20120412_Bericht_Fluhweg DEF - Mieter Baugenossenschaft

Werbung
Projektwettbewerb für eine Neubebauung
"Fluhweg / Neudorfstrasse", Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Projekt FOUR SISTERS von Esch Sintzel Architekten
Suter • von Känel • Wild • AG
Orts- und Regionalplaner FSU sia
Baumackerstr. 42 Postfach 8050 Zürich
Telefon 044 315 13 90
Fax 044 315 13 99
[email protected]
34393 – 12.4.2012
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Veranstalterin
Mieterbaugenossenschaft Wädenswil
Bearbeitung
Suter • von Känel • Wild • AG
Alwin Suter, Projektleiter
Julia Wienecke, Sachbearbeiterin
2
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
1. Einleitung
5 2. Aufgabenstellung
6 2.1 Baurechtliche Vorgaben
2.2 Projektanforderungen
2.3 Wirtschaftlichkeit und Energie
3. Preisgericht
9 4. Beurteilung
10 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 4.6 4.7 4.8 4.9 Beurteilungskriterien
Vorprüfung
Erster Teil der Beurteilung am 2. 4. 2012
Vertiefte Vorprüfung und Vorbereitung Jurierung zweiter Teil
Zweiter Teil der Beurteilung vom 12. 4. 2012
Rangierung und Preiszuteilung
Gesamtbild
Empfehlung des Preisgerichts
Ermitteln der Verfasser
5. Projektbeschriebe
Projekt FOUR SISTERS, 1. Rang
Projekt LORELEI, 2. Rang
Projekt OLGA, 3. Rang
Projekt fridolin
Projekt Moränenbogen
Projekt Positano
Projekt TICK TRICK TRACK
Projekt Quartett
3
6 6 7 10 10 11 12 13 13 13 14 15 17 18 24 28 32 36 40 44 48 6. Genehmigung
53 7. Anhang
54 Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
4
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
1. Einleitung
Ausgangslage
Die Mieter-Baugenossenschaft Wädenswil ist Eigentümerin der
Wohnbebauung Fluhweg und Neudorfstrasse (Kat. Nrn. 6021,
9663 und 4233). Auf Grund der baulichen Struktur und des
Zustandes der Gebäude lässt sich diese Wohnbebauung nicht
mehr mit vernünftigem Aufwand sanieren. Sie soll deshalb
durch eine zeitgemässe Neubebauung ersetzt werden.
Ziele des Wettbewerbes
Die Mieter-Baugenossenschaft sucht ein überzeugendes, zeitgemässes Konzept für eine Neubebauung und führt zu diesem
Zweck den nachfolgend beschriebenen Projektwettbewerb
durch.
Innerhalb des Planungsperimeters soll eine Gesamtüberbauung
mit hoher Siedlungsqualität in zeitgemässer Architektur entstehen. Die Grün- und Freiräume sind ansprechend und für
unterschiedliche Zwecke zu gestalten, um eine hohe Siedlungsund Wohnqualität zu erreichen.
Situation
5
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
2. Aufgabenstellung
2.1
Baurechtliche Vorgaben
Dreigeschossige
Wohnzone
Die Liegenschaften liegen in der Wohnzone W3 / 55%.
Nutzungsberechnung
Die anrechenbare Landfläche beträgt 6'460 m2, was folgende
Nutzflächen ermöglicht:
•
•
Grundnutzung 55%
Zuschlag bei Arealüberbauung
Nutzflächen in DG und/oder UG (nicht
anrechenbar) je nach Bauform geschätzt
Total gerundet
3'553 m2
355 m2
•
Arealüberbauung
1'500 m2
5'400 m2
Die Überbauung muss die Qualität einer Arealüberbauung aufweisen, sodass der Arealüberbauungsbonus beansprucht werden kann. Ob das gemäss Arealüberbauungsvorschriften zulässige vierte Vollgeschoss realisiert werden soll, wird den Teilnehmenden überlassen.
Alle Wohnungen sind in der Regel mit Lift zu erschliessen. Die
gesetzlichen Anforderungen an eine behindertengerechte Bauweise sind zu erfüllen.
2.2
Anforderungen an die
Wohnungen
Projektanforderungen
Angestrebt wird ein für Familien attraktives, generationenübergreifendes Wohnen.
Die Anforderungen an das alters- und behindertengerechte
Bauen sind einzuhalten.
Wohnungen bis 3.5 Zimmer müssen eine Nasszelle, ab 4.5
Zimmer zwei Nasszellen haben. Eine Nasszelle muss so dimensioniert sein, dass ein Waschturm eingebaut werden kann.
In den Wohnungen ist genügend Stauraum vorzusehen.
Ein gewisser Anteil an Attikawohnungen ist erwünscht. Bei solchen Wohnungen sind gedeckte Sitzplätze vorzusehen.
Jeder Wohneinheit ist ein grosszügiger und attraktiver privater
Aussenraum (Balkon, Terrasse, Gartensitzplatz) zuzuordnen.
Dabei soll die Balkontiefe mindestens 2.5 m betragen.
Maisonette-Wohnungen sind keine vorzusehen.
6
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Wohnungsspiegel
Die Neubebauung Fluhweg soll im Gesamtinteresse der Genossenschaft folgenden Wohnungsspiegel aufweisen:
• 3.5-Zimmer-Wohnungen
ca. 20%
• 4.5-Zimmer-Wohnungen
ca. 70%
• 5.5-Zimmer-Wohnungen
ca. 10%
Die Zimmergrösse muss mindestens 12 m2 betragen.
Bestehende Bauten
Die bestehenden Bauten sind abzubrechen.
Erschliessung
Die Erschliessung soll soweit als möglich ab der Neudorfstrasse
erfolgen. Untergeordnete Anschlüsse an den Büelenweg sind
denkbar. Die Dahlienstrasse ist nur als Fussgängerverbindung
zu nutzen. Der Fluhweg (privat) kann aufgehoben werden.
Geologie
Den geologischen Verhältnissen ist gemäss dem geologischen
Gutachten Rechnung zu tragen.
Parkierung
Die Zahl der Pflichtparkplätze richtet sich nach der Bauordnung
Wädenswil. Die Pflichtabstellplätze sind unterirdisch oder überdeckt anzuordnen, sofern die Anforderungen die für Arealüberbauungen gelten erfüllt sind. Es sind pro Wohnung rund 1.3 Abstellplätze vorzusehen, sofern dies wirtschaftlich vertretbar ist.
Es sind genügend Räume für Velos, Kinderwagen usw. einzuplanen. Pro Wohnung muss Platz für mindestens zwei Velos
vorhanden sein. Ein wesentlicher Teil dieser Plätze muss abschliessbar sein.
Spielplatz
Gemeinschaftsplatz
Es ist ein Spielplatz / Gemeinschaftsplatz einzuplanen. Die
Grösse richtet sich nach der Bauordnung.
2.3
Wirtschaftlichkeit
Wirtschaftlichkeit und Energie
Auf Grund der Zielsetzungen der Genossenschaft werden bezüglich Wirtschaftlichkeit folgende Parameter vorgegeben:
• Landpreis:
Fr. 750.- pro m2
• Bruttorendite:
4.75%
7
•
Wohnungsgrössen:
3.5-Zimmer-Wohnungen
4.5-Zimmer-Wohnungen
5.5-Zimmer-Wohnungen
•
Anzustrebende Monatsmieten (ohne Nebenkosten):
3.5-Zimmer-Wohnungen
Fr. 1’850.4.5-Zimmer-Wohnungen
Fr. 2’200.5.5-Zimmer-Wohnungen
Fr. 2’500.-
Suter • von Känel • Wild • AG
Netto-Flächen
85 - 95 m2
105 - 115 m2
über 115 m2
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Wirtschaftlichkeit
Anzustrebende Monatsmieten ohne Landanteil (plus Nebenkosten):
•
2.5-Zimmer-Wohnungen
Fr. 1'300.- (+ 115.-)
•
3.5-Zimmer-Wohnungen
Fr. 1'800.- (+ 165.-)
Die Unterhaltskosten für die Bauteile, welche langfristig Bestand haben sollen, müssen möglichst niedrig sein.
Energiestandard
Die Bauten müssen mindestens den Minergie-Standard erfüllen. Eine Bauweise mit ressourcenschonenden Baumaterialien wird angestrebt.
Es ist eine Erdsonden-/Wärmepumpenheizung einzuplanen.
Anzustreben sind Sonnenkollektoren für die Warmwasseraufbereitung.
Realisierung
Eine Realisierung vorausgesetzt, soll die Überbauung ohne
Etappen realisiert werden.
8
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
3. Preisgericht
Das Preisgericht setzt sich wie folgt zusammen:
Vertreter der Veranstalterin
•
•
•
Fritz Treichler, Präsident der Genossenschaft (Vorsitz)
Ernst Gygli, Mitglied VK
Hans Zbinden, Mitglied VK
Fachpreisrichter
•
•
•
•
Hans Peter Bigler, tech. Arch. IBZ
(1. und 2. Jurytag entschuldigt)
Beat Jordi, dipl. Arch ETH, BSA, sia
Bettina Neumann, Architektin ETH, BSA, sia
Jakob Steib, dipl. Arch ETH, BSA, sia
Ersatzpreisrichter
•
Alwin Suter, Raumplaner FSU sia
Berater und Experten ohne
Stimmrecht
•
•
•
•
Otto Wyss, Geschäftsführer
Rolando Guglielmetti, Mitglied VR
Karl Bachmann, Stadtingenieur von Wädenswil
Mauro Cerrato, Perolini Baumanagement, Baukostenplaner
Eingeladene
Die Baugenossenschaft hat folgende acht Architektenteams zur
Teilnahme eingeladen:
• Dachtler Partner AG
• Esch Sintzel Architekten GmbH
• Guignard & Saner Architekten ETH SIA
• Ruedi Hatt Architekt HTL
• Hotz Partner AG
• Ruppeiner Deiss Architekten GmbH
• Adrian Streich Architekten AG
• Von Ballmoos Krucker Architekten AG
9
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
4. Beurteilung
4.1
Beurteilungskriterien
Beurteilungskriterien
Für die Beurteilung gelten die folgenden Kriterien:
• ortsbauliche Eingliederung
• architektonischer Ausdruck
• Qualität und Funktionalität der Wohnungsgrundrisse
• Qualität der Aussenräume
• Wirtschaftlichkeit
Die Reihenfolge der Kriterien bedeutet keine Gewichtung.
Das Preisgericht hat aufgrund der aufgeführten Beurteilungskriterien eine Gesamtwertung vorgenommen.
4.2
Vorprüfung
Beteiligte
Die Vorprüfung der Rahmenbedingungen und der baurechtlichen Aspekte hat das Planungsbüro Suter • von Känel • Wild •
AG vorgenommen.
Eingegangene Arbeiten
Die acht fristgerecht eingegangenen Arbeiten tragen folgende
Kennworte:
•
TICK TRICK TRACK
•
Moränenbogen
•
Quartett
•
FOUR SISTERS
•
Positano
•
fridolin
•
OLGA
•
LORELEI
Formelle Vorprüfung
Alle eingereichten Projekte haben die formellen Anforderungen
(Abgabetermin, Vollständigkeit der Unterlagen) erfüllt.
Das Preisgereicht beschliesst, alle Arbeiten zur Beurteilung zuzulassen.
Materielle Vorprüfung
Die materiellen Anforderungen sind nicht von allen Teilnehmenden vollumfänglich eingehalten worden.
•
Ein Teil der Projekte überschreitet die zulässige Gebäudehöhe.
•
Bei mehreren Projekten ist der Grenzabstand verletzt, weil
der Mehrhöhenzuschlag nicht beachtet wird.
Einige Projekte weisen nicht die geforderte Parkplatzanzahl
auf.
In einem Projekt sind nicht alle Lifte mit der Tiefgarage verbunden, folglich sind auch nicht alle Wohnungen direkt an
•
•
10
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
die Tiefgarage angeschlossen. Es muss in einem Zwischengeschoss von einem Lift in den nächsten umgestiegen werden.
•
In einem Projekt wird der Strassenabstand zur Neudorfstrasse unterschritten.
Ein Projekt weist zu geringe Balkontiefen auf.
•
4.3
Erster Teil der Beurteilung am 2. 4. 2012
Das Preisgericht tritt am 2. April 2012 zum ersten Teil der Beurteilung zusammen. Weil Hanspeter Bigler nicht teilnehmen
kann, amtet Alwin Suter als Ersatzpreisrichter.
Vorstellungsrunde
Zulassung
zur Preiserteilung
In einer Vorstellungsrunde stellen die Jurymitglieder die Projekte dem gesamten Preisgericht wertungsfrei vor. Das Ziel ist,
die Arbeiten kennen zu lernen und die Absichten der Verfassenden zu verstehen.
Das Preisgericht nimmt im Rahmen dieser Vorstellungsrunde
von den Verstössen Kenntnis und beschliesst, dass alle Projekte für eine Preiserteilung zugelassen werden. Die Verstösse
werden als nicht derart schwerwiegend beurteilt, zumal sie sich
in einer Weiterbearbeitung ohne konzeptionelle Veränderungen
beheben lassen.
1. wertender Rundgang
In einem ersten wertenden Rundgang werden diejenigen Projekte ausgeschieden, die trotz interessanten Vorschlägen bezüglich ortsbaulicher Setzung oder bezüglich Wohnungsqualität
diese Teilaspekte nicht zu einer überzeugenden Gesamtidee
zusammen führen konnten. Die Begründungen ergeben sich
aus den wertenden Berichten unter Ziffer 5.
Es sind dies folgende Projekte:
•
•
•
•
2. wertender Rundgang
TICK TRICK TRACK
Quartett
Moränenbogen
fridolin
In einem zweiten Rundgang wird die Projektauswahl überprüft.
Aufgrund der unterschiedlichen Qualität der verbleibenden Projekte hinsichtlich der Projektausarbeitung bzw. der konsequenten Umsetzung der Projektidee wird ein weiteres Projekt ausgeschieden.
Es handelt sich um das Projekt:
•
11
Positano
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Engere Wahl
Die verbliebenen Projekte bilden die engere Wahl, die wegen
ihrer hohen Gesamtqualität vertieft beurteilt und rangiert werden.
Es sind dies folgende Projekte:
•
OLGA
•
FOUR SISTERS
•
LORELEI
4.4
Vertiefte Vorprüfung und Vorbereitung
Jurierung zweiter Teil
Inhalt
Die Zeit bis zum zweiten Teil der Beurteilung wurde genutzt, um
die vertiefte Beurteilung vorzubereiten. Dies betrifft die Aspekte
Wirtschaftlichkeit und Minergie-Tauglichkeit.
Prüfung Wirtschaftlichkeit
Die Wirtschaftlichkeit der Projekte der engeren Wahl wurde
nach dem ersten Jurytag durch das Büro Perolini Baumanagement, Baukostenplaner beurteilt. Um die Vergleichbarkeit der
Projekte bezüglich Wirtschaftlichkeit zur gewährleisten, wurden
die Projekte unter der Annahme einer einheitlichen Materialisierung und Fassadenkonstruktion berechnet.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass alle drei Projekte
wirtschaftlich plausible Lösungen und gute Kennwerte aufweisen. Das Projekt OLGA erweist sich im Vergleich als das kostenintensivste. Während das Projekt LORELEI die besten Kennwerte aufweist, erreicht aufgrund der höheren Wohnungsanzahl
nur das Projekt FOUR SISTERS die anvisierte Bruttorendite
und stellt somit gesamtwirtschaftlich das überzeugendere Ergebnis dar.
Prüfung
Minergie-Tauglichkeit
Parallel zur Wirtschaftlichkeitsprüfung wurden die Projekte der
engeren Wahl durch die Stadt Wädenswil auf ihre MinergieTauglichkeit hin geprüft. Der Minergiestandard ist Voraussetzung für eine erhöhte Ausnutzung gemäss Arealüberbauung.
Grundsätzlich sind alle drei Projekte minergietauglich. Das Projekt LORELEI weist bezüglich der Gebäudegeometrie die
besten Kennzahlen auf. Auch die natürliche Besonnung der
Wohnungen ist in diesem Projekt sehr gut gelöst. Das Projekt
FOUR SISTERS löst die Besonnung für ¾ der Wohnungen sehr
gut, wohingegen im Projekt OLGA die unteren Wohnungen in
den fingerartigen Gebäudeteilen am Morgen und am Abend
teilweise schlechter besonnt werden.
12
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
4.5
Zweiter Teil der Beurteilung
vom 12. 4. 2012
Unterlagen
Für den zweiten Teil der Jurierung liegen die Ergebnisse der
vertieften Vorprüfung und der Juryberichtentwurf inklusive der
acht Projektbeschriebe vor.
Ablauf
Das Preisgericht setzt sich anhand der Beschriebe erneut intensiv mit den Projekten auseinander. Die städtebauliche Setzung,
die Qualität der Wohnungen, die Minergie-Tauglichkeit und die
Wirtschaftlichkeit sind die massgeblichen Beurteilungskriterien.
Kontrollrundgang
Nach der Beratung über die Rangierung überprüft das Preisgericht in einem Kontrollrundgang die Einstufung aller Projekte.
Die Einstufung der Projekte wird bestätigt.
4.6
Rangierung und Preiszuteilung
Nach intensiver Diskussion beschliesst das Preisgericht einstimmig die nachfolgend beschriebene Rangierung und Preiszuteilung. Für die Begründung wird auf die ausführlichen Beschriebe verwiesen, die im Kapitel 5 festgehalten sind.
Entschädigung
Dem Preisgericht stehen insgesamt Fr. 100'000.- als Preissumme zur Verfügung (inkl. MwSt). Alle Projekte haben zur
Meinungsbildung beigetragen, allen Teilnehmenden ist für Ihre
Arbeiten eine Entschädigung von je Fr. 8'000.- auszuzahlen.
Preise
Mit dem verbleibenden Betrag von Fr. 36'000.- werden die
rangierten Projekte für ihre Beiträge wie folgt prämiert:
Rangierung
Kennwort
1. Rang
FOUR SISTERS
20’000.-
2. Rang
LORELEI
10’000.-
3. Rang
OLGA
4.7
Lösungsspektrum
Preise Fr.
6’000.-
Gesamtbild
Die Projekte zeigen ein weites Spektrum an Lösungsansätzen
auf. Zudem weisen die Projekte in Bezug auf die Ausnützung
eine grosse Spannbreite auf. Dies wird insbesondere an den
unterschiedlich grossen Wohnungszahlen (34 bis 49 Stück)
deutlich. Siehe tabellarischer Projektvergleich im Anhang.
13
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Dank
Das Preisgericht dankt allen Teilnehmenden für ihre Beiträge,
die eine gute Meinungsbildung ermöglicht haben. Dadurch
konnte in der intensiven Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lösungsansätzen eine gute Wahl getroffen werden.
4.8
Weiterbearbeitung
Empfehlung des Preisgerichts
Das Preisgericht empfiehlt der Bauträgerschaft einstimmig das
Projekt FOUR SISTERS zur Weiterbearbeitung und zur
Ausführung.
14
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
4.9
Ermitteln der Verfasser
Nach der Unterzeichnung des Berichts des Preisgerichts werden die Verfasserkuverts geöffnet:
Kennwort
TICK TRICK TRACK
Verfasser:
Hotz Partner AG
Reblaubenweg 2, 8820 Wädenswil
Quartett
Bearbeitung:
Daniel Gardi, Sven Gerster, Linda Ouerghemmi,
Katerina Chalvatzi
Haustechnik
Ingenieur:
Josef Moser AG
Verfasser:
Rudolf Hatt Architekt HTL
Seeblick 1, 6330 Cham
Sydedruckiweg 5, 8805 Richterswil
Positano
Bearbeitung:
Rudolf Hatt
Verfasser:
Adrian Streich Architekten AG
Badenerstrasse 156, 8004 Zürich
OLGA
Bearbeitung:
Adrian Streich, Andreas Fankhauser, Christophe
Kissling, Simona Zimmermann
Verfasser:
Dachtler Partner AG Architekten
Birmensdorferstrasse 94, 8036 Zürich
Moränenbogen
Bearbeitung:
Urs Schwab, Oliver Strebel, Zsofia Glatz
Landschaftsarchitektur:
Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG
Verfasser:
Von Ballmoos Krucker Architekten
Seebahnstasse 85, 8003 Zürich
Badenerstrasse 156, 8004 Zürich
Bearbeitung:
15
Bruno Krucker, Thomas von Ballmoos, Christiano
Costantino
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
FOUR SISTERS
Verfasser:
Esch Sintzel Architekten ETH BSA SIA GmbH
Badenerstrasse 156, 8004 Zürich
Bearbeitung:
Stephan Sintzel, Philipp Esch, Jana Stratmann,
Nicola Wild
Visualisierung: Fabien Schwartz und Karin Gauch
Schwerzelrain 7, 6315 Oberägeri
fridolin
Verfasser:
Ruppeiner Deiss Architekten GmbH
Dipl. Architekten ETH HTL SIA
Am Wasser 55, 8049 Zürich
Bearbeitung:
Barbara Ruppeiner, Nicole Deiss, Marina
Goncalves
Landschaftsarchitektur:
Hoffmann & Müller Landschaftsarchitektur GmbH
Landschaftsarchitekten FH BSLA
Weststrasse 182, 8003 Zürich
Bauingenieur: Dr. Lüchinger Meyer Bauingenieure AG
Limmatstrasse 275, 8005 Zürich
LORELEI
Verfasser:
Guignard & Saner Architekten AG
Uetlibergstrasse 23, 8045 Zürich
Bearbeitung:
Pascale Guignard, Stefan Saner, Deborah Wyss
Bauingenieur: Synaxis ag
Thurgauerstrasse 56, Zürich
16
Landschaftsarchitektur:
Berchtold. Lenzin
HLSK
Ingenieur:
Caltronic gmbh
Badenerstrasse 585, Zürich
Bruggerstrasse 11, Zürich
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
5. Projektbeschriebe
17
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Projekt FOUR SISTERS, 1. Rang
Verfasser
Architektur / Städtebau: Esch Sintzel Architekten ETH BSA SIA
GmbH, Zürich
Visualisierung: Fabien Schwartz und Karin Gauch, Oberägeri
Modellfoto
Würdigung
Die Auseinandersetzung mit der Topografie und der Orientierung des Grundstückes bildet die Grundlage für einen skulpturalen, volumetrischen Ansatz, den die Verfasser als eine Art
Felsformation auf der bestehenden Geländekuppe verstehen.
Durch die ausschwingende Disposition der Gebäude entstehen
vielgestaltige, offene Aussenräume, die das einheitlich hohe
Gebäude mit der Nachbarschaft verklammern. Dadurch werden
auch die bestehenden Gebäude der Nachbarschaft in ihrer
Stellung aufgewertet.
Das Gebäude ist aus vier dreispännigen, dreiecksförmigen Gebäudeteilen zusammengesetzt. An zwei der drei Gelenkstellen
werden räumlich interessante Durchgänge durch das Gebäude
geschaffen, welche die Talseite des Grundstücks mit der Bergseite verbinden. Durch diese Massnahme entsteht im Umraum
des Gebäudes ein zusammenhängendes, vielfältiges und attraktives System von Aussenräumen. An den Durchgängen
liegen auf selbstverständliche Art und Weise die von zwei Seiten her gut auffindbaren Gebäudezugänge. Noch nicht zu überzeugen vermag aus ortsbaulicher Sicht der eher verklemmte, zu
knapp bemessene Abschluss der Bebauung im Osten
gegenüber der bestehenden, zweigeschossigen Bebauung.
18
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Situation
Die Tiefgarage ist nur im Mst. 1/500 dargestellt. Sie ist auf der
Talseite angeordnet und liegt weitgehend ausserhalb des Gebäudeperimeters. Sie ist in Bezug auf die Anzahl Stellplätze zu
knapp bemessen. Soweit nachvollziehbar dienen die Sockelmauern des Sockelgeschosses zur Ueberbrückung der teilweise grossen Spannweiten. Das in den Plänen dargestellte Quergefälle dürfte mit dieser starken Neigung nicht realisierbar sein.
Attikageschoss
Alle Wohnungen in den Normalgeschossen entwickeln sich in
den spitzwinkligen Eckbereichen ausgehend von einem zentralen, von Fassade zu Fassade eingeschriebenen Wohnbereich.
Mit Ausnahme der südwestlichen Gebäudecke haben alle
Wohnbereiche mindestens einen Sichtbezug Richtung See. Der
dielenartige Zugang zu den Wohnungen ist Teil der zentralen
Raumfigur und dient auch der Erschliessung der Zimmer. Auf
eigentliche Erschliessungsbereiche kann dadurch verzichtet
werden.
19
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Die Wohnungen weisen denn auch trotz weitgehend orthogonalen und grosszügig bemessenen Zimmern knappe und wirtschaftliche Gesamtwohnflächen auf. Die offenen Wohnräume
sind so ausgelegt, dass drei nutzbare Teilbereiche möglich
sind. In einzelnen Fällen entstehen zu knappe Verhältnisse,
z.B. beim Zimmerzugang über Essbereich. Jeweils ein Zimmer
der grösseren Wohnungen ist als Studiozimmer über den
Wohnraum erschlossen und steht in räumlichem Bezug zu den
privaten Aussenräumen. Diese sind insbesondere bei den
Wohnungen in den Gelenkpartien teilweise eher knapp, resp.
zu wenig tief ausgelegt. Bei einzelnen Wohnungen in den
Gelenkpartien stellen sich Fragen der Einsicht von Loggia zu
Loggia.
Visualisierung
Im Sockelgeschoss sind seeseitig drei Vierzimmerwohnungen
und in einem mittleren Abschnitt drei Schlafzimmer angeordnet,
die den darüberliegenden Wohnungen zugeordnet sind. Durch
die spezielle Gebäudevolumetrie ist die Qualität dieser Wohnungen trotz der schlechteren Besonnung und Orientierung
akzeptabel.
Das Attikageschoss, das mit einer kleinen Ausnahme die Regelungen für ein Dachgeschoss einhält, ist durch die Beibehaltung markanter Eckpartien volumetrisch und architektonisch
gut gelöst. Teilweise weichen im Attikageschoss die Küchendispositionen von der generell mit 8 ½ Elementen ausgestatteten Grunddisposition der Küchen ab. Die Anordnung der
Wäschetürme ist nicht nachgewiesen, könnte jedoch in teilweise vorhandenen Abstellräumen realisiert werden. Die Organisation von Stauräumen ist generell zu überprüfen.
20
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Trotz der polygonalen Gebäudegeometrie ist durch die rationelle und kompakte Erschliessung der Wohnungen, die weitgehend standardisierte Grundrissstruktur und die im Grundsatz
einfache Fassadenstrukturierung eine wirtschaftliche Erstellung
des Projektes zu erwarten. Das konstruktiv begründete, gerichtete Relief der Fassaden wirkt durch die polygonale Stellung
der Gebäudehülle und die offenen Loggien in den Eckbereichen sehr ansprechend. Durch die einfachen und grosszügigen Abmessungen der Mauerpfeiler in der Fassade ist die
Materialisierung mit einem Massivmauerwerk einleuchtend und
stellt einen Beitrag zur Nachhaltigkeit des Projektes dar.
Schnitt
Das Projekt FOUR SISTERS stellt einen überraschenden, in
sich stimmigen und überzeugenden Vorschlag dar. Die entwickelte Gebäudekonfiguration ist ein neuerartiger, gebäudetypologischer Vorschlag für die sich am linken Zürichseeufer stellenden, widersprüchlichen Grundanliegen von Besonnung und
Aussicht. Damit wertet der Neubau das Quartier in attraktiver
Art und Weise auf. Das Projekt weist als eines von drei Projekten an der Spitze überdurchschnittlich viel Nutzfläche nach
und ist deshalb auch ein guter Beitrag für die ökonomische und
angemessene Realisierung genossenschaflticher Wohnungen.
21
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Wohnungsgrundriss
Materialisierung
22
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
23
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Projekt LORELEI, 2. Rang
Verfasser
Architektur / Städtebau: Guignard & Saner Architekten AG,
Zürich
Landschaftsarchitektur: Berchtold. Lenzin, Zürich
Bauingenieur: Synaxis AG, Zürich
HLK-Ingenieure: Caltronic GmbH, Zürich
Modellfoto
Würdigung
Das Projekt LORELEI markiert mit einer zweimal leicht abgewinkelten und nach Süden orientierten Längsbaute die obere
Hangkante des Grundstückes und zeichnet den heutigen Verlauf des Fluhwegs nach. Der städtebauliche Ansatz, mit dem
langgestreckten Gebäudevolumen die Fluchten der bestehenden Nachbargebäude aufzunehmen und die Gebäudelänge von
rund 90m mittels einer leicht abgeknickten Gebäudeform aufzubrechen, ist sensibel umgesetzt. Dennoch gelingt es dem massiv wirkenden Volumen nicht, sich in die ortsbaulichen Strukturen einzubetten. Auch der südseitige Rücksprung der Fassade
im Dachgeschoss, welcher zwischen den neuen und den bestehenden Gebäudehöhen zu vermitteln versucht, vermag nicht
den Massstabssprung zwischen der Baute und ihrer Umgebung
zu überwinden.
Da das oberste Geschoss nur einseitig einen Fassadenrücksprung aufweist, gilt es baurechtlich als Vollgeschoss. Die vorgesehene Gebäudehöhe ergibt einen Mehrhöhenzuschlag, den
das Projekt nicht berücksichtigt. Es steht somit sowohl im Süden als auch im Westen zu nah an den Grundstücksgrenzen.
24
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Situation
Mit dem Entscheid, das Bauvolumen auf die obere Hangkante
des Fluhwegs zu setzen, kann jedoch das Aussichtspotenzial
des Ortes maximiert werden und ein Grossteil der 45 Wohnungen kann von der Weitsicht in Richtung See profitieren. Zudem
garantiert diese Lage den Erdgeschosswohnungen einen
gleichwertigen wie ebenerdigen Bezug sowohl zum südlichen
wie auch zum nördlichen Aussenraum.
Die Erschliessung des Gebäudes erfolgt ab Büelenweg über
einen auf der Nordseite parallel zum Haus verlaufenden Weg.
Der grosszügige begrünte Nordhang zur Neudorfstrasse hin
bleibt unberührt. Die Wegführung scheint zu nah an den Erdgeschosswohnungen entlang zu führen – auch wenn diese im
Hochparterre über dem Erschliessungsniveau liegen, ist die
Privatheit in den Wohnungen beeinträchtigt.
Attikageschoss
25
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Ansicht Nord
Die Qualitäten des Aussenraumes werden unterschiedlich, aber
nicht gleichwertig gut genutzt. Die Setzung des Volumens in
den südlichen Grundstücksbereich hat zur Folge, dass ein grosser Aussenbereich nach Norden entsteht, der teilweise verschattet ist und keine überzeugend gestaltete Wohnumgebung
aufzeigt. Die Nordfassade wirkt daher wenig belebt. Balkone
stellen hier ein grosses Entwicklungspotenzial dar. Zur Sonnenseite verbleibt nur ein schmaler Aussenbereich, welcher zwar
gestalterisch geschickt genutzt wird – leicht abgesenkte und
durch eine Mauer abgegrenzte private Aussenräume bieten den
Wohnungen einen qualitativ hochwertigen Freiraum – doch die
Nähe zu den vorgelagerten Gemeinschaftsräumen mindert
auch hier die Privatheit der Nutzer.
Schnitt
Die Wohnungen sind über vier zwei- und ein dreispänniges
Treppenhaus erschlossen. Die Grundrisse sind unterschiedlich
ausformuliert und können unterschiedliche Wohnbedürfnisse
bedienen. Mit 45 Wohneinheiten wird vergleichsweise eine hohe und den Grössenvorgaben entsprechende Wohnungsanzahl
angeboten. Der Wohnungstypus widerspiegelt die städtebauliche Situation: Der durchgesteckte Wohnungsgrundriss sichert
mit einem gegliederten Wohnraum das Erlebnis Seeblick nach
Nordost bei gleichzeitig guter Besonnung von Südwest. Die
Küchen sind entweder zentral um den Kern, als Küchenzeile
längs zum seeseitigen Essraum oder als eigener, abtrennbarer
Raum angeordnet und ermöglichen damit vielfältige Grundrisse.
Die räumliche Qualität des Wohnraumes überzeugt. Neben zusätzlichen Balkonen wären breitere Wohnräume zur Seeseite
ein Gewinn.
Das Untergeschoss ist zweckdienlich organisiert. Die Abstellräume und Parkplätze sind über kurze Wege mit dem Lift zu erschliessen. Leider werden nicht der Wohnungszahl entsprechende Parkierungsflächen ausgewiesen.
26
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Wohnungsgrundriss
Insgesamt präsentiert das Projekt LORELEI einen städtebaulich
ansprechenden Ansatz, welcher in der Grundrissausbildung
schlüssig und architektonisch weiterentwickelt wird, jedoch das
ortsspezifische Potenzial noch konsequenter ausschöpfen
könnte.
Materialisierung
27
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Projekt OLGA, 3. Rang
Verfasser
Architektur / Städtebau: Dachtler Partner AG Architekten, Zürich
Landschaftsarchitektur: Andreas Geser Landschaftsarchitekten,
Zürich
Modellfoto
Würdigung
Die Verfassenden des Projektes OLGA bebauen das Grundstück mit einer wuchtigen Grossform, die eine grosse Zahl von
Wohnungen anbietet, hingegen als Ganzes wenig Bezug nimmt
zur Massstäblichkeit der angrenzenden Bebauung. Auf der
Seeseite bildet eine rund 13 Meter hohe Fassade eine eher abweisende Rückseite, obschon diese mit Loggien aufgelockert
wird.
Die Tiefe des Grundstückes ausnützend, wird auf der Südseite
eine Kammstruktur vorgeschlagen, die bezüglich ihrer Breiten
und Höhen gegenüber der Nachbarbebauung volumetrisch vermittelnd wirkt. Die vier Zugänge sind konsequent alle von der
Strassenseite her vorgesehen und liegen auf der Höhe der
Neudorfstrasse und der Parkgarage, welche in selbstverständlicher Form den Sockel für den Hauptbaukörper bildet. Etwas
aufwendig erscheint das zweite Untergeschoss, das Technikräume, Velo- und Kinderwagenabstellplätze und einige wenige
Kellerabteile enthält.
28
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Situation
Der innere Aufbau des Gebäudekomplexes gliedert sich effizient um vier Treppenhäuser mit Liften, welche in den Normalgeschossen drei und im Attikageschoss zwei Wohnungen erschliessen. Jeweils zwei Wohnungen weisen sowohl einen Bezug zum See als auch einen Bezug zur Sonnenseite auf, was
zusammen mit den klar gegliederten Wohnungsgrundrissen
eine hohe Wohnqualität verspricht.
Die an den Südenden gelegenen Wohnungen sind lärmabgewandt dreiseitig orientiert, was schöne Bezüge in die Gartenseite schafft. Weil die Abstände der Kammelemente klein sind,
ist die Besonnung in den unteren Geschossen beeinträchtigt
und die Privatheit der Aussenräume beschränkt. Eine Besonderheit der Wohnungsgrundrisse ist, dass sie über grosse
Reduits und Abstellräume verfügen, welche die fehlenden
Kellerabteile teilweise zu kompensieren vermögen.
Attikageschoss
29
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Ansicht Neudorfstrasse
Die Freiflächen sind zweckmässig gestaltet: Ruhige Gartenhöfe, Spielplatzbereich, Zugangsseite mit etwas opulenten Freitreppen und behindertengerechten Rampen. Die 44 Wohnungen bilden ein attraktives Angebot, die dank der kompakten
Anordnung und Erschliessung eine gute Wirtschaftlichkeit
vermuten lassen. Die acht Attikawohnungen verbinden die
Qualitäten von Seebezug und Besonnung in optimaler Weise.
Insgesamt weist der Projektvorschlag sehr gute Qualitäten bezüglich der Wohnungen auf, er vermag demgegenüber mit
seinem städtebaulichen Auftritt weniger zu überzeugen.
Schnitt
30
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Wohnungsgrundriss
Materialisierung
31
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Projekt fridolin
Verfasser
Architektur / Städtebau: Ruppeiner Deiss Architekten GmbH,
Dipl. Architekten ETH HTL SIA, Zürich
Landschaftsarchitektur: Hoffmann & Müller Landschaftsarchitektur GmbH, Landschaftsarchitekten FH BSLA, Zürich
Bauingenieur: Dr. Lüchinger Meyer Bauingenieure AG, Zürich
Modellfoto
Würdigung
Die Projektverfasser schlagen einen in der Höhe und im Grundriss gestaffelten Baukörper vor, welcher die Hangkante begleitet
und dadurch zwei unterschiedliche Aussenräume generiert.
Durch die Setzung direkt an der Hangkante tritt das Gebäude,
trotz der Staffelung, sehr wuchtig in Erscheinung. Die Ausformulierung eines Sockelgeschosses wirkt in der gewählten Form
fremd, zumal sich in diesem Geschoss ausschliesslich Wohnungen befinden und man aufgrund der Visualisierungen eher
öffentlichere Nutzungen erwartet hätte. Die Erschliessung des
Gebäudes erfolgt von Nordosten über die sanft ansteigende
Wiese, im Südwesten befinden sich Aufenthalts- und Spielbereiche, welche aus jedem Treppenhaus direkt zugänglich sind.
Die Umgebungsgestaltung ist differenziert und unterstützt die
zweiseitige Ausrichtung des Gebäudes. Fünf im Erdgeschoss
nord- und südseitig orientierte Treppenhäuser erschliessen die
als Zweispänner konzipierten Wohnhäuser. Der Wechsel der
Treppenanlage zwischen dem Eingangsgeschoss und den
übrigen Wohngeschossen führt zu einer räumlich
unbefriedigenden Situation. Die Treppenanlagen in den Obergeschossen sind eng und weisen kein Tageslicht auf, im Eingangsgeschoss fehlen Kinderwagenräume.
32
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Situation
Die Wohnungen werden zu einem grossen Teil unmittelbar vom
Treppenhaus über den Wohnraum betreten. Die vorgeschlagenen Garderoben sind klein und verstellen den Raum. Zusätzlich werden vom Wohnraum alle Zimmer, die Küche und die
Nasszellen erschlossen, was das Wohnzimmer zu einem unruhigen, schlecht möblierbaren Verteiler werden lässt. Als sehr
positiv werden die zwei gut proportionierten privaten Aussenräume und die grosszügigen Wohnküchen beurteilt.
Die Wohnungen im Attikageschoss sind gut organisiert, zum
Teil sind die Küchen zu klein.
Attikageschoss
33
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Ansicht Neudorfstrasse
Die Projektverfasser schlagen vor, das Unter- und das Sockelgeschoss in Massivbauweise auszubilden und die übrigen Geschosse als Holzbau auszuführen. Dies ist grundsätzlich denkbar, wobei die Staffelungen im Grundriss und Schnitt der
Effizienz im Holzbau entgegen wirken.
Der gestalterische Ausdruck der Fassaden wird von den blutroten V-Stützen der Loggien und einer silbernen Holzverschalung geprägt, mit deren Hilfe die Projektverfasser das Gebäude in die Situation verorten wollen, in Anlehnung an die
Riegelbauten der näheren Umgebung. Insgesamt wirken die
unzähligen, gestalterischen Massnahmen sehr plakativ und im
besten Fall dekorativ.
Das Projekt weist die höchste Wohnungszahl auf. Die Setzung
des Gebäudes direkt an der Hangkante lässt dieses, trotz der
Staffelung, sehr wuchtig erscheinen. Die Wohnungen verfügen
über attraktive, private Aussenräume, erfüllen aber insgesamt
die räumlichen Anforderungen nicht.
Schnitt
34
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Wohnungsgrundriss
Materialisierung
35
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Projekt Moränenbogen
Verfasser
Architektur / Städtebau: von Ballmoos Krucker Architekten,
Zürich
Modellfoto
Würdigung
Mit einer sehr präzisen Setzung zweier Baukörper an der markanten Geländekante wird die Körnigkeit der umliegenden Siedlungsmuster aufgenommen und zugleich eine optimale Lage im
topographischen Höhenprofil des Grundstückes gesucht. Die
schlichten Baukörper sind leicht gestaffelt und finden auf diese
Weise eine ruhige Kontur, die sich gut in das Silhouettenbild
des Quartiers einfügt. Auch die mit Fliesen verkleideten Fassaden mit den stehenden Fenstern unterstützen diese einfache
Volumetrie. Beide Gebäude werden von einem neuen parallel
zur Neudorfstrasse geführten Fussweg erschlossen.
Die Hauptzugänge liegen auf dem Niveau des Untergeschosses und sind gestalterisch gut ins Terrain eingebettet. Eine
dichte Baumreihe schliesst diesen Raum zur Neudorfstrasse ab
und verleiht dem Gebauten auf diese Weise eine optische Distanz zur Strasse. Sehr ungünstig liegt die Zufahrt zur unterirdischen Einstellhalle. Sie beansprucht dort einen Bereich, der
ausschliesslich den Fussgängern vorbehalten ist.
36
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Situation
Beim langen Baukörper sind die Treppenhäuser wie auch die
Nasszellenkerne äusserst effizient organisiert. Trotz dieses sehr
haushälterischen Ansatzes überzeugen die Grundrisse in ihrer
Ausgestaltung nicht vollends. Das knappe Achsmass führt zu
sehr schmalen Zimmern und damit auch zu Einschränkungen
bezüglich der Möblierbarkeit. Auch die strikte sequenzielle Anordnung von Wohnen-Küche-Essen, welche an sich einem gewünschten Durchwohnen entgegen käme, ist in diesem Falle
ebenfalls mit Nachteilen verbunden. Das Esszimmer ist durch
seine eher ungünstige Raumdimension nur als solches zu verwenden. Eine gewisse Nutzungsflexibilität zwischen Wohnen
und Essen wäre in diesem Falle durchaus angebracht.
Beim kleineren als freistehenden Dreispänner organisierten
Baukörper werden mit umgehbaren Nasszellenkernen und
einem unterteilten Wohn-/Essbreich gleiche Themen angezielt,
jedoch in einer weitaus entspannteren Art. Die Zimmer sind hier
sehr tauglich dimensioniert und die grosszügige Wohnküche
wird zu einem echten Schwerpunkt der Wohnung.
Attikageschoss
Bei sämtlichen Attikawohnungen des langen Baukörpers wird
weder ein nachvollziehbares Ordnungsprinzip sichtbar noch
wird mögliches Potenzial, das eine solch privilegierte Lage
bietet, ausgeschöpft.
37
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Ansicht Neudorfstrasse
Das Projekt MORÄNENBOGEN überzeugt durch eine klare
Idee zur Situation. Die beiden schlichten Baukörper sind präzise
gesetzt. Auch der einfache, repetitive äussere Auftritt ist sehr
ansprechend. Hingegen werden in der inneren Organisation der
Gebäude, insbesondere bei den Wohnungsgrundrissen,
Mängel geortet, die das Projekt empfindlich schwächen.
Schnitt
38
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Wohnungsgrundriss
Materialisierung
39
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Projekt Positano
Verfasser
Architektur / Städtebau: Adrian Streich Architekten AG, Zürich
Modellfoto
Würdigung
Die Projektverfasser schlagen entlang der Hangkante ein aus
fünf unterschiedlich hohen Volumen gefügtes, längliches Gebäude vor, welches der Topographie folgt und gleichzeitig einen
Bezug zur Neudorfstrasse herstellt. Durch die vor- und rückspringenden Gebäudeteile wird versucht, die Massstäblichkeit
der umliegenden Siedlungsstruktur aufzunehmen. Aufgrund der
Lage direkt an der Hangkante und den allzu zaghaften Gebäudeversätzen gelingt dies allerding nicht im gewünschten Mass.
Durch die Setzung des Baukörpers werden zwei unterschiedliche Aussenräume etabliert, ein südwestorientierter Zugangsund Aufenthaltsbereich und eine im Nordosten gelegene,
baumbestandene Wiese.
Die Haupterschliessung erfolgt ausschliesslich über eine im
Innern des Quartiers gelegene Fusswegverbindung, welche fast
direkt an der Fassade entlang geführt wird und dadurch für die
Wohn- und Schlafräume der Erdgeschosswohnungen eine
erhebliche Beeinträchtigung darstellt.
Gleichzeitig wird talseits ein zusammenhängender grosszügiger
Aussenraum ausgeschieden; Allerdings stellt dieser weder für
die Bewohner einen grossen Nutzen dar, noch vermag der
Grünraum einen adäquaten Bezug zur Neudorfstrasse herzustellen.
40
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Situation
Die fünf Wohnhäuser werden über grosszügige Eingangshallen
erschlossen, wobei spezielle Räume für Kinderwagen nicht ausgewiesen werden. Von oben belichtete und als Zweispänner
organisierte Treppenhäuser führen jeweils zu den Wohneinheiten. Die dreiseitig orientierten Wohnungen werden über
attraktive Eingangsbereiche betreten. Von hier aus entwickeln
sich aufgrund der gestaffelten Anordnung der Räume spannungsvolle Diagonalbezüge, welche die beträchtliche Raumtiefe überspannen und die Wohnungen grosszügig erscheinen
lassen. Mittelpunkt der Wohnungen bildet jeweils eine geräumige Wohnküche, deren Attraktivität allerdings kontrovers diskutiert wird. Die Wohnungen sind gut möblierbar und lassen
eine vielfältige Nutzung zu. Kritisiert werden die zueinander hin
orientierten Loggien und die zum Teil zu kleinen Wohnräume.
Ebenfalls kritisch beurteilt werden die Wohnungen im Sockelgeschoss, da diese grösstenteils beträchtliche Raumtiefen und
eine schlechte Orientierung aufweisen.
Attikageschoss
41
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Ansicht Neudorfstrasse
Der Zugang zur Tiefgarage ist nur aus drei Erschliessungskernen möglich. Dies führt im Sockelgeschoss zu einer aufwändigen Erschliessungssituation. Die Tiefgarage selbst ist eng und
unübersichtlich, zudem kommen die Unterfahrten zweier Aufzugsanlagen in den Fahrbereich zu liegen.
Das Tragwerk des Projektes wird in Massivbauweise vorgeschlagen. Der Ausdruck der Fassaden wird vom Spiel zwischen
den geschlossenen Klinkerpfeilern und den vertikalen Fensterelementen geprägt. Die differenzierte Gestaltung verspricht
eine gelassene, elegante Erscheinung, welche dem vorgeschlagenen Gebäudekörper durchaus entspricht. Die gewählte Konstruktion ist langlebig und erfordert wenig Unterhalt, was als
sehr positiv bewertet wird.
Beim vorgeschlagenen Projekt Positano handelt es sich um
einen städtebaulich interessanten Beitrag, welcher sich intensiv
mit der Frage des Massstabes auseinandersetzt. Die Wohnungen sind sorgfältig ausgearbeitet, wobei qualitative Unterschiede zwischen den Obergeschossen und dem Sockelgeschoss bestehen. Mit den vorgeschlagenen 34 Einheiten bleibt
das Vorschlag in Bezug auf die Wohnungsanzahl deutlich unter
den Erwartungen des Auslobers.
Schnitt
42
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Wohnungsgrundriss
Materialisierung
43
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Projekt TICK TRICK TRACK
Verfasser
Architektur / Städtebau: Hotz Partner AG, Architektur und
Ausführung, Wädenswil
Haustechnik-Ingenieur: Josef Moser AG, Cham
Modellfoto
Würdigung
Ausgehend von einer sorgfältigen Analyse des Kontextes,
welche das Dichteverhältnis von Baukörper zu Grünraum sorgsam untersucht, wird eine Parallelenschar aus drei länglichen
Baukörpern entwickelt. Diese Disposition lässt sich im Schwarzplan durchaus einleuchtend erklären.
Als Volumetrie im Umgebungsmodell hingegen kann sie kaum
mehr überzeugen. Sehr deutlich zeigt sich dort, wie schwierig
es ist, dieses Grundstück mit zwei Bautiefen zu bebauen. Die
Räume dazwischen werden zu eng, schmälern den Lichteinfall
und lassen sich auf diese Weise nicht sinnvoll in ein schlüssiges Umgebungskonzept einbinden. Die ungünstige Nordostneigung des Terrains im Verbund mit den beachtlichen Höhen
der Baukörper tangiert die Qualität dieser Zwischenräume
zusätzlich. Letztlich müsste auch aufgrund des nicht berücksichtigten Mehrhöhenzuschlages der südöstliche Baukörper
korrigierend zur Mitte gerückt werden. Das verträgliche Mass
der Zwischenräume würde damit eindeutig unterschritten.
Trotz einer auffallenden Dichte bleibt das Projekt mit nur 37
Wohnungen bezüglich der Anzahl der Wohnungen unter dem
Durchschnitt.
44
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Situation
Die Zugänge erfolgen über eine innere Siedlungsachse jeweils
von Nordosten her, was bei den beiden Gebäuden auf der
Krete durchaus Sinn macht. Leider ist das dritte Gebäude nicht
aus dieser Mitte erschlossen und erfährt damit eine gewisse
Ausgrenzung. Die Wohnungen sind sorgfältig entwickelt und
lassen sich gut möblieren. Besonders gelobt werden die
durchgehenden Wohnräume, welche mit ihrer räumlichen
Grosszügigkeit und den zwei individuellen Aussenräumen viel
Wohnwert versprechen. Ausserordentlich schön und
ausgewogen sind die Dreizimmerwohnungen im Erdgeschoss,
die mit einer klaren Trennung von Wohn- und Individualteil
überzeugen.
Attikageschoss
45
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Ansicht Neudorfstrasse
Etwas irritierend ist das geringe Angebot an Attikawohnungen,
wäre doch an dieser privilegierten Lage bezüglich Anzahl
weitaus mehr möglich gewesen. Der direkte Zugang via Lift
bedeutet dort sicher ein gewisser Komfort, dennoch fehlt bei
allen Wohnungen eine gewisse Grosszügigkeit bezüglich
Ankunftssituation, die bei Attikawohnungen durchaus erwartet
werden darf.
Es zeigt sich sehr deutlich, wie schwierig es ist, dieses Grundstück mit zwei Bauzeilen nebeneinander zu belegen. Die Nachteile sind bei einem ungünstigen Lichteinfall und den zu engen
Zwischenräumen angesiedelt. Von besonderer Qualität hingegen sind die Geschosswohnungen. Mit ihrem durchgehenden
Wohnraum gehen sie präzis auf das lagebestimmte Problem
ein, wo sich Aussicht und Besonnung diametral gegenüber
stehen.
Schnitt
46
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Wohnungsgrundriss
Materialisierung
47
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Projekt Quartett
Verfasser
Architektur / Städtebau: Rudolf Hatt, Architekt HTL, Richterswil
Modellfoto
Würdigung
Die Situationslösung mit vier gleichartigen, schlank zugeschliffenen Baukörpern stellt grundsätzlich eine selbstverständliche
Lösung dar. Je eine Wohnung am Kopfende der Gebäude orientiert sich entweder Richtung See oder Richtung Südwesten.
Damit stellt der Ansatz eine am linken Zürichseeufer weit verbreitete Lösung dar. Bei näherer Betrachtung der Grundrissdisposition in den Wohnungen muss festgestellt werden, dass
kein Versuch unternommen wird, der Ausschliesslichkeit der
Orientierung der Wohnungen Richtung See oder Richtung
Hang mit geeigneten Massnahmen erlebbare Qualitäten der
jeweils anderen Orientierung zu geben.
Die Zimmer der Wohnungen werden nach Südosten und nach
Nordwesten in die Zwischenräume zwischen den Gebäuden
hinein orientiert. Insbesondere im Zusammenspiel mit den Zugängen in den Zwischenräumen ist diese Orientierung aus dem
Blickwinkel der Privatheit und der Aussenraumqualität nicht
überzeugend. Es ist nicht verständlich, wieso nicht der Versuch
gemacht wurde, die Gebäude direkt von der Strasse her zu erschliessen. Dies hätte sowohl die Adressbildung als auch ein
Aufwertung der Aussenräume zwischen den Gebäuden unterstützt.
48
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Situation
Die zweispännig organisierten Wohnungen sind räumlich wenig
attraktiv. Insbesondere die bei den Westwohnungen vergleichsweise langen, schmalen und unübersichtlichen Erschliessungskorridore überzeugen nicht. Es werden keine Vorschläge gemacht, wie diese dunklen Korridore aufgewertet werden könnten. Ebenfalls wenig überzeugend ist die Grunddisposition der
Wohnräume an den Schmalseiten der Gebäude. Die grossen
Wohnräume sind teilweise unpräzise geschnitten und eher
spannungslos. An sich positiv sind die grossen privaten
Aussenräume.
Ansicht Neudorfstrasse
Die Wohnflächen sind überdurchschnittlich gross. Dies ist
neben teilweise sehr grossen Zimmern u.a. auf die für das
angepeilte Zielpublikum übergrossen Sanitärbereiche zurückzuführen. Die Gesamtnutzfläche des Projektes liegt am unteren
Rand der eingegebenen Projekte. Die Wirtschaftlichkeit des an
sich einfachen Grundansatzes wird zusätzlich durch die statisch
ungelöste Ueberlagerung der Baukörper mit der Tiefgarage infrage gestellt.
49
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Attikageschoss
Für das Preisgericht war es wertvoll, mit dem Projekt
QUARTETT einen Konzeptansatz zur Beurteilung zur Verfügung zu haben, der als einziger vier zeilenartige, ansprechend
gesetzte Einzelbauten vorschlägt. Diese Struktur erwies sich
unter der Prämisse der angestrebten Gesamtnutzfläche auf
dem gegebenen Grundstück als wenig erfolgversprechend. Das
Projekt bleibt vor allem aber auch auf der Ebene der Konzeption der Wohnungen sehr schematisch und erbringt damit
keinen Beitrag zur weiterführenden Interpretation der an sich
selbstverständlichen Situationslösung.
Schnitt
50
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Wohnungsgrundriss
Materialisierungsreferenz
51
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
52
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
6. Genehmigung
Der vorliegende Bericht des Preisgerichts wurde einstimmig
genehmigt:
Fritz Treichler
(Vorsitz)
Ernst Gygli
Hans Zbinden
Beat Jordi
Bettina Neumann
Jakob Steib
Alwin Suter
(Ersatzpreisrichter)
Wädenswil, 12. April 2012
53
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
7. Anhang
54
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
Projektzusammenstellung
55
Suter • von Känel • Wild • AG
Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil
Bericht des Preisgerichts
56
Suter • von Känel • Wild • AG
Herunterladen