Sustainable Building Design Guidebook

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SRE Sustainability Office
Sustainable Building
Design Guidebook
Siemens Real Estate
Impressum
Auftraggeber
Siemens Real Estate
Otto-Hahn-Ring 6
81739 München
Kontakt
Rainer Kohns, Otto Reich
Bearbeitung
Intep
Integrale Planung GmbH
Innere Wiener Str. 11
Intep
Integrated Planning LLC
2225 Franklin Avenue East
D-81667 München
Deutschland
Minneapolis, MN 55404
USA
Autoren
René Sigg, Ute Houzer, Thomas Rühle, Stephan Tanner, Joel Schurke
Datum/Version
März, 2006 / 09-01
V 09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Inhalt
0
Einleitung
0-1
0.1
0.2
0.3
Hintergrund
Elemente des Nachhaltigen Bauens
Benutzung des Handbuchs
0-4
0-5
0-9
1
1.1
1.2
Grundstück
Grundstücksanalyse
Erschließung
1-1
1-2
1-4
2
2.1
2.2
2.3
Gebäudehülle
Einfache Gebäudeform
Optimierter Wärmeschutz
Fassadengestaltung
2-1
2-2
2-4
2-6
3
Energie
3-1
3.1
3.2
3.3
Energieverbrauch
Graue Energie
Erneuerbare Energien
3-2
3-4
3-6
4
4.1
4.2
4.3
Raumkomfort
Thermische Behaglichkeit
Optischer und akustischer Komfort
Raumluftqualität
4-1
4-2
4-4
4-6
5
Gebäudetechnik
5-1
5.1
5.2
5.3
Heiz- und Warmwassersysteme
Lüftungssysteme
Kühlsysteme
5-2
5-4
5-6
6
6.1
6.2
Elektrische Systeme
Alternative Stromerzeugung
Beleuchtungssysteme
6-1
6-2
6-4
7
Wasser
7-1
7.1
7.2
Wasserverbrauch
Regenwassernutzung
7-2
7-4
8
Materialien
8-1
8.1
8.2
8.3
Materialwahl in der Baukonstruktion
Materialwahl beim Ausbau
Materialwahl im Außenbereich
8-2
8-4
8-6
9
9.1
9.2
Betrieb
Energiemanagement
Abfallverwaltung und Gebäudereinigung
9-1
9-2
9-4
A
A.1
A.2
A.3
Anhang
Literaturverzeichnis
Umrechnungstabelle für SI-Einheiten
Gebäude Checkliste
A-1
A-2
A-4
A-5
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
0-1
0-2
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V 09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
0
V09-01
Einleitung
0.1
Hintergrund
0.2
Elemente des Nachhaltigen Bauens
0.3
Benutzung des Handbuches
SRE Sustainable Building Design Guidebook
0-3
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
0.1
Nachhaltiges Bauen als Herausforderung
10.000 W
6.000 W
2.000 W
0W
Hintergrund
Jahr 2000
Jahr 2050 ?
Abbildung 0-1
Eine Person verbraucht weltweit durchschnittlich 17.500 Kilowattstunden pro
Jahr. Dies entspricht einem permanenten
Verbrauch von 2.000 Watt. In Westeuropa
ist der Verbrauch sogar noch um das 2 1/2
fache höher und liegt bei ca. 6.000 Watt
pro Person. Die Bevölkerung in einigen asiatischen oder afrikanischen Staaten hingegen verbraucht nur einen Bruchteil davon.
Das Thema Nachhaltigkeit hat auch im Bauwesen eine große Bedeutung. In diesem Leitfaden werden Prinzipien und Konzepte des Nachhaltigen Bauens aufgezeigt und so ein Überblick über das Thema vermittelt. Laut Aussage des Forschungsinstituts „The World Watch Institute“ werden 40 Prozent des weltweiten
Energiebedarfs für die Erstellung und den Betrieb von Gebäuden aufgewendet.
Bauträger, Immobilienbesitzer, Architekten und Ingenieure können viele der unerwünschten ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen minimieren oder
sogar vermeiden, indem sie ihr Vorgehen bei der Planung, der Erstellung und auch
beim Betrieb von Gebäuden gemeinsam optimieren. Hierfür ist ein Wandel der
Planungs- und Umsetzungsprozesse erforderlich.
Der Begriff Nachhaltiges Bauen wurde aus der nachhaltigen Architektur abgeleitet
und eignet sich aufgrund seiner Bedeutung besser. Die Bezeichnung „Bauen“ besitzt eine Zweideutigkeit: während die Verwendung im verblichen Sinne „bauen“
auf einen Prozess hindeutet, verweist das Nomen „der Bau“ auf ein Ergebnis. Auf
diese Weise beinhaltet das Nachhaltige Bauen die fächerübergreifende Verstrickung, die notwendig ist, um die Ziele der Nachhaltigkeit zu erreichen. (NCARB
2001).
Na S RE
ch R
ha atg
ltig eb
e B er
au für
we
ise
Unternehmensweites Blickfeld
strategisch
operativ
Re SR
ss E H
ou a
rce nd
nk buc
on h
tro
lle
Nachhaltige
Bauweise
Langzeitoptimierung des Ressourcenverbrauchs; Leistung der SRE und
SIEMENS bezüglich der Abbildung
Ressourcen Benchmarking,
Ressourcen Werteliste
Maßnahmen den Ressourcenverbrauch
laufend zu reduzieren
Vereinheitlichte, fundierte
Auswertung vom gesamten
Ressourcenverbrauch in SRE
Laufende Kostenersparnis
Von € 20 Millionen für das
SIEMENS Geschäftsjahr
bis zum Ende 06/07
Abbildung 0-2:
Strategie der voneinander abhängigen Faktoren und Auswirkungen – bezogen auf das Projekt Natural Resources Management
0-4
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V 09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
0.2
Elemente des Nachhaltigen Bauens
Eine Auswahl von Verfahren zum Nachhaltigen Bauen
In den vergangenen Jahren hat das Thema Nachhaltigkeit an Aufmerksamkeit und
Bedeutung gewonnen. Dies gilt im Besonderen auch für die verschiedenen Bereiche der Architektur und des Bauwesens. Die Bewertung der Umsetzung von Nachhaltigkeit innerhalb eines Bauprojektes ist eine Herausforderung, die ein übergeordnetes Wissen der vielfältigen projektspezifischen Auswirkungen ökologischer,
sozialer und ökonomischer Aspekte erfordert.
Es gibt verschiedene Verfahren und Methoden, die als Hilfsmittel zur Bewertung
von Nachhaltigkeit eines Bauprojektes entwickelt wurden und mit welchen die
Qualität von Gebäuden hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen bewerten werden
kann.
Verfahren
LEED
USA
GBC
Kanada
HK-BEAM
China
BREEAM
Großbritannien
Leitfaden
Nachhaltiges
Bauen
Deutschland
SIA 112/1
Schweiz
Kurze Erläuterung
Das Bewertungssystem „Leadership in Energy & Environmental
Design“ (LEED) wurde im Jahr 1998 innerhalb des U.S. Green
Building Council entwickelt. Es ist in sechs verschiedene Einzelsysteme untergegliedert, die jeweils einen bestimmten
Marktsektor, wie z.B. Neubauten, gewerbliche Innenausstattung oder Eigenheime, behandeln (USGBC 2005).
Als die„Green Building Challenge“ wird die Vereinigung von
über 20 Ländern, die an der Ertestung neuartiger Methoden
zur Abschätzung der Umweltqualität eines Gebäudes arbeiten
(GBC 2005) bezeichnet.
Die „Hong Kong Building Environmental Assessment Method“
(HK-BEAM) ist eine privatwirtschaftliche Initiative in Hong
Kong. Sie fördert Gebäude, deren Entwurf sich auf besondere
Weise an den Zielen der Nachhaltigkeit orientiert haben (HKBEAM 2004).
„Mit der BRE’s Environmental Assessment Method“ (BREEAM)
kann die ökologische Qualität von Neu- und Bestandsbauten
beurteilt werden. Dieses System hat sich als Schlüsselinstrument in der englischen Bauindustrie und im Immobiliensektor
durchgesetzt.(BREEAM 2005).
Der Leitfaden Nachhaltiges Bauen wurde vor allem als Entscheidungshilfe für Architekten und Ingenieure entwickelt, die
im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland tätig sind. Auf den
Prinzipien der Nachhaltigkeit basierend, enthält der Leitfaden
Zielvorgaben für Nachhaltiges Bauen (BMVBW 2003).
Die Empfehlung SIA 112/1 Nachhaltiges Bauen im Hochbau
wird von der Kommission für Nachhaltiges Bauen der Schweizer Ingenieur- und Architektenvereinigung (SIA) herausgegeben. Sie beinhaltet Kriterien und Aussagen, die sich auf die
wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekte nachhaltiger Bauweise beziehen (SIA 2005).
Tabelle 0-1:
Verschiedene Verfahren zur Unterstützung und Bewertung von Nachhaltigkeitsvorgaben/ -zielen
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
0-5
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Hauptziele einer nachhaltigen Bauweise
Innerhalb eines konventionellen Planungsprozesses konzentriert sich jeder einzelne Beteiligte auf einen begrenzten Verantwortungsbereich und strebt folglich nur
diejenigen Ziele an, die seinem Geltungsbereich entsprechen. Ein integriertes Vorgehen zur Problemlösung und zur Definition übergeordneter Zielvorgaben steht
im Hintergrund. Beispielsweise müssen die Fassadenkonstruktionen, das Beleuchtungskonzept und die Heiz-, Belüftungs- und Kühlsysteme jeweils bestimmten Minimalanforderungen entsprechen ohne jedoch innerhalb eines übergeordneten
Konzeptes aufeinander abgestimmt zu werden. Ebenso existieren in den wenigsten Ländern Vorgaben zur Reduzierung des Gesamtenergiebedarfs. Ein
übergeordnetes Entwurfskonzept zur Optimierung des Energieaufwandes ist noch
kein gängiges Vorgehen.
Die Hauptziele nachhaltiger Bauweise können durch eine intelligente und kreative
Entwurfsplanung, die folgende Aspekte berücksichtigt, erreicht werden:
Erstellung qualitativ hochwertiger Gebäude mit geringen Lebenszykluskosten.
Entwerfen von möglichst einfachen Gebäudeformen.
Planungen, die Anpassungsfähigkeit und Flexibilität hinsichtlich gegenwärtiger und zukünftiger Nutzungen ermöglichen.
Nutzung ressourcenschonender Systeme und Komponenten, die einen geringen Wartungsaufwand erfordern.
Errichtung von Gebäuden als Vorbild für die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen im Bauwesen.
Planung von Gebäuden, die im besonderen Maße das Wohlbefinden und die
Behaglichkeit der Nutzer anstreben.
Demonstration der kostensenkenden und leistungsstarken SiemensTechnologien durch die Errichtung von Vorzeigeobjekten.
Den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes beachten
Nachhaltiges Bauen strebt für alle Phasen im Lebenszyklus von Gebäuden – von
der Planung, der Erstellung über die Nutzung und Erneuerung bis zum Rückbau –
eine Minimierung des Bedarfs an Energie und Ressourcen sowie eine möglichst
geringe Belastung des Naturhaushaltes an.
Dies ist zu erreichen durch:
0-6
Senkung des Gesamtenergieaufwandes.
Minimierung von Baustoff- und Konstruktionselement-abhängigen Transportaufwendungen (Energie, Kosten).
Einsatz wiederverwendbarer oder –verwertbarer Baustoffe.
Gefahrlose Rückführung der Stoffe unter Berücksichtigung des natürlichen
Stoffkreislaufes.
Schonung der Umwelt und Minimierung des Flächenverbrauches.
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V 09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Die frühzeitige Berücksichtigung nachhaltiger Planungsziele kann die Gesamtwirtschaftlichkeit von Gebäuden (Bau-, Betriebs-, Nutzungs-, Umwelt-, Gesundheitskosten) erheblich verbessern. Eine Optimierung der Lebenszykluskosten wird erreicht, indem Planungsentscheidungen nur unter Kenntnis der Investitions- und
Betriebskosten getroffen werden, da die Nutzungskosten von Immobilien schon
innerhalb weniger Jahre die Bau- und Investitionskosten übersteigen können. Beispielsweise helfen passive Systeme für Heizung, Lüftung und Kühlung die Betriebskosten zu minimieren und Nachhaltigkeitsziele umzusetzen.
Kosten in %
Krankenhaus
Hallenbad
Produktionsgebäude
Bürogebäude
Wohngebäude
600
500
400
300
200
100
0
0
10
20
30
40
50
Jahre
Abbildung 0-3:
Qualitative Darstellung der Nutzungs- und Baukosten für verschiedene Nutzungsarten
Ablauf des Planungsprozesses
Der Planungsprozess bei Siemens Real Estate wird über zwei Tools geregelt: es
gibt die PM@SRE-Toolbox und den Building Configurator. Die PM@SRE-Toolbox
verschafft einen Überblick über die Prozesse und Dokumente, die eine ordnungsgemäße, systematische und strukturierte Abwicklung von Projekten bei der SRE
gewährleisten. Der Building Configurator dokumentiert die verschiedenen Konstruktionen und Baumaterialien sowie sonstige Informationen zur Ausführung und
bewertet sie durch unterschiedliche Qualitätsstufen.
Bei beiden Tools müssen von Beginn an die Nachhaltigkeitsziele in den Planungsprozess eingebunden werden, da die Möglichkeiten der Einflussnahme zu Beginn
der Planung am größten sind.
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
Abbildung 0-4:
PM@SRE Toolbox Construction regelt die
seriellen Abwicklungsprozesse (Projektsteuerung)
0-7
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Nachhaltige Entscheidungen können in hohem Maße bereits bei der Programmdefinition und in der ersten Konzeptphase getroffen werden. Zur Umsetzung bestmöglicher Ergebnisse sollten Fragen bezüglich der Erschließung sowie planungsrechtlicher, funktionaler, städtebaulicher, architektonischer und bauordnungsrechtlicher Belange bereits in der Vorplanung und im Zuge von Architektur- und
Ingenieurwettbewerben in ihrer Gesamtheit erfasst und im Sinne der Nachhaltigkeit optimiert werden. Nachhaltiges Bauen erfordert einen erhöhten Planungsbedarf während der Anfangsstadien eines Bauvorhabens.
Folgende Merkmale charakterisieren einen nachhaltigen Planungsprozess:
Abbildung 0-5:
Der Building Configurator definiert die
Ausführung
Integration von Experten für Nachhaltiges Bauen in den Planungsprozess.
Klare Zielvorgaben im Rahmen eines Pflichtenheftes für Bauprojekte, die die
Wettbewerbsphase bereits durchlaufen haben.
Einsatz von Simulationsmodellen als Entscheidungshilfen während der Planung.
Kooperation und Abstimmung unter den verschiedenen Beteiligten.
Einfluss und Aufwand
Nutzung
Vergabe
Ausführungsplanung
Entwurf
Vorentwurf
Grundlagenermittlung
Einflussnahme auf die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen
Klassische Planung
Nachhaltige Planung
Zeitschiene
Abbildung 0-6:
Die Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen ist zu Beginn des Planungsprozess am größten
Abbildung 0-7:
Die serienmäßigen Prozesse von der PM@SRE Toolbox
0-8
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V 09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
0.3
Benutzung des Handbuchs
Der projektsteuernde Architekt hat bei der Planung von Gebäuden viele Aspekte zu
beachten. Unter anderem muss er neben der Ästhetik, Konstruktion und Konzeptionierung auch den Projektablauf steuern und die Bauüberwachung durchführen.
Darüber hinaus ist es seine Aufgabe die gegensätzlichen Anforderungen an Budget, Raumprogramm und zeitlichen Ablauf in Einklang zu bringen. Hierzu gehört
auch die Grundlagenermittlung mit allen Aspekten der städtebaulichen Einbindung, dem Raumkonzept sowie der Funktionalität des Entwurfes und der Konstruktion. Die gegenseitige Abhängigkeit aller Faktoren in der Planung zu berücksichtigen ist eine besondere Herausforderung.
Die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen bei Bauprojekten ist nur ein Aspekt, der
neben vielen anderen verfolgt werden muss. Das Handbuch unterstützt die Architekten und Planer bei der Realisierung nachhaltiger Zielvorgaben durch konkrete
Empfehlungen und Zielvorgaben.
Das Handbuch enthält Informationen und Vorgaben in den Bereichen Grundstück,
Gebäudehülle, Energie, Raumkomfort, Gebäudetechnik, Elektrische Systeme, Wasser, Materialien und Betrieb. Die einzelnen Kapitel geben Empfehlungen und zeigen Möglichkeiten auf, wie bestimmte Zielwerte erreicht werden können. Dabei
muss abgewogen werden, inwieweit die einzelnen vorgeschlagenen Empfehlungen und Maßnahmen für das jeweilige Projekt sinnvoll sind. Dieser Leitfaden gilt
gleichermaßen für Neubauten wie auch für Sanierungen.
Die Informationen sind in neun Kapitel aufgeteilt, die jeweils in verschiedene Unterkapitel gegliedert sind. Diese folgen einem einheitlichen Aufbau: Thema, Strategien, Elemente und Benchmark. Auf diese Weise erkennt der Leser auf den ersten Blick mögliche Strategien und Verfahrenstechniken sowie die wichtigsten
Benchmarks der einzelnen Themen ohne ein komplettes Kapitel durcharbeiten zu
müssen. Darüber hinaus informiert jedes Unterkapitel zu welchem Zeitpunkt der
Planungsphase die Empfehlungen und Vorgaben berücksichtigt werden müssen
(Grafik links oben neben dem Thema). Am Ende jedes Kapitels befinden sich Best
Practice Darstellungen von speziellen Siemens Produkten und Lösungen.
Der Anhang enthält eine Checkliste zur Bewertung des Bauprojektes durch den
Projektleiter. Diese dokumentiert die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele für die
verschiedenen Bereiche und Planungsphasen mit Hilfe dreier Kategorien (ungenügend, befriedigend, gut).
Darüber hinaus enthält der Anhang eine Umrechnungstabelle der SI-Einheiten.
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
0-9
0-10
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V 09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
1 Grundstück
1.1 Grundstücksanalyse
1.2 Erschließung
V 09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
1-1
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
1.1
Grundstücksanalyse
Thema
Die Grundstückswahl hat Auswirkungen auf alle weiteren Planungen. Die Gegebenheiten des Grundstücks beeinflussen den Entwurf, der wiederum Auswirkungen auf das Grundstück selbst hat: das lokale Ökosystem wird beeinflusst, der Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen beeinträchtigt, der Energie-, Stoff- und Wasserhaushalt verändert. Darüber hinaus ergeben sich Auswirkungen auf benachbarte Gebäude.
Aufgrund dessen ist es notwendig, eine Grundstücksanalyse durchzuführen, die
für die Optimierung der Gestaltung des Grundstücks unter Berücksichtigung der
natürlichen Umgebung und der städtebaulichen Situation wichtig ist.
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Strategien
Unter Einbeziehung folgender Gesichtspunkte werden Untersuchungen bezüglich
Mikroklima, Flächennutzung, möglicher Gebäudedichte, Erweiterungsmöglichkeiten, Freiflächen, Wasserhaushalt, Bodenkontamination, energetischer Optionen
und Abfallentsorgung durchgeführt:
W
S
20 m
25 m
S
25 m
S
25 m
O
N
N
Baustruktur/Ansicht
mit Wärmestrahlung
Abtreppung der
Baustruktur
Arkadenausbildung
N
Möglichkeiten der solaren Energienutzung sowie natürlicher Belichtungsmöglichkeiten untersuchen.
Sicherung von Belüftung des Grundstückes und der Umgebung.
Vermeidung wasserundurchlässiger Oberflächen sowie Minimierung der Eingriffe in das Erdreich, z. B. durch Vermeidung von Tiefgaragen, Reduzierung
versiegelter Flächen, Erweiterung der Grünflächen.
Nutzung passiver Energieträger (z. B. Sonnenenergie oder Erdwärme).
Gestaltung naturnaher Grünflächen.
Nutzung von ortsüblichen Gebäudetechnologien und –komponenten.
Bevorzugung oberirdischer Parkhäuser anstelle von Tiefgaragen.
Elemente
Beim Entwurf eines Gebäudes hat der Architekt die Anforderungen an das Stadtklima in seine Betrachtungen mit einzubeziehen. Dieses wird besonders von der
Bebauungsdichte innerhalb von Innenstädten und in hoch verdichteten Gebieten
negativ beeinträchtigt. Dabei ist es wichtig, eine natürliche Luftdurchströmung sicherzustellen und alle Bereiche mit Frischluft zu versorgen. Freiflächenplanung
und Gebäudegestaltung müssen hierfür aufeinander abgestimmt werden.
Die Orientierung des Gebäudes muss eine optimale Tagelichtnutzung ermöglichen
und sicherstellen, sodass alle Geschosse und zugehörigen Räume ausreichend natürlich belichtet werden.
Abbildung 1-1:
Einfluss der Gebäudestruktur auf Wind,
Wärmestrahlung und Konvektion
[LHM 1995]
1-2
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V 09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Bebauungsdichte und Verschattung
Gebäudebereiche ohne Tageslichtzugang
Gebäudebereiche mit passiver solaren Nutzung
Tiefgaragen
Grünflächen im Vergleich zur versiegelten
Flächen
Abbildung 1-2:
Gebäudesimulationen veranschaulichen bereits in frühen Phasen der Planung die Zusammenhänge von Bebauungsdichte, Verschattung, Sonnen- und Tageslichtangebot sowie Auswirkungen auf das Erdreich
Benchmark
Höhere Überwärmung durch:
- höhere GRZ
- geringeren Grünflächenanteil
Alle baulichen Anlagen, auch befestigte Bereiche und
unterirdische bauliche Anlagen
Bauliche Anlagen
≤ 60 %
40
35
Alle nicht versiegelten Flächen mit der Möglichkeit zur
Begrünung, ausgeschlossen wasserdurchlässige Beläge
Grünfläche
30
> 30 %
25
0,6
Versickerungsfläche
Alle Flächen, von denen die Niederschläge durch den
Boden ins Grundwasser gelangen können
0,7
0,8
0,5
0,4
> 40 %
0,3
Grundflächenzahl (GRZ)
0,2
Geschoßflächenzahl (GFZ)
0,1
Tabelle 1-1:
Empfehlung für Flächenanteile auf dem Grundstück
GJ
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
0
0 m³
10.000 m³
20.000 m³
30.000 m³
40.000 m³
50.000 m³
Aushubsvolumen
Tabelle 1-2:
Aufwand an grauer Energie für die Baugrube und die Terraingestaltung
V 09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
Minimierungder Überwärmung durch:
- geringere GRZ
- hohen Grünflächenanteil/
Überstellung mit Bäumen
- Dachbegrünung
Abbildung1-3:
Gebäudetemperaturen in Abhängigkeit von
der Freiflächenbegrünung und der Bebauungsdichte [LHM 1998]
1-3
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
1.2 Erschließung
Thema
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurfsplanung
Ausführung
Vergabe
Betrieb
Die Flächennutzung, die Bebauungsdichte und das städtische Verkehrssystem
sind eng miteinander verflochten. Das weiträumig ausgebaute Angebot an Straßen- und Schienenverkehr und spezielle Flächennutzungszonen haben die Zersiedelung gefördert. Eine Folge hiervon ist der Anstieg des Pendelverkehrs, der
öffentliche Nahverkehrssysteme unwirtschaftlich werden lässt. Das Auto ist heutzutage einer der größten „Energieverschwender“ und „Luftverschmutzer“. Strategien zur Verringerung des Autoverkehrs sind Teile der Prinzipien des Nachhaltigen
Bauens.
Strategien
Abbildung 1-4:
Beispiel für gelungene Fußweggestaltung
1-4
Gestaltung von durchgängigen, möglichst direkten Fahrrad- und Fußwegen,
die weder besondere Verkehrs- noch Lärm- und Verschmutzungsbelastungen aufweisen.
Wahl von Standorten, in der Nähe von öffentlichen Verkehrsmitteln und mit
guter Anbindung zu vorhandenen Fuß- und Radwegen.
Prüfung von Shuttle-Bus-Systemen für Mitarbeiter und Angestellte.
Einbindung der Parkflächengestaltung in die umgebende Landschaft.
Gestaltung von Fußwegen unter Einbezug von Landschaftselementen und
vorhandener Landschaftsgestaltung.
Planung sicherer Fußwege in Bezug auf Oberflächenbeläge, Beleuchtung
und Orientierung.
Bereitstellung ausreichender und sicherer Fahrradstellplätze in Nähe der Gebäudeeingänge.
Bereitstellung von Umkleiden und Duschmöglichkeiten.
Sicherstellung einer barrierefreien Erschließung der Gebäude.
Einführung von Car-Sharing oder Förderung von Fahrgemeinschaften.
Möglichkeiten der Heimarbeit prüfen.
Geeignete Tiefgaragengestaltung:
- Trennung von Ein- und Ausfahrten.
- Ausreichende Beleuchtung.
- Klare Wegeführung.
- Gestaltung attraktiver Ein- und Ausgänge.
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V 09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Elemente
60
0
m
Um diese Strategien umsetzen zu können, sind Erschließungskonzepten erforderlich, in denen vorhandene Fußwege, Haltestellen des öffentlichen Verkehrs sowie
Aspekte der lokalen und regionalen Verkehrsplanung mit einbezogen werden. Des
Weiteren sind die Gebäudeorientierung zu Straßenräumen, der Gebäudestandort
sowie die Gebäudezugänglichkeit zu berücksichtigen.
300 m
U/S-Bahn
Abbildung 1-7:
Beispiel für Fahrradstellplätze neben dem
Gebäudeeingang
Bus
Fußläufige Enrfernung
Haltestelle U/S-Bahn
Einzugsgebiet
Haltestelle Bus
Abbildung 1-5:
Optimaler fußläufiger Einzugsbereich zu Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs [LHM 1995]
Benchmark
Zeit in min
45
Fußgänger
Fahrrad Auto
40
Bus
35
30
10 km schneller
mit der U-Bahn
U-Bahn
25
20
4.500 m schneller mit dem Fahrrad
15
10
450 m schneller zu Fuß
5
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10 11 12
Entfernung in km
Abbildung 1-6:
Reisezeiten “von Haustür zu Haustür” für verschiedene Fortbewegungsarten in städtischen Bereichen
[UCD 1999]
V 09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
1-5
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Best Practice/ Siemens Produkte und Lösungen
Abbildung 1-8:
Eingangsgestaltung mit Fahrradstellplätzen (linker unterer Bildrand) und ebenerdigem Zugang,
Siemensforum, Wittelsbacherplatz, München, Deutschland.
Abbildung 1-9:
Oberirdisches Parkhaus, Siemens, Erlangen, Deutschland.
1-6
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V 09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
2
Gebäudehülle
2.1 Einfache Gebäudeform
2.2 Optimierter Wärmeschutz
2.3 Fassadengestaltung
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
2-1
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
2.1 Einfache Gebäudeform
Thema
Der Entwurf von Gebäudegrundriss und Gebäudeform resultiert aus der Berücksichtigung funktioneller, technischer sowie ästhetischer Aspekte. Um eine funktionsgerechte Gebäudehülle zu erstellen, müssen Faktoren wie Windverhältnisse,
Sonneneinstrahlung, Ausrichtung, Schutz und Exposition sowie Lärm- und Luftbedingungen gegeneinander abgewogen und in Einklang gebracht werden. Die Gebäudehülle stellt die Beziehung des Gebäudes zu seiner Umwelt dar. Beispielsweise kann durch eine intelligent gestaltete Gebäudeform sowie durch eine optimale
Gebäudeausrichtung ohne zusätzlichen Aufwand der Energieverbrauch um 30 –
40% reduziert werden.
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Strategien
100%
142%
200%
Abbildung 2-1:
Verschiedene A/V-Verhältnisse [LHM
1998]
Bei gleichem Bauwerksvolumen variiert
je nach Gebäudeform die Größe der Gebäudehüllfläche und konsequenterweise
auch der Anteil der Wärmeverluste über
die Außenflächen.
Abbildung 2-2:
Grundrißbeispiele mit gleicher Grundfläche [Voss 2005]
Trotz gleicher Grundfläche kann die
Grundrißgestalt von Gebäuden erhebliche Unterschiede aufweisen.
Während das linke Beispiel aufgrund einer komplizierten Grundrißgestalt eine
40%-ige Vergrößerung des Umfanges erreicht, vergrößert sich der Umfang des
rechten Beispiels lediglich um 10%.
2-2
Strategien für Regionen in nördlichen Breiten, in denen der Heizbedarf dominiert:
Optimierung des A/V-Verhältnisses zur Reduzierung des Transmissionswärmeverlustes.
Maximale Nutzung der solaren Wärmegewinne.
Minimierung der Windangriffsflächen durch günstige Gebäudeausrichtung.
Planung von einfachen mehrstöckigen Gebäuden:
Zur Optimierung der Gebäudestruktur/ des Stützrasters.
Zur Schonung der Grundstücksflächen und zur Reduzierung der Beeinträchtigung von Grundstück und Umgebung.
Für eine maximale Flexibilität in Bezug auf Gebäudeerweiterung.
Planung funktionsgerechter Gebäudestruktur:
Durch Zonierung der Gebäudetechnik (Heizung, Lüftung, Sanitär,
Elektro).
Durch Zusammenlegung von Nutzungen in Räumen mit gleichen Anforderungen.
Strategien für Regionen in südlichen Breiten, in denen der Kühlbedarf dominiert:
Planung der Gebäudeausrichtung mit dem Ziel durch eine Nord-SüdOrientierung in Bürogebäuden unerwünschten Wärmeeintrag zu vermeiden.
Planung von einfachen mehrstöckigen Gebäuden:
Zur Optimierung der Gebäudestruktur/ des Stützrasters.
Zur Schonung der Grundstücksflächen und zur Reduzierung der Beeinträchtigung von Grundstück und Umgebung.
Für eine maximale Flexibilität in Bezug auf Gebäudeerweiterung.
Planung einer funktionsgerechten Gebäudehülle:
Durch Zonierung und Zusammenlegung von Räumen, die gleiche Kühlanforderungen besitzen.
Durch Gruppierung der Räume unter Berücksichtigung der verschiedenen Nutzungsanforderungen.
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-0
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Elemente
Innenhöfe (Atrien) können auf verschiedene Art gestaltet werden. Für Bürogebäude eignen sie sich vor allem als Erschließungszonen, als Passagen und als Lichthöfe. Innenhöfe sollten beim Entwurf des Klimatisierungs-/ Lüftungskonzeptes berücksichtigt werden.
Innenliegendes Atrium:
Belichtung: erfordert
im EG besondere Maßnahmen
Belüftung: schwierig
Sommer: Gefahr der
Überhitzung
Sonstiges: Erschließung
Einseitig geöffnetes
Atrium:
Belichtung: gut
Belüftung: gut
Sommer: effektiver
Sonnenschutz erforderlich
Sonstiges: Schallschutz
beachten
Zweiseitig geöffnetes
Atrium:
Belichtung: Schwierig
im Mittelbereich des EG
Belüftung: Querlüftung möglich
Sommer: thermisch
wenig kritisch
Sonstiges: Passage
Dreiseitig geöffnetes Atrium:
Belichtung: gut
Belüftung: gut
Sommer: Thermisch
kritisch, effizienter Sonnenschutz erforderlich
Sonstiges: Wintergarten
Abbildung 2-4:
Beispiel für den Einsatz eines Atriums zur Belichtung von Verkehrszonen, Siemens, Erlangen, Deutschland
Atrien eignen sich besonders für die Belichtung innenliegender Bereiche und Räume, wie
Eingangshallen und Verkehrszonen.
Abbildung 2-3:
Verschiedene Arten ein Atrium zu gestalten [Hausladen 2005]
Ein Gebäude, das eine lange Ausdehnung in Ost-West-Richtung besitzt, erzielt
während der Wintermonate aufgrund der großen nach Süden orientieren Fassade
hohe solare Wärmegewinne. Dagegen werden während der Sommermonate die
Wärmegewinne aufgrund der verkürzten Ost-West-Fassade reduziert. Daher sind
Gebäude mit einer langen Ost-West-Erstreckung in allen Klimazonen günstig, um
den winterlichen Wärmebedarf bzw. den sommerliche Kühlbedarf zu verringern.
Es ist zu beachten, dass in Abhängigkeit von der spezifischen Klimaausprägung die
optimale Ausdehnung der Ost-West-Erstreckung variiert.
West - Ost
Nord - Süd
Abbildung 2-5:
Der Einfluss der Fassadenorientierung auf den
solaren Strahlungseintrag [Hausladen 2005]
Benchmark
Gebäudegröße
A/V
< 500 m²
≤ 0,60
500 – 1.000 m²
≤ 0,40
1.000 – 5.000 m²
≤ 0,30
5.000 – 10.000 m²
≤ 0,25
1,8 W/ m² Transmissionswärmeverluste HT
Tabelle 2-1:
Empfehlung für das A/V-Verhältnis in Abhängigkeit von der Gebäudegrundfläche
Das A/V-Verhältnis veranschaulicht die Beziehung zwischen der Gebäudeoberfläche (A) und dem Gebäudevolumen (V). Je kleiner die Oberfläche eines Gebäudes,
desto geringer auch der Anteil der Grauen Energie, da hierfür ein geringerer Materialaufwand zur Erstellung erforderlich ist. Eine minimierte Gebäuhüllfläche reduziert zudem die Transmissionswärmeverluste, was zu einer Verringerung des Wärmebedarfs führt und somit auch zu geringeren Betriebskosten.
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
1,8
1,6
1,4
1,2
1
0,8
0,6
0,4
0,2
0
Nichtwohngebäude mit einem
Fensterflächenanteil < 30 % und Wohngebäude
Nichtwohngebäude mit einem
Fensterflächenanteil > 30 %
0,2
0,3
0,4
0,5
0,6
0,7
0,8
0,9
1
> 1,05
-1
Formfaktor A/V [m ]
Abbildung 2-6:
Transmissionswärmeverlust in Abhängigkeit
des Formfaktors (A/V-Verhältnis) für Nichtwohngebäude – gemäß EnEV [Voss 2005]
2-3
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
2.2 Optimierter Wärmeschutz
Thema
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Die Qualität der Fassade wird durch das Zusammenspiel von Gebäude und Umgebung bestimmt: entscheidende Faktoren bilden Windverhältnisse, Sonneneinstrahlung, klimatische Exposition sowie Luft- und Lärmbedingungen. Darüber
hinaus strebt Nachhaltiges Bauen eine Optimierung der Energiebilanz sowie die
Sicherstellung eines hohen Standards an Komfort und Behaglichkeit an. Durch
konstruktive oder gestalterische Maßnahmen muss ein hoher sommerlicher Wärmeeintrag bzw. winterliche Wärmeverluste vermieden werden.
Strategien
Abbildung 2-7:
Im Sommer spenden Bäume Schatten
Strategien für Regionen in nördliche Breiten, in denen der Heizbedarf dominiert:
Planung einer luftdichten Gebäudehülle.
Erhöhung der Wärmedämmstärken opaker Gebäudeteile.
Minimierung des Glasflächenanteils in der Fassade und Verwendung von
Gläsern mit niedrigen U-Werten.
Gleichmäßige Verteilung von thermischen Speichermassen innerhalb der
Gebäudehülle um Wärmegewinne zu regulieren.
Wahl einer geeigneten Farbe für die Außenfassade.
Verwendung geeigneter Bepflanzungen mit dem Ziel im Sommer zu beschatten und im Winter die Windgeschwindigkeiten zu minimieren.
Strategien für Regionen in südlichen Breiten, in denen der Kühlbedarf dominiert:
Planung einer luftdichten Gebäudehülle.
Minimierung der Wärmegewinne durch Einsatz von Sonnschutzsystemen.
Reduzierung des Glasflächenanteils.
Begrünung der Dächer.
Elemente
Die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern wirkt sich positiv auf das Raumklima
aus. Während sie im Sommer durch Verdunstung und Beschattung dazu beitragen
Temperaturen zu begrenzen, dienen sie im Winter als Schutz vor Winden. Besonders hohe Bäume mit einer hoch liegenden Krone beschatten das Gebäude, während kühlere Luft am Boden entlang strömen kann.
Darüber hinaus muss die Rückstrahlung verschiedener Dachmaterialien berücksichtigt werden. Allgemein sollten bevorzugt Materialien mit großer reflektierender Wirkung eingesetzt werden.
Abbildung 2-8:
Im Winter ermöglichen die blattlosen
Bäume eine maximale Sonneneinstrahlung auf die Gebäudefassaden.
2-4
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-0
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Der Einfluss verschiedener Sonnenschutzsysteme auf die Raumtemperatur im
Sommer ist aus Abbildung 2-9 ersichtlich. Beste Ergebnisse werden mit einem außenliegenden System erreicht. Die Effizienz des feststehenden Sonnenschutzes
hängt vom Verhältnis der Fensterhöhe zur Auskragungstiefe ab. Ein guter witterungsunabhängiger Sonnenschutz besteht aus der Kombination von feststehender
Auskragung mit innenliegenden Systemen. Innenliegende Systeme führen ohne
zusätzliche Maßnahmen zu unbehagliche Raumtemperaturen.
Abbildung 2-10:
Außenliegender Sonnenschutz: Lamellenraffstores, Siemens, Braunschweig,
Deutschland
Sonnenschutz
außenliegend
Temper atur
°C
30
Sonnenschutz
innenliegend
Kombinierter
Sonnenschutz: außen
feststehend und innen
i nnen l ie gender Sonne nschu tz
au ße n liegender Sonnenschu tz
Kom binat ion von i nn en u nd au ßen
liegende m Sonnenschutz
Abbildung 2-11:
Sonnenschutz mittels Fassadenbegrünung,
Siemens, Erlangen, Deutschland
28
26
24
22
30. Juli
31. Juli
01. August
Abbildung 2-9:
Raumtemperaturen an drei sehr warmen Tagen in Anhängigkeit von der Ausbildung des Sonnenschutzes
[Hausladen 2005]
Abbildung 2-12:
Innenliegender Sonnenschutz: senkrechte
Lamellen, Siemens, München, Deutschland
Glasflächenanteil
< 55 %
Benchmark
Gebäudeteile
Glas
Rahmen
Fenster
Dach
Wände
U-Wert, heute
[W/m²K]
1,70
0,30
0,45
U-Wert, in Zukunft
[W/m²K]
< 0,70
< 1,70
< 0,90
< 0,20
< 0,20
Tabelle 2-2:
Aktuelle Empfehlung für U-Werte im Vergleich zu Empfehlungen für die Zukunft
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
Lichtdurchlässigkeit
> 0,5
g-Wert für Fenster
< 0,7
g-Wert für Fenster, Sonnenschutz
< 0,15
Tabelle 2-3:
Empfehlung für den Glasflächenanteil, den
Tageslichtdurchlassgrad sowie für g-Werte
2-5
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
2.3 Fassadengestaltung
Grundlagenermittlung
Thema
Vorentwurf
Die Fassade hat einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität des gesamten
Gebäudes. Die Herausforderungen an die Fassadenplanung ergeben sich aus
den Anforderungen des Bauherrn an Ästhetik und Raumklima. Daneben ist die
zunehmenden Forderung nach einem sparsamen Umgang mit Ressourcen zu
berücksichtigen.
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Strategien
Abbildung 2-13:
Beispiel einer Lochbandfassade, Siemens
Abbildung 2-14:
Beispiel einer Bandfassade, Siemens
2-6
Flächeneffizienz und Flexibilität:
Planung von Raumtiefe und Raumbezügen mit dem Ziel eine flexible
Nutzung und Möblierung zu gewährleisten.
Einfache Gebäudestruktur:
Planung eines einfachen statischen Konzeptes mit materialgerechten
Spannweiten.
Vermeidung störender Stützen im Raum, da diese Flächenverlust,
Einschränkung der Möblierung und Reinigung verursachen.
Nutzerkomfort:
Gewährleistung hohen thermischen Komforts.
Einfache Bedienung der Fenster, Sonnen- und Blendschutzanlagen
und der Beleuchtung.
Energie:
Nutzung von Sonnenenergie.
Umsetzung eines hohen Wärmedämmstandards für die Gebäudehülle.
Einhaltung von Energiestandards.
Ökologie:
Reduzierung des Energiebedarfs und unerwünschter Emissionen.
Planung von Gebäuden mit langer Nutzungsdauer, guter Rückbaueignung und der Option zur Wiederverwertung.
Gebäudetechnik:
Anordnung der Heizkörper an verglasten Flächen und Außenwänden.
Planung der Anlagen für ein optimales Zusammenwirken von Sonnenschutz, Beleuchtung und Tageslichtnutzung.
Sicherheit:
Planung geeigneter Einbruchs- und Brandschutzanlagen.
Planung von Absturzsicherungen.
Facility Management:
Sicherstellung der Zugänglichkeit der Fassaden und Fenster für Reinigungszwecke sowie der Sonnenschutzanlagen für Reparatur- und
Wartungsarbeiten.
Verwendung von innen zu bedienenden verstell- und/oder fixierbaren Fensterelementen.
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-0
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Elemente
Die Gestaltung der Fassaden erfolgt je nach Standort und Nutzung sowie entsprechend den speziellen raumklimatischen Anforderungen im Gebäude. Ein wesentliches Kriterium besteht darin, dass auch bei einer erhöhten Außenlärmbelastung
eine natürliche Lüftung über Fenster sichergestellt werden kann. Außerdem spielt
der gewünschte Fensterflächenanteil bzw. der Transparenzgrad des Gebäudes eine
wichtige Rolle.
Bei Doppelfassaden ist eine Überhitzung des Fassadenzwischenraums zu vermeiden. Weitere Faktoren für die Wahl des Fassadenkonzepts sind die Schall- und Geruchsübertragung über den Fassadenzwischenraum, der Platzbedarf, die Anforderungen an die Zuluft sowie der Wartungs- und Reinigungsaufwand. Auch der Anteil der Grauen Energie ist bei der Wahl der Systeme zu berücksichtigen.
1 Lochfassade
5 Kastenfensterfassade
2 Elementfassade
6 Doppelfassade
als Korridor
3 Prallscheibe
7 Unsegmentierte
Doppelfassade
Benchmark
Fassadensysteme
(s. Abbildung 215)
1
2
3
4
5
6
7
8
Schalldämmwirkung bei natürlicher Belüftung
gering
gering
mittel
hoch
hoch
sehr hoch
sehr hoch
variabel
Überhitzung
des Fassadenzwischenraumes
Flächenbedarf
Reinigungsaufwand
Technischer Aufwand
Kosten
----gering
hoch
hoch
sehr hoch
sehr hoch
gering
gering
sehr gering
gering
mittel
mittel
sehr hoch
hoch
hoch
gering
mittel
mittel
mittel
hoch
sehr hoch
sehr hoch
sehr hoch
gering
gering
mittel
hoch
hoch
sehr hoch
sehr hoch
sehr hoch
gering
gering
mittel
mittel
hoch
hoch
hoch
sehr hoch
Tabelle 2-4:
Verschiedene Fassadensysteme im Vergleich [Hausladen 2005]
Steuerbare
4 Wechselfassade
als Kastenfenster 8 Doppelfassade
Abbildung 2-15:
Verschiedene Fassadensysteme
[Hausladen 2005]
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
2-7
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Best Practice/ Siemens Produkte und Lösungen
Abbildung 2-16:
Außenliegender Sonnenschutz: verstellbare Lamellenraffstores, Siemens, Braunschweig, Deutschland.
Abbildung 2-17:
Bandfassade mit außenliegendem Sonnenschutzsystem, Siemens, Budapest, Ungarn.
2-8
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-0
3
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
3 Energie
3.1 Energieverbrauch
3.2 Graue Energie
3.3 Erneuerbare Energien
V09-01
Sustainable Building Design Guidebook
3-1
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
3.1 Energieverbrauch
Thema
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Eine nachhaltige Bauweise hat sowohl die Minimierung des Anteils der Grauen
Energie für die Gebäudeerstellung, wie auch die Minimierung des Energiebedarfs
während der Nutzung zum Ziel. Die Qualität eines Entwurfes ist auch durch den
Energieverbrauch gekennzeichnet, der für die Erstellung (Baukonstruktion und
Baustoffe) und den Betrieb erforderlich ist. Die Reduzierung des technischen
Aufwandes und geringe Betriebskosten führen zu einer Kostenminimierung und
sind das Ergebnis einer Energieoptimierung. Hierbei spielen Faktoren wie
Grundstückswahl, Gebäudeausrichtung, Fenstersystem, Materialwahl sowie die
Qualität der gebäudetechnischen Anlagen eine entscheidende Rolle. Die
Anforderungen an den Wärme-, Kühl- und Elektrizitätsbedarf beeinflussen
entscheidend den späteren Energiebedarf.
Strategien
300 kWh/m² End- bzw. Primärenergie
Beleuchtung
300
Klimatisierung
250
Lüftung
Wärme
200
150
100
50
0
Bestand
energieoptimiert
Abbildung 3-1:
Energieverbrauch eines konventionell
entworfenen Bürogebäudes im Vergleich
zu einem Bürogebäude mit NiedrigEnergie Standard [Voss 2005]
Durch den Entwurf eines energieeffizienten Gebäudes wird neben der
Reduzierung der Energie, die dem
Verbraucher tatsächlich zur Verfügung
steht (Endenergie), auch der Verbrauch
an derjenigen Energie, die für Transport
aufgewendet wird oder durch
Transmission verloren geht
(Sekundärenergie), minimiert. Auf diese
Weise kann die energetische Leistung
eines Gebäudes optimiert werden.
3-2
Reduzierung des Energiebedarfs
durch die Optimierung der Konstruktion:
•
Planung einer klimaaktiven Fassade durch Anpassung an die
regional und lokal vorherrschenden klimatischen Bedingungen.
•
Optimierung der Tageslichtnutzung.
•
Einsatz natürlicher Lüftung.
•
Verwendung geeigneter Verglasungen und Sonnenschutzsysteme.
•
Nutzung thermischer Speichermassen.
durch die Verwendung effizienter gebäudetechnischer Anlagen:
•
Verwendung energiesparender Systeme, wie z. B.
Bewegungsmelder, Tageslichtfühler, etc.
•
Wahl energiesparender Geräte, z. B. Lampen, Heiz-, Lüftungs- und
Kühlsysteme, Bürogeräte, Aufzüge, etc.
•
Kurze und direkte Leitungsführungen.
•
Zentrale statt dezentrale Bereitstellung bestimmter Geräte z. B. der
Drucker.
durch Abstimmung der Gebäudetechnik.
Verwendung von Wärme-Rückgewinnungssystemen.
Nutzung erneuerbarer Energien.
Anpassung der Beleuchtung an die Nutzeranforderungen.
Reduzierung des Verbrauchs an Sekundärenergie durch die Wahl effizienter
Primärenergieträger.
Ermittlung des künftigen Energiebedarfs bereits in der Vorplanung zur
Vorbereitung von Strategien zur Energieeinsparung.
Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
3
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Elemente
Während konventionell entworfene Bürobauten in vielen Fällen einen
durchgängigen Bedarf an aktiver Beheizung oder Kühlung aufweisen, versuchen
die Prinzipien des Nachhaltigen Bauens durch natürliche Lüftungsstrategien,
optimierter Tageslichtnutzung, passiver Kühlstrategien, thermischer
Speichermassen, verbesserter Wärmedämmung sowie der Verwendung
energiesparender Bürogeräte, den Heiz- und Kühlaufwand ganzjährig zu
reduzieren.
Benchmark
A/V-Verhältnis
EnEV (Deutschland)
Grenzwert [kWh/m²]
≤ 0,2
40
0,4
52
MINERGIE (Schweiz)
-
40
Passivhaus-Standard (Deutschland)
-
15
100 % Endenergie, qualitativ
80
Kühlen
Heizen
Befeuchten Entfeuchten
60
40
20
klimaunabhängiger Energieverbrauch
0
-5
0
5
10
15
20
25
30
mittelere Außentemperatur [°C]
Abbildung 3-2:
Qualitativer Energieverbrauch eines
konventionell entworfenen Bürogebäudes
mit mäßigem Wärmeschutz und aktiver
Kühlung [Voss 2005]
100 % Endenergie, qualitativ
80
Tabelle 3-1:
Heizen
60
Empfehlungswerte für den Jahresheizwärmebedarf
passiv im
Komfort Bereich
?
40
20
klimaunabhängiger Energieverbrauch
Grenzwert [kWh/m²]
Zielwert [kWh/m²]
Bürogebäude 1: Einzel- und
Gruppenbüros mit geringem
Belüftungs- und Kühlbedarf
30
15
Bürogebäude 2: Gruppenbüros mit
hohem Belüftungs- und Kühlbedarf
50
25
Bürogebäude 3: mit EDV-Zentrale
88
61
0
-5
0
5
10
15
20
25
30
mittelere Außentemperatur [°C]
Abbildung 3-3:
Qualitativer Energieverbrauch eines
nachhaltig entworfenen Bürogebäudes
mit Tageslichtnutzung, verbessertem
Wärmeschutz, passiver Kühlung und
energiesparender Geräteausstattung
[Voss 2005]
Tabelle 3-2:
Empfehlungswerte für den Elektrizitätsbedarf gemäß SIA 380/4
Passivhaus-Standard
Grenzwert [kWh/m²]
Zielwert [kWh/m²]
-
120
Tabelle 3-3:
Empfehlungswerte für den Primärenergiebedarf
V09-01
Sustainable Building Design Guidebook
3-3
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
3.2 Graue Energie
Thema
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Der Anteil der Energie, die für die Erstellung und den Betrieb von Gebäuden
aufgewendet wird, beträgt ca. 40% des weltweiten Energieverbrauchs. Ein
Hauptkriterium der nachhaltigen Bauweise ist die Energieeinsparung bei
Bauwerken. Dabei muss neben der Reduzierung des Energiebedarfes während der
Gebäudenutzung auch der Anteil an grauer Energie minimiert werden.
Strategien
Entwurf eines kompakten Gebäudes.
Minimierung der für die Gebäudeerstellung benötigten Materialmenge.
Optimierung des Glasflächenanteils, da Glas sehr energieintensiv bei der
Herstellung ist (vgl. Tabelle 3-5).
Wahl von Fenstertypen, die einen möglichst geringen Verbrauch an Grauer
Energie aufweisen (z. B. Fenster mit Holzrahmen).
Verwendung von Materialien, die sich durch einen möglichst geringen
Verbrauch an Grauer Energie (inkl. Transport) auszeichnen:
Materialien lokaler oder regionaler Erzeugung.
Materialien mit geringem Energieaufwand während ihrer Lebensdauer.
Einsatz von Materialien, die unter Verwendung erneuerbarer Energien
hergestellt werden.
Verwendung langlebiger und wartungsfreier Materialien.
Gestaltung witterungsbeständiger Fassaden.
Planung der Gebäudeerstellung durch die Verwendung von Konstruktionsmethoden mit möglichst geringem Energieaufwand (z.B. Vorfertigung).
Wahl von Materialien mit hohem Recyclinganteil.
Elemente
Durch den Einsatz energieeffizienter Anlagentechnik sowie durch die Optimierung
der Materialwahl kann bereits ein bedeutender Anteil an Energie eingespart
werden.
Hierbei ist auch die Menge an Grauer Energie, die über die Lebensdauer eines
jeden Materials aufgewendet wird, zu berücksichtigen.
Material
Graue Energie
[MJ/m2]
GWP
[kg CO2 eq]
Kalkstein, Platten
16
1,0
Fließen, glasiert
162
5,3
84
-44,0
24
-0,4
225
7,3
Parkett (Holzdiele)
Linoleum
Teppichböden, synthetisch
Tabelle 3-4:
Primärenergieverbrauch und GWP (Treibhauspotenzial) verschiedener Bodenbeläge
3-4
Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
3
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Benchmark
GJ / m²
3.80
3.60
3.40
Massivbau mit Glasfassade > 65 %
3.20
3.00
2.80
2.60
Massivbau
2.40
2.20
gemischte Bauweise
2.00
Leichtbauweise in Holz
1.80
1.60
1.40
0 m²
4.000 m²
12.000 m²
8.000 m²
16.000 m²
20.000 m²
Geschossfläche
Abbildung 3-4:
Bedarf an Grauer Energie für verschiedene Konstruktionen
Beim Entwurf von Gebäuden sind zur Minimierung des Anteils an Grauer Energie
die Materialwahl, die Konstruktionsweise, die Gebäudeform sowie das
Gebäudevolumen aufeinander abzustimmen. Gebäude mit einem optimierten
Volumen und einer luftdichten Gebäudehülle erfordern den geringsten
Energieaufwand. Darüber hinaus beeinflussen der Fenstertyp sowie der
Glasflächenanteil den Bedarf an Grauer Energie.
Glasflächenanteil
Fenstertypus
Opaker Teil
Dachflächen
Gesamt
A/V-Verhältnis
Graue Energie
[MJ/m²]
Graue Energie /A
[MJ/m²]
0,38 (41%)
0,33 (36%)
0,21 (23%)
3,200
1,000
1,800
1,220
330
380
1,930
A/V-Verhältnis
Graue Energie
[MJ/m²]
Graue Energie/A
[MJ/m²]
0,27(46%)
0,20 (34%)
0,12 (20%)
0,59 (100%)
4,000
1,000
1,800
1,080
200
220
1,500
HolzMetallFenster
(1)
A/V-Verhältnis
Graue
Energie[MJ/m²]
Graue Energie/A
[MJ/m²]
0,17 (16%)
0,59 (55%)
0,31 (29%)
1,07 (100%)
1,300
1,000
1,800
220
590
560
1,370
HolzMetallFenster
(2)
A/V-Verhältnis
Graue Energie
[MJ/m²]
Graue
Energie/A[MJ/m²]
0,25 (31%)
0,34 (43%)
0,21 (26%)
0,80 (100%)
1,300
1,000
1,800
330
340
380
Rahmenelemente
Glas-Aluminiumfassade
0,92 (100%)
1,050
Der
Aufwand
an
Grauer
Energie
verschiedener Gebäudefassaden schwankt
zwischen 1.000 und 2.000 MJ/m² - je nach
A/V-Verhältnis und Glasflächenanteil (vgl.
nebenstehende Tabelle). Dabei erstreckt
sich der Energiebedarf der opaken
Hüllelemente und der Dachflächen von
1.000 bis 1.800 MJ/m² (bzw. in
Abhängigkeit vom A/V-Verhältnis von 200
bis 560 MJ/m² und von 220 bis 590 MJ/m²).
Auf
den
Fensterflächenanteil
fallen
hingegen zwischen 40 und 60%
des
Gesamtverbrauchs an Grauer Energie an.
Tabelle 3-5:
Energiebedarf verschiedener Fenstertypen in Abhängigkeit vom Fensterflächenanteil und des A/VVerhältnisses
V09-01
Sustainable Building Design Guidebook
3-5
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
3.3 Erneuerbare Energien
Thema
Ausführungsplanung
Der Einsatz konventioneller Energieträger verursacht die bekannten ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen wie z. B. Treibhauseffekt
oder Ressourcenknappheit. Um dem entgegen zu wirken unterstützt das
Nachhaltige Bauen nicht nur die Reduzierung des Energiebedarfs, sondern
fördert auch die Verwendung erneuerbarer Energien.
Vergabe
Strategien
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Betrieb
Nutzung von Abwärme
Einsatz von Wärmerückgewinnungsanlagen in Lüftungs- und
Klimaanlagen.
Nutzung von Abwärme.
Erdwärmenutzung durch Verwendung von Geothermie oder Grundwasser
in Kombination mit Wärmepumpen:
Erdsonden.
Energiepfähle.
Erdkollektoren.
Erd-Ansaugregister.
Planung von Wärmeerzeugungssystemen, die Holz als Energieträger
verwenden.
Nahwärmeversorgung durch emissionsarme Hackschnitzelheizungen.
Prüfung der Verwendung von Biomasse:
Biomasse-Heizung.
Errichtung von Solaranlagen (unter Berücksichtigung der
Strahlungsverhältnisse):
Solaranlagen zur Warmwassererzeugung (optimale Platzeriung der
Kollektoren: nach Süden ausgerichtet (vice versa auf der
Südhalbkugel) mit einer Neigung zwischen 30° und 45°).
Photovoltaik-Module zur Stromerzeugung und Wärmeproduktion auf
Dächern und an süd-orientierten Fassaden (vice versa auf der
Südhalbkugel).
Elemente
Im Gegensatz zu solaren Systemen, die ein Mindestmaß an Sonneneinstrahlung
erfordern, nutzen Erdwärme-Systeme die Wärme aus dem Erdreich um ein
Gebäude zu heizen oder zu kühlen.
Energiepfähle:
Der Bau von Energiepfählen ist abhängig von den lokalen Bodenbedingungen,
den benachbarten Bauten und der Lage des Grundwasserspiegels. Im Vergleich
zu konventionellen Erdsonden ist der Einsatz von Erdsonden innerhalb von
Pfahlfundamenten relativ kostengünstig. Jedoch ist die Leistung
3-6
Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
3
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
von Energiepfählen während der Wintermonate beschränkt, da die Fundamente
frostsicher gegründet sein müssen und das Fundament nicht einfrieren darf.
Erdsonden:
Die Errichtung von Erdsonden bietet die Möglichkeit Heiz- und Kühlsysteme
miteinander zu kombinieren. Während der Kühlbedarf durch einen geschlossenen
Kreislauf sichergestellt werden kann, ist für Wärmenutzung die Unterstützung
durch eine Wärmepumpe erforderlich. Die Systeme können entweder mittels
Erdwärme oder Grundwasser betriebene werden. Jedoch ist die Nutzung von
Grundwasser abhängig von der Lage des Grundwasserspiegels sowie von lokalen
Anforderungen. Aus diesen Gründen kann die Planung und Errichtung dieser
Systeme aufwändig und kostenintensiv ausfallen.
Abbildung 3-6:
Beispiel für Erdkollektoren
Erd-Ansaugregister:
Erd-Ansaugregister nutzen die temperaturausgleichende Eigenschaft des
Erdreiches, welches ab einer Tiefe von ca. 1-2 Metern relativ konstante
Temperaturen aufweist. Auf diese Weise kann die Zuluft einer Lüftungsanlage
während der Wintermonate vorerwärmt und während der Sommermonate gekühlt
werden. Das System eignet sich besonders zur Kombinierung mit
Belüftungsanlagen, da die Temperatur der Zuluft, die mittels eines ErdAnsaugregisters vorgekühlt wurde, generell unterhalb der Raumtemperaturen
liegt.
Benchmark
Energiepfahl
Erdsonde
Abbildung 3-5:
Temperaturverteilung in 2000 m Tiefe und Solarstrahlungsangebot in Deutschland
Die Wahl eines geeigneten erneuerbaren Energieträgers ist standortabhängig.
Daher ist eine Analyse der örtlichen Gegebenheiten erforderlich. Wie die oben
abgebildeten Karten zeigen eignet sich der Standort Süddeutschland sowohl für
Sonnenenergie-, als auch für Erdwärmesysteme.
V09-01
Sustainable Building Design Guidebook
Abbildung 3-7:
Energiepfähle und Erdsonden bedienen
sich der Temperaturen des Erdreiches
[Zimmermann 1999]
3-7
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Best Practice/ Siemens Produkte und Lösungen
Abbildung 3-8:
An der Fassade befestigte Photovoltaik-Anlage, Siemens, Erlangen, Deutschland.
3-8
Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
4 Raumkomfort
4.1 Thermische Behaglichkeit
4.2 Optischer und akustischer Komfort
4.3 Raumluftqualität
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
4-1
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
4.1 Thermische Behaglichkeit
Thema
Grundlagenermittlung
Die thermische Behaglichkeit der Nutzer wird durch das Zusammenspiel von Lufttemperatur, Oberflächentemperatur der Raumumgebungsflächen sowie Luftbewegung und relativer Luftfeuchtigkeit bestimmt. Jeder dieser Faktoren beeinflusst
das Behaglichkeitsempfinden maßgeblich. Kleidung und Art der Tätigkeit sind ebenfalls zu berücksichtigen. Das Klimatisierungskonzept bestimmt die empfundene
thermische Behaglichkeit und beeinflusst direkt die Leistungsfähigkeit der Gebäudenutzer.
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Strategien
Entwurf
Simulation
Entscheidung
Abbildung 4-1:
Entwurfsprozess
Raumlufttempratur ti (°C)
30
Grenzbereich und Auslegungskurve
nach SIA
28
26
Verifizierung von Entwürfen mit Hilfe von Simulationen zu Luftströmungen und
zu Raumlufttemperaturen.
Optimierung des Wärmeschutzes der Gebäudehülle:
Verwendung von Gläsern und Fassaden mit möglichst minimiertem UWert.
Minimierung von verglasten Flächen.
Einsatz effizienter Sonnenschutzsysteme (vgl. 4.2):
Installierung außenliegender Systeme.
Einsatz von automatisch geregeltem Sonnenschutz bis zu Windgeschwindigkeiten von 45 km/h.
Anbringung von Strahlungssensoren zur automatischen Steuerung.
Dezentrale Steuerung in Abhängigkeit der Tageslichtnutzung.
Verwendung effizienter Heiz- und Lüftungssysteme.
Bereitstellung direkt steuerbarer Wärmeverteilungssysteme.
Auf Nutzungszonen abgestimmte individuelle Temperatursteuerung.
Planung von auf unterschiedliche Nutzungszonen abgestimmte Heizkreise.
Planung von Heizflächen an Außenwänden und vor Glasflächen.
Vermeidung von Deckenverkleidungen um thermische Speichermassen zu nutzen.
Einsatz energieeffizienter Geräte und Leuchten zur Reduzierung der internen
Wärmelasten.
Bereitstellung von Speichermasse zur Reduzierung von Temperaturschwankungen.
Vermeidung übermäßig trockener oder feuchter Innenraumluft.
24
typische Auslegung
22
Elemente
20
10
12
14
16
18
20
22
24
26
28
30
32
Aussentemperatur Tagesmaximum t amax (°C)
Abbildung 4-2:
Interpretationskurve und tolerierbare Grenzwerte
für die Raumlufttemperatur in Abhängigkeit von
der Außentemperatur nach SIA V382/3
[Zimmermann 1999]
4-2
Um eine hohe thermische Behaglichkeit zu erreichen, müssen die Anforderungen an
Sonnenschutz, Blendschutz und Verglasung, das Heiz- und Lüftungssystem sowie an
die Speichermasse des Gebäudes aufeinander abgestimmt werden. Simulationsrechnungen ermöglichen eine Optimierung der geplanten Systeme und sollten bereits
während der Entwurfsphase zur Variantenuntersuchung eingesetzt werden. Die Ergebnisse dienen als Entscheidungskriterium für das weitere Vorgehen.
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Aussentemp. [°C]
Zulufttemp. [°C]
Rücklauftemp. D [°C]
Infiltration [W/m2]
Transmission [W/m2]
Lüftung [W/m2]
Int. Lasten [W/m2]
Ext. Lasten [W/m2]
Leistung Decke
120
100
28
80
21
60
14
40
7
20
0
0
04.08
03.08
02.08
01.08
31.07
-40
30.07
-14
29.07
-20
28.07
-7
2
Empfundene Temp. [°C]
Vorlauftemp. [°C]
27.07
Temperatur [°C]
35
Raumlufttemp. [°C]
Leistung [W/m ]
42
Abbildung 4-3:
Raumtemperatursimulation
Die empfundene Raumtemperatur setzt sich zusammen aus der mittleren Oberflächentemperatur der Umgebungsflächen und der Raumlufttemperatur. Starke Temperaturdifferenzen zwischen Raumumschließungsflächen und der Raumluft (Strahlungsasymmetrien) können zu Kaltluftabfall führen. Durch eine erhöhte Raumlufttemperatur können niedrige Oberflächentemperaturen teilweise ausgeglichen werden. Die Raumluftfeuchtigkeit hat im Behaglichkeitsbereich auf das Temperaturempfinden einen untergeordneten Einfluss. Bei einer Raumluftfeuchtigkeit von unter 35% wird die Staubentwicklung begünstigt und Kunststoffe können sich elektrostatisch aufladen. Eine hohe
Luftfeuchtigkeit im Sommer wird als unangenehm schwül empfunden. Entscheidend
beeinflusst wird die thermische Behaglichkeit durch den gewählten Sonnenschutz. Hierzu siehe Kapitel 4.2.
Benchmark
Raumtemperatur
Temperaturdifferenz zwischen Raumluft und
Raumumschließungsflächen
Luftbewegung
Relative Feuchte
Im Sommer
Im Winter
24 ±1,5 ° C
22 ±2,0° C
≤ 3,0° C
≤ 3,0° C
Max. 0,19 m/s
0,16 m/s
≤ 70 %
≥ 30 %
Tabelle 4-1:
Empfehlungswerte bezüglich der thermischen Behaglichkeit
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
4-3
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
4.2
Optischer und akustischer Komfort
Thema
Bei der Bewertung der Arbeitsplatzqualität spielt der Anteil der natürlichen Belichtung
eine große Rolle, da dieser sowohl die Gesundheit, wie auch die Leistungsfähigkeit des
Menschen entscheidend beeinflusst. Um den Anteil an künstlicher Beleuchtung zu minimieren, ist es ein wichtiges Ziel alle Nutzungszonen optimal mit Tageslicht zu versorgen. Der Tageslichtanteil wird durch die Gebäudeorientierung auf dem Grundstück, die
Verschattung durch das Gebäude selbst bzw. durch angrenzende Bauten sowie durch
dieLandschaftsgestaltung und den Innenausbau bestimmt. Der Tageslichtquotient an
einem bestimmten Ort im Raum dient als Maß für die Tageslichtqualität und wird durch
das Zusammenwirken von Fensterabstand, Fenstergröße und Reflexionsgrad der inneren Oberflächen bestimmt. Ein zu hoher Tageslichtquotient kann zur Blendung und zu
einem erhöhten Wärmeeintrag führen. Beides beeinflusst die Behaglichkeit negativ.
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Strategien
Tageslichtfaktor [%]
18
16
a)
Anordnung der Fenster
c)
14
12
10
a)
b)
c)
8
6
4
b)
2
0
1
2
3
4
6
Raumtiefe [m]
Abbildung 4-4:
Fenstergestaltung und Tageslichtfaktor
[LHM 1998]
Die Abbildung veranschaulicht verschiedene Tageslichtfaktoren in Abhängigkeit von
der Fensterpositionierung. Der wirkungsvollste Tageslichtfaktor wird durch eine Positionierung relativ weit in der Höhe erreicht.
4-4
Durchführung von Tageslichtsimulationen zur Entwurfsunterstützung.
Tageslicht:
Natürliche Belichtung in allen Nutzungszonen sicherstellen.
Sichtbezug nach außen gewährleisten.
Gestaltung der Fenster mit dem Ziel ein geeignetes Maß an Belichtung zu erzielen ohne übermäßigen Hitzegewinne oder –verlust zu fördern.
Atrien oder Lichthöfe zur Tageslichtführung in innen liegende Bereichen.
Verwendung von Oberlichtern zu Belichtung innen liegender Nutzungszonen.
Wahl geeigneter Farben für Innenoberflächen:
•
Abnehmender Reflexionsgrad von der Decke zum Boden.
•
Lichtreflektierende Oberflächen um das Tageslicht zu innen liegenden
Bereichen zu führen.
Blendung:
Vermeidung von Blendung durch die Gestaltung reflektionsarmer Oberflächen und direkter Lichtquellen, die in das Blickfeld strahlen.
Verwendung geeigneter Sonnen- und Blendschutzsysteme.
Raumweise und individuell regelbare Sonnen- und Blendschutzsysteme.
Verwendung getrennter Sonnen- und Blendschutzsysteme, da normalerweise
ein einziges System keine optimale Leistung bieten kann.
Künstliche Beleuchtung (siehe Kapitel 6):
Gleichmäßige Beleuchtung in allen Nutzungszonen.
Leuchtstofflampen für Bürogebäude.
Akustik:
Schalldämmmaßnahmen gegen Außenlärm und haustechnische Installationen.
Vermeidung hoher Nachhallzeiten zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit.
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Elemente
Sonnenschutz und Beschattungsmaßnahmen minimieren den Wärmeeintrag und
schützen die Nutzer vor störender Blendung. Im Gegensatz zu starren Systemen können
verstellbare an unterschiedliche Einstrahlverhältnisse und Umgebungsbedingungen angepasst werden. Unerwünschte und zu starke Verschattung kann somit vermieden werden.
Die akustischen Verhältnisse in einem Raum werden bestimmt von der Lage im Gebäude, dem Außenlärm, der Schalldämmung der Gebäudehülle, der Geräuschentwicklung
haustechnischer Anlagen, der Raumgröße und der Raumform, der Oberflächenbeschaffenheit der Raumbegrenzungsflächen und der Einrichtungsgegenstände. Eine besondere Rolle spielen die Art und die räumliche Verteilung schallabsorbierender und schallreflektierender Flächen.
Die Raumakustik charakterisiert die Art der Schallausbreitung in Räumen. Die für einen
bestimmten Raum geeignete Nachhallzeit hängt sowohl von seinem Volumen, als auch
von seiner Nutzung ab. Für Büroräume wird eine gute Sprachverständlichkeit gefordert,
die direkt von der Nachhallzeit bestimmt wird. Diese wiederum ist abhängig vom Raumvolumen und der Art der inneren Oberflächen.
Benchmark
Empfohlene Beleuchtungsstärken
Archive
Kopierräume, Verkehrszonen, Eingangsbereich
Arbeitszimmern
Konferenzräumen
Farbreproduktionsindex
Tageslichtdurchlassgrad für Glas
Tageslichtquotient
g-Wert für Glas
g-Wert für Glas und Sonnenschutz
Empfohlener Reflexionsgrad
Decke
Wände
Arbeitsbereich
Boden
Lichtschwert
Lichtlenklamellen
200 lx
300 lx
500 lx
500 lx
≥ 80,0
> 0,5
> 3,0 %
0,30 – 0,45
< 0,1
60 – 90 %
30 – 80 %
20 – 60 %
10 – 50 %
Tabelle 4-2:
Empfohlene Beleuchtungsstärken
Prismenplatte
Abbildung 4--5:
Lichtsteuernde und lichtreflektierende Sonnenschutzvorrichtungen ermöglichen die Tageslichtführung in die Raumtiefe und führen
zu einer bessern Tageslichtnutzung
[Hausladen 2005]
Empfohlene Nachhallzeiten:
Arbeitszimmer
0,5 s
Konferenzräume
0,6 – 0,9 s
Tabelle 4-3
Empfohlene Nachhallzeiten
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
4-5
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
4.3 Raumluftqualität
Grundlagenermittlung
Thema
Vorentwurf
Energiesparendes Bauen führt zu hoch gedämmten und luftdichten Gebäuden. Aufgrund der hohen Luftdichtigkeit wird die Qualität der Innenraumluft maßgeblich durch
die verwendeten Baustoffe bestimmt. Emissionen aus Bauprodukten können gefährliche
und giftige Inhaltsstoffe enthalten, die die Innenraumluftqualität beeinflussen. Geringe
Raumluftwechsel und Raumluftströmungen unterstützen die Anreicherung der Innenraumluft mit unerwünschten Substanzen.
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Strategien
Gebirge, Meer
Verstädterte Bereiche mit
hoher Außenluftqualität
Verstädterte Bereiche mit
durchschnittlicher Außenluftqualität
Verstädterte Bereiche mit
geringer Außenluftqualität
Tabelle 4-4:
Typische Außenluftqualität
0,05 dp
0,10 dp
0,20 dp
0,50 dp
Berücksichtigung aller die Innenluft beeinflussender Aspekte, wie Außenluftqualität, Baumaterialien, technische Ausstattung und das Nutzerverhalten.
Sicherstellung optimierter Luftwechselraten im Gebäudeinneren.
Vermeidung von Materialien, die unerwünschte und giftige Inhaltsstoffe freisetzen
(siehe Kapitel 8).
Vermeidung von Schwebstäuben.
Vermeidung mikrobiologischer Verunreinigung durch Bakterien, Schimmelpilze.
Berücksichtigung der Luftqualität während des Planungsprozesses:
Festlegung von Zielvorgaben bezüglich der Raumluftqualität in frühen Planungsphasen.
Integration des Themas Raumluft in das Auswahlverfahren bei Architekturwettbewerben.
Bewertung der Material-, Anlagen- und Gebäudekonzepte unter Berücksichtigung der Zielvorgaben für Raumluftqualität.
Optimierung von Material, Anlagen- und Gebäudekonzepten entsprechend
der Zielvorgaben für Raumluftqualität.
Ausführungsvergabe unter Berücksichtigung der Zielvorgaben für Raumluftqualität.
Überwachung der Einhaltung der Zielvorgaben für Raumluftqualität während
der Ausführung.
Prüfung der Zielvorgaben für Raumluftqualität während der Abnahme des
Bauwerks.
Elemente
In Innenräumen gibt es für die Vielzahl der Verunreinigungen unterschiedliche Quellen.
Diese werden zum Teil durch die Außenluft eingetragen oder stammen aus Quellen im
Innenraum. In der nachfolgenden Tabelle sind mögliche, durch Bauprodukte bzw. bauliche Anlagen bedingte Raumluftverunreinigungen und ihre Herkunftsquellen aufgeführt.
Unzureichend toxikologische Kenntnisse für zahlreiche Substanzen sowie unterschiedliche Nutzungsbedingungen erschweren die Vorgabe von Planungsrichtlinien. Deshalb
muss bei den in Innenräumen eingesetzten Baustoffen, und Ausstattungsgegenständen
besonders sorgfältig auf mögliche schädliche Emissionen geachtet werden.
4-6
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Substanzklassen
Stäube
Kohlenmonoxid
Radon
Formaldehyd (HCHO)
Flüchtige organische Verbindungen (VOC):
Alkane
Aromate
Aldehyde (o. HCHO), Ketone
Ester
Alkohole
Terpene
Glycole
Flexibiliser
Biocides
Polycyclic aromatic hydrocarbon
Quelle (Bauprodukte bzw. bauliche Anlagen)
Abrieb von Fußböden, z. T. weichmacherhaltige Dämmstoffe,
Verarbeitung von Bauprodukten
Defekte oder schlecht eingestellte Heizungsanlagen
Baugrund
Holzwerkstoffe, säurehärtende Lacke
Lösemittelhaltige Produkte, wie Farben und Lacke, Fußbodenkleber, Teppichböden
Besonders sog. Biofarben
Hölzer
Abbeizer
PVC-Böden, -Tapeten
Holzschutz, Topfkonservierer
Estriche, Fußbodenkleber auf Teerbasis
Abbildung 4-6:
Raumluftmessung
Tabelle 4-5:
Exemplarische Zusammenstellung verschiedener Verunreinigungen sowie ihre Quelle
Aufgrund der Menge sowie der Komplexität in der Raumluft vorhandener Verunreinigungen wird empfohlen circa zwei bis drei Monate nach der Fertigstellung eine Untersuchung der Raumluftqualität durchzuführen. Diese gewährleistet, dass Beurteilungswerte
für Schadstoffe nicht überschritten werden. Generell sind Konzentrationen von krebserregenden VOCs unerwünscht und müssen ausgeschlossen werden. Gesundheitsbasierte
Richtwerte müssen eingehalten werden – dies gilt auch bei einer TVOC Belastung unter
1000 µg/m³. Darüber hinaus ist eine Geruchsbelastung nicht zu tolerieren. Da Gerüche
jedoch subjektiv empfunden werden, wird empfohlen gemäß EN ISO 7730 mindestens
85% der Gebäudenutzer hinsichtlich der geruchlichen Situation zufrieden zu stellen.
Beim Betrieb von Klima- oder Lüftungsanlagen ist darauf zu achten eine mittlere CO₂Konzentration von 1.000 ppm sowie eine Spitzenkonzentration von 1.500 ppm nicht zu
überschreiten.
Benchmark
Substanzen
Anorganische Stoffe
CO₂
CO
NOx
O₃
Organische Stoffe
Formaldehyd
PCB (Polychlorierte Biphenyle)
VOC (Flüchtige organische Verbindungen)
Empfehlungswerte
< 0,1 0%
1,50 mg/m³ (8 h- Mittelwert)
< Außenluftkonzentration
100 – 120 µg/m³ (8 h – Mittelwert)
0,05 – 0,10 ppm (62 – 123 µg/m³)
0,30 µg/m³
0,20 – 0,30 mg/m³ für den Gebäudebestand
1,00 – 3,00 mg/m³ für Neu- und Sanierungsbauten
Tabelle 4-6:
Empfehlungswerte für verschiedene anorganische und organische Stoffe
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
4-7
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Best Practice/ Siemens Produkte und Lösungen
Abbildung 4-7:
Tageslichtnutzung in Verkehrszonen mittels Deckenbeleuchtung und Glasbauteile, Siemens, München, Deutschland
Abbildung 4-8:
Tageslichtnutzung innerhalb von Verkehrszonen, Siemens, München, Deutschland
4-8
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
5 Gebäudetechnik
V09-01
5.1
Heiz- und Warmwassersysteme
5.2
Lüftungssysteme
5.3
Kühlsysteme
SRE Sustainable Building Design Guidebook
5-1
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
5.1
Heiz- und Warmwassersysteme
Thema
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Der Energieverbrauch von Heiz- und Kühlanlagen beläuft sich auf ca. 6,7% des
weltweiten Gesamtenergiebedarfs. Die zunehmende Umsetzung nachhaltiger
Bauweisen könnte diesen Energieaufwand um durchschnittlich 2,35% senken.
Die Prinzipien des Nachhaltigen Bauens unterstützen die Optimierung der
Gebäudesysteme zur Verringerung der Wärmeverluste und vermeiden
aufwändige Heizungssysteme. Trotzdem müssen in vielen Regionen der Erde
aktive Heizsysteme installiert werden, um während der Wintermonate
komfortable Raumtemperaturen gewährleisten zu können. Zur Erzielung
optimaler Leistung empfiehlt sich daher eine Kombination aus konventionellen
Anlagen (wie z. B. eines Brennwertkessels) und innovativen Systemen, da diese
bedeutende Einsparungen erzielen können.
Strategien
Tiefe [m]
0
5
Februar
Mai
10
August
November
tieferer
Untergrund
15
20
50
100
200
300
400
0
5
10
15
20
Temperatur [°C]
Abbildung 5-1:
Temperaturverteilung im Erdinneren
[StMLU 2003]
Ab einer Tiefe von ca. 15 m herrschen
ganzjährig gleichmäßige Temperaturen.
Aus diesem Grund eignet sich das Erdreich
besonders als Wärme- bzw. Kältequelle
von Heiz- und Kühlsystemen.
5-2
Strategien zur Wärmeerzeugung
Nutzung erneuerbarer Energien:
Erdwärme (Erdkollektoren, Erdsonden, Energiepfähle, Erd-Register).
Grundwasser (siehe Erdwärme).
Holz (Hackschnitzelheizung).
Sonnenenergie (Solarkollektoren).
Systemkombinationen zur Strom- und Wärmeproduktion (siehe Kaptitel 6.1):
Blockheizkraftwerk.
Strategien zur Wärmeverteilung
Zentralheizung:
Zur Warm-Wasser Erzeugung, für den Fall, dass erneuerbare Energien
eingesetzt werden (siehe oben).
Zur Beheizung.
Dezentrale Heizsysteme:
Zur Warm-Wasser Erzeugung in Bürogebäuden.
Verwendung dezentraler Boiler, die Wasser nur auf Nachfrage erhitzen.
Fernwärmenetz:
Blockheizkraftwerk:
•
Vorteile: sehr hoher Wirkungsgrad, geringe globale
Emissionslasten, kombinierbar mit Erdwärmesystemen.
•
Nachteile: nicht kombinierbar mit Solarkollektoren.
Wärmeübergabesysteme: bevorzugte Systeme mit niedrigen Vorlauftemperaturen
Radiatoren (Flächen-/ Glieder-/ Röhrenradiatoren): Standardanlage.
Konvektoren: kostengünstiger aufgrund schnellerer Vorheizung; dafür
wartungsaufwändig; mögliche Beeinträchtigung der Luftqualität.
Flächenheizung (Decken-/ Fußboden-/ Wandheizung); schlechte
Zugänglichkeit (Wartung); hauptsächlich verwendet in Eingangshallen;
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Elemente
Erdsonde
Wärmepumpe
Unter den Anlagen, die von erneuerbaren Energien angetrieben werden, nehmen
Wärmepumpen einen hohen Stellenwert ein. Man setzt sie bei Systemen ein, die
unter Nutzung von Luft, Wasser oder Erdwärme Energie erzeugen. Wärmepumpen
werden mit elektrischem Strom betrieben. Bei der Wahl einer richtigen Wärmebzw. Energiequelle sowie der Wahl der effizientesten technischen Lösung sind
Faktoren wie Untergrundverhältnisse, Hydrologie und Platzbedarf auf dem
Grundstück zu prüfen.
Der Betrieb einer Hackschnitzelheizung erfordert die Installierung eines Boilers,
eines Silos, einer Hackschnitzelförderung sowie eines Kamins. Im Vergleich zu
konventionellen Öl- und Gasheizungen muss bei Hackschnitzelheizungen mit
einem erhöhten Unterhaltsaufwand gerechnet werden, da die Lagerung der
Brennmaterialien mehr Platz beansprucht und eine intensivere Wartung und
Überwachung als bei konventionelle Heizanlagen erforderlich ist.
Der Einsatz von Solarkollektoren zur Warm-Wasser Erzeugung ist aus ökologischer
und ökonomischer Sicht zu empfehlen. Während der Sommermonate können
Solarkollektoren den gesamten Warm-Wasser Bedarf eines Bürogebäudes decken.
Die Leistung eines solchen Systems hängt von der Ausrichtung der Kollektorfläche
ab. Optimale Ergebnisse werden mit einer Neigung von ca. 45° bei südlicher
Ausrichtung (vica versa südliche Halbkugel) erzielt. Eine Verschattung der
Kollektoren durch Bäume oder umliegende Bauten ist zu vermeiden.
Abbildung 5-2:
Typische Arbeitsweise einer Wärmepumpe
Kollektor
ELT
HZG
Speichertank
Warmwasser
Abbildung 5-3:
Schema einer Heizanlage mit
Solarkollektoren
Benchmark
Vorteile
Nachteile
System-
Zentrale Warm-Wasser
Kombinierbar mit Systemen,
Hohe Wärmeverluste
temperaturen
Erzeugung
die mittels erneuerbarer
Komplexe Leitungsführung
Systemdruckunter-
Energien betrieben werden
Hoher Energieaufwand für Standby-Zeiten
schied
Gefahr der Bildung von Legionellen
Heizleistung
Dezentrale Warm-
Keine Wärmeverluste
Nutzung erneuerbarer Energien nicht
Wasser Erzeugung
einfache Leistungsführung
möglich
55/40°C
∆p ≤ 20 kPa
< 30 W/m²
Tabelle 5-3:
Empfehlungen für Heizsysteme
Tabelle 5-1:
Vor- und Nachteile zentraler und dezentraler Systeme zur Warm-Wasser Erzeugung
normierter Wirkungsgrad
Spezifische
Vorlauf-Temperatur
Leistung [W/m²]
[°C]
Fußbodenheizung
40 - 50
30 - 35
Deckenheizung
30 - 60
Flachheizkörper
Radiatoren
Regelbarkeit
Strahlung/
Einstrahlung
1,0
Konvektion
0,9
gering
90 / 10
0,7
30 - 35
gut
100 / 0
75
35 - 55
gut
70 / 30
75
45 - 65
gut
50 / 50
800 W/m²
0,8
400 W/m²
800 W/m²
0,6
Konvektoren
75
60 - 90
gut
20 / 80
Induktionsgeräte
75
30 - 60
gut
0 /100
Luftheizungen
50
30 - 40
gut
0 / 100
Tabelle 5-2:
Eigenschaften verschiedener Wärmeübergabesysteme [Hausladen 2005]
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
0,5
Flachkollektor
0,4
400 W/m²
800 W/m²
0,3
0,2
Arbeitsbereich eines Kollektors
0,1
0,0
0,01
0,02
0,03
0,04 0,05 0,06 0,07 0,08 0,09 0,1
Temperaturdifferenz
Außentemperatur/Kollektortmperatur [m²K/W]
Abbildung 5-4:
Wirkungsgrad von Solarkollektoren
[Universität Stuttgart, Institut für
Thermodynamik und Wärmetechnik (ITW)]
5-3
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
5.2
Lüftungssysteme
Grundlagenermittlung
Thema
Vorentwurf
Eine natürliche Lüftung ist, wenn es die Randbedingungen zulassen, dem Einsatz
einer Lüftungsanlage vorzuziehen. Jedoch ist es oftmals notwendig aufgrund von
schlechter Außenluftqualität oder auch einer erhöhten äußeren Lärmbelastung
den Einsatz von Lüftungsanlagen zu planen. Auch bei erhöhten inneren
Wärmelasten kann eine mechanische Lüftung erforderlich werden.
Bei der Wahl des Lüftungssystems (natürlich oder mechanisch) hat die
Sicherstellung von Behaglichkeit und Wohlbefinden der Nutzer oberste Priorität.
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Strategien
Abbildung 5-5:
Außenansicht einer Luftbox mit
dezentraler Belüftung mittels
Wärmetauscher
An eine Wärmepumpe gekoppelte Heizsysteme (siehe 5.1) können in Kombination
mit einem Lüftungssystem zum Heizen und Kühlen verwendet werden.
Natürliche Belüftung: abhängig von Lärmbelastung und Luftverunreinigung:
Querlüftung: abhängig von Windgeschwindigkeiten und Fensterflächen.
Geschoßlüftung (z. B. Kaminlüftung): abhängig von den Raumhöhen.
Witterungsgeschützte Fassadensysteme zugunsten natürlicher Belüftung.
Belüftungsanlagen gegenüber Klimaanlagen bevorzugen, das bei gleicher
Luftwechselrate ein geringerer Energieaufwand notwendig ist.
Anordnung von Luftzufuhrschächten auf Dachniveau.
Anwendung von Luftfilterung zur Vermeidung einströmender Kleinstpartikel.
Sorgsame Positionierung von Zulüftöffnungen:
Bevorzugt in beschatteten Bereichen
Mindestens drei Meter über der Erdoberfläche.
Nicht in der Nähe von Abluftöffnungen oder verunreinigten Bereichen.
Verwendung von zentralen Lüftungsanlagen mit Wärmetauscher.
Elemente
In sehr gut wärmegedämmten Gebäuden können die Wärmeverluste durch
Lüftung die Transmissionswärmeverluste übersteigen. Aus energetischer Sicht
kann durch eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung bis zu 70 % der
Wärme aus der Abluft zurück gewonnen werden und somit die Wärmebilanz eines
Gebäudes verbessert werden.
Abbildung 5-6:
Innenansicht einer Luftbox mit
dezentraler Belüftung mittels
Wärmetauscher
Fortluft
Ventilator
Abluft wird
abgekühlt
Filter
Abluft
Büro
Wärmerückgewinnung
Außenluft
Erdregister
Filter
Außenluft
wird
erwärmt
Ventilator
Zuluft
Büro
Abbildung 5-7:
Schematische Darstellung einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Luftvorwärmung über ein
Erdregister. Im Winter kann das Erdreich als Wärmetauscher genutzt werden [LHM 1998].
5-4
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Lüftungssysteme sind in Räumen mit hohen inneren Wärmelasten, wie sie z. B. in
Rechenzentren oder auch in Besprechungsräumen auftreten, oftmals nicht
ausreichend. In diesen Räumen kann es daher sinnvoll sein, das Lüftungssystem
mit einer Kühldecke zu kombinieren (siehe Kapitel 5.3).
Fortluft
Außenluft
Kühldecke
Temperatur [°C]
Kühlventil
35
T Raumtemperaturfühler
mit Regler
Thermostatventil
Taster Lüftung
Umwälzpumpe
Aus
Ein
Quellluftauslaß
30
25
20
Abbildung 5-8:
Lüftungssystem in Kombination mit einer Kühldecke
15
Bei Anwendung der natürlichen Lüftungsstrategien sollte die Möglichkeit einer
Nachtlüftung geprüft werden. Denn nur während der Nacht und in den frühen
Morgenstunden bedeutet frische Luft auch kühle Luft. Sobald die Außentemperaturen die Innentemperaturen übersteigen, wärmen sich die
Speichermassen des Gebäudes auf (siehe dazu Abbildung 5-7). Die Speichermassen wirken temperaturausgleichend. Es gilt: je größer die Speichermasse,
desto gleichmäßiger die Innentemperaturen.
28. Juli
29. Juli
30. Juli 31. Juli
Außentemperatur ta
natürliche Lüftung: Tag 100%, Nacht 0
natürliche Lüftung: Tag 0, Nacht 10%
(Kippflügel)
Abbildung 5-9:
Natürliche Belüftung: Tageslüftung im
Vergleich zu Nachtlüftung [Zimmermann
1999]
Benchmark
System Wärmetauscher
Wärmerückgewinnungsgrad
Hinweis
Plattenwärmetauscher
45-65%
wartungsarm
Kreislaufverbundenes System
40-70%
geringer Platzbedarf
Wärmerohr
35-70%
industrielle Anwendung
Rotationswärmetauscher
65-80%
Geruchsübertragung
möglich
Abluftwärmepumpe
systemabhängig
Wärmerückgewinnung
bei Abluftanlage möglich
Tabelle 5-4:
Übersicht verschiedener Systeme zur Wärmerückgewinnung
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
Einzelbüro
40 m³/h
Gruppenbüro
60 m³/h
Konferenzräume,
20 m³/h
Verkehrszonen
Schulungsräume
30 m³/h
Tabelle 5-5:
Personenbezogene, minimale
Außenluftströmung (100% Frischluft)
5-5
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
5.3
Kühlsysteme
Thema
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
In vielen Klimazonen der Welt können angenehme Innenraumtemperaturen nicht
allein durch die Anwendung natürlicher und passiver Strategien erreicht werden.
In diesen Fällen ist zur Sicherstellung angenehmer Temperaturverhältnisse die
Ergänzung durch aktive Systeme notwendig. Trotzdem sollte Wert darauf gelegt
werden, zunächst die Möglichkeiten passiver Systeme zu nutzen, da sich diese
aufgrund des geringeren Energieaufwands aus wirtschaftlicher Sicht als vorteilhaft
erweisen ohne die Qualität der Innenraumluft zu beeinträchtigen. In einigen
Ländern, wie z. B. der Schweiz, muss der Einsatz mechanischer Kühlung auf ein
Minimum reduziert werden um speziellen Anforderungen in Bezug auf den
Energieverbrauch zu erfüllen [Zimmermann 1998].
Strategien
Strategien zur Kälteerzeugung:
Nutzung erneuerbarer Energien: z. B. können alle Systeme, die mit einer
Nutzungsart geringe mittlere hohe
Lasten Lasten Lasten
Wärmepumpe arbeiten, auch für Kühlzwecke eingesetzt werden.
Wh/m²d Wh/m²d Wh/m²d
Empfehlenswerte Kühlstrategien:
Einzelbüro
126
178
203
Passive Kühlung:
Gruppenbüro
171
196
228
Nachtauskühlung (mittels Fensterlüftung oder Belüftungsanlage).
Großraumbüro 173
200
227
Kältestrahlung von massiven Bauteilen (Kältespeicher).
KonferenzVerdunstungskühlung: Kühltürme.
225
raum
Freie Kühlung (auch in Kombination mit anderen Systemen).
Auditorium
720
Solare Kühlung in Kombination mit Absorptionskälteanlagen.
Kantine
205
Erdkälte: Erdluft-Register (siehe Kapitel 3.3 und 5.1).
Grundwasserkühlung.
Tabelle 5-6:
Vermeidung aktiver Kühlanlagen, die durch Strom betrieben werden.
Tägliche interne Wärmegesamtlasten in
[Wh/d] gemäß der SWKI Richtlinie 95-3
Strategien zur Kälteverteilung:
[Zimmermann 1999]
Zentrale Anlagen unter Einbezug erneuerbarer Energien.
Einsatz dezentral gelegener Anlagen, falls die Kühlung nur in bestimmten
Räumen erforderlich ist.
Fernkälteanlagen (vgl. 5.1 Fernwärmesystem).
Leistung [W/m²]
Strategien bezüglich Kälteübergabesystemen (siehe Tabelle):
25
Beachtung der Taupunktunterschreitung bei der Wahl des Systems.
20
Beachtung der Vorlauftemperaturen zur Verringerung der Wärmeverluste.
15
Garantie guter Regelbarkeit.
Bereitstellung hoher Kühlleistung (guter Wirkungsgrad).
10
Beachtung der Geräuschentwicklungen der verschiedenen Systeme.
5
0
Elemente
Tageszeit
Abbildung 5-10:
Typischer Tagesgang der internen
Wärmelasten in Bürogebäuden (220
Wh/d) [Zimmermann 1999]
5-6
Die eingesetzten Kühlsysteme müssen in ein raumklimatisches Gesamtkonzept
integriert werden, um das Zusammenwirken der einzelnen Komponenten genau
aufeinander abstimmen zu können. Hierfür dient die Durchführung von
Simulationen.
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Decke
Betondecke
Putz 3 cm
50% offene Decke
Kühldecken (optional)
Kühldeckenfläche 50% der Bürofläche
qk = 80 W/m2
Systemtemperatur 18/20°C
Vorlauftemperatur nach Außentemperatur
Beleuchtung
Abgehängte Leuchten
qBL = 10 W/m2
Beleuchtungsstärke= 500 Lux
Beleuchtungsschaltung über Bus
Tageslichtabhängiges Steuerungssystem
Tageslichtfühler
Temperaturen in [°C]
Lamellen-Jalousie
Handsteuerung elektrisch über Bus
Zentrale Steuerung Sommer über
Tageslichtfühler
Wochenende/ Feiertage geschlossen
Zentrale Steuerung im Winter
Nachts/ Wochenende geschlossen
Mechanische Belüftung
Vs = 1,50 m3/hm2
Zonenregelung
I 0
Raumsteuerung
Taster Jalousie auf/ab
Beleuchtung reihenweise
an/aus
35
Raumlufttemperatur ohne
Nachtluftwechsel
30
25
Raumlufttemperatur mit
Nachtluftwechsel
20
Wetterschutzscheibe
g = 0,82
Raumnutzung
2 Personen = 6 W/m2
2 PC mit TFT-Bildschirm, 1 Drucker
= 10 W/m2
15
Außenlufttemperatur
Nachtauskühlungs
Fenster
Natürliche Belüftung flügel
Natürliche
Belüftung nachts
Verglasung
Witterungsg < 0,40
2
geschützt
UG = 1,20 W/m K
Fenster, Rahmen
RMG 2.1
10
Simulationszeitraum vom 25.07 - 17.08.1995
Abbildung 5-12:
Simulation eines thermoaktiven
Deckensystems
Brüstung
Uw < 0,25 W/m2K
Heizung
Heizkörper mit großem
Strahlungsanteil an jeder
Achse
Abbildung 5-11:
Büromodul mit allen Randbedingungen
Benchmark
Kompressionskältemaschine
Absorptionskältemaschine
Kältespeicher
Freie Kühlung
Solare Kühlung
Erdkälte
Grundwasserkühlung
Vorteile
Lange Erfahrung
Beliebige
Systemtemperaturen
schwingungsarm,
geräuscharm
Nachteile
Geringe Laufruhe
Wirkungsgrad abhängig von der Verdichterart
wirtschaftlich abhängig von Wärmeenergie
Große Rückkühlleistungen
Abmessungen
Abmessungen/ Platzbedarf
Kleinere Bemessung der
Kältemaschine möglich
Nutzung Kälteenergie der
Außenluft
Nutzung Sonnenenergie
Außentemperaturabhängig
Nutzungsdauer
Verbund mit Absorptionskälteanlagen
höhere Kosten
Relative hohe Vorlauftemperaturen
Ausgleich der Energieflüsse im Erdreich
Wasserrechtlich genehmigungspflichtig
Nutzung Kälteenergie des
Erdreichs
Nutzung Kälteenergie des
Grundwassers
Abbildung 5-13:
Gebäudekühlung mittels Kühlsegeln,
Siemens, München, Deutschland
Tabelle 5-7:
Bewertung verschiedener Kühlsysteme
Kühlleistung
Vorlauf-
[W/m²]
temperatur [°C]
Regelbarkeit
Kälteabgabe
Kühldecke
80 - 120
10 - 16
sehr gut
Strahlung
Thermoaktive
35 - 45
16 - 20
gering
Strahlung
Fallstromkühlung
60 - 100
6 - 10
gut
Konvektion
Kompressionskältemaschine
Induktionsgeräte
60 - 100
6 - 10
gut
Konvektion
Absorptionskältemaschine
Umluftkühlgeräte
80 - 120
6 - 10
sehr gut
Konvektion
Solare Kühlung
Klimaanlagen
80 - 100
6 - 10
gut
Konvektion
Erdwärme
Decke
COP
Tabelle 5-8:
Typische Eigenschaften von Kälteübergabesystemen
V09-01
4
1
0,7
5
Tabelle 5-9:
Verschiedene COP-Werte
(Coefficient of Performance)
SRE Sustainable Building Design Guidebook
5-7
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Best Practice/ Siemens Produkte und Lösungen
Durch
die
Investition
in
ein
Blockheizkraftwerk basierend auf
einer Siemens Gasturbine kann eine
stabile und zuverlässige Versorgung
mit Strom und Heizwärme bzw.
Kühlleistung garantiert werden.
Während der hohe Wirkungsgrad
eines Siemens Gasturbinen-Wärmekraftwerkes die Energiekosten erheblich
reduziert,
minimiert
die
Einfachheit der Anlage die Betriebsund Wartungsaufwendungen.
Darüber hinaus erlaubt der geringe
Emissionsgrad sowie die ruhige und
einfache Betreibung der innovativen
Siemens Gasturbinenkraftwerke die
Förderung einer sauberen Umwelt.
Abbildung 5-14:
Beispiel eines modernen Gasturbinenkraftwerkes: SGT 300 Power Generation – Packaged power generator
unit
Abbildung 5-15:
Gebäudefassade mit integrierten Belüftungsschachlitzen zur Nachtauskühlung, Siemens, München,
Deutschland
5-8
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
6 Elektrische Systeme
6.1 Alternative Stromerzeugung
6.2 Beleuchtungssysteme
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
6-1
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
6.1 Alternative Stromerzeugung
Grundlagenermittlung
Thema
Vorentwurf
Die Wahl eines passenden Systems zur Stromerzeugung sollte unter
Berücksichtigung des Strombedarfs, der Investitions- und Betriebskosten sowie der
Sicherheit und der Umweltauswirkungen getroffen werden.
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Strategien
Betrieb
Verfahren zur Ergänzung der konventionellen Stromversorgung
Blockheizkraftwerk:
•
Zur Erzeugung von Strom und Wärme.
•
Wirtschaftlich zu betreiben ab einer Betriebszeit von 5000h/a.
Brennstoffzellen:
•
40 – 70%-iger Wirkungsgrad bei der Stromerzeugung.
•
Nutzung der Abwärme für Heizzwecke.
Photovoltaik-Anlagen:
•
Leistung der Module abhängig vom jährlichen Sonnenangebot
sowie des Neigungswinkels der Elemente.
•
Positionierung abhängig von geographischer Lage und Jahreszeit.
Wahl der Betriebsart
Netzunabhängige Stromversorgung mittels eines nachladbaren Akkus
zur Stromspeicherung:
•
Für Bürobauten unwirtschaftlich.
Netzgebundene Stromversorgung:
•
Benötigung eines Durchflussreglers als Zusatzausstattung.
Gewährleistung ununterbrochener Stromversorgung
durch die Integration von sog. „Battery-Back-Up-Units“ (BBU).
durch die Integration ununterbrechbarer Installationen:
•
Batterien/ Akkus, die im Falle des Stromausfalles einen
Stromwechselrichter einsetzen.
•
Netzüberbrückungssysteme.
Elemente
Standardmodul
Isolierglasmodul
Trapezblech-Dach
Dachdichtungsbahn
100 kWh/ m²a
60 – 80 kWh/ m²a
45 kWh/ m²a
30 – 40 kWh/ m²a
Abbildung 6-1:
Verschiedene Gebäudeteile mit Solarzellen und ihre jährliche Leistungsausbeute [Voss 2005]
6-2
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Abgabe
Wärmegrundlast
Nahwärme
80-90°C
Speicher
Spitzenlastkessel
Generator
Wärme
Otto- oder Dieselmotor/
tauscher Brennstoffzelle
Kühlwasser +
Schmieröl 80-90°C
Stromnetz
Abbildung 6-2:
Layout eines Nahwärmenetztes mit integriertem Block-Heiz-Kraftwerk [Hausladen 2005]
Blockheizkraftwerke arbeiten mit einem Diesel- oder Ottomotor, der einen
Generator antreibt. Daneben können auch Motoren eingesetzt werden, die Erdgas,
leichtes Heizöl oder Deponie- und Biogas als Brennstoffe verwenden. Auf einem
hohen Temperaturniveau kann neben Strom auch Wärme erzeugt werden, indem
die bei der Verbrennung entstehende Abwärme des Motors über einen
Abgaswärmetauscher und Kühlwasserwärmetauscher zurück gewonnen wird. Im
Normalfall werden Block-Heiz-Kraftwerke bei überwiegender Nutzung durch
Bürogebäude auf 50% der maximalen Heizlast ausgelegt, so dass circa 80% der
Gesamtwärmeerzeugung gedeckt werden können. Spitzenleistungen können
durch Ergänzung mit konventionellen Heizkesseln mit niedriger Jahreslaufzeit
erreicht werden.
Benchmark
Die Anbringung von Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung eignet sich
innerhalb von Regionen, die durch hohe Einstrahlungswerte begünstigt sind.
Kraftwerksart
Energetischer Wirkungsgrad in %
Kernkraftwerke
34
Gasturbinenkraftwerke
38
Kohlekraftwerke
Gas-/ Dampfturbinenkraftwerke
Kraft-Wärme-Kraftwerke
Wasserkraftwerke
42
55 - 60
80
85 - 90
Tabelle 6-1:
Wirkungsgrad verschiedener Kraftwerkstypen [Hausladen 2005]
V09-01
Abbildung 6-3:
Potentiell mögliche Stromerzeugung aus
Photovoltaik; 100 kWh/m²a (blau) – 300
kWh/m²a (rot)
[www.bine.info/magazine.de]
SRE Sustainable Building Design Guidebook
Abbildung 6-4:
Globale Stromerzeugung aus Photovoltaik;
[www.bine.info/magazine.de]
6-3
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
6.2 Beleuchtungssysteme
Grundlagenermittlung
Thema
Vorentwurf
Zur Einhaltung der energetischen Anforderungen ist eine Optimierung der
Tageslichtnutzung und der künstlichen Beleuchtung erforderlich. Mit Hilfe eines
Beleuchtungskonzeptes können die Nutzeranforderungen erfasst und durch die
Planer umgesetzt werden. Die inneren Oberflächen (Material, Farbwahl) haben
einen großen Einfluss auf den Reflexionsgrad. Durch die abgestimmte Wahl des
Beleuchtungssystems und der Farben für innere Oberflächen werden erforderliche
Lichtqualitäten für alle Nutzungen sichergestellt.
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Strategien
Fahrstühle,
Pumpen,
…
Diverse
Technik
14%
Steckdose
Bürogeräte
19%
Belüftung/
Kühlung
Raumlufttechnik
22%
ZentraleDienste
Dienste
Zentrale
17%
Beleuchtung
Beleuchtung
28%
Abbildung 6-5:
Aufteilung des Elektrizitätsverbrauchs in
Bürogebäuden
Gleichmäßige Beleuchtung unterstützt ermüdungsfreies Arbeiten.
Arbeitsplatzgerechter Beleuchtung, z. B. Verwendung von Stehlampen mit
individueller Regelung bei Standardbüroarbeitsplätzen.
Automatischer Beleuchtungskontrollsysteme:
Bewegungs- oder Geräuschmelder.
Tageslichtfühler (photosensitive Zellen).
Zeitschaltuhren.
Leuchtstärkenregelung (Dimmfunktion).
Optimale Tageslichtnutzung führt zur Einsparung von 30 bis 50% des
Energieverbrauches der künstlichen Beleuchtung.
Planung einer Grundbeleuchtung, unterstützt durch zusätzliche Lichtquellen
in Bereichen mit erhöhten Anforderungen:
Platzierung der Beleuchtungssysteme parallel zur Fassade.
Einführung von zonierten Schaltungsmöglichkeiten.
Verwendung von energieeffizienten Lampen:
Einsatz langlebiger Lampen.
Vermeidung von Leuchtstoffmitteln mit geringem Wirkungsgrad.
Verwendung energiesparender Vorschaltgeräte bei Installierung von
Leuchtstofflampen.
Elemente
Abbildung 6.7:
Beleuchtungssimulation [LHM 1998]
Abbildung6-6:
Beispiel Stehlampe: “Sitecoleuchte”
6-4
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Der Anteil der Energie, die für die künstliche Beleuchtung von Bürogebäuden
verwendet wird, beträgt ca. 30% des Gesamtenergiebedarfs.
Nachhaltigkeitsprinzipien unterstützen Beleuchtungskonzepte, bei welchen die
künstliche Beleuchtung nur als Ergänzung zur natürlichen Belichtung eingesetzt
wird. Es ist zu beachten, dass der erforderliche Tageslichtquotient mit
zunehmender Entfernung zum Fenster abnimmt. Daher ist in bestimmten
Bereichen die Bereitstellung zusätzlicher Beleuchtung mit individueller Regelung
unverzichtbar.
Abbildung 6-8:
Beispiel Stehlampe
Benchmark
Raumnutzung
Büro (inkl.
CAD-Platz)
Bereiche für
technisches
Zeichnen
Besprechungs
räume
Eingangshalle
Verkehrszonen
Beleuchtungs
niveau in
(lux)
500
750
500
300
300
19
16
19
22
19
80
80
80
80
80
UGRL
(Blendfaktor)
Durch Zonierung der Arbeitsplätze können
Stehlampen wirkungsvoller eingesetzt und
mit Nutzerkontrolle ausgestattet werden
Ra
(Farbwiedergabeindex)
Abbildung 6-9:
Tiefstrahlende Spiegelrasterleuchten (BAPLampe); Hochglanz [BfK 1992]
Tabelle 6-2:
Optimale Beleuchtungsverhältnisse gemäß EN 12464-1 [OSRAM light consulting GmbH]
Empfohlenes Beleuchtungssystem
Geeignete Leuchten und Lampen
Allgemeinbeleuchtung, direkt-indirekt strahlend
Leuchten an Pendeln, nach oben freistrahlend,
unten Raster
Leuchtstoffröhren
Arbeitsplatzorientierte Allgemeinbeleuchtung,
indirekt strahlend
Allgemeinbeleuchtung indirekt strahlend
Ständer- oder Tischleuchten
Abbildung 6-10:
Tief-breit strahlende Spiegelrasterleuchten;
Seidenmatt [BfK 1992]
Halogen-Metalldampflampen
Kompakt-Leuchtstofflampen
In Gruppenbüros und Großraumbüros: Leuchten
in oder an der Decke mit tief-breit-strahlenden
Spiegelraster
In Zellenbüros (Ausdehnung ≤ 5 m): Leuchten
in oder an der Decke mit weißen Rastern oder
lichtstreuenden Acrylglas-Abdeckungen
Abbildung 6-11:
Direkt-indirekt-strahlende Pendelleuchten
mit Spiegelraster [BfK 1992]
Tabelle 6-3:
Geeignete Lampen und Leuchten für Bürogebäude in Abhängigkeit vom Beleuchtungssystem [BfK 1992]
Abbildung 6-12:
Arbeitsplatz-orientierte Indirektbeleuchtung
mit Ständerleuchten für HochdruckEntladungslampen [BfK 1992]
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
6-5
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Best Practice/ Siemens Produkte und Lösungen
Abbildung 6-13:
Künstliche Beleuchtung unter Verwendung von Stehlampen und Deckenreflektoren, Siemens, München,
Deutschland
Abbildung 6-14:
Künstliche Beleuchtung unter Verwendung von Stehlampen, Siemens, München, Deutschland
6-6
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
7 Wasser
7.1 Wasserverbrauch
7.2 Regenwassernutzung
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
7-1
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
7.1
Wasserverbrauch
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Duschköpfe
Um den Wasserverbrauch beim Duschen
zu verringern, bietet der Markt
Hochleistungsduschköpfe
an.
Im
Gegensatz zu konventionellen Duschvorrichtungen, welche zwischen 13,5
und 36 Litern Wasser pro Minute
verschwenden, liegt der Verbrauch von
wassersparenden Vorrichtungen bei
weniger als 11,25 Litern pro Minute.
Armaturen
Auf dem Markt werden selbstschließende
Abflussvorrichtungen für Wasserhähne
angeboten. Diese erlauben darüber
hinaus den Durchfluss mit halber Stärke
bei gleich bleibenden Temperaturen.
Diese Handhabung ist verbraucherfreundlicher als Vorrichtungen bei denen
Warm- und Kaltwasserzufuhr getrennt
voneinander geregelt werden.
Bei gewerblicher Nutzung ermöglicht die
Installierung von Infrarot-Meldern oder
selbstschließenden Abflussvorrichtungen
den Wasserbedarf erheblich zu reduzieren.
Toiletten
Der Wasserbedarf einer Toilette ist
abhängig von dem pro Spühlvorgang
verbrauchten Wasservolumen. Verglichen
mit
Standardmodellen
die
einen
Wasserverbrauch zwischen 15,7 und
40,5 Litern aufweisen, können Toilettenspühlungen mit Sparverbrauch den
Wasserbedarf um circa 6-7-Liter pro
Spühlvorgang reduzieren. Darüber hinaus
sollten die Spühlanlagen von Pissoirs mit
Zeit- oder Bewegungsmeldern ausgestattet werden.
7-2
Thema
Während weltweit circa zwei Mrd. Menschen mit Engpässen in der Wasserversorgung konfrontiert sind und mehr als eine Mrd. Menschen der Zugang zu
sauberen Trinkwasser verweigert ist, weisen die Bewohner der Industrienationen
einen durchschnittlichen Frischwasserverbrauch von 125 Litern pro Tag und
Person auf. Ein bedeutender Anteil hiervon wird für Pflanzenbewässerung und die
Reinigung eingesetzt.
Architekten und Fachplaner können durch eine optimierte Planung einen
entscheidenden Beitrag zur Minimierung des Wasserverbrauchs leisten. Durch die
Wahl von Materialien, die bei der Herstellung möglichst wenig Wasser benötigen,
durch den Einsatz wassersparender Anlagen sowie durch die Wahl von
Pflanzenarten mit geringem Bewässerungsbedarf zur Begrünung kann der
Wasserverbrauchs erheblich reduziert werden (NCARB 2001).
Darüber hinaus führt sparsamer Umgang mit Wasser zu verringerten Bau- und
Betriebskosten.
Strategien
Einsatz wassersparender Technik:
Wassersparende Anlagen für Toiletten, Armaturen, Duschen etc.
Armaturen mit Bewegungsmeldern
Armaturen mit selbstschließender Abflussvorrichtung
Installierung von Wasserzählern zur Messung und Überwachung des
Wasserverbrauchs, z.B. um undichte Stellen feststellen zu können.
Wahl von Baumaterialien/ -elementen, die sich durch möglichst geringen
Wasserverbrauch in der Herstellung auszeichnen.
Aufklärung der Verbraucher, dass wassersparende Vorrichtungen den
Komfort nicht verringern.
Ersatz von Grundwasser durch Regenwasser- und Grauwassernutzung, z.B.
zur Toilettenspülung, zur Gerätekühlung oder für Rückkühlanlagen.
Verwendung von Pflanzen mit geringem Bewässerungsbedarf.
Elemente
Der Markt für Duschen, Toiletten und Armaturen bietet mittlerweile Modelle, die
sich durch einen besonders geringen Wasserverbrauch auszeichnen. Verglichen
mit Standardmodellen können diese hoch effizienten Vorrichtungen bis zu 50%
Wasser sparen. Darüber hinaus bestätigen Verbraucherbefragungen die
Zufriedenheit der Verbraucher mit diesen Systemen.
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Die tatsächlichen Einsparungen solcher Vorrichtungen setzen sich aus der
Verringerung des Wasserverbrauchs und der Energieeinsparung, die sich aus dem
reduzierten Bedarf an Warmwasser ergibt zusammen.
Durch den Einbau von Wasserzählern kann der Wasserverbrauch gemessen und
überwacht werden. Auf diese Weise kann nicht nur ein plötzlicher Anstieg des
Wasserverbrauchs festgestellt werden, sondern auch Ursachen ermittelt werden.
So können beispielsweise ein tropfender Wasserhahn oder Undichtigkeiten in der
Leitungsführung entdeckt werden, wenn zu Zeiten, in denen das Gebäude nicht
genutzt wird, der Wasserzähler einen Verbrauch anzeigt.
l/min
20.0
17.5
15.0
10.0
7.5
Nachhaltiges Bauen strebt die Reduzierung des Wasserbedarfs sowohl während
der Bauphase, als auch während des Betriebes eines Gebäudes an. Für
Bürogebäude gilt der Richtwert von durchschnittlich 30 Litern pro Tag und
Angestellten. Die Verbrauchsoptimierung kann hier durch wassersparende
Vorrichtungen für Toiletten, Armaturen und. Duschen erreicht werden.
Durchfluss ungeregelt
12.5
Einsprapotential
5.0
2.5
0
Durchfluss geregelt
0.5 1.0 1.5 2.0 2.5 3.0 3.5 4.0 4.5 5.0
bar
Abbildung 7-2:
Den Durchfluss regulierende Vorrichtung im
Vergleich zu einer Standardvorrichtung
[TUM 2002]
100%
80%
Während bei Standardvorrichtungen der
Wasserdurchfluss mit zunehmendem
Wasserdruck steigt, werden Vorrichtungen
mit Durchflussregulierung unabhängig vom
Druck betrieben und besitzen somit eine
gleichmäßige, Druck-unabhängige
Wasserdurchflussrate. Auf diese Weise
können bedeutende Einsparungen erzielt
werden: bei einem Druck von 3,5 bar ist der
Wasserdurchfluss um ca. 9 l/min geringer.
Substitution
mit Regenwasser
WC
60%
Reinigung
Lüftungstechnik
Kantine
40%
Teeküchen/Lavabo
20%
0%
Normalverbrauch
Sparverbrauch
Sparverbrauch
mit Regenwassernutzung
Abbildung 7-1:
Mögliche Wassereinsparung in Bürogebäuden [LHM 1998]
Benchmark
minimal
30
Wasserbedarf in Litern pro Tag und Person
durchschnittlich
40
maximal
50
Tabelle 7-1:
Wasserbedarf in Bürogebäuden
Toilettenspühlung [l/f]
Waschbecken [l/min]
Dusche [l/min]
Durchschnittlicher Wasserverbrauch in Litern
Wassersparende Technik
Konventionelle Technik
<6-7
15,7 – 40,5
6
12
11,25
13,5 - 36
Tabelle 7-2:
Wasserbedarf verschiedener Vorrichtungen [LHM 1998]
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
7-3
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
7.2
Regenwassernutzung
Thema
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Eine weitere Maßnahme zur Minimierung des Frischwasserbedarfs, ist die Nutzung
von Regenwasser. Durch Auffangbehälter kann das Regenwasser gesammelt und
anstelle von Grundwasser eingesetzt werden. Die Nutzung von Regenwasser
eignet sich vor allem zur Bewässerung, für die Toilettenspühlung sowie zum
Einsatz in der Gebäudereinigung. Darüber hinaus kann auch ein Einsatz zur
Gerätekühlung in Erwägung gezogen werden.
Vergabe
Betrieb
Strategien
Regenwassernutzung
Einbau von Regenwasserauffangbecken:
Regenwasserzisterne (Bemessung: ca. 0,6 m³/Person).
Regenwasserüberlaufvorrichtung um ein Überlaufen intern angelegter
Zisternen bei Starkregenereignissen zu vermeiden.
Drainagesysteme für Regenwasserüberschuss.
Einbau von Regenwasserfiltersystemen (z.B. durch Dachbegrünung) um die
Ansammlung von Schmutzpartikeln innerhalb von Spühlbehältern und
Toiletten zu vermeiden.
Trennung von Grau-(teilweise wieder verwendbarer Wasser) und
Schwarzwasser (Abwasser).
Regenwasserversickerung
Bereitstellung geeigneter Versickerungsflächen zur Vorbeugung von
Überschwemmungen:
Sicherung von ausreichenden Flächen zur Versickerung.
Vermeidung von wasserundurchlässigen Oberflächen wo immer möglich
(z.B. durch den Einsatz von Schotterrasen, Rasengitterstein oder
wasserdurchlässiger Straßenbeläge).
Planung naturnaher Versickerungsmulden.
Planung von begrünten Dächern.
Vermeidung der Versickerung von verschmutztem Regenwasser:
Durch Verzicht auf unbeschichtete Zink-, Kupfer- und Bleidächer (in
Deutschland zum Schutz durch Verbote geregelt).
Durch Einsatz von Filtern zur Reinigung des Oberflächenabflusses.
Nutzung mit Grauwasser
Bereitstellung ausreichend großer Flächen zur Grauwasserwiederaufbereitung (Grauwasserzisterne, Pflanzenfilteranlagen).
Abwasserführung:
Planung von Drainage-Systemen zur Vermeidung von Abwasser
(Regenwasser kann in der Umgebung versickert werden).
Einfache Wartungsmöglichkeiten von Rohrleitungen.
Wahl der Rohrmaterialien nach Härte, Dauerhaftigkeit und
Korrosionsbeständigkeit.
7-4
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Elemente
Die Planung nachhaltiger Gebäude zielt darauf ab, negative Auswirkungen auf
Umwelt und Gesundheit möglichst gering zu halten. Bei der Materialwahl von
Rohrleitungen sind Kunststoffe wie z. B. Polyprophylen (PP) zu bevorzugen. Diese
geben keine unerwünschten Substanzen an das Wasser ab und sind auch
ressourcenschonend bei der Herstellung.
II
I
Abbildung 7-5:
Beispiel Siemens, Niederlande.
I
Außenliegende Wasserflächen eignen sich
als Regenwasserzisterne.
Abbildung 7-3:
Regenwassernutzung mit externer Regenwasserzisterne [LHM 1998]
Durch den externen Einbau von Regenwasserzisternen kann Fläche im Gebäude
eingespart werden. Jedoch führt dies zu längeren Rohrleitungen und einem
Eingriff in die Freifläche.
III
II
I
Abbildung 7-4:
Regenwassernutzung mit interner Regenwasserzisterne [LHM 1998]
Durch den Einbau interner Regenwasserzisternen wird die Versiegelung
zusätzlicher Freifläche vermieden; es kann jedoch zu erhöhten Investitionskosten
führen.
Benchmark
Wasserbedarf für Grünflächen
Leichter Untergrund
Schwerer Untergrund
Wasserverbrauch in Bürogebäuden
Regenwasserzisternenfaktor
100 –200 l/m³ (April - September)
80 – 150 l/m³ (April - September)
11 – 30 l/Person und Tag
0,6 m³/Person
Tabelle 7-3:
Wasserbedarf und Zisternenfaktor
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
7-5
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Best Practice/ Siemens Produkte und Lösungen
Abbildung 7-6:
Außenliegende Wasserflächen eignen sich für den Einsatz als Regenwasserzisterne; Siemens, Bremen,
Deutschland
Abbildung 7-7:
Intelligente Lösung der Versickerung, Siemens, Stuttgart, Deutschland
7-6
SRE Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
8 Materialien
8.1 Materialwahl bei der Baukonstruktion
8.2 Materialwahl beim Ausbau
8.3 Materialwahl im Außenbereich
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
8-1
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
8.1
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Materialwahl bei der
Baukonstruktion
Thema
Die Auswahl der Baumaterialien und -Bestandteile wird durch unterschiedliche
Faktoren bestimmt: Kosten, Ästhetik, Funktion und Verfügbarkeit. Ein
Hauptprinzip ist, durch eine bewusste Materialwahl die negativen Einflüsse auf
Umwelt und Gesundheit zu minimieren. Bei der Materialwahl sollen daher
Materialien mit den geringsten Auswirkungen auf die Umwelt und die
menschliche Gesundheit bevorzugt werden.
Strategien
Abbildung 8-1:
Einsatz von gesundheitlich unbedenklichen
Materialien sowohl um spätere
Gebäudenutzer, als auch die Vorarbeiter auf
der Baustelle zu schützen.
8-2
Strategien zur Konstruktion
Verzicht auf Verbundmaterialien, da diese beim Abbruch nicht mehr
voneinander getrennt werden können.
Vermeidung von Klebstoffen und Dichtungsmitteln, die die Demontage von
Komponenten einschränken bzw. erschweren.
Berücksichtigung von Abbruch und Instandsetzung bereits während der
Planung.
Wahl der Baumaterialien unter Einbezug der globalen und regionalen
Umweltauswirkungen von Stoffgewinnung bis zur Entwertung.
Vermeidung von umweltschädlichen Materialien.
Vermeidung von Materialien, die bei ihrer Herstellung oder Verarbeitung
große Abfallmengen verursachen oder die Umwelt durch Lärm und Staub
belasten.
Einsatz von Materialien und Produkten, die einfach demontiert werden
können um eine Wiederverwendung oder Wiederverwertung zu
ermöglichen.
Strategien zur Materialwahl
Verzicht auf den Einsatz von Tropenhölzern
Vermeidung von Materialien, die schädliche Emissionen in Boden, Luft und
Wasser verursachen, wie beispielsweise FCKWs, Schwermetalle oder
Zinklauge.
Vermeidung von Materialien, die giftige Substanzen freisetzen oder
enthalten.
Wahl von Materialien, die:
Gesundheitsverträglich und unbedenklich sind (miteinbezogen
Klebstoffe und Farben).
Keine Biozide enthalten.
Kein Formaldehyd enthalten.
Keine oder nur wenig VOC (volatile organic compounds – flüchtige
organische Verbindungen) emittieren.
SRE Siemens Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Einsatz von Materialien oder Baustoffen, die mit Umweltzeichen, Gütesiegel,
Labeln als besonders umweltfreundlich oder wenig gesundheitsschädigend
ausgezeichnet sind.
Elemente
Materialien
Holz/ Holzwerkstoffe
Giftige/ schädliche Substanzen
Chem. Holzschutzmittel: VOCs,
Biozide, Konservierungsstoffe
Beton/ Mauerwerk
Kunststoffzusätze für Mörtel
Betonzusatzmittel
Dämmmaterialien
Künstliche Mineralfasern
FCKW-, HFCKW-haltige
Dämmmaterialien
Korrosionsschutzanstriche
VOC
Weichmacher
VOC
Konservierungsmittel
VOC
Außenanstriche
VOC
Dichtungsmassen
Putze
Empfehlung
Kein Einsatz chem. Holzschutzmittel im Innenbereich
Keine Kunststoffzusätze,
Betonzusatzmittel nur nach
Absprache verwenden
Verzicht auf mineralfaserhaltige
Dämmstoffe im Innenbereich,
Dämmstoffe in Kunststoff-Folie
einpacken
Inhaltsstoffe durch Deklaration
erfragen
Nur mineralische Putze
verwenden
Lösemittelarme Anstriche
Nur mineral- und wasserhaltige
Farben verwenden
Tabelle 8-1:
Mögliche Quellen und Arten von Schadstoffen in Konstruktionsmaterialien
Materialien
Giftige/ schädliche Substanzen
Dämmmaterialien
Künstliche Mineralfasern
FCKW-, HFCKW-haltige
Dämmstoffe
Rohrleitungen/ Lehrrohre
PVC
Elektrokabel
Weichmacher
PVC in der Produktion
Empfehlung
Nur stoßgefährdete Bereiche
dämmen,
Lösemittelarme Verklebungen
einsetzen
Halogenfreie Lehrrohre,
PE (Polyethylen) Abwasser,
PP (Polypropylen), PE Trinkwasser
Halogenfreie Elektrokabel
Tabelle 8-2:
Mögliche Quellen und Arten von Schadstoffen in mechanischen und elektrischen Systemen
Benchmark
Benchmarks über negative Umweltauswirkungen durch giftige Emissionen von
Baumaterialien sind bisher nicht verfügbar. Die Materialwahl für die einzelnen
Anwendungen sollte sehr sorgfältig durchgeführt werden. Es sollen solche
Materialien ausgewählt werden, die das geringste Treibhauspotenzial aufweisen.
Materialien
Aluminium-Wellblechbekleidung, 1 mm
Stahltrapezblechbekleidung, 0,75 mm
Kupferblechbekleidung, 0,70 mm
GWP (Treibhauspotenzial)
55 kg CO2 eq
24 kg CO2 eq
60 kg CO2 eq
Tabelle 8-3:
Beispiel für den GWP (Treibhauseffekt) verschiedener Fassadenverkleidungen
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
8-3
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
8.2
Materialwahl beim Ausbau
Grundlagenermittlung
Thema
Vorentwurf
Gesunde Arbeitsplätze fördern das Wohlbefinden der Nutzer. Die Raumluftqualität
kann durch die Materialien, die beim Innenausbau verwendet werden,
beeinträchtigt werden (siehe hierzu auch Kapitel 4.3).
Bei der Materialwahl sollten die Baustoffe gewählt werden, die die geringsten
negativen Einflüsse auf die Innenraumluft und die Nutzer erwarten lassen.
Eine schlechte Raumluftqualität beeinträchtigt sowohl das körperliche wie auch
das psychische Wohlbefinden der Nutzer. Ein gutes Innenraumklima steigert die
Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter und führt zu verringerten Fehlzeiten.
Darüber hinaus schützt die Verwendung unbedenklicher Materialien auch die
Gesundheit der Handwerker während der Verarbeitung.
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Strategien
Abbildung 8-2:
Verwendung gesundheitlich
unbedenklicher Anstriche
8-4
Festlegung von Zielen und Kriterien bezüglich der zu wählenden Materialien
und der zu verwendenden Produkte für die Innenausstattung, der
funktionalen Einheiten sowie der Menge, der zu verwendenden Materialien.
Verzicht auf den Einsatz von Materialien, die während und nach dem Einbau
gesundheitsschädigende Stoffe freisetzen:
Augenreizende Inhaltstoffe.
Hautreizende Inhaltsstoffe.
Atemwegsreizende und reizende Inhaltsstoffe.
Krebserzeugende Inhaltsstoffe.
Giftige Inhaltsstoffe.
Bestimmung von Zielvereinbarungen zur Materialwahl:
Verwendung von Produkten, Materialien und Chemikalien ohne oder
mit sehr geringem Lösemittelanteilen.
Überprüfung der Produktdeklarationen.
Verwendung von Baustoffen, die mit Gütesiegeln, Ökolabeln oder
Umweltzeichen ausgezeichnet sind.
SRE Siemens Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Materialien
Gift- oder Schadstoffe
Empfehlung
Anstriche und Lacke
VOC
Formaldehyd
Konservierungsmittel
Verwendung von lösemittelfreien
Farben:
Silikatfarben,
Dispersionssilikatfarben
Elemente
Verwendung emissionsgeprüfter
Produkte,
Einsatz alternativer
Befestigungsmethoden:
magnetisch, selbstliegend,
Klettsysteme
Vermeidung lösemittelhaltiger
Produkte,
Keine großflächige Anwendung
Verwendung,
Einsatz von lösemittelfreien
Klebstoffen oder Klebstoffen auf
Wasserbasis
Bodenbeläge, textil elastisch
Weichmacher
Formaldehyd
Klebstoffe
Klebstoffe
VOC, Formaldehyd,
Konservierungsmittel
Bodenbeschichtungen
(Parkettsiegel)
VOC, Formaldehyd
Einsatz lösemittelfreier/ -armer
Wasserlacke,
Geeignete Öle und Wachse
Formaldehyd, VOC
Einsatz von Vollholz,
Formaldehyd-arme Produkte:
Verwendung von PhenolFormaldehydharzen oder
Methylen-Diisocyanateharzen,
Lösemittelfreien Klebstoffen oder
Klebstoffen auf Wasserbasis
Holz/ Holzwerkstoffe für den
Innenausbau
Tabelle 8-4:
Mögliche Quellen und Arten von Schadstoffen in Ausbaumaterialien
Benchmark
Es sollen nur die Produkte und Baustoffe zum Einsatz kommen, die keine
gefährlichen Inhaltsstoffe enthalten. In Zusammenarbeit mit den Herstellern
können vielfach besonders schadstoffarme Produkte ausgewählt werden. ProduktSicherheits-Datenblätter geben Auskunft über die Inhaltsstoffe und müssen von
den Herstellern zur Verfügung gestellt werden.
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
8-5
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
8.3
Grundlagenermittlung
Thema
Vorentwurf
Freiflächen, die unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten entworfen werden,
bewahren die Luft-, Wasser und Bodenqualität. Sie sichern die Artenvielfalt und
wirken sich positiv auf die Umwelt und Gesundheit aus. Materialwahl und
Freiflächengestaltung beeinflussen das Mikroklima in der Umgebung von
Gebäuden.
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Strategien
8-6
Materialwahl im Außenbereich
Strategien für einen nachhaltigen Baustellenbetrieb:
Minimierung von Gründungstiefen.
Vermeidung unnötigen Bodenaushubs und Oberflächenabtrag durch
Berücksichtigung der Oberflächengestalt beim Entwurf.
Wiederverwendung von Bodenaushub direkt auf der Baustelle.
Wiederverwendung des abgetragenen Oberbodens.
Trennung zwischen Abfall- / Abbaumaterialien von
wiedereinzubauenden (Boden-) Materialien.
Sicherung vorhandener Bepflanzung
Vermeidung von wasserundurchlässigen, “harten” Oberflächen:
Planung wasserdurchlässiger Oberflächen, die Versickerung von
Regenwasser ermöglichen (beispielsweise Schotterrasen und
Rasengitterstein).
Dachbegrünung.
Gestaltung der Freiflächen mit dem Ziel die Artenvielfalt zu erhalten und zu
fördern:
Bereitstellung naturnaher Lebensräume für Flora und Fauna:
•
Durch natürliche, ortsübliche Bepflanzung.
•
Durch Sicherung vorhandener Bäume und Pflanzen.
•
Durch Planung von Hecken, die sowohl Unterschlupf für mehrere
Tierarten, als auch Sicht- und Lärmschutz bieten.
•
Durch Integration von neuer Bepflanzung in vorhandene
Bepflanzung.
Fassadenbegrünung.
Einbezug bestehender Bepflanzung in die Gestaltung - beispielsweise
Bäume als natürliches Gestaltungselement.
Verzicht auf Streusalz im Winter.
Frühzeitige Miteinbeziehung der Freiraumgestaltung in die Planung.
Planung von Grünflächen mit geringem Pflegeaufwand um Kosten und
Ressourcen (Wasser) zu sparen:
•
Verwendung widerstandsfähiger und robuster Pflanzenarten.
•
Verwendung von Xerophyten (Pflanzenarten mit geringem
Wasserbedarf).
SRE Siemens Building Design Guidebook
V09-01
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Elemente
Abbildung 8-3:
Wasserdurchlässige Fußweggestaltung
Abbildung 8-4:
Naturnahe Versickerungsmulde
Durch die Reduzierung wasserundurchlässiger Flächen sowie durch die Förderung
der Versickerung in den Boden kann die Wasserqualität erhalten werden und
Überschwemmungsrisiken minimiert werden.
Begrünte Dächer mit einer Substratschicht von 10 cm besitzen bereits eine
temperaturausgleichende Wirkung und bremsen den Regenwasserabfluss.
Abbildung 8-5:
Dachbegrünung
Benchmark
Oberflächenart
Deckschichten ohne Bindemittel
Holz- und Rindenbeläge
Schotterrasen
Ungebundene Decke
Durchlässige Pflasterbeläge
Rasengittersteine
Pflaster mit Porenstein
Pflaster mit großen Fugen
Teildurchlässige Pflaster- und Plattenbeläge
Plattenbeläge
Betonpflaster
Deckschichten ohne Bindemittel
Bituminöse Decke
Betondecke
Anwendungsbereich
Schwach frequentierte Fußwege
Gelegentlich genutzte Parkflächen, wenig
begangene Seiten- und Mittel-Streifen
Fuß- und Radwege, wenig belastete Fahrwege,
Parkflächen
Parkflächen, Garagenzufahrten
Plätze, Fuß- und Radwege, Parkflächen
Plätze, Wege, Parkflächen
Wenig befahrene Straßen, Plätze, Parkflächen
Wege, Parkflächen
Stark befahrene Straßen und Parkplätze
Sonderparkflächen und -nutzungen
Tabelle 8-5:
Verschiedene Oberflächenarten und ihre Anwendungsbereiche [BMVBW 2004]
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
8-7
Einleitung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Best Practice/ Siemens Produkte und Lösungen
Abbildung 8-6:
Gesunder Arbeitsplatz durch die Verwendung emissionsarmer Materialien, Siemens, München, Deutschland
Abbildung 8-7:
Rasengittersteine als Parkflächenuntergrund fördern die Versickerung von Wasser, Siemens, München,
Deutschland
8-8
SRE Siemens Building Design Guidebook
V09-01
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
9
V09-01
Betrieb
9.1
Energiemanagement
9.2
Abfallverwertung und Gebäudereinigung
Sustainable Building Design Guidebook
9-1
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
9.1
Energiemanagement
Thema
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Durch regelmäßige Leistungs- und Verbrauchskontrollen, Information und
Aufklärung der Betreiber und Nutzer über die Zusammenhänge sowie regelmäßige
Betriebs- und Nutzungsanalysen lassen sich die Nutzungskosten senken. Für die
gesamte Lebensphase eines Gebäudes sollen die erforderlichen Energieströme,
insbesondere der Energiebedarf der Baustoffe und der Energieverbrauch durch
den Betrieb, berücksichtigt werden. Mit der Erstellung des Gebäudes werden zwar
die Rahmenbedingungen für den Energieverbrauch gesetzt, der Betriebs- und
Nutzungsphase kommt aber oftmals stärkere Bedeutung zu, da die ökologischen
und ökonomischen Auswirkungen bei der Errichtung eines Gebäudes meist nur
einen Bruchteil der Auswirkungen betragen, die während der gesamten
Lebensdauer eines Bauwerkes entstehen.
Strategien
Abbildung 9-1:
Energie Monitoring und Controlling
Vorteil EMC
9-2
Grundlage für die Betrachtung des Energieverbrauchs sind die hausinternen
Prozesse, die in einem so genannten Energie-Messkonzept erfasst werden.
Trinkwasser, als wichtige Ressource wird im Energie-Messkonzept wie ein
Energieträger behandelt.
Erstellung eines Energiemesskonzeptes:
Datenerfassung und Auswertung ohne dabei „Datenfriedhöfe“ zu
erzeugen.
Zonenweise Erfassung des Energieverbrauchs.
Bildung transparenter Kennzahlen.
Berücksichtigung der Messeinrichtungen bei der Planung, so dass diese
auch später realisiert werden können.
Auswertung der Messergebnisse:
Bewertung der Messwerte.
Ermittlung spezifischer Kennzahlen.
Ermittlung des jährlichen Energieverbrauchs und der jährlichen
Energiekosten.
Darstellung der Energiekennzahlen der letzten Jahre im Vergleich.
Optimierung anhand von den gemessenen Werten:
Analyse des Energiebedarfs für Heizung, Kühlung, Strom und Wasser.
Prüfung von Momentanwerten zur Optimierung der verschiedenen
Prozesse, wie z. B. Stufenschaltungen, Brennerlaufzeiten, etc.
Verwendung von Simulationsmodellen zur Optimierung.
Kommunikation zwischen unterschiedlichen technischen Komponenten
ermöglichen (verschiedene Hersteller etc.).
Sicherstellung der Leistungsfähigkeit durch regelmäßige Wartung und
Reinigung der einzelnen technischen Komponenten.
Vergleich von Soll- und Ist-Werten zur Prüfung der vereinbarten
Energiezielwerte.
Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Elemente
Das Messkonzept sollte bereits bei der Planung der haustechnischen Anlagen
erarbeitet und die Umsetzung vorbereitet werden. Hierzu müssen in der
Vorprojektphase die Lösungsvarianten für das Messkonzept aufgezeigt und
spätestens zu Beginn der Bauausführung festgelegt werden. Kernpunkt sind
Messstellenprinzpschemata für Wärme, Kälte, Elektrizität und Wasser.
Darüber hinaus sollten Methoden zur Verbesserung des Gebäudebetriebs immer in
Absprache mit dem Gebäudebetreiber sowie den Gebäudenutzern aufgestellt
werden. Der Schwerpunkt bei der Erstellung des Messkonzeptes liegt auf
folgenden Aspekten:
Photovoltaik
Warmwasser solar
Rückkühlwerk
Lüftung/Klima 14%
Beleuchtung 28%
Optimierte Leitungsführung zur Ver- und Entsorgung der haustechnischen
Anlagen.
Zu erwartende Systemwerte.
Ermittlung und Darstellung von Einsparpotentialen.
Erfolgskontrolle der Optimierungsmaßnahmen.
Datengrundlage zur Erstellung der Heizkostenabrechnung.
Die Überwachung des Energieverbrauchs während der Nutzung ist Grundlage zur
Minimierung der Betriebskosten.
Es müssen Vorkehrungen für eine durchgehende Überwachung des Energieverbrauchs getroffen werden. Die Verbrauchsauswertung bildet die Grundlage für
Maßnahmen zur Verbrauchsoptimierung. Diese müssen von den Betreibern und
Nutzern umgesetzt werden.
Grundwasser
Diverse Technik 18%
Arbeitshilfen 16%
Zentrale Dienste 27%
Wärmerückgewinnung
Kleinkälte 2%
statische
Heizung
77%
Raumlufttechnik 6%
Verluste
9%
Trinkwarmwasser
8%
Abbildung 9-3:
Beispiel eines Energieflussdiagramms
Der Gebäudepass – ein europäisches Dokument (Gebäudehandbuch) – enthält in
konzentrierter Form wichtige Gebäudekennwerte und Betriebsanweisungen. Er ist
für die Nutzungsphase und zur Dokumentation der Gebäudegeschichte in Hinblick
auf Umbaumaßnahmen und Rückbau von besonderer Relevanz.
Benchmark
Erfassungsebene 1
Erfassungsebene 2
Erfassungsebene 3
Erfassungsebene 4
Erfassungsebene 5
Erfassungsebene 6
Verbraucher
Nutzung/Zone
Notsrom aus VG I
[kWh]
Zähler-Nr. ########
USV Anlage
[kWh]
Zähler-Nr. ########
Elektrizität
Kälteerzeugung
[kWh]
Zähler-Nr. ########
Haustechnik
[kWh]
Lüftungsanlagen
[kWh]
Zähler-Nr. ########
Zähler-Nr. ########
Kältemaschine
Kälte
[kWhth]
Zähler-Nr. ########
Messung Energie im
Gebäude
XXXXXXXXXXX
[kWh]
Strom SWM
[kWh]
Gebäude
[kWh]
Allgemeinzonen
[kWh]
Zähler-Nr. ########
Zähler-Nr. ########
Zähler-Nr. ########
Mieter/Nutzer
[kWh]
Zähler-Nr. ########
Die richtige Messstrategie bildet die
Grundlage für ein wirkungsvolles und
praktikables Energiemonitoring. Wichtig
für eine detaillierte Datenerfassung ist die
Unterscheidung der Hauptenergieverbraucher.
Anlagen mit
Energieumwandlung
XXXXXXXXXXX
Zähler-Nr. ########
Messung Medien
Aussenanlagen
[kWh]
Zähler-Nr. ########
XXXXXXXXXXX
[kWh]
Zähler-Nr. ########
Abbildung 9-2:
Beispiel für ein Konzept zur Elektrizitätsmessung
V09-01
Sustainable Building Design Guidebook
9-3
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
9.2
Abfallverwaltung und
Gebäudereinigung
Grundlagenermittlung
Vorentwurf
Entwurf
Ausführungsplanung
Vergabe
Betrieb
Thema
Abfälle aus Haushalten, Gewerbe- und Industriebetrieben, Müll von Straßen und
Wegen, Bauabfälle und Abbruchschutt sowie Klärschlamm verursachen
erhebliche Umweltprobleme.
Zwar gibt es in vielen Ländern Abfallverwertungssysteme, die dazu beitragen die
negativen lokalen Auswirkungen zu minimieren, trotzdem führt auch die
Entsorgung auf Deponien zur Verunreinigung von Boden Luft und Wasser.
In den Niederlanden werden ca. 60% aller Abfälle wiederverwertet. Bereits 1993
wurde in Dänemark eine Recyclingrate von 80% für Bauabfälle und Abbruchmaterialien erreicht. Möglich wurde dies durch die Verwendung bei Geländeauffüllungen und durch eine 'Stoff-Steuer' (University College Dublin 1999).
Strategien
Abbildung 9-4:
Wenn möglich sollte die Anbringung
komplexer Systeme zur
Fassadenreinigung vermieden werden.
Abfallvermeidung:
Gebäude so planen, dass nutzungsbedingte Abfälle minimiert werden
(Reinigung, Einrichtung etc.).
Mülltrennung:
Festlegung genauer Zielvorgaben zur Abfallbeseitigung während der
Inbetriebnahme.
Planung sicherer, ausreichender und erweiterbarer Sammelanlagen für
die verschiedenen Abfallkategorien.
Überwachung der Abfallbeseitigung und der Abfalltrennung.
Wiederverwendung oder Wiederverwertung:
Trennung der Abfälle unter Berücksichtigung der verschiedenen
Kategorien.
Lagerung der Abfälle, so dass eine Wiederverwertung möglich ist.
Gewährleistung einer sicheren Abfallentsorgung zur Minimierung bzw.
Reduzierung der Auswirkungen auf die Umwelt.
Regelmäßige Dokumentation und Analyse des Abfallaufkommens
(mindestens einmal pro Jahr).
Verwendung selbstreinigender Materialien für die Fassaden zur
Reduzierung des Reinigungsaufwands.
Einführung einer ökologischen Gebäudereinigung:
Nutzung von Mikrofaser-Textilien zur Minimierung des
Reinigungsmittelbedarfs.
Vermeidung einer Überdosierung von Reinigungsmitteln.
Verbrauchskontrolle von Reinigungsmittel.
Anpassung der Reinigung an den Verschmutzungsgrad.
Elemente
Die in Ausschreibungen früher übliche Bestimmung “Abbruch (Abfall) geht in das
Eigentum des Auftragnehmers über“ darf nicht mehr verwendet werden.
9-4
Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Planer und Ausschreibende stellen sich der Verantwortung um die Entsorgung der
Bauabfälle. Die vom Unternehmen beabsichtigten Entsorgungswege sollten z. B.
im Angebot/ Vertrag durch das Unternehmen schriftlich bestätigt werden.
Handlungsbedarf besteht in den Bereichen der Planung und Ausführung, der
Produktion und Distribution sowie der Nutzung und dem Gebrauch hergestellter
Produkte.
Besonderer Wert sollte auf die Abfallvermeidung gelegt werden. Hierunter
versteht man vorsorgende Maßnahmen, die dazu beitragen, dass bestimmte Stoffund Abfallströme gar nicht erst entstehen oder zumindest erheblich reduziert
werden. In Fällen, in denen dies nicht durchsetzbar ist, sollte darauf geachtet
werden, dass ausreichend Platz zur Lagerung des Mülls vorhanden ist, damit eine
spätere Wiederverwertung der Abfallstoffe gesichert ist. Des Weiteren sollte eine
Reduzierung von Deponiemüll angestrebt werden. Hierfür müssen gesondert
recyclingbare Stoffe erfasst und gelagert werden.
Abbildung 9-6:
Abfallmanagement, Siemens
Ausreichend Platz zur Aufstellung von
Containern für verschiedene
Abfallkategorien muss vorgesehen und bei
der Gestaltung berücksichtigt werden.
Benchmark
Abfallentsorgungskonzepte müssen aufgestellt werden, die genau vorgeben, in
welche Fraktionen der Abfall bereits am Anfallort zu trennen ist.
Büro
Teeküche
Kopierraum
Öffentliche Bereiche
Entsorgungszentrale BT 11
R
R
AfA
R
Mitarbeiter/-in
BT 25
BT 25
R
Reinigungsservice
R
Hausservice
Entsorgungsfirma
R
R
R
R
ZAB
Abbildung 9-5:
Beispiel Entsorgungslogistik
Abfallkategorien
Papier, Kartonagen
Hausmüll
Biomüll
Glas
60 – 80%
10%
20%
1%
Tabelle 9-1:
Durchschnittliche Abfallmengen und Bestandteile in einem Bürogebäude
– täglich verursacht ein Mitarbeiter ca. 5 Liter Abfall
V09-01
Sustainable Building Design Guidebook
Abbildung 9-7:
Mikrofaser-Textilien zur Reinigung:
hydrophile (blau) und hydrophobe/
lipophile (gelb) Fasern minimieren die
Verwendung von Reinigungsmitteln.
9-5
Einführung
Grundstück
Gebäudehülle
Energie
Raumkomfort
Gebäudetechnik
Elektrische Systeme
Wasser
Materialien
Betrieb
Benutzer mit
Web Browser
Firewall
Best Practice/ Siemens Produkte und Lösungen
Zentraler
Advantage EMC Server
(Server Farm
- Karlsruhe -)
WWW
Automatische
Erfassung
Benutzer mit
Web Browser
Handeingabe
Zählwerterfassung
Abbildung 9-8:
Siemens Advantage EMC Energiemanagement über das Internet
Abbildung 9-9:
Einfach zu reinigende Oberflächen, Siemens, München, Deutschland
9-6
Sustainable Building Design Guidebook
V09-01
A Anhang
A.1 Literaturverzeichnis
A.2 Umrechnungstabelle für SI Einheiten
A.3 Gebäude Checkliste
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
A-1
A.1
Literaturverzeichnis
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A-2
SRE Sustainable Building design Guidebook
V09-01
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Mücke, W., et. al., Institut für Toxikologie und Umwelthygiene Technische Universität München
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V09-01
Zimmermann M., et. al., (1998): Low Energy Cooling. Case Study Buildings. Dübendorf (CH)
SRE Sustainable Building Design Guidebook
A-3
A.2
Umrechnungstabelle der SI Einheiten
Kategorie
Entfernung
Fläche
Volumen
SI Einheiten
1
2,5400
1
0,3048
1
6,4516
1
0,0929
1
16,3870
1
0,01639
1
cm
cm
m
m
cm²
cm²
m²
m²
cm³
cm³
dm³
dm³
l
28,31685
4,546
3,785
1
0,02831685
l
l
l
m³
m³
1
kg
Gewicht/ Masse
Massenstrom
Energie
Leistung
Spez. Wärmekapazität
Wärme
A-4
0,4536
0,02834952
12,701
1
0,508
1
1,60934
kg
kg
kg
m/s
m/s
km / h
km / h
1
m³ / h
1,700
0,273
0,227
1
1,055
1
0,2930711
1
29,722
1
0,2931
1
0,2928104
1
1
1
1
1
m³ / h
m³ / h
m³ / h
kJ
kJ
kWh
Wh
MWh
kWh
W
W
kW
W
kJ / kg K
kJ /m³ K
kJ / m²
W / m²
W / (m² K)
SRE Sustainable Building design Guidebook
Englisch - Amerikanisch
0,3937
1
3,2808
1
0,1550
1
10,7639
1
0,06102
1
61,024
1
0,03531
0,21998
0,26428
1
1
1
35,315
1
2,2046
35,27392
0,787
1
1
1
196,85
1
0,6214
1
0,5886
3,666
4,403
1
1
1
0,948
1
3414,5
1
34,1297
1
3,412
1
3.412
1
0,2388
0,0149
0,0881
0,3170
0,1761
in
in
ft
ft
sq in
sq in
sq ft
sq ft
cu in
cu in
cu in
cu in
cu ft
gal (brit)
gal (am.)
cu ft
gal (brit)
gal (am.)
cu ft
cu ft
lb
oz
quarter (brit.)
lb
oz
quarter (brit.)
ft / min
ft / min
mph
mph
cu ft / min
gal / min (brit.)
gal / min (am.)
cu ft / min
gal / min (brit.)
gal / min (am.)
BTU
BTU
BTU
BTU
therms
therm
BTU / h
BTU / h
BTU / h
BTU / h
BTU / (lb F)
BTU((cu ft F)
BTU / cu ft
BTU / (h sq ft)
BTU / (h sq ft F)
V09-01
A.2
Gebäude Checkliste
Phase des
Vorentwurfs
Entwurfsphase
Bauphase
Betriebsphase
1
Grundstück
1.1
Grundstücksanalyse
1.2
Erschließung
2
Gebäudehülle
2.1
Einfache Gebäudeform
2.2
Optimierter Wärmeschutz
2.3
Fassadengestaltung
3
Energie
3.1
Energieverbrauch
3.2
Graue Energie
3.3
Erneuerbare Energien
4
Raumkomfort
4.1
Thermische Behaglichkeit
4.2
Optischer und akustischer Komfort
4.3
Raumluftqualität
5
Gebäudetechnik
5.1
Heiz- und Warmwassersysteme
5.2
Lüftungssysteme
5.3
Kühlsysteme
6
Elektrische Systeme
6.1
Alternative Stromerzeugung
6.2
Beleuchtungssysteme
7
Wasser
7.1
Wasserverbrauch
7.2
Regenwassernutzung
8
Materialien
8.1
Materialwahl bei der Baukonstruktion
8.2
Materialwahl beim Ausbau
8.3
Materialwahl im Außenbereich
9
Betrieb
9.1
Energiemanagement
9.2
Abfallverwaltung und Gebäudereinigung
ungenügend befriedigend gut
V09-01
SRE Sustainable Building Design Guidebook
A-5
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