Projektwettbewerb für eine Neubebauung "Fluhweg / Neudorfstrasse", Wädenswil Bericht des Preisgerichts Projekt FOUR SISTERS von Esch Sintzel Architekten Suter • von Känel • Wild • AG Orts- und Regionalplaner FSU sia Baumackerstr. 42 Postfach 8050 Zürich Telefon 044 315 13 90 Fax 044 315 13 99 [email protected] 34393 – 12.4.2012 Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Veranstalterin Mieterbaugenossenschaft Wädenswil Bearbeitung Suter • von Känel • Wild • AG Alwin Suter, Projektleiter Julia Wienecke, Sachbearbeiterin 2 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 1. Einleitung 5 2. Aufgabenstellung 6 2.1 Baurechtliche Vorgaben 2.2 Projektanforderungen 2.3 Wirtschaftlichkeit und Energie 3. Preisgericht 9 4. Beurteilung 10 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 4.6 4.7 4.8 4.9 Beurteilungskriterien Vorprüfung Erster Teil der Beurteilung am 2. 4. 2012 Vertiefte Vorprüfung und Vorbereitung Jurierung zweiter Teil Zweiter Teil der Beurteilung vom 12. 4. 2012 Rangierung und Preiszuteilung Gesamtbild Empfehlung des Preisgerichts Ermitteln der Verfasser 5. Projektbeschriebe Projekt FOUR SISTERS, 1. Rang Projekt LORELEI, 2. Rang Projekt OLGA, 3. Rang Projekt fridolin Projekt Moränenbogen Projekt Positano Projekt TICK TRICK TRACK Projekt Quartett 3 6 6 7 10 10 11 12 13 13 13 14 15 17 18 24 28 32 36 40 44 48 6. Genehmigung 53 7. Anhang 54 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 4 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 1. Einleitung Ausgangslage Die Mieter-Baugenossenschaft Wädenswil ist Eigentümerin der Wohnbebauung Fluhweg und Neudorfstrasse (Kat. Nrn. 6021, 9663 und 4233). Auf Grund der baulichen Struktur und des Zustandes der Gebäude lässt sich diese Wohnbebauung nicht mehr mit vernünftigem Aufwand sanieren. Sie soll deshalb durch eine zeitgemässe Neubebauung ersetzt werden. Ziele des Wettbewerbes Die Mieter-Baugenossenschaft sucht ein überzeugendes, zeitgemässes Konzept für eine Neubebauung und führt zu diesem Zweck den nachfolgend beschriebenen Projektwettbewerb durch. Innerhalb des Planungsperimeters soll eine Gesamtüberbauung mit hoher Siedlungsqualität in zeitgemässer Architektur entstehen. Die Grün- und Freiräume sind ansprechend und für unterschiedliche Zwecke zu gestalten, um eine hohe Siedlungsund Wohnqualität zu erreichen. Situation 5 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 2. Aufgabenstellung 2.1 Baurechtliche Vorgaben Dreigeschossige Wohnzone Die Liegenschaften liegen in der Wohnzone W3 / 55%. Nutzungsberechnung Die anrechenbare Landfläche beträgt 6'460 m2, was folgende Nutzflächen ermöglicht: • • Grundnutzung 55% Zuschlag bei Arealüberbauung Nutzflächen in DG und/oder UG (nicht anrechenbar) je nach Bauform geschätzt Total gerundet 3'553 m2 355 m2 • Arealüberbauung 1'500 m2 5'400 m2 Die Überbauung muss die Qualität einer Arealüberbauung aufweisen, sodass der Arealüberbauungsbonus beansprucht werden kann. Ob das gemäss Arealüberbauungsvorschriften zulässige vierte Vollgeschoss realisiert werden soll, wird den Teilnehmenden überlassen. Alle Wohnungen sind in der Regel mit Lift zu erschliessen. Die gesetzlichen Anforderungen an eine behindertengerechte Bauweise sind zu erfüllen. 2.2 Anforderungen an die Wohnungen Projektanforderungen Angestrebt wird ein für Familien attraktives, generationenübergreifendes Wohnen. Die Anforderungen an das alters- und behindertengerechte Bauen sind einzuhalten. Wohnungen bis 3.5 Zimmer müssen eine Nasszelle, ab 4.5 Zimmer zwei Nasszellen haben. Eine Nasszelle muss so dimensioniert sein, dass ein Waschturm eingebaut werden kann. In den Wohnungen ist genügend Stauraum vorzusehen. Ein gewisser Anteil an Attikawohnungen ist erwünscht. Bei solchen Wohnungen sind gedeckte Sitzplätze vorzusehen. Jeder Wohneinheit ist ein grosszügiger und attraktiver privater Aussenraum (Balkon, Terrasse, Gartensitzplatz) zuzuordnen. Dabei soll die Balkontiefe mindestens 2.5 m betragen. Maisonette-Wohnungen sind keine vorzusehen. 6 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Wohnungsspiegel Die Neubebauung Fluhweg soll im Gesamtinteresse der Genossenschaft folgenden Wohnungsspiegel aufweisen: • 3.5-Zimmer-Wohnungen ca. 20% • 4.5-Zimmer-Wohnungen ca. 70% • 5.5-Zimmer-Wohnungen ca. 10% Die Zimmergrösse muss mindestens 12 m2 betragen. Bestehende Bauten Die bestehenden Bauten sind abzubrechen. Erschliessung Die Erschliessung soll soweit als möglich ab der Neudorfstrasse erfolgen. Untergeordnete Anschlüsse an den Büelenweg sind denkbar. Die Dahlienstrasse ist nur als Fussgängerverbindung zu nutzen. Der Fluhweg (privat) kann aufgehoben werden. Geologie Den geologischen Verhältnissen ist gemäss dem geologischen Gutachten Rechnung zu tragen. Parkierung Die Zahl der Pflichtparkplätze richtet sich nach der Bauordnung Wädenswil. Die Pflichtabstellplätze sind unterirdisch oder überdeckt anzuordnen, sofern die Anforderungen die für Arealüberbauungen gelten erfüllt sind. Es sind pro Wohnung rund 1.3 Abstellplätze vorzusehen, sofern dies wirtschaftlich vertretbar ist. Es sind genügend Räume für Velos, Kinderwagen usw. einzuplanen. Pro Wohnung muss Platz für mindestens zwei Velos vorhanden sein. Ein wesentlicher Teil dieser Plätze muss abschliessbar sein. Spielplatz Gemeinschaftsplatz Es ist ein Spielplatz / Gemeinschaftsplatz einzuplanen. Die Grösse richtet sich nach der Bauordnung. 2.3 Wirtschaftlichkeit Wirtschaftlichkeit und Energie Auf Grund der Zielsetzungen der Genossenschaft werden bezüglich Wirtschaftlichkeit folgende Parameter vorgegeben: • Landpreis: Fr. 750.- pro m2 • Bruttorendite: 4.75% 7 • Wohnungsgrössen: 3.5-Zimmer-Wohnungen 4.5-Zimmer-Wohnungen 5.5-Zimmer-Wohnungen • Anzustrebende Monatsmieten (ohne Nebenkosten): 3.5-Zimmer-Wohnungen Fr. 1’850.4.5-Zimmer-Wohnungen Fr. 2’200.5.5-Zimmer-Wohnungen Fr. 2’500.- Suter • von Känel • Wild • AG Netto-Flächen 85 - 95 m2 105 - 115 m2 über 115 m2 Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Wirtschaftlichkeit Anzustrebende Monatsmieten ohne Landanteil (plus Nebenkosten): • 2.5-Zimmer-Wohnungen Fr. 1'300.- (+ 115.-) • 3.5-Zimmer-Wohnungen Fr. 1'800.- (+ 165.-) Die Unterhaltskosten für die Bauteile, welche langfristig Bestand haben sollen, müssen möglichst niedrig sein. Energiestandard Die Bauten müssen mindestens den Minergie-Standard erfüllen. Eine Bauweise mit ressourcenschonenden Baumaterialien wird angestrebt. Es ist eine Erdsonden-/Wärmepumpenheizung einzuplanen. Anzustreben sind Sonnenkollektoren für die Warmwasseraufbereitung. Realisierung Eine Realisierung vorausgesetzt, soll die Überbauung ohne Etappen realisiert werden. 8 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 3. Preisgericht Das Preisgericht setzt sich wie folgt zusammen: Vertreter der Veranstalterin • • • Fritz Treichler, Präsident der Genossenschaft (Vorsitz) Ernst Gygli, Mitglied VK Hans Zbinden, Mitglied VK Fachpreisrichter • • • • Hans Peter Bigler, tech. Arch. IBZ (1. und 2. Jurytag entschuldigt) Beat Jordi, dipl. Arch ETH, BSA, sia Bettina Neumann, Architektin ETH, BSA, sia Jakob Steib, dipl. Arch ETH, BSA, sia Ersatzpreisrichter • Alwin Suter, Raumplaner FSU sia Berater und Experten ohne Stimmrecht • • • • Otto Wyss, Geschäftsführer Rolando Guglielmetti, Mitglied VR Karl Bachmann, Stadtingenieur von Wädenswil Mauro Cerrato, Perolini Baumanagement, Baukostenplaner Eingeladene Die Baugenossenschaft hat folgende acht Architektenteams zur Teilnahme eingeladen: • Dachtler Partner AG • Esch Sintzel Architekten GmbH • Guignard & Saner Architekten ETH SIA • Ruedi Hatt Architekt HTL • Hotz Partner AG • Ruppeiner Deiss Architekten GmbH • Adrian Streich Architekten AG • Von Ballmoos Krucker Architekten AG 9 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 4. Beurteilung 4.1 Beurteilungskriterien Beurteilungskriterien Für die Beurteilung gelten die folgenden Kriterien: • ortsbauliche Eingliederung • architektonischer Ausdruck • Qualität und Funktionalität der Wohnungsgrundrisse • Qualität der Aussenräume • Wirtschaftlichkeit Die Reihenfolge der Kriterien bedeutet keine Gewichtung. Das Preisgericht hat aufgrund der aufgeführten Beurteilungskriterien eine Gesamtwertung vorgenommen. 4.2 Vorprüfung Beteiligte Die Vorprüfung der Rahmenbedingungen und der baurechtlichen Aspekte hat das Planungsbüro Suter • von Känel • Wild • AG vorgenommen. Eingegangene Arbeiten Die acht fristgerecht eingegangenen Arbeiten tragen folgende Kennworte: • TICK TRICK TRACK • Moränenbogen • Quartett • FOUR SISTERS • Positano • fridolin • OLGA • LORELEI Formelle Vorprüfung Alle eingereichten Projekte haben die formellen Anforderungen (Abgabetermin, Vollständigkeit der Unterlagen) erfüllt. Das Preisgereicht beschliesst, alle Arbeiten zur Beurteilung zuzulassen. Materielle Vorprüfung Die materiellen Anforderungen sind nicht von allen Teilnehmenden vollumfänglich eingehalten worden. • Ein Teil der Projekte überschreitet die zulässige Gebäudehöhe. • Bei mehreren Projekten ist der Grenzabstand verletzt, weil der Mehrhöhenzuschlag nicht beachtet wird. Einige Projekte weisen nicht die geforderte Parkplatzanzahl auf. In einem Projekt sind nicht alle Lifte mit der Tiefgarage verbunden, folglich sind auch nicht alle Wohnungen direkt an • • 10 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts die Tiefgarage angeschlossen. Es muss in einem Zwischengeschoss von einem Lift in den nächsten umgestiegen werden. • In einem Projekt wird der Strassenabstand zur Neudorfstrasse unterschritten. Ein Projekt weist zu geringe Balkontiefen auf. • 4.3 Erster Teil der Beurteilung am 2. 4. 2012 Das Preisgericht tritt am 2. April 2012 zum ersten Teil der Beurteilung zusammen. Weil Hanspeter Bigler nicht teilnehmen kann, amtet Alwin Suter als Ersatzpreisrichter. Vorstellungsrunde Zulassung zur Preiserteilung In einer Vorstellungsrunde stellen die Jurymitglieder die Projekte dem gesamten Preisgericht wertungsfrei vor. Das Ziel ist, die Arbeiten kennen zu lernen und die Absichten der Verfassenden zu verstehen. Das Preisgericht nimmt im Rahmen dieser Vorstellungsrunde von den Verstössen Kenntnis und beschliesst, dass alle Projekte für eine Preiserteilung zugelassen werden. Die Verstösse werden als nicht derart schwerwiegend beurteilt, zumal sie sich in einer Weiterbearbeitung ohne konzeptionelle Veränderungen beheben lassen. 1. wertender Rundgang In einem ersten wertenden Rundgang werden diejenigen Projekte ausgeschieden, die trotz interessanten Vorschlägen bezüglich ortsbaulicher Setzung oder bezüglich Wohnungsqualität diese Teilaspekte nicht zu einer überzeugenden Gesamtidee zusammen führen konnten. Die Begründungen ergeben sich aus den wertenden Berichten unter Ziffer 5. Es sind dies folgende Projekte: • • • • 2. wertender Rundgang TICK TRICK TRACK Quartett Moränenbogen fridolin In einem zweiten Rundgang wird die Projektauswahl überprüft. Aufgrund der unterschiedlichen Qualität der verbleibenden Projekte hinsichtlich der Projektausarbeitung bzw. der konsequenten Umsetzung der Projektidee wird ein weiteres Projekt ausgeschieden. Es handelt sich um das Projekt: • 11 Positano Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Engere Wahl Die verbliebenen Projekte bilden die engere Wahl, die wegen ihrer hohen Gesamtqualität vertieft beurteilt und rangiert werden. Es sind dies folgende Projekte: • OLGA • FOUR SISTERS • LORELEI 4.4 Vertiefte Vorprüfung und Vorbereitung Jurierung zweiter Teil Inhalt Die Zeit bis zum zweiten Teil der Beurteilung wurde genutzt, um die vertiefte Beurteilung vorzubereiten. Dies betrifft die Aspekte Wirtschaftlichkeit und Minergie-Tauglichkeit. Prüfung Wirtschaftlichkeit Die Wirtschaftlichkeit der Projekte der engeren Wahl wurde nach dem ersten Jurytag durch das Büro Perolini Baumanagement, Baukostenplaner beurteilt. Um die Vergleichbarkeit der Projekte bezüglich Wirtschaftlichkeit zur gewährleisten, wurden die Projekte unter der Annahme einer einheitlichen Materialisierung und Fassadenkonstruktion berechnet. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass alle drei Projekte wirtschaftlich plausible Lösungen und gute Kennwerte aufweisen. Das Projekt OLGA erweist sich im Vergleich als das kostenintensivste. Während das Projekt LORELEI die besten Kennwerte aufweist, erreicht aufgrund der höheren Wohnungsanzahl nur das Projekt FOUR SISTERS die anvisierte Bruttorendite und stellt somit gesamtwirtschaftlich das überzeugendere Ergebnis dar. Prüfung Minergie-Tauglichkeit Parallel zur Wirtschaftlichkeitsprüfung wurden die Projekte der engeren Wahl durch die Stadt Wädenswil auf ihre MinergieTauglichkeit hin geprüft. Der Minergiestandard ist Voraussetzung für eine erhöhte Ausnutzung gemäss Arealüberbauung. Grundsätzlich sind alle drei Projekte minergietauglich. Das Projekt LORELEI weist bezüglich der Gebäudegeometrie die besten Kennzahlen auf. Auch die natürliche Besonnung der Wohnungen ist in diesem Projekt sehr gut gelöst. Das Projekt FOUR SISTERS löst die Besonnung für ¾ der Wohnungen sehr gut, wohingegen im Projekt OLGA die unteren Wohnungen in den fingerartigen Gebäudeteilen am Morgen und am Abend teilweise schlechter besonnt werden. 12 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 4.5 Zweiter Teil der Beurteilung vom 12. 4. 2012 Unterlagen Für den zweiten Teil der Jurierung liegen die Ergebnisse der vertieften Vorprüfung und der Juryberichtentwurf inklusive der acht Projektbeschriebe vor. Ablauf Das Preisgericht setzt sich anhand der Beschriebe erneut intensiv mit den Projekten auseinander. Die städtebauliche Setzung, die Qualität der Wohnungen, die Minergie-Tauglichkeit und die Wirtschaftlichkeit sind die massgeblichen Beurteilungskriterien. Kontrollrundgang Nach der Beratung über die Rangierung überprüft das Preisgericht in einem Kontrollrundgang die Einstufung aller Projekte. Die Einstufung der Projekte wird bestätigt. 4.6 Rangierung und Preiszuteilung Nach intensiver Diskussion beschliesst das Preisgericht einstimmig die nachfolgend beschriebene Rangierung und Preiszuteilung. Für die Begründung wird auf die ausführlichen Beschriebe verwiesen, die im Kapitel 5 festgehalten sind. Entschädigung Dem Preisgericht stehen insgesamt Fr. 100'000.- als Preissumme zur Verfügung (inkl. MwSt). Alle Projekte haben zur Meinungsbildung beigetragen, allen Teilnehmenden ist für Ihre Arbeiten eine Entschädigung von je Fr. 8'000.- auszuzahlen. Preise Mit dem verbleibenden Betrag von Fr. 36'000.- werden die rangierten Projekte für ihre Beiträge wie folgt prämiert: Rangierung Kennwort 1. Rang FOUR SISTERS 20’000.- 2. Rang LORELEI 10’000.- 3. Rang OLGA 4.7 Lösungsspektrum Preise Fr. 6’000.- Gesamtbild Die Projekte zeigen ein weites Spektrum an Lösungsansätzen auf. Zudem weisen die Projekte in Bezug auf die Ausnützung eine grosse Spannbreite auf. Dies wird insbesondere an den unterschiedlich grossen Wohnungszahlen (34 bis 49 Stück) deutlich. Siehe tabellarischer Projektvergleich im Anhang. 13 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Dank Das Preisgericht dankt allen Teilnehmenden für ihre Beiträge, die eine gute Meinungsbildung ermöglicht haben. Dadurch konnte in der intensiven Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lösungsansätzen eine gute Wahl getroffen werden. 4.8 Weiterbearbeitung Empfehlung des Preisgerichts Das Preisgericht empfiehlt der Bauträgerschaft einstimmig das Projekt FOUR SISTERS zur Weiterbearbeitung und zur Ausführung. 14 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 4.9 Ermitteln der Verfasser Nach der Unterzeichnung des Berichts des Preisgerichts werden die Verfasserkuverts geöffnet: Kennwort TICK TRICK TRACK Verfasser: Hotz Partner AG Reblaubenweg 2, 8820 Wädenswil Quartett Bearbeitung: Daniel Gardi, Sven Gerster, Linda Ouerghemmi, Katerina Chalvatzi Haustechnik Ingenieur: Josef Moser AG Verfasser: Rudolf Hatt Architekt HTL Seeblick 1, 6330 Cham Sydedruckiweg 5, 8805 Richterswil Positano Bearbeitung: Rudolf Hatt Verfasser: Adrian Streich Architekten AG Badenerstrasse 156, 8004 Zürich OLGA Bearbeitung: Adrian Streich, Andreas Fankhauser, Christophe Kissling, Simona Zimmermann Verfasser: Dachtler Partner AG Architekten Birmensdorferstrasse 94, 8036 Zürich Moränenbogen Bearbeitung: Urs Schwab, Oliver Strebel, Zsofia Glatz Landschaftsarchitektur: Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG Verfasser: Von Ballmoos Krucker Architekten Seebahnstasse 85, 8003 Zürich Badenerstrasse 156, 8004 Zürich Bearbeitung: 15 Bruno Krucker, Thomas von Ballmoos, Christiano Costantino Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts FOUR SISTERS Verfasser: Esch Sintzel Architekten ETH BSA SIA GmbH Badenerstrasse 156, 8004 Zürich Bearbeitung: Stephan Sintzel, Philipp Esch, Jana Stratmann, Nicola Wild Visualisierung: Fabien Schwartz und Karin Gauch Schwerzelrain 7, 6315 Oberägeri fridolin Verfasser: Ruppeiner Deiss Architekten GmbH Dipl. Architekten ETH HTL SIA Am Wasser 55, 8049 Zürich Bearbeitung: Barbara Ruppeiner, Nicole Deiss, Marina Goncalves Landschaftsarchitektur: Hoffmann & Müller Landschaftsarchitektur GmbH Landschaftsarchitekten FH BSLA Weststrasse 182, 8003 Zürich Bauingenieur: Dr. Lüchinger Meyer Bauingenieure AG Limmatstrasse 275, 8005 Zürich LORELEI Verfasser: Guignard & Saner Architekten AG Uetlibergstrasse 23, 8045 Zürich Bearbeitung: Pascale Guignard, Stefan Saner, Deborah Wyss Bauingenieur: Synaxis ag Thurgauerstrasse 56, Zürich 16 Landschaftsarchitektur: Berchtold. Lenzin HLSK Ingenieur: Caltronic gmbh Badenerstrasse 585, Zürich Bruggerstrasse 11, Zürich Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 5. Projektbeschriebe 17 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Projekt FOUR SISTERS, 1. Rang Verfasser Architektur / Städtebau: Esch Sintzel Architekten ETH BSA SIA GmbH, Zürich Visualisierung: Fabien Schwartz und Karin Gauch, Oberägeri Modellfoto Würdigung Die Auseinandersetzung mit der Topografie und der Orientierung des Grundstückes bildet die Grundlage für einen skulpturalen, volumetrischen Ansatz, den die Verfasser als eine Art Felsformation auf der bestehenden Geländekuppe verstehen. Durch die ausschwingende Disposition der Gebäude entstehen vielgestaltige, offene Aussenräume, die das einheitlich hohe Gebäude mit der Nachbarschaft verklammern. Dadurch werden auch die bestehenden Gebäude der Nachbarschaft in ihrer Stellung aufgewertet. Das Gebäude ist aus vier dreispännigen, dreiecksförmigen Gebäudeteilen zusammengesetzt. An zwei der drei Gelenkstellen werden räumlich interessante Durchgänge durch das Gebäude geschaffen, welche die Talseite des Grundstücks mit der Bergseite verbinden. Durch diese Massnahme entsteht im Umraum des Gebäudes ein zusammenhängendes, vielfältiges und attraktives System von Aussenräumen. An den Durchgängen liegen auf selbstverständliche Art und Weise die von zwei Seiten her gut auffindbaren Gebäudezugänge. Noch nicht zu überzeugen vermag aus ortsbaulicher Sicht der eher verklemmte, zu knapp bemessene Abschluss der Bebauung im Osten gegenüber der bestehenden, zweigeschossigen Bebauung. 18 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Situation Die Tiefgarage ist nur im Mst. 1/500 dargestellt. Sie ist auf der Talseite angeordnet und liegt weitgehend ausserhalb des Gebäudeperimeters. Sie ist in Bezug auf die Anzahl Stellplätze zu knapp bemessen. Soweit nachvollziehbar dienen die Sockelmauern des Sockelgeschosses zur Ueberbrückung der teilweise grossen Spannweiten. Das in den Plänen dargestellte Quergefälle dürfte mit dieser starken Neigung nicht realisierbar sein. Attikageschoss Alle Wohnungen in den Normalgeschossen entwickeln sich in den spitzwinkligen Eckbereichen ausgehend von einem zentralen, von Fassade zu Fassade eingeschriebenen Wohnbereich. Mit Ausnahme der südwestlichen Gebäudecke haben alle Wohnbereiche mindestens einen Sichtbezug Richtung See. Der dielenartige Zugang zu den Wohnungen ist Teil der zentralen Raumfigur und dient auch der Erschliessung der Zimmer. Auf eigentliche Erschliessungsbereiche kann dadurch verzichtet werden. 19 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Die Wohnungen weisen denn auch trotz weitgehend orthogonalen und grosszügig bemessenen Zimmern knappe und wirtschaftliche Gesamtwohnflächen auf. Die offenen Wohnräume sind so ausgelegt, dass drei nutzbare Teilbereiche möglich sind. In einzelnen Fällen entstehen zu knappe Verhältnisse, z.B. beim Zimmerzugang über Essbereich. Jeweils ein Zimmer der grösseren Wohnungen ist als Studiozimmer über den Wohnraum erschlossen und steht in räumlichem Bezug zu den privaten Aussenräumen. Diese sind insbesondere bei den Wohnungen in den Gelenkpartien teilweise eher knapp, resp. zu wenig tief ausgelegt. Bei einzelnen Wohnungen in den Gelenkpartien stellen sich Fragen der Einsicht von Loggia zu Loggia. Visualisierung Im Sockelgeschoss sind seeseitig drei Vierzimmerwohnungen und in einem mittleren Abschnitt drei Schlafzimmer angeordnet, die den darüberliegenden Wohnungen zugeordnet sind. Durch die spezielle Gebäudevolumetrie ist die Qualität dieser Wohnungen trotz der schlechteren Besonnung und Orientierung akzeptabel. Das Attikageschoss, das mit einer kleinen Ausnahme die Regelungen für ein Dachgeschoss einhält, ist durch die Beibehaltung markanter Eckpartien volumetrisch und architektonisch gut gelöst. Teilweise weichen im Attikageschoss die Küchendispositionen von der generell mit 8 ½ Elementen ausgestatteten Grunddisposition der Küchen ab. Die Anordnung der Wäschetürme ist nicht nachgewiesen, könnte jedoch in teilweise vorhandenen Abstellräumen realisiert werden. Die Organisation von Stauräumen ist generell zu überprüfen. 20 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Trotz der polygonalen Gebäudegeometrie ist durch die rationelle und kompakte Erschliessung der Wohnungen, die weitgehend standardisierte Grundrissstruktur und die im Grundsatz einfache Fassadenstrukturierung eine wirtschaftliche Erstellung des Projektes zu erwarten. Das konstruktiv begründete, gerichtete Relief der Fassaden wirkt durch die polygonale Stellung der Gebäudehülle und die offenen Loggien in den Eckbereichen sehr ansprechend. Durch die einfachen und grosszügigen Abmessungen der Mauerpfeiler in der Fassade ist die Materialisierung mit einem Massivmauerwerk einleuchtend und stellt einen Beitrag zur Nachhaltigkeit des Projektes dar. Schnitt Das Projekt FOUR SISTERS stellt einen überraschenden, in sich stimmigen und überzeugenden Vorschlag dar. Die entwickelte Gebäudekonfiguration ist ein neuerartiger, gebäudetypologischer Vorschlag für die sich am linken Zürichseeufer stellenden, widersprüchlichen Grundanliegen von Besonnung und Aussicht. Damit wertet der Neubau das Quartier in attraktiver Art und Weise auf. Das Projekt weist als eines von drei Projekten an der Spitze überdurchschnittlich viel Nutzfläche nach und ist deshalb auch ein guter Beitrag für die ökonomische und angemessene Realisierung genossenschaflticher Wohnungen. 21 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Wohnungsgrundriss Materialisierung 22 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 23 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Projekt LORELEI, 2. Rang Verfasser Architektur / Städtebau: Guignard & Saner Architekten AG, Zürich Landschaftsarchitektur: Berchtold. Lenzin, Zürich Bauingenieur: Synaxis AG, Zürich HLK-Ingenieure: Caltronic GmbH, Zürich Modellfoto Würdigung Das Projekt LORELEI markiert mit einer zweimal leicht abgewinkelten und nach Süden orientierten Längsbaute die obere Hangkante des Grundstückes und zeichnet den heutigen Verlauf des Fluhwegs nach. Der städtebauliche Ansatz, mit dem langgestreckten Gebäudevolumen die Fluchten der bestehenden Nachbargebäude aufzunehmen und die Gebäudelänge von rund 90m mittels einer leicht abgeknickten Gebäudeform aufzubrechen, ist sensibel umgesetzt. Dennoch gelingt es dem massiv wirkenden Volumen nicht, sich in die ortsbaulichen Strukturen einzubetten. Auch der südseitige Rücksprung der Fassade im Dachgeschoss, welcher zwischen den neuen und den bestehenden Gebäudehöhen zu vermitteln versucht, vermag nicht den Massstabssprung zwischen der Baute und ihrer Umgebung zu überwinden. Da das oberste Geschoss nur einseitig einen Fassadenrücksprung aufweist, gilt es baurechtlich als Vollgeschoss. Die vorgesehene Gebäudehöhe ergibt einen Mehrhöhenzuschlag, den das Projekt nicht berücksichtigt. Es steht somit sowohl im Süden als auch im Westen zu nah an den Grundstücksgrenzen. 24 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Situation Mit dem Entscheid, das Bauvolumen auf die obere Hangkante des Fluhwegs zu setzen, kann jedoch das Aussichtspotenzial des Ortes maximiert werden und ein Grossteil der 45 Wohnungen kann von der Weitsicht in Richtung See profitieren. Zudem garantiert diese Lage den Erdgeschosswohnungen einen gleichwertigen wie ebenerdigen Bezug sowohl zum südlichen wie auch zum nördlichen Aussenraum. Die Erschliessung des Gebäudes erfolgt ab Büelenweg über einen auf der Nordseite parallel zum Haus verlaufenden Weg. Der grosszügige begrünte Nordhang zur Neudorfstrasse hin bleibt unberührt. Die Wegführung scheint zu nah an den Erdgeschosswohnungen entlang zu führen – auch wenn diese im Hochparterre über dem Erschliessungsniveau liegen, ist die Privatheit in den Wohnungen beeinträchtigt. Attikageschoss 25 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Ansicht Nord Die Qualitäten des Aussenraumes werden unterschiedlich, aber nicht gleichwertig gut genutzt. Die Setzung des Volumens in den südlichen Grundstücksbereich hat zur Folge, dass ein grosser Aussenbereich nach Norden entsteht, der teilweise verschattet ist und keine überzeugend gestaltete Wohnumgebung aufzeigt. Die Nordfassade wirkt daher wenig belebt. Balkone stellen hier ein grosses Entwicklungspotenzial dar. Zur Sonnenseite verbleibt nur ein schmaler Aussenbereich, welcher zwar gestalterisch geschickt genutzt wird – leicht abgesenkte und durch eine Mauer abgegrenzte private Aussenräume bieten den Wohnungen einen qualitativ hochwertigen Freiraum – doch die Nähe zu den vorgelagerten Gemeinschaftsräumen mindert auch hier die Privatheit der Nutzer. Schnitt Die Wohnungen sind über vier zwei- und ein dreispänniges Treppenhaus erschlossen. Die Grundrisse sind unterschiedlich ausformuliert und können unterschiedliche Wohnbedürfnisse bedienen. Mit 45 Wohneinheiten wird vergleichsweise eine hohe und den Grössenvorgaben entsprechende Wohnungsanzahl angeboten. Der Wohnungstypus widerspiegelt die städtebauliche Situation: Der durchgesteckte Wohnungsgrundriss sichert mit einem gegliederten Wohnraum das Erlebnis Seeblick nach Nordost bei gleichzeitig guter Besonnung von Südwest. Die Küchen sind entweder zentral um den Kern, als Küchenzeile längs zum seeseitigen Essraum oder als eigener, abtrennbarer Raum angeordnet und ermöglichen damit vielfältige Grundrisse. Die räumliche Qualität des Wohnraumes überzeugt. Neben zusätzlichen Balkonen wären breitere Wohnräume zur Seeseite ein Gewinn. Das Untergeschoss ist zweckdienlich organisiert. Die Abstellräume und Parkplätze sind über kurze Wege mit dem Lift zu erschliessen. Leider werden nicht der Wohnungszahl entsprechende Parkierungsflächen ausgewiesen. 26 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Wohnungsgrundriss Insgesamt präsentiert das Projekt LORELEI einen städtebaulich ansprechenden Ansatz, welcher in der Grundrissausbildung schlüssig und architektonisch weiterentwickelt wird, jedoch das ortsspezifische Potenzial noch konsequenter ausschöpfen könnte. Materialisierung 27 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Projekt OLGA, 3. Rang Verfasser Architektur / Städtebau: Dachtler Partner AG Architekten, Zürich Landschaftsarchitektur: Andreas Geser Landschaftsarchitekten, Zürich Modellfoto Würdigung Die Verfassenden des Projektes OLGA bebauen das Grundstück mit einer wuchtigen Grossform, die eine grosse Zahl von Wohnungen anbietet, hingegen als Ganzes wenig Bezug nimmt zur Massstäblichkeit der angrenzenden Bebauung. Auf der Seeseite bildet eine rund 13 Meter hohe Fassade eine eher abweisende Rückseite, obschon diese mit Loggien aufgelockert wird. Die Tiefe des Grundstückes ausnützend, wird auf der Südseite eine Kammstruktur vorgeschlagen, die bezüglich ihrer Breiten und Höhen gegenüber der Nachbarbebauung volumetrisch vermittelnd wirkt. Die vier Zugänge sind konsequent alle von der Strassenseite her vorgesehen und liegen auf der Höhe der Neudorfstrasse und der Parkgarage, welche in selbstverständlicher Form den Sockel für den Hauptbaukörper bildet. Etwas aufwendig erscheint das zweite Untergeschoss, das Technikräume, Velo- und Kinderwagenabstellplätze und einige wenige Kellerabteile enthält. 28 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Situation Der innere Aufbau des Gebäudekomplexes gliedert sich effizient um vier Treppenhäuser mit Liften, welche in den Normalgeschossen drei und im Attikageschoss zwei Wohnungen erschliessen. Jeweils zwei Wohnungen weisen sowohl einen Bezug zum See als auch einen Bezug zur Sonnenseite auf, was zusammen mit den klar gegliederten Wohnungsgrundrissen eine hohe Wohnqualität verspricht. Die an den Südenden gelegenen Wohnungen sind lärmabgewandt dreiseitig orientiert, was schöne Bezüge in die Gartenseite schafft. Weil die Abstände der Kammelemente klein sind, ist die Besonnung in den unteren Geschossen beeinträchtigt und die Privatheit der Aussenräume beschränkt. Eine Besonderheit der Wohnungsgrundrisse ist, dass sie über grosse Reduits und Abstellräume verfügen, welche die fehlenden Kellerabteile teilweise zu kompensieren vermögen. Attikageschoss 29 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Ansicht Neudorfstrasse Die Freiflächen sind zweckmässig gestaltet: Ruhige Gartenhöfe, Spielplatzbereich, Zugangsseite mit etwas opulenten Freitreppen und behindertengerechten Rampen. Die 44 Wohnungen bilden ein attraktives Angebot, die dank der kompakten Anordnung und Erschliessung eine gute Wirtschaftlichkeit vermuten lassen. Die acht Attikawohnungen verbinden die Qualitäten von Seebezug und Besonnung in optimaler Weise. Insgesamt weist der Projektvorschlag sehr gute Qualitäten bezüglich der Wohnungen auf, er vermag demgegenüber mit seinem städtebaulichen Auftritt weniger zu überzeugen. Schnitt 30 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Wohnungsgrundriss Materialisierung 31 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Projekt fridolin Verfasser Architektur / Städtebau: Ruppeiner Deiss Architekten GmbH, Dipl. Architekten ETH HTL SIA, Zürich Landschaftsarchitektur: Hoffmann & Müller Landschaftsarchitektur GmbH, Landschaftsarchitekten FH BSLA, Zürich Bauingenieur: Dr. Lüchinger Meyer Bauingenieure AG, Zürich Modellfoto Würdigung Die Projektverfasser schlagen einen in der Höhe und im Grundriss gestaffelten Baukörper vor, welcher die Hangkante begleitet und dadurch zwei unterschiedliche Aussenräume generiert. Durch die Setzung direkt an der Hangkante tritt das Gebäude, trotz der Staffelung, sehr wuchtig in Erscheinung. Die Ausformulierung eines Sockelgeschosses wirkt in der gewählten Form fremd, zumal sich in diesem Geschoss ausschliesslich Wohnungen befinden und man aufgrund der Visualisierungen eher öffentlichere Nutzungen erwartet hätte. Die Erschliessung des Gebäudes erfolgt von Nordosten über die sanft ansteigende Wiese, im Südwesten befinden sich Aufenthalts- und Spielbereiche, welche aus jedem Treppenhaus direkt zugänglich sind. Die Umgebungsgestaltung ist differenziert und unterstützt die zweiseitige Ausrichtung des Gebäudes. Fünf im Erdgeschoss nord- und südseitig orientierte Treppenhäuser erschliessen die als Zweispänner konzipierten Wohnhäuser. Der Wechsel der Treppenanlage zwischen dem Eingangsgeschoss und den übrigen Wohngeschossen führt zu einer räumlich unbefriedigenden Situation. Die Treppenanlagen in den Obergeschossen sind eng und weisen kein Tageslicht auf, im Eingangsgeschoss fehlen Kinderwagenräume. 32 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Situation Die Wohnungen werden zu einem grossen Teil unmittelbar vom Treppenhaus über den Wohnraum betreten. Die vorgeschlagenen Garderoben sind klein und verstellen den Raum. Zusätzlich werden vom Wohnraum alle Zimmer, die Küche und die Nasszellen erschlossen, was das Wohnzimmer zu einem unruhigen, schlecht möblierbaren Verteiler werden lässt. Als sehr positiv werden die zwei gut proportionierten privaten Aussenräume und die grosszügigen Wohnküchen beurteilt. Die Wohnungen im Attikageschoss sind gut organisiert, zum Teil sind die Küchen zu klein. Attikageschoss 33 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Ansicht Neudorfstrasse Die Projektverfasser schlagen vor, das Unter- und das Sockelgeschoss in Massivbauweise auszubilden und die übrigen Geschosse als Holzbau auszuführen. Dies ist grundsätzlich denkbar, wobei die Staffelungen im Grundriss und Schnitt der Effizienz im Holzbau entgegen wirken. Der gestalterische Ausdruck der Fassaden wird von den blutroten V-Stützen der Loggien und einer silbernen Holzverschalung geprägt, mit deren Hilfe die Projektverfasser das Gebäude in die Situation verorten wollen, in Anlehnung an die Riegelbauten der näheren Umgebung. Insgesamt wirken die unzähligen, gestalterischen Massnahmen sehr plakativ und im besten Fall dekorativ. Das Projekt weist die höchste Wohnungszahl auf. Die Setzung des Gebäudes direkt an der Hangkante lässt dieses, trotz der Staffelung, sehr wuchtig erscheinen. Die Wohnungen verfügen über attraktive, private Aussenräume, erfüllen aber insgesamt die räumlichen Anforderungen nicht. Schnitt 34 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Wohnungsgrundriss Materialisierung 35 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Projekt Moränenbogen Verfasser Architektur / Städtebau: von Ballmoos Krucker Architekten, Zürich Modellfoto Würdigung Mit einer sehr präzisen Setzung zweier Baukörper an der markanten Geländekante wird die Körnigkeit der umliegenden Siedlungsmuster aufgenommen und zugleich eine optimale Lage im topographischen Höhenprofil des Grundstückes gesucht. Die schlichten Baukörper sind leicht gestaffelt und finden auf diese Weise eine ruhige Kontur, die sich gut in das Silhouettenbild des Quartiers einfügt. Auch die mit Fliesen verkleideten Fassaden mit den stehenden Fenstern unterstützen diese einfache Volumetrie. Beide Gebäude werden von einem neuen parallel zur Neudorfstrasse geführten Fussweg erschlossen. Die Hauptzugänge liegen auf dem Niveau des Untergeschosses und sind gestalterisch gut ins Terrain eingebettet. Eine dichte Baumreihe schliesst diesen Raum zur Neudorfstrasse ab und verleiht dem Gebauten auf diese Weise eine optische Distanz zur Strasse. Sehr ungünstig liegt die Zufahrt zur unterirdischen Einstellhalle. Sie beansprucht dort einen Bereich, der ausschliesslich den Fussgängern vorbehalten ist. 36 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Situation Beim langen Baukörper sind die Treppenhäuser wie auch die Nasszellenkerne äusserst effizient organisiert. Trotz dieses sehr haushälterischen Ansatzes überzeugen die Grundrisse in ihrer Ausgestaltung nicht vollends. Das knappe Achsmass führt zu sehr schmalen Zimmern und damit auch zu Einschränkungen bezüglich der Möblierbarkeit. Auch die strikte sequenzielle Anordnung von Wohnen-Küche-Essen, welche an sich einem gewünschten Durchwohnen entgegen käme, ist in diesem Falle ebenfalls mit Nachteilen verbunden. Das Esszimmer ist durch seine eher ungünstige Raumdimension nur als solches zu verwenden. Eine gewisse Nutzungsflexibilität zwischen Wohnen und Essen wäre in diesem Falle durchaus angebracht. Beim kleineren als freistehenden Dreispänner organisierten Baukörper werden mit umgehbaren Nasszellenkernen und einem unterteilten Wohn-/Essbreich gleiche Themen angezielt, jedoch in einer weitaus entspannteren Art. Die Zimmer sind hier sehr tauglich dimensioniert und die grosszügige Wohnküche wird zu einem echten Schwerpunkt der Wohnung. Attikageschoss Bei sämtlichen Attikawohnungen des langen Baukörpers wird weder ein nachvollziehbares Ordnungsprinzip sichtbar noch wird mögliches Potenzial, das eine solch privilegierte Lage bietet, ausgeschöpft. 37 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Ansicht Neudorfstrasse Das Projekt MORÄNENBOGEN überzeugt durch eine klare Idee zur Situation. Die beiden schlichten Baukörper sind präzise gesetzt. Auch der einfache, repetitive äussere Auftritt ist sehr ansprechend. Hingegen werden in der inneren Organisation der Gebäude, insbesondere bei den Wohnungsgrundrissen, Mängel geortet, die das Projekt empfindlich schwächen. Schnitt 38 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Wohnungsgrundriss Materialisierung 39 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Projekt Positano Verfasser Architektur / Städtebau: Adrian Streich Architekten AG, Zürich Modellfoto Würdigung Die Projektverfasser schlagen entlang der Hangkante ein aus fünf unterschiedlich hohen Volumen gefügtes, längliches Gebäude vor, welches der Topographie folgt und gleichzeitig einen Bezug zur Neudorfstrasse herstellt. Durch die vor- und rückspringenden Gebäudeteile wird versucht, die Massstäblichkeit der umliegenden Siedlungsstruktur aufzunehmen. Aufgrund der Lage direkt an der Hangkante und den allzu zaghaften Gebäudeversätzen gelingt dies allerding nicht im gewünschten Mass. Durch die Setzung des Baukörpers werden zwei unterschiedliche Aussenräume etabliert, ein südwestorientierter Zugangsund Aufenthaltsbereich und eine im Nordosten gelegene, baumbestandene Wiese. Die Haupterschliessung erfolgt ausschliesslich über eine im Innern des Quartiers gelegene Fusswegverbindung, welche fast direkt an der Fassade entlang geführt wird und dadurch für die Wohn- und Schlafräume der Erdgeschosswohnungen eine erhebliche Beeinträchtigung darstellt. Gleichzeitig wird talseits ein zusammenhängender grosszügiger Aussenraum ausgeschieden; Allerdings stellt dieser weder für die Bewohner einen grossen Nutzen dar, noch vermag der Grünraum einen adäquaten Bezug zur Neudorfstrasse herzustellen. 40 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Situation Die fünf Wohnhäuser werden über grosszügige Eingangshallen erschlossen, wobei spezielle Räume für Kinderwagen nicht ausgewiesen werden. Von oben belichtete und als Zweispänner organisierte Treppenhäuser führen jeweils zu den Wohneinheiten. Die dreiseitig orientierten Wohnungen werden über attraktive Eingangsbereiche betreten. Von hier aus entwickeln sich aufgrund der gestaffelten Anordnung der Räume spannungsvolle Diagonalbezüge, welche die beträchtliche Raumtiefe überspannen und die Wohnungen grosszügig erscheinen lassen. Mittelpunkt der Wohnungen bildet jeweils eine geräumige Wohnküche, deren Attraktivität allerdings kontrovers diskutiert wird. Die Wohnungen sind gut möblierbar und lassen eine vielfältige Nutzung zu. Kritisiert werden die zueinander hin orientierten Loggien und die zum Teil zu kleinen Wohnräume. Ebenfalls kritisch beurteilt werden die Wohnungen im Sockelgeschoss, da diese grösstenteils beträchtliche Raumtiefen und eine schlechte Orientierung aufweisen. Attikageschoss 41 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Ansicht Neudorfstrasse Der Zugang zur Tiefgarage ist nur aus drei Erschliessungskernen möglich. Dies führt im Sockelgeschoss zu einer aufwändigen Erschliessungssituation. Die Tiefgarage selbst ist eng und unübersichtlich, zudem kommen die Unterfahrten zweier Aufzugsanlagen in den Fahrbereich zu liegen. Das Tragwerk des Projektes wird in Massivbauweise vorgeschlagen. Der Ausdruck der Fassaden wird vom Spiel zwischen den geschlossenen Klinkerpfeilern und den vertikalen Fensterelementen geprägt. Die differenzierte Gestaltung verspricht eine gelassene, elegante Erscheinung, welche dem vorgeschlagenen Gebäudekörper durchaus entspricht. Die gewählte Konstruktion ist langlebig und erfordert wenig Unterhalt, was als sehr positiv bewertet wird. Beim vorgeschlagenen Projekt Positano handelt es sich um einen städtebaulich interessanten Beitrag, welcher sich intensiv mit der Frage des Massstabes auseinandersetzt. Die Wohnungen sind sorgfältig ausgearbeitet, wobei qualitative Unterschiede zwischen den Obergeschossen und dem Sockelgeschoss bestehen. Mit den vorgeschlagenen 34 Einheiten bleibt das Vorschlag in Bezug auf die Wohnungsanzahl deutlich unter den Erwartungen des Auslobers. Schnitt 42 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Wohnungsgrundriss Materialisierung 43 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Projekt TICK TRICK TRACK Verfasser Architektur / Städtebau: Hotz Partner AG, Architektur und Ausführung, Wädenswil Haustechnik-Ingenieur: Josef Moser AG, Cham Modellfoto Würdigung Ausgehend von einer sorgfältigen Analyse des Kontextes, welche das Dichteverhältnis von Baukörper zu Grünraum sorgsam untersucht, wird eine Parallelenschar aus drei länglichen Baukörpern entwickelt. Diese Disposition lässt sich im Schwarzplan durchaus einleuchtend erklären. Als Volumetrie im Umgebungsmodell hingegen kann sie kaum mehr überzeugen. Sehr deutlich zeigt sich dort, wie schwierig es ist, dieses Grundstück mit zwei Bautiefen zu bebauen. Die Räume dazwischen werden zu eng, schmälern den Lichteinfall und lassen sich auf diese Weise nicht sinnvoll in ein schlüssiges Umgebungskonzept einbinden. Die ungünstige Nordostneigung des Terrains im Verbund mit den beachtlichen Höhen der Baukörper tangiert die Qualität dieser Zwischenräume zusätzlich. Letztlich müsste auch aufgrund des nicht berücksichtigten Mehrhöhenzuschlages der südöstliche Baukörper korrigierend zur Mitte gerückt werden. Das verträgliche Mass der Zwischenräume würde damit eindeutig unterschritten. Trotz einer auffallenden Dichte bleibt das Projekt mit nur 37 Wohnungen bezüglich der Anzahl der Wohnungen unter dem Durchschnitt. 44 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Situation Die Zugänge erfolgen über eine innere Siedlungsachse jeweils von Nordosten her, was bei den beiden Gebäuden auf der Krete durchaus Sinn macht. Leider ist das dritte Gebäude nicht aus dieser Mitte erschlossen und erfährt damit eine gewisse Ausgrenzung. Die Wohnungen sind sorgfältig entwickelt und lassen sich gut möblieren. Besonders gelobt werden die durchgehenden Wohnräume, welche mit ihrer räumlichen Grosszügigkeit und den zwei individuellen Aussenräumen viel Wohnwert versprechen. Ausserordentlich schön und ausgewogen sind die Dreizimmerwohnungen im Erdgeschoss, die mit einer klaren Trennung von Wohn- und Individualteil überzeugen. Attikageschoss 45 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Ansicht Neudorfstrasse Etwas irritierend ist das geringe Angebot an Attikawohnungen, wäre doch an dieser privilegierten Lage bezüglich Anzahl weitaus mehr möglich gewesen. Der direkte Zugang via Lift bedeutet dort sicher ein gewisser Komfort, dennoch fehlt bei allen Wohnungen eine gewisse Grosszügigkeit bezüglich Ankunftssituation, die bei Attikawohnungen durchaus erwartet werden darf. Es zeigt sich sehr deutlich, wie schwierig es ist, dieses Grundstück mit zwei Bauzeilen nebeneinander zu belegen. Die Nachteile sind bei einem ungünstigen Lichteinfall und den zu engen Zwischenräumen angesiedelt. Von besonderer Qualität hingegen sind die Geschosswohnungen. Mit ihrem durchgehenden Wohnraum gehen sie präzis auf das lagebestimmte Problem ein, wo sich Aussicht und Besonnung diametral gegenüber stehen. Schnitt 46 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Wohnungsgrundriss Materialisierung 47 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Projekt Quartett Verfasser Architektur / Städtebau: Rudolf Hatt, Architekt HTL, Richterswil Modellfoto Würdigung Die Situationslösung mit vier gleichartigen, schlank zugeschliffenen Baukörpern stellt grundsätzlich eine selbstverständliche Lösung dar. Je eine Wohnung am Kopfende der Gebäude orientiert sich entweder Richtung See oder Richtung Südwesten. Damit stellt der Ansatz eine am linken Zürichseeufer weit verbreitete Lösung dar. Bei näherer Betrachtung der Grundrissdisposition in den Wohnungen muss festgestellt werden, dass kein Versuch unternommen wird, der Ausschliesslichkeit der Orientierung der Wohnungen Richtung See oder Richtung Hang mit geeigneten Massnahmen erlebbare Qualitäten der jeweils anderen Orientierung zu geben. Die Zimmer der Wohnungen werden nach Südosten und nach Nordwesten in die Zwischenräume zwischen den Gebäuden hinein orientiert. Insbesondere im Zusammenspiel mit den Zugängen in den Zwischenräumen ist diese Orientierung aus dem Blickwinkel der Privatheit und der Aussenraumqualität nicht überzeugend. Es ist nicht verständlich, wieso nicht der Versuch gemacht wurde, die Gebäude direkt von der Strasse her zu erschliessen. Dies hätte sowohl die Adressbildung als auch ein Aufwertung der Aussenräume zwischen den Gebäuden unterstützt. 48 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Situation Die zweispännig organisierten Wohnungen sind räumlich wenig attraktiv. Insbesondere die bei den Westwohnungen vergleichsweise langen, schmalen und unübersichtlichen Erschliessungskorridore überzeugen nicht. Es werden keine Vorschläge gemacht, wie diese dunklen Korridore aufgewertet werden könnten. Ebenfalls wenig überzeugend ist die Grunddisposition der Wohnräume an den Schmalseiten der Gebäude. Die grossen Wohnräume sind teilweise unpräzise geschnitten und eher spannungslos. An sich positiv sind die grossen privaten Aussenräume. Ansicht Neudorfstrasse Die Wohnflächen sind überdurchschnittlich gross. Dies ist neben teilweise sehr grossen Zimmern u.a. auf die für das angepeilte Zielpublikum übergrossen Sanitärbereiche zurückzuführen. Die Gesamtnutzfläche des Projektes liegt am unteren Rand der eingegebenen Projekte. Die Wirtschaftlichkeit des an sich einfachen Grundansatzes wird zusätzlich durch die statisch ungelöste Ueberlagerung der Baukörper mit der Tiefgarage infrage gestellt. 49 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Attikageschoss Für das Preisgericht war es wertvoll, mit dem Projekt QUARTETT einen Konzeptansatz zur Beurteilung zur Verfügung zu haben, der als einziger vier zeilenartige, ansprechend gesetzte Einzelbauten vorschlägt. Diese Struktur erwies sich unter der Prämisse der angestrebten Gesamtnutzfläche auf dem gegebenen Grundstück als wenig erfolgversprechend. Das Projekt bleibt vor allem aber auch auf der Ebene der Konzeption der Wohnungen sehr schematisch und erbringt damit keinen Beitrag zur weiterführenden Interpretation der an sich selbstverständlichen Situationslösung. Schnitt 50 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Wohnungsgrundriss Materialisierungsreferenz 51 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 52 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 6. Genehmigung Der vorliegende Bericht des Preisgerichts wurde einstimmig genehmigt: Fritz Treichler (Vorsitz) Ernst Gygli Hans Zbinden Beat Jordi Bettina Neumann Jakob Steib Alwin Suter (Ersatzpreisrichter) Wädenswil, 12. April 2012 53 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 7. Anhang 54 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts Projektzusammenstellung 55 Suter • von Känel • Wild • AG Projektwettbewerb Neubebauung „Fluhweg / Neudorfstrasse“, Wädenswil Bericht des Preisgerichts 56 Suter • von Känel • Wild • AG