Zürich, Museumstrasse 2, Landesmuseum Zürich, Sanierung

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10 Kultur und Denkmäler
Zürich, Museumstrasse 2
Landesmuseum Zurich
̈
Sanierung Bahnhoffluge
̈ l Haustechnik
Bauherrschaft
Bundesamt für Bauten und Logistik, Bern
Nutzer
Bundesamt für Kultur BAK, Bern
Generalplaner
ARGE Generalplaner SLM Zürich
Christ & Gantenbein AG, Proplaning AG, Basel
Architektur
Christ & Gantenbein Architekten ETH SIA BSA, Basel
Fachplaner
Bauingenieur
Elektroingenieur
HLKKS-Ingenieur
Bauphysik
Sicherheit
Brandschutz
Tageslichtplaner
Kunstlichtplaner
Fassadenplaner
Lüftungszentrale
Abluft Bahnhofflügel
Lüftungszentrale
Zuluft-Abluft
Südwest-Ecke
APT Ingenieure GmbH, Zürich/Bonomo Engineer, Rüdlingen
Herzog Kull Group, Aarau
Stokar + Partner AG, Basel
Bakus Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich
Amstein + Walthert AG, Zürich
Schweizerisches Institut zur Förderung der Sicherheit, Zürich
Institut für Tageslichttechnik, Stuttgart
LichtKunstLicht AG, Bonn/d’lite lichtdesign, Zürich
Emmer Pfenninger Partner AG, Münchenstein
Text
Sue Lüthi, Hochparterre, Zürich
Fotografie
Roman Keller, Zürich/Christ & Gantenbein, Basel
Schemaschnitt
Haustechnikzentralen
und Leitungsführung
Energiezentrale
Heizen /Kühlen
Lüftungszentrale
Zuluft Bahnhofflügel
H‰ringsplatz
Geschichte und Ausgangslage
Mit dem Entscheid der Eidgenossenschaft für ein
Schweizerisches Landesmuseum in Zürich begann
1891 ein bauliches Abenteuer. Während beim
Architekten Gustav Gull auf den Zeichnungstischen
noch die Ausbaupläne aufgespannt waren, fuhren
auf dem Bauplatz an der prominenten Lage zwischen dem Hauptbahnhof und dem Platzspitzpark
bereits die Lastwagen vor. Das Gebäude im historisierenden Baustil ist wegen seiner städtebaulichen Stellung und seiner Architektur ein Denkmal
von nationaler Bedeutung. Es weist 281 Räume
auf, jeder anders in der Grösse, mit unterschiedlichen Fenstern und verschiedenen Raumhöhen.
Ebenso vielfälltig haben die Unternehmer die
Materialien eingesetzt: Für die Wände kamen
Sand- und Backstein, Tuff, Granit und Kalkstein
zum Einsatz, in den Untergeschossen zeugen verschiedene Konstruktionen wie Gewölbe- oder
Betondecke, Unterzüge, Stahlstützen und Hourdissteine von der Übergangszeit im Bauen. Doch das
Auge wird getäuscht: Bis auf die Fassadensteine
ist fast alles verkleidet und verputzt, die Massivbauweise vorgetäuscht. Seit der Erstellung war
die Tragkonstruktion mangelhaft, so dass das
Gebäude verstärkt werden musste. Diese Situation, die veraltete Haustechnik und den Wunsch,
neben dem Neubau auch das alte Gebäude
wieder voll bespielen zu können, veranlassten
die Bauherrschaft zu einer Sanierung in Etappen.
Als erstes war der Bahnhofflügel an der Reihe.
Sanierung Bahnhofflügel
Die erste Etappe erstreckt sich über das gesamte
Sockelgeschoss und ab dem Erdgeschoss auf den
Bahnhofflügel. Damit das ganze Gebäude zusammenhält, haben die Planer die Gewölbedecken
im Sockelgeschoss unterbetoniert, sodass sie neu
auch eine Tragfunktion übernehmen. Für neue
Wasser-, Elektro und Klimaleitungen entstand unter
dem Haus ein grosser Leitungskanal, bereit auch
für die späteren vertikalen Anschlüsse bei den
nächsten Umbauetappen. Für die Erdbebensicherheit waren vor allem Massnahmen wie das
verankern der Decken in den Wänden nötig.
Neue Fluchtwege und Brandabschnitte wurden
geschaffen, mehr Ausgänge und ein neues
Fluchttreppenhaus. Klimatisiert sind vorab die
Ausstellungszonen Ruhmes- und Säulenhalle.
Sonst erfolgt die Wärmeabgabe über Heizkörper und Konvektoren. Das Gebäude energietechnisch aufzurüsten war wegen des Denkmalschutzes nur bedingt möglich. So erhielt das
Gewölbe unter der Ruhmeshalle eine Wärmedämmung und die nachgebauten historischen
Fenster zusätzlich eine von innen aufgesetzte
Isolierverglasung mit Sonnenschutz, sodass
Fenster und Dach nun den Wärmeschutzvorschriften entsprechen. Die Fassade blieb aus
architektonischen und denkmalschützerischen
Gründen in ihrem ursprünglichen Zustand.
Energieleitungskanal
Grundriss
Energieleitungskanal
im Sockelgeschoss
einbetonierte Leitungen
(Stichkanäle)
Energieleitungskanal
Ein neuer Verteilungskanal unter dem Haus
erleichtert die haustechnische Versorgung. Der
betonierte Schacht führt unter der gesamten
Gebäudeabwicklung hindurch und erschliesst
das Gebäude auch für die späteren Bauetappen.
Grundmengen
nach SIA 416
Gebäudevolumen
41 280 m3
Geschossfläche total 6 960 m2
Nutzfläche /Geschossfläche
Verkehrsfläche / Hauptnutzfläche
56 %
25 %
Geschosse 7
Kosten CHF
1
2
4
5
9
Vorbereitung
Gebäude
Umgebung
Baunebenkosten
Ausstattung
Anlagekosten
637 000
41 120 000
95 000
1 204 000
1 000 000
44 056 000
21
22
23
24
25
26
27
28
29
Rohbau 1
Rohbau 2
Elektroanlagen
HLKK
Sanitäranlagen
Transportanlagen
Ausbau 1
Ausbau 2
Honorare
10 211 000
5 689 000
5 386 000
3 055 000
269 000
384 000
7 315 000
2 038 000
6 773 000
Kennwerte Gebäudekosten SIA 416
BKP 2/m3 GV
1 000
BKP 2/m2 GF
5 910
Baukostenindex espace Mittelland,
Neubau Bürogebäude
Oktober 2008
128.2
Basis Oktober 1998 100.0
Termine
Planungsbeginn Juni 2003
Baubeginn August 2005
Bauende Februar 2009
Energieleitungskanal
im Sockelgeschoss
während der Bauphase
Gebäudehülle
Eine wärmetechnische Verbesserung brachten
die neuen Fenster mit raumseitiger Isolierverglasung und die Wärmedämmung in der
Kuppel über der Ruhmeshalle und in den Dachräumen der Südwest-Ecke. An der Aussenfassade wurde aus denkmalpflegerischen und
architektonischen Gründen nichts verändert.
Ruhmeshalle
Die Raumkonditionen in den Ausstellungsräumen sind massgebend für die Auswahl
der Exponate und die möglichen Leihgaben.
Säulen- und Ruhmeshalle werden als wichtigste Ausstellungsräume im Bahnhofflügel
klimatisiert. Die Anlage mit einem 0.5-fachen
Luftwechsel pro Stunde dient der Kühlung
sowie der Be- und Entfeuchtung. Die Luft
wird über den Energieleitungskanal und
vertikale Schächte in die Brüstungselemente
unterhalb der Fenster gebracht, von wo sie in
den Raum geblasen wird. Zur zusätzlichen
Aktivierung der Gebäudemasse wurde der
neue Boden der Ruhmeshalle als thermoaktives Bauteil zum Heizen und Kühlen ausgeführt.
Ansicht Innenfenster Säulenhalle
(ohne Brüstungsverkleidung)
Neues Kastenfenster in der Säulenhalle mit
Öffnungsmechanismus zum Öffnen der Brustu
̈ ngsverkleidung
1
2
Aussenfenster Säulenhalle mit Sonnenschutz (ohne Brüstungsverkleidung)
3
4
Ruhmeshalle mit neuem Boden und Brustungsverkleidungen
̈
5
6
7
Verlegung der Elektrorohre
im neuen Boden der Ruhmeshalle
8
9
10
Schnitt neues Kastenfenster in der Säulenhalle
thermoaktivierter Boden in neuer Decke (Heiz-/ Kühlrohre)
2
neue Gewölbedecke zwischen Ruhmes- und Säulenhalle
3
beweglicher Sonnenschutz
4
neues Aussenfenster mit Einfachverglasung und Lüftungsfuge
5
neues Innenfenster mit Isolierverglasung
6
Metallunterkonstruktion für Innenfenster und Sonnenschutzstoren
7
Position Brüstungsverkleidung offen
8
Brüstungsabdeckung mit Lüftungsschlitzen für Klimatisierung
9
Klimagerät (Heizen / Kühlen)
10
Leitung für Klimagerät
11
Dämmpaneel
12
luftdichte Blechabschottung
13
13
Öffnungsmechanik
14
Elektroauslässe
14
15
16
15
motorisierte Storenwalze
11
12
Neuer Haustechnikschacht
in der Ruhmeshalle
1
16 Blechabdeckung mit Quellluftauslass
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