11.2009 November ISSN 0944-5749 12,80 =C Unternehmermagazin für Holzbau und Ausbau mikado web award 2009 Websites auf dem Laufsteg Existenzgründer Die 12 Gebote Alpenresort Zauber der Zeder Bauphysik Holz besteht jede Prüfung Organ von Organ der Europäischen Vereinigung des Holzbaus Editorial Christoph Maria Dauner, Chefredakteur mikado Vorstellung trifft Realität Stell Dir vor, es ist Wirtschaftskrise und die Zimmerer machen nicht mit. Der abgewandelte 1980er-Sponti-Spruch scheint die aktuelle Auftragslage der Holzbauer ganz gut zu treffen. Zwar spricht Ullrich Huth, Vorsitzender von Holzbau Deutschland, beim Neubau nach wie vor von einem „nahezu ruhenden Geschäft“, doch die Nachfrage nach Sanierungsund Modernisierungsmaßnahmen gleicht dies mehr als aus: 80 Prozent der Mitgliedsbetriebe von Holzbau Deutschland stufen ihre Auftragslage als „sehr gut“ bzw. „gut“ ein, so eine aktuelle Umfrage. Stell Dir vor, es ist Wirtschaftskrise und die Zulieferindustrie macht mit. Dann tritt genau das ein, was zurzeit in Gesprächen mit Holzbauern zu hören ist: Engpässe, Lieferschwierigkeiten, Mitmachen und gewinnen: Wählen Sie die Holzbau-Website des Jahres! Wartezeiten. Ob Dämmstoffhersteller oder Dachziegler – am Jahresanfang auf der BAU 2009 in München noch positiv gestimmt, ließen sie sich von der Krisenangst anstecken. Jetzt beweisen ihnen die Holzbauer mit vollen Auftragsbüchern, dass es sich die Bauherren nicht leisten wollen, auf kleiner Flamme zu kochen. Denn gerade die energetische Sanierung ist eine Investition, die sich rasch auszahlt. Die historisch niedrigen Geldmarktzinsen bieten den Menschen darüber hinaus wenig Anreiz, Gelder auf Sparbüchern oder Tagesgeld zu parken. Selbst 80-Jährige entschließen sich aktuell zur energetischen Sanierung ihrer Immobilie, wie mir ein Zimmerer kürzlich im persönlichen Gespräch erzählte. Stell Dir vor, es ist Sanierungsboom und die Zimmerer machen mit. Das, liebe Leser, sollten Sie sich nicht nur vorstellen, denn die Nachfrage ist da – also holen Sie Ihre Kunden ab. Tipps, wie Sie bei den Bauherren punkten, finden Sie ab Seite 38. Ihr www.mikado-online.de 3 Holzbau hat Bauphysik fest im Griff Dass der Holzbau mehrgeschossig sein kann, ist kein Geheimnis. Egal, ob bei der Nachverdichtung in der Großstadt oder bei einem Schülerwohnheim etwas außerhalb, Holz geht immer – solange sich Planer und Ausführende in der Bauphysik an die Spielregeln halten. Seite 14 Alter Schuppen neu inszeniert 30 Jahre lang war der ehemalige Güterschuppen am Bahnhof von Meckenbeuren ungenutzt. Nach langen Diskussionen über Sinn, Zukunft und Finanzierung dient der Schuppen heute als Veranstaltungshalle und ist ein Schmuckstück der Gemeinde. Seite 30 Thema des Monats: Bauphysik Sanierung und Ausbau 14 | Schülerwohnheim Lego stand Pate für das Modulcontainerkonzept der MH Modul Holz GmbH. In Rehau baute das Unternehmen aus Holzcontainern ein mehrgeschossiges Schülerwohnheim. 30 | Umbau 30 Jahre lang war der ehemalige Güterschuppen am Bahnhof von Meckenbeuren ungenutzt. Heute ist er neu inszeniert und als stark frequentiertes Veranstaltungszentrum zu einem Schmuckstück der Gemeinde geworden. 18 | Mini House Für Baulücken und Restflächen in Innenstädten hat ein Forschungsprojekt das Minimum Impact House entwickelt. Der erste Prototyp steht in Frankfurt und gehört zu den Gewinnern des Wettbewerbs „Effizienzhaus 2009“. 22 | Software Weil die Softwareprogramme für HolzbauKonstruktionen und für EnEV-Berechnungen von verschiedenen Herstellern stammen, waren sie bisher nicht kompatibel. Jetzt gibt es eine erste Schnittstelle, die die Datenübergabe erlaubt. Ingenieurholzbau 25 | Industriebau Der Hallenanbau der Pabst Holzindustrie im österreichischen Zeltweg zeigt, dass der Ingenieurholzbau auch mit großen Lasten umgehen kann. Man muss nur die richtige Konstruktion finden. 4 Wolfram Janzer Klaus-Reiner klebe mikado 11.2009 Inhalt mikado 11.2009 Details im Griff 35 | Brandschutz Fassaden aus Holz sind bei mehrgeschossigen Gebäuden noch selten zu finden. Neben den Problemen mit der baurechtlichen Zulässigkeit gibt es bislang noch zu wenig praktische Erfahrungen in der brandsicheren Ausführung von Holzfassaden. Planer für vorbeugenden Brandschutz empfehlen Brandschürzen. Management 38 | Marketing Existenzgründungen oder das Platzieren neuer Produkte im Markt können zu traumhaften Ergebnissen führen oder mit einem Schuldenberg enden. Viele Stolpersteine liegen im Bereich Marketing. Dass das nicht sein muss, zeigt mikadoAutor Hans-Jürgen Borchardt. Hotel Zedern Klang Der Zauber der Taiga erobert Tirol Schon als Tatiana Maksimova die Entscheidung traf, ein neues Hotel in der Osttiroler Gemeinde Hopfgarten zu errichten, stand der Name fest: „Zedern Klang“ sollte das Haus heißen, in Erinnerung an die Bäume in der Taiga, der Heimat der Bauherrin. Seite 62 mikado web award 2009 Zum vierten Mal küren die mikadoLeser den besten Web-Auftritt der Holzbaubranche. Zu gewinnen gibt es drei mal ein Wochenende im Holzhotel. Seite 6 Titel: KlausReiner Klebe; james steidl, iStockphoto.com; Hotel Zedern Klang Bild Downloadkasten: Bart Claeys, iStockphoto.com Ein Magazin der WEKA MEDIA GmbH & Co. KG Holzbau und Forschung Rubriken 51 | Feldstudie Kaum eine andere Holzbauweise diskutieren Fachkreise so kontrovers wie den Blockbau. Eine Felduntersuchung an 20 Objekten ergab wertvolle Fakten zu Dauerhaftigkeit und Risikopotenzialen. 3 | 8 | 34 | 37 | 42 | 50 | 50 | 56 | 58 | 59 | 61 | 66 | Zimmermeisterdach 54 | Anwendungstechnik Je flacher das Dach ist, desto höher sind die Anforderungen an das Dachdeckungsmaterial. Für moderne Tondachziegel sind Dachneigungen bis zu 10° kein Problem, wenn Design, technische Ausstattung und Oberfläche für die erforderliche Regen- und Windeintragssicherheit stimmen. Editorial Kurz und bündig Bücher Ihr gutes Recht Produkte Tipps und Termine Verband aktuell Branchenführer Landesbeirat Holz Bayern Unternehmen Inserentenverzeichnis Vorschau/Impressum Holzwelten 62 | Ferienhotel Sie ist die Königin der Taiga. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen ist die Zeder so ziemlich für alles und für jeden gut. In Hopfgarten im Osttiroler Defereggental verlieh der sagenumwobene Baum einem Hotel seinen Namen: „Zedern Klang“ ist ein Ferienhotel der besonderen Art. www.mikado-online.de 5 Gewinnen Sie ein ◂◂Hotel Rosa Alpina: Außen klassisch alpin … ▾▾… innen stylish und mit modernem Flair Ihre Stimme zählt! Sie können nur gewinnen: mikado verlost 3 x 2 Übernachtungen im Doppelzimmer inkl. Frühstück in den Tiroler Wellness-Hotels Rosa Alpina und Zedern Klang – Luxus und Entspannung ganz in Holz! B eurteilen Sie die Webauftritte nach den Kriterien ▸▸ Design und Nutzen ▸▸ Inhalt und Übersichtlichkeit Abstimmen können Sie im Internet unter www.mikado-online.de. Dort finden Sie auch die detaillierten Bedingungen. Zedern Klang Die Besitzerin ließ alle Inneneinrichtungen des Hauses aus Zirbelholz erstellen. So umgibt Holz die Gäste vom Boden bis zur Decke: Sie laufen auf Holzdielen, schlafen im Holzbett und lagern ihre Wäsche in Holzschränken. Im Foyer ließ die Bauherrin sogar Holz in Kunstharz gießen und stellte dessen gestalterische Elemente heraus (siehe Seite 62). 6 Rosa Alpina Das 1850 gegründete Hotel & Spa Rosa Alpina in St. Kassian ist ein renommierter Familienbetrieb, geführt von Paolo Pizzinini. Sein Restaurant bekam zwei Michelinsterne verliehen. Das hauseigene Spa unter der Leitung seiner Ehefrau Daniela Steiner verwöhnt die Gäste mit Pool, Finnischer Sauna und Dampfbad. Es besticht darüber hinaus durch eine hauseigene Schönheitsfarm, die auch außerhalb des Hotels einen hervorragenden Ruf genießt (siehe mikado 10.2009). Die Wahl läuft so: ▸▸ Unter allen Homepages, die wir Ihnen in diesem Booklet vorstellen, finden Sie Ihren persönlichen Favoriten mikado 11.2009 ▸▸ Sie senden Ihre Entscheidung an die Redaktion ▸▸ Die Homepage mit den meisten Stimmen gewinnt den mikadoweb-award ▸▸ Jeder Einsender, der den mikadoweb-award-Gewinner gewählt hat, kann gewinnen Wichtig: Jeder Teilnehmer kann nur EINE Homepage vorschlagen. Abstimmen und gewinnen kann jeder – bis auf alle Mitarbeiter der WEKA MEDIA GmbH & Co. KG und deren Angehörige. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmeschluss ist: ▪ Montag, 25. November 2009. exklusives Wochenende! ▴▴Die Zeder im Logo verspricht von außen … ▸▸… was das Interieur hält: Wellness in Holz Anklicken Abstimmen Gewinnen www.mikado-online.de Mit freundlicher Unterstützung von www.mikado-online.de 7 kurz & bündig mikado-Interview Die richtigen Signale führen zum Erfolg Der Lebensstil und das Kaufverhalten der Menschen haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Marketingstrategien sind heute in fast allen Branchen von entscheidender Bedeutung. mikado befragte den Kommunikationsexperten Stefan Theßenvitz nach der Bedeutung für Holzbauunternehmen. mikado: Herr Theßenvitz, wie wichtig ist heute für ein Holzbauunternehmen eine durchdachte Marketingstrategie? Stefan Theßenvitz: Das Lebenselixier eines Betriebs sind seine Kunden. Ohne Kunden ist alles nichts, da nützt auch keine knallharte Kostenstrategie. Die Kunden sind der Dreh- und Angelpunkt allen unternehmerischen Handelns, alles andere leitet sich daraus ab. Marketing bedeutet „auf den Markt gehen“: alle eigenen Aktivitäten auf den Kunden ausrichten. Letztlich schaffen nur Marketing und Innovation Mehrwert, der Rest sind Kosten. Wer keine durchdachte Marketingstrategie betreibt, der löst eine Fahrkarte ins Blaue. Er überlässt dem Zufall, wo die Reise hingeht. Dabei muss es umgekehrt laufen. Die Marketingstrategie ist der Kern jedes erfolgreichen Betriebs. Welche Rolle spielt dabei der Internetauftritt? Das Internet ist heute für jedes Unternehmen das Leitmedium Nr. 1. Ohne eine Website existiert es praktisch nicht, einfach weil jeder davon ausgeht, dass es eine hat. Wichtig ist immer, sich klar zu sein, dass das eigene Image nicht teilbar ist. Angenommen, ein Betrieb leistet zwar hervorragende Arbeit, aber seine Website ist so lala, was glauben Sie, denkt ein Online-Besucher? Bestimmt nicht: „Die haben so viel Arbeit, dass sie gar nicht dazu kommen, sich professionell und zeitgemäß zu präsentieren!“ Sind nicht Kundenzufriedenheit und Weiterempfehlungen entscheidend? Auch, aber nicht nur. Es gibt zwei erfolgreiche Wege, neue Kunden zu gewinnen: Weiterempfehlung und Internet. Beide wachsen nun immer mehr zusammen. Die Bedeutung des Internets wird in Zukunft noch stark steigen. Es entwickelt sich immer mehr zum sozialen Netz. Was zählt, ist Interaktion und Erfahrungsaustausch. Diese Aspekte verknüpfen erfolgreiche Betriebe mit Relevanz, denn sie haben ihren Kunden und Interessenten Wichtiges zu sagen. Welche Ästhetik ist für ein Holzbauunternehmen die richtige? Es gibt keine allgemeingültige Regel für Ästhetik – außer vielleicht in der Form, dass man im- mer mit der Zeit gehen sollte, um nicht mit der Zeit zu gehen. Alle großen Marken dieser Welt sind von Beginn an immer sofort erkennbar, und zwar einfach aus dem Grund, weil sie sich beständig gewandelt haben. Die konkrete Gestaltung ist Darmstadt ist Weltmeister A www.solardecathlon.com uch 2009 gewinnt der Beitrag der TU Darmstadt den renommierten „Solar Decathlon“ – zum zweiten Mal hintereinander. An der vom amerikanischen Energieministerium ausgelobten „Solarhaus-Weltmeisterschaft“ nahmen 20 Teams amerikanischer und europäischer Universitäten teil. In Washington D.C. mussten sich die Gebäude zehn Prüfungen unterziehen. www.solardecathlon.de www.solardecathlon.org ◂◂So sehen Sieger aus: das deutsche Team nach dem Sieg 8 mikado 11.2009 Aber muss denn nicht der Wurm dem Fisch und nicht dem Angler schmecken? Selbstverständlich. Jeder Betrieb muss sich klar sein, dass er nicht alle Menschen gleichzeitig ansprechen kann. Die Menschen lassen sich in Gruppen Gleichgesinnter gliedern, in sog. „Milieus“. Jedes dieser „Ohne einen Internetauftritt existiert ein Unternehmen praktisch nicht.“ Solar Decathlon nichts Fertiges und Starres, das sich ein Unternehmen von außen überstülpen lässt, sondern immer visueller Ausdruck des eigenen Selbstverständnisses, einer lebendigen Unternehmensphilosophie. Milieus pflegt einen eigenen Lebensstil und grenzt sich durch Design sichtbar von anderen Milieus ab. Design drückt eine Haltung aus und signalisiert Werte und Vorstellungen vom Wünschenswerten. Das bedeutet, dass sich jeder Betrieb grund- Förderprogramm Messe sucht gute Ideen D as handwerkliche Geschick ist da, der Kopf voll mit guten Ideen, aber das Geld für einen Messeauftritt fehlt. Für junge und innovative Unternehmen nahm das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die „Dach+Holz International 2010“ in ihr Messeprogramm auf. Davon profitieren können Betriebe, die nicht älter als zehn Jahre sind, weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigen und unter zehn Millionen Euro Umsatz pro Jahr erwirtwww.bafa.de → Wirtschaftsförderung schaften. kurz & bündig Windkraftanlagen Neuer Leuchtturm fürs Holz W legend darüber klar werden muss, welche Milieus er ansprechen will, um dann entsprechend milieuspezifisch zu kommunizieren. Für den Betrieb geht es darum, dass ihn die richtigen Interessenten als Gleichgesinnten erkennen. ▴▴Stefan Theßenvitz empfiehlt Unternehmen, sich auf eine Kundengruppe zu konzentrieren und diese dann konsequent zu bewerben Es kommt also vor allem auf Konsequenz an? Genau. Ein Unternehmer muss sich entscheiden, für wen er wertvoll sein will, und dann den eingeschlagenen Weg konsequent gehen. Das heißt: sorgfältig auf alle Signale achten, die er aussendet. Die müssen stimmig sein. Von Paul Watzlawick stammt der berühmte Satz: „Wir können nicht nicht kommunizieren“. Ein potenzieller Kunde nimmt alle Signale wahr und interpretiert sie unbewusst. Deswegen muss ein Betrieb immer so kommunizieren, wie ihn ein potenzieller Kunde wahrnehmen soll. indkraftanlagen aus Holz entwickelte das Start-up-Unternehmen „TimberTower“. Die Vorteile gegenüber ihren Vorbildern aus Stahl: mehr Stabilität, mehr Sicherheit, weniger Geräuschemissionen, längere Lebensdauer und ein 20 bis 30 Prozent niedrigerer Preis. Demnächst entsteht in Hannover ein erster Prototyp. Turmhöhen von 70 bis 160 Metern und Leistungen von ein bis vier Megawatt sind geplant. Das Bauprinzip: mehreckiger Grundriss, außen eine Kunststoffschicht, innen ein Holzrahmen und 30 cm dicke Brettsperrholzplatten. Zusammengesetzt werden die vorgefertigten Elemente in nur zwei Tagen am Standort. Für ihre Idee und planerische Leistung erhielten die drei Jungunternehmer beim Schweighofer Prize 2009 www.timbertower.de eine Auszeichnung. ▴▴Windkraftanlagen aus Holz sollen eine Höhe bis 160 Meter erreichen Deubau 2010 Krise bleibt draußen R Herr Theßenvitz, vielen Dank für das Gespräch. Holzfertighaus Kubus gewinnt den Cube und 700 Aussteller warten auf die Besucher der Messe „Deubau“, die vom 12. bis 16. Januar 2010 in Essen stattfindet – trotz schwieriger Wirtschaftslage so viele wie beim letzten Mal im Jahr 2008. Zwölf Hallen informieren über Neuheiten, Produkte und Dienstleistungen der Baubranche. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Messe 2010 erneut auf die Ausbauthemen „Renovierung und Modernisierung im Bestand“. Die Veranstalter rechnen mit rund 80 000 Besuchern www.deubau.de aus dem In- und Ausland. Fischerhaus D en „Golden Cube 2010“ – die renommierteste Auszeichnung des deutschen Holzfertigbaus – gewann ein neues Einfamilienhaus im Passivhaus-Standard des bayerischen Unternehmens FischerHaus. Ein Musterhaus des zukunftsweisenden Gebäudes steht seit Mai 2009 in der mittelfränkischen Stadt Fürth. www.fischerhaus.de ◂◂Dieses Holz-Passivhaus im klassischen Bauhausstil gewann den Golden Cube 2010 www.mikado-online.de ▴▴Die Deubau 2010 findet wieder in den Hallen der Messe Essen statt 9 kurz & bündig Ausstellung Holzbaupreis 2009 Schwermut und Abenteuer Oberösterreich zeigt Klasse Wolf Architektur ▴▴Das neue Wertstoffsammelzentrum Grieskirchen gewann bei den öffentlichen Bauten U nter den 93 zum 4. Oberösterreichischen Holzbaupreis 2009 eingereichten Bauprojekten zeichnete die Jury jeweils die besten in den Kategorien „Wohnungsbauten“, „Gewerbebauten“, „Öffentliche Bauten“, „Landwirtschaftliche Bauten“ und „Umbauten“ aus. Zusätzlich vergab sie auch noch mehrere Anerkennungen und Sonderpreise. Ästhetik, Baukonstruktion, Energieeffizienz und Funktionalität waren die vier zentralen Bewertungskriterien. Die feierliche Preisverleihung fand am 11. September 2009 im Welser Messezentrum statt. Detaillierte Informationen über alle ausgezeichneten Arbeiten sind auf einer eigenen Wettbewerbswebsite zu finden. Nachhaltigkeitszertifizierung Gold für Holz mikado 11.2009 Juhr Architekturbüro www.holzbaupreis-ooe.at ▴▴Ein Sonderpreis „Mischbauweise“ ging an das Schulzentrum in Taufkirchen 10 uf der Immobilienmesse „Expo Real“ verlieh die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) am 6. Oktober 2009 über 30 Gütesiegel. In der zum ersten Mal vergebenen Kategorie „Industriebauten“ erhielt eine Holzhalle mit einer Ge- ▴▴Die Produktionsanlage von Sanha Kaimer bei samtnote von 1,4 das Dresden erhielt das Gütesiegel in Gold begehrte Gold: die Produktionsanlage des Edelstahlfitting-Herstellers Sanha Kaimer in Großharthau bei Dresden. Geplant hat das 3250 m2 große und 2 Mio. Euro teuere Gebäude „Juhr Architekturbüro für Industriebau und Gesamtplanung“ aus Wuppertal, ausgeführt hat es Pletschacher Holzbau aus dem bayerischen Dasing. www.dgnb.de ◂◂Werner Sobek (l.) ehrt das Büro Juhr Juhr Architekturbüro A Michael Palfi er Herausgeber nennt sich „Agentur für Forschung und Abenteuer“. Dahinter verbirgt sich der Illustrator Gottfried Müller. „Schwermut und Abenteuer des Hausbaus“ heißt seine Serie mit 24 Zeichnungen skurriler Bauwerke verschrobener Bauherren. Obwohl alle seiner Fantasie entsprangen, ▴▴Die seltsame Form dieses alten Fachwerkwirken sie doch real und erhauses resultiert aus einer über innern vom Stil an alte Do- 200 Jahre andauernden Familienfede kumente. Müller zeigt sich hier auch als geistreicher Erzähler und Meister des schwarzen Humors. Die Drucke sind in einer Mappe erhältlich, die Originale vom 19. November bis zum 17. Dezember 2009 im Freiburger Architekturforum ausgestellt. www.agentur-fa.de ı www.architekturforum-freiburg.de Gottfried Müller D kurz & bündig Marktforschung Online-Datenbank Holzbranche legt zu ▴▴Haas Fertigbau: Haus „Optima“ www.bdf-ev.de → Presse/Aktuelles Holzbrückenbau vernetzt sich E ine neue Informationsplattform über Holzbrücken schaltete das „forum holzbau“ online. Die Seite bietet einen Überblick zu Bauprojekten, Forschung und Entwicklung sowie weiterführender Literatur. Das Branchenregister ermöglicht, sich zu Produkten und Dienstleistungen zu informieren und eigene zu präsentieren. An der Ausführung von Holzbrücken beteiligte Unternehmen können ihre Projekte aufschalten www.forum-holzbruecken.com lassen. 1DWUOLFKH'lPPVWRIIHDXV+RO]IDVHUQ 3HUIHNWHU6FKXW]YRU .lOWH 6RPPHUKLW]H /lUP 'DFK:DQG%RGHQ 'HFNH :RKOIKOHQGDV JDQ]H-DKU 'DV|NRORJLVFKH%DXPDWHULDOIUGLHNRPSOHWWH 'lPPXQJ,KUHV+DXVHVRGHU,KUHU:RKQXQJ 'LHOHLFKWHXQGHLQIDFKH9HUZHQGXQJ 1DFKJHZLHVHQYRQGHQ.XQGHQDXIGHQPHLVWHQ KRFKHQWZLFNHOWHQ0lUNWHQPLWGHU'lPPXQJ LKUHU$UW²'HXWVFKODQG,WDOLHQ 48 $ ,7( * $/ 5$ 17,( 48 $5 $ 1 7( ( ,( 17 , $ ', $ 1= 5$ 5$ www.mikado-online.de *$ 9HUWULHEIU6PUHFLQD+RIDWH[LP'HXWVFKODQGXQGgVWHUUHLFK +RIDWH[*PE+.DOYDULHQEHUJVWU_6WKOLQJHQ'HXWVFKODQG WHO_ID[_ ZZZKRIDWH[HX *8 9$ /,7 < 7< $/ , =É 58. $ . Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. D ie Baugenehmigungszahlen bei Eigenheimen gingen von Januar bis Juli 2009 zwar um 6,6 Prozent zurück, trotzdem steigerten die Holz-Fertigbauunternehmen die Zahl ihrer verkauften Häuser um 7,6 und ihre Umsätze um 4,6 Prozent. Eine positive Grundstimmung spiegelt sich auch in der Herbstumfrage des Bundesverbands Deutscher Fertigbau e.V. (BDF) wider: 90 Prozent der Unternehmen gehen von einer gleichbleibenden oder sogar besseren Marktentwicklung aus. Ihre Fertigungsanlagen sind bereits für das nächste halbe Jahr ausgelastet. Die positiven Zahlen begründet der Verband mit der energiesparenden Bauweise, die bei den Kunden sehr gut ankommt. Mit 23,7 Prozent ist der Marktanteil in BadenWürttemberg besonders hoch. 48 $ /,7 ­ 4 8$/ ,7 b 7 ,6 * 11 kurz & bündig ◂◂Zwei große Holzkuben bilden die markante Gestalt des Hotels ▾▾Auch im Inneren dominiert Holz die Atmosphäre Hotelprojekt Luxus aus Stein und Holz A ATP Architekten und Ingenieure n der Silvretta-Hochalpenstraße im Vorarlberger Montafon-Tal soll für 17 Mio. Euro eine 4-Sterne-plus-Hotelanlage mit rund 130 Zimmern, Restaurants, Bars, Wellnesslandschaft, Konferenzräumen und Kinderspielbereich entstehen. Den geladenen Wettbewerb gewann das Innsbrucker Büro „ATP Architekten und Ingenieure“. Wie in traditionellen Gebäuden sind die Sockelgeschosse aus örtlichen Steinen errichtet. Darüber ruhen zwei große hölzerne Kuben und machen das Gebäude zu einem markanten und weithin sichtbaren Monument zeitgenössischer Baukunst. www.atp.ag → Projekte → Wettbewerbe Architekturwettbewerb Buchloe Licht, Luft und Raum Fassadensanierung macht Schule Z Anton Ambros GmbH 12 www.tesenergyfacade.com ı www.ambros-haus.de mikado 11.2009 VELUX Deutschland GmbH / Michael Heinrich D ie Realschule im schwäbischen Buchloe nutzte die Sommerferien, um die Fassade ihres 29 Jahre alten Sichtbetongebäudes gründlich modernisieren zu lassen. Der Energiebedarf sank dadurch von 126 kWh/(m2a) auf 23 kWh/(m2a). Der Heizwärmebedarf erreicht mit 16,5 kWh/(m2a) fast Passiv-hausstandard. Großformatige Holzrahmenelemente ermöglichten die Sanierung von 2227 m2 Fassade in einer kurzen Zeitspanne von nur sechs Wochen. Die Baumaßnahmen dienten auch der Wissenschaft: Sie sind Teil des internationalen Forschungsprojekts „TES EnergyFacade“, das die Möglichkeiten des groß▴▴Mit Großelementen aus Holz dauerte die Fassadensanierung nur sechs Wochen elementigen Holzrahmenbaus für die energetische Fassadensanierung untersucht und weiterentwickelt. Für die Planung der Schulmodernisierung ist das Büro „e3 architekten“ aus Marktoberdorf verantwortlich, für die Umsetzung das Allgäuer Holzbauunternehmen Anton Ambros. um fünften Mal lobte Hersteller Velux nun seinen Architekturwettbewerb aus. Er sucht realisierte Bauprojekte, die sich durch hohe Entwurfsqualität auszeichnen und durch die Integration seiner Dachflächenfenster eine hohe Raum- und Aufenthaltsqualität besitzen. Teilnehmen können alle Gebäude, von kleinen Eingriffen im Bestand bis zu komplexen Neubauten, vom Wohnungs- bis zum Gewerbebau. Neben einer Fachjury stimmt auch das Publikum ab: Im Anschluss an eine Vorauswahl von fünf Bauprojekten wählen die Leser der Zeitschrift „house and more“ die endgültigen drei Preisträger aus. Einsendeschluss ist der 14. Dezember 2009. www.velux.de/ architektur/aw2010 ◂◂Siegerprojekt des Velux-Wettbewerbs 2009: Badezimmer eines Penthouse über Münchens Dächern kurz & bündig Beratungsportal Gewissheit in fünf Schritten O ft wissen Hausbesitzer noch zu wenig über die Nutzungsmöglichkeiten der Solarenergie, dabei sinken die Preise für Fotovoltaikanlagen und die Investition ist momentan so günstig wie noch nie. Deshalb gibt es nun ein neues OnlineAngebot: den Energiesparratgeber „SolardachCheck“. Er ermittelt in fünf einfachen Schritten, ob sich das eigene Dach für eine Fotovoltaikanlage eignet und wie sich die Installation rechnet. Mit einfachen Abfragen und grafischen Hilfsmitteln wird neben Dachneigung und -ausrichtung auch die Verschattung des Daches berücksichtigt. Der Nutzer kann direkt am Bildschirm alle wesentlichen Merkmale ganz einfach www.klima-sucht-schutz.de selbst zusammentragen. Zu laut ??? ▴▴Wie sich die Investition in ein Solardach lohnt, erfahren Interessenten beim „SolardachCheck“ in fünf einfachen Schritten Frage des Monats Die neuen Energiestandards KfW-Effizienzhaus 100, 70 und 55 (relative Werte) haben die lange Zeit gültigen Energiestandards KfW 60 und 40 (absolute Werte) abgelöst. Ist das sinnvoll? A)Ja, denn mit der nächsten EnEV-Verschärfung wäre KfW 60 sowieso nicht mehr erlaubt. B)Nein, denn die relativen Werte führen mit der nächsten EnEV-Verschärfung zu völliger Verwirrung. ISOCELL Zellulosedämmung bietet beste Schalldämmwerte durch die fugenlose Hohlraumdämmung und den hohen Strömungswiderstand. Fordern Sie die neuen Schallprüfungen von Passivhauswänden an! C)Ich halte die Änderungen für völlig unverständlich und bin jetzt schon total verwirrt. Stimmen Sie ab im Internet: www.mikado-online.de www.mikado-online.de W W W. I S O C E L L . A T 13 Thema des Monats Bauphysik Schülerwohnheim Lego stand Pate Lego stand Pate für das Modulcontainerkonzept der MH Modul Holz GmbH. In Rehau baute das Unternehmen aus komplett eingerichteten Holzcontainern ein mehrgeschossiges Schülerwohnheim. 14 mikado 11.2009 Thema des Monats Bauphysik M it Lego Häuser bauen kann jeder Dreijährige: „Warum bauen wir Erwachsenen so kompliziert, wenn das Lego-Konzept doch so einfach ist?“ So oder ähnlich müssen die kreativen Köpfe der MH Modul Holz GmbH gedacht haben, als sie ihre Ideen zur modularen Systembauweise formulierten. Ihr Traum war ein System aus Raumzellen, die inklusive Innenausstattung in der Werkstatt gefertigt und auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt werden. Traumschloss für Schüler ◂◂Einfach und effektiv wie Lego: Die vier oberen Geschosse bestehen aus 56 Raummodulen, die ohne Stahl miteinander verbunden sind „Solch ein Konzept ist für ein Wohnheim mit vielen identischen Einheiten geradezu ideal“, meint Geschäftsführer Axel Wolf. Entsprechend erfreut war er, als er den Auftrag erhielt, das Schülerwohnheim Rehau zu errichten und dabei die Modulcontainerbauweise einzusetzen. Zwei Betten, zwei Schreibtische, zwei Regale, ein Schrank und eine Nasszelle mit Dusche, Waschbecken und Toilette: So sieht das Innenleben der Module aus. 56 dieser Einheiten verteilen sich in zwei Reihen mit jeweils sieben Containern über vier Geschosse. Flurbrückenkonstruktionen zwischen den Containerreihen erschließen die Ebenen. In Stützen integrierte Schächte nehmen die Haustechnikleitungen auf. Die vertikale Erschließung des Gebäudes erfolgt über zwei Treppenhäuser, die außen an den Giebelseiten angedockt sind. Im Haupttreppenhaus findet neben der Treppe noch ein Fahrstuhl Platz. Gespeist wird in der Mensa im Erdgeschoss. Auch die Küche sowie ein Büro- und Anmeldungsraum, ein Aufenthaltsraum mit angrenzender Teeküche und ein behindertengerechtes Zimmer finden in dieser Ebene Platz. Sie ist im Gegensatz zu den oberen Geschossen ein Skelettbau, wobei die Containermodule das Achsraster vorgeben. Nur der Keller ist in Stahlbetonbauweise errichtet. Alle anderen Ebenen sind – ebenso wie die Treppenhäuser inklusive Fahrstuhlschacht – komplett aus Holz gebaut. Im Erdgeschoss konventionell Das Erdgeschoss ist noch auf ganz konventionelle Weise mit 10 cm dicken Holzständern als Stützen gebaut. Die Außenfassaden auf der Nord- und der Südseite sind komplett verglast und stützen sich auf Pfosten aus Eichenholz mit Rähmund Schwellhölzern. Die westliche und die östlichen Giebelfront gründen jeweils auf einem Skelett aus 12er KVH-Ständern. Lego verbindet Eine Holzbalkendecke trennt die erste Ebene von den in Modulbauweise erstellten Stockwerken. Jedes Modul wurde im Werk als komplette Box mit vier Außenwänden, Boden und Decke gefertigt. Die vier Ecken der Module ▸▸Die Schüler speisen in der Mensa im Erdgeschoss. Das Erdgeschoss haben die Holzbauer konventionall in Holzskelettbau errichtet www.mikado-online.de 15 Thema des Monats Bauphysik ◂◂Bett und Dusche, WC und Handtuchstange, Schränke und Duschabtrennung, Schreibtisch und Türen – so vollständig kamen die Container bereits an der Baustelle an bestimmen als L-Profile ausgebildete Stützen, die unten jeweils einige Zentimeter aus dem Raum herausragen und oben um dasselbe Maß verkürzt sind. „Damit gleiten sie genauso formschlüssig ineinander wie Legosteine“, erklärt Wolf. Die zum Nachbarcontainer ausgerichteten Trennwände basieren auf 8 cm dickem Ständerwerk, das zwischen den Hölzern gedämmt ist. Auf diesem Ständerwerk sind beidseitig 18 mm Holzwerkstoffplatten montiert. Auf der Innenseite schließt eine weitere Wandebene aus 12,5 mm Gipskartonplatten an. Die zum Bad und zum im Flur eingebauten Schrank gerichteten Wände sind auf beiden Seiten lediglich mit 18 mm Gipskartonplatten bekleidet. Die zum eigentlichen Flur zeigenden Wände nutzen 12 cm dickes Ständerwerk, das auf beiden Seiten mit 18 mm Holzwerkstoffplatten und 12,5 mm Gipskartonplatten beplankt ist. Das Ständerwerk der Außenwände ist 16 cm dick und in den Zwischenräumen isoliert. Auch diese Konstruktion wurde beidseitig mit 18 mm Holzwerkstoffplatten bekleidet und innen nochmals mit 12,5 mm Gipskartonplatten beplankt. Auf der Außenseite folgt stattdessen eine Schicht aus 2 x 16 cm Lattung, die in den Zwischenräumen ebenfalls vollflächig gedämmt ist. Fassadenbahnen und eine abschließende Lage aus auf Luft gesetzter Bretterschalung komplettieren den Aufbau. Für die Schalung wählte die MH Modul Holz GmbH thermobehandelte Kiefernbretter. Die widerstandsfähig gemachten Hölzer wurden nochmals mit Dünnschichtlasur gestrichen, um Auch der Brandschutz spielt mit Aufgrund der hochwertigen Dämmung entspricht das Schülerwohnheim in puncto Wärmeschutz dem ◂◂Binnen sechs Tagen war der Baukörper komplett aufgestellt. Ein Kran hob den Aufzugschacht in den Rohbau ein ▸▸Den Abschluss des Projekts bildeten die Fassadenarbeiten und der Bau der Treppenhäuser 16 mikado 11.2009 der natürlichen Vergrauung des Holzes vorzugreifen. Für die Böden der Raummodule verwendeten die Holzbauer im Vakuumpressbett verleimte Kreuzlagenholzplatten, die von unten an die Wände gehängt werden. „Wir sind im Besitz der großen Leimgenehmigung und produzieren daher die Kreuzlagenholzplatten selbst“, betont Wolf. 20 mm Trittschalldämmung aus Holzweichfaserplatten, 10 mm Spanplatten und 20 mm Eichendielen vervollständigen den Bodenaufbau. Bei den Decken arbeiteten die Holzbauer stattdessen mit Holzbalkenkonstruktionen, die sie oben mit Holzwerkstoffplatten beplanken und unten mit Gipskartonplatten bekleideten. Entsprechend den bereits vorhandenen gedämmten Containerdecken musste das Dach des Schülerwohnheims nur noch komplettiert werden. Dazu schraubten die Zimmerer Brettschichtholzkeile auf die Container, verlegten darauf Sparrenpfetten und komplettierten den Aufbau mit 25 mm Holzwerkstoffplatten und einer letzten Schicht aus Kunststoffdachbahnen. KfW-40-Standard. Die zweischaligen Aufbauten von Boden und Decke respektive der Trennwände zwischen den Zimmern der Schüler gewähren darüber hinaus hervorragende Schallschutzwerte. Die einzelnen Module sind durch Elastomerlager voneinander entkoppelt. Beim Brandschutz profitiert das Gebäude von der in der BayBO 2008 dokumentierten Vorschrift, dass Gebäude, deren Fertigfußboden im obersten Geschoss nicht höher als 13 m oberhalb des Geländes liegt, in F60-B ausgeführt werden dürfen. Das verbaute Holz muss mit nicht brennbaren Baustoffen verkleidet werden. Wird es nicht entsprechend verkleidet, kann nach einem Brandschutzgutachten mit Kompensationsmaßnahmen derselbe Standard erreicht werden. „Wir haben uns aus optischer und wirtschaftlicher Sicht für die Kompensationsmaßnahmen entschieden“, erzählt Wolf. Das im Schülerwohnheim umgesetzte Konzept beinhaltet zwei unabhängige Fluchtwege über beide Treppenhäuser, eine Außenfassade, die ohne Hohlräume zwischen Außenwand und Holzschalung ausgeführt wurde, und einen Rettungsweg, der in zwei Richtungen geradlinig verläuft. Zudem gibt es eine flächendeckende automatische Brandmelde- und Alarmierungsanlage über Sockelsirenen. ▸▸Zwei Betten, zwei Schreibtische, zwei Regale, ein Schrank und eine Nasszelle: So sieht das Innenleben der Module aus Dank einer weiteren vom Holzbauunternehmen eingeführten Idee kann das Gebäude auf störende Heiz- Downloadtipp: Grundrisse, Schnitte und Details zu diesem Beitrag stehen für Abonnenten kostenlos zum Download bereit: www.mikadoonline.de → Downloadpaket die endgültige Dachdeckung montiert wurde, hob ein Kran die Flursäulen in den Rohbau, sodass die Böden der Flure eingezogen werden konnten. Den Abschluss des Projekts bildeten die Fassadenarbeiten und der Bau der Treppenhäuser. „Sechs Tage Bauzeit auf der Baustelle für ein viergeschossiges Gebäude – inklusive Einrichtung –, das kann sich sehen lassen“, freut sich Wolf über den Ablauf des Projekts. körper verzichten. Die Handwerker frästen stattdessen Schläuche in die in den Decken verbauten Gipsplatten ein. Sie werden je nach Außentemperatur mit Warm- oder Kaltwasser durchspült. Dadurch werden die Zimmer geheizt oder gekühlt. Das Dach wächst mit ◂◂Beim Brandschutz setzten die Holzbauer unter anderem auf zwei unabhängige Fluchtwege über beide Treppenhäuser www.mikado-online.de Klaus-Reiner klebe Thema des Monats Bett und Dusche, WC und Handtuchstange, Schränke und Duschabtrennung, Schreibtisch und Türen – so komplett wurden die Container bereits im Werk ausgestattet. „Lediglich auf die Fassade haben wir in diesem Fall verzichtet, da der Neubau nur wenige Meter von unserem Betrieb entfernt ist. Statt sie an die Module zu montieren, haben wir die Außenhaut daher auf der Baustelle fertiggestellt“, informiert der Geschäftsführer. Die Dachelemente mit provisorischer Dachabdichtung wurden bereits beim ersten Geschoss montiert und wuchsen Stockwerk für Stockwerk mit den Containern. „Damit waren wir sicher, dass das Gebäude nachts ordentlich abgedichtet war“, fügt Wolf hinzu. Binnen sechs Tagen war der Baukörper komplett aufgestellt. Bevor Christine Ryll, München ▪ Steckbrief Bauvorhaben: Neubau eines Schülerwohnheims in Rehau Bauweise: Ein Geschoss in Holzrahmenbau und vier Geschosse in modularer Holzbauweise Bauzeit: Oktober 2008 bis August 2009 Baukosten: 3 Mio. Euro Nutzfläche: 2200 m² Umbauter Raum: 8000 m³ Bauherr: Optimal Immobilien GmbH D-41366 Schwalmtal Architekt: Architekturbüro Bayreuther D-95188 Issigau www.architekt-bayreuther.de Generalunternehmer: MH Modul Holz Niederlassung Rehau D-95111 Rehau www.modulholz.de 17 Thema des Monats Bauphysik Minihaus Meister der Baulücke Um das Potenzial von Baulücken und Restflächen für Wohngebäude in den Innenstädten zu nutzen, hat ein Forschungsprojekt das Minimum Impact House entwickelt. Der erste Prototyp steht in Frankfurt und gehört zu den Gewinnern des „Effizienzhaus 2009“. 18 mikado 11.2009 ▴▴Das Minimum Impact House in Frankfurt gehört zu den Gewinnern des Wettbewerbs „Effizienzhaus 2009“ Thema des Monats Bauphysik N achhaltiges Bauen zielt auf einen schonenden Umgang mit Ressourcen für den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes ab, also bei Bau, Nutzung und Rückbau. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, der ökologische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Gegebenheiten mit in die Planung einbezieht. Diesem Thema hat sich das Frankfurter Architekturbüro „Drexler Guinand Jauslin“ gemeinsam mit der TU Darmstadt – Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen – zwei Jahre lang gewidmet, und zwar in einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Forschungsprojekt. Ziel war es, einen Prototyp für nachhaltiges Bauen in der Stadt zu entwerfen und dabei Planungsmethoden und -instrumente zu entwickeln, mit denen sich die energetische Bilanz von Wohngebäuden optimieren lässt. Herausgekommen ist das „Minimum Impact House“, auch Minihaus genannt. Das Holzgebäude hält seinen ökologischen Fußabdruck äußerst klein. ▸▸Ein mehrgeschossiger Holztafelbau macht aus 29 m² Grundfläche 155 m² Nutzfläche Interesse des Projekts lag auch darin, das Potenzial solcher innerstädtischen Nischen zu erschließen – dazu zählen Toreinfahrten und Hinterhöfe ebenso wie schmale Baulücken. Die Nachfrage nach Wohnraum in der Stadt ist groß und wird künftig noch weiter zunehmen, Baugrund aber ist knapp. Der Baulückenatlas der Stadt Frankfurt zeigt mit rund 650 solcher „Restflächen“ das Potenzial, das Bauwillige durch Minihäuser in der Stadt nutzen könnten. Baulücken mit großem Potenzial Das Minihaus steht in Frankfurt auf einem Grundstück von nur 29 m². Die Restfläche in Tortenstückform war in den 1960er-Jahren durch eine veränderte Straßenführung entstanden und blieb 40 Jahre lang unbebaut. Das www.mikado-online.de ◂▾ Große Fensterflächen nach Süden und verglaste Deckendurchbrüche lassen die Räume großzügig erscheinen Wenig Grundfläche für viel Nutzfläche Der Prototyp des Minihauses ist ein schmaler, viergeschossiger Holztafelbau mit massivem Sockelgeschoss und kleiner Dachterrasse. Die Planer haben sich aus Gründen der Nachhaltigkeit, wegen des geringeren Gewichts und des hohen Vorfertigungsgrads der Bauteile für die Holzbauweise entschieden. Letzteres verkürzt die Bauzeiten, verringert die Baukosten und mindert die Beeinträchtigung der Anwohner. Außerdem sind vorgefertigte Holztafel-Elemente in engen Baulücken und bei schwieriger Erschließung einfacher zu handhaben. Die 29 m² Baugrund wurden auf ansehnliche 155 m² Nutzfläche vervielfacht. Ob zum Wohnen oder Arbeiten – alle Räume sind so konzipiert, dass sie sich unterschiedlichen Nutzerbedürfnissen flexibel anpassen können. Aufgrund der geringen 19 Thema des Monats Bauphysik Grundriss 3. OG 4. OG: Schlafen/Gast (Dachterrasse) Grundriss 4. OG Grundriss 2. OG 3. OG: Wohnen und Schlafen Grundriss 3. OG 2. OG: Küche und Essen ca. 10,15 m ca. 5,60 m ca. 4,62 m ca. 2,15 m ca. 4,55 m Grundriss EG Grundriss 4. OG Grundriss 2. OG 1. OG: Büro Grundriss 1. OG Grundriss 3. OG EG für Laden oder Büro Grundriss EG Grundriss 4. OG 20 mikado 11.2009 Grundfläche entwickelt das Minihaus seine Qualitäten in der Vertikalen. Verglaste Decken- und Wanddurchbrüche schaffen vielfältige Blickbeziehungen zwischen den Geschossen und lassen die Räume großzügig erscheinen. Die Gebäudehülle besteht aus 33,50 cm dicken Holztafelbauwänden und Fenstern aus Dreifach-Wärmeschutzverglasung mit Argonfüllung (U-Wert: 0,5 W/(m²K)). Die 25 cm dick ausgedämmten Holzrähme erhielten raumseitig eine doppelte Beplankung aus Gipsfaserplatten (2 x 1,25 cm) und auf der Außenseite eine 6 cm dicke Weichfaserplatte mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade. So erreichen sie einen U-Wert von 0,129 W/(m²K). Brandschutz für Mehrgeschosser Ein mehrgeschossiger Holzbau ist in deutschen Städten bislang ein richtungsweisendes Novum. Denn obwohl der mehrgeschossige Wohnungsbau in Holz dank neuer gesetzlicher Grundlagen seit 2004 brandschutztechnisch möglich ist, gibt es ihn nur selten. Ein Grund dafür ist wohl die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen an den konstruktiven Brandschutz in der neu eingeführten Gebäudeklasse 4 (Gebäude bis zu 13 m Höhe): Nach der Novellierung der Musterbauordnung (MBO) und in Verbindung mit der MHFHHolzR (Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile in Holzbauweise) müssen Holzbauteile durch Bekleidungen entsprechend eingekapselt werden. Beim Prototyp erfüllen die Planer die Anforderungen mit einer zweilagigen Brandschutzbekleidung in Form der schon erwähnten doppelten Beplankung aus Gipsfaserplatten sowie durch weitere Maßnahmen im Brandschutzkonzept wie funkvernetzte Brandmelder und Feuerlöscher. „In diesem Gebäude-Prototyp wurden alle derzeit verfügbaren und kostengünstigen Technologien intelligent eingesetzt“, erklärt Hans Drexler das Energiekonzept. Thema des Monats Bauphysik Drexler Guinand Jauslin Architekten GmbH ◂◂Vorgefertigte HolztafelbauElemente sind schnell montiert, brauchen kaum Baustelleneinrichtungen und Lagerflächen: alles Vorteile im innerstädtischen Bereich Die Energiebilanz des Gebäudes entspricht dem Standard eines Passivhauses. Alle Fensterflächen sind optimal auf Licht- und Wärmeeinstrahlung hin orientiert. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung schafft ein angenehmes Raumklima bei niedrigem Anordnung der Haustechnik im „Schachtprinzip“: Alle Nass- und Technikbereiche liegen übereinander Dachgarten Energieverbrauch. Zugeheizt werden kann mit einer Luftwasserwärmepumpe, die mit 100 Prozent regenerativem Ökostrom betrieben wird und die Wärme über eine konventionelle Fußbodenheizung verteilt. Zwei Sonnenkollektoren decken den Warmwasserbedarf. Energieoptimiert Für die Haustechnik wurde im Minihaus ein einfaches Schachtprinzip umgesetzt. Die Vertikalität des Gebäudes bietet sich an, um alle Nassund Technikbereiche übereinander an einem durchgehenden Schacht anzuordnen, an dessen unterem Ende die Heizungs- und Lüftungszentrale liegt. Badezimmer Küche Badezimmer www.mikado-online.de Das Minihaus erhielt bereits mehrere Auszeichnungen. Beim Architekturpreis „Vorbildliche Bauten im Land Hessen 2008“ und beim „Hessischen Holzbaupreis 2008“ erhielt es jeweils eine Anerkennung. Im Wettbewerb „Effizienzhaus 2009“, den das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und die Deutsche Energie-Agentur (dena) ausgelobt hat, wurde es als einer von 18 Siegern prämiert. Nun geht der Prototyp in die zweite Phase: Das nächste Minihaus wird bereits geplant. Und wieder ist es eine unansehnliche Baulücke, die aufgewertet werden soll. Dipl.-Ing. (FH) Susanne Jacob-Freitag, Anbau verhilft zu sehr günstigem A/V-Verhältnis Ein energieeffizientes Gebäude sollte möglichst kompakt gebaut sein und ein günstiges Verhältnis von Hüllfläche zu Volumen (A/V-Verhältnis) aufweisen. Zwar hat der schmale, hohe Baukörper des Minihauses eine vergleichsweise große Hüllfläche, die jedoch durch den Anbau an das Bestandsgebäude wieder erheblich reduziert wird. Fassade als Aushängeschild Die Fassade des Minihauses sollte Ausdruck sein für das nachhaltige Bauen und den Einsatz von Holz im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Eine Holzfassade aus Vollholz oder Mehrschichtplatten lag daher zunächst nahe, wurde dann aber wieder verworfen, da die natürliche Vergrauung des Holzes an zentraler Stelle im Innstadtbereich als nicht werbewirksam erkannt wurde. Für den Prototypen sollte eine Konstruktion gewählt werden, deren optische Eigenschaften sich auch auf lange Sicht nicht verändern. Die Planer entschieden sich deshalb für eine Phenolharzplatte mit Holzfurnier, versiegelt mit einer UV-beständigen Beschichtung. Das Holz darunter soll auf Dauer konserviert bleiben. Gästezimmer Prototyp hat überzeugt Karlsruhe ▪ Weitere Infos gibt es im Netz unter www.dgj.ch/press/dgj071. Steckbrief Bauvorhaben: Minimum Impact House in Frankfurt-Sachsenhausen Bauweise: Holztafelbau Energiestandard: Passivhaus Bauzeit: Mai 2007 bis April 2008 Baukosten: 300 000 Euro (inkl. MwSt. + Ausbau) Nutzfläche: 155 m² Umbauter Raum: 660 m³ Bauherr: Hans Drexler ı D-60594 Frankfurt Planer/Architekt/Haustechnik/ Bauleitung: Drexler Guinand Jauslin Architekten GmbH D-60594 Frankfurt a.M. www.dgj.eu Wissenschaftliche Begleitung: Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen TU Darmstadt Prof. Manfred Hegger D-64287 Darmstadt Statik: Wameling Ingenieure GmbH D-63073 Offenbach Holzbauer: Fachwerk ı Patrick Ungermann D-63589 Linsengericht 21 Thema des Monats Bauphysik Software Vom CAD zum Energieausweis Weil Programme für Holzbau-Konstruktionen und für EnEV-Berechnungen von verschiedenen Herstellern stammen, waren sie bisher nicht kompatibel. Seit Kurzem gibt es eine Schnittstelle, die die Datenübergabe erlaubt. 22 mikado 11.2009 ▴▴Das mit CAD konstruierte Gebäude lässt sich nun auch bauphysikalisch berechnen Thema des Monats Bauphysik M it dem Inkrafttreten der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) haben sich nicht nur die Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz deutlich verschärft, sondern auch die Berechnungsverfahren geändert. Betroffen sind nicht nur Neubauten, sondern auch Bestandsgebäude bei Veränderung, Ausbau und Erweiterung – sowohl im Wohn- als auch im Nicht-Wohnbau. Mit Bleistift und Taschenrechner sind die Berechnungen nicht mehr bewältigbar. Deshalb gibt es auf dem Markt schon zahlreiche Softwareprogramme. Die setzen allerdings vollständige Informationen zur thermischen Hülle voraus: den U-Wert für Wände, Decken und Dachflächen, die Neigung und die Ausrichtung, außerdem die Position und Größe von Fenstern und Türen. In einem weiteren Schritt schreibt das Berechnungsverfahren vor, die Hüllfläche wieder zu zerlegen: in Bereiche, die durch die dahinter stattfindende Nutzung definiert sind. Denn unterschiedliche Nutzungen besitzen auch einen unterschiedlichen Heizwärmebedarf. Nun bestehen Wände natürlich so gut wie nie aus einem einzigen Material, sondern aus einer Folge von Schichten unterschiedlicher Materialien. Deshalb ist die Berechnung des U-Werts meist aufwendig. Besonders beim Holzrahmenbau, wo innerhalb einer Schicht verschiedene Materialien nebeneinander liegen: Holzprofile und Wärmedämmung. Früher gab es dafür eigene Berechnungsmethoden, die den UWert grob aus den Einzelwerten im Gefach und im Bereich des Holzquerschnittes ermittelten. Die sind nicht mehr zulässig. Die DIN EN ISO 6946 schreibt nun ein kompliziertes Berechnungsverfahren vor, das nur noch mit einer entsprechenden Software wirtschaftlich durchführbar ist. Das Problem war bisher, dass die Daten der CAD-Programme nicht für die EnEV-Berechnungen nutzbar waren. Das ändert sich jetzt aber. Als erster Softwarehersteller brachte Dietrich‘s im Jahr 2009 eine auf den Holzbau zugeschnittene Lösung auf den Markt. www.mikado-online.de ▸▸Um den U-Wert eines Bauteils berechnen zu können, muss dessen Aufbau genau definiert sein ▸▸In einer Datenbank sind alle gängigen Baustoffe mit ihrem U-Wert eingepflegt ▸▸Ändert sich der Wandaufbau, passen sich die Glaserdiagramme automatisch an 23 Thema des Monats Bauphysik ◂◂Das CAD-Programm errechnet die thermische Hülle. Ein externes Programm errechnet daraus die Energiebilanz CAD-Software errechnet die U-Werte Das Programm errechnet die U-Werte der einzelnen Bauteile bei der Definition von Wand-, Dach- und Deckenaufbauten automatisch. Jede Schicht erhält über eine „Lagenidentnummer“ Materialeigenschaften zugewiesen. Ein Pulldown-Menü bietet alle gängigen Baustoffe zur Auswahl an. Die sind mit einer integrierten Datenbank mit bauphysikalischen Kennwerten verknüpft. Jedes Bauteil ist in bis zu vier Schichtbereiche unterteilbar, für die die Materialien und ihr prozentualer Anteil an der Gesamtfläche eingegeben wird. Der U-Wert und das Glaserdiagramm errechnen sich nach dem vorgeschriebenen Verfahren. Bei späteren Veränderungen von Anteil, Material und Schichtdicke passt das Programm das Ergebnis automatisch an. So kann ein Planer zwischen der Konstruktion und den energetischen Eigenschaften seiner Bauteile hin und her springen, sie überprüfen, verbessern und dokumentieren. Für die energetischen Berechnungen sind außerdem die genaue Himmelsrichtung der Wände und die Neigung der Dachflächen relevant, da die EnEV auch die passiven Solargewinne berücksichtigt. Wenn das 24 CAD-Modell erstellt ist, braucht das Programm nur noch eine Himmelsrichtung als Winkelangabe und errechnet alles andere selbstständig. Am Ende überprüft die CADSoftware sämtliche Bauteile, ob ihr Aufbau korrekt ist. Dann ermittelt sie die Systemgrenzen der Zonen nach DIN ISO 13789, zerlegt die Bauteile in entsprechende Flächen und vereint sie zu einer thermischen Hüllfläche. Besonders im Nicht-Wohnbau treten oft komplexe Situationen auf, die die Software aber auf der Grundlage des Gebäudemodells analysiert und löst. Sie stellt die ermittelten Grenzen und Flächen zur Kontrolle grafisch dar und ermöglicht, sie separat ein- und auszublenden. Am Ende übergibt sie die Daten an die Berechnungsprogramme für Energiebilanzen. Momentan funktioniert das allerdings noch ausschließlich mit der Software „EnEV-Pro 2009“ des Herstellers Visionworld. Weitere Schnittstellen zu anderen Programmen sind aber in Arbeit und stellen wohl schon in wenigen Jahren eine Selbstverständlichkeit dar. Dipl.-Ing. (FH) Markus Brunn, Neubiberg / gh ▪ EnEV-Software braucht zonierte Hüllfläche Zusätzlich zum Schichtaufbau und zur Ausrichtung will die EnEV für jedes Bauteil die genaue Funktion wissen: Dach, Wand, Decke, Abseitenwand, Kellerwand und Sohle. Bei Wohngebäuden unterscheidet die EnEV nur zwischen beheizten und unbeheizten Räumen. Bei NichtWohngebäuden gibt es eine feinere Unterscheidung: nach Raumnutzung, Raumtemperatur und der technischen Ausrüstung mit Beleuchtung, Lüftung und Kühlung. Der Aufwand für die Erfassung und Berechnung von Nicht-Wohngebäuden kann deshalb gegenüber Wohngebäuden ein Vielfaches betragen. Ist die thermische Hüllfläche in einzelne Zonen zerlegt, wird sie als idealisierte, unendlich dünne Schicht auf die Außenseite des Gebäudes projiziert. In diesem Arbeitsschritt liegen normalerweise der größte Arbeitsaufwand und die größte Fehlerquelle. Die Software nimmt dem Planer auf relativ simple Art und Weise einen Großteil der Arbeit ab. mikado 11.2009 Steckbrief Softwareprodukte: Dietrich’s 3D-CAD/CAM Version 8.xx Visionworld EnEV-Pro 2009 Systemvoraussetzungen: Betriebssysteme: Windows 2000/XP/Vista Arbeitsspeicher: 512 MB (mindestens) 2 GB (empfehlenswert) Grafikkarte: 64 MB (mindestens) 128 MB (empfehlenswert) Bildschirm: 17 Zoll / 1024 x 768 Bildpunkte (mindestens) 24 Zoll / 1680 x 1050 Bildpunkte (empfehlenswert) Hersteller: Dietrich’s AG D-85573 Neubiberg http://enev.dietrichs.com Visionworld GmbH D-20354 Hamburg www.enev.net Kurt Pock Ingenieurholzbau ▴▴Ansicht der Fachwerkträgerkonstruktion, des sog. „Rückgrats“ Industriebau Halle mit starker Mitte Der Hallenanbau der Pabst Holzindustrie im österreichischen Zeltweg zeigt, dass der moderne Ingenieurholzbau ganz mühelos mit großen Lasten umgehen kann. Man muss nur die richtige Konstruktion finden. A m Westrand von Zeltweg liegt neben dem Holzinnovationszentrum (HIZ) des Holzcluster Steiermark der Produktionsstandort der Pabst Holzindustrie. Hier wird seit mehr als 60 Jahren heimisches Rundholz zu hochwertigen Produkten verarbeitet. Auch die Fertigung und der Abbund von BS-Holz-Trägern jeglicher Ausformung finden hier statt. Um künftig auch großformatige Sonderformen wie Satteldach-, Fischbauch- oder S-Träger bis zu 36 m Länge, 2,6 m Bauteilhöhe und 4 m Stichhöhe herstellen und bearbeiten zu können, hat Pabst im Frühjahr 2009 mit der Erweiterung einer der bestehenden Hallen begonnen. Die dafür verwendeten BS-HolzQuerschnitte stammen aus eigener Produktion. Starkes Rückgrat: Alles hängt an der Mittelachse Die Gebäudemaße des Hallenanbaus betragen 70 m in der Länge und etwa 52 m in der Breite. Die Traufhöhe liegt bei ungefähr 11 m. Das Dachtragwerk bilden Fachwerk- und Fischbauchträger aus BS-Holz, die auf eingespannten Stahlbetonstützen liegen. Kernstück der neuen Halle ist das Rückgrat, bestehend aus einer etwa 5,5 m hohen Fachwerkträgerkonstruktion in der Mittelachse. Sie spannt mit 20 m, 30 m und wiederum 20 m über drei Felder. Eine besondere Herausforderung lag in der Ausführung der Tragkonstruktion des mittleren Feldes, da sie extrem hohe Lasten aufzunehmen hat, aber stützenfrei sein sollte. Hier kommen von beiden Seiten Wolf Systembau Zeichnung der Fachwerkträgerkonstruktion www.mikado-online.de 25 Kurt Pock Ingenieurholzbau im Abstand von 5 m die Fischbauchträger der Dachkonstruktion mit einer Spannweite von 25,50 m an, und gleichzeitig muss das Tragwerk die beidseitig angeschlossene Kranbahn für je zwei Kräne mit einer maximalen Hubkraft von 8 t aufnehmen. Fachwerkkonstruktion ermöglicht geschickte Lastverteilung Die Tragwerksplaner fanden für diese knifflige Aufgabe folgende Gesamtlösung: getrennte Anordnung der Fachwerk- und Kranbahnträger in den Endfeldern zur unabhängigen Einleitung von Dach- und Kranbahnlasten in die Stützen sowie ein doppeltes Fachwerk im mittleren Feld zur Aufnahme der Gesamtlasten aus Dach und Kranbahn. Im Detail heißt das: Fachwerkträger mit Stahlzugdiagonalen überspannen die Endfelder. Parallel daneben sind auf beiden Seiten Vollwandträger (b/h = 24 x 150 cm) angeordnet, die über Stahlprofile an die End- und Mittelstützen anschließen und die Kranbahn tragen. Die Lasten daraus werden direkt und unabhängig vom Fachwerkträger in die Stützen eingeleitet, während die Fachwerke selbst lediglich die Dachlasten aus diesem Bereich aufzunehmen haben. Da die Kranbahn im mittleren Feld direkt an den Fachwerkpfosten anschließt und entsprechend große Lasten in die Konstruktion einträgt, kamen die Tragwerksplaner auf die Idee, anstelle eines einzelnen, sehr groß dimensionierten Fachwerkes eine geteilte Fachwerkkonstruktion ▴▴Die neue Produktionshalle von Pabst am Standort Zeltweg zeigt sich sehr schlicht. Innen wartet sie mit optimalen Bedingungen zur Herstellung von Sonderträgern aus BSHolz auf zu wählen und sie auf Abstand zu stellen. Das hat neben der einfacheren Herstellung und Montage vor allem den Vorteil, dass die Momente, die aus der exzentrischen Anordnung der Kranbahnen neben den Fachwerken entstehen, besser aufgenommen werden können. Das doppelte Fachwerk mit Stahlzugdiagonalen nimmt Auflagerkräfte aus den Dach- und Kranlasten von bis zu 5670 kN auf. Damit dürfte das Lastniveau dieses Fachwerkes höher liegen als bei einem vergleichbaren Straßenbrückenträger. Planung und Abbund genau aufeinander abgestimmt Wolf Systembau Hallenquerschnitt 26 mikado 11.2009 Der Abbund der in den Fachwerkknoten anzuschließenden Bauteilenden stellte für das ausführende Holzbauunternehmen Wolf Systembau im österreichischen Scharnstein eine echte Herausforderung dar. Die Planer nahmen deshalb bei der Knotenausbildung auch Rücksicht auf die vorhandenen Abbundmöglichkeiten, weshalb es ausschließlich zweischnittige Verbindungen gibt. Eine Aufgabe für sich bestand in der Ausformung der zwei zentralen Stahlbetonpfeiler: Sie müssen Auflager sowohl für die Einzelfachwerke und Vollwandträger aus den Endfeldern sein, als auch für das doppelte Fachwerk des Mittelfeldes und Ingenieurholzbau Letzteres gleichzeitig als Gabellager stabilisieren. Die Stützen reichen daher bis in die Höhe der Fachwerkobergurte, sind aber ab Höhe der Fachwerkuntergurte um Vieles dünner. Die Stahlbeton-„Stifte“ sichern das Doppelfachwerk gegen Kippen. Gebrauchstauglichkeit: Verformung streng begrenzt Maßgebend für die Dimensionierung der Fachwerkkonstruktion war der Gebrauchstauglichkeitsnachweis. Er sieht bei solchen Tragwerken eine strenge Begrenzung der Verformungen vor, um die bei Portalkränen geforderte hohe Genauigkeit zu erfüllen. Deshalb durfte die maximale Verformung in vertikaler Richtung l/600 und in horizontaler Richtung 5 mm nicht überschreiten. Daraus ergaben sich für das Doppelfachwerk folgende Querschnitte: Ober- und Untergurte sind jeweils 80 cm hoch, oben 32 cm und unten 40 cm breit (BS16/1). Die Ober- und Untergurte der Endfeld-Fachwerke weisen mit b/h von 40 cm x 36 cm im Vergleich dazu nur etwa den halben Querschnitt auf. Die Dimensionierung der Zugdiagonalen (Zugstabsystem aus Stahlqualität S460) erfolgte abgestuft von 76 mm außen über 60 mm bis hin zu 36 mm in der Mitte. Kurt Pock ▸▸Die drei Träger aus den kurzen Feldern schließen an speziell ausgeformte Stahlbetonmittelpfeiler mit zwei seitlich aufgebrachten Stahlauflagerteilen an Kurt Pock ▸▸Gleichzeitig bilden die Pfeiler die Auflager für das doppelte Fachwerk des Mittelfeldes Längsverband www.mikado-online.de ▸▸Blick in die Halle: Die Kräne stehen bereit für die Produktion der Sonderträger Kurt Pock Kurt Pock Längsverband im Dach parallel neben dem Doppelfachwerk nimmt Brems- und Abtriebskräfte aus der Kranbahn auf 27 Ingenieurholzbau Skizze Kurt Pock Detailskizze des Anschlusses Fischbauchträger an ein 20-m-Fachwerk: Die über die verlängerten Stahlschenkel aufgelegten Dachträger sind Einfeldträger. Sie dürfen daher auf dem Fachwerkobergurt nur unverbunden gestoßen werden Kurt Pock ◂◂Ausgeführter Anschluss Fischbauträger an 20-m-Fachwerk Kurt Pock ◂◂Der Anschluss der Dachträger an das doppelte Fachwerk wird analog zu dem an das einfache Fachwerk hergestellt Kurt Pock ◂◂Die Gebäudemaße des Hallenanbaus betragen 70 m in der Länge und etwa 52 m in der Breite. Die Traufhöhe liegt bei ungefähr 11 m 28 mikado 11.2009 Zentrische Lasteinleitung für einfachere Anschlüsse Das Hauptaugenmerk bei der Auflagerung der 16 und 18 cm dicken Fischbauchträger legten die Konstrukteure auf die zentrische Einleitung der Kräfte aus den Dachlasten in die Fachwerkobergurte. Dafür wurde ein spezielles, einer Z-Form ähnliches Stahlanschlussteil mit eingeschlitztem Blech entwickelt. Der obere Schenkel, ein aus Stahlplatten verschweißter „Kastenquerschnitt“, fungiert dabei als eine biegesteife Verlängerung des Dachträgers, über den er auf dem Fachwerkobergurt lose aufgelegt wurde (gelenkiger Anschluss am Ende des Einfeldträgers). Im unteren Bereich liegen die Träger auf einer Pressplatte auf Stahlwinkeln auf. Den Anschluss übernehmen eingeschlitzte Stahlbleche und Stabdübel. Auf diese Weise entsteht ein biegesteifer Anschluss zur Aufnahme des Versatzmoments: Es ergibt sich aus der versetzten Einleitung der resultierenden Auflagerkraft des Trägers in der Mitte der unteren Pressplatte zur Systemachse des Fachwerkbinders. Als Verbindungsmittel kamen selbstschneidende Stabdübel SFS WS-T 7/173 zum Einsatz. Die Verbindungen sorgen für eine optimale Kombination aus Kraft- und Formschluss, was bei dieser Halle ganz Ingenieurholzbau besonders wichtig war. Nach demselben Prinzip schließen die Fischbauchträger auch an die Doppelfachwerke an. Die Knotenverbindungen erforderten 17,9 Tonnen meist verdeckt liegende Stahlanschlüsse und 1,3 Tonnen Stabdübel. Aussteifungsverbände für Kranlasten Die Stabilisierung der Halle übernehmen drei Querverbände und ein Längsverband entlang des 30 m langen Mittelfeldes. Der Längsverband hat vor allem die Aufgabe, Bremskräfte aufzunehmen bzw. Abtriebskräfte abzufangen, die aus der einseitigen Kranlast auf das mächtige Doppelfachwerk wirken. Zu guter Letzt bildet perforiertes Trapezblech mit Schallschluckstreifen www.mikado-online.de die Dacheindeckung, gefolgt von 20 cm Wärmedämmung und einer PVC-Dachfolie. Ein 3 m breiter Lichtfirst bringt neben der künstlichen Beleuchtung auch Tageslicht in die Halle. Hohe Lasten sind für den Ingenieurholzbau kein Problem Der Hallenanbau wirkt trotz seines zentralen „Rückgrats“ klar strukturiert und wohlproportioniert. Der Hallenanbau der Firma Pabst Holzindustrie im österreichischen Zeltweg dient damit als gutes Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten von Ingenieurholzkonstruktionen selbst bei sehr hohen Lasten. Auch wirtschaftlich hatte der Holzbau bei dieser Industriehalle alle Vorteile auf seiner Seite. Dipl.-Ing. (FH) Susanne Jacob-Freitag, Steckbrief Bauvorhaben: Hallenanbau der Pabst Holzindustrie in A-Zeltweg Bauzeit: März bis Juni 2009 Baukosten: 1,4 Mio. Euro Nutzfläche: 3834 m² Umbauter Raum: 44 090 m³ Bauherr: Johann Pabst Holzindustrie GmbH ı A-8740 Zeltweg www.pabst-holz.com Tragwerksplaner (Fachwerke und Stahlbetonstützen): Dipl.-Ing. Kurt Pock und Dipl.-Ing. Gerolf Urban A-9800 Spittal a.d. Drau www.holz-tragwerk.at Planer und Holzbauer: Wolf Systembau Gesellschaft m.b.H. ı A-4644 Scharnstein www.wolfsystem.at Karlsruhe ▪ 29 Wolfram Janzer Sanierung und Ausbau ▴▴Aus dem alten Güterschuppen am Bahnhof in Meckenbeuren ist ein schmuckes Veranstaltungszentrum geworden Umbau Neu inszeniert 30 Jahre lang war der ehemalige Güterschuppen am Bahnhof von Meckenbeuren ungenutzt. Heute ist er völlig neu inszeniert und zu einem Schmuckstück der Gemeinde geworden. D as alte Zeug will doch keiner mehr. Abreißen sollte man das Teil. Etwas Neues wäre doch viel günstiger. Geldverschwendung.“ So oder ähnlich hörten sich die Stimmen an, die die Handwerker der Zimmerei Hartmann vernahmen, als sie einen maroden Anbau an einem alten Güterschuppen am Bahnhof Meckenbeuren zurückbauten. Der Güterschuppen selbst sollte erhalten und zu einem Kulturschuppen umgebaut werden. 30 Jahre lang war das 1877 gezimmerte Bauwerk nicht mehr genutzt worden. 30 Jahre, in denen es statt Gütern höchstens Mäusen als 30 Unterschlupf diente. „Und ab und zu ein paar Obdachlosen, deren Nachlass – Bierflaschen und alte Schlafsäcke – später unterhalb des Bretterbodens gefunden werden sollte“, schmunzelt Zimmermeister Christof Hartmann, Geschäftsführer des Holzbaubetriebs Christof Hartmann. In diesen 30 Jahren war der einst in qualitativ hochwertiger traditioneller Handwerkskunst errichtete Schuppen zu einer nutzlosen Immobilie geworden. Die Fassade war verwittert, das Dach an manchen Stellen leck geworden. Mehrfach war Wasser eingedrungen und hatte das Gebälk durchfeuchtet. mikado 11.2009 Und dennoch hatte nichts die bodenständige Würde des historischen Gebäudes zerstören können. Entscheidungsphase: Zehn Jahre Die Gemeinde Meckenbeuren erwarb vor rund zehn Jahren die Bahngebäude am Bahnhofsquartier und nahm den Güterschuppen in das Sanierungsprogramm mit auf. Doch die Frage, was mit dem historischen Bauwerk passieren sollte, konnte damals noch keiner beantworten. Eine ganze Dekade lang diskutierten Gemeinderäte und Bevölkerung über Sanierung und Ausbau www.mikado-online.de Stahlträger verstärken die Konstruktion Wolfram Janzer aufwies. Damit musste die ursprüngliche Idee, nur die Holzkonstruktion zu verstärken, ad acta gelegt werden. Und schließlich musste auch noch das im letzten Jahrhundert mit asbestbelasteten Eternitplatten gedeckte Dach zurückgebaut werden. ▴▴Die alten Toröffnungen durften bleiben. Die Handwerker arbeiteten die originalen Tore auf Lediglich die innere Schalung durfte bleiben. Auf dieser Basis bauten die Zimmerer die Dachdeckung wieder auf. Sie zogen Dampfbremsfolie ein, verlegten im Anschluss 6/25 cm dicke Holzbohlen und dämmten die Zwischenräume mit 240 mm dicken Mineralfasermatten. Eine Unterspannbahn schützt den neuen Aufbau vor Feuchtigkeit. Lattung und Konterlattung dienen als Unterkonstruktion für die abschließende Deckung aus anthrazitfarbenen Rechteckschindeln. Statt der ursprünglichen Holzkonstruktion des Bodens erhielt das Gebäude eine neue Ziegelbalkendecke. Der neue Bodenaufbau mit Dämmung und eingefärbtem Estrich konnte auf dieser neuen Konstruktion aufgebaut werden. Der darunter liegende 80 cm hohe Hohlraum nimmt alle Installationen auf. Den maroden Anbau ersetzt inzwischen ein neuer Trakt in Massivbauweise mit hinterlüfteter Holzverschalung. „Und mit jedem neuen Arbeitsschritt, sprich bei jeder neuen Visite des technischen Ausschusses, wurden die Kontrolleure immer zuversichtlicher“, lächelt Hartmann. Als dann auch noch die Außenwände statisch und dämmtechnisch ertüchtigt Grundriss A Hinterbühne Bühne Jauss und Gaupp, Friedrichshafen den Sinn, die Zukunft und die Finanzierung einer Umgestaltung. Während es die Gegner einer Sanierung allerdings bei Worten beließen, gründeten einige Befürworter kurzerhand einen Förderverein. Mit Spendengeldern kauften sie einen Güterwaggon und stellten ihn vor den Schuppen, um ihn als Bistro zu nutzen. Gleichzeitig schlugen sie vor, den historischen Baukörper als Veranstaltungshalle zu nutzen, und setzten es durch, dass das auskragende Dach mit Glas verlängert wurde, sodass zwischen Waggon und Güterschuppen ein Foyer entstand. Im unrenovierten, ungedämmten und ungeheizten Schuppen feierte derweil Kleinkunst Erfolge. Die Ansturm auf die provisorische Veranstaltungshalle war überwältigend, so sehr, dass immer mehr Personen von einer Renovierung überzeugt werden konnten. Mit dem Architekturbüro Jauss & Gaupp Architekten BDA fanden die Befürworter der Sanierung zudem einen Planer, der Erfahrung mit historischen Bauten hat. Mit der Zimmerei Christof Hartmann fanden sie einen Betrieb, der alte Handwerkskunst schätzt und Mittel und Wege fand, um sie zu erhalten. Zum Glück waren die Tragkonstruktion des Schuppens ebenso wie die Fassaden in einem guten Zustand. Ausnahmen bildeten lediglich die Stellen, an denen Wasser eingedrungen war. Hier mussten die Zimmerer verrottete Hölzer ausbauen und die Konstruktion ergänzen beziehungsweise erneuern. Ein Anbau hingegen war in einem so desolaten Zustand, dass er abgerissen werden musste. „Warum nicht den Rest auch?“, bäumten sich da nicht wenige Gegner noch einmal gegen die Renovierungsmaßnahme auf. „Zu diesem Zeitpunkt war der vom Gemeinderat bestimmte technische Ausschuss, der die Baumaßnahmen alle vier Wochen begutachtete, noch mit kritischen Stimmen versehen“, erinnert sich Hartmann. Die wurden auch nicht leiser, als die Bauarbeiter feststellten, dass das mit Holzdielen beplankte Holzgebälk des rund 80 cm oberhalb des Geländeniveaus angeordneten Fußbodens Pilzbefall Foyer Bistro A 31 Sanierung und Ausbau worden waren, hellten sich ihre Mienen gänzlich auf. „Wir haben die Holzkonstruktion durch den Statiker neu berechnen lassen. Dabei haben wir festgestellt, dass sich die alten Bohlen kaum verformt hatten – und das, obwohl sie 120 Jahre lang direkt an einem viel befahrenen Eisenbahngleis gestanden hatten“, lobt Tobias Gaupp, Geschäftsführer von Jauss & Gaupp Architekten, die Qualität der ursprünglichen Konstruktion. Aufgrund der höheren heutigen Sicherheitsansprüche ließ er trotzdem zusätzliche Stahlträger einziehen, die die gesamte Konstruktion aussteifen. „Sie verschwinden aber im Fassadenaufbau und sind komplett unsichtbar“, versichert Hartmann. Von innen sichtbar geblieben sind hingegen 32 ▴ Zum Glück war nur an wenigen Stellen Wasser in die Konstruktion eingedrungen ▸▸Am Dach bauten die Zimmerer auf der bestehenden inneren Schalung die Dachdeckung wieder auf ▾▾Die alten Bohlen hatten sich kaum verformt, obwohl sie 120 Jahre lang an einem stark befahrenen Eisenbahngleis gestanden hatten ▸▸Die alten asbestbelasteten Eternitplatten wurden ausrangiert mikado 11.2009 die alte Holzfachwerkkonstruktion sowie die alte Holzverschalung. Die historischen Bauteile wurden mit einer Holzlasur behandelt, die die unterschiedlichen Farbtöne egalisiert, und darüber hinaus mit einem Brandschutzanstrich versehen. Der restliche Aufbau der Fassade ist neu: Dampfbremsfolie, 16 cm starkes Konstruktionsvollholz, dessen Zwischenräume mit 16 cm dicken Mineralfasermatten gedämmt wurden, Winddichtbahn als Hintergrund für die Außenhaut und schließlich 6 cm breite Schalung aus sibirischem Lärchenholz. Alt und unbezahlbar „Angesichts dieser behutsamen Sanierung konnte der Raumeindruck des historischen Gebäudes durch eine neue Lichtkonzeption und zusätzliche Bauteile in einer modernen Architektursprache enorm verbessert werden“, betont der Architekt. Der neu inszenierte Schuppen mit dem Namen „Kultur am Gleis 1“ bietet ein ideales Ambiente für kulturelle Veranstaltungen aller Art. Das Repertoire reicht von Ausstellungen über Versammlungen bis hin zu Tanzveranstaltungen. Eine fest eingebaute Bühne und Regieebenen machen es möglich, dass auch Musikgruppen und Künstler in den Räumen auftreten können. Der neue Anbau dient als Hinterbühne und Umkleide – und schützt den Saal darüber hinaus vor dem Lärm der vorbeifahrenden Züge. Im neuen Kellergeschoss unter dem Anbau ist Platz für die Künstlergarderoben. Auch Sanierung und Ausbau ◂◂Das neue Dach trägt eine Deckung aus anthrazitfarbenen Rechteckschindeln ▸▸Der „Kultur am Gleis 1“ steht nichts mehr im Wege. Auch der Waggon des Fördervereins hat seinen Platz gefunden moderne Sanitäranlagen wurden im Zuge der Sanierung eingebaut, Rauchabzugsöffnungen in Form von Lichtschächten in die Dachfläche integriert und die Haustechnik erneuert. Vor der neuen Revisionsöffnung der Technikzentrale hängen die alten, aufgearbeiteten Fenster als zu öffnende Verkleidung. Erschlossen wird der Kulturschuppen mit seinen 220 Sitzplätzen direkt über den Bahnsteig. Das Foyer liegt im Zwischentrakt zwischen Saal und Güterwaggon. Letzterer ist immer noch im Besitz des Fördervereins. Er wurde von den Mitgliedern in Eigenregie ausgebaut und in das Objekt integriert. Die ursprünglichen Toröffnungen des Schuppens durften ebenfalls bleiben. Die Handwerker versahen sie lediglich mit neuen Glas-Aluminium-Elementen und arbeiteten die alten Tore restauratorisch auf. Die Beschläge wurden – kurz vor dem letzten Weihnachtsfest – demontiert und zwischengelagert, um nach den Feiertagen sandgestrahlt und dann wieder eingebaut zu werden. „Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass altes Zeug doch sehr begehrt ist“, schmunzelt Hartmann. „Als wir mit den Arbeiten beginnen wollten, waren die Beschläge plötzlich nicht mehr auffindbar. Irgendjemand hatte sie mitgenommen.“ Das kann dem inzwischen in Betrieb genommenen neuen Kulturschuppen zum Glück nicht passieren. Doch dass es das Beste war, das Gebäude zu erhalten, darüber sind sich inzwischen alle einig, betont Hartmann: „Auch wenn ein Neubau das Gleiche gekostet hätte, das Flair, das wir in dem Altbau haben, hätten wir damit nicht generieren können. Und das ist einfach unbezahlbar.“ Christine Ryll, München ▪ Steckbrief Bauvorhaben: Umbau und Modernisierung eines Güterschuppens in ein Veranstaltungsgebäude, D-88074 Meckenbeuren Bauweise: Holzfachwerkgebäude mit Verschalung Bauzeit: Februar 2008 bis Februar 2009 Baukosten: 1,8 Mio. Euro Nutzfläche: 720 m² Schnitt Umbauter Raum: 4635 m³ Bauherr: Bilder dieser Doppelseite: Jauss und Gaupp, Friedrichshafen Gemeinde Meckenbeuren D-88074 Meckenbeuren Architekten: Architekturbüro Jauss und Gaupp Architekten BDA D-88046 Friedrichshafen www.architekten-jauss-gaupp.de Holzbau: Christof Hartmann D-88074 Meckenbeuren www.hartmann-holzbau.de www.mikado-online.de 33 Bücher D as Autorenduo – beide anerkannte Experten auf dem Gebiet des nachhaltigen Bauens – stellte eine Dokumentation über Einfamilienhäuser zusammen, die sowohl ökologisch als auch gestalterisch vorbildlich sind. In ihrem Buch präsentieren sie 30 Bauprojekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit professi- Manfred Hegger / Isabell Schäfer Grüne Häuser Einfamilienhäuser – nachhaltig, ökologisch, energieeffizient Callwey, München 1. Auflage ı September 2009 159 Seiten ı 29 x 22 cm 60 Euro ISBN: 978-3-7667-1809-9 D ieser Ratgeber informiert umfassend über die aktuellen gesetzlichen Regelungen und zeigt, welche Möglichkeiten existieren, den Energieverbrauch zu senken, und welche Rolle künftig erneuerbare Energien spielen. Die Bandbreite der Themen reicht von der bautechnischen Verbesserung der Energieeffizienz über Solarenergie, Holzpellets, Wärme- pumpen, Biogas und Fernwärme bis hin zu den staatlichen Förderprogrammen. Auf der CDROM befinden sich ein ExcelTool „Instandhaltungsplaner“, Musterbriefe an Mieter, Checklisten für den Einsatz alternativer Energien, ein Glossar, das Erneuerbare-Energien-WärmeGesetz (EEWärmeG) und die neue Energieeinsparverordnung (EnEV 2009). ▪ H. J. Krolkiewicz / G. Hopfensperger / H. Spöth Energiekosten für Gebäude senken mit CD-ROM Haufe, Freiburg 1. Auflage ı April 2009 342 Seiten ı 21 x 15 cm 40 Euro ISBN: 978-3-448-09352-0 D as Fachbuch behandelt allgemeinverständlich das Problem der Zerstörung von Holzkonstruktionen durch Pilze und Insekten. Es illustriert dies ausführlich mit zahlreichen bebilderten Beispielen. Ziel ist, dem Fachmann eine gründliche Kenntnis zur angemessenen Bekämpfung der biotischen Zerstörer zu vermitteln. Es ist ein Nachschlagewerk für Architek- Klaus Kempe Holzschädlinge Vermeiden. Erkennen. Bekämpfen Huss-Medien, Berlin 4., überarbeitete Auflage Mai 2009 182 Seiten ı 30 x 21 cm 50 Euro ISBN: 978-3-345-00935-8 onellen Fotos, Plänen, Texten und den wichtigsten Fakten. Es berücksichtigt dabei die für die Nachhaltigkeit eines Hauses entscheidenden Kriterien. Eine ausführliche Einleitung sowie Interviews mit Werner Sobek und Hermann Kaufmann komplettieren das Buch und machen es zu einem wichtigen Werk im ▪ Einfamilienhausbereich. ten, Bauingenieure und Zimmerer. Bei seinen Ausführungen bezieht sich der Autor auf die neue DIN 68800, deren Teil 4 in Deutschland die Bekämpfung von Pilzen und tierischen Holzschädlingen regelt. Die Empfehlungen gelten als anerkannte Regeln der Technik. Außerdem fließen die Erfahrungen seiner langjährigen gutachterlichen Praxis mit ein. ▪ Statik ist unsere Stärke Feuerwiderstand REI 30, 60 und 90 LIGNATUR Decken- und Dachelemente haben hervorragende statische Eigenschaften bei geringem Eigengewicht und minimaler Höhe. Sie wollen mehr wissen? Wir beraten Sie gerne. LIGNATUR AG CH-9104 Waldstatt www.lignatur.ch 34 mikado 11.2009 Tel. +41 (0)71 353 04 10 Fax +41 (0)71 353 04 11 [email protected] Details im Griff November 2009 Brandschutz Holzfassaden brauchen Brandschürzen Fassaden aus Holz sind bei mehrgeschossigen Gebäuden selten. Neben Problemen mit der baurechtlichen Zulässigkeit gibt es auch noch wenig praktische Erfahrungen in der brandsicheren Ausführung. Berliner Feuerwehr ◂◂Originalaufnahme der Berliner Feuerwehr: Nur neun Minuten nach Brandbeginn stand die ganze Fassade in Flammen Brandfall Am 21. April 2005 brannten in Berlin-Weißensee in einem siebengeschossigen Gebäude vier Wohnungen von der zweiten bis zur fünften Etage. Vor den Fenstern stand die komplette Fassade in Flammen. Zwei Menschen kamen ums Leben, drei wurden verletzt. Zehn Personen konnten sich über Schiebe- und Drehleitern oder mittels Fluchthauben retten. Besonders kritisch war, dass die Wohnungen teilweise nur Fenster an der Brandfassade besaßen und das Treppenhaus stark verrauchte. Es handelt sich zwar um einen Massivbau, doch aus dem Fassadenaufbau lassen sich Schlüsse zu Brandgefahren bei mehrgeschossigen Holzbauten ableiten. Neben der Oberfläche birgt vor allem auch die Hinterlüftung Gefahren. Auf einen Blick Objekt Mehrgeschossiges Gebäude mit Holzfassade Schadensbild Im Brandfall schnelles Ausbreiten des Brandes über die gesamte Fassade Schadensursache Brennbare Außenhaut und Unterkonstruktion; Hinterlüftung mit Kamineffekt Schadens­ vorbeugung Einbau von horizontal durchlaufenden Brandschürzen in jedem Geschoss www.mikado-online.de Objekt Das betroffene Wohn- und Geschäftshaus ist Teil einer Wohnanlage aus neun durch Brandwände getrennten Häusern, die 1995 bis 1996 entstanden. Die tragende Fassadenkonstruktion besteht aus Stahlbeton, allerdings abweichend von der ursprünglichen Planung aus wirtschaftlichen Gründen mit einer „verlorenen Schalung“ aus 25 mm dicken Spanplatten der Baustoffklasse B2 „normal entflammbar“ errichtet. Die Treppenraum- und Brandwände besaßen zementgebundene Holzfaserplatten. Im Rahmen von Zustimmungen im Einzelfall nach § 20 bzw. § 21 Bauordnung Berlin (BauOBln) konnte für das Gebäude – um Unebenheiten der Rohbaufassade auszugleichen – eine normal entflammbare Unterkonstruktion (Baustoffklasse B2) verwendet werden, obwohl die BauOBln hier schwer entflammbare Baustoffe (B1) forderte. Zusammen mit Brandsperren aus nicht brennbaren Mineraldämmfaserplatten, die 50 cm breit umlaufend an den Fensterpfeilen im 2. und 4. OG anzuordnen waren, stufte eine mit der Begutachtung beauftragte Materialprüfungsanstalt die Konstruktion als unbedenklich ein. Brandursache Ein Fernsehgerät implodierte in einer Wohnung im 2. Obergeschoss und setzte das Wohnzimmer in Flammen. Begünstigt durch die mangelhafte Ausbildung der Gebäudefassade konnte sich der Brand so schnell ausbreiten, dass die Feuerwehr bei ihrem Eintreffen – nur neun Minuten 35 Details im Griff November 2009 Fassadenkonstruktion des Brandschadens: Stahlbeton mit verlorener Schalung Hinterlüftete Fassade mit horizontaler Blechschürze Außenputz (Unterputz/Textilglas/Oberputz) Dämmung (Polystyrol-Hartschaum Baustoffklasse B1) vertikale Schienen (Hart-PVC Baustoffklasse B2) Halteschienen horizontal (Hart-PVC) Abstand 50 cm Spanplatte außen (verlorene Schalung) Stahlblech, kein Aluminium Dicke = 1,5 mm für freie Auskragung ≤ 160 mm Dicke = 2,0 mm für freie Auskragung > 160 mm Befestigung mit Stahlschrauben Stahlbeton Spanplatte innen (verlorene Schalung) nach der Alarmierung – bereits einen Vollbrand über fünf Geschosse der Fassade (ca. 400 m²) vorfand. Das Feuer, das mit einer Temperatur von bis zu 900 ˚C aus dem Fenster des Brandraumes schlug, konnte sich über den ungeschützten Sturz in den durch die Hart-PVC-Schienen gebildeten Luftraum ausbreiten. Dort setzte es die vorhandenen brennbaren Materialien (Spanplatte, PVCSchiene und Polystyrol-Dämmung) in Brand und verbreitete sich schnell über die gesamte Fassade. Die Konstruktion der Brandfassade ist ähnlich wie eine Holzfassade ausgebildet. Auf einer brennbaren Bekleidung – Holz oder Holzwerkstoffe – sind brennbare Leisten oder Schienen zur Hinterlüftung aufgebracht, an denen wiederum eine normal oder schwer entflammbare Außenkonstruktion befestigt ist. Ein Brand kann sich hier einmal über die brennbare Außenhaut, aber auch besonders gut und ggf. unbemerkt über die Hinterlüftung ausbreiten. Die Hinterlüftung bietet zudem eine Art „Kamineffekt“, der bei dem hier geschilderten Brand zu einem Flammeninferno führte. Obgleich derartige Fassadenkonstruktionen in Holz gemäß § 28 Musterbauordnung (MBO) von 2002 nur für Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 (max. Höhe des obersten Fußbodens ≤ 7 m) zulässig sind, gehen die Wünsche vieler Bauherren, Ar- 36 chitekten und Holzbauunternehmen dahin, derartige Konstruktionen auch bei mehrgeschossigen Häusern in Innenstädten einzusetzen. Die Gründe dafür sind vielfältig: ▸▸ Ästhetik ▸▸ Ökobilanz ▸▸ Energieeffizienz ▸▸ regionale Verfügbarkeit ▸▸ geringes Gewicht ▸▸ kurze Bauzeit Bei derartigen Baumaßnahmen, die bisher nur auf Basis von Ausnahmeregelungen und Kompensationen im Bereich der Anlagentechnik möglich sind, müssen selbstverständlich die im Baurecht verankerten Ziele des Brandschutzes gewährleistet sein. Maßnahmen zum vorbeugenden Brandschutz Bezüglich des Brandüberschlags auf andere Geschosse haben sich in Labor- und Naturbrandversuchen bei Holzbauten Brandschürzen bewährt. Bei richtigem Einbau unterbrechen sie wirksam die Hinterlüftung und damit auch die Brandausbreitung zwischen hinterer und vorderer Fassadenkonstruktion. Als vorkragende Brandsperren, die durchgängig in einer Höhe um das Gebäude laufen (Bauchbinden), verhindern sie auch die vertikale geschossübergreifende Brandausbreitung auf der Außenfläche der Fassade. Bei Holzaußenwandbekleidungen sind sie in mehrgeschossigen mikado 11.2009 Gebäuden in jedem Geschoss einzubauen. Sie können im Bereich der Geschossdecke, der Fensterbänke oder der Fensterstürze angeordnet werden. Als Material eignen sich Blech (Stahl, kein Aluminium), mineralische Produkte (z.B. zementgebundene Spanplatten) oder Holz (nicht brennbar, abgedeckt oder frei). Die vorgeschlagenen Lösungen erfüllen zwar die bauaufsichtlichen Anforderungen an Fassaden mehrgeschossiger Gebäude nicht, aufgrund der vorliegenden Brandversuche, ihrer wissenschaftlichen Auswertung und auf der Grundlage von schutzzielorientierten Brandschutzkonzepten sind Holzfassaden aber trotzdem auch in diesem Bereich genehmigungsfähig und ausführbar. Planung und Brandschutz müssen bei solchen Fassaden frühzeitig aufeinander abgestimmt werden. Idealerweise wird von Anfang an ein Fachplaner für den vorbeugenden Brandschutz in die Planung des Bauvorhabens einbezogen. Reinhard Eberl-Pacan, Architekt und Planer für vorbeugenden Brandschutz, Berlin ▪ Downloadtipp: Die Langfassung dieses Schadensfalls steht für mikado-Abonnenten kostenlos zum Download bereit: www.mikado-online.de → Arbeitshilfen Management Ihr gutes Recht Abmahnungen Spontane Kündigung ist unzulässig Verletzt ein Arbeitnehmer wiederholt seine Vertragspflicht, muss ihn der Arbeitgeber zunächst einmal abmahnen und ihm dabei klar und unmissverständlich ankündigen, dass ein neuerlicher Verstoß zur Kündigung führt. D em Inhaber einer Zimmerei mit 15 Arbeitnehmern „platzt der Kragen“. Nachdem ein langjähriger Mitarbeiter die letzten Monate schon fünfmal zu spät zur Arbeit erschienen war, ist er auch heute wieder unpünktlich. Seine Kolonne steht auf der Baustelle und muss auf ihn warten. Als er eine halbe Stunde nach Arbeitsbeginn eintrifft, kündigt ihm der Arbeitgeber wutentbrannt – und fragt anschließend bei seinem Verband an, ob die Kündigung auch wirksam ist. Ohne vorherige Abmahnung ist die Kündigung unwirksam Vor dem Kündigen muss der Arbeitgeber abmahnen Der Arbeitgeber sollte aber nicht zu viele Abmahnungen wegen gleichartiger Pflichtverletzungen aussprechen, denn das schwächt wiederum die Warnfunktion erheblich. Wenn das aber doch der Fall ist, muss er den Abmahnungstext vor dem Ausspruch einer Kündigung besonders eindringlich formulieren, um dem Arbeitnehmer klarzumachen, dass die nächste Pflichtverletzung zur Kündigung führen wird. Die Überschrift sollte deshalb „Letztmalige Abmahnung“ lauten. Die Frage, ob bei einer weiteren Vertragsverletzung dem Arbeitnehmer gekündigt werden kann oder ob noch eine weitere Abmahnung erforderlich ist, hängt letztlich aber auch von der Art, von der Schwere und den zeitlichen Abständen der Verstöße ab. Bei allen verhaltensbedingten Kündigungen gilt der arbeitsrechtliche Grundsatz: Vorher muss der Arbeitgeber grundsätzlich eine einschlägige Abmahnung als milderes Mittel aussprechen. Deren Inhalt ergibt sich aus ihren drei Funktionen: (1) Hinweisfunktion Die Abmahnung soll den Arbeitnehmer auf die Pflichtwidrigkeit seines Verhaltens hinweisen und dieses präzise beschreiben – mit Datum, Zeit und ggf. Ortsangabe. (2) Androhungsfunktion Die Abmahnung soll dem Arbeitnehmer eindringlich vor Augen führen, dass der Arbeitgeber nicht bereit ist, ein vertragswidriges Verhalten länger hinzunehmen, und dass er im Wiederholungsfall das Arbeitsverhältnis beenden wird. (3) Dokumentationsfunktion Die Abmahnung dokumentiert den Pflichtverstoß und die darauf begründete Rüge. Deshalb ist sie schriftlich zu erteilen und dann zur Personalakte zu nehmen. www.mikado-online.de „Abmahnung – Sehr geehrter Herr …, leider mussten wir feststellen, dass Sie am 20.10.2009 durch folgendes Verhalten Ihre arbeitsvertraglichen Verpflichtungen verletzt haben: Sie erschienen an diesem Tag zum wiederholten Male ohne triftigen Grund zu spät zur Arbeit, nämlich erst um 7:30 Uhr statt um 7:00 Uhr. Mit In unserem eingangs beschriebenen Fall ist die spontane Kündigung unwirksam, weil der Arbeitgeber die Unpünktlichkeit seines Arbeitnehmers vorher niemals abgemahnt hatte. „Das beanstandete Verhalten ist präzise zu beschreiben – mit Datum, Zeit und Ortsangabe.“ Auf die richtige Formulierung kommt es an Der Arbeitgeber muss also zunächst eine entsprechende Abmahnung formulieren, die bei einer Verspätung beispielsweise so lauten kann: diesem Verhalten haben Sie Ihre arbeitsvertraglichen Pflichten verletzt. Wir können das nicht weiter hinnehmen und fordern Sie hiermit auf, das beanstandete Fehlverhalten zukünftig zu unterlassen und sich vertragsgemäß zu verhalten. Wir weisen Sie darauf hin, dass Sie im Wiederholungsfall mit einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechnen müssen. Mit freundlichen Grüßen …“ Unterhalb seiner Unterschrift sollte der Arbeitgeber auch gleich eine Zeile für die Gegenzeichnung seines Arbeitnehmers mit Ort und Datum vorsehen und darüber den Satz „Das Abmahnungsschreiben vom 20.10.2009 habe ich am 22.10.2009 erhalten“ schreiben. Autor Ulf Mosenthin ist Rechtsanwalt und seit 1990 beim Verband Baugewerblicher Unternehmer Niedersachsen e.V. tätig. Er leitet dort die Abteilung „Arbeits- und Sozialrecht“. 37 Management Existenzgründung Das Marketing A-B-C james steidl, iStockphoto.com Traumhaftes Betriebsergebnis oder Schuldenberg – bei Existenzgründern liegt beides oft dicht zusammen. Für den richtigen Weg brauchen die jungen Unternehmer eine klare Orientierung, besonders im Bereich Marketing. 38 mikado 11.2009 Management J emand hat eine Idee und glaubt fest daran, sie mit einer eigenen Firma erfolgreich umsetzen zu können. Jetzt überlegt er das Für und Wider. Die Überlegungen enden leider viel zu häufig damit, Bedingungen und Verhältnisse durch die rosarote Brille zu sehen. Existenzgründer interpretieren die Fakten häufig zu positiv, ohne sie akribisch in allen Details zu hinterfragen und kritisch zu prüfen. Aufgrund mangelnder Sorgfalt enden – laut Statistik – rund 60 % aller Existenzgründungen über kurz oder lang in einer Insolvenz. Am besten diskutiert der Existenzgründer seine Idee mit möglichst vielen kompetenten Personen, einschließlich der Existenzgründungsberater in den Handwerkskammern. So lange, wie er über das Thema diskutieren kann, ohne dass konkrete Vorstellungen bestehen, kann er auch die Chancen und Schwierigkeiten offen durchdenken. Existenzgründer können nie genug kostenloses Know-how bekommen. Experten empfehlen, wenigstens ein Existenzgründungsseminar zu besuchen, um die gesamte Problematik kennenzulernen. Meine Zielgruppe, die unbekannten Wesen? ◂◂Existenzgründungsberater der Handwerkskammern haben viele Tipps auf Lager, wie Handwerker ihre Ideen erfolgreich an den Mann bringen www.mikado-online.de Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler! Jungunternehmer gehen häufig davon aus, dass der Markt ihre Idee oder ihr Angebot begeistert aufnehmen wird. Doch nur wer seine (zukünftigen) Kunden von vornherein mit in seine Überlegungen einbezieht, hat eine Chance, erfolgreich zu bestehen. Hier helfen Kundenbefragungen zu Idee und Angebot, z.B. ob der Kunde bereit ist, den Anbieter zu wechseln, wenn er das neue Produkt bzw. die neue Dienstleistung zum Preis von … Euro erwerben könnte. Um den Geschäftsansatz weiter zu verbessern, ist die Frage hilfreich, was das Angebot noch enthalten muss, damit der Kunde den Anbieter wechseln würde. Neben der konkreten Bedarfsermittlung bieten sich Fragen nach möglichen Ergänzungen an, wie z.B. 39 Management wer seine Wettbewerber kennt, kann seine eigene Wettbewerbsfähigkeit korrekt einschätzen. Strategie für die Reaktion des Wettbewerbs Wichtig ist es, die Reaktionen der Wettbewerber einzuplanen, damit sie den jungen Unternehmer nicht völlig überraschend treffen. Er sollte mögliche Reaktionen durchdenken, um sofort mit geeigneten Gegenmaßnahmen reagieren zu können. ◂◂Erfolgreiche Unternehmer sehen sich den Markt genau an, um ihr Potenzial richtig einschätzen zu können Service, Garantie, Beratung, Schnelligkeit oder Einsatzbereitschaft. Viele Kunden haben konkrete Vorstellungen, was das optimale Angebot für sie enthalten muss. Diesen Informationspool können Unternehmer dann anzapfen. Sieben wichtige Punkte Wer eine Firma gründen oder ein neues Produkt am Markt platzieren will, sollte sein Marketing sorgfältig planen und sich mit allen möglichen Szenarien auseinandersetzen. Werbebotschaft verständlich und überzeugend zu formulieren. So kann man sich eindeutig positionieren und ist nicht nur einer von vielen. Wissen um Markt und zukünftige Wettbewerber Die Kenntnis des Marktes und der Mitbewerber ist die Voraussetzung dafür, die Unterschiede zum eigenen Angebot klar und überzeugend zu entwickeln und darzustellen. Nur Attraktives Angebot Bevor überlegt und gerechnet wird, muss klar sein, ob der Markt das Produkt wünscht oder mindestens braucht. Dieses Wissen gewinnt man durch Befragung Wer fragt, erfährt schnell und direkt, ob das neue Angebot attraktiv ist und ob es Nachfrage auslöst. Kundennutzen definieren Nur wenige Existenzgründer sind in der Lage, den Vorteil, mit dem sie erfolgreich Kunden gewinnen wollen, in einem (kurzen) Satz zu formulieren. Das ist sehr wichtig, um 40 mikado 11.2009 ▾▾Jeder Unternehmer sollte die Vorteile seiner Produkte in einem kurzen Satz formulieren können Marktpotenzial einschätzen Voller Euphorie unterstellen viele Existenzgründer, dass der Markt bzw. das Marktpotenzial für das neue Angebot ausreichend groß ist. Sie arbeiten mit Hypothesen und Annahmen, die häufig nicht der Realität entsprechen. Für eine realistische Einschätzung helfen folgende Fragen: ▸▸ Wie hoch wird der Durchschnittsumsatz pro Kunde sein? ▸▸ Wie viele Kunden müssen pro Monat/pro Woche oder pro Tag bestellen bzw. kaufen? ▸▸ Wie viele Interessenten müssen pro Monat/pro Woche oder pro Tag gewonnen werden, damit die gewünschte Kundenzahl erreicht wird? (Achtung: Nicht jeder Interessent kauft oder bestellt!) ▸▸ Gibt es in dem vorgesehenen Einzugsgebiet genug mögliche Management Finanzielle Mittel für die Werbung Neue Unternehmen sind auf dem Markt nicht bekannt. Um das zu ändern, muss in der Anfangsphase überdurchschnittlich viel Geld für Werbung und PR eingesetzt werden. Kunden, die ihren Anbieter wechseln könnten? Die letzte Frage ist besonders wichtig. Da heute das Angebot größer ist als die Nachfrage, löst jeder neue Markteintritt einen Verdrängungswettbewerb aus. Wenn die Wettbewerber Kunden verlieren, werden sie nicht tatenlos zusehen. Kreative Ideen Jetzt ist Kreativität gefragt. Jeder Existenzgründer, der etwas Neues zu bieten hat, muss sich überlegen, wie er sein neues Angebot so darstellt, dass die Presse über ihn berichtet. Vor allem bei der der PR-Planung kommt es darauf an, anders als andere zu sein. Wer weiß, was ihn am Markt erwartet, kann entsprechend planen und die Bedingungen für sich optimieren. Hans-Jürgen Borchardt, E-Denia ▪ Jede Idee ist anders Zu den Themen Existenzgründung, Marketing, Werbung und PR gibt es massenweise Literatur. Die Grundaussage ist immer gleich: An einem oder mehreren Beispielen wird dargestellt, wie einfach es ist, eine Geschäftsidee erfolgreich zu realisieren. Alles wird einfach, so logisch und überzeugend beschrieben, dass bei den Lesern der Eindruck entsteht: Das kann ich auch! Doch dem ist nicht so, denn jede Geschäftsidee hat ihre eigenen Bedingungen. Hier die zwölf wichtigsten: Die Person/en Mentalität, Charakter, Denkweise, Reaktion, soziale Kompetenz, Ausdauer, Kontakt- und Überzeugungsfähigkeit sind personengebunden. Jede Person interpretiert die bestehenden Bedingungen und Möglichkeiten unterschiedlich und kommt zu anderen Ergebnissen. Die Idee Der „Erfinder“ hat zu seiner Idee eine andere Einstellung als der Nachahmer. Er ist überzeugt und setzt sie durch. Außerdem ist er in einer anderen Situation. Der Erfinder hat es einerseits schwerer, aber andererseits einen entscheidenden Vorteil, den Nachahmer nicht nutzen können: Die Medien berichten über ihn. Das ist kostenlose Werbung. Die Kenntnisse Wer eine neue Idee, ein neues Angebot realisiert, hat sich vorher sehr lange und intensiv mit dem Thema und den damit verbundenen Problemen beschäftigt. Nachfolgende laufen Gefahr, die Probleme zu übersehen oder sie nicht in vollem Umfang zu erkennen. Der Erste besitzt in der Regel ein deutlich größeres Wissen und kann es auch entsprechend nutzen. Die Umfeldbedingungen Die Umfeldbedingungen werden in den einschlägigen Ratgebern selten untersucht, obwohl sie oft einen entscheidenden Einfluss haben. Wurde der www.mikado-online.de Initiator von der Frau oder der Familie unterstützt? Welche Hilfen und Unterstützungen hat er erhalten? Haben ihm kompetente Freunde oder Bekannte geholfen? Wie groß war sein Startkapital? Das Engagement Wer etwas Neues entwickelt oder etwas Bestehendes deutlich verbessert, ist von der Richtigkeit seiner Zielsetzung und seiner Arbeit überzeugt. Nachahmer glauben auch an die Geschäftsidee, sind aber persönlich nicht so involviert. Der Erfinder hat sich lange und intensiv mit allen Details auseinandergesetzt und – wie man so sagt – sein „Herzblut“ eingebracht. Das Einzugs- bzw. Verbreitungsgebiet Ein besonders häufiger Fehler ist, dass nicht ausreichend geprüft wird, ob das vorhandene Marktpotenzial im voraussichtlichen Einzugs- bzw. Verbreitungsgebiet für das eigene Angebot groß genug ist. Ein Ladengeschäft für Naturfußbodenbeläge benötigt ein wesentlich größeres Einzugsgebiet als ein Universal-Dienstleister für Haus- und Gartenarbeiten. Der Standort Der Standort entscheidet oft über den Erfolg einer Existenzgründung. Anbieter, die eine hohe Kundenfrequenz benötigen, siedeln sich in einer zentralen oder verkehrsgünstigen Lage an. Bei Anbietern, die zu ihren Kunden kommen, ist die Lage im Prinzip unwichtig. Spezialisten, die innerhalb einer Region ein monopolartiges Angebot haben, können sich auch außerhalb der Zentren ansiedeln. Ein weiterer Punkt ist die Verkehrslage. Unternehmen, die sich an stark frequentierten Straßen ansiedeln, haben den Vorteil, dass sie täglich tausende Kontakte zu den Passanten und Verkehrsteilnehmern haben, weil ihre Werbung, ihr Angebot wahrgenommen wird. Sie erreichen innerhalb kurzer Zeit eine hohe Bekanntheit, ohne finanzielle Mittel für Werbung aufwenden zu müssen. Die Wettbewerber Selten kann man ohne Wettbewerber arbeiten. Da Wettbewerb aber Kampf um die Kunden heißt, sollte man seine Gegner kennen. Wer seine Gegner nicht kennt und sein eigenes Angebot nicht so gestaltet, dass er sich als die bessere Alternative präsentiert, muss über den Preis verkaufen. Der Wettbewerb über den Preis ist die denkbar schlechteste Lösung. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es irgendjemand billiger macht. Die Marktbedingungen Die Marktbedingungen können von Region zu Region sehr verschieden sein. Was in Berlin richtig ist, gilt nicht automatisch auch für Regensburg oder Wilhelmshaven. Die Kaufkraft, das Kaufverhalten, die Verbrauchergewohnheiten, die regionalen Gepflogenheiten sind im Regelfall anders und können die Geschäftsidee mehr oder weniger stark beeinflussen. Die Startbedingungen Oft haben erfolgreiche Unternehmensgründer schon im Vorfeld Zusagen oder Verträge mit Abnehmern, die eine bestimmte Grundauslastung garantieren. Wer nicht eine ausreichend lange Anlaufzeit einplant, dem geht oft „die Puste“ aus. Der Neuigkeitscharakter Nachahmer haben den Vorteil Neuigkeit nur begrenzt. Eine Möglichkeit, die Pioniervorteile zu nutzen, besteht darin, das Angebot weiterzuentwickeln. Die finanziellen Mittel Jeder sollte sich jeder ausschließlich auf seinen tatsächlichen Finanzbedarf konzentrieren. Auf keinen Fall darf es „gerade so reichen“. Wer keine ausreichenden Reserven einplant, kommt beim ersten nicht geplanten Zwischenfall in Schwierigkeiten. 41 Produkte Verbindung Schrauben genügt Der innovative Balkon – innen im Mauerwerk liegende Stahlhülse – außen einen eingeschobenen Leimholzkragbalken mit Metallabdeckung – darauf einen Holzbelag mit Aussengeländer Tel: 08541/6554 | Fax: 2514 [email protected] www.piske-innovationen.de .RQVWUXNWLRQVYROOKRO] berechenbar Kriterien mit dem BDZ vereinbart immer ohne Keilzinkenverbindungen, daher universell einsetzbar GLH|NRORJLVFKH$OWHUQDWLYHYRQ ZZZ 0+0DVVLY+RO]GH 7HO ▴▴Eine lange Senkkopfschraube und einige Vollgewindeschrauben reichen aus, um Koppelpfetten sicher miteinander zu verbinden Würth entwickelte eine neue Verbindungsmethode für Koppelpfetten, die den sog. „Einhängeeffekt“ nach der neuen DIN 1052 nutzt. Einzudrehen sind nur eine Scheibenkopfschraube und je nach Belastung zwei bis sechs Vollgewindeschrauben – jeweils rechtwinklig zur Sparrenpfette. Vorbohrung und Ausfräsungen sowie Setz- oder Klemmwerkzeuge sind damit überflüssig. Adolf Würth GmbH & Co. KG D-74650 Künzelsau Telefon 0 79 40/15-0 www.wuerth.de Bau-Sperrholz Feuchtgebiete ohne Pilze Das Bau-Sperrholz „Finnforest Spruce protect“ ist mit einem besonderen Holzschutzmittel imprägniert: Den nach DIN 68800 bzw. 68705-3 geforderten Pilzschutz übernimmt das bauaufsichtlich zugelassene Holzschutzmittel Boracol 10 Rh, das tief ins Sperrholz eindringt. Der neue Holzwerkstoff ist außerdem gegen Schimmel behandelt, sodass die Platten für viele problematische Aufgaben bei Bau und Renovierung einsetzbar sind: bei Dächern über und Decken unter ▴▴Für Bereiche mit hoher Feuchtebelastung ist der unbeheizten Räu- neue Holzwerkstoff „Spruce men, Dachüberstän- protect“ mit vorbeuden und Räumen mit gendem Pilzschutz konzipiert langfristig sehr hoher relativer Luftfeuchtigkeit. Den Holzwerkstoff gibt es in den Standardformaten 2500 x 1250 und 2500 x 625 mm und in Stärken von 15, 18, 21, 24, 27 und 30 mm mit stumpfen Kanten oder mit Nut und Feder. Finnforest Deutschland ı D-28237 Bremen Telefon 04 21/6 91 17 75 ı www.finnforest.de Infrarotkamera Spürhunde und Sparfüchse ORIGINAL EICHEN-HOLZNÄGEL EICHEN-RUNDSTÄBE Auf den Nagel kommt es an, wenn es die optimale Verbindung sein soll! Keine mühsame Einzelanfertigung. Wir fertigen in Serie in verschiedenen Größen und Formen aus massivem Eichenholz. Kamerahersteller Flir stellte die neue Infrarotkamera „i7“ vor. Sie verbindet eine Infrarotauflösung von 120 x 120 Pixel mit einem auf 25° × 25° erhöhten Sichtfeld und einer Genauigkeit von ±2 %. Diese Kombination ermöglicht das einfache und schnelle Erkennen von mangelhafter Dämmung, Problemen bei Heiz-, Belüftungs- und Klimasystemen, Wärmelecks und zahlreichen anderen Problemen an Gebäuden. Für umfassende Analysen am Auftragsort stehen drei verschiedene Messmodi zur Verfügung: Punkt (mittig), Bereich (Min./Max.) und Isotherm (oberhalb/unterhalb). FLIR Systems GmbH Germany ı D-60437 Frankfurt am Main Telefon 0 69/9 50 09 00 ı www.flir.de Holznagelproduktion Osterfeldstr. 1 · 49326 Melle Tel.: 0 54 29/92 90-0 Fax: 0 54 29/92 90-50 E-Mail: [email protected] Internet: www.holznaegel.de 42 ▸▸Die Flir i7 ist eine Weiterentwicklung der Kamera i5. Sie macht die Arbeit mit moderner Infrarottechnologie ab 2995 Euro (zzgl. MwSt.)möglich mikado 11.2009 Produkte Verbindung Holz bleibt unter sich Holzhausbauer Murr entwickelte ein Massivholzwandsystem mit neuartiger Verbindungstechnik. Um das Naturprodukt Holz nicht mit Leim oder Metall zu versetzen, kommt eine „Schraube aus Holz“ zum Einsatz. Ein spezieller Bohrmaschineneinsatz ermöglicht, mit Gewinde versehene Holzstifte in vorgebohrte Löcher zu schrauben. Das Massivholzwandsystem besteht aus beliebig vielen Schichten Holz, die diese Schraube verbindet. Hans Murr ı D-86633 Neuburg/Donau Telefon 0 84 31/4 77 60 ı www.murr.de MDF-Platte Brandschutz in Schwarz ▴▴Die neu entwickelte „Schraube aus Holz“ verbindet Hölzer ohne Leim und Metall Mit der „Topan MDF black FR“ brachte Glunz eine schwer entflammbare Variante seiner schwarz durchgefärbten MDF-Platten auf den Markt. Kombiniert mit einem 2-Komponenten-Acryl-Mehrschichtlack erfüllt das Produkt hohe BrandschutzStandards, ist nach DIN EN 13501-1 zertifiziert und genügt auch einem hohen Designanspruch. Lieferbar sind Stärken von 10 bis 25 mm. Glunz AG ı D-49716 Meppen Telefon 0 59 31/4 05-0 ı www.glunz.de Montageanlage Rechte Winkel für alle Größen Wärmedämmung Recycling zum Energiesparen Mit der All-in-One-Montageanlage „tectofix 3000“ lassen sich Holzbalken für die Vorfertigung von Dach-, Wand- und Deckenelementen absolut rechtwinklig anlegen und aufspannen. Auf zwei parallel verlegten Lagen von Stahlträgern, die über Kreuz angeordnet sind und ein Raster bilden, liegen Pfosten und Riegel wie auf einem überdimensionalen Arbeitstisch exakt lotrecht nach Planvorgabe. Haltevorrichtungen fixieren sie so, dass sie sich nicht mehr verschieben. Die Anlage wird auf dem Boden der Werkhalle montiert, ist modular aufgebaut und rundum erweiterbar. So lassen sich Holzbau-Elemente jeder Größe vorfertigen. Bauer Holzbau GmbH D-74582 Gerabronn Telefon 0 79 52/9 25 90 24 www.bauer-holzbau.de Mit neuen Glasswool-Produkten der Wärmeleitfähigkeit =0,032 antwortet Hersteller Ursa auf die gestiegenen Anforderungen der EnEV 2009. Durch verbesserte Spannkraft sind zweilagige Ausführungen ohne Durchhängen möglich. Hergestellt sind sie aus Rohstoffen, die in der Natur nahezu unbegrenzt vorkommen, und aus Altglas. Lieferbar sind sie als Spannfilz „SF 032 PLUS“ in 100 bis 160 mm, als Untersparrenfilz „USF 032 PLUS“ in 60 mm und als Dämmfilz „DF 032-h“ in 100 bis 160 mm Dicke. Ursa Deutschland GmbH D-04158 Leipzig Telefon: 03 41/52 11-100 www.ursa.de ▸▸Altglas lässt sich zu einer guten Dämmung verarbeiten Sonnendynamisches Bauen · Industrieller Holzbau und Solarsysteme Brandenburg · 16816 Neuruppin Philipp-Oehmigke-Str.2 · Fax 0 33 91 / 51 96-33 � Sachsen-Anhalt · 06386 Elsnigk Scheudersche Straße 11 · Fax 03 49 73 / 2 83-33 � NRW · 50858 Köln � Ackerwinde 28 · Fax 02 21/ 55 40 58 22 www.opitz-holzbau.de · www.opitz-solar.de 0 33 91 / 51 96-0 03 49 73 / 2 83-0 02 21 / 554 05 80 Firmenchef Martin Opitz www.mikado-online.de Perfektion aus der Opitz Zukunftsfabrik Opitz Solar Kompaktsysteme Individuell konstruierte Hausbausätze Opitz Dachkonstruktionen 43 Produkte Bodentreppen Siegel gegen Schönrechner Wellhöfer bietet wärmegedämmte Bodentreppen an, die von einem unabhängigen Institut geprüft sind. Im sog. „Heizkastenverfahren“ wird dabei über einen Zeitraum von zwei Wochen der tatsächliche Wärmedurchgang der kompletten Bodentreppe ermittelt. Fehlt das Prüfsiegel, ist es möglich, dass lediglich für eine ideale Stelle des Deckels der U-Wert ausgerechnet und angegeben ist. Wellhöfer Treppen GmbH & Co. KG D-97084 Würzburg Telefon 09 31/6 14 05-0 www.wellhoefer.de Spannbahnen Dämmplatten Klöbt von beiden Seiten Nicht von Pappe Einen neuartigen ökologischen Dämmstoff meldete ein Startup-Unternehmen zum Patent an und brachte ihn nun auf den Markt. Längs- und querverklebte Wellplatten ergeben ein Element, das in Sachen Formstabilität, Wärmedämmung, Druckfestigkeit, Schalldämmung und Brandschutz gute Eigenschaften aufweist. Der Rohstoff Zellulose ist nachwachsend und zu 100 % recycelbar. Da vorhandene Anlagen der Verpackungsindustrie zum Einsatz kommen, sind die Produkte relativ kostengünstig herstellbar. Durch Verklebung mit Span-, Furnier- und Mehrschichtplatten sind zudem leistungsfähige Verbundelemente möglich. Z+B Verbundelement KG D-97705 Waldfenster Telefon 0 97 34/14 29 www.verbundelement-kg.de ▴▴Längs- und querverklebte Wellplatten ergeben ein leistungsfähiges Dämmmaterial 44 mikado 11.2009 ▴▴Zwei Klebestreifen im Überdeckungsbereich sorgen für ein dichtes Verkleben der Unterdeck- und der Unterspannbahnen Klöber führt für seine Unterdeck- und Unterspannbahnen der Permo-Produktlinie eine innovative Verklebetechnik ein. So sind diese Produkte nun mit zwei Klebestreifen im Überdeckungsbereich ausgerüstet und mit dem Namenszusatz SK² gekennzeichnet. Ein besonderer Vorteil ist die zügige und sichere Verarbeitung auf der Baustelle. Das „Kleber-auf-Kleber-System“ verbessert die winddichte Verklebung. Eine kraftschlüssige Verbindung erfordert so einen geringeren Anpressdruck und die Verbindung ist auch unter Baustellenbedingungen verlässlich. Beide Klebestreifen sind mit einer Releasefolie ausgestattet, die die Klebestellen bei Transport und Verarbeitung schützt. Klöber GmbH & Co. KG D-58256 Ennepetal Telefon 0 23 33/98 77-0 ı www.kloeber.biz Produkte Gipsfaser-Platte Wände für Lüftungsmuffel Die neue Gipsfaser-Platte „Fermacell greenline“ reduziert und neutralisiert über eine spezielle werksseitige Beschichtung schädliche Stoffe oder unangenehme Gerüche aus der Raumluft. Ihre Herstellung erfolgt in einem umweltfreundlichen Verfahren auf der ▴▴Die Plattenoberfläche reinigt die Raumluft von gesundheitschädlichen Stoffen Basis von natürlichen Materialien. Die Oberflächen nehmen in der Raumluft enthaltene gesundheitsschädliche Stoffe wie Aldehyde und Ketone auf und binden sie dauerhaft. Diese Wirkung bestätigte das unabhängige eco-Institut in Köln. Sie ist langjährig aktiv, auch unter Endbeschichtungen, wie z.B. unter Anstrichen. Fermacell GmbH D-47119 Duisburg ı Telefon 08 00/5 23 56 65 www.fermacell.de WDVS für Holzfertigund Holzrahmenbauten VIERFALT STATT EINFALT! INTHERMO hat ein WDV-System für jedes Haus. WDVS auf Holzlattung zur Mauerwerkssanierung WDVS zur Innenwanddämmung In jedem Fall dabei: Top-Beratung. Faire Preise. Erstklassige Qualität. Und immer eine prickelnde Idee, wenn Sie rund ums Dämmen und Verputzen Fragen haben. Rufen Sie uns an: 0 61 54/ 71-16 69. Ihr INTHERMO Fachberater informiert Sie gerne näher. INTHERMO. So dämmt man am Bau! WDVS zur Direktmontage auf Mauerwerksfassaden INTHERMO GmbH Roßdörfer Str. 50 D-64372 Ober-Ramstadt Tel. 0 61 54/71-16 69 [email protected] Fax 0 61 54/71- 408 www.inthermo.de Wir geben Holz eine neue Dimension Konstruktionsvollholz Präzision spart Material Ruser bietet mit seinem „Exakter“ ein genormtes, güteüberwachtes technisch getrocknetes Konstruktionsvollholz (KVH) an. 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Internationales Holzbau-Forum (IHF) Aus der Praxis – für die Praxis Wirtschaft, Markt, Ökologie, Energieeffizienz, Architektur, Tragwerke und Realisierung – darum dreht sich vom 2. bis 4. Dezember 2009 der größte europäische Holzbaukongress in Garmisch-Partenkirchen. ◂◂Die Frankfurter Messehalle 11 von Hascher Jehle Architektur besitzt über 116 m gespannte Fachwerkträger. Alfons Brunauer stellt das spektakuläre Bauprojekt vor ▸▸ Holztragwerke: Organische Freiformflächen und ausgewählte internationale Großprojekte ▸▸ Situation des Holzbaus in Schweden ▸▸ Holzbrückenbau und Erlebnisstege ▸▸ Energieeffizientes Bauen mit Holz ▸▸ Urbaner Holzbau: Forschung begleitet Realisierung Messe Frankfurt / WIEHAG Kein Fortschritt ohne Pioniere D Die Auftaktveranstaltung am Mittwochvormittag beschäftigt sich mit den Themen „Nachhaltigkeit, Ökologie und Zertifikate“ sowie der „Zukunft gemeinsamer Holzabsatzförderung in Deutschland“. Nachmittags geht’s dann weiter mit diesmal vier zeitgleich stattfindenden PrologBlöcken: ▸▸ Architektur-Forum „Kultiviertes Bauen“ ▸▸ Fertighaus-Forum „Marktanalyse und Marktchancen“ ▸▸ Holzhausbau-Forum „Ökonomische Mehrwerte des nachhaltigen Bauens“ ▸▸ Verbindungstechnik-Forum „Schrauben und Kleben im Holzbau“ Was die vier Prologe am Mittwoch als Einzelthema aufgreifen, vertiefen dann am Donnerstag und Freitag die sieben Themenblöcke des sog. „Kernforums“. Das internationale Veranstaltergremium unter der Federführung der Berner Fachhochschule Biel und der Hochschule Rosenheim präsentiert dabei hochkarätige Experten aus verschiedenen Ländern. Die Teilnehmer erhaltsen ein Update ihres Wissensstands zu folgenden Themen: ▸▸ Holzumfeld: Die globale Krisenbewältigung und ihre Chancen 48 mikado 11.2009 as Garmisch-Partenkirchener Congress Centrum ist auch 2009 wieder Austragungsort des dreitägigen Internationalen Holzbau-Forums (IHF). Wie letztes Jahr erwarten die Veranstalter weit über 1000 Teilnehmer in der Alpenmetropole. Mehr als 60 Vorträge namhafter Referenten aus Forschung und Praxis informieren ausführlich über aktuelle und künftige Entwicklungen im Holzbau. Die ganze Breite des Holzbaus Auch in diesem Jahr dient das IHF als Rahmen, um Persönlichkeiten zu ehren, die sich große Verdienste bei der Entwicklung des Bauens mit Holz erworben haben. In einer Feierstunde erfahren Kommerzialrat Reinhold Mosser (Mosser Holzindustrie, A-Randegg) und Prof. Dr. Peter Glos (TU München) eine angemessene Würdigung ihres Lebenswerks. ▪ Ausführliche Infos zum Programm und zur Anmeldung gibt es im Internet: www.forum-holzbau.com → Veranstaltungen ▸▸Das IHFProgramm bietet auch 2009 eine große Palette spannender Vortragsthemen Fortbildung Vortragsprogramm des Kernforums Holzumfeld: Strukturveränderungen – Krisen und ihre Chancen Moderation: Prof. Uwe Germerott, BFH Biel, CH-Biel ▸▸ Die Welt nach der Krise: Was bleibt – was kommt? (Kai Gramke, Prognos, CH-Basel) ▸▸ Green Building – Einflüsse aufs Planen und Bauen (Dr. Michael Bauer, Dress & Sommer Building Technologies, D-Stuttgart) Holztragwerke: Freiformflächen – Konstruieren und Bauen in organischen Formen Moderation: Prof. Dr. Claus Wagner, Hochschule Rosenheim, D-Rosenheim ▸▸ Bionische Architektur mit Holz – unsere Chance! (Hermann Blumer, SJB.Kempter.Fitze, CH-Herisau) ▸▸ Toskana Therme (Mathias Hofmann, Hess-Wohnwerk, D-Kleineheubach) ▸▸ Freiformen in Holz – Golfresort in Südkorea / Therme für ein 5-Sterne-Hotel in Bad Ragaz (Richard Jussel, BlumerLehmann, CH-Gossau) ▸▸ Pompidou Metz – die Umsetzung (Jean de Gastines, Shigeru Ban Architects Europe and Jean de Gastines, F-Paris) Holztragwerke: Ausgewählte internationale Objekte mit Ausstrahlung Moderation: Prof. Dr. Frank Lam, UBC Vancouver, CANVancouver Block B Brücken und Erlebnissteige Moderation: Prof. Michael Flach, Universität Innsbruck, A-Innsbruck ▸▸ Bestandsanalyse von Holzbrücken mit zerstörungsfreien und zerstörungsarmen Prüfverfahren (Dr. Andreas Hasenstab, Remmers Fachplanung, D-Löningen) mikado Donnerstag, 3. Dezember 2009 ▸▸ Fußgängerbrücke Oloron St. Marie (Jean-François Blassel, RFR-Paris, F-Paris) ▸▸ Blockverleimte Brücken für die Bundesgartenschau (Prof. Dr. Johann Pravida, HS Rosenheim, D-Rosenheim) ▸▸ Eine Brücke für den Drachenkönig in Buthan (Wolfram Kübler, Walt + Garmarini, CH-Zürich) ▸▸ Wipfelwanderweg Almfrische Rachau (Wolfgang Wild, Almholz Vertriebs-GmbH, A-Fladnitz) ▸▸ Hochmoorerlebnispfad im Wilden Kaiser (Dr. Christian Stöffler, FS1-ZT GmbH, A-Innsbruck) Block C Energieeffizientes Bauen Moderation: Prof. Andreas Müller, BFH Biel, CH-Biel ▸▸ Ästhetik pur – Holzbau und Fassade der Herbert Art Gallery (Marcus Fischer, Finnforest Merk, D-Aichach) ▸▸ Gebäudeformbeiwert als Indikator für den Heizenergiebedarf (Prof. Kimmo Lylykangas, TU Helsinki, SF-Helsinki) ▸▸ Holz statt Stahl – vier Fußballstadien in Quebéc (Eric Karsh, Equilibrium Consulting, CAN-Vancouver) ▸▸ Von der Energieschleuder zum Nullenergiehaus – zwei aktuelle Beispiele (Beat Kämpfen, Kämpfen für Architektur, CH-Zürich) ▸▸ Freizeit- und Schwimmzentrum „Les Thermes“ (Heinrich Werner Ochs, Ochs GmbH, D-Kirchberg; Axel Christmann, Hermann & Valentin et Associes, LUX-Remerschen) ▸▸ Messehalle 11 Frankfurt am Main (Alfons Brunauer, Wiehag, A-Altheim) Freitag, 4. Dezember 2009 Block A Gastland Schweden Moderation: Tobias Schauerte, Växjö University, S-Växjö ▸▸ Schwedischer Holzbau von 1994 bis 2008 (Niclas Svensson, Sveriges Träbyggnadskansli, S-Stockholm) ▸▸ eco2building – Energieeffizienz und Ökonomie in Holz für Industrie und Gewerbe (Prof. Dr. Claus Kahlert, ebök Institut für Effizienzforschung, D-Tübingen) ▸▸ Energieflüsse und gesunde Innenraumluft im Plusenergiehaus – gemessene Werte (Werner Setz, Setz Architektur, CH-Rupperswil) ▸▸ Energieeffiziente Gebäudehülle in Holz – Neubau des Headquarters der Salon AG (Prof. Dr.-Ing. M. Norbert Fisch, IGS TU Braunschweig, D-Braunschweig) Epilog ▸▸ Realisierte Holzbauobjekte der letzten Jahre aus architektonischer Sicht (Prof. Magnus Silfverhielm, AIX arkitekter AB, S-Stockholm) Urbaner Holzbau – Forschung begleitet Realisierung Moderation: Prof. Wolfgang Winter, TU Wien, A-Wien ▸▸ Industrieller Holzbau (Prof. Lars Stehn, Lulea Tekniska Universitet, S-Lulea) ▸▸ Brandschutztechnische Lösungen für den vielgeschossigen Holzwohnbau (Martin Teibinger, Holzforschung Austria, A-Wien) ▸▸ Herausforderungen im Holzbau (Prof. Charlotte Bengtsson, SP Trätek, S-Boras) ▸▸ Limnologen-Potpourri – Praktische Erfahrungen mit achtgeschossigen Holzhäusern (Prof. Erik Serrano, Växjö Universitet, S-Växjö) ▸▸ Zukunftsstrategie – Holzstadt 2012 (Prof. Erland Ullstad, Växjö kommun, S-Växjö; Niclas Svensson, Sveriges Träbyggnadskansli, S-Stockholm) www.mikado-online.de ▸▸ Unterdrückung der Schall-Längsleitung im Massivholzbau (Franz Dolezal, Holzforschung Austria, A-Wien) ▸▸ Wege der Planung beim urbanen Holz-Wohnbau (Johannes Kaufmann, Johannes Kaufmann Architektur, A-Dornbirn) ▸▸ Schul- und Bürobauten in der Steiermark am Beispiel Wildon, Mayer-Melnhof und Kindergarten Leoben (Werner Nussmüller, Nussmüller Architekten, A-Graz) 49 Fortbildung Tipps und Termine Kassel Darmstadt Seminar Flexible Preisbildung Fernlehrgänge zum Energieberater Aufträge mit hart kalkulierten Preisen entscheiden über möglichen Gewinn oder Verlust eines Unternehmens. Der harte Wettbewerb fordert immer neue Tiefstpreise. Das Seminar zeigt, wie Handwerker erfolgreich Preisober- und Preisuntergrenzen ermitteln. Die Referenten erläutern mit Beispielen aus dem Arbeitsalltag, wie sich die Ermittlung der Preise unmittelbar auf das Ergebnis auswirkt. Praktische Übungen helfen, das erlernte Wissen sofort im eigenen Betrieb anzuwenden. Veranstaltungsort: Kassel ı Termin: 27. November 2009 Teilnahmegebühr: 299 Euro Informationen: www.weka-akademie.de → Handwerk Verschiedene Fernlehrgänge für Energieberater mit zertifiziertem Abschluss bietet die TU Darmstadt an. Die Teilnehmer lernen mit einem multimedialen Trainingssystem ort- und zeitunabhängig. Jeder bestimmt Start, Lernzeiten und Lerntempo selbst. Fragen beantwortet ein Tutorenteam. Einzige Präsenzveranstaltung ist die Abschlussprüfung. Veranstaltungsort: zu Hause / im Büro Termin: jederzeit möglich Prüfungsort: Darmstadt ı Teilnahmegebühr: 1790 Euro Infos: www.energieberater-ausbildung.de Kassel Gesellenschulung Dämmtechnik Um die Ausführungskompetenz zu erhöhen und Fehler bei der Anwendung zu vermeiden, veranstaltet die „Fördergemeinschaft Holzbau und Ausbau“ eine Gesellenschulung zur „Fachkraft Dämmtechnik Holzbau, Ausbau & Modernisierung“. Die eine Hälfte der insgesamt 26 Stunden sind Praxisübungen für die fachgerechte Ausführung von Anschlüssen, Durchdringungen und Fugen. Die andere Hälfte befasst sich mit Fachtheorie. Veranstaltungsort: Kassel ı Termin: 19. bis 21. November 2009 Teilnahmegebühr: 195 Euro (Innungsbetriebe) / 255 Euro Infos: www.fg-holzbau.de Frankfurt/M. ı Hamburg ı Berlin ı Stuttgart ı München Baufachtagung Perfekte Gebäudehülle Das effiziente und reibungslose Zusammenarbeiten der unterschiedlichen Gewerke steht auch bei der 14. Baufachtagung im Mittelpunkt. Die Referenten aus verschiedenen Unternehmen zeigen innovative Dienstleistungen, Werkzeuge und Softwareprodukte. Die Vorträge drehen sich um die EnEV 2009, den Gebäudeumbau in Passivhausstandard, den Einsatz erneuerbarer Energien, die Umnutzung von Wohnungen sowie Schallund Brandschutz. Veranstaltungsort: Hamburg ı Termin: 16. November 2009 Veranstaltungsort: Berlin ı Termin: 18. November 2009 Veranstaltungsort: Stuttgart ı Termin: 1. Dezember 2009 Veranstaltungsort: München ı Termin: 3. Dezember 2009 Teilnahmegebühr: 95 Euro ı Infos: www.baufachtagung.de 50 mikado 11.2009 Hamburg Tag der Holzwirtschaft Um „Holztechnolgie zwischen Grundlagenforschung, Industrienähe und Politikberatung“ dreht sich das wissenschaftliche Symposium mit hochkarätigen Referenten. Veranstaltungsort: Hamburg Termin: 13. November 2009 Teilnahmegebühr: Vorträge kostenfrei, Abendprogramm 45 Euro Infos: www.holzwirtschaft.org/ tagderholzwirtschaft Heilbronn ı St. Johann ı Wismar ı Brilon Seminar DIN 1052 effizient anwenden Zweitägige Seminare bietet der österreichische Holzwerkstoffhersteller Egger an. Der erste Tag befasst sich mit der neuen DIN 1052:2008-12, der zweite mit der Entwicklung erfolgreicher Verkaufsstrategien vom Erstgespräch bis zur Kundenbindung. Veranstaltungsort: Heilbronn Termin: 27. und 28. November 2009 Veranstaltungsort: St. Johann/Tirol Termin: 15. und 16. Januar 2010 Veranstaltungsort: Wismar Termin: 19. und 20. Februar 2010 Veranstaltungsort: Brilon Termin: 26. und 27. Februar 2010 Teilnahmegebühr: 149 Euro ı Infos: www.egger.com/holzbau Holzbau & Forschung Feldstudie Dauerhaftigkeit von Blockhäusern Kaum eine andere Holzbauweise diskutieren Fachkreise so kontrovers wie den Blockbau. Eine Felduntersuchung an 20 Objekten ergab wertvolle Fakten zu den Themen Dauerhaftigkeit und Risikopotenziale. B lockbalken sind im Gegensatz zu Bauteilen mit wasserabweisenden Bekleidungen in vielen Fällen direkt der Witterung ausgesetzt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Konstruktionen oft 1000 bis 1500 lfm Außenfugen und zahlreiche Hirnholzflächen aufweisen – etwa bei den Eckverkämmungen. Bisherige Regelungen des baulichen Holzschutzes in DIN 68800-2 (Holzschutz: Vorbeugende bauliche Maßnahmen im Hochbau) sahen in solchen Fällen (Gebrauchsbzw. Nutzungsklasse 3) prinzipiell www.mikado-online.de die Anwendung eines vorbeugenden chemischen Holzschutzes nach DIN 68800-3 (Holzschutz: vorbeugender Schutz von Holz mit Holzschutzmitteln) vor. Dabei werden Blockhäuser – nicht zuletzt aus gesundheitlichen Erwägungen – seit jeher ohne chemischen Holzschutz errichtet. Einer Vielzahl dauerhafter Blockbauten stehen einzelne Gebäude mit vorzeitigem Versagen gegenüber. Im Auftrag der Gütegemeinschaft Blockhausbau e.V. führte Josef Egle mit Unterstützung von Baudirektor i.R. Borimir Radovic eine Felduntersuchung zu Dauerhaftigkeit und Risikopotenzialen von Blockbauten durch. Zwanzig Blockhäuser unter der Lupe Für die Untersuchungen wählten die Holzbauspezialisten 20 Wohngebäude im Alter zwischen 10 und 150 Jahren in Regionen unterschiedlicher Höhe und Schlagregenbeanspruchung in Deutschland und in der Schweiz aus. 14 Objekte waren in Fichte, vier in Kiefer und je eines 51 Holzbau & Forschung ◂◂Bild 1: Nach teilweiser Entfernung von Riesel tritt ein weitgehend zerstörter Schwellenbalken hervor (Bj. 1989) ◂◂Bild 2: Strukturelle Schädigungen Unterzug/ Balkonträger und Aufdopplung (Bj. 1983) ◂◂Bild 3: Geringfügiger Befall durch holzabbauende Pilze an Hirnholzflächen und Schwindrissen im Schwellenbereich (Bj. 1967) ◂◂Bild 4: Oberflächiger Pilzbefall. Die Schwelle liegt direkt auf Steinplatten (Bj. 1965) ▸▸Bild 5: Erhöhte Auswaschbeanspruchung, keine Schädigung der Schwellenbalken (LA, Bj. 1930) 52 mikado 11.2009 in Lärche und Douglasie gebaut. Ein Gebäude war in Rundstammbauweise, die anderen in Vierkantkonstruktion, davon 16-mal einschalig, zweimal zweischalig und einmal in Senkrechtbauweise. Knackpunkte überprüfen Vorrangig erstreckten sich die Untersuchungen und Messungen auf die bewitterten Gebäudeseiten, insbesondere Schwellen, Eckverkämmungen, Fenster, Türen, Balkenlängsstöße und weitere Anschlüsse. Neben einer detaillierten Erfassung des baulichen Zustands und Holzfeuchtemessungen prüften die Experten die Blockbalken auf einen Befall durch holzabbauende Pilze oder Insekten. Bei allen Gebäuden waren die Schwellenhölzer in der gleichen Holzart wie die weiteren Wandbalken ausgeführt. Ausgehend von Baukonstruktion, Altersklasse und Schwindfugen wurden anscheinend fünf Objekte lufttrocken verarbeitet, die übrigen waren technisch getrocknet. Alle zwanzig Gebäude waren mit „üblichen“ Dachüberständen ausgeführt (Traufe ca. 80 – 150 cm, Giebel ca. 100 – 200 cm). Bei der Hälfte der Gebäude war an mindestens einer Außenwand Brennholz unter Dach gelagert. Ein weiteres Gebäude befindet sich etwa 200 m vom Rundholzplatz eines Sägewerkes entfernt, ein anderes ca. 500 m von einem landwirtschaftlichen Anwesen mit dokumentiertem Hausbockbefall. Die wichtigsten Untersuchungsergebnisse 1.Befall durch holzabbauende Pilze Fünf der zwanzig Objekte waren durch holzabbauende Pilze in ganz unterschiedlicher Intensität befallen: Zwei Schwellenbalken bei einem Garagenanbau zur Westseite hatten holzabbauende Pilze (Blättlinge) weitgehend zerstört. Die Balken mit einer Dicke von 90 mm hatten über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren direkten Erdkontakt. Zusätzlich zu holzabbauenden Pilzen zeigten sich hier auch Fraßgänge von tierischen Holzschädlingen (Bild 1). Fortgeschrittene Schädigungen durch holzabbauende Pilze zeigten sich weiterhin an einem als Balkonträger verlängerten Deckenunterzug einschließlich einer darüber befindlichen Aufdopplung (Bild 2). Der Unterzug besaß wegen statischer Überlastung ein leichtes Gefälle zur Innenseite. Die baulichen Anschlüsse zwischen Unterzug, Aufdopplung und den Balkonbohlen waren durch Laubreste stark verschmutzt. Die Balkonbodenbretter waren an der schadhaften Stelle mit einem stumpfen Längsstoß ausgeführt. Bei zwei Objekten mit markanten Schwindrissen im Vorkopfbereich stellten die Prüfer im Schwellenbereich geringfügige Störungen durch holzabbauende Pilze fest (Bilder 3 und 4). Eine punktuelle oberflächige Schädigung durch holzabbauende Pilze zeigte sich hinter einem Blumenkasten an einem Wochenendhaus. Vermutlich infolge Schlagregen und Ausspülung lagerte Blumenerde direkt an einem Blockbalken an. Der Holzfeuchtegehalt betrug an dieser Stelle mehr als 30 %. Etwa 20 cm entfernt am gleichen Balken waren es etwa 14 %. 2.Befall tierische Holzschädlinge Ein zwischenzeitlich abgestorbener Insektenbefall durch Anobien und Hausbock war bei einem historischen Blockbau (ca. 150 Jahre) gegeben. Holzbau & Forschung Mit Ausnahme der dargestellten Schwellenbalken mit etwa zehnjährigem Erdkontakt konnte an keinem weiteren Objekt mit offenkundiger technischer Trocknung ein Befall durch tierische Holzschädlinge festgestellt werden. Erhöhte Risikopotenziale wie angelagertes Brennholz, unmittelbare Nähe zu einem Rundholzplatz bzw. zu einem dokumentierten Hausbockbefall blieben ohne Auswirkungen. 3.Spritzwasserschutz Die Bodenfreiheit der tragenden Holzkonstruktion im Schwellenbereich lag überwiegend zwischen 0 und 15 cm. Die Holzoberflächen in Bodennähe zeigten bei allen Gebäuden an den Wetterseiten erhöhte Auswaschbeanspruchungen, jedoch keine Schädigungen. Gleiches gilt für diverse senkrechte Holzstützen (Bild 6). 4.Längsstöße Blockbalken Etwa zwei Drittel der untersuchten Gebäude hatten auch an der Wetterseite Längsstöße in den Blockaußenwänden mit Fugen von ca. 0 – 3 mm. Die Stöße waren stumpf mit innen liegenden vertikalen Absperrungen (z.B. Fremdfedern oder Zapfenverbindungen). Ein Schädlingsbefall lag hier bei keinem der untersuchten Objekte vor. 5.Sperrbahnen im Schwellenbereich Bei etwa der Hälfte der Objekte war zwischen Unterbau und Holzkonstruktion keine Sperrbahn zu erkennen. Der Holzfeuchtegehalt im Schwellenbereich aller Objekte wurde auf den witterungsbeanspruchten Gebäudeseiten mit 14 bis 20 % ermittelt. Strukturelle Schädigungen waren (mit Ausnahme der erwähnten Schwellenbalken mit jahrelangem Erdkontakt) nicht feststellbar. 6.Holzverfärbende Pilze An allen 20 Objekten konnten holzverfärbende Pilze (diverse Schimmelpilzgattungen) in unterschiedlicher Intensität, dabei ohne Auswirkungen auf die Festigkeit des Holzes, ausgemacht werden (Bilder 7 – 9). Intakte, ausreichend diffusionsoffene Anstriche sind offensichtlich in der Lage, www.mikado-online.de ◂◂Bild 6: Auswaschbeanspruchung Holzstütze mit Bodenabstand 8 cm, keine Schädigung (Bj. 1992) ▸▸Bild 7: Holzverfärbende Pilze an der Wetterseite, Über-Eck-Lagerung von Brenn­holz (Bj. 1987) die Ansiedlung solcher Pilzgattungen zu reduzieren, gänzlich vermeiden können sie sie nicht. Überwiegend waren die untersuchten Objekte mit einem intakten Lasuranstrich versehen, vier Gebäude waren unbehandelt. der Sorptionsfähigkeit von Massivholz zu keinen Schädigungen. Erdkontakt, aber auch Feuchtenester in Verbindung mit Schmutzablagerungen stellen ein beachtliches Risikopotenzial dar. Ein Insektenbefall bei technisch getrockneten Blockwänden ist nicht zu erwarten. Die wesentlichen Ergebnisse dieser Felduntersuchung fanden u. a. Berücksichtigung in der Überarbeitung der RAL-Güterichtlinien Blockhausbau RAL GZ 402 und in Stellungnahmen zur aktuellen Neufassung der DIN 68800-2 (Vorbeugende bauliche Maßnahmen). Anforderungen an dauerhafte Blockbauten Fachgerecht errichtete Blockhäuser sind von großer Dauerhaftigkeit. Sie weisen auch bei direkter Bewitterung eine hohe Resistenz gegen pflanzliche und tierische Holzschädlinge auf. Rascher, ungehinderter Wasserablauf in Verbindung mit rissarmen Holzsortimenten sind allgemeine Anforderungen des Blockbaues und konnten bei der vorliegenden Untersuchungen bestätigt werden. Feuchteanreicherungen bei horizontalen Nut-Feder-Verbindungen, Eckverkämmungen, Hirnholzflächen und Längsstößen führen aufgrund Josef Egle, Übersee ▪ Josef Egle arbeitet als IHKSachverständiger für Holzhausbau. Das Unternehmen EGLE ENGINEERING ist eine amtlich anerkannte Überwachungs- und Zertifizierungsstelle für beidseitig bekleidete Holztafelelemente und Fremdüberwachungsstelle für die Gütegemeinschaft Blockhausbau e.V. www.egle-engineering.de ◂◂Bild 8: Feuchtespuren und holzverfärbende Pilze am Übergang StreichsparrenGiebelwand infolge Tauwasser (Bj. 1992) ▸▸Bild 9: Schimmelpilz in der Umgebung eines Balkonhandlaufs (Bj. 1992) 53 Zimmermeisterdach Anwendungstechnik ▴▴Flach geneigtes Dach, eingedeckt mit „Premion“ „Nuance“ von Creaton in Schieferton engobiert Anwendungstechnik Flach geneigt hat’s in sich Je flacher das Dach, desto höher die Anforderungen an das Deckungsmaterial. Dachneigungen bis zu 10° sind für moderne Tondachziegel problemlos, vorausgesetzt, Design, Ausstattung und Oberfläche unterstützen Regen- und Windeintragssicherheit. G rundsätzlich gilt: Jedes Bedachungsmaterial hat eine bestimmte Regeldachneigung. Der Begriff aus dem Regelwerk ist definiert als „… die unterste Dachneigungsgrenze, bei der sich in der Praxis eine Dachdeckung als regensicher erwiesen hat.“ Die ist meist den Angaben und Richtlinien der jeweiligen Hersteller zu entnehmen. Bei einem Biber ist die Regeldachneigung von 30° notwendig, da er über keinerlei Verfalzung verfügt und nur über die Doppelüberdeckung und den Halbverband seine Regeneintragsicherheit erlangt. Auch für klassische Doppelmuldenfalz- und Reformziegel gilt eine Regeldachneigung von 54 30°, für Flachdachziegel liegt sie bei 22°. Doch damit kommt man in der Praxis heute nicht mehr weit. In den 1990er-Jahren hat sich bei den klassischen Flachdachziegel ein großer Entwicklungssprung vollzogen. Damit erweitern heute die innovativen Verfalzungstechniken den Spielraum des Dachdeckers und des Architekten erheblich. Zusätzliche Maßnahmen Laut Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks sind Zusatzmaßnahmen erforderlich, wenn ▸▸ die Dachneigung die Regeldachneigung unterschreitet mikado 11.2009 ▸▸ das Dach konstruktive Besonderheiten (wie z.B. Fledermausgauben oder Tonnendächer) aufweist ▸▸ das Dachgeschoss als Wohnraum genutzt wird ▸▸ klimatische Verhältnisse dies notwendig machen (wie z.B. die exponierte Wetterlage des Gebäudes an der Küste oder in Schneeregionen) ▸▸ der Bebauungsplan nur sehr flache Dachneigungen zulässt Wenn einer oder mehrere dieser Punkte zum Tragen kommen, ist eine Unterspannung, eine überlappte oder verfalzte Unterdeckung, eine verschweißte oder verklebte Unterdeckung, ein regensicheres oder im Zimmermeisterdach Anwendungstechnik Regeln und Herstellerangaben Die Dacheindeckung muss aber nicht immer strikt nach dem Regelwerk – also den „anerkannten Regeln der Technik“ – erfolgen, sondern kann auch nach den Herstellerangaben – also dem Stand der Technik – ausgeführt werden. Entscheidend hierfür ist die gemeinsame Abstimmung mit dem Bauherrn. Ein Rechenbeispiel soll den Kostenvorteil einer Ausführung nach dem Stand der Technik verdeutlichen: Für einen großen Supermarkt mit einer Gesamtdachfläche von 1000 m² ist die Verwendung eines Flachdachziegels ausgeschrieben, da die Dachneigung nur 14° beträgt. Das Gebäude ist in einer exponierten Lage erbaut und verfügt zudem über sehr lange Sparren. Gemäß dem Regelwerk würde hier die Regeldachneigung des Flachdachziegels um 8° unterschritten werden und es gäbe zudem drei weitere erhöhte Anforderungen. Es müsste also ein wasserdichtes Unterdach ausgeführt werden. Als geschätztes bundesdeutsches Mittel dürfte der Quadratmeterpreis bei einem wasserdichten Unterdach um die 12 Euro liegen. Bei 1000 m² ergäbe das in der Summe Gesamtkosten von 12 000 Euro. Würde der Verarbeiter hier nun beispielsweise nach den Creaton-Herstellerangaben einen Flachdachziegel ▸▸Zusatzmaßnahme: Unterdeckung mit der CreatonPolypropylenBahn „Trio“ Fotos: CREATON / HS Extremfall auch ein wasserdichtes Unterdach auszuführen. Die Regeneintragsicherheit muss dann im Ergebnis der gesamte Dachaufbau und nicht mehr die Dacheindeckung allein gewährleisten. ◂▴ Bei Creaton liefen langjährige Studien zur Prüfung der Regeneintragsicherheit unter Dauerbelastung verarbeiten, würde für dieses Bauvorhaben eine Unterspannung völlig ausreichen. Der Preis dafür liegt bei ca. 4 Euro / je m² und für die Gesamtfläche 4000 Euro. Für den Bauherrn also eine Ersparnis von 8000 Euro. Malte Petersen, Leiter Anwendungstechnik bei der Creaton AG in Wertingen ▪ Zusatzmaßnahmen bei Unterschreiten der Regeldachneigung Erhöhte Anforderung Nutzung – Konstruktion – klimatische Verhältnisse keine weitere erhöhte Anforderung eine weitere erhöhte Anforderung zwei weitere erhöhte Anforderungen drei weitere erhöhte Anforderungen ≥ Regeldachneigung (RDN) – Unterspannung Unterspannung überlappte oder verfalzte Unterdeckung ≥ (RDN – 6°) Unterspannung Unterspannung überlappte oder verfalzte Unterdeckung verschweißte oder verklebte Unterdeckung ≥ (RDN – 10°) regensicheres Unterdach regensicheres Unterdach regensicheres Unterdach wasserdichtes Unterdach < (RDN – 10°) regensicheres Unterdach wasserdichtes Unterdach wasserdichtes Unterdach wasserdichtes Unterdach Dachneigung www.mikado-online.de 55 mikado Holzbau-Branchenführer Baustoffe Betriebsmittel Nagelplattenbinder Abdichtungen Lager Nagelplattenkonstruktionen Kragarm-Regale Dämmstoffe Neu und gebraucht Tel.: 08064-91 84 • Fax -91 86 Singer Regale & Hallenbau, 83075 Au www.regale-singer.de Paletten-Regale 'lPPSODWWHQDXV 6 F K Z D U ] Z D O G K R O ] KRPRJHQGLFNHUEHVVHU Absturzsicherung *87(;+RO]IDVHUSODWWHQZHUN *XWHQEXUJ ':DOGVKXW7LHQJHQ 7HOHIRQ KWWSZZZJXWH[GH Nahezu jede architektonische Form realisierbar! 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Holzbau Grafische und numerische Informationstechniken ■ GranIT GmbH Kreuzem 2 D-72762 Reutlingen Tel. +49 (0 ) 71 21 / 34 92-0 www.granit.de Bei der Talmühle 3 78052 VS-Tannheim Tel. 07705/92 99 0 · Fax 07705/92 99 15 e-mail: [email protected] www.Schwarzwald-Abbund.de Einheimisches Lärchenholz für Hausverschalung KOMPLETTLÖSUNGEN FÜR DEN HAUSBAU CAD / CAM KLH Massivholzplatten für Decke, Dach und Wand Z-9.1-482 Tel. (0 82 94) 80 24 07 • Fax. 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September 2009 in Irschenberg. ◂◂Ully Schweizer: „Nur was die Bauherren vorgeben, können geeignete Architekten auch umsetzen“ P Darauf kommt es an Landrat Gebhard Kaiser (Oberallgäu) stellte Leitprojekte zu Holzbau, Biomasse und Abfallwirtschaft aus dem Oberallgäu vor und plauderte dabei aus einer mehr als 30-jährigen Praxis kommunaler Entscheidungsprozesse. Architekt Erwin Keck (Ochsenhausen) fokussierte in seinen Ausführungen auf den Passivhausstandard und referierte am Beispiel eines Zweckbaus auch über die wirtschaftlichen Vorteile der Holzbauweise. 58 Entgegen der Programmankündigung begrüßte der stellvertretende Landrat die Anwesenden. Sowohl der Bundestagsabgeordnete einer großen Volkspartei sowie der Wirtschaftsförderer des Landkreises Miesbach verließen die Veranstaltung vorzeitig. Das hatte sicherlich seine Gründe, lässt aber unter Umständen falsche Schlüsse zu. Die Referate lieferten jede Menge Know-how für Entwicklungen vor Ort. Der Bedarf an Lösungen, die bei den Referaten vorgestellt wurden, ist groß. Wer ist nun gefordert, den nächsten Schritt zu tun? Die Akteure der Forst- und Holzwirtschaft sind gut beraten, genauso souverän wie ihr gemeinsamer Rohstoff aufzutreten und das Konzept nicht aus der Hand zu geben. Die 120 Teilnehmer setzten sich aus Kreis- und Gemeindevertretern sowie Fachplanern zusammen. Die weiteren Teilnehmer rekrutierten sich aus Kreisen der Waldbesitzervereinigungen (WBV) Holzkirchen und Wolfratshausen sowie der Schreinerund Zimmerer-Innungen Miesbach/ Bad Tölz-Wolfratshausen. Das sollten wir ausbauen Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Miesbach organisierte die Veranstaltung mit Unterstützung durch die WBV Holzkirchen und den Holzbaufachberater Anselm von Huene. Durch die wechselnden Tagungsorte Bad Tölz und Miesbach halbiert sich der ehrenamtliche Aufwand. Jedoch wird erst durch die Mitarbeit von AELF und Holzbaufachberatung die Kugel rund. Das verleitet natürlich dazu, sich im Vorfeld einer Veranstaltung zurückzulehnen, weil es eben „Hauptamtliche“ gibt. Das funktioniert aber nur kurzfristig. Alexander Kirst, München ▪ ▸▸Gebhard Kaiser: „Gestaltungswille, Vernetzung mit anderen Fachgebieten und die Qualität der Architekten sind die Erfolgsfaktoren für mehr Holzverwendung“ ▸▸ Erwin Keck: „Passivhaus-Standard rechnet sich auch im Zweckbau“ mikado 11.2009 Robert Nörr raxisbewährte Referenten sind in der Lage, die Zuhörer mitzureißen. In seiner Einführung spannte Forstdirektor Ully Schweizer (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Miesbach den Bogen von der Notwendigkeit der naturgemäßen Waldbewirtschaftung zur nutzungsgerechten Holzverwendung. Darüber sollten wir nachdenken Unternehmen Holzbau Taglieber Bürogebäude spart Energie Holzbau Taglieber lud am 3. und 4. Oktober 2009 zur Einweihung seines neuen Bürogebäudes an den Firmensitz in Öttingen ein. Rund 350 Gäste ließen sich da nicht zweimal bitten. Der frisch gewählte Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange überzeugte sich ebenso wie der CSU-Fraktionsführer im Bayerischen Landtag, Georg Schmid, von der ganzheitlichen Gebäudekonzeption. Mit dem Verwaltungsbau beweist Geschäftsführer Erwin Taglieber anschaulich, wie ästhetisch Zimmerer heute klimafreundliche Gebäude gestalten, präsentieren und natürlich auch verkaufen können. Mit der Expansion hat das Unternehmen 29 neue Arbeitsplätze geschaffen. ▴▴Der neue Verwaltungsbau bindet rund 197 t CO2 Holzbau Taglieber GmbH ı D-86732 Oettingen ı www.taglieber.de ▴▴ Gastgeber Erwin Taglieber (links) im Gespräch mit Alexander Gumpp Glunz Geschenke helfen Wettbewerbern Glunz sponserte das Team der Technischen Universität Darmstadt bei seiner Teilnahme am internationalen Hochschulwettbewerb „Solar Decathlon“ (Solarer Zehnkampf) 2009. Das Team Germany erhielt für seine Einreichung dekorative und konstruktive Holzwerkstoffe aus Meppen. Das über 40-köpfige Team hat in seinem Beitrag „surPLUShome“ 160 m² Topan MDF Colour, 500 m² Agepan OSB und 200 m² Agepan Cell verbaut. Ziel des diesjährigen Wettbewerbs war es, ein energieautarkes Gebäude für das Wohnen im Jahre 2015 zu entwerfen. Weltweit entwickelten 20 Universitäten Modelle für zukunftsfähige, nachhaltige Wohnformen und präsentierten sie im Oktober in Washington. Glunz AG ı D-49716 Meppen ı www.sonae.glunz.de www.mikado-online.de ▴▴Glunz unterstützt das deutsche Team beim Solar Decathlon 2009 59 Unternehmen Knauf Händchenhalten für Häuslebauer ◂◂ Ganzheitliche Beratung für die Wohnungswirtschaft (v.l.n.r.): Thomas Thode, Klaus-Peter-Rumsch, Klaus Salhoff, Ralf Lehmann, Andreas Schlicht, Wilfried Schmitt, Willi Schürrle, Stefan Vogt ◂◂Der Bereich Holzbau im Marktmanagement liegt jetzt in den Händen von Kerstin Schöneberger Knauf hat eine neue Vertriebsorganisation geschaffen, die Wohnbaugesellschaften, Generalunternehmer und Projektentwickler künftig durch persönliche Ansprechpartner beraten wird. Das Team begleitet seine Kunden über den gesamten Lebenszyklus der Immobilie. in der Planungsphase steht das Team mit dem kompletten Know-how zur Seite. Während der Ausführung ist die Mannschaft Ansprechpartner und leistet Hilfe bei Ausschreibungen und der Auswahl von Fachunternehmen. Produkthaftung und Konstruktionen mit Prüfzeugnissen bieten Sicherheit in der Gewährleistungsphase. Auch sonst dreht sich das Personalkarussell in Simbach: Kerstin Schöneberger betreut ab sofort den Bereich Holzbau im Marktmanagement. Die Expertin im Fachgebiet Modernisierung und Energieeffizienz hat in Würzburg Architektur studiert und ist bereits seit mehreren Jahren im Unternehmen tätig. Knauf Gips KG ı D-97346 Iphofen ı www.knauf.de Rheinzink GmbH & Co. KG Zwei Stars in Datteln Rund 350 Gäste und zwei Stars trafen sich am 29. September 2009 im rheinischen Datteln: Architekt Daniel Libeskind und der Prototyp seiner Villa in Holzbauweise (siehe mikado 9/09). Der Planer selbst eröffnete die in nachhaltiger Holzbauweise errichtete Villa. Sie ist weltweit auf maximal 30 Exemplare limitiert. Das Projekt überzeugt mit Ästhetik, innovativer Energietechnik und hochwertigen Baumaterialien. Die OSB-Platten von Egger und die Metallspezialisten von Rheinzink sorgten für ▴▴Ulrich Grillo, Daniel Libeskind und Matthias Eisfeld bei der Eröffnung in Datteln eine gelungene Fassadengestaltung. Rund 2 Mio. Euro ließen sich die Zinkblechexperten die rund 320 m² Wohnfläche kosten, um sie am Dattelner Stammsitz als Empfangs- und Besprechungsräume zu nutzen. Rheinzink GmbH & Co. KG ı D-45711 Datteln ı www.rheinzink.de Egger Holzwerkstoffe ı D-59929 Brilon ı www.egger.de 60 mikado 11.2009 Erlus Stiftung für Zivilcourage Freunde und Weggefährten von Dominik Brunner sowie die Erlus AG haben die „Dominik Brunner Stiftung für Zivilcourage“ gegründet. Mit dem Andenken an den Verstorbenen sei die Verpflichtung verbunden, dessen Zivilcourage zu würdigen und nicht zu vergessen. „Wir wollen – ganz im Sinne von Dominik Brunner – den Worten auch Taten folgen lassen und haben deswegen die Dominik Brunner Stiftung für Zivilcourage ins Leben gerufen“, erklärt Aufsichtsratsvorsitzender Claus Girnghuber. Die Stiftung soll in Zukunft Menschen und deren Angehörigen helfen, die wegen ihres selbstlosen Handelns gesundheitlich oder finanziell in Not geraten sind. Ein Spendenkonto für die Stiftung wurde bei der Sparkasse Landshut eingerichtet, die Treuhandschaft hierfür unterliegt der Erlus AG. Die Schirmherrschaft soll zukünftig eine angesehene Persönlichkeit des gesellschaftlichen Lebens übernehmen. ERLUS Aktiengesellschaft D-84088 Neufahrn ı www.erlus.com Unternehmen HECO-TOPIX®-CC Opitz Das perfekte Holzverbindungsmittel mit Zug für den Ingenieur-Holzbau Lob vom Landeschef Rund 400 Gäste kamen, um beim ersten Zukunftstag von Opitz Vorträge zu den Themen Energie und Umwelt zu hören. Firmenchef Martin Opitz war besonders erfreut, dass der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck, ein Grußwort an die Teilnehmer sprach. Der betonte die zukünftige Bedeutung langfristig sicherer, klimaverträglicher und bezahlbarer Energieversorgung und hob den Gastgeber dabei als positives Beispiel hervor. Im Anschluss an seine Rede zeichnete der Ministerpräsident zehn Unternehmen aus, die sich durch besonders CO2-sparendes Einkaufs- und Bauverhalten hervortaten. Die Aktion ist eine Initiative des Neuruppiner Unternehmens für vorbildliches Handeln. Zieht aufgrund unterschiedlicher Gewindesteigungen beim Verschrauben die zu verbindenden Teile zusammen Dank HECO-TOPIX®-Spitze und -Zylinderkopf sind auch kleine Schraubabstände ohne Aufspalten zu realisieren HECO-Schrauben GmbH & Co. KG Dr.-Kurt-Steim-Straße 28 D-78713 Schramberg Telefon: +49 (0 )74 22 / 9 89-0 E-Mail: [email protected] Bemessungsnachweise über HECO®-Bemessungssoftware HCS Allgemein bauaufsichtlich zugelassen, Z-9.1-665 ▴▴Ministerpräsident Matthias Platzeck (l.) und Martin Opitz sind sich einig: Der klimaverträglichen und bezahlbaren Energieversorgung gehört die Zukunft Opitz Holzbau/Opitz Solar D-16816 Neuruppin www.opitz-holzbau.de Dietrich’s AG Anstoßen auf zehn Jahre AG Der Holzbau-Software-Hersteller Dietrich’s feiert 2009 sein zehnjähriges AG-Bestehen. Aus diesem Anlass haben sich Ende September die Mitarbeiter der Dietrich’s AG und ihre Familien zusammengefunden, um bei Livemusik und mediterranem Buffet anzustoßen. Dipl.-Ing. Uwe Emmer, Vorstandsvorsitzender der Dietrich’s AG, erklär▴▴Vorstandsvorsitzender te: „Ohne den Einsatz unserer Uwe Emmer Mitarbeiter wäre die Dietrich’s AG nicht so erfolgreich.“ Aus der ersten Idee von Zimmermeister Josef Dietrich 1982 hat sich ein erfolgreiches Softwareunternehmen entwickelt. Das Ziel der Umfirmierung in die Aktiengesellschaft war es, die Mitarbeiter am eigenen Unternehmen zu beteiligen. Dietrich’s AG D-85579 ı Neubiberg ı www.dietrichs.com www.mikado-online.de Inserenten A Abbundzentrum, Dahlen Auwärter, Waldershof 47 61 L Layher, Ulm Lignatur, Ch-Waldstatt 52 34 B Bachl, Röhrbach Boll, Steinen Bruckamp, Lübecke U2 47 47 M MH-Massivholz, Altenstadt Monier, Oberursel Moser, Salach 42 U4 47 D Dieckmann, Melle Dölker, Horb 42 47 N Nelskamp, Schermbeck 29 O Opitz, Köln Ossenberg, Altena 43 42 P Piske, Vilshofen Pongratz, Bogen Poppensieker+Derix 42 47 45 S Suttner, Haselbach 47 W Weihele, Görisried WEKA, Kissing Wiese, Meschede 47 46, U3, Gesamtbeilage 47 E easy-step, Schwabmünchen 44 F Frick, Türkheim 65 H Heco, Schramberg Hofatex, Slowakei 61 11 I Inthermo, Ober-Ramstadt Isocell, A-Neumarkt 45 13 61 Holzwelten Ferienhotel 62 mikado 11.2009 ▸▸Das Logo des Hotels spiegelt den Namen „Zedern Klang“ wider. Bei Nacht strahlt es über dem Eingang weithin sichtbar Sie ist die Königin der Taiga, bisweilen uralt und gut für alles und für jeden: die sibirische Zeder. In Hopfgarten im Osttiroler Defereggental verlieh sie einem Hotel ihren Namen. ▸▸Von den insgesamt 48 Hotelzimmern sind nun 27 aus Holz. Bei den Gästen sind die am beliebtesten, obwohl etwas teurer www.mikado-online.de 63 Holzwelten Ferienhotel N ach 500 Jahren, so geht die Sage in Sibirien, entwickelt sie eine Stimme. Dann bringt sie ihre über Jahrhunderte angesammelte Kraft mit unverwechselbarem Klang zum Ausdruck. Die Rede ist von der Königin der Taiga: der Zeder. Die Geschichte dieses Baums ist in ganz Russland bekannt. Sie steht im Mittelpunkt unzähliger Sagen. Ihre Früchte gelten als Heilmittel gegen Bluthochdruck, Herzinfarkt, Magengeschwüre, Hautallergien, Leberzirrhose und vieles mehr. Ihre Widerstandsfähigkeit ist gigantisch, ihre Lebenserwartung fast biblisch. Sie übersteht Minustemperaturen von bis zu 60 Grad Celsius und ein Alter bis zu 800 Jahren. nicht gefährden wollte. Maurerarbeiten im Außenbereich sind in den strengen Wintern Osttirols ohnehin nur unter erschwerten Bedingungen oder gar nicht möglich. Das Grundstück, auf dem das Gebäude steht, liegt zudem von November bis Februar weitgehend im Schatten. Damit war die Wahrscheinlichkeit einer Zwangspause sehr groß. „Daher ging Frau Maksimova auf den Vorschlag der Planer ein, einen Teil der anstelle einer alten Pension geplanten Immobilie in Holz zu errichten“, erklärt Gregor Fehlmann, Technischer Leiter von Holzbau Hofer, dem Zimmereibetrieb, der den Bau dann ausführen durfte. Sein Spektrum reicht von Einfamilienhäusern bis hin zu Hallen. Hotelbauten gehören seit geraumer Zeit ebenfalls dazu – und nehmen inzwischen einen immer größeren Raum ein. Holz zunächst vor allem der Bauzeit zuliebe Schon als Tatiana Maksimova die Entscheidung traf, ein neues Hotel in der Osttiroler Gemeinde Hopfgarten zu errichten, stand der Name fest: „Zedern Klang“ sollte das Haus heißen, in Erinnerung an die singenden Bäume in ihrer Heimat. Aus Holz sollte das Gebäude trotzdem nicht bestehen. Die Hotelbesitzerin befürchtete Schallschutzprobleme und wollte den Erfolg ihres Bauvorhabens nicht gefährden. Dass sie es trotzdem wagte, verdankt das Projekt der Architektengemeinschaft Lienz, die die extrem enge Terminvorgabe für die Bauzeit 64 Gewinnspiel mikado-Leser können ein Wochenende im Hotel Zedern Klang gewinnen. In den Lostopf kommen alle, die beim mikado web award 2009 mitmachen und die beste Website der Holzbaubranche wählen. Ausführliche Informationen dazu gibt es in diesem Heft auf den Seiten 6 bis 7. mikado 11.2009 48 Zimmer, davon fünf Suiten, zwei Restaurants, eine Lobbybar, eine Kristallbar, eine Zirbenstube mit Kamin, ein Weinkeller, Räumlichkeiten für Seminare, ein Fitnessraum und Kinderspielmöglichkeiten – das Angebot des „Zedern Klang“ richtet sich sowohl an Geschäftsreisende als auch an Kurz- und Langzeiturlauber. Ein im Hotel integriertes Spa-Zentrum mit Hallenbad und diversen Sprudeln, Freibecken, russischer Sauna, Zedernfass, Kräuterbad, Dampfbad, Eisbrunnen, Mentholdusche, Wärmebank, Ruheraum mit Gradierwerk, Frischwasserbecken im Freien, Liegewiese und Solarium-Sonnenwiese machen es zudem für Wellnesskuren interessant. Am Hang Beton, im Schwimmbad Holz Die Architektur des Neubaus spiegelt die Umgebung, die regionaltypische Bauweise und moderne Elemente wider. Holz von in der Umgebung wachsenden Bäumen, großzügige Glasfronten und direkt aus dem Defereggental gelieferter Naturstein schaffen eine ruhige, entspannende Atmosphäre im Haus. Weil der L-förmige Baukörper in einen Hang gebaut ist, ist rund die Hälfte des Gebäudes in Massivbauweise errichtet. Die beiden Untergeschosse wurden komplett betoniert, die vier oberirdischen zum Teil. Hotel Zedern Klang Holzwelten Ferienhotel 27 Zimmer bestehen aus Holz. Auch ihre eigene zweigeschossige Wohnung im Hotel ließ die Bauherrin aus diesem Material errichten. Außerdem basieren sämtliche Balkonvorbauten auf einer Konstruktion aus Brettschichtholz in Lärche. Die ist statisch so ausgeklügelt, dass sie das komplette Vordach auf der Südseite trägt. Und sogar das hauseigene Schwimmbad gründet auf einer fächerförmigen Holzkonstruktion. Sämtliche Stützen und auch das Dach sind komplett aus Brettschichtholz errichtet. Niro-Stahlteile garantieren, dass die Stützenfüße unfreiwillige Bäder schadlos überstehen. Ansonsten beließ es Holzbau Hofer bei einem farblosen Anstrich, um die Konstruktion gegen Dreck, Staub und Feuchtigkeit zu schützen. Eine zweischalige Konstruktion aus Brettsperrholz-Elementen garantiert gute Schallschutzwerte zwischen den einzelnen Hotelzimmern. Auf eine 11,2 cm dicke BrettsperrholzWand folgen 4,5 cm Mineralwolle, die wiederum an ein 14,3 cm dickes Brettsperrholz-Element grenzt. „Weil die Sichtoberfläche aus Holz besteht – genauer gesagt aus Fichtenholz –, war bei der Montage extreme Sorgfalt nötig“, erklärt Fehlmann. Dementsprechend fertigte der Zimmereibetrieb die Elemente inklusive der technischen Installationen wie Elektroleitungen im Werk vor. „Schließlich www.mikado-online.de ist jede nachträgliche Bohrung sichtbar. Da darf man kein Risiko eingehen“, gesteht der Technische Leiter. Die Außenwände setzen sich aus 12,2 cm starken Brettsperrholz-Elementen zusammen, die mit Vollwärmeschutz bekleidet und verputzt wurden. Die 20 cm dicke Decke baut ebenfalls auf Brettsperrholz-Elemente. 16,3 cm dicke Brettsperrholz-Elemente fungieren darüber hinaus als Dachelemente und sind in diesem Bereich bereits schräg montiert, sodass die Raumhöhe in den betreffenden Zimmern ansteigt. 0,4 cm Bitumenbahnen als Dampfsperre, 16 cm Steinwolle und eine dreilagige Alpinbahn schließen den Dachaufbau ab. Inneneinrichtung setzt konsequent auf Holz In Einklang mit der Architektur ließ die Hotelbesitzerin auch alle Inneneinrichtungen des Hauses aus Zirbelholz erstellen, sodass die Gäste vom Boden bis zur Decke mit dem Holz umgeben sind. Sie laufen auf Holzdielen, schlafen im Holzbett und lagern ihre Wäsche in Holzschränken. Im Foyer ließ die Bauherrin sogar Holz in Kunstharz gießen und stellt das als gestalterische Objekte aus. Insgesamt 800 m3 Holz wurden so im vergangenen Jahr im „Zedern Klang“ verbaut, bevor das Haus am 20. Dezember 2008 seine Türen für Gäste öffnete. Seither ist das Hotel ▴▴Das großzügige Foyer spielt mit dem Motiv „Holz“ und bietet eine warme und zugleich elegante Athmosphäre belegt. Ohne Pause. „Das Interessante dabei ist“, lächelt Fehlmann, „dass die Holzzimmer besser ausgebucht sind als die aus Beton. Und das, obwohl sie ein ganzes Stück teurer Christine Ryll, München ▪ sind.“ Steckbrief Bauprojekt: Neubau Spa-Hotel „Zedern Klang“ A-9961 Hopfgarten (Osttirol) Bauweise: Massivholz Bauzeit: August 2007 bis Dezember 2008 Baukosten: 11 Mio. Euro Nutzfläche: 5948 m2 Umbauter Raum: 26 382 m3 Bauherrin: Tatiana Maksimova A-9961 Hopfgarten (Osttirol) www.zedern-klang.com Architekturbüro: Architektengemeinschaft Lienz A-9900 Lienz www.architektengemeinschaft.at Holzbauuntenehmen: Holzbau Hofer GmbH A-9990 Nußdorf-Debant www.holzbau-hofer.at 65 Vorschau mikado 12.2009 erscheint am 3. Dezember 2009 Michael Keller Thema des Monats Internationaler Holzbau Der in den deutschsprachigen Ländern praktizierte Holzbau entwickelt sich immer mehr zum Exportschlager. Je nach Bauaufgabe spielt Holz dabei zwei seiner Vorteile gekonnt aus: die präzise Vorfertigung von Großelementen und die schnelle Montage. Die Eroberung ausländischer Märkte zeigt aber auch deutlich: Holz setzt sich nur dann durch, wenn die Qualität hochwertig ist. mikado stellt beispielhaft einige Bauprojekte und Unternehmenskonzepte vor. Jörg Pfäffinger Architektur Wohnhaus in Vorarlberg Um die imposante Bergkulisse genießen zu können, erhielt der Baukörper eines Einfamilienhauses mehrere Einschnitte, die ihn wie eine Skulptur erscheinen lassen. Diesen Eindruck verstärkt eine einheitliche Bekleidung mit den in der Region traditionsreichen Holzschindeln aus Weißtanne. Trotz zerklüfteter Form und großer Fenster erreicht der Holzrahmenbau fast Passivhausstandard. Ingenieurholzbau Fachwerkbrücke in Frankreich In der malerischen Kleinstadt Oloron Ste. Marie am Fuße der südfranzösischen Pyrenäen stehen zwei Brückenbauwerke, die an Leichtigkeit kaum zu übertreffen sind. Bei der Konzeption gab es schon früh einen konstruktiven Dialog zwischen den Planern und einem auf Holzbrückenbau spezialisierten Unternehmen aus Deutschland. Schaffitzel Außerdem Mobil: Nutzfahrzeuge für Holzbauunternehmer Impressum Offizielles Organ von Holzbau Deutschland Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V. (ZDB), Berlin, Offizielles Organ der Europäischen Vereinigung des Holzbaus (E.V.H.), Luxemburg Verlag: WEKA MEDIA GmbH & Co. KG ı Römerstraße 4 ı 86438 Kissing Telefon +49 82 33.23-0 ı www.weka.de ı www.mikado-online.de Diese Anschrift gilt auch für folgende Personen und Gesellschaften, sofern nicht anderslautend: Herausgeber: WEKA MEDIA GmbH & Co. KG Gesellschafter der WEKA MEDIA GmbH & Co. KG sind als Kommanditistin: WEKA MEDIA Business Information GmbH & Co. KG und als Komplementärin: WEKA MEDIA Beteiligungs-GmbH Anzeigen: WEKA MEDIA GmbH & Co. KG Römerstraße 4 ı 86438 Kissing Fax +49 82 33.23 71 11 ı [email protected] Anzeigendisposition: Amelia Pérez-Moya Telefon +49 82 33.23 71 35 [email protected] Verlagsrepräsentantin: Henriette Stoll-Loof ı Telefon +49 81 43.93 15 10 Geschäftsführer: Mirko Meurer ı Dr. Heinz Weinheimer Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 17/2009 Aboverwaltung: Telefon +49 82 33.23 40 40 ı Fax +49 82 33.23 72 30 [email protected] Zeitschriftenleitung Bauhandwerk: Christoph Maria Dauner Chefredakteur: Dipl.-Betriebsw. (FH) Christoph M. Dauner (cm) (verantw.) [email protected] Redaktion: Dipl.-Ing. (FH) Claudia Vielweib (cv) (CvD) [email protected] Dipl.-Ing. Günther Hartmann (gh) ı [email protected] 66 Redaktionsbeirat: Bernard Gualdi ı Dipl.-Ing. Ekkehard Fritz ı RA Michael Hafner ı Dipl.-Betriebsw. Joachim Hörrmann ı RA Alexander Habla ı Dipl.-Ing. Rainer Kabelitz-Ciré ı Dipl.-Ing. Matthias Krauss ı Matthias Link ı Dipl.-Designer Jochen Wenzel Abonnementpreis: 11 Ausgaben (Inland): 11 Ausgaben Studenten/ Meisterschüler: Einzelheft: 98,00 € 75,00 € 12,80 € Produktion: Helmut Göhl (verantw.) ı Silke Schwer mikado 11.2009 Konzeptionslayout, Grafik und Satz: Popp Media Service ı Herrenbachstraße 17 ı 86161 Augsburg Lithografie: high end dtp-service ı Lothar Hellmuth Druck: Firmengruppe APPL ı sellier druck GmbH Angerstraße 54 ı 85354 Freising ISSN 0944-5749 Erscheinungsweise: 11 Ausgaben jährlich WEKA ist bemüht, ihre Produkte jeweils nach neuesten Erkenntnissen zu erstellen. Die inhaltliche Richtigkeit und Fehlerfreiheit wird ausdrücklich nicht zugesichert. Bei Nichtlieferung durch höhere Gewalt, Streik oder Aussperrung besteht kein Anspruch auf Ersatz. Zum Abdruck angenommene Beiträge und Abbildungen gehen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen in das Veröffentlichungs- und Verbreitungsrecht des Verlags über. Für unaufgefordert eingesandte Beiträge übernehmen Verlag und Redaktion keine Gewähr. Namentlich ausgewiesene Beiträge liegen in der Verantwortlichkeit des Autors. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jeglicher Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung des Verlags und mit Quellenangabe gestattet. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlags strafbar. Redaktionelle Änderungen vorbehalten. ^^^TLPZ[LY[PWWKL 5L^Z\UK;PWWZM Y<U[LYULOTLY PT)H\OHUK^LYR www.meistertipp.de präsentiert Ihnen das erste InformationsPortal mit täglich aktuellen News speziell für das Bauhandwerk. Halten Sie sich durch tagesaktuelle Nachrichten über alles Wichtige aus der Branche auf dem Laufenden. Profitipps für die berufliche Praxis, die sofortige telefonische Rechtsauskunft, managementorientierte Fachinformationen und viele weitere Rubriken runden das Angebot ab. Zusätzlich können Sie durch integrierte Upload- und Downloadfunktionen ganz einfach an unserem breiten interaktiven Angebot teilnehmen. www.meistertipp.de – überzeugen Sie sich. ;pNSPJOL5L^ZH\Z KLY)H\IYHUJOL .LSK^LY[L;PWWZ M Y0OYLU)L[YPLI (UNL^HUK[L7YH_PZMpSSL WLY=PKLV - Y5PJO[1\YPZ[LU]LYZ[pUKSPJO RVTTLU[PLY[L9LJO[Z\Y[LPSL Verband aktuell Fachversammlung Drei Entscheidungen und ein Neuer Ein neu gewähltes Mitglied und drei Beschlüsse waren das Resultat der Fachversammlung des Bundes Deutscher Zimmermeister, heute Holzbau Deutschland, am 15. September 2009 in Fulda. B eschlossene Sache ist die Umbenennung des „Bund Deutscher Zimmermeister“ in „Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes“. Die Fachversammlung verabschiedete das „Gestaltungshandbuch Holzbau Deutschland“ und ermunterte die Landesverbände, die Gestaltungsrichtlinie zu übernehmen, um mit einem starken und bundeseinheitlichen Erscheinungsbild aufzutreten. Pünktlich zum Starttermin für den neuen Namen am 22. September 2009 waren die Fahnen mit dem neuen Corporate Design fertig. Helmut Klumb, Vorsitzender des Verbandes Hessischer Zimmermeister e.V., nahm gleich eine Fahne mit, um sie zum Hessischen Verbandstag eine Woche später zu hissen. Auch beim Landesholzbautag Baden-Württemberg am 26. September wehte die neue Fahne im Wind. ◂◂Die Fahnen mit dem neuen Corporate Design von Holzbau Deutschland ◂◂„Die Offensive Aufstiegsfortbildung soll die Meisterausbildung stärken“, sagte Karl Hoffmeister, Vorsitzender des Ausschusses Ausund Weiterbildung Holzbau Deutschland stürmt das Internet unter www.zimmerer-nationalmannschaft.de www.holzbau-deutschland.de ist seit dem 22. September 2009 die neue Startseite des Berufsverbandes. Sie informiert über den neuen Namen und das neue Erscheinungsbild. Der bisherige Internetauftritt wird optisch, technisch und inhaltlich erneuert. Ziel ist es, das Informationsangebot weiter auszubauen und noch mehr Nutzen zu bieten. Offensive Aufstiegsqualifizierung Die Fachversammlung entschied über das Gesamtkonzept des Arbeitskreises Bildung. Sie stimmte den Eckpunkten der „Offensive Aufstiegsqualifizierung“ zu. Damit wird das Ziel verfolgt, die Meisterausbildung zu stärken. Die Eckpunkte lauten: ▸▸ verbandseigene Qualifikationen etablieren ▸▸ eine Anerkennung von Meisterschulen ▸▸ Erstellung einer Aufgabensammlung für die Meisterprüfung und ▸▸ Unterstützung der Meisterschüler und -schulen Exzellenzmedaille gewonnen Als „wichtig für die Berufsförderung und eine große Chance für die Auszubildenden“ bezeichnete die Fachversammlung Unterstützung für Plattform Forst und Holz die Berufsmeisterschaften. Der Erfolg von Thomas Schleicher gab ihr Recht: Das Mitglied der deutschen ZimmererNationalmannschaft konnte bei der Weltmeisterschaft der Berufe „WorldSkills 2009“ Anfang September in Calgary die Exzellenzmedaille erringen. Mehr Informationen über die Zimmerer-Nationalmannschaft gibt es Die Fachversammlung entschied sich dafür, die Plattform Forst und Holz finanziell zu unterstützen. Mit dem Geld werden die vorhandenen Schriften und Fachinformationen aus dem Bestand des Holzabsatzfonds herausgelöst und den Mitgliedern von Holzbau Deutschland zur Verfügung gestellt. Dach und Holz 2010 Das Programm für die Dach + Holz 2010 in Köln steht. Holzbau Deutschland richtet wie gehabt parallel zur Messe den Deutschen Holzbautag aus. cv ▪ Olaf Korr ist neu im Vorstand ◂◂Olaf Korr aus Aachen ist der Neue im Vorstand von Holzbau Deutschland Einstimmig wählte die Fachversammlung Olaf Korr in den Vorstand von Holzbau Deutschland. Er tritt die Nachfolge von Ulrich Hamacher an. Der Diplom-Ingenieur aus Aachen führt den Betrieb Barthel Korr GmbH mit 25 Mitarbeiten bereits in der dritten Generation. Korr hat sich dem schlüsselfertigen Holzhausbau mit einer Schreinerei für den hochwertigen Innenausbau verschrieben. Organ von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister I Verband aktuell Aus den Landesverbänden Verband Hessischer Zimmermeister e.V. Der Verband auf dem Prüfstand Um das Verhältnis der Mitglieder zu ihrem Verband, um Technik, um Normen und um Recht drehte sich der Verbandstag der Hessischen Zimmermeister mit dem Kasseler Holzbaukongress on tour am 18. und 19. September 2009. ◂◂Die neue Holzbau-DeutschlandFahne flatterte vor dem Kongressgebäude haben mit 73 % eine ungewöhnlich hohe Bedeutung im Vergleich zum Image mit nur 27 %. Das mag angesichts der langen und lebendigen Zimmerertradition überraschen, zeigt aber, dass die Holzbaubranche heute unternehmerisch und erfolgsorientiert denkt. Für den Verband sind konkrete Leistungen natürlich viel zielgerichteter und schneller verbesserbar als ein Image. Strategien der Stehaufmännchen V or dem Kongresszentrum im nordhessischen Bad Sooden-Allendorf flatterte schon die neue HolzbauDeutschland-Fahne – fünf Tage vor ihrer offiziellen Präsentation in Köln. Aber nicht nur hier demonstrierte der Verband Hessischer Zimmermeister e.V. (VHZ) Zukunftsorientierung: Gleich zu Beginn seines 60. Verbandstags präsentierte er den rund 100 Anwesenden das Ergebnis einer kurz vorher fertig gewordenen Untersuchung über die Zufriedenheit seiner Mitglieder – ein deutliches Signal von Veränderungsbereitschaft. II Mitglieder bewerten Verbandsarbeit Verantwortlich für die Untersuchung war das Institut „forum! Marktforschung“, das schon für zahlreiche Verbände anderer Branchen tätig ist und das Ergebnis deshalb zuverlässig einordnen und deuten kann. Bei der Imageanalyse schnitt der VHZ am besten in den Kategorien „Glaubwürdigkeit“, „Fairness“ und „Sympathische Ausstrahlung“ ab. Bei „Erfolg“, „Flexibilität“ und „Mitgliederorientiertheit“ zeigten sich Defizite. Bei den Leistungen waren die Befragten mit der Beratung, mikado 11.2009 Information und Fortbildung zufrieden, unzufrieden dagegen mit dem Mitgliedsbeitrag und der Interessenvertretung. Die Gesamtzufriedenheit entsprach dann jedoch genau dem Durchschnitt der vom Institut bisher untersuchten Verbände. Kein Grund zur Beunruhigung also, dafür aber ein repräsentativ gestütztes Bild, wo künftig Prioritäten zu setzen sind. Die emotionale Mitgliederbindung ist im Vergleich zu anderen Verbänden etwas geringer. Ursache dafür ist vor allem die Unzufriedenheit mit einigen Verbandsleistungen. Diese Um Emotionen ging es auch beim Vortrag von Ralph Goldschmidt: Er erläuterte, warum manche Menschen bei Rückschlägen resignieren, andere jedoch gestärkt daraus hervorgehen. Entscheidend ist die Persönlichkeitsstruktur. Deshalb sollte sich ein Unternehmer nicht nur auf seine „Ergebnisse“ konzentrieren, sondern auch auf den „Ergebnislieferanten“: auf sich selbst. Die psychische Widerstandsfähigkeit zur erfolgreichen Bewältigung von Misserfolgen ist erlernbar und trainierbar. Goldschmidt betonte aber, dass es nicht um effektive Durchhalteparolen geht, sondern um ein bewusstes Gestalten des eigenen Lebens, sodass es Krisen abfedert und Kraft spendet. Verband aktuell Aus den Landesverbänden Für die sieben zentrale Lebensbereiche „Beziehungen“, „Gesundheit“, „Beruf“, „Finanzen“, „Lebensphilosophie“, „Freizeit“ und „Wohnen“ erläuterte er, auf was es ankommt, was förderlich ist und was nicht. Wie im Beruf auch geht es hier darum, Ziele zu formulieren und umzusetzen. Dafür muss man sieben Handlungskompetenzen trainieren und stärken: Selbstbewusstsein, Selbstverantwortung, Selbstakzeptanz, Selbstmotivation, Selbstkontrolle, Selbstorganisation und Beziehungen. Bei seinen pointierten und humorvollen Ausführungen erwies sich Goldschmidt, der sich selbst „Experte für Leistungskraft & Lebensglück“ nennt, auch als großer Unterhaltungskünstler, bei dem die Zeit wie im Flug vergeht, aber auch viele nützliche Ideen und Anregungen im Gedächtnis hängen bleiben. Technik, Normen und Recht wandeln sich Der „6. Kasseler Holzbaukongress on tour“ fand am zweiten Tag statt. Mit „Nichts ist so beständig wie der Wandel“ war die Veranstaltung treffend betitelt, denn fünf der sechs Vorträge drehten sich um Neuerungen in der Technik und in der Normung. Und auch in der Rechtsprechung, Thema des sechsten Vortrags, hat sich in letzter Zeit einiges verändert. Den Anfang machte Wolfgang Bürkner vom Hersteller „SFS intec“. Er berichtete über die neuen Möglichkeiten, mit Vollund Doppelgewindeschrauben preisgünstige und trotzdem leistungsfähige Holzverbindungen herzustellen. Der Markt bietet hier eine große Produktpalette verschiedener Hersteller an, wobei sich die Schrauben bei Kopfform, Gewinde und Spitzenform oft stark unterscheiden. Auch die zulässigen Kräfte sind sehr verschieden. Der Handwerker muss deshalb die bautechnischen Zulassungen detailliert kennen. Einblicke in die neue DIN 18203-3:2008 für Bauteile aus Holz und Holzwerkstoffen gab Dieter Kuhlenkamp vom Bund Deutscher Zimmermeister (BDZ). „Millimeter, die Geld kosten“ nannte er seinen Vortrag, der die Neudefinitionen zulässiger Maßabweichungen – wie Toleranzen inzwischen heißen – erläuterte. Als Arbeitshilfen zur besseren Orientierung in diesem Zahlendschungel hat der BDZ für seine Mitglieder gedruckte Merkblätter herausgegeben und ein Internet-Portal eingerichtet. ▴▴Die Auswertung der Mitgliederumfrage zeigte deutlich, wo die nächsten Jahre die Schwerpunkte in der Verbandsarbeit zu legen sind mikado-Interview Wissen, wo man genau steht Mit der Durchführung einer detaillierten Untersuchung zur Mitgliederzufriedenheit betrat der Verband Hessischer Zimmermeister (VHZ) Neuland in der Holzbaubranche. mikado befragte dazu dessen Vorsitzenden Helmut Klumb. mikado: Herr Klumb, warum ließen Sie die Mitgliederumfrage durchführen? Helmut Klumb: Unsere beiden Geschäftsführer, Thorsten Burmeister und Helmhard Neuenhagen, kamen mit der Idee auf uns zu. Wir haben sie in einer Vorstandssitzung diskutiert und waren am Ende alle überzeugt, dass das zum Einstieg der neuen Geschäftsführung genau das Richtige ist. Sie gibt uns wesentlich mehr Klarheit, wo wir momentan stehen und wo es Handlungsbedarf gibt. Hat sich der Aufwand gelohnt? Ja, denn nun wissen wir ganz genau, wo unsere Stärken und unsere Schwächen liegen. Und für unsere Mitglieder war es ein deutliches Signal, dass sie der Verband sehr ernst nimmt und seine Arbeit künftig noch mehr an ihren Bedürfnissen orientierten möchte. Was war für Sie bei der Präsentation der Ergebnisse die größte Überraschung? Eigentlich gab es keine Überraschung. Wir wussten schon vorher ungefähr, wo Knackpunkte liegen. Aber das sind eben immer nur Einzelmeinungen, noch dazu in einem anderen Kontext abgegeben. Deshalb ist es schwierig zu beurteilen, ob das die tatsächliche Stimmungslage ist oder nicht. Jetzt haben wir das aber durch ein unabhängiges und hochprofessionell arbeitendes Institut bestätigt bekommen. ▴▴VHZ-Vorsitzender Helmut Klumb will die Schwächen seines Verbands entschlossen angehen Ein großer Kritikpunkt waren die Mitgliedsbeiträge. Das halte ich vor allem für ein Kommunikationsproblem. Wir müssen unseren Mitgliedern künftig klarer darstellen, welche Leistungen sie für ihre Beiträge erhalten und welche wir tatsächlich anbieten. Viele gehen scheinbar in der Hektik des Alltags etwas unter und sind gar nicht richtig bekannt. Wie geht es nun weiter? Wir setzen uns demnächst mit dem Institut zusammen, um die Untersuchung gründlich zu analysieren und eine Prioritätenliste zu erstellen. Die nehmen wir dann in Angriff. In zwei bis drei Jahren lassen wir dann wieder eine Umfrage durchführen, um zu sehen, ob die Maßnahmen gegriffen haben und sich das Meinungsbild verändert hat. Herr Klumb, herzlichen Dank für das Gespräch! III Verband aktuell Aus den Landesverbänden ▴▴Ralph Goldschmidt erläuterte anhand zweier Geldscheine, die er zerknüllte und zerstampfte, die Mechanismen des eigenen Selbstwertgefühls ▴▴Die Landessiegerin im Zimmererhandwerk Rebekka Lieb (Mitte) und ihren Ausbilder Leo Lintl (links) ehrte Helmut Klumb beim Zunftabend Die Holzbaulegende Borimir Radovic berichte über Holzschutz und den Entwurf zur DIN 68800. Er begann dabei mit einem Rückblick in eine Vergangenheit, wo der Glaube „überall wo Holz sei, arbeiten Pilze und Insekten“ dazu führte, dass dem chemischen Holzschutz eine unangemessene Bedeutung zukam. Dass dies nicht zutrifft, ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen. Holzzerstörende Pilze bilden sich ab einer Holzfeuchte von 30 %, und die stellt sich bei 20 °C erst ab einer dauerhaften Luftfeuchte von fast 100 % ein. Auf diese Tatsache reagieren die neuen Normen kann das 10- bis 100-Fache an Feuchtigkeit in die Konstruktion eindringen lassen. Damit werden alle bauphysikalischen Berechnungen hinfällig. Zu verhindern ist das nur durch große Sorgfalt. Borsch-Laaks zeigte, wie’s richtig gemacht wird. Den richtigen Umgang mit Mängelrügen erläuterte Rechtsanwalt Wolfgang Rathgen kompetent, wortgewaltig und humorvoll. Er schilderte, welche Fehler Handwerker häufig begehen und wie sie diese künftig zum eigenen Vorteil vermeiden. Bis hin zu Musterbriefen reichten seine praxisnahen und handlungsorientierten Rat- schläge. Wichtig vor allem auch deshalb, weil durch aktuelle Rechtsprechungen das BGB gegenüber der VOB an Bedeutung gewann. Die rund 200 Teilnehmer kamen an diesem Tag voll auf ihre Kosten. Nachlesen können sie die zahlreichen Informationen der hochkarätigen Vorträge in einem 140 Seiten starken Handout. Der „7. Kasseler Holzbaukongress on tour“ findet zusammen mit dem 61. VHZ-Verbandstag 2010 in Darmstadt statt. gh ▪ Mehr Fotos des VHZVerbandstags stehen auf: www.mikado-online.de → Bildergalerie mikado nun endlich und verankern den baulichen Holzschutz angemessen: Wenn Holz nicht ungeschützt dem Regen ausgesetzt ist, braucht es keinen chemischen Holzschutz mehr. Mit Luftdichtheit befasste sich der Bauphysik-Sachverständige Robert Borsch-Laaks gleich in zwei Vorträgen: Von der Zulässigkeit von Schwachstellen bei der Luftdichtheit im Rahmen der DIN 4108-7 handelte der erste, von Feuchtemanagement bei Flachdächern der zweite. Das Problem ist nicht die Diffusion, sondern die Konvektion an falsch geplanten oder falsch ausgeführten Detailpunkten. Sie ▴▴„Millimeter, die Geld kosten“ nannte Dieter Kuhlenkamp vom BDZ seinen Vortrag über Maßabweichungen nach der neuen DIN 18203-3:2008 IV mikado 11.2009 ▴▴Über holzzerstörende Pilze und Insekten sowie chemischen und konstruktiven Holzschutz in der neuen DIN 68800 berichtete Borimir Radovic Verband aktuell Aus den Landesverbänden Zimmerer-Innung Schwalm-Eder Klasse Ergebnisse bei der Ausbildung Zimmererinnung schwalm-eder A ▴▴André Ludwig, Alexander Bätz und Kevin Kurzrock erhielten ihren Gesellenbrief (vorne v.l.n.r.). Es gratulierten Vorstandsmitglied und Zimmermeister Harald Schenk und Geschäftsführer Jürgen Altenhof uf der gemeinsamen Freisprechungsfeier in Bad Sooden-Allendorf erhielten 22 neue Zimmerer aus den Zimmerer-Innungen in Nordhessen ihren Gesellenbrief. Seit 2006 veranstalten die Zimmerer-Innungen Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Werra-Meißner-Kreis und Waldeck-Frankenberg die Gesellenfreisprechungsfeier gemeinsam. Turnusmäßig wechselt der Ort für die Gesellenfreisprechungsfeier jedes Jahr von einer Innung zur nächsten. In diesem Jahr war die Zimmerer-Innung Werra-Meißner-Kreis der Gastgeber. Obermeister Werner Jäschke von der Zimmerer-Innung Werra-Meißner-Kreis lobte die hervorragenden Leistungen der angehenden Gesellen. „Heute ist der lang ersehnte Tag, der die Ausbildungszeit beendet, aber nicht das Lernen, denn dies muss man sein Leben lang“, so Jäschke. Für die Zimmerer-Innung Schwalm-Eder gratulierten Vorstandsmitglied Harald Schenk aus Schlierbach und Geschäftsführer Jürgen Altenhof. In weiteren Grußworten überbrachten Landrat Stefan Reuß, der stellvertretende Landesinnungsmeister Friedrich Brauner und Stefan Fross von der VR-Bank Werra-Meißner-Kreis die Glückwünsche an die jungen Handwerksgesellen und die Gäste. Als Jahrgangsbeste erhielt Rebekka Lieb aus Witzenhausen eine Auszeichnung, sie hatte die Gesellenprüfung mit sehr gutem Ergebnis absolviert. ▪ Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks Meisterhafte Zimmereien D ▴▴Über 62 ausgezeichnete Holzbaubetriebe konnte sich Peter Aicher, Präsident im Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks, auf der Innungsversammlung in Rosenheim freuen ie Meisterhaft-Sterne von Eins bis Fünf sind nicht im Vorbeigehen zu erwerben. Die Mitgliedsbetriebe der Zimmererinnung müssen dafür eine ganze Reihe von Qualifikationsmaßnahmen nachweisen“, unterstrich der Obermeister und Präsident im Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks, Peter Aicher, anlässlich der Mitgliederversammlung der Rosenheimer Zimmerinnung im September 2009. Aicher erkannte in „Meisterhaft – Bauen mit Meisterqualität“ eine effektive Reaktion auf die Aufgaben, die mit der novellierten Handwerksordnung (HWO) auf das Zimmerhandwerk zugekommen sind. Seit Mai 2009 steht Peter Aicher als Präsident an der Spitze der bayerischen Holzbauverbände. Nach Abschluss der Meisterschule übernahm Peter Aicher 1984 den elterlichen Betrieb in Halfing. Bis heute hat er diesen zu einem führenden Holzbauunternehmen der Region mit nunmehr 30 Beschäftigten ausgebaut. Ungeachtet dessen versteht sich sein Unternehmen nach wie vor als Familienbetrieb, dessen Entwicklung auf Innovation, Ausbildung und Organ von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister Wertschätzung beruht. Seit Übernahme des elterlichen Betriebs engagiert sich Aicher zudem in der Zimmerer-Innung Rosenheim, die er seit 1995 als Obermeister anführt. Für Aicher ist die Qualifikation „Meisterhaft“ eine wichtige Orientierungsmarke für die potenziellen Bauherren. „Wir Innungsbetriebe müssen für Vertrauen und Sicherheit stehen“, sagte Aicher bei der Innungsversammlung. Er freute sich daher besonders, dass er 62 Mitgliedsbetriebe mit dem Zertifikat – drei, vier und fünf Sterne – ▪ auszeichnen konnte. V Verband aktuell Aus den Landesverbänden Verband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Baden-Württemberg Sonnige Aussichten Als vollen Erfolg konnten Veranstalter den diesjährigen Landesholzbautag am 26. September 2009 verbuchen. Bei strahlendem Spätsommerwetter lag Rottweil fest in Zimmererhand: Überall waren Holzbauer in Kluft zu sehen. ▴▴Zimmererklatsch auf dem Münsterplatz: An die 100 Holzbauer in Kluft boten ein schönes und eindrucksvolles Bild er Wettergott meinte es gut mit den Zimmerern und Holzbauern Baden-Württembergs: Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich am 26. September 2009 gut 360 von ihnen zum Zimmerertreff auf dem Münsterplatz in Rottweil. Zimmererbier, Zimmererklatsch und Zimmererkluft Der Auftakt zum Landesholzbautag war nicht zu übersehen: Viele Einwohner der Stadt der Badischen Fasnet blieben nach ihren Samstagseinkäufen stehen und staunen, was es alles zu sehen gab: Zimmererbier, Zimmererklatsch und vor allem Zimmerer in Zimmererkluft, so weit das Auge reichte. Besonders gut punktete die Verlosung von fünf robusten VI Spielhäusern aus Holz unter den Kindergärten aus der Region: Die Kindergärten, die mit den meisten Kindern vor Ort auf dem Münsterplatz waren, konnten sich über die Klettergeräte freuen. Eines der Häuser ging als Geschenk an einen Kindergarten im italienischen L´Aquila, einer von vier Partnerstädten Rottweils. ▴▴Bei der Anreise verbrauchten die Zimmerer so wenig CO2 wie möglich hat seinen Ursprung in der Forstwirtschaft“, sagte er. Der Holzbau leiste ein besonders großen Beitrag zur Nachhaltigkeit, denn Holz ist gut und Holz tut gut. „Mit dem Baustoff Holz lassen sich die Konjunkturpakete der Regierung schnell und kostengünstig umsetzen“, ist sich Schlosser sicher. Seiner Meinung nach sind Zimmerer die Klimaschützer Nummer 1. Der Holzbau stelle sich der Verantwortung mit innovativen, preisgünstigen, gesunden und umweltfreundlichen Konstruktionen. Das Bauen mit Holzwerkstoffen ist Umweltschutz. In Baden-Württemberg liege die Holzbauquote bei 23,9 %, so hoch wie sonst nirgends in Deutschland. Der Bundesdurchschnitt liege bei 14,7 %. Das Zimmererhandwerk leiste also einen großen Beitrag zu eben den Zielen, die die Politik gegenwärtig propagiere. „Das leistet unser Handwerk aber teilweise unter unzumutbaren Rahmenbedingungen“, Holz ist gut und tut gut Josef Schlosser, Präsident des Verbandes des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Baden-Württemberg, begrüßte die Teilnehmer: „Der Begriff Nachhaltigkeit ▸▸Zahlreiche Denkanstöße gab Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen den Zuhörern mit auf den Weg mikado 11.2009 Mackowiack D mikado mikado Zimmerer sind Klimaschützer Nummer 1 Verband aktuell Aus den Landesverbänden prangerte Schlosser an, „seit Jahren werden unseren Betrieben Erleichterungen bei den Bürokratielasten, bei den Abgabelasten oder bei der Sicherung von Forderungen in Aussicht gestellt.“ sei die Vorverlegung der Sozialversicherungsbeiträge. Dieses „Monstrum“ müsse so schnell wie möglich rückgängig gemacht werden. Seinen Dank richtete Schlosser unter anderem an die Landesregierung für die konsequenten Bemühungen um eine vermehrte Verwendung des Baustoffs Holz. Schlosser fordert mehr Mut von der Regierung Positive Aussichten Auf der nachmittäglichen Veranstaltung in der Rottweiler Stadthalle stellte Schlosser das Konjunkturbarometer 2009 vor. An der Konjunkturumfrage des Verbandes beteiligten sich mehr als 200 Betriebe. Bewerteten noch im März diesen Jahres 12,8 % ihre allgemeine Auftragslage als „top“, waren es im September sogar 35,6 %. Beim öffentlichen Bauen war festzustellen, dass das Konjunkturpaket II bei den Zimmerern in Baden-Württemberg ankommt. Die Nachfrage im Holzhausbau sei stabil, der Wohnungsbau habe jedoch nachgelassen. Dafür ziehe die energetische Sanierung an. ▾▾Zum Festabend lud Matthias Krauss (r.) in die „heiligen“ Werkhallen von Mafell. Als Dankeschön gab`s einen Timmy vom Präsidenten ▸▸Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSUFraktion, nutzte einen Tag vor der Bundestagswahl die Gelegenheit, die Zimmerer in seinem Wahlkreis zu begrüßen „Hier ist ganz klar unser Markt“, bestätigte Schlosser den Trrend. 63,1 % der Befragten sind mit den Preisen, die sie erzielen können, zufrieden. Die Zahlungsmoral, in der Regel ein Zeichen für Qualität und optimale Abwicklung, beurteilen die Zimmereiunternehmen in Baden-Württemberg als gut. Bei der Entwicklung der gesamtbetrieblichen Aussichten ist Optimismus pur angesagt: 12,5 % beurteilen ihre Situation als „top“, 70,6 % als „ok“. Die Mitarbeiterzahlen bleiben konstant, die Ausbildungsbereitschaft liegt bei 61,3 % mit „sicher ja“, 25 % bei „eventuell ja“, 11,2 % bei „eher nein“ und 2,5 % bei „sicher nein“. Schlosser warnte vor Fachkräftemangel und bat seine Kollegen, noch mehr auszubilden. „Es wird die Zeit kommen, da haben wir Aufträge, aber keine Facharbeiter mehr“, sagte Schlosser. Der Auftragsbestand liegt bei 9,67 Wochen. Augenscheinlich meint es nicht nur der Wettergott gut mit den Zimmerern in Bacv ▪ den-Württemberg. Organ von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister mikado Mackowiack „Die steuerlichen Anreize für legale Arbeiten, wie z.B. den Steuerbonus für Handwerkerleistungen oder die Umstellungen auf die Ist-Versteuerung, sind zwar ein guter Ansatz, sollten aber mutiger ausgestaltet werden“, verlangte Schlosser. „Seit Jahren fordern wir einen reduzierten Mehtrwertsteuersatz auf Bauleistungen sowie verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten, um auch dem Neubau wieder neue Impulse geben zu können und um die Schwarzarbeit am Bau einzudämmen. Was andere Ländern erfolgreich umgesetzt haben, kann bei uns nicht völlig falsch sein“, mahnte er. Ein großes Ärgernis für die kleinen Betriebe mikado ▸▸Ullrich Huth, Vorsitzender Holzbau Deutschland ▸▸ Klaus-Dieter Rapp, Obermeister der Innung Rottweil mikado mikado ◂◂Präsident Josef Schlosser eröffnete den Zimmerer-Treff auf dem Münsterplatz VII Verband aktuell Verbände & Vereinigungen Leistungspartner des Zimmererhandwerks Neuer Partner nutzt die Energie am Dach systaic AG Die systaic AG gehört seit Kurzem zu den Leistungspartnern des Zimmererhandwerks. Die systaic-Energiedachsysteme bieten zukunftsweisende Lösungen für das Dach inklusive einer eigenständigen Energieversorgung für das Gebäude an. I nnenstadt Düsseldorf: Unweit der Königsallee, inmitten von Banken, Versicherungen und großen Medienhäusern, hat die systaic AG ihren Firmensitz. Es weht ein wenig der Hauch der „new economy“ durch die Räumlichkeiten. Doch damit hat systaic nichts zu tun. Das im Jahr 2004 gegründete Unternehmen entwickelt am Düsseldorfer Standort ebenso handfeste wie innovative Produkte rund ums Dach und versteht sich damit als enger Partner des „Bedachungshandwerks“ – wie es im VIII Geschäftsbericht für das Jahr 2008 heißt. „Aus diesem Grund haben wir uns auch entschieden, Leistungspartner zu werden“, erklärte Michael Pack, Vorsitzender des Vorstandes der systaic AG, bei einer Unternehmensvorstellung in Düsseldorf. „Denn mit unseren innovativen Dachlösungen sehen wir uns als eine hervorragende Ergänzung der Produktpalette der Leistungspartner des Zimmererhandwerks.“ Vor fast zehn Jahren hat sich dieser Zusammenschluss namhafter Hersteller von mikado 11.2009 Baustoffen, -elementen sowie Zimmereimaschinen mit dem Verband Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister gegründet und unterstützt die Innungsbetriebe in der Verbandsorganisation von Holzbau Deutschland durch schlagkräftige Maßnahmen im Bereich Marketing und Bildung. Die systaic AG bietet mit ihren Energiedachsystemen ein Konzept zur eigenständigen Energieversorgung von Gebäuden an. Der vielfach in der Holzbaubranche verwendeten Aussage „vom Schutzdach zum Nutzdach“ hat sich systaic vollständig angenommen und eine Lösung entwickelt, welche die klassischen Dachziegel gänzlich ersetzt. Im Jahr 2007 kam das Energiedach nach dreijähriger Entwicklungsarbeit auf den Markt und fügt sich heute als Solarenergielösung optisch ansprechend in den Neubau oder bei einer Dachsanierung ein. „Wir haben unser Energiedach als Komplettdach konzipiert, es ist eine stilvolle und sich selbst amortisierende Alternative zu herkömmlichen Dachmaterialien“, so Vorstandsvorsitzender Michael Pack. systaic hat die Solargeneratoren als sichtbaren Bestandteil des Gebäudes konzipiert. Als Bauelement übernimmt die Fotovoltaik- Applikation konstruktive Aufgaben und ermöglicht dem Zimmerer durch das Prinzip von „Click & Connect ohne Kabel“ eine einfache Handhabung und schnelle Montage. Mit einem gewissen Stolz berichtet Michael Pack von den bisherigen Erfolgen. Aufgrund des gelungenen Designs, aber auch wegen seiner Effizienz und baulichen Vorteile hat das Dach zahlreiche Architektur- und Innovationspreise eingeheimst. Und auch in der Praxis hat sich das Dach bewährt. Anzeichen für weitere Erfolge sind bereits vorhanden. systaic lässt mit der Forschungsarbeit nicht nach. Neueste Komponente im Energiedach ist die Zuführung der fotovoltaischen Abluft in ein Wärmepumpensystem, um es für die Raumwärme und das Warmwasser zu nutzen. Und so lautet die Rechnung, wie viele systaic-Energieeinheiten auf das Dach eines Zwei-PersonenHaushaltes müssen: 33 Stück. Dann sind die Bewohner unabhängig von fossilen Brennstoffen mit Wärme und Elektrizität versorgt. In Zeiten des Klimawandels wird diese Art der Nachhaltigkeit auch beim Bau stetig steigen. systaic ist mit dem eigenen Produktionsstandort im bayerischen Landsberg bestens für die Nachfrage www.systaic.de ▪ gerüstet.