Wärmepumpe sowie der
Plattenwärmetauscher in den Seminar- und Laborräumen wesentlich zu den niedrigen
Lüftungsverlusten bei. Demgegenüber bietet der Erdwärmetauscher nur ein geringes
Einsparpotential (1 %) bezüglich der Aufwände, zeichnet sich aber durch eine verbesserte
sommerliche Behaglichkeit in den Seminarräumen sowie der Ausstellung aus.
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8
Schlussbericht
Bedarfsgerechte Raumregelung
Durch ein aufeinander abgestimmtes Regel- und Steuerverhalten der einzelnen Teilsysteme
wird eine Betriebsweise des Gebäudes gewährleistet, welche den Wünschen und Bedürfnissen
der Nutzer gerecht wird und gleichzeitig eine wirtschaftliche Betriebsweise garantiert.
8.1 Tageslichtsystem bzw. Sonnenschutz
Zur Gewährleistung der sommerlichen Behaglichkeit und des Blendschutzes sind an allen
Bildschirmarbeitsplätzen außenliegende Jalousien vorgesehen.
Im Winterbetrieb sollte die Jalousie nachts ab einer Außentemperatur kleiner 10 °C generell
zugefahren werden. Damit dient der Behang als temporärer Wärmeschutz und verringert die
Transmissionsverluste durch die Fensterelemente. Tagsüber sollten die Jalousien nur
zugefahren werden, wenn der Nutzer über den Jalousientaster den Fahrbefehl aus
Blendschutzgründen auslöst. Unterschreitet der Messwert des Differenzlichtsensors über
einen festgelegten Zeitraum einen Grenzwert, geht das System davon aus, dass der Nutzer
nicht mehr durch direktes Außenlicht geblendet wird und fährt den Behang ein. Dies
gewährleistet ein Maximum an solarer Zustrahlung, was zur Reduktion der Heizlast und
einem hohen Tageslichtanteil im Gebäude führt.
Im Sommerfall wird aus Gründen der Überhitzung und Blendung der Fahrbefehl von einem
Differenzlichtsensor (Wetterzentrale) für ganze Fassadenabschnitte ausgelöst. Diese
Fahrbefehle sind sonnenstandsabhängig und können von den einzelnen Nutzern wieder
aufgehoben werden. Wird ein Temperaturgrenzwert im Gebäudeinneren überschritten (ca. 24
°C Raumtemperatur), sollten alle Jalousien in Räumen ohne Nutzeranwesenheit vollständig
geschlossen werden, um die solare Zustrahlung auf ein Minimum zu reduzieren.
Wird ein Wind- oder Eisregenalarm von der Wetterzentrale ausgelöst, muss der Behang
eingefahren werden, um mechanischen Schäden vorzubeugen. In diesem Fall ist die
Nutzervorrangschaltung solange zu blockieren, bis der Alarm wieder aufgehoben wird.
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8.2
Schlussbericht
Kunstlicht
Mit der guten Tageslichtsituation im Gebäude ist die Grundlage geschaffen, den Strombedarf
auf ein Minimum zu reduzieren. Soll dieses Potential genutzt werden, ist darauf zu achten,
dass die Beleuchtung immer dann ausgeschaltet wird, wenn der Raum nicht in Betrieb ist oder
ausreichend mit Tageslicht versorgt wird. Die Steuerung ist demnach tageslicht- und
nutzerabhängig auszuführen. Prinzipiell gibt es folgende Realisierungsmöglichkeiten:
• Präsenzmelder und Dimmer
Die energetisch beste Lösung wird erreicht, wenn die Leuchten über einen
Präsenzmelder geschaltet und in Abhängigkeit des Tageslichtangebots auf der
Arbeitsfläche gedimmt wird.
• Manuelles Schalten und Dimmer
Im Fall einer manuell geschalteten Variante kann mit einem Dimmer der an einem
geeigneten elektronischen Vorschaltgerät betrieben wird die Lichtleistung an den
tatsächlichen Bedarf angepasst werden, ohne die Leuchten an den Bus anzukoppeln.
• Manuell geschaltete Variante ohne Lichtregelung
Bleibt dem Nutzer das Ein- bzw. Ausschalten überlassen, wird das maximale
Einsparpotential nicht ausgeschöpft.
• Gesteuerte Variante
Von einer zonenweise nach dem orientierungsabhängigen Lichtangebot im Freien
(Wetterstation) gesteuerten Variante des Kunstlichts wird abgeraten. Der Aufwand,
die externe Verschattungssituation zentral abzubilden, ist durch die Gebäudeform und
die gekrümmten Fassaden besonders anspruchsvoll und könnte nur über einen hohen
Aufwand seitens der Kennlinienerstellung abgebildet werden.
Empfehlung:
Aufgrund der niedrigen installierten Leistung amortisieren sich die Investitionskosten für die
Anbindung des Kunstlichts an die GLT nur relativ langsam. Das Planungsteam entscheidet
sich deshalb, dem Bauherrn zu raten, auf die Busankopplung zu verzichten und die
fensterorientierten Leuchten mit einem Dimmer auszustatten. Damit werden die Kosten für
die GLT-Anbindung des Kunstlichts eingespart und trotzdem der wesentliche Teil der
Tageslichtautonomie zur Reduktion des Strombedarfs genutzt. Damit verbunden ist die
Empfehlung, die zentrale Netzfreischaltung zu realisieren, die eventuell vergessene Leuchten
ausschaltet, wenn der letzte Nutzer die Büroetage verlassen hat.Wird das Kunstlicht nicht an
die GLT angeschlossen und kein dezentraler Dimmer vorgesehen, verschlechtert sich die
Summe der CO2 bewerteten Aufwände auf Gebäudeebene um ca. 7 kWh/m²a. Damit findet
zwar noch keine Überschreitung der TK3-Grenzwerte statt, aber doch eine deutliche
Verschlechterung der bisherigen Werte.
Einschaltvorgang
Energetisch günstig ist es, das Einschalten der Beleuchtungsautomatik dem Nutzer zu
überlassen. Beim Einschalten ist die Leistungsaufnahme der jeweiligen Lampen zunächst auf
50 % zu begrenzen. Nachdem die Leuchtmittel ihren Betriebszustand erreicht haben, ermittelt
der Helligkeitssensor die Beleuchtungsstärke auf der Arbeitsfläche und regelt die
Lampenleistung auf den erforderlichen Sollwert ein.
Ausschalten/Einschalten des Lichts während der Betriebszeit
Ist das Tageslichtangebot im Raum ausreichend, sendet der Helligkeitssensor den Befehl zum
Ausschalten der Beleuchtung. Fällt der Tageslichtanteil im Raum ab, kann die Beleuchtung
automatisch aktiviert werden. Energetisch günstiger ist es jedoch, dem Nutzer das Einschalten
zu überlassen. Verlässt der letzte Nutzer den Raum, gibt der Bewegungsmelder nach einer
gewissen Verzögerung das Signal zum Ausschalten der Beleuchtung.
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Schlussbericht
8.3 Nutzenübergabe Heizsystem
Ein PI-Regler mit Raumtemperaturfühler gewährleistet auch bei veränderlichen inneren sowie
äußeren Lasten, dass die gewünschte Raumtemperatur von 20 °C während der Heizzeit
eingehalten wird. Damit nach Betriebsunterbrechungen (z.B. Wochenendabsenkung) die
Räume auf das gewünschte Temperaturniveau gebracht werden können, muss die Heizung
vor dem Betreten des Nutzers in Betrieb genommen werden. Energetisch am günstigsten sind
raumweise einstellbare Absenkzeiten, die individuell an die jeweiligen Arbeitszeiten
angepasst werden können. Verlässt der letzte Nutzer das Büro, wird die Heizung nach einer
einstellbaren Wartezeit automatisch in den Absenkbetrieb umgeschaltet.
In den Büros und Seminarräumen wird aus energetischen Gründen die Wärmezufuhr
automatisch gestoppt, sobald die Fenster oder die Außentür geöffnet wird.
8.4 Lüftungsanlage Seminar / Abluftanlage in den Büros
Die Lüftungsanlage gewährleistet in der Nutzungsphase, dass die verschiedenen
Gebäudebereiche mit ausreichend Frischluft versorgt werden. Dazu sind in den Büros und den
Seminar- sowie Labor- und Entwicklungsbereichen regelbare VVS-Klappen vorgesehen. Da
sich die VVS-Klappen ohne nennenswerten Zeitverzug öffnen lassen, werden die Klappen
erst aufgefahren, wenn der Nutzer den Raum betritt (Präsenzmelder). Der Volumenstrom ist
standardmäßig auf die normale Nutzung (45 m³/h eine Person pro Deckensegel) eingestellt.
Erst bei Bedarf kann der Nutzer manuell den vollen Abluftstrom von 90 m³/h anfordern.
Verlässt der letzte Nutzer den Raum (Präsenzmelder), reduziert das Bussystem nach einer
festgelegten Wartezeit den Volumenstrom um die Hälfte und schaltet nach einer weiteren
Verzögerungszeit die Abluft aus. Außerhalb der Belegungszeit und während des
Aufheizbetriebs ist die Lüftung deaktiviert. Dies gewährleistet eine wirtschaftliche
Betriebsweise, da die Lüftungsverluste erst dann auftreten, wenn der Nutzer im Raum ist.
Erhöhte Taglüftung im Sommerfall
In den Büros ist unabhängig von der Belegung beim Überschreiten einer Grenztemperatur (ca.
23 °C) die Abluftanlage auf den hohen Volumenstrom 90 m³/h einzustellen, wenn die
Außentemperatur unterhalb der Raumtemperatur liegt. Die volumenbezogene Außenluftrate
sollte in diesem Fall mindestens bei 3 1/h und aus Behaglichkeitsgründen nicht über 4 1/h
liegen. Während dieser Zeit ist unbedingt darauf zu achten, dass die Fenster geschlossen
bleiben. Ansonsten wird die Außenluft nicht aus den vorgesehnen Bereichen ins Gebäude
geführt, sondern transportiert die zwischen den Scheiben und Sonnenschutz anfallende
Wärme ins Rauminnere. Idealerweise wird der Nutzer mit dem Anschalten der Taglüftung bei
geöffnetem Fenster (Fensterkontakt) auf diesen Misstand aufmerksam gemacht.
Erhöhte Nachtlüftung im Sommerfall
Zur weiteren Optimierung der sommerlichen Behaglichkeit wird, außerhalb der Betriebszeit
(0:00 bis 6:00), die Nachtlüftung aktiviert, wenn damit eine Reduktion der Raumtemperatur
erreicht wird. Dazu prüft das Gebäudemanagementsystem, ob die Raumtemperatur über der
Außentemperatur liegt und aktiviert für den Fall, dass die Innentemperatur am vorherigen Tag
größer 23 °C war, die Nachtlüftung in der Ausstellung, den Büros, dem Seminarraum sowie
den Labor- und Entwicklungsbereichen. Ab einer Raumtemperatur von 20 °C wird die
Nachtlüftung in den einzelnen Räumen wieder deaktiviert. Damit die Nachtlüftung ihr volles
Potential entfalten kann und kein unnötiger Aufwand zur Beheizung entsteht, ist die
Wärmeabgabe vom Heizsystem an das Gebäude während dieser Zeit zu deaktivieren.
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Schlussbericht
Lüftung in der Übergangsjahreszeiten (Frühjahr/Herbst)
Liegt weder der Heiz- noch der Kühlfall vor, ist aus energetischen Gründen die maschinelle
Lüftung, wann immer es möglich ist, zu deaktivieren und im Gebäude auf eine Fensterlüftung
umzustellen. In den Büros ist diese Funktionalität über die Fensterkontakte realisiert, die die
Abluftanlage deaktivieren, wenn eines der Bürofenster geöffnet wird. In den Seminarräumen
wird im Fall der Teilbelegung die gleiche Maßnahme empfohlen. Erst mit dem Überschreiten
einer Raumtemperatur von beispielweise 23 °C sollte die Lüftungsanlage wieder in Betrieb
genommen werden.
Freie Lüftung in der Ausstellung
Über die Rauchabzugsklappen im Dachbereich der Ausstellung und der Büroflure wird eine
freie Lüftung realisiert. Dazu werden die Abzugsklappen ab einer Raumtemperatur von 22 °C
aufgefahren. Im Bodenbereich der Ausstellung strömt kalte Luft über den Erdwärmetauscher
nach. Kommt die dazu nötige Thermik aufgrund ungünstiger Druckverteilung nicht zustande,
wird diese über einen Ventilator aktiviert. Im Fall eines Gewitters oder von Platzregen fahren
die Klappen automatisch zu.
8.5 Aktive Kühlung der Büros
Übersteigt die Raumtemperatur einen festgelegten Grenzwert von beispielsweise 24 °C,
können die Deckensegel als Kühldecke betrieben werden. Dazu ist im Wasserkreislauf der
Deckensegel ein Luft/Wasser Wärmetauscher vorzusehen, der als Umgebungsmedium
kühlere Außenluft oder besser vom Erdwärmetauscher vorgekühlte Luft ansaugt. Die
Temperatur des Kühlmediums sollte dabei zwischen 18 und 22 °C liegen. Der am
Deckensegel angeordnete PI-Regler übernimmt analog zum Heizfall die Regulierung des
Massenstroms in Abhängigkeit der Raumtemperatur.
8.6 Zentrale Netzfreischaltung in den Büroräumen
Eine weitere mit dem EIB verbundene Maßnahme zum Energiesparen ist die zentrale
Netzfreischaltung. Verläßt der letzte Mitarbeiter abends eine Zone des Gebäudes, so geht die
zentrale Netzfreischaltung in Betrieb. Damit wird ein Großteil der elektrischen Anschlüsse
vom Netz getrennt. Es handelt sich dabei um Geräte, die nicht in Betrieb sein müssen, wenn
sich am Wochenende oder am Abend niemand mehr in den Räumen befindet. Dazu zählen die
nicht automatisch gesteuerten Beleuchtungen oder auch Kopierer und Drucker. Von
Kaffeemaschinen, die versehentlich nicht ausgeschaltet wurden, kann durch die
Netzfreischaltung keine Brandgefahr mehr ausgehen. Die Einrichtung der zentralen
Netzfreischaltung verfolgt damit sowohl sicherheitstechnische als auch energiesparende
Aspekte. Für Geräte, die nicht abgeschaltet werden dürfen, wie z.B. Server und
Anrufbeantworter, ist ein eigener Stromkreis mit drei Steckdosen pro Arbeitsplatz
vorgesehen.
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9
Schlussbericht
Aufwände und sommerliche Behaglichkeit „TK3-Werte“
Mit Baubeginn werden alle in den vorangegangenen Kapiteln beschriebenen Maßnahmen in
die Simulationsmodelle integriert. Eine Übersicht der wesentlichen TGA-Komponenten ist in
Abbildung 55 gezeigt. Lediglich die Photovoltaik ist im Simulationsmodell nicht modelliert,
da die Realisierung momentan noch fragwürdig ist.
PV
Generator
Strom
Netzstrom
Wärme
Wärmepumpe
Erdgas
Brennwertkessel
Erdwärmetauscher
Wärmerückgewinnung
Kälte
Abbildung 55: Anlagenschema im GIT-Siegen Projekt
Zur Bestimmung der aktuellen Bedarfswerte (Stand Baubeginn) sind im Gebäudemodell die
Wand- und Fensterflächen mit den zugehörigen Wärmedurchgangskoeffizienten dem
aktuellen Planungsstand angepasst und die wesentlichen Anlagenkomponenten, wie
beispielsweise der Erdwärmetauscher (EWT-Rauls) sowie die Wärmepumpen, ins
Simulationsmodell eingebunden. Alle Berechnungen werden mit den lokalen Wetterdaten aus
Siegen 95/96 (kalter Winter & warmer Sommer) unter der Annahme der sowohl für den Heizals auch Kühlfall kritischeren intensiven Nutzung mit zwei Personen pro Arbeitsplatz
durchgeführt (vgl. Anhang 4). Damit soll gezeigt werden, dass auch unter ungünstigen
Randbedingungen ein Gebäude entwickelt werden kann, das nutzergerecht geplant ist und ein
hohes Tageslichtpotential bei gleichzeitigem Verzicht auf eine aktive Kühlung gewährleistet.
Die zugehörige Gebäudebeschreibung sowie die Randbedingungen sind der Anlage 5 zu
entnehmen. Im Folgenden wird nun auf die Ergebnisse aus der Jahresbetrachtung
eingegangen.
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9.1
Schlussbericht
Referenzenergiebedarf bzw. „Heizenergiebedarf“
Der Referenzenergiebedarf Q0N ist auf Basis des aktuellen Gebäudemodells unter
Berücksichtigung der intensiven Nutzung und den beschriebenen Randbedingungen über eine
gekoppelte Gebäude- und Tageslichtsimulation mit TRNSYS berechnet. Definitionsbedingt
ist der Referenzenergiebedarf das Integral über der Heizlast, welche dem Raum zugeführt
werden muss, um die aus der Nutzung resultierenden Anforderungen gerade zu erfüllen.
Nicht berücksichtigt bleibt dabei der Aufwand zur Nutzenübergabe, Verteilung und
Erzeugung. Damit dient der Referenzenergiebedarf als Vergleichsgröße für alle
nachfolgenden Prozesse, die bei der Bedarfsdeckung nötig werden /21/. Zusätzlich wird der
Referenzenergiebedarf dazu verwendet, den TK3-Grenzwert „Heizenergiebedarf“
nachzuweisen. Aufsummiert über das gesamte Gebäude wird ein Wert von 120200 kWh/a
erreicht. Bezogen auf die Nettogeschossfläche von 3311 m² ergibt dies einen
Heizenergiebedarf von 36,30 kWh/m²a. Welchen Anteil die einzelnen Zonen dazu beitragen,
ist in Abbildung 56 gezeigt.
Labor und Entwicklung 4,1%
Seminarräume 30,2%
Büros 53,1%
Ausstellung 12,2%
Verkehrsflächen 0,4%
Abbildung 56: Referenzenergiebedarf der einzelnen Zonen
Die Ergebnisse zeigen, dass es trotz intensiver Nutzung möglich ist, unter dem TK3Grenzwert von 40 kWh/m²a zu bleiben. Würde anstatt der hohen realen Luftvolumenströme
der entsprechende Normwert /22/ von 0,5 1/h für die Außenluftrate zugrunde gelegt, könnte
der Referenzenergiebedarf noch deutlich unter 30kWh/m²a korrigiert werden.
Der mit dem Rechenverfahren der Wärmeschutzverordnung von 1995 /23/ ermittelte
Heizwärmebedarf liegt mit Berücksichtigung des Gästehauses (vgl. Anhang 1) - bezogen auf
die Nettogeschossfläche - bei 45.64 kWh/m²a. Der Unterschied in den Ergebnissen liegt an
den völlig unterschiedlichen Berechnungsverfahren, den stark pauschalierten Annahmen zur
Nutzung und den solaren Gewinnen beim Verfahren der WSVO 95. Zudem ist das Verfahren
der WSVO 95 für den Wohnungsbau entwickelt worden und stößt sicherlich bei
hochgedämmten Gebäuden mit hohen solaren und inneren Lasten an seine Grenzen.
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9.2
Schlussbericht
Bedarfsentwicklung und TK3-Grenzwerte
Da jede Anlagentechnik durch Trägheitsverluste und Regelabweichung mehr Wärme an den
Raum abgibt als zur Bedarfsdeckung nötig ist, entsteht ein über den Referenzenergiebedarf
hinausgehender Aufwand. Das Verhältnis zwischen der von der Anlagentechnik an den Raum
abgegebenen Wärmemenge zum Referenzenergiebedarf Q0,N wird mit der Aufwandszahl zur
Nutzenübergabe e1 bezeichnet /24/. Entsprechend den Arbeiten zur neuen VDI Richtlinie
2067 werden die Aufwandszahlen der wärmeabgebenden Systeme (Nutzenübergabe) wie
folgt festgelegt:
Aufwandszahl Deckensegel e1 = 1,20
Aufwandszahl Heizkörper e1 = 1,15
Aufwandszahl Luftheizung e1 = 1,00
Aus dem zugehörigen Referenzenergiebedarf und der entsprechenden Aufwandszahl zur
Nutzenübergabe e1 wird der Aufwand über die Beziehung Q0,N x e1 = Q1 berechnet. Davon zu
subtrahieren ist die Einsparung durch den Erdwärmetauscher und die am
Plattenwärmetauscher zurückgewonnene Wärmemenge. Daraus resultiert ein Aufwand von
32,75 kWh/m²a, der vom Verteilungssystem ins Gebäude gebracht werden muss. Der zur
Verteilung gehörende Aufwand wird analog zur Nutzenübergabe über die Aufwandszahl e2
berechnet. Diese wird unter Berücksichtigung des gewählten Verteilungssystems, der
zugrundeliegenden Gebäudetopologie, mit e2
= 1,05
festgelegt. Die von den
Wärmeerzeugern zu liefernde Wärmemenge Q2 ist demnach 34,38 kWh/m²a.
Referenzwert
Nutzenübergabe
Q0,N=36,30 kWh/m²a
Q1=32,75 kWh/m²a
Verteilung
Q2=34,38 kWh/m²a
Erzeugung
Q3=29,39 kWh/m²a
Heizkessel
Referenzenergiebedarf
Büro e1 = 1,20
Büroflur e1 = 1,15
Ausstellung e1 = 1,15
Seminar e1 = 1,00
e2 = 1,05
Gas
e3 = 1,10
Wärmepumpe
Strom
Abwärme
Plattenwärmetauscher
Erdwärme
Erdwärmetauscher
Abbildung 57: Vom Referenzenergiebedarf zum Aufwand an den Wärmeerzeugern
nach der Methodik der Bedarfsentwicklung
Dieser Bedarf wird über ein bivalentes System zur Wärmeerzeugung gedeckt. Die beiden
Wärmepumpen sind im Simulationsprogramm abgebildet und liefern über das Jahr gesehen
einen Beitrag von 8,43 kWh/m²a am Heizenergiebedarf. Der Strombedarf beider
Wärmepumpen beläuft sich auf 2,1 kWh/m²a. Wann immer die abgegebene Leistung der
Wärmepumpe nicht ausreicht, stellt der Kessel die verbleibende Leistung zur Bedarfsdeckung
mit einem Aufwand von e1 =1,1 bereit. In Abbildung 58 sind die prozentualen Anteile der
einzelnen Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung und Erzeugung aufgetragen.
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Schlussbericht
Plattenwärmetauscher
15,1 %
Heizkessel
64,2 %
Erdwärmetauscher
2,4 %
Wärmepumpe
18,3 %
Abbildung 58: Deckungsanteile der verschiedenen Maßnahmen an der
Wärmeerzeugung
Der elektrische Aufwand im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung liegt
auf die Netto-Geschoss-Fläche bezogen bei 4,8 kWh/m²a. Davon sind 43 % den
Wärmepumpen zuzuordnen, 36% werden für die Lüftungsanlagen benötigt,
11% für die Wasserverteilung im Heiznetz. Die verbleibenden 10 % werden als
Hilfsenergien an den Wärmeerzeugern benötigt. Der Aufwand zur Beleuchtung
mit Kunstlicht liegt bei 8,8 kWh/m²a. Eine Auflistung der einzelnen
Bedarfswerte ist in Anlage 2 zu finden. Zu beachten ist, dass im Fall des
Kunstlichts von einer ideal gedimmten Beleuchtung mit hochwertigen
Spiegelrasterleuchten und dimmbaren elektronischen Vorschaltgeräten
ausgegangen wird. Wird die Beleuchtung nicht wie vorgesehen in Abhängigkeit
des Tageslichtangebots gedimmt (Büro) oder geschaltet (Ausstellung und
Büroflur), ist von deutlich höheren Bedarfswerten auszugehen.
Zusammen mit dem Strombedarf zur Beleuchtung sind alle Aufwände aus dem
Heizfall sowie der Verteilung und Lüftung im Sinne der TK3-Richtlinien zu
addieren. Die Summe sollte ein Grenzwert von 70 kWh/m²a nicht
überschreiten. In einem zweiten Schritt sind die elektrischen Aufwände mit
dem CO2 Faktor von 2,8 zu gewichten. Die Ergebnisse sind zusammen mit dem
Referenzenergiebedarf und den zugehörigen Grenzwerten in Abbildung 59
gezeigt.
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Schlussbericht
100
100 kWh/m²a
90
Energiebedarf in kWh/m²a
80
70 kWh/m²a
70
60
Licht-Strom
50
40 kWh/m²a
40
30
Gebäude
Nutzung
20
Licht-Strom
TGA-Strom
Gas
TGA-Strom
Gas
10
0
Referenzenergiebedarf
Aufwand Wärme/Strom
CO2 bewerteter Aufwand W+S
Abbildung 59: Aufsummierte Aufwände an Wärme und Strom mit den TK3Grenzwerten
.
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9.3
Schlussbericht
Sommerliche Behaglichkeit
Mit der konsequenten Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der sommerlichen
Behaglichkeit konnte ein hochgedämmtes, in den gewünschten Bereichen
tageslichtoptimiertes, Gebäude mit intensiver Nutzung und passiver Kühlung realisiert
werden. Zur Bewertung der sommerlichen Behaglichkeit ist die Anzahl an Stunden mit
Raumtemperaturen oberhalb 26 °C, 28 °C, 30 °C und 32 °C aufsummiert und in Diagrammen
dargestellt. Inwieweit das Ziel, dem Nutzer einen hohen Tageslichtanteil bei gleichzeitiger
Gewährleistung der sommerlichen Behaglichkeit zu bieten, erreicht wurde, ist in den
folgenden Abschnitten gezeigt. Bei der Ergebnisinterpretation muss jedoch berücksichtigt
werden, dass alle Parameterstudien mit lokalen Messwerten aus Siegen durchgeführt wurden.
Diese sind in Kap. 4 beschrieben und in Abbildung 60 dem Testreferenzjahr 4 (nördliche und
westliche Mittelgebirge ohne Hochlagen) und dem Testreferenzjahr 11 (Hochlagen der
nördlichen und westlichen Mittelgebirge) gegenübergestellt.
500
TRY 11 - Hochlagen der nördlichen und westlichen Mittelgebirge
TRY 4 - Nördliche und westliche Mittelgebirge ohne Hochlagen
Siegen 95_96 - Lokaler Wetterdatensatz
Stunden pro Jahr
400
300
200
100
0
26
28
30
32
Aussentemperatur in °C
Abbildung 60: Vergleich der Siegener Wetterdaten mit dem Testreferenzjahren TRY 4
und TRY 11
Unschwer zu erkennen ist, dass die Temperaturen des Siegener Sommers deutlich über denen
der Testreferenzjahre liegt. Der Bauherr hat sich am Anfang der Konzeptentwicklung bewusst
für diesen extrem warmen Sommer und einen kalten Winter entschieden, um im realen
Betrieb immer über eine ausreichende Reserve zu verfügen. Als Vergleichsgröße ist in allen
Diagrammen der entsprechende Wetterdatensatz mit aufgenommen.
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9.3.1
Schlussbericht
Büroräume
Die Büroräume stellen aufgrund der hohen solaren Zustrahlung auf die Fassade und der hohen
inneren Lasten ein Optimierungsschwerpunkt dar. Inwieweit das Ziel, eine gute
Tageslichtautonomie bei gleichzeitiger Gewährleistung der sommerlichen Behaglichkeit
erreicht wurde, ist für die kritischen Büroräume mit dem größten Glasflächenanteil über die
verschiedenen Büroetagen gezeigt.
1000
Büros EG
Büros 1.OG
Büros 2.OG
Siegen 95_96
900
Stunden pro Jahr
800
700
600
500
400
300
200
100
0
26
28
30
32
Temperatur in °C
Abbildung 61: Optimierte sommerliche Behaglichkeit in den einzelnen Büroetagen
( Zone E11, 111, 211)
In Abbildung 61 ist an dem niedrigen Temperaturniveau im Erdgeschoss (schwarze Kurve)
und im ersten Obergeschoss (rote Kurve) die gute sommerliche Behaglichkeit zu erkennen.
Die Häufigkeit der warmen Stunden pro Jahr liegt in den beiden ersten Etagen immer unter
den Werten der Außentemperatur. Zusätzlich kann dem Diagramm entnommen werden, an
wieviel Stunden im Jahr ein Temperaturniveau von 26 °C, 28 °C, 30 °C oder 32 °C erreicht
wird. Beispielsweise wird im 1. Obergeschoss an 200 h im Jahr eine Raumtemperatur von
26°C erreicht. Ein Temperaturniveau von 28 °C wird so gut wie nie überschritten. Damit kann
gezeigt werden, dass die Summe der getroffenen Maßnahmen ausreicht, um einer
Überhitzung in den Sommermonaten entgegenzuwirken.
Etwas problematischer stellt sich die Situation in den wärmsten Räumen im 2. Obergeschoss
dar. Positiv zu werten ist, dass die Summenhäufigkeit der Raumtemperaturen über 28 °C
unter der entsprechenden Kurve für die Außentemperatur liegt (grüne Kurve schneidet blaue
Kurve). An 600 Stunden wird ein Temperaturniveau von 26°C erreicht, die Raumtemperatur
liegt dabei aber nur an 200 Stunden oberhalb der Außentemperatur.
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Schlussbericht
Eine Erklärung des verhältnismäßig starken Anstiegs des Temperaturniveaus zwischen dem 1.
und 2. Obergeschoss ist die kleiner werdende Speichermasse im Rauminneren. Hier steht die
thermisch aktivierbare Zwischendecke nicht zur Verfügung. Zusätzlich erreicht die solare
Zustrahlung - aufgrund der fehlenden Eigenverschattung - durch das Gebäude in der obersten
Etage ihr Maximum.
Inwieweit das Temperaturniveau im 2. Obergeschoss durch zusätzliche Maßnahmen gesenkt
werden konnte, ist in Abbildung 62 dargestellt. Zwischen der Variante zum Zeitpunkt der
Ausschreibung (1) und der aktuellen Variante (2) trägt die erhöhte Nachtlüftung und eine an
die Außentemperatur gekoppelte Taglüftung deutlich zur Reduktion des Temperaturniveaus
bei (vgl. Abb. 62). Zusätzlich ist der Fensterflächenanteil in der bisher unbeschatteten
Südverglasung reduziert und mit einem feststehenden Sonnenschutz ausgestattet worden.
Damit ist die Situation in den kritischen Räumen soweit entschärft, dass ein Aufschaukeln des
Temperaturniveaus, trotz der extremen Randbedingungen, verhindert werden kann.
1000
(1) Ausschreibung
(2) aktuelle Version
(3) passive Kühlung
900
Stunden pro Jahr
800
700
600
500
400
300
200
100
0
26
28
30
32
Temperatur in °C
.
Abbildung 62: Optimierungspotential nach dem Zeitpunkt der Ausschreibung
Umfangreiche Parameterstudien haben gezeigt, dass eine weitere Reduktion des
Temperaturniveaus nur durch einen kleineren Glasflächenanteil in der Fassade oder eine
massive Bauweise aller Rauminnenwände erreicht werden könnte. Alternativ können die
Deckensegel zur Unterstützung der Wärmeabfuhr genutzt werden. Damit lassen sich auch bei
der derzeitigen Variante Raumtemperaturen oberhalb 30 °C vermeiden (3). Beide
Maßnahmen sind im momentanen Gebäude- und Anlagenkonzept nicht vorgesehen.
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Schlussbericht
Welchen Einfluss die extremen Randbedingungen auf das Temperaturniveau des kritischen
Büroraums haben ist in Abbildung 63 gezeigt. Hier ist, bei ansonst identischen Parametern,
anstelle des Siegener Wetters das Testreferenzjahr 4 (nördliche und westliche Mittelgebirge
ohne Hochlagen) zugrundegelegt. Zusätzlich ist die Summenhäufigkeit der Außentemperatur
aus dem TRY 4 aufgetragen. Prinzipiell ist der gleiche Verlauf zwischen der Temperatur im
Gebäudeinneren und der Außentemperatur zu beobachten. Die Anzahl der unbehaglichen
Stunden über 26 °C ist im Fall des TRY 4 deutlich geringer als mit dem Siegener Wetter.
Temperaturen über 30 °C sind demnach nicht zu erwarten. Ähnlich wie bei den Wetterdaten
verhält sich das Ergebnis, wenn - anstelle der intensiven Nutzung mit zwei Personen pro
Arbeitsplatz - die einfache Nutzung mit einer Person pro Arbeitsplatz zugrunde gelegt wird.
Auch in diesem Fall treten keine Raumtemperaturen oberhalb 30 °C auf.
1000
Büros EG
Büros 1.OG
Büros 2.OG
Wetter TRY 4
900
Stunden pro Jahr
800
700
600
500
400
300
200
100
0
26
28
30
32
Temperatur in °C
Abbildung 63: Sommerliche
Testreferenzjahres 4
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Behaglichkeit
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der
Büroräume
im
Fall
des
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9.3.2 Büroflur
In den Bürofluren kann durch den niedrigen Gesamtenergiedurchlassgrad der Glasflächen die
sommerliche Behaglichkeit mittels einer freien Tag- sowie Nachtlüftung realisiert werden.
Dazu sind im 2. Obergeschoss Rauchabzugsklappen in der Dachverglasung vorgesehen. Diese
sind über das Gebäudemanagementsystem an die Rauminnentemperatur gekoppelt und sorgen
bei Bedarf für eine ausreichende Abfuhr der inneren sowie solaren Lasten. Damit liegt das
Temperaturniveau im Gebäudeinneren immer unter dem der Außentemperaturen (vgl. Abb.
64).
1000
Büroflur EG
Büroflur 1.OG
Büroflur 2.OG
Wetterdaten Siegen 95_96
900
Stunden pro Jahr
800
700
600
500
400
300
200
100
0
26
28
30
32
Temperatur in °C
Abbildung 64: Sommerliche Behaglichkeit in den Bürofluren (Zone E10, 110 und 210)
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9.3.3 Ausstellung
Wie der Abbildung 65 zu entnehmen ist, sind im Erdgeschoss und dem 1. Obergeschoss keine
Raumtemperaturen oberhalb 28 °C zu erwarten. Die großen Glasflächen der Ausstellung
bewirken in Kombination mit einer galerieartigen Gestaltung, dass im 2. Obergeschoss das
Temperaturniveau schnell ansteigt, sobald direkte Strahlung auf die Glasfläche trifft . Die
damit verbundenen solaren Lasten bewirken einen Anstieg der Innentemperatur bis zum
Außentemperaturniveau. Wie in den Bürofluren öffnen bei einer Grenzwertüberschreitung
die Rauchabzugsklappen automatisch und sorgen für eine erhöhte Taglüftung. Zusätzlich wird
die Speichermasse der angrenzenden Innenwände über eine Nachtlüftung aktiviert. Steigt die
Raumtemperatur weiter an, wird vorgekühlte Luft aus dem Erdwärmetauscher in den
Bodenbereich der Ausstellung eingebracht. Wie in Abbildung 65 gezeigt ist, kann durch diese
Maßnahmen ein Anstieg der Raumtemperaturen über die Außentemperatur wirkungsvoll
verhindert werden.
1000
900
Ausstellung EG
Ausstellung 1.OG
Ausstellung 2.OG
Wetterdaten Siegen 95_96
Stunden pro Jahr
800
700
600
500
400
300
200
100
0
26
28
30
32
Temperatur in °C
Abbildung 65: Optimierte sommerliche Behaglichkeit in der Ausstellung (Zone E60, 160
und 260)
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Wird anstelle des Siegener Wetters das Testreferenzjahr 4 gewählt, zeigen die
Simulationsergebnisse eine deutlich geringere Anzahl unbehaglicher Temperaturen (vgl. Abb.
66). Raumtemperaturen über 28 °C kommen unter diesen entschärften Randbedingungen so
gut wie nicht mehr vor.
1000
900
Ausstellung EG
Ausstellung 1.OG
Ausstellung 2.OG
Wetterdaten TRY 04
Stunden pro Jahr
800
700
600
500
400
300
200
100
0
26
28
30
32
Temperatur in °C
Abbildung 66: Sommerliche Behaglichkeit in der Ausstellung im Fall des
Testreferenzjahres 4
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9.3.4 Seminarräume /Labor und Entwicklungsräume
Die sommerliche Behaglichkeit wird in den nordorientierten Gebäudebereichen maßgeblich
von den inneren Lasten geprägt. Diese sind im Erdgeschoss aufgrund der vorgesehenen
Nutzung relativ gering, was sich an der geringen Anzahl hoher Rauminnentemperaturen zeigt
(vgl. Abb. 67). Etwas kritischer ist die Situation im 1. Obergeschoss zu bewerten. Hier ist an
ca. 30 Stunden eine Raumtemperatur von 30 °C zu erwarten.
Stunden pro Jahr
1000
900
Labor und Entwicklung EG
Seminarraum 1.OG
800
Wetterdaten Siegen 95_96
700
600
500
400
300
200
100
0
26
28
30
32
Temperatur in °C
Abbildung 67: Optimierte sommerliche Behaglichkeit in Nordräumen Seminar (Zone
140), Labor- und Entwicklung (Zone E40))
Wird anstelle des Siegener Wetters das Testreferenzjahr 4 zugrunde gelegt, ist eine deutliche
Reduktion der Anzahl an Stunden mit hohen Raumtemperaturen bei prinzipiell ähnlichem
Verlauf zu beobachten. Sollen auch in einem extrem warmen Sommer Raumtemperaturen
oberhalb 30 °C vermieden werden, ist der hochwertigere Erdwärmetauscher von Professor
Heidt zu empfehlen. Dieser bewirkt durch seine deutlich verbesserten Kühleigenschaften,
dass die niedrigere Zuglufttemperatur effektiver zur Kühlung genutzt werden kann als es bei
der bisherigen Variante der Fall ist. Beide Erdwärmetauscher sind in Kapitel 7.4 ausführlich
beschrieben und mit ihren Temperaturverläufen gegenübergestellt.
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10 Zusammenfassung
Die durchgeführten Berechnungen zeigen, dass die angestrebten Grenzwerte eingehalten bzw.
deutlich unterschritten werden können. Der Referenzenergiebedarf für das Gebäude inkl.
Nutzung liegt aufgrund der hohen Lüftungsverluste relativ dicht an dem TK3-Grenzwert von
40 kWh/m²a. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass sowohl bei der Nutzung als auch
bei den Wetterdaten kritische Randbedingungen gewählt wurden. Werden diese entschärft
und beispielsweise anstelle der intensiven Nutzung mit hohen Luftwechseln von einer
üblichen Vergleichsgröße (ß=0,8h-1) ausgegangen, verringern sich die Bedarfswerte um bis zu
20%.
Mit den geplanten Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung (Wärmepumpen, Wärmetauscher
etc.) können die Lüftungsverluste erheblich reduziert werden und der Aufwand für Wärme
und Strom ist sowohl im unbewerteten als auch im CO2-bewerteten Fall deutlich unter den
TK3-Grenzwerten. Hier zeigt sich, wie ein solaroptimiertes Gebäude mit energiesparender
Technologie ausgerüstet werden kann, das deutlich unter den Zielvorgaben liegt.
Ohne Frage stellt der Verzicht auf eine aktive Kühlung im Fall von hochgedämmten,
tageslichtoptimierten Gebäuden hohe Anforderungen an alle bei der Planung und Ausführung
beteiligten Parteien. Aufgrund der intensiven Nutzung und der ausgeprägten Ost- und West
Ausrichtung der Fassade liegt der Optimierungsschwerpunkt in den Büroflügeln und den
benachbarten Zonen. Hier wird mit einem hochwertigen Sonnenschutz an allen Glasflächen
ein übermäßiger Energieeintrag in das Gebäude verhindert. Zusätzlich sorgt in den intensiv
genutzten Räumen eine erhöhte Taglüftung für eine zusätzliche Wärmeabfuhr, wenn die
Außentemperatur unterhalb der Raumtemperatur liegt. Zusätzlich ist die Lüftungsanlage so
dimensioniert, dass während der Nutzungszeit eingespeicherte Wärme nachts automatisch an
die Umgebung abgeführt wird. Die Summe der Maßnahmen ermöglicht, dass selbst in einer
Hitzeperiode die Raumtemperatur unterhalb der Außentemperatur bleibt.
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11 Ausblick Integrale Planung
Positiv ist die frühzeitige Bildung des TK3-Projekteams zu werten. Wie in den
Anforderungen an TK3-Projekte verlangt, konnten bereits in einem frühen Stadium wichtige
Planungsfragen gemeinsam geklärt werden. So konnten zahlreiche Erkenntnisse aus der
Simulation in das Gesamtkonzept einfließen und relevante Fragestellungen im Projektverlauf
zeitnah beantwortet werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist vor allem die gute
Zusammenarbeit zwischen den Architekten und den Energie- und Tageslichtplanern sowie
dem Projektsteurer hervorzuheben. Verbesserungswürdig ist die Schnittstellendefinition
zwischen den Fachplanern und den Konzeptentwicklern. Hier hätte eine frühzeitige Klärung
der Zuständigkeiten sowie der auszutauschenden Ergebnisse und Informationen die Arbeit im
Team erleichtert.
Bei der Bewältigung der Anforderungen durch die gewünschte integrale Vorgehensweise
erfuhren die Projektteams durch den Einsatz der internetbasierten Planungsplattform
INTESOL sowohl technische als auch methodische Unterstützung. So wurde durch
Darstellung der organisatorischen Zusammenhänge und Zuständigkeiten innerhalb des
Projektes für den einzelnen Planer eine erhöhte Transparenz und eine gesamtheitliche Sicht
auf die komplexe und dynamische Organisationsstruktur erreicht. Die simultane
Bereitstellung von Planungsdokumenten auf der Plattform und die jederzeit nachvollziehbare
Kommunikation zwischen den Planern eliminierte zeitliche Reibungsverluste und
Unsicherheiten ob der Aktualität beim Informationsaustausch und sorgte gleichzeitig für eine
umfassende Dokumentation des Planungsablaufs. Nur durch konsequente Nutzung der
Planungsplattform seitens aller Teammitglieder über den gesamten Planungszeitraum kann
der gewünschte Effekt und eine hohe Akzeptanz erreicht werden. Hierfür ist eine enge
informelle Verzahnung des Projektmanagements und der Betreiber der Plattform essentielle
Voraussetzung um Veränderungen im Projekt zeitnah in die Struktur der Plattform einfließen
lassen zu können. Unter diesen Voraussetzungen ist die internetbasierte Planungsplattform,
gerade bei räumlich verteilten Planungsteams und komplexer Aufgabenstellung, ein
geeignetes Medium zur Unterstützung der integralen Vorgehensweise.
Im Bereich der Modellbildung für die Gebäude- und Tageslichtsimulation existieren
mittlerweile geeignete Ansätze und Spezifikationen /1/,/25/ für den Datenaustausch zwischen
CAD-Systemen und den Simulationsprogrammen. In der Praxis zeigen sich aber deutliche
Defizite bei der automatischen Generierung der Gebäudemodelle aus den CAD-Plänen. Hier
besteht noch ein umfangreicher Handlungsbedarf seitens der Softwarehersteller, die
vorhandenen Ansätze in ihre Programme zu integrieren. Erst damit gelingt es, die
Simulationsmodelle den sich schnell ändernden Gebäudemodellen anzupassen und
auftretende Fragestellungen kurzfristig zu beantworten. Auch unter diesem Aspekt zeigt das
Solarbau Teilkonzept 3 positive Wirkung, in dem eingesetzte Werkzeuge in praxisnahen
Projekten auf ihre Tauglichkeit überprüft und gegebenenfalls weiterentwickelt werden
können.
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/1/
Schmidt, M. et al.: Endbericht des Verbundprojekts INTESOL.
Energetische Bewertung von Entwürfen solaroptimierter Bauten und ihrer technischen
Anlagen. BMWi Vorhaben Förderkennzeichen 0329132E. Universität Stuttgart, IKE
Lehrstuhl für Heiz- und Raumlufttechnik, Entwurf der Schlussversion, Februar 2001.
/2/
VDI 6021 Blatt 1: Datenaustausch für die thermische Lastberechnung von Gebäuden.
VDI-Verlag, Düsseldorf, Entwurf, Januar 1998.
/3/
International Alliance for Interoperability: Industry Foundation Classes Release 2.x,
Oktober 2000.
/4/
VECTORPLAN 3D: AutoCad-Applikation zur Unterstützung des Datenaustauschs
nach VDI 6021. Zu beziehen über Gesellschaft für Technische Software-Entwicklung
und-Vertrieb mbH, Wiesbaden.
/5/
Szermann, M.: Auswirkung der Tageslichtnutzung auf das energetische Verhalten von
Bürogebäuden; Dissertation, Universität Stuttgart, Lehrstuhl für konstruktive
Bauphysik, 1994.
/6/
Szermann, M.: SUPERLINK – Ein dynamisches Rechenverfahren zur Bestimmung
der Lichteinschaltzeiten tageslichtabhängig geregelter Beleuchtung; GesundheitsIngenieur Haustechnik-Baupysik-Umwelttechnik 117 (1996), Heft 1.
/7/
Radiance 3.0 (A suite of programs for simulating and visualizing lighting in and
around architectural spaces), Registered copyright of the Regents of the University of
California.
/8/
Kohler, N: Schlussbericht KOBEK
Methode zur kombinierten Berechnung von Energiebedarf, Umweltbelastungen und
Baukosten in frühen Planungsstadien. Universität Karlsruhe, Institut für Industrielle
Bauproduktion,
Schlussbericht September 1996.
/9/
Schwede, D:
Integrale Planung der Gebäudetechnik für ein Bürogebäude, abgestimmt auf
Nutzeranforderungen und gesamtenergetische Zielvorgaben, Diplomarbeit IKE 7-D396, Universität Stuttgart, IKE Lehrstuhl für Heiz- Raumlufttechnik, September 1999.
/10/
Lam, J.C.; Li, DH.W.: An Analysis of Daylighting and Solarheat for CoolingDominated Office Building; Solar Energy; March 1999; Number P.251-262;
Pergamon.
/11/
ADELINE
Advanced Day- and Electric Lighting Integrated New Environment
Lighting design & analysis tool, Version 3.
/12/
VDI 6011 Entwurf Blatt 1 Grundlagen
Optimierung der Tageslichtnutzung und künstlicher Beleuchtung, Entwurf zum Blatt 1
der VDI-Richtlinie 6011, Februar 2001.
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Schlussbericht
/13/
ASR 7/3 Künstliche Beleuchtung; Nennbeleuchtungsstärke; Ausgabe November 1993.
/14/
DIN 5034 Teil 3 Berechnung
Tageslicht in Innenräumen, September 1994.
/15/
Vergleichende Untersuchung zum Gesamtenergiedurchlassgrad von Einfach- und
Verbundfenstern mit integrierten Sonnenschutzvorrichtungen, Durchgeführt am i.f.t
Rosenheim, Juni 1998.
/16/
DIN 5035 Teil 2
Beleuchtung mit künstlichem Licht, September 1990.
/17/
G. Courret,
ANIDOLIC DAYLIGHTING SYSTEM
Laboratoire d'Energie solaire et de physique du bâtiment - ITB – DA,
September 1999.
/18/
Guth S. K. Computing Visual Comfort Ratings For a Specific Interior Lighting
Installation, Illuminating Engineering, pp. 634-642 (October 1966).
/19/
Bach, H; Kochendörfer, C.
Ermittlung der Heizleistung eines Deckensegels sowie der Temperaturverteilung im
Modellraum, Bericht Nr. DF99 D12.1378, April 1999.
/20/
Software zur graphischen Auslegung von Erdwärme-Austauschern,
Universität-GH Siegen, Fachgebiet Bauphysik & Solarenergie.
/21/
VDI 2067 Blatt 20; Ausgabe 2000-08: Wirtschaftlichkeit gebäudetechnischer Anlagen
- Energieaufwand der Nutzenübergabe bei Warmwasserheizungen, VDI-Verlag,
Düsseldorf, 2000.
/22/
DIN 4701, Ausgabe 1983-03: Regeln für die Berechnung des Wärmebedarfs von
Gebäuden; DIN Deutsches Institut für Normung, 1983.
/23/
Wärmeschutzverordnung
Bundesministerium für Wirtschaft, Verordnung über einen energiesparenden
Wärmeschutz bei Gebäuden, Januar 1995.
/24/
Bach, H; Bauer, M.; Treiber, M.
MEDUSA – Minimierung des Energiebedarfs von Gebäuden durch Simulation von
Heizanlagen, AiF-Nr.: 10592 N, , Universität Stuttgart, IKE, Lehrstuhl für HeizRaumlufttechnik, Schlussbericht: April 1998.
/25/
Industry Foundation Classes – Release 2.x, IFC Object Model for AEC Projects.
International Alliance for Interoperability.
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