ISBN 3-929944-68-5 Institut Arbeit und Technik Kulturwissenschaftliches Institut Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH Wuppertal Institut für Klima Umwelt Energie Jahrbuch 2004/05 Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie Döppersberg 19 42103 Wuppertal Telefon: 02 02 /24 92-0 Telefax: 02 02 /24 92-108 Jahrbuch 2004/05 Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen WISSENSCHAFTSZENTRUM NORDRHEIN-WESTFALEN Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH Jahrbuch 2004/2005 Inhalt Begrüßung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Peter Hennicke Chancen für einen ökologischen Strukturwandel .. . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Oscar Reutter Kooperationen mit Universitäten in Qualifizierung und Lehre .. . . . . . . . . 17 Forschungsgruppe 1 Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Forschungsgruppe 2 Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 © Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH im Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen Forschungsgruppe 3 Stoffströme und Ressourcenmanagement .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31 Jahrbuch 2004/2005 Forschungsgruppe 4 Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 Herausgeber: Redaktion: Fotos: Bildbearbeitung: Layout: Druck: Wuppertal Institut Dorle Riechert, Oscar Reutter wenn nicht anders angegeben: Sabine Michaelis, Hans Kretschmer, VisLab Sabine Michaelis Dorothea Frinker Hitzegrad, Wuppertal, auf Öko-Art Matt 100% Recyclingpapier Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH im Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen Döppersberg 19, 42103 Wuppertal Postfach 10 04 80, 42004 Wuppertal Telefon: +49 202 24 92 0 Telefax: +49 202 24 92 108 E-Mail (allgemein): [email protected] E-Mail (individuell): [email protected] Internet: http://www.wupperinst.org Wuppertal 2005 ISBN 3-929944-68-5 Querprojekte Nachhaltigkeitsszenarien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 Globalisierung und Nachhaltigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 Ökosuffizienz und Lebensqualität .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 Büro Berlin .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53 Bernd Brouns, Stefan Lechtenböhmer, Jochen Luhmann „Kyoto plus“ – Strategien globaler Klimapolitik im 21. Jahrhundert .. . . . 57 Peter Hennicke Impulse für die Ressourcenwende, qualitatives Wachstum und mehr Arbeit .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101 Kora Kristof, Christa Liedtke Lessons Learned – Erfahrungen anderer Länder für das neue deutsche Materialeffizienzprogramm nutzen .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111 Timo Busch, Christa Liedtke Ressourcenproduktivität und Innovation in KMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119 Raimund Bleischwitz Jenseits der Materialeffizienz: Die Neuordnung der internationalen Rohstoffmärkte .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129 Stefan Bringezu Einige strategische Aspekte zur Entwicklung eines wirtschaftsweiten nachhaltigen Ressourcenmanagements . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137 Zu Gast beim Wuppertal Institut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153 Neuerscheinungen .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155 Veröffentlichungen Juni 2004 bis Juni 2005 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157 Das WI in Kürze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 190 Liebe Leserin, lieber Leser, willkommen beim Wuppertal Institut! Wir freuen uns, Ihnen auch dieses Jahr ein Jahrbuch in der bewährten Form anbieten zu können. Sie finden hier sowohl eine Rückschau auf ein Jahr interdisziplinärer Forschungsarbeit (Juli 2004 bis Juni 2005) als auch einen Blick nach vorn, auf das, was wir uns vorgenommen haben und was wichtige Themen in der Nachhaltigkeitsdiskussion sein werden. Im Vergleich zu den Ausgaben der letzten Jahre haben wir jedoch viele Informationen, die Sie ohnehin aktuell auf unserer Homepage www.wupperinst.org finden, zugunsten von mehreren themenbezogenen Beiträgen herausgelassen. Die Erfahrung zeigt, dass Recherche und Informationsbeschaffung inzwischen weitgehend über das Internet erfolgen. Inzwischen ist sogar die Zahl der aus dem Internet heruntergeladenen Jahrbücher höher als die Druckauflage. Wenn Sie also mehr über uns wissen möchten, zum Beispiel über Projekte, Personen, Publikationen, besuchen Sie uns auf unserer Homepage! Und sollten Sie daran interessiert sein, regelmäßig über die Aktivitäten des Wuppertal Instituts auf dem Laufenden zu bleiben, abonnieren Sie die WI-News auf unserer Homepage: dieser E-Mail-Newsletter erscheint ca. vierzehntäglich. Einen anschaulichen Eindruck von den Veranstaltungen, Vorträgen und Gästen am Institut sollen Ihnen die Fotos dieser Jahrbuchausgabe vermitteln. Dabei handelt es sich naturgemäß nur um einen bildhaften Ausschnitt unserer vielfältigen Aktivitäten innerhalb der anwendungsorientierten Nachhaltigkeitsforschung. Wir forschen nicht im stillen Kämmerlein. Die Kommunikation der Ergebnisse verstehen wir als Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung. Als „lernendes Unternehmen“ sind wir auf den Austausch angewiesen. Sollten Sie also Fragen oder Anregungen haben, erreichen Sie uns per E-Mail über [email protected]. Vielen Dank für Ihr Interesse und viel Spaß bei der Lektüre! Dorle Riechert Öffentlichkeitsarbeit Chancen für einen ökologischen Strukturwandel Peter Hennicke fähigen wirtschaftlichen Entwicklung kann die Bundesregierung die Rahmenbedingungen und positive Anreizstrukturen für einen ökologischen Strukturwandel schaffen. Die Konzepte und Strategien dafür liegen vor – der Aufschwung kann durch Klimaschutzinvestitionen beschleunigt werden. Chancen für einen ökologischen Strukturwandel Das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls öffnet Zukunftsmärkte Das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls am 16. Februar 2005 markiert einen historischen Schritt für den Klimaschutz. Seine Bedeutung liegt darin, dass die überwiegende Mehrheit der Industriestaaten in einer „Koalition der ­Willigen“ eines der gravierendsten globalen Probleme gemeinsam anpacken will. Dabei wird die zwischen 2008 und 2012 vorgesehene Begrenzung der Treibhausgasemissionen bei weitem nicht ausreichen. Doch kann das Inkrafttreten des Protokolls gleichsam der Startschuss für eine Dynamik in Richtung eines ökologischen Strukturwandels sein. Denn damit werden Rahmenbedingungen gesetzt, die zusätzliche Anreize für Investitionen in Zukunftsmärkte im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien setzen. Allerdings bedarf es zur Zielerreichung des Kyoto-Protokolls und der darüber hinaus notwendigen GHGReduktionsmaßnahmen eines parallelen weltweiten Prozesses zur integrierten und beschleunigten Marktentwicklung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Dabei könnten multilaterale Absprachen und Selbstverpflichtungen über Leitziele, Know-how- und Technologietransfer in ähnlicher Form statt­ finden wie beim Nachfolgeprozess der Renewables 2004. Allerdings sollten bei der Umsetzung Programme und Projekte für Energieeffizienz und erneuerbare Energien strategisch miteinander verbunden werden, um durch die billigeren Optionen der Energieeffizienz die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten zu minimieren und die Lernkurveneffekte bei den Erneuerbaren zu beschleunigen und zu finanzieren (siehe auch Seite 101 ff.). Konzepte und Strategien für diesen Wandel zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft und Gesellschaft zu erforschen und zu entwickeln, ist der Gründungsauftrag des Wuppertal Instituts. Die Forschungsarbeiten der vergangenen vierzehn Jahre machen deutlich, dass die aus Klimaschutzperspektive kurz- und mittel­fristig erforderlichen Emissionsminderungen in der Mehrheit der Industriestaaten wirtschaftlich umsetzbar sind. Klimaschutz, der weit über die Ziele von Kyoto hinausgeht, kann sich ­doppelt lohnen: Im Sinne globalen Klimaschutzes, aber auch einer zukunfts­ Eine „Ökonomie des Vermeidens“ von unnötigem Naturverbrauch aufbauen Die ökologische Notwendigkeit sowie die technisch-sozioökonomische Realisierbarkeit einer drastischen Steigerung der Energie- und Materialeffizienz um einen „Faktor X“ ist eine Leitidee, die die Forschung am Wuppertal Institut seit gut einem Jahrzehnt inspiriert hat. Das Institut hat damit weltweit (insbesondere in Japan) Impulse gegeben und „Agenda Setting“ dafür betrieben, die Voraussetzungen und Implikationen einer Abkopplung von Wohlstand und Naturverbrauch einer wissenschaftlichen Analyse zu unterziehen. Das „Faktor X“-Konzept ist der Versuch, die Komplexität der Wechselbeziehungen zwischen Wirtschaftsentwicklung und Naturverbrauch auf eine für Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft fassbare „Formel“ zu bringen und für quantitative Analysen sowie für die Konzeptualisierung von Reduktionsstrategien zugänglich zu machen. In den neunziger Jahren war diese Analyse noch vorwiegend ökologisch motiviert. Normative Argumentationen, die auf gleichen Nutzungsund Verschmutzungsrechten („ökologischer Imperativ“) aufbauten, prägten die Diskussion. Anschauliche Hochrechnungen – etwa in der Form „vier Erdbälle wären bei Verallgemeinerung des Lebensstils des Nordens auf mehr als 10 Milliarden Menschen notwendig“ – haben dazu beigetragen, dass die Notwendigkeit einer drastischen Entkopplung von Wohlstand und Naturverbrauch heute wohl kaum noch bestritten wird. Aber ist dies auch möglich und gesellschaftspolitisch anschlussfähig? Die Konzepte zur Steigerung der Ressourceneffizienz um den „Faktor X“ waren zunächst mit den zentralen wirtschafts- und entwicklungspolitischen Herausforderungen im Norden (z.B. Eindämmung der Arbeitslosigkeit) und des Südens „Faktor Vier“ (Weizsäcker/Lovins), „Faktor Zehn“ (Schmidt-Bleek) oder auch „Faktor Acht“ (Yamamoto) sind dabei Formeln, die sich hinsichtlich Methodik (normativ, szenarien­­gestützt), Zeithorizont (2030, 2050), Geltungsbereich (Mikro, Makro, Global), Anwendungsbereich (Energie, Material, Fläche) unterscheiden. Sie alle verbindet jedoch der Entkopplungsgedanke und die strategische Bedeutung einer Steigerung der Ressourcen­effizienz. Vgl. Misereor/BUND, Zukunftsfähiges Deutschland. Birkhäuser Verlag: Basel, Boston, Berlin 1996. Jahrbuch 2004/2005 (z.B. Armutsbekämpfung) wenig verbunden. Der auf dem World Summit on Sustainable Development (WSSD) in Johannesburg im Jahr 2002 beschlossene „Plan of Implementation“ und die vereinbarte Entwicklung von 10-JahresPlänen zum nachhaltigen Konsumieren und Produzieren zwingen allerdings zukünftig dazu, diese Verbindung systematisch herzustellen. Denn es ist z.B. in Deutschland wohl kaum mehrheitsfähig, einen 10-Jahres-Plan zum nachhaltigen Konsumieren und Produzieren zu konzipieren, der nicht gleichzeitig auch einen insgesamt positiven Beitrag zur Beschäftigung ermöglicht. Insofern reicht es nicht mehr aus, die ökologische Notwendigkeit eines Entkopplungsprozesses zu begründen, wenn die ökonomischen (z.B. neue Geschäftsfelder, Beitrag zu Innovationen und zur Kostensenkung) und sozialen (z.B. neue Erwerbsarbeitsplätze) Dimensionen nachhaltigerer Produktions- und Konsummuster nicht gleichzeitig untersucht werden. Über ex post-Analysen des Energie-, Materialund Flächenverbrauchs hinaus müssen zukünftige integrierte Reduktionsstrategien konzipiert, Analysen über Hemmnisse und Steuerbarkeit eines reduzierten Energie- und Materialverbrauchs durchgeführt und ein Instrumentenmix einer neuen Energie- und Materialpolitik entwickelt werden. Die Herausforderungen, die sich mit dem Inkrafttreten des Kyoto-­Protokolls stellen, und die Chancen eines ökologischen Strukturwandels, einer „Ressourcenwende“, sind in jüngster Zeit besonders deutlich geworden und markieren die Forschungsanstrengungen und Aktivitäten des Wuppertal Instituts. Beiden Themen wird in diesem Jahrbuch besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Doch zuvor einige Anmerkungen zu der wirtschaftlichen und konzeptionellen Entwicklung des Instituts im Berichtszeitraum. Chancen für einen ökologischen Strukturwandel projekte) und Spitzenwerte beim Drittmittelvolumen pro Vollzeitwissenschaftler sind Indikatoren für die Anerkennung des Instituts am hart umkämpften Forschungsmarkt. Allerdings ist mit einer abermals sinkenden Grundfinanzierungsquote im Jahr 2006 eine „Schallmauer“ bei der Basisfinanzierung für ein weltweit agierendes Forschungsinstitut erreicht. Die finanziellen Voraussetzungen für einen angemessenen Anteil marktunabhängiger Forschung werden sonst in Frage gestellt. Auch der Internationale Beirat des Wuppertal Instituts sieht mit Sorge, dass die drastischen Kürzungen der Landeszuwendungen in den Jahren 2003 bis 2006 auf Dauer die Forschungssubstanz des Instituts aushöhlen und seine auch im Ausland, z.B. in Japan, bei UNEP, dem Umweltprogramm und anderen Organisa­tionen der Vereinten Nationen, anerkannte Kompetenz des wissenschaftlichen „Agenda Setting“ in Frage stellen könnte. Dies würde auch für den Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen und für die Forschungskapazitäten im Bergischen Städtedreieck eine empfindliche Schwächung bedeuten. Forschungsstrategisch hat das Institut durch die Evaluierung des Wissenschaftsrates im Jahr 2001 und durch die interne Qualitätskontrolle des Internationalen Beirats eine Reihe von grundlegenden neuen Impulsen erhalten. Dies betrifft die Fokussierung seiner Forschungsfelder, die Etablierung von Forschungspartnerschaften mit Wissenschaft und Wirtschaft, die Einrichtung eines Doktorandenkollegs, die Qualitätskontrolle und die institutionalisierte Neue Forschungsinitiativen am Wuppertal Institut unter veränderten finanziellen Rahmenbedingungen Im Berichtsjahr hat sich das Wuppertal Institut trotz weiterer einschneidender Kürzungen bei der Grundfinanzierung erfolgreich weiterentwickelt. Das ist einerseits dem Umstand zu verdanken, dass die seit dem 1. November 2003 gültige neue Forschungsstruktur Rationalisierungspotentiale, Synergien und sektorübergreifende Forschungsinitiativen freigesetzt hat. Andererseits hat das Institut aus der Not der gekürzten Grundfinanzierung versucht, mit einem außergewöhnlichen Sprung vorwärts bei der Drittmittelakquise eine Tugend zu machen. 80 Forschungsprojekte, ein Drittmittelvolumen von über 5,7 Mio. Euro in 2005, Mitarbeit an spektakulären EU-weiten Forschungsverbünden (so z.B. die Forschungsbegleitung für „Hychain“, eines der größten EU-Wasserstoff- Am 13./14. Juni 2005 fand das jährliche Treffen des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Wuppertal Instituts statt. Prof. Lenelis Kruse, die neue Vorsitzende (3.v.l.), sagte zum Abschluss, dass das Wuppertal Institut seinen Neukonzipierungsprozess sehr erfolgreich abgeschlossen habe und der Beirat mit dem Fortschritt und den Ergebnissen sehr zufrieden sei. Der Beirat empfahl den Forschungsgruppen, ihr Profil weiter zu schärfen und der Kommunikation von Projektergebnissen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Er machte deutlich, dass eine stabile Grundfinanzierung Voraussetzung dafür sei, die Rolle des Wuppertal Instituts im internationalen wissenschaftlichen Diskurs behaupten zu können. Die Zusammensetzung des Beirats erfahren Sie unter: http://www.wupperinst.org/Seiten/beirat.html 10 Jahrbuch 2004/2005 Chancen für einen ökologischen Strukturwandel 11 Kooperation mit Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen. Davon profitiert auch die Drittmittelforschung des Instituts. Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zielten jedoch auf ein Finanzierungsmodell des Wuppertal Instituts mit einem angemessenen und eher steigenden Anteil der Grundfinanzierung und nicht auf eine noch unter der rot-grünen Landesregierung beschlossene 30-prozentige Reduzierung der Landeszuwendung für die Jahre 2003 bis 2006. Insofern sind auch einige Empfehlungen des Wissenschaftsrates, so z.B. die stärkere Beteiligung unserer WissenschaftlerInnen an der Lehre oder die gemeinsame Berufung und Besetzung von Leitungsfunktionen mit Professoren zwar sehr erwünscht, aber unter den derzeitigen extremen finan­ziellen Restriktionen nicht erfüllbar. Der Internationale Beirat (IAB) hat auf seiner Sitzung im Juni 2004 die Neukonzipierung insgesamt recht positiv bewertet („Well under way“). Der neu zusammengesetzte Internationale Beirat hat im Juni 2005 die weitere Umsetzung wie folgt charakterisiert: „The IAB was most satisfied with the results of the restructuring process.“ Das verdeutlicht eine Auswahl von Initiativen und Forschungsaktivitäten des Wuppertal Instituts im internationalen wie regionalen und nationalen Bereich. „International Centre on Sustainable Consumption and Production“ (CSCP) Foto oben: Auch die wissenschaftliche Debatte hat ihre humorvollen Seiten. Im Bild: Peter Hennicke, Lenelis Kruse, Akio Morishima, Leena Srivastava und Hans G. Nutzinger. Fotos unten von l.n.r.: Lenelis Kruse, Hagen, und Akio Morishima, Tokio – Joan Davis, Zürich, und Thomas B. Johansson, Lund – Hans G. Nutzinger, Kassel. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und das Wuppertal Institut haben am 1. August 2005 das „International Centre on Sustainable Consumption and Production“ (CSCP) gegründet. Dieses Vorhaben wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW und der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderungsgesellschaft Wuppertal sowie vom Exekutivdirektor von UNEP, Prof. Dr. Klaus Töpfer, unterstützt. Das CSCP wird damit zu einem weiteren Mitglied in der internationalen Gemeinschaft der weltweit kooperierenden UNEP Centres. Mitglieder sind derzeit u.a. das „UNEP World Conservation Monitoring Centre“ (WCMC), das „Global Resource Information Database“ (GRID), das „UNEP Collaborating Centre on Energy and Environment“ (UCCEE), das „UNEP Collaborating Centre on Water and Environment“ (UCC-Water) und die „Global Reporting Initiative“ (GRI). Aufgabe des CSCP ist es, lösungsorientierte Beiträge zu dem 10-Jahres-Programm für „Sustainable Consumption and Production“ (SCP) 12 Jahrbuch 2004/2005 zu leisten, das auf dem Johannesburg-Gipfel für Nachhaltige Entwicklung im Jahre 2002 verabschiedet wurde. Der nach Johannesburg initiierte „MarrakeschProzess“ wird von UNEP und dem United Nations Department of Economic and Social Affairs (UN DESA) geführt. Das Centre soll das „Haus-Institut“ dieses Prozesses werden und aktiv zu dessen Erfolg beitragen. Das Centre baut dabei auf den langjährigen Forschungsaktivitäten des Wuppertal Instituts im Bereich nachhaltigen Produzierens und Konsumierens auf und kooperiert eng mit dem Wuppertal Institut. Sitz des Centres ist Wuppertal. Es wird in fachlicher und organisatorischer Hinsicht eng mit dem Wuppertal Institut zusammenarbeiten. Nordrhein-Westfalen kann auf diese Weise eine wissenschaftliche Institution von weltweitem Rang im Lande ansiedeln und erweitert damit das Spektrum innerhalb der bisher vorwiegend in Bonn tätigen „UN Familie“. Das Centre unterstreicht damit die Bedeutung von NRW als einem international anerkannten Wissenschaftsstandort. Auch die Ansiedlung im Bergischen Städtedreieck passt sich ausgezeichnet in die vom Land NRW geförderten Strategien zur Regionalentwicklung ein. Das Bergische Städtedreieck hat „Nachhaltigkeit“ als einen Entwicklungsschwerpunkt definiert (z.B. im Rahmen der Regionale 2006). Nachhaltig­ keitsprojekte (wie z.B. KURS 21 – Schulen unternehmen Zukunft) bilden einen ausge­wiesenen Schwerpunkt dieser Aktivitäten. An der neu gegründeten regionalen Stiftung für Nachhaltiges Wirtschaften beteiligen sich viele Akteure in der Region. Dies ist auch der Grund dafür, dass das Centre von Oberbürgermeister Jung und allen Parteien des Gemeinderates tatkräftig unterstützt wird. Wissenschaftliche Kooperation mit Japan Das Wuppertal Institut hat im letzten Jahr seine traditionell guten wissenschaftlichen Kontakte mit Japan weiter ausgebaut. Im Kontext des „Deutschland in Japan-Jahres“ hat das Wuppertal Institut die Umweltkonferenz am 9. April 2005 in Tokyo mit vorbereitet und war durch Raimund Bleischwitz und Peter ­Hennicke als Redner vertreten. Darüber hinaus waren der Präsident auf Veranstaltungen des „Science Council of Japan“ (SCJ) und Manfred Fischedick bei einem hochrangigen Szenarien-Workshop des National Institute of Energy Strategies (NIES) in Tokyo eingeladen. Hennicke war im September 2004 Invited Speaker auf dem „Science and Technology in Society Forum“ in Kyoto (STS Forum), das von 30 Ministern aus aller Welt und 480 Vertretern von Regierungen, Wirtschaft und Wissenschaft aus 50 Ländern besucht wurde. Chancen für einen ökologischen Strukturwandel 13 Am 31. Oktober 2005 wird das Wuppertal Institut in Zusammenarbeit mit dem japanischen Institute for Global Environmental Strategies (IGES) im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt (BMU) und des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung (MWF) des Landes Nordrhein-Westfalen ebenfalls im Rahmen des „Deutschland-in-Japan-Jahres“ eine Klimakonferenz in Tokyo durchführen. Am 1. April 2005 begann das „Deutschland-in-Japan-Jahr“ mit mehreren hundert Veranstaltungen. Das Wuppertal Institut ist aktiv dabei. Unter anderem war es bei der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderten Auftaktkonferenz „Environment and Science – Concepts and Strategic Goals for the Future“, die vom 11. bis 13. April 2005 in Tokio stattfand, vertreten. Peter Hennicke war als Referent geladen. Er besuchte auch die EXPO 2005, die unter dem Motto „Die Weisheit der Natur“ stand. Im Bild zusammen mit Tsuguki Yamashita, Generaldirektor des Aichi Pavilion Nagakute. Das japanische „Low Carbon“ Projektteam und die eingeladenen ausländischen Experten zum „Inter­national Workshop on 2050 Low Carbon Scenario“ am 24./25. März in Tokyo. Unter den Experten Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut. 14 Jahrbuch 2004/2005 Chancen für einen ökologischen Strukturwandel 15 Scientific and Technical Advisory Panel (STAP) der Global Environment Facility (GEF) Die Verbindung der rationelleren Energienutzung mit erneuerbaren Energien ist ein vorrangiges Thema, dem Peter Hennicke im Rahmen seiner Mitarbeit im „Scientific and Technical Advisory Panel“ (STAP) von GEF besondere Aufmerksamkeit widmet. Dabei spielt auch eine Rolle, wie ein Knowledge Management System aufgebaut und genutzt werden kann, um die umfangreichen Erfahrungen mit GEF-geförderten Projekten im Schwerpunkt Climate Change auszuwerten und zu verbreiten. In Zusammenarbeit mit Prof. Thomas Johannson, ebenfalls Mitglied des STAP und langjähriges Mitglied im Inter­nationalen Beirat des Wuppertal Instituts, werden weiterhin Themen wie ­„efficient buildings“, „socioeconomic interlinkages“ (e.g. sustainable production and consumption) und „biofuels“ im STAP diskutiert. Umweltkongress Ressourceneffizienz Am 17. März 2005 hat das Wuppertal Institut einen nationalen Kongress „Ressourceneffizienz – Neue Chancen für nachhaltiges Wirtschaften in Stadt und Region: Konzepte, Strategien, Beispiele“ veranstaltet. Mit 250 Teilnehmern aus der Praxis in Stadtverwaltungen, Kommunalpolitik, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen sowie der Wissenschaft wurden die Chancen der Ressourceneffizienz-Strategie auf kommunaler und regionaler Ebene diskutiert. Der Kongress, an dem rund 20 WissenschaftlerInnen aus allen Forschungsgruppen des Instituts beteiligt waren, wurde maßgeblich vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung und dem Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein Westfalen, vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU), von der Stadt Wuppertal und weiteren regionalen Partnern gefördert (siehe auch Seite 99 f.). Im Rahmen iranisch-deutscher Kooperationsaktivitäten zu Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung wurden am Beispiel solarer Technologien zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung Rahmen­ bedingungen, Potentiale und konkrete Ansatzpunkte für den Einsatz erneuerbarer Energien und Energie­ effizienz-Technologien im Iran untersucht. Das Projekt wurde vom Wuppertal Institut in Kooperation mit dem „Centre for Environment and Energy Research and Studies“ (CEERS, Teheran), der Universität Osnabrück und dem Büro Ö-quadrat durchgeführt und mit Mitteln der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert. Die Projektergebnisse wurden am 18./19. Mai in einem Workshop in Teheran der Öffentlichkeit vorgestellt und mit verschiedenen Ministerien und Interessengruppen diskutiert. Im Bild Prof. Dr. Madjid Abbaspour (Präsident von CEERS, Teheran, 2. v.r.) und Peter Hennicke (links) beim 4. iranisch-deutschen Workshop zu Klimapolitik und nachhaltiger Entwicklung. Foto: Wolfgang Irrek Forschungskooperationen mit der Wirtschaft Mit der Wirtschaft ist die projektförmige Zusammenarbeit und damit die anwendungsbezogene Forschung weiter ausgebaut worden. Diese strategischen Forschungspartnerschaften zeigen die Relevanz der vom Institut behandelten Themen und stellen gleichzeitig eine hinreichende Praxisorientierung sicher. Im Meike Spitzner vom Wuppertal Institut vertritt die deutsche Gender-Umwelt-Forschung bei der UNEPWeltfrauenversammlung zur Umwelt in Nairobi im Oktober 2004 (im Bildhintergrund, vorn links: Frau Dr. Emig, die Vertreterin des BMU im International Network of Women Ministers on Environment). Foto: Juliane Grüning, DNR 16 Jahrbuch 2004/2005 Dezember 2004 wurde aus der Forschungspartnerschaft mit der Ruhrgas AG der Werkstattbericht zum Projekt „Bewertung der Klimawirksamkeit von Erdgas im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern“ vorgelegt. Im Mai 2005 wurde ein auf drei Jahre angelegtes anwendungsorientiertes Forschungsprojekt im Auftrag von zehn kommunalen Versorgungsunternehmen aus ganz Deutschland, des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) und der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) ­begonnen. Ziel dieses Projektes ist es, die Perspektiven dezentraler Infrastrukturen im Spannungsfeld von Wettbewerb, Klimaschutz und Qualität auszuloten und die zukünftige Rolle kommunalwirtschaftlicher Unternehmen für eine nachhaltige Infrastrukturentwicklung in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfall und Öffentlicher Personennahverkehr zu untersuchen. 17 Oscar Reutter Kooperationen mit Universitäten in Qualifizierung und Lehre Im vergangenen Jahr hat das Wuppertal Institut seine Vernetzung mit Universitäten über gemeinsame Lehre und gemeinsame Forschungsprojekte systematisch ausgebaut. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Entwicklung eines Doktorandenprogramms. Mitwirkung in der universitären Lehre Populärwissenschaftliche Sachbücher Autoren des Wuppertal Instituts haben neben einer Reihe von Fachpublika­tionen zwei Sachbücher veröffentlicht, um die langjährigen Forschungsergeb­nisse des Instituts einer breiten interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die fast gleichzeitige Publikation von „Fair Future – Begrenzte Ressourcen und globale Gerechtigkeit“ und „Weltmacht Energie. Herausforderung für Demokratie und Wohlstand“ zur Ressourcenthematik unter sehr verschiedenem Blickwinkel zeigt die erreichte Fokussierung und dass der differenzierten Analyse von Potenzialen und Umsetzungskonzepten zur Steigerung der Material- und Energieeffizienz eine besondere Bedeutung zugemessen wird. Dabei rückt die Verbindung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen von Nachhaltigkeit mehr und mehr ins Blickfeld. Das Wuppertal Institut arbeitet projektbezogen mit zahlreichen deutschen und ausländischen Universitäten zusammen. Formelle Kooperationen bestehen mit der Universität Teheran (CEERS) im Iran, mit der Universität Osnabrück und der Universität Wuppertal. Im Rahmen seiner durch die Kürzung der institutionellen Förderung eng begrenzten Möglichkeiten wirkt das Institut auch weiter an der akademischen Lehre mit. Im Berichtsjahr 2004/2005 haben Wissenschaft­lerInnen des Instituts am Europa-Kolleg in Brügge/Belgien (Raimund Bleischwitz), am Schuhmacher-College in England und in Bija Vidyapeeth in Dehradun/Indien (Wolfgang Sachs), als Gastprofessorin an der Universität Lüneburg (Uta von Winterfeld), an der Universität Paderborn (Stephan Ramesohl) und an der Universität Duisburg-Essen (Holger Dalkmann) gelehrt. Darüber hinaus hat das Wuppertal Institut seine Kooperationen mit Univer­sitäten in NordrheinWestfalen ausgebaut. Mit der Bergischen Universität Wuppertal (Fachbereich Bauingenieurs­ wesen) wurden seit Anfang 2004 die Kontakte in Forschung und Lehre intensiviert. Im Wintersemester 2004/2005 wurde erstmalig eine gemeinsame Ring­ vorlesung „Nachhaltige Infrastrukturgestaltung“ von Wuppertal ­Institut (Oscar Reutter), Bergische Universität Wuppertal (Prof. Felix Huber, Fachzentrum Verkehr) und der Stadt Wuppertal (Erwin Rothgang, Ressortleiter Umweltschutz) durchgeführt. Die Gemeinschaftsveranstaltung in der Aula des Wuppertal Instituts wurde von Studierenden, Beschäftigten der Stadtver­waltung Wuppertal und interessierten FachwissenschaftlerInnen besucht. Wissen­schaftler des Wuppertal Instituts beteiligten sich mit Vorträgen zu den Bereichen Energie, Verkehr, Wasser/Abwasser, Abfall und Stadtentwicklung. 18 Jahrbuch 2004/2005 Mit der Fernuniversität Hagen (Prof. Gerd Simonis; Prof. Lenelis Kruse) und dem Fraunhofer Institut Umwelt-, Sicherheits-, Energietechnik (UMSICHT) in Oberhausen (Prof. Eckhard Weidner) wurde im Mai 2005 ein Rahmen­vertrag über die Zusammenarbeit im Fernstudiengang „Interdisziplinäres Fern­studium Umweltwissenschaften“ (Infernum) abgeschlossen (Koordination Oscar ­Reutter, Wuppertal Institut). In diesem Rahmen werden von Wissenschaftlern des Wuppertal Instituts drei Lehrbausteine zur „Angewandten Systemanalyse“, zur „Nachhaltigkeits­politik“ und zur „Ökologischen Mobilität“ entwickelt. Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses Am 31. Mai 2005 schließen die Träger des Interdisziplinären Fernstudiums Umweltwissenschaften (infernum), die FernUniversität in Hagen und das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheitsund Energietechnik (UMSICHT) einen Kooperationsvertrag mit dem Wuppertal Institut im Rahmen einer Festveranstaltung ab. Als Ort der wissenschaftlich-praktischen Ausbildung ergänzt das Wuppertal Institut die universitäre Qualifizierung und arbeitet dazu mit Hochschulen und Universitäten zusammen. Im Jahr 2004 hat das Institut über 100 junge WissenschaftlerInnen projektbegleitend im Rahmen von Praktika und Diplomarbeiten oder als studentische ProjektmitarbeiterInnen wissenschaftlich weiter ­qualifiziert. Am Institut forschen zahlreiche junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Doktorandinnen und Doktoranden; darüber hinaus unterstützt das Institut im Jahr 2005 zwei Habilitationsverfahren. Die Dissertationen werden aus den Forschungsthemen der Drittmittelprojekte entwickelt und sowohl am Institut als auch von Seiten der kooperierenden Universitäten betreut. Teilweise handelt es sich um Eigenforschungsprojekte, teilweise werden die Arbeiten aus extern eingeworbenen Promotionsstipendien gefördert, teilweise werden die Dissertationsprojekte aus Projektmitteln des Instituts unterstützt. Philipp ­Schepelmann wurde im Mai 2005 mit seiner Dissertation „Integration von Umwelt- und Ressourcenschutz in die EU-Regionalpolitik am Beispiel der Ziel-II-Regionen in NRW“ an der TU ­Berlin promoviert. Die Zahl der Doktorandinnen und Doktoranden wurde inzwischen mit Hilfe extern eingeworbener Promotionsstipendien systematisch erhöht und in einem neu eingerichteten Doktorandenprogramm gebündelt. Damit will das Wuppertal Institut zusammen mit den kooperierenden Universitäten (zurzeit Kooperationen mit Universitäten in Ausbildung und Lehre 19 in Aachen, Bamberg, Berlin, Bochum, Dortmund, Dresden, Duisburg-Essen, Flensburg, Kassel, Oldenburg, Osnabrück und Wuppertal) seine akademische Verankerung bei der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung in den Disser­ tationsprojekten verbessern und die disziplinäre Fundierung seiner trans­ disziplinären wissenschaftlichen Arbeit stärken. Zum 1. April 2005 haben sechs PromotionsstipendiatInnen im Promotions­ kolleg „Ökologie und Fairness im Welthandelsregime“, das von der ­Heinrich­­Böll-Stiftung finanziert und vom Wuppertal Institut durchgeführt wird, ihre Arbeit aufgenommen. Im Sommer 2005 wurden weitere vier inzwischen bewilligte Promotionsstipendien der Vera und Georg Spahn-Stiftung und der Stemmler-Stiftung am Wuppertal Institut ausgeschrieben und vergeben. Drei bereits bewilligte Promotionsstipendien der Hans-Böckler-Stiftung, der HansSeidel-Stiftung und des DAAD kommen dazu. Insgesamt werden somit im Jahr 2005 rund 20 NachwuchswissenschaftlerInnen an ihrer Dissertation forschen. Für geeignete NachwuchswissenschaftlerInnen, die zunächst keine Dissertation planen, wurde ein achtzehnmonatiges berufsbezogenes Qualifizierungs­ verfahren entwickelt. Sie sollen als „Wissenschaftliche Assistenzkräfte“ im Sinne eines „Trainee-on-the-Job-Programmes“ an den wichtigsten Arbeitsfeldern der wissenschaftlichen Projektarbeit im Wuppertal Institut (Projekt­ akquisition, Projektbearbeitung, Veröffentlichungen, Vorträge und Betreuung von Praktikanten) unter Anleitung durch erfahrene WissenschaftlerInnen mitarbeiten. 20 Forschungsgruppe 1 Forschungsgruppe 1: Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen 2006 in Essen stattfinden wird. Zukünftig orientieren sich die Forschungsfragen vor allem auf folgende Aspekte: Die Forschungsarbeiten der Forschungsgruppe 1 orientieren sich an den zen­­tralen Herausforderungen für die zukünftige Ausgestaltung des Energie- und Verkehrssystems. Zu den wesentlichen Kernfragen gehören: • Wie ist eine ökologische, energetische und ökonomische Optimierung des Kraftwerksparks auf der Zeitachse gestaltbar? • Wie müssen Infrastrukturen zukünftig ausgestaltet sein – wie kann z.B. der Ausbau und die System-/Netzintegration dezentraler Energieversorgungstechnologien und erneuerbarer Energien gewährleistet werden und welche technischen und politischen Maßnahmen sind dafür notwendig? • Welche Auswirkungen auf das Energie- und Verkehrssystem und die ihnen zugrunde liegenden Infrastrukturen ergeben sich aus veränderten demographischen und nachfrageseitigen Rahmenbedingungen? • Wie kann eine bessere Integration von Kraftstoff- und Energiewirtschaft (Bereitstellung alternativer Kraftstoffe) gewährleistet werden? • Welche neuen Technologien und Nutzungskonzepte im Verkehrs- und Energiebereich sind notwendig, wie sind sie im systematischen Vergleich zu bisherigen Optionen einzuschätzen und welche Chancen der Markteinführung bestehen? Die mit der Neustrukturierung der Forschungsgruppen intendierte Nutzung von Synergieeffekten durch die stärkere sektorübergreifende Kooperation kommt in den beiden Fokusbereichen der Forschungsgruppe besonders zum Tragen und hat sich bewährt. Im Fokusprojekt Neue Kraftstoffe und Energieträger befassen sich drei größere drittmittelfinanzierte Projekte mit der Identifikation von integrierten Strategien für alternative Kraftstoffe (Umweltbundesamt), der Einschätzung der Nutzung von Biomasseressourcen für den Kraftstoffbereich in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung von Biogas (Bundesverband der Gas- und Wasserwirtschaft e.V. – BGW) und der Entwicklung einer Wasserstoff Road Map, mit der ökonomisch tragfähige Einstiegsmärkte identifiziert werden sollen (Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung NRW). Ferner ist die Forschungsgruppe an verschiedenen nationalen und EUweiten Projekt- und Diskussionsprozessen beteiligt (u.a. Advisory Board des EU NaturalHY project) und ist zudem Mitglied der wissenschaftlichen Vorbereitungsgruppe für die 3. Internationale Wasserstoffkonferenz, die im Frühjahr 21 • Vergleichende Analysen der treibenden Kräfte für Einstiegsmärkte für globale Wasserstofflösungen mit fokussiertem Blick auf Europa und Asien; • Einschätzung aller Aspekte der Verfügbarkeit von erneuerbaren Energie­ ressourcen für die Wasserstoffproduktion und ihre effiziente Allokation; • Analyse der Möglichkeiten internationaler wissenschaftlicher und industrieller Kooperationen für die Entwicklung und Durchsetzung von sauberen wasserstoffbasierten Lösungen; • Untersuchung der möglichen Rolle von Erdgas als wichtige „bridging technology“ für die weitere Entwicklung der Infrastrukturen. Das Fokusprojekt Energie und Verkehr sparende Siedlungsstrukturen konzen­ triert sich auf die Analyse der Auswirkungen der demographischen Entwicklung und der mit ihr verbundenen Veränderungen der Siedlungsstrukturen auf den Energie- und Verkehrsbereich. Von Interesse sind hier beispielhaft die abseh­ baren Veränderungen für die Erdgas- und Fernwärmenetze sowie Erfordernisse, denen sich neue Energieinfrastrukturen (z.B. Wasserstoffnetze) verstärkt stellen müssen. Neben der Beschreibung der generellen Folgen sollen im Rahmen der Arbeiten auch Anpassungsmöglichkeiten (z.B. durch eine Ausweitung der Erdgasanwendungen) aufgezeigt werden. Die Überlegungen aus dem Fokus­ projekt gehen hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Geschäftspolitik von Stadtwerken auch ein in das Forschungsgruppen übergreifend durchgeführte Projekt Infrafutur (siehe auch Seite 30). Anknüpfend an die aktuelle energiewirtschaftliche Debatte, hat sich das Thema „CO2-Abtrennung und Speicherung (Carbon Capture und Storage: CCS)“ mit drei laufenden Projekten zu einem weiteren wichtigen Forschungsbereich entwickelt. Auf internationaler Ebene wird CCS von zahlreichen Ländern eine hohe Bedeutung bei der Realisierung engagierter Klimaschutzziele zugemessen. Welche Bedeutung CCS tatsächlich haben kann, ist erst wenig erforscht. Dabei spielen Länder wie China eine besondere Rolle, deren ­Energiewirtschaft sehr stark auf dem Einsatz von heimischer Kohle basiert. In einigen Industrieländern wird CCS dagegen primär industriepolitisch betrachtet und klimapolitisch sehen viele Akteure darin eher eine „Jokerfunktion“. Vermut­ lich kommt CCS auch eine entscheidende Bedeutung bei der Einbindung der USA in die Klimaschutzbemühungen zu. Aktuelle Klimaschutzszenarien (u.a. vom Department of Energy) setzen bereits auf CCS, um die amerikani­schen Emissionen bis zum Jahr 2050 auf dem heutigen Niveau zu stabilisieren. Die 22 Jahrbuch 2004/2005 Forschungsgruppe 1 23 Forschungsgruppe konzentriert sich vor diesem Hintergrund auf die Bewertung der Chancen und Grenzen dieser neuen Technologie. Das Augenmerk liegt dabei neben technischen Analysen auch auf sozioökono­mischen Betrachtungen. Wichtige Ansätze sind: • Erfassung der treibenden Kräfte und möglichen Widerstände (inkl. Akzeptanzfragen); • Analyse der technischen Optionen und deren Entwicklungsstand sowie der • • • • Am 4. November 2004 fand in Düsseldorf der 2. Klimaschutzkongress NRW „Nachhaltige Mobilität – Technische Innovationen für den Klimaschutz im Verkehr“ statt. Schwerpunkt war der Verkehrssektor. Der Kongress wurde vom Wuppertal Institut im Auftrag des Ministeriums für Verkehr, Energie und Landesplanung NRW konzeptionell vorbereitet. Dabei ging es um technische Potenziale, um der drohenden Verknappung von Öl zu begegnen und Klimaänderungen zu begrenzen und welche Exportchancen der Klimaschutz im Verkehr für innovative Unternehmen eröffnet. Den Fragen des Publikums (Foto oben: M. Ruchser, © Energetic Consulting, 2004) stellen sich die Referenten (links: Wolfgang Schneider, Vorstand der Ford AG, und Peter Hennicke). Foto unten: Andreas Pastowski mit ihrem Einsatz verbundenen Risiken unter Berücksichtigung der gesamten Prozesskette (Abtrennung, Transport und Speicherung); Identifikation der energiewirtschaftlichen und klimapolitischen Potenziale auf der Zeitachse; Infrastrukturanalyse und Diskussion der Systemkompatibilität; Wechselverhältnis zu anderen Klimaschutzstrategien (CCS als komplementäre oder REG/REN-Strategien eher behindernde Option) und systema­ tischer Vergleich mit diesen; Analyse der potenziellen Märkte und der resultierenden industriepolitischen Ansatzpunkte. Weitere aktuelle Forschungsarbeiten umfassen die Analyse der Tragfähigkeit von neuen Mobilitätskonzepten. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsvorhaben „Zukunft des Car-Sharing in Deutschland“ (Laufzeit 2003 bis 2005) ist in seine Endphase eingetreten. Untersucht werden die Bedingungen und Möglichkeiten der Diffusion von Car-Sharing und die Auswirkungen der Diffusion auf die Ökobilanz. Ziel des Vor­habens ist es, für den Zeithorizont 2020 eine empirisch begründete Einschätzung der verkehrs- und umweltpolitischen Bedeutung von Car-Sharing zu liefern. Das Projekt stellt damit eine wichtige sozialwissenschaftliche Ergänzung der Arbeit an stark technisch-ökonomisch orientierten Fragen der Technologiediffusion dar. Zukünftige Forschungsanstrengungen im Mobilitätsbereich richten sich u.a auf die Möglichkeiten der Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Güterverkehr. Im Rahmen eines größeren EU-Projektes wird gemeinsam mit der Forschungsgruppe 2 untersucht, inwieweit effiziente Kühlmöbel über das Instrument des „Technology procurement“ in den Markt eingeführt werden können. Fragen der Marktdurchdringung von Effizienztechnologien und deren grundsätzliche Potenziale stehen im Blickfeld einer ebenfalls Forschungsgruppen über­greifend durchgeführten aktuellen Analyse für die Energiewirtschaft. Derartige Fragestellungen gewinnen durch die in der Diskussion befindliche EURicht­linie zur Energieeffizienz an Bedeutung. 24 Jahrbuch 2004/2005 „Zukunftsenergien aus Nordrhein-Westfalen – Neue Chancen für den internationalen Technologie­ transfer“: Unter diesem Titel fand am 7. Dezember 2004 in Gelsenkirchen eine Bilanz- und Perspekivkonferenz zur „Renewables 2004“ statt. Veranstalter war die Landesregierung NRW; das Wuppertal ­Institut und der Wissenschaftspark Gelsenkirchen haben den Kongress organisiert. Es sprachen u.a. (im Bild von rechts nach links) die NRW-Minister Bärbel Höhn und Dr. Axel Horstmann sowie Bundes­ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Foto: Thorsen Ellenbeck Auf internationaler Ebene sind die Arbeiten der Forschungsgruppe weiter verstärkt worden. Dies zeigt sich u.a. an der Einbindung in Folgeaktivitäten der Renewables 2004 (Ausrichtung der Follow-up-Konferenz des Landes NRW), der Ausrichtung eines Workshops zum Thema „Ländliche Elektrifizierung in Entwicklungsländern“ und der Einbindung der Forschungsgruppe in eine internatio­nale Begleitgruppe zur Entwicklung eines langfristigen Klimaschutz­ szenarios für das japanische Umweltministerium. Schließlich ist das im Auftrag einer Schweizer Stiftung durchgeführte Projekt WISIONS weitergeführt worden. Mittlerweile sind im Projektteil PREP (Promoting of Resource Efficiency Projects) vier Broschüren erschienen, die Informationen über „good practise“Beispiele verbreiten. Im Projektteil SEPS (Sustainable Energy Project Support) sind in der zweiten Ausschreibungsperiode über 100 Vorschläge aus einer Vielzahl von Nationen, gerade auch von Entwicklungsländern, eingegangen. Weitere Informationen zu den Projekten und zum Team der Forschungsgruppe 1 „Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen“ erhalten Sie auf der Homepage des Wuppertal Instituts unter: http://www.wupperinst.org/Seiten/ org-einheiten/fg1.html Forschungsgruppen 1 25 Erdgas liegt beim Klimaschutz deutlich vor anderen fossilen Energieträgern. Eine Studie des Wupper­ tal Instituts mit fachlicher Unterstützung durch das Max-Planck-Institut für Chemie, entkräftet die Aus­sagen zu hohen Gasverlusten im russischen Pipelinesystem. Die Studie basiert auf den bislang umfangreichsten Emissionsmessungen an russischen Exportpipelines und Erdgasanlagen in Russland. Hintergrund der Messkampagne waren die in der Öffentlichkeit oft überhöht dargestellten Emissionswerte beim Transport des russischen Gases. Die Studie wurde am 13. Dezember 2004 in den Räumen ­der ­Bundespressekonferenz in Berlin vorgestellt. Anfang Februar 2005 wurde die Studie im Rahmen einer Veranstaltung des Auftraggebers, der e.on Ruhrgas AG, in Brüssel präsentiert und diskutiert. Fotos: Carmen Dienst 26 Forschungsgruppe 2 27 Forschungsgruppe 2: Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik Die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch Russland und sein Inkrafttreten zum 16. Februar 2005 stellt einen bedeutsamen Meilenstein der ­Klimapolitik dar. Zugleich beginnt die Debatte um die längerfristige Gestaltung einer Klima- und Nachhaltigkeitspolitik über den Zeithorizont 2012. Parallel werden aber auch in der Energie- und der Verkehrspolitik neue Weichen gestellt: Der Renewables-Prozess, die im Bush-Schröder-Papier angekündigte amerikanischdeutsche Initiative für Energieeffizienz, die geplante EU-Effizienzrichtlinie, die Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes, das Gesetz zur Strategischen Umweltprüfung (SUPG), die Umsetzung der Feinstaub-Richtlinie und die LkwMaut sind nur einige Beispiele. Diese aktuellen Entwicklungen unterstreichen deutlich die Notwendigkeit der wissenschaftlich fundierten Bewertung und Weiterentwicklung einer effi­ zienten, nachhaltigen und konsistenten Klimaschutz-, Energie- und Verkehrspolitik. Die Herausforderungen bestehen vor allem in einer verbesserten Konsis­ tenz zwischen den Festlegungen in den weltweiten Vereinbarungen zu Zielen, Politiken und Maßnahmen sowie den EU- bzw. nationalen Politiken und Maßnahmen zum Klimaschutz, wie auch zwischen den einzelnen Instrumenten der Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik (EVKP) in der EU und Deutschland. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Ausrichtung des Forschungskonzepts vom Sommer 2003 weiter an Bedeutung. Die Kernfragen sind dabei: 1. Wie sieht eine an konkreten langfristigen Zielen orientierte integrierte EVKP aus? Wie kann diese gestaltet werden, auch im Gefüge verschiedener politischer Ebenen (Fokus 1)? 2. Welche Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, damit diese EVKP in umsetzbare und übertragbare Programme und Projekte mündet? Wie wirken einzelne Instrumente bzw. Instrumentenbündel zusammen? Wie wirken Instrumente und Rahmenbedingungen zusammen? Wie werden diese Instrumente in modernen Policy-Netzwerken mit einer Vielzahl von Akteuren entwickelt, in den politischen Entscheidungsprozess eingebracht und wie können sie in der Breite umgesetzt werden (Fokus 2)? Übergeordnete Zielsetzung der Forschungsgruppe 2 ist es, den eingeschlagenen Weg des thematischen und disziplinären Zusammenwachsens im Rahmen des Forschungskonzeptes weiter voranzutreiben. So wird sich die Fokussierung der Der EnergieSparFonds ist ein geeignetes Instrument für die verstärkte Erschließung von Energieeinsparpotentialen. Das Wuppertal Institut und seine Partner wurden von der Hans-BöcklerStiftung damit beauftragt, ein Organisationsund Finanzierungskonzept zu entwickeln. Die vorläufigen Projektergebnisse wurden auf einer Tagung am 24. Februar 2005 in Düsseldorf vorgestellt. Nähere Informationen unter: http:// www.wupperinst.org/Projekte/fg2/3216.html Podiumsdiskussion zum Konzept eines EnergieSparFonds in Deutschland mit v.l.n.r. Stefan Thomas (Wuppertal Institut), Dr. Frank Gerlach (Hans-Böckler-Stiftung), Stephan Kohler (Deutsche Energie-Agentur), Dr. Horst Heuter (DGB Bundesvorstand) und Dr. Werner Neumann (AK Energie des BUND; nicht im Bild) Matthias von Oesen, pro Klima, Hannover, begrüßte wie viele andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer das vom Wuppertal Institut ent­wickelte EnergieSparFonds-Konzept. Fotos: Wolfgang Irrek Inhalte auf diese beiden „integrativen“ Kernfragestellungen orientieren, wobei gleichzeitig die vorhandene Expertise in den Einzelfeldern der EVKP gesichert und weiterentwickelt werden kann. Im Jahr 2004/2005 wurde ein Projektvolumen von rund 1,6 Mio. Euro reali­siert. Von inzwischen 20 wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und drei freien MitarbeiterInnen, darunter fünf Doktoranden, wurden – im Mittel – etwa 35 Projekte bearbeitet, mit der Bearbeitung von 19 neuen Projekten wurde begonnen. Zu den Auftraggebern gehören die EU, das BMBF, das BMU, das Umweltbundesamt, die NRW-Ministerien für Energie und Verkehr sowie für Umwelt, das japanische Umweltministerium sowie eine Reihe von Unternehmen, Stiftungen, NGOs und Kommunen. Im Rahmen projektförmiger Koope- 28 Jahrbuch 2004/2005 rationen und neuer Akquisitionsaktivitäten wurden die zahlreichen bestehenden Koope­rationen mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen weiter ­intensiviert, im internationalen Bereich z.B. mit IGES (Japan), CEERS (Iran), AGH (Polen), Universität Lund (Schweden) und Politecnico di Milano ­(Italien). Ein besonderer Höhepunkt war das Ergebnis des gemeinsamen Projekts mit Forschungsgruppe 1 zu den Treibhausgasemissionen russischer Erdgaspipelines , das zusammen mit unserem Partner, dem Max-Planck-Institut für Chemie, als so genannter „brief communication“ im internationalen Journal „Nature“ veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse des Projekts werden über ­weitere geplante Publikationen direkt in den IPCC-Prozess eingespeist werden. Weiterentwicklung des Forschungskonzepts Bezüglich der thematischen Entwicklung in den beiden Fokusprojekten wurden zur Weiterentwicklung der methodischen und theoretischen Basis ­ initiativ Forschungsanträge entwickelt und gestellt. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Akquisition konkreter anwendungsorientierter Projekte auf der Basis existierender Projektlinien und Kompetenzen, die ihrerseits Teilbeiträge zu den Kernfragestellungen liefern können und methodisch vernetzt werden. • Im Fokus „integrierte Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik im europäischen Mehrebenensystem“ werden derzeit mehrere laufende und neue Projekte bearbeitet. Diese widmen sich entweder Teilbereichen der EVKP – Beispiele sind die Projekte Konzept für einen Energieeffizienz-Fonds (Hans-BöcklerStiftung), SUSTRAN (Improvement of Sustainability Strategy Elaboration for Economic, Environmental and Social Policy in Europe; EU, 6. RP), Emis­sionshandel als sozialökologischer Transformationsprozess (BMBF), Joint Implementation/Clean Developent Mechanism in Mittel- und Osteuropa (Institute for Global Environmental Strategies) und Ersatzbrennstoffe (UBA) – oder liegen auf der methodisch-konzeptionellen und Szenarien­ ebene, wie Equity in the Greenhouse (GTZ), die Teilnahme am LongRange Energy Modelling der DG TREN (Directorate General Transport and Energy ) und Energie­szenarien 2020 (WWF). Die Theorieentwicklung wurde hier durch eigenfinanzierte Forschung und die für den Sommer 2005 vorge­sehene Veröffent­lichung eines Wuppertal Papers vorangetrieben. Mit der FU Berlin, FB Politik- und Sozialwissenschaften, wurde eine themenbezogene Kooperation zur Mehr­ebenensystemforschung aufgenommen. • Im Fokus „Verbreitung von Good Practice bei Politikinstrumenten und konkreten Projektansätzen“ konnten u.a. zwei größere, stärker methodisch Forschungsgruppe 2 29 auf die Evaluation von Good-Practice-Beispielen ausgerichtete Projekte im Verbund mit mehreren EU-Partnern akquiriert werden: Active Implementation of Energy Efficiency (DG TREN und Land NRW) sowie Evaluierung lokaler Demand Side Management-Aktivitäten (Electricité de France). Zusätzlich ist die Analyse und ggf. Erprobung der Übertragbarkeit der in Deutschland ent­wickelten Good-Practice-Beispiele (u.a. Voluntary Agreements, „Bürgercontracting“ und verwaltungsinternes Contract­ing) Gegenstand laufender und neuer Projekte wie Voluntary Agreements in China (EU, Asia ProEco), PICOLight (= Testing and Dissemination of Public Internal Performance Contracting Schemes with Pilot Projects for Energy-­Efficient Lighting in Public Buildings) (DG TREN), Private Investment moves EcoPower (DG TREN und Land NRW), IMAGO (Innovative Marketingund Angebotskonzepte für Gemeinden mit Ortsbussystemen), Multibus und Mobilanz (alle BMBF) oder dem Energie- und Umweltpreis 2005. Auch die Unterstützung des BMU beim Aufbau der JI- und CDM-Koordinierungsstelle wird bis 2007 fortgesetzt. Mit diesen und weiteren Projekten bzw. Erfolg versprechenden Ange­boten werden auch die übrigen für das vergangene Forschungsjahr geplanten Zielbereiche erschlossen: Analyse der Verknüpfung verschiedener klima­politischer Instrumente; Verknüpfung von Verkehr/Mobilität und Klimapolitik; Weiterentwicklung der Forschungsansätze zu nationalen/lokalen/regionalen Klimaschutzkonzepten und Integration zu Gesamtstrategien; weitere Initiativen zu Instrumenten der Energieeffizienz- und Verkehrspolitik sowie Verstärkung der Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen. Neben der Integration in den beiden Fokusbereichen ist die verstärkte ­Integration und Erschließung von Synergien zwischen den drei Bereichen Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik ein wichtiges Ziel der Forschungsgruppe 2. Hierzu dienen insbesondere die internen Arbeitskreise Energie und Klima, Verkehr und Klima sowie Genderintegration. Deren Zwischenergebnisse werden derzeit in fünf integrativen Themenfeldern weiterentwickelt: • Die aktuelle „Kyoto plus/Post 2012“-Debatte zur Weiterentwicklung des internationalen Klimapolitikregimes soll als Kristallisationskern zur weiter verstärkten Integration der EVKP-Schwerpunktbereiche genutzt werden. Dabei steht die oben angesprochene Konsistenz zwischen den in der Fortentwicklung des Regimes angestrebten Zielen und der Möglichkeit, diese Ziele durch ein abgestimmtes Paket von Instrumenten der EVKP zu erreichen, im Vordergrund. Die Wirkungen der EVKP werden dabei in quantitativen Szenarien gemeinsam mit der Forschungsgruppe 1 evaluiert. 30 Jahrbuch 2004/2005 • Einen zweiten inhaltlichen Schwerpunkt zur Entwicklung einer stärker integrierten EVKP bildet das Thema Liberalisierung und Nachhaltigkeit kommunaler Infrastrukturen. Im Rahmen der von der Forschungsgruppe 2 koordinierten Forschungspartnerschaft INFRAFUTUR mit 10 deutschen Stadtwerken und dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) werden Herausforderungen und Chancen der Bereitstellung und Organisation von kommunalen Infrastrukturdienstleistungen in den Bereichen Energie, ÖPNV, Wasser/Abwasser und Abfall analysiert. • Unter dem Thema „Anpassung an die Folgen der Klimapolitik“ soll ein Vorstoß zur Entwicklung neuer klimapolitischer Akteurskonstellationen gemacht werden. Dazu wird analysiert, ob und ggf. wie Hilfe zur ökonomischen Diversifizierung der durch die Klimapolitik betroffenen (d.h. in der Regel von ihrem Ölexport abhängigen) Staaten mit Strategien zur integrierten Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren zusammengebracht werden kann. • Die Möglichkeiten der Verknüpfung des klimapolitischen Know-hows im Bereich der projektbasierten Mechanismen mit dem sektoralen Analyse-, Konzeptions- und Umsetzungsprozess in den Bereichen Energie und Verkehr werden ebenfalls Gegenstand eines Themenentwicklungsprozesses sein. • Die Genderthematik – die im Bereich der Verkehrspolitik der Forschungsgruppe 2 bereits seit langem verankert ist – wird verstärkt auch in Energieund Klimaprojekte integriert. So sollen auf der Basis eines von uns inhaltlich organisierten Workshops zum Thema Gender und Klimapolitik im BMU entsprechende Projekte entwickelt werden. Mit dieser Themenfeldentwicklung soll die begonnene stärkere Vernetzung bestehender Kompetenz- und Themenfelder der Forschungsgruppe unter dem Leitthema einer integrierten Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik weiter fortgesetzt werden. 31 Forschungsgruppe 3: Stoffströme und Ressourcenmanagement Die Forschungsgruppe untersucht Stoffströme vom Rohstoffabbau bis zur Abfallentsorgung unter Einbeziehung des globalen „Ökologischen Rucksacks“ und der Flächennutzung. Sie entwickelt Konzepte, Strategien und Instrumente zur Erhöhung der Ressourcenproduktivität und eines nachhaltigen Ressourcenmanagements. Dabei geht es insbesondere um: • Steigerung der Ressourcenproduktivität ohne Verlagerung der Umwelt­ belastung; • integrierte Bewertung von Flächennutzung und Ressourcenflüssen. Zielgruppen sind strategische Akteure in Politik und Wirtschaft, insbesondere im Bereich der ressortübergreifenden Nachhaltigkeitspolitik, der Wirtschafts- Forschungsfelder Integrierte Analyse und Bewertung re p hä von gesellschaftlichem o-S e Stoffwechsel und o-G Bi Landnutzung Na tur Mineralien, Erze, Energieträger Wasser INPUT Weitere Informationen zu den Projekten und zum Team der Forschungsgruppe 2: „Integrierte Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik“ erhalten Sie auf der Homepage des Wuppertal Instituts unter: http://www.wupperinst.org/Seiten/ org-einheiten/fg2.html Luft Abfallentsorgung Technosphäre Anthroposphäre Ökonomie Ernte, Jagd, Fischerei Szenarien für eine zukünftige nachhaltige Ressourcennutzung Politik relevante Informationen über Indikatoren und Politikziele Umwelt Abwasser OUTPUT Emissionen in die Luft Dünger, Pestizide, dissipative Verluste TRANSLOKATIONEN Abraum, Erdausschachtungen, Bewässerung, Entwässerung Formulierung und Bewertung von Ressourcenpolitik 32 Jahrbuch 2004/2005 und Industriepolitik, der Kreislaufwirtschaftspolitik, ressourcenintensiver Industrien sowie nationaler und europäischer Statistikämter. Der räumliche Forschungsschwerpunkt liegt insbesondere in Europa, des Weiteren in Lateinamerika und Japan. Fokus „Erhöhung der Ressourcenproduktivität ohne Verlagerung der Umweltbelastungen“ Der Zusammenhang zwischen Materialverbrauch und Umweltwirkungen wurde auf nationaler Ebene erstmals nachgewiesen. In Kooperation mit der Universität Leiden (CML) und CE – Solutions for environment, economy and technology, einem weiteren niederländischen Partner, konnte die Hypothese empirisch belegt werden, dass weniger Materialverbrauch zu insgesamt reduzierten Umweltbelastungen führt. Dabei reicht die Betrachtung des inländischen Materialverbrauchs für die Bewertung einer nachhaltigen Entwicklung nicht aus, da räumliche Verlagerungstendenzen bestehen. Das Projekt „European Topic Centre on Waste and Material Flows“ (ETCWMF) der Europäischen Umweltagentur wurde 2004 abgeschlossen. Zugleich erhielt das Wuppertal Institut zusammen mit sechs europäischen Partner­ institutionen den Zuschlag für das Nachfolgeprojekt „ETC on Resource and Waste Management“ (ETC-RWM). Mit der Verschiebung der Themensetzung vom Abfall- in Richtung Ressourcenmanagement folgt die europäische Politik einer strategischen Forschungslinie des Wuppertal Instituts. Für das ETC-WMF wurden u.a. die Ressourcenflüsse der deutschen Wirtschaft den sie verursachenden Industriesektoren zugerechnet, um die Entwicklung ihrer Materialproduktivität vergleichend zu untersuchen. Ferner wurde ein Modell zur Analyse der Stoffflüsse von Eisen und Stahl auf europäischer Ebene entwickelt. In Kopplung an ökonometrische Modelle wurden erste Prog­nosen zur Entwicklung des Materialverbrauchs auf EU-Ebene durchgeführt. Die Schnittfläche zwischen Kreislaufwirtschaft und Ressourcenmanagement wird auch in einem Projekt für die Hans-Böckler-Stiftung bearbeitet, in dem es um nachhaltige Daseinsvorsorge in der Infrastrukturentwicklung geht. Durch die EU wird eine Privatisierung von öffentlichen Dienstleis­ tungen wie Abfall und Verkehr angestoßen, die insgesamt umstritten ist. Das Projekt untersucht in Zusammenarbeit mit Praxispartnern erste Folgen der ­Privatisierung und erarbeitet insbesondere für kommunale Abfallunternehmen nach­haltigkeitsorientierte Geschäftsmodelle für ein Abfall- und Ressourcen­ management. Forschungsgruppe 3 33 In Kooperation mit der Gruppe von ökonometrischen Modellierern um Prof. Bernd Meyer, Universität Osnabrück, wurde eine Materialinputsteuer konzipiert, mit Daten unterlegt und die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen bis zum Jahr 2020 abgeschätzt. Demnach ist eine nennenswerte Absenkung der Materialintensität möglich; zugleich wurden eine Absenkung der Lohn­ nebenkosten (hier: Gesundheitskosten) und die Förderung der Informationsbasis über Materialeinsparmöglichkeiten für Unternehmen modelliert. Im Ergebnis werden gesamtwirtschaftlich positive Ergebnisse einer Erhöhung der Beschäfti­gung, des wirtschaftlichen Wachstums und einer Konsolidierung der Staats­finanzen erzielt. Diese Arbeiten werden fortgeführt. Auf regionaler Ebene wurden im INTERREG-Projekt MARS (Monitoring the Alpine Regions’ Sustainability) erstmals stoffflussbasierte Umweltbelas­ tungsindikatoren für die Regierungsbezirke Oberbayern, Schwaben, Tübingen und Freiburg erstellt. Diese sollen die bereits verfügbaren sozioökonomischen Indikatoren ergänzen und die Akteure bei der Evaluation und Planung regionaler Politiken unterstützen. Fokusprojekt „Integrierte Bewertung von Ressourcen- und Landnutzung“ Erste Ergebnisse wurden u.a. zur globalen Flächenbelegung der EU erzielt. Für den innereuropäischen Verbrauch agrarischer Produkte belegt die EU-15 weltweit 18 Prozent mehr Fläche, als innerhalb der EU an landwirtschaftlicher Fläche zur Verfügung steht. Dieser Umstand ist gerade im Hinblick auf den Anbau von Non-Food-Pflanzen, insbesondere zur Energiegewinnung (Biokraftstoffe) und zum Umstieg auf nachwachsende Rohstoffe (Bioraffinerien) wichtig. Denn eine unkoordinierte Ausweitung dieser Flächen (die durch die aktuellen Steuerbegünstigungen gefördert wird) dürfte zu einer Problemverlagerung in andere Regionen führen. Das EU-Projekt Sustainability-A-Test stellte die analytischen Instrumente zur integrierten Nachhaltigkeitsanalyse von Politiken und Programmen zusammen („Impact Assessment“). Die am Wuppertal Institut entwickelten ­Methoden der physischen Analyse wurden in das Gesamtspektrum der Bewertungsmethoden eingebettet und auf ihre Eignung zur ex ante-Bewertung politischer Maßnahmen überprüft. Das vom BMBF geförderte Forschungsprojekt „Eventkultur und Nachhaltigkeit“ bearbeitet zwei zentrale Fragen: „Wie können Events ­nachhaltiger werden?“ und „Wie kann die Nachhaltigkeit erlebnisreicher werden?“ Mit 34 Jahrbuch 2004/2005 Forschungsgruppe 3 35 Die Forschungsgruppe 3 ist dabei, das neue Forschungsfeld der integrierten Nachhaltigkeitsbewertung weiter auszubauen. Sie hat als Mitglied des Kernteams zusammen mit 19 europäischen For­schungsinstitutionen ein integriertes EU-Projekt zum Thema „Methods and Tools for Integrated Sustainability Assessment“ (MATISSE) eingeworben. Das Projekt wird von der Univer­ sität Rotterdam (Prof. Rotmans) koordiniert; auch das Tyndall Centre, das ­Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe (ISI) sind beteiligt. Das Wupper­tal Institut koordiniert den Bereich Dematerialisierung, Ressourcennutzung und Abfall gemeinsam mit dem Institut für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF), Wien. Resümee und Ausblick Das Projekt „Eventkultur und Nachhaltigkeit“ hat sich im April 2005 auf der Frankfurter Messe „IMEX 2005“ im Rahmen des Corporate Responsibility Centers präsentiert. Auf einem begleitenden Workshop wurde über die nachhaltige Gestaltung von Incentive-Reisen und Veranstaltungen diskutiert. IMEX hat sich inzwischen entschieden, für 2006 einen Aussteller-Award auszuschreiben. Rainer Lucas vom ­Wuppertal Institut wird das Auswahlverfahren wissenschaftlich begleiten. Foto: IMEX dieser doppelten Fragestellung wird das Ziel verfolgt, unterschiedliche Kommunikationskulturen zusammenzuführen. Das Projekt hat umfangreiche empirische Untersuchungen durchgeführt, um die Handlungsbedingungen einer nachhaltigen Eventplanung zu ermitteln. Teilstudien wurden für die Bereiche Unternehmenskommunikation, Sport-, Tourismus- und Stadtmarketing erstellt, vom Lehrstuhl für Soziologie an der Universität Hohenheim (Prof. Eugen Buß) wurden umfangreiche Befragungen mit Marketingverantwortlichen in den Unternehmen und Eventbesuchern durchgeführt, um strategische Eventziele und Leitbilder zu ermitteln. In einem gesonderten Methodenbaustein wurden abschließend einige neue Methoden für die Eventplanung entwickelt. Ein Ergebnis des Projektes ist: Die Akzeptanz in der Eventwirtschaft für ressourcenarme und nachhaltige Veranstaltungen wird in dem Maße steigen, wie es gelingt, die verbesserte Umweltleistung als integrierten Qualitätsbaustein einer Veranstaltung zu etablieren. Innovationspotenziale für eine derartige Strategie bestehen vor allem in den Bereichen Lichttechnik, Messebau, Catering und Verkehr. Insgesamt werden die retrospektiven und erklärenden Analysen durch prospektive Analysen ergänzt. Auch in den Publikationen (Bücher und referierte Publikationen) und den Kooperationen zeigt sich diese Entwicklung. Die Szenarienund Politikorientierung wird weiter fortgeführt. Die Fokusbereiche haben sich als Akquisitionskorridore und zur Aktivierung von Synergien zwischen den einzelnen Forschungsprojekten bewährt. Im BMBF-Projekt „Steigerung der Ressourcenproduktivität als mögliche Kernstrategie einer nachhaltigen Entwicklung“ werden technologische und institutionelle Potenziale in Deutschland ermittelt und auf ihre sektorale und gesamtwirtschaftliche Relevanz bewertet. Das Projekt soll – auch in Dialogen mit der Wirtschaft – die Grundlage für ein neues Förderprogramm des BMBF liefern. Die Forschungsgruppe 3 formuliert Grundzüge einer Ressourcenpolitik. Ausgehend von den Anforderungen der europäischen Ressourcenstrategie, wird insbesondere im ETC-RWM zum einen daran gearbeitet, die Indikatoren und Berichtssysteme der EU weiter zu entwickeln. Zum anderen wird die Analyse und Folgenabschätzung der politisch-ökonomischen Instrumente verstärkt, die für die wissenschaftliche Politikberatung in der EU und ihren Mitgliedsländern unter Kriterien der Effizienz, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit wesentlich sind. Hier zeichnet sich ein neues Forschungsprogramm ab, das die Zusammenarbeit verschiedener Forschungseinrichtungen in Europa in den nächsten vier bis acht Jahren erfordern wird. Das integrierte Projekt MATISSE wird im erwähnten Fokusbereich den Schwerpunkt der integrierten Nachhaltigkeitsbewertung stärken. Das Auf­ zeigen des Nutzens der materialflussbasierten Analyseinstrumente für eine ex 36 Jahrbuch 2004/2005 ante-Politikbewertung in Kopplung mit verschiedenen Modellierungsansätzen erscheint hier methodisch bedeutsam. Es werden verschiedene Teilstudien bearbeitet, u.a. zusammen mit dem ISI die Bewertung der Implikationen von Brennstoffzellen im Verkehr. Das Wuppertal Institut wird den Ressourcenaufwand insbesondere für Edelmetalle untersuchen, die mit großen ökologischen Rucksäcken verbunden sind (z.B. Platin). Damit soll das Risiko einer Problemverlagerung beim Umstieg auf erneuerbare Energieträger abgeschätzt werden. Der Umstieg auf erneuerbare Materialien (Biokraftstoffe und Biomate­ rialien) wird in zunehmender Breite und Tiefe analytisch aufgearbeitet und politikrelevant bewertend begleitet. Die Forschungsgruppe 3 wird hierzu an der Entwicklung regionaler und nationaler Konzepte für eine nachhaltige Ressourcennutzung arbeiten, welche die Stoff- und Energieversorgung und die Flächen­nutzung integriert betrachten und auch relevante globale Auswirkungen berücksichtigen. Basismetallen wie Eisen/Stahl und Kupfer kommt weltweit eine nach wie vor steigende Bedeutung zu. Ihre Stoffströme werden einerseits maßgeblich von der Nachfrage in Entwicklungsländern bestimmt und belasten andererseits produktionsseitig die Umwelt in (anderen) Entwicklungsländern. Die Forschungsgruppe 3 wird untersuchen, wie die Belastung für Entwicklungsländer vermindert werden kann. Das Thema der Ressourcennutzungskonflikte wird in Kooperation mit der Stiftung Entwicklung und Frieden behandelt werden. Bei diesen Arbeiten zeigt sich immer mehr eine methodische Balance zwischen naturwissenschaftlich-ökonomischer Analyse und Technikbewertung, Institutionenanalyse und Akteursorientierung. Dabei wird insbesondere die EU adressiert, aber auch das Mehrebenensystem von EU, Mitgliedsstaaten, Regionen und ressourcenintensiven Industrien. Die Politik- und Marktanalysen können zunehmend durch Szenarienentwicklung unterstützt werden, in denen eine Kombination von top-down- und bottom-up-Ansätzen erfolgt. Dabei verfolgt die Forschungsgruppe eine Langfristperspektive zur nachhaltigen Gestaltung des Stoffwechsels der Wirtschaft. Weitere Informationen zu den Projekten und dem Team der Forschungsgruppe 3: „Stoffströme und Ressourcenmanagement“ erhalten Sie auf der Homepage des Wuppertal Instituts unter: http://www.wupperinst.org/Seiten/ org-einheiten/fg3.html 37 Forschungsgruppe 4: Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren Die Forschungsgruppe „Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren“ ent­wickelt Konzepte und Strategien für ein nachhaltigkeitsorientiertes Management von Wertschöpfungsketten sowie für nachhaltigkeitsorientierte Produktions- und Konsummuster. Damit soll ein Beitrag zur Entwicklung und Markteinführung von nachhaltigeren Produkten, Produktionsprozessen, Wirtschafts- und Konsumweisen erbracht werden. Mit diesem wissenschaftlichen Schwerpunkt greift die Forschungsgruppe die Forderung des UN-Weltgipfels für Nach­haltige Entwicklung in Johannesburg 2002 auf, „den Übergang zu nachhaltigerem Konsum und Produktion zu beschleunigen“ (Plan of Implementation, §13). Basierend auf der Analyse von Nachhaltigkeitsindikatoren inklusive der Material- und Stoffströme (Konzept des Ökologischen Rucksacks bzw. MIPSKonzept) entlang von Wertschöpfungsketten, werden globale Produkt-Dienstleistungs-Ketten und Branchen bezüglich ihrer Nachhaltigkeitspotenziale von der Rohstoffgewinnung über Produktion und Konsum bis zur Entsorgung und dem Recycling bewertet. Die Forschungsgruppe geht von einem Marktverständnis aus, das Unternehmen und Konsumenten als Akteure eine zentrale Rolle zuschreibt, aber gleichzeitig von den institutionellen Rahmenbedingungen, Wettbewerb und verschiedenen Stakeholdern mit unterschiedlichem Eigeninteresse geprägt ist. Die Beziehungen zwischen den Akteuren werden entlang der komplexen Produkt- und Zulieferketten untersucht und strukturelle Vorraussetzungen für zukunftsfähiges Wirtschaften und Konsumieren iden­ tifiziert. Die Forschung um nachhaltigere Produktions- und Konsummuster wird mit Hilfe von vier Forschungsfeldern systematisiert und strukturiert: Forschungsfeld 1: Produktkettenweites Nachhaltigkeitsmanagement Analysiert wird die Nachhaltigkeitsperformance von ausgewählten Produkten in verschiedenen Lebenszyklusphasen der Produktions-Dienstleistungs-Kette. Ziel ist es, durch die Entwicklung und Anwendung von Nachhaltigkeits­indikatoren die einzelnen Phasen – Produktion und Konsum – hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit zu bewerten. Nach der Bestandsaufnahme werden notwendige operationale Veränderungen in der gesamten Wertschöpfungskette identifiziert, Maßnahmen und Managementkonzepte entwickelt und entsprechende Empfehlungen an die 38 Jahrbuch 2004/2005 Forschungsgruppe 4 39 Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft zur nachhaltigeren Gestaltung von Wertschöpfungsketten formuliert. Forschungsfeld 2: Nachhaltigkeitspotenziale bei Akteuren und Bedürfnisfeldern Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wuppertal trifft Wissenschaft“ fand am 26. Januar 2005 die Veranstaltung: „KURS 21 – Lernpartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen“ in der Aula des Wuppertal Instituts statt. V.r.: Ulrich Grote, Lehrer am Carl-Fuhlrott-Gymnasium, Dr. Hans-Georg Dellweg, Bayer HealthCare AG, Carolin Baedeker, Wuppertal Institut, Dr. Maria J. Welfens, Wuppertal Institut, Schüler des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums. In diesem Forschungsfeld werden besonders die Bedarfe, das Können und die Möglichkeiten der an der Wertschöpfungskette beteiligten Akteure sowie die institutionellen Gegebenheiten und die Entwicklungstendenzen in den einzelnen Bedürfnisfeldern analysiert. Zu den Akteuren gehören nicht nur die in den Unternehmen beschäftigten Personen, sondern auch alle Stakeholder wie z.B. die Wissenschaft, die Konsumenten, die die Wertschöpfungskette in ihrer Gestaltung und Entwicklung beeinflussen. Aus diesen Akteurskonstellationen werden neue Handlungs- und Managementansätze für die jeweiligen Tätigkeitsbereiche abgeleitet mit dem Ziel, die Nachhaltigkeitsperformance der Wertschöpfungskette zu steigern. Dabei spielt die Berücksichtigung der Bedürfnisfelder wie z.B. Ernährung oder Wohnen eine bedeutende Rolle. Forschungsfeld 3: Governance für nachhaltigere Produktionsund Konsummuster Hier werden die für nachhaltiges Produzieren und Konsumieren relevanten Governancestrukturen um die Wertschöpfungsketten herum untersucht, d.h. die Netzwerke, in denen die Akteure agieren und an Problemlösungen arbeiten. Der Fokus liegt auf der Analyse von Governance in Unternehmen, des Staates, von Konsumgruppen und weiteren Akteuren der Zivilgesellschaft. Ziel ist die Ermittlung von nachhaltigen Governancestrukturen an der Schnittstelle zwischen Produktion und Konsum. Forschungsfeld 4: Kulturelle Verankerung von Nachhaltigkeit Am 9. März 2005 wurden am Berufskolleg Wuppertal-Elberfeld Zertifikate „Fachberater für nachhaltiges Wirtschaften – FANWI“ an die Berufsschüler feierlich übergeben. Die Entwicklung der Qualifizierung FANWI erfolgte im Rahmen des kompakt-Projekts unter wissenschaftlicher Begleitung des Wuppertal Instituts in Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Berufskolleg, dem Berufskolleg an der Lindenstraße, Köln, und dem Landesinstitut für Schule, Soest. Foto: Berufskolleg Produkt-Dienstleistung-Ketten erstrecken sich immer mehr über die Grenzen einzelner Länder und Kontinente und je nach Kultur existieren vielfältige Perspektiven in Bezug auf nachhaltiges Produzieren und Konsumieren. In diesem Forschungsfeld werden individuelle Lebensstile, soziale Gewohnheiten und kulturelle Werte analysiert, die Nachhaltigkeit als Orientierungsund Handlungsprinzip fördern oder hemmen. Ziel ist es, die Bedingungen für einen kulturellen Wandel zu erfassen, der sowohl Voraussetzung als auch Folge 40 Jahrbuch 2004/2005 nachhaltiger Entwicklung ist. Die Ansätze dieser vier Forschungsfelder werden in zwei Fokusbereichen gebündelt. Fokus I – „Ressourcenproduktivität und Beschäftigung“ – Beispiel: Neue Technologien Technologische Innovationen zeigen auch immer Möglichkeiten zur welt­weiten Förderung von Nachhaltigkeit auf. Beispiele stellen die Informations-, Kommunikations- sowie Nano- und Biotechnologie dar, die bereits erheblichen Einfluss auf bestehende Produkte, Märkte, Arbeitsprozesse und Konsumstrukturen haben. Die Forschungsgruppe analysiert die Auswirkungen von neuen Technologien unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit unter Einbeziehung gesellschaftlicher Veränderungen in Produktion und Konsum. Darüber hinaus werden nach­haltigeres Produktdesign sowie die Entwicklung und Anwendung neuer, möglicherweise nachhaltigerer Technologien untersucht. Betrachtet werden dabei die Wechselbeziehungen zwischen Spitzenforschung, technologischer Innovation sowie wirtschaftlichem und sozialem Wohlstand. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Erforschung der Potenziale zur Erhöhung der Ressourcenproduktivität und verbesserten Beschäftigungsmöglichkeiten. Als neutrales Forum für Wissenschaftler, Wirtschaft und Zivilgesellschaft setzt das Projekt „Nanologue – Europaweiter Austausch über Nutzen, Risiken und soziale, ethische und rechtliche Auswirkungen der Nanotechnologie“ auf einen transparenten und intensiven wissenschaftlich unterstützten Austausch über die Chancen und Risiken von nanotechnologischen Anwendungen. Mit Hilfe einer umfassenden Kommunikationsstrategie werden die Ergebnisse der Analyse von Nutzen, Risiken und sozialen, ethischen und rechtlichen Auswirkungen der Nanotechnologie an ausgewählten Beispielen an Wissenschaftler, Entscheidungsträger in Unternehmen und Politik, Bildungsinstitutionen, Medien und an die Zivilgesellschaft vermittelt. www.nanologue.net In dem Projekt „Faktor X Umwelt-Technologien“ wird eine Screening­ methode entwickelt, mit der das Verbesserungspotenzial (Faktor X) von Umwelttechnologien beurteilt werden kann. Identifizierte Best Practice-Strategien im Bereich Ressourceneinsparung werden aufgearbeitet und an Unternehmen weiter kommuniziert. Ziel des Projekts „BioBen – Bewertung der sozialen Nachhaltigkeit von biotechnologisch hergestellten Produkten“ ist die Entwicklung eines Indikatorensets und entsprechender Software zur Bewertung der sozialen Aspekte der Nachhaltigkeit von biotechnologischen Produkten und Prozessen. Die Indikatoren und die Software sollen biotechnologischen Unternehmen ermöglichen, die Erwartungen von Stakeholdern einzuschätzen sowie den Produktions­ Forschungsgruppe 4 41 prozess und das Produktdesign sozialverträglich zu gestalten. Darüber hinaus werden nötige organisatorische Fähigkeiten ermittelt, um zukunftsfähige Innovationen anzustoßen. Das Projekt „ICT – Ansatz zur Bewertung von Chancen, Risiken und Anwendungsmöglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechno­ logie“ analysiert über seinen Ansatz hinaus auch den potenziellen Beitrag des ICT-Sektors zur Erreichung der UN-Millenniumsziele zur Armutsreduzierung. Dazu werden Best-Practice-Beispiele, bei denen Informations- und Kommunikationstechnologien ganzheitlich und nachhaltig angewendet werden, dargestellt. Gleichzeitig soll in der Branche das Bewusstsein für die Bedeutung von Nachhaltigkeitsinformationen geschärft werden. Das Ziel des Projektes „Holzwende 2020+: Nachhaltige Zukunftsmärkte für Holz als Baumaterial“ ist die Identifikation und Unterstützung nachhaltiger Zukunftsmärkte für Holz in der Baubranche. Es setzt dabei auf eine breite Koope­ ration mit den Akteuren – insbesondere mit den Vertretern der Baubranche – und die Integration der Konsumenten. Die Erarbeitung der technischen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Kriterien und vier praktische Fallstudien ­sollen die nachhaltige Nutzung von Holz in der Baubranche unterstützen. Fokus II – „Verantwortung entlang globaler Produkt- und Zulieferketten“ Der zweite Fokusbereich konzentriert sich auf eine Schnittstelle von Produktion und Konsum, nämlich die Beziehungen der Unternehmen zu seinen ­Stakeholdern, die gesellschaftliche Erwartungen in Sachen Nachhaltigkeitsverantwortung an die Unternehmen herantragen. Untersucht werden die Interaktion zwischen Stakeholdern sowie Konsumenten und Unternehmen, die Lokalisierung der Stakeholder entlang länderübergreifender Produktketten und in diesem Zusammenhang die Möglichkeiten einer marktkonformen Überwindung nachteiliger Rebound-Effekte. Die Entwicklungspartnerschaft „kompakt – Mehr Nachhaltigkeit in Kleinund Mittelständischen Unternehmen“ ist eine Initiative zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und der Mitarbeiterkompetenzen in Klein- und mittelständischen Unternehmen der Lebensmittelbranche. Das Netzwerk umfasst 20 Projekte. Das Informationsportal für eine zukunftsfähige Ernährungswirtschaft www.kompaktnet.de bietet Wissenswertes zu Produktstandards, Siegeln und Nachhaltigkeit in der Lebensmittelbranche. Die Webseite enthält auch einen ­„Initialen Nachhaltigkeitscheck“, mit dem Unternehmen herausfinden können, wo sie im Kontext einer nachhaltigen Wirtschaftsweise stehen und wie sie ihre Handlungsweise verbessern können. 42 Jahrbuch 2004/2005 Forschungsgruppe 4 43 Das Projekt „Asia Pro Eco I: Umwelt-Governance-Standards für Institu­tionen der Entwicklungsfinanzierung“ hat zum Ziel, zusammen mit der „Vereinigung asiatisch-pazifischer Finanzinstitutionen zur Entwicklungsfinanzierung“ eine europäisch-asiatische Partnerschaft zu etablieren. Die Partnerschaft soll dazu beitragen, Umweltaspekte sowohl in den internen als auch externen Tätigkeiten der Finanzinstitutionen zu verankern. Für die interne Verbesserung wird ein Programm zur Kontrolle der Umweltperformance in den Finanzinstitutionen/ Entwicklungsbanken erstellt. Zur externen Anwendung werden Umweltstandards für Kredite und Projektfinanzierungen entwickelt. Zur Messung und Bewertung von nachhaltigem Konsum wurden in dem Projekt „Indikatorensystem für nachhaltigen Konsum“ drei Zielgruppen und entsprechende Systeme identifiziert und erste Ansätze entwickelt, die nachhaltigeren Konsum und Produktion unterstützen: 1. Auf politischer Ebene – ein makroökonomisches Monitoring-System; 2. auf Ebene der Konsumenten– Informationsinstrumente zur Unterstützung nachhaltiger Kaufentscheidungen; 3. auf Ebene der Unternehmen – die Darstellung der jeweiligen Beiträge für mehr Nachhaltigkeit im Produktionsprozess. Im Projekt „High5! – Unternehmenserfolg durch Nachhaltigkeitsberichterstattung“ wurde ein Handbuch entwickelt, das Klein- und mittelständische Unternehmen mit den Grundlagen der Global Reporting Guidelines vertraut macht. Es zeigt dem Nutzer, wie er in fünf leichten Schritten einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen kann. Gleichzeitig stellt es die Berichterstattung über Nachhaltigkeit in den Kontext der gesamten Unternehmenskommunikation. Die „e-textile toolbox“ richtet sich an Klein- und mittelständische Betriebe der Textilproduktion in Entwicklungsländern, insbesondere in Indien und ­Vietnam. Die „toolbox“ ist ein Internet-Instrument und besteht aus einer Kombination von Qualifizierungsbausteinen, praxisnahen Managementinstrumenten und einer Datenbank mit technischen Verbesserungsoptionen. Diese Instrumente zielen darauf ab, die Unternehmen für soziale Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und die Ökoeffizienz in der Textilbranche zu steigern. Gleichzeitig helfen sie, die Kommunikation entlang der Produktkette zu verbessern und die Qualität der Produkte zu steigern (www.e-textile.org). Weitere Informationen zu den Projekten und dem Team der Forschungsgruppe 4 „Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren“ erhalten Sie auf der Homepage des Wuppertal Instituts unter: http://www.wupperinst.org/Seiten/ org-einheiten/fg4.html „KURS 21 – Ihr Ticket in die Zukunft“, unter diesem Titel fand am 13. April 2005 in der Bayer Fetenfabrik in Wuppertal eine Veranstaltung der Stiftung Zukunftsfähiges Wirtschaften statt. Mit dieser Informationsveranstaltung über den Aufbau von KURS 21-Lernpartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen sollte nach dem erfolgreichen Auftakt mit 12 Lernpartnerschaften in Wuppertal dieses Modellvorhaben zur Regelpraxis in der Region werden. Es sprachen u.a. Christa Liedtke und Peter ­Hennicke, Wuppertal Institut, und Oberbürgermeister Peter Jung, Wuppertal. Der Umweltjournalist Volker Angres, ZDF, moderierte die Veranstaltung. 44 Querprojekt Nachhaltigkeitsszenarien Im Rahmen der Neustrukturierung des Wuppertal Instituts wurden neben vier Forschungsgruppen auch drei Querprojekte installiert. Während in den beiden anderen Querprojekten (Globalisierung und Suffizienz) bereits seit einigen Jahren übergreifende Fragestellungen behandelt werden, ist die Quergruppe Nachhaltigkeitsszenarien eine vollständige Neukonstituierung, was erhebliche Vorarbeiten erforderlich machte. Nach der grundsätzlichen Entscheidung im Sommer 2004, den Arbeitsschwerpunkt zunächst auf die interne Vernetzung zwischen den Forschungsgruppen zu legen, sind im Verlauf des letzten Berichtsjahres vielfältige interne Diskussionen geführt worden, deren wesentliches Ziel in der Spezifizierung einer Forschungsagenda für den Bereich „Nachhaltigkeitsszenarien“ und der Ermittlung drittmittelfähiger Akquisitionsansätze lag. Wesentliche Arbeitsschritte sind nachfolgend aufgeführt: • Vertiefung und Spezifikation des bereits im vorhergehenden Berichtsjahr aufgegriffenen Arbeits- und Themenfeldes „Verletzlichkeit des Energie­ systems“ und Beginn einer Diskussion über die Übertragbarkeit des Grundkonzepts auf andere Fragestellungen (z.B. Wasserversorgung). Erste vergleichende Diskussion der Reaktionsmöglichkeiten auf den absehbaren, schon nicht mehr vermeidbaren Klimawandel unter Einbeziehung strategischer Entwicklungsoptionen. Im ersten Schritt ist vorgesehen, die Relevanz der Auswirkungen des Klimawandels auf Energiesysteme und Energieinfrastrukturen mit den relevanten Stakeholdern zu diskutieren und daraus weitergehende Forschungsfragen abzuleiten. Dies berücksichtigt einerseits mögliche Anpassungsmaßnahmen, die notwendig werden könnten, um z.B. Stromtrassen gegenüber zunehmenden Wetterextremen zu schützen oder sich auf eine geringere Kühlwasserverfügbarkeit einzustellen. Andererseits schließt dies nachfrageseitige Veränderungen ein (z.B. eine deutliche Reduktion der Wärmenachfrage und eine signifikante Zunahme von Klimatisierungs- und Kühlbedarf), die Rückwirkungen auf das Gesamtsystem haben. In diesem Kontext sollen auch Technologien identifiziert werden, die über Deutschland hinaus einen Beitrag zur Anpassung an sich verändernde Klimabedingungen leisten können (z.B. passive Kühlung) und sich bei erfolgreicher Entwicklung positiv auf die Exportmärkte auswirken können. Querprojekt Nachhaltigkeitsszenarien 45 • Diskussion der Möglichkeiten der Kopplung von Energieszenarien mit Stoffstromanalysen. Hier können verschiedene Entwicklungs­linien unterschieden werden. Erstens geht es um die Kopplung von Energie­szenarien mit Forecast-Betrachtungen im Bereich Stoffströme (Verknüpfung von energietechnischen bottom-up-Analysen mit stofflich/monetär orientierten Input/Output-Analysen). Ziel derartiger Betrachtungen ist die Bestimmung der stofflichen Auswirkungen von Veränderungen im Energiesystem einerseits und damit die Identifikation von Strategien, die mit den Zielen der Verringerung des Stoffstromeinsatzes gleichgerichtet sind, und eher konfliktbeladenen Entwicklungen. Zweitens geht es um die Analyse von ressourcenseitigen Restriktionen bei der Umsetzung von Schlüsselstrate­ gien im Energiebereich (z.B. Platin bei der Brennstoffzellenherstellung, Palladium als Katalysatormaterial). Aktuelle Forschungsarbeiten umfassen derzeit die Identifikation der möglichen ressourcenseitigen Restriktionen bei der flächendeckenden Einführung von Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologien. Daran schließt sich ein flächenbezogener Vergleich von möglichen Umweltbe- oder -entlastungen bei der Verwendung von Biomasse als Substitut für bisher im Wesentlichen auf fossilen Energien basierte Anwendungen im Energiebereich (Stromerzeugung, Wärmebereitstellung), bei der Kraftstoffherstellung oder der Produktion von Verbrauchsgütern (z.B. Folien, Einwegtellern, Schmierstoffen, Naturfasern für den Karosserieinnenausbau) an. Zusätzliche Bedeutung erlangt dieser Themenkomplex durch die intensiver geführte Diskussion über die zukünftige sichere Gewährleistung der Rohstoffversorgung. Das Problem ist dabei nicht nur die physische Beschaffung von Rohstoffen, sondern zudem die steigende Volatilität der Rohstoffpreise (u.a. auf der Basis eines zunehmend spekulativen Verhaltens der Marktplayer) sowie die Konzentration auf immer weniger Förderregionen und Unternehmen. Indirekt in diesen Kontext einzuordnen sind auch Untersuchungen über die nachge­lagerte Wirkung von Energiestrategien, z.B. bei der Reststoffentsorgung ausgedienter herkömmlicher Dämmmaterialien. Mit der aus Klimaschutzgründen erwünschten verstärkten Gebäudesanierung werden je nach Materialeinsatz möglicherweise erhebliche Folgelasten auf die nachkommenden Generationen übertragen. Weitere Informationen zum Team, zu Projekten und Publikationen finden Sie im Internet unter: http://www.wupperinst.org/Seiten/org-einheiten/ qp-szenarien.html 46 Querprojekt Globalisierung und Nachhaltigkeit 47 Querprojekt Globalisierung und Nachhaltigkeit „Welche Globalisierung ist zukunftsfähig?“ Das ist die Leitfrage des Querprojekts. Die Untersuchungen gehen von der Vermutung aus, dass zwischen dem Aufstieg der transnationalen Ökonomie und den Zielen der Umweltverträglichkeit sowie der Gerechtigkeit ein Spannungsverhältnis besteht. Sie münden in der Erkundung von Optionen zur Gestaltung der Globalisierung, welche den Zielen Nachhaltigkeit und Sicherung der Menschenrechte Priorität gegenüber dem Ziel wirtschaftlicher Effizienz einräumt. Ergebnisse Publikationen Zwischen 2003 und 2005 wurden insgesamt zwölf deutschsprachige sowie drei englische Wuppertal Papers vorgelegt. Daran waren insgesamt etwa 30 Autoren beteiligt, vier davon außerhalb des Instituts. Die Themen spannen sich von Fragen der Menschenrechte, Gender und transnationaler Produktions­ketten zu „Fair Future – Begrenzte Ressourcen und globale Gerechtigkeit“, das neue Buch aus dem Wuppertal Institut, wurde am 12. Mai von Bundesumwelt­ minister Trittin vor mehr als 100 Gästen in Berlin vorgestellt. Trittin empfahl „Fair Future“ als wichtiges und gut lesbares Buch. Fotos Berlin: H. Ott. Weitere Diskussionsveran­staltungen fanden statt in Hamburg, Bonn, München, Frankfurt, Wien und Bern. Unten links: Wolfgang Sachs und Hermann Ott bei der Buchvorstellung in Bonn. Fotos unten rechts: Prof. Messner und Prof. Radermacher. 48 Jahrbuch 2004/2005 Querprojekt Globalisierung und Nachhaltigkeit 49 Fragen des Welthandels und der Global Governance. Ferner wurde eine Website (wupperinst.org/globalisierung) auf Deutsch und Englisch unterhalten, auf der das Forschungsprogramm beschrieben wird, die Papiere zum Download bereitstehen und weiterführende Links angeboten werden. Sodann wurde im Jahre 2005 das seit zwei Jahren vorbereitete Buch fertig­gestellt. Zehn Autoren waren daran, mit der Hilfe weiterer KollegInnen, unter Leitung von Wolfgang Sachs und Tilman Santarius beteiligt. Es führt die ­Forschungs- und Diskussionsergebnisse des Globalisierungsprojekts unter dem Leitfaden Umwelt und transnationale Gerechtigkeit in Form und Stil eines Sachbuchs zusammen. Das Buch umfasst 280 Seiten und ist unter dem Titel „Fair Future. Begrenzte Ressourcen und globale Gerechtigkeit“ im Mai 2005 unter der Herausgeberschaft des Wuppertal-Instituts im Verlag C.H.Beck erschienen. Projekte Beim Research/Dialogue Projekt „EcoFair Trade. New Directions for ­Agricul­tural Trade Rules“ versucht ein Dutzend Experten aus Nord und Süd in einer Serie von Konsultationen die Umrisse einer alternativen Handelsordnung für Agrargüter zu entwerfen. 2004 wurden die Experten ausgewählt, im März 2005 ist das Projekt an den Start gegangen. Organisiert und finanziert durch die Heinrich-Böll-Stiftung und Misereor, wird das Projekt vom Wuppertal Institut moderiert. Ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung hat im April 2005 am Wuppertal Institut das Promotionskolleg „Ökologie und Fairness im Welthandelsregime“ begonnen (siehe Seite 18/19). Sechs StipendiatInnen sind für drei Jahre finanziert, werden vom Institut in einem wissenschaftlichen Begleitprogramm betreut und können in den Forschungsgruppen mitarbeiten. Konferenzen und Vorträge Das Querprojekt hat sowohl im Juni 2003 den Kongress „McPlanet.com. Der Planet in der Globalisierungsfalle“ sowie den Folgekongress im Juni 2005 „McPlanet.com – Konsum. Globalisierung. Umwelt.“ in Zusammenarbeit mit der Böll-Stiftung und den Veranstaltern Greenpeace, Attac, BUND wissenschaftlich begleitet und mit zahlreichen Beiträgen unterstützt. Zu beiden Kongressen fanden sich ca. 1 500 Teilnehmer ein. Wolfgang Sachs hat im letzten Jahr etwa 30 Vorträge in sechs verschiedenen Ländern gehalten und etwa 15 Beiträge veröffentlicht. Wolfgang Sachs moderierte im Eröffnungspanel den Kongress „McPlanet.com – Konsum • Globalisierung • Umwelt“ (Hamburg, 3.–5. Juni 2005), der von attac, Greenpeace und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Wuppertal Institut organisiert wurde. Foto: Bettina Wittneben Ausblick „Fair Future“ wird bei Debatten in der wissenschaftlichen und politischen Öffentlichkeit präsent sein. Vorbereitungen zur Publikation des Buches in Englisch und Italienisch sind angelaufen. Aufbauend auf „Fair Future“ sollen Projekte akquiriert werden. Das Promotionskolleg sowie das Research/Dialogue-Projekt zum ökofairen Agrarhandel werden bis zum Jahr 2007 weiterlaufen. Weitere Informationen zum Team, zu Projekten und Publikationen finden Sie im Internet unter: wupperinst.org/globalisierung 50 Querprojekt Ökosuffizienz und Lebensqualität 51 Querprojekt Ökosuffizienz und Lebensqualität Aufgabe Das Querprojekt untersucht, auf welche Weise nachhaltige Entwicklung in ihren ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen auf suffi­zientes Handeln in Haushalten und Unternehmen angewiesen ist, wie dieses sich ausprägt, wie es gefördert werden kann und welche institutionellen Bedingungen dafür erforderlich sind. Forschungsvorhaben Eine Studie „Consume or Decline?“ bezieht sich mit ihrem Titel auf den Mythos vom Konsumieren oder Niedergang, der unzerstörbar erscheint, obwohl Alan Durning ihn schon 1992 widerlegt hat. Sie wird zeigen, dass Wachstum für Industrieländer mit einer stagnierenden Bevölkerung keine wirkliche Alter­ native mehr ist, weil die Wachstumsraten in ihnen gegen Null gehen. Von dieser Einsicht ausgehend, wird gefragt, warum quantitatives Wachstum als eine notwendige Voraussetzung für Wohlstand gilt. Wohl darum, weil ohne Wachstum der Anspruch des Finanzkapitals auf kontinuierliches Wachstum nur auf Kosten von Natur und Arbeit erfüllbar ist, wie es in den letzten Jahren bereits stattgefunden hat. Die entscheidende Frage heißt dann, wie eine Balance der Erträge entstehen kann, die Beschäftigung und Umwelt schützt. Eine ergänzende Untersuchung „Ökosuffizienz als Gewinn“ bezieht sich auf die Marktsituation von Unternehmen. Wie im privaten Leben wird auch in der Führung von Unternehmen gegenwärtig suffizientes Verhalten dadurch verhindert, dass die gegenwärtigen Kosten und Verluste überschätzt und die auf längere Frist zu erwartenden Gewinne unterschätzt werden. Das gleiche gilt für Entscheidungen zugunsten nachhaltiger Entwicklungen (in unternehmerischer Verantwortung). Unter der Annahme zukünftiger Gewinne heißt die ent­scheidende Frage, ob die erwarteten Risiken so hoch sind, dass das Unternehmen keine Chance sieht, so lange zu überleben, bis der langfristige Gewinn eintritt. Die Studie wird untersuchen, welche kurzfristigen, mit verantwortlichem Suffizienzhandeln verbundenen Risiken tragbar oder nicht tragbar sind. Müllkampagne in Bozen. Foto: Felix Huber Mit einem hausinternen Wettbewerb hat das Institut jetzt eine neue Phase der Suffizienzforschung begonnen. Um das Thema stärker im Institut zu verankern und um eine Dimension der Nachhaltigkeit, für die sich nicht leicht Fremdmittel einwerben lassen, akquisitionsfähig zu machen, wurde mit Mitteln des Vereins der Freunde des Wuppertal Instituts eine begrenzte Summe ausgesetzt. Sie dient dazu, Vorstudien zu erarbeiten, die in förderungsfähige Projektanträge an Drittmittelgeber einmünden. Den folgenden drei Vor­projekten ist je ein Teil dieser Summe zuerkannt worden. Das Projekt „Suffizienzräume“ will ein Konzept für die gesellschaftliche Verankerung ökosuffizienter Verhaltensweisen im Zusammenhang städtischer Infrastrukturpolitik entwickeln. Ursprünglich bezogen auf einen bestimmten Stadtteil von Wuppertal, ist es jetzt mit Plänen der Stadtverwaltung verbunden, das Image der Stadt und zugleich ihre Sauberkeit zu verbessern. Das daraus entstehende Vorhaben will das eigene Interesse der Bürgerinnen und Bürger an einer sauberen Stadt wecken und daraus eine Strategie der Ermutigung zur Abfallvermeidung, nicht nur der Bestrafung von Übertretungen entwickeln. In einem interdisziplinären Vorhaben unter dem Titel „Nachhaltige Wohlfahrt“ soll, ausgehend von heutigen Verhaltens- und soziokulturellen Inter­ pretationsmustern, mit Hilfe empirischer und theoretischer Analysen ausgelotet 52 Jahrbuch 2004/2005 werden, inwieweit Ökosuffizienz komplementär zu Ökoeffizienz als Element eines stärker qualitativ orientierten Wohlfahrtskonzeptes geeignet ist. Der Fokus liegt dabei auf der Mikroebene der Individuen und Haushalte. Aus den Ergebnissen sollen denkbare neue Wohlfahrtskonzepte und Ausbreitungsszenarien abgeleitet und ökologisch bewertet werden. Am 12. Mai 2005 hat in der Berlin-­Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Umweltbundesamt ein Fachgespräch „Wohlfahrt und Nachhaltigkeit als neues Thema der Nachhaltigkeitsforschung“ stattgefunden. Ziel war es, die beiden bislang weitgehend beziehungslosen Diskurse zu Wohlfahrt und ­Nachhaltigkeit zusammenzubringen und Ansatzpunkte für eine mögliche ­Forschungsagenda zu entwickeln. Innerhalb der Programmforschung des Umweltbundesamtes hatte der Workshop die Funktion, eine Ausschreibung zum Thema „Weiterentwicklung der konzeptionellen Überlegungen zur ökologischen Gerechtigkeit als Teil der Sozialberichterstattung in Deutschland“ vorzubereiten. „Suffizienz als gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe“ will die vorherrschende Orientierung von Suffizienzorientierungen am persönlichen Konsum korrigieren. Eine dauerhafte Bewegung zu einer klugen Selbstbegrenzung wird nur entstehen, wenn sie das Anliegen der ganzen Gesellschaft oder doch großer Teile in ihr wird. Das Projekt ermittelt die dahin führenden Beiträge von Unternehmen, politischen Institutionen, Initiativen der Zivilgesellschaft und Haushalten. Weitere Informationen zum Team, zu Projekten und Publikationen finden Sie im Internet unter: http://www.wupperinst.org/Seiten/org-einheiten/ qp-suffizienz.html 53 Büro Berlin Am 3. Mai 2004 eröffnete das Wuppertal Institut ein Büro in Berlin unter der Leitung von Dr. Hermann E. Ott, bis Oktober 2003 Direktor der Abteilung Klimapolitik. Das Büro Berlin soll die wissenschaftliche Politikberatung und die Akquisitionskapazität in der Bundeshauptstadt ver­stärken. Darüber hinaus soll die Kooperation des Wuppertal Instituts mit anderen wissenschaftlichen Instituten in Berlin gefördert werden. Die Feier zur Eröffnung am 21. September 2004 lockte ca. 150 Gäste in die Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung in den Hackeschen Höfen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin beglückwünschte das Wuppertal Institut, mit der Einrichtung der Außenstelle in Berlin den richtigen Schritt getan zu haben. Hartmut Krebs, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Forschung in Nordrhein-Westfalen, schloss sich dem an und beschrieb Nordrhein-Westfalen, das Heimatland des Wuppertal Instituts, als Motor intellektueller und wirtschaftlicher Innovationen. Inhaltlich arbeitet das Berliner Büro zu Themen der internationalen Klima­ politik und des global nachhaltigen Regierens (global sustainable govern­ ance). Unter dem Titel „Climate Policy 2005 and Beyond: Japanese-German Impulses“ konzipiert und organisiert das Büro eine Klimakonferenz in Tokyo im Herbst 2005 für das Bundesumweltministerium und das Ministerium für Wissenschaft und Forschung Nordrhein-Westfalen. Als wissenschaftlicher Beitrag zum „Deutschland-in-Japan-Jahr 2005/2006“ soll die Umsetzung deutscher bzw. europäischer Klimapolitik einem japanischen Fachpublikum und einer breiteren (Fach-)Öffentlichkeit dargestellt werden. Schwerpunkte sind die ökologische Steuer­reform und der Anfang 2005 gestartete europäische Emissionshandel für Unternehmen. Japanischer Partner ist das Institute for Global Environmental Strategies (IGES), mit dem das Wuppertal Institut schon seit einigen Jahren eng kooperiert. 54 Jahrbuch 2004/2005 Im Bereich der „global sustainable governance“ erstellt das Büro im Auftrag von Misereor und der Heinrich Böll-Stiftung unter dem Titel „EcoFair Trade“eine Studie zum internationalen Agrarhandel. Im Dialog mit Experten aus dem Süden werden die gegenwärtigen Bedingungen des Handels mit Agrar­ gütern untersucht und Möglichkeiten für eine faire Ausgestaltung des internatio­ nalen Handelssystems erarbeitet. Als Ergebnis sollen konkrete Vorschläge für einen fairen internationalen Agrarhandel vorgelegt werden. In seinem ersten Jahr hat das Büro Berlin die Kontakte zu öffentlichen und privaten Geldgebern intensiviert und eine Vielzahl an Verbindungen geknüpft. Das Institut war zudem mit einer Reihe von Veranstaltungen in der Hauptstadt präsent: Am 9. Mai 2005 veranstaltete das Büro mit dem Sustainable Europe Research Institute (SERI) aus Wien das Symposium „Closing the Sustain­ability Gap – Für eine nachhaltige Weltwirtschaft“ mit ca. 50 Gästen. Am 12. Mai 2005 wurde mit dem Beck-Verlag vor ca. 100 Gästen das Buch des Wuppertal Instituts „Fair Future. Begrenzte Ressourcen und ­globale Gerechtigkeit“ von Bundesumweltminister Jürgen Trittin vorgestellt. Am 19. Juli 2005 präsentierte Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes, das neue Buch „Weltmacht Energie – Herausforderung an Demokratie und Wohlstand“. Die Diskussion mit den Autoren Peter Hennicke und Michael Müller vor ca. 80 Gästen leitete Prof. Udo E. Simonis. Gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung organisiert das Berliner Büro seit Anfang 2005 so genannte „KyotoPlus–Dinner“. Diese Dinner bringen in informellem Ambiente und bei gutem Essen einen ausgewählten Kreis von ca. 20 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden zu Gesprächen über die internationale Klimapolitik zusammen. Vier KyotoPlus-Dinner haben bisher stattgefunden: Am 17. Januar zum Thema „EU/China – strategische Partnerschaft im Bereich der Energie- und Klima­politik?“, am 24. Februar zu „Climate Justice – Klimaschutz auf dem Rechtsweg?“, am 6. April zu „Gerechtigkeit und Solidarität im Treibhaus“ und am 2. Juni mit Sunita Narain vom Centre for Science and Environment in New Delhi zur Frage „Wie sollten sich Entwicklungsländer strategisch für die ­Klimaverhandlungen positio­nieren?“. Weitere Informationen zum Team und zur Arbeit des Berliner Büros finden Sie im Internet unter: http://www.wupperinst.org/berlin-office/index.html Büro Berlin 55 Am 3. November 2004, anlässlich des Staatsbesuches von Königin Elizabeth II., organisierte die Britische Botschaft eine Konferenz mit dem Titel: ­„Climate Change: Meeting the ­Challenge Together“. In diesem Rahmen wurde der Leiter des Berliner Büros, Hermann E. Ott, der britischen Königin vorgestellt. Foto: © Matti Hillig (foto di matti), für Britische Botschaft „Wo könnte man besser Akquise betreiben als in Berlin, wo schöner als in den Hackeschen Höfen und mit wem besser als mit Hermann Ott?“ fragte Bundesumweltminister Jürgen Trittin die zahlreichen Gäste der Eröffnungsfeier des Berliner Büros am 21. September 2004 in den Hackeschen Höfen. Bild unten: Hausherr Hermann Ott begrüßt die Gäste. 56 Jahrbuch 2004/2005 57 Bernd Brouns, Stefan Lechtenböhmer, Jochen Luhmann „Kyoto plus“ – Strategien globaler Klimapolitik im 21. Jahrhundert Hartmut Krebs, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Forschung in Nordrhein-Westfalen, (l.) beendete seine Ansprache mit einem herzlichen „Glückauf“. (Hier mit Gründungspräsident Ernst Ulrich von Weizsäcker). Unter den Gästen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft die BUND-Vor­ sitzende Dr. Angelika Zahrnt. Die internationalen Bemühungen zum Schutz des Klimas treten in eine neue Phase. Das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls am 16. Februar 2005, mehr als sieben Jahre nach seiner Aushandlung, markierte einen vorläufigen Abschluss der ersten Phase multilateraler Klimapolitik, die auf dem Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung in Rio 1992 ihren Anfang nahm. War mit der dort verabschiedeten Klimarahmenkonvention ein institutioneller Rahmen für inter­ nationale Klimapolitik geschaffen worden, so haben die dem Kyoto-Protokoll beige­tretenen Industriestaaten nun erstmals rechtlich verbindliche Pflichten zur Begrenzung ihrer Treibhausgasemissionen übernommen. Die Architektur internationaler Klimapolitik hat damit zweifellos eine tragende Säule erhalten, doch bedarf es deren Ausbaus und der Installation weiterer Säulen, damit die Statik der „größten Herausforderung für die Weltgemeinschaft“ (Blair 2004) angemessen ist. Die nun beginnende „Kyoto plus“-Phase wird deutlich multidimensionaler als bisher gestaltet sein müssen. Einerseits geht es in den nächsten Jahren um die Fortschreibung des Kyoto-Protokolls. Das Protokoll beinhaltet bisher nur Emissionsziele für den Zeitraum 2008 bis 2012, ist jedoch als dynamisches Vertragswerk angelegt. So sieht es vor, dass die Kyoto-Vertragsstaaten bereits auf ihrem ersten Treffen in Montreal (November/Dezember 2005) einen Verhandlungsprozess initiieren, um Ziele und Maßnahmen für die Zeit nach 2012 zu verabreden. „Kyoto plus“ bedeutet in diesem Fall schlicht die kontinuier­liche Weiterentwicklung des Protokolls zu einem „Kyoto-2“, „Kyoto-3“, „Kyoto-4“ usw. Eine entscheidende Voraussetzung für ein erfolgreiches Gelingen dieser Verhandlungen ist die Umsetzung der bestehenden völkerrechtlichen Pflichten in konkrete Maßnahmen auf nationaler (und europäischer) Ebene. Die Implementierung von „Kyoto-1“ und Folgeabkommen ist eine weitere Dimension Der vorliegende Text basiert auf Ergebnissen mehrerer Forschungsprojekte des Wuppertal Instituts zur internationalen Klima- und Energieeffizienzpolitik und will Akteuren der nationalen und internationalen Klimapolitik sowie der interessierten Öffentlichkeit Vorschläge für Strategien zukünftiger Klimaschutzpolitik zur Diskussion stellen. In diesen Beitrag sind zahlreiche konstruktive Hinweise von Peter Hennicke, Hermann E. Ott, Wolfgang Sterk, Stefan Thomas und Bettina Wittneben eingeflossen. 58 Jahrbuch 2004/2005 von „Kyoto plus“, die unmittelbar auf die internationale Ebene rückwirken wird. Gerade weil die Umsetzung der Kyoto-Ziele bisher in vielen Industriestaaten eher schleppend verläuft, wird dieser nationalen Dimension entscheidende Bedeutung für die zukünftigen internationalen Bemühungen zukommen. Der Start des europäischen Emissionshandels im Januar 2005 war hier ein viel versprechender Schritt. Neben den Rahmensetzungen über Emissionsziele und klimapolitische Instrumente hängt Klimaschutz auch von der Verfügbarkeit und Nutzung klima­ freundlicher Technologieoptionen ab. Es bedarf daher zwischenstaat­licher Koope­rationen zur Unterstützung der Entwicklung, vor allem aber des Markt­ eintritts entsprechender Technologien. Diesem Ziel folgten einige der klima­ politischen Initiativen der jüngeren Vergangenheit wie der „Renewables“-Prozess und die „Asia-Pacific Partnership on Clean Development and Climate“ zwischen den USA, Australien, Japan, China, Indien und Südkorea. Diese Technologie orientierte „Kyoto plus“-Dimension setzt auf die internationale Koordinierung von Maßnahmen zur Schaffung von Klimaschutzmärkten und ist damit ein wichtiges Komplement zum klimapolitischen Verhandlungsprozess unter der Klimarahmenkonvention und dem Kyoto-Protokoll. Man darf jedoch nicht die Augen davor verschließen, dass in der gegenwärtigen politischen Landschaft dieser Pfad von einigen Akteuren eher als Alternative denn als Ergänzung der „klassischen“ Klimapolitik unter der Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls begriffen wird. Alle diese „Kyoto plus“-Dimensionen haben gemeinsam, dass sie auf die Minderung von Emissionen abzielen, letztlich den Weg in ein „solares“ Zeitalter ebnen wollen. Mit fortschreitendem Klimawandel wird jedoch zunehmend deutlich, dass die Bewältigung des Klimaproblems nicht mehr nur eine Frage der Bekämpfung seiner Ursachen ist, sondern dass Klimapolitik auch die rechtzeitige Anpassung an die Folgen des heute schon nicht mehr vermeidbaren Wandels umfassen muss. Diese andere Seite der Medaille „Klimapolitik“ und hier vor allem die Unterstützung der durch den Klimawandel verwundbarsten Regionen und Menschen wird seit dem Klimagipfel von Neu Delhi (2002) zunehmend zum weiteren Angelpunkt der internationalen Klimaverhandlungen. Gleichzeitig bestehen insofern Wechselwirkungen zur Medaillenseite der Emissionsminderung, als dass von vielen Entwicklungsländern die Schlüssel­frage ihrer zukünftigen Rolle beim globalen Klimaschutz an die Frage der Übernahme von Verantwortung für die Opfer des Klimawandels durch die Industriestaaten geknüpft wird. Weitere Ausführungen zur gegenseitigen Bedingtheit von Anpassungs- und Emissionsminderungspolitik für die Fortentwicklung des Klimaregimes finden sich in Ott et al. (2004). Kyoto plus 59 Das Kyoto-Protokoll Auf der 3. Vertragsstaatenkonferenz (COP 3) der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), die 1997 im japanischen Kyoto stattfand, wurde das Kyoto-Protokoll verabschiedet. In dem Protokoll verpflichten sich die im Annex I der Klimarahmenkonvention aufgeführten Industriestaaten völkerrechtlich verbindlich, ihre Emissionen der wichtigsten Treibhausgase – unter anderem Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) – im Zeitraum 2008 bis 2012 gemeinsam um mindestens 5 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Dabei haben die einzelnen Länder unterschiedlich hohe Emissionsbegrenzungspflichten akzeptiert(z. B. EU (15): – 8 Prozent, USA: – 7 Prozent, Japan: – 6 Prozent, Russland ± 0 Prozent, Australien: +8 Prozent). Das Gesamtziel der EU wurde unter den 15 Mitgliedsstaaten von 1997 aufgeteilt. So will Deutschland um – 21 Prozent, Großbritannien um – 12,5 Prozent und Frankreich um ± 0 Prozent vermindern, während beispielsweise ein weniger stark entwickelter Staat wie Spanien seine Emissionen um 15 Prozent ansteigen lassen darf (UNFCCC 2002). Das Protokoll führt darüber hinaus die drei sog. Kyoto-Mechanismen (Emissionshandel, Joint Implementation, Clean Development Mechanism) ein, die mit dem Ziel einer kosteneffizienten Erfüllung der Emissionsziele einen Handel von Emissionsberechtigungen zwischen Staaten ermöglichen. Nach der russischen Ratifizierung im November 2004 ist das Kyoto-Protokoll am 16. Februar 2005 in Kraft getreten. Bislang sind außer den USA und Australien alle Industriestaaten und viele Entwicklungsländer dem Protokoll beigetreten – im Oktober 2005 umfasste die Gruppe der Kyoto-Mitgliedsparteien 155 Staaten. Nähere Informationen zum Text und zur Entwicklung des Kyoto-Protokolls finden sich auf http//:UNFCCC.int sowie in Oberthür/Ott (1999). In diesem Beitrag legen wir jedoch den Fokus auf die internationale Dimension von Klimaschutzpolitik im Sinne einer langfristigen integrierten Emis­sionsminderungspolitik, die darauf abzielt, die Folgen des Klimawandels auf ein vertretbares Maß zu beschränken. Die klimapolitische Herausforderung zum Ende der ersten Kyoto-Periode Der Wandel des Klimas gehört zur Geschichte der Erde wie das Auf- und Untergehen von Sonne und Mond. Er ist Ausdruck der Beziehung der Erde zur Sonne und zu ihren Geschwisterplaneten. Die verändert sich stetig mit dem Lauf der Gestirne und wiederholt sich darin nach immer ähnlichen Mustern. In diesen rhythmischen und allmählichen Wandel, wie er dem Menschen vorgegeben ist, ist dieser neuerdings wie ein neues Gestirn hineingestoßen. In wenig mehr als einem Jahrhundert hat er sich in eine Machtposition in seiner Beziehung zur Erde, seiner Lebensbasis, katapultiert, die der Sonne Konkurrenz macht 60 Jahrbuch 2004/2005 – die vom Menschen verursachte Änderung der planetaren Strahlungsbilanz übersteigt inzwischen die von Sonnenschwankungen und verläuft zudem viel schneller. Der machtvolle Eingriff des Menschen hat einen Namen: „anthropogener Klimawandel“. Veranlasst wird er vor allem dadurch, dass der Mensch den Gehalt an Treibhausgasen in der Erdatmosphäre steigert. Mit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts lag der Gehalt von Kohlendioxid in der Atmosphäre bei 280 Millionstel Anteilen (ppmv): Das hört sich sehr wenig an – wieso die Änderung von etwas so Kleinem, selbst dessen Verdoppelung, bedeutend sein können soll, ist nur schwer einzusehen. Ein alternatives Maß für den menschlichen Einfluss mittels der Treibhausgase ist die Erhöhung der Erdmitteltemperatur, die von dem Mehr an Treibhausgasen ausgelöst wird. Plus 3 Grad Celsius als Folge einer Verdoppelung der Treibhausgaskonzentration gegenüber vor­ industrieller Zeit, lautet dann die mutmaßlich gleichwertige Aussage – für die bedarf es aber nicht mehr nur eines Messergebnisses, sondern schon ganzer Klimamodelle. Doch auch wenn man dieses Maß verwendet, ist ein ähnliches Reaktionsmuster zu erwarten, das folgendermaßen aussieht: „Nun werden also auch bei uns in Deutschland Idealtemperaturen wie auf Mallorca üblich werden – was sollte man dagegen haben?“ Solche affirmativen Reaktionen sind absehbar. Deshalb wird hier ein drittes Maß benutzt: die Energie, den zusätzlichen Antrieb für atmosphärische Vorgänge, den der Mensch insbesondere mit der Veränderung des Gehalts an Treibhausgasen veranlasst. Gemessen wird er in Watt absorbierter Sonnenstrahlung pro Quadratmeter Erdoberfläche (W/m2). Das ist ein Maß für die „Macht“ des Menschen. Es hat den Vorzug, dass man es mit erdgeschichtlich formenden Kräften vergleichen kann und es dadurch den willkürlichen Eindruck von Kleinheit verliert. Wir leben gegenwärtig in einer Warmzeit, die vor rund 12 000 Jahren begann. Davor hat es während der letzten 700 000 Jahre Erdgeschichte einen regelmäßigen Wechsel von Eis- und Warmzeiten gegeben, die von Änderungen in der Beziehung der Erde zur Sonne und zu ihren Geschwisterplaneten ausgelöst wurden. Dieser Wechsel hat sich in Änderungen des Gehalts an Treibhausgasen ausgedrückt. Dessen Auf und Ab entspricht im Maximum einer Antriebsänderung in Höhe von rund 1,5 W/m2. Mit dem Ende des vorindus­triellen Zeitalters ist der Mensch vom oberen Rand dieser Spannweite aus gestartet. Nun, nach gut 130 Jahren, haben wir einen zusätzlichen Antrieb in Höhe von 2,5 Watt „aufgesattelt“, und wir nähern uns etwa 3,5 W/m2, entsprechend einer Bei diesen Zahlen könnte man erwarten, dass längst wieder eine Instabilität („Eiszeit“) ausgebrochen oder zumindest veranlasst sein müsste. Weshalb die Situationen trotz gleichem oder sogar größerem „externen forcings“ unterschiedlich sind, weshalb die gegenwärtige Warmzeit dennoch einigermaßen stabil ist, ist in Luhmann (2005a) erklärt. Kyoto plus 61 Verdoppelung des Gehalts an Treibhausgasen. Bislang ist keine Tendenz in Sicht, dass der Anstieg bei 3,5 Watt ein Ende finden wird. Dominant unter den Treibhausgasen ist Kohlendioxid. Die anderen anthropogenen Treibhausgase sind nicht unbedeutend – blicken wir zurück auf die in der Vergangenheit angehäufte Altlast, so macht sie etwa 40 Prozent aus, wenn wir nach vorne schauen, vielleicht noch 20 Prozent (WRI 2005). Kohlen­dioxid ist das Produkt eines elementaren Lebensvorgangs, der Verbrennung von organischen Kohlenstoffverbindungen zur Gewinnung der darin enthaltenen Bindungsenergie. Leben wäre aber nicht möglich ohne einen Umkehrprozess dazu, die Photosynthese, bei der, unter Zuführung von Sonnenenergie, Wasser in seine beiden Ausgangsstoffe zerlegt wird und mit deren Hilfe Kohlendioxid zu Kohlenwasserstoffverbindungen reduziert wird. Beide elementaren Lebensprozesse koexistierten lange in einem erdgeschichtlich eingespielten Gleichgewicht von Werden und Vergehen. Dann aber begann der Mensch mit der Erfindung der Dampfmaschine dieses Gleichgewicht gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu stören. Unter dem Titel „Industrielle Revolution“ hat er auf den Bestand an fossilen Brennstoffen zugegriffen, zur Aneignung des darin gespeicherten „Schatzes“ an Sonnenenergie. Damit hat er eine von ihm vorgefundene Grenze, seine Verwiesenheit auf Energieflüsse, gesprengt. Heute verfeuert der Mensch in einem einzigen Jahr etwa so viel an fossilen Energieträgern, wie in einem Zeitraum von etwa einer Million Jahren aus Sonnenenergie entstanden sind. Auch diese Verbrennung selbst stellt einen zusätzlichen menschlichen Antrieb innerhalb des Energiebudgets der Atmosphäre dar. Doch der Antriebseffekt aufgrund des dabei entlassenen Kohlen­ dioxids liegt um etwa den Faktor einhundert über der direkten Antriebswirkung, also der Wirkung, um deretwillen wir die Energieträger verbrennen. Zu der Frage nach dem Verbleib des Kohlendioxids, dieses hoch­potenten Abfallprodukts der Verbrennung, hat der Mensch sich im Vorhinein, in den Frühphasen der Industrialisierung, keine Gedanken ge-macht. Wenn es für den erhöhten Zufluss an Kohlendioxid keinen erhöhten Abfluss gibt, wenn also durch menschlichen Einfluss mehr Treibhausgase in die Atmosphäre ­gelangen, als „natürlicherweise“ wieder entzogen werden, so steigt der Gehalt 1,5 W/m2 entspricht der Amplitude von 200 bis 280 ppmv, also 80 ppmv Differenz. 3,5 W/m2 entspricht einer Verdoppelung der Treibhausgaskonzentration gegenüber vor­industrieller Zeit, also + 280 ppmv Differenz. Diese beiden Zahlenverhältnisse lassen erkennen, dass der Zusammenhang von Treibhausgaskonzentration und Strahlungsantrieb nichtlinear ist. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass die CO2-spezifischen Absorp­tions­ banden eine Sättigungstendenz aufweisen. Um jedoch die wirkliche Antriebsänderung zu bestimmen, müssen auch Sekundäreffekte durch veränderte Verhaltensweisen der nichtphysikalisch bestimmten Erdkompartimente berücksichtigt werden – die aber lassen eine positive Rückkopplung erwarten. 62 Jahrbuch 2004/2005 in der Erdatmosphäre unweigerlich an – von einem dadurch oder auch auf ­anderen Wegen genommenen Einfluss des Menschen auf die Ableitfähigkeit des „Natur“-Systems ganz zu schweigen. So ist es nun auch gekommen. Ein zentraler Pfeiler des Projekts „Industrialisierung“ trägt nicht mehr. Das ist eine Einsicht, für die die Wissenschaft sich in den 1970er Jahren geöffnet hat und die etwa in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre den politischen Raum erreichte. Dessen ungeachtet wird das Projekt weiter ausgebaut. Ein tieferer Glaube, ein kindlicheres Sich-getragen-Wissen als dieses Bekenntnis durch das Tun ist schwerlich vorstellbar. Es ist ein Tun in der Hoffnung, dass der Pfeiler doch noch trägt oder die Folgen eines Einsturzes schon nicht so arg sein werden. Diese Hoffnung aber ist ohne Grund. Die mit dem menschengemachten Klimawandel herbeigeführte Herausforderung hat eine Struktur, die man an einer Badewanne erläutern kann. Die Wanne reduzieren wir gedanklich auf drei Eigenschaften: Sie habe eine maximale Füllhöhe, sie fasst somit ein begrenztes Reservoir; und sie habe einen Zufluss sowie einen Abfluss. Die Wanne steht für die Erdatmosphäre, das Wasser in der Wanne für die Treibhausgase. Das bedeutet: Die Industrienationen haben mit ihrem Einstieg in die Kultur des industriellen Wirtschaftens begonnen, den Hahn über die Kapazität des Abflusses hinaus aufzudrehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg drehten sie gleichsam den Hahn bis zum Anschlag auf. Der heute aufgelaufene Reservoir-Effekt: Die Wanne dürfte schon zu etwa 85 Prozent gefüllt sein – während die Weltbevölkerung weiter wächst und die Entwicklungsländer noch gar nicht richtig angefangen haben, ebenfalls in das Projekt „Industrialisierung“ einzusteigen. Die verschiedenen anthropogenen Treibhausgase sind chemisch, also in ihren Reaktionen mit der Umwelt, völlig unterschiedlich – sie weisen beispielsweise unterschiedliche Verweildauern in der Atmosphäre auf und unterschiedlichste „Nebenwirkungen“ auf Stoffkreisläufe der Natur, insbesondere den Kohlenstoff- und den Stickstoffkreislauf. Auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sind sie aber doch in einem: in ihrem energetischen Effekt, ihrem gegenwärtigen Strahlungsantrieb, ihrem aktuellen Beitrag zur Erwärmung der Erdatmosphäre. Ziel der Klimapolitik muss es sein, den Gehalt von Treibhausgasen in der Luft, also – um im Bild zu bleiben – den Wasserspiegel in der Badewanne, nicht immer weiter ansteigen zu lassen. Dieses Ziel ist nicht schon durch eine Stabilisierung der Emissionen zu erreichen, auch dann käme es bald zum Über- Vgl. zur Entdeckungsgeschichte der Klimaherausforderung Luhmann (2001) sowie Weart (2003). Kyoto plus 63 lauf. Der Anstieg des Wasserspiegels ist nur zu stoppen, wenn die Emissionen drastisch zurückgeführt werden auf ein präzise definiertes Niveau: auf die Kapazität des Abflusses – wenn also nicht mehr Treibhausgase in die Luft entlassen werden, als abgebaut werden können. Und weiter gilt: Der Überlauf ist nurmehr zu verhindern, wenn dies alsbald und entschieden geschieht. Kyoto: Ein Anlass für eine Zwischenbilanz Anlass für diese bilanzierenden Bemerkungen ist der gegenwärtige Stand der multilateralen Klimapolitik. Die befindet sich auf einem Scheitelpunkt. An diesem Punkt kann ein Resümee gezogen werden, um das Ausmaß der verbleibenden Aufgabe zu bestimmen. Am 16. Februar 2005 trat das Kyoto-Protokoll in Kraft. Das wurde ­gefeiert, denn damit war eine Ernte endlich eingefahren. Doch nun, da die Ernte eingebracht ist, sind auch die Ernteausfälle bilanzierbar, welche wir zu beklagen haben – „dank“ der weltpolitischen Auseinandersetzungen um das Kyoto­Protokoll. Nachdem das Klimaproblem politisch entdeckt worden war, stand den ­führenden Beteiligten unausgesprochen etwa folgender Zeitplan vor Augen: Wir starten im Jahre 1990. Ziel der multilateralen Klimapolitik müsse es sein, die globalen Emissionen von Treibhausgasen bis etwa zum Jahre 2050 auf rund die Hälfte zurückzuführen. Von 1990 bis 2050 sind es drei mal zwanzig Jahre. Wir haben also drei Perioden Zeit für den Erfolg, den wir anstreben. Industrie­ nationen und Entwicklungsländer haben einen unterschiedlichen Anteil am Anwachsen des Problems, dem Gehalt an Treibhausgasen in der Luft, aus diesem Grunde haben die Industriestaaten voranzugehen. In der ersten Periode beginnen die Industriestaaten. Sie schwenken auf einen Pfad der Reduktion der Treibhausgasemissionen ein. In der nächsten Periode folgen die Entwicklungsländer den Pionieren, den Industriestaaten. Und wenn der kollektive Emis­ sionspfad dann das richtige Vorzeichen aufweist, nämlich eines, das nach unten weist, dann ist noch eine Periode Zeit zuzulegen, um das Projekt der Umsteue­ rung zum Erfolg zu führen. So in etwa die – vielleicht etwas knapp bemessene – Kalkulation. Die erste Periode, die zwanzig Jahre bis zum Jahre 2010, ist dann die Kyoto-Periode geworden, deren Ergebnisse nun im wesentlichen feststehen – an deren Ende wollten die Industriestaaten fünf Prozent weniger Treibhausgase emittieren. Das Emissionsniveau, von dem aus die Menschheit zu Beginn der 1990er Jahre gestartet ist, können wir heute, dank der klimarechtlich statuierten 64 Jahrbuch 2004/2005 ­ eldepflichten, recht präzise bestimmen: Da entließen Industrienationen und M Entwicklungsländer zusammen 30 Gigatonnen pro Jahr (Gt/a) Treibhausgase in die Luft. Das gilt allerdings nur, wenn man „Treibhausgase“ in der Definition gemäß dem sog. „Kyoto-Korb“ versteht. Das Kyoto-Protokoll aber erfasst nicht alle Treibhausgase, für deren Emission der Mensch verantwortlich ist. Das ist bewusst so gemacht worden, es handelte sich beim Kyoto-Protokoll ja nur um einen ersten Schritt der globalen Klimaschutzpolitik, der sich zunächst nur an Industriestaaten richtete. Die vollständige Aussage muss lauten: Wir sind in Wahrheit von etwa 39 Gt/a aus gestartet. Mit dieser Ergänzung sind weit überwiegend Emissionen von Kohlendioxid aus Entwaldungen oder, wie es technisch heißt, „Änderungen der Landnutzung“ mit erfasst. Im Kyoto-Gase-Korb dagegen wird Kohlendioxid weitgehend beschränkt auf die Quelle „Verbrennung fossiler Energie­ träger“. Ergänzt sind damit auch die bislang nicht berücksichtigten Emissionen aus „internationalem Transport“, die sich der UN-Logik des Ansatzes bei Territo­rialstaaten und deren Aufsummation bislang entzogen. Entwaldungen sind ein Problem gerade etlicher Entwicklungsländer. Die sind eben noch dabei, das nachzuholen, was die Industriestaaten bereits zu Beginn bzw. noch vor der Periode der Industrialisierung gemacht und in einem spezifischen Sinne auch „erledigt“ haben. England zum Beispiel hatte sich zu einem baumlosen Land gemacht: Genau dieser Mangel war es, der im Mutter­land der Industrialisierung den entscheidenden Druck erzeugte, auf den vermeintlichen „unterirdischen Wald“, den fossilen Brennstoff Kohle, systematisch zurückzugreifen. Dass die Emissionenkategorie „Kohlendioxid aus Entwaldungen“ für die erste Periode, in der die Industriestaaten vorangehen sollten, vernachlässigt wurde, ist zwar verständlich, doch diese Emissions­ kategorie ist quantitativ bedeutend. Für die Zukunft, in der die Entwicklungsländer mit in die Pflicht genommen werden müssen, ist diese Ausblendung somit aufzuheben. Dieselbe Maßgabe hat für den Sektor „Internationaler Transport“ zu gelten. Der absehbare Ausgangspunkt am Ende der ersten Kyoto-Periode Soweit die Definitionen. Nun zur absehbaren Ausgangslage zu Beginn der Nach2012-Periode – zunächst bei einer Definition von „anthropogene Treibhausgase“ nach dem Kyoto-Korb: Unter dieser Voraussetzung liegt der Ausgangspunkt im Jahre 1990, wie erwähnt, bei etwa 30 Gt/a. Dazu trugen die Industriestaaten Kyoto plus 65 60 Prozent bei, die Entwicklungsländer 40 Prozent. Das Ziel hieß: Rückführung bis zum Jahre 2050 auf die Hälfte. Bei diesem Ausgangspunkt bedeutet das eine Minderung um 15 Gt/a auf eben denselben Wert. Um dieses Ziel zu ­erreichen, sollten die Industriestaaten „vorangehen” – bis 2010. Das gehörte zur stillschweigenden Verabredung zwischen Süd und Nord über zwei Perioden, gleichsam zur „Geschäftsgrundlage“ der Klimakonvention. Nach zwanzig Jahren muss man feststellen: Der Norden ist seinem Versprechen nicht nachgekommen. Die Treibhausgasemissionen stiegen deutlich an, und das nicht nur in den Ländern, die einen Nachholbedarf haben, sondern auch in den Pionierländern, den Industriestaaten. Der Anstieg von Treibhausgasemissionen beider Gruppen zusammen ist historisch präzedenzlos. Basis dieser Einschätzung sind die pflichtgemäß gelieferten Berichte aus den Industriestaaten einerseits (UNFCCC 2004) sowie Prognosen der Internationalen Energie-Agentur (IEA) für die Entwicklungsländer andererseits (IEA 2004). Nach diesen Quellen haben wir zu erwarten, dass die globalen Emissionen bis 2010, in nur zwei Jahrzehnten, um 15 Gt/a empor geschnellt sein werden. Wie kommt ein solch monströses globales Wachstum zustande? Die Industrieländer tragen dazu etwa 2 Gt/a bei, sie werden mit gut 10 Prozent Zuwachs über die Ziellinie gehen. Das ist weitgehend bestimmt durch das Ausreißerwachstum der USA und Australiens, der beiden „Kyoto-Flüchtlinge“. Entscheidend ist, dass die Emissionen der Industriestaaten als Block nicht ­sinken, sondern wachsen, also das falsche Vorzeichen aufweisen – damit wird ein falsches Zeichen gesetzt und die Legitimation verspielt, von der Gruppe der Entwicklungsländer ihrerseits Maßnahmen einzufordern. Die Entwicklungsländer tragen die restlichen 13 Gt/a bei. Darunter dominant China, gefolgt von Indien und der Gruppe Brasilien/Indonesien/Iran sowie der Gruppe der sogenannten OECD-Entwicklungsländer Mexiko/Süd-Korea/ Türkei. Der Anteil der Entwicklungsländer an den globalen Treibhausgasemissionen lag im Jahre 1990 bei knapp 40 Prozent, die IEA prognostiziert für die Emissionen von Kohlendioxid ein Wachstum um 110 Prozent. Die „übrigen“ Treibhausgase wurden von der IEA nicht erfasst und wachsen vermutlich nicht mit gleicher Rate wie die aus der Verbrennung, die den IEA-Autoren für den industriellen Nachholvorgang notwenig erscheint. Doch es bleibt der immer noch ausgeblendete Teil von Kohlendioxid aus Entwaldungen, der im Jahr 1990 etwa 8 Gt/a betrug. Deshalb werden die Entwicklungsländer im Jahre 2010 in jedem Falle mindestens 25 Gt/a an Treibhausgasen freisetzen und damit an den Industriestaaten vorbeiziehen, die „nur“ noch 20 Gt/a beitragen. Das bedeutet: Im Jahre 2010, nach Ablauf von 20 Jahren und damit der ersten von drei Perioden, wird die internationale Staatengemeinschaft mit Emissionen in Höhe von mindestens 45 Gt/a dastehen. Soll das ursprüngliche 66 Jahrbuch 2004/2005 Absehbare Ergebnisse der Kyoto-Periode A Nachholender Ausstoß von Klimagasen erwarteter Zuwachs 1990* bis 2010 1990*: 30,3 Mrd. t THG CO2 äquiv. +110% THG THG-Wachstum der Entwicklungsländer proportional zum CO2-Wachstum (nur energiebedingt), nach IEA (2004) +10,8% THG 18,5 11,8 INDUSTRIESTAATEN ENTWICKLUNGSLÄNDER 1,2 4,8 THG-Emissionen in Mrd. t Bevölkerung in Mrd. 0 20 40 60 80 100 * Basisjahr der Kyoto-Verpflichtung (Quelle: UNFCCC, Okt. 2004). B Anteilsverschiebung (Segmente) und Wachstum (Kreise) 1990 30,2 61% Mrd. t 39% THG 2010 45% 45,15 Mrd. t THG 55% Kyoto plus 67 Ziel bis 2050 weiterhin erreicht werden, so bedarf es dafür nun, nachdem ein Drittel der zur Verfügung stehenden Zeit verstrichen ist, einer Rückführung um doppelt soviel wie im Jahre 1992 angesagt: um nun 30 Gt/a, auf ein Drittel des für 2010 zu erwartenden Volumens. Das ist eine Herausforderung, die zu Beginn der 1990er Jahre jenseits des Vorstellbaren lag. Die Staaten, insbesondere die Industriestaaten, haben sich mit Unterzeichnung der Klimakonvention dazu verpflichtet, regelmäßig die Angemessenheit der verabredeten bzw. eingegangenen Verpflichtungen zu überprüfen. Dafür müssen Herausforderung, also Ziel, und Stand der Einlösung, also Politik, eruiert und miteinander verglichen werden – die Differenz bestimmt die anstehende Aufgabe. Eine solche Überprüfung war für 1998 vorgesehen, doch wird sie seitdem in schöner Regelmäßigkeit im Rahmen des Konventionsprozesses vertagt. Doch außerhalb des offiziellen Rahmens bereiten sich insbesondere die Kyoto-Staaten auf die im Protokoll verankerte Verpflichtung vor, bis spätestens Ende des Jahres 2005 die Weiterentwicklung des Protokolls zu veranlassen. So wurden zur Vorbereitung des Treffens der G8 im Juli 2005 wie auch für den EU-Ratsbeschluss im März 2005 erhebliche Anstrengungen zur Fixierung des Umfangs der anstehenden Herausforderung unternommen, gut und präzise erarbeitet, im EU-Fall mit einem Vorlauf von mehreren Jahren. Das hat zu einem neuen Stand der Problemwahrnehmung geführt. Dem ist die Fokussierung vieler wissenschaftlicher Einzelergebnisse zu verdanken, die bislang nur zerstreut vorlagen. Oder von Ergebnissen, die dem Qualitätssicherungsmaßstab des IPCC nicht genügen, weil sie zu „jung“ erst vorliegen. Erst die Nachfrage seitens der Politik erzwingt eine integrierende Sicht auf das Problem, welches den Wissenschaften zur Beobachtung aufgegeben ist. Von allein geschieht das nicht. Der aufkeimende Verdacht: Schon über das Ziel hinaus? Dieser Prozess des Reviews wie der Fokussierung weit auseinanderliegender Einsichten und Indizien hat einen doppelten Verdacht hinsichtlich der Größenordnung bereits veranlasster Folgen des Klimawandels aufkeimen lassen: „Sind wir möglicherweise bereits über das Ziel hinausgeschossen?“ So wurde im Vorfeld des G8-Gipfels von der britischen Regierung die sog. Exeter-Konferenz „Avoiding dangerous climate change“ (1.–3. Februar 2005) organisiert. Mehr Informationen zur Konferenz sind verfügbar unter http://www.stabilisation2005.com. 68 Jahrbuch 2004/2005 Unterschätzte Eisschmelzprozesse Der erste Verdacht: Die Folgen der Temperaturerhöhung in verschiedenen Erdsphären sind vielleicht doch größer als bislang gedacht. Die Spezialisten für die Eisschilde, die Kryowissenschaftler, jedenfalls porträtierten ihre Sphäre bislang als einen „schlummernden Riesen“, nun sprechen sie von einem „erwachenden Riesen“ (Rapley 2005). Dass er schlummert, gaben die herrschenden Eisschmelzmodelle bislang so her. Die Konsequenz: Für das 21. Jahrhundert erwartet die Wissenschaft „offiziell“, im Dritten Sachstandsbericht des IPCC, einen Anstieg des Meeresspiegels, der bei den Mittelwerten allein auf die Ausdehnung des ozeanischen ­Wasserkörpers in Folge erhöhter Temperatur sowie Gletscherschmelzen zurückzuführen ist – damit auf 0,35 Meter (IPCC 2001, 641). Sicher ist aber inzwischen, dass die im IPCC-Bericht verwendeten Eisschmelzmodelle, die die Eispackung auf der Antarktis und den nordpolnahen Landmassen wie Grönland als „schlummernde Riesen“ porträtieren, den faktischen Eisschmelzprozessen, die in den polnahen Regionen in Süd und Nord inzwischen in Augenschein zu nehmen sind, nicht gerecht werden. Sie unterschätzen sie vielmehr massiv (Rahmstorf/Jaeger 2004 und Luhmann 2005b). Die Wissenschaftler des British Antarctic Survey, mit den Vorgängen vor Ort vertraut, nehmen das Bild vom Riesen auf, sprechen aber von seinem ­Erwachen, wenn auch, aus Vorsicht, mit einem Fragezeichen. Die „Klimasensitivität“ erdsystemanalytisch korrigiert Der zweite Verdacht ist möglicherweise noch zentraler. Er hat zum Hintergrund, dass der Zusammenhang von Anstieg der Treibhausgaskonzentration und resultierendem Temperatureffekt bisher als eher „gutmütig“ eingeschätzt wurde. Nun kommt in den Blick, dass a) der Mensch nicht nur über Treibhausgase in das Erdgeschehen mit Rückwirkungen auf das (modellierte) Klimasystem eingreift und b) der erhöhte Gehalt an „Treibhausgasen“ nicht allein energetisch wirkt, wie die Benennung zu glauben verführt, sondern zudem biochemisch viel­fältige Folgen auslöst. Chemisch angestoßene Rückkopplungen aus den bislang vernachlässigten Erdsphären lassen erwarten, dass der Zusammenhang in Wahrheit dynamischer und damit für den Menschen dramatischer einzu­ schätzen sei. Im Mittel gelten die Schmelzwasserbeiträge Grönlands und der Antarktis mit zusammen – 4 cm als Senke, im Maximum beträgt der Meeresspiegelanstieg im 21. Jahrhundert 0,88 m (IPCC 2001, 641). Kyoto plus 69 Um die Bedeutung dieser Blickänderung einschätzen zu können, muss man einen Schritt zurücktreten. Es geht hier um Änderungen, die die Voraussetzungen der speziellen Form berühren, in der üblicherweise und auch bislang in diesem Beitrag die Herausforderung der Klimapolitik formuliert wird. Dazu gehören die Klimamodelle, die wie jedes Modell ein Partialsystem sind – sie stilisieren ein ganz spezielles Verhältnis von innen und außen. Innen ist das „natürliche“ Klimasystem, in seinen Eigenschaften bestimmt aufgrund von Erfahrungen in der Vergangenheit, außen ist der Mensch. Die Kanäle des möglichen menschlichen Einflusses werden definiert (das ist der Akt des „framing“ im Sinne der Politikwissenschaft), d.h. in ganz bestimmten Treibhausgasemissionen gefasst, die Änderung der Gehalte anderer Treibhausgase z.B. wird als interne Rückkopplung aufgefasst und in ihrem Effekt den politisch fokussierten „anthropogenen Treibhausgasen“ zugerechnet – alles andere wird ceteris paribus gelassen. Ändert sich das in solchen Definitionen gefasste menschliche Verhalten, so ändert dies Werte der darauf bezogenen Parameter des auf diese „Passung“ hin modellierten (!) Klimasystems – das System selbst bleibt in seinen Eigenschaften unverändert. Nur mit Hilfe solcher Unterstellungen und Unterscheidungen kann man die Wirkungen eines veränderten menschlichen Einflusses in computergestützten Klimamodellen errechnen. Zentraler Parameter zur Beschreibung der Eigenschaften des Modell­systems ist die sog. „Klimasensitivität“. Die Bezeichnung muss man wörtlich nehmen: es bezeichnet die zentrale Eigenschaft eines „Klima“-Systems im engen Sinne, konkret die Temperaturerhöhung aufgrund allein des Effekts im Gefolge einer Veränderung des energetischen Antriebs, die einer Verdoppelung der Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid entspricht. Treibhausgase aber sind nicht nur energetisch, sondern auch chemisch und biologisch wirksam. ­Führen z.B. solcherart „Neben“-Wirkungen zu Änderungen von Eigenschaften des Erdsystems, die diese zentrale Eigenschaft des modellierten Klimasystems tangieren, dann befindet man sich außerhalb dessen, was mit Klimamodellen üblichen Verständnisses erfasst werden kann. Dasselbe gilt für Einflüsse des Menschen auf weiteren Pfaden als den über Treibhausgase. Es liegt in dieser Perspektive, dass beispielsweise gefragt wird: Wie mag es um die Sensitivität des Klimasystems stehen, wenn wir uns vorstellen, was mit unseren kleinen Freunden in den Weltmeeren geschehen mag, die die Umwandlung von Kohlendioxid in Kalziumkarbonat und dessen Abtransport Die Bestimmung der Metrik „CO2-Äquivalente“ bzw. „Global Warming Potential“, Voraussetzung des eindimensionalen Treibhausgasbegriffs und insofern jeglicher Klimapolitik bisherigen Verständnisses, von zwischenstaatlichen Verhandlungen zur Begrenzung von Treibhausgasemissionen bis hin zum Handel mit Emissionsrechten von Treib­ hausgasen, hat diese Stilisierung zur Voraussetzung. 70 Jahrbuch 2004/2005 in den Tiefenozean für uns bislang treu und verlässlich bewerkstelligt haben? – eine Erhöhung des Kohlensäuregehalts in der Atmosphäre führt schließlich auch zur Versauerung der oberen Meeresschichten und damit deren Lebensraumes. Die Ozeanbiologen jedenfalls rufen Alarm (Turley et al. 2005; Royal Society 2005). Was ist, wenn bei einem Temperaturanstieg an Land, unterstützt durch ertragreichere Niederschläge, die Mikroben sich lustvoll an die Zersetzung des riesigen Kohlenstoffvorrats der Wälder machten, also Kohlendioxid freisetzten? Der lagert nämlich, zumindest bei den borealen Wäldern, nur zu einem Drittel im Holz der Bäume; zu zwei Dritteln aber lagert der Vorrat in der labilen Humus-Auflage der Böden, die den wärmeliebenden Mikroben zugänglich ist. Auch hier geben Wissenschaftler, hier Bodenbiologen, Alarm (Lewis 2005 und Cox 2005). Die Liste von Befürchtungen, die sich in dieser Perspektive ergeben, kann hier nicht mit Anspruch auf Vollständigkeit vorgelegt werden. Es soll nur ergänzend auf drei weitere Implikationen – wohlgemerkt allein des Klimawandels – hingewiesen werden, die einen Einfluss auf die Klimasensitivität haben. In völliger Analogie zu den eben gegebenen beiden Beispielen stehen die ­folgenden Phänomene: 1. Methan aus Auftauen von Permafrostböden, 2. Methanhydrate aus den Ozeanen und in gewisser Weise auch die 3. Aufhebung negativen radiative forcings aus Aerosolvermeidung bei Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Dass auch die „Eigenschaften“ eines Klimamodells als Variable zu nehmen sind, wird von der zuständigen wissenschaftlichen Community auch wahrgenommen. Die „kanonische“ Abbildung ist im Dritten Sachstandbericht des IPCC, Tech­nical Summary, Box 3, gegeben und listet all die Kompartimente, die eben angedeutet wurden, als „noch zu integrierende“ Modellbausteine auf. Hier wird lediglich darauf hingewiesen, dass die Sprechweise vom „Klima“-Modell dann nicht mehr angemessen ist, dann handelt es sich um „Erdsystemmodelle“. Dass es in beiden Beispielsfällen Biologen sind, die auf Zusammenhänge aufmerksam machen, die bislang ausgeblendet worden waren, ist kein Zufall. Der Grund dafür ist systematisch, er ist tief innerwissenschaftlich angelegt: Klimamodelle stilisieren das Phänomen Klima als verallgemeinertes Wetter und damit im wesentlichen physikalisch. Folglich wurde auch der zukünftige anthropogene Klimawandel im ersten Anlauf so modelliert. Das ist eine Schieflage, doch ein Modell ist immer Gemeint sind die Plankton-Mikroorganismen mit dem Gattungsnamen „Coccolitho­ phoride“, die bislang 80 Prozent der Leistung übernommen haben, gelösten Kohlenstoff in den Ozeanen als Calziumcarbonat in die tieferen Meeresschichten zu schaffen. Kyoto plus 71 Die Änderung der Eigenschaften von „Klimamodellen“ auf dem Weg zu immer umfassenderen (Erdsystem / Klima-)Modellen Mitte 1970er Mitte 1980er Anfang 1990er Ende 1990er Anfang 2000er Zukunft Atmosphäre Atmosphäre Atmosphäre Atmosphäre Atmosphäre Atmosphäre Boden 2 Immer umfassendere Klimamodelle Boden Boden Boden Boden Meere und Meer-Eis Meere und Meer-Eis Meere und Meer-Eis Meere und Meer-Eis SulphatAerosole SulphatAerosole SulphatAerosole Andere Aerosole Andere Aerosole KohlenstoffZyklus KohlenstoffZyklus Vegetationsdynamik Meere und Meer-Eis 1 Getrennt entwickelte Komponenten SulphatAerosole KohlenstoffZyklus an Land KohlenstoffZyklus im Meer AtmosphärenChemie AtmosphärenChemie Andere Aerosole KohlenstoffZyklus gesamt Vegetationsdynamik Vegetationsdynamik AtmosphärenChemie AtmosphärenChemie Quelle: IPCC, Klimawandel 2001 nur eine Vereinfachung. Von der Physik wird man nicht behaupten wollen, dass Lebensvorgänge bei der Entwicklung ihres Wissens­ideals Pate gestanden haben – sie steht paradigmatisch für das neuzeitliche Ideal sicheren Wissens. Dem Phänomen „anthropogener Klimawandel“ ver­mögen physik­lastige Modelle offensichtlich umso weniger gerecht zu werden, je massiver die Eingriffe des Menschen in das Erdsystem konzipiert sind. Dann sind andere Erdsphären, insbesondere bisher vernachlässigte Lebensprozesse, einzubinden. Das geschieht auch, wenn auch nur in Ansätzen, in Auseinandersetzung mit herrschenden Modellen, die wie folgt begründet sind: Prozesse, über die keine exakten ­Angaben erhältlich, zu denen also sichere Aussagen noch nicht möglich sind, seien nicht zu berücksichtigen. Nun mehren sich aber Anzeichen 72 Jahrbuch 2004/2005 dafür, dass sie in der (Mit)-Wirkung bedeutend sind, wesentliche selbstverstärkende Effekte damit ausgeschlossen wurden. Die prospektive Wahrnehmung der vollen Effekte des menschlichen Eingriffs ist nicht nur vom Erkenntnisfortschritt der Wissen­schaften abhängig, sondern maßgeblich auch von einer Änderung ihres bis­herigen Selbstverständnisses, ihres Wissensideals. Es könnte sein, dass die wesentlichen Effekte nicht länger im Lichte der Laterne ihres bis­herigen Wissens­ideals zu finden sind, sondern außerhalb dieses begrenzten Licht­kegels. Erkenntnisstatus und sicherheitspolitischer Charakter der Herausforderung Der Mensch tendiert dazu, sich in einen Zustand zu begeben, der erdgeschichtlich präzedenzlos ist: Es hat bislang keinen Zustand gegeben, in dem ein ­externer Einfluss von oberhalb 1,5 W/m2 zusammengekommen ist mit der Existenz zweier großer Inlandseisgebiete (Antarktis und Grönland) – letztere tragen ein Eisvolumen, das bei Abschmelzen einem potenziellen Meeresspiegelanstieg von mehr als 60 Metern entspricht (Rahmstorf/Jäger 2005; Rapley2005).10 Die eben vorgenommene Charakterisierung des Zustands als „präzedenzlos“ ist nicht allein eine erdgeschichtliche Feststellung. Sie hat eine wissens­ theoretische Implikation und bedeutet: Damit liegen keine Erfahrungen vor. „Erfahrung“ aber ist die Grundlage neuzeitlicher Wissenschaft, insbesondere der Physik. Der Physik ver­danken wir die Klimamodelle und damit eine Ahnung von der Gefahr, auf die wir uns eingelassen haben. „Präzedenzlosigkeit“ bezeichnet somit einen Raum, zu dem die Klimawissenschaft Aussagen nur um den Preis machen kann, dass sie die Grenze der Verlässlichkeit ihrer Aussagen überschreitet. Mit dem Überschreiten dieser Grenze, die bei einem zusätzlichen Antrieb gegenüber vorindustrieller Zeit von etwa 3,5 W/m2 liegt, drohen wir orientierungslos zu werden. Ob jenseits dieser Grenze die paradiesische Stabilität des Holozäns noch zu erhalten sein wird, hat als offen zu 10 Die Aufteilung im Maß ‚m SLE’ (= sea level equivalent) ist: Antarktis: 57 (davon Ost-Antarktis: 52; West- Antarktis: 5); Grönland: 7; Gebirgsgletscher: 0,5. Die Effekte durch temperaturbedingte Ausdehnung des Meerwassers sowie durch Schwächung bzw. Zusammenbruch der thermohalinen Strömung sind dabei nicht eingerechnet (Rahmstorf/ Jäger 2005; Rapley 2005). Kyoto plus 73 gelten.11 Es liegt an uns, an dem, was wir tun. Unser kollektives Tun nennen wir „Politik“. Die politischen Bemühungen um die Bewahrung dieser Stabilität befinden sich gerade an einem Höhepunkt: In diesem und im nächsten Jahr werden die strategischen Pflöcke für die Fortentwicklung internationaler ­Klimapolitik eingeschlagen werden. Das Ziel der Klimapolitik ist in der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen etwa mit den Worten umschrieben worden: Es gehe darum, eine „gefährliche Interferenz zwischen Klimaantrieb seitens des Menschen und Lebensgrundlagen zu vermeiden“. Es geht um die Abwendung einer antizipierten Gefahr, es geht um eine spezielle Art von Sicherheitspolitik. Es geht dabei zwar letztlich um das Vermeiden eines Schwellenwertes („Gefahr“), aber das schließt nicht aus, dass bei der Annäherung an diesen Schwellenwert Situa­ tionen größerer „Gewalt“ häufiger werden – dem, das ist das zweite Ziel der Klimapolitik, soll die Adaptationspolitik begegnen. Die spezifische „Schwierigkeit“ der speziellen Sicherheitspolitik „Klima­ politik“ besteht darin, dass sie mangels Erfahrung nicht auf tief sitzenden Traumata aufbauen kann. Andere Sicherheitspolitiken basieren auf geschichtlichen Traumata – genannt seien nur, für die militärische Sicherheitspolitik, die ­Geißel „Krieg“ und die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, für die gesundheitsbezogene Sicherheitspolitik die Spanische Grippe und für den zivilen Katastrophenschutz schließlich das in Westeuropa zumindest bislang hypothetische Risiko einer Kernkraftwerksschmelze. Traumata vergleichbarer Größenordnung zu ersparen, ist der Sinn der Klimapolitik. Möglich ist das nur mit einer Klimapolitik, die hinreichend problembewusst ist. Es mangelt massiv an Anstrengungen, die Größenordnung des Problems, die Herausforderung, sowohl zu erkunden als auch öffentlich zu präsentieren. Nur dann wird es gelingen, die Erfahrung von Traumata durch ihre Antizipation zu vermeiden. Dafür sind die Weichen bislang nicht gestellt. Die Klimapolitik hat sich für die „Post-2012-Periode“ somit völlig neu aufzustellen, und das in mehreren Dimensionen. 11 Klimapolitisch-systematisch gesehen ist damit die Auslegung von „gefährlich“ in der Zielformulierung von Artikel 2 der Klimarahmenkonvention angesprochen. Ein möglicher Weg geht dabei über die Abschätzung der Folgen in Erdkompartimenten bei Überschreiten einer bestimmten Temperaturerhöhung. Der inhaltlich weitest gehende Versuch in dieser Richtung ist vom Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) unternommen worden (Hare 2003; WBGU 2003). Der hier skizzierte „wissenstheoretische“ Ansatz zur Auslegung von Artikel 2 Klimakonvention ist in Luhmann (2005a) etwas weiter ausgearbeitet worden. 74 Jahrbuch 2004/2005 Optionen internationaler Klimaschutzpolitik Über die weitere Architektur und institutionelle Verankerung internationaler Klimapolitik nach der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls wird zurzeit lebhaft debattiert. Bis vor zwei Jahren fand diese Diskussion überwiegend in der Wissenschaft und unter Nicht-Regierungsorganisationen statt (Brouns 2003). Seit kurzem jedoch haben verschiedene politische Gremien dieses Thema ebenfalls auf ihre Agenda gesetzt: Die zukünftige ­Klimapolitik gehörte auf dem Treffen des Europäischen Rates im März 2005 zu den wichtigsten Themen, sie war eines der beiden Kernthemen beim G 8-Gipfel in Gleaneagles (Juli 2005) und Hauptaugenmerk bei einem informellen „Seminar von Regierungsexperten“ im UNFCCC-Verhandlungsprozess (Mai 2005) – nicht zu sprechen von den vielen bi- und multilateralen Initiativen zur Stärkung der technologischen Zusammenarbeit. Es gibt drei wichtige Gründe für die zunehmende Bedeutung dieses Themas: 1. wachsender Konsens und neue Erkenntnisse in der Wissenschaft über Struktur, Umfang und Dringlichkeit des Problems; 2. die Festlegung im Kyoto-Protokoll, die Verhandlungen zu seiner Fortschreibung im Jahr 2005 zu beginnen, und 3. die Versuche der USA und anderer Staaten, die dem Ansatz des Kyoto-Protokolls mit absoluten Minderungszielen skeptisch gegenüber stehen, Alternativen dazu zu entwickeln. Abhängig von politischer Motivation und Interessenlage der beteiligten Akteure werden diese Diskussionen unter verschiedenen Überschriften wie „Post-2012“, „Kyoto plus“, „Post-Kyoto“ oder „Future action“ und weitgehend voneinander entkoppelt geführt. Einige Vorschläge haben die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls zum Thema oder fokussieren zumindest auf andere Optionen im UNFCCC/Kyoto-Regime, andere wiederum entwickeln Politikansätze außerhalb des Regimes und stellen zum Teil explizit die Effek­ tivität des bestehenden Klimaregimes in Frage. Das Wuppertal Institut forscht seit vielen Jahren zu den Instrumenten und Rahmenbedingungen einer erfolgreichen Klima-, Energie- und Verkehrs­ politik. Auf dieser wissenschaftlichen Grundlage werden in diesem Abschnitt zwei Pfade für die zukünftige internationale Klimapolitik skizziert, die mehrere Komponenten der geführten Diskussionen verbinden, und mögliche Vorschläge zur Realisierung der beiden Pfade zur Diskussion gestellt. Damit ­sollen insbesondere den Akteuren der deutschen und europäischen Klimaschutz­politik Handlungsoptionen aufgezeigt werden. Um der Herausforderung des Klimawandels angemessen entgegenzu­wirken, ist es wichtig, dass mindestens zwei parallel verlaufende, aber nichtsdestoweniger miteinander verbundene Pfade internationaler Klimapolitik eingeschlagen werden, die unterschiedlichen, aber auch miteinander verflochtenen Rationalitäten folgen: Kyoto plus 75 1. der einer Fortsetzung und Weiterentwicklung des Kyoto-Regimes („KyotoPfad“) mit Festlegung von Reduktionszielen und klaren zeitlichen Rahmensetzungen („targets and timetables“) und 2. der Rationalität des Schaffens von Märkten und Marktzutritt für klimafreundliche Technologien durch international koordinierte Politiken und Maß­nahmen im Rahmen globaler Vereinbarungen, aber auch durch ­Koalitionen von Vorreiterstaaten („Policies and Measures-Pfad“). Der erste Pfad ist eng verbunden mit dem Kyoto-Protokoll („Kyoto-Pfad“) und dessen Kernelement rechtlich verbindlicher Emissionsbegrenzungs- und -reduktionsverpflichtungen. Bei diesem Pfad ist das Setzen von (Reduktions-) Zielen das wichtigste Politikinstrument, um Anreize zur Umgestaltung der energetischen Basis der Volkswirtschaften zu setzen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Reduktion von Emissionen, um die Auswirkungen des Klima­ wandels zu minimieren. Außerdem ist das Setzen von „targets und timetables“ eine entscheidende Voraussetzung für das neue Instrument des Emissions­ handels. Da jedoch dieser „Ziele“-Ansatz mit dem Fokus auf „Reduktionsziele“ und „Lastenteilung“ mit großen gesellschaftlichen Kosten und Einschränkungen assoziiert wird, wäre es sinnvoll, ihn durch Prozesse zu ergänzen, die einen Schwerpunkt auf die kurz- und mittelfristigen Vorteile legen, die durch den Einsatz von neuen Technologien und die Förderung von neuen Geschäftsfeldern in grünen Märkten entstehen. Eine Fokussierung auf mögliche Vorteile wie die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, Senkung von Energiekosten und Verbesserung der Lebensbedingungen einer armen Landbevölkerung in Entwicklungsländern durch effiziente Technologien und den Einsatz erneuerbarer Energien würde Politik und Wirtschaft einen stärkeren Anreiz zum Handeln bieten – der langfristige Vorteil von vermiedenen (negativen) Auswirkungen des Klimawandels allein ist offenbar keine ausreichend treibende Kraft. Deshalb ist es wichtig, dass in der internationalen Klimapolitik ein zweiter Pfad verfolgt wird, der mit koordinierten Politiken und Maßnahmen den Markt­ eintritt von klimafreundlichen Technologien wie erneuerbare Energien und (angebots- wie nachfrageseitigen) Energieeffizienztechnologien erleichtert und damit die materiellen, sozioökonomisch-technischen Voraussetzungen schafft, um die Ziele zu realisieren („Policies und Measures/PAMs-Pfad“). Obwohl beide Pfade in unterschiedliche institutionelle Settings eingebettet sind, schließen sie sich doch nicht gegenseitig aus. Im Gegenteil, beide Pfade sind so angelegt, dass sie sich wechselseitig unterstützen. Mehr noch, im Grunde genommen erfordern sie sich gegenseitig. 76 Jahrbuch 2004/2005 Der „Kyoto-Pfad“ Wie der Titel bereits anklingen lässt, ist der „Kyoto-Pfad“ eine Weiterentwicklung der bzw. innerhalb der institutionellen Rahmensetzungen des UNFCCC/ Kyoto-Regimes. Der Prozess der Setzung von Emissionszielen orientiert sich dabei am Ziel der Klimakonvention (Artikel 2 UNFCCC), die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre auf einem Niveau zu stabilisieren, „auf dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verhindert wird. Ein solches Niveau sollte innerhalb eines Zeitraums erreicht werden, der aus­reicht, damit sich die Ökosysteme auf natürliche Weise den Klimaänderungen anpassen können, die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird und die wirtschaftliche Entwicklung auf nachhaltige Weise fortgeführt werden kann.“ Obwohl die Konvention keine genauen Zielvorgaben bezüglich des notwendigen Stabili­ sierungsniveaus nennt, legen wissenschaftliche Analysen über die Folgen des Klimawandels nahe, dass der globale Temperaturanstieg auf unterhalb 2 °C, verglichen mit dem vorindustriellen Niveau, begrenzt werden sollte (vgl. Hare 2003, WBGU 2003a).12 Dieser Einschätzung haben sich die EU mit der Annahme des 2 °C-Ziels durch den Europäischen Rat im März 2005 (EU 2005a) sowie auch eine Reihe von europäischen Staaten sowie Nicht-Regierungsorganisa­ tionen angeschlossen (für einen Überblick vgl. Brouns/Ott 2005a). Ein maximaler Temperaturanstieg von 2 °C würde sehr wahrscheinlich eine Stabilisierung der atmosphärischen Treibhausgaskonzentration auf deutlich unter 550 ppmv CO2-Äquivalent erfordern (EC 2005a; Hare/Meins­hausen 2004; WBGU 2003a). Gegenwärtig liegt sie bei etwa 350 ppmv CO2-Äquiva­ lent gegenüber dem Wert von 280 ppmv CO2-Äquivalent zu Beginn der Industrialisierung. Eine Begrenzung des Anstiegs auf deutlich unter 550 ppmv CO2-Äquivalent würde voraussetzen, dass die globalen Emissionen maximal bis 2020 noch ansteigen und dass danach die globalen energiespezifischen CO2-Emissionen um rund 45 bis 60 Prozent gegenüber dem 1990er Niveau bis 2050 reduziert werden und auch bei den anderen Treibhausgasen substan- 12 Ein Temperaturanstieg von 2 °C wird aller Wahrscheinlichkeit nach bereits einen deut­lichen Klimawandel nach sich ziehen (IPCC 2001; Hare 2003; Thomas et al. 2004). Daher müssen bereits in naher Zukunft Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel begonnen werden. Kyoto plus 77 tielle Reduktionen stattfinden (WBGU 2003a).13 Sollten sich jedoch einige der bereits angesprochenen Rückkopplungswirkungen des Erdsystems ­bestätigen, dann könnten sogar noch drastischere Emissionsminderungen erforderlich werden. Trägt man diesen Erkenntnissen Rechnung, so ist es geradezu offensichtlich, dass die bisherigen Reduktionsverpflichtungen des Kyoto-Protokolls nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zum Ziel der Klimakonvention, einen „gefährlichen“ anthropogenen Klimawandel zu vermeiden, sein können. Auf lange Sicht, also bis etwa 2050, wird jede mit Artikel 2 UNFCCC zu vereinbarende klimapolitische Zielsetzung Minderungsaktivitäten von nahezu allen Ländern erfordern. Da Treibhausgasemissionen in vielen Entwicklungs­ländern in den kommenden Jahren allerdings zunächst noch ansteigen werden, um grund­ legende Entwicklungsbedürfnisse zu befriedigen (Pan 2004), bedeutet eine Halbierung globaler Treibhausgasemissionen bis 2050 umso stärkere Einschränkungen für die Industriestaaten. Auch Entwicklungsländer mit höherem wirtschaftlichen Niveau werden schon in naher Zukunft von ihren „businessas-usual“-Emissionstrends abweichen müssen (den Elzen 2005; Höhne et al. 2005). Für die Zeit nach 2012 wird daher eine weitergehende und systematischere Differenzierung zwischen Entwicklungsländern notwendig, um die­ jenigen Länder identifizieren zu können, die voranschreiten müssen und können. Wie sich auch immer die zukünftige Architektur des Klimaregimes gestaltet, Emissionsminderungspflichten werden ein zentrales Element bilden. Die Rolle der Industriestaaten Aus politisch-strategischer Sicht behält die erste Stufe der Differenzierung in der Konvention, die zwischen Industrie- (Annex I) und Entwicklungsländern (nonAnnex I) unterscheidet, weiterhin ihre Gültigkeit.14 Es ist nur schwer vorstellbar, dass Entwicklungsländer sich zu irgendwelchen Minderungs­aktivitäten verpflichten lassen, wenn nicht auch alle Industriestaaten ihre Emissionen zurückführen – und dies schließt die USA mit ein. Es besteht lediglich eine geringe Chance auf bedeutsame Minderungsbemühungen von Entwicklungs13 Den Elzen/Meinshausen (2005) kalkulieren niedrigere Reduktionserfordernisse (z.B. 40 bis 45 Prozent unterhalb von 1990 für eine Stabilisierung auf 400 ppmv CO2-Äquivalent), da sie im Falle niedriger Konzentrationsziele ein zwischenzeitliches „Overshooting“ zulassen, d.h. dass die Konzentration zunächst das Zielniveau überschreitet, um dann wieder abzunehmen, bevor eine Stabilisierung eintritt. Basierend auf Hare/Meinshausen (2004), sehen sie jedoch niedrigere Konzentrationsniveaus (400/450 ppm CO2-Äquivalent) als Voraussetzung für die Einhaltung des „2 °C-Ziels“. 14 Annex I der Klimakonvention umfasst die „westlichen“ Industriestaaten sowie die ehemaligen kommunistischen Staaten im Osten Europas (inkl. Russland). 78 Jahrbuch 2004/2005 ländern, wenn die USA sich nicht zu einem quantifizierbaren (absoluten) Reduktionsziel entschließen können.15 Es gibt mindestens drei wesentliche Gründe dafür, dass die Industriestaaten weiterhin eine Vorreiterrolle bei der Minderung von Emissionen übernehmen. Erstens waren sie in der Vergangenheit für die Mehrheit der Treibhausgas­ emissionen verantwortlich, auf die der heutige Klimawandel zurückzuführen ist. Bei Betrachtung der historischen und aktuellen Emissionen je Einwohner ist der Unterschied noch markanter. Es wäre im Weltmaßstab ­offenkundig ungerecht, wenn diese Staaten, da sie einen höheren Wohlstand aufweisen ebenso wie einen höheren Verbrauch an fossilen Brennstoffen, sowohl ­ historisch betrachtet als auch aktuell, auch noch die verbleibenden Kapazitäten der Atmosphäre als Treibhausgassenke allein für sich nutzen würden. Zweitens sind sie wohlhabender und verfügen aus diesem Grund über größere finanzielle wie technologische Ressourcen, um Emissionen zu vermindern. Drittens, betrachtet man das Minderungspotenzial, so weisen Industriestaaten, verglichen mit den für die Befriedigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse erforderlichen Emissionen, einen größeren Anteil an „Luxus“-Emissionen auf, deren Verminderung – anders als zum Teil in Entwicklungsländern – nicht mit der Befriedigung elementarer Grundbedürfnisse kollidiert. Aus den angeführten Gründen wird deutlich, dass auf die Annex I-Staaten in der Zeit nach 2012 deutlich größere Emissionsreduktionsverpflichtungen zukommen. Um auf Kurs mit dem „2 °C-Ziel“ zu bleiben, müssten die Industriestaaten, ausgehend von dem Niveau im Jahr 1990, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um wenigstens 20 Prozent und bis 2050 bis zu 80 Prozent mindern (WBGU 2003a; 2003b). Bei der Festlegung der jeweiligen Höhe von Reduktionszielen für einzelne Länder gilt es spezifische nationale Gegebenheiten zu berücksichtigen, die innerhalb der Annex I-Staaten erheblich differieren können. Vergleichbar mit dem „Tryptich“-Ansatz, den die Europäische Union als Ausgangspunkt bei der internen Neuverteilung ihres Kyoto-Ziels herangezogen hat, könnte eine genaue analytische Untersuchung als Referenz für den bei den anstehenden Verhandlungen einzuschlagenden Weg dienen. Staaten könnten beispielsweise 15 Dies war eine der zentralen Botschaften des Projektes „Süd-Nord Dialog – Gerechtigkeit im Treibhaus“ des Wuppertal Instituts, an dem Wissenschaftler aus 13 Staaten, mehrheitlich aus Entwicklungsländern, beteiligt waren. Weitergehende Informationen zu diesem Projekt finden sich unter http://www.north-south-dialogue.net. Der Projektbericht stellt eine Strategie vor, um die USA durch die Unterstützung von und Kooperation mit Akteuren der Bundes-, Landes- und Kommunalebene sowie dem privaten Sektor wieder auf den „Kyoto-Pfad“ zurückzubringen (Ott et al. 2004). Eines der Elemente ist die Intensivierung der Kooperation in Initiativen des „PAM-Pfades“, um Vorbehalte gegenüber multilateralen Klima­kooperationen in den USA abzumildern. Kyoto plus 79 nach ihrem Potenzial, Einsparungen vorzunehmen, und ihrer Verantwortung für historische und aktuelle Emissionen unterschieden werden, um Fairness, aber auch um ökonomische Effizienz sicherzustellen. Die größten Reduktionsanstrengungen würden dann in denjenigen Ländern vorgenommen, die über das höchste Poten­zial zu Einsparungen verfügen (Brouns/Ott 2005a). Einige der Industriestaaten haben die Dringlichkeit des Handelns erkannt und sich aus diesem Grund mittel- und langfristige Reduktionsziele gesetzt. Diese Ziele liegen üblicherweise innerhalb des voraussichtlich erforderlichen Rahmens, um das 2 °C-Ziel zu erreichen; beispielsweise hat die französische Regierung sich eine Reduktion von 75 bis 80 Prozent bis 2050 zum Ziel gesetzt (Frankreich 2005).16 Auch der Umweltrat der Europäischen Union hat bei ­seinem Treffen im März 2005 beschlossen, dass „ein Reduktionspfad der ent­ wickelten Staaten in einer Größenordnung von 15 bis 30 Prozent bis 2020 und 60 bis 80 Prozent bis 2050“ in Betracht gezogen werden solle (EU 2005b). Einem solch „nachhaltigen“ Emissionspfad zu folgen setzt umfangreiche strukturelle Veränderungen voraus. Dass eine Reduktion der CO2-Emis­sionen um 80 Prozent bis 2050 technisch und wirtschaftlich machbar ist haben die Untersuchungen der deutschen Enquete-Kommission zur nachhaltigen Energie­versorgung und des Umweltbundesamts am Beispiel Deutschland gezeigt ­(Hennicke/Müller 2005; Hennicke 2004; Enquete-Kommission 2002; Fischedick et al. 2002). Zur selben Einschätzung kommt auch eine Studie der ­britischen Regierung über die ökonomischen Auswirkungen von Reduktionen in Höhe ihres 60 Prozent-Ziels (UK 2003). Aus dieser Untersuchung folgt, dass dasselbe Niveau des Bruttoinlandsprodukts wie bei einer „business as usual“-Entwicklung für 2050 mit einer Verzögerung von nur wenigen Monaten erreicht werden kann. Die Studie folgert daher, dass „die Kosten einer effektiven Bekämpfung des Klimawandels nur sehr gering sind“. Die Schwierigkeiten und Kosten eines Wechsels zu einer nichtfossilen Wirtschaft nehmen jedoch mit jedem Jahr zu, in dem der bisherige Entwicklungspfad weiter beschritten wird, da Investitionen vorgenommen werden, die auf Jahre oder Jahrzehnte weitere Treibhausgasemissionen nach sich ziehen. Aus diesem Grund sind langfristige Reduktionsziele erforderlich, um Investoren, Wirtschaft und Konsumenten die richtigen Anreize zu geben, damit sie mit ihrem Verhalten zu einer Entkarbonisierung der Wirtschaft beitragen. 16 Brouns/Ott (2005a) bieten einen Überblick über mittel- bis langfristigen Reduktionsziele, zu denen sich die Industriestaaten verpflichtet haben. 80 Jahrbuch 2004/2005 Differenzierung unter Entwicklungsländern Basierend auf dem in der Klimarahmenkonvention (Art. 3) verankerten Prinzip der „gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und […] jeweiligen Fähigkeiten“, unterliegen die Emissionen aus Entwicklungsländern bisher keinerlei quantitativen Beschränkungen. Jedwede Auslegung von Artikel 2 der Konvention wird jedoch zukünftig verstärkte Minderungsbemühungen in nahezu allen Ländern notwendig machen. Daher wird es auch notwendig werden, dass die Emissionen zumindest einiger Entwicklungsländer bereits in naher Zukunft abnehmen, um die strikten Reduktionen im Norden zu ergänzen. Dies trifft insbesondere auf Entwicklungsländer zu, die bereits eine gewissen Industrialisierungsgrad aufweisen. Um den Verhandlungsprozess voranzubringen, ist deshalb eine Differenzierung innerhalb der Gruppe der Entwicklungsländer (non-Annex I) erforderlich.17 Um in fairer Weise die länderspezifischen Bedingungen widerzu­spiegeln, sollte eine solche Differenzierung auf den drei Kriterien der Verantwortung für den Klimawandel, der Kapazität zur Finanzierung von Minderungsmaßnahmen und dem Potenzial zur Minderung von Treibhausgasen beruhen. Gemessen an diesen Kriterien, unterscheiden sich die „non-Annex I“-Länder erheblich voneinander. Ihnen gehören beispielsweise alle Länder mit den niedrigsten Emissionen je Einwohner an. Mit dabei sind aber anderseits auch einige Länder – etwa Katar – mit den weltweit höchsten pro Kopf-Emissionen. In die Kategorie fallen einerseits die Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder (LDC), andererseits aber auch Staaten wie Singapur mit einem pro Kopf-Einkommen, das über dem Durchschnitt der Industrieländer liegt. Vor dem Hintergrund dieser sehr unterschiedlichen nationalen Rahmen­ bedingungen gibt es kaum einen Grund dafür anzunehmen, dass sich alle Entwicklungsländer im selben Maß an den globalen Klimaschutzbemühungen beteiligen. Unterscheidet man die „non-Annex I“-Staaten gemäß der drei angeführten Kriterien, so lassen sich vier Gruppen identifizieren: • „Neu industrialisierte Staaten“ (NIC), z.B. Saudi-Arabien, Singapur, Süd-Korea; • „Schnell industrialisierende Entwicklungsländer“ (RIDC), wie z.B. Brasilien, China, Iran, Mexiko, Südafrika; • „Normale Entwicklungsländer“ (ODC), wie z.B. Ägypten, Indien, Indonesien, Pakistan, Venezuela; • „Wenigstentwickelte Länder“ (LDCs), wie z.B. Afghanistan, Äthiopien, Kyoto plus 81 Diese Gruppierung sollte die Basis für die Übernahme von Pflichten zur Minderung von Treibhausgasen bilden. Zur Festlegung von verschiedenen Arten von Verpflichtungen für jede Ländergruppe können folgende drei Regeln Orientierung bieten, die wiederum auf den drei Kriterien der Verantwortung, Kapazität und Minderungspotenzial basieren: Erstens, das Potenzial zur Minderung von Emissionen sollte die Höhe der zu leistenden Reduktionen bestimmen. Dieses Potenzial ergibt sich – in erster Näherung – aus der Emissionsintensität (CO2-Ausstoß pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts) und den Emissionen je Einwohner eines Landes. Solch ein Vorgehen fördert die Kosteneffizienz im Klimaregime, da in der Regel dort Emissionen eingespart werden, wo das höchste Potenzial dafür vorhanden ist. Zweitens, die Frage der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen müsste sich aus der jeweiligen „Kapazität“ eines Landes ableiten. Sie wäre z.B. am durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen und am Human Development Index18 zu messen. Abhängig von den jeweiligen Fähigkeiten der Entwicklungsländer sollten sich die Industrieländer aus Gründen der Solidarität und der Mitverantwortung an der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern durch geeignete Finanzierungsmechanismen beteiligen. Drittens, der Grad der Verbindlichkeit der Verpflichtung wiederum hinge schließlich von dem Beitrag eines Landes zum Klimawandel ab. Als Indikator dafür wären z.B. die akkumulierten Emissionen seit dem Jahr 1990 geeignet. Denn zu diesem Zeitpunkt hatten die Vereinten Nationen den Treibhauseffekt als von Menschen verursachtes Problem erkannt und benannt. Seitdem konnten sich die emittierenden Länder der mit ihren Treibhausgasemissionen verbundenen Probleme bewusst sein. Wendet man diese drei Regeln auf die vier Gruppen von Entwicklungs­ ländern an, ergibt sich folgendes Bild: In Ländern, die zur Gruppe der „Neu industrialisierten Staaten“ (NIC) sowie der „Schnell industrialisierenden Entwicklungsländer“ (RIDC) gehören, sind quantifizierte Minderungspflichten erforderlich. Diese sind jedoch an eine Ko-Finanzierung ihrer Klimaschutzmaßnahmen durch die Industrieländer gekoppelt: Nur wenn solche Transfer­ leistungen fließen, sollten die NIC-/RIDC-Ziele verbindlichen Charakter erhalten. Für die beiden anderen Ländergruppen (ODC, LDC) hingegen sind qualitative statt quantitative Verpflichtungen angemessen, beispielsweise die schrittweise Verabschiedung von Politiken und Maßnahmen für eine klimaverträglichere Ausrichtung ihrer Entwicklungspläne. Bangladesch, Sudan. 17 Dieser Abschnitt basiert auf den Ergebnissen des Projekts „South-North Dialogue – Equity in the Greenhouse“ (siehe Anmerkung 15). 18 Der vom UNDP geführte Human Development Index (HDI) misst den Entwicklungsstand von Staaten anhand dreier Dimensionen: Lebenserwartung, Alphabetisierungsgrad und wirtschaftlicher Wohlstand (UNDP 2003). 82 Jahrbuch 2004/2005 Die hier vorgeschlagene Differenzierung bedeutet explizit nicht die ­ paltung der Verhandlungsgruppe der „G 7719 und China“ da die solidarische S Zusammenarbeit dieser Interessengemeinschaft nach wie vor hohe Bedeutung für die Verhandlungsposition der Entwicklungsländer behalten wird. Aber Solidarität unter diesen Ländern erfordert auch, dass die wohlhabenden unter ihnen einen größeren Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten als beispielsweise die wenigstentwickelten Länder. Nur so lässt sich die in Verhandlungen mit den Industrieländern wichtige Einigkeit bewahren und gleichzeitig dem Klima­ problem begegnen. In einer Übergangsphase könnte der Clean Development Mechanism (CDM) des Kyoto-Protokolls kurzfristig einen Ansatzpunkt bieten, um das bestehende Vertragswerk organisch in Richtung der Übernahme von Zielen durch die südlichen Länder weiterzuentwickeln. Dieser Mechanismus gestattet es den Industriestaaten, sich Emissionszertifikate, die durch in den Entwicklungsländern durchgeführte Klimaschutzprojekte generiert werden, auf ihre Kyoto-Ziele gutzuschreiben. In seiner gegenwärtigen Ausgestaltung erlaubt der CDM nur lokale Einzelprojekte, es wird aber zunehmend diskutiert, auch sektor­weite Projekte zuzulassen (Sterk/Wittneben 2005). Eine derartige Ausgestaltung könnte es beispielsweise ermöglichen, dass die Regierung eines Entwicklungslandes für die Einführung anspruchsvoller klimapolitischer Maßnahmen Emissionszertifikate erwirbt. Diese könnten sie dann an die Industriestaaten verkaufen, es würde also ein zusätzlicher Anreiz für Klimapolitikmaßnahmen gesetzt. Zudem würde ein solcher Mechanismus die Etablierung der für die Übernahme von Emissionszielen notwendigen technischen Infrastruktur wie detaillierte Emissionsinventare und -projektionen stimulieren. Und dies, ohne dass die gegenwärtige Struktur des Kyoto-Protokolls geändert werden müsste. Je nach Innovationsfreude der Vertragsparteien könnte solch ein ­ sektoraler CDM ohne Weiteres bereits heute eingeführt werden. 19 Die Gruppe der „77“ (Entwicklungsländer), die inzwischen 132 Entwicklungsländer umfasst, wurde 1964 gegründet, um durch gemeinsames Auftreten in internationalen Verhandlungen eine größere Verhandlungsmacht gegenüber den großen Staaten und Blöcken des Nordens zu erhalten (vgl. http://www.g77.org). Kyoto plus 83 Der „Policies and Measures (PAMs)-Pfad“ Der „Kyoto-Pfad“ ist ein notwendiger, aber nicht ausreichender Schritt, um sich der klimapolitischen Herausforderung zu stellen. Vielmehr muss die Verein­ barung von Emissionsminderungszielen umgesetzt werden durch international möglichst breit koordinierte Politiken und Maßnahmen zur Senkung von Treibhausgasemissionen, zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Denn hierdurch werden die erforderlichen materiellen Grundlagen für die vereinbarten Ziele gelegt. Diese Aufgabe kann angesichts der nötigen Geschwindigkeit eines Umsteuerns der Energiesysteme nicht allein auf nationalstaatlicher Ebene, sondern nur durch harmonisiertes Vorgehen wichtiger Staaten sowie die Unterstützung kleinerer Länder erfolgreich gelöst werden. Dies wurde bereits während der Verhandlungen zum Protokoll im Vorfeld der Kyoto-Konferenz (COP 3) festgestellt. Zu dieser Zeit war die internationale Koordination von Politiken und Maßnahmen, die zu Emissionsreduktionen führen, ein wichtiger Tagesordnungspunkt (Oberthür/Ott 2000). Die Verhandlungen führten jedoch lediglich zu einer sehr allgemeinen Regelung im KyotoProtokoll, die bislang noch keinerlei Wirkungen hatte. In den letzten Jahren scheinen sich die Rahmenbedingungen für multi­ laterale Politikinitiativen mit dem Schwerpunkt der Koordination und Implementierung von Politiken und Maßnahmen verbessert zu haben. Bei der inter­nationalen „Renewables 2004“-Konferenz im Juni 2004 in Bonn wurde ein Prozess begonnen, der die Förderung und Implementierung erneuerbarer Energien vorantreibt. Im Internationalen Aktionsprogramm, das auf dieser Konferenz beschlossen wurde, haben sich Regierungen, internationale Organi­ sationen und Interessenvertreter verpflichtet, eine Bandbreite von Aktivitäten voranzubringen, die die Nutzung erneuerbarer Energien unterstützt. Diese Aktivitäten summieren sich auf ca. 200 vorgeschlagene freiwillige Aktionen und Verpflichtungen, die über den Globus verteilt sind. Initiiert durch die deutsche Regierung, wird der „Renewables“-Prozess mit der „Beijing International Renewable Energy Conference 2005“ im November 2005 durch die chinesische Regierung fortgeführt. Daneben ist eine Reihe weiterer Initiativen entstanden, die ihren Fokus auf die Unterstützung bestimmter Technologien legen, wie das „Carbon Sequest­ ration Leadership Forum“, die „International Partnership for the Hydrogen Economy“ und „Methane to Markets Partnership“. Es gibt allerdings Stimmen, die behaupten, diese Initiativen seien primär dazu gedacht, den Kyoto-Prozess zu untergraben. Diese Zweifel wurden teilweise bestätigt, als die australische Regierung das „Asia-Pacific Partnership on Clean Development and Climate“ zwischen China, Indien, Südkorea, Japan, den USA und Australien als eine 84 Jahrbuch 2004/2005 Alternative zum Kyoto-Protokoll vorstellte, obwohl mit China, Indien, Japan und Südkorea vier der Mitglieder das Kyoto-Protokoll unterzeichnet haben. Es wird sich noch herausstellen, welche Einflüsse diese Initiativen auf die Förderung klimafreundlicher Technologien haben werden. Diese Beispiele zeigen jedoch, dass die Diskussion über die Einführung koordinierter Politiken und Maßnahmen, die bereits im Vorfeld von Kyoto intensiv geführt wurde, nun fortgeführt und möglicherweise durch frei­willigere Ansätze wie z.B. die „Renewables 2004“-Konferenz wieder belebt werden kann. Neue Aktivitäten in diese Richtung können auf bereits existierenden Vor­ schlägen und einer ganzen Liste von Politiken und Maßnahmen aufbauen, die Mitte der neunziger Jahre diskutiert wurden und im Zuge des Kyoto-­Protokolls20 zunächst außen vor gelassen wurden. Zwei strategische Herausforderungen stehen unseres Ermessens im Rahmen des PAMs-Pfades vordringlich an: • Erstens eine abgestimmte Aktion im Bereich der Energie- und Umwelt­ besteuerung. Eine Reihe von viel versprechenden Beispielen, z.B. in Groß­­ britannien, Deutschland und Dänemark, zeigt die potenzielle Bedeutung einer ökologischen Steuerreform (ÖSR), die höhere Steuern auf Ressourcen­ verbrauch – namentlich den Energieverbrauch – erhebt und Substitutionen für Energie reduziert. Die internationale Koordination wichtiger Industriestaaten – möglicherweise flankiert durch Abkommen zu Import- und Exportbesteuerung – und multilaterale Aktionen, so wie beispielsweise die Einrichtung einer Kerosinsteuer auf den Flugverkehr würden die Problematik von Wettbewerbsverzerrungen nationaler Lösungen vermeiden und dementsprechend weitergehende substantielle Schritte in Richtung ökologische Steuerreform erleichtern.21 • Der zweite Prozess – der im folgenden näher beschrieben wird – muss seinen Fokus auf die Energieeffizienz beim Endnutzer richten. Diese ist – wie beispielsweise die Europäische Kommission in ihrem aktuellen Grünbuch zu Energieeffizienz festhält – „ohne jeden Zweifel die schnellste, effektivste und kostengünstigste Lösung, um Treibhausgase zu reduzieren“ (EC 2005b). Aber trotz zahlloser ähnlich klingender Statements, die zu 20 Für einen Überblick über die Vorschläge zu policies and measures, die vor der Aufgabe dieser Thematik in den Verhandlungen zum Kyoto-Protokoll behandelt wurden, vgl. Wuppertal Bulletin (1997): Policies and measures im Vorfeld von Kyoto, Jg. 3, Nr. 3 http://www.wupperinst.org/wuppertal-bulletin/archiv-ausgaben96-97/WBd/WBd_3_97/ JLUW_PV_3.htm 21 Eine Ökologische Finanzreform beinhaltet allerdings potenzielle internationale Ver­teilungsprobleme: Ressourcenrenten werden zum Teil von den Produzenten zu den Konsum­ländern umgelenkt. Dieser Aspekt sollte berücksichtigt werden, wenn es darum geht, eine ablehnende Haltung der energieproduzierenden Staaten zu vermeiden. Kyoto plus 85 diesem Thema in der Vergangenheit gemacht wurden, ist Energieeffizienz noch immer nicht hinreichend in der politischen Agenda der meisten Länder vertreten. Wie eine globale Initiative22 für eine strategische und zielorientierte Steigerung der Energieeffizienz strukturiert sein könnte, soll im folgenden skizziert werden. Vier zentrale Komponenten seien hier genannt: • Erstens die Identifikation strategischer Technologien und Lösungen für eine energieeffiziente Wirtschaft. Ein Schritt, der sowohl auf der Analyse von Szenarien zu den benötigten Technologien und Lösungen und der notwendigen Steigerung der Energieeffizienz aufsetzen sollte als auch auf der Förderung der zahlreichen Effizienztechnologien, die bereits auf dem Markt verfügbar oder in der Entwicklung sind. • Zweitens das Verhandeln und das Setzen von positiven und richtung­ weisenden Zielen zur Schaffung von Märkten für energieeffiziente Produkte und Lösungen sowie die allgemeine Steigerung der Energieeffizienz der nationalen Wirtschaftssektoren und die Entwicklung spezieller Technologie­ optionen. • Drittens muss die Umsetzung der Potenziale und Ziele für Energieeffizienz durch international abgestimmte Entwicklung und Implementierung von guten Beispielen zu Politiken und Maßnahmen für Energieeffizienz gefördert werden. • Viertens die internationale Entwicklung und Förderung weiterer Faktoren, wie beispielsweise die Schaffung unterstützender Rahmenbedingungen, Strukturen und Institutionen zur Steigerung der Energieeffizienz beim Endnutzer. Diese vier Schritte sind elementar für eine internationale Initiative für Energie­ effizienz als wesentliches Element des PAMs-Pfades. Sie werden im folgenden detailliert dargestellt mit einem nicht ausschließlichen, aber deutlichen Fokus auf Energieeffizienz beim Endnutzer. 22 Ein Ansatzpunkt für eine solche Initiative könnte das von Präsident Bush und Bundeskanzler Schröder am 23. Februar 2005 vorgelegte „Deutsch-amerikanische Aktionsprogramm für umweltfreundliche und effiziente Energie, Entwicklung und Klimaschutz“ sein. Auch die Europäische Kommission betont im Grünbuch für Energieeffizienz die Bedeutung internationaler Kooperation zur Förderung der Energieeffizienz im Rahmen der IEA sowie insbesondere mit den USA und verweist auf analoge Forderungen der Nationalen Kommission für Energie der USA (EC 2005b). 86 Jahrbuch 2004/2005 Identifizierung von strategischen klimafreundlichen „Technologiemodulen“ Aus den vorhandenen globalen Energieszenarien lässt sich eine allgemeine Schlussfolgerung ziehen: An erster Stelle steht die Steigerung der Energie­ effizienz beim Endnutzer, aber auch die sauberere und effizientere Elektrizitätsproduktion (z.B. Kraft-Wärme-Kopplung/KWK) sowie erneuerbare Energien sind notwendige Voraussetzungen für jedwede ambitionierte Klimaschutzstrategie. Dies ist eine gute Nachricht, sowohl für den Süden als auch für den Norden, denn es bedeutet, dass es eine übereinstimmende Richtung für technologische und strukturelle Annäherung zwischen Entwicklungs- und Industrieländern gibt. Effiziente Endnutzungs-Technologien, kombiniert mit dezentraler und diversifizierter Stromversorgung und Stromnetzstrukturen, erfüllen die Bedürfnisse sowohl der Entwicklungs- als auch der Industrieländer in den wesentlichen Punkten wie Kosteneffizienz, Wettbewerbsfähigkeit, demokratische Kontrolle und Emissionsreduktionen, wenn sie den nationalen Bedingungen und Präferenzen angepasst werden (Hennicke 2004, Hennicke et al. 2004). Es scheint aber zunehmend einen weltweiten Konsens darüber zu geben, dass Energieeffizienz beim Endnutzer – insbesondere in den Bereichen Verkehr, Gebäude, elektrische Geräte und Prozesse – in den meisten Regionen der Welt zur höchsten Priorität gemacht werden und dass der Fortschritt bei der Energieeffizienz mit der Markteinführung von erneuerbaren Energien in Einklang gebracht werden sollte. Aus diesem Grund sollten so viele Staaten wie möglich miteinander koope­ rieren um strategische Technologiemodule für die Kombination von Energie­ effizienz beim Endnutzer, KWK und erneuerbare Energien zu identifizieren, um sie dann zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen, zur Minimierung von Risiken und zur Förderung von nachhaltiger Entwicklung einzusetzen. Richtungweisende Zielsetzungen zur Schaffung von Märkten und Förderung spezifischer Technologieoptionen Es existiert ein bemerkenswerter Unterschied zwischen dem offensichtlichen Konsens über die große strategische Bedeutung der nachfrageseitigen Energie­ effizienz und der Abneigung der Politik und der Gesellschaft, die bestehen­ Kyoto plus 87 den Hemmnisse23 zu überwinden und die Markteinführung energieeffizienter Technologien deutlich zu beschleunigen. Daher ist eine globale Initiative für eine strategische und zielorientierte Beschleunigung der (nachfrageseitigen) Energieeffizienz ein Schlüssel zur Emissionsminderung und für eine risiko­ minimierende Energiepolitik. Aus diesem Grunde wäre es ein weltweites Signal und ein bedeutsamer Schritt in Richtung einer stärker zielorientierten Energie­ politik, wenn in den kommenden Monaten – nach vielen Jahren der Verhandlungen – die EU-Richtlinie zu Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen beschlossen werden sollte. Diese Richtlinie würde die EU-Staaten verpflichten, gegenüber dem bisherigen Trend zusätzliche Energieeffizienzsteigerungen in den durch den Emissionshandel nicht abgedeckten Sektoren von mindestens einem Prozent pro Jahr zu erreichen.24 Der mit der Renewables 2004 angestoßene Prozess zeigt: Obwohl die Setzung globaler, verbindlicher Ziele im Bereich erneuerbare Energie und Energieeffizienz z.B. auf dem Weltgipfel für eine nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002 noch nicht erreicht werden konnte, ist es möglich, mit dem PAMs-Kurs einen erfolgreichen Prozess fortzuführen, solange die Koalition der Befürworter eine Führungsrolle bei der Umsetzung ehrgeiziger Implementierungsprogramme übernimmt. Da mit solchen Programmen nicht nur Lern­effekte im Bereich Technologie und bei politischen Maßnahmen erzielt werden, sondern auch Energiekostenentlastungen und positive Effekte bei Einkommen und Beschäftigung, haben sie überzeugende Argumente für ihre weltweite Verbreitung. Die Verpflichtungen aus dem Internationalen Aktionsprogramm für „erneuerbare Energien 2004“, die vorsehen, bis zum Jahr 2015 zusätzliche 163 GW an erneuerbarer Energie bereit zu stellen, wodurch z.B. 1,2 Giga­tonnen CO2 pro Jahr – oder etwa 3 Prozent der für das Jahr 2010 zu erwartenden Treibhausgasemissionen (s.o.) – vermieden werden können, haben bewiesen, dass ein auf Technologie ausgerichteter Prozess auch ohne formal verbindliche Zielsetzungen, wie sie auf dem Johannesburg-Gipfel angestrebt worden waren, vorangetrieben werden kann. Auch sind richtung­ weisende, positive Ziele sowie ein Monitoring- und Reporting-System wichtig 23 Obwohl in vielen Bereichen hoch wirtschaftlich, werden energieeffiziente Techniken und Lösungen häufig nicht eingesetzt. Verantwortlich für dieses strukturelle Marktversagen sind eine ganze Reihe von Hemmnissen, wie z.B. mangelnde Information, überhöhte Amortisationserwartungen, Investor-Nutzer Dilemma usw. Eine umfassende und in weiten Teilen noch immer relevante Aufarbeitung existierender Hemmnisse in Deutschland findet sich im Studienprogramm der Enquete-Kommission „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“ (Suding u.a. 1990). 24 In der Vergangenheit ist die Energieeffizienz in der EU um etwa 1,6 Prozent pro Jahr gestiegen (EC 2005b). Aktuelle Prognosen erwarten für die nächsten beiden Jahrzehnte im Trend eine Effizienzsteigerung um 1,4 Prozent pro Jahr (Mantzos et al. 2003). 88 Jahrbuch 2004/2005 für den Aufbau eines welt­weiten Marktes für erneuerbare Energie. Dennoch gibt es bislang ein „fehlendes Glied“ in der Erfolgsgeschichte der Markteinführung der erneuerbaren Energien: Sie ist noch immer ausschließlich von der Energie­angebotsseite getrieben und es fehlt eine systematische Verknüpfung mit der erheblich kosteneffektiveren Steigerung der Energieeffizienz. Nur durch diese Verknüpfung können die nationalen Energierechnungen so niedrig wie möglich gehalten werden und werden die – in der Regel noch immer teureren – erneuerbaren Energien für die armen Länder bezahlbar. Eine aktuelle Szenario­analyse zeigt für die EU, dass die Energieeffizienzsteigerung für die nächsten Jahrzehnte auf etwa 3 Prozent pro Jahr gegenüber den aktuellen Trends mehr als verdoppelt werden muss, um adäquate Emissionsminderungen und signifikante Marktanteile der erneuerbaren Energien zu erreichen (Lechten­ böhmer et al. 2005, Lechtenböhmer/Thomas 2005). Analoge Ergebnisse lassen sich auch aus globalen Energie- und Emissionsszenarien ableiten: Eine gegenüber den Vergangenheitstrends um 60 bis 100 Prozent schnellere Steigerung der Energie­effizienz ist ein Mindestziel in allen Szenarien, die nachhaltige Emissions­niveaus erreichen wollen (Hennicke et al. 2004).25 Es ist daher essenziell, einen parallelen, auf die Setzung von Zielen für die Steigerung der Energieeffizienz (und insbesondere nachfrageseitige Energie­ effizienz) ausgerichteten Prozess mit innovativen OECD-Ländern und wichtigen Entwicklungsländern wie z.B. China und Indien zu beginnen. Unterstützt werden sollten die Effizienzziele durch die Förderung strategischer Effizienztechnologien wie auch durch Zielsetzungen für einen zunehmenden Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien. Die Einhaltung dieser Ziele liegt im nationalen Interesse der beteiligten Länder, denn sie tragen nicht nur zur Steigerung des Wohlstands und einer nachhaltigen Entwicklung bei, sondern senken auch die Zuwachsraten der Treibhausgasemissionen. Das ­Gleiche gilt für sektor- und technologiespezifische Ziele, z.B. im Verkehrs­ bereich oder im Gebäudebereich, die im ökonomischen und ökologischen Interesse sowohl der Industrie- als auch der Entwicklungsländer liegen. Innerhalb des „PAMs-Pfades“ könnte daher ein Portfolio realistischer und robuster Optionen für „positive, richtungweisende Zielsetzungen“ entwickelt werden (z.B. Verbrauchsobergrenzen für Automobilflotten sowie für bestehende oder neue Gebäude, Zuwachsraten der nachfrageseitigen Energie­produktivität und des Anteils erneuerbarer Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung in der Strom- und Wärmeproduktion). 25 Neben anderen zeigt z.B. Blok (2005), dass Energieeffizienzsteigerungen bei neuen Geräten und Anlagen um 5 und mehr Prozent pro Jahr in Industrieländern möglich sind. Kyoto plus 89 Identifikation internationaler bester Praxis zu Gesetzen, Regulierungen, Programmen und Projekten zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien Die Energieeffizienzpotenziale verteilen sich auf eine Vielzahl von Technologien, Anwendungsbereiche und Akteure. Das ist auch der Grund, warum pauschale Politikansätze regelmäßig nicht in der Lage sind, die enormen Potenziale, die in der Energieeffizienz stecken zu aktivieren. Was stattdessen benötigt wird, ist ein umfassendes Maßnahmenpaket mit einem sehr spezifischen und gezieltem Basis-Maßnahmenportfolio zusammensetzt. Dazu gehören allgemeine Informationsmaßnahmen, zielgruppenspezifische Beratung, finanzielle Anreize, andere nachfrageseitige Maßnahmen und Markttransformationsprogramme, freiwillige Vereinbarungen mit den Herstellern energienutzender Technologien, rechtlich-/ administrative Maßnahmen (z.B. Höchstverbrauchsgrenzwerte) und die Schaffung eines starken institutionellen Rahmens, ­bestehend z.B. aus Energieagenturen und Energiesparfonds.26 Innerhalb des PAMs-Pfades sollten sich die Staaten daher darauf einigen, ehrgeizige und umfassende Politiken zu implementieren, die alle Markt­akteure dabei unterstützen, die nachfrageseitige Energieeffizienz zu verbessern und vermehrt erneuerbare Energien einzusetzen, wo immer und wann immer dies möglich ist. Internationale Koordination und die Verbreitung guter Politik­ beispiele sind essentielle Elemente des PAMs-Pfades bzw. einer internatio­ nalen Initiative für Energieeffizienz. Im Rahmen der OECD ist z.B. die Internationale Energieagentur (IEA) bereits heute in verschiedenen Projekten aktiv, um gute Politikbeispiele zur ­Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien zu verbreiten. Eigene Aktivitäten hat auch die Energiecharta für Europa entfaltet, allerdings könnten diese noch deutlich verstärkt werden. Internationale Institutionen wie z.B. die Global Environmental Facility (GEF), die International Finance ­Corporation (IFC), die Weltbank oder das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNDP/UNEP) ebenso wie nationale, z.B. die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) oder internationale Projektförderer sollten ebenfalls wesentlich stärker zusammenarbeiten um Erfahrungen und Beispiele guter Praxis wesentlich systematischer und zielgruppenspezifischer zu verbreiten. Durch eine offizielle internationale Kooperation wäre es einfacher, ein standardisiertes Portfolio erfolgreicher Gesetze und Regulierungen, 26 Weitere Details zu dieser Liste finden sich z.B. in Lechtenböhmer/Thomas (2004). Eine detaillierte Konzeption eines Energiesparfonds für Deutschland sowie zahlreiche detaillierte Programmvorschläge finden sich in Thomas/Irrek (2005) und unter http://www. wupperinst.org/Projekte/fg2/3216.html. 90 Jahrbuch 2004/2005 Programme etc. zu verbreiten, das die erforderlichen sozialen und politischen Lernprozesse erleichtern und beschleunigen könnte.27 Die Etablierung unterstützender Rahmenbedingungen und Institutionen Zwei höchst effektive Maßnahmen sind die Einführung von Energiesparfonds, z.B. nach dem dänischen, norwegischen oder britischen Vorbild (vgl. Thomas/ Irrek 2005), und die Definition von individuellen Einsparzielen für Energie- und Gasanbieter oder Strom- und Gasnetzbetreiber, wie sie bereits in Großbritannien, Dänemark, Italien oder Flandern (Belgien) (OFGEM 2004) demonstriert wurde. Um diese und andere Erfolgsbeispiele zu verbreiten, um Energieeffizienz­ investment zu finanzieren und Effizienzmärkte zu schaffen, sollten auf inter­ nationaler und nationaler Ebene entsprechende Rahmenbedingungen ­geschaffen werden. Geeignete Institutionen wie z.B. ein „Internationales Netzwerk von Energieeffizienz- und Erneuerbare-Energien-Agenturen“ sollten gegründet und sowohl internationale als auch nationale öffentliche Fonds eingerichtet werden, um finanzielle Förderungen und Anreizmechanismen zu schaffen und Vor­finanzierungsmöglichkeiten für Energieeffizienzinvestitionen zu bieten. Nationale Fonds könnten ebenfalls durch internationale Fondorganisationen unterstützt werden, wie derzeit innerhalb des UNECE Energy Efficieny 21 Project28. Diese Institutionen sollten zudem ein „Wissensmanagementsystem“ schaffen, um zielgruppengenaue Informationen zu liefern und Standards und technologisches Know-how bereitzustellen. Kooperation, Integration und eine optimale Verzahnung mit anderen Konventionen und Umweltagenden würden Synergien schaffen und Kosten reduzieren. Dies gilt z.B. für nationale Pläne zur Implementierung nachhaltigerer Produktions- und Konsummuster oder für Programme zur Verringerung der lokalen Luftverschmutzung durch den Verkehr und andere Quellen, für Programme zur Steigerung der Luftqualität oder für Aufforstung sowie Maß­ nahmen zum Schutz der Biodiversität. Dasselbe gilt für Politiken und Maßnahmen, die nicht speziell auf Klima­ belange abzielen, jedoch als Nebeneffekt positiven Einfluss auf die Reduzierung der Treibhausgasemissionen haben, wie z.B. Maßnahmen wie die „Redu27 Ein Beispiel hierfür wäre das E-Parliament Projekt, das eine Website für Parlamentarier entwickelt hat, auf der sie sich über Energieeffizienzpotenziale und gute Beispiele aus der Gesetzgebung informieren und austauschen können (www.e-parl.net/energy). 28 Der UNECE Energieeffizienz Fonds wurde eingerichtet, um Kohlendioxidemissionen im Rahmen des Kyoto-Protokolls zu reduzieren (vgl.: http://www.unece.org/press/pr2005/ 05ireedd). Kyoto plus 91 zierung von Importabhängigkeit von Öl und Gas“ oder „Erhöhung der Sicherheit des ausreichenden Angebots und Reduzierung der Risiken durch die Substitution von Ölprodukten durch effizientere Autos und alternative Treibstoffe“ (z.B.: Biotreibstoffe, Solarenergie). „Kyoto plus“: Ziele und Maßnahmen Das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls stellt einen Meilenstein und bedeutsamen Fortschritt internationaler Klimapolitik dar. Es ergänzt das durch die Klima­rahmenkonvention geschaffene institutionelle Grundgerüst globaler Klimapolitik durch konkrete Minderungspflichten für Industrieländer und stellt mit den flexiblen Mechanismen ein neues klimapolitisches Instrumentarium zur Verfügung. Neben der Umsetzung der im Kyoto-Protokoll angelegten Ziele steht die Entwicklung einer „Kyoto plus“-Strategie für die nächste Phase internatio­ naler Klimapolitik im Mittelpunkt, über deren Eckpfeiler in den kommenden Jahren zu entscheiden sein wird. Dabei ist das Protokoll ein zentrales Element, das es fortzuentwickeln und um wichtige Pfade zu ergänzen gilt. Eine auf die Minderung von Treibhausgas-Emissionen ausgerichtete Klima­ schutzpolitik wird die vom Menschen verursachten Änderungen des Welt­ klimas allerdings nicht mehr gänzlich aufhalten, sondern lediglich abmildern können. Denn der anthropogene Klimawandel ist bereits im Gange. Die in arktischen Regionen zu beobachtenden und gut dokumentierten Änderungen der letzten Jahre können als Indikator dafür dienen, was auch andere Regionen in naher Zukunft erwartet. Die Änderungen der klimatischen Verhältnisse in der Arktis haben bereits heute Einfluss auf das (kulturelle) Überleben der dort lebenden Inuit sowie der arktischen Fauna und Flora (Arctic Council 2004). Jede „Kyoto plus“-Strategie muss daher neben der Emissionsminderungs­ politik in der Anpassungspolitik eine weitere Säule errichten. Dabei geht es um das rechtzeitige Anpassen von Lebensräumen und Lebensstilen an nicht mehr vermeidbare Folgen des Klimawandels durch so unterschiedliche Maßnahmen wie die Erhöhung von Deichen, die Nichtbesiedelung von Hochwasser und Erdrutsch gefährdeter Gebiete, aber auch eine verbesserte medizinische Grundversorgung oder die Information von (betroffener) Bevölkerung und politischen EntscheidungsträgerInnen über erwartete Folgen des Klimawandels. Auf inter­ nationaler Ebene zentral ist die solidarische Unterstützung der besonders durch den Klimawandel verwundbaren Regionen. Mit den auf dem Klimagipfel von Marrakesch (2001) beschlossenen Klimafonds zur Unterstützung von Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern und dem drei Jahre später in Buenos 92 Jahrbuch 2004/2005 Das Team des Wuppertal Instituts war auf der zehnten Konferenz der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention (Buenos Aires, 6. bis 17. Dezember 2004) ein stark nachgefragter Interviewpartner. Von links nach rechts: Wolfgang Sterk, Bernd Brouns, Bettina Wittneben, Hermann E. Ott im Gespräch mit einer Journa­listin der Deutschen Welle. Foto: Dennis Tänzler Aires verabschiedeten „Buenos Aires programme of work on adaptation and response measures“ wurde lediglich ein relativ instabiles ­Fundament für diese zweite Säule geschaffen (Ott et al. 2005; Huq 2003). Angesichts irreversibler Folgen des Klimawandels kann eine Strategie der Anpassung allerdings immer nur begrenzte Wirksamkeit haben und lediglich die Antwort auf das Unvermeidbare sein. Das Vermeidbare zu verhindern, ist Gegenstand der jetzt zu konzipierenden, auf die Minderung von Emissionen ausgerichteten „Kyoto plus“-Politikpfade. Soll der Eintritt einer erdgeschichtlich präzedenzlosen Erwärmung der Erde vermieden werden, müssen die bisherigen Bemühungen im Rahmen des UNFCCC/Kyoto-Regimes intensiviert und gleichzeitig durch eine verstärkte internationale Koordinierung von Politiken und Maßnahmen ergänzt werden. Zur Fortentwicklung des Kyoto-Vertragsrahmens gehört neben deutlich verstärkten Reduktionszielen für den „Norden“ auch eine verstärkte Einbeziehung von Entwicklungsländern. Der Schlüssel wird darin liegen, ein Verfahren zu vereinbaren, mittels dessen für einzelne Staaten(gruppen) in transparenter Weise ein auf ihre jeweiligen Rahmenbedingungen abgestimmter Beitrag an den globalen Klimaschutzbemühungen ermittelt werden kann. Eine Fort­ führung der Gleichbehandlung so unterschiedlicher Staaten wie Südkorea und Singapur auf der einen und Burkina Faso und Bangladesch auf der anderen Seite wird nicht zum klimapolitisch gewünschten Ziel führen. Um die für die Akzeptanz internationaler Vereinbarungen erforderliche Fairness und ökonomische Effizienz aufzuweisen, sollte sich eine solche Differenzierung an den Kriterien „Minderungspotenzial“, „Verantwortung für den Klimawandel“ und „Kapazität für die Finanzierung von Minderungsmaßnahmen“ orientieren (Ott et al. 2004). Kyoto plus 93 Dieser Regelungsansatz über die Setzung von Emissionszielen bedarf zusätzlich der Ergänzung durch eine internationale Koordinierung von ­Politiken und Maßnahmen. Zum einen werden dadurch die Umsetzung konkreter Maßnahmen und der Marktzugang klimafreundlicher Technologien und damit letztlich die Einhaltung der Emissionsziele befördert, zum anderen können über diesen Pfad internationaler Klimapolitik schrittweise Länder, die bislang abseits stehen, (wieder) an den „Kyoto-Pfad“ mit verbindlichen Mengenzielen herangeführt werden. Hiermit wird ein klimapolitischer Ansatz wieder aufgenommen, der vor Kyoto (1997) bereits einmal auf der Agenda des klimapolitischen Verhandlungsprozesses stand, seitdem aber zugunsten des „Ziel“-Ansatzes von Kyoto vernachlässigt wurde. In den letzten Jahren wurden nun erneut Versuche unternommen, beispielsweise auf dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg, über eine internationale Kooperation Klimaschutzmärkte zu schaffen und Fördermaßnahmen abzustimmen. Dies muss nicht zwingend unter Beteiligung aller Staaten geschehen, vielmehr bieten gerade begrenzte Kooperationen und Initiativen Chancen für eine Koalition der Wohlmeinenden, sich strategisch auf Zukunftsmärkten zu platzieren. Beispiel gebend ist der mit der „Renewables 2004“-Konferenz angestoßene Prozess, der nach den gescheiter­ ten Bemühungen um einen „universalen“ Ansatz auf dem „Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung“ in Johannesburg (2002) eine informelle „Koalition der Willigen“ und die Übernahme von Vorreiterrollen ermöglicht.29 Was bei der Vielfalt der gegenwärtig entstehenden Initiativen vor allem fehlt, ist ein Prozess zur wirksamen Förderung von Effizienzmaßnahmen. Gerade hier liegen mittelfristig die größten Emissionsreduktionspotenziale – im Norden wie im Süden. Die meisten Studien zu erneuerbaren Energien betonen, dass diese nur im Verein mit effizienter Energienutzung zukünftig die Basis des Energiesystems bilden können. Deshalb kommt einer Initiative für Energieeffizienz im Rahmen einer „Kyoto plus“-Strategie entscheidende Bedeutung zu. Hier ergeben sich auch Anknüpfungspunkte mit den USA, wie das von Präsident Bush und Bundeskanzler Schröder am 23. Februar 2005 vorgelegte „Deutsch-amerikanische Aktionsprogramm für umweltfreundliche und effiziente Energie, Entwicklung und Klimaschutz“ verdeutlicht. Insbesondere die EU, die vor der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls ein zentraler Promotor für die internationale Vereinbarung koordinierter Politiken und Maßnahmen war, könnte gemeinsam mit anderen Staaten im Norden wie im Süden einen internationalen Prozess für die Markteinführung von Energie­ effizienztechnologien und das Setzen von Zielen bzw. Selbstverpflichtungen 29 Jänicke (2005) stellt deutlich die Bedeutung von Pionierstaaten für die – vorwiegend horizontale, zwischenstaatliche – Diffusion von Innovationen, d.h. vor allem neuen Regelungen und Herangehensweisen in der Umweltpolitik, heraus. 94 Jahrbuch 2004/2005 Kyoto plus 95 für Energieeffizienz starten. Eine gute Basis dafür wäre die rasche Verabschiedung einer anspruchsvollen Selbstverpflichtung der Staaten der EU im Rahmen der gegenwärtig diskutierten EU-Endenergieeffizienzrichtlinie. Beides, die Fortentwicklung der Kyoto-Ziele wie auch die Koordinierung von Politiken und Maßnahmen in den unterschiedlichsten Bereichen in verschiedenen Konstellationen, müssen Hand in Hand gehen. Das gegenwärtig von einigen Akteuren verfolgte Ausspielen politischer Prozesse gegenein­ander muss zu einem Miteinander werden. International vereinbarte Mengenziele für Emissionen und nationale bzw. regionale Politiken und Maßnahmen ergänzen einander, ja, sie sind ohne die wechselseitige Befruchtung nur schwer vorstellbar. Erst beide Ansätze zusammen können für die Jahrhundertaufgabe „Klimaschutz“ diejenigen Synergien und Kräfte erzeugen, die den Weg in das solare Zeitalter frei machen. Literatur Vom 19. bis 27. Mai 2005 fand in Bonn das 22. Treffen der Nebenorgane der UN-Klimarahmenkonvention statt. Das Wuppertal Institut präsentierte den Klimaverhandlern auf einem Informationsstand und in zwei Veranstaltungen aktuelle Forschungsergebnisse zu Fragen internationaler Klimapolitik. Foto: Bettina Wittneben Auf der TerraTec-Messe in Leipzig am 10. und 11. März 2005 berichtete Ministerialrat Franz-Josef Schafhausen einleitend zum Workshop „Klimaschutzprojekte und EU-Emissionshandel – Perspektiven nach dem Start“, der vom Wuppertal Institut durchgeführt wurde. 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Namhafte Referenten aus Wissenschaft und Praxis diskutierten auf diesem Kongress über ­ressourceneffiziente Produkte und Dienstleistungen sowie Produktions­mittel und Infrastruktursysteme. Im Foyer neben vielen Ständen und Ausstellungen der Partner des Umweltkongresses ein Stand der ­Wuppertaler Stadtwerke WSW. Zu den Förderern gehörten: Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-West­falen, Stadt Wuppertal unter Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters, Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU), Berlin. Unterstützt wurde er von: Informationskreis für Raumplanung e.V. (IfR), Dortmund, Wirtschafts- und Beschäftigungsförderungsgesellschaft Wuppertal mbH. Er entstand in Zusammenarbeit mit: Altbau Plus, Energieagentur NRW, Institut Arbeit und Technik, RWE Umwelt AG, Stadt Rhede, Stadt­reinigung Hamburg, Stadtwerke Aachen AG, THS TreuHandStelle für Bergmannswohnstätten im ­rheinisch-westfälischen Steinkohlenbezirk GmbH, Verband Kommunale Abfallwirtschaft und Stadt­reinigung im VKU, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Wuppertaler Stadtwerke AG. 100 Jahrbuch 2004/2005 101 Peter Hennicke Impulse für die Ressourcenwende, qualitatives Wachstum und mehr Arbeit Eine „Ökonomie des Vermeidens“ von unnötigem Naturverbrauch aufbauen Fotos links: Ebenfalls zu den Plenarrednern gehörten Prof. Dr. Rainer Danielzyk, Direktor des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung und Bauwesen des Landes Nordrhein-Westfalen, Dortmund, Prof. Dr. Rolf-Ulrich Sprenger, ifo-Institut für Wirtschaftsforschung München, Leiter des Bereichs Umwelt, Regionen und Verkehr sowie Oberbürgermeister Peter Jung, Stadt Wuppertal. Mit dem Konzept einer „Ökonomie des Vermeidens“ (Hennicke/Müller) wurde der Versuch gemacht, die ökologisch motivierte „Reduktions- und Entkopplungs“-Diskussion mit der Ökonomie zu verbinden. Aus konzeptionellen Überlegungen und praktischen Erfahrungen mit Energiesparkonzepten im Energiesektor wurde abgeleitet, dass es prinzipiell möglich ist, geeignete Anreizstrukturen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die das „Vermeiden von unnötigem Energie- und Materialverbrauch“ auch betriebswirtschaftlich attraktiv und damit zu einem neuen Geschäftsfeld machen – wenngleich es bei jedem (staatlich beschleunigten) wirtschaftlichen Strukturwandel ­Gewinner und Verlierer geben wird. Nutzungsäquivalente Energiedienstleistungen für warme oder gekühlte Wohnungen, gute Serviceleistungen durch Haushaltsgeräte, angepasste Beleuchtung, effiziente Kommunikation, ausreichende Kraftentwicklung und Mobilität usw. können mit mehr oder weniger Energie (bzw. Materialeinsatz) bereitgestellt werden, je nachdem, wie viel Endenergie durch effizientere Wandlergeräte substituiert wird. In einer „Ökonomie des Vermeidens“ würde der technische Fortschritt durch innovative Energie- und Material­ spartechniken sowie Managementmethoden in eine natursparende Richtung gesteuert. Unter bestimmten Randbedingungen kann damit auch die Erwartung auf zusätzliche Netto-Beschäftigungseffekte verbunden werden. Gelänge es im Rahmen einer derartigen „Ökonomie des Vermeidens“, den wirtschaftlichen Strukturwandel, neue Geschäftsfelder und Zukunftsmärkte im Norden systematischer in diese Richtung zu steuern, dann könnte möglicherweise ein neuer (qualitativer) Typ des Wirtschaftswachstums auch mit ökologischen Entlastungs- und Entkopplungseffekten und mit Beiträgen zur Verringerung Bilder rechts: Christa Friedl, Freie Wissenschaftsjournalistin, moderierte das Eröffnungsplenum mit den Rednern Prof. Dr. Peter Hennicke und Hartmut Krebs, Staats­ sekretär im Ministerium für Wissenschaft und ­Forschung in ­Nordrhein-Westfalen. Im Publikum zahlreiche Expertinnen und Experten des nachhaltigen Wirtschaftens in Wissenschaft und Praxis. Lebhafte Debatten und ­engagierte Beiträge in den Workshops. Vgl. Hennicke, P.; Müller, M.: Wohlstand durch Vermeiden: Mit der Ökologie aus der Krise. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994, sowie Hennicke, P.; Müller, M.: Weltmacht Energie, Herausforderung für Wohlstand und Demokratie. Stuttgart, 2005. Vgl. Hennicke, P.; Seifried, D.: Das Einsparkraftwerk – Eingesparte Energie neu nutzen. Berlin/Basel/Boston: Birkhäuser, 1996. 102 Jahrbuch 2004/2005 von Arbeitslosigkeit verbunden werden. Idealiter schrumpfen Risikomärkte, während Zukunftsmärkte systematisch kreiert werden und überproportional wachsen – mit gesamtwirtschaftlich positiven Wachstums- und Beschäftigungseffekten. Im Süden wäre dies insofern ein zentraler Baustein für nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung, weil während des Entwicklungsprozesses die Produktions- und Konsummuster energie- und materialsparender und damit zumindest langfristig auch kostensparender entwickelt würden. Diese Diskussion hatte in den vergangenen Jahren scheinbaren Ressourcenüberflusses und geringer Preise für Energie und Rohstoffe zwar einen theoretischen Reiz, aber in der Praxis keine durchschlagende Relevanz. Dies hat sich gründlich geändert. Das Thema Ressourcen und Energie ist heute in aller Munde. Vor allem wegen der Preisentwicklung. Scheinbar überraschend stiegen die Preise für Öl, Erdgas Kohle, Koks und strategische Rohstoffe auf breiter Front. Das Angebot kann mit dem ungebremsten welt­weiten Ressourcenhunger, dem hohen Pro-Kopf-Ressourcenverbrauch im reichen Norden und der gigantischen Nachfrage schnell wachsender, bevölkerungsreicher Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien nicht mehr Schritt halten. Die Wissenschaft entdeckt die „neuen Verbraucher“ und stellt fest, dass z.B. China mit 240 Mio. schon heute beinahe so viele Einwohner wie die USA (243 Mio.) mit einem Jahreseinkommen über 7 000 $ aufweist. Was geschieht beim Ressourcenverbrauch, wenn der Anteil dieser Verbrauchergruppe in China von 19 Prozent (2002) zukünftig auf einen Anteil wie heute in den USA (86 Prozent) ansteigt und dabei die derzeitigen US-Konsummuster als Vorbild dienen würden? Für das Wuppertal Institut bedeutet dies, dass die anvisierte Erforschung und Entwicklung von „Leitbildern, Strategien und Instrumenten für eine nachhaltige Entwicklung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene“ (Mission) eine besondere Aktualität erhalten hat. Dies soll nachfolgend am Beispiel Energie- und Materialeffizienz demonstriert werden. „Renaissance der Energieeffizienz“: Rhetorik oder Handlungsbereitschaft? Die Rolle der Energieeffizienz für den Klima- und Ressourcenschutz lässt sich auf einen vereinfachten Nenner bringen: Alle sind für mehr Energieeffizienz, aber keiner fühlt sich so richtig dafür zuständig. Es lässt sich derzeit geradezu eine „Renaissance der Energiesparrhetorik“ konstatieren. US-Militärs im Bündnis mit Ökologen oder die Internationalen Energieagentur (IEA) im Einvernehmen mit dem zuständigen EU-Kommissar Piebalgs – so viele engagierte ­Plädoyers Ressourceneffizienz 103 für mehr Energieeffizienz hat es schon lange Zeit nicht mehr gegeben. Wird diese Rhetorik (wie nach den beiden Ölpreiskrisen der siebziger Jahre) wieder in kurzatmigen Einzelinitiativen verpuffen? Das ist möglich, aber nicht wahrscheinlich. Denn die nicht nachhaltigen Trends im Energiesystem bewegen sich in eine durchaus als dramatisch einzuschätzende Richtung. Der Schlüssel zur Lösung dieser Probleme ist eine strategische Energie­ effizienzinitiative von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die mit der beschleunigten Markteinführung der Erneuerbaren auch aus wirtschaftlichen Gründen besser verbunden sein müsste als bisher. Man kann es nicht oft genug betonen: Die Energieeffizienzrevolution ist eine unabdingbare Voraussetzung für die notwendige Entkopplung von Wohlstand und Ressourcenverbrauch sowie für ein risikoarmes, nachhaltiges Energiesystem. Aber ohne die gleichzeitige beschleunigte Markteinführung des vielfältigen Mix an erneuerbaren Energien bleiben eine nachhaltige Entwicklung und ein ausreichender Klimaund Ressourcenschutz letztlich eine Illusion. Es spricht viel dafür, dabei auf ideologische Scheindebatten zum Thema „Wettbewerb oder Dirigismus“ zu verzichten und sich am realen Marktergebnis und an erwünschter gesellschaftlicher Zielsetzung über den Ressourcenund Klimaschutz zu orientieren. Länder wie Großbritannien, Dänemark, Norwegen oder die belgische Region Flandern machen es vor, wie eine konsistente Strategie mit einem umfassenden Gesamtpaket von Instrumenten zur Energieeinsparung im politischen Konsens verabschiedet und konsequent umgesetzt werden kann. Das technische Potenzial der effizienten Energieverwendung und ­­ -erzeugung wird heute von großen Teilen der Wissenschaft als eher größer eingeschätzt als noch vor Jahren. Bezogen auf die benötigte Energiedienstleistung (warme und helle Räume, gekühlte Lebensmittel, Mobilität, Produktion), könnte der Energieverbrauch technisch um durchschnittlich 80 bis 85 Prozent verringert werden. Auch wenn berücksichtigt wird, dass die Nachfrage nach Energiedienstleistungen mit dem Wirtschaftswachstum steigt, könnte bis zur Mitte des Jahrhunderts der Primärenergieverbrauch pro Kopf in Deutschland um etwa zwei Drittel verringert werden. Diese technische Vision einer „2000Watt-Gesellschaft“, die pro Kopf nur Energie mit einer durchschnittlichen Vgl. Energy Future Coalition (Hrsg.): Challenge and Opportunity: Charting a New Energy Future. Washington D. C., 2005; European Commission – Directorate-General for Energy and Transport: European Energy Priorities. Brussels, 2005. Vgl. hierzu Hennicke, P.; Müller, M.: Weltmacht Energie, Herausforderung für Wohl­­stand und Demokratie. Stuttgart, 2005. Lovins, A.; Hennicke, P.: Voller Energie – Vision: Die globale Faktor-Vier-Strategie für Klimaschutz und Atomausstieg. Campus Verlag, Frankfurt am Main, 1999. 104 Jahrbuch 2004/2005 Leistung von 2000 Watt benötigt, hat sich der Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschule in der Schweiz als Leitlinie zu eigen gemacht. Eine Szenarien basierte Abschätzung des Beitrags der rationellen Energie­ nutzung zu ambitionierten nationalen Klimaschutzzielen zeigt darüber hinaus für Deutschland: Zwei Drittel bis drei Viertel der für den Klimaschutz notwendigen CO2-Minderung können und müssen in den nächsten Jahrzehnten auf den Märkten für Energieeffizienztechnologien erbracht werden. Dies ist die erste klima- und ressourcenpolitische Begründung für den energiepolitischen Imperativ, die Markteinführung der Regenerativen systematischer als bisher mit einer forcierten Effizienzsteigerung zu verbinden. Es gibt jedoch auch eine zweite makroökonomische Begründung für eine enge Integration von Effizienz und Erneuerbaren: Der moderate Anstieg der volkswirtschaftlichen Energierechnung während des Umbaus zu einem nachhaltigeren Energiesystem kann nur dann in vertretbarem Rahmen gehalten und langfristig wieder gesenkt werden, wenn der vorübergehende Preissteigerungseffekt durch die Erneuerbaren durch den Kostenentlastungseffekt der Energie­ effizienz so weit wie möglich ausgeglichen wird. Materialeffizienz als Innovations- und Jobmotor Während die Energieeffizienz zumindest verbal schon längere Zeit in Wissenschaft und Politik Beachtung gefunden hat, ist erst in jüngerer Zeit das wirtschafts- und energiepolitische Interesse an der Materialeffizienz und den damit verbundenen mikro- und makroökonomischen Implikationen gewachsen. Interessanterweise hat die Energieenquete zunächst quasi das Pferd von hinten aufgezäumt und zunächst die Energieeinspareffekte durch Strategien Jochem, Eberhard (Hrg.): Energieperspektiven und CO2-Reduktionspotenziale in der Schweiz bis 2010, Energieeffizienz sowie Substitution durch Erdgas und erneuerbare Energien. Zürich, 2004. Vgl. zu den nachfolgenden Ausführungen Wuppertal Institut/DLR: Langfrist­szenarien für eine nachhaltige Energienutzung in Deutschland. Studie im Auftrag des Umwelt­ bundesamts. Wuppertal/Stuttgart, 2002; sowie Hennicke, P.: Chancen für den Klima­ schutz durch verbesserte Energieeffizienz. Sondertagung der Gesellschaft für Umweltrecht e.V. und des Umweltbundesamtes am 20.06.2005 in Berlin. Dieser Kosten- und Arbeitsplatzeffekt ist für evaluierte Programme nachgewiesen und für einen deutschen Effizienzfonds im Detail durchgerechnet worden. Vgl. hierzu die Ausführungen weiter unten sowie ausführlich Thomas, Stefan; et al.: Konzept für einen EnergieSparFonds in Deutschland. Endbericht im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung. Wuppertal, 2005. Ressourceneffizienz 105 der Material­einsparung quantifiziert. Die Energie Enquete-Kommission unterscheidet vier Strategien, wie eine effizientere Materialnutzung zu erheblichen Energiespar­effekten führen kann; im Vergleich zu einer Trendentwicklung („Referenz-Szenario“) lassen sich die folgenden zusätzlichen Energieein­ sparungen bis zum Jahr 2030 erreichen, wenn eine aktive Politik zur Steigerung der Materialeffizienz („Nachhaltigkeitsszenario“) unterstellt wird: 1. Verstärktes Recycling (128 PJ) 2. Geringerer spezifischer Materialbedarf (193 PJ) 3. Materialsubstitution (118 PJ) 4. Gesteigerte Nutzungsintensität (65 PJ) Die Kommission geht überschlägig davon aus, dass im Referenzfall bereits etwa 465 PJ (etwa 5 Prozent des heutigen Energiebedarfs) und durch eine bewusste Nachhaltigkeitspolitik zusätzlich noch ein Potenzial in etwa der gleichen Höhe erschlossen werden kann (s.o.). Wegen fehlender Detaildaten ist hierbei das Potenzial noch nicht im vollen Umfang erfasst. Hier liegt noch ein erheblicher Forschungsbedarf. Doch allein die Größenordnung zeigt, dass Maßnahmen zur Steigerung der Materialeffizienz einen erheblichen Einfluss auf die Nachfrage nach Energiedienstleistungen haben. In den letzten Jahren ist zudem deutlich geworden, dass der vermeidbare Materialkostenanteil beim verarbeitenden Gewerbe noch wesentlich höher liegt als die vermeidbaren Energiekosten. Dies macht es grundsätzlich ökonomisch interessanter, nach der Materialkosteneinsparung zu suchen und diese sozusagen im Nebeneffekt auch mit Energiespareffekten zu verbinden. Umgekehrt ist es daher auch sinnvoller, entsprechende Qualifikation vorausgesetzt, bei Betriebsanalysen z.B. im Rahmen von Energieeinspar-Contracting auch die Steigerung der Materialeffizienz so weit wie möglich mit zu untersuchen und zu erschließen. Aus derartigen umfassenden Betriebsanalysen werden sich in aller Regel umfangreichere Kosteneinsparpotenziale ergeben, als wenn nur die Energieeffizienz isoliert betrachtet würde. Allerdings fehlten bisher eine integrierte Energie- und Materialeffizienz­ analyse und daraus abgeleitete kombinierte Handlungsprogramme. Der Koali­ tionsvertrag der rot-grünen Bundesregierung aus dem Jahr 2003 enthielt zwar erstmalig einen kurzen Passus unter der Überschrift „Ökoeffizienz – die Jobmaschine von morgen“ (S. 39), aber erst gegen Ende der Legislaturperiode wurden zaghafte Schritte unternommen, dieser „Jobmaschine“ Schwung zu verleihen. Deutscher Bundestag (Hrsg.): Nachhaltige Energieversorgung unter den Bedingungen der Globalisierung und der Liberalisierung. Endbericht der Enquete-Kommission, Drucksache 14/9400. Berlin, 2002. 106 Jahrbuch 2004/2005 Vor diesem Hintergrund hat das Wuppertal Institut in Kooperation mit Arthur D. Little und Fraunhofer/ISI im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit ein Konzept für ein „Impulsprogramm Materialeffizienz“ erarbeitet10 (vgl. auch nachfolgenden Beitrag). Das Impulsprogramm Material­ effizienz soll durch staatliche Maßnahmen zur deutlichen Beschleunigung der rentablen Steigerung von Materialeffizienz in der Wirtschaft beitragen und Wachstumseffekte erzielen. Als Wachstumshebel dienen Produktinnovation und Produktionsoptimierung, über die neue Märkte erschlossen, die Kosten gesenkt und die internationale Wettbewerbsfähigkeit in bestehenden Märkten verbessert werden. Die Maßnahmen des Programms sollen so angelegt werden, dass dieses Wachstum vor allem im Mittelstand Arbeit schafft und die öffentlichen Haushalte netto (trotz der notwendigen Anschubfinanzierung) entlastet. Im Zentrum der politischen Diskussion in Deutschland wie auch in anderen europäischen Staaten stehen die Flexibilisierung und Kostensenkung beim Faktor Arbeit. Der Faktor Material findet dagegen in der öffentlichen Diskussion um Wirtschaftswachstum, Innovationen und Arbeitsplätze immer noch viel zu wenig Beachtung. Dies ist deshalb erstaunlich, weil eine Strategie zur Materialkosteneinsparung zwischen Arbeit und Kapital eher konsensfähig sein könnte und auch unnötige Grabenkämpfe zwischen neoliberal oder keynesianisch fundierten Konzepten der Wirtschafts-, Forschungs- und Industriepolitik abbauen könnte. Es bedarf allerdings einer differenzierten Analyse, welche Potenziale der Materialkosteneinsparung existieren, zu welchen Kosten und mit welchen Instrumenten sie im Rahmen eines staatlichen Impulsprogramms erschlossen werden können und welche Hemmnisse ihrer Umsetzung entgegenstehen. Das Grundkonzept eines Impulsprogramms stützt sich dabei auf die Erkenntnis, dass es in allen Marktwirtschaften beim Material- und Energieverbrauch „eigentlich wirtschaftliche, aber gehemmte Kosteneinsparpotenziale“ gibt. Mit dieser Begrifflichkeit soll ausgedrückt werden, dass zahlreiche strukturelle und institutionelle Hemmnisse und Marktunvollkommenheiten verhindern, dass wirtschaftlich vorteilhafte Potenziale im marktwirtschaftlichen Selbstlauf identifiziert und erschlossen werden. Hierzu gehören Informations- und Kapital­ mängel, fehlendes Know-how, geringe Machttransparenz und mangelhafte Managementinstrumente, um z.B. systematisch Life-Cycle-Cost-­Analysen vorzunehmen. Daher bedarf es eines zielgruppen-, sektor- und technikspezifischen staatlichen Instrumentenbündels, um die relevanten Akteure (insbeson10 Vgl. Arthur D. Little ADL; Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI; Wuppertal Institut (Hrsg.): Studie zur Konzeption eines Programms für die Steigerung der Materialeffizienz in mittelständischen Unternehmen – Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit. Ressourceneffizienz Input Rohmaterial Betriebsstoffe Strom, Wasser 107 Produktion Output Produkte und Verpackung Abfall Abwasser Abluft Reststoffe Abwärme Reststoffe sind eine Belastung für die Umwelt und für die Rentabilität (Quelle: Fischer 2000). dere auch im Bereich staatlicher Institutionen und kleiner und mittlerer Unternehmen) einzubeziehen. Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden dabei in einem integrierten Programm derart mit Demonstrations- und Pilotprojekten sowie mit Markt­einführungsprogrammen verbunden, dass eine autonome Marktentwicklung initiiert wird. Durch den staatlichen „Impuls“ werden, so die Grundidee, mit einem begrenzten Aufwand an staatlich vorfinanzierten Transaktionskosten mittelfristig sich selbst tragende Märkte, d.h. Innovationen, neue Geschäftsfelder und Netto-Beschäftigungseffekte ausgelöst, die infolge von steigenden Steuereinnahmen bzw. wegen eingesparter Sozialleistungen letztlich auch für den Staat zu positiven (Netto-)Budget­effekten führen. Positive Erfahrungen mit derartigen Impulsprogrammen liegen insbesondere aus der Schweiz vor (z.B. das Ravel-Programm)11. Plausibel ist, dass durch ein solches Programm vor allem „Reststoffe“ vermieden werden sollen, die keine Wertschöpfung liefern, sondern im Gegenteil mit beträchtlichem Kostenaufwand entsorgt werden müssen. Den Zusammenhang zwischen Reststoffen, betrieblichen Kosten und Umweltbelastung durch den „Throughput“ in der Produktion verdeutlicht die obige Abbildung. 11 Vgl. Bush, E.: Energie-Aperos – Energiesparmöglichkeiten lustvoll vermitteln. In: Impuls Nr. 19. Zeitschrift für IP BAU, RAVEL and PACER. Bundesamt für Konjunkturfragen. Bern, 1996. 108 Jahrbuch 2004/2005 Ressourceneffizienz 109 Materialkosten und Entwicklung der Materialproduktivität Der Materialaufwand im verarbeitenden Gewerbe beträgt etwa 573 Mrd. Euro/a, die Größenordnung der prinzipiell vermeidbaren Reststoffkosten wird hier auf rd. 60 bis 100 Mrd. Euro geschätzt.12 Damit ist der Kostenanteil des Materialdurchsatzes mehr als zwei- bis dreimal so hoch wie der Lohnkostenanteil. Der Energiekostenanteil im verarbeitenden Gewerbe beträgt dabei im Durchschnitt nur etwa 2 Prozent. Wie nebenstehende Abbildung zeigt, ist die Arbeitsproduktivität in der Vergangenheit deutlich schneller gestiegen als die Energie- und Materialproduktivität. Wegen der hohen Bedeutung der Materialdurchsatzkosten senkt die Industrie – wie die Grafik zeigt – bereits im Trend den Materialdurchsatz durch ­Steigerung der Materialeffizienz von Produktionsprozessen und Produkten. Je Euro Bruttosozialprodukt sank der Materialeinsatz zwischen 1960 und 1990 inflationsbereinigt um 42 Prozent13. Allerdings kann dieser Strukturwandel noch erheblich beschleunigt werden, wenn die bestehenden Umsetzungshemmnisse abgebaut werden. Das verdeutlicht bereits das Material(massen)verhält­nis zwischen fertigem Endprodukt und den Reststoffen in der Größenordung von 60 : 40. Das bedeutet, dass für sechs Kilogramm Produkt allein während des Herstellungsprozesses des Produktes vier Kilogramm Reststoffe anfallen. Die Herstellungsschritte des Materials, wie es im verarbeitenden Betrieb angeliefert wird, sind hierbei nicht einbezogen. Die Trennung von Materialinputs in wertschöpfende und nichtwertschöpfende Teile ist für die Eruierung von Kostensenkungspotenzialen essentiell. Wie bereits angesprochen, verursachen nicht-wertschöpfende Materialien nicht nur bei deren Entsorgung Kosten, sondern auch und gerade beim Durchsatz durch den Betrieb: über den ­gesamten Produktionszyklus, beginnend mit der Anlieferung und Einlagerung des Mate­ rials bis hin zur Entfernung der als Reststoffe wahrgenommenen Materialien, schlagen die nichtwertschöpfenden Reststoffe mit 5 bis 15 Prozent der Gesamtkosten zu Buche. Die Unternehmensberatung Arthur D. Little GmbH geht davon aus, dass sich die Materialdurchsatzkosten durch gezielte Unternehmensberatung um insgesamt 20 Prozent senken lassen. Diese jährlichen Einsparungen werden erfahrungsgemäß mit einem Einmalaufwand erzielt, der einen Payback von durchschnittlich 12 Monaten hat. 12 Vgl. Fischer, H.: Skizze eines Programms zur Steigerung der Materialeffizienz. Expertenworkshop des BMWA am 22.06.2004. http://www.materialeffizienz.de/download/ Fischer_db_regio.pdf sowie für ausgewählte Branchen: ADL/ISI/WI (Hrsg.). Sommer 2005. a.a.O. 13 Hinterberger, F.; Renn, S.; Schütz, H.: Arbeit-Wirtschaft-Umwelt. Wuppertal Paper Nr. 89. Wuppertal, 1999. 350 Arbeitsproduktivität 300 250 200 Materialproduktivität 150 Energieproduktivität 100 50 0 1960 1970 1980 1990 Entwicklung der Produktivität von Energie, Material und Arbeit in den alten Bundesländern (Quelle: ADL 2003). Eine volkswirtschaftliche Analyse14 zeigt, dass eine Realisierung von nur 50 Prozent dieses Effizienzpotenzials durch Produkt- und Prozessinnovationen das Bruttoinlandsprodukt um knapp 10 Prozent steigern würde. Hiermit verbunden sind Innovations- und Finanzierungsspielräume sowie neue Geschäftsfelder, die Chancen zur Schaffung von mehreren 100 000 Arbeitsplätzen und zur Entlastung der öffentlichen Haushalte eröffnen. Zusammenfassend kann festgestellt werden: Im Energiesektor, aber auch bei der Materialeffizienz verlaufen in Deutschland zwar bereits die Trends in Richtung weitere Entkopplung vom Wirtschaftswachstum. Nicht nur wegen des Klima- und Ressourcenschutzes, sondern insbesondere auch wegen der potenziell positiven volkswirtschaftlichen Effekte kann dieser Struktur­wandel durch eine gezielte Nachhaltigkeitspolitik beschleunigt werden. Dabei ist der Zeitfaktor entscheidend. Das heißt für die Forschung, Entwicklung und Ausbildung zur Nachhaltigkeit, dass einerseits eine Langfristperspektive und andererseits mehr Tempo notwendig sind, aber auch neue Prioritäten für Wissen­ schaft und Technik gesetzt werden müssen. Eine wichtige Aufgabe für die angewandte Nachhaltigkeitsforschung ist, dafür wissenschaftlich begründete ­Prioritäten und einen Erfolg versprechenden Instrumentenmix für die Umsetzung zu entwickeln. Dies ist auch eine Botschaft des World Summit for Sustain­ able Develop­ment (WSSD) von Johannesburg. 14 Vgl. Aachener Kathy Beys Stiftung (Hrsg.): Ressourcenproduktivität als Chance – Ein langfristiges Konjunkturprogramm für Deutschland. Books on Demand. Norderstedt, 2005. 110 Jahrbuch 2004/2005 111 Kora Kristof, Christa Liedtke Lessons Learned – Erfahrungen anderer Länder für das neue deutsche Materialeffizienzprogramm nutzen „Weltmacht Energie – Herausforderung für Demokratie und Wohlstand“, das neue Buch von Peter Hennicke und Michael Müller (Bild oben), wurde am 19. Juli 2005 in Berlin durch Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes (Bild rechts), der Öffentlichkeit vorgestellt. Prof. Dr. Udo E. Simonis (Bild rechts darunter) übernahm die Gesprächsleitung der Veranstaltung in seiner Wirkungsstätte, dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Bei der Buchpräsentation im Rahmen einer Veranstaltung der Stadtwerke München am 22. Juni 2005 sprachen (v. l. n. r.) Dr. Kurt Mühlhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung Stadtwerke München, Peter Hennicke und der Oberbürgermeister von München, Christian Ude. Die Moderation übernahm Hans-Herbert Holzamer, Süd­ deutsche Zeitung Foto: © Stadtwerke München, Pressestelle Das Wuppertal Institut hatte im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit geförderten Projektes die Chance, gemeinsam mit Arthur D. Little und dem Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovations­ forschung eine „Blaupause“ für das deutsche Materialeffizienzprogramm – eine gezielte Materialeffizienzpolitik mit der Zielgruppe kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu entwickeln. Die Erfahrungen aus anderen Zusammenhängen wurden dazu – neben der Analyse der Potenziale – recherchiert, analysiert und in den Vorschlag für das Design des Materialeffizienzprogramms eingebunden, das maßgeblich vom Wuppertal Institut entwickelt wurde. Der Designvorschlag wird derzeit weitgehend in konkrete Politik umgesetzt – ein großer Erfolg für die drei beteiligten Institutionen. Im Folgenden wird ein Teilbereich der Studie – die Ergebnisse der Analyse von Erfahrungen aus anderen Ländern bzw. Zusammenhängen und die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen für den Designvorschlag – vorgestellt. Welche Aktivitäten anderer Länder sind für das deutsche Materialeffizienzprogramm von Interesse? Die folgende Tabelle gibt einen komprimierten Überblick über interessante Aktivitäten auf internationaler und EU-Ebene und in anderen europäischen Ländern oder den Bundesländern. Diese 27 sehr unterschiedlichen Ansätze wurden in einer vergleichenden Analyse auf ihre Stärken und Schwächen untersucht. Außerdem wurde die Übertragbarkeit auf die deutsche Materialeffizienzpolitik geprüft. Die Ergebnisse der vergleichenden Untersuchung Die Analyse zeigte, dass die Mehrzahl der untersuchten Programme sich aus einem Mix verschiedener Ansätze zusammensetzt, um die jeweiligen Ziel­­gruppen mit unterschiedlichen Instrumenten über verschiedene Kanäle ­ansprechen zu können. In den für diese Programme vorliegenden ­Evaluationen 112 Jahrbuch 2004/2005 Internationale Ebene IE-1: UNEP-DTIE / UNIDO: Cleaner Production Programme IE-2: WBCSD: Ökoeffizienz-Programm IE-3: Global Footprint Network: Ökologischer Fußabdruck (WBCSD) EU-Ebene EU-1: EU-2: EU-3: EU-4: Integrated Product Policy (Europäische Kommission) European Integrated Pollution Prevention and Control (Europäische Kommission) Ressourcenstrategie (Europäische Kommission) PREPARE (Niederlande / EUREKA-EUROENVIRON) Europäische Länder EL-1 (Österreich): EL-2 (Österreich): EL-3 (Schweiz): EL-4 (Dänemark): EL-5 (Schweden): EL-6 (Schweden): EL-7 (Frankreich): EL-8 (England): EL-9 (England): EL-10 (England): EL-11 (England): ÖKOPROFIT Graz Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit Steiermark Cleaner Production in Schweizer Betrieben Dänische Product Orientated Environmental Initiative Environmental management in small companies Environment-driven business development ADEME Business Resource Efficiency & Waste Programme Envirowise National Industrial Symbiosis Programme Center for Sustainable Design Bundesländer BL-1: BL-2: BL-3: BL-4: BL-5: BL-6: BL-7: BL-8: Effizienz Agentur NRW Baden-Würtemberg: ECO+ IPP-Initiative Bayern Bayern: ECO-EFFIZIENZ – Flussmanagement – Materialkosten senken Umweltinitiative OWL Modell Hohenlohe – Netzwerk betrieblicher Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften e.V. Schwaben: Förderverein Kompetenzzentrum Umwelt Augsburg-Schwaben e.V. Länderübergreifend: PIUS-Projekt wird dieses Vorgehen als erfolgversprechend eingeschätzt; negative Inter­ ferenzen zwischen unterschiedlichen Instrumenten wurden nicht identifiziert. Aus den Erfahrungen und Evaluationsergebnissen konnten außerdem folgende weiteren Schluss­folgerungen gezogen werden: Erstens müssen die KMU jeweils an dem Ort abgeholt werden, an dem sie stehen, denn: • In vielen KMU werden bestehende Materialeffizienzpotenziale unterschätzt. Optionen, Produktionskosten zu senken und damit die Wettbewerbsfähig- Ressourceneffizienz 113 keit zu erhöhen, bleiben daher oft ungenutzt. Dieses Defizit wird in vielen Ansätzen anderer Länder adressiert, vor allem mit Informationen über die Zusammenhänge und mit guten Beispielen aus Unternehmen, die erfolgreich ihre Materialeffizienzpotenziale nutzen. • Bei vielen KMU sind Wissens- und Know-how-Lücken zu schließen. Mit Informationsangeboten, Qualifizierungsmaßnahmen oder aber durch das Angebot von Tools wird in der Regel versucht, diese Lücken zu füllen. • Aber auch wenn das Bewusstsein da ist und genügend Informationen zur Verfügung stehen, fehlen oftmals die Motivation und der Schwung, die Kostensenkungspotenziale umfangreich und ganzheitlich zu erschließen. Die Gründung von Netzwerken (z.B. zum Erfahrungsaustausch) oder die Ausschreibung von Preisen sind gute Beispiele, die zu einer höheren Motivation geführt haben, mit Materialeffizienz Kosten zu senken, • Wenn das gesellschaftliche Umfeld der KMU Materialeffizienz als wichtiges Thema erkennt und Förderprogramme den finanziellen Hintergrund dafür bieten, ist es leichter, KMU für Materialeffizienzaktivitäten zu begeistern. Deshalb werden in vielen Ländern unterschiedliche Ansätze des Agenda Settings verbunden mit Förderprogrammen, in denen meist Beratung, F&E, Investitionen oder Netzwerke gefördert werden. Zweitens brauchen KMU aufgrund der Hemmnisse Unterstützung und Begleitung im Diffusionsprozess: • Das aktive Zugehen auf die Zielgruppe KMU, aber auch auf andere Akteure im KMU-Umfeld ist damit ein entscheidender Erfolgsfaktor für die ­Diffusion. Beratungsangebote, Informationen, spezifische Kampagnen und andere Unterstützungsangebote für den Diffusionsprozess werden in der Regel an die Zielgruppen aktiv herangetragen. • Eine Prozessbegleitung – nicht einmalige, kurzfristige Aktivitäten – bringt die Umsetzung am besten voran. Dieser Erfolgsbedingung wird in den Materialeffizienzansätzen anderer Länder bzw. Ebenen durch zeitlich ineinander greifende Angebote für die einzelnen Prozessphasen und eine längerfristige Begleitung über Beratung, Netzwerkbildung und prozess­ begleitende Qualifizierungen Rechnung getragen. Drittens zeigen die Analysen, dass erfolgreiche Programme geprägt sind durch • eine Institution, die sich gezielt um eine erfolgreiche Umsetzung des Programms kümmert und mit hochmotivierten und hochqualifizierten Personen besetzt ist, 114 Jahrbuch 2004/2005 • ein breites Netzwerk KMU-naher Akteure, die in das Programm eingebunden sind und von den unterschiedlichsten Seiten die Materialeffizienzideen und Unterstützungsangebote immer wieder an die KMU herantragen, und • eine kontinuierliche Evaluation des Programms und der Einzelprojekte, die für die kontinuierliche Weiterentwicklung der einzelnen Ansätze, der Instrumente und des Gesamtprogramms genutzt wird. Die Hauptherausforderungen für das deutsche Materialeffizienzprogramm Nicht nur in der Analyse vergleichbarer Materialeffizienzpolitikansätze treten klar die Defizite zu Tage, die KMU hindern, die Materialeffizienzpotenziale und damit verbundenen Kostensenkungen auszuschöpfen. Gerade bei KMU ist ein zentrales Problem, dass vorhandene innovative Technologien und Lösungen nicht ausreichend eingesetzt werden. Schwächen gibt es also bei der Diffusion. Das Materialeffizienzprogramm muss deshalb dazu beitragen, diese Defizite abzubauen und folgende zentralen Punkte adressieren: • Bewusstseins- und Informationsmängel, die dazu führen, dass KMU vorhandene Potenziale nicht ausreichend realisieren, • Personalengpässe, die die Umsetzung als sinnvoll erkannter Aktivitäten erschweren, • Transaktionskosten, die oft für KMU besonders groß sind und • eine reine Orientierung an den Kerngeschäftsfeldern, die den Blick auf Kostensenkungspotenziale manchmal verstellt. Informationen, die die Chancen bewusst machen, Akteure und Netzwerke, die die KMU unterstützen, und die finanzielle Förderung der Diffusionsprozesse sind die Antworten, die in den meisten Ansätzen aus anderen Ländern gegeben werden, um die Diffusion gerade in KMU zu beschleunigen. Grundkonzeption des Materialeffizienzprogramms Aus der Analyse der Erfahrungen aus anderen Ländern und unterschiedlichen administrativen Ebenen können Ziele und Grundidee für das Materialeffizienzprogramm abgeleitet werden. Drei eng verzahnte Hauptziele sollen mit dem Materialeffizienzprogramm erreicht werden: • Das Thema Materialeffizienz soll in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik breit etab­liert werden, um die bestehenden Kostensenkungspotenziale in Ressourceneffizienz 115 KMU verstärkt ausschöpfen zu können. Das bedeutet, dass Agenda-Setting für das Thema Materialeffizienz bei verschiedenen Zielgruppen Teil des Programms sein sollte. • Die Diffusion von neuen Technologien und nichttechnischen Lösungen zur Materialeffizienzsteigerung in KMU soll beschleunigt werden. Da aufgrund unterschiedlichster Hemmnisse die Diffusion innerhalb von KMU oft kein Selbstläufer ist, sollten Beratungsleistungen für Analyse und Umsetzungsbegleitung Teil des Programms sein. • Für die Messbarkeit des Erfolgs ist auf die ersten beiden Ziele aufbauend auch die Formulierung eines quantitativen Ziels sinnvoll, um den wirtschaftlichen Erfolg des Programms fassbar machen zu können. Vorgeschlagen wird, dass die Kostensenkung in den Unternehmen und innerhalb der Wertschöpfungskette mindestens der fünf- bis zehnfachen Summe des Beratungsbudgets entsprechen sollte. Die Erfahrungen mit und Evaluationen von KMU-Förderprogrammen haben gezeigt, dass rein finanzielle Förderprogramme ohne Begleitung durch eine Institution, die das Förderprogramm an die KMU heranträgt und dazu KMUnahe Netzwerke nutzt, meist zum Scheitern verurteilt sind. Die drei Ziele können deshalb nur effektiv erreicht werden, wenn eine Institution – die Material­ effizienzagentur – ihre Umsetzung betreibt. Da die Materialeffizienzagentur nicht nur aufgrund der für das Materialeffizienzprogramm vorgesehenen Mittel sehr „schlank“ organisiert sein soll, muss sie für die Umsetzung vor Ort sorgen, indem sie bestehende Netzwerke aktiviert und einen Beratungspool aufbaut. Diese Vor-Ort-Akteure haben das Potenzial, die drei formulierten Ziele in und mit den KMU umzusetzen. Die bei der Vor-Ort-Umsetzung beteiligten Akteure müssen sowohl durch ein „Förderprogramm Materialeffizienz“ als auch über die durch die Materialeffizienzagentur zur Verfügung gestellten unterschiedlichsten Instrumente und Kanäle zur Zielgruppenansprache unterstützt werden. Zur direkten Zielgruppe gehören KMU, die durch das Materialeffizienzprogramm bei der Technologiediffusion und der Verbesserung ihrer Managementkompetenz/-performance im Bereich Materialeffizienz unterstützt werden sollen. Zur indirekten Zielgruppe zählen sowohl die Akteure, die direkt in die Umsetzung des Materialeffizienzprogramms eingebunden werden (d.h. die bestehenden regionalen Materialeffizienzakteure und die Berater/-innen/ Beratungsinstitutionen aus dem Beratungspool), als auch weitere Akteure aus dem Umfeld der KMU, die Einfluss auf die Umsetzungsmöglichkeiten von Aktivitäten zur Materialeffizienzsteigerung haben (Multiplikatoren und typische Ansprechpartner von KMU wie z.B. Verbände, Handelskammern, 116 Jahrbuch 2004/2005 Gesamtdesign des Materialeffizienzprogramms Kontinuierliche Evaluation Förderprogramm Materialeffizienz Materialeffizienzagentur Regionale Akteure / Beratungspool Materialeffizienzpreis Programmziel: Diffusion im Bereich KMU durch Beratung, Information und Motivation Wuppertal Institut, eigene Zusammenstellung Hausbanken, Auditoren, Ingenieurbüros, Hersteller von Effizienztechnologien bzw. das umsetzende Handwerk usw.). Aufbauend auf diesen Schlussfolgerungen zu Zielen, Grundidee und Zielgruppen, ergibt sich der in der Abbildung komprimiert dargestellte Vorschlag für die Hauptsäulen des Materialeffizienzprogramms. Seine fünf zentralen ­Elemente werden im folgenden kurz vorgestellt: Ressourceneffizienz 117 reiche Umsetzung des Materialeffizienzprogramms. Networking, Agenda Setting, die Bereitstellung von Basisinformationen für alle Zielgruppen, die Initialansprache und die Motivation von KMU für eine Vor-Ort-Analyse, die Unterstützung bei der Nutzung von Fördermitteln und Qualifizierungs­ angeboten (für KMU, Beratungspool und andere Bildungsakteure) sind die zentralen Aufgaben der Materialeffizienzagentur. • Die regionalen Beratungs- und Umsetzungsstrukturen und der Beratungspool stellen die konkrete Umsetzung in der Region sicher und greifen dabei auf das Förderprogramm Materialeffizienz und die Angebote der Material­ effizienzagentur zurück. Die Basis bilden sowohl die schon bestehenden Akteure, Institutionen und Netzwerke als auch sich neu entwickelnde Akteure und Netzwerke. Hauptaufgaben des Beratungspools sind die VorOrt-Analysen in den KMU zu den Materialeffizienzpotenzialen und die Begleitung der KMU bei deren Umsetzung. Die regionalen Beratungs- und Umsetzungsstrukturen können – soweit sie nicht ohnehin direkt in den Beratungspool eingebunden sind – im Rahmen ihrer eigenen Aktivitäten das Materialeffizienzprogramm nutzen. • Der Materialeffizienzpreis dient der Würdigung herausragender Leistungen im Bereich Materialeffizienz. Seine Öffentlichkeitswirkung unterstützt das Agenda Setting für das Thema Materialeffizienz und die damit erreichbaren Kosteneinsparungen. • Die kontinuierliche Evaluation des Materialeffizienzprogramms, aber auch die Qualitätskontrolle der einzelnen Beratungen ermöglicht die Darstellung der Erfolge des Programms und bildet die Basis, um kurzfristig Probleme und Fehler zu erkennen und abzustellen. Die Evaluation legt auch den Grundstein, um mittelfristig das Programm ambitioniert weiterentwickeln zu können. Basis der extern vergebenen Evaluation sind die gesetzten Hauptziele und die daraus zu Programmbeginn abgeleiteten Erfolgskriterien. • Die wesentliche Funktion des Förderprogramms Materialeffizienz ist die Beschleunigung der Diffusion. Dazu werden Vor-Ort-Analysen und die Umsetzungsbegleitung durch den Beratungspool, aber auch Netzwerke gefördert. Die Datenbasis zu den (lebenszyklusweiten) Materialeffizienzund Kosteneinsparpotenzialen muss außerdem deutlich verbessert werden, um die Materialeffizienzpolitik auf eine validere Basis stellen zu können; das Materialeffizienzpotenzial- und Diffusionsradar ist ein Beitrag dazu. Es soll sowohl den KMU als auch den regionalen Beratungs- und Umsetzungsstrukturen bzw. dem Beratungspool wertvolle Informationen für die Vor-Ort-Analysen und die Umsetzung in den KMU geben. • Die Materialeffizienzagentur fungiert als zentraler Netzwerkknoten des Materialeffizienzprogramms und ist damit treibende Kraft für die erfolg- Ausblick Ordnet man das Materialeffizienzprogramm, das analoge Ansätze verfolgen wird, in die deutsche Förderlandschaft ein, so sieht man, dass es eine spezifische Lücke schließt. Es fokussiert auf die Diffusionsprozesse im Bereich Materialeffizienz. Die F&E- und Investitionsförderung stehen im Fokus anderer Programme, die mit dem Materialeffizienzprogramm optimal zusammenwirken können. Das vorgeschlagene Materialeffizienzprogramm greift zwar auf Elemente anderer Ansätze zurück; ein Unikat ist es durch die Kombination einer starken Orientierung auf die Kostensenkungspotenziale der Material­ 118 Jahrbuch 2004/2005 effizienzsteigerungen, auf das die KMU unterstützende Akteursnetzwerk und auf die dezidierte Zielgruppenorientierung. Das deutsche Materialeffizienzprogramm wurde Mitte 2005 vom Bundes­ ministerium für Wirtschaft und Arbeit auf den Weg gebracht. Nun ist zu ­hoffen, dass engagierte Akteure zusammen mit der Materialeffizienzagentur es mit Leben füllen. Die daraus resultierenden Kostensenkungen in KMU, aber auch die entstehenden Netzwerke werden nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit in KMU steigern, sondern damit auch Arbeitsplätze sichern. Der Deutsche Materialeffizienzpreis wurde erstmals 2004 durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit vergeben. Ausgezeichnet wurden Best-Practice-Beispiele von kleinen und mittleren Unternehmen für rentable Steigerungen der Materialeffizienz im eigenen Unternehmen oder bei ihren Kunden. Christa Liedtke, Wuppertal Institut, war Mitglied der Jury. Die Preisverleihung fand am 14. Dezember in Berlin statt (im Bild die Preisträger). Foto: © Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin 119 Timo Busch, Christa Liedtke Ressourcenproduktivität und Innovation in KMU Relativ hohe Produktionskosten am deutschen Standort, stetiger Preisverfall durch ausländische Konkurrenten, Internationalisierung der Märkte und hohe Konzentration von Absatzmärkten: Diese Schlagworte beschreiben einen gegenwärtigen Unternehmensalltag, der förmlich nach adäquaten Maßnahmen und Rahmenbedingungen ruft. Grundsätzlich gilt, dass es in jedem Unternehmen Potenziale gibt, um die wirtschaftliche Position zu verbessern und sich gegen zukünftige Krisen abzusichern. Erforderlich hierfür ist ein innovatives Management, das mit unternehmerischer Weitsicht und persönlicher Offenheit bereit ist, neue Wege zu beschreiten und so „first-mover“ Positionen mit neuen Produktionsverfahren und auf neuen Absatzmärkten einzunehmen (Busch/ Liedtke 2004). Ein wesentliches Element für eine wettbewerbsfähige Wirtschaftsweise ist die Ressourceneffizienz. Der Leitsatz lautet hier, mit möglichst geringem Ressourcenaufwand einen größtmöglichen Nutzen (für den Kunden wie für den Betrieb) zu erzielen. So wird der Materialdurchsatz bei gegebener Produk­ tionsauslastung oftmals als eine fixe Größe betrachtet, an der nicht viel zu verändern ist. Viele Untersuchungen und Studien zeigen jedoch, dass sich gerade hier Kosten vermeiden lassen (Busch et al. 2004; Gege 1997; Fischer et al. 2004). In Unternehmen des produzierenden Gewerbes übersteigen beispielsweise die Materialkosten die Personalkosten deutlich und können, je nach Branche, bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Daher können sich bei diesem Kostenblock auch sehr viel größere Einsparpotenziale als durch Rationali­sierungs­­maßnahmen beim Personalbestand ergeben. Zudem lassen die Entwicklungen auf den Roh­stoffmärkten erwarten, dass die Rohstoffpreise in Zukunft weiter steigen werden oder zumindest an Volatilität gewinnen. Ein effizienter Einsatz natürlicher Ressourcen und entsprechende Einsparungen auf der Kostenseite werden dann umso bedeutender, denn dadurch reduziert sich auch unser Umweltverbrauch. Zudem sprechen auch gesetzliche Vorgaben wie die EU-Chemikalienpolitik (REACH), der Emissionshandel oder das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) für eine stärkere Verankerung von Umweltaspekten im Wirtschaftsleben. Ökoeffizienz wird so zur wichtigen Kenngröße der betrieblichen Zukunftsfähigkeit. Eine effektive Umsetzung dieses Konzeptes sichert nicht nur die langfristige Wettbewerbsfähigkeit, 120 Jahrbuch 2004/2005 Vergleich zweier Alternativinvestitionen zur Steigerung der betrieblichen Ökoeffizienz Ergebnisblatt Investition zur Steigerung der betrieblichen Ökoeffizienz: Vergleich der Investitionen A1 und A2 Betriebskennzahlen per anno A1 Kosteneinsparung TMR Wasser Luft 213 830 EUR 44,8 t 17 912,4 t – A2 155 240 EUR 16,1 t 12 738,0 t – (nicht betrachtet) Ökonomischer Vorteil Kapitalwert 522 288 EUR 296 277 EUR Amortisationszeit: A 1 A2 6 7 Ökologischer Effekt (Einsparung) Laufzeit: 10 10 TMR (kumuliert) 448 t 161 t Zins: 9 % 9% Wasser (kumuliert) 179 124 t 127 380 t Anschaffungs kosten: 850 000 EUR 700 000 EUR Luft (kumuliert) – – s­ ondern stärkt aufgrund des Innovationscharakters insgesamt den Wirtschaftsstandort und die Positionierung auf Exportmärkten. Auf der betrieblichen Ebene ist Gegenstand einer Ökoeffizienzstrategie die simultane Betrachtung von ökologischen Effekten (Abfall, Emissionen, Energie- und Material­verbrauch) auf der einen und ökonomische Kennziffern auf der anderen Seite. Ziel ist es, beide Dimensionen so ins Verhältnis zu setzen, dass die unterschiedlichen Wirkungen von Opti­mierungs­maßnahmen bewertet werden können. Damit wird der Zusammenhang von Öko­effizienz zu anderen, erfolgsrelevanten Unternehmenskennziffern wie Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft deutlich. Diese Art der Ergebnisdarstellung hilft, die ökonomische und ökologische Zweckmäßigkeit geplanter Maßnahmen möglichst plausibel und verständlich darzustellen. Die folgende Abbildung veranschau­ licht, wie eine solche Darstellung auf der betrieblichen Ebene beispielhaft aussehen kann (vgl. hierzu ausführlich Busch 2005). Dabei werden die beiden Investitionsalternativen A1 und A2 miteinander verglichen. Die zentrale Größe zur Bewertung der monetären Vorteilhaftigkeit der Investition ist primär ihr Kapitalwert, öfter wird aber auch die Amortisationszeit herangezogen. Zur Ressourceneffizienz 121 Bestimmung des ökologischen Einspareffekts wurde auf den Total Material Requirement (TMR)-Wert und den Wasserverbrauch zurückgegriffen (vgl. den Beitrag von Stefan Bringezu). Es zeigt sich, dass A1 sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer Hinsicht ein besseres Ergebnis erzielt und somit die ökoeffizientere Variante ist. Und dies trotz ursprünglich höherer Anschaffungs­ kosten. Die Ursache hierfür liegt darin, dass die Ressourcen-Einsparpotenziale bei A1 deutlich über den von A2 liegen. Um entsprechende Potenziale zu bestimmen, ist es von Bedeutung, das Know-how der Beschäftigten in diesen Prozess einzubinden (Merten/Rohn 2005a; Merten/Rohn 2005b; Rohn 2003; Kuhndt/Liedtke 1999). Dies ist auch eine der zentralen Erkenntnisse der sich immer stärker verbreitenden Six Sigma-Methode. Grundlagen dieser Methode sind transparente Managementprozesse in Verbindung mit Teamarbeit und eine am Kunden orientierte Sicht auf Prozesse und Fehler, um so zu einer Erreichung einer minimalen Fehler-/ Ausschusszahl zu gelangen. So genannte betriebliche „Black- und GreenBelts“ (eine Art Optimierungsmanager betrieblicher Abläufe und Prozesse) suchen nach systematischen Effizienz- und Optimierungspotenzialen. Mit der Erfahrung und Kenntnis des täglichen Arbeitsprozesses können Mitarbeitende zur Erschließung von zum Teil entscheidenden Effizienzverbesserungen bei­ tragen. Wie Ressourceneffizienz nun konkret im Betrieb bei den Mitarbeitenden verankert werden kann, ist Gegenstand der beiden Projekte FANWI und e-textile. FANWI (vgl. Exkurs 1) war ein Pilotprojekt an zwei Berufskollegs. Etwa 150 Studierende durchliefen eine gezielte Qualifizierung (160 Stunden) im Rahmen ihrer Ausbildung zum Staatlich geprüften Betriebswirt und erhielten mit dem Abschluss einer Facharbeit ein Zertifikat zum Fachberater für nachhaltiges Wirtschaften. Ein zentraler Gegenstand dieser Qualifizierung ist das Thema Ressourceneffizienz. Die darin qualifizierten Mitarbeiter können nun die Erkenntnisse direkt in der Praxis einsetzen, indem sie z.B. gezielt nach betrieblichen „Hot Spots“ suchen. Im Projekt e-textile (vgl. Exkurs 1) wurde durch eine Kombination von Qualifizierungsbausteinen, praxisnahen Management­ instrumenten und einer Datenbank mit technischen Verbesserungsoptionen eine Toolbox zusammengestellt, die darauf abzielt, die Ressourcen- und Ökoeffizienz in der Textilbranche zu steigern sowie die Unternehmen für soziale Nachhaltigkeitsaspekte zu sensibilisieren. Durch die systematische Identifizierung von Verbesserungspotenzialen und die Dokumen­tation der aktuellen ­Performance kann zudem die Kommunikation entlang der Kette verbessert und die Qualität der Produkte gesteigert werden. Zudem hat sich in der Praxis erwiesen, dass innerbetriebliche Maßnahmen zur Modernisierung des Unternehmens einen spürbaren Effekt auf die Motiva- 122 Jahrbuch 2004/2005 Exkurs 1 Hintergrundinformationen zu dem Projekt FANWI Ausgehend von den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung, wurde im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft kompakt (gefördert von der EU-Gemeinschafts­ initiative EQUAL) vom Landesinstitut für Schule in Soest eine Qualifizierung zum Fach­berater für nachhaltiges Wirtschaften (FANWI) entwickelt (www.fanwi-online. de). In Zusammenarbeit mit Lehrkräften von Berufskollegs (Köln, Wuppertal-Elberfeld) entstand auf der Grundlage aktueller Trends in der Berufsbildung ein Konzept, das eine Weiterqualifizierung und neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnet. Wissenschaftlich und inhaltlich begleitet wurde die Entwicklung der Qualifizierung vom Wuppertal Institut. Der Innovationsansatz der Qualifizierung FANWI liegt darin, dass über die spezifische inhaltliche Ausrichtung auf nachhaltiges Wirtschaften hinaus in Form eines Blended-Learning-Konzepts neue methodische und mediale Wege beschritten werden. Nach dem Pilotprojekt in den Berufskollegs ist dort eine langfristige Verankerung von FANWI vorgesehen. Hintergrundinformationen zu dem Projekt e-textile Entlang den oftmals sehr komplex strukturierten Produktketten der Textilindustrie, die sich über mehrere Kontinente erstrecken, bieten sich viele noch ungenutzte Potenziale zur Steigerung der Nachhaltigkeitsleistung und Ressourceneffizienz. Primäre Zielgruppe der Toolbox sind produzierende Klein- und mittelständige Unternehmen des Textilsektors, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den asiatischen Raum gelegt wurde. Im Rahmen des Produkt- und Zulieferkettenmanagements sind aber auch große, trans­nationale Unternehmen angesprochen. Entwickelt wird die Toolbox von einem inter­nationalen Projektkonsortium mit Partnern aus Indien, Vietnam und den Niederlanden unter Leitung des Wuppertal Instituts im Auftrag der Europäischen Kommission. Das Vereinte Nationen Umweltprogramm (UNEP) und die Vereinte Nationen Organisation für industrielle Entwicklung (UNIDO) sind über die Cleaner Production Centre in Indien und Vietnam in das Projekt involviert. Weitere Informationen über die Elemente der Toolbox e-learning, e-efficiency und e-solutions sind auf der frei zugänglichen Internetplattform www.e-textile.org verfügbar. Ressourceneffizienz 123 Exkurs 2 Hintergrundinformationen zu dem Projekt High 5! Das Handbuch High 5! – Communicating your Business Success through Sustainability Reporting: Ein Handbuch für kleine- und mittelständische Unternehmen (KMUs) – wurde über ein Multi StakeholderVerfahren und KMUs weltweit erstellt und bietet Anleitungen, Hilfestellungen und Fallstudien. So wird in einzelnen Schritten vermittelt, wie die GRI-Leit­­ linien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von KMUs auf effiziente Art und Weise umgesetzt und zur Generierung eines unternehmerischen Mehrwertes verwendet werden können. Praktische Tipps und Zitate von erfahrenen Bericht­ erstattern begleiten die Benutzer durch das gesamte Handbuch. Neben der Verbesserung der Kommunikation zwischen KMUs und Gesellschaft fördert High 5! auch die Kommunikation der Unternehmen untereinander. High 5! wurde gemeinsam vom Wuppertal Institut und triple innova entwickelt und profitierte somit von der inhaltlichen und methodischen Erfahrung beider Organisationen, Aspekte der Nachhaltigkeit in tägliche Entscheidungsprozesse zu integrieren. Das High 5!-Handbuch soll in Zukunft in die SMART-Toolbox integriert werden. Ziel von SMART (http://www.smart-business.bz) ist die Kommunikation und Verbesserung der Nachhaltigkeitsperformance von KMUs. tion der Beschäftigten haben. Darüber hinaus wirkt ein innovatives, nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen auf den Konsumenten und die Geschäftspartner vertrauenswürdig, zuverlässig und verantwortungsbewusst. So zeigt sich, dass die Kommunikation über die Erfolge eines Unternehmens – auch im Bereich der Ressourceneffizienz – mindestens genauso wichtig sind wie die Erfolge selbst. Stakeholder wie Banken und Kapitaleigner können so besondere Managementqualitäten identifizieren oder Kunden mehr über die Verantwortung des Unternehmens erfahren. Die Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) zur Nachhaltigkeitsberichterstattung sind wohl das prominenteste ­Beispiel für ein solches Vorgehen, immerhin werden sie inzwischen von über 124 Jahrbuch 2004/2005 600 multi­nationalen Unternehmen angewendet. Während ihre Akzeptanz bei dieser Nutzergruppe kontinuierlich ansteigt, zeigen sich kleine und mittelgroße Unternehmen bisher eher zurückhaltend. Mit der Veröffentlichung von High 5! (vgl. Exkurs 2) soll sich dies nun ändern und den offensichtlich bestehenden Mangel an umsetzungsorientierten Instrumenten zur Nachhaltig­keits­ berichterstattung von KMUs beheben. Diese Faktoren ergeben einen klaren Vorteil im Wettbewerb auf globalisier­ ten Märkten. Das Erkennen und Umsetzen von zukunftsweisenden Innova­­ti­onen ist daher ein elementarer Schritt für ein Unternehmen. Von dem Erfolg innovativer Konzepte wird gleich in mehrfacher Hinsicht profitiert. In der Regel weiß jeder Unternehmensinhaber oder Manager in Grundzügen, wo die Potenziale, aber auch Schwachstellen des eigenen Betriebes liegen. Darüber hinaus gibt es jedoch zahlreiche formelle und informelle Informationen im und um das Unternehmen, die sie, weil nicht formal bekannt, auch nicht ­ nutzen können. Die „Unternehmenslandkarte Innovationen“ gibt einen Überblick über die täglichen Abläufe, Prozesse und Verfahren innerhalb und außerhalb des Unter­nehmens. Diese kann als Grundlage für anschließende Verbesserungsvorschläge und Optimierungen dienen. Die Unternehmenslandkarte unterteilt sich in die Bereiche Produkt, interne Prozesse und Unternehmensumfeld. Jeder dieser Bereiche hat seine eigenen, spezifischen Optimierungs­potenziale, die mit gezielten Effizienzschritten zu Kosten- und Ressourceneinsparungen führen können. Für die strategische Unternehmensausrichtung ergibt sich damit als Zielfunktion: die vorhandenen Potenziale besser zu nutzen und neue Wege zu erschließen, um so die Effi­ zienz der bestehenden inner- und außerbetrieblichen Abläufe und Verfahren zu ­steigern. Allerdings werden viele dieser Potenziale häufig gerade von KMU nicht wahrgenommen. Auch bestehen hier oftmals Widerstände in der Praxis, und es wird die Ansicht vertreten: „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder „In unserem Betrieb ist das was ganz anderes“. Gesamtwirtschaftlich betrachtet, summiert sich dies dann zu einer Situation, die zumindest nicht in absehbarer Zeit die Bedingungen für die notwendige Entkopplung von Ressourcenverbrauch und Wirtschaftswachstum (vgl. den Beitrag von Stefan Bringezu) schafft. Denn: KMUs tragen rund zur Hälfte der Bruttowertschöpfung aller Unternehmen bei (vgl. Klemisch/Rohn 2002). Als dementsprechend hoch können folglich auch die ungenutzten Effizienzpotenziale angesehen werden, was ein Hauptgrund für die Initiierung des Materialeffizienzprogramms der Bundesregierung ist (vgl. den Beitrag von Kora Kristof). Insgesamt stellt sich daher die Frage, wie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen – ohne Umweltmanager und mit limitierten Kapazitäten – einen einfachen, aber wir- Ressourceneffizienz 125 Exkurs 3 Hintergrundinformationen zu dem Projekt Nachhaltiges Wirtschaften im Handwerk Der Modellversuch Nachhaltiges Wirtschaften im Handwerk ist eingebettet in den neuen Förderschwerpunkt „Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung“ des Bundes­instituts für Berufsbildung (BiBB) und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Projekt wird in Kooperation vom Westdeutschen Handwerkskammertag, dem Wuppertal Institut und dem Klaus Novy Institut durchgeführt. Das Ziel des Projekts ist, eine domänenspezifische Sensibilisierung für Aspekte „Nachhaltigen Wirtschaftens“ zu erreichen und diese mit einem bedarfsgerechten und individuell aufgebauten Qualifizierungs- und Beratungskonzept zu hinterlegen (weitere Informationen: www.handwerk-agenda21plus.de). kungsvollen Zugang zur Erschließung von konkreten Ökoeffizienzmaßnahmen und -potenzialen finden können. Daher ist ein Kernelement der beiden Projekte Nachhaltiges Wirtschaften im Handwerk und kompakt KMU, gezielte und passgenaue Unterstützung bereitzustellen und so betriebliche Ressourcen­ effizienz als Schlüssel für zukunftsfähiges Wirtschaften zu vermitteln und zu verankern. Der Modellversuch Nachhaltiges Wirtschaften im Handwerk (vgl. Exkurs 3) zeigt Ansatz­punkte zur Einbeziehung von Aspekten nachhaltigen Wirtschaftens in den betrieblichen Alltagsablauf von Handwerks­unternehmen auf und ent­wickelt in Zusammenarbeit mit ausgewählten Unter­nehmen sowie Experten der beruf­lichen Bildung des Hand­werks ein praxisnahes Curriculum für ein Qualifizierungs- und Beratungs­konzept. Dabei verfolgt das Projekt zwei zentrale Aktionsfelder: die Erschließung innerbetrieb­licher Ressourcen­effizienzund Kostensenkungs­potenziale sowie die aktive Erschließung von nachhaltigen Geschäftsfel­dern. Insgesamt zeigt sich, dass Öko- und Ressourceneffizienz dann als wichtige Management­kenngröße angesehen werden, wenn die hierfür erforderlichen Rahmenbedingungen gegeben sind. Innerbetrieblich sind die Mitarbeitenden eine wichtige Informationsquelle für Verbesserungspotenziale. Im Unternehmen muss das Thema Ressourceneffizienz vom Vorarbeiter bis hin zur Geschäftsführung „gelebt“ werden. Außerdem können politische Förderprogramme wie das nun geplante Material­effizienzprogramm der Bundes­regierung deutliche Impulse für mehr Ökoeffizienz im Mittelstand setzen (vgl. den Beitrag von Kora Kristof und Christa Liedtke). So kann über kleine und mittlere Unternehmen ein bedeutender Schritt hin zu dem makroökonomischen Ziel einer Entkopplung von Ressourcenverbrauch und wirtschaftlicher Prosperität (vgl. den Beitrag von Stefan Bringezu) gegangen werden. 126 Jahrbuch 2004/2005 Literatur Baedeker, C.; Rohn, H. (2005): Die Entwicklungspartnerschaft kompakt – Nachhaltigkeit durch Kooperation und Netzwerkbildung fördern. In: kompakt (Hrsg.): Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen der Ernährungswirtschaft, 2005. Baedeker, C.; Meier, S.; Rohn, H.: SAFE – ein Instrument zur Unterstützung einer zukunftsfähigen Unternehmensentwicklung. 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(2004): Zukunftsfähige Innovationen – erste Schritte zum innovativen und nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen: Durch ein frühzeitiges Erkennen von Potenzialen kann eine starke Wettbewerbsposition für die Zukunft erschlossen und ausgebaut werden. Wuppertal Spezial Nr. 30, Wuppertal. Gege, M. [Hrsg.] (1997): Kosten senken durch Umweltmanagement – 1 000 Erfolgsbeispiele aus 100 Unternehmen, München. Fischer, H.; Lichtblau, K.; Meyer, B.; Schellhaase, J. (2004): Wachstums- und Beschäftigungsimpulse rentabler Materialeinsparungen. Aachen, Aachener Stiftung Kathy Beys, Download unter: http://www.aachener-stiftung.de Kuhndt, Michael; Geibler, Justus von; Türk, Volker; Moll, Stephan; Schallaböck, Karl Otto: Virtual dematerialisation: ebusiness and factor X; Digital Europe; final report, Wuppertal [u.a.]: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie u.a., 2003. 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U. von; Liedtke, C.; Seiler-Hausmann, J.-D. (2004): Eco-efficiency and Beyond. Toward the sustainable Enterprise, Greenlaf Publishing, Sheffield. 128 Jahrbuch 2004/2005 129 Raimund Bleischwitz Jenseits der Materialeffizienz: Die Neuordnung der internationalen Rohstoffmärkte Rohstoffmärkte sind ein aktuelles Thema. Die mittelständische Industrie warnt vor den Folgen hoher Rohstoffpreise. Der BDI hat im März 2005 einen Rohstoffkongress veranstaltet; kurze Zeit später hat das Bundeswirtschaftsministerium „rohstoffpolitische Thesen“ vorgelegt (BDI 2005, BMWA 2005). Unsere These dazu lautet, dass die Nutzung von Rohstoffen und die Ressourcenproduktivität bedeutsamer sind als der Zugang und die Verfügbarkeit von Rohstoffen. Verfügbarkeit von Rohstoffen Das „Business Breakfast“ ist eine feste Größe im Wuppertaler Standortmarketing. Am 15. Juli 2004 fand es zum Thema: „KURS 21: Schulen unternehmen Zukunft – Lernpartnerschaften für Nachhaltigkeit“ in der Aula des Wuppertal Instituts statt. Kombiniert sind hier ein Frühstücksimbiss, angeregte Diskussionen und Informationen. Bild unten: Am 1. und 2. Dezember 2004 fand in Wuppertal das 11. Unternehmensgespräch des „Club of Wuppertal“ statt. Unter dem Motto: „Tue Gutes und verkaufe es besser – Marketingstrategien für zukunftsfähige Produkte“ kamen Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen. Gängige Abschätzungen zur Reichweite von Rohstoffen zeigen einige relative Knappheiten an. Insbesondere bei Erdöl und bei Metallen, in denen Deutschland und die Europäische Union nahezu vollständig auf Importe angewiesen sind, signalisieren sie Beobachtungs- und Handlungsbedarf. Geostrategische Risiken liegen in der Abhängigkeit von politisch instabilen Regionen. Bei Metallen gehen Schätzungen von „Euromines“, der Industriever­ einigung europäischer Bergbauunternehmen, von steigenden Importanteilen aus sechs Entwicklungs- und Schwellenländern aus (Niemi 2005): Brasilien, Chile, Peru, Südafrika, Sambia, Kongo. Bei Metallen, Erdöl und Erdgas steigt die Abhängigkeit von Importen aus politisch instabilen Regionen, da deren Reserven im Vergleich mit anderen Ländern hoch sind. Die Preise auf den internationalen Rohstoffmärkten haben im Jahr 2004 ein langjähriges Hoch erreicht (AIECE 2004). Seit Herbst 2001 sind die Weltmarktpreise für viele Energie- und Metallrohstoffe im Schnitt um etwa 70 Prozent angestiegen. Insbesondere für Nickel, das in der Edelstahlerzeugung eingesetzt wird, und für Stahlschrott wurden langjährige Höchstwerte registriert; überdurchschnittliche Preiserhöhungen sind auf den Märkten für Zinn, Kupfer und Blei zu verzeichnen. Für Eisenerz wurde im Februar 2005 berichtet, dass der größte Produzent (die brasilianische CVRD) in Verhandlungen mit japanischen Stahlherstellern einen Preisanstieg um 71 Prozent durchsetzen konnte. 130 Jahrbuch 2004/2005 Förderung von Rohstoffen nach Ländergruppen 1850 – 2030 70 % weltweit 60 Europa 50 USA 40 China 30 Sowjetunion 20 Australien / Kanada 10 Sechs rohstoffreiche Entwicklungsländer 0 1850 1870 1890 1910 1930 1950 1970 1990 2010 2030 Ressourceneffizienz 131 Trotz durchaus erfolgreicher Strategien zur Entkopplung des Rohstoff­ bedarfs vom Wachstum des BIP und trotz zunehmender Erschließung eigener Vorkommen ist China mittlerweile der größte Importeur von Rohstoffen weltweit, so etwa bei Stahl, Kupfer, Kohle, Zement; bei Rohöl ist China ­zweitgrößter Importeur hinter den USA. Auch bei einem Abflachen des Wachstums in China dürfte dort die Nachfrage in den nächsten Jahren hoch bleiben. Hinzu kommt die Nachfrage aus anderen Schwellenländern mit hohen Wachstumsraten wie etwa Indien und Brasilien. Diese Länder haben aufgrund ihrer großen Bevölkerung eine hohe Kaufkraft, die die Nachfrage nach Rohstoffen wesentlich stärker beeinflussen als die nachholende Entwicklung der „Tigerstaaten“ Ost- und Südostasiens in den achtziger Jahren. Einschlägige Prognosen von der Weltbank oder von der OECD attestieren den heutigen Newcomern gute Entwicklungsaussichten. Unterstellt man eine anhaltend hohe internationale Nachfrage und eine – auch mittelfristig – relativ geringe Preis­ elastizität der Nachfrage, dürften die hohen Rohstoffpreise für die ­ nächs­ten Jahre weiterhin anhalten. Quellen: Ericcson, Rohstoff-Daten 2005; Sames, 1975 Markt- und Wettbewerbsverzerrungen Betrachtet man einen längeren Zeitverlauf, relativiert sich der Preisanstieg etwas. Anfang der Achtziger Jahre waren im Durchschnitt ähnlich hohe Preise für Industrierohstoffe zu verzeichnen. In Zeitreihen von 1900 bis 2000, die vom US Geological Survey erhoben wurden, zeigen sich sogar langfristig ­fallende Rohstoffpreise (USGS 2004). Aus empirischen Analysen von Rohstoffpreisen lässt sich daher die These einer bedrohlichen Rohstoffverknappung nicht eindeutig stützen. Kurzfristige Trendanalysen führen zu anderen Schlussfolgerungen als Analysen über mehrere Jahrzehnte. Ausschlaggebend für die Preiserhöhungen seit dem Jahr 2000 ist nach übereinstimmender Auffassung der Experten die Nachfrage aus Schwellenländern, insbesondere aus China. Der „Economist“ überschrieb einen entsprechenden Artikel mit „The hungry dragon“. Einige Fakten können den Rohstoff­hunger der chinesischen Wirtschaft illustrieren: China erzielte im Durchschnitt der letzten zwölf Jahre Wachstumsraten oberhalb von jährlich 10 Prozent; etwa 30 Prozent des Zuwachses vom BIP der Weltwirtschaft seit 1992 entfallen auf China. Economist, 3. Oktober 2004. Ein einschlägiger Faktor für Wettbewerbsverzerrungen sind Subventionen. Die OECD schätzt, dass die weltweiten jährlichen Subventionen für Energie und Rohstoffabbau in einer Höhe von etwa 270 Mrd. US $ liegen. Energiesubvention fördern nicht allein den Abbau knapper Energieträger, sondern darüber hinaus den Rohstoffabbau. Die Subventionen der OECD-Länder im Bergbaubereich liegen mit 83 Prozent, gemessen an den weltweiten Subventionen, ebenso deutlich über dem Weltdurchschnitt wie im Landwirtschaftsbereich; in Entwicklungs- und Schwellenländern werden Energie, Wasser und Forstwirtschaft verhältnismäßig stärker subventioniert. Internationale Rohstoffmärkte können als oligopolistische Angebotsstruk­ turen charakterisiert und modelliert werden. Die Konzentration auf der Anbieter­ seite hat in den letzten Jahren zugenommen (Eggert et al. 1999). Bei etlichen Rohstoffen liegt der Marktanteil der zehn größten Produzenten oberhalb von 40 Prozent (Niemi 2005); besonders hoch ist die Konzentration bei Erdöl, Eisenerz, Platin, Nickel und Aluminium. Bei Eisenerz beispielsweise dominieren drei Anbieter (CVRD, Rio Tinto, BHP Billiton) den Weltmarkt zu etwa 75 Prozent. Die Ursachen für diese Konzentration sind vielfältig. Da es sich um eine kapitalintensive Produktion handelt, deren Ertrag stark von Größe und Gehalt 132 Jahrbuch 2004/2005 Tabelle: Subventionen im Bereich natürlicher Ressourcen OECD nicht OECD Welt Landwirtschaft Wasser Forstwirtschaft OECD als % der Welt 335 65 400 84 15 45 60 25 5 30 35 14 Fischerei 10 10 20 50 Bergbau 25 5 30 83 Energie 80 160 240 33 Summe 470 315 785 Preisangaben in Mrd. US $, Bezugsjahre 1994–1998. Quelle: OECD 2003: 11. einer Lagerstätte abhängig ist, sind die Zutrittsschranken zum Markt grundsätzlich hoch. Hinzu kommen hohe Anforderungen der nachfragenden Industrie an die Qualität von Werkstoffen und an Lieferzuverlässigkeiten, die in Verträgen geregelt werden. Unternehmensstrategien und Marktstrukturen Die Elastizität auf Rohstoffmärkten wird von den Vertrags- und Beteiligungsstrukturen mitbestimmt. Trotz der Existenz von Börsen wie z.B. London Metals Exchange (LME) ist der Wettbewerb auf Märkten für mineralische Rohstoffe unvollkommen. Verträge dominieren die Kooperation (Hart und Moore, 1999; Williamson 1985). Bei diesen Verträgen werden die Liefermengen mittel- und langfristig, die Preise kurz- bis mittelfristig (in der Regel: ein Jahr) festgelegt. Hintergrund ist die Notwendigkeit von vermögensspezifischen Investitionen für Kapitalgüter beim Abbau und bei der Verarbeitung von Rohstoffen, für die Verträge den Unternehmen Sicherheitsvorteile bieten. Die aktuellen Rohstoffmärkte zeigen die Herausbildung von Benchmark-Systemen, bei denen einzelne Verträge eine Leitfunktion für Folgeverhandlungen übernehmen. In diesem Zusammenhang macht sich negativ bemerkbar, dass die Unternehmen im Zuge der lang anhaltenden Niedrigpreisphase seit Anfang der achtziger Jahre ihre Beteiligungen an Rohstoffgewinnungsprojekten und an Bergbauunternehmen abgestoßen hatten (BMWA 2005). Rohstoffprojekte ­ galten Ressourceneffizienz 133 außerdem als wenig lukrativ gegenüber Anlegern, da der „return on investment“ (RoI) aufgrund vergleichsweise langer Amortisationszeiträume erst spät eintritt. Durch die angestiegenen und erwartbar anhaltend hohen Rohstoffpreise verringern sich die „Payback-Perioden“ von Rohstoffprojekten. Dies dürfte künftig zu einer Renaissance von Beteiligungen führen. Zu beachten ist dabei, dass diese Strategie auch von Rohstoff verarbeiten­ den Unternehmen aus Schwellenländern eingeschlagen werden dürfte und dass die Konzentration im Bergbau eine Beteiligung an Weiterverarbeitungs­ unternehmen ermöglicht. Eine Staatswirtschaft wie in China bietet den eigenen Unternehmen dabei Sicherheitsvorteile gegenüber der privatwirtschaftlichen Konkurrenz mit geringerer Kapitalkraft. Zu beobachten ist eine „new geo­ graphy of trade“, in der starke Unternehmen aus Entwicklungs- und Schwellen­ ländern miteinander kooperieren und den Handel mit Rohstoffen stärker als früher beeinflussen. Ansätze für aktive Ordnungspolitik Kostengünstige und nahezu unbegrenzte Zugänge zu Rohstoffen dürften in absehbarer Zeit kaum noch der Realität entsprechen. Die Hochpreisphase für Rohstoffe wird – mit marginalen Korrekturen – mittelfristig anhalten. Angesichts von Oligopolstrukturen auf der Anbieterseite und einer anhaltend hohen Nachfrage aus großen Schwellenländern kommt es zum „Staubsauger­ effekt“: Der Markt wird buchstäblich leergefegt. Grundsätzlich hat sich die Marktposition der Bergbau- und Rohstoffunternehmen verbessert. Diese Unternehmen sind auf dem Weg, zu neuen ­„global players“ zu werden; dies gilt auch für einige Unternehmen außerhalb der OECD. Bei den neueren Unternehmen sind insbesondere die russische NorilskGruppe, die brasilianische CVRD, die chilenische CNCC und die chinesische CNOOC zu erwähnen. Die Bemühungen zur Steigerung der Materialeffizienz sollten systematisch und entlang den Wertschöpfungsketten verbessert werden. Dies gilt für Deutschland und international. Angesichts der beschriebenen Defizite inter­ nationaler Rohstoffmärkte reichen diese jedoch nicht aus. Vielmehr ist eine aktive Ordnungspolitik zum Abbau von Verzerrungen erforderlich, zumal Deutschland und die Europäische Union auf Importe angewiesen bleiben werden. Die Markttransparenz auf internationalen Rohstoffmärkten muss erhöht werden. Dazu gehört ein vereinfachter Zugang zu Informationen. Rohstoffprognosen und gesicherte Datengrundlagen liegen gegenwärtig nur lückenhaft 134 Jahrbuch 2004/2005 vor. Hier kann unter Hinzuziehung der Forschung eine öffentlich zugängliche Datenbank mit Geoinformationen eingerichtet werden, in die Preisinforma­ tionen und stoffliche Eigenschaften einzubeziehen sind. Dies ist für kleine und mittelständische Unternehmen der Rohstoff verarbeitenden Wirtschaft sowie für Beratungs- und Forschungseinrichtungen eine wichtige Grundlage für ihre Kompetenzentwicklung. International kann die Informationsbasis durch Einrichtung eines „Inter­ governmental Panel on Sustainable Management of Resources“ verbessert werden – ein Expertengremium, das in Abstimmung mit Regierungen, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen agieren würde. Seine Aufgabe läge in vergleichbaren und transparenten Daten und Szenarien über den heutigen und künftigen Rohstoffverbrauch. In diesem Zusammenhang kann es einen „Verwundbarkeitsindex“ für Volkwirtschaften entwickeln. Darüber hinaus sollte ein derartiges Gremium Handlungsoptionen erörtern und gute fachliche ­Praxis bei einem nachhaltigen Ressourcenmanagement etablieren. Einschlägige Experten­ berichte liegen vor (UNEP / World Bank / IFC / MMSD 2002, MMSD 2002, CEC 2003 und 2005); sie müssten jedoch in einen institutionalisierten Lernprozess zur Generierung markt- und politikrelevanter Informationen eingebunden werden. Ein neuer Ansatz läge in der Erarbeitung von völkerrechtlichen Abkommen zwischen Deutschland bzw. der EU und Rohstoffexportländern, in denen Versorgungssicherheit mit dem Transfer von Technologien und dem Aufbau geeigneter Institutionen verbunden wird. Bei einem hohen Konsens ist auch ein multilaterales Abkommen vorstellbar. Ein derartiges Abkommen sollte neben den genannten Bereichen die Prinzipien eines Nachhaltigkeitsmanagements beim Abbau von Rohstoffen und bei der Landnutzung regeln, für die das Expertengremium Sachstandsberichte erarbeitet. Insgesamt sind Steigerungen der Material- oder Ressourcenproduktivität der Beginn eines längeren Weges zum nachhaltigen Management internatio­ naler Rohstoffmärkte. Abkürzungen: CVRD – Companhia Vale do Rio Doce CNCC - Corporacion Nacional del Cobre de Chile CNOOC - China National Offshore Oil Corporation Ressourceneffizienz 135 Literatur AIECE (2004): World Commodity Prices 2004 to mid-2006, von Rostan, I., et al., Laibach, Slowenien, Brüssel. BDI (2005): Rohstoffsicherheit – Herausforderung für die Industrie. Kongressdokumentation vom 8.3.2005, Berlin. Berck, P.; Roberts, M. (1996): Natural Resource Prices: Will They Ever Turn up? Journal of Environmental Economics and Management 31, S. 65–78. BGR (2004): Bundesrepublik Deutschland: Rohstoffsituation 2003, Hannover. BMWA (2003): Der Bergbau in der Bundesrepublik Deutschland 2002. Zusammengestellt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit in Zusammenarbeit mit den Bergbaubehörden der Länder. Bergwirtschaft und Statistik, 54. Jahrgang, hier: Kapitel 4 „Rohstoffversorgungslage im internationalen Vergleich“. BMWA (2004): Thesen zur Rohstoffpolitik, 9.2.2005. Eggert, P., et al. 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(1985): The Economic Institutions of Capitalism: Firms, Markets, Relational Contracting, Free Press, New York. 136 136 Jahrbuch 2004/2005 137 Stefan Bringezu Einige strategische Aspekte zur Entwicklung eines wirtschaftsweiten nachhaltigen Ressourcenmanagements Buchpräsentation der deutschen und englischen Version von „Nachhaltigkeit schafft neuen Wohlstand“ (Hrsg.: Karin Feiler für das Europäische Forum für Nachhaltigkeit) mit den Mitgliedern des Club of Rome Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Prof. Franz Josef Radermacher und Prof. Dr. Klaus ­Töpfer (Direktor der UNEP, Umweltprogramm der Vereinten Nationen) am 25. August 2004. In der bis zum letzten Platz besetzten Aula des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie gingen die prominenten Umwelt­experten unter anderem der Frage nach, ob unser Wohlstand sozial und ökologisch verantwortbar ist. Eine nachhaltige Nutzung und ein wirtschaftsweites Management von Ressourcen (Sustainable Use and economy-wide Management of Resources – SUMR) soll die adäquate Versorgung mit und den effizienten Einsatz von Material, Energie und Fläche sichern, die die physische Basis für Wohlstand und Wohlbefinden sichern. Dies ist eine Voraussetzung für die Entwicklung von nachhaltigen Produktions- und Konsummustern. Eine Erhöhung der Ressourceneffizienz wird dabei nicht nur zur Entlastung der Naturkapazitäten als wichtig erachtet, sondern auch als Beitrag zur nationalen bzw. internationalen Sicherheit und zur Verminderung ökonomischer Risiken, die sich aus der Ressourcenabhängigkeit ergeben. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass die Erhöhung der Ressourcen­ effizienz Innovationen auslöst, die die Wettbewerbsfähigkeit steigern und so den technologischen und institutionellen Wandel in einer Weise und in eine Richtung befördert, die zusätzliche ökonomische und soziale Vorteile erbringt. Der gegenwärtige Ressourcenverbrauch der Industrieländer kann nicht als Modell im globalen Maßstab dienen. Würde der heutige Gesamtmaterialverbrauch dieser Länder weltweit adaptiert, so würde dies zu einer Steigerung des globalen Ressourcenverbrauchs um den Faktor 2 bis 5 bis 2050 führen ­(Bringezu et al. 2003). Da sich die überwiegende Ressourcennachfrage zu ungefähr 90 Prozent auf nichtnachwachsende Rohstoffe (Mineralien) richtet, ist der gegenwärtige Ressourcenverbrauch mit global kontinuierlichen und lokal rapiden Veränderungen der Erdoberfläche und ihrer gewachsenen Landschaften verbunden. Auch der Verbrauch nachwachsender Ressourcen über­ lastet in ­manchen Regionen, insbesondere in Ländern des Südens, die Kapazität der Ökosysteme. Die Europäische Union deckt ihren Konsum von landwirtschaftlichen Erzeugnissen auch aus anderen Regionen. So ­ überschreitet der aktuelle Flächenbedarf der EU-15 ihre inländische landwirtschaftliche Nutz­fläche um ein Fünftel. Eine weltweite Übernahme der westlichen Konsum­ Vgl. EU Thematische Strategie für die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen (CEC 2003). Vgl. Integrierte Leitlinien für Wachstum und Beschäftigung (CEC 2005); Facing the challenge: The Lisbon strategy for growth and employment (CEC 2004). 138 Jahrbuch 2004/2005 muster würde zu einer ­ Expansion von Intensivkulturen auf Kosten der verbliebenen natürlichen Ökosysteme führen (Bringezu/Steger 2005). Die globale Verbreitung der Produktions- und Konsummuster der Industrieländer wäre somit eine große Bedrohung der natürlichen Umwelt und unserer Ressourcenund Lebens­basis. Der Steigerung der Ressourceneffizienz bzw. der Ressourcenproduktivität in der Nutzung von nachwachsenden und nichtnachwachsenden Ressourcen kommt daher eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung zu. Man kann erwarten, dass sie zudem zu einer global gerechteren Verteilung der Ressourcennutzung und einer angemessenen internationalen Lastenverteilung beiträgt. Nicht zuletzt könnte sie, wirtschaftsweit angewendet, die Problemverlagerungen zwischen den Regionen, Sektoren und Umweltmedien entschärfen. Kennzahlensysteme, die Materialverbrauch und -produktivität auf nationaler Ebene erfassen, gibt es bereits und sie werden weiter entwickelt. Die Entwicklung politischer Maßnahmen steht vielfach noch am Anfang der Debatte. Aus biophysischer Perspektive wird hier ein Überblick über die Hauptstrategien zur Implementierung eines wirtschaftsweiten nachhaltigen Ressourcenmanagements vorgestellt. Die wichtigsten Stoffwechseltrends Die Wirtschaft ist durch physische Eingriffe mit der natürlichen Umwelt verbunden, durch Ressourcenabbau auf der Inputseite und Abfallerzeugung auf der Outputseite. Einige Belege sprechen inzwischen dafür, dass die Abhängigkeit der ökonomischen Entwicklung vom Konsum natürlicher Ressourcen abnimmt (Bringezu et al. 2004). • In nahezu allen Ländern, die untersucht wurden, wurde eine relative Entkopplung des Materialeinsatzes (gemessen als Direkter Materialinput DMI) und des Brutto-Inlands-Produkts (BIP) nachgewiesen. Das bedeutet, dass Ökonomien bereits auf dem Weg zu einer erhöhten Materialproduk­ tivität sind und der Markt diesen Prozess bereits bis zu einem gewissen Grad belohnt. • Hohe BIP-Werte und Wohlstand sind auf verschiedenen Niveaus von Materialverbrauch und der damit verbundenen Abfallerzeugung möglich. Die ausschlaggebenden Faktoren der Unterschiede werden derzeit genauer untersucht. vgl. OECD (2004), EEA (2003), Eurostat (2004) Ressourceneffizienz 139 • Bislang gibt es keinen empirischen Beleg für die Automatik einer abso­luten Dematerialisierung im Verlaufe der ökonomischen Entwicklung. Die wenigen Fälle, in denen DMI und TMR (Globaler Materialaufwand) reduziert wurden, waren an politische Interventionen gekoppelt. Offenbar sind bestimmte Änderungen der politischen Rahmenbedingungen notwendig, um sich über eine absolute Minderung von Ressourcenverbrauch und Abfallerzeugung jeweils einem nachhaltigeren Niveau zu nähern. • Industrieländer tendieren dazu, ihre Primärproduktion in andere Regionen zu verlagern. Die einheimische Rohstoffgewinnung wird aufgegeben und insbesondere Metallrohstoffe zunehmend importiert. Zur gleichen Zeit wachsen die ökologischen Rucksäcke des Abbaus, die überschüssigen Abbaumaterialien, der Abraum usw. So werden die Umweltbelastungen durch den Globalen Materialaufwand der Industrieländer zunehmend in andere Regionen, insbesondere in Entwicklungsländer verlagert. • Die Nettobestandszuwächse sind in allen untersuchten Ländern immer noch signifikant; die Technosphäre der Welt befindet sich in einer physischen Wachstumsphase. In den entwickelten Ländern sind erste Anzeichen einer möglichen Bestandssättigung an Gebäuden und Infrastrukturen sichtbar (Überkapazitäten auf den Märkten des Wohnungs- und Gewerbebaus, zunehmender Abbruch von Gebäuden, Auflösungen von Baugesellschaften, höhere Arbeitslosigkeit von Baubeschäftigten). Aus theoretischen stoffwechselbezogenen Erwägungen muss es in Zukunft ein Fließgleichgewicht zwischen Input und Output (Nullnettobestandszuwachs) und ein stabiles Gleichgewicht zwischen dem Bau neuer und dem Abbruch alter Gebäude geben. Wann und auf welchem Niveau dieses Gleichgewicht auftritt, ist eine offene Frage. Länder unterscheiden sich sicherlich in der Hinsicht, dass alte industrialisierte Länder mit einer stabilen bis sinkenden Bevölkerungszahl diese Reifephase früher erreichen werden als sich industrialisierende Entwicklungsländer mit einer wachsenden Bevölkerung. In Anbetracht dieser Trends kann man zu der Schlussfolgerung gelangen, dass eine vorsorgende Politikentwicklung, die die Förderung von Ressourcen­ effizienz und den Umstieg auf regenerative Rohstoffe (entweder biobasiert aus nachhaltigem Anbau oder recyclingbasiert) betreibt, letztlich auch auf einen Mehrfachgewinn für Ökonomie, Umwelt und Gesellschaft abzielt. Wenn man zudem bedenkt, dass die wachsende Endnachfrage der Transformations- und Entwicklungsländer die entscheidende Antriebskraft der globalen Ressourcennachfrage sein wird, heißt das unter anderem, die technologische und institutionelle Entwicklung in allen Ländern zu beschleunigen, um auch mit ­bedeutend weniger natürlichen Ressourcen weiterhin den Wohlstand zu erlangen, der 140 Jahrbuch 2004/2005 Ressourceneffizienz 141 Wo geht es in Richtung Zukunft? Zielorientierung für die nachhaltige Gestaltung des Stoffwechsels der EU (Bezug 1996/97: Tonnen pro Kopf) MATERIAL-INPUT Importe Rucksackflüsse 16,5 –(90 +x)% Metalle 10,6 Foss. Energieträger 2,6 Minerale 1,1 Biomasse 1,4 Erosion 0,8 3,5 Abiotisches Rohmaterial 23,1 genutzte Entnahme: Minerale 8,2 Foss. Energieträger 2,0 ungenutzte Entnahme: Förderung 9,5 Erdaushub 3,3 ± konstant Biotisches Rohmaterial –(60 +x)% Luft –90% ? Erosion 5,7 14,5 3,0 WIRTSCHAFT Nettobestandszuwachs 10 MATERIAL-OUTPUT –100% Abfalldeposition Deponien Bergehalden und Aufschüttungen 11,1 10,7 0,4 Emissionen von Wasser aus Materialien 10,0 Erosion –(80 +x)% 12,9 Emissionen in die Luft CO2 NO2, SO2, CO, andere Exporte Angaben neben den geschweiften Klammern: Minderungsziele 14,0 1,2 –(30 +x)% –(60 +x)% 3,0 1,0 Dissipativer Gebrauch von Produkten und dissipative Verluste 0,7 Einträge in Gewässer 0,03 Quelle: Eigene Berechnungen von Stefan Bringezu und Helmut Schütz bislang durch nichtnachhaltige Muster in Produktion und Konsum erworben wurde. Das gegenwärtige Stoffwechselprofil der so genannten „entwickelten“ Länder unterliegt einem Wandel und ist sicherlich noch nicht am Endpunkt der Entwicklung angelangt. Die Aufgabe dieser Länder wird es sein, die politischen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Überleitung zu einem höheren Reifegrad des Stoffwechsels unterstützt wird. –90% ? Es ist nicht möglich zu prognostizieren, wie der zukünftige Metabolismus verschiedener Länder im Detail aussehen wird. Technologischer Fortschritt, institutioneller Wandel, Verhaltensanpassungen verändern ständig die physische Gestalt von Gesellschaft und Wirtschaft. Man kann dennoch einige grund­ legende Charakteristika skizzieren, die im Vergleich zum Status quo als wesentliche Elemente auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Stoffwechsel angesehen werden können. Einige Grundbedingungen werden tief greifende Konsequenzen im Verlauf ihrer Umsetzung haben, wie am Beispiel der Europäischen Union umrissen wurde (Bringezu 2002, 2004). 1. Die Annäherung an ein Gleichgewicht zwischen bebauter und natürlicher Umwelt, z.B. durch das Anpeilen eines Nettonullwachstums des Bestands, wird den Primärmaterialaufwand insbesondere von nichtnachwachsenden Rohstoffen signifikant reduzieren und die Erzeugung von Bau- und Abbruchabfall langfristig vermindern. 2. Der Ausstieg aus der Verfeuerung von fossilen Energieträgern zur Bekämpfung des Klimawandels wird ebenfalls zu einer signifikanten Reduktion von nichtnachwachsenden Rohstoffen beitragen. 3. Die Verwendung von Biomasse muss an nachhaltige Anbau- und Aufbe­ reitungsverfahren gekoppelt werden (qualitative Verbesserung). Die weitere Expansion des globalen Ackerlandes (z.B. aufgrund des wachsenden Bedarfs nach Biokraftstoffen) gilt es zum Stillstand zu bringen, um ein Minimum an natürlichen Wäldern und Weideland, ihre Biodiversität und ihre verschiedenen Funktionen zu bewahren. Maßnahmen, die auf 1. und 2. zielen, können innerhalb dieses Jahrhunderts eine Reduktion des nichtnachwachsenden Ressourceneinsatzes um den Faktor 10 (pro Kopf Niveau auf EU-15 Basis) zur Folge haben. Allgemeine Leitlinien zur Stärkung des sozioindustriellen Stoffwechsels Vor diesem Hintergrund können die folgenden Leitlinien als Orientierung für den Übergang physischer Ökonomien wie der EU in Richtung Nachhaltigkeit betrachtet werden: 142 Jahrbuch 2004/2005 1. Minderung des Primärmaterialaufwands (der die physische Expansion sowie Emissionen und Abfall bestimmt); 2. Erhöhung des Anteils des regenerierten Materialinputs, d.h. der Quote nachwachsender Biomasse und rezyklierter Materialien, gemessen am eingesetzten Gesamtmaterial; 3. Verminderung der physischen Expansion der Technosphäre, Begrenzung des zusätzlichen Baus von Gebäuden und Infrastrukturen und Vorbereitung eines Fließgleichgewichts der Materialbestände durch verstärkte Renovierung und Sanierung; 4. Verbesserung der internationalen Bilanz der Lastenverteilung, Reduktion der Disparitäten beim Konsum natürlicher Ressourcen und der zunehmenden Verlagerung von Umweltproblemen aus den Ressourcen konsumierenden in die Ressourcen exportierenden Länder; 5. Steigerung der Ressourcenproduktivität, um höhere Wertschöpfung und gesellschaftliches Wohlbefinden mit geringerem Ressourcenverbrauch zu schaffen, während gleichzeitig die Umweltbelastung vermindert und zu einer verbesserten sozioökonomischen Leistung (z.B. Innovation/Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung) beigetragen wird. Ressourcenspezifische Leitlinien Obwohl alle Arten materieller Rohstoffe zukünftig sehr viel effizienter genutzt werden sollten, um ein wirtschaftsweites Ressourcenmanagement zu ermög­ lichen, unterscheiden sich die Hauptgruppen der Ressourcen auch im Hinblick auf wesentliche Problemstellungen, Zukunftsperspektiven und aktuellen Regelungsstand. Biomasse Die gegenwärtige Nutzung von Biomasse ist charakterisiert durch eine Übernutzung der natürlichen Erneuerungskapazitäten, z.B. durch Überfischung, eine Überfrachtung der Umwelt mit Nährstoffen durch die ineffiziente Verwendung von Düngemitteln und die Ausdehnung von Acker- und Weideland auf Kosten der natürlichen Ökosysteme. Die größte Herausforderung für Land-, Forstwirtschaft und Fischerei ist die Entwicklung von und Orientierung an nachhaltigen Bewirtschaftungstechniken und Erträgen. In einigen Ländern gibt es Fortschritte bei der Einführung von Standards für den ökologischen Landbau und der Kennzeichnung für Produkte aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Auch einzelne Unternehmen haben sich selbst verpflichtet, bestimmte Standards für eigene Produkte aus integriertem Anbau und aus der Fischerei einzuhalten. Ressourceneffizienz 143 Biomasse wird die bestimmende Ressourcenbasis der Zukunft sein. Im Hinblick auf den Gesamteinsatz von Biomasse in der EU ist das Ziel weniger die Mengenreduzierung als die Verbesserung der Qualität der Ressourcennutzung. Ein wirtschaftsweites Ressourcenmanagement beinhaltet die verbesserte Effizienz der Produktionsverfahren in der Landwirtschaft und die Optimierung der Rückführung der Nährstoffe aus Bioabfall und Abwasser zur Biomasseproduktion, wobei der Energiegehalt der Biomassereststoffe genutzt und Risikostoffe wie pharmazeutische Komponenten, z.B. im Klärschlamm, kontrolliert werden sollten. Eine signifikante Erhöhung der Biomasseproduktion durch Ausweitung der Produktionsflächen zu Lasten anderer Flächennutzungen sollte vermieden werden. Freiräume (z.B. für Biomaterialien) können hier durch die Veränderung der Produktions- und Konsummuster geschaffen werden (z.B. durch Verminderung der tierbasierten Produktionsanteile, die 75 Prozent der agrarischen Landnutzung der EU ausmacht). Fossile Energieträger Die größte Bedrohung bei der Verwendung von fossilen Energieträgern besteht in den Folgen der Verfeuerung durch die entstehenden Klimagase. Politiken zur Entschärfung des Klimawandels sind durch den Kyoto-Prozess eingeleitet worden und bestimmte Folgeaktivitäten sind auf dem Weg (vgl. Beitrag S. 57 ff.). Zudem hat man zu berücksichtigen, dass der Abbau von fossilen Energie­trägern auch mit einer signifikanten Veränderung der Landschaften verbunden ist, insbesondere durch den Kohleabbau. Die aktuelle Suche nach Alternativen konzentriert sich vor allem auf die Nutzung erneuerbarer Energien, aber auch auf die Möglichkeiten zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid vor oder nach der Verbrennung von Kohle. In Bezug auf letzteres sind noch viele Fragen offen und zumindest bei einzelnen Speicheroptionen hohe Risiken zu erwarten (z.B. Tiefseelagerung). Ein wirtschaftsweites Ressourcen­management wird langfristig höchstwahrscheinlich den Ausstieg aus der Verfeuerung von fossilen Energieträgern anstreben. Langfristige Hauptaufgabe ist der stufenweise Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Energieträger und ihre Substituierung durch andere Energie­träger sowie eine höhere Ressourceneffizienz. Ein wirtschaftsweites Ressourcenmanagement umfasst dabei eine höhere Energieeffizienz und berücksichtigt zugleich auch die Materialintensität des Energieumsatzes. Die derzeitig boomenden Biokraftstoffe können fossile Kraftstoffe wegen der konkurrierenden Flächenbedarfe für Lebensmittel, Futtermittel, Fasern und Naturschutz usw. nur bedingt ersetzen. Im Zuge der Solarisierung der Energieversorgung erscheinen sie nur ein Zwischenschritt zur Produktion von Biomaterialien (s.o. Biomasse). Jahrbuch 2004/2005 Metalle Die Nachfrage nach Metallen ist kontinuierlich gewachsen (mit einigen Aus­nahmen wie z.B. Blei, Kadmium, Quecksilber). In den letzten Jahren haben Entwicklungs- und Schwellenländer wie China die Märkte für Eisen, Stahl und andere Metalle angeheizt, die für den Aufbau von Infrastrukturen benötigt werden. Industrielle Wirtschaftsräume wie die EU produzieren in steigendem Maß metallische Grundwerkstoffe und Erzeugnisse, die auf Rohstoffimporten aus Entwicklungsländern basieren, und sie exportieren ihrerseits eine steigende Menge an Metallerzeugnissen in die ganze Welt. Die internationalen Disparitäten im Hinblick auf die ungleiche Verteilung von ökonomischen Vor­teilen und Umweltbelastungen entlang der Produktions-Konsum-Kette werden zunehmen. Recycling kann zu einer Verminderung des Ressourcenverbrauchs beitragen, allerdings – aufgrund des anhaltenden physischen Wachstums der Welt­technosphäre – nur in begrenztem Maße. Neue Produkte der Informations- und Kommunikationstechnologien und der Energieumwandlung, z.B. von Brennstoffzellen, benötigen wachsende Mengen seltener Metalle wie Platin, das mit einem enormen ökologischen Rucksack bei Abbau und Verhüttung verbunden ist. Wirtschaftsweites Ressourcenmanagement wird gerade für das Management der Metallströme bedeutsam werden. Metalle werden auch in Zukunft ein wichtiges Element des sozioindustriellen Stoffwechsels sein, die Menge der Primärextraktion wird jedoch durch Recycling und höhere Effizienz erheblich reduziert und substituiert werden. Steigende Materialeffizienz in Produktion, Konsum und Recycling wird dabei ein übergeordnetes Ziel sein. Recycling wird eine Schlüsselstrategie für Metalle bleiben und geht über die reine Produktionsphase hinaus: Produktrücknahmesysteme, Produktdesign und Produkt­ management zur Unterstützung von Rückgewinnung und Recycling müssen weiterentwickelt werden. Da die Metallmärkte international ausgelegt sind und es globale Disparitäten beim Ressourcenverbrauch und den umwelt­bezogenen und sozioökonomischen Implikationen gibt, erfordert ein wirtschaftsweites Ressourcenmanagement für Metalle auch Anstrengungen auf internationaler Ebene. Nichtmetallische Baumineralien Die Verwendung von Mineralien wie Zement, Sand, Kies und Kalkstein usw. ist mit dem Bau von Gebäuden und Infrastrukturen verbunden. In der derzeitigen Phase des physischen Wachstums wird die Nachfrage nach diesen Werkstoffen weiter wachsen, insbesondere in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Im Gegensatz zu den Metallen ist und bleibt die Versorgung jedoch eher regional oder kontinental. Es gibt zwar Beispiele dafür, dass Kies aufgrund lokaler Ressourceneffizienz 145 4E-10 IR 3.5E-10 2.5E-10 2E-10 LT 1.5E-10 LV 1E-10 RO 5E-11 0 DK NL 3E-10 EMC pro Kopf 144 0 5 TR P SL FR GR D BL IT UK SP HU BG PT SK 10 15 20 SF ET CY S 25 30 35 40 DMC (Tonnen/Kopf) Auf nationaler Ebene ist der inländische Materialverbrauch (DMC) ein Indikator für die Gesamtumweltbelastungen, gemessen als EMC (umweltbezogen gewichteter Materialverbrauchsindex) (Voet et al. 2005). Verknappungen per LKW durch ganz Europa transportiert wird, und Modellrechnungen von Baumaterialströmen zeigen z.B. für die Niederlande, dass dieses Land immer vom Baumineralienimport aus Nachbarländern abhängig sein wird, schon allein zum Erhalt der bestehenden Gebäude und Infrastrukturen. In den meisten Fällen erfolgt die Versorgung jedoch im regionalen Maßstab. Baustoffe werden auch zukünftig benötigt werden, jedoch mit einem signifi­kant niedrigerem Anteil an der Primärgewinnung. Ein wirtschaftsweites ­Ressourcenmanagement sollte das physische Wachstum der Technosphäre dämpfen und die Materialeffizienz verbessern, einschließlich höherer Recyc­ lingraten und einer weiteren Absenkung des Einsatzes von Primärmine­ralien. Einige Industrieländer haben immer noch niedrige Recyclingraten von Bau- und Abbruchabfall. Die Entwicklungsländer laufen Gefahr, die hochgradig mate­ rialintensiven Konstruktionsweisen des öffentlichen und privaten Gebäude­baus und die Infrastrukturen der Industrieländer zu übernehmen. Technische Standards und Fachbücher müssen daher weiterentwickelt werden und die landesspezifischen Kenntnisse einbeziehen, wie man z.B. in tropischen Ländern mit wenig Material aus der Umgebung ein kühles Haus ohne Klimaanlage baut. 146 Jahrbuch 2004/2005 Materialspezifischer vs. breitenwirksamer Politikansatz Ob die Stoffströme einzelner Stoffe (z.B. Kupfer, Zink, Kadmium, Aluminium, Stahl) im Detail auf ihre spezifischen Umweltwirkungen hin analysiert werden müssen, bevor Instrumente eingesetzt werden, die diese Auswirkungen kontrollieren, ist umstritten. Verfolgt man diesen Gedanken, so ergibt sich eine Reihe von Problemen: Die Komplexitätsfalle Wenn nur die dreißig bis fünfzig wichtigsten Grundwerkstoffe betrachtet und mit den zwei bis zehn stärksten Wirkungen in Zusammenhang gebracht werden würden, die zudem mit jeweils unterschiedlichen Prozessen verbunden sind, müssten sechzig bis fünfhundert spezifische Standards mittels wahrscheinlich recht detaillierter Regulierungen eingeführt werden. Die staatlichen Anstrengungen, die Zeit und die finanziellen Mittel, die für Vorbereitung, Implementierung und Kontrolle benötigt würden, dürften enorm sein. Dieser material- und wirkungsspezifische Regulierungsansatz wird früher oder später im Hinblick auf seine Effizienz und Effektivität an seine Grenzen stoßen. Der Versuch, die spezifischen Wirkungen einzelner Stoffe und Prozesse zu kontrollieren, ist aufgrund von Substitutionseffekten mit einem hohen Risiko der Problemverlagerung verbunden, wenn keine allgemeine Leitlinie verfolgt wird, mit der Partikularlösungen mit kontraproduktiven Effekten auf der Makroebene verhindert werden. Wenn zum Beispiel auf ein ausgewähltes Basismaterial wie Kupfer Regulierungsdruck ausgeübt würde, so würde dieses Metall, soweit technisch möglich und ökonomisch realisierbar, durch andere Metalle substituiert, welche wiederum an anderen Orten mit anderen Problemen befrachtet wären. Das Ergebnis bliebe im Hinblick auf die globalen Umweltbelastungen also hochgradig unsicher. Ein anderes Grundproblem der spezifischen Wirkungskontrolle besteht darin, dass nur ein bestimmter Anteil der Umweltwirkungen in der Weise gemessen werden kann, dass sie bestimmten Produkten und Prozessen zurechenbar sind. Vorsorge kann auf einem solch reaktiven Ansatz nicht begründet werden. Einrichtung eines Anreizrahmenwerks Alternativ dazu können politische Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass das Know-how und die Motivation der Akteure in Industrie und Haushalten durch wirksame Anreize mobilisiert werden, um technologische und institutio­ nelle Lösungen aufzuspüren, die den wirtschaftlichen Stoffwechsel weiter in Richtung auf mehr Nachhaltigkeit treiben. Dabei mag es nicht so wichtig sein, einzelne kritische Grenzen für bestimmte Substanzflüsse einzuhalten (während Ressourceneffizienz 147 man andere übersieht), sondern vielmehr Techniken und Managementpraktiken anzuwenden, die insgesamt zu geringeren Umweltbelastungen, verbesserten sozioökonomischen Leistungen und einer gerechteren Verteilung des Ressourcenverbrauchs auf globaler Ebene führen. Eine Schlüsselstrategie für alle Hauptressourcengruppen ist die Weiterentwicklung der Materialeffizienz (siehe auch Beiträge Seite 101 ff.). Politische Förderprogramme für eine breit angelegte Suche nach Effizienzoptionen in Industrie und Haushalten können als geeignete Herangehensweise zum Anstoß technologischer und managementbezogener Innovationen gelten, die nicht auf einzelne Stoffströme beschränkt sind, aber einen maßgeblichen Einfluss auf den Verbrauch von allen in größerem Umfang eingesetzten Materialien hätten. In die richtige Richtung steuern durch Dematerialisierung Obwohl verschiedene Stoffströme verschiedene Umweltwirkungen erzeugen, führt die Vielzahl der Prozesse und Technologien und der Mix an Materialien zu dem Phänomen, dass auf der Makroebene der Materialkonsum mit der Summe aller Umweltbelastungen, die erfasst werden können, korreliert. Das bedeutet, dass ein geringerer Materialverbrauch die Gesamtumweltbelastungen und die damit zusammenhängenden Wirkungen verringert. Folglich würde „weniger ist mehr“ auch für die Umwelt gelten, solange eine Dematerialisierung den Anteil gefährlicher Stoffe nicht erhöhen würde. Konditionierung vs. spezifische Regulierung des sozioindustriellen Stoffwechsels Aus der Regulierungsperspektive unterscheiden wir zwischen Konditionierung und Feinregulation des Stoffwechsels, zwischen der Kur zur Stärkung der Konstitution des Wirtschaftsorganismus, der zuviel „Fett ansetzt“ und an zu hohem und zu schnellem Durchsatz leidet, und der spezifischen Regulation einzelner Substanz- oder Materialflüsse. Konditionierung Das Ziel besteht darin, den Umfang, die Struktur, die internationale Aus­prägung und die Wachstumsdynamik des sozioindustriellen Stoffwechsels auf nachhaltige Weise zur Reife zu führen. Die Entwicklung der Hauptstoffströme und Es gibt keine bedeutsamen Anzeichen, dass dies zu erwarten wäre; Vorkehrung kann durch Überwachung der Umweltbelastungsindizes wie EMC alle fünf Jahre getroffen werden, als Ergänzung zur mehr regelmäßigen Erfassung von DMI, DMC und TMR. 148 Jahrbuch 2004/2005 Ressourcengruppen (Biomasse, fossile Energieträger, Metalle, nicht­metallische Mineralien) sowie des nationalen und transnationalen Ressourcenbedarfs und der Nettobestandszuwächse können dabei als Referenz dienen. Die Politik­ instrumente, die im Rahmen eines nationalen oder EU-Ressourcenmanagementprogramms zu entwickeln wären, können sowohl materialunspezifische Maßnahmen als auch solche umfassen, die spezifisch für bestimmte Ressourcengruppen sind. Material-, Energie- und Flächennutzung sollten dabei integriert berücksichtigt werden. Ressourcenintensive Industrien können durch ein Materialeffizienzprogramm dabei unterstützt werden, Möglichkeiten zur Dematerialisierung zu eruieren und zu nutzen. Die Nachfrage nach ressourcen­ intensiven Produkten sollte gedämpft werden (z.B. durch Revision kontra­ produktiver Subventionen und Überprüfung der öffentlichen Beschaffung und Investitionen). Forschung und Entwicklung sowie Ausbildungsgänge müssen im Hinblick auf ein wirtschaftsweites Ressourcenmanagement weiterentwickelt werden. Spezifische Regulierung Die Ziele sind hier a) die Eliminierung bzw. Kontrolle des Einsatzes poten­ zieller Störstoffe, um Gesundheitsrisiken (z.B. durch Kadmium), Umwelt­ belastungen (z.B. durch Stickstoff), oder technische Hindernisse (z.B. durch Zink) zu vermeiden und b) die Optimierung ausgewählter Grundwerkstoff­sys­ teme (z.B. Stahl, Kupfer, Metalle der Platingruppe), indem das Recycling, die Minderung von Ausschuss, die Steigerung einer lebenszyklusweiten Ressourceneffizienz gefördert wird und Alternativen zur Befriedigung der Endnachfrage geprüft werden. Hier stehen einzelne Substanzflüsse und spezifische Materialströme im Zentrum des Interesses. Umsetzungsmaßnahmen umfassen ordnungspolitische Instrumente (z.B. Verbote für die Verwendung von gefährlichen Substanzen), technische Standards und Informationen für Produzenten und Konsumenten. Um technologische und institutionelle Potenziale zur Steigerung der Ressourcen- und Materialeffizienz aufzuspüren, sind mehr Informationen über die verschiedenen Stoffströme und Prozessketten in Produktion und Konsum erforderlich. Hier sollte staatliches Handeln die weitere Forschung und Entwicklung fördern, um über diese Potenziale aufzuklären und Innovationen in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung auszulösen. Alternative Technologien, die z.B. die Rückholung erdverlegter Kupferkabel nach Dekaden des Gebrauchs ermöglichen oder durch kabellose Systeme überflüssig machen, sind Beispiele aus einer Vielzahl von Einzelmöglichkeiten, die letztlich nur erschlossen werden können, wenn das Know-how der Experten in der Industrie mobilisiert wird. Ressourceneffizienz 149 Elemente einer nachhaltigen Ressourcenpolitik Ziele • Dematerialisierung • Faktor 4/10 • breite Diskussion • Indikatoren zur Orientierung Verbesserte Informationen Anreize • EU, national, regional, Gemeinden, Unternehmen, Haushalte • Marktbasierte Instrumente (Überprüfung von Subventionen, Steuern, etc.) • institutionelle und technologische Verbesserungspotenziale • Planung (z.B. Abgrabungslizenzen, Baustandards) • „good-practice“-Beispiele • Standards und Kennzeichnung für Produkte aus nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft (z.B. Ökolandbau, FSC) • Aus- und Fortbildung Quelle: Stefan Bringezu, Wuppertal Institut, eigene Darstellung Drei Ansätze zur Entwicklung von nachhaltiger Nutzung und wirtschaftsweitem Management von Ressourcen Insgesamt ist es wichtig, die Wissensgenerierung und die Informationen über Stoffströme, auch über spezifische Prozessketten und ihre Wechselwirkungen mit Umwelt und Wirtschaft, zu verbessern. Dies heißt jedoch nicht, dass staatliches Handeln in Richtung eines wirtschaftsweiten Ressourcen­ managements auf der Basis des vorhandenen Wissens nicht heute schon möglich wäre. Handlungsbedarf Politikentwicklung hin zum wirtschaftsweiten Ressourcenmanagement bedarf dreier Elemente: 1. Ziele, Eckwerte und Indikatoren, wohin es gehen soll (letztere nicht nur, um den Fortschritt zu messen, sondern auch als Orientierung), 2. verbesserte Informationen für alle relevanten Akteure auf unterschiedlichen Ebenen und 3. effektive Anreize für die Akteure. 150 Jahrbuch 2004/2005 Politische Zielsetzung und Zielwerte Noch ist in der EU und auf internationaler Ebene das gemeinsame Verständnis über den Nachhaltigkeitskorridor und die Schlüsselrolle einer erhöhten Ressourcen- und Materialeffizienz gering. Die EU-Mitgliedsstaaten und andere Länder sollten sich mittel- und langfristig auf Zielwerte zur Material- und Energieproduktivität, des absoluten Ressourcen- und Materialverbrauchs, des Anteils inländischer und ausländischer Ressourcenutzung, des Anteils nachwachsender Rohstoffe und der Quote ihrer Herkunft aus nachhaltigem Anbau verstän­ digen. Die derzeitigen EU- und OECD-Aktivitäten zur Stoffstromanalyse und der Messung der Ressourcenproduktivität können dabei als Orientierung und Grundlage für die Weiterentwicklung dienen. Dabei wird die Zusammenarbeit verschiedener Ressorts hilfreich sein, z.B. der für Abfall bzw. nachhaltiges Produzieren und Konsumieren, wie auch die Ergänzung bestehender Zielwerte, die bereits in einigen OECD-Ländern etabliert sind (wie z.B. Japan, Deutschland). Verbesserte Informationen Entscheidungsträger in Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen ­bedürfen nicht nur der Informationen über die biophysische Wirtschaftsleistung insgesamt, sondern auch über den Materialverbrauch und die Ressourcenproduk­ tivität der Industriesektoren und die technologischen und institutionellen Verbesserungspotenziale. Hierzu laufen Forschungsarbeiten an einzelnen Institutionen, z.B. am Wuppertal Institut, die das Feld für eine breiter angelegte Wissens­ generierung bereiten sollen. Ein Austausch zwischen europäischen, nationalen und internationalen Institutionen (z.B. EEA, ETC-RWM, Eurostat, OECD) ist dort empfehlenswert, wo sektorale Statistiken über physische Indikatoren (z.B. durch NAMEA) sowie Indikatoren über den in- und ausländischen Ressourcenverbrauch entwickelt und Prioritäten für die weitere Forschung über spezifische Stoffströme (z.B. Eisen/Stahl, Kupfer) diskutiert werden. Daten zum Ressourcenverbrauch des Außenhandels und der gehandelten Güter sollten ausgewiesen und in offiziellen Statistiken bereitgestellt werden, um die Auswirkungen durch die Ressourcenversorgung aus dem Ausland und den globalisierten Handel erfassen zu können. Ein regierungsübergreifendes Experten­gremium für ein nationales und internationales Ressourcen­management könnte das vorhandene Wissen für die weitere Politikentwicklung bündeln und fördern helfen (siehe Beitrag von Bleischwitz unten). Innerhalb des European Tech­nology Action Plans (ETAP) Rahmens könnte eine Technologieplattform zur Materialeffizienz und nachhaltigen Ressourcennutzung für die Informations- und Datenbereitstellung, zur verfahrensorientierten Anleitung und für Best-practice-Beispiele eingerichtet werden. Langfristig könnte eine europäische oder internationale Ressourceneffizienz 151 Agentur für nachhaltiges wirtschaftsweites Ressourcenmanagement aufgebaut werden, um die Beschaffung, Prüfung und Bereitstellung relevanter Information und Referenzdaten zu den verschiedenen Aspekten des Verbrauchs und Managements von Ressourcen in Produktion und Konsum zu gewährleisten. Förderung eines Anreizsystems Einige Länder haben damit begonnen, neue institutionelle Arrangements in Richtung wirtschaftsweites Ressourcenmanagement in Produktion und Konsum zu erproben, insbesondere um die Ressourcen- und Materialeffi­zienz zu erhöhen. Die japanische Regierung hat ein Programm zur Erforschung institutioneller Optionen zur Förderung der Materialeffizienz aufgelegt. Nordrhein-Westfalen hat erfolgreich eine Effizienzagentur zur Unterstützung von KMU eingeführt, um Potenziale der Kostenreduktion durch die Minimierung von Abfall-, Energie-, Wasser- und Materialaufwand zu nutzen. Die deutsche Bundesregierung prüft derzeit die Ausgestaltung eines effektiven Materialeffizienzprogramms für kleine und mittelständische Unternehmen, um die Materialeffizienz im ver­arbeitenden Gewerbe zu befördern (siehe die Beiträge von Liedtke und Kristof). Diese Aktivitäten konzentrieren sich bislang auf den direkten Materialeinsatz. Künftig gilt es, auch die Effekte auf den lebenszyklusweiten Gesamtressourcenbedarf und die möglichen Problemverlagerungen in andere Regionen zu beobachten. Einige Länder haben bereits ökonomische Instrumente implementiert (z.B. VK Mineralstoffextraktionssteuer), um die Preise der Primärressourcen zu erhöhen und Anreize für höhere Effizienz, geringere Umweltbelastungen, steigende Recyclingquoten und Innovationsförderung zu setzen. Das ETC-RWM wird die Effektivität der relevanten Instrumente überprüfen, um so zur Weiterentwicklung eines adäquaten Anreizsystems in Richtung eines wirtschaftsweiten Ressourcenmanagements beizutragen. Literatur Bringezu, S. (2002): Towards Sustainable Resource Management in the European Union. Wuppertal Papers 121. Bringezu, S. (2004): Erdlandung. Navigation zu den Ressourcen der Zukunft. Hirzel, Stuttgart. Bringezu, S.; Schütz, H.; Moll, S. (2003): Rationale for an Interpretation of Economy-wide Material Flow Analysis and Derived Indicators. Journal of Industrial Ecology 7 (2), pp. 43–64. Bringezu, Stefan; Steger, Sören (2005): Biofuels and Competition for Global Land Use. In: Berger, Hartwig; Prieß, Rasmus (Hrsg.): „Bio im Tank. Chancen – Risiken – Neben­ wirkungen“. 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Foto unten: Zu den Gästen aus der Politik aller Parteien des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Wuppertal gehörte auch eine Gruppe bündnisgrüner Landtagsabgeordneter. 154 154 Jahrbuch 2004/2005 155 Neuerscheinungen Am 31. Mai 2005 empfing das Wuppertal Institut leitende Mitarbeiter der Umweltbehörde der Stadt Nanjing. Ihre Studienreise ist Bestandteil des EU-Projekts „Feasibility Study on Voluntary Approaches in Industrial Environmental Management in China“ (AsiaProEco Programme), das das WI gemeinsam mit der holländischen Energieagentur SenterNovem bearbeitet. Dabei geht es um Erfahrungen mit frei­willigen Vereinbarungen zwischen Staat und Industrie im Klimaschutz und mögliche Übertragbarkeit europäischer Ansätze nach China. Peter Hennicke, Michael Müller: Wolfgang Sachs, Tilman Santarius u.a.: Weltmacht Energie Herausforderung für Demokratie und Wohlstand Fair Future Begrenzte Ressourcen und globale Gerechtigkeit Ein Report des Wuppertal Instituts S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2005 ISBN 3-7776-1319-3 Verlag C.H. Beck, München 2005 ISBN 3 406 52788 4 Christa Liedtke, Timo Busch (Hrsg.): Raimund Bleischwitz, Kanda Yasuhiro (eds.): Pietro Caratti, Holger Dalkmann and Rodrigo Jiliberto (eds.): Materialeffizienz Potenziale bewerten, Innovationen fördern, Beschäftigung sichern Governance of Markets for Sustainability jdzb documentation (volume 6) Analysing Strategic Environmental Assessment Towards Better Decision-Making oekom Verlag München 2005 ISBN 3-936581-81-9 IUDICIUM Verlag München 2004 ISBN 3-89129-946-X Edward Elgar Publishing, Cheltenham 2004 ISBN 1-84376-448-2 156 Jahrbuch 2004/2005 157 Veröffentlichungen Juni 2004 bis Juni 2005 Arens, Christof: • • • • Kora Kristof, Martina Schmitt, Burcu Tunçer, Sarah Lubjuhn: Kora Kristof, Martina Schmitt, Burcu Tunçer, Sarah Lubjuhn: Erfolgreich sein – erfolgreich bleiben Check für Unternehmen mit türkischem Migrationshintergrund Wuppertal Spezial 32 ISBN 3-929944-66-9 Wuppertal Özel Yayınları 32 ISBN 3-929944-67-7 • Baedeker, Carolin: • • • • • • future e.V. + Effizienz-Agentur NRW + Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH: factor Y Wuppertal Bulletin zu Instrumenten des Klima- und Umweltschutzes Magazin für nachhaltiges Wirtschaften ISSN 1860-6229 ISSN 1618-3959 Verbändeanhörung zum deutschen CDM/JI-Gesetz. In: JIKO Info, 2005, 2, S. 1. Arens, Christof; Wittneben, Bettina: Workshop zeigt Perspektiven für Klimaschutzprojekte auf. In: JIKO Info, 2005, 2, S. 5. Sterk, Wolfgang; Arens, Christof: Blowing the Cap? EU Links CDM and JI With EU emissions trading [japan.]. In: Eco, (2004), 8, p. 135. Langrock, Thomas; Arens, Christof; Wiehler, Hans Albrecht: Creating markets abroad: the case of CDM/JI projects. In: Bleischwitz, Raimund (Hrsg.): Symposium „Governance of markets for sustainability“: conference in the JapaneseGerman policy dialogue on environmental issues; October 13–14, 2003. München: Iudicium-Verlag, 2004, S. 187–196. Langrock, Thomas; Sterk, Wolfgang; Arens, Christof: Die projektbasierten Mechanismen CDM & JI: Einführung und praktische Beispiele. Berlin: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 2004 und 2005. Meier, Stefan; Baedeker, Carolin; Rohn, Holger: SAFE in die Zukunft des Bäckereihandwerks. In: FactorY, 2005, 2, S. 10. Baedeker, Carolin; Meier, Stefan; Rohn, Holger: Kommunikation und Qualifizierung für nachhaltigkeitsorientierte Organisationsentwicklung. In: Michelsen, Gerd (Hrsg.): Handbuch Nachhaltigkeitskommunikation. München: Ökom, 2005, S. 629–640. SAFE – ein Instrument zur Unterstützung einer zukunftsfähigen Unternehmensentwicklung. In: kompakt (Hrsg.): Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen der Ernährungswirtschaft, 2005. Baedeker, Carolin; Rohn, Holger: Die Entwicklungspartnerschaft kompakt: Nachhaltigkeit durch Kooperation und Netzwerk­ bildung fördern. In: kompakt (Hrsg.): Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen der Ernährungswirtschaft, 2005. Westermann, Udo; Rohn, Holger; Baedeker, Carolin; Geßner, Christian: Kompaktnet.de – das Informationsportal für eine zukunftsfähige Ernährungswirtschaft. 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Hershey, Pa.: Idea Group, 2005, p. 109–126. • Dompke, Mario; Geibler, Justus von; Göhring, Wolf [u.a.]: Memorandum nachhaltige Informationsgesellschaft. Stuttgart: Fraunhofer-IRB-Verl., 2004. • Geibler, Justus von; Kuhndt, Michael; Türk, Volker: ICT-Bereitstellung: der materielle Lebenszyklus der Internetinfrastruktur. In: Memorandum Nachhaltige Informationsgesellschaft. Stuttgart: Fraunhofer-IRB-Verl., 2004, S. 42–45. • Kuhndt, Michael; Geibler, Justus von; Schäfer, Jörg: Auf dem Weg zur nachhaltigen Aluminiumindustrie. In: FactorY, 1 (2005), 1, S. 22. • Wallbaum, Holger; Geibler, Justus von: Indikatorenset zur Bewertung sozialer Aspekte der Nachhaltigkeit biotechnologischer Prozesse fertig gestellt. In: BioBeN-Newsletter, 2004, 2, S. 1–4. • Geibler, Justus von; Wallbaum, Holger: Governance for innovations towards sustainability: new technologies and sustainable products; extended abstract for workshop meeting „Consumer demand for sustainable products“ [Datei], 2004. 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Hanke, Thomas: • Fischedick, Manfred; Schüwer, Dietmar; Hanke, Thomas; Esken, Andrea: Ökologische Gesamtbewertung der Heizkraftwerke der Wuppertaler Stadtwerke unter Berücksichtigung der Modernisierung des Heizkraftwerkes Barmen: Gutachten im Auftrag der Wuppertaler Stadtwerke AG, Endbericht. Wuppertal: WIKUE, 2005. • Lechtenböhmer, Stefan; Dienst, Carmen; Fischedick, Manfred; Hanke, Thomas; Akopova, G. [u.a.]: GHG-emissions of Russian natural gas industry by gas export to Europe. In: Fourth International Symposium on Non-CO2 Greenhouse Gases (NCGG-4): science, control, policy and implementation; Utrecht, The Netherlands, 4–6 July 2005. Rotterdam: Millpress, 2005, p. 209–216. • Lechtenböhmer, Stefan; Dienst, Carmen; Fischedick, Manfred; Hanke, Thomas: Erdgas als Brückenenergie zu einer nachhaltigen Energiezukunft: empirische Unter­ suchungen zu den Treibhausgasemissionen aus der Erdgasbereitstellung in Russland. In: Wuppertal Bulletin zu Instrumenten des Klima- und Umweltschutzes, 8 (2005), 1, S. 23–26. • Treibhausgasemissionen fossiler Energieträger. In: BWK, 57 (2005), 5, S. 62–66. • Kristof, Kora; Hanke, Thomas: Der Wärmemarkt von morgen: ein wesentlicher Baustein einer nachhaltigen Infrastruktur­ politik. In: Loske, Reinhard (Hrsg.): Die Zukunft der Infrastrukturen: intelligente Netz­werke für eine nachhaltige Entwicklung. Marburg: Metropolis-Verlag, 2005, S. 155–174. • Fischedick, Manfred; Ramesohl, Stephan; Merten, Frank; Schüwer, Dietmar; Barthel, Claus; Hanke, Thomas: Der Beitrag regenerativer Energien und rationeller Energienutzung zur wirtschaftlichen Entwicklung in Nordrhein-Westfalen: Analyse und Bewertung von Zukunftstechnologien, deren Auswirkungen auf die Wirtschaftsstruktur und Ableitung technologiepolitischer Handlungsempfehlungen; Endbericht I. Wuppertal: WIKUE, 2004. Hennicke, Peter: • „Renewables 2004“: ein Meilenstein für die weltweite Energiewende? In: Der Pluspunkt, 2004, 22, S. 6. • [Contribution, plenary session 2]. In: Partnerships for sustainable development: addressing the WEHAB agenda; Delhi Sustainable Development Summit 2004. New Delhi: T.E.R.I. Press, 2004, p. 74–80. • Strategies for sustainable energy systems and for climate protection. In: Bleischwitz, Raimund (Ed.): Symposium „Governance of markets for sustainability“: conference in the Japanese-German policy dialogue on environmental issues; October 13–14, 2003. München: Iudicium-Verlag, 2004, p. 26–49. 168 Jahrbuch 2004/2005 • Perspektiven des deutschen Energiesystems. In: Wirtschaftsdienst Jg. 84 (2004), Nr. 7, S. 425–431. • Energy for Sustainable Development: Ensuring Economic Growth and Universal Access. In: Pachauri, Rajendra K. (ed.): Partnership for Sustainable Development: Addressing the WEHAB Agenda. New Delhi: 2004, pp. 74–80. • Long term scenarios and options for sustainable energy systems and for climate protection: a short overview. 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Berlin [u.a.]: Springer, 2005, S. 233–245. • Hennicke, Peter; Fischedick, Manfred: Towards sustainable energy systems: The related role of hydrogen. In: Nikkei Ecology No. 71, Mai 2005, S. 133. • Reutter, Oscar; Hennicke, Peter: • Nachhaltigkeitsforschung des Wuppertal Instituts. In: BDVB aktuell, 2004, 84, S. 12–15. Anwendungsorientierte Nachhaltigkeitsforschung. In: Wissenschaftszentrum NordrheinWestfalen: Das Magazin, 15 (2004), 1, S. 25–27. • Hennicke, Peter; Thomas, Stefan; Irrek, Wolfgang; Zymla, Bernhard: Towards sustainable energy systems: integrating renewable energy and energy efficiency is the key; discussion paper for the international conference „Renewables 2004“. Wuppertal [u.a.]: WIKUE [u.a.], 2004. Herbertz, Ralph: • Dalkmann, Holger; Schäfer-Sparenberg, Carolin; Herbertz, Ralph: Eventkultur und nachhaltige Mobilität: Widerspruch oder Potenzial? Wuppertal: WIKUE, 2004 (Wuppertal Papers 147). Irrek, Wolfgang: • Development of jobs and supporting measures at nuclear power plant sites in the context of decommissioning. In: Tagungsbericht: Jahrestagung Kerntechnik 2005; 10. bis 12. Mai 2005, Meistersingerhalle Nürnberg. Berlin: INFORUM-Verl. u. Verwaltungsges., 2005, S. 594–599. • Irrek, Wolfgang; Nanning, Sabine: Energiekostenreduktion durch Intracting: Nachhaltig handeln trotz knapper Finanzmittel. In: Das Rathaus, 58 (2005), 1/2, S. 19–20. • Intracting: Mit Klimaschutz Geld sparen. In: AKP, 26 (2005), 3, S. 29–30. Veröffentlichungen 169 • Thomas, Stefan; Irrek, Wolfgang: Will there be an energy efficiency fund in Germany? In: Energy savings: what works & who delivers; ECEEE 2005 Summer Study Proceedings; volume 1. Stockholm: Europ. Council for an Energy-Efficient Economy, 2005, p. 213–222. • The role of energy companies in the implementation of end-use energy efficiency. In: Drenkard, Stefan (Hrsg.): Handbook on energy and environment. Bad Homburg [u.a.]: Dt. 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In: Loske, Reinhard (Hrsg.): Die Zukunft der Infrastrukturen: ­Intelligente Netzwerke für eine nachhaltige Entwicklung. Marburg: Metropolis-Verlag, 2005, S. 417–445. • Liedtke, Christa; Kaiser, Claudia; Rohn, Holger: Organisationales und lebenslanges Lernen: Fortschritt statt Stagnation für eine nachhaltige Entwicklung. In: Betriebliche Instrumente für nachhaltiges Wirtschaften: Konzepte für die Praxis. Köln: Dt. Inst.-Verl., 2004, S. 53–60. Krause, Melanie: • Nachhaltige Entwicklung und Theorie reflexiver Modernisierung: Zur Umsetzungsfähigkeit von Nachhaltigkeitsstrategien in der „Weltrisikogesellschaft“; Diplomarbeit. 2004. 170 Jahrbuch 2004/2005 Kristof, Kora: • Materialeffizienzpolitik = Industriepolitik mit positiven Umwelteffekten, OnlineTagungsreader zum Workshop „Materialeffizienz“ (parallel zur Verleihung des „Deutschen Mate­rialeffizienzpreises 2004“), Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, 14.12.2004 in Berlin. http://www.materialeffizienz.de/fachgespraech.html und http://www.materialeffizienz.de/download/kristof_umweltentlastung.pdf • Tauschringe und Nachhaltigkeit: Sind Tauschringe zukunftsfähig? Online Tagungsreader vom 10. Bundestreffen der Tauschringe, 17. bis 19.9.2004 in Münster. http://www. tauschringe.info/VortragKK.pdf und http://www.tauschringe.info/WS-VortragKK.pdf • Kristof, Kora; Hanke, Thomas: Der Wärmemarkt von morgen: Ein wesentlicher Baustein einer nachhaltigen Infrastruktur­ politik. In: Loske, Reinhard (Hrsg.): Die Zukunft der Infrastrukturen: Intelligente Netz­werke für eine nachhaltige Entwicklung. Marburg: Metropolis-Verlag, 2005, S. 155–174. • Kristof, Kora; Bechert, Stefanie; Merten, Thomas [u.a.]: Multikultureller Nachhaltigkeitscheck (MNC): ein Erfolgsfaktor für Unternehmen mit Migrationshintergrund. In: kompakt (Hrsg.): Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen der Ernährungswirtschaft, 2005. • Baron, Ralf (Arthur D. Little GmbH); Jochem, Eberhard (Fraunhofer-Institut für System und Innovationsforschung); Kristof, Kora; Liedtke, Christa [u.a.] (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie): Studie zur Konzeption eines Programms für die Steigerung der Materialeffizienz in mittelständischen Unternehmen, Abschlussbericht, 2005. http://www.materialeffizienz. de/studie.html • Studie zur Konzeption eines Programms für die Steigerung der Materialeffizienz in mittelständischen Unternehmen, Anlagenband zur Potential- und Hemmnis-Analyse, 2005. http://www.materialeffizienz.de/studie.html • Studie zur Konzeption eines Programms für die Steigerung der Materialeffizienz in mittelständischen Unternehmen, Abschlussbericht Anhang B: Programmlandkarte - Analyseraster, Case Studies, Akteurs-/Strukturlandkarte: Förderlandschaft, 2005. http://www. materialeffizienz.de/studie.html • Lechtenböhmer, Stefan; Kristof, Kora; Irrek, Wolfgang: Braunkohle – ein subventionsfreier Energieträger? Kurzstudie. Wuppertal: WIKUE, 2004. URL: http://www.umweltbundesamt.org/fpdf-l/2798.pdf • Kristof, Kora; Schmitt, Martina; Tunçer, Burcu; Lubjuhn, Sarah: Erfolgreich sein – erfolgreich bleiben: Unternehmens-Check für Unternehmen mit türkischem Migrationshintergrund; ökonomische, soziale und ökologische Erfolgsfaktoren für kleinere und mittlere Unternehmen. Wuppertal: WIKUE, 2004 (Wuppertal Spezial 32). • Basariyi yakalayin, sürekli kilin: türk kökenli girisimciler için „Isletme Check-up“i; küçük ve ora ölçekli isletmeler için ekonomik, ekolojik ve sosyal basari faktörleri. Wuppertal: WIKUE, 2004 (Wuppertal özel 32). Kuhndt, Michael: • Geibler, Justus von; Kuhndt, Michael; Türk, Volker: Virtual networking without a backpack? Resource consumption of information tech­nologies. In: Hilty, Lorenz M. (Ed.): Information systems for sustainable development. Hershey, Pa.: Idea Group, 2005, p. 109–126. • ICT-Bereitstellung: der materielle Lebenszyklus der Internetinfrastruktur. In: Memorandum nachhaltige Informationsgesellschaft. Stuttgart: Fraunhofer-IRB-Verl., 2004, S. 42–45. Veröffentlichungen • • • • • • • • 171 Kuhndt, Michael; Geibler, Justus von; Schäfer, Jörg: Auf dem Weg zur nachhaltigen Aluminiumindustrie. In: FactorY, 1 (2005), 1, S. 22. Türk, Volker; Kuhndt, Michael: The global textile chain: opportunities and challenges for the sustainability management of small and large businesses. In: Industrial ecology for a sustainable future: abstract book, oral sessions; the 3rd International Conference of the International Society for Industrial Ecology. New Haven, Conn.: Internat. Soc. for Industrial Ecology, 2005, p. 244–245. Wallbaum, Holger; Kuhndt, Michael; Tunçer, Burcu; Bunse, Maike: Innovation-oriented management and responsible corporate governance. In: Bleischwitz, Raimund (Hrsg.): Symposium „Governance of markets for sustainability“: conference in the Japanese-German policy dialogue on environmental issues; October 13–14, 2003. München: Iudicium-Verlag, 2004, S. 99–107. Türk, Volker; Geibler, Justus von; Kuhndt, Michael: Governance of new technologies for innovations towards sustainability. In: Reichl, Herbert (Hrsg.): Joint International Congress and Exhibition Electronics Goes Green 2004+: driving forces for future electronics; proceedings. Stuttgart: Fraunhofer-IRB-Verl., 2004, S. 299–300. Kuhndt, Michael; Türk, Volker; Herrndorf, Martin: Stakeholder engagement: an opportunity for SMEs? In: Industry and environment, 27 (2004), 4, p. 40–43. Vaughan, Brandy (Ed.); Dragicevic, Damir; Kuhndt, Michael; Türk, Volker; Tunçer, Burcu; Eckermann, André: High 5! Communicating your business success through sustainability reporting. In: Vaughan, B. (Ed.): High 5! A guide for small and not so small businesses. [Amsterdam]: Global Reporting Initiative, 2004. Kuhndt, Michael; Tunçer, Burcu: An Analysis of the Potential of Sector-wide Initiatives to Achieve Sustainable Production and Consumption Systems and the Implications for Governance Systems. In: Proceedings of the Third International Workshop on Sustainable Consumption, October 26–27, 2004. Tokyo: Society of Non-Traditional Technology, 2004. Kuhndt, Michael; Geibler, Justus von; Eckermann, André: Reviewing the journey towards a sustainable aluminium industry: Stakeholder ­engagement and core indicators. Executive project summary on behalf of the European Aluminium Association (EAA) and the Gesamtverband der Aluminiumindustrie (GDA). Wuppertal: WIKUE and Triple innova, 2004. Lechtenböhmer, Stefan: • Greenhouse gas emissions from the Russian natural gas export pipeline system: results and extrapolation of measurements and surveys in Russia. 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In: Wuppertal Bulletin zu Instrumenten des Klima- und Umweltschutzes, 8 (2005), 1, S. 23–26. • Treibhausgasemissionen fossiler Energieträger. In: BWK, 57 (2005), 5, S. 62–66. • Lechtenböhmer, Stefan; Brouns, Bernd: Beitrag zum Umsetzungsbericht 2004 zum Klimaschutzkonzept Nordrhein-Westfalen. Wuppertal: WIKUE, 2005. • Wagner, Oliver; Lechtenböhmer, Stefan; Thomas, Stefan: Energy efficiency – political targets and reality: case study on EE in the residential sector in the German Climate Change Programme. In: Energy savings: what works & who delivers; ECEEE 2005 Summer Study Proceedings; volume 2. Stockholm: Europ. Council for an Energy-Efficient Economy, 2005, p. 1137–1142. • Sterk, Wolfgang; Lechtenböhmer, Stefan; Bunse, Maike: The impact of EU emissions trading and the linking directive on the potential for joint implementation (JI) projects in six EU accession countries. In: Energy savings: what works & who delivers; ECEEE 2005 Summer Study Proceedings; volume 3. Stockholm: Europ. 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Lemken, Thomas : • Baedeker, Carolin; Jungkeit, Renate; Lemken, Thomas; Liedtke, Christa; Welfens, Maria J.: Lernen für die Zukunft: KURS 21; Nachhaltigkeit im Dialog zwischen Schulen und Unternehmen. In: TheoPrax, 2005, 1, S. 10–13. • Baedeker, Carolin; Lemken, Thomas: Education for sustainability. In: Baltic 21 newsletter, 2005, 1, p. 17. Liedtke, Christa: • factorY. Magazin für Nachhaltiges Wirtschaften. Hrsg. von future e.V., Effizienz-Agentur NRW, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (Christa Liedtke). Marburg: factory Publishing GbR, bisher erschienen: 01/2005, 02/2005. • Liedtke, Christa; Kaiser, Claudia: Zukünfte, aber welche? Integriertes Stoffstrommanagement zwischen Infrastruktur- und Produktentwicklung. In: Loske, Reinhard (Hrsg.): Die Zukunft der Infrastrukturen: intelligente Netzwerke für eine nachhaltige Entwicklung. Marburg: Metropolis-Verlag, 2005, S. 417–445. Veröffentlichungen 173 • Baedeker, Carolin; Jungkeit, Renate; Lemken, Thomas; Liedtke, Christa; Welfens, Maria J.: Lernen für die Zukunft: KURS 21; Nachhaltigkeit im Dialog zwischen Schulen und Unternehmen. In: TheoPrax, 2005, 1, S. 10–13. • Liedtke, Christa; Kaiser, Claudia; Rohn, Holger: Organisationales und lebenslanges Lernen: Fortschritt statt Stagnation für eine nachhaltige Entwicklung. In: Betriebliche Instrumente für nachhaltiges Wirtschaften: Konzepte für die Praxis. Köln: Dt. Inst.-Verl., 2004, S. 53–60. • Busch, Timo; Liedtke, Christa: Zukunftsfähige Innovationen: Erste Schritte zum nachhaltig wirtschaftenden Unter­ nehmen. Wuppertal: WIKUE, 2004 (Wuppertal Spezial 30). • Wie man das MIPS-Konzept in seinem Unternehmen einführt. In: Schmidt-Bleek, ­Friedrich (Hrsg.): Der ökologische Rucksack: Wirtschaft für eine Zukunft mit Zukunft. Stutt­gart: Hirzel, 2004, S. 207–208. • Ritthoff, Michael; Rohn, Holger; Liedtke, Christa: Vycislenija MIPS: resursnaja produktivnost‘ produkcii i uslug (Calculating MIPS, in russ. Sprache). In: Sergienko, Olga (Ed.): Osnovy teorii eko-effektivnosti. St. Petersburg: SPbGUNiPT, 2004, p. 30–64. • MIPS-laskenta: tuotteiden ja palveluiden luonnonvaratuottavuus. Wuppertal [u.a.]: WIKUE [u.a.], 2004 (Wuppertal Spezial 27fi). • Liedtke, Christa; Welfens, Maria J.: KURS 21 – Lernmodule für Lernpartnerschaften Schule – Wirtschaft: Nachhaltige Entwicklung; Produkte, Dienstleistungen und Nachhaltigkeit ; Unternehmen und Nach­haltigkeit; Unternehmen in einer globalisierten Welt. Wuppertal: WIKUE, 2004. • Baron, Ralf (Arthur D. Little GmbH); Jochem, Eberhard (Fraunhofer-Institut für System und Innovationsforschung); Kristof, Kora; Liedtke, Christa [u.a.] (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie): Studie zur Konzeption eines Programms für die Steigerung der Materialeffizienz in mittelständischen Unternehmen, Abschlussbericht, 2005. http://www.materialeffizienz.de/studie.html • Studie zur Konzeption eines Programms für die Steigerung der Materialeffizienz in mittelständischen Unternehmen, Anlagenband zur Potential- und Hemmnisanalyse, 2005. http://www.materialeffizienz.de/studie.html • Studie zur Konzeption eines Programms für die Steigerung der Materialeffizienz in mittelständischen Unternehmen, Abschlussbericht Anhang B: Programmlandkarte – Analyse­ raster, Case Studies, Akteurs-/Strukturlandkarte: Förderlandschaft, 2005. http://www.materialeffizienz.de/studie.html Luhmann, Hans-Jochen: • Das Kyoto-Protokoll tritt in Kraft: Ernüchternde Bemerkungen zu dessen Bedeutung. In: Stifterrundbrief der Deutschen Umweltstiftung 2004, 2005, S. 49–53. • Soziale Dämme vor Folgen des Klimawandels: Auf Treibsand gebaut. In: Zeitschrift für Rechtspolitik, 38 (2005), 1, S. 22–24. • [Rez.] Begriffliche Voraussetzungen erfolgreicher Vorsorgepolitik – Naturkatastrophen sind keine Naturereignisse (Sammelbesprechung). In: Zeitschrift für angewandte Umweltforschung, 15/16 (2005), 1, S. 135–136. • Öl-Reserven in den Händen von „Value Creation Teams“: Reserven von Erdöl werden zu „Erträgen“, die über Bonuszahlungen und Karrieren der Manager bestimmen; alle Verantwortlichen waren an der Buchung künstlicher Reserven interessiert. In: VDI-Nachrichten, 2005, 6, 11.02.2005, S. 9. 174 Jahrbuch 2004/2005 • Die Welle von Hawaii: Auf dem Weg nach Kyoto gab es eine Lücke in der Keeling-Kurve. In: Süddeutsche Zeitung, 2005, 41, 19.02.2005, S. 18. • Kyoto-Ziel schon jetzt verfehlt. In: Energie & Management, 2005, 4, 15.02.2005, S. 2. • Klimawandel und Küstenschutz. In: Berliner Republik, 2005, 2, S. 66–70. • Das Ende ist nahe herbeigekommen! Ehemalige Ölkonzerngeologen fordern die staat­ lichen geologischen Ämter heraus. In: BTB-Magazin, 43 (2005), 2, S. 46–48. • [Rez.] Der „Kampf“ um den Gipfel der Ölförderung: Rhetorik – angewandt, ins Extrem geführt und analysiert. In: Neue Zürcher Zeitung, 2005, 100, 30.04.2005, S. 63. • Der Sieg der Macht des Faktischen: F-Gase in Autoklimagasanlagen nicht ausgeschlossen. In: Wuppertal Bulletin zu Instrumenten des Klima- und Umweltschutzes, 8 (2005), 1, S. 20–22. • [Rez.] Optionen der Öl-Einsparung – „in a hurry“ : Internationale Energieagentur will Ölverbraucherländer zum Gegendruck präparieren. In: Wuppertal Bulletin zu Instrumenten des Klima- und Umweltschutzes, 8 (2005), 1, S. 34–36. • [Rez.] Das Gute an den Lasten „Ölverschwendung“ und „militärische Nachschubsicherung“: Lovins über strategische Optionen der USA. In: Wuppertal Bulletin zu Instrumenten des Klima- und Umweltschutzes, 8 (2005), 1, S. 32–33. • Die Paketlösung: Eine Steuer auf den Verbrauch von Treibstoff auf innerdeutschen Flügen ist möglich. In: Wuppertal Bulletin zu Instrumenten des Klima- und Umweltschutzes, 8 (2005), 1, S. 27–28. • Einen Gang runterschalten: Erdölverbrauch. In: Punkt.um, 2005, 6, S. 2–3. • Die Technik intentionaler Entdeckung unbewusster Nebenwirkungen, erläutert an James Lovelock, dem Ermöglicher vorsorgender Umweltpolitik. In: Technikfolgenabschätzung – Theorie und Praxis, 14 (2005), 2, S. 101–107. • OECD-Länder nehmen Ölkrise endlich ernst [Datei]. 2005. URL: http://www.sonnenseite. com/fp/archiv/Akt-News/6512.php • Mit Volldampf in die Katastrophe? Die Probleme des Klimaschutzes [Datei]. 2005. URL: http://db.swr.de/upload/manuskriptdienst/aula/au20050701_3226.rtf • Nach Kyoto droht die Katastrophe: Außenansicht. In: Süddeutsche Zeitung, 2005, 154, 07.07.2005, S. 2. • Eichel wird schon zahlen: Deutschland hat sich mit dem Kyoto-Protokoll zur Emissionsminderung verpflichtet. In: Financial Times Deutschland, 2005, 27.07.2005, S. 26. • The disturbing results of the Kyoto period 1990 till 2010: side event at the UNFCCSBSTA 22, Bonn, May 23, 2005 [Datei]. 2005. URL: http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/11409/03_Luhmann%20paper. pdf?command=downloadContent&filename=03_Luhmann%20paper.pdf • Hilfe oder feindlicher Überfall? Experten kritisieren die offiziellen Statistiken der ­Ölkonzerne; das Ende ist näher als gedacht. In: Zeitzeichen, 6 (2005), 6, S. 8–11. • Öleinsparung: IEA-Vorschläge an Industriestaaten. In: Deutscher Naturschutzring: EURundschreiben, 2005, 6, S. 26. • Gesucht: Der klimagerechte PKW. In: Stifterrundbrief der Deutschen Umweltstiftung 2003, 2004, S. 39–40. • Europas unbändiger Verkehr: Schiefe Lastenteilung zwischen unsolidarischen Geschwistern. In: Gaia, 13 (2004), 1, S. 8–10. • Es liegt was in der Luft: Flugzeugabgase sind klimaschädlicher als Autoemissionen. In: Die Zeit, 2004, 19, 29.04.2004, S. 34. • Hoppe, hoppe Vorreiter: so vorbildlich ist das Umweltverhalten der Luxemburger gar nicht; zur Kehrseite des Tanktourismus. In: Frankfurter Allgemeine, 2004, 142, 22.06.2004, S. 44. Veröffentlichungen 175 • Smarte Franzosen: Deutschlands Autokonjunktur lahmt, die Branche sieht große Mitschuld bei der Politik; Frankreich macht gerade vor, wie sich Ökologie und Ökonomie intelligent verknüpfen lassen. In: Financial Times Deutschland, 2004, 05.08.2004, S. 24. • Ölreserven – das Ende rückt näher: Ex-Ölmanager warnen vor zu optimistischen Schätzungen. In: Rheinische Post, 2004, 04.08.2004, S. C1. • Zweifel und Diagnose im offenen System. In: Berliner Republik, 6 (2004), 4, S. 26–34. • Warnung vor der Apokalypse: Ehemalige Geologen der großen Ölkonzerne fordern mit ihren Thesen die staatlichen geologischen Ämter heraus. In: Handelsblatt, 2004, 158, 17.08.2004, S. 7. • Ausgleichende Gerechtigkeit: Ein „Zehnter“ für die Dritte Welt; Luxemburg (an)erkennt die finanzielle Kehrseite des Tanktourismus. In: Wuppertal Bulletin zu Instrumenten des Klima- und Umweltschutzes, 7 (2004), 2, S. 8–13. • [Rez.] Die Freiheit bewahren: im Konfliktfall auch die auf Umweltverschmutzung; Paul Kirchhof gibt Einblick in seine Zeit als Verfassungsrichter zur Steuer- und Abgaben­politik. In: Wuppertal Bulletin zu Instrumenten des Klima- und Umweltschutzes, 7 (2004), 2, S. 32–35. • Emissionen von Treibhausgasen des Straßenverkehrs, vollständig betrachtet. In: Zeitschrift für Verkehrswissenschaft, 75 (2004), 2, S. 126–131. • [Rez.] Nicht immer auf andere warten: Umweltpolitik in Amerika und Deutschland. In: Das Parlament, 54 (2004), 37, S. 16. • [Rez.] Die Lebenskrise der Erde: eine internationale geo- und biowissenschaftliche Diagnose. In: Neue Zürcher Zeitung, 2004, 176, 31.07.2004, S. 55. • Die Verschärfung des Konflikts um die landwirtschaftliche Nutzung des Nilwassers, insbesondere zwischen Ägypten und Äthiopien, durch die drohende Beeinflussung des Monsuns durch Europa / Südostasiens braunen Smog. In: Lozán, José Luis (Hrsg.): Warnsignal Klima: wissenschaftliche Fakten. Hamburg: Wiss. Auswertungen, 2004, S. 239–244. • Der Gipfel der Erdölförderung ist jetzt greifbar: Die Entdeckungen neuer Funde neigen sich dem Ende zu. In: VDI-Nachrichten, 2004, 43, 21.10.2004, S. 9. • Verunsicherung hinterm Deich: Die erste Studie zu den Folgen des Klimawandels für die Deutsche Bucht prognostiziert Unbequemes. In: Punkt.um, 2004, 11, S. 2–3. • [Rez.] Erosion des Schutzniveaus: Der anthropogene Klimawandel drückt auf die Nordseeküste und auf die Förderalismuskommission. In: Frankfurter Allgemeine, 2004, 270, 18.11.2004, S. 7. • [Rez.] Die anthropogene Natur: „in einem präzedenzlosen Zustand“. In: Naturschutz und Landschaftsplanung, 36 (2004), 12, S. 282. • [Rez.] Klima- und Erdsystemwissenschaft setzen neue Standards. In: Gaia, 13 (2004), 4, S. 292–293. • Betrug – das Doping-Problem der Wissenschaften: Nur extrawissenschaftliche Judikatur kann helfen. In: Erwägen, Wissen, Ethik, 15 (2004), 4, S. 489–492. • [Rez.] Was tun mit dem zivilen Plutonium im Zeitalter des Terrorismus? Der zivile Bestand wächst um 6 000 potentielle Nuklearsprengkörper pro Jahr [Datei]. 2004. URL: http://www.vdw-ev.de/publikationen/Rez_PlutoniumFESt2_VDW.pdf • Juch, Dierk; Luhmann, Hans-Jochen: Perspektiven zur Vermeidung von Grubengasemissionen und für die Grubengasindustrie: Skizze einer überraschenden Entwicklung im Ruhrgebiet. In: Wuppertal Bulletin zu Instrumenten des Klima- und Umweltschutzes, 8 (2005), 1, S. 14–19. 176 Jahrbuch 2004/2005 • Luhmann, Hans-Jochen; Henseling, Karl Otto: Gefahren(früh-)erkennung: auf dem Wege zu einer Lehre der Gefahrenerkenntnis. In: Ipsen, Dirk (Hrsg.): Dynamiken der Nachhaltigkeit. Marburg: Metropolis-Verlag, 2004, S. 245–271. • Luhmann, Hans-Jochen; Fischedick, Manfred: Renewables, adaptationspolitisch betrachtet. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 54 (2004), 37, S. 18–24. Lucas, Rainer: • • • Bleischwitz, Raimund; Lucas, Rainer: Nachhaltige Entwicklung als Leitkultur. In: Politik und Kultur, 2005, 3, S. III. Sustainable development as a defining culture. In: Politik und Kultur, 2005, 3, S. III. Lucas, Rainer; Wilts, Claas Henning: „Events für Nachhaltigkeit“: ein neues Geschäftsfeld für die Eventwirtschaft? Wuppertal: WIKUE, 2004 (Wuppertal Papers 149). Meier, Stefan: • • Meier, Stefan; Baedeker, Carolin; Rohn, Holger: SAFE in die Zukunft des Bäckereihandwerks. In: FactorY, 2005, 2, S. 10. Baedeker, Carolin; Meier, Stefan; Rohn, Holger: Kommunikation und Qualifizierung für nachhaltigkeitsorientierte Organisationsentwicklung. In: Michelsen, Gerd (Hrsg.): Handbuch Nachhaltigkeitskommunikation. München: Ökom, 2005, S. 629–640. • SAFE – ein Instrument zur Unterstützung einer zukunftsfähigen Unternehmensentwicklung. In: kompakt (Hrsg.): Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen der Ernährungswirtschaft, 2005. • Meier, Stefan; Ammon, Ursula: Nachhaltige Entwicklung: von der Entstehung des Leitbilds zu dessen Implementierung auf Organisationsebene. In: Profile, 5 (2005), 9, S. 86–95. Merten, Frank: • • Merten, Frank; Ramesohl, Stephan; Fischedick, Manfred: Where will the alternative fuel hydrogen come from? In: ECO, 2004, 10, p. 129. Fischedick, Manfred; Merten, Frank; Ramesohl, Stephan: Sustainable fuels for a sustainable future. In: Bossel, Ulf (Ed.): The fuel cell world: proceedings; 28 June – 2 July 2004, Lucerne, Switzerland. Oberrohrdorf: Europ. Fuel Cell Forum, 2004, p. 55–65. • Fischedick, Manfred; Ramesohl, Stephan; Merten, Frank; Schüwer, Dietmar; Barthel, Claus; Hanke, Thomas: Der Beitrag regenerativer Energien und rationeller Energienutzung zur wirtschaftlichen Entwicklung in Nordrhein-Westfalen: Analyse und Bewertung von Zukunftstechnologien, deren Auswirkungen auf die Wirtschaftsstruktur und Ableitung technologiepolitischer Handlungsempfehlungen; Endbericht I. Wuppertal: WIKUE, 2004. Merten, Thomas: • Best(es) Management: Abteilungsdenken überwinden und Sustainable Excellence ­erreichen. In: Unternehmen und Umwelt, 17 (2004), 3–4, S. 6–7. • Merten, Thomas (Hrsg.): Bochumer Nachhaltigkeitscheck 2004: Bochumer Unternehmen übernehmen Verant­ wortung. Friedberg: Trifolium-Beratungsges., 2004. Veröffentlichungen 177 • Merten, Thomas; Rohn, Holger: Faktor X: Ökoeffizienz im Unternehmen. In: RKW-Magazin, 56 (2005), 1, S. 14–15. • Sustainable Excellence: Ressourceneffizienz auf Geschäftsprozessebene. In: kompakt (Hrsg.): Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen der Ernährungswirtschaft, 2005. • Kristof, Kora; Bechert, Stefanie; Merten, Thomas [u.a.]: Multikultureller Nachhaltigkeitscheck (MNC): ein Erfolgsfaktor für Unternehmen mit Migrationshintergrund. In: kompakt (Hrsg.): Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen der Ernährungswirtschaft, 2005. • Merten, Thomas; Westermann, Udo; Rohn, Holger; Baedeker, Carolin; Kölle, Axel: Der initiale Nachhaltigkeitscheck: Wissen, wo Ihr Unternehmen heute steht! Nachhaltigkeitsprofil der Ernährungswirtschaft auf Basis durchgeführter Selbstbewertungen von 230 Unternehmen. In: kompakt (Hrsg.): Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen der Ernährungswirtschaft, 2005. • Baur, Angelika; Merten, Thomas; Lörcher, Michael: Handlungsanleitung zur Entwicklung der Prozessreife in prozessorientierten Unternehmen. Kissing: WEKA MEDIA, 2005 (Praxislösungen). Mitze, Dirk: • Lechtenböhmer, Stefan; Grimm, Vanessa; Mitze, Dirk; Wissner, Matthias: Energy efficiency as a key element of the EU’s post-Kyoto strategy: results of an ­integrated scenario analysis. In: Energy savings: what works & who delivers; ECEEE 2005 Summer Study Proceedings; volume 1. Stockholm: Europ. Council for an EnergyEfficient Economy, 2005, p. 203–212. • Ramesohl, Stephan; Mitze, Dirk: Lehren des Blackouts: Energiewirtschaft braucht Strategie für ihre Stromnetze. In: VDINachrichten, 2004, 33, 13.08.2004, S. 11. Moll, Stephan: • Van der Voet, E.; van Oers, L.; Moll, Stephan; Schütz, Helmut; Bringezu, Stefan; de Bruyn, S.; Sevenster, M.; Warringa, G.: Policy Review on decoupling: Development of indicators to assess decoupling of eco­nomic development and environmental pressure in the EU-25 and AC-3 countries. CML report 166, Leiden: Institute of Environmental Sciences (CML), Leiden: Leiden University, Department Industrial Ecology, 2004. www.leidenuniv.nl/cml/ssp/ • Jenseit, W.; Bunke, D.; Rheinberger, U.; Kalberlah, F.; Akkan, Z.; Moll, Stephan: Research, development, statistical and analytical work to develop appropriate environmental indicators related to chemicals. (Report Phase III March 2005) Öko-Institut: Darmstadt: 2005. http://forum.europa.eu.int/Public/irc/dsis/pip/library?l=/indicators_ chemicals Nanning, Sabine: • Kosten sparen – auch bei knappen Kassen: Intracting – verwaltungsinterne Fonds finanzieren kostenneutral Energiesparmaßnahmen. In: Demo, 57 (2005), 4, S. 40. • Nanning, Sabine; Irrek, Wolfgang: Intracting: mit Klimaschutz Geld sparen. In: AKP, 26 (2005), 3, S. 29–30. • Irrek, Wolfgang; Nanning, Sabine: Energiekostenreduktion durch Intracting: Nachhaltig handeln trotz knapper Finanzmittel. In: Das Rathaus, 58 (2005), 1/2, S. 19–20. 178 Jahrbuch 2004/2005 Veröffentlichungen Ötting, Thorsten: Pastowski, Andreas: • Dalkmann, Holger; Lorenz, Marcel; Ötting, Thorsten; Schäfer-Sparenberg, Carolin: Erfahrungen aus aufgabenverwandten Forschungsprojekten: Bericht im Rahmen des Projektes „MultiBus – Das Nahbussystem für den ländlichen Raum“ (Projektphasen I und II). Wuppertal: WIKUE, 2005. • Dalkmann, Holger; Schäfer-Sparenberg, Carolin; Ötting, Thorsten: Marketing- und Kommunikationskonzept in Anlehnung an das Soziale Marketing: Bericht im Rahmen des Projektes „MultiBus – Das Nahbussystem für den ländlichen Raum“ (Projektphasen I und II). Wuppertal: WIKUE, 2005. • Dalkmann, Holger; Ötting, Thorsten: Flexible Angebotsformen: Möglichkeiten zur Kosteneinsparung bei verbessertem Angebot? In: IMAGO – Innovative Marketing- und Angebotskonzepte in Gemeinden mit Ortsbussystemen: Berichte aus einem Projekt im BMBF-Förderschwerpunkt „Personenverkehr für die Region“. Paderborn: Univ. Paderborn, 2004, S. 83–98. • Impacts of energy use on demand for freight transport: past development and future perspectives. In: Energy savings: what works & who delivers; ECEEE 2005 Summer Study Proceedings; volume 2. Stockholm: Europ. Council for an Energy-Efficient Economy, 2005, p. 697–708. Ott, Hermann E.: • The European Union – a strategic actor for sustainable global governance. In: Rechkemmer, Andreas (Ed.): UNEO – towards an international environment organization: approaches to a sustainable reform of global environmental governance. Baden-Baden: Nomos-Verl.-Ges., 2005, S. 225–232. • Eintritt in das post-fossile Zeitalter? Das Kyoto-Protokoll 2005. In: Politische Ökologie, 22 (2004), 91/92, S. 103–104. • Die Klimapolitik wird erwachsen: zehn Jahre UN-Konvention; der Emissionshandel mausert sich zum Transmissionsriemen. In: Frankfurter Rundschau, 2004, 79, 02.04.2004, S. 8. • Au royaume des aveugles … In: Courrier de la planète, 2004, 72, S. 36–37. • Brouns, Bernd; Ott, Hermann E.: Schutz biologischer Vielfalt durch internationale Klimaschutzvereinbarungen? In: Bio­diversität und Klima: Vernetzung der Akteure in Deutschland. Bonn: Bundesamt für Naturschutz, 2005, S. 66–67. • Solidarity understood correctly. In: Development and cooperation, 32 (2005), 5, p. 207–209. • Richtig verstandene Solidarität. In: Entwicklung und Zusammenarbeit, 46 (2005), 5, S. 207–209. • Climate policy beyond 2012: towards an adequate and equitable global climate agreement. In: ECO, 2004, 11, S. 121. • Ott, Hermann E.; Santarius, Tilman: Global climate. In: Yearbook of international environmental law, 14 (2003), Oxford Univ. 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In: VDINachrichten, 2004, 33, 13.08.2004, S. 11. • Fischedick, Manfred; Ramesohl, Stephan; Merten, Frank; Schüwer, Dietmar; Barthel, Claus; Hanke, Thomas: Der Beitrag regenerativer Energien und rationeller Energienutzung zur wirtschaftlichen Entwicklung in Nordrhein-Westfalen: Analyse und Bewertung von Zukunftstechnologien, deren Auswirkungen auf die Wirtschaftsstruktur und Ableitung technologiepolitischer Handlungsempfehlungen; Endbericht I. Wuppertal: WIKUE, 2004. • Worrell, Ernst; Ramesohl, Stephan; Boyd, Gale: Advances in energy forecasting models based on engineering economics. In: Annual review of environment and resources, 29 (2004), p. 345–381. • Fischedick, Manfred; Nitsch, Joachim; Ramesohl, Stephan: The role of hydrogen for the long term development of sustainable energy systems: a case study for Germany. In: Solar energy, 78 (2005), p, S. 678–686. • Merten, Frank; Ramesohl, Stephan; Fischedick, Manfred: Where will the alternative fuel hydrogen come from? 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Wuppertal: WIKUE, 2004. • Luhmann, Hans-Jochen; Riechert, Dorle; Irrek, Wolfgang [Red.]: Wuppertal Bulletin zu Instrumenten des Klima- und Umweltschutzes, Wuppertal: WIKUE. http://www.wupperinst.org/wuppertal-bulletin/index.html 180 Jahrbuch 2004/2005 Ritthoff, Michael: • Ritthoff, Michael; Rohn, Holger; Liedtke, Christa: Vycislenija MIPS: resursnaja produktivnost‘ produkcii i uslug (Calculating MIPS, in russ. Sprache). In: Sergienko, Olga (Ed.): Osnovy teorii eko-effektivnosti. St. Petersburg: SPbGUNiPT, 2004, p. 30–64. • MIPS-laskenta: tuotteiden ja palveluiden luonnonvaratuottavuus. Wuppertal [u.a.]: WIKUE [u.a.], 2004 (Wuppertal Spezial 27fi). Rohn, Holger: • • • • • • • • • • • Meier, Stefan; Baedeker, Carolin; Rohn, Holger: SAFE in die Zukunft des Bäckereihandwerks. In: FactorY, 2005, 2, S. 10. Merten, Thomas; Rohn, Holger: Faktor X: Ökoeffizienz im Unternehmen. In: RKW-Magazin, 56 (2005), 1, S. 14–15. Sustainable Excellence: Ressourceneffizienz auf Geschäftsprozessebene. In: kompakt (Hrsg.): Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen der Ernährungswirtschaft, 2005. Baedeker, Carolin; Meier, Stefan; Rohn, Holger: SAFE – ein Instrument zur Unterstützung einer zukunftsfähigen Unternehmensentwicklung. In: kompakt (Hrsg.): Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen der Ernährungswirtschaft, 2005. Baedeker, Carolin; Rohn, Holger: Die Entwicklungspartnerschaft kompakt: Nachhaltigkeit durch Kooperation und Netzwerk­ bildung fördern. In: kompakt (Hrsg.): Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen der Ernährungswirtschaft, 2005. Empowerment in KMU. In: Empowerment: eine Handreichung für die Projektarbeit im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative EQUAL. Bonn: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, 2005, S. 33–36. Westermann, Udo; Rohn, Holger; Baedeker, Carolin; Geßner, Christian: Kompaktnet.de – das Informationsportal für eine zukunftsfähige Ernährungswirtschaft. In: kompakt (Hrsg.): Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen der Ernährungswirtschaft, 2005. Merten, Thomas; Westermann, Udo; Rohn, Holger; Baedeker, Carolin; Kölle, Axel: Der initiale Nachhaltigkeitscheck: Wissen, wo Ihr Unternehmen heute steht! Nachhaltigkeitsprofil der Ernährungswirtschaft auf Basis durchgeführter Selbstbewertungen von 230 Unternehmen. In: kompakt (Hrsg.): Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen der Ernährungswirtschaft, 2005. Baedeker, Carolin; Meier, Stefan; Rohn, Holger: Kommunikation und Qualifizierung für nachhaltigkeitsorientierte Organisationsentwicklung. In: Michelsen, Gerd (Hrsg.): Handbuch Nachhaltigkeitskommunikation. München: Ökom, 2005, S. 629–640. Liedtke, Christa; Kaiser, Claudia; Rohn, Holger: Organisationales und lebenslanges Lernen: Fortschritt statt Stagnation für eine nachhaltige Entwicklung. In: Betriebliche Instrumente für nachhaltiges Wirtschaften: Konzepte für die Praxis. Köln: Dt. Inst.-Verl., 2004, S. 53–60. Rohn, Holger; Engelmann, Tobias: Nachhaltige Unternehmensentwicklung: ein neues Geschäftsfeld für Berater? In: Freimann, Jürgen (Hrsg.): Akteure einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung. München [u.a.]: Hampp, 2004, S. 125–146. Veröffentlichungen 181 • Sergienko, Olga; Rohn, Holger (Eds.): Osnovy teorii eko-effektivnosti: monografija. St. Petersburg: SPbGUNiPT, 2004 [Basics of the eco-effiuciency theory: monograph]. • Busch, Timo; Rohn, Holger: Eko-effektivnost‘ kak instrument upravlenija: prepjatstvija i prakticeskoe primenenie v permanii (Eco-efficiency as a management tool, in russ. Sprache). In: Sergienko, Olga (Ed.): Osnovy teorii eko-effektivnosti. 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Wuppertal: WIKUE, 2004 (Wuppertal özel 32). • Vaughan, Brandy (Ed.); Dragicevic, Damir; Kuhndt, Michael; Türk, Volker; Tunçer, Burcu; Eckermann, André: High 5! – Communicating your business success through sustainability reporting. In: Vaughan, B. (Ed.): High 5! A guide for small and not so small businesses. [Amsterdam]: Global Reporting Initiative, 2004. Wagner, Oliver: • Wagner, Oliver; Lechtenböhmer, Stefan; Thomas, Stefan: Energy efficiency – political targets and reality: case study on EE in the residential sector in the German Climate Change Programme. In: Energy savings: what works & who delivers; ECEEE 2005 Summer Study Proceedings; volume 2. Stockholm: Europ. Council for an Energy-Efficient Economy, 2005, p. 1137–1142. Wallbaum, Holger: • Welche Innovationen brauchen wir? Die verengte Fokussierung auf High-TechInnovationen reicht nicht aus. 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München: Iudicium-Verlag, 2004, S. 99–107. • Wallbaum, Holger; Geibler, Justus von: Indikatorenset zur Bewertung sozialer Aspekte der Nachhaltigkeit biotechnologischer Prozesse fertig gestellt. In: BioBeN-Newsletter, 2004, 2, S. 1–4. • Geibler, Justus von; Wallbaum, Holger: Governance for innovations towards sustainability: new technologies and sustainable products; extended abstract for workshop meeting “Consumer demand for sustainable products” [Datei], 2004. URL: http://www.erscp2004.net/downloads/papers/ justusvonGeibler.pdf Welfens, Maria J.: • Baedeker, Carolin; Jungkeit, Renate; Lemken, Thomas; Liedtke, Christa; Welfens, Maria J.: Lernen für die Zukunft: KURS 21; Nachhaltigkeit im Dialog zwischen Schulen und Unternehmen. 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Wittneben, Bettina: • Ott, Hermann E.; Brouns, Bernd; Sterk, Wolfgang; Wittneben, Bettina: It takes two to tango: climate policy at COP 10 in Buenos Aires and beyond. In: Journal for European environmental & planning law, 2 (2005), 2, p. 84–91. • Wittneben, Bettina; Sterk, Wolfgang: COP 10 vervollständigt CDM, bringt aber keine neue Bewegung in die internationale Klimapolitik. In: JIKO Info, 2005, 1, S. 1–3. • Arens, Christof; Wittneben, Bettina: Workshop zeigt Perspektiven für Klimaschutzprojekte auf. In: JIKO Info, 2005, 2, S. 5. • Wittneben, Bettina; Brouns, Bernd: „Seminar für Regierungsexperten“ stößt Überlegungen zur Reform des CDM an. In: JIKO Info, 2005, 3, S. 1–2. 190 Das WI in Kürze Das WI in Kürze Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen (FG 1, Leitung: Dr. Manfred Fischedick, Dr. Karl Otto Schallaböck) Forschungsgruppe 1 befasst sich aus systemanalytischer Sicht mit Techno­ logie- und Infrastrukturfragen. Sie untersucht im Bereich Energie und Mobilität, wie der Übergang in zukunftsfähige Strukturen erfolgen kann und welche Implikationen und Chancen mit dem Transformationsprozess verbunden sind. Neben dynamischen Potenzialanalysen sind Technologiebewertungen und das Auf­zeigen konsistenter Entwicklungspfade (Szenarien, Road Maps) Gegenstand der Arbeiten. Das Wuppertal Institut erforscht und entwickelt Leitbilder, Strategien und Instrumente für eine nachhaltige Entwicklung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Im Zentrum steht die Ökologie und deren Wechselbeziehung mit Wirtschaft und Gesellschaft. Die Analyse und Induzierung von Innovationen zur Entkopplung von Naturverbrauch und Wohlstandsentwicklung bilden einen Schwerpunkt seiner Forschung. Prof. Dr. Peter Hennicke leitet das Institut als Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer. Die kaufmännische Geschäftsführung obliegt Brigitte Mutert-Breidbach. Die Gründung erfolgte 1991 als rechtlich selbstständige, gemeinnützige GmbH unter der Leitung von Prof. Dr. Ernst Ulrich von ­Weizsäcker. Das Institut versteht sich als Mittler zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik und arbeitet dementsprechend anwendungsorientiert. In den Forschungsgruppen, den Wissenschaftlichen Diensten und in der Adminis­ tration arbeiten ca. 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Rahmen des Wissenschaftszentrums Nordrhein-Westfalen (WZN) kooperiert das Wuppertal Institut mit dem Gelsenkirchener Institut Arbeit und Technik (IAT) und dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) in Essen. Ein Internationaler Beirat von renommierten Wissenschaftlern berät das Wuppertal Institut in wissenschaftlichen Fragen. Das Institut führt mit einer wachsenden Zahl von Projekten Drittmittel finanzierte Auftragsforschung durch. Es erhält eine Grundfinanzierung vom Land Nordrhein-Westfalen und ist im Verantwortungsbereich des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung NRW angesiedelt. Die Auftraggeber des Wuppertal Instituts reichen • in der Politik von den Kommunen der Region über die Ministerien des Landes und des Bundes, der Europäischen Kommission bis hin zum Wirtschaftministeriums Japans; • in der Wirtschaft vom mittelständischen Betrieb über Großkonzerne bis hin zu Branchen und Verbänden; • in der Zivilgesellschaft von den Kirchen über Gewerkschaften sowie Umweltverbänden und Stiftungen. Die Forschung am Institut erfolgt grundsätzlich in interdisziplinär zusammengesetzten Teams, da sich nur so komplexe Fragestellungen einer global nachhaltigen Entwicklung qualitativ hochwertig und praxistauglich beantworten lassen. Die Schwerpunkte der vier Forschungsgruppen sind: 191 Energie- Verkehrs- und Klimapolitik (FG 2, Leitung: Stefan Thomas, Stefan Lechtenböhmer) Forschungsgruppe 2 konzentriert ihre Forschung auf Strategien und Instrumente für eine effektivere und integrierte Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Im Mittelpunkt stehen dabei die Synergieeffekte von Politikstrategien, die eine nachhaltige Entwicklung der Energie- und Verkehrssysteme sowie den Klimaschutz insgesamt fördern. Stoffströme und Ressourcenmanagement (FG 3, Leitung: Dr. Stefan Bringezu, Prof. Dr. Raimund Bleischwitz) Forschungsgruppe 3 untersucht Stoffströme vom Rohstoffabbau bis zur Abfall­ entsorgung unter Einbeziehung des globalen „ökologischen Rucksacks“ und der Flächennutzung. Sie entwickelt Konzepte, Strategien und Instrumente zur Förderung der Ressourcenproduktivität und eines nachhaltigen Ressourcen­ managements. Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren (FG 4, Leitung Dr. Christa Liedtke, Prof. Dr. Gerhard Scherhorn) Forschungsgruppe 4 entwickelt Konzepte und Strategien für ein nachhaltigkeitsorientiertes Management von Produktions- und Konsummustern. Damit soll ein Beitrag zur Entwicklung und Markteinführung von nachhaltigeren Produkten, Produktionsprozessen und Wirtschaftsweisen erbracht werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Forschungsgruppen ­arbeiten an den Querprojekten: • Globalisierung und Nachhaltigkeit (Leitung: Dr. Wolfgang Sachs) • Ökosuffizienz und Lebensqualität (Leitung: Dr. Manfed Linz) • Integrierte Nachhaltigkeitsszenarien (Leitung: Dr. Manfred Fischedick) 192 Jahrbuch 2004/2005 Wissenschaftliche Dienste LWO WISO Geschäftsführung Präsident Wiss. GF Administrative Dienste Forschungsgruppen Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik Integrierte Nachhaltigkeitsszenarien Globalisierung & Nachhaltigkeit Ökosuffizienz & Lebensqualität FG 3 FG 4 Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen Querprojekte Stoffströme und Ressourcenmanagement FG 2 Kaufm. GF Büro Berlin Forschungsgruppen FG 1 Vizepräsident Weitere Bereiche: Büro Berlin (Leitung: Dr. Hermann E. Ott) Wissenschaftsorganisation und Qualitätssicherung: Dr. Oscar Reutter Wissenschaftliche Dienste und Organisation (Leitung: Thomas Orbach) Administration (Leitung Brigitte Mutert-Breidbach) Kontakt: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH Döppersberg 19 42103 Wuppertal Tel. +49 (0) 202 2492-0 Fax: +49 (0) 202 2492-108 E-Mail: [email protected] Internet: www.wupperinst.org Wuppertal Institut Büro Berlin – Hackesche Höfe Rosenthaler Straße 40/41 10178 Berlin Tel. +49 (0) 30 2809-5494 Fax: +49 (0) 30 2809-4895 E-Mail: [email protected]