Moderne plastisch-ästhetische Mukogingivalchirurgie by Prof. Dr

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DTCH0109_10-11_Education
30.01.2009
12:49 Uhr
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10 Continuing Education
DENTAL TRIBUNE
Swiss Edition · Nr. 1+2/2009 · 6. Februar 2009
Moderne plastisch-ästhetische
Mukogingivalchirurgie by Prof. Dr. Giovanni Zucchelli
von med. dent. Mauro Amato, Basel
LUZERN – Giovanni Zucchelli
von der Universität Bologna
zeigte mit eindrücklichen Fällen und chirurgischen Herangehensweisen am 14. und 15.
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November 2008 im KKL Luzern
seine Erfahrung und sein Können in plastisch-ästhetischer
Mukogingivalchirurgie. Bereits zum 4. Mal wurde diese
Tagung durchgeführt. Das positive Echo und die grosse
Nachfrage bewogen Dr. Thomas Zumstein, Organisator der
Fortbildung, diesen Kurs mit
Professor Zucchelli zu wiederholen.
zessionen. Die richtige Diagnose
zu stellen sei nicht immer einfach. Die Hauptursachen für
Zahnfleischrückgänge seien
traumatische Putztechniken und
kieferorthopädische Behandlungen.
Das KKL in Luzern bot nebst
für die architektonisch Interessierten an diesen beiden Tagen
auch etwas für die Zahnmedizin:
Moderne plastisch-ästhetische
Mukogingivalchirurgie mit Prof.
Zucchelli. Bereits beim Willkommenswort durch Dr. Thomas Zumstein hat man entnommen, dass Giovanni Zucchelli
nicht nur fachlich zu den ganz
Grossen in dem Gebiet gehört,
sondern dass er auch ein ausgesprochen amüsanter Redner ist.
In den ersten klinischen Fällen zeigte Zucchelli zum Erstaunen aller nicht Rezessionsdeckungen, sondern Kronenverlängerungen. Er wies darauf hin,
dass besonders bei Jugendlichen
die Zähne nur teilweise durchgebrochen (partially errupted) sind,
was sich in der kurzen klinischen
Krone darstellt. Die Bestimmung
der Höhe der Schmelz-ZementGrenze im Röntgenbild zeigt, ob
der Zahn vollständig durchgebrochen ist oder eine chirurgische Massnahme, im Sinne einer
Kronenverlängerung, indiziert
ist.
Mit seinem italienisch akzentuierten Englisch und feiner Ironie zog Zucchelli auch gleich die
Aufmerksamkeit des Publikums
auf sich. Mehr als 130 interessierte Zahnärztinnen und Zahnärzte genossen die ZucchelliShow.
Diagnose
nicht immer einfach
Die „pink“ Ästhetik nimmt in
der Zahnmedizin einen immer
grösseren Stellenwert ein. Unregelmässiger Gingivaverlauf und
Rezessionen an einzelnen oder
auch mehreren Zähnen sind
Herausforderungen, mit denen
die Zahnärzte immer häufiger
konfrontiert werden. Der Anspruch der Patienten nicht nur
schöne und weisse Zähne, sondern auch ein gesundes und harmonisches Zahnfleisch zu haben, wächst.
Doch bevor Zucchelli auf die
Operationstechniken einging,
betonte er die Relevanz der ätiologischen Faktoren und der Pathogenese der Zahnfleischre-
Kompositrestauration vor
dem chirurgischen Eingriff
Gestärkt von der Kaffeepause
zeigte Zucchelli sein Spezialgebiet, wofür er auch weltweit bekannt ist. In didaktisch einfach
dargestellten Operationsplanungen erklärte er die richtige Herangehensweise an der Deckung
von Rezessionen an Einzelzähnen und mehreren Zähnen.
Nicht immer ist eine vollständige
Wurzeldeckung möglich. Die
Höhe der Papille ist für die Distanz des koronal verschobenen
Lappens massgebend. Ist eine reduzierte Papille vorhanden, kann
ein zufriedenstellendes Resultat
alleine durch die chirurgische
Intervention nicht erreicht werden. In diesen Fällen ist eine
Odontoplastik mittels Kompositrestauration indiziert. Die Kompositrestauration müsse unbedingt vor dem chirurgischen Eingriff erfolgen, denn zu diesem
Zeitpunkt ist die Trockenlegung
einfacher. Mit didaktisch aufbe-
Prof. Dr. Giovanni Zucchelli, Bologna, wusste die Zuhörer zu fesseln.
reiteten Videosequenzen zeigte
Zucchelli Step by Step das Vorgehen seiner Operationen. Von der
Schnittführung bis zur Naht
konnten die sicheren Bewegungen im Operationsgebiet bewundert werden.
Bindegewebsentnahme mit
verschiedenen Techniken
Am Nachmittag folgten die
Operationsvarianten mit dem
seitlichen Verschiebelappen und
der Bindegewebsaugmentation.
Besonders wichtig sei, die richtige Bindegewebsentnahmestelle und -technik zu wählen.
Die Prämolarenregion am Gaumen sei fettiger und dadurch weniger geeignet als die Molarenregion. Allerdings sei dort die
Gefahr der Verletzung der Arteria palatina grösser. In weiteren
sehr anschaulichen Videos
zeigte Zucchelli die Bindegewebsentnahme mit verschiedenen Techniken. Seine bevorzugte Technik sei die Entnahme
des Bindegewebes samt Epithel,
Die Live-OP mit Übertragung auf Grossleinwand beeindruckte die Symposiumsteilnehmer im KKL Luzern.
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