Deutscher Naturstein-Preis 2013

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Deutscher Naturstein-Preis 2013
Bauen mit Naturstein:
nachhaltig, energieeffizient, zeitgemäß
Inhalt der Dokumentation
Jury
Alle von der Jury ausgewählten Arbeiten
werden in dieser Dokumentation in Bild und
Text vorgestellt. Die Reihenfolge innerhalb
der einzelnen Kategorien stellt keine Wertung dar.
Architekten BDA:
Arch. Michael Frielinghaus,
(Präsident Bund Deutscher
­Architekten (BDA), Berlin)
Arch. Ferdinand Heide,
(Ferdinand Heide Architekt, Frankfurt)
Arch. Alexander Schwarz,
(David Chipperfild Architekten, Berlin)
Arch. Dr. Rena Wandel­-Hoefer,
­(Baudezernentin, Saarbrücken)
Arch. Burkhard Wegener,
(Club L94 Landschaftsarchitekten,
Köln)
Ein Verzeichnis aller eingereichten Wettbewerbsarbeiten sowie der bei vorangegangenen Wettbewerben ausgezeichneten
Arbeiten schließt sich an.
Der DNV behält sich vor, die Projektbeschreibungen der einreichenden Teilnehmer bei
Bedarf zu kürzen und die geeigneten Abbildungen auszuwählen.
Mitglieder DNV:
Joachim Grüter,
(Präsident Deutscher Naturwerkstein-­
Verband (DNV), Würzburg)
Thomas Hippelein,
(Vizepräsident DNV, Satteldorf)
Heinrich-Georg Hofmann,
(Leiter der ­Bautechnik im DNV,
­Werbach-Gamburg)
Frank Peffekoven,
(Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
im DNV, Lindlar)
Organisation
Reiner Krug, DNV, Würzburg
Beate Ullrich, DNV, Würzburg
D
er Deutsche Naturstein-Preis 2013
stellt Naturstein als einen Baustoff
in den Vordergrund, der hinsichtlich
der Umwelteinwirkungen, Nachhaltigkeit
und Energieeffizienz vorbildlich ist. Es werden nutzerorientierte Projekte aus Naturstein im Innen- und Außenbereich ausgezeichnet, die beispielhaft für eine hohe
architektonische Qualität, eine technischinnovative Anwendung und eine nachhaltige Konstruktion aus Naturstein stehen.
Der Wettbewerb stellt Naturstein als einen
Baustoff in den Vordergrund, der durch die
individuelle Behandlung von Details und
Oberflächen wie kaum ein anderer auch bei
kleineren Projekten zu einem Raum bildenden Element wird.
Prämiert wird die vorbildliche Gestaltung
und technisch zeitgemäße Konstruktion
von Projekten in Europa unter maß­geblicher
Verwendung von Naturstein aus Europa,
ausgeführt von europäischen NatursteinFachbetrieben.
Beurteilungskriterien sind
• Gestaltungsqualität
• Technisch beispielhafte Konstruktion
• Einbindung der Projekte in die
­vorhandene Umgebung
• Adäquate Verwendung von Naturstein
• Umweltbewusste und nachhaltige
­Bauweise
• Funktionale Brauchbarkeit
Die Preisnominierungen fanden in den
vier nachstehenden Kategorien statt:
• A: Ö
ffentliche Gebäude und
­Gewerbebauten
(Fassaden und Innenausbau)
• B: Landschaftsbau und Freiraum­
gestaltung (Gärten, Parks und Plätze)
• C: Massive Bauteile und Bauen
im Bestand (Steindetails, Sanierung
und Rekonstruktion)
• D: Ein- und Mehrfamilienhäuser (­Fassaden und Innenausbau)
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Vorwort
Bauen mit Naturstein:
nachhaltig, energieeffizient, zeitgemäß
Mit dem Deutschen Naturstein-Preis 2013 werden nutzerorientierte Projekte aus Naturstein im
Innen- und Außenbereich ausgezeichnet, die beispielhaft für eine hohe architektonische Qualität,
eine technisch-innovative Anwendung und eine nachhaltige Konstruktion aus Naturstein stehen.
Der Deutsche Naturstein-Preis stellt Naturstein als einen Baustoff in den Vordergrund, der hinsichtlich der Rücksichtnahme auf Umwelt, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz vorbildlich ist.
Die Verleihung des Deutschen NatursteinPreises findet bereits zum 16. Mal statt, und
es erfüllt alle Verantwortlichen mit Stolz, dass
sich der Deutsche Naturstein-Preis in den nun
bereits 30 Jahren seit der ersten Preisverleihung im Jahre 1983 zu einem der anerkanntesten Architekturpreise entwickelt hat.
Der Deutsche Naturwerkstein-Verband e.V.
(DNV) vergibt den Architektur-Preis alle zwei
Jahre in Zusammenarbeit mit dem Bund
Deutscher Architekten (BDA) anlässlich der
internationalen Fachmesse Stone+tec in
Nürnberg.
Erstmalig haben wir in diesem Jahr für die
Einreichungen zum Deutschen NatursteinPreis vier unterschiedliche Kategorien ausgelobt:
A. Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten
B. Landschaftsbau und Freiraumgestaltung
C. Massive Bauteile und Bauen im Bestand
D. Ein- und Mehrfamilienhäuser
Mit dieser Auslobung wollen wir die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des Natur-
2 l 3
steins hervorstellen, der als ältester Baustoff
der Welt nichts von seiner Faszination verloren hat. Umweltfreundlichkeit, Schadstofffreiheit, Wiederverwertbarkeit und Entsorgung sind Schlagworte, die auch im Bauwesen verstärkt verwendet werden und hohe
Anforderungen an den Baustoff stellen. Hier
kann der Naturstein die Vorteile seiner natürlichen Entstehung zur Geltung bringen. Die
Nachhaltigkeit und Schadstofffreiheit der
Natursteine sichert dem Baustoff der Vergangenheit auch seine Zukunft.
Mit Naturstein wird der neue Anspruch im
Baugeschehen, der sowohl auf Ästhetik und
Lebensqualität, als auch auf Dauerhaftigkeit
und Wirtschaftlichkeit des Materials abzielt,
in besonders geeigneter Weise erfüllt. Jeder
Naturstein hat einen eigenständigen Charakter, der durch die Dimensionierung und die
unzähligen Möglichkeiten der Oberflächenbearbeitung betont wird. Durch eine zeitgemäße Bearbeitung setzt er heute neue
Akzente und ermöglicht eine eigenständige
Gestaltung unserer Städte, wobei er sich wie
kaum ein anderes Baumaterial in das architektonische Gesamtbild einfügt.
Mein Dank gilt den vielen Architekten und
Bauplanern, die sich im Laufe von 16 Naturstein-Preisen mit ihren qualitätsvollen Einreichungen beteiligt und diesem Wettbewerb
ganz wesentlich zu seiner heutigen Bedeutung verholfen haben. Mit fast 60 eingereichten Arbeiten wurde wieder eine hervorragende Beteiligung erzielt und die qualitativ
hochwertigen Einreichungen zeigen die
herausragende Bedeutung des Natursteins
für eine hochwertige und nachhaltige Architektur.
Joachim Grüter
Präsident DNV
S
eit der Antike prägt Naturstein wie
kein anderes Material Architektur und
Städtebau. Wegen seines variantenreichen Erscheinungsbildes und seiner Dauerhaftigkeit ist Naturstein nach wie vor
hoch geschätzt. Als ressourcenschonender
Baustoff ist er zudem prädestiniert, tragende Perspektiven für die ökologischen
Herausforderungen unsere Zeit zu eröffnen.
Sein Farbenreichtum, seine zahlreichen
Bearbeitungsweisen wie auch seine hervorragenden
technischen
Eigenschaften
ermöglichen es, Naturstein als Baustoff
sowohl im Innen- und Außenraum, als Fassadenbekleidung, Bodenbelag oder auch
als Möblierung einzusetzen.
Um dieser Vielfalt gerecht zu werden,
haben die Auslober des im zweijährigen
Rhythmus verliehenen Deutschen Naturstein-Preises – der Deutsche Naturwerkstein-Verband unter Mitwirkung des BDA
und mit großzügiger Unterstützung der
NürnbergMesse – die Struktur des Preises
den vielgestaltigen Einsatzmöglichkeiten
des Baustoffes angepasst: Aus rund 60 eingereichten Arbeiten wurden 15 herausragende Projekte in vier Kategorien nominiert, die Naturstein in besonderem Maße
ästhetisch anspruchsvoll, innovativ und
nachhaltig einsetzen.
Die in den vier Kategorien ausgezeichneten
Projekte geben einen hervorragenden Überblick darüber, in welcher Weise Naturstein
in öffentlichen Gebäuden und Gewerbe-
bauten, in Ein- und Mehrfamilienhäusern,
als Gestaltungsmittel für die Landschafts­
architektur sowie als Material für das Bauen
im Bestand auf technisch und ästhetisch
beispielhafte Art eingesetzt werden kann.
Insbesondere der Sieger des diesjährigen
Preises, das Gebäude für e-Science LAB der
ETH Zürich von Baumschlager Eberle, überzeugte die Jury: Das Bauwerk schlägt auf
äußerst raffinierte Weise die Brücke zwischen der spezifischen Ästhetik von Natursteinbauten und der filigranen Leichtigkeit
eines Glasbaus und kann in gestalterischer
und programmatischer Hinsicht als wegweisend angesehen werden. Gleichzeitig ist
das Gebäude ein herausragendes Beispiel
für eine Architektur, die durch Form, Gebäudestruktur und Fassadenausbildung die
Voraussetzungen für einen geringen Energieaufwand schafft. So zeugt das Forschungsgebäude der ETH Zürich von einem
großen Verständnis für Material, Propor­
tionen und räumliche Wirkung und die
Architekten Baumschlager Eberle belegen
eindrucksvoll, wie Naturstein in der Archi-
tektur mehr als nur eine dekorative Rolle
einnimmt.
Mit der Auswahl der diesjährigen Preisträger zeigt sich ein weiteres Mal die hohe
technische Qualität und der gestalterische
Anspruch, mit dem Naturstein in der Architektur verwendet wird. Dass dieser hohe
Stand der Baukultur sowohl in architektonischer wie auch in handwerklicher Hinsicht
alle zwei Jahre mit dem Deutschen Naturstein-Preis gewürdigt wird, dafür gilt ein
besonderer Dank dem Deutsche Naturwerkstein-Verband.
Michael Frielinghaus
Vorsitzender der Jury und Präsident
Bund Deutscher Architekten BDA
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Auszeichnungen 2013
Deutscher Naturstein-Preis
Preisträger 2 15.000,–
Preisträger 2 5.000,–
Kategorie A
Öffentliche Gebäude und Gewerbe
Kategorie B
Landschaftsbau und
­Freiraumgestaltung
Baumschlager Eberle
Lindauerstraße 31
6911 Lochau, Österreich
LOMA architecture . landscape . urbanism
Friedrich-Engels-Straße 27
34117 Kassel
Mitarbeiter:
Elmar Hasler, Peter Kaufmann,
Marco Franzmann, Sebastian Kirsch,
René Bechter, Torsten Guder,
Sönke Tim, Alexia Monauni
Mitarbeiter:
Hanna Stiller, Sabrina Campe
Nominierungen
Nominierungen
Stanton Williams
36 Graham Street
London N1 8GJ, England
Barbara Willecke, planung.freiraum
Landschaftsarchitektin BDLA
Richard-Sorge-Straße 73
10249 Berlin
Siegfried Delueg
Pfarrplatz 3
39042 Brixen, Italien
Max Dudler Architekten AG
Kasernenstrasse 97
8021 Zürich, Schweiz
RMP Stephan Lenzen
­Landschaftsarchitekten
Klosterbergstraße 109
53177 Bonn
Arge Atelier WW Wäschle Wüst I
Max Dudler
Kasernenstrasse 97 (md), 8021 Zürich, Schweiz
Asylstraße 108 (aww), 8032 Zürich, Schweiz
B&V Braun Canton Volleth
Architekten GmbH
Hanauer Landstrasse 172
60314 Frankfurt/M.
4 l 5
Preisträger 2 5.000,–
Preisträger 2 5.000,–
Kategorie C
Massive Bauteile und
Bauen im Bestand
Kategorie D
Ein- und Mehrfamilienhäuser
Max Dudler
Oranienplatz 4
10999 Berlin
Petra und Paul Kahlfeldt
Architekten Partnerschaftsgesellschaft
Kurfürstendamm 58
10707 Berlin
Mitarbeiter:
Simone Boldrin (Projektleiter)
Julia Werner, Handan Özdemir,
Patrick Gründel
Mitarbeiter:
Rüdiger Semang (Projektleiter),
Objektüberwachung:
Ekert&Probst Architektinnen
Nominierungen
Nominierungen
Bayer & Strobel Architekten BDA
Richard-Wagner-Str. 1
67655 Kaiserslautern
Petra und Paul Kahlfeldt
Architekten Partnerschaftsgesellschaft
Kurfürstendamm 58
10707 Berlin
Max Dudler
Oranienplatz 4
10999 Berlin
Anton Graf – Architekt –
Moritzbergstr. 61
90482 Nürnberg
Deutscher Naturstein-Preis 2013
ETH Zürich e-Science-Lab Neubau HIT
Zürich, Schweiz
Deutscher ­NatursteinPreis 2013 &
Kategorie A
Preisträger
Projektbeschreibung
Baumschlager-Eberle sucht am Hönggerberg die Übereinstimmung zwischen Präzisierung der Topografie und optimaler Flexibilität in der Baustruktur. Von Nutzerseite
wird das e-Science Lab mit sehr viel Elektronik gefüllt werden und dennoch entsteht
kein High-Tech-Building als Emblem für den
Datenhighway. Die Architekten haben vielmehr einen schnörkellosen Quader entwickelt, der die vielfachen planerischen Aufgaben integriert: Seine Raumgeometrie
setzt an der Hangkante des ETH-Areals ein
6 l 7
klares Zeichen, das in seiner Zeitlosigkeit
ganz selbstverständlich wirkt. Mehr noch
unterstützt der Quader eine Architektur, die
ihre Abhängigkeit von der Haustechnik freispielt. Der Körper bildet den Rahmen für
das Beziehungsnetz im Lehr- und Forschungsbetrieb des e-Science Lab. Sechs
Seminarräume schaffen im Inneren tatsächlich begreifbare Volumina. Die Außenräume
dieser Bildungsboxen definieren die zentrale Halle mit dem MMU-Saal (=Multimedialer
Unterricht) im Bewegungsfluss der ringför-
Deutscher Naturstein-Preis 2013
migen Erschließung bis hin zu den Forschungsbüros.
In den Forschungsbüros selbst bewährt sich
ebenfalls das Orthogonale des Quaders,
weil es wesentlich zur Flexibilität beiträgt.
Im Achsraster von 1,20 Meter schließen
Wandelemente direkt an die Fassade an.
Sie konstituieren die kleinste Raumeinheit
mit eigenem Mikroklima. Dieser atmosphärische Freiraum wandelt sich an der Fassade
zu einem räumlichen. Die horizontalen Balkonbänder und die vertikalen Travertin-
8 l 9
blenden machen die Fassade zum Vexierbild: In der Frontalen verändert sich das
Plastisch-Kompakte der halbtotalen Ansicht
zu einer zarten Struktur.
Dieses Netzwerk wurde mit römischen Travertin Romano Navona umgesetzt. 717
Blendschotte im Maß 0,90 x 3,65 m gliedern die ebenfalls mit offenporigem Travertin verkleidete Fassade. Im Inneren wurde
der Naturstein verspachtelt. Insgesamt wurden 3.500 m2 Travertin als Bodenbelag und
2.200 m2 als Wandbelag verwendet.
Kennziffer: 1327
ETH Zürich e-Science-Lab Neubau HIT
Standort:
Wolfgang-Pauli-Straße 27
8092 Zürich
Schweiz
Art der Nutzung:
Universitätsgebäude
Bauherr/Bauträger:
ETH Immobilien Abteilung Bauten Zürich
Kreuzplatz 5
8092 Zürich
Schweiz
Architekt/Planverfasser:
Baumschlager Eberle
Lindauerstraße 31
6911 Lochau
Österreich
Jurybewertung
Das Gebäude für e-Science LAB der ETH
Zürich überrascht durch seine scheinbar einfache Ausbildung des Baukörpers und der
Fassaden. Der Entwurf setzt auf Minimierung von Rauminhalt und Gebäudehülle in
einem kompakten Baukörper. Dessen
Gestalt wird geprägt durch umlaufende Balkone, in die senkrecht zur Fassade vertikale
Travertin-Scheiben eingestellt sind. Sie werden zum signifikanten Element der Architektur und bilden gleichzeitig eine klimatisch wirksame Hülle für das Gebäude.
Die auf Abstand zur inneren Fassade angeordneten 3,60 m hohen Natursteinelemente
verschatten die Innenräume und sichern
gleichzeitig einen Luftwechsel im Fassaden-
bereich. Das Gebäude ist somit ein herausragendes Beispiel für eine Architektur, die
schon durch die Form des Baukörpers,
durch Gebäudestruktur und Fassadenausbildung die Voraussetzungen für einen
geringen Energieaufwand schafft.
Die vorgelagerten Scheiben aus Naturstein
verleihen – je nach Standort des Betrachters
– der Fassade plastische Tiefe oder einen
nahezu ungestörten Durchblick. Die Jury
würdigt insbesondere die einzigartige Entwurfsidee für ein steinernes Gebäude, das
ausschließlich von der Wirkung des Travertin geprägt wird und dennoch leicht und
filigran erscheint.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Mitarbeiter:
Elmar Hasler, Peter Kaufmann,
Marco Franzmann, Sebastian Kirsch,
René Bechter, Torsten Guder,
Sönke Tim, Alexia Monauni
Naturstein:
Travertin Romano Nova
Fotograf:
Eduard Hueber, New York
Außenanlagen Hambacher Schloss
Neustadt/Weinstraße
Kategorie B
Preisträger
Projektbeschreibung
Das Hambacher Schloss wurde 1832 zur
„Wiege der deutschen Demokratie“ (Theodor Heuß) und zur Demonstration für natio­
nale Einheit und Freiheit … heute ist das
Hambacher Schloss Veranstaltungsort für
Ausstellungen, verschiedenartige Konzerte,
Vorträge, Tagungen und vieles mehr.
Die Schlossanlage selbst und der Schlossberg definieren sich über ihre geschichtliche
Bedeutung und ihre naturräumliche Lage
im Biosphärenreservat. Die exponierte topographische Lage des Schlosses auf dem
Felssporn einer Buntsandsteinformation
und die Bedeutung des Areals als Baudenkmal und Geburtsort der Deutschen Demokratie erfordern eine ganzheitliche Betrachtung des Genius Loci.
10 l 11
Das Hambacher Schloss liegt auf dem
Schlossberg, einem 325 m hohen Vorberg
aus der Bergkette des Haardtgebirges. Im
Westen liegt die Haardt, der östliche Rand
des Pfälzer Waldes, im Osten, etwa 200 m
tiefer, die Oberreihnische Tiefebene, 5km
südlich von Neustadt an der Weinstraße.
Die Burganlage wird von drei Mauerringen
umgeben, zwischen diesen die neuen Ebenen der Aussenanlage eingefügt wurden.
Die Entstehungszeit der Burg hat ihre Wurzeln in der Römerzeit, ab dem 11. und bis
zum 14. Jahrhundert entstanden die Schildmauern. Nach einer langen Phase im ruinösen Zustand und spontaner Aufwertung
des Ortes in Jahr 1832 durch das Hambacher Fest („Geburtsstunde der deutschen
Demokratie“) wurde ab 1845 durch August
von Voit mit dem Neubau zur „Maxburg“
für Maximilian von Bayern begonnen.
Im Rahmen eines internationalen Wett­
bewerbsverfahrens wurde neben Dudler
Architekten Berlin für die hochbaulichen
Aufgaben, das Architekturbüro LOMA für
die Umgestaltung der Aussenanlagen ausgewählt.
Wichtiger Aspekt der Planungsmaßnahmen
war der Umgang mit den vorgefundenen
Zeitschichten und das „Lesbarmachen der
historisch unterschiedlichen, steinernen
Bauteile.
Die Burganlage stellt ein über die Jahrhunderte gewachsenes Gesamtkunstwerk aus
Stein dar. Um diese „Erfolgsgeschichte“
weiterzuschreiben, war eine Ausführung
möglichst vieler Bauteile in Naturstein anzustreben.
In einem „Atlas der Steinmaterialien, Oberflächen und Körnungen“ wurden die räumliche Zuordnung des Natursteinmaterials
von der unteren Eingangsebene bis zum
obersten Platz definiert: Naturstein in Eleganz und Präzision auf der Ebene des Panoramaplatzes, Naturstein in seiner Rauheit
und Ursprünglichkeit im mittleren Ruinenweg, sowie Naturstein in gebrochener Körnung auf dem historischen „Freiheitspfad“
durch den Schlosswald. Alle verwendeten
Natursteine wurden zwingend aus Rheinland-Pfalz – und möglichst vor Ort bezogen.
Der neue Panoramaplatz bildet das Zentrum
und den oberen Abschluss der Anlage. In
südlicher und westlicher Richtung eröffnet
sich durch die Setzung der steinernen
Außenkanten ein grandioser Panoramablick
über die Weite der Rheinebene.
Eine großzügige Rampenanlage leitet barrierefrei auf die zweite Ebene der Restaurantterrasse hinab. Die ruhige Stringenz des
„Steinernen Parketts“ bindet die Natursteinoberflächen und Formen des groben anstehenden Fels, die raue mittelalterliche Schildmauer, das wuchtige Buckelquadermauerwerk des 19. Jahrhunderts und die Fassade
des Neubaus zusammen. Die Lage des historischen Voitschen Vorbaus wurde subtil in
das Natursteinparkett eingearbeitet.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Jurybewertung
Der besondere Reiz des Projektes liegt
neben seiner geschichtlichen Bedeutung
des Hambacher Schlosses, die mit dem
denkmalgerechten Umbau und dem Erweiterungsbau für das Schloss dokumentiert
ist, auch an seiner landschaftlich prominenten Lage am Rande der Rheinebene.
Der landschaftsarchitektonische Entwurf
besticht durch seine differenzierte und einfühlsame Haltung im Umgang mit Naturstein. Die Stringenz des „Steinernen Parketts“ markiert die neue Panoramaterrasse,
hält die unterschiedlichen Platzniveaus
zusammen und steht im Dialog mit dem
natürlich anstehenden Fels und den verschiedenen bauhistorischen Zeitschichten.
Der als präzise formulierte steinerne Tep-
12 l 13
pich führt die neuen und alten Elemente
zusammen und verleiht dem Ort eine starke
Prägung. Neben den großen Gesten lebt
das Projekt aber vor allem von seiner Detailgenauigkeit im Umgang mit Naturstein, wie
es z. B. die Abdeckungen der Entwässerungsrinnen zeigen. Vor allem aber die Markierung des Voithschen Vorbaus im Grundriss, durch die bunt gespitzte Oberfläche
der Leistädter Natursteinplatten, begeistert
den aufmerksamen Besucher. Neben der
starken Gesamtwirkung des Schlossinnenbereiches fasziniert der landschaftsarchitektonische Entwurf im Übergang zu den Aussenbereichen entlang des Ruinenweges. Die
differenzierte Zonierung in Rinnenkörper,
befestigtem Weg und der halbbefestigten
Kennziffer: 1306
Außenanlagen Hambacher Schloss
Standort:
Neustadt an der Weinstraße
Art der Nutzung:
Außenanlage des Schlossareals
als Ensemble aus Platzfolgen, Wegen,
­Gassen und Schlosspark
Bauherr/Bauträger:
Stiftung Hambacher Schloss
vertreten durch die LBB Landau
Untertorplatz 1, 76829 Landau
Architekt/Planverfasser:
LOMA
architecture . landscape . urbanism
Petra Brunnhofer + Ilija Vukorep +
­Wolfgang Schück GbR
Friedrich-Engels-Straße 27
34117 Kassel
Struktur mit den unterschiedlichen Natursteinkörnungen geben dem Ruinenweg
eine dem Ort angemessen Gestaltung, die
einen einfühlsamen Umgang in historischen
Kontext dokumentieren.
Vor diesem Hintergrund ist der vorliegende
Beitrag in einzigartiger Weise ein Beispiel
für einen im Detail präzisen und in der
Gesamtkomposition stimmigen Entwurf,
der über den sensiblen und einheitlichen
Umgang mit Naturstein dem Ort jene
Würde verleiht, die dem Schloss Hambach
in seiner Wirkung die volle Entfaltung möglich macht. Der Beitrag besticht durch seine
strukturelle Klarheit und architektonische
Ästhetik, die über das gewählte Natursteinmaterial in besonderer Art und Weise erlebbar gemacht werden.
Für die Pflege der Baukultur im öffentlichen
Raum und für die architektonisch -landschaftsarchitektonische Gesamtkomposition, ist die Gestaltung der Außenanlagen
am Hambacher Schloss ein herausragendes
Beispiel.
10 m
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Mitarbeiter:
Hanna Stiller, Sabrina Campe
Naturstein:
Leistädter Sandstein,
örtlicher Buntsandstein,
Albersweiler Granit
Fotograf:
Wolfgang Schück, Kassel
Denkmalgerechter Umbau und Erweiterungsbau Hambacher Schloss
Neustadt/Weinstraße
Kategorie C
Preisträger
Projektbeschreibung
Das Hambacher Schloss, Schauplatz des
„Nationalfests der Deutschen“, repräsentiert in einzigartiger Weise europäische und
deutsche Geschichte. Die Maßnahme entwickelt den denkmalgeschützten Bestand
behutsam für die heutigen Bedürfnisse weiter. Die Gestaltung respektiert die Sprache
des Ortes und sucht innerhalb dieses Vokabulars eine passende Antwort. Das Vorhaben unterteilt sich in drei Etappen: Zunächst
wurden die Innenräume von historisierenden Einbauten befreit und minimal neu
definiert. Eine barrierefreie Erschließung
wurde realisiert und der Festsaal mit seinen
charakteristischen Bruchsteinwänden zu
14 l 15
Veranstaltungsräumen umgestaltet. Die
zweite Phase umfasst den Neubau eines
Restaurants mit Aussichtsterrasse. In der
dritten Phase wird ein Entreegebäudes an
der äußeren Ringmauer entstehen. Die konzeptionelle Idee für den Weiterbau des
Ensembles beruht auf der Transformation
des vor Ort aufgefundenen Motivs der
Wehrmauer: Der Hang der Burganlage ist
über konzentrische Wehr- und Stützmauern
abgefangen, die sich zum Hochpunkt der
Anlage hin verdichten. Die Analogie – „das
Haus als Mauer“ – wird zum architektonischen Thema der Neubauten. Die Wehrmauern wurden gewissermaßen aufgedop-
pelt und in ein plastisch durchgeformtes
Gebäude von nutzbarer Raumtiefe umgestaltet. Für die Fassaden des Restaurants
„1832“ wurde der Leistädter Sandstein des
Schlosses verwendet. Er ist gespalten und
selbsttragend aufgemauert. So entsteht
eine haptische, rauhe Oberfläche. Das Mauerwerk des Schlosses mit seinen plastischen
„Buckelquadern“ kehrt also im Neubau in
zeitgenössischer Form wieder. Talseitig
weist der Neubau tief eingeschnittene Öffnungen auf, die von außen betrachtet rahmenlos erscheinen. Der Baukörper erscheint
dadurch plastisch, fast monolithisch. Für
den Besucher des Restaurants wirken die
innenbündig verglasten Fenster wie Gemälde unterschiedlichen Formats. Jedes einzelne rahmt Ausschnitte der fantastischen
Landschaft. Sie sind eingefasst in eine
Wandbekleidung aus schwarzer Kirsche, die
spielerisch an die überlieferte Form der
Wandbehandlung des Schlosses anknüpft
und als hochinstallierter Bereich gleichzeitig
der Regulierung des Raumklimas und der
indirekten Beleuchtung dient. Ausbau und
Möblierung wurden durchgängig eigens für
das Gebäude geplant.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Detailschnitt Fenster (ohne NRWG)
Innenliegernder Blendschutz,
Fuge mineralisch
geschlossen
Abfangkonstruktion
der Vormauerschale
Abmessungen
Detailschnitt Fenster (ohne NRWG)
Innenliegernder Blendschutz,
Innenansicht
Blendschutz von oben
revisonierbar,
Holzdeckel
Außenansicht
Fuge offen
(keine Lasteinleitung
in Sturz)
Leistädter Sandstein
Holzart: black cherry
Fuge mineralisch
geschlossen
Abfangkonstruktion
der Vormauerschale
Abmessungen
Innenansicht
Blendschutz von oben
revisonierbar,
Holzdeckel
Außenansicht
Holzart: black cherry
Fuge offen
(keine Lasteinleitung
in Sturz)
Leistädter Sandstein
Innenkante
Aussenkante
Ansicht Fenster
Auflager nach
Mauerwerks-DIN 1053
mehrfach gekantes Blech,
ausgebildet als Wanne zum
Sammelung & Abführung
des Regenwassers
zur Fallleitung
Wandverkleidung
schematische
Darstellung
Ansicht Fenster
raumseitige
Dampfsperre
sd>= 150 m
Innenkante
SML-Rohr DN 50,
gem. A Haustechnik
Aussenkante
Stutzen anschweißen an
Fallleitung, Befestigung punktuell
Auflager nach
Mauerwerks-DIN 1053
mehrfach gekantes Blech,
ausgebildet als Wanne zum
Sammelung & Abführung
des Regenwassers
zur Fallleitung
16 l 17
Wandverkleidung
schematische
Darstellung
SML-Rohr DN 50,
gem. A Haustechnik
Stutzen anschweißen an
Fallleitung, Befestigung punktuell
Kennziffer: 1326
Denkmalgerechter Umbau und
Erweiterungsbau Hambacher Schloss
Standort:
Neustadt an der Weinstraße
Art der Nutzung:
Denkmal, Museum, Veranstaltungsort,
Büros, Restaurant
Bauherr/Bauträger:
Stiftung Hambacher Schloss
vertreten durch
Landesbetrieb LBB
Niederlassung Landau
Untertorplatz 1
76829 Landau
Architekt/Planverfasser:
Max Dudler
Oranienplatz 4
10999 Berlin
Mitarbeiter:
Simone Boldrin (Projektleiter)
Julia Werner, Handan Özdemir,
Patrick Gründel
Jurybewertung
Naturstein:
Leistädter Sandstein
Die sensible Heilung und Weiterentwicklung des historischen Ortes mit einem kraftvollen skulpturalen Mauerthema gelingt
auch und gerade aus der Wahl und Beherrschung des eingesetzten Materials:
Selbstbewußsein und Einfühlung in den
Ort, Eindeutigkeit und Zurückhaltung, Präzision und Ruhe kennzeichnen die herausragenden Qualitäten der architektonischen
Gesamt-Komposition und ihrer Hülle aus
regionalem Sandstein.
Gespaltene aufgemauerte Sandsteine nehmen in Maßstäblichkeit und Textur Bezug
zum historischen Festsaal, dessen Innenwände im Rahmen der Restaurierung vom
gleichen Büro freigegelegt wurden. So entsteht neben den Buckelquadern der historischen Schlossfassade eine zugleich zeitlose und zeitgemäße Natursteinfassade, die
das Ensemble kongenial umhüllt. Formale
Reduktion, Detaillösungen von unaufdringlicher technischer Perfektion und handwerkliche Meisterschaft sind die hier ideal
umgesetzten Rahmenbedingungen, unter
denen sich Qualität und Schönheit des
Materials entfalten können.
Fotograf:
Stefan Müller, Berlin
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Wohnhaus
München
Kategorie D
Preisträger
Projektbeschreibung
Um einen zweigeschossigen Zentralraum
gruppieren sich die gleichförmigen Räume
des Hauses, in den Achsen liegen die Hauptund Nebenerschließungen.
Das Gebäude ist allseitig aus Crailsheimer
Muschelkalk gemauert. An der Straßenfront öffnet sich die Wand zu einer Eingangsloggia, seitlich bilden massive Pfeilerfronten die Zugänge. Öffnungen mit
Eichenfenstern oder mit Stein verschlossen
rhythmisieren die Fassadenflächen. Zum
18 l 19
Garten löst sich das Volumen in Stützen
und Balken auf, es bilden sich Loggien,
­Balkone und großzügig verglaste Räume.
Das umlaufend geneigte Dach aus Eifelschiefer läuft seitlich vor der rückwärtigen
Fassadenkante aus und der so über die
gesamte Gartenfront verlaufende Erker
ermöglicht eine weiträumige Terrasse.
Das bestimmende architektonische Konzept
des Hauses ist die Fassade aus Stein, thema-
tisiert als Wand und Skelett. Die massiven
Stützen sind aus einem Stein aufgerichtet,
die Wandflächen aus 14 cm dickem Mate­
rial geschichtet. Alle ordnenden und gliedernden Profile und Gesimse sind aus dem
Block gearbeitet und so bildet sich eine
homogene Materialstruktur. Die Textur des
Muschelkalks verbindet alle Teile zu einem
ruhig wirkenden Ganzen von strenger Einfachheit.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Wettbewerbsgrundriss
20 l 21
Kennziffer: 1355
Wohnhaus in München
Standort:
München-Bogenhausen
Art der Nutzung:
Neubau eines Wohnhauses
Bauherr/Bauträger:
Privat
Architekt/Planverfasser:
Petra und Paul Kahlfeldt
Architekten Partnerschaftsgesellschaft
Kurfürstendamm 58
10707 Berlin
Mitarbeiter:
Rüdiger Semang (Projektleiter),
Objektüberwachung:
Ekert&Probst Architektinnen
Naturstein:
Crailsheimer Muschelkalk
Fotograf:
Stefan Müller, Berlin
Jurybewertung
In ihrem klassizistischen Gestus und steinernem Kleid evoziert die Stadtvilla eine
Sehnsucht, abhanden gekommene Baukultur wieder zu finden. Es geht dabei nicht so
sehr um das Besondere an sich, das Anderssein, sondern um eine Normalität, die ideal
oder zumindest besonders gut ist. Die
­klassische Sehnsucht nach idealer Normalität spiegelt sich auch in der palladianesken
Attitüde wieder, in den Unterlagen nicht
den gebauten Grundriss, sondern einen
idealisierten Grundriss abzubilden. Die Fas-
sadenkomposition überlagert palladianische Kompositionsprinzipien mit modernen, beispielsweise die Wiederholung der
Geschosshöhe. Daraus entsteht ein Haus
mit einer ganz eigenen emotionalen Geladenheit, die innerhalb der Jury kontrovers
diskutiert wurde. Zweifellos besteht aber
eine hohe Kongruenz zwischen dem
Anspruch des Hauses und der außergewöhnlichen handwerklichen Qualität seiner
komplexen Steinfassade.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
The Sainsbury Laboratory
Cambridge, England
Kategorie A
Nominierung
Projektbeschreibung
Das Sainsbury Laboratory, ein 11.000 m2
großes botanisches Wissenschaftszentrum,
das zum Botanischen Garten der Universität
Cambridge gehört, ist ein Treffpunkt für
führende Wissenschaftler aus aller Welt mit
einer Arbeitsumgebung von höchster Qualität. Das Design verbindet komplexe wissenschaftliche Anforderungen mit dem Wunsch
nach einer Architektur, die sich in die Landschaft einpasst und eine gesellige, anregende Umgebung für innovative Forschung
und Zusammenarbeit bietet. Das Gebäude
umfasst Laboratorien, Supportbereiche und
Treffpunkte, das Herbarium der Universität
22 l 23
und ein neues, der Öffentlichkeit zugängliches Café. Typisch für die Identität des
Gebäudes ist die Art und Weise, wie man es
als Sequenz von Räumen erlebt, die entsprechend ihrer Beziehung zu dem sie
umgebenden Garten konzipiert wurden,
der von John Henslow, Darwins Tutor und
Mentor angelegt wurde.
Die starke Einbindung des Gebäudes in die
es umgebende Landschaft verleiht ihm eine
einzigartige visuelle Präsenz. Zwei Stockwerke erheben sich über dem Boden; ein
zusätzliches Untergeschoss verringert die
Höhe des Gebäudes. Das in Beton einge-
Kennziffer: 1318
The Sainsbury Laboratory
Standort:
Cambridge, England
Art der Nutzung:
Plant science research centre
Bauherr/Bauträger:
University of Cambridge
Estate Management
74 Trumpington Street
Cambridge CB2 1RW
England
Architekt/Planverfasser:
Stanton Williams
36 Graham Street
London N1 8GJ
England
fasste Gebäude besitzt eine Fassade aus
Naturstein, aus gelbem französischem Jaumont Kalkstein. Diese verleiht dem Gebäude
insgesamt einen starken horizontalen Effekt,
während das obere, mit Säulen bestückte
Stockwerk mit 4,5 Meter hohen Kalksteinsäulen, die dem Bauwerk Vertikalität verleihen, abgesetzt ist. Die Massivität, die durch
das schichtähnliche geologische Aussehen
des Gebäudes (wobei sich Lagen aus Stein
und Beton abwechseln) erzielt wird, erinnert
an die Darwinsche Evolutionstheorie und
erweckt den Eindruck einer Beständigkeit,
die man von einem wichtigen Forschungszentrum erwartet. Die äußere Struktur wird
durch die Verwendung solider Crossland Hill
Yorkstone Bänke und Pflaster aus dem gleichen Material unterstrichen, das auch innen
für eine Steintreppe verwendet wurde, die
das Herbarium im Erdgeschoss mit den oberen Stockwerken verbindet.
Naturstein bestimmt auch die innere Struktur des Gebäudes, wobei der Stein als kreatives Gestaltungselement genutzt wird, das
sich bis zu einem Kunstwerk von Susanna
Heron erstreckt, welches direkt in den Kalkstein hinein gearbeitet wurde und somit
einen Hintergrund für den Hörsaal des
Labors bildet.
Design, Kunsthandwerk und technische
Innovation auf hohem Niveau waren erforderlich, um diese außergewöhnliche gute
Qualität der Steinarbeit möglich zu machen.
Spezielle Hebegeräte wurden entwickelt,
um die Steintreppe und die Außensäulen
vorsichtig an Ort und Stelle zu platzieren.
Die Verwendung von Naturstein trägt
außerdem zur starken ökologischen Berechtigung dieses robusten, äußerst anpassungsfähigen BREEAM-zertifizierten Gebäudes bei. Die äußeren Steinsäulen bilden
nicht nur einen strukturelle Stütze, sondern
spenden auch vertikalen Schatten. Sämtliche Steine wurden sorgfältig von nachhaltig arbeitenden Lieferanten bezogen und
bereits im Steinbruch zugeschnitten, um
den Transport von Abfall zu minimieren.
Jurybewertung
Das Sainsbury Laboratory bietet Raum für
die Begegnung und Zusammenarbeit von
führenden Wissenschaftlern der Universität
Cambridge in einem Gebäude, das fließende Übergänge zu der umgebenden
Parklandschaft bietet.
In einer linearen Raumfolge werden Labore,
wissenschaftliche Stützpunkte und Sitzungsräume aneinandergereiht und mit
dem Herbarium der Universität sowie einem
öffentlichen Café ergänzt. Die 4,5 m hohen,
vertikal gestellten Natursteinscheiben in
dichter Abfolge bilden Fassadenbänder, die
die Raumabwicklung des Inneren widerspiegeln und gleichzeitig gut proportionierte Außenräume fassen. Diese werden so
zum Teil einer anspruchsvollen Landschaftsplanung.
Durch die Beschränkung auf wenige Materialien und die Ausformung klar gegliederter Gebäudekonturen entsteht ein würdiger und gestalterisch überzeugender Ort,
der seiner internationalen Bestimmung für
wissenschaftliche Forschung gerecht wird.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Mitarbeiter:
Ram Ahranov, Andre Baugh, Francesca
Bergamini, Simon Blunden, Stuart Bourne,
Alex Buckland, Gioia Castiglioni, Alistair
Cook, Bertil Donker, Tom Finch, Andy
­Garton, Elena Gaydar, Sanjay Ghodke,
John Hatton, Gavin Henderson, Kalpesh
Intwala, Larissa Johnston, Nina Langner,
Nick Mills, Peter Murray, Venetia Playne,
Patrick Richard, Alan Stanton, Caryl
­Stephen, Vera Tang, Michele Tarroni,
Moritz Therfelder, Hayley Thompson,
Paula Trindade, Paul Williams, Henry
­Williams, Carmen Yip
Naturstein:
Jaumont Kalkstein
Fotograf:
Hufton+Crow, London
Pfarrzentrum „Mutter Teresa von Kalkutta“
Bozen, Italien
Kategorie A
Nominierung
Projektbeschreibung
Das Pfarrzentrum Mutter Theresa von Kalkutta ist die neue Mitte des Stadtteils Fir­
mian in Bozen. Auf einer zentralen, von
hohen Häuserblöcken umstandenen Fläche, entwickelt sich eine flache Struktur
aus Baukörpern, Höfen und Zwischenräumen. Neben einer Kirche mit einem Sakralraum für zweihundertachtzig Gläubige
nehmen die ein- und zweigeschossigen
Baukörper das Gemeindezentrum und das
Pfarrhaus auf.
Die durchgehende Verwendung von Naturstein – Sellenberger Muschkalk – verbindet
24 l 25
den gesamten „geweihten Bezirk“, die Kirche, das Pfarrheim und die Höfe zu einer
vielfältigen Einheit.
Nicht nur alle Fassadenflächen, sondern
auch die Bodenbeläge der Kirche, der
Kirchgang, die gepflasterten Höhe und die
Platzflächen wurden im Sinne der Einheit
alle mit dem gleichen Muschelkalk ausgeführt. Sie unterscheiden sich lediglich in
leicht unterschiedlich rauen Oberflächen
(C 60, C 120) und in einer Vielzahl unterschiedlicher Formate.
Kennziffer: 1323
Pfarrzentrum„Mutter Teresa
von Kalkutta“
Standort:
Nikolaus Firmian Platz 1
39100 Bozen
Italien
Art der Nutzung:
Kirche, Pfarrheim und Pfarrhaus
Bauherr/Bauträger:
Diözese Bozen Brixen
Pfarrei Mutter Teresa von Kalkutta
Domplatz 1
39100 Bozen
Italien
Architekt/Planverfasser:
Siegfried Delueg
Pfarrplatz 3
39042 Brixen
Italien
Mitarbeiter:
Thomas Mahlknecht, Igor Coploj,
Daniel Depian, Kathrin Wilhelm
Naturstein:
Sellenberger Muschelkalk,
innen: Laaser Marmor
Fotograf:
Wolf Dieter Gericke, Waiblingen
Jurybewertung
Das Projekt besticht durch die Verwendung
von Naturstein im Zusammenhang mit einer
dezidiert modernen Architektursprache.
Eine wunderschöne Komposition – aus
Volumen und Räumen, aus großen Steinflächen und großen Glasflächen, aus freiem
Grundriss und klassischer Raumbildung –
schafft ein bauliches Ensemble, das seiner
herausragenden und sakralen Nutzung
gerecht wird. Sowohl im Stadtraum als
auch in den Innenräumen entstehen je nach
Standpunkt und Blickwinkel des Betrachters spannungsreiche Situationen und
Raumgefüge. Von zentraler Bedeutung für
deren Anmutung ist der Stein, der den Flächen an Wand, Boden und Decke eine
schöne Struktur und Tiefe gibt. Das durch
Fenster, Lichtbänder und Öffnungen einfallende Tageslicht bindet diese Flächen zu
einer räumlichen Einheit zusammen.
Überzeugend ist auch die materialgerechte
und detailgenaue Fügung des Natursteins:
Winkelsteine akzentuieren die Ecken und
Traufen der Körper; ein elegant zurückspringender Sockel überhöht den Baukörper und lässt ihn förmlich über der Platzfläche schweben. Angesichts dieses Hauses
wünscht man sich mehr moderne Gebäude,
deren Materialität eine solche Würde ausstrahlt und die durch die Robustheit Ihrer
Fügung ihre gestalterische Qualität auch
über Jahre bewahren.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Neubau Pädagogische Hochschule
Zürich, Schweiz
Kategorie A
Nominierung
Projektbeschreibung
Zürich wächst. Der neue Stadtteil „Europaallee“ auf einer Konversionsfläche am
Zürcher Hauptbahnhof wird 6.000 Arbeitsplätze, 1.800 Studienplätze und 400 Wohnungen beheimaten. Der Bauabschnitt „A“
mit der Pädagogischen Hochschule Zürich
(PHZH) bildet den Auftakt für das neue
Quartier. Die vier Baukörper des Ensembles
gruppieren sich windmühlenflügelartig um
einen zentralen, über dem Niveau der Straße erhobenen Platzraum, der über großzügige Treppen erschlossen ist. Dieser Campus
verbindet das gläserne Hauptgebäude der
26 l 27
PHZH mit dem südlichen und dem westlichen Seminargebäude. Die nördliche Seite
des Platzes nimmt ein Geschäftshaus ein.
Unter dem gesamten Ensemble ist eine
Shoppingmall untergebracht, die ebenerdig
eine Passage zum Bahnhof schafft. Durch
Vor- und Rücksprunge ist die Baufigur plastisch gegliedert. Die Höhe der durchlaufenden Vollgeschosse nimmt die Traufhöhe
der gegenüberliegenden Bebauung auf.
Rhythmus und Maßstab des Ensembles wird
durch den eleganten Gebäuderiegel der
alten Sihlpost aus den späten 1920er Jahren
bestimmt. Die im städtebaulichen Plan verwobenen Straßen, Gassen, Plätze und Passagen verknüpfen so vielfältigste Urbane
Nutzungen auf engem Raum.
Die Formensprache des im ganzen Ensemble
verwirklichten Fassadenmotivs orientiert sich
an der Schlichtheit und Eleganz einer Mauerstruktur. In Anlehnung an den ornamental
überhöhten Verband eines klassischen Bossenwerks, sind die Fassadenelemente durch
tiefe, steinern hinterlegte Fugen gegliedert.
Die großformatigen Glas und Steinflächen
lassen die Gebäude ruhig und homogen
Kennziffer: 1325
Neubau Pädagogische Hochschule
Standort:
Lagerstrasse 2
8090 Zürich
Schweiz
Art der Nutzung:
Hochschulneubau, Neubau eines
Geschäftshauses, Shopping Mall
Bauherr/Bauträger:
SBB Schweizerische Bundesbahnen
und Baudirektion Kanton Zürich
Zürich, Schweiz
Architekt/Planverfasser:
Max Dudler Architekten AG
Kasernenstrasse 97
8021 Zürich
Schweiz
erscheine. Ein gezieltes changieren in Proportion und Material lässt das Ensemble im
Zusammenklang zugleich als vielgestaltiges,
niemals monotones Ganzes erscheinen. Die
Platzflächen sind analog zu den Fassaden
reliefartig behandelt. Für die vorgehängten
Natursteinfassaden der pädagogischen
Hochschule wurde ein Trosselfels aus Marching bei Regensburg mit der Oberfläche
„Aquapower“ verwendet. Der Stein wird
dabei mit hohem Wasserdruck bis 2.000 Bar
bearbeitet, um eine besondere optischen
Massivität zu erreichen; die raue Oberfläche
wirkt farbintensiver. Die Oberflächen der
Außenbereiche und Foyers bestehen aus
diamantgeschliffenem Mendiger Basalt.
Jurybewertung
Hinter der Sihlpost gelegen, bildet der
Komplex den Auftakt eines innerstädtischen Neubaugebiets von beträchtlichem
Ausmaß und stadtprägender Relevanz.
schnitt_m 1:750
Nicht nur der beträchtliche Wert der innerstädtischen Grundstücke führt dabei zu
einem Nachdenken über Möglichkeiten
urbaner Verdichtung, ohne zu stark in die
historische Silhouette der Stadt einzugreifen. Daraus entstehen extrem kompakte
Baukörper und stark gefasste Stadträume,
deren Atmosphäre weitgehend von der
Qualität der Fassaden abhängt. Die Qualität und die skulpturale Sprache der Fügung
des Steins stellen sich dieser Verantwortung mit hoher Souveränität, materieller
Präsenz und Ruhe. Fenster- und Steinformate atmen Groß­zügigkeit und konfrontieren die Stadträume mit einer interessanten
Maßstäblichkeit. Auch wenn die großen
Querformate der Fenster als Kommentar zu
Le Corbusiers Kommentar zur Sihlpost gelesen werden können, erschöpft sich die Fassade nicht in einer Moderne-versus-Kontinuität–Dialektik, sondern verharrt in einem
Zustand, der beides gleichermaßen inkorporiert, ohne zu laut darüber zu sprechen.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Mitarbeiter:
Gesamtprojektleitung: Mark van Kleef,
Wiebke Ahues
Projektleiter: Christian Moeller, Wiebke
Ahues, Maike Schrader, Claudio Pasquini,
Christof Berkenhoff, Nina Behjati
Naturstein:
Kalkstein Trosselfels,
Außenbereiche + Foyers Mendiger Basalt
Fotograf:
Stefan Müller, Berlin
Hochhausensemble Hagenholzstraße
Zürich, Schweiz
Kategorie A
Nominierung
Projektbeschreibung
Als raumgreifende Gesamtkomposition entsteht entlang der Einfallachse vom Flughafen Kloten in die City Zürich ein neues
Geschäfts- und Verwaltungszentrum der
AMAG/BVK. Hiermit wird ein wichtiger
Stadtraum gewonnen. In der Reihe der vier
Hochhäuser, die das neue Geschäftszentrum bezeichnen, versucht der Entwurf eine
markante Stadtfigur zu schaffen. In ihrer
besonderen Form leitet sie zur südlich liegenden Messe und Hallenstadion hin und
gibt dieser sowie dem angrenzenden Stadt-
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quartier weithin sichtbar im Stadtraum eine
Identität.
Die sich kurz vor Vollendung befindende
Doppelturmanlage der BVK ist Ausgangspunkt und Entwicklungskern der nachfolgenden Planung AMAG/BVK: über monolithischem Sockelkörper von 25.00 m Höhe
erheben sich zwei ungleiche Türme von
72.50 m und 88.00 m Höhe und schaffen
eine Volumetrie von unverwechselbarer Plastizität mit allseitig gleichwertiger Abstrahlung auf den unmittelbaren wie entfernten
Stadtraum. Zusätzlich an Komplexität
gewinnt nun die architektonische Disposition
des Ensembles dank der zwei weiteren
Hochhäuser bzw. Stadtfiguren von 49.00 m
und von 58.00 m Höhe, die räumlich versetzt
zueinander über präzisen Sockelbauten von
25.00 m aufsteigen. Sie bringen eine klare
Abstufung des gesamten Ensembles von
kleiner über mittlere bis zu grosser Form zum
Ausdruck und erzeugen dank ihrer differenzierten Höhenentwicklung eine spannungsvolle Transparenz des Gesamteindrucks.
Kennziffer: 1336
Hochhausensemble Hagenholzstraße
Standort:
Hagenholzstrasse 20-22 I
Thurgauerstrasse 30-38
Zürich, Schweiz
Art der Nutzung:
Büro, Restaurant und Geschäftshaus
Bauherr/Bauträger:
Kanton Zürich Beamtenversicherungskasse
Stampfenbachstrasse 63, 8090 Zürich,
Schweiz
AXA Investment Managers Schweiz AG
Affolternstrasse 42, 8050 Zürich,
Schweiz
Im Zentrum der stadträumlichen Anordnung entsteht der öffentliche Platz als
bedeutsame Mitte des Ensembles. Die Verschiedenartigkeit der vier angrenzenden
Gebäudesilhouetten über präziser und disziplinierter Grundform verleihen dem Raum
eine sowohl gesamthaft einheitliche als
auch im Einzelnen sehr unterschiedliche
Prägung. Nutzungen mit allgemein hohem
Publikationscharakter wie Restaurant und
Läden säumen den Platz und beleben ihn
und seine Arkaden als öffentlichen Raum
rund um das stirnseitige Stadthaus mit flexibler, öffentlicher Nutzung an der Thurgauerstrasse.
Das architektonische Vokabular beschränkt
in bewusster Reduktion auf der Verwendung klar ablesbarer Elemente. Die konsequent reduzierte formale Ausprägung
kommt im Hinblick auf die verschiedenen
Fassadenaspekte mit Lösungsvorschlägen
für Sockel, Turm und oberem Turmabschluss
aus, die die durchgängige Behandlung des
Themas Fenster in der flächigen Wand
bespricht. Das gestalterische Prinzip dieser
Anordnung schlägt sich folgerichtig nieder
in seiner skulpturalen Ausformulierung
gerade in der Verbindung der räumlich
zueinander ausgewogenen Baumassen und
deren Ausrichtung.
Jurybewertung
Das Hochhausensemble begegnet der vorstädtischen Ambivalenz des Ortes mit einer
beeindruckenden Eindeutigkeit und Konsequenz, die Maßstab und Dichte ebenso
betrifft wie Körnung, Silhouette und Fassade. Seine skulpturale Wirkung entfaltet sich
insbesondere bei der Zugfahrt zwischen
Flughafen und Innenstadt. Dabei garantiert
die visuelle Ruhe der Baukörper, dass das
Erlebnis auch beim wiederholten Male
Bestand hat. Neben der Kubatur der Baukörper ist dieser Eindruck der Fassade
geschuldet. Glas und Stein changieren zwischen Abstraktion und materieller Präsenz,
das Motiv der geschossübergreifenden
Kolossalordnung spielt mit dem Maßstab
und der Entfernung. Auch die hohe Qualität der Fassade verleiht dem Ort eine quasi
innerstädtische Wertigkeit, welche der bisweilen unklaren Identität des Stadtviertels
zukunftsträchtige Entwicklungspotenziale
eröffnet.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Architekt/Projektverfasser:
Arge Atelier WW Wäschle Wüst I
Max Dudler
Chefarchitekten:
Urs Wüst
Max Dudler
Kasernenstraße 97 (MD)
8021 Zürich
Asylstraße 108 (aww)
8032 Zürich, Schweiz
Mitarbeiter:
Gesamtleiter Architektur:
Christian Moeller (MD)
Gesamtleiter Projekt:
Danilo Morellini (AWW)
Projektleiter: Konrad Mäder (AWW)
Naturstein:
Cape Green, Syenit
Fotograf:
Christian Moeller
Neubau eines Verwaltungsgebäudes für die Stiftung Waisenhaus
Frankfurt/M.
Kategorie A
Nominierung
Projektbeschreibung
Das neue Bürogebäude der Stiftung Waisenhaus schließt eine Baulücke an einer
stark befahrenen Straße in der Stadtmitte
von Frankfurt am Main. Das breite Baufenster, das auf seiner Rückseite an die
Frankfurter Wallanlage anschließt, erhielt
einen siebengeschossigen Neubau, der aus
städtebaulichen Gründen und zur Gliederung eine Fassade trägt, die das breite, liegende Volumen in zwei schmale hohe Fassaden transformiert. Diese sind in Naturstein ausgebildet. Ihre Differenzierung in
unterschiedlichen Formaten und Oberflä-
30 l 31
chen generiert zwei Häuser. Der Neubau
wurde im Passivhausstandard errichtet. Um
diesen Anforderungen auch in der Fassade
gerecht zu werden, wurde Muschelkalk
massiv aufgemauert und mit einer Kerndämmung versehen, um Wärmebrücken
durch Anker auf ein Minimum zu reduzieren. Die Fassadenhälften bestehen zum
einen
aus
calcitgelben
Crailsheimer
Muschelkalk mit bruchrauher Oberfläche
und Fensterbereichen mit geschliffener
Oberfläche und zum anderen aus geschliffenem und scharriertem Muschelkalk.
Kennziffer: 1353
Neubau eines Verwaltungsgebäudes
für die Stiftung Waisenhaus
Standort:
Bleichstraße 10
60313 Frankfurt/M.
Art der Nutzung:
Betreuungszentrum,
Verwaltungsgebäude
Bauherr/Bauträger:
Stiftung Waisenhaus,
Stiftung des öffentlichen Rechts
Bleichstraße 10
60313 Frankfurt/M.
Architekt/Planverfasser:
B&V Braun Canton Volleth
Architekten GmbH
Hanauer Landstrasse 172
60314 Frankfurt/M.
Mitarbeiter:
Sergio Canton und Birgitt Lang
­(Projektleitung)
Matthias Beffert, Bernhardt Romisch,
Jana Wilbert, Dieter Struck, Klaus Weitzel
Naturstein:
Crailsheimer Muschelkalk
Fotograf:
Thomass Ott, Mühltal
Jurybewertung
Die Verwendung des Steins und seine subtile Oberflächenbehandlungen überzeugen
die Jury. Der Entwurf zeigt, wie durch
einen konzeptionellen Einsatz unterschiedlicher Steinoberflächen, eine hochwertige,
markante und urbane Architektur mit einer
städtebaulich wirkungsvollen Gliederung
entstehen kann. Es ist bemerkenswert wie
es dadurch gelungen ist, einem sehr großen Volumen eine den Parzellen entsprechende Gliederung zu geben. Leider vermißt das Preisgericht diesen Ansatz auch in
der Ausbildung des Baukörpers zu den
Wallanlagen, wo die Gestaltungs- und
Gliederungsmöglichkeiten der Steinfassade in einem sehr mächtigen verputzten
Baukörper nicht zum Einsatz kommen
konnten.
Die Fügung und die Detaillierung der Steinfassade zeigt ferner auf vorbildliche Weise,
wie höchste Anforderungen an die Energieefffizienz der Fassadenhülle und an die
Nachhaltigkeit umgesetzt werden können.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Gedenkstätte für die ermordeten Wiesbadener Juden
Wiesbaden
Kategorie B
Nominierung
Projektbeschreibung
Leitmotiv des Entwurfs zur Neugestaltung
des Bereichs „ehemalige Synagoge Michelsberg“ ist es, eine zeitgemäße Form für kollektive Erinnerung zu finden. Ein klares
Raumkonzept, das sowohl das Volumen des
Synagogenbaukörpers als auch den Syna­
gogengrundriss am authentischen Ort zur
Erscheinung bringt. Für den Bereich der
Gedenkstätte wurde im Kontrast zu den
Materialien der Umgebung und der anschließenden Fußgängerzone ein möglichst helles
und neutralgraues Material gesucht und ausgewählt, das eine große Bandbreite im Bezug
auf Struktur und Dichte aufweist. Durch die
vulkanische Entstehung hat die Basalt-
32 l 33
Gesteinsfamilie diese Eigenschaften. Die
a­usgewählten Natursteinmaterialien, -oberflächen und -details dienen dem Inhalt des
Gedenkraumes und sind in ihrer Wirkung
und Hierarchie präzise und fein abgestuft
aufeinander abgestimmt. Die Leerstelle im
Stadtraum soll für Fußgänger und Autofahrer gleichermaßen am Standort der ehemaligen Synagoge (Grundriss und Sockel) durch
einen Wechsel des Belages verdeutlicht werden. Die Wände bilden das abstrakte Volumen in der dritten Dimension ab. Eine homogene Gestaltung der Natursteinoberflächen
dieses imaginären Kubus ist von zentraler
Bedeutung für den Ort des Gedenkens.
Der Synagogengrundriss wird am authentischen Standort im Plattenbelag wieder
sichtbar (unterschiedliche Basaltoberflächen: gesägt und gestockt sowie gesägt
und geflammt). Jedem Opfer ist ein individueller Namensstein gewidmet. Leere
Namensteine verweisen auf die Lücken in
den Opferlisten, stehen für die, deren
Schicksal bis heute ungeklärt ist. Die Buchstaben der Namenssteine treten erhaben in
den lebendigen Stadtraum hinein, können
buchstäblich begriffen werden und wenden
sich in ihrer plastischen Präsenz an die
Gegenwart. Die Erhabenheit gestattet eine
haptische Annäherung.
Kennziffer: 1349
Gedenkstätte für die ermordeten
­Wiesbadener Juden
Standort:
Coulinstraße/Michelsberg
Wiesbaden
Art der Nutzung:
Doppelplatz, bestehend aus der
­Gedenkstätte und dem Stadteingang
Michelsberg, wobei der Platz des
­Gedenkortes den Standort der ehemaligen Synagoge freilegt und -hält
Bauherr/Bauträger:
Landeshauptstadt Wiesbaden
vertreten durch Stadtplanungsamt
Gustav-Stresemann-Ring 15
65189 Wiesbaden
Jurybewertung
Der Entwurfsidee der Planer ruht auf drei
unterschiedlichen Hauptthemen, die alle
durch einen differenzierten Einsatz von
Naturstein umgesetzt werden. Das Material
der Grauwacke hat neben seinem regionalen Bezug auch einige bauphysikalische
Eigenschaften, die sich der Entwurf in seiner Gesamtkonzeption zu Nutze macht.
Das erste Thema belegt das ehemalige Baufeld der Synagoge mit einem einheitlichen
Belag aus Natursteinplatten. Innerhalb des
Teppichs ist der Grundriss der Synagoge
über einen Farbwechsel in der Fläche nachgezeichnet. Die Basaltlavaplatten schieben
sich in die vorhandene Fahrbahn hinein und
werden vom Verkehr überfahren, so dass
der Belagswechsel auch von den vorbeifahrenden wahr genommen werden kann. Die
Porigkeit der Steins hilft die Akustik des
Raum zu verbessern, so dass der Aufenthalt
noch angenehmer ist. Das zweite Thema
verortet die Gedenkstätte im Raum. Hohe
Wandscheiben bilden das abstrakte Volumen in der dritten Dimension ab. Die einheitliche Gestaltung der Wände mit Basaltlava lässt die Gedenkstätte als Fremdkörper
im urbanen Umfeld erscheinen. Als künstlerische Intervention dreht sich der Raum aus
dem städtebaulichen Umfeld hinaus und
erfährt eine starke Wirkung. Das dritte Entwurfsthema ist das Namenband, das sich
über erhabene Schriftzüge der Namenssteine in die Wandscheiben einlegt.
Die eingereichte Arbeit leistet einen starken
und artifiziellen Beitrag. Es zeigt ein im
Detail präzises differenziertes und in der
Gesamtwirkung einprägsames Erscheinungsbild, dass durch die einheitliche Verwendung qualitätsvoller Natursteine dem
Stadtraum und dem Ort des Gedenkens
jene Würde verleiht, die es benötigt, um die
an Ihn gestellten Erwartungen zu erfüllen.
Ein insgesamt herausragendes Projekt und
beispielhaft für das Thema Baukultur im
öffentlichen Raum.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Architekt/Planverfasser:
Barbara Willecke, planung.freiraum
Landschaftsarchitektin BDLA
Richard-Sorge-Straße 73
10249 Berlin
Mitarbeiter:
Clara Jäkel, Markus Loh, Leonie Rhode,
Jana Sido, Frank Skupin, Andreas Süß
Naturstein:
andesitischer Vulkanit,
basischer Vulkanit, Granit
Fotograf:
Andreas Süß, Berlin
Neugestaltung Rheinboulevard, Konrad-Adenauer-Ufer
Koblenz
Kategorie B
Nominierung
Projektbeschreibung
Zu Beginn der Planungen im Jahr 2006
zeigte sich das der Plattenbelag aus Waschbeton zu einem großen Teil beschädigt war.
Die Rheinpromenade machte diesbezüglich
einen unansehnlichen Eindruck. So war der
alte Charme der 70er Jahre nur noch sporadisch zu erahnen. Angesichts einer Promenade die mehr einem Flickwerk glich, stellte
sich die Frage: Was ist das richtige Material
für das Koblenzer Rheinufer? Zunächst
stand die grundsätzliche Entscheidung zwischen Naturstein und Beton. Neben dem
Aspekt der Haltbarkeit des Materials war
hier vor allem auch dessen Alterungsprozess zu berücksichtigen. Die Kosten für die
34 l 35
Verwendung von Natursteinplatten lagen
zur Planungsphase etwa 40 % über den
Kosten der Betonvariante. Trotzdem fiel die
Entscheidung zugunsten des Natursteins.
Die Bundesgartenschau wurde auch in der
Materialauswahl als Chance für eine nachhaltige Investition in die Zukunft erkannt.
In der Frage nach der Herkunft des Materials bestand von Beginn an Einigkeit darüber, dass ein regionaltypisches Material verwendet werden sollte. Die Wahl fiel auf die
heimische Grauwacke. Die Anforderungen
an das Material sind hoch. Das Ufer ist für
die Andienung der Schiffe, die Pflege und
den Unterhalt komplett befahrbar. Des Wei-
teren ist das regelmäßig auftretende Rheinhochwasser ein Thema – genauso wie auch
die starke Inanspruchnahme durch die verschiedenen Nutzer. Die Grauwacke wurde
auf ihre technische Eignung geprüft. Entsprechende Referenzprojekte wurden angeschaut und Musterflächen erstellt.
Basierend auf dem gestalterischen Entwurf
ergaben sich Formate von 20 cm Breite in
freien Längen von 45 bis 80 cm. Damit handelt es sich um eine so genannte Sonderbauweise. Nach Abwägung der wirtschaftlichen Aspekte und des Pflegeaufwandes fiel
die Entscheidung zugunsten der gebundenen Bauweise. Folgender Regelaufbau
Kennziffer: 1359
Neugestaltung Rheinboulevard,
Konrad-Adenauer Ufer
Standort:
Koblenz
Art der Nutzung:
Uferpromenade, öffentlicher Raum,
­verschiedene Nutzungen (Spaziergänger,
Fahrräder, Andienung Schiffsanleger,
­Gastronomie, Verkehr)
Bauherr/Bauträger:
BUGA Koblenz 2011 GmbH
Frau Ulrike Kirchner
Schlossstraße 31
56068 Koblenz
wurde entwickelt: 10 cm Stein, 5 cm Mörtel, 12 cm Wasserdurchlässiger Asphalt
(WDA), Schottertragschicht. Im Bereich
einer potenziellen Busspur wurde der Regelaufbau entsprechend der zu erwartenden
Belastung folgendermaßen angepasst: 15
cm Stein, 5 cm Mörtel, 20 cm Drainbetontragschicht, Schottertragschicht. Als Fuge
wurde eine einschichtige Fuge gewählt. Für
die erhöhte Flankenhaftung wurden Rillen
in die Steine eingefräst. Dehnfugen wurden
als so genannte Wartungsfugen an längs
verlaufenden Anschlüssen gesetzt. Erforderliche Querfugen werden nach der BUGA
an den Stellen mit Rissbildung eingeschnitten und als Scheinfuge ausgebildet.
Jurybewertung
Das Projekt lebt von seiner klaren Struktur
aus Bewegungsflächen und Aufenthaltsbereichen, die in ihrer hierarchischen Ausbildung in ein differenziertes Materialkonzept
übersetzt werden. Zudem entsteht ein
spannungsvoller Freiraum, der neben der
steinernen Promenade am Rhein auch von
großzügige Rasenflächen und schattigen
Aufenthaltsbereiche unter den großen
Bestandsbäumen anbietet.
Das Materialkonzept des Rheinboulevards
lebt von seiner Mischung aus Betonfertigteilen, die als prägnante Kontur die Rasenflächen umfahren und dem großzügigen
Einsatz von Naturstein in den Bewegungsflächen. Vor der historischen Kulisse und
dem umliegenden Kulturlandschaftsraum
übernimmt der Naturstein eine adäquate
Ästhetik, die dem Ort eine wohltuende
Selbstverständlichkeit verleiht. Die Oberflächenoptik der Grauwacke schafft es, sowohl
einen einheitlichen Teppich zu formulieren,
als auch im Detail durch die Lebendigkeit
des Materials eine hochwertige Gestaltqualität zu generieren.
Dem Projekt Neugestaltung Konrad-Adenauer-Ufer liegt neben seiner landschaftsarchitektonischen Grundkonzeption eine weitere Qualität in der Detailgenauigkeit im
Umgang mit dem Natursteinmaterial inne.
Die zeitgemäße Übersetzung des Materials
zeigt sich vor allem in der Wahl der Formate. Die schmalen Linien von 20 cm sind
mit freien Längen kombiniert, die bis zu 80
cm lang sind. Dadurch erhalten die Beläge
ein elegantes, parkettartiges Erscheinungsbild, dass dem Rheinboulevard und der
angrenzenden Stadtkante eine repräsentative Anmutung verleiht.
Die bautechnische Ausarbeitung der Flächen, die Integration von Einbauten sowie
die Einpassung von Entwässerungsanlagen
sind von hoher gestalterischer und ingenieurstechnischer Qualität geprägt.
Der eingereichte Beitrag ist ein prägnantes
Beispiel für die stimmige Gesamtwirkung
von Räumen im historischem Kontext, vor
allem auf Flächen mit hohen Belastungsklassen. Durch die einheitliche Verwendung
qualitätsvoller Natursteine entsteht ein
Ensemble, dass zur Pflege der Baukultur im
öffentlichen Raum einen wesentlichen Beitrag leistet.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Architekt/Planverfasser:
RMP Stephan Lenzen
­Landschaftsarchitekten
Klosterbergstraße 109
53177 Bonn
Mitarbeiter:
Joachim Evers (Projektleitung), ­Clas
­Scheele (stellv. Projektleitung), Johannes
Czerniejewski, Jean Müller, Hartmut
Henseler, Martin Fuß, Jan Kückmann
Naturstein:
Bergische Grauwacke
Fotograf:
Behrendt & Rausch Fotografie GbR,
Kottenheim (S. 34)
Saeed Alami, Bonn (oben)
M. Schulz und A. Dingeldein, Köln (unten)
Aussegnunghalle Ingelheim in Frei-Weinheim
Ingelheim
Kategorie C
Nominierung
Projektbeschreibung
Die Ingelheimer Stadteile verfügen als ehemals selbständige Gemeinden jeweils über
eigene Friedhöfe, die jedoch langsam an
ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Der Friedhof
in Frei-Weinheim soll deshalb in mehreren
Etappen als neuer Zentralfriedhof ausgebaut werden. Die vorhandene Aussegnungshalle aus den 60er Jahren genügt
bereits heute kaum den Ansprüchen und
wird aus diesem Grund durch einen Neubau
ersetzt, welcher seinen Platz an der Straße
„In den Frenzen“ am neuen Haupteingang
im Süden des Friedhofs findet.
Wesentliches Element der Neugestaltung
36 l 37
des Friedhofs sind raumgreifende Bruchsteinmauern aus dem ortstypischen gelbgrauen Naturstein. Diese grenzen als Umfassungsmauern den Friedhof als Ort der Ruhe
und Besinnlichkeit von der Straße ab und
trennen als Stützmauer den Eingangsbereich von den – aufgrund des nahen Rheins
– höher gelegenen Friedhofsteilen für Erdbestattungen. Die Bruchsteinmauern formulieren auch den neuen Haupteingang aus.
Der gesamte Eingangsbereich wird räumlich
architektonisch gefasst.
Die Aussegnungshalle wird als Zentrum der
Friedhofsanlage selbstverständlicher Be­­stand­
teil des Eingangsbereichs, indem sich die
Bruchsteinmauern bis in das Innere hinein
fortsetzen und verdichten. Es entsteht eine
differenzierte Abfolge von Innen- und Aussenräumen mit fein abgestimmten Übergängen. Friedhof und Aussegnungshalle stellen
eine gestalterische Einheit dar und werden
zu einem untrennbaren Ganzen verbunden.
Die Aussegnungshalle ist geprägt von einer
hellen freundlichen Atmosphäre. Entsprechend ihrer Bedeutung als wichtigstem
Raum der Friedhofsanlage wird sie durch
ein Satteldach deutlich markiert. Es entsteht so ein Innenraum der gleichsam
Kennziffer: 1317
Aussegnunghalle Ingelheim in
Frei-Weinheim
Standort:
In den Frenzen
Ingelheim am Rhein
Art der Nutzung:
Sonderbau, Bestattungen,
­Aussegnungshalle und Friedhof
Bauherr/Bauträger:
Stadt Ingelheim
Neuer Markt 1
55208 Ingelheim am Rhein
Architekt/Planverfasser:
Bayer & Strobel Architekten BDA
Richard-Wagner-Str. 1
67655 Kaiserslautern
Mitarbeiter:
Christian Köhler
Naturstein:
Travertin Sonderbuch
­ ürdig und feierlich aber auch einfach und
w
angemessen erscheint. Der Raum wird
erschlossen über einen räumlich gefassten
Vorhof, wo auch grössere Trauergemeinden der Feier beiwohnen können. Der
Innenraum der Halle selbst öffnet sich nach
beiden Seiten zu zwei weiteren eher introvertierten Innenhöfen. Diese gewährleisten
eine gute Belichtung ohne neugierige Einblicke und erzeugen eine kontemplative
Stimmung als würdevollen Rahmen für die
Trauerfeier. Die gärtnerische Gestaltung der
Höfe bestimmt gemeinsam mit dem Verlauf
der Jahreszeiten wesentlich die Atmo­
sphäre im Inneren.
Die Architektur weist deutliche Bezüge zu
regionalen Typologien auf, interpretiert
diese aber auf eine zeitgemäßen Art und
Weise. Das historisch in Ingelheim vorkommende Bruchsteinmauerwerk (Kaiserpfalz)
wird kombiniert mit scharfkantigem Sichtbeton und grosszügigen Verglasungen.
Darüber hinaus werden aber auch typische
Elemente des Sakralbaus aufgenommen
wie das Satteldach, die Lichtführung im
Innenraum oder die klösterlichen Innenhöfe. Sämtliche Materialien zeichnen sich
durch ihre Wertigkeit und Dauerhaftigkeit
aus: Naturstein, Eichenholz, Terrazzo­
böden, Kupferdach mit matt-grauer Zinn­
oberfläche.
Jurybewertung
Um die Einsegnungshalle gruppieren sich
Nebenräume, Innenhöfe zu einem Ensemble mit der Anmutung klösterlicher Kontemplation in einem „Hortus Conclusus“.
Die Formensprache beschränkt sich auf
archaische Grundformen, ruhige einfassende Mauern, geschützte Umgänge und
den unter spitzgiebligem Zeltdach konzentrierten Andachtsraum. Die Reduzierung
wird unterstützt durch eine subtile Materialwahl und sorgfältige Detailierung: Der Kern
einer scharfkantigen Betontragstruktur wird
umhüllt von Bruchstein-Mauerwerk, aus
gelb-grauem Travertin, dessen delikate
Oberflächenstruktur durch Spritzverfugung
mit anschließendem Sandstrahlen erreicht
wurde.
Die kräftige Körnung der Natursteinwände,
zusätzlich gebrochen im Splitbelag der
Innenhöfe, bildet einen notwendigen
Gegenpart zur formalen Reduktion der
Betonelemente, der holzgerahmten großflächigen Verglasungen, der Möblierung
und Beleuchtung im Innenausbau.
Raum und Material vermitteln wohltuende
Ruhe und freundliche Klarheit: in fließenden
Übergängen zwischen Innenraum und bergenden Höfen vermitteln sie nicht nur
räumlich Halt.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Fotografen:
Christian Köhler, Kaiserslautern
Peter Strobel (Bild unten), Kaiserslautern
Besucherzentrum Schloss Heidelberg
Heidelberg
Kategorie C
Nominierung
Projektbeschreibung
Das neue Besucherzentrum des Heidelberger Schlosses steht am Fuße der Schlossbergs und bildet zusammen mit dem
Schlossportal und der historischen Sattelkammer ein kleines Ensemble und den Auftakt der Schlossanlage. Der flache langgestreckte Baukörper lehnt sich gleichsam an
die angrenzende historische Wehranlage
an. Seine äußere Erscheinung ist ausnahmslos durch den einen roten Neckartäler Hartsandstein geprägt, den Stein, aus dem auch
das Heidelberger Schloss, das zu den
bedeutendsten Bauwerken der Renaissance
nördlich der Alpen gehört, errichtet wurde.
Der Baukörper des Besucherzentrums
besteht aus einem Hauptraum, an den zahl-
38 l 39
reiche kleine Nebenräume angelagert sind.
Diese, sowie interne Treppen und tiefe Fensternischen befinden sich alle in einer
dicken, monolithisch anmutenden Außenwand, die dem Haus einen kraftvollen Ausdruck verleiht. Von einer kleinen Dachterrasse haben Besucher einen Blick auf das
Heidelberger Schloss.
Der Neckartäler Hartsandstein kommt in der
rot-weiß geflammten Varietät in Form von
Mauersteinen mit gesägten Fugenflächen
und maschinell gespalteten Sichtflächen
zum Einsatz. Die Dachflächen und Terrassen
wurden mit diamantgeschliffener Oberfläche und die Pflastersteine des Außenraums
mit kugelgestrahlter Oberfläche erstellt.
Kennziffer: 1324
Besucherzentrum Schloss H
­ eidelberg
Standort:
Schlosshof 1
69117 Heidelberg
Art der Nutzung:
Besucherzentrum
Bauherr/Bauträger:
Land Baden-Württemberg
vertreten durch Vermögen
und Bau Baden-Württemberg
Amt Mannheim L4, 4-4
678161 Mannheim
Architekt/Planverfasser:
Max Dudler
Oranienplatz 4
10999 Berlin
Mitarbeiter:
Simone Boldrin (Projektleiter),
Patrick Gründel, Julia Werner
Jurybewertung
Naturstein:
Neckartäler Hartsandstein
Der Neubau des Besucherzentrums spielt
auf vorbildliche Weise mit dem Charakter
und der Historie des Ortes: Ein schmaler
Baukörper schmiegt sich wie selbstverständlich an die Hangkante und an die
Mauern der alten Wehranlage an. Die
gewählte Formensprache, der Einsatz des
Steins und die außergewöhnliche Detailqualität beeindrucken das Preisgericht:
Scheinbar monolithisch gefügte Mauern
erinnern an das Bruchsteinmauerwerk der
historischen Stützmauern. Tiefe individuell
und spannungsreich gesetzte Fenstereinschnitte bauen schöne Blickbezüge zum
Eingangsportal und zum Garten auf.
Entstanden ist eine markante und individuelle Architektur, ein „Steinhaus“ ganz
besonderer Prägung. Mit sicherer Hand
und großer Sensibilität hat der Architekt
ein Haus entworfen, das ein unspektakuläres Raumprogramm in einem ausdruck­
starken Gebäude abbildet.
Fotograf:
Stefan Müller, Berlin
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Wohn- und Geschäftshaus, Arnulfpark
München
Kategorie D
Nominierung
Projektbeschreibung
Das Konzept setzt sich bewusst und konsequent von der Idee einer scheinbaren Vielfalt ab und formuliert eine der Aufgabe
angemessene großstädtische Form, in der
alle Funktionen untergebracht sind. Entlang
der Bahntrasse und der Parkanlage entwickelt sich eine Struktur, deren Rhythmus aus
verschiedenen Achssystemen eine Einheit
aus der Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten entwickelt. Unter Wahrung der vorgegebenen Elemente lässt sich trotzdem,
oder gerade, eine Aufteilung in verschiedene Baufelder oder Abschnitte realisieren.
40 l 41
Als autonomes Gebäude verdeutlicht es im
Zusammenspiel mit den umgebenden
Strukturen eine eindeutige Haltung.
Das Projekt gewinnt so ein Alleinstellungsmerkmal unter den heute üblichen Zerschlagungen in kleinteilige Parzellierungen
mit beliebigen Fassadengestaltungen und
knüpft mit seiner Logik an die modernen
Formen zeitgenössischen Städtebaues an.
Die homogene Form ist sowohl unter stadtgestalterischen Gesichtspunkten, als auch
unter wirtschaftlichen Aspekten sinnvoll.
Eine rationale Standardisierung der Teile ist
heute wieder eine positive Haltung zur
Wahrung einer einheitlichen Figur und
gewährleistet eine kostengünstige Realisierung. Gleichzeitig ermöglicht sie die Variation und Vielfalt innerhalb einer gesetzten,
verbindlichen Übereinkunft. Die autonome
Organisation
der
Skelettkonstruktion
gewährleistet
eine
zeitüberdauernde
Anpassung an sich verändernde Nutzungsvorstellungen und die Option ständiger
Modifikationen ist dadurch vorgedacht.
Ein umlaufender, sich über drei Geschosse
erstreckender Sockel bildet die Basis für sich
Kennziffer: 1356
Wohn- und Geschäftshaus, Arnulfpark
Standort:
München
Art der Nutzung:
Neubau eines Wohn- und
Geschäftshauses
Bauherr/Bauträger:
aip
alpa invest Projekt GmbH & Co. KG
Bajuwarenring 3
82041 Oberhaching
Architekt/Planverfasser:
Petra und Paul Kahlfeldt
Architekten Partnerschaftsgesellschaft
Kurfürstendamm 58
10707 Berlin
darüber entwickelnde Aufsätze, die dem
Gesamtvolumen zu einem räumlichen
Anfang und Ende verhelfen. Der Sockel setzt
sich in Form einer Pergola auch über die
Freiräume hinweg und bindet diese ein.
Neben der körperhaften Verbindung leisten
diese Elemente auch die Funktion des notwendigen Schallschutzes. Entlang einer parallel durch alle Bauten geführten, inneren
Enfilade entstehen unterschiedlich gestaltete
Innenhöfe, die thematisch und räumlich auf
die differenzierten Anforderungen antworten und dem Nutzer Identität und Vielfalt
ermöglichen. Innerhalb der Variationen entstehen überdachte und offene Situationen.
Die Fassade besteht aus vorgefertigten
Steinelementen mit unterschiedlich tief
angeordneten Fensterkonstruktionen. Differenzierte Oberflächen und präzise Materialkombinationen zeigen ein subtiles Spiel der
Elemente und deuten die unterschiedlichen
Nutzungen an. In den Wohnhäusern entstehen innere Wintergärten, deren bauphysikalischen Besonderheiten in der Profilierung
der Rahmen ihre Entsprechung finden.
Die Eleganz der Form und die kraftvolle
Figur setzen sich erfrischend von der kleinteiligen Umgebung mit ihren modischen
Aufgeregtheiten ab und vermeidet jegliche
Anbiederung.
Jurybewertung
Entlang der Bahntrasse, im neuen Münchner Stadtviertel Arnulfpark, ist ein Gebäudeensemble entstanden als Stadtbild prägende Großform. Ziel der Architekten ist es,
ganz unterschiedliche Funktionen in einen
homogenen Baukörper zu integrieren.
Die Jury würdigt die freistehende, dem Wohnungsbau vorbehaltene Gebäudescheibe als
einen sehr kraftvollen, eigenständigen Baukörper mit hoher Qualität in der Detailausbildung der Fassade. Das Gebäude vereint
Gestaltungselemente aus dem Industriebau
des frühen 20. Jahrhunderts mit zukunftsweisendem qualitätvollem Wohnungsbau
inmitten eines heterogenen Umfeldes. Lichtdurchflutete Wohnräume mit Wintergärten
im Inneren fügen sich zu einem Identitätstiftenden Stadtzeichen zusammen.
Die Fassaden werden durch Naturstein
geprägt. Sie überzeugen durch hohe Qualität in der Detaillierung und der Verarbeitung des Materials, was dem Baukörper
eine zeitlose Ausstrahlungskraft verleiht.
Entwurf für das Hofhaus am Arnulfpark in München
2. Obergeschoss
Wettbewerbsgrundriss
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Mitarbeiter:
Maurizio de Rosa (Projektleiter),
Thomas Rabe
In Zusammenarbeit mit:
Ekert&Probst Architektinnen
Frank&Probst Architekten
Naturstein:
Crema Sintra Kalkstein
Fotograf:
Stefan Müller, Berlin
Einfamilienhaus
Negreiros, Portugal
Kategorie D
Nominierung
Projektbeschreibung
Granit ist das typische Baumaterial im Norden Portugals. Zentrales Element des Einfamilienhauses ist eine etwa 50 Meter lange
und 30 cm starke Granitmauer. Sie trennt
den Wohn- vom Schlafbereich, an ihr ist
Zugang und Büro angegliedert und sie
greift beidseitig weit in das Grundstück
aus. Die Steingröße beträgt etwa 45 x 130
cm. Stoß- und Lagerfugen der Trockenmauer sind sägerau, die Sichtflächen
gebrochen. Gewählt wurde ein heimischer
„Amarelo de Luzelos“ aus Luzelos-Carrazeda de Ansiães, Bezirk Bragança.
Auf großem Familiengrundstück ist das
Haus der Tochter an der nördlichen Grenze
– zum angrenzenden Wald – situiert. Die
leichte Hanglage ermöglicht den Blick nach
Süden über ein kleines Tal. Weit in das
Grundstück ausgreifende Mauern und
42 l 43
Wände unterteilen das weitläufige Areal in
vier unterschiedliche Freibereiche mit differenten Raumfolgen und -qualitäten.
Die Zufahrt erfolgt von Norden. Eine abgeschlossene Hofsituation vor der Garage
empfängt den Besucher, eine der Leitwände verhindert den Blick ins Haus und führt
– vorbei am Innenhof des Büros – zur Granitmauer mit dem Hauseingang.
Entsprechend dem Geländeverlauf ist der
Tagesbereich um vier Stufen vom zentralen
Erschließungsflur abgesetzt. Die Schlafräume orientieren sich nach Norden, zum
angrenzenden Wald.
Ortsuntypische Dämmstärken reduzieren
den Wärmebedarf der Fußbodenheizung
auf ein Minimum, 90 % des Energiebedarfs
decken die Warmwasserkollektoren.
Kennziffer: 1352
Einfamilienhaus
Standort:
Negreiros
Portugal
Art der Nutzung:
Einfamilienhaus
Bauherr/Bauträger:
Dra Manuela Campus Ferreira
Aldeia de Cima
4775-190 Negreiros
Portugal
Architekt/Planverfasser:
Anton Graf – Architekt –
Moritzbergstr. 61
90482 Nürnberg
Mit Prof. António Madureira, Porto
Naturstein:
Granit
Fotograf:
Luis Oliveira Santos, Aveiro
Jurybewertung
Eine 50 m lange monolitische Wand aus
großen Granitblöcken bildet das Rückgrat
dieses Einfamilienhauses in Portugal.
Sie gibt dem Grundriss Ordnung und ist
Leitelement der inneren Erschließung. Sie
verstärkt als trennendes Element die Zonierung zwischen Wohnräumen und privaten
Rückzugsbereichen und ermöglicht die
effektvolle Inszenierung ihrer Verbindung.
Sie setzt Statik und energetische Speichermasse sinnfällig in ein tragendes Thema des
Hauses um. Die innere Lichtführung auf
rauer Oberfläche macht den Kontrast zwischen der Schwere der Granitwand und
leichter Pavillonstruktur aus Beton, Glas und
Stahl sinnlich erfahrbar. Die Formensprache
klasssicher Case Study Houses wird regional
reflektiert: Durch die kraftvoll ausgreifende
Geste der Natursteinwand wird die Gebäudestruktur zeichenhaft, in Farbigkeit und
Textur des Materials in der Landschaft verankert.
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Wettbewerbsarbeiten 2013
1301 Empfangsgebäude Bundesgerichtshof Harter + Kanzler, Freie Architekten BDA, Freiburg
mit Sitzungssaal, Karlsruhe
1302
16 social housing apartments in massive stone, Paris
Eliet & Lehmann
1303
Thüngersheim – Naturstein im Öffentlichen Raum
Klaus J. Schulz, Architekt + Almuth Boedecker, Landschaftsarchitektin
1304
Einfamilienwohnhaus (Stadthaus), Düsseldorf
Capricorn Development GmbH + Co. KG, Düsseldorf
1305
Freianlagen Denkmalgeschütztes Bürogelände, Göttingen
Landschaftsarchitekt Gehrhard Kohl BDLA, Göttingen
1306
Außenanlagen Hambacher Schloss, LOMA architecture . landscape . urbanism,
Neustadt an der Weinstraße
Petra Brunnhofer + Ilija Vukorep + Wolfgang Schück, Kassel
1307
Neubau Christian-Wagner-Bücherei, Rutesheim
Zoll Architekten und Stadtplaner, Stuttgart
1308 Wohnhaus am Annaberg, Baden-Baden
Schmidt & Schmidt, Dipl.-Ing. Stefan Schmidt, Karlsruhe
1309 Rekonstruierter Wiederaufbau der historischen Prof. Dr. Ing. Dr. h.c. Wolfgang Deurer, Wesel
Rathausfassade Großer Markt in Wesel/Rhein
1310 Universitätsplatz und Borgiasplatz, Fulda
Planergruppe GmbH Oberhausen, Oberhausen
1311 Marktplatz Gelsenkirchen- Erle
Planergruppe GmbH Oberhausen, Oberhausen
1312
Privatgarten Rose, Ettelbruck
Peter Berg, GartenLandschaft Berg& Co. GmbH, Sinzig – Westum
1013
Quartierplatz „Am Hirtsrain“, Fulda
MANN LANDSCHAFTSARCHITEKTUR, Dipl.-Ing. Tobias Man, Fulda
1014 Kompetenz- und Verwaltungszentrum der Volksbank Hamm
Turkali Architekten, Prof. Zvonko Turkali, Frankfurt/M.
1315
Carsten Roth Architekt, Hamburg
Neugestaltung Lobby Firmenstandort Hamburg
1316 Thier-Galerie, Dortmund
Kaspar Kraemer Architekten BDA
1317 Aussegnungshalle Ingenheim in Frei-Weinheim, Ingelheim Bayer & Strobel Architekten BDA, Kaiserslautern
1318
The Sainsbury Laboratory, Cambridge, UK
Stanton Williams, London, United Kingdom
1319 Magazin und Parkhof, Karlsruhe
Evangelischer Oberkirchenrat – Bau, Kunst und Umwelt, Karlsruhe
1320
Design Associates GmbH, Herr Dipl.-Ing. Stephan Maria Lang, München
Villa am Waldrand
1321 Bundesministerium für Umwelt, Jürgen Pleuser, Berlin
Naturschhutz und Reaktorsicherheit, Berlin
1322 Medizinisch-Therapeutisches Zentrum
Peter Koczor, Rottweil
1323 Pfarrzentrum „Mutter Teresa von Kalkutta“, Bozen
Siegfried Delueg, Brixen Italien
1324 Besucherzentrum Schloss Heidelberg
Max Dudler, Berlin
1325 Neubau Pädagogische Hochschule Zürich, Zürich
Max Dudler Architekten AG, Zürich, Schweiz
1326 Denkmalgerechter Umbau und Erweiterungsbau Max Dudler, Berlin
Hambacher Schloss, Neustadt/Weinstraße
1327
ETH Zürich e-Science-Lab Neubau HIT, Zürich
1328 Generalsanierung Sparkasse Nürnberg Haus D
Baumschlager Eberle, Lochau, Österreich
Allmann Sattler Wappner Architekten GmbH, München
1329 Gedenkstätte der ehemaligen Jüdischen Synagoge, Darmstadt PFP Architekten BDA, Prof. Jörg Friedrich, Hamburg
1330 Wohnhaus mit Musikraum, München
Beer Architektur Architektur Städtebau, Prof. Anne Beer, München
1331 Wohnhaus in der Altstadt von Bad Mergentheim
Eingartner Khorrami Architekten BDA. Berlin
1332
Gewers& Pudewill, Berlin
Stadthaus Lilienstraße, Berlin-Mitte
1333 Botschaft der Republik Türkei, Berlin
1334
Kolonadenhof, Museumsinsel Berlin, Skulpturengarten der Alten Nationalgalerie
1335
Taille Vent, Wohnen am Kaiserkai, Hafen City, Hamburg
Volkmar Nickol, Kremmener, Berlin; Felipe Schmidt, Berlin; Thomas Hillig, Berlin
Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin
Spine architects GmbH, Hamburg
1336 Hochhausensemble Hagenholzstraße, Zürich, Schweiz
Arge Atelier WW Wäschle Wüst I Max Dudler, Zürich, Schweiz
1337 Synagoge am Weinhof, Ulm
Kister scheithauser gross architekten und stadtplaner GmbH
Prof. Susanne Gross, Köln
1338
Ludwig-Börne-Schule, Frankfurt/M.
Dierks Blume Nasedy Architekten BDA, Darmstadt
1339
Rathaus Leingarten
Tore Pape POOL 2 Architekten, Kassel
1340 Kontorhaus Altenwall, Bremen
Schulze Pampus Architekten, Bremen
1341 Pacelli Palais, Energetische Sanierung des Anbaus Meck architekten, Prof. Andreas Meck, Ottobrunn
aus den 60er Jahren, München
1342
Wohnhaus, Berlin
1343 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin
1344
Schloss- und Festungsruine, Bad Dürkheim, Museum
44 l 45
CN Architekten, Claus Neumann + Katrin Cramer, Berlin
Schweger Architekten/Frahm, Schüler Schweger, Hamburg
Helmut Riemann Architekten GmbH, Lübeck
1345 Neubau eines Informations- und Kongresszentrums, Artec Architekten, Marburg
Marburg/Lahn
1346
Villa Tirabassi, Ventabren, France
SOUCARET Rapha l Atelier d’Architecure, Eguilles, France
1347
Wärmetechnische Gebäudesanierung Pablo Horváth, Chur, Schweiz
Hotel San Gian St. Moritz, Schweiz
1348 Quartier Unterlinden, Freiburg i. Breisgau
Wwa wöhr heugenhauser architekten, München
1349
Gedenkstätte für die ermordeten Wiesbadener Juden
Barbara Willecke, planung.freiraum, Landschaftsarchitektin BDLA, Berlin
1350
Dern’sche Höfe, Wiesbaden
Zaeske und Partner Architekten BDA, Wiesbaden
1351 Botschaft der Republik Singapur, Berlin
Braun & Schlockermann und Partner GbR, Berlin
1352 Einfamilienhaus in Negreios, Portugal
Anton Graf, Architekt, Nürnberg
1353
Neubau eines Verwaltungsgebäudes B&V Braun Canton Volleth Architekten GmbH, Frankfurt/M.
für die Stiftung Waisenhaus, Frankfurt/M.
1354
Rathauserweiterung Crailsheim
ARP ArchitektenPartnerschaft Stuttgart, Stuttgart
1355 Wohnhaus München
Petra und Paul Kahlfeldt Architekten Partnerschaftsgesellschaft, Berlin
1356 Wohn- und Geschäftshaus Arnulfpark, München
Petra und Paul Kahlfeldt Architekten Partnerschaftsgesellschaft, Berlin
1357 Reblandhalle Neckarwestheim
Bechler Krummlauf Teske Architektengesellschaft mbH, Heilbronn
1358 Erweiterung und Umgestaltung Volksbank eG Villingen
Muffler Architekten, Freie Architekten BDA/DWB,
Heidrun und Michael Muffler, Tuttlingen
1359
Neugestaltung Rheinboulevard, Konrad-Adenauer-Ufer, Koblenz RMP Stephan Lenzen, Landschaftsarchitekten, Bonn
Rückblick
Deutscher Naturstein-Preis 2007
Deutscher Naturstein-Preis 2009
Deutscher Naturstein-Preis 2011
Deutscher Naturstein-Preis
Kleihues + Kleihues
Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Deutscher Naturstein-Preis
Weinmiller Architekten, Berlin
Deutscher Naturstein-Preis
Max Dudler, Berlin
kister scheithauer gross
Architekten und Stadtplaner, Köln
Besondere Anerkennung
Thomas Müller Ivan Reimann
Architekten, Berlin
Besondere Anerkennung
Wandel Hoefer Lorch, Saarbrücken
Kleihues + Kleihues
Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Besondere Anerkennung
Günter Hermann Architekten,
Freier Architekt, Stuttgart
Gruber + Kleine-Kraneburg Architekten,
Frankfurt am Main
Waechter+Waechter Architekten BDA,
Darmstadt
Max Dudler Architekt, Berlin
Hilmer & Sattler und Albrecht, Berlin
Lobende Erwähnung
Brückner & Brückner Architekten BDA,
­Tirschenreuth
Lobende Erwähnung
Stefan Bernard, Prof. Norbert Müggenburf,
Phillip Sattler, Landschaftsarchitekten,
­Berlin
IPRO Dresden
Büro BÖHME + SCHÖNFELD, Dresden
Thomas Müller und Ivan Reimann, Berlin
B & V Braun Volleth Architekten GmbH,
Frankfurt
Arn Meijs Architekten, Maastricht
Diethelm & Spillmann, Zürich
Schettler & Wittenberg Architekten,
Weimar
ARGE Ortner & Ortner / Kramm & Strig,
Berlin
Max Dudler Architekt, Berlin
Van den Valentyn Architektur, Köln
HASCHER JEHLE Architektur, Berlin
Petra und Paul Kahlfeldt, Berlin
Auer+Weber+Architekten, München
Michael Graves & Associates, Inc,
Priceton, New Jersey
Pablo Horváth, Chur, Schweiz
Prof. Christoph Mäckler Architekten,
Frankfurt am Main
Beniamino Servino, Caserta, Italien
Prof. Kohlhoff Generalplanungs GmbH,
Berlin
Sonderpreis
terra.nova Landschaftsarchitektur
Dipl.-Ing. Peter Wich, Landschaftsarchitekt
und Stadtplaner, München
Lobende Erwähnung
Max Dudler Architekten AG,
Zürich, Schweiz
Jan Kleihues und Norbert Hensel mit
Michael Alshut, Berlin/Dülmen-Rorup
Jan Kleihues und Norbert Hensel,
Berlin/Dülmen-Rorup
Titus Bernhard Architekten BDA, Augsburg
Kaskap Kraemer Architekten BDA, Köln
Kleihues + Kleihues
Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Deutscher Naturstein-Preis 2013
Herausgegeben vom
Deutschen NaturwerksteinVerband e. V. (DNV)
Sanderstraße 4
97070 Würzburg
Telefon09 31 / 1 20 61
Telefax09 31 / 1 45 49
www.natursteinverband.de
Redaktion:
Reiner Krug, DNV
Beate Ullrich, DNV
In Zusammenarbeit
mit dem Bund Deutscher
Architekten BDA
wa wettbewerbe aktuell
www.wettbewerbe-aktuell.de
Mit Unterstützung
des Medienpartners
www.allegriadesign.de
Der Deutsche Naturstein-Preis 2013
wird gefördert von:
NürnbergMesse als Veranstalter
der Stone+tec 2013,
17. Internationale Fachmesse für
Naturstein und Natursteinbearbeitung
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