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EUROPÄISCHE KOMMISSION
PRESSEMITTEILUNG
Brüssel, den 2. Juli 2014
Umweltschutz und Industriepolitik: In besseren
Gebäuden leben und arbeiten
Heute hat die Kommission neue Vorschläge angenommen, die darauf abzielen, die
Umweltauswirkungen von neuen und renovierten Gebäuden durch Erhöhung der
Ressourceneffizienz
und
Verbesserung
verfügbaren
Informationen
über
die
Umweltfreundlichkeit von Gebäuden einzudämmen. Dies ist

gut für die Umwelt: Beinahe die Hälfte des Endenergieverbrauchs und der geförderten
Werkstoffe sowie etwa ein Drittel des Wasserverbrauchs in der EU stehen in
Zusammenhang mit dem Bau und der Nutzung von Gebäuden;

gut für den Bausektor: Der europäische Bausektor erwirtschaftet beinahe 10 % des
BIP und beschäftigt 20 Mio. Arbeitnehmer;

und gut für die Bewohner: Nachhaltige Gebäude sind kostengünstiger im Betrieb und
in der Instandhaltung und wirken sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden
der Bewohner aus.
Hierzu erklärte Michel Barnier, EU-Vizepräsident und EU-Kommissar für Industrie und
Unternehmertum: „Der Bausektor sollte die heutigen Vorschläge als Gelegenheit
begreifen, Innovationen einzuführen und neue Talente zu gewinnen. In den neuen
Technologien steckt auch viel Potenzial, und dies nicht nur für Neubauten, sondern auch
für die Renovierung, durch die Millionen von bereits bestehenden Gebäuden sehr
energieeffizient werden können. Wir sollten uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.“
EU-Umweltkommissar Janez Potočnik ergänzte: „Es wird viel über die Energieeffizienz von
Gebäuden gesprochen, aber wir müssen uns auch mit dem größeren Kontext befassen.
Eine bessere Information der Öffentlichkeit über die Umweltverträglichkeit ist ein sicheres
Mittel, um die Qualität unserer Gebäude insgesamt zu verbessern. Dies ist gut für die
Umwelt, gut für die Gesundheit der Menschen und auch gut für ihr Portemonnaie."
Der Bau, die Nutzung und der Abriss von Gebäuden haben oft erhebliche Auswirkungen
auf die Umwelt. In den vergangenen Jahren wurden in der EU bei der Energieeffizienz
zwar bemerkenswerte Fortschritte erzielt, aber über die Umweltverträglichkeit von
Gebäuden insgesamt liegen nur sehr wenige Daten vor. Umfragen zufolge wären 79 % der
Haushalte in der EU bereit, beim Kauf oder bei der Miete einer Immobilie Umweltaspekte
zu berücksichtigen. Trotzdem wurden bisher nicht einmal 1 % der Gebäude in Europa
unter diesem Aspekt bewertet.
Durch die heutigen Vorschläge würden Architekten, Hersteller von Bauprodukten,
Bauunternehmen und potenzielle Mieter oder Käufer von Immobilien Zugang zu besseren
Informationen über die diesbezüglichen Umwelt- und Gesundheitsaspekte erhalten.
Hierdurch ließen sich die Umweltauswirkungen der unterschiedlichen Lösungen für den
Entwurf, den Bau und den Abriss leichter miteinander vergleichen, wodurch wiederum der
Anreiz für nachhaltiges Bauen in der EU verstärkt würde.
IP/14/764
Vor diesem Hintergrund wird die Kommission jetzt gemeinsam mit Interessenträgern und
nationalen Behörden einen Regelungsrahmen mit einer begrenzten Zahl von
Kernindikatoren erarbeiten, um die Umweltverträglichkeit von Gebäuden zu bewerten.
Hiermit soll ein Instrument geschaffen werden, dass EU-weit von privaten Akteuren
ebenso wie von Behörden genutzt werden kann. Eine im vergangenen Jahr durchgeführte
öffentliche Konsultation hat ergeben, dass ein solcher Regelungsrahmen einen wichtigen
Schritt zur Förderung des Angebots an und zur Nachfrage nach umweltfreundlichen
Gebäuden bedeuten würde.
Außerdem werden Schritte unternommen, um die Umweltverträglichkeit von Gebäuden
direkt zu verbessern. Mit den neuen Vorschlägen soll es künftig einfacher werden, Bauund Abbruchabfälle zu recyceln und beim Neubau oder bei der Renovierung
wiederzuverwenden. Dies bedeutet, dass weniger Abfälle auf Deponien entsorgt und
weniger neue Materialien verwendet werden müssen.
Mit diesen Initiativen wird zusammen mit den ebenfalls heute veröffentlichten Mitteilungen
zu Abfall und Kreislaufwirtschaft, Arbeitsplätzen im Umweltbereich und dem Aktionsplan
für umweltfreundliche KMU für die kommenden Jahre ein neues Programm zur
Ressourceneffizienz auf den Weg gebracht.
Weitere Schritte
Die erste Reihe von Indikatoren dürfte in zwei bis drei Jahren vorliegen. Dann werden
Informationen gesammelt, die sich allmählich auf neue und renovierte Gebäude auswirken
werden. Außerdem wird die Kommission durch mehr Unterstützung für Forschungs- und
Demonstrationsvorhaben und eine engere Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten die
Nachfrage nach Bau- und Abrissabfällen erhöhen, um die wirtschaftlichen Anreize für das
Recycling zu verstärken.
Hintergrund
In dem 2011 angenommenen Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa wurde
aufgezeigt, dass in Industrieländern in der Regel 70-80 % der Umweltauswirkungen auf
Ernährung, Mobilität und Gebäude zurückzuführen sind. In dem Papier wird die
Schlussfolgerung gezogen, dass die derzeitigen Maßnahmen zur Förderung der
Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien in Gebäuden durch Maßnahmen
zur Ressourceneffizienz ergänzt werden müssen, die auf ein breiteres Spektrum von
Umweltauswirkungen im gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes eingehen. Außerdem
würden mit diesen Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit des Bausektors und der Aufbau
eines ressourceneffizienten Gebäudebestands gefördert. In dem Fahrplan werden die
Meilensteine bis 2020 festgelegt und die Maßnahmen umrissen, die von der Europäischen
Kommission durchgeführt werden müssen. Außerdem wird die Erarbeitung einer Mitteilung
über nachhaltige Gebäude gefordert, die einen Beitrag zur Erreichung der im Fahrplan
festgelegten Meilensteine leisten soll.
In der Initiative werden Ansätze zur gegenseitigen Anerkennung oder Harmonisierung der
unterschiedlichen Bewertungsmethoden aufgezeigt, wodurch sich deren Anwendbarkeit
und Bezahlbarkeit für Bauunternehmen, Versicherungen und Investoren verbessern
dürfte. Dies steht im Einklang mit der Strategie für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit
des Baugewerbes und seiner Unternehmen, in der die Maßnahmen in den Bereichen
Investitionen, Humankapital, Umweltanforderungen, Regulierung und Marktzugang bis
zum Jahr 2020 festgelegt werden.
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Weitere Informationen
Link zur Mitteilung der Kommission:
http://ec.europa.eu/environment/circular-economy/
Siehe auch:
Fragen und Antworten zu nachhaltigen Gebäuden: MEMO/14/451
http://ec.europa.eu/environment/eussd/buildings.htm
http://ec.europa.eu/enterprise/magazine/articles/sustainable-industryinnovation/article_11121_de.htm
IP/14/763
Kontakt:
Für die Medien:
Joe Hennon (+32 229-53593)
Andreja Skerl (+32 229-51445)
Für die Öffentlichkeit: Europe Direct, telefonisch: 00 800 67891011 oder per E-Mail
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