Neubau Stadtarchiv Luzern

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Bericht des Preisgerichts
Neubau Stadtarchiv Luzern
17. März 2011
Auftrag
Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv
Auftraggeberin
Stadt Luzern, Baudirektion, vertreten durch die
Dienstabteilung Immobilien Bauprojektmanagement der
Stadt Luzern, Hirschengraben 17, 6002 Luzern
T 041 208 85 71, F 041 208 86 95
Auftragnehmer
TGS Bauökonomen AG, Zentralstrasse 38A, 6003 Luzern
T 041 227 01 70, F 041 227 01 79
[email protected], www.tgsbauoekonomen.ch
Projektleitung
Andreas Moser, Dipl. Architekt ETH SIA
Martin Häner, Dipl. Architekt ETH SIA
TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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Inhaltsverzeichnis
1
Wettbewerbsverfahren
5
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7
Auftraggeberin und Art des Verfahrens
Teilnahmeberechtigung
Beizug von Fachplanern
Weiterbearbeitung
Preisgericht
Wettbewerbssekretariat und Vorprüfung
Preise, Ankäufe und Eigentumsregelung
5
5
5
5
5
6
6
2
Aufgabenstellung
7
2.1
2.2
2.3
Aufgabe
Perimeter
Ziel
7
7
8
3
Rahmenbedingungen
9
3.1
3.2
3.3
3.4
3.5
3.6
3.7
3.8
Massgebende Bauvorschriften
Wirtschaftlichkeit
Ökologische Aspekte
Verkehr, Erschliessung, Parkierung
Aussenraum
Baugrund
Werkleitungen
Weitere Anweisungen für die Projektierung
9
9
9
10
10
10
10
11
4
Beurteilung der Projekte
13
4.1
4.2
4.3
4.4
4.5
4.6
4.7
4.8
4.9
4.10
4.11
4.12
4.13
4.14
4.15
4.16
4.17
Abgabe der Projekte
Vorprüfung
Tagungen des Preisgerichts
Beschlüsse aufgrund der Vorprüfung
Beurteilungskriterien
Erster Beurteilungsrundgang
Zweiter Beurteilungsrundgang
Dritter Beurteilungsrundgang
Projekte der engeren Wahl
Kontrollrundgang
Detailprüfung Ökonomie und Energie
Projektbeschreibungen
Rangierung und Preiszuteilung
Anträge und Empfehlungen
Dank
Genehmigung des Preisgerichts
Bekanntgabe der Verfassenden
13
14
14
15
15
16
17
17
17
18
18
18
18
18
18
19
20
5
Projektdokumentationen
5.1
5.2
5.3
5.4
5.5
Rangierte Projekte
Projekte Engere Wahl
Projekte 3. Rundgang
Projekte 2. Rundgang
Projekte 1. Rundgang
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21
75
77
84
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1
Wettbewerbsverfahren
1.1
Auftraggeberin und Art des Verfahrens
Die Stadt Luzern, Baudirektion, vertreten durch die Dienstabteilung Immobilien Bauprojektmanagement
der Stadt Luzern, veranstaltete einen anonymen, einstufigen Projektwettbewerb im offenen Verfahren,
um Projektvorschläge für ein neues Stadtarchiv auf dem Areal der Kantonsschule Reussbühl in Luzern zu
erhalten.
1.2
Teilnahmeberechtigung
Teilnahmeberechtigt waren alle interessierten Architektinnen und Architekten aus der Schweiz.
1.3
Beizug von Fachplanern
Der Beizug von Fachplanern war zulässig. Diese durften bei mehreren Teilnehmern mitwirken. Für eine
weitere Beauftragung besteht kein Rechtsanspruch. Bei einem substanziellen Beitrag eines Fachplaners
schliesst die Auftraggeberin eine Auftragserteilung nicht aus.
1.4
Weiterbearbeitung
Der Entscheid über die Auftragserteilung zur Weiterbearbeitung der Bauaufgabe liegt bei der Auftraggeberin. Sie beabsichtigt, vorbehältlich der Kreditgenehmigung durch die zuständigen politischen Instanzen,
die weitere Projektbearbeitung den Verfassern des Siegerprojekts entsprechend der Empfehlung des
Preisgerichts zu vergeben.
Der/die Auftragnehmer/in hat vor dem Zuschlag für die Phasen "Ausschreibung" und "Realisierung" (SIA
102, 2001) des Bauvorhabens nachzuweisen, dass er/sie die dafür erforderliche qualitative und quantitative Kapazität zur Verfügung stellen kann.
Die Bauherrschaft behält sich eine GU-Vergabe und die separate Vergabe der Kostenplanung und der Bauleitung vor. Dabei hat das Architekturteam einen Leistungsanteil gemäss SIA Honorarordnung 102.
Für die Beauftragung der Fachplaner gelten das Gesetz über die öffentlichen Beschaffungen (öBG) vom
19. Oktober 1998 (Ausgabe 1. Januar 1999) und dessen Verordnung (öBV) vom 7. Dezember 1998
(Ausgabe 1. Januar 1999).
Vorbehalten bleibt die Bereitschaft der Verfasser, das Siegerprojekt nach den Empfehlungen des Preisgerichts weiterzubearbeiten.
1.5
Preisgericht
Sachpreisrichterinnen und -richter
-
Kurt Bieder, Stadtrat und Baudirektor Stadt Luzern (Vorsitz)
Daniela Walker, Leiterin Stadtarchiv, Stadtarchivarin Stadt Luzern
Dr. Jürg Schmutz, Leiter Staatsarchiv, Staatsarchivar Kanton Luzern
Fachpreisrichterinnen und -richter
-
Felix Wettstein, Dipl. Architekt ETH BSA SIA, Lugano
Lisa Ehrensperger, Dipl. Architektin ETH BSA SIA, Zürich
Marco Graber, Dipl. Architekt ETH BSA SIA, Zürich / Bern
Jürg Rehsteiner, Stadtarchitekt Luzern
Jörg Enzmann, Dipl. Architekt HTL, Leiter Portfoliomanagement, Kanton Luzern
Bruno Weishaupt, Stadtbaumeister Luzern
Experten
-
Markus Gmeiner, Dipl. Bauingenieur ETH SIA, Luzern
Markus Zumoberhaus, Dipl. Ingenieur ETH SIA / Dipl. Akustiker SGA, Luzern
Stefan Grebler / Armin Heini, Dipl. Architekten FH / Bauökonomen, Luzern
Andreas Madoery, Projektleiter Immobilien, Stadt Luzern
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1.6
Wettbewerbssekretariat und Vorprüfung
Sekretariat, fachliche Begleitung und Vorprüfung durch:
TGS Bauökonomen AG
Zentralstrasse 38A
6003 Luzern
T 041 227 01 70, F 041 227 01 79
[email protected]
www.tgsbauoekonomen.ch
Andreas Moser, Dipl. Architekt ETH SIA
Martin Häner, Dipl. Architekt ETH SIA
1.7
Preise, Ankäufe und Eigentumsregelung
Die Gesamtsumme für Preise und Ankäufe betrug CHF 105'000.- (exkl. Mehrwertsteuer). Die Gesamtpreissumme wurde voll ausgerichtet.
Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen und Ankäufen ausgezeichneten Wettbewerbsbeiträge gehen ins Eigentum der Stadt Luzern über. Das Urheberrecht der Projekte bleibt bei den Verfassern.
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2
Aufgabenstellung
2.1
Aufgabe
Das Stadtarchiv Luzern verfügt aktuell nicht mehr über ausreichend Raumkapazitäten für Bestandszuwächse und genügt bei den sicherheitstechnischen Anforderungen auch nicht den heute geltenden
Massstäben. Damit es seinen gesetzlichen Auftrag, das dauernd aufbewahrungswürdige Schriftgut der
Stadt aufzunehmen, zu sichern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, auch in Zukunft erfüllen
kann, soll das Stadtarchiv einen Neubau an einem neuen Standort erhalten.
Archive gehören zu den Grundinfrastrukturen eines demokratischen Rechtsstaats. Sie erfüllen rechtliche,
administrative und kulturelle Funktionen. Als „Gedächtnis“ eines Gemeinwesens leisten sie einen nicht zu
unterschätzenden Beitrag zu dessen kultureller Identität. Der geplante Archivneubau soll deshalb nicht
einfach nur ein Verwaltungs- und Lagergebäude für Unterlagen sein, sondern die Qualität eines Identifikationsortes für Einheimische wie auch Auswärtige haben.
In betrieblicher Hinsicht wird grosser Wert auf ein qualitativ hochwertiges Arbeitsumfeld und die fachgerechte Lagerung von wertvollem Archivgut gelegt.
Erweiterung
Da es in der Natur der Archive liegt, dass ihre Bestände ständig wachsen, sind Optionen für mögliche
modulare bauliche Erweiterungen des Archivs (insbesondere der Magazinräume) aufzuzeigen und zu plausibilisieren. Dabei ist sicher zu stellen, dass horizontale wie vertikale Transportwege, Medienerschliessung, Haustechnik etc. gemäss den betrieblichen Anforderungen zusammengeführt werden können.
2.2
Perimeter
Der Wettbewerbsperimeter umfasst die südöstliche Ecke der grossen Parzelle, auf der die Gebäude der
Kantonsschule Reussbühl liegen. Die für den Wettbewerb definierte Arealfläche für den Neubau des
Stadtarchivs und die Erweiterungsoptionen beträgt gesamthaft ca. 4‘200 m2 (Basisprojekt 2‘897 m2,
Erweiterung 1‘276 m2).
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Der Perimeter berücksichtigt die hohen Anforderungen, die für den Neubau eines Archivmagazins zu erfüllen sind:
keine Gefahr durch Überschwemmungen, Erdrutsche oder andere Naturkatastrophen
keine feuer- und explosionsgefährlichen Anlagen im Umfeld (z.B. auch Tankstellen)
keine Fabriken und Industrieeinrichtungen in der Nähe, die schädliche Gase, Rauch oder Staub ausstossen
keine möglichen militärischen Ziele in der Umgebung
schnelle Erreichbarkeit des Geländes für die Feuerwehr
Ausrichtung der Räume nach Norden zur Reduzierung der Sonneneinwirkung
Zufahrtsmöglichkeit für LKW zum Gebäude und ausreichende Transportwege auf dem Gelände
angrenzende Reserveflächen für spätere Erweiterungsbauten
2.3
Ziel
Ziel des Wettbewerbs war die Auswahl eines städtebaulich, architektonisch und energetisch überzeugenden Projektes, welches den funktionalen Anforderungen und Ansprüchen eines zeitgemässen und zukunftsgerichteten Archivbetriebs gerecht wird. Bei der Ausarbeitung einer optimalen und wirtschaftlichen
Lösung kommt den Faktoren Architektur, Funktionalität, Konstruktion, Materialisierung, Energie und
Nachhaltigkeit sowie der Einbindung in die Umgebung eine grosse Bedeutung zu.
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3
Rahmenbedingungen
3.1
Massgebende Bauvorschriften
Geltendes Recht
Planungs- und Baugesetz des Kantons Luzern (PBG) und dazugehörige Verordnungen, SRL 735 und das
Strassengesetz des Kantons Luzern, SRL 755 (http://www.lu.ch), sowie das Parkplatzreglement Stadt
Luzern (Lager / Archive, Maximum- / Minimumberechnung gemäss Zone IV).
Bau- und Zonenreglement für den Stadtteil Littau (BZR).
Grundstücksdaten
Grundstück Katasternummer: 1386
Perimeterfläche für Basisprojekt: 2‘897 m2
Perimeterfläche für Erweiterung: 1‘276 m2
Zone: OeZ, Zone für öffentliche Zwecke
Lärm-/Empfindlichkeitsstufe: II
Zone
Der Perimeter des Neubaus des Stadtarchivs auf dem Gelände der Kantonsschule Reussbühl liegt in der
Zone für öffentliche Zwecke OeZ (Paragraph 48 PBG / Anhang 1) mit der Nutzungszuweisung gemäss Art.
6 BZR für die Verwaltung und Dienstleistungsbetriebe. Die Parzelle ist im Besitz des Kantons Luzern und
wird der Stadt Luzern im Baurecht zur Verfügung gestellt.
Massvorschriften
Geschosszahl und Abmessung der Bauten sowie die Gebäudehöhe sind nicht limitiert.
Ausnützung
Es ist keine maximale Ausnützung definiert.
Baulinien
Im definierten Planungsperimeter sind keine Baulinien zu berücksichtigen.
Abstände
Es sind die regulären Grenzabstände, Gebäudeabstände und Strassenabstände gemäss den geltenden
voran genannten Planungs- und Baugesetzen einzuhalten.
3.2
Wirtschaftlichkeit
Um eine wirtschaftliche Konzeption zu erhalten, wird auf ein günstiges Nutz- und Geschossflächenverhältnis sowie auf kostengünstige, unterhaltsfreundliche und abnutzungsresistente Konstruktionen und
Materialien Wert gelegt.
In der Investitionsplanung der Stadt Luzern ist der geplante Neubau Stadtarchiv Luzern mit Anlagekosten
von rund 8.8 Millionen Franken budgetiert. Die effektiven Erstellungskosten für das Gebäude (BKP 2)
betragen 6.0 Millionen Franken (inkl. MwSt.). Die Teilnehmenden sind gehalten, diese Kostenvorgaben zu
berücksichtigen.
3.3
Ökologische Aspekte
Bei der Materialisierung und Konstruktion der Objekte ist der Ökologie und der Nachhaltigkeit Beachtung
zu schenken. Eine energiebewusste Gebäudekonzeption und -konstruktion werden vorausgesetzt. Die
Realisierung des Bauwerks im aktuellen Minergie - Standard (2009) ist verpflichtend, der strengere Standard Minergie-P-Eco wird angestrebt.
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3.4
Verkehr, Erschliessung, Parkierung
Öffentliche Verkehrsmittel
Das Gelände ist mit dem Bus über die Haltestelle Ruopigen Zentrum gut öffentlich erschlossen. Zu Fuss
und mit dem Rollstuhl erreicht man auf dem Trottoir entlang der Ruopigenstrasse den Standort des Stadtarchivs über einen bestehenden Weg.
Autozufahrt / Parkierung
Die Zufahrt mit dem Auto erfolgt über die Ruopigenstrasse und die Rothenbadstrasse, mit einer Parkierung auf dem bestehenden Parkplatz der Kantonsschule Reussbühl nördlich des Perimeters für den projektierten Neubau. Das Angebot an Parkplätzen kann auf dem Gelände aufgrund der Platzreserven bei Bedarf noch ergänzt werden.
Anlieferung
Die Anlieferung von Archivgut wird über die Zufahrt Ruopigenstrasse / Rothenbadstrasse organisiert.
3.5
Aussenraum
Einordnung
Bauten, Anlagen und Umschwung sind für sich und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung im Ganzen und in ihren Teilen so zu gestalten, dass eine besonders gute städtebauliche Gesamtwirkung erreicht wird.
Aussenraumgestaltung
Auf eine überzeugende Anordnung der Baukörper und auf eine zweckmässige Zuordnung von Gebäudeund Aussenraumnutzung wird besonderer Wert gelegt. Die Zugänge müssen gut auffindbar sein und gefahrlos benutzt werden können. Eine ausreichende Durchgrünung, die sich positiv auf das direkte Umgebungsklima auswirkt und ökologische Qualitäten aufweist, wird erwartet. Nicht als Dachterrasse genutzte Flachdächer und leicht geneigte Dächer sind zu begrünen.
3.6
Baugrund
Fundation
Grundsätzlich können die Gebäude auf den 3 m bis 4 m unter der Terrainoberfläche anstehenden, dichter
gelagerten Bodenschichten flach fundiert werden. Mit einem Geschoss unter der heutigen Geländeoberfläche dürften die tragfähigen und kaum mehr setzungsempfindlichen Bodenschichten erreicht werden. Es können unter einer durchgehenden Bodenplatte oder entsprechend dimensionierten Einzelfundamenten Bodenpressungen von bis zu 400 kN/m2 (Bemessungslasten im GZ Typ 2) zugelassen
werden. Nur bei oberflächennahen Fundamentkoten (am ehesten entlang der Rothenbadstrasse) sind
eventuell Fundamentvertiefungen (als Riegel und Tatzen) erforderlich.
Bodenwasserverhältnisse
Gemäss der Grundwasserkarte 1:25'000 des Kantons Luzern, Blatt Luzern, liegt das Baugebiet direkt ausserhalb des Randes der Schutzzone Au, im Zuflussbereich zum Grundwassergebiet der Reuss, resp. der
Kleinen Emme. Ein eigentliches Grundwasser ist auf dem Baugebiet nicht zu erwarten, vielmehr dürften
geringe Mengen Hangwasser über den dichter gelagerten Bodenschichten talwärts sickern.
Dieses Hangwasser, das auch in einzelnen Taschen von durchlässigen Bodenschichten gefangen sein
kann, könnte aber die Stabilität von Baugruben erheblich beeinträchtigen. Dies ist insbesondere bei tiefen
Anschnitten nach längeren Regenperioden zu erwarten.
3.7
Werkleitungen
Die bestehenden Werkleitungen des EWL (Strom, Gas, Wasser), der Swisscom und der Cablecom liegen
im Randbereich des definierten Planungsperimeters, wodurch sie für den Neubau des Stadtarchivs ohne
grosse Anpassungsarbeiten genutzt werden können. Anders verhält es sich mit den Kanalisations- und
Abwasserleitungen im Grundstück. Die quer über den Perimeterbereich geführten Entsorgungsleitungen
der Kantonsschule Reussbühl müssen im Rahmen des Neubauprojekts umgelegt werden.
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3.8
Weitere Anweisungen für die Projektierung
Brandschutz
Den Anforderungen des Brandschutzes ist besondere Beachtung zu schenken. Weitere spezifische Hinweise sind im Abschnitt Betriebskonzept / Raumprogramm zu finden.
Behindertengerechtes Bauen
Gemäss Behindertengleichstellungsgesetz (BhiG) sind öffentlich zugängliche Gebäude behindertengerecht zu gestalten. Sowohl der Zugang wie auch das Innere des Gebäudes sind daher nach den Anforderungen der Norm SIA 500 (vormals SN 521 500) für behindertengerechtes Bauen zu konzipieren.
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4
Beurteilung der Projekte
4.1
Abgabe der Projekte
Fristgerecht wurden die Planungsunterlagen von 85 Projekten eingereicht. Die Projekte wurden nach Eingang nummeriert und sind mit folgenden Kennworten bezeichnet:
Projekt Nr. 1
Projekt Nr. 2
Projekt Nr. 3
Projekt Nr. 4
Projekt Nr. 5
Projekt Nr. 6
Projekt Nr. 7
Projekt Nr. 8
Projekt Nr. 9
Projekt Nr. 10
Projekt Nr. 11
Projekt Nr. 12
Projekt Nr. 13
Projekt Nr. 14
Projekt Nr. 15
Projekt Nr. 16
Projekt Nr. 17
Projekt Nr. 18
Projekt Nr. 19
Projekt Nr. 20
Projekt Nr. 21
Projekt Nr. 22
Projekt Nr. 23
Projekt Nr. 24
Projekt Nr. 25
Projekt Nr. 26
Projekt Nr. 27
Projekt Nr. 28
Projekt Nr. 29
Projekt Nr. 30
Projekt Nr. 31
Projekt Nr. 32
Projekt Nr. 33
Projekt Nr. 34
Projekt Nr. 35
Projekt Nr. 36
Projekt Nr. 37
Projekt Nr. 38
Projekt Nr. 39
Projekt Nr. 40
Projekt Nr. 41
Projekt Nr. 42
Projekt Nr. 43
Projekt Nr. 44
Projekt Nr. 45
Projekt Nr. 46
Projekt Nr. 47
Projekt Nr. 48
Projekt Nr. 49
Projekt Nr. 50
Projekt Nr. 51
‘millefeuille‘ (1)
Nucleus
ibidem
EBISU
ALETHEIA
ORIGAMI
Jodok goes Orient
ARCHIVONISCH
SIGISMUND
TABULARIUM
FINDLING
COVER
DAS KLEINE IM GROSSEN
AKTE X
Cumulus
‘dots‘
PULPIN
‘STEIN VON ROSETTE‘
geschichte-t
Rapunzel
r.e.w.o.t.o.l.i.s
PIETRO
Sedimentit
EXLIBRIS
Arche tranquillo
WOODEN BOX
Alle Namen
millefeuille (2)
im namen der rose
Aktenzeichen xy gelöst
Oscar
codex
STARDUST
Ad fontes
BUCHSTABENFILTER
BABEL
MÄANDER
ICEBERG
DREIERLEI
Mneme (1)
logeum
castrum
sec‘
schatulle (1)
BETULA
saluz
SchriftGut
VER-RÜCKT
GE / SCHICHTEN
Gethsemane
TANGRAM
TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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Projekt Nr. 52
Projekt Nr. 53
Projekt Nr. 54
Projekt Nr. 55
Projekt Nr. 56
Projekt Nr. 57
Projekt Nr. 58
Projekt Nr. 59
Projekt Nr. 60
Projekt Nr. 61
Projekt Nr. 62
Projekt Nr. 63
Projekt Nr. 64
Projekt Nr. 65
Projekt Nr. 66
Projekt Nr. 67
Projekt Nr. 68
Projekt Nr. 69
Projekt Nr. 70
Projekt Nr. 71
Projekt Nr. 72
Projekt Nr. 73
Projekt Nr. 74
Projekt Nr. 75
Projekt Nr. 76
Projekt Nr. 77
Projekt Nr. 78
Projekt Nr. 79
Projekt Nr. 80
Projekt Nr. 81
Projekt Nr. 82
Projekt Nr. 83
Projekt Nr. 84
Projekt Nr. 85
AM HANG
Archivit
LURCH
ZEBRA
Mneme (2)
time warp
PETRA CLARA
oh cet echo
BOX
COMPACTUS (1)
Löwenzahn
file-up!
solitär
Signatur M
hochstapler
ERINNERUNG
ZUL
Sesriem
REFLEXION
SILBERSTEIN
Umsicht
ARCHE
COMPACTUS (2)
HANABI
memorystick
Amethyst
schatulle (2)
DIGGEMOGGE
Herodot
TAKE TWO
ARQUETA
FÜNF ELEFANTEN
WAVE
tragende Schriften
Zu 84 Projekten wurden fristgerecht auch die Modelle eingereicht. Zum Projekt Nr. 48 VER-RÜCKT wurde
kein Modell zum vorgegebenen Termin abgegeben.
4.2
Vorprüfung
Die Vorprüfung der Projekte erfolgte durch die TGS Bauökonomen AG. Die Ergebnisse der Vorprüfung
sind in einem separaten Bericht zusammengefasst und wurden dem gesamten Preisgericht am ersten
Beurteilungstag vorgestellt.
4.3
Tagungen des Preisgerichts
Das Preisgericht tagte im Gasshof in Littau:
-
Montag, 14. Februar 2011
anwesend: alle Mitglieder des Preisgerichts
Dienstag, 15. Februar 2011
anwesend: alle Mitglieder des Preisgerichts
Freitag, 25. Februar 2011
anwesend: alle Mitglieder des Preisgerichts
Von den Fachpreisrichtern hatte sich Jürg Rehsteiner, Stadtarchitekt Luzern, für die ersten zwei Jurierungstage entschuldigt. An seiner Stelle nahm während diesen beiden Tagen Bruno Weishaupt, Stadtbaumeister Luzern, als Fachjuror Einsitz im Preisgericht.
TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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4.4
Beschlüsse aufgrund der Vorprüfung
Das Preisgericht nahm vom Vorprüfungsbericht Kenntnis und stellte fest, dass eine Mehrheit aller Projekte kleinere unbedeutende Mängel aufwiesen, die hier jedoch nicht erwähnt werden.
Neben diesen geringen Verstössen halten einige Projekte den Grenzabstand nördlich und westlich des
Planungsperimeters im Basisprojekt nicht ein. Mit der geplanten Erweiterung verstossen zusätzlich weitere Projekte gegen die Abstandsregelungen gemäss den gesetzlichen Vorgaben (PBG und BZR). Das
Preisgericht erachtete den Verstoss der Grenzabstände bereits im Basisprojekt als wesentliche Abweichung der Programmbestimmungen und beschloss nach ausführlicher Diskussion die folgenden 6 Projekte von einer allfälligen Preiszuteilung auszuschliessen:
Projekt Nr. 46
Projekt Nr. 60
Projekt Nr. 63
Projekt Nr. 64
Projekt Nr. 76
Projekt Nr. 79
saluz
BOX
file-up!
solitär
memorystick
DIGGEMOGGE
Gegen die Einhaltung des definierten Perimeters für das Basisprojekt haben zwei Projekte verstossen.
Das Preisgericht beschloss deshalb, die beiden nachfolgend genannten Projekte von einer allfälligen
Preiszuteilung auszuschliessen:
Projekt Nr. 59
Projekt Nr. 76
oh cet echo
memorystick
Weil es den erforderlichen Gebäudeabstand nicht eingehalten hat, wurde folgendes Projekt vom Preisgericht von einer allfälligen Preiszuteilung ausgeschlossen:
Projekt Nr. 79
DIGGEMOGGE
Dem Grund für das Fehlen des Modells zum Projekt Nr. 48 mit dem Kennwort VER-RÜCKT wollte das
Preisgericht nachgehen und hat deshalb unter Wahrung der Anonymität einen Notar damit beauftragt, die
Verfassenden zu kontaktieren und sich über den Verbleib des Modells zu erkundigen. Die Recherche hat
ergeben, dass das Modell beschädigt beim beauftragten Transportunternehmen ohne Information über
den Schaden an die Verfassenden im Depot liegen geblieben ist.
Das Preisgericht beschloss einstimmig das Projekt Nr. 48 VER-RÜCKT nach Eintreffen des beschädigten
Modells im Jurylokal vor der ersten Beurteilungsrunde zur Beurteilung zuzulassen.
4.5
Beurteilungskriterien
Basierend auf den aufgeführten Beurteilungskriterien hat das Preisgericht eine Gesamtwertung vorgenommen:
-
Städtebauliches Konzept: Reaktion auf die bestehende Situation und freiräumliche Konzeption für das
Basisprojekt und die Erweiterung
Architektur: Gestaltung der Baukörper, architektonischer Ausdruck, Qualität der Innen- und Aussenräume
Organisation: Raum- und Betriebsorganisation, Erschliessung, Orientierung, Freiräume
Wirtschaftlichkeit: Kosten in der Erstellung und im Unterhalt
Nachhaltigkeit: Energetische und ökologische Lösung, Angemessenheit der eingesetzten Mittel, Eignung zur Erfüllung des Minergie-P-Eco-Standards
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4.6
Erster Beurteilungsrundgang
Das Preisgericht arbeitete sich in vier Gruppen unter Leitung der Fachpreisrichter in die 85 Projekte ein.
Danach wurden die Projekte in einem ersten Rundgang gemeinsam diskutiert und beurteilt.
Dabei wurden folgende Kriterien in den Vordergrund gestellt:
Städtebauliches Konzept: Reaktion auf die bestehende Situation und freiräumliche Konzeption für das
Basisprojekt und die Erweiterung
Architektur: Gestaltung der Baukörper, architektonischer Ausdruck, Qualität der Innen- und Aussenräume
Aufgrund wesentlicher Mängel wurden folgende 52 Projekte im ersten Rundgang ausgeschieden:
Projekt Nr. 1
Projekt Nr. 2
Projekt Nr. 3
Projekt Nr. 7
Projekt Nr. 12
Projekt Nr. 15
Projekt Nr. 16
Projekt Nr. 17
Projekt Nr. 20
Projekt Nr. 21
Projekt Nr. 23
Projekt Nr. 24
Projekt Nr. 26
Projekt Nr. 28
Projekt Nr. 29
Projekt Nr. 30
Projekt Nr. 31
Projekt Nr. 34
Projekt Nr. 35
Projekt Nr. 36
Projekt Nr. 38
Projekt Nr. 39
Projekt Nr. 40
Projekt Nr. 42
Projekt Nr. 44
Projekt Nr. 45
Projekt Nr. 47
Projekt Nr. 51
Projekt Nr. 53
Projekt Nr. 55
Projekt Nr. 56
Projekt Nr. 57
Projekt Nr. 59
Projekt Nr. 60
Projekt Nr. 62
Projekt Nr. 64
Projekt Nr. 67
Projekt Nr. 69
Projekt Nr. 70
Projekt Nr. 71
Projekt Nr. 72
Projekt Nr. 73
Projekt Nr. 75
Projekt Nr. 77
Projekt Nr. 78
Projekt Nr. 79
Projekt Nr. 80
‘millefeuille‘ (1)
Nucleus
ibidem
Jodok goes Orient
COVER
Cumulus
‘dots‘
PULPIN
Rapunzel
r.e.w.o.t.o.l.i.s
Sedimentit
EXLIBRIS
WOODEN BOX
millefeuille (2)
im namen der rose
Aktenzeichen xy gelöst
Oscar
Ad fontes
BUCHSTABENFILTER
BABEL
ICEBERG
DREIERLEI
Mneme (1)
castrum
schatulle (1)
BETULA
SchriftGut
TANGRAM
Archivit
ZEBRA
Mneme (2)
time warp
oh cet echo
BOX
Löwenzahn
solitär
ERINNERUNG
Sesriem
REFLEXION
SILBERSTEIN
Umsicht
ARCHE
HANABI
Amethyst
schatulle (2)
DIGGEMOGGE
Herodot
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Projekt Nr. 81
Projekt Nr. 82
Projekt Nr. 83
Projekt Nr. 84
Projekt Nr. 85
4.7
TAKE TWO
ARQUETA
FÜNF ELEFANTEN
WAVE
tragende Schriften
Zweiter Beurteilungsrundgang
Im zweiten Beurteilungsrundgang wurden die Projekte aufgrund sämtlicher Kriterien gemäss Kap. 4.5 vertieft beurteilt.
Unter Berücksichtigung aller Kriterien wurden folgende 20 Projekte im zweiten Rundgang ausgeschieden:
Projekt Nr. 5
Projekt Nr. 8
Projekt Nr. 11
Projekt Nr. 13
Projekt Nr. 14
Projekt Nr. 18
Projekt Nr. 19
Projekt Nr. 25
Projekt Nr. 27
Projekt Nr. 33
Projekt Nr. 43
Projekt Nr. 49
Projekt Nr. 50
Projekt Nr. 52
Projekt Nr. 54
Projekt Nr. 61
Projekt Nr. 65
Projekt Nr. 66
Projekt Nr. 68
Projekt Nr. 76
4.8
ALETHEIA
ARCHIVONISCH
FINDLING
DAS KLEINE IM GROSSEN
AKTE X
‘STEIN VON ROSETTE‘
geschichte-t
Arche tranquillo
Alle Namen
STARDUST
sec‘
GE / SCHICHTEN
Gethsemane
AM HANG
LURCH
COMPACTUS (1)
Signatur M
hochstapler
ZUL
memorystick
Dritter Beurteilungsrundgang
Die 13 verbliebenen Projekte wurden im dritten Rundgang nochmals nach strengeren Massstäben beurteilt.
Es wurden folgende 6 Projekte im dritten Rundgang ausgeschieden:
Projekt Nr. 9
Projekt Nr. 32
Projekt Nr. 41
Projekt Nr. 46
Projekt Nr. 48
Projekt Nr. 58
4.9
SIGISMUND
codex
logeum
saluz
VER-RÜCKT
PETRA CLARA
Projekte der engeren Wahl
In der engeren Wahl verblieben nach dem dritten Rundgang:
Projekt Nr. 4
Projekt Nr. 6
Projekt Nr. 10
Projekt Nr. 22
Projekt Nr. 37
Projekt Nr. 63
Projekt Nr. 74
EBISU
ORIGAMI
TABULARIUM
PIETRO
MÄANDER
file-up!
COMPACTUS (2)
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4.10
Kontrollrundgang
Nach Abschluss des dritten Beurteilungsrundgangs begab sich die Jury auf den Kontrollrundgang.
Sie stellte fest, dass die in den einzelnen Rundgängen getroffenen Entscheide richtig waren. Einzig das
Projekt Nr. 16 ‘dots‘ wird vom 1. Rundgang in den 2. Rundgang genommen.
4.11
Detailprüfung Ökonomie, Statik und Energie
Die Projekte der engeren Wahl wurden bezüglich Ökonomie (Baukosten), Statik (Tragstruktur, Erdbebensicherheit) und Energie (Nachhaltigkeit, Bauphysik) von den Fachexperten der genannten Bereiche geprüft. Die Resultate wurden dem Preisgericht zu Beginn des dritten Jurytages vorgestellt und erläutert.
Die Erkenntnisse flossen im Folgenden in die Beurteilung der Projekte der engeren Wahl ein.
4.12
Projektbeschreibungen
Vor der abschliessenden Beurteilung der 7 in der engeren Wahl verbliebenen Projekte wurden die Projektbeschreibungen bereinigt und verabschiedet.
4.13
Rangierung und Preiszuteilung
Aufgrund der Beurteilungskriterien und der vertieften Vorprüfung beschliesst das Preisgericht einstimmig,
das Projekt Nr. 63 file-up! nicht zu rangieren.
Nach eingehender Diskussion der 6 in der engeren Wahl verbliebenen Projekte und nach Abwägen aller
Vor- und Nachteile beschloss die Jury folgende Rangierung und Preiszuteilung:
4.14
Rang
Preis
Projekt
1.
1.
Projekt Nr. 10
Preissumme
TABULARIUM
CHF 30‘000.-
2.
2.
Projekt Nr. 6
ORIGAMI
CHF 22‘000.-
3.
3.
Projekt Nr. 37
MÄANDER
CHF 20‘000.-
4.
4.
Projekt Nr. 22
PIETRO
CHF 18‘000.-
5.
5.
Projekt Nr. 74
COMPACTUS (2)
CHF 9‘000.-
6.
6.
Projekt Nr. 4
EBISU
CHF 6‘000.-
Empfehlungen
Das Preisgericht empfiehlt dem Veranstalter einstimmig das Projekt Nr. 10 TABULARIUM zur weiteren
Bearbeitung.
Ergänzend empfiehlt das Preisgericht, die beratenden Ingenieure des Siegerteams aufgrund des substantiellen Beitrags für die weitere Projektierung beizuziehen.
4.15
Dank
Das Beurteilungsgremium dankt allen Teams für die geleisteten Arbeiten, die mit einer hohen Spannweite
der aufgezeigten Lösungen mit unterschiedlichen konzeptionellen Ansätzen eine intensive Diskussion
über den zukünftigen Neubau des Stadtarchivs Luzern ermöglicht haben.
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4.16
Genehmigung des Preisgerichts
Vor dem Öffnen der Verfassercouverts bestätigten die Jurymitglieder den Beschluss mit ihrer Unterschrift:
Luzern, 25. Februar 2011, das Preisgericht:
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4.17
Bekanntgabe der Verfassenden
Die Öffnung der Verfassercouverts ergibt folgendes Resultat:
1. Rang
TABULARIUM
Architekt:
Enzmann + Fischer AG + Partner
Seebahnstrasse 109
8003 Zürich
MitarbeiterInnen: Isabella Gerster, Ricardo Navarro
Weitere Planer:
Heyer Kaufmann Partner Bauingenieure AG, Zürich
2. Rang
ORIGAMI
Architekt:
Edelmann Krell
Badenerstrasse 329
8003 Zürich
MitarbeiterInnen: Ralf Edelmann, Oliver Krell, Jonas Schöpfer, Adrian Meier
3. Rang
MÄANDER
Architekt:
Stücheli Architekten
Binzstrasse 108
8045 Zürich
MitarbeiterInnen: Judit Chapallaz, Christof Glaus, Yoko Komori, Alan Edburg
Weitere Planer:
Ernst Basler + Partner (Haustechnik, Umwelt)
APT Ingenieure (Baustatik)
Prevart (Lagertechnik)
4. Rang
PIETRO
Architekt:
Abraha Achermann GmbH
Langstrasse 122
8004 Zürich
MitarbeiterInnen: Stephan Achermann / Daniel Abraha
Weitere Planer:
Benno Zurfluh, Zurfluh Lottenbach GmbH, Luzern (Fachplaner Energie)
Kevin M. Rahner, dipl. Ing., Basel (Fachplaner Statik)
5. Rang
COMPACTUS (2)
Architekt:
Matei Manaila Dipl. Architekt ETH/SIA
Scheuchzerstrasse 72
8006 Zürich
MitarbeiterInnen: Michael Buschor
Weitere Planer:
Plüss Meyer Partner, 6362 Stansstad (Statik)
Bauphysik Meier AG, 8108 Dällikon
6. Rang
EBISU
Architekt:
Marchal + Fürstenberger Architekten
Freie Strasse 103
4051 Basel
MitarbeiterInnen: Sacha Marchal, Philippe Fürstenberger, Shinji Hachiya
Weitere Planer:
Waldhauser Haustechnik AG, Florenzstrasse 1d, 4023 Basel
TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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5
Projektdokumentationen
5.1
Rangierte Projekte
TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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1. Rang
Projekt Nr. 10: TABULARIUM
Architekt:
Enzmann + Fischer AG + Partner
Seebahnstrasse 109
8003 Zürich
MitarbeiterInnen: Isabella Gerster, Ricardo Navarro
Weitere Planer:
Heyer Kaufmann Partner Bauingenieure AG, Zürich
Situation
Situation mit Erweiterung
TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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Projektbeschrieb TABULARIUM
Bezugnehmend auf die Gebäude und Räume, welche zur Aufbewahrung von Urkunden in Form von Tafeln im Römischen Reich Tabularium genannt wurden, entwickelt das vorgeschlagene Gebäude eine angemessene, öffentliche Präsenz zur Stadt hin. Als kompaktes Volumen mit quadratischem Grundriss markiert der Bau durch seine präzise Setzung die Hangkante und den Übergang zu Ruopigen und etabliert
räumliche Bezüge sowohl zu den grossmassstäblichen, hohen Bauten in Ruopigen, wie auch zu Hochhäusern in der Ebene von Emmenbrücke. Der Aussenraum behält seinen offenen Charakter auf der Nordseite
der Ruopigenstrasse. Das Projekt vermittelt in seinem Ausdruck auf sensible Art zur benachbarten Kantonsschule und vermag gleichzeitig eine starke architektonische Identität aufzubauen. Der Zugang von der
Ruopigenstrasse an der Südwestecke führt zu einer selbstverständlichen Adressbildung. Der vorgeschlagene Erweiterungsbau an der nordwestlichen Ecke mag im ersten Moment etwas erstaunen und die Qualitäten des Baus der ersten Etappe als Solitär in Frage stellen, doch bei genauerer Betrachtung wurde er
von der Jury als durchaus sinnvolle Lösung verstanden: Der Haupteingang im Erdgeschoss wird räumlich
noch akzentuiert, das Gebäude erfährt durch die den Höhenlinien folgende, diagonal angelegte Erweiterung eine stärkere Verankerung mit der Topographie des Geländes und es etabliert sich ein räumlich
stimmiger Übergang zur Schulanlage.
Das Projekt TABULARIUM zeichnet sich durch seine präzise architektonische Ausformulierung aus. Die
sorgfältig konzipierte Fassade aus vorfabrizierten Betonelementen legt die einfache Gebäudestruktur nach
aussen hin offen. Das Gebäude erscheint mit den gut proportionierten, horizontalen und vertikalen Elementen als grosses Gestell, welches in den verschiedenen Bereichen je nach Nutzung unterschiedlich
ausgefüllt wird. Grosse Gläser im hohen Erdgeschoss unterstreichen den angestrebten öffentlichen Charakter dieser Institution und laden ein zum Besuch. Während im ersten, auch verglasten Obergeschoss
die internen Arbeitsplätze angeordnet sind, befinden sich in den darüber liegenden Obergeschossen die
Magazinräume. Auf diesen Geschossen werden die Öffnungen im Grid der Betonstruktur mit Elementen
aus Holz ausgefacht. Durch diese sinnvolle Differenzierung der Geschosse findet das Gebäude zu einem
prägnanten und vielschichtigen Ausdruck, der in einer allfälligen Weiterbearbeitung grösster Sorgfalt bedarf, damit er nicht ins Banale verfällt. Im Inneren vermag die Gestaltung noch nicht in gleichem Masse zu
überzeugen, vermittelt die Visualisierung des Besucherbereiches doch eher die Stimmung einer Hotellobby.
Das Gebäude weist eine klare strukturelle Konzeption auf. Im Gebäudeinneren werden die haustechnischen Infrastrukturen auf überzeugende Art und Weise in das räumlich-strukturelle Prinzip eingebunden.
Der Vorschlag für die spätere Erweiterung wirkt durch die geschickte, mit Weitsicht entwickelte, typologische Organisation des Grundrisses überzeugend. Die asymmetrische Anordnung des Erschliessungskernes erfordert eine sorgfältige Betrachtung und Prüfung der Erdbebensicherheit.
Das Projekt besticht durch eine zweckmässige Nutzungsanordnung. Das öffentliche Geschoss mit dem
Besucherbereich im Erdgeschoss und die diversen Räumlichkeiten für die Anlieferung im Sockelgeschoss
sind direkt erreichbar. Die Arbeitsräume für die Mitarbeiter liegen im ersten OG etwas privater direkt zwischen dem Besuchergeschoss und den darüber liegenden Magazingeschossen. Es wird so mit kurzen
Wegen ein effizienter, übersichtlicher Betrieb ermöglicht, welcher auch mit der späteren Erweiterung garantiert scheint. Die Erstellung der späteren Etappe dürfte während der Bauzeit auf den Betrieb des Stadtarchivs nur geringfügige Auswirkungen haben.
TABULARIUM weist geschätzte Kosten auf, die knapp unter dem Mittel der gerechneten Projekte liegen,
gleichzeitig bietet dieses Projekt aber auch mehr Flächen als die Konkurrenten. Während der Rohbau und
die Fassadenkonstruktion in einer Grobbeurteilung eher aufwendig ausfallen, vermag das Projekt durch
geringe Aufwendungen im Bereich der Baugrube sowie der Erweiterung zu überzeugen.
Das Projekt zeichnet sich durch eine Konzeption aus, welche längerfristig Sinn macht. Die kompakte Volumetrie wirkt sich vorteilhaft auf die Energiebilanz und den späteren Unterhalt aus. Die Einhaltung der
Klimastabilität hat bei einem Stadtarchiv höchste Priorität. Vor diesem Hintergrund müssten die Konstruktion der in Leichtbauweise konzipierten Füllelemente der Fassade auf den Magazingeschossen überprüft
werden.
Gesamthaft betrachtet überzeugt das Projekt TABULARIUM auf allen Ebenen und zeichnet sich als wertvoller Beitrag zur gestellten Aufgabe aus.
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TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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2. Rang
Projekt Nr. 6: ORIGAMI
Architekt:
Edelmann Krell
Badenerstrasse 329
8003 Zürich
MitarbeiterInnen: Ralf Edelmann, Oliver Krell, Jonas Schöpfer, Adrian Meier
Situation
Situation mit Erweiterung
TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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Projektbeschrieb ORIGAMI
Die Verfasser des Projektes ORIGAMI organisieren das Raumprogramm des neuen Stadtarchivs in einem
kompakten, viergeschossigen Gebäude mit rechteckigem Grundriss. Der prägnante Baukörper nimmt die
Geometrie der Kantonsschule Reussbühl auf und ergänzt die städtebauliche Anlage mit einem präzis gesetzten, selbstbewusst auftretenden Solitär. Der Übergang an der stark abfallenden Hangkante zu Ruopigen wird damit klar definiert. Der sorgfältig gestaltete Aussenraum bindet das Gebäude in selbstverständlicher Art und Weise in die Gesamtanlage ein und betont die Bedeutung und den öffentlichen Anspruch
der Institution Stadtarchiv. Der Umgang mit der Topographie und insbesondere die Absenkung des Terrains im Bereich der Anlieferung werden hingegen als wenig sensibel und unangemessen beurteilt. Mit
der korrekt situierten Eingangssituation erhält das Gebäude seine Adresse. Das gesamte Bauvolumen
wird oberirdisch angeordnet und damit bewusst als ideelles Gedächtnis der Stadt Luzern inszeniert. Die
Erweiterung wird folgerichtig an der Nordseite vorgeschlagen.
Das Projekt zeichnet sich durch eine sehr differenziert ausformulierte Architektursprache aus. Die Verfasser haben sich intensiv mit der Frage des adäquaten architektonischen Ausdrucks des Stadtarchivs auseinandergesetzt. Dabei gelingt eine überzeugende Umsetzung im äusseren Erscheinungsbild, und eine analoge und ähnlich präzise Haltung kann in der Gestaltung der Innenräume zumindest erwartet werden.
Kupfergrün eingefärbte, plastisch stark ausgeprägte Fassadenelemente aus vorfabriziertem Beton drücken
das Bewahrende und Schützende aus und verweisen auf den wertvollen Inhalt des Stadtarchivs. Die eingeschnittenen Öffnungen verdeutlichen den öffentlichen Charakter, und die raffinierte Materialisierung
verleiht dem Baukörper eine der Institution angemessene Würde und Eleganz. Sowohl in der Ausarbeitung der Grundrisse als auch der Schnitte kommt der starke Gestaltungswille der Verfasser zum Ausdruck, und gesamthaft überzeugt das Projekt durch eine bis in die Materialisierung und Detaillierung
durchgehaltene Stringenz.
Die Organisation des Raumprogramms erscheint auf den ersten Blick kompliziert und wenig nahe liegend.
Bei genauerer Betrachtung sind die inneren Abläufe jedoch konsequent durchdacht und organisatorisch
gut gelöst. Das kreuzförmige Erschliessungssystem mit dem polygonalen Zentralraum führt zu kurzen
Wegen und effizienten Betriebsabläufen.
Die Besucher werden über eine separate Wendeltreppe und Lift direkt in die öffentlich zugänglichen
Räume im 2.Obergeschoss geführt, was zwar eine aufwändige, jedoch aus betrieblicher Sicht durchaus
denkbare Lösung darstellt. Die Qualität der Arbeitsplätze und des Besucherbereichs ist überzeugend, und
insbesondere trägt die starke Identität zu einem prägnanten Raumerlebnis bei. Die Anlieferung kann zusammengefasst und damit vereinfacht werden, was insbesondere auch im Hinblick auf die Erweiterung
als notwendig erscheint.
Die Erweiterung ist aus organisatorischer Sicht kohärent ausformuliert und am richtigen Ort vorgesehen.
Die Statik wurde gut bewältigt, und das Tragsystem wird trotz der relativ grossen Spannweiten von 11m
als vernünftig und wirtschaftlich beurteilt. Die vorfabrizierten Fassadenelemente erfordern auf Grund ihrer
Dimension vertiefte Abklärungen in Bezug auf Fabrikation, Transport und Montage.
Die errechneten Baukosten liegen im unteren Bereich der Projekte der engeren Wahl. Die Gründe liegen
insbesondere in den niedrigen Geschossflächen und dem entsprechend kompakten Bauvolumen. Für die
Erweiterung sind keine Vorinvestitionen notwendig.
Das Projekt erfüllt die Voraussetzungen, den angestrebten Minergie-Eco Standard in der Umsetzung zu erreichen.
Das Projekt überzeugt sowohl in städtebaulicher als auch in funktionaler Hinsicht. Einen wesentlichen Beitrag zur gestellten Aufgabe bilden jedoch insbesondere die gekonnte architektonische Umsetzung und die
präzise Aussage zum architektonischen Ausdruck des Stadtarchivs.
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TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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3. Rang
Projekt Nr. 37: MÄANDER
Architekt:
Stücheli Architekten
Binzstrasse 108
8045 Zürich
MitarbeiterInnen: Judit Chapallaz, Christof Glaus, Yoko Komori, Alan Edburg
Weitere Planer:
Ernst Basler + Partner (Haustechnik, Umwelt)
APT Ingenieure (Baustatik)
Prevart (Lagertechnik)
Situation
Situation mit Erweiterung
TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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Projektbeschrieb MÄANDER
Das neue Stadtarchiv Luzern äussert sich als flächiger, vergleichsmässig niedriger Baukörper. Eine traufhohe Umfassung ergänzt ihn zum präzis geschnittenen Kubus und definiert zugleich einen klar begrenzten
Eingangshof. Mit seiner Setzung im orthogonalen System der Kantonsschule spannt das Stadtarchiv neue
Aussenräume auf und verankert sich so in der städtebaulich wenig strukturierten Umgebung. Obschon
das über Terrain sichtbare Volumen vergleichsmässig klein ist, vermag es eine selbstverständliche Präsenz zu entfalten. Der Verzicht auf grössere Eingriffe in den bestehenden Hangverlauf unterstützt die
Klarheit des städtebaulichen Konzepts.
Die Erweiterung tritt oberirdisch als zusätzlicher, hofartig gefasster Aussenraum in Erscheinung. Die städtebauliche Qualität des Basisprojekts wird damit nicht beeinträchtigt, allerdings bleibt die Funktion des
zweiten Hofraumes offen. Zudem steht dieser auf sich orientierte Aussenraum in erheblichem Widerspruch zur Aussichtslage der Umgebung.
Eine Stahlblechfassade hüllt das kompakte Volumen allseitig ein und reagiert mit differenzierter Perforation auf die ganz unterschiedlichen Nutzungsansprüche nach Belichtung, Transparenz, Abschirmung,
Schutz etc. Auf spielerisch subtile Art verweist sie auf die gegensätzlichen Funktionen des Stadtarchivs
und verleiht ihm damit seinen besonderen Ausdruck. Konsequent werden grössere Fassadenöffnungen
im Bereich der Anlieferung und der Arbeitsplätze über Faltelemente in das Prinzip der einheitlichen Umhüllung eingebunden.
Das Dach greift mit eingestreuten runden Oblichtern das Spiel von Ein- und Durchblicken der Fassade auf,
wird zur 5. Fassade und trägt damit der städtebaulichen Umgebung mit ihren teilweise sehr viel höheren
Bauten Rechnung.
Die rostige Patina der Stahlfassade und die rotbraune Extensivbegrünung des Dachs unterstreichen die
Einheit der Aussenhaut und verweisen auf feinstofflicher Ebene auf den Inhalt des Gebäudes.
Auch wenn die widersprüchliche Darstellung (Geschlossenheit-Transparenz) in Plänen und Visualisierung
leicht irritiert, wirkt der architektonische Ausdruck des neuen Stadtarchivs sorgfältig bearbeitet und in sich
stimmig. Allerdings wird das Prinzip der Verhüllung als dem öffentlichen Aspekt eines Stadtarchivs nicht
ganz angemessen empfunden.
Die einfache und klare Primärstruktur gliedert das Gebäude in eine logische und übersichtliche Abfolge
von funktionalen Raumschichten. Auf dem öffentlichen oberen Zugangsgeschoss wird der Besucher mäanderartig in das Gebäude hineingeführt, wobei der Öffnungsgrad der jeweiligen Räume – vom umfassten
Eingangshof über Windfang und Empfang zu Katalog- und Lesesaal -kontinuierlich abnimmt. Das allmähliche Eintauchen in die introvertierte Archivwelt wird hier sinnlich erlebbar gemacht.
Empfang und Magazindienst im Zentrum der mittleren Raumschicht ermöglichen eine effiziente Betreuung der Besucher. Der Lift als vertikales Element gewährleistet in der dritten Raumschicht die kurze Verbindung zur hangseitig direkt erschlossenen Anlieferung und den zwei Archivgeschossen und damit einen
funktional guten internen Betrieb.
Die Platzierung der Vertikalerschliessung und Servicezonen in der dritten Raumschicht ermöglicht die
Spiegelung der Archivräume auf die Nordseite. Die zukünftige Erweiterung ist so ohne Vorinvestitionen
noch Beeinträchtigung der Betriebsabläufe optimal möglich.
Das vorgeschlagene Tragsystem ist mit vergleichsmässig kleinen Spannweiten und vierseitig gelagerten,
eingespannten Auflagern sehr günstig, die kompakte, symmetrische Gebäudestruktur begünstigt zudem
Aussteifung und Erdbebensicherheit. Die Flachfundation ist ohne Probleme möglich. Konzeptbedingt aufwändiger ist die Baugrube, eine Hangsicherung im Bereich der angrenzenden Kantonsschule notwendig.
Beim Vergleich der Erstellungskosten liegt Mäander leicht über dem Durchschnitt aller Projekte. Günstig
wirken sich dabei die überdurchschnittliche Kompaktheit des Projekts und das einfache, effiziente Tragsystem aus. Aufwändiger und damit kostentreibend ist die bereits erwähnte Baugrube und – auch dies
konzeptbedingt – die grosse Fläche des eigentlichen Dachs sowie des unterbauten Eingangshofs. Für den
Betrieb und Unterhalt lassen sich analog zur Erstellung leicht überdurchschnittliche Kosten erwarten, dies
vor allem aufgrund der grossen Dachflächen aber auch der Konstruktion und Materialisierung der Fassaden.
Für die energetische Beurteilung wirkt sich die grosse Kompaktheit des Projekts positiv aus. Zudem erweist sich die Anordnung der Archivräume im Erdreich bezüglich Stabilisierung der Raumklimabedingun-
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gen sowie Heiz- und Kühlenergiebedarf als günstig. Eher problematisch sind die konzeptbedingten Oblichter im Hinblick auf den sommerlichen Wärmeschutz.
MÄANDER leistet einen wertvollen Beitrag zur Diskussion über Funktion und Bedeutung des Stadtarchivs
und seinen adäquaten Ausdruck und zeichnet sich darüber hinaus durch hohe Funktionalität mit grossen
räumlichen Qualitäten aus.
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4. Rang
Projekt Nr. 22: PIETRO
Architekt:
Abraha Achermann GmbH
Langstrasse 122
8004 Zürich
MitarbeiterInnen: Stephan Achermann / Daniel Abraha
Weitere Planer:
Benno Zurfluh, Zurfluh Lottenbach GmbH, Luzern (Fachplaner Energie)
Kevin M. Rahner, dipl. Ing., Basel (Fachplaner Statik)
Situation
Situation mit Erweiterung
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Projektbeschrieb PIETRO
Die Verfasser des Projektes PIETRO organisieren das Raumprogramm des neuen Stadtarchivs in einem
kompakten, fünfgeschossigen Gebäude mit quadratischem Grundriss, welches geometrisch auf die benachbarte Schulanlage ausgerichtet ist. Das Projekt tritt selbstbewusst in Erscheinung und markiert den
Übergang an der Hangkante zu Ruopigen. Durch Lage und Ausrichtung des Zugangs findet das Gebäude
auf selbstverständliche Art zu seiner Adresse. Dank seiner relativ kleinen Grundfläche bleibt ein grosszügiger Aussenbereich mit Bäumen unbebaut, welcher freie Sicht auf die Stadt gewährt. Mit der späteren
Erweiterung, die als Aufstockung von bis zu drei Geschossen vorgeschlagen wird etabliert der Entwurf –
allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt - einen Bezug zu den hohen Bauten in Ruopigen und den
Hochhäusern in der Ebene von Emmenbrücke. Die Jury beurteilt aber die Angemessenheit und das Mass
der Aufstockung unterschiedlich.
Architektonisch vermittelt das Projekt durch seine Materialität – einer edlen, hell eingefärbten Betonschale
mit horizontal ausgerichtetem Schalungsbild – den Charakter eines schützenden Gefässes. Trotz des relativ kleinen Anteils an Öffnungen zeichnet sich der Bau im Inneren gerade im Besucherbereich durch eine
grosszügige und lichte Atmosphäre mit schönen räumlichen Bezügen auch zum Aussenraum auf. Bei genauerer Betrachtung wären allerdings sowohl aus kompositorischen wie auch aus lichttechnischen Überlegungen Lage und Dimension einzelner Öffnungen insbesondere im Sockelgeschoss noch zu überprüfen.
Die vorgeschlagene Aufstockung für die Erweiterung verschiebt die grundsätzlich stimmige Balance des
Gebäudes in der ersten Etappe eher zu seinen Ungunsten.
Das einfache räumlich-strukturelle Prinzip mit tragender Fassade und aussteifendem Kern bietet auf allen
Geschossen eine Flexibilität in der räumlichen Organisation des Programms. Inwiefern für die späteren
Aufstockungen Vorleistungen in Form von grösseren Dimensionierungen der Tragstruktur wie auch der
Gebäudetechnikanlagen erbracht werden müssen, bleibt abzuklären. Der Entscheid, das Tragwerk innen
zu isolieren führt zu aufwendigen konstruktiven Details und erschwert die Aussteifung hinsichtlich einer
geforderten Erdbebensicherheit.
Die Nutzungsanordnung im Gebäudeinneren macht Sinn und ermöglicht kurze Wege und somit einen effizienten Betrieb. Der übersichtlich konzipierte Besucherbereich im Erdgeschoss und das Sockelgeschoss
mit der Anlieferung und den Arbeitsräumen für die Mitarbeiter sind gut organisiert, die Qualität der Arbeitsplätze im Sockelgeschoss ist bedingt durch die teilweise ungünstige Lage der Öffnungen etwas eingeschränkt. Die Magazinräume in den Obergeschossen sind sehr effizient organisiert. Offen bleibt, wie
stark eine spätere Erweiterung in Form einer Gebäudeaufstockung den Betrieb während der Bauzeit einschränken wird, sicher müsste mindestens ein Magazingeschoss vorübergehend geschlossen und möglicherweise die Aufzüge zeitweise aus dem Betrieb genommen werden.
Das sehr kompakte Volumen und die effiziente räumliche Organisation führen gesamthaft zu erwarteten
Kosten, die unter dem Durchschnitt der geprüften Projekte liegen. Allerdings setzt das Konzept einer Aufstockung in der späteren Erweiterung Vorinvestitionen in der ersten Etappe voraus.
Das Projekt lässt durch seinen volumetrischen Ansatz grundsätzlich günstige Energie Kennwerte erwarten. Das konstruktive Konzept mit der Innendämmung müsste allerdings noch einmal hinterfragt werden.
Das Projekt PIETRO weist architektonisch und betrieblich viele Qualitäten auf. Letztendlich vermag aber
insbesondere der Vorschlag seiner Erweiterung städtebaulich, architektonisch und betrieblich nicht ganz
zu überzeugen.
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TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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5. Rang
Projekt Nr. 74: COMPACTUS (2)
Architekt:
Matei Manaila Dipl. Architekt ETH/SIA
Scheuchzerstrasse 72
8006 Zürich
MitarbeiterInnen: Michael Buschor
Weitere Planer:
Plüss Meyer Partner, 6362 Stansstad (Statik)
Bauphysik Meier AG, 8108 Dällikon
Situation
Situation mit Erweiterung
TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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Projektbeschrieb COMPACTUS (2)
Das neue Stadtarchiv besetzt als kompakter, turmartiger Baukörper die Kuppe unterhalb der Kantonsschule Reussbühl und wird mit seiner selbstbewussten Präsenz zum neuen Bezugspunkt für Ruopigen und die
angrenzenden Stadtteile. Mit der Schulanlage wird ein neuer Aussenraum aufgespannt, über den das
Stadtarchiv erschlossen wird. Der haushälterische und sorgfältige Umgang mit Grundstück und Topografie
tragen zur Qualität des städtebaulichen Konzepts bei.
Die Erweiterung mit dem direkten Anbau eines analogen Baukörpers über Eck ist technisch und betrieblich zwar gut lösbar, vermag jedoch städtebaulich und insbesondere architektonisch nicht zu überzeugen.
Das neue Stadtarchiv ist als monolithischer Baukörper mit massiven Wänden aus Dämmbeton ausgebildet
und vermittelt den Eindruck von Dauerhaftigkeit und Schutz für das Archivgut. Interessant und den architektonischen Ausdruck prägend ist die geschossweise Gliederung, die mit ihren abwechslungsweise konkav und konvex gekrümmten Aussenwänden an einen überdimensionierten Stapel Bücher erinnert. Ein
starkes Bild, das allerdings der Funktion des Stadtarchivs nur wenig entspricht, da tatsächlich nur wenig
eigentliche Bücher gelagert werden.
Der Funktion und dem gewählten architektonischen Ausdruck entsprechend durchstossen einzelne grossformatige Öffnungen die massive Aussenwand. So schön diese in Bezug auf die Qualität des Innenraums
gesetzt sind und so reizvoll der Kontrast zwischen offenen und geschlossenen Wandflächen sein könnte,
so wenig korrespondieren sie mit dem gewählten Bild des Bücherstapels.
Die innere Organisation ist kohärent und überzeugt durch ihre Funktionalität:
Die verschiedenen Nutzungen des Archivs werden auf insgesamt sieben Geschossen übereinander gestapelt, wobei die klare und übersichtliche Struktur der quadratischen Grundrisse kurze Wege und gute
betriebliche Abläufe garantieren. Der öffentliche Bereich wird über einen minimal gestalteten Zugang von
der Ruopigenstrasse erschlossen. Ausgezeichnet wird dieses öffentliche Geschoss durch gut proportionierte Raumzonen, grosse Übersichtlichkeit und – trotz des kompakten Grundrisses – angenehme Grosszügigkeit. Dazu tragen die grossformatigen Ausblicke in die Weite der Stadtlandschaft wesentlich bei.
Dem natürlichen Hangverlauf entsprechend erfolgt die Anlieferung ein Geschoss tiefer und ist direkt kombiniert mit dem administrativen Bereich. Das Untergeschoss ist reserviert für die Technik und einzelne
kleinere Archive, während sich die eigentlichen Magazine auf den vier obersten Geschossen befinden,
ähnlich einem vom Boden abgehobenen Kornspeicher.
Die Platzierung der Vertikalerschliessung in der Gebäudeecke ermöglicht die bereits eingangs beschriebene direkte Erweiterung. Diese ist mit minimaler Beeinträchtigung des Betriebs zwar optimal möglich, konstruktiv jedoch aufgrund der formalen Fassadengestaltung aufwändig. Aus architektonischer Sicht ist die
Erweiterung des ausgeprägten Solitärs in der vorgeschlagenen Form nicht verständlich.
Das vorgeschlagene Tragsystem ist mit Spannweiten bis 11m generell aufwändig; besonders aufwändig
aber ist die Abfangkonstruktion für das freie Erdgeschoss. Als technisch schwierig wird die Lagerung der
Geschossdecken in der Misaporwand eingeschätzt. Da die Misaporfassade keine Erdbebenkräfte übernehmen kann, muss die Aussteifung des Gebäudes über die Kernzone erfolgen. Dafür ist ihre - bezogen
auf das Basisprojekt - exzentrische Lage nicht ideal. Problemlos ist dagegen die Flachfundation, auch die
Baugruppe ist ohne Hangsicherung möglich.
Der Eindruck von grosser Kompaktheit wird beim näheren Betrachten relativiert, COMPACTUS (2) liegt
über dem Schnitt der vergleichbaren Projekte. Die beschriebene, aufwändige Tragstruktur tragen zu den
leicht überdurchschnittlichen Erstellungskosten bei.
Aus energetischer Sicht grundsätzlich günstig ist die kompakte Gebäudeform. Es ist allerdings nicht nachvollziehbar, oder zumindest umstritten, wie mit der gewählten Fassadenkonstruktion aus Schaumglasbeton (Misapor) die heutigen Anforderungen nach Minergie-P erfüllt werden können.
Das Projekt COMPACTUS (2) zeichnet sich aus durch einen sorgfältigen und hohen Bearbeitungsstandard
und lässt einen starken Gestaltungswillen erkennen, die funktionalen Anforderungen an den Betrieb sind
sehr gut gelöst. Es leistet damit einen wertvollen Diskussionsbeitrag für die gestellte Aufgabe. Allerdings
vermag es sowohl bei der architektonischen Gestaltung wie auch dem Erweiterungspotenzial nicht wirklich zu überzeugen.
TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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TGS Bauökonomen AG / Projektwettbewerb Neubau Stadtarchiv Luzern / Bericht des Preisgerichts
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6. Rang
Projekt Nr. 4: EBISU
Architekt:
Marchal + Fürstenberger Architekten
Freie Strasse 103
4051 Basel
MitarbeiterInnen: Sacha Marchal, Philippe Fürstenberger, Shinji Hachiya
Weitere Planer:
Waldhauser Haustechnik AG, Florenzstrasse 1d, 4023 Basel
Situation
Situation mit Erweiterung
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Projektbeschrieb EBISU
Das Projekt EBISU nimmt die Geometrie der Kantonsschule Reussbühl auf und ergänzt die bestehende
Schulanlage mit einem horizontal gegliederten Bauvolumen, welches die gesamte Breite der Parzelle beansprucht. Das Gebäude sitzt präzise im leicht abfallenden Gelände und markiert den Übergang zur Hangkante gegen Ruopigen klar.
Die differenzierte Ausformulierung des Baukörpers in einen geschlossenen Archivbereich und eine transparente öffentliche Zone, welcher leicht überhöht und auskragend in den Sockelbereich eingeschoben ist,
wird als kohärente Umsetzung des städtebaulichen Konzeptes gewürdigt.
Die Aussenraumgestaltung ist in positivem Sinne zurückhaltend gestaltet, wobei die Lage und Ausformulierung der Ankunfts- und Eingangssituation weniger überzeugend ausformuliert wurde.
Die Erweiterung wird folgerichtig an der Nordseite vorgeschlagen. Es ist jedoch zu bedenken, dass die
eleganten Proportionen der ersten Bauetappe durch das zusätzliche Gebäudevolumen erheblich beeinträchtigt würden.
Der städtebauliche Ansatz wird sowohl räumlich, als auch in Bezug auf den architektonischen Ausdruck
konsequent und pragmatisch umgesetzt. Der stark eingegrabene Archivbereich vermittelt durch die aus
vorfabrizierten Betonelementen bestehenden Fassaden den Eindruck von Schwere, Lagerung und Schutz
– durchaus Begriffe, welche mit der Nutzung des Stadtarchivs in Verbindung gebracht werden können.
Trotzdem lässt das Projekt eine spezifische und prägnante Auseinandersetzung mit dem architektonischen Ausdruck des Stadtarchivs vermissen. So verspricht zum Beispiel der über Eck verglaste Publikumsbereich zwar eine angemessene Raumstimmung und Lichtqualität, ohne jedoch der unverwechselbaren Identität des Stadtarchivs vollumfänglich gerecht zu werden.
Der Hauptzugang wird sowohl aus räumlichen, wie auch aus betrieblichen Gründen (Behindertengerechtigkeit) als problematisch beurteilt.
Das Projekt überzeugt durch eine klare und intelligente Nutzungsanordnung. Die Raumorganisation führt
zu kurzen und übersichtlichen Wegen und damit zu effizienten Betriebsabläufen. Die Raumbezüge und organisatorischen Abläufe sind insgesamt souverän umgesetzt.
Dem grosszügigen und gut belichteten Publikums- und Arbeitsbereich stehen sehr gut strukturierte Archivräume im Sockelbereich gegenüber.
Die Erweiterung ist aus organisatorischer Sicht beispielhaft gelöst. Die Erstellung der zweiten Bauetappe
kann ohne erhebliche Behinderung des laufenden Betriebs umgesetzt werden.
Die Statik wurde gut bewältigt und das Tragsystem wird als vernünftig und wirtschaftlich beurteilt. Auf
Grund der tiefen Baugrube sind Hangsicherungen vorzusehen.
Die errechneten Baukosten liegen im Durchschnitt der Projekte der engeren Wahl. Für die Erweiterung
sind keine Vorinvestitionen notwendig.
Das Projekt erfüllt die Voraussetzungen, den angestrebten Minergie-Eco Standard in der Umsetzung zu erreichen.
Das Projekt leistet einen wesentlichen Beitrag zur gestellten Aufgabe. Trotz korrekter und überzeugender
städtebaulicher und funktionaler Umsetzung kann die architektonische Gestaltung jedoch nicht restlos
überzeugen.
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