Innovatio nen für das Flachdach

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Die Zeitschrift für Wärmedämmung und Energieeffizienz Nr. 29/Juni 2011
© Richter - Dahl Rocha & Associés architectes SA, Lausanne
NOVA
Innovationen
für das
Flachdach:
Dämmung, Gefälle
und Brandschutz in
der Praxis
Wettbewerb:
Gewinnen Sie ein
FLYER-Elektrovelo!
eVALO: virtuell
Häuser erneuern.
Ökobilanz: wenig
graue Energie in
Flumroc-Steinwolle.
Hochhaus Uptown:
neues Wahrzeichen für Zug.
Die Naturkraft aus Schweizer Stein
© Richter - Dahl Rocha & Associés
Inhalt
3
Editorial
4
Magazin
Nr. 29
Flachdach
6
«In der Flachdachtechnologie steckt grosses Potenzial»
7
Sicher, einfach, günstig: das neue Flumroc-Gefälledachsystem
9
Blaue Pakete für Top-Dämmung und besten Brandschutz
10 Brandschutz fürs Nacktdach
16 Mit Flumroc COMPACT hoch hinaus
18 Virtuelle Erneuerung online
Energiesparen: eVALO zeigt wie
© REV ARCHITECTURE
Kompaktfassade
12 Aussendämmung trotz Denkmalschutz
21 Metallkassettenwand mit DUO C
Steinwolle gegen Temperaturschwankungen im Warenlager
22 Ökobilanz von Flumroc-Steinwolle
Ökologisches Material für ökologische Bauten
26 Umbau zum Plusenergie-Gebäude
Ein Hotel wird zum Kraftwerk
28 Neubau Eishalle und Hochhaus in Zug
30 Appenzellerhaus-Erneuerung
Historischem Haus neues Leben eingehaucht
32 Warenhaus-Erneuerung
Glänzende Fassade an bester Lage
33 Hinterlüftete Fassade mit DUO D20
Altes Holz – neue Dämmlösung
Technische Dämmung/Brandschutz
34 Sicherheit im Sicherheitskontrollgebäude
35 Flumroc kommt zum Zug
2
© Gilles Bollschweiler
Spitzensport unter Steinwolle
Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser
Woher kommt der Schweizer Strom von morgen? Was
spricht für Fördermittel? Sind strenge Energiegesetze sinnvoll? Wann erreicht der Ölpreis die Schmerzgrenze? Sollen
wir den CO 2 -Ausstoss im In- oder Ausland kompensieren?
Das Thema Energie ist in Politik und Medien omnipräsent
– und auch am Stammtisch angekommen. Völlig zu Recht,
gerade im Gebäudebereich: In den vielen Häusern aus den
60er- und 70er-Jahren steckt ein riesiges Sparpotenzial.
Energetische Erneuerungen sind der Start in die Energiezukunft der Schweiz. Vier Schritte führen zum Erfolg:
Erstens: die Energieverschwendung stoppen. Wir können
es uns nicht mehr leisten, mit kaum gedämmten Wänden für die Umgebung zu heizen. Gebäude renovieren
und erneuern ist angesagt. Denn es gibt praktisch keine
Gebäudehülle, die nicht energiemässig fit getrimmt werden
könnte. Das beweisen auch die Erneuerungsprojekte, die
wir Ihnen in der aktuellen NOVA vorstellen. Zum Beispiel
das unter Denkmalschutz stehende Engadinerhaus aus
dem 15. Jahrhundert, das heute top gedämmt ist (Seite 12).
Zweitens: die Energie effizient nutzen. Im Haus mit guter
Dämmung wird die leistungsfähige Elektroheizung überflüssig. Wer sie durch eine kleine Wärmepumpe ersetzt,
spart viel – und wohnt erst noch komfortabler.
Drittens: den Restbedarf mit erneuerbarer Energie decken.
Hauseigentümer können beispielsweise auf dem Dach eine
Photovoltaikanlage installieren, Mieter Solarstrom beim
Energieversorger bestellen.
Viertens: Bauteile mit möglichst wenig grauer Energie einsetzen. Es macht keinen Sinn, Energie sparen zu wollen mit
Materialien, deren Herstellung und Transport bereits Unmengen verschlungen haben.
Seit Kurzem können Hauseigentümer, Planer und andere
Interessierte die vier Schritte nach Belieben durchspielen:
mit dem neuen Online-Tool eVALO (Seite 18) und mit der
Internetplattform Bauteilkatalog.ch für den praxisnahen
Vergleich von Ökobilanzdaten (Seite 22).
Die Tools haben wir – jetzt müssen wir sie nur noch einsetzen.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.
Kurt Frei, Geschäftsführer Flumroc AG
3
Magazin
Gast- und umweltfreundliche Jugendherberge
Besser bauen
Das neue Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen, gestartet Anfang 2010, ist ein voller Erfolg:
Fast 30 000 Gesuche sind eingegangen – doppelt
so viele wie erwartet. Und im ersten Quartal
2011 wurden bereits über 6200 Projekte finanziell unterstützt. Ganze 45 Prozent der 2010 und im
ersten Quartal 2011 geförderten Vorhaben hatten
jedoch einzig den Ersatz von Fenstern zum Ziel
– auf eine zusätzliche Wärmedämmung wurde
verzichtet. Ein solches Vorgehen führt häufig zu
bauphysikalischen Problemen, vor allem zu Feuchtigkeit auf der Innenseite der Aussenwände. Wie
macht man es besser? Antworten liefert die neue
Flumroc-Broschüre «Besser bauen». Sie richtet
sich sowohl an Eigentümer, die eine Erneuerung
richtig angehen wollen, als auch an Baufachleute.
Themen der Broschüre sind Strategie, Gesetze
und Standards, Kosten, Sparpotenziale, Etappierung, das neue Online-Tool eVALO (siehe Seite 18)
und mehr. Sieben Erneuerungsbeispiele werden
mit detaillierten Plänen und Beschreibungen erklärt.
Die kostenlose Broschüre «Besser bauen» ist
ab sofort in den Sprachen Deutsch, Französisch
und Italienisch erhältlich bei der Flumroc AG – als
gedruckte Version und im PDF-Format auf www.
flumroc.ch.
Mehr Zimmer, mehr Komfort, mehr Ökologie, weniger Energie: Rechtzeitig auf die Wintersaison öffnete die Jugendherberge St. Moritz im vergangenen Dezember rundum verwandelt ihre Türen. Die Eigentümerin, die
Schweizerische Stiftung für Sozialtourismus, hatte das Gebäude gründlich
erneuern und aufstocken lassen.
Den Empfangsbereich im Erdgeschoss gestalteten die Architekten komplett neu, mit grossen Räumen, die zur Begegnung einladen. In den Stockwerken eins und zwei wurde nichts verändert. Im dritten Stock erhielten
einige Zimmer Nasszellen. Neu gebaut wurde der vierte Stock – mit modernen Doppel- und Familienzimmern mit Bad und WC. Auch in Sachen Energiesparen und Ökologie hat sich viel getan: Die verwendeten Baumaterialien
entsprechen den Richtlinien des Vereins eco-bau, die Neubauteile zusätzlich
dem Minergie-Standard.
Das Flachdach dämmten die Architekten zweilagig – 120 plus 140 Millimeter – mit der Flumroc-Dämmplatte PRIMA. Für die neue, hinterlüftete
Holzfassade kam die Steinwollplatte DUO in einer Dicke von 200 Millimeter
zum Einsatz. Die fugenlos verlegten Platten wurden mit Dämmstoffdübeln,
die Unterkonstruktion und die Bekleidung mit isolierten Distanzschrauben
am Mauerwerk befestigt. Als Belüftungsebene dient eine vertikale Holzlattung. An den darauf montierten horizontalen Latten ist die vertikal ausgerichtete Bekleidung befestigt. Diese Fassadenkonstruktion ist weitgehend
wärmebrückenfrei. So bleibt die mit Holzschnitzeln und thermischer Solarenergie erzeugte Wärme im Haus. Die alte Ölheizung ist Geschichte. Die
thermischen Sonnenkollektoren – und eine Photovoltaikanlage, die einen
Sechstel des Strombedarfs deckt – wurden von Jugendlichen im Rahmen
eines Greenpeace-Projekts auf dem Dach installiert.
Die Verwandlung der Jugendherberge St. Moritz ist auch von aussen gut
sichtbar: Die neue Holzfassade glänzt in vier Farben – eine für jede Himmelsrichtung.
Die hinterlüftete Fassadenkonstruktion der Jugendherberge St. Moritz ist weitgehend wärmebrückenfrei.
Objektdaten Standort: St. Moritz Bad; Bauherrschaft: Schweizerische Stiftung
für Sozialtourismus, Zürich; Architekten: Bosch & Heim Architekten, Chur; Baujahr:
1977; Erneuerung und Aufstockung: 2010 Verwendete Dämmung Flachdach:
Dämmdicke: 120 + 140 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte PRIMA; Fassade: Dämmdicke: 200 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte DUO
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Wettbewerb
Neues Label: Minergie-A
Ein Nullenergiehaus verbraucht in der Jahresbilanz keine von aussen zugeführte Energie für
Raumheizung, Lüftung und Wassererwärmung.
Seit letztem März gibt es dafür ein eigenes Zertifikat: Minergie-A. Der geforderte maximale Heizwärmebedarf ist der gleiche wie beim MinergieBasisstandard. Er muss jedoch zu 100 Prozent mit
erneuerbarer Energie gedeckt werden.
Dies ist möglich mit einer Wärmepumpe, die
Energie aus einer Photovoltaikanlage bezieht.
Auch die Kombination einer Holzheizung mit thermischen Solarkollektoren kann die Voraussetzungen von Minergie-A erfüllen, wobei die Sonne
mindestens die Hälfte der Wärme erzeugen muss.
Derzeit lassen sich neue Wohnbauten nach
Minergie-A zertifizieren – oder, wenn die Kriterien
einer gesunden und ökologischen Bauweise erfüllt
sind, nach Minergie-A-ECO.
www.minergie.ch > Standards & Technik > Minergie-A
Geniessen statt schwitzen
Ob schnell zur Post oder auf die längere
Tour: Mit einem Elektrovelo ist jede Fahrt
ein Genuss. Wenn Sie folgende Frage
richtig beantworten, sind Sie vielleicht
schon bald unterwegs mit einem neuen
Elektrovelo der Marke FLYER im Wert von
3500 Franken.
In welcher Schweizer Gemeinde
steht das erste Plusenergie-Hotel
des Alpenraums?
Schreiben Sie den richtigen Ortsnamen
auf eine Karte, und senden Sie diese an
Flumroc AG, Postfach, 8890 Flums, oder
senden Sie die Lösung an info@flumroc.
ch. Einsendeschluss ist der 30. September 2011.
Wettbewerbsbedingungen: Teilnahmeberechtigt sind
alle Personen ab 18 Jahren mit Wohnsitz in der Schweiz
oder im Fürstentum Liechtenstein, ausgenommen die
Mitarbeitenden der Flumroc AG, der ihr angeschlossenen
Vertreterorganisationen sowie der Werbe- und Kommunikationsagenturen. Die Gewinner werden durch das Los
ermittelt und schriftlich benachrichtigt. Keine Barauszahlung der Preise. Es besteht keinerlei Kaufzwang. Über diesen Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der
Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Ratgeber «Energiegerecht sanieren»
Drei Gewinnerinnen
Das Bundesamt für Energie unterstützt Bauherrschaften – mit dem neuen Ratgeber «Energiegerecht sanieren». Das 88 Seiten starke Buch liefert
umfassende Angaben zu Gesamterneuerungen und zu Einzelmassnahmen
wie zum Beispiel Dämmung des Dachs. Hauseigentümer können sich
schnell und effizient informieren, dank den in sich geschlossenen Kapiteln.
Der Wettbewerb in der letzten NOVA
stiess auf ein grosses Echo. Der Hauptpreis, ein FLYER-Elektrovelo, geht an
Rosmarie Frei aus Chur. Monika Seger aus
Amriswil erhält zwei Tageskarten für das
Skigebiet Flumserberg, Gaelle Haeny aus
Petit-Lancy zwei Tageskarten für Verbier.
Der Ratgeber berücksichtigt die unterschiedlichsten Aspekte: grundsätzliche Überlegungen zu Erneuerungsprojekten, Finanzierung und Förderung, Standards, Gebäudeenergieausweis, Energiebuchhaltung, Dämmung,
Energiegerecht sanieren
Ratgeber für Bauherrschaften
Heizung und Warmwasser sowie Komfortlüftung. Weitere Themen sind sparsame Haushaltsgeräte und Beleuchtungen sowie die energieeffiziente
Nutzung eines Hauses.
«Energiegerecht sanieren» ist in gedruckter und elektronischer Form erhältlich in Deutsch und Französisch:
www.energiewissen.ch > Dokumentation > Publikationen > Datenbank allgemeine Publikationen
Gewinnerin Rosmarie Frei vor ihrer ersten Fahrt mit
dem neuen Elektrovelo.
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© Richter - Dahl Rocha & Associés architectes SA, Lausanne
«Viele Gebäude verlangen geradezu
nach einem Flachdach – zum Beispiel Produktionshallen.»
«In der Flachdachtechnologie steckt
grosses Potenzial»
Mit immer besseren Produkten und Anwendungen gehört die
Flachdachtechnologie zu den innovativsten Feldern der Baubranche. Richard Hirter* kennt die aktuellen Trends.
Herr Hirter, weshalb braucht die
Schweiz eine technische Kommission für das Flachdach?
Kaum ein anderer Gebäudeteil stellt so
hohe Anforderungen an die Ausführung
wie ein Flachdach. Die Umsetzung gelingt nur mit den richtigen Produkten,
einer umfassenden Planung und einer
fachkundigen Ausführung. Die Kommission ist eine wichtige Schnittstelle zwischen Anwendung, Produktion und Forschung. Wir unterstützen die Entwicklung
praxistauglicher Innovationen. Zudem
sind wir verantwortlich für die Aus- und
Weiterbildung im Bereich Flachdach.
Welches sind die aktuellen Trends
auf dem Markt?
Da gibt es zahlreiche Themen, von der
Energiebilanz bis hin zum Rückbau. Ich
persönlich bin ein starker Befürwor-
6
ter von Dachlösungen, bei denen nicht
alle Einzelteile auf ewig verklebt sind.
Einzelsysteme lassen sich später leichter anpassen. Ein vielversprechendes
Innovationsfeld sind Abdichtungen aus
Flüssigkunststoff. Es ist wichtig, dass wir
die Entwicklung dieser Produkte als Kommission begleiten können. In der Technologie stecken grosse Chancen, aber auch
Risiken.
Welche Risiken sind das?
Neue Technologien dürfen nicht dazu
verleiten, die Planung zu vernachlässigen. Auch anwenderfreundliche Produkte machen nur Sinn, wenn man sie in eine
fachmännische Planung einbezieht.
Wie meinen Sie das?
Beim Bau eines Flachdachs müssen
zahlreiche Schnittstellen berücksichtigt
werden. Ob Schiebetüren, Oblichter oder
rollstuhlgängige Schwellen – alle Bauteile brauchen rechtzeitig eine detaillierte
Planung und Terminierung. Bestellen die
Planer den Flachdachbauer erst kurz vor
Bauschluss für die Abdichtungsarbeiten,
kann dieser keine Leistung erbringen, die
den Ausführungsnormen entspricht.
Die Arbeit in der Kommission ist mit
viel Aufwand verbunden. Woher
nehmen Sie die Motivation für Ihr
Engagement?
Ich schätze den persönlichen und freundschaftlichen Austausch innerhalb der
Kommission. In meinem Unternehmen
für Bedachungen bin ich in den unterschiedlichsten Bereichen tätig. Mein
Herz schlägt für das Flachdach. Es ist mir
wichtig, etwas zur Weiterentwicklung
dieser Technologie beitragen zu können.
Zudem verdanke ich der Arbeit in der
Kommission vertiefte Einblicke in aktuelle Trends und Technologien. Über die
Jahre hinweg ist ein Netz an Kontakten
entstanden, von dem ich auch als Unternehmer profitieren kann.
Welchen Stellenwert wird das Flachdach in Zukunft einnehmen?
In der Flachdachtechnologie steckt nach
wie vor grosses Potenzial. Ein Flachdach
erleichtert die optimale Raumnutzung.
Viele Gebäude und Gebäudeteile verlangen geradezu nach einem Flachdach: Ich
denke an die zurzeit beliebte Kubusarchitektur, aber auch an Attikaterrassen und
Produktionshallen. In der Industrie wird
das Flachdach weiterhin eine grosse
Rolle spielen. Neue Entwicklungsmöglichkeiten ergeben sich in der Kombination mit Photovoltaik- und SolarthermieSystemen.
*Richard Hirter ist Präsident der Technischen Kommission Flachdach beim
Verband Gebäudehülle Schweiz und Inhaber der Hirter Bedachungen AG in
Bolligen bei Bern. Das Unternehmen ist tätig in den Bereichen Steildach,
Flachdach, Fassade, Spenglerei, Energie, Unterhalt und Trockenbau.
www.gh-schweiz.ch
Flachdach
Sicher, einfach, günstig: das neue
Flumroc-Gefälledachsystem
Ob Neubau oder Erneuerung: Bei Flachdächern kommen der
Entwässerung, der Wärmedämmung und dem Brandschutz zentrale Rollen zu. Flumroc bietet eine neue Lösung, die alle drei
Funktionen vereint: das Gefälledachsystem.
Ein ganz flaches Dach ist ein Risiko.
Wenn sich das Regenwasser ansammelt und nicht abfliessen kann, ist der
Wasserschaden vorprogrammiert. Der
Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) schreibt deshalb vor, dass
ein Flachdach ein Gefälle von mindestens
1.5 Prozent aufweisen muss. Die entsprechende Norm 271 gilt für Neubauten wie
auch für Erneuerungen.
Eine attraktive Alternative ist das neue
Flumroc-Gefälledachsystem mit integrierter Dämmung. In einem Arbeitsschritt
kann der Bauherr die Dachentwässerung,
die Wärmedämmung und den Schallschutz realisieren. Auch der vorbeugende
Brandschutz ist mit enthalten: FlumrocSteinwolle ist nicht brennbar und weist
einen Schmelzpunkt von über 1000 Grad
Celsius auf.
Vielseitiger Nutzen
Für jedes Flachdach
Das vorgeschriebene Gefälle durch eine
Betonkonstruktion zu erreichen, ist oft
nicht die optimale Lösung. Solche Konstruktionen sind aufwendig in Planung
und Realisation und entsprechend teuer.
Das Flumroc-Gefälledachsystem besteht
aus einer unteren und einer oberen Lage.
Als untere Lage wird die Flumroc-Dämmplatte PRIMA oder MEGA verwendet –
abhängig von der geplanten Verwendung
des Dachs: MEGA macht das Dach begeh- und nutzbar, zum Beispiel mit einer
Terrasse oder einer intensiven Begrünung
mit Sträuchern und Bäumen. Falls das
Dach hingegen möglichst leicht sein soll,
wird PRIMA verwendet. Dieses Produkt
eignet sich zum einen für Nacktdächer,
also Flachdächer ohne Schutzschicht.
Zum anderen lassen sich mit PRIMA auch
Flachdächer mit Schutzschicht erstellen,
die bekiest oder extensiv begrünt sind –
mit pflegearmen Gräsern, Kräutern, Sukkulenten und Moosen.
Flumroc-Gefälledachsystem:
die Vorteile auf einen Blick
䡲
䡲
䡲
䡲
䡲
䡲
䡲
䡲
Sichere Entwässerung
Optimale Wärmedämmung
Bester Brandschutz
Wirksamer Schallschutz
Hohe Stabilität
Kurze Lieferzeit
Günstiger Preis
Einfache Verlegung
Für eine einfache Handhabung auf der Baustelle sind die Flumroc-Gefälleplatten beschriftet und mit der Verlegerichtung versehen.
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© Setz Architektur, Rupperswil
Das Flumroc-Sortiment hält für jedes Flachdach die geeignete Dämmlösung bereit: Minergie-P-Einfamilienhaus in Rupperswil AG.
1.5 Prozent Standardgefälle
Als obere Lage des Systems dient die
neue Flumroc-Gefälleplatte mit einem
integrierten Gefälle von 1.5 Prozent. Alle
Platten des Systems sind 1 x 1 Meter
gross. Im Gefälledachsystem werden
die Gefälleplatten in vier verschiedenen
Dicken verwendet, von 20 bis 80 Millimeter; nebeneinander gelegt bilden die vier
Platten das Gefälle von 1.5 Prozent. Die
gewünschte Gesamtdämmdicke ergibt
sich aus der Kombination mit den darunterliegenden Flumroc-Dämmplatten
PRIMA oder MEGA. Dank dem standardisierten Gefälle ist das Flumroc-Gefälledachsystem preisgünstig und schnell
lieferbar. Auf Anfrage ist auch ein individuelles Gefälle von bis zu 5 Prozent erhältlich. Bei diesen massgeschneiderten
Lösungen integriert Flumroc das Gefälle
direkt in die Dämmplatten MEGA oder
PRIMA. Ein Beispiel dafür ist die Dämmung einer Fabrikhalle in St. Gallen (siehe Seite 10).
Objektbezogener Plan
Die Flumroc-Techniker erstellen für jedes Flachdach einen massgeschneiderten Verlegeplan. Dieser zeigt genau, wo
welche Steinwollplatte verlegt werden
muss. Hinzu kommt eine Stückliste, in
der jede Platte einzeln mit Form, Massen
8
und Position aufgeführt ist. Vor der Auslieferung werden die Steinwollplatten
auftragsbezogen palettiert und die Paletten gut erkennbar beschriftet. Zudem
sind die Flumroc-Gefälleplatten auf der
Oberseite beschriftet und mit der Verlegerichtung versehen. Auf der Baustelle
sitzt deshalb jeder Handgriff – das spart
Zeit und Geld.
Broschüre
«Gefälledachsystem»
Eine kostenlose Broschüre mit ausführlichen Informationen zum neuen
Flumroc-Gefälledachsystem ist in den
Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch bei der Flumroc AG erhältlich –
als gedruckte Version und im PDF-Format auf www.flumroc.ch.
Die Flumroc-Produkte für das Flachdach
Die Flumroc AG führt in ihrem Sortiment drei auf die Verwendung im Flachdach abgestimmte Steinwollplatten: PRIMA, PRIMA PLUS und MEGA. Im Gefälledachsystem
kommt zudem die Flumroc-Gefälleplatte zum Einsatz.
Die Dämmplatte PRIMA weist eine spezielle Wellfaserstruktur und zwei verschiedene Rohdichten auf: eine druckfeste Unterseite und eine trittfeste, harte Druckverteilschicht auf der Oberseite. PRIMA eignet sich für Flachdächer mit oder ohne
Schutzschicht.
Für die neue Dämmplatte PRIMA PLUS hat Flumroc die Struktur weiterentwickelt und
damit die Wärmeleitfähigkeit optimiert: Der λ-Wert beträgt 0.036 W/(m K). Zudem
stieg die Druckfestigkeit, womit sich auch Solaranlagen auf dem Dach installieren
lassen. Auch die Steinwollplatte PRIMA PLUS ist für die Dämmung von Flachdächern
mit oder ohne Schutzschicht gedacht.
Die Dämmplatte MEGA besitzt eine spezielle Wellfaserstruktur, ist besonders druckfest und überzeugt mit optimalen mechanischen Eigenschaften. Die Oberflächen sind
geschliffen. Verwendet wird die Dämmplatte MEGA für Flachdächer mit begehbarer
Nutzschicht.
Flachdach
Das Dach über der Montagehalle
wurde oben und unten mit Steinwolle
ausgerüstet: die Oberseite mit der
Dämmplatte PRIMA, die Unterseite
mit Flumroc-Trapezstreifen Akustik.
Blaue Pakete für Top-Dämmung
und besten Brandschutz
Flachdächer erlauben eine optimale Raumnutzung. Gerade bei Industrieunternehmen sind sie
deshalb sehr beliebt. Zum Beispiel für den Neubau einer Montagehalle in Mex im Kanton Waadt.
Blaue Pakete so weit das Auge reicht:
Auf dem Dach der neuen Montagehalle
der Bobst Group in Mex reihten sich
diesen Frühling die Paletten mit den
Flumroc-Dämmplatten aneinander. Nach
der Anlieferung per Lastwagen hatte sie
ein Hubschrauber auf das Dach des Maschinenherstellers geflogen. Unter der
blauen Folie warteten insgesamt 10 000
Quadratmeter Steinwollplatten darauf,
verlegt zu werden. Das Dach besteht aus
einer Metallkonstruktion mit Trapezblechen, die auf Stahlträgern und -stützen
steht. Damit es in der Halle nicht hallt,
kam auch an der Unterseite des Dachs
Steinwolle zum Einsatz: Die Handwerker befestigten in den Trapezblechen
die Flumroc-Trapezstreifen Akustik. Diese schlucken in der fertigen Halle einen
Grossteil des Schalls, der bei der Maschinenmontage entsteht.
Brandschutz und Energieeffizienz
Kantonale Vorschriften wie auch finanzielle Überlegungen führen heute dazu,
dass auch Industriebauten energieeffizient gebaut werden. Die Wahl des geeigneten Materials ist angesichts der
grossen Aussenfläche entscheidend: Um
die Energieeffizienz der Halle in Mex zu
gewährleisten – und des hervorragenden
Brandschutzes wegen –, wählten die Planer eine Dämmung aus Steinwolle. Zur
Anwendung kam die Flumroc-Dämmplatte PRIMA in einer Dicke von 214 Millimeter. Im Unterschied zur Erneuerung eines
Fabrikdachs in St. Gallen (siehe nächste
Seite) haben die Planer in Mex das nötige
Gefälle nicht mit der Dämmung, sondern
mit der Metallkonstruktion realisiert.
Objektdaten Standort: Mex VD; Bauherrschaft: Bobst Group SA, Prilly; Architekten: Richter - Dahl Rocha & Associés architectes SA, Lausanne; Dachkonstruktion: Groupe G. Dentan
SA, Renens; Baujahr: 2011 Verwendete Dämmung Flachdach: Dämmdicke: 214 mm, Produkt:
Flumroc-Dämmplatte PRIMA; Trapezbleche: Produkt: Flumroc-Trapezstreifen Akustik
9
Mit den massgeschneiderten
Flumroc-Dämmplatten liess sich
das starke Gefälle von bis zu
3 Prozent problemlos realisieren.
Brandschutz fürs
Nacktdach
Das Flachdach über einer St. Galler Fabrikhalle liegt nach der
kürzlichen Erneuerung nackt da. Wo vorher Kies war, erstrecken sich heute helle Dichtungsbahnen. Damit fiel neben Gewicht auch ein gewisser Brandschutz weg. Die Lösung: eine
nicht brennbare Dämmung aus Flumroc-Steinwolle.
In St. Gallen stürzte im Februar 2009 das
Flachdach einer Turnhalle ein. Verletzt
wurde niemand; der Sachschaden ging
in die Millionen. Nach dem Unglück liessen viele Unternehmen in der Region ihr
Flachdach von Experten überprüfen. Bei
der Kontrolle des Flachdachs einer Fabrikhalle des Maschinenherstellers Gallus
Ferd. Rüesch in St. Gallen stellte sich heraus, dass die 50-jährige Dachkonstruktion den Sicherheitsnormen nicht mehr
genügte. Das Unternehmen entschloss
sich deshalb, die ohnehin vorgesehene
Dacherneuerung vorzuziehen – und dabei
auch gleich eine Top-Wärmedämmung
anzubringen.
Dachplatten entlasten
Das Fabrikdach bestand aus Holzspanbeton-Dachplatten mit Abdichtung und
Kiesbelag. Gestützt wurde es von Betonträgern und Eisenpfeilern. Die Statik-Experten stellten fest, dass die Platten die
10
Flachdach
Kein Kies
Das Dach wieder zu bekiesen, kam aus
Gewichtsgründen nicht infrage. Es ist
deshalb als Nacktdach ausgeführt. Die
obere der beiden Abdichtungsbahnen ist
beschiefert, um sie unter anderem vor
schädlichen UV-Strahlen zu schützen.
Dank der hellen Farbe nimmt das Dach
bei Sonneneinstrahlung weniger Hitze
auf, als es mit schwarzen Dichtungsbahnen der Fall wäre.
Brandschutz
Die Steinwollplatten sind schnell auf der Dampfsperre verlegt.
Flumroc-Steinwolle ist für Nacktdächer ideal – sie brennt nicht und weist einen Schmelzpunkt von über
1000 Grad Celsius auf.
Kieslast nicht mehr genügend sicher tragen konnten. Folglich mussten die Planer
bei der Erneuerung zum einen die Dachplatten entlasten und zum anderen das
Gewicht des Dachs möglichst tief halten.
Holzlatten und Trapezbleche
Um die Belastung der Dachplatten zu
senken, musste die Dachlast besser auf
den Betonträgern abgestützt werden.
Die Handwerker befestigten deshalb auf
den Dachplatten eine Dachlattung – mit
jeweils über den Betonträgern angebrachten Holzlatten. Anschliessend montierten sie auf der Lattung Trapezbleche
und darauf Blechplatten als Verlegehilfe.
Zudem wurden die Eisenpfeiler verstärkt.
Flumroc PRIMA
Auf der Verlegehilfe befestigten die
Handwerker eine Dampfsperre, darauf
die Flumroc-Dämmplatte PRIMA und eine
zweilagige Abdichtung aus Elastomer-
bitumen-Dichtungsbahnen. Diese sind
ausschliesslich an den Dachbrüstungen
der sechs Bereiche des Dachs befestigt.
Zu diesem Zweck verlegten die Handwerker die Steinwollplatten nicht bis ganz
an die Brüstungen. Stattdessen setzten
sie bei den Brüstungen Schaumglas ein,
um die Dichtungsbahnen daran anzuschweissen. Interessantes Detail: Über
den Dilatationsfugen wurde zwischen
das Schaumglas ein 30 Millimeter breites
Stück Steinwolle eingesetzt. Dies deshalb, weil das spröde Schaumglas – anders als die flexible Steinwolle – die Wärmeausdehnung nicht aufnehmen könnte.
Ohne Kies ist ein Flachdach schlechter
vor Bränden geschützt. Wenn zum Beispiel ein Nachbargebäude brennt und
die Flammen auf das Flachdach überzugreifen drohen, verhindert der Kies die
schnelle Ausbreitung des Feuers. Eine
Nacktdach-Dämmung sollte deshalb nie
aus einem brennbaren Material bestehen,
welches das Feuer über das ganze Dach –
und damit häufig auf das ganze Gebäude
– verteilt. In einigen Kantonen schreiben
die Feuerversicherungen gar vor, dass
ein Nacktdach nur mit nicht brennbaren Dämmstoffen ausgerüstet werden
darf. So auch in St. Gallen. FlumrocSteinwolle ist für die Anwendung im
Nacktdach ideal: Sie brennt nicht und beginnt erst bei über 1000 Grad Celsius zu
schmelzen.
Starkes Gefälle
Damit das Regenwasser auf dem St. Galler Flachdach auch nach der Erneuerung in
die bestehenden Abläufe fliesst, mussten
die Planer ein – für Flachdach-Verhältnisse – starkes Gefälle einbauen. Statt
den 1.5 Prozent gemäss SIA-Norm beträgt es bis zu 3 Prozent. Mit der FlumrocDämmplatte PRIMA liess sich dieses Gefälle ganz einfach realisieren:
Flumroc produzierte die nach Kundenwunsch massgeschneiderten Platten
bereits im Werk in Flums. Um die nötigen
3 Prozent Gefälle zu ermöglichen, bewegt
sich die Dicke der Platten zwischen 120
und 280 Millimeter. So läuft das Wasser
auf dem Nacktdach immer genau dorthin,
wo es hin muss.
Objektdaten Standort: St. Gallen; Bauherrschaft: Gallus Ferd. Rüesch AG, St. Gallen; Architekten: Zingg + Fischbacher Architekten AG, St. Gallen; Dachkonstruktion: Grob AG, St. Gallen; Baujahr: 1960; Dacherneuerung: 2010 Verwendete Dämmung Flachdach: Dämmdicke:
120–280 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte PRIMA im Gefälle
11
Das Engadinerhaus nach der
Erneuerung: Die angebrachte
Aussendämmung ist von der
Strasse her kaum zu erkennen.
12
Kompaktfassade
Aussendämmung trotz
Denkmalschutz
Energieeffiziente Erneuerung und Denkmalschutz lassen sich verbinden – dies beweist
die gelungene Sanierung eines traditionellen Engadinerhauses in Samedan.
Vor der Erneuerung.
Gemütliche Fernsehabende im Januar
waren für die Bewohner des aus dem
15. Jahrhundert stammenden Engadiner
Bauernhauses in Samedan eine seltene
Behaglichkeit. Draussen fielen die Temperaturen auf minus 30 Grad Celsius,
drinnen sank die Stimmung unter den Gefrierpunkt. Selbst in schwere Wolldecken
eingewickelt blieben die Füsse der Hausbewohner kalt. Eine auf Energieeffizienz
ausgerichtete Erneuerung tat not. Aber
wie dämmen, wenn das Haus unter
Denkmalschutz steht? Nur dank einem
ausgeklügelten Konzept und langjähriger
Erfahrung mit dem Engadinerhaus gelang
dem Bündner Architekten Fulvio Chiavi
im Jahr 2010 die Integration modernster
Wohnlichkeit in ein erhaltenswertes Gebäude.
Steter Wandel
Von der langen Geschichte des ehrwürdigen Gebäudes inmitten von Samedan
zeugen die auf das Jahr 1499 datierten
Kellerbalken. Ganz der Engadiner Tradition verpflichtet, startete der erste Bau-
Kompaktfassade
Dank ihrer vielseitigen Verwendbarkeit
und der einfachen Montage erfreuen
sich Kompaktfassaden seit Jahren grosser Beliebtheit. Die Flumroc-Dämmplatte COMPACT ermöglicht den perfekten
Schichtaufbau einer Kompaktfassade.
Das Steinwollprodukt besteht aus einer
speziellen Wellfaserstruktur mit einer
einseitig verdichteten, harten Oberfläche. Auf der grünen Beschichtung haftet
der Putz optimal. Eine Kompaktfassade
eignet sich auch ausgezeichnet für ausgefallene architektonische Lösungen:
Runde oder mit beliebigen Winkeln verbundene Mauern lassen sich mühelos
mit COMPACT von Flumroc dämmen. Auf
Wunsch schneidet Flumroc die Platten
bereits im Werk zu, sodass die Montage auf der Baustelle noch einfacher und
schneller möglich ist.
Das alte Eingangstor aus Lärchenholz.
Flumroc-Dämmplatte COMPACT
herr sein Vorhaben mit der Errichtung
eines Wohnturms, bestehend aus drei
Stockwerken: Im Erdgeschoss lag der
Stall, darüber kam das Wohnzimmer, und
den Abschluss machte die Schlafkammer. Die Küche befand sich rückwärtig
zum Haus in einem Anbau mit Tonnengewölbe. Seither wurde das Gebäude
viele Male erweitert, aufgestockt und
umgebaut. Aussenwände gingen verloren und kamen hinzu. Fenster wurden
13
Interview mit Architekt Fulvio Chiavi
«Ich beschäftige mich seit Jahren
mit der Denkmalpflege»
Herr Chiavi, Sie haben die Fassade
eines unter Schutz stehenden Hauses mit einer Aussendämmung versehen. Sind Sie gegen den Erhalt historisch wertvoller Gebäude?
Nein, im Gegenteil. Der Schutz unserer
wertvollen Architektur liegt mir sehr am
Herzen. Ich beschäftige mich seit Jahren mit der Denkmalpflege und habe in
verschiedenen entsprechenden Gremien
mitgearbeitet. Es reicht jedoch nicht,
wenn wir unsere Häuser nur schützen –
wir müssen auch darin wohnen können.
Wie erlebten Sie die Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege?
Zuerst reagierten die Experten skeptisch.
Aber nachdem wir unser Projekt im Detail präsentieren konnten, bewilligten sie
das Vorhaben. Ich denke, das Resultat
hat auch die Kritiker überzeugt. Um ein
schützenswertes Gebäude umzubauen,
braucht es viel Geduld. Heute würde ich
mehr Zeit für die Bewilligungsphase einplanen.
Eine Aussendämmung auf einem
unter Denkmalschutz stehenden Gebäude – wie ist das möglich?
Die Struktur des Gebäudes muss genau
studiert werden. Der Umbau darf die Typologie eines Gebäudes nicht zerstören.
Umfassendes Fachwissen und langjährige Erfahrung mit entsprechenden Gebäudeerneuerungen sind unabdingbar. Es ist
natürlich nicht immer möglich, ein histori-
Wohnlichkeit für junge Familie
Fulvio Chiavi
sches Gebäude in Sachen Energie derart
auf Vordermann zu bringen wie unser Engadinerhaus in Samedan. Aber meistens
finden sich zumindest Teillösungen: Eine
Aussenwand, das Dach – das sind erste,
wichtige Beiträge für mehr Energieeffizienz und Wohnlichkeit.
Hat sich der Aufwand finanziell gelohnt?
Natürlich fallen unsere Heizkosten heute
sehr viel tiefer aus als vor dem Umbau.
Aber machen wir uns nichts vor: Hinter
einem Projekt wie diesem steht viel Idealismus. Als wir das Gebäude 1979 zum
ersten Mal erneuerten, reichten unsere
finanziellen Möglichkeiten noch nicht für
einen umfassenden, auf Energieeinsparnisse ausgerichteten Umbau. Unsere
Enkel waren nun Motivation für weitere
Investitionen, die sich natürlich erst in
Jahren auszahlen werden. Und wir sind
längst noch nicht fertig: Die Haustechnik können wir dereinst mit einer Wärmepumpe und einer Photovoltaikanlage
optimieren.
Architekt Fulvio Chiavi
hat moderne Innenausstattung und historische
Räume zu einem
harmonischen Ganzen
kombiniert.
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zugemauert und wieder ausgebrochen.
Nachbarhäuser wurden angebaut. Auch
der Innenausbau des Hauses ist das Resultat steten Wandels. Die Ende des 16.
Jahrhunderts eingebaute gotische Stube
aus Arvenholz ist bis heute erhalten geblieben.
Wie oft die Immobilie ihren Eigentümer
gewechselt hat, ist nicht mehr auszumachen. Seit rund 100 Jahren ist das
Schmuckstück in unverändertem Besitz
der Familie von Fulvio Chiavis Ehefrau,
Elisabeth Chiavi-Niggli. Ein erstes Mal
erneuert wurde es seither im Jahr 1979:
Das bis dahin zumindest noch teilweise
für Tierhaltung genutzte Gebäude wurde
umgebaut; im ehemaligen Heustall wird
heute gewohnt. Nach über dreissig Jahren folgte 2010 der auf Energieeffizienz
ausgerichtete Umbau: «Ausschlaggebend war die Geburt der Enkelkinder»,
sagt Bewohner und Architekt Fulvio
Chiavi. Er und seine Frau zügelten in ein
im Haus untergebrachtes kleineres Appartement, um der jungen Familie seiner
Tochter die grosse Wohnung zu überlassen.
Eine fast unsichtbare Erneuerung
Von der Strasse her ist dem Gebäude
kaum etwas anzumerken: Die Aussendämmung ist so angebracht worden,
dass sie die Optik der Fassade nicht
beeinträchtigt. Der Architekt entschied
sich für die Flumroc-Dämmplatte COMPACT in zwei Lagen von je 80 Millimeter
Dicke. Das Dach wurde 200 Millimeter
dick gedämmt. Als geeignet erwiesen
sich die Flumroc-Dämmplatten PRIMA
und ECCO. In einem weiteren Schritt
wird nun auch die Kellerdecke in einer
Dicke von 80 Millimeter gedämmt, mit
dem Flumroc-Produkt TOPA AKUSTIK.
Ein wichtiges Element der Erneuerung
war der Ersatz der Holzdecken durch eine
Betonkonstruktion. Diese hat neue Lösungen für Haustechnik und Innenausbau
ermöglicht. Zudem litten die Bewohner
vor der Erneuerung unter dem Staub, der
sich im Laufe der Zeit in den Zwischenräumen der Holzdecken abgelagert hatte.
Unschönes Detail: In den Balken des Estrichs sammelte sich der Schwalbendreck
aus Jahrhunderten. Der ist nun weg – ein
durchaus gewollter Nebeneffekt des Umbaus.
Kompaktfassade
Engadinerhäuser stehen meist dicht beieinander.
Das Engadinerhaus
Engadinerhäuser mit ihren grossen
Eingangstoren und den kleinen Fenstern faszinieren mit eigentümlichem
Charme. Meist sind die Gebäude dicht
um den Dorfplatz mit dem Dorfbrunnen – dem historischen Zentrum der
Gemeinschaft – gedrängt. Erker ermöglichen den Blick aus dem Haus auf das
Leben im Dorf. Die langen und schweren Winter mit Temperaturen um minus
30 Grad Celsius bedingten umfangreiche Vorräte. Stall und Scheune liegen
traditionell im hinteren Teil des Hauses.
Oft transportierten die Bauern das Heufuder durch das Hauseingangstor.
Die verputzten Flumroc-Dämmplatten COMPACT halten die Wärme im Haus.
Ölheizung und Kachelofen
Für mehr Komfort – und warme Füsse –
sorgt eine neue Bodenheizung. Der alte,
noch funktionstüchtige Ölbrenner und
der Ölkessel werden bis zum Ende ihrer
Lebensdauer eingesetzt. Dann sollen sie
einer Wärmepumpe Platz machen. Auch
die Installation einer Photovoltaikanlage
in ein paar Jahren kann sich die Eigentümerfamilie vorstellen. Die alten Kachelöfen in den Wohnungen sind übrigens
erhalten geblieben – sie können jederzeit
mit Holz oder Pellets betrieben werden.
Wohnungen mit viel Charme
Heute ist das schützenswerte Gebäude
nicht nur aus historischer Sicht interessant, es überzeugt auch die Bewohner.
Sechs Wohnungen – eine davon eine
Ferienwohnung – finden Platz. Die
grösste, zwei Stockwerke umfassende
Wohnung erstreckt sich über 250 Quadratmeter. Den in zahlreichen Etappen
ausgeführten An- und Umbauten verdanken die Zimmer viel Charme. Moderne Elemente ergänzen die historische
Innenausstattung. Dieses Haus ist nicht
nur schön, hier lässt man sich auch gern
nieder.
Die für das Engadinerhaus typischen
dicken Steinmauern ergänzten die ursprünglichen Holzkonstruktionen aus
Brandschutzgründen. Die Energiebilanz
dieser traditionellen Gebäude ist meist
problematisch und eine Erneuerung aufwendig. Um die malerischen Ortsbilder
zu bewahren, stehen im Engadin zahlreiche Häuser unter Denkmalschutz.
Objektdaten Standort: Samedan; Bauherrschaft: Fulvio und Elisabeth Chiavi-Niggli, Samedan;
Architekt: Fulvio Chiavi, dipl. Architekt HTL/STV, Fulvio Chiavi Architektur u. Baumanagement AG,
St. Moritz; Baujahr: 15. Jh.; Erneuerung: 2010 Verwendete Dämmung Fassade: Dämmdicke:
2 x 80 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte COMPACT; Dach: Dämmdicke: 200 mm, Produkte: FlumrocDämmplatten PRIMA und ECCO; Kellerdecke: Dämmdicke: 80 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte
TOPA AKUSTIK
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Das 45-Meter-Hochhaus
in Zug ist dank den
eingesetzten FlumrocDämmplatten COMPACT
höchst energieeffizient.
Zug: drei Fragen an Bauleiter
Peter Burkard
Die Fassade des City Garden
Hotels ist mit poliertem Chromstahl verkleidet.
Peter Burkard
«Wir wollten
keinen Mix»
Mit Flumroc COMPACT
hoch hinaus
Von der Energieschleuder zum Sparfuchs: Drei aktuelle Hochhaus-Erneuerungen zeigen, wie Bauherren mit einer Kompaktfassade den Energieverbrauch schnell und einfach senken
können. Sogar die Minergie-Kriterien lassen sich erfüllen. Dank
der eingesetzten Steinwolle ist auch der Brandschutz der Hochhäuser in Zug und Puidoux VD optimal.
Die Heizung ist voll aufgedreht, und
trotzdem ist es kühl. Auf der Nebenkostenabrechnung stehen astronomische
Beträge für die Heizung. So geht es den
Bewohnern vieler Hochhäuser aus den
70er-Jahren. Die rasche Verfügbarkeit
des Wohnraums war damals das entscheidende Kriterium bei Planung und
Bau. Die Heiz- und Energieeffizienz spielte höchstens eine Nebenrolle. So auch
bei drei Hochhäusern in Puidoux und in
Zug. Die Eigentümer haben beschlossen,
das Übel an der Wurzel zu packen – und
die Gebäude dick einzupacken. Damit die
Erneuerungen rasch und kostengünstig
durchgeführt werden können, haben sie
sich für Kompaktfassaden-Lösungen mit
Flumroc-Steinwolle entschieden.
Puidoux: Minergie-Erneuerungen
Die beiden Hochhäuser in Puidoux stehen
direkt nebeneinander. 35 und 30 Meter
sind sie hoch; die Mietwohnungen verteilen sich auf zwölf bzw. zehn Stockwerke.
Bei ihrer Erbauung in den Jahren 1972 und
1973 erhielten die Hochhäuser lediglich
40 Millimeter Dämmung aus Glaswolle –
und das auch nur an gewissen Stellen der
Objektdaten Zug Standort: Zug; Bauherrschaft: Stockwerkeigentümergemeinschaft; Architekten: Keiser Burkard Burkard Architekten AG, Zug; Fassadenbau: Landis Bau AG, Zug; Baujahr: 1974–1975; Erneuerung: 2009 Verwendete Dämmung Fassade: Dämmdicke: 140 mm,
Produkt: Flumroc-Dämmplatte COMPACT
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Herr Burkard, weshalb haben Sie
eine Kompaktfassade eingesetzt?
Im Vorfeld wurde auch eine hinterlüftete Konstruktion mit vorgehängten Eternit-Platten in Betracht gezogen. Diese
Idee hat die Bauherrschaft aber schnell
verworfen, weil eine solche Konstruktion wesentlich teurer als eine Kompaktfassade gewesen wäre. Mit einer
Kompaktfassade war es viel einfacher,
die zahlreichen Einsprünge und Balkone
des Gebäudes bei der Dämmung zu berücksichtigen.
Warum haben Sie sich für ein Wärmedämm-Verbundsystem entschieden?
Der Lieferant Sto bietet eine Systemgarantie. Wir wollten keinen Mix von
unterschiedlichen Lieferanten, um Probleme bei der Kombination der verschiedenen Komponenten zu vermeiden.
War die Anwendung des Systems
einfach?
Ja, es gab keine Probleme. Ganz einfach
waren die Erneuerungsarbeiten trotzdem nicht, weil das Hochhaus ständig
bewohnt war. So konnten wir zum Beispiel die neuen Fenster nicht wie üblich
abdecken, um sie beim Streichen der
Fassade zu schützen. Verständlicherweise wollten die Bewohner ab und zu
die Fenster öffnen …
Das 35-Meter-Hochhaus
in Puidoux verbraucht
nach der Erneuerung nur
noch einen Fünftel so viel
Energie wie vorher.
Puidoux: drei Fragen an Architekt
Stéphane Gingins
© REV ARCHITECTURE SA, Pully
© REV ARCHITECTURE SA, Pully
Kompaktfassade
Stéphane Gingins
«Wie eine
Thermosflasche»
Gebäudehülle. Heute hingegen werden
sie bald nach Minergie zertifiziert. Das
Architekturbüro REV Architecture hat
das höhere Haus bereits erneuert; beim
niedrigeren laufen die Bauarbeiten. Die
Architekten dämmen die Aussenwände
mit der Flumroc-Dämmplatte COMPACT.
Gedämmt werden zudem das Dach und
die Decke im Erdgeschoss, in dem sich
keine Wohnungen befinden. Auch die
Haustechnik bringen die Experten auf
den neusten Stand: Komfortlüftung in
allen Wohnungen, effiziente Heizung und
gute Fenster mit Dreifach-Isolierverglasung. Zudem wird eine thermische Solaranlage installiert. Nach der Erneuerung
verbrauchen die Gebäude nur noch einen
Fünftel so viel Energie wie vorher.
Zug: Wärmedämm-Verbundsystem
Auch die Eigentümer der 42 Wohnungen
eines 15-stöckigen Hochhauses in Zug
haben nach der Erneuerung viel tiefere
Heizkosten zu berappen. Die bei der Erbauung des 45 Meter hohen Gebäudes
verwendete Dämmung hatte modernen
Ansprüchen nicht mehr genügt: Das
Vollmauerwerk war auf der Innenseite
teilweise mit der in den 70er-Jahren ver-
breiteten Isolierplatte Seccopor ausgerüstet. Diese bestand aus 30 Millimeter
Polystyrol und 15 Millimeter Gips. Bei der
Erneuerung setzten die Stockwerkeigentümer auf ein Wärmedämm-Verbundsystem von Sto mit der Flumroc-Dämmplatte
COMPACT.
Optimaler Brandschutz
Der Hochhausbau stellt hohe Anforderungen an den Brandschutz. Wenn es
in einem Hochhaus brennt, haben die
Bewohner der oberen Stockwerke einen
langen Fluchtweg vor sich. Auch die Rettung durch die Feuerwehr ist schwieriger,
weil deren Krane und Leitern nicht alle
Geschosse erreichen. Deshalb gelten für
Hochhäuser besonders strenge Brandschutzvorschriften: Bei Gebäudehöhen
über 22 Meter oder mehr als acht Vollgeschossen ist Mineralwolle der einzig
zugelassene Dämmstoff. Flumroc-Steinwolle ist für hohe Feuerwiderstandsklassen ideal geeignet, da sie nicht brennbar
ist und einen Schmelzpunkt von über
1000 Grad Celsius aufweist. Ausserdem
verzögert oder verhindert sie die Feuerausbreitung und setzt im Brandfall keine
giftigen Gase frei.
Objektdaten Puidoux Standort: Puidoux; Bauherrschaft: Realstone Swiss Property Fund, Lausanne; Architekten: REV Architecture SA, Pully; Fassadenbau: Varrin SA, Bremblens; Baujahr:
1972/1973; Erneuerung: 2010–2011 Verwendete Dämmung Fassade: Dämmdicke: 200 mm,
Produkt: Flumroc-Dämmplatte COMPACT
Herr Gingins, welches sind die Hauptziele der
Erneuerung?
Die Bauherrschaft, der Immobilienfonds Realstone
Swiss Property Fund, engagiert sich stark für eine
nachhaltige Entwicklung. Der Energieverbrauch der
Wohnungen war enorm. Das wollte die Bauherrschaft grundlegend ändern – und gleichzeitig den
Wohnkomfort für die Mieter erhöhen. Sie entschied
sich für eine Erneuerung nach Minergie-Standard.
Wir haben deshalb die Dämmung wie eine Thermosflasche um die bewohnten Stockwerke herum
gebaut und eine mechanisch kontrollierte Lüftungsanlage installiert. Ein wichtiges Ziel der Erneuerung
ist aber auch, die beiden Hochhäuser wieder elegant
und modern aussehen zu lassen.
Weshalb haben Sie sich für eine Dämmung mit
der Flumroc-Dämmplatte COMPACT entschieden?
Wegen der strengen Brandschutznormen für Hochhäuser. Ausserdem kann der Putz direkt auf die Aussenseite angebracht werden. Mit Steinwolle kann
man ohne hohe Kosten die Minergie-Anforderungen
erfüllen – und eine ästhetisch überzeugende Fassade konstruieren.
Die Erneuerung des einen Hauses ist abgeschlossen. Wie profi tieren die Mieter?
Das Wohnen ist komfortabler. In allen Räumen ist es
nun gleich warm; es gibt keine Temperaturschwankungen mehr. Die Häuser sind schöner; die Balkone
konnten wir gleich gross lassen. Und, nicht zu vergessen: Die Mieter bezahlen nun deutlich tiefere
Nebenkosten.
17
Energiesparen: eVALO zeigt wie
Energie sparen ist keine Kunst. Alles, was es für eine energetische Erneuerung braucht, ist ein
Internetzugang. Mit dem neuen Online-Tool eVALO können auch Laien in Kürze ihr Haus virtuell
erneuern. Hinter der spielerischen Anwendung stehen exakte Berechnungen, die auf wissenschaftlicher Grundlage beruhen.
Sven Sparsam, ein fiktiver Hauseigentümer, will Energie sparen. Sein dafür
vorgesehenes Budget beläuft sich auf
80 000 Franken. Aber leider hat er von
energetischen Erneuerungen keine Ahnung. Sven Sparsam weiss sich zu helfen: mit dem kostenlosen Online-Tool
eVALO. Auf www.evalo.ch gibt er zuerst
seine Adresse, dann Angaben zu seinem
Gebäude ein: frei stehendes Einfamilienhaus, Flachdach, zwei Stockwerke,
Haupträume Richtung Westen ausgerichtet, Baujahr 1982, Ölkessel etc. Mit
den Angaben des Nutzers und mit den
regionalen Klimadaten errechnet eVALO
den Energieverbrauch eines Gebäudes.
188 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr sind es bei Sven Sparsam.
Das entspricht der Energieklasse G, der
schlechtesten Kategorie, und einem Ausstoss von insgesamt 3900 Kilogramm CO2
pro Jahr.
Vorschlag nach Budget …
Nun kann Sven Sparsam aus einer Vielzahl von Massnahmen zum Energiesparen auswählen. Aber wo beginnen? Bei
der Heizung? Bei der Kellerdecke? Welches Massnahmenbündel verspricht die
höchste Energie-Einsparung für die vorgesehenen 80 000 Franken? Antworten
liefert eVALO: Sven Sparsam gibt das
www.evalo.ch: Die Anwendung ist spielerisch, die Berechnungen sind sehr genau.
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Budget ein – und erhält innert Sekundenbruchteilen einen massgeschneiderten
Erneuerungsvorschlag: Dämmung des
Dachs, der Kellerdecke und der Fassade,
neue Haustüre und Fenster sowie Ersatz
der alten Ölheizung durch eine moderne
Anlage mit thermischen Solarkollektoren
und Gasbrenner. Kostenpunkt: 75 600
Franken, netto. Von den Dämmprodukten
über das Baugerüst bis hin zur Montagearbeit ist alles inbegriffen.
… oder Sparziel
Auch die fiktive Eigentümerin Sarah Sauber will ihr Haus erneuern. Ihr Ziel ist
es, möglichst viel Energie zu sparen und
Virtuelle Erneuerung online
Wie sinnvoll finden Sie eVALO?
Andrea Lötscher
Ricardo Fuhrer
Stefan Merz
Almut Sanchen
«Das Tool ist sehr anschaulich.
«eVALO ist wirklich
gelungen.
«Die Berechnungen sind
überraschend genau.
«Laien erhalten einen
guten Überblick.
Benutzer erhalten schnell
einen Überblick über den
energetischen Zustand ihrer
Immobilie. Eine wirklich gute
Sache. Und absolut benutzerfreundlich. Dass solche Initiativen aus privatem Antrieb
entstehen, finden wir sehr
lobenswert. Das Angebot
deckt sich mit unserem Ziel,
das Energiesparpotenzial im
Gebäudebereich noch besser
auszuschöpfen.»
Andrea Lötscher, Amt für Energie und Verkehr Graubünden,
Leiter Abteilung Energieeffizienz
Wer mit einem PC umzugehen weiss, kann ohne
grössere Einführung mit
eVALO arbeiten. Fachbegriffe
wie der U-Wert sind einfach
verständlich erklärt. Eigentlich
müsste die Anwendung zertifiziert werden, damit die Daten
direkt für den Förderantrag
beim Gebäudeprogramm verwendet werden könnten. Für
die Umsetzung der Erneuerung empfehle ich die Zusammenarbeit mit einem EnergieCoach. Er kann den Bauherrn
zum Beispiel beraten, wie die
Erneuerung etappiert werden
kann.»
Ricardo Fuhrer, Casvita, Geschäftsführer
Wir haben die Resultate von
eVALO mit unseren eigenen
Berechnungen verglichen –
das Ergebnis war verblüffend.
Das Tool ist sehr genau. Mit
eVALO erhält der Kunde eine
wertvolle Richtofferte. Was
in den digitalen Aufstellungen
jedoch fehlt, ist die gesamtheitliche Betrachtung mit den
Nebenarbeiten – wie z. B. Beratung, Bauleitung, Arbeitssicherheit oder Gartenarbeiten –, die bei einer Erneuerung
zu zusätzlichen Kosten führen.
Bei unseren Kunden ist eVALO
noch unbekannt. Wir werden
die Bauherren auf alle Fälle
darauf hinweisen.»
Stefan Merz, merz+egger ag,
Energieberater
Der Aufbau von eVALO ist
sehr übersichtlich. Das Tool ist
hilfreich, wenn sich Laien über
Erneuerungsmassnahmen und
die damit verbundenen Investitionen informieren wollen.
Natürlich ersetzt es keine persönliche Beratung. Vor allem,
wenn das Gebäude von den
üblichen Standards abweicht,
muss es individuell beurteilt
werden. Gewisse Faktoren
lassen sich zudem kaum im
Voraus abschätzen: Wie stark
und wie schnell werden die
Ölpreise steigen? Wie entwickeln sich die Hypothekarzinsen? Hier kommt jedes Instrument an seine Grenzen.»
Almut Sanchen, Lenum AG,
Energieberaterin
dafür ein Zertifikat zu erhalten. In eVALO
schiebt sie den Energiespar-Regler bis
in den Minergie-Bereich. eVALO schlägt
Sarah Sauber die effizienteste und kostengünstigste Kombination von Massnahmen vor. Um nicht nur das Zertifikat
zu erhalten, sondern auch selbst ökologischen Strom zu erzeugen, montiert sie
auf ihrem virtuellen Dach PhotovoltaikPanels. eVALO kann den zu erwartenden
Ertrag anhand des Gebäudestandorts
und der Ausrichtung des Dachs genau
berechnen.
Persönliche Projektierhilfe
Sarah Sauber und Sven Sparsam können
die vorgeschlagenen Massnahmen ganz
nach ihren Wünschen anpassen. Dabei
sehen sie sofort, wie sich eine Veränderung auf die Energiebilanz – und die
Kosten – auswirkt. Selbstverständlich
hätten beide auch direkt die Erneuerungsmassnahmen auswählen können,
ohne ein Sparziel oder Budget einzugeben. Mit einem Klick auf «Abschlusskontrolle» erfahren die eVALO-Nutzer, ob die
ausgewählten Massnahmen ein schlüssiges Gesamtpaket ergeben. Zum Schluss
können sie eine persönliche, mehrseitige
Projektierhilfe als PDF herunterladen,
ausdrucken und zum Gespräch bei einer
Baufachperson oder einem Energieberater mitnehmen. So sind sie in der Lage,
gezielt Fragen zu stellen.
Fördergelder und Steuern
Mit dem Gebäudeprogramm stellen Bund
und Kantone jährlich bis zu 300 Millionen
Franken für Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien zur Verfügung. Mit eVALO erfahren Sven Sparsam
und Sarah Sauber, in welchem Ausmass
sie von den Fördergeldern profitieren.
Und weil werterhaltende Massnahmen
meistens vom steuerbaren Einkommen
abgezogen werden können, sparen sie
bei den Steuern – wie viel, zeigt eVALO.
Schliesslich kennt das Online-Tool den
aktuellen Steuerfuss von Standort-Gemeinde und -Kanton.
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Virtuelle Erneuerung online
Wissenschaftliche Grundlage
Die Erneuerung anpacken: Mit der Unterstützung durch eine Baufachperson werden die virtuell geplanten
Massnahmen Realität.
Auch für Fachleute
Weiterentwicklung
eVALO richtet sich nicht nur an Hauseigentümer, sondern auch an Architekten,
Energieberater und Baufachleute. Ihnen
bietet das Online-Tool eine schnelle, anschauliche Übersicht über die diversen
Erneuerungsmöglichkeiten – und mit
den ausführlichen, genauen Angaben
auf wissenschaftlicher Grundlage (siehe
Kasten rechts) können sie ganz konkret
arbeiten. So erfahren sie zum Beispiel,
wie viel Wärme über das Dach oder die
Fenster und Türen verloren geht.
In den ersten vier Monaten nach der Lancierung haben sich bereits 15 000 Personen mit eVALO informiert. Die Daten für
die Berechnung der Energieeffizienz werden laufend aktualisiert. Zudem entwickeln die beteiligten Unternehmen eVALO
weiter. Auch in Zukunft werden alle Angaben auf wissenschaftlicher Grundlage
beruhen. Im Bereich Solarenergie zum
Beispiel arbeiten die Entwickler eng mit
dem Joint Research Centre, der Forschungseinrichtung der Europäischen
Eine praxistaugliche Online-Plattform
für energetische Erneuerungen: Mit
dieser Idee wandten sich die Software-Entwickler des Schaffhauser
Unternehmens a2-c AG an die Zürcher
Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Deren Experten für
Bauphysik und erneuerbare Energien
erarbeiteten, unabhängig von jeglichen
Herstellerinteressen, die wissenschaftliche Grundlage für die genauen Berechnungen und Auswertungen von eVALO.
Zur Weiterentwicklung und praktischen
Umsetzung der Plattform machte sich
die a2-c AG anschliessend auf die
Suche nach Industriepartnern. Fündig wurde sie bei den Unternehmen
Flumroc für Dämmung und Schallschutz, Hoval für Heizung und Warmwasser sowie EgoKiefer für Fenster
und Haustüren.
Kommission, zusammen. Für Sven Sparsam und Sarah Sauber lohnt es sich also,
auch nach der realen Erneuerung ihrer
Häuser wieder einmal die virtuelle Plattform eVALO zu besuchen.
eVALO berücksichtigt die regionalen Klimadaten – die Karte zeigt neben den Messstationen auch den Standort des nächsten Flumroc-Beraters.
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Metallkassettenwand mit DUO C
Steinwolle gegen Temperaturschwankungen im Warenlager
Das Transport- und Logistikunternehmen Planzer setzt bei Neu- und Erweiterungsbauten an mehreren Standorten Metallkassettenwände mit Flumroc-Steinwolle ein. So auch bei einem umfangreichen Erweiterungsbau des Logistikzentrums in Villmergen AG.
Die Planzer-Lastwagen mit ihren weinroten Planen sind nicht aus dem Schweizer
Strassenbild wegzudenken. Die Transporte sind allerdings nur ein Geschäftsfeld
der Planzer Transport AG. Ein anderes
wichtiges Standbein des Familienunternehmens ist die Lagerlogistik im Kundenauftrag. Über die ganze Schweiz verteilt
betreibt Planzer dafür 41 Logistikzentren. Eines steht in Villmergen im Kanton
Aargau. Dort befindet sich beispielsweise das ausgelagerte Lager eines Ostschweizer Schokoladenherstellers: Ein
Planzer-Chauffeur holt die Schokolade
beim Produktionsbetrieb ab und fährt die
Produkte ins Logistikzentrum Villmergen.
Dort werden die Schoggistängeli und
Pralinés zwischengelagert und schliesslich in die ganze Welt ausgeliefert.
Die Dämmung verhindert
schnelle Temperaturschwankungen, die
den gelagerten Waren
schaden könnten.
Ausgeglichene Temperaturen
Planzer erweitert derzeit mit einem umfassenden Bauprojekt das Logistikzentrum Villmergen. Die Arbeiten gliedern
sich in mehrere Phasen und dauern von
2008 bis 2012. Bereits fertiggestellt ist
ein Anbau mit Lagern und Büros. Umhüllt ist der Anbau grösstenteils mit einer
Metallkassettenwand. An gewissen Stellen wurde Beton eingesetzt. Bei beiden
Wandtypen sind die Fassaden hinterlüftet ausgeführt und mit Flumroc-Steinwolle gedämmt: die Betonwand mit der
Dämmplatte DUO, die Metallkassetten
mit dem neuen Produkt DUO C. Die Dämmung verhindert schnelle Temperaturschwankungen innerhalb des Anbaus, die
den gelagerten Waren schaden könnten.
Und selbstverständlich profitieren auch
die Mitarbeitenden vom angenehmen
Raumklima.
Einfach und günstig
Die in Villmergen verwendete Dämmplatte DUO C wird im Flumroc-Werk auf
einer Längsseite mit einem Schlitz für
1
2
3
1
2
3
Der längsseitige Schlitz in der Flumroc-Dämmplatte
DUO C ermöglicht eine fugenlose Verlegung:
1 Blechkassette
2 Flumroc-Dämmplatte DUO C
3 Blech-Aussenbekleidung
1
2
3
1
2
3
den Kassettensteg versehen. Die Handwerker konnten deshalb die Platten ohne
Kleben oder Schrauben in den Metallkassetten befestigen: mit dem Schlitz voran
einschieben, leicht andrücken – fertig.
Der Kassettensteg verschwindet in der
Dämmung; die Platten können satt aneinandergestossen werden. Eine fugen-
lose, vollflächige Dämmung entsteht;
Wärmebrücken werden weitgehend vermieden. Diese einfache, kostengünstige
Dämmlösung hat Planzer überzeugt – das
Unternehmen setzt sie auch bei Neu- und
Erweiterungsbauten an anderen Standorten ein.
Objektdaten Standort: Villmergen; Bauherrschaft: Planzer Transport AG, Dietikon; Architekten: Preisig + Wasser AG, Dietikon; Wandkonstruktion: Dach & Wand Systembau AG, Beckenried; Baujahr: 2008–2010 Verwendete Dämmung Metallkassettenwand: Dämmdicke:
150 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte DUO C; Betonwand: Dämmdicke: 140 mm, Produkt:
Flumroc-Dämmplatte DUO
21
Ökologisches Material
für ökologische Bauten
Flumroc-Steinwolle hilft entscheidend beim Energiesparen – und ist selbst ein umweltfreundliches Produkt. Das beweisen die aktuellen, unabhängig erhobenen Ökobilanzdaten. Dank einer
Internetplattform können Planer diese Werte für konkrete Berechnungen nutzen.
Wer sein neues oder altes Haus mit einer
Wärmedämmung ausrüstet, hat die Qual
der Wahl: Das Angebot an verschiedenen
Materialien und Produkten ist gross. Zum
einen sind die Leistungen eines Produkts
– wie Wärmeleitfähigkeit, Schall- oder
Brandschutz – zu berücksichtigen. Zum
anderen die ökologische Bilanz, und zwar
über die gesamte Produktlebenszeit: vom
Rohstoffabbau bis zur Entsorgung. Entscheidend für eine ganzheitliche Betrachtung sind die Daten zu Rohstoffen, grauer
Energie, Lebensdauer und Schadstoffen.
Dabei legt Flumroc grossen Wert auf
Transparenz – und stellt der Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt
(Empa) umfassende Angaben zur Verfügung. Diese hat damit eine Ökobilanz
der Herstellung von Flumroc-Dämmpro-
22
dukten berechnet und in die ecoinventDatenbank übernommen. Im Januar 2011
ist die Datenbank aktualisiert worden.
kommen rund 0.2 Prozent Mineralöl, das
die wasserabweisende Eigenschaft der
Steinwolle erhöht und den Staubanteil
verringert. Aus den Steinwollplatten
Rohstoffe aus der Region
Die Flumroc AG verwendet für die Herstellung ihrer Steinwollprodukte Gesteinsmaterial aus dem Kanton Graubünden,
nahe dem Werk in Flums. Die verwendeten Gesteinsarten – Diabas, Amphibolit
und Dolomit – sind ausreichend verfügbar. Zum Rohmaterial gehört zudem
Steinwollmehl aus Produktionsabfällen
und aus dem Recycling. Der sorgsame
Umgang mit den Rohstoffen ist sichergestellt. Zusatzstoffe setzt Flumroc bei der
Herstellung nur wenige ein: Als Bindemittel werden – je nach Produkt – 0.5 bis
3.8 Prozent Kunstharz verwendet. Hinzu
Minergie-ECO: Flumroc ist
Leading Partner
Das Zertifikat Minergie-ECO garantiert
– zusätzlich zu den erfüllten Kriterien
für Minergie, Minergie-P oder Minergie-A – auch eine gesunde und ökologische Bauweise. Das Label wird seit
Kurzem nicht mehr nur für Neubauten,
sondern auch für Erneuerungen verliehen. Der Einsatz von ökologischen
Baustoffen ist Pflicht – zum Beispiel einer Dämmung aus Steinwolle. Flumroc
unterstützt die Weiterentwicklung von
Minergie-ECO als Leading Partner.
Ökobilanz von Flumroc-Steinwolle
Graue Energie gemäss SIA 493, bei einem U-Wert von 0.20 W/(m2 K)
Flumroc-Produkt
Ökobilanz von Flumroc-Steinwollprodukten
Fachinformation
Graue Energie
Langzeitverhalten
Recycling
Die Naturkraft aus Schweizer Stein
Neue Flumroc-Broschüre zur
Ökobilanz
Vertiefte Fachinformationen zum Thema bietet die neue Broschüre «Ökobilanz von Flumroc-Steinwollprodukten». Sie ist ab sofort in den Sprachen
Deutsch, Französisch und Italienisch
erhältlich. Mit der Bestellkarte auf der
Rückseite dieser Zeitschrift – oder auf
www.flumroc.ch – kann die Broschüre
kostenlos bestellt werden. Zudem können Interessierte die Fachinformation
auf der Flumroc-Website im PDF-Format
herunterladen.
Dichte
(in kg/m 3 )
Graue Energie pro m 2
(in Megajoule)
Energetische Rückzahldauer
(in Heizperioden)
Dämmplatte SOLO
200 mm
32
109
0.4
Dämmplatte 3
140 mm
60
143
0.5
Dämmplatte COMPACT
200 mm
90
308
1.0
120
410
1.4
Dämmplatte PRIMA
200 mm
werden nur niedrigste Mengen an Schadstoffen freigesetzt. Flumroc-Steinwollprodukte enthalten keine umweltrelevanten Bestandteile. So ist zum Beispiel
die Zugabe von Brandschutzmitteln – im
Gegensatz zu vielen anderen Dämmstoffen – nicht nötig.
Wenig graue Energie
Die graue Energie, auch kumulierter Energieaufwand genannt, berücksichtigt den
gesamten Verbrauch an nicht erneuerbarer Energie, der in einem Produkt
steckt. Dazu gehören Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transporte, Lagerung,
Verkauf und Entsorgung. Verschiedene
Dämmstoffe können miteinander vergli-
chen werden, indem man den jeweiligen
Energieaufwand für einen einheitlichen
U-Wert gegenüberstellt. Beim SIADeklarationsraster 493 («Deklaration
ökologischer Merkmale von Bauprodukten») wird ein U-Wert von 0.20 W/(m2 K)
eingesetzt. Anhand der grauen Energie
lässt sich die energetische Rückzahldauer berechnen. Wer eine Flumroc-Steinwollplatte einsetzt, spart schnell mehr
Energie, als in dem Produkt steckt (siehe
Tabelle oben).
Vollständig recycelbar
Wichtig für die ökologische Qualität eines Dämmstoffs sind eine lange Lebensdauer und die Möglichkeit zur Weiterverwendung respektive Wiederverwertung.
Steinwollprodukte behalten ihre Funktion
und Formstabilität viele Jahrzehnte lang.
Flumroc kann Steinwolle zu 100 Prozent
recyceln. Das Unternehmen hat deshalb
bereits vor Jahren ein System eingeführt,
das die Rücknahme von ausgedienten
Dämmprodukten garantiert.
Entscheidungshilfe für die Planung
Planer erfahren auf www.bauteilkatalog.ch, wie ökologisch ihr Bauvorhaben ist.
Planer können die Ökobilanzdaten von
Flumroc-Produkten auf einfache Weise in
ihrer täglichen Arbeit einsetzen: mit der
Internetplattform Bauteilkatalog.ch. Mit
diesem offiziellen und breit anerkannten
Instrument lassen sich Neubau- oder Erneuerungsvorhaben eingehend auf ihre
ökologische Qualität überprüfen. Grundlage der Berechnungen auf www.bauteilkatalog.ch ist die Datenbank ecoinvent
– mit den neusten Ökobilanzdaten von
Flumroc. Wer auf der Internetplattform
eine Dämmung aus Steinwolle auswählt,
rechnet automatisch mit den ÖkologieWerten der Flumroc-Produkte.
23
Hans-Jörg Althaus, Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa)
«Flumroc ist transparent»
Herr Althaus, wofür steht ecoinvent?
ecoinvent ist ein wissenschaftliches
Zentrum, das bei uns in Dübendorf beheimatet ist. Beteiligt sind neben der
Empa die ETH Zürich, die EPFL Lausanne,
das Paul-Scherrer-Institut (PSI) und Agroscope. Wir stellen sogenannte Lebenszyklusinventare zusammen – zu Prozessen, Produkten und Dienstleistungen in
allen Wirtschaftsbereichen. Als Beispiel
der Lebenszyklus eines Autos: Dieser erstreckt sich von den Rohstoffen für die
Stahlherstellung über das Fahren bis zur
Entsorgung. Die erhobenen Ökobilanzdaten bewerten wir hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.
Wer erhebt die Ökobilanzdaten?
Unsere Trägerinstitutionen sammeln die
Daten. Diese basieren meist auf den Angaben der jeweiligen Hersteller. So auch
bei den Baumaterialien. Wenn wir also
zum Beispiel Ökobilanzdaten von Steinwolle erheben wollen, müssen wir uns
an einen Produzenten wenden. Dieser
weiss schliesslich am besten Bescheid.
Selbstverständlich kontrollieren wir alle
erhaltenen Angaben.
Wie ging das Erheben und Berechnen der Ökobilanz von FlumrocSteinwolle vor sich?
Vor über zehn Jahren machten wir uns
auf die Suche nach Daten zu Steinwolle
– und fragten die Flumroc AG an. Deren Angaben kombinierten wir mit einer
früheren Empa-Studie. So konnten wir
die Lebenszyklusdaten von Steinwolle
genau berechnen. Seither liefert uns die
Flumroc AG regelmässig neue Daten, basierend auf ihrem UmweltmanagementSystem.
Hans-Jörg Althaus
Wie transparent ist Flumroc aus Ihrer Sicht?
Flumroc ist sehr transparent. Das Unternehmen gibt auch Daten heraus, aus
denen andere Lieferanten und Hersteller
ein grosses Geheimnis machen. Und die
Flumroc AG ist glaubwürdig. Das sieht
man schon daran, dass sie uns auch Ökobilanzdaten mitteilt, die für sie ungünstig
sind. Zum Beispiel, wenn einmal die Effizienz eines Steinwollprodukts aufgrund
geringerer Auslastung der Produktionskapazitäten schlechter abschneidet als
früher.
Markus Di Paolantonio, Holliger Consult GmbH/
Bauteilkatalog.ch
«Die Aktualität ist zentral»
Herr Di Paolantonio, was bietet der
Bauteilkatalog.ch?
Interessierte können ein Bauteil auswählen – zum Beispiel ein verputztes
Zweischalenmauerwerk mit Kerndämmung – und erhalten sofort Angaben zu
Richtpreisen, U-Wert und grauer Energie.
Die Schichtdicken und die eingesetzten
Materialien lassen sich verändern, was
detaillierte Vergleiche ermöglicht.
Können Sie ein Beispiel nennen?
Das gleiche Haus soll in Chur ökologisch
nicht besser abschneiden als in Bern, nur
weil der Bündner Strommix mehr Wasserkraft enthält. Das ist wie mit den Angaben
zum Benzinverbrauch eines Autos: Wenn
ich selbst fahre, komme ich nie genau auf
den Standardwert, der im Prospekt angegeben ist. Aber ohne den Standardwert
wäre ein Vergleich unmöglich.
Was ist Ihr Ziel?
Wir fassen Daten zu Bauteilen zusammen, um sie anwenderfreundlich zugänglich zu machen. Dabei ist die Aktualität
zentral: Es bringt nichts, veraltete Konstruktionen zu zeigen, die heute niemand
mehr verwendet. Entscheidend ist auch
die Möglichkeit zum Vergleich. Dafür ist
eine vereinheitlichte Datenbasis nötig.
Der Zugriff auf Ihr Grundangebot ist
kostenlos. Wer finanziert den Bauteilkatalog.ch?
Die Entwicklung haben das Bundesamt
für Energie (BFE) und der Verein eco-bau
finanziert. Das BFE beteiligt sich vorläufig
auch noch an den Betriebskosten. Zudem
bieten wir kostenpflichtige Zusatzmodule
an. Eine entsprechende Lizenz ist bei-
24
Markus Di Paolantonio
spielsweise erforderlich für die Anzeige
der Richtpreise oder für das Speichern
von veränderten Konstruktionen. Ausserdem können private Unternehmen gegen
Bezahlung Produktkataloge auf bauteilkatalog.ch publizieren. Diese Angaben
sind von den Standardkonstruktionen
klar abgegrenzt.
Ökobilanz von Flumroc-Steinwolle
Hinterlüftete und verputzte Fassade im Vergleich
Auf www.bauteilkatalog.ch lassen sich viele unterschiedliche Dämmungen unter dem Gesichtspunkt der
Ökologie vergleichen. Zum Beispiel eine hinterlüftete Fassade und eine verputzte Aussenwärmedämmung.
Hinterlüftete Fassade mit 200 mm Dämmung
Material/Schicht
Innenputz
Masse (kg/m 2 )
Graue Energie
(MJ/m 2 ; Lebenszyklus 60 Jahre)
15.0
49.5
160.5
410.9
12.0
276.5
Unterkonstruktion
mit Distanzschrauben
0.3
25.4
Holzlatte
1.7
4.6
Holzwolle-Leichtbauplatte,
zementgebunden
9.9
58.7
15.0
76.4
214.4
902.0
Backstein (150 mm)
Flumroc-Dämmplatte DUO
Aussenputz
Total
Verputzte Aussenwärmedämmung (200 mm)
Material/Schicht
Innenputz
Masse (kg/m 2 )
Graue Energie
(MJ/m 2 ; Lebenszyklus 60 Jahre)
15.0
49.5
Backstein (150 mm)
160.5
410.9
Flumroc-Dämmplatte
COMPACT
18.0
552.9
5.0
252.5
15.0
101.9
213.5
1367.7
Eingebettetes
Armierungsgittergewebe
Aussenputz
Total
U12_Kap-B.indd 7
Wer eine Flumroc-Dämmplatte einsetzt, spart schnell
mehr Energie, als für die
Herstellung nötig war.
25
18.4.2007 10:33:26 Uhr
Ein Hotel wird zum Kraftwerk
In der ganzen Schweiz gibt
es kaum einen Ort, an dem
die Sonne häufiger scheint
als auf Muottas Muragl im
Oberengadin. Beim Umbau
des Berghotels haben sich die
Planer die bevorzugte Lage
zunutze gemacht. Heute erzeugt das Hotel mehr Energie,
als es verbraucht. Und dies im
hochalpinen Raum – mit einer
durchschnittlichen Aussentemperatur unter dem Gefrierpunkt.
Seit Mitte Dezember 2010 erstrahlt das
Hotel Muottas Muragl in neuem Glanz. Die
Infrastruktur des erweiterten Hotels ist
ideal auf die betrieblichen Abläufe ausgerichtet; das Energiekonzept dürfte Schule
machen. Auf 2456 Meter über Meer ist ein
wegweisender Bau entstanden: das erste
Plusenergie-Hotel im Alpenraum.
Viel Sonne, wenig Wind
Das Gebäude bezieht seine Energie aus
fünf verschiedenen Quellen: Aus der
Abwärme, die beim Betrieb der Standseilbahn und bei der Kälteerzeugung für
Küche und Lager anfällt, aus flachen Sonnenkollektoren, aus Röhrensonnenkollektoren, aus einer Wärmepumpe und aus
einer Photovoltaikanlage. Fossile Energieträger für das neue Hotel Muottas
Muragl verwarf man aus Gründen der
Nachhaltigkeit gleich zu Beginn der Planung. Eine Holzheizung kam aufgrund der
langen und aufwendigen Transportwege
nicht infrage. Ernsthaft geprüft hatte die
Bauherrschaft die Option Windenergie.
Sie musste allerdings feststellen: Auf
Muottas Muragl windet es zu selten und
zu schwach, als dass diese Energie effizient genutzt werden könnte.
Solarwärme aus dem Boden
Heute bringen rund 140 Quadratmeter
thermische Sonnenkollektoren pro Jahr
fast 50 000 kWh Solarwärme ins Haus.
In den Sommermonaten wird der Wärmeüberschuss der Solarkollektoren über
die Sonden der Wärmepumpe im Erdreich
gespeichert. In der kälteren Jahreszeit
versorgen die 16 Erdsonden, je rund 200
Meter tief im Boden platziert, das Hotel
mit Erdwärme für die Raumheizung und
die Wassererwärmung. Die Stromversorgung des Hotels verläuft entlang des
Schienenstrangs der Standseilbahn. Die
Photovoltaik-Panels wurden im oberen
Teil des Trassees installiert. 455 Quadratmeter Fläche liefern fast 100 000 kWh
im Jahr. Die Kombination von Stromerzeugung und Bahntrassee brachte grosse
installationstechnische Vorteile mit sich.
Viel Flumroc-Steinwolle im Dach
Zu den thermischen Sonnenkollektoren
und der Photovoltaikanlage kommen
Strombilanz des Hotels Muottas Muragl (pro Jahr)
100 000
90 000
80 000
70 000
60 000
50 000
40 000
30 000
20 000
10 000
kWh
Stromproduktion
durch Photovoltaik:
97 000 kWh
26
Stromverbrauch:
Lüftung: 32 400 kWh
Beleuchtung und Geräte: 31 000 kWh
Heizung: 26 900 kWh
Wassererwärmung: 2300 kWh
Total: 92 600 kWh
Über das Bahntrassee gelangen
Gäste und elektrische Energie
ins Hotel.
Das Hotel Muottas Muragl produziert in der
Jahresbilanz mehr Energie, als es verbraucht.
© Fanzun AG
noch weitere solare Gewinnflächen hinzu. Die nach Süden orientierten Fenster
bringen einen passiven Solargewinn von
fast 90 000 kWh. Dies entspricht über
40 Prozent der Wärmeenergie, die als
Transmissionsverluste durch die Gebäudehülle verloren geht. Um die passiven
Solargewinne zu optimieren, verwendeten die Planer speicherfähige Bodenbeläge, Decken- und Wandaufbauten,
welche die Wärme aufnehmen – und
diese bei sinkenden Temperaturen wieder in die Räume abgeben. Dabei spielt
auch die Dämmung eine zentrale Rolle:
Im Walliserdach wurden Flumroc-Dämmplatten PARA (zweimal 120 Millimeter)
eingesetzt, und zwischen die Sparren im
Dachaufbau montierten die Handwerker
Flumroc-Dämmplatten TRIA oder SOLO
(jeweils 140 Millimeter). In der darunterliegenden Holzlattung kamen zudem
Flumroc-Dämmplatten 3 (30 Millimeter)
zum Einsatz.
Hotel mit Tradition
Das 1907 erstellte Hotel Muottas Muragl verfügt über 16 Zimmer und zwei
Restaurants. In seiner über 100-jährigen
Geschichte erlebte das Hotel mit integrierter Bergstation zahlreiche Um- und
Anbauten. Der Muottas Muragl gehört
zu den bekanntesten Aussichtspunkten
des Alpenraums. Die Lage auf 2456 Meter über Meer ist spektakulär: Sie bietet
einen atemberaubenden Ausblick in die
Bündner Bergwelt und auf die Engadiner
Seenplatte mit Silsersee, Silvaplanersee
und St. Moritzersee.
Objektdaten Standort: Samedan; Bauherrschaft: Bergbahnen Engadin St. Moritz AG, St. Moritz; Architektur und Gebäudetechnik: Fanzun AG, Chur/Samedan; Baujahr: 1907; Umbau
und Erweiterung: 2009–2010 Verwendete Dämmung Walliserdach: Dämmdicke: 2 x 120
mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte PARA; zwischen Sparren: Dämmdicke: 140 mm, Produkte:
Flumroc-Dämmplatten TRIA und SOLO; Holzlattung unter Sparren: Dämmdicke: 30 mm, Produkt:
Flumroc-Dämmplatte 3
27
Foto: Daniel Martinek
Umbau zum Plusenergie-Gebäude
Spitzensport unter Steinwolle
Sie ist das modernste Eishockey-Stadion der Schweiz: die Bossard-Arena im Zuger HertiQuartier. Es ist das höchste Gebäude in Zug: die Wohn- und Geschäftsüberbauung Uptown.
Die beiden Neubauten sind nicht nur spektakulär; sie erfüllen mit ihren Steinwolle-gedämmten Metallfalzdächern auch die Minergie-Kriterien.
Das Stadiondach geht fliessend ins
Hochhausdach über – bei beiden
sorgt Flumroc-Steinwolle für TopDämmung und Brandschutz.
28
Neubau Eishalle und Hochhaus in Zug
Unter dem Metallfalzdach können über 7000 Fans die Spiele des EV Zug verfolgen. Mehr über das Hochhaus im Bildhintergrund lesen Sie auf Seite 16.
Im Westen der Stadt Zug entsteht ein
neues Zentrum. Beim künftigen Arenaplatz – der Name ist das Resultat eines
Wettbewerbs in der Bevölkerung – stehen das Heimstadion des EVZ und das
60-Meter-Hochhaus Uptown. Die Eishalle mit über 7000 Plätzen wurde im letzten
Sommer eröffnet; die Mieter des Uptown
ziehen diesen Sommer ein. Entscheidende Kriterien bei Planung und Bau der beiden Gebäude waren höchste Sicherheit
und vorbildliche Ökologie.
Sicherheit bei Spielen …
Damit sich die Fans der beiden Eishockey-Mannschaften nicht zu nahe kommen, haben die beiden Lager je einen
Stehplatzbereich für sich, mit separaten
Zugängen. Fan-Busse des Gästeteams
parkieren in unmittelbarer Nähe des
entsprechenden Eingangs. Neben den
beiden Stehbereichen gibt es auch zwei
Sitzbereiche. Bei allen vier Zugängen
sind Sicherheitsschleusen eingebaut.
Niemand soll gefährliche Gegenstände
ins Stadion schmuggeln können.
… und im Brandfall
Auch in Sachen Brandschutz haben die
Planer die Sicherheit grossgeschrieben:
Bei den Metallfalzdächern der beiden Gebäude setzten sie die Flumroc-Steinwollplatte PRIMA ein. Die vertikalen Flächen
an den Dachrändern und die Dachunter-
sichten haben die Konstrukteure mit dem
Flumroc-Produkt DUO C ausgerüstet.
Vorbildliche Ökologie
Die Bossard-Arena ist das schweizweit
erste Eishockey-Stadion mit MinergieZertifikat. Die Abwärme der Eisproduktion verpufft nicht, sondern wird in einem
Wärmeverbund weiterverwendet – auch
im 18-stöckigen Uptown, das ebenfalls
die Minergie-Kriterien erfüllt. Hinzu
kommt eine Seewasser-Wärmepumpe,
die das Restaurant, die Geschäfte, die
Büros, die Wohnungen und die Skylounge
im Hochhaus versorgt. Die Photovoltaikanlage auf dem Stadiondach produziert
jährlich rund 200 000 kWh Strom – genug für rund 40 durchschnittliche Haushalte.
Im Dachgeschoss des Uptown, auf fast 50 Meter über
Boden, liegt die öffentlich zugängliche Skylounge.
Objektdaten Bossard-Arena Standort: Zug; Bauherrschaft: Stadt Zug; Architektengemeinschaft: Scheitlin Syfrig Architekten AG, Luzern, LeutwylerPartnerArchitekten, Zug; Planung: Scheitlin Syfrig Architekten AG; Dachkonstruktion: Dach & Wand Systembau AG, Beckenried; Baujahr: 2008–2010/2011 Verwendete Dämmung Metallfalzdach: Dämmdicke: 140 mm,
Produkt: Flumroc-Dämmplatte PRIMA; Dachuntersichten und vertikale Dachflächen: Dämmdicke: 140 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte DUO C
Objektdaten Hochhaus Uptown Standort: Zug; Bauherrschaft: Credit Suisse Real Estate
Fund Green Property, Zürich; Architektengemeinschaft: Scheitlin Syfrig Architekten AG, Luzern,
LeutwylerPartnerArchitekten, Zug; Planung: Scheitlin Syfrig Architekten AG; Dachkonstruktion:
Dach & Wand Systembau AG, Beckenried; Baujahr: 2009–2011 Verwendete Dämmung Metallfalzdach: Dämmdicke: 2 x 120 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte PRIMA; Dachuntersichten:
Dämmdicke: 120 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte DUO C; Vertikale Dachflächen: Dämmdicke:
2 x 120 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte DUO C
29
Historischem Haus neues Leben
eingehaucht
In Wolfhalden erstrahlt ein Appenzellerhaus aus dem 18. Jahrhundert nicht in neuem, sondern in
altem Glanz. Denn der Bauherr und Planer hat die bestehende Fassade erhalten statt abgerissen.
Ohne dabei auf eine Top-Dämmung zu verzichten: Das erneuerte Haus mit der alten Fassade ist
Minergie-zertifiziert.
«Ich habe mich sofort in das Haus verliebt.
Es hat einfach Charme.» Auf einer Motorradtour hat Peter Egli das Appenzellerhaus in Wolfhalden AR vor fünf Jahren
entdeckt. Es war in einem schlechten Zustand. Schon seit Jahren hatte das Schild
«Zu verkaufen» an der Mauer gebaumelt.
Ein Jammer, dieses geschichtsträchtige
Haus einfach verlottern zu lassen, dachte
sich der selbstständige Zimmermann aus
Niederhelfenschwil SG – und fuhr weiter.
ein gewisser Alfred Egger im Haus seine Fuhrhalterei ein. Noch heute ist das
Gebäude als «Haus Egger» bekannt. 1893
bauten die Eggers das Gebäude aus: Auf
der Nord- und Südseite kamen je 2.5 Meter hinzu. Als Anfang des 20. Jahrhunderts Autos und Lastwagen die Strasse
eroberten, sattelte die Familie Egger –
mittlerweile die zweite Generation – um
auf den Handel mit Brennstoffen.
Ohne Zuckerguss
Bewegte Geschichte
Gebaut wurde das Appenzellerhaus
zwischen 1700 und 1800; das genaue
Baujahr ist unbekannt. Damals hatte
das Gebäude noch einen quadratischen
Grundriss. In den 1860er-Jahren richtete
30
Seit mehr als 20 Jahren erneuert Peter
Egli alte Häuser. 2010 suchte er ein neues Projekt, stöberte im Internet – und
stiess wieder auf das Haus Egger. Der
Zimmermann kaufte das Gebäude und
begann mit der Planung. Von Anfang an
Appenzellerhaus-Erneuerung
Unterschiedlicher Fassadenaufbau
Das Appenzellerhaus in Wolfhalden
war und ist mit verschiedenen Mauern
ausgestattet. Das Untergeschoss wird
von einer Bruchsteinmauer umhüllt. In
den darüberliegenden Geschossen sind
die Aussenwände in den verschiedenen Himmelsrichtungen unterschiedlich
gebaut. Die Mauer gegen Osten – die
Hausfront – besteht aus einer Strickwand mit einer Holzfassade. Peter Egli
hat mit einer Bürste die losen Farbanstriche vom Holz entfernt und dieses
rotbraun gestrichen. Gegen Norden, wo
der Anbau liegt, steht eine Strickwand
mit einer Deckelschalung aus Ulmenholz
und gegen Westen eine Strickwand mit
Eternit-Schalung. In Richtung Süden
besitzt das Haus eine Riegelwand mit
Holzschindeln, die im Unterschied zu
den anderen Fassadenbekleidungen neu
sind.
Die rote Holzfassade an der Hausfront
sieht neu aus, stammt jedoch grösstenteils aus dem Jahr 1893.
war für ihn klar, dass er möglichst viel
von der Substanz erhalten wollte. Das ist
ihm gelungen: Nach der Erneuerung sind
die Steinmauern und die tragende Holzkonstruktion aus dem 18. Jahrhundert
unverändert. Zudem ist die Aussenbekleidung grösstenteils diejenige von 1893
geblieben. «Mit einem Zuckerguss wäre
dem Haus der Charme abhandengekommen.» Eine neu konstruierte Fassade, wie
man sie heute häufig sehe, passe nicht zu
einem alten Haus, meint Peter Egli.
Nachhaltigkeit als Ziel
Für Peter Egli stand bei der Erneuerung,
neben dem vorsichtigen Umgang mit
der Bausubstanz, die Nachhaltigkeit im
Vordergrund, die Kombination von ökologischen und wirtschaftlichen Zielen:
«Bei aller Liebhaberei nützt es niemandem etwas, Geld für ein Projekt aus dem
Fenster zu werfen. Oder einen energetischen Blödsinn zu betreiben, nur um
etwas mehr zu verdienen.» Das Ziel, das
Minergie-Zertifikat zu erhalten und dabei
die unterschiedlichen Fassaden (siehe
Kasten) in weiten Teilen unangetastet
zu lassen, war nur mit einer Innendämmung erreichbar. Diese ist zweischichtig
aufgebaut. Durch das kreuzweise Verlegen der Flumroc-Dämmplatte 1 – eine
Schicht horizontal, die andere vertikal –
werden Wärmebrücken vermieden. Auch
die Dachdämmung ist zweischichtig:
Zwischen die Sparren kam die FlumrocDämmplatte SOLO, in die Lattung das
Produkt PARA.
Aussicht inklusive
Der Innenausbau der vier neuen Mietwohnungen bietet einen zeitgemässen
Wohnkomfort. Am 1. Juni sind die ersten
Bewohner eingezogen. Im Liegestuhl auf
der angebauten Terrasse geniessen sie
eine traumhafte Aussicht auf den Bodensee.
Der Innenausbau des alten Hauses bietet
modernen Wohnkomfort.
Mit Anbau
Der neue Anbau an der Südseite mit Terrassen und dem Treppenhaus will nicht
so recht zum alten Haus passen. Aber
nur auf den ersten Blick, denn dort stand
früher eine Scheune, die vor rund zehn
Jahren abgerissen wurde. «Das Haus
lebt nur mit der Scheune zusammen», ist
Peter Egli überzeugt. Er entwarf deshalb
einen Anbau, der ihm als Nachfolger der
Scheune würdig erschien. Neben der
Gemeinde gab auch die Denkmalpflege
grünes Licht für den Anbau und die Erneuerung des Hauses, das im kommunalen Schutzinventar als erhaltenswertes
Kulturobjekt eingetragen ist.
Die Dachdämmung ist zweischichtig aufgebaut – mit Flumroc-Dämmplatten zwischen den Sparren und in
der Lattung.
Objektdaten Standort: Wolfhalden; Bauherr und Planer: Peter Egli, Niederhelfenschwil; Baujahr: 18. Jh.; Erneuerung und Anbau: 2010–2011 Verwendete Dämmung Fassade: Dämmdicke: 185–220 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte 1; Dach: Dämmdicke: 300 mm, Produkte: FlumrocDämmplatten SOLO und PARA
31
Warenhaus-Erneuerung
Die Architekten ergänzten die bestehende
Dämmung im Mauerwerk durch zwei Lagen der
Flumroc-Dämmplatte DUO.
Die neue Fassade zur Piazza
Cioccaro, wo sich Restaurants
und Läden aneinanderreihen.
Glänzende Fassade
an bester Lage
Das Warenhaus Manor mitten im historischen Zentrum Luganos
hat im vergangenen Herbst zwei komplett neue, hinterlüftete
und mit Flumroc-Steinwolle gedämmte Fassaden erhalten. Damit überzeugt das Gebäude nicht nur ästhetisch, sondern wird
auch modernsten Ansprüchen an die Umweltverträglichkeit
und den Brandschutz gerecht.
Die Lage des Warenhauses Manor im
historischen Zentrum von Lugano ist einzigartig. Während sich die Hauptfassade
zur grosszügig gestalten Piazza Dante
öffnet, begrenzt die zweite Fassade die
schmale Salita Chiattone. Manor-Kunden
können diese Gasse dank einer Passerelle
innerhalb des Warenhauses überqueren.
Die dritte Fassade ist zur Piazza Cioccaro
ausgerichtet, wo sich Restaurants und
kleine Läden aneinanderreihen.
32
Dreilagige Dämmung
Nach der Neugestaltung der Hauptfassade im Jahr 2006 hat Manor im vergangenen Herbst nun auch die beiden Sei-
Die hinterlüftete Fassadenkonstruktion mit
Flumroc-Steinwolle erfüllt höchste Ansprüche an
Wärmedämmung und Brandschutz.
tenfassaden zur Salita Chiattone und zur
Piazza Cioccaro auf den neusten Stand
der Technik gebracht. Dabei behielten die
Architekten das bestehende Mauerwerk
mit einer 30 Millimeter dicken Wärmedämmung bei und ergänzten diese durch
zwei Lagen der Flumroc-Dämmplatte
DUO mit 40 bzw. 120 Millimeter Dicke.
Die neue Fassadenbekleidung aus Glas
wurde mit einem Abstand zur Wärmedämmung von mindestens 40 Millimeter
montiert, was zur gewünschten Hinterlüftung der Fassade führt.
Objektdaten Standort: Lugano; Bauherrschaft: Grandi Magazzini Manor Sud SA, Lugano; Architektur und Bauleitung: Buletti Fumagalli e Associati, Studio di architettura Sagl, Lugano;
Fassadenerneuerung: 2010 Verwendete Dämmung Fassade: Dämmdicke: 40 + 120 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte DUO
© Gilles Bollschweiler, Ollon
Hinterlüftete Fassade mit DUO D20
Altes Holz – neue Dämmlösung
Hinter der Antikholzfassade eines Chalets in Villars-sur-Ollon VD
verbirgt sich eine neuartige Hinterlüftungskonstruktion.
Deren Herzstück ist die neue Flumroc-Dämmplatte
DUO D20, die eine einfache und
rasche Montage ermöglicht – und
Wärmebrücken weitgehend
verhindert.
Das grosszügig eingesetzte Antikholz prägt
das Chalet «Le Syrah».
Diesen Sommer werden die ersten Bewohner die Ambiance im neu gebauten
Chalet «Le Syrah» geniessen. Es ist eines
von zwei Häusern, die zusammen die
Siedlung «Le Hameau des Cépages» bilden werden. Dominiert wird das Gebäude
– aussen wie in den vier Eigentumswohnungen – vom grosszügig eingesetzten
Antikholz. Alles andere als antik ist die
verwendete Wärmedämmung. Für die
Fassade setzten die Planer auf eine hinterlüftete Konstruktion mit der Dämmplatte DUO D20, die Flumroc erst letztes
Jahr als Neuheit eingeführt hatte. Mit
dieser Lösung ist der Bau einer hinterlüfteten Fassade so einfach wie noch nie.
Einfache Montage
Als ersten Schritt befestigten die Handwerker die Steinwollplatten mit Dämmstoffhaltern aus Kunststoff am Mauerwerk. Dabei wurden die Platten Stoss
an Stoss verlegt, sodass keine Fugen
entstanden. Anschliessend steckten die
Handwerker horizontale Winkelprofile
aus Aluminium in die dafür vorgesehenen
Schlitze der Dämmplatte. In einem weiteren Schritt befestigten sie die vertikale
Holzlattung an den Alu-Winkeln. Nach
dieser Vormontage konnte die ganze
Diese Konstruktion verhindert
Wärmebrücken weitgehend: schematische
Darstellung einer hinterlüfteten Fassade mit der
Flumroc-Dämmplatte DUO D20.
Unterkonstruktion einfach rechtwinklig ausgerichtet werden. Endgültig am
Mauerwerk fixiert wurde die Unterkonstruktion mit isolierten Distanzschrauben.
Der Stahlkern dieser Schrauben ist mit
Kunststoff ummantelt. Dies verhindert
den direkten Kontakt zwischen Metall
und Steinwolle. An der Holzlattung befestigten die Handwerker schliesslich die
Antikholz-Bekleidung.
Kaum Wärmebrücken
Durch die fugenlose Verlegung der
Flumroc-Dämmplatte DUO D20 und
durch die Verwendung von isolierten
Distanzschrauben konnten die Planer
Wärmebrücken weitgehend verhindern.
So bleiben im «Le Syrah» auch am kältesten Wintertag alle Füsse schön warm,
und der Rotwein hat schnell die richtige
Trinktemperatur.
Objektdaten Standort: Villars-sur-Ollon; Bauherrschaft: TUSEP SA, Villars-sur-Ollon; Holzbau:
Bollschweiler Associés SA, Ollon VD; Baujahr: 2010–2011 Verwendete Dämmung Fassade:
Dämmdicke: 200 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte DUO D20
33
Sicherheit im Sicherheitskontrollgebäude
Im Flughafen Zürich durchlaufen Passagiere die Sicherheitskontrollen künftig gleich nach dem
Check-in. Möglich macht’s ein neues Sicherheitskontrollgebäude. Über 12 000 Quadratmeter
Steinwollplatten von Flumroc tragen zur guten Ökobilanz, zum Komfort und zur Sicherheit bei.
Bleibt noch eine Stunde für den Bummel
durch die Eingangshalle? Oder ist es doch
klüger, gleich die Sicherheitskontrolle
hinter sich zu bringen? Die Zeit vor einem
Abflug richtig einzuteilen, ist für Fluggäste knifflig. Denn es lässt sich kaum voraussagen, wie lange die Sicherheitskontrolle dauern wird. Passagiere, die in ein
Schengen-Land reisen, werden deshalb in
Zukunft im Flughafen Zürich direkt nach
dem Check-in und der Bordkartenkontrolle
durch die Sicherheitskontrolle gehen. Zu
diesem Zweck baut der Flughafen derzeit
ein neues Sicherheitskontrollgebäude.
Passagiere erreichen es von beiden bestehenden Check-in-Bereichen aus. Nach
der Kontrolle gelangen sie bequem ins
Airside Center, die Passagierdrehscheibe,
und weiter in die beiden Abflugbereiche.
ist nicht brennbar, schmilzt erst bei über
1000 Grad Celsius, schluckt den Schall
– und hält im Notfall die Hitze für die
geforderte Dauer vom Stahl fern. Die zertifizierten Flumroc-Lösungen garantieren
diesbezüglich höchste Sicherheit im Sicherheitskontrollgebäude.
Acht Arbeiter, drei Monate
Für die Decken des Sicherheitskontrollgebäudes setzten die beteiligten Unternehmen rund 4800 Quadratmeter der
Flumroc-Dämmplatte ECCO ein. Die Stahlträger sind mit circa 7800 Quadratmeter
Conlit Steelprotect Board verkleidet.
Auch die Steinwolle-Brandschutzschale
Conlit Steelprotect Board Section kam
zum Einsatz. Insgesamt bohrten die Handwerker über 3900 Löcher in die Steinwollplatten, um die runden Durchdringungen
der Stahlträger frei zu halten und so die
Montage der Installationsebenen zu ermöglichen. Aufgrund der ästhetischen
Anforderungen sind die Steinwollplatten
vollständig mit einem schwarzen Vlies beschichtet. Ein Grossteil der Platten konnte
ein Verarbeiter innerhalb des Flughafens
vorfertigen. Damit war es möglich, die
insgesamt über 12 000 Quadratmeter
Steinwollplatten mit nur acht Arbeitern
innerhalb von rund drei Monaten korrekt
zu montieren. Das neue Sicherheitskontrollgebäude wird voraussichtlich Ende
dieses Jahres in Betrieb gehen.
Arbeiten bei laufendem Betrieb
Um die runden Durchdringungen der Stahlträger frei zu halten, bohrten die Handwerker über 3900 Löcher in
die Steinwollplatten.
© Flughafen Zürich AG
Die Zentralisierung der Sicherheitskontrollen gehört zu den derzeit grössten
Herausforderungen auf dem Flughafen
Zürich: Das neue Gebäude steht mitten
in der bestehenden Flughafeninfrastruktur. Für den gesamten Baustellenbereich
gelten hohe Sicherheits- und Zutrittsanforderungen. Sämtliche Bauarbeiten
werden bei laufendem Flughafenbetrieb
ausgeführt – selbstverständlich ohne
die Passagiere zu stören. Dies ist insbesondere für die Logistik eine grosse
Herausforderung. Die Baustelle wird
konsequent von den öffentlichen Bereichen abgetrennt, unter anderem durch
grossflächige Bauwände.
Stahl und Stein
Die Geschosse des neuen Sicherheitskontrollgebäudes bestehen aus Stahlträgern und Holorib-Verbunddecken
aus Stahl und Beton. Zentrales Thema
bei der Planung war die Suche nach der
optimalen Lösung für den Brand- und
Schallschutz. Steinwolle ist für solche
Anwendungen im Stahlbau ideal: Sie
34
Vom neuen Sicherheitskontrollgebäude gelangen die Passagiere bequem ins Airside Center und weiter in
die Abflugbereiche.
Objektdaten Standort: Flughafen Zürich; Bauherrschaft: Flughafen Zürich AG; Generalplaner und Architekten: Itten+Brechbühl AG, Zürich; Verarbeiter: Paul Grob AG, Tagelswangen
(Decken), LD brandschutz ag, Winterthur (Stahlträger); Baujahr: 2009–2011 Verwendete Verkleidungen Decken: Dämmdicke: 50 mm, Produkt: Flumroc-Dämmplatte ECCO; Stahlträger:
Dämmdicke: 25 mm, Produkte: Conlit Steelprotect Board und Conlit Steelprotect Board Section
Technische Dämmung/Brandschutz
Flumroc kommt zum Zug
Bis zu 250 km/h schnell werden die Züge durch den neuen Ceneri-Basistunnel rasen. Entsprechend aufwendig muss die Umgebung vor Erschütterungen geschützt geschützt werden. Ein Fall
für Flumroc.
Der Ceneri-Basistunnel ist ein wichtiger
Bestandteil der NEAT und verbindet das
alpin geprägte Nordtessin mit dem mediterran anmutenden Südtessin. Der 15.4
Kilometer lange Tunnel soll 2019 eröffnet
werden und dann als südlicher Zubringer für den neuen Gotthard-Basistunnel
dienen. Die Zugverbindung zwischen der
Deutschschweiz und dem Südtessin wird
praktisch zur Flachstrecke; der höchste
Punkt liegt auf 550 Meter über Meer.
Dies bringt viele Vorteile mit sich. So
werden beispielsweise schwere Güterzüge mit Anhängelasten von bis zu 4000
Tonnen – das entspricht dem Gewicht
von über 20 Jumbojets – die Schweiz in
Zukunft ohne besondere technische Ausrüstungen passieren können.
Vibrationsschutz
Flumroc-Dämmplatten IGLU trennen die Stützmauern vom Bahntrassee.
© AlpTransit Gotthard AG
Südlich des Ceneri-Basistunnels verläuft
die Bahnstrecke durch dicht besiedeltes
Gebiet. Damit die vorbeirasenden Züge
die Häuser nicht ins Rütteln bringen,
kommt bei den Stützmauern Steinwolle
zum Einsatz. Auf insgesamt rund 1.5 Kilometer Länge werden Flumroc-Dämmplatten IGLU angebracht, welche die Stützmauern vom Bahntrassee trennen. Die
Übertragung von Vibrationen wird stark
vermindert – und die Anwohner können
ruhig schlafen, wenn nachts die Güterzüge vorbeibrausen.
Das Südportal des Ceneri-Basistunnels, der 2019 eröffnet werden soll.
Objektdaten Standort: Südportal Ceneri-Basistunnel bei Vezia TI; Bauherrschaft: AlpTransit
Gotthard AG, Luzern; Ingenieure: Consorzio d’ingegneri ITC ITECSA-TOSCANO, Lugano; Baujahr: 2006–2019 Verwendete Dämmung Stützmauern: Dämmdicke: 50 mm, Produkt: FlumrocDämmplatte IGLU
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06.11 d G 21’500 Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.
Herausgeberin:
Flumroc AG
Postfach
8890 Flums
Telefon +41 81 734 11 11
Telefax +41 81 734 12 13
www.flumroc.ch
[email protected]
Konzeption und Realisation:
Zoebeli Communications AG, Bern
Druck: Gonzen Druck AG, Bad Ragaz
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Änderungen vorbehalten. In Zweifelsfällen setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.
Beschriebene Anwendungsbeispiele können besondere Verhältnisse des Einzelfalles nicht berücksichtigen und erfolgen daher ohne Haftung.
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