2011-06-22-AKH und MedUni Wien eröffnen neue Möglichkeiten für

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AKH und MedUni Wien eröffnen neue
Möglichkeiten für HIV- und AIDS PatientInnen
Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely, MedUni Wien Vizerektorin Karin Gutiérrez-Lobos und AKHDirektor Reinhard Krepler präsentierten heute, Mittwoch, 22. Juni 2011, den neu errichteten Bereich "4
Süd" am AKH Wien. Die Räumlichkeiten dieser österreichweit größten Betreuungseinrichtung für HIVund AIDS-Kranke vereinen in einem neuartigen Konzept Ambulanz, Tagesklinik, Bettenstation und
wissenschaftliche Forschung.
In den letzten Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten von HIV/AIDS massiv verbessert. Führte
die Immunschwäche anfangs rasch zum Tod, wurde sie aufgrund intensiver medizinischer Forschung zu
einer heute sehr gut behandelbaren chronischen Krankheit. Entsprechende medizinische Versorgung und
Betreuung vorausgesetzt, haben HIV/AIDS-Infizierte heute eine gute Lebensqualität und
Lebenserwartung. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der behandelten PatientInnen drastisch. Waren es am
AKH Wien im Jahr 2003 noch 457, stieg diese Zahl bis 2010 um mehr als das Doppelte auf 1.113
PatientInnen an, das ist knapp ein Drittel aller in Österreich behandelten HIV/AIDS-PatientInnen. Im
Schnitt behandelt das AKH Wien heute täglich 40 bis 50 Personen mit der Immunschwäche-Krankheit.
Neuartiges Konzept für höchste Behandlungsqualität
Als Antwort auf die veränderten Anforderungen bei der Behandlung und die stark steigende Zahl an
PatientInnen folgt die neue Einrichtung einem für MedUni Wien und AKH Wien neuartigen Konzept, das
Ambulanz, Tagesklinik, Bettenstation und wissenschaftliche Forschung an einem einzigen Ort
miteinander verbindet. Denn wie keine andere Krankheit erfordert die Behandlung von HIV/AIDS die
intensive Zusammenarbeit unterschiedlichster medizinischer Fachrichtungen, weshalb die bewährte
Trennung von Ambulanz und Bettenstation erstmals aufgegeben wurde. Lag das Augenmerk bislang eher
auf der stationären Betreuung, hat die neue Einrichtung nun insbesondere die beiden Bereiche Ambulanz
und Tagesklinik im Fokus, welche auch zwei Drittel der Fläche beanspruchen. Die vormals 23 Betten
wurden auf 10 Betten reduziert (6 IMC = intermediate Care). Besonders infektionsgefährdete
PatientInnen können in einem Isolierzimmer mit Druckschleuse behandelt werden.
Österreichisches HIV/AIDS-Forschungszentrum im Spitzenfeld
Ebenso an der Spitze wie bei der Behandlung steht das neue HIV-/AIDS-Zentrum im Bereich der
Forschung. Aktuell führt die MedUni Wien hier zehn nationale und internationale wissenschaftliche
Studien durch, die sich mit der Erforschung und Behandlung von HIV/AIDS auseinandersetzen. Intern
nimmt die neue Betreuungseinrichtung auch im wissenschaftlichen Bereich eine Netzwerkfunktion ein,
kooperiert mit den unterschiedlichsten Fachrichtungen an anderen Kliniken und theoretischen Instituten
und schlägt damit eine Brücke zwischen Forschung und klinischer Betreuung.
Frühambulanz für Berufstätige
Für die PatientInnen sticht aus dem Angebot der neuen Einrichtung – neben der leistungsfähigen
Tagesklinik – vor allem die sogenannte Frühambulanz heraus. Sie öffnet jeden Dienstag bereits um 7 Uhr
ihre Türen. Der Grund: Immer mehr PatientInnen gehen trotz ihrer Erkrankung einer geregelten Arbeit
nach. Laut einer aktuellen Befragung unter den betreuten PatientInnen geben mehr als 50 Prozent dieser
PatientInnen an, durch HIV/AIDS im beruflichen Alltag nicht eingeschränkt zu sein. Die Frühambulanz
ermöglicht diesen PatientInnen, Leben, Beruf und Behandlung noch besser miteinander vereinen zu
können.
Nach wie vor problematisch: Fast die Hälfte der PatientInnen
sind "Late Presenter"
Bei allem Fortschritt in der Behandlung von HIV/AIDS ist ein Wert gleichbleibend hoch. Der Anteil der
so genannten "Late Presenter" (mit HIV infizierte Personen, die erst spät diagnostiziert werden bzw. spät
Hilfe und Behandlung suchen) bleibt seit dem Jahr 1995 in etwa gleich. Derzeit liegt ihr Anteil in Wien
bei ca. 46 Prozent. Durch den unvermindert hohen Anteil dieser PatientInnen konnte am neuen HIV/AIDS-Forschungs- und Therapiezentrum der stationäre Bereich zwar zugunsten der ambulanten
Betreuung verkleinert werden, der Intensivbereich blieb jedoch mit sechs Betten gleich groß.
Therapietreue eine Hauptvoraussetzung für erfolgreiche
HIV/AIDS-Behandlung
Als chronische Erkrankung erfordert HIV/AIDS eine engmaschige Betreuung. Gerade die Therapietreue
– also die kontinuierliche, ununterbrochene Behandlung – ist deshalb einer der wichtigsten Faktoren für
die erfolgreiche Behandlung von HIV/AIDS. Im Zuge eines solchen umfassenden
Gesundheitsmanagement lassen sich durch aktive und intensive Präventionsarbeit auch frühzeitig
Folgeerkrankungen wie Krebs, koronare Herzerkrankungen, andere Infektionskrankheiten und
Osteoporose erkennen beziehungsweise vermeiden.
Neben dem individuellen medizinischen Nutzen leistet eine erfolgreiche Behandlung der HIV Infektion
einen wichtigen Beitrag zur HIV Prävention: Je geringer die HI-Viruslast eines Patienten bzw. in einer
Population, desto geringer ist das von dieser Person/Kollektiv ausgehende HIV Transmissionspotential.
So kann zum Beispiel bei einer Schwangerschaft das Risiko einer Mutter-Kind-Übertragung auf weniger
als ein Prozent reduziert werden.
Rückfragehinweis für Medien
 Mag. Johannes Angerer
Leiter Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, Fundraising
Medizinische Universität Wien
Tel.: +43 1 40 160 - 11 501
Mobil: +43 664 800 16 11 501
E-Mail.:[email protected]
 Karin Fehringer, MBA
Leiterin Informationszentrum und PR
Direktion der Teilunternehmung AKH Wien
Tel.: 01/ 40 400 1216
E-Mail: [email protected]
www.akhwien.at
 Mag. Michael Eipeldauer
Mediensprecher Stadträtin Mag.a Sonja Wehsely
Tel.: +43/1/4000/81 231
Fax: +43/1/4000/99 81 231
E-Mail: [email protected]
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