soli – solare lichtwiese - Entwerfen und Energieeffizientes Bauen

Werbung
SOLI – SOLARE LICHTWIESE
Realisierungsstudie für den Bau und Betrieb
von Photovoltaikanlagen auf der Lichtwiese
Forschungsbeteiligte:
ee
Technische Universität Darmstadt
FB Architektur
FG Entwerfen und
Energieeffizientes Bauen
Prof. Dipl.-Ing. M. Sc. Econ. Manfred Hegger
El-Lissitzky-Straße 1
64287 Darmstadt
[email protected]
Telefon: (06151) 16 65 44
Fax: (06151) 16 52 47
Forschungszeitraum:
5/2006 bis 10/2006
Ziele:
Prüfung der räumlichen und organisationstechnischen Möglichkeiten und der Rahmenbedingungen für die Installation von Photovoltaikanlagen auf der Lichtwiese
Zuordnung zu den Arbeitsschwerpunkten des ZIT:
Wissens- und Modellbildung
Verbreitung nachhaltiger Technologien
Raum und Institution
Dr.-Ing. Thomas Stark
[email protected]
Text:
Alexandra Göbel
Dipl.-Ing. Martin Zeumer
[email protected]
Wirtschaftlichkeitsberechnungen:
Philipp Güther, Timo Foegen, Klaus Hirt
cand. arch. Alexandra Göbel
[email protected]
Gestaltung (Forschungsbericht u. Pläne Lichtwiese):
Alexandra Göbel
Fotografie/Visualisierungen »Lichtwiese«:
Alexandra Göbel
Technische Universität Darmstadt
FB Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
FG Immobilienwirtschaft und
Baubetriebswirtschaftslehre
Prof. Dr. Andreas Pfnür
Hochschulstr. 1
64289 Darmstadt
[email protected]
Telefon: (06151) 16 37 17
Fax: (06151) 16 44 17
Schrift:
Agfa Rotis Semisans
Darmstadt im November 2006
Dipl. Wirtsch.-Ing. Ralf Jung-König
[email protected]
cand. Wirtsch.-Ing. Philipp Güther
[email protected]
cand. Wirtsch.-Ing. Timo Foegen
[email protected]
cand. Wirtsch.-Ing. Klaus Hirt
[email protected]
Gefördert durch das Zentrum für
Interdisziplinäre Technikforschung
(ZIT) der Technischen Universität
Darmstadt
SoLi – Solare Lichtwiese
1
Forschungsarbeit und -ergebnisse
Der vorliegende Bericht über das Forschungsprojekt »SoLi« an der TU Darmstadt ist das Ergebnis einer interdisziplinären Zusammenarbeit
der Fachbereiche Architektur, FG Entwerfen und
Energieeffizientes Bauen, unter der Leitung von
Prof. Dipl.-Ing. M. Sc. Econ. Manfred Hegger und
dem Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, FG Immobilienwirtschaft und Baubetriebswirtschaftslehre, unter der Leitung von
Prof. Dr. Andreas Pfnür.
Insgesamt sechs Monate beschäftigten sich
die beiden Fachgebiete intensiv mit dem Thema, inwieweit netzgekoppelte PV-Anlagen auf
dem Universitätsstandort Lichtwiese installiert
werden kann. Hierbei wurden neben den potenziellen Örtlichkeiten, also Gebäuden und Freiflächen, auch die Frage der Wirtschaftlichkeit und
Finanzierung eingehend untersucht.
Die Idee des Fachgebietes Entwerfen und Energieeffizientes Bauen, PV-Anlagen auf der Lichtwiese zu installieren, bezieht sich auf die Ziele
des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG). Dieses
Gesetz ermöglicht die kostendeckende Vergütung des in das öffentliche Stromnetz eingespeisten Sonnenstroms. Damit schuf die Bundesregierung den Anreiz sowohl für Einzelpersonen
als auch für große Firmen, in die Technologie der
Photovoltaik gewinnbringend zu investieren. Allerdings ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen für den Betrieb größerer Anlagen bisher
nur in sehr geringem Umfang erfolgt. Das Forschungsprojekt »SoLi« möchte daher an dieser
Stelle ansetzen und eine entsprechende Anlage
realisieren.
Mit dem finanziellen Bonus aus dem EEG besteht die Möglichkeit, die Lichtwiese als Renditeobjekt für Angehörige der TU Darmstadt zu
etablieren. Jeder Mitarbeiter, Student oder Absolvent, der sich zum einen für eine Geldanlage in einem ökologisch orientierten Anlageobjekt
interessiert und sich zum anderen aber auch sehr
stark mit »seiner« Lichtwiese verbunden fühlt,
soll mit diesem Projekt angesprochen werden.
Damit schließt sich der zweite Aspekt an,
der zu dem Interesse an dem Forschungsprojekt
»SoLi« führte: die Identifikation mit der Lichtwiese als Ort des Lernens und Forschens für eine
nachhaltige Zukunft. Ein kleines Stück der Lichtwiese in Form der Photovoltaik-Module zu besit-
zen, kann die emotionale Bindung an den Wissenschaftsstandort Darmstadt, die TU und ihren
Standort Lichtwiese deutlich stärken.
Ein dritter Aspekt für den Aufbau einer photovoltaischen Anlage an der »TU-Außenstelle« liegt in der Möglichkeit, ihre Installation mit
überfälligen Sanierungen des Gebäudebestandes
zu verbinden. Die Installation der PV-Module auf
Dächern und an Fassaden wäre somit nicht nur
eine gestalterische Aufwertung des Bestandes,
sondern würde auch den materiellen Gebäudewert erhöhen.
Damit stehen drei gewichtige Argumente für die
Montage einer netzgekoppelten PV-Anlage auf
der Lichtwiese im Raum: der nachhaltige Umgang mit dem Baubestand der TUD, ohne verstärkte Bindung der Mitarbeiter und Studierenden und natürlich die zukunftsgerichtete Art der
Stromgewinnung.
Den in diesem Zusammenhang aufkommenden
zahlreichen technischen, wirtschaftlichen und
nicht zu vergessen gestalterischen Fragen widmet sich der hier vorliegende Forschungsbericht.
Folgende Forschungsschwerpunkte wurden im
Untersuchungszeitraum bearbeitet:
1. Grundlagenermittlung
- Auswahl energetisch und architektonisch interessanter Einsatzgebiete für Photovoltaik auf
der Lichtwiese.
- Entwicklung einer PV-Anlagentypologie, die
die unterschiedlichen Möglichkeiten der Photovoltaik-Integration widerspiegelt. Zuordnung
der ermittelten Flächen zu diesen Typenklassen.
- Vorschläge zur gestalterischen Integration der PVAnlagen in Fassaden, Dächer und auf Freiflächen.
- Herausarbeiten von möglichen Einzelprojekten
und Festlegen einer Realisierungsreihenfolge.
- Visualisierung der Auswahlprojekte in aussagekräftigen Bildern.
- Ermitteln der für eine solche Anlage tatsächlich zur Verfügung stehenden Gebäude sowie
der geplanten Bau- und Sanierungsmaßnahmen
in Zusammenarbeit mit den Dezernaten IV und V
der TU Darmstadt.
2. Anlagenbetrieb
- Klären der technischen Randbedingungen.
- Zusammenstellung der rechtlichen Randbedingungen bezüglich Netzeinspeisung und Betreiberkonzepte.
SoLi – Solare Lichtwiese
2
- Wahl der geeigneten Gesellschaftsform.
- Abschätzen der Leistungs- und Ertragsdaten
der Einzelprojekte, der effektiven Investitionskosten und der anfallenden Betriebskosten.
- Entwickeln eines Finanzierungsmodells unter
Berücksichtigung aller bisher ermittelten Parameter.
- Abschließende Betrachtung der Wirtschaftlichkeit und Rendite des Projektes.
Die Ergebnisse dieser Studie bieten eine erste Grundlage für die Mobilisierung der Hochschulöffentlichkeit, der Alumni und der Bürgerschaft.
3. Öffentlichkeitsarbeit
In der Fortfolge des Forschungsprojektes »SoLi«
wird in naher Zukunft eine Informationsveranstaltung für potenzielle Investoren, also vorrangig Angehörige und Studierende der TU Darmstadt, zu organisieren sein.
Allerdings ist dieser weiterführende Schritt nicht
mehr Bestandteil dieses Forschungsprojektes.
Demnach wäre in einem Anschlussprojekt diese Veranstaltung zu planen, die die Interessierten über die geplante Realisierung der Photovoltaikanlage auf der Lichtwiese aufklären soll.
Gleichzeitig sollte eine erste Einschätzung der
Investitionsneigung bei den Veranstaltungsteilnehmern vorgenommen werden.
Für diese Projektvorstellung sollte den Interessierten geeignetes Präsentations- und Informationsmaterial zur Verfügung gestellt werden,
in denen die gesammelten Forschungsergebnisse
in aufbereiteter Form zu vermitteln sind.
Photovoltaik im Gebäudebestand der
Lichtwiese
Um einen Überblick über die PV-Integrationsmöglichkeiten auf der Lichtwiese zu bekommen, wurde in einer ersten Ortsbegehung eine
Liste mit allen Haupt-, Neben-, Versorgungs- und
Technikgebäuden aufgestellt sowie vorhandene
Freiflächen wie PKW-Parkplätze, überdachbare
Innenhöfe oder Sitzbereiche und PV-integrationsfähiges Stadtmobiliar vermerkt.
Das Ziel bei der Installation von PV-Elementen
sollte sein, nachhaltig mit vorhandenen Flächen
umzugehen. Folglich sind die Module so anzubringen, dass bei möglichst geringem Flächenverbrauch die maximale Leistung der PV-Anlage
genutzt und der größtmögliche Stromertrag erreicht wird. Dies machte somit in einem zweiten
Untersuchungsschritt die Bewertung der ausgewählten Lichtwiesenflächen nach folgenden Untersuchungskriterien nötig:
- Ausrichtung
- Modulneigungswinkel
- Bewertung Gebäudebestand (Flächengröße,
Sanierungsbedarf, Konstruktion, substituierbare
Gebäudeelemente, ästhetische Aufwertung)
- anstehende oder sinnvolle Neubaumaßnahmen
- Wirksamkeit in der Öffentlichkeit
Hieraus ergibt sich eine Verteilung der Standorte
über das gesamte Gebiet der Lichtwiese.
Entwicklung einer Photovoltaikanlagentypologie
Die im ersten Schritt ermittelten Flächen wurden im zweiten Schritt auf ihre Eignung für die
unterschiedlichen Integrationsarten untersucht.
Hierfür wurde eine Typologie entwickelt, die
die Installationsvarianten auf der Lichtwiese in
sechs Kategorien einteilt:
1. Integration PV-Module in Fassade und geneigtes Dach
Addition bzw. Substitution von Elementen des
Gebäudebestandes
- Kaltfassade
- Kaltdach (geneigtes Dach)
2. Aufständerung PV-Module auf Bestandsgebäude
- Modul-Neigungswinkel 0°
- Modul-Neigungswinkel 30°
GEBÄUDEINTEGRATION
DACH
SCHRÄGDACH
Aufdach/Indach
FASSADE
FLACHDACH
Aufdach/Indach
ADDITION
Kaltfassade
SUBSTITUTION
Kalt-/Warmfassade
GEBÄUDEBESTANDTEILE
INTEGRATION
Oberlichter
SONNENSCHUTZ
beweglich/fest
SoLi – Solare Lichtwiese
3
3. Ersatz von Gebäudebauteilen
Sanierung/Optimierung des Bestandes
- Sonnenschutz
- Absturzsicherung Balkone
- Schrägverglasung
- Lichtbänder Dach
4. Überdachungen Außenraum
Wetterschutz, Freiraumgestaltung, Bestandsschutz
- Parkplatzüberdachungen
- Innenhofüberdachung
- Gehwegüberdachungen
- Sonnenschutz für Sitzbereiche
5. Gebäudeneubauten
Gebäudeintegrierte Photovoltaik (GIPV)
- Buswartehäuschen
- Gerätehaus für Golfplatz
- Haltestelle Odenwaldbahn
6. Nutzung Stadtmobiliar
Addition Nicht-Gebäude
- Straßenbeleuchtung und Überdachung
- Straßenbeleuchtung
- »Kunstwerke« auf dem Lichtwiesen-Gelände
Vertiefung der Standorte: Einzelprojekte
Das Ergebnis der Standortanalyse ist eindeutig: Etwa 34.500 qm stehen für die Installation von Photovoltaik auf der Lichtwiese zur Verfügung, was einer Gesamtleistung von 3,5 MW
entspricht.
Um die Investoren in der geplanten Informationsveranstaltung von der Werthaltigkeit des Projektes zu überzeugen und ihnen einen Eindruck
von der zukünftigen »Solaren Lichtwiese« zu vermitteln, wurden neun Beispielprojekte aus allen
zuvor zusammengestellten Flächen ausgewählt.
Vorstellbar ist hierbei, die neun ausgewählten
detaillierten Bauprojekte innerhalb der ersten
Realisierungsphase des »SoLis« den Investoren
zur Beteiligung anzubieten, da sie sich durch ihre
verschiedenartigen Qualitäten besonders als Referenzobjekte für die Gewinnung weiterer Investoren bzw. als Identifikationsobjekte eignen.
Die Vertiefungsstandorte im Einzelnen:
1. Petersenstraße:
Installation eines »Photovoltaikbandes« über
dem Fahrbahnmittelstreifen.
Typologie der Photovoltaikanlagen
Integration PV-Module in
Fassade & geneigtes Dach
Aufständerung
PV-Module
Aufständerung
PV-Module
auf
Bestandsgebäude
auf Bestandsgebäude
Ersatz
von
Gebäudebauteilen
Ersatz Gebäudebauteile
Sanierung/Optimierung des Bestandes
Integration in Fassade u. geneigtes Dach
Addition / Substitution von Bestandselementen
Überdachungen
Außenraum
Überdachungen
Außenraum
Wetterschutz, Freiraumgestaltung, Bestandsschutz
Gebäudeneubauten
Gebäudeneubauten
Gebäudeintegrierte Photovoltaik (GIPV)
Nutzung
Stadtmobiliar
Nutzung
Stadtmobiliar
Addition Nicht-Gebäude
SoLi – Solare Lichtwiese
4
Einstrahlung, Leistung, Ausbeute
Insges. für PV zur Verfügung stehende Fläche
Örtl. Strahlungsangebot Darmstadt
Insgesamt install. Solargeneratorleistung
Gesamtjahresenergieertrag
berechnete Werte
ca. 34.500 qm
ca. 1.000 kWh/qm*a
ca. 3,5 MW
ca. 3 Mio. kWh
Dies entspricht ca. 60.000 to CO²- u. ca. 24 Mio. l Heizöl-Einsparung
während 20 Jahren Anlagenlaufzeit.
2. Vorderes Mensadach, Gebäude L4|01:
Integration der Module auf dem Dach.
3. FB Maschinenbau, Gebäude L1|06 (01):
Substitution der vorhandenen Sonnenschutzelemente durch multifunktionale Photovoltaikmodule.
4. FB Maschinenbau, Gebäude L1|03:
Aufständerung der Module unter Einbeziehung
der vorhandenen Betonrahmenkonstruktion.
5. FB Maschinenbau; Gebäude L1|01 (01):
Befestigen der Module an den bestehenden Brüstungselementen.
6. FB Chemie, Gebäude L2|04 (02):
Photovoltaikmodule als Verschattungselemente
vor dem Fenster und auf der Betonfassade.
7. Bibliothek Lichtwiese, Gebäude L3|01 (05):
Befestigen der Module auf der bestehenden Betonrahmenkonstruktion.
Petersenstraße
8. Parkdeck, Fläche P 02:
Überdachung der zweiten Ebene des vorhandenen Parkdecks.
9. FB Bauingenieurwesen & Geodäsie,
Gebäude L5|02, L5|03:
Aufständerung der Photovoltaikelemente auf
den Flachdächern des Gebäudekomplexes.
Die Reihenfolge der Bauvorhaben sollte sich danach richten, wie groß der Zuspruch der Investoren nach der Infoveranstaltung ist. Unter anderem ist zu bedenken, dass die Verwirklichung
des »Solarbandes« über der Petersenstraße in
Teilabschnitten möglich ist. Damit kann flexibel
auf das zur Verfügung stehende Investitionsvolumen reagiert werden. Je höher die Anlagegelder, desto länger wird das Band. Dies bedeutet natürlich auch, eine hohe Aufmerksamkeit in
der Öffentlichkeit zu erzeugen.
Soll hingegen der Faktor Wirtschaftlichkeit
zu Beginn der Realisierung im Vordergrund stehen, böte sich das Dach der Mensa an. Die Module können schnell und einfach auf dem Dach
montiert werden, so dass wenig Kosten verursacht, aber schon sehr bald und verlässlich Strom
produziert werden kann. Auch hier ist die Wirkung in der Öffentlichkeit durch die große, auffällige Fläche garantiert.
FB Maschinenbau, L1|06 (01)
SoLi – Solare Lichtwiese
5
FB Maschinenbau, L1|03
FB Maschinenbau,
L1|01(01)
Mensadach, L4|01
SoLi – Solare Lichtwiese
6
FB Chemie, L2|04 (02)
Bibliothek Lichtwiese,
L3|01 (05)
FB Bauingenieurwesen & Geodäsie,
Gebäude L5|02, L5|03:
SoLi – Solare Lichtwiese
7
Parkdeck,
Fläche P 02
Finanzierungsvarianten
Auf dem Hintergrund der Projektziele und der Darstellung der Praxisbeispiele scheinen sich vier wesentliche Möglichkeiten der Finanzierung abzuzeichnen, die sich untereinander kombinieren lassen.
1. Einlagen
Die angestrebte Form der Finanzierung dieses Projekts
soll die Einlage von Universitätsangehörigen sein.
2. Kredit
Insbesondere in der Anfangszeit oder für große
Vorhaben macht es betriebswirtschaftlich durchaus Sinn, den Finanzbedarf über Kredite zu finanzieren. Als Kreditgeber kommen für dieses
Projekt die bekannten Geschäftsbanken in Frage.
3. Förderungen
Die Förderung von Solarenergie in Deutschland
lässt sich in zwei Bereiche untergliedern:
Zum einen das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das
die Einspeise-Vergütungen für den Solarstrom
festlegt. Zum anderen existieren von der KfW-Bank
weitere Förderwege, die sich durch die Möglichkeit
der vergünstigten Kreditaufnahme auszeichnen.
4. Substitutionseffekte
Hierbei handelt es sich um die Verknüpfung von
notwendigen baulichen Maßnahmen der TU
Darmstadt (z.B. Modernisierungen und/oder Erweiterungen) und der Erweiterungen der »Solaren Lichtwiese« durch die Integration in solche Bauvorhaben. Es scheint sinnvoll, dass die
TU Darmstadt das gesparte Geld zu einem noch
festzulegenden Prozentsatz der Projektgesellschaft zur Verfügung stellt.
Risiken und deren Absicherung
Sonneneinstrahlung
Da die Einstrahlung der Sonne schwankt und die
Anlage verschattet werden kann, bietet sich der
Abschluss einer Ertragsgarantieversicherung an.
Verschleiß
Zum einen sollte auf eine Leistungsgarantie des
Herstellers geachtet werden und zum anderen
eine Reparaturrücklage gebildet werden.
Äußere Einflüsse
Die Anlagen können z.B. durch Wettereinflüsse, Einsturz, Feuer oder Vandalismus beschädigt
werden. Diesen Risiken kann mit einer All-Gefahren-Versicherung begegnet werden.
SoLi – Solare Lichtwiese
8
Höhere Bau- bzw. Betriebskosten
Es bietet sich an, mit den entsprechenden Partnern Festpreise zu vereinbaren und frühzeitig
Verträge über die gesamte Laufzeit abzuschließen.
Inflation
Um der jährlichen Inflation Rechnung zu tragen,
sollte diese in die Wirtschaftlichkeitsberechnung
eingehen.
Dachnutzung
Um die Dachnutzung während der gesamten Laufzeit zu gewährleisten, muss diese vertraglich vereinbart werden und eventuell auch
grundbuchrechtlich gesichert werden.
Eigenkapital
Da sich die Anlagen zum Teil durch Einlagen finanziert, muss sichergestellt werden, dass zum
Starttermin ausreichend Einlagen gezeichnet
wurden bzw. das Kapital anderweitig vorhanden ist.
Baurechtliche Aspekte
Gemäß § 4 TUD Gesetz ist die TUD Eigentümer
der Gebäude und der Grundflächen und kann
entscheiden, was sie mit diesen verfährt. Für den
Bereich »Lichtwiese« existiert kein B-Plan; Baugenehmigungen richten sich nach § 35 BauGB.
Beim Bau von PV-Anlagen befindet man sich in
einer Grauzone, was das Bauen im Außenbereich
angeht. Kein Problem hat man allerdings, wenn
PV-Anlagen auf bzw. an bestehenden Gebäuden
errichtet werden.
Es existiert ein FNP, der drei nennenswerte
Einschränkungen macht: Zum einen müssen
TUD-Sonderbauflächen erhalten bleiben, die die
Verdopplung der derzeitigen Geschoßflächenzahl erlauben, zum anderen muss der Abstand
zum Wald eingehalten werden. Hinzu kommt,
dass die historische Lichtwiese und die Darmbachaue Freiflächen bleiben müssen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Klärung
der Eigentumsrechte. Dies ist vor allem in Hinblick
darauf wichtig, dass die Installationen der PV-Anlagen mit notwendigen Sanierungsmaßnahmen
kombiniert werden sollen. In aller Regel findet man
Vereinbarungen, die regeln, dass die PhotovoltaikAnlage und ihre Komponenten nur für die Vertragsdauer mit dem Gebäude verbunden sind.
Erträge & Vergütung
Die Stromvergütung nach dem ErneuerbarenEnergien-Gesetz (EEG) ist nach der Größe der
Anlage gestaffelt. Für die geplante Anlage ergibt somit eine jährliche Vergütung von 49,21
Cent je kWh. Diese Vergütung gilt für die Dauer
des Inbetriebnahmejahres und die folgenden 20
Betriebsjahre der Anlage. Da die Energieversorger gesetzlich verpflichtet sind, sämtlichen eingespeisten Strom abzunehmen, sind die Einnahmen garantiert.
Technische Umsetzung
Allgemein sind drei verschiedene Auftragnehmer
vorstellbar. Entweder werden für die einzelnen
Aufgaben jeweils einzelne Unternehmen beauftragt, oder man vergibt alle Aufgaben in einem
Paket an ein Unternehmen. Schließlich könnten
die anfallenden Aufgaben von Gesellschaftsangehörigen, insbesondere von Angehörigen der
TU Darmstadt, durchgeführt werden.
Planung
Die Planung muss durch die Betreibergesellschaft in Auftrag gegeben werden. Aus Sicht einer möglichst großen Rendite wäre eine Planung
mit Fachbereichen und folglich mit Angehörigen
der TU Darmstadt finanziell günstiger und wahrscheinlich sogar effektiver zu erreichen.
Installation
Zum einen könnte die Anlage allein durch eine
Fachfirma errichtet werden. Dies würde insbesondere einen Einfluss auf eventuell anfallende
Gewährleistungsansprüche, etc. haben. Zum anderen wäre eine Form der »Installation light« vorstellbar. Dabei wird die Anlage in den einzelnen
Teilen geliefert und unter Aufsicht von Fachpersonal durch Gesellschaftsangehörige montiert.
Wartung
Die Wartung kann wiederum fremd vergeben
oder durch Gesellschaftsmitglieder vorgenommen werden.
Unternehmensform, Finanzierung und Inbetriebnahme
Bei einer Firmengründung sollte eine GmbH &
Co. KG als Rechtsform angestrebt werden. Dies
bedeutet, dass zuerst mögliche Partner identifiziert werden sollten. Hierzu sind vor allem Gespräche mit der TU Darmstadt bzw. den entspre-
SoLi – Solare Lichtwiese
9
chenden Dezernaten (IV - Nachhaltiger Betrieb
und V – Bau und Immobilien) und dem AK SOL
zu führen. Des Weiteren sollte bei Natur Pur erneut nachgefragt werden, in welcher Form sich
diese eine Zusammenarbeit vorstellen kann.
Nach diesem ersten Schritt folgt die Aufstellung eines Projektplans. Hier stehen an erster
Stelle die Firmengründung bzw. die damit verbundenen Aktionen. Dazu gehört vor allem auch
die Kalkulation der Transaktionskosten, da diese
noch in die Wirtschaftlichkeitsprognose eingehen
sollten. Parallel können Verträge entwickelt werden, welche die Nutzungs- bzw. Eigentumsrechte
mit der TUD regeln und ein Gesellschaftsvertrag
ist aufzusetzen.
Ein entscheidender Punkt ist der Zeitpunkt der
Inbetriebnahme. Hier sind neben der jahreszeitlich bedingten Sonneneinstrahlung auch die Preise bzw. die Verfügbarkeit von PV-Anlagen zu beachten. Bei der Planung der Firmengründung ist
vor allem auch Langfristigkeit bzw. die Dauerhaftigkeit sicherstellen. Da man mit potentiellen Anlegern eine 20-jährige Vertragsbindung eingeht,
muss gewährleistet werden, dass auch die Betreibergesellschaft solange existiert und geführt wird.
Öffentlichkeitsarbeit
Um das tatsächliche Interesse einer möglichen
Investorengemeinschaft aus Hochschulmitarbeitern, Studenten und Hochschulabsolventen
auszuloten, sollte nun im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit ein Anschlussprojekt initiiert
werden: die Planung einer Informationsveranstaltung. Diese Veranstaltung dient dazu, die
Hochschulangehörigen allgemein für das Thema der Energiegewinnung aus erneuerbaren
Energien zu sensibilisieren. Des Weiteren sollen sie über das eigentliche Vorhaben, den Bau
und Betrieb einer PV-Anlage auf der Lichtwiese,
aufgeklärt werden, um ihnen anschließend die
Vorzüge der Investition in diese Anlage darzulegen. Denn nur, wenn die Hochschulangehörigen
schnell für dieses Projekt begeistert werden
können, ist eine baldige Realisierung möglich.
Folglich könnte schon 2007 mit der Installation
der ersten Module begonnen werden.
Liquidität der Gesellschaft nach Ausschüttung
15.000
10.000
Liquidität [€]
5.000
0
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
-5.000
-10.000
-15.000
-20.000
Jahr
SoLi – Solare Lichtwiese
10
Stromerlöse
16.000
14.000
12.000
[€]
10.000
8.000
6.000
4.000
2.000
0
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
Jahr
Ausschüttungen in €
18.000
16.000
Gesamt in €
14.000
12.000
10.000
8.000
6.000
4.000
2.000
0
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
Jahr
SoLi – Solare Lichtwiese
11
Herunterladen