Azathioprin acis 50 mg_10 - medikamente-per

Werbung
Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
acis
®
Azathioprin acis® 50 mg
Arzneimittel GmbH
Lil-Dagover-Ring 7
82031 Grünwald
Tabletten
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.
– Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
– Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
– Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben und darf nicht an Dritte weitergegeben werden. Es kann anderen
Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben wie Sie.
– Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser
Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Diese Packungsbeilage beinhaltet
1. Was ist Azathioprin acis® 50 mg und wofür wird es angewendet?
2. Was müssen Sie vor der Anwendung von Azathioprin acis®
50 mg beachten?
3. Wie ist Azathioprin acis® 50 mg einzunehmen?
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
5. Wie ist Azathioprin acis® 50 mg aufzubewahren?
6. Weitere Informationen
1. Was ist Azathioprin acis® 50 mg und wofür wird es
angewendet
Azathioprin acis® 50 mg ist ein Mittel zur Unterdrückung bzw.
Abschwächung der körpereigenen Abwehrreaktion (Immunreaktion).
Azathioprin acis® 50 mg wird angewendet
in schweren Fällen der folgenden Erkrankungen zur Verringerung der Corticosteroid-Dosis oder bei Patienten, die Corticosteroide nicht vertragen bzw. bei denen mit hohen Dosen von Corticosteroiden keine ausreichende therapeutische Wirkung erzielt
werden kann: zur Vorbeugung der akuten Abstoßungsreaktion
nach allogener Transplantation der Niere, Leber, Herz, Lunge
oder Bauchspeicheldrüse in Kombination mit anderen Arzneimitteln, die die Immunreaktion unterdrücken (Immunsuppressiva). Üblicherweise dient Azathioprin hierbei als Zusatz zu
anderen immunsuppressiven Substanzen, die den Hauptpfeiler
der Behandlung darstellen.
Azathioprin acis® 50 mg ist, üblicherweise in Kombination mit
Glucocorticoiden, bei mäßig schweren bis schweren Verlaufsformen der nachfolgend genannten Erkrankungen angezeigt. In
Kombination mit Glucocorticoiden hat die Anwendung von Azathioprin acis® 50 mg in der Regel eine Glucocorticoid einsparende Wirkung. Weiterhin ist Azathioprin acis® 50 mg bei Patienten mit nachfolgend genannten Erkrankungen angezeigt, wenn
Glucocorticoide nicht vertragen werden bzw. wenn mit hohen
Dosen von Glucocorticoiden keine ausreichende therapeutische
Wirkung erzielt werden kann:
– schwere Formen der aktiven rheumatoiden Arthritis / chronischen Polyarthritis (bestimmte Form der chronischen Entzündung mehrerer Gelenke), die durch antirheumatische Basistherapeutika mit geringeren gesundheitlichen Risiken nicht
kontrolliert werden können
– schwere oder mittelschwere chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa)
– chronische Leberentzündung (Autoimmunhepatitis)
– systemischer Lupus erythematodes (entzündlich-rheumatische Autoimmunerkrankung)
– Dermatomyositis (autoimmune Muskelentzündung mit Hautbeteiligung)
– Polyarteriitis nodosa (Entzündung der Blutgefäße mit Knötchenbildung)
– Pemphigus vulgaris und bullöses Pemphigoid (blasenbildende
Hauterkrankungen)
– schwere Manifestationen des Morbus Behçet (chronisch-entzündliche Multisystemkrankheit)
– Erkrankung des Blutes verbunden mit einer Zerstörung der
roten Blutkörperchen (refraktäre autoimmune hämolytische
Anämie, hervorgerufen durch IgG-Wärmeantikörper)
– Hautblutungen aufgrund einer Schädigung der Blutplättchen
und Verringerung ihrer Anzahl (schwere chronisch refraktäre
idiopathische thrombozytopenische Purpura)
– bei schubförmiger multipler Sklerose, wenn eine Dämpfung
der fehlregulierten Immunantwort angezeigt und eine Therapie mit Beta-Interferon nicht möglich ist oder unter einer bisherigen Therapie mit Azathioprin acis® 50 mg ein stabiler Verlauf erreicht wurde
– zur Behandlung der generalisierten Myasthenia gravis (eine
Form der krankhaften Muskelschwäche), in Abhängigkeit vom
Schweregrad der Erkrankung sollte Azathioprin acis® 50 mg
wegen des langsamen Wirkungseintritts zu Beginn der
Behandlung in Kombination mit Corticoiden verabreicht und
die Corticoid-Dosis nach Monaten der Behandlung schrittweise ausgeschlichen werden
Es kann Wochen oder Monate dauern, bevor eine therapeutische Wirkung erkennbar ist.
2. Was müssen Sie vor der Anwendung von Azathioprin
acis® 50 mg beachten?
Azathioprin acis® 50 mg darf nicht angewendet werden
– bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Azathioprin, dessen Abbauprodukt 6-Mercaptopurin oder einem der
sonstigen Bestandteile des Arzneimittels
– bei schweren Infektionen
– bei schweren Erkrankungen der Leber oder des Knochenmarks
– bei Entzündung der Bauchspeicheldrüse
– bei Impfung mit Lebendimpfstoffen (insbesondere sind
Tuberkulose- (BCG), Pocken- und Gelbfieberimpfungen während der Therapie mit Azathioprin acis® 50 mg nicht erlaubt)
– in der Stillzeit (siehe Abschnitt 2. „Schwangerschaft und Stillzeit“)
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Azathioprin
acis® 50 mg ist erforderlich
–
zu Beginn der Behandlung mit Azathioprin acis® 50 mg. Während der ersten 8 Wochen der Therapie soll ein Blutbild einschließlich der Zählung der Blutplättchen mindestens
wöchentlich angefertigt werden. Häufigere Kontrollen sind
angezeigt bei:
– Einsatz höherer Azathioprin-Dosen
– älteren Patienten
– Störung der Nierenfunktion
– geringer bis mäßiger Störung der Leberfunktion (siehe
Abschnitt 2. „Azathioprin acis® 50 mg darf nicht angewendet werden“)
– Überfunktion der Milz
Hinweis für das Pflegepersonal
Azathioprin verändert die Erbsubstanz und kann Krebs verursachen. Beim Umgang mit dieser Substanz sind entsprechende
Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Der Hautkontakt mit dem
Tablettenstaub ist zu vermeiden.
Empfängnisverhütende Maßnahmen
Während der Behandlung sollten Sie nach Möglichkeit eine
Schwangerschaft vermeiden, auch wenn lediglich Ihr Partner
behandelt wird. Falls Sie im fortpflanzungsfähigen Alter sind,
sollten Sie oder Ihr Partner während der Behandlung mit Azathioprin acis® 50 mg empfängnisverhütende Maßnahmen treffen; falls Sie männlichen Geschlechts sind, sollten die empfängnisverhütenden Maßnahmen bis mindestens 6 Monate
nach Ende der Behandlung fortgeführt werden. Dies gilt auch
für Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Fruchtbarkeit aufgrund chronischer Harnvergiftung (Urämie), da sich die
Fruchtbarkeit nach der Transplantation im Allgemeinen wieder
normalisiert.
Fallberichte deuten darauf hin, dass Intrauterinpessare (Spirale,
Kupfer-T) unter einer Azathioprin-Therapie versagen können. Sie
sollten daher andere oder zusätzliche empfängnisverhütende
Maßnahmen treffen.
Bei Anwendung von Azathioprin acis® 50 mg mit anderen
Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie
andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. kürzlich eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Allopurinol, Oxipurinol und Thiopurinol (Mittel zur Behandlung
von Gicht) hemmen den Abbau von Azathioprin acis® 50 mg.
Daher muss bei gleichzeitiger Anwendung auf ein Viertel der
ursprünglichen Dosis verringert werden (siehe Abschnitt 2.
„Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Azathioprin acis®
50 mg ist erforderlich“).
Azathioprin acis® 50 mg kann die Wirkung folgender Arzneimittel, die in der Narkose zur Muskelerschlaffung eingesetzt werden, verändern: Die Wirkung von Tubocurarin und ähnlich wirkenden Mitteln (nicht-depolarisierende Muskelrelaxantien) wird
abgeschwächt. Die Wirkung von Succinylcholin und ähnlich
wirkenden Mitteln (depolarisierende Muskelrelaxantien) wird
verstärkt (siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Azathioprin acis® 50 mg ist erforderlich“)
Bei Anwendung von anderen Immunsuppressiva zusammen mit
Azathioprin acis® 50 mg soll das Risiko einer zu starken Unterdrückung der Immunreaktion beachtet werden.
Olsalazin, Mesalazin und Sulfasalazin (Mittel zur Behandlung
von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen) hemmen den
Abbau von Azathioprin acis® 50 mg und können so die knochenmarkschädigende Wirkung von Azathioprin acis® 50 mg verstärken (siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Anwendung
von Azathioprin acis® 50 mg ist erforderlich“)
Die gerinnungshemmende Wirkung von Warfarin und Phenprocoumon (Mittel zur Blutverdünnung) kann durch gleichzeitige
Anwendung von Azathioprin acis® 50 mg vermindert werden
(siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von
Azathioprin acis® 50 mg ist erforderlich“)
Die gleichzeitige Anwendung von Azathioprin acis® 50 mg und
Arzneimitteln, die die Knochenmarkfunktion unterdrücken,
kann die knochenmarkschädigende Wirkung von Azathioprin
acis® 50 mg verstärken. Dies gilt auch, wenn die Behandlung
mit diesen Arzneimitteln kurz vor Beginn der Therapie mit Azathioprin acis® 50 mg beendet wurde.
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Azathioprin acis® 50 mg
nur anwenden, wenn Ihr behandelnder Arzt dies für unbedingt
erforderlich hält. Im Falle einer Schwangerschaft müssen Sie
daher Ihren Arzt umgehend informieren.
Während der Behandlung sollten Sie nach Möglichkeit eine
Schwangerschaft vermeiden, auch wenn lediglich Ihr Partner
behandelt wird. Falls Sie im fortpflanzungsfähigen Alter sind,
sollten Sie oder Ihr Partner während der Behandlung mit Azathioprin empfängnisverhütende Maßnahmen treffen; falls Sie
männlichen Geschlechts sind, sollten die empfängnisverhütenden Maßnahmen bis mindestens 6 Monate nach Ende der Behandlung fortgeführt werden. Dies gilt auch für Patientinnen
und Patienten mit eingeschränkter Fruchtbarkeit aufgrund
chronischer Harnvergiftung (Urämie), da sich die Fruchtbarkeit
nach der Transplantation im Allgemeinen wieder normalisiert.
Fallberichte deuten darauf hin, dass Intrauterinpessare (Spirale,
Kupfer-T) unter einer Azathioprin-Therapie versagen können. Sie
sollten daher andere oder zusätzliche empfängnisverhütende
Maßnahmen treffen.
Prinzipiell sollten Sie, unabhängig davon, ob Sie männlichen
oder weiblichen Geschlechts sind, Ihren Arzt kontaktieren, bevor
Sie ein Kind planen.
Veränderungen des Blutbildes können bei Neugeborenen auftreten, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Azathioprin acis® 50 mg behandelt werden. Sie sollten daher regelmäßig
Ihr Blutbild während der Schwangerschaft durch Ihren Arzt
kontrollieren lassen.
Während einer Therapie mit Azathioprin acis® 50 mg dürfen Sie
nicht stillen, da im Körper gebildete Umwandlungsprodukte von
Azathioprin acis® 50 mg in die Muttermilch übergehen (siehe
Abschnitt 2. „Azathioprin acis® 50 mg darf nicht angewendet
werden“). Falls Ihr Arzt eine Behandlung mit Azathioprin acis®
50 mg für zwingend notwendig erachtet, müssen sie abstillen.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Nach 8 Wochen soll das Blutbild einmal pro Monat, mindestens
jedoch alle drei Monate, kontrolliert werden.
Informieren Sie umgehend Ihren Arzt
– wenn bei Ihnen Anzeichen für eine gestörte Bildung von Blutzellen, wie ungeklärte Infektionen, Entzündungen der Mundschleimhaut, Fieber oder starke Abgeschlagenheit auftreten.
– wenn Ihre Leberfunktion beeinträchtigt ist. Die Leberfunktionswerte im Blut sollen dann regelmäßig kontrolliert werden.
– wenn Azathioprin acis® 50 mg Tabletten gleichzeitig mit folgenden Arzneimitteln angewendet wird:
– Allopurinol, Oxipurinol oder Thiopurinol (Mittel zur
Behandlung von Gicht)
– Olsalazin, Mesalazin oder Sulfasalazin (Mittel zur Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen)
– Substanzen, die die Knochenmarkfunktion beeinträchtigen
können
In diesen Fällen soll das Blutbild engmaschig kontrolliert
werden.
– wenn bei Ihnen eine bestimmte Abbaustörung für Azathioprin besteht (Mangel an dem Enzym Thiopurin-Methyl-Transferase). Dabei kann es zu einer verstärkten Knochenmarkschädigung durch Azathioprin acis® 50 mg kommen (siehe
Abschnitt 3. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).
– wenn Sie an einem Lesch-Nyhan-Syndrom leiden (erblicher
Mangel an dem Enzym Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase). Möglicherweise ist Azathioprin acis® 50 mg
bei dieser Stoffwechselstörung nicht wirksam und soll daher
nicht angewendet werden.
– bei gleichzeitiger Einnahme von Allopurinol, Oxipurinol oder
Thiopurinol (Mittel zur Behandlung von Gicht). Die Dosis von
Azathioprin acis® 50 mg muss dann auf ein Viertel der normalen Dosis reduziert werden (siehe Abschnitt 2. „Bei Anwendung von Azathioprin acis® 50 mg mit anderen Arzneimitteln“).
– wenn bei Ihnen für eine Narkose Arzneimittel zur Muskelerschlaffung eingesetzt werden sollen (siehe Abschnitt 2. „Bei
Anwendung von Azathioprin acis® 50 mg mit anderen Arzneimitteln“). Informieren Sie den behandelnden Narkosearzt bei
einer bevorstehenden Operation über Ihre Behandlung mit
Azathioprin acis® 50 mg.
– wenn Sie bestimmte blutverdünnende Mittel (Cumarinderivate, z. B. Phenprocoumon) zusammen mit Azathioprin acis®
50 mg einnehmen. Die Blutgerinnung soll dann engmaschig
überwacht werden (siehe Abschnitt 2. „Bei Anwendung von
Azathioprin acis® 50 mg mit anderen Arzneimitteln“).
– wenn Sie die Behandlung mit Azathioprin acis® 50 mg unterbrechen oder beenden möchten. Die Therapie soll immer ausschleichend unter engmaschiger ärztliche Überwachung
beendet werden. Bei einigen Erkrankungen kann das Absetzen
einer wirksamen Behandlung zu einer schwerwiegenden Verschlechterung des Zustandes führen. Sprechen Sie deshalb
vorher mit Ihrem Arzt.
– wenn Sie bestimmte Impfungen erhalten (inaktivierte oder
Toxoid-Impfstoffe). Der Impferfolg soll dann immer durch
Blutuntersuchungen kontrolliert werden.
– wenn Sie an einer unbehandelten Infektion leiden (siehe auch
Abschnitt 2. „Azathioprin acis® 50 mg darf nicht angewendet
werden“).
– wenn Sie verstärkter Sonnen- beziehungsweise UV-Strahlung
ausgesetzt sind. Bei Einnahme von Azathioprin acis® 50 mg
tritt vermehrt Hautkrebs auf. Vermeiden Sie daher unnötige
Sonnen- und UV-Einstrahlungen und lassen Sie Ihre Haut
regelmäßig untersuchen.
Wie bei anderen Behandlungen zur Unterdrückung der Immunreaktion kann es unter Azathioprin acis® 50 mg vermehrt zu bösartigen Geschwülsten (Tumoren) kommen (siehe Abschnitt 3.
„Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).
Es liegen keine Erfahrungen hinsichtlich der Beeinträchtigung
der Verkehrstüchtigkeit und der Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen vor.
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Azathioprin acis® 50 mg
Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Azathioprin acis® 50 mg daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt
ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.
3. Wie ist Azathioprin acis® 50 mg einzunehmen?
Nehmen Sie Azathioprin acis® 50 mg immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis
Nach Organtransplantation
Abhängig vom Behandlungsplan werden gewöhnlich anfangs
bis zu 5 mg Azathioprin/kg Körpergewicht/Tag eingenommen.
Die Erhaltungsdosis liegt bei 1 − 4 mg Azathioprin/kg Körpergewicht/Tag und muss den klinischen Erfordernissen und der Verträglichkeit im Bezug auf das Blutbild angepasst werden.
Die Behandlung mit Azathioprin acis® 50 mg, auch in niedrigen
Dosierungen, muss unbegrenzt erfolgen, da es sonst zu einer
Abstoßung des Transplantats kommen kann.
Multiple Sklerose
Für die Behandlung der schubförmigen multiplen Sklerose
beträgt die Dosierung gewöhnlich 2 − 3 mg Azathioprin/kg Körpergewicht/Tag. Eine Behandlungsdauer von mehr als einem
Jahr kann bis zum Auftreten einer deutlich erkennbaren Wirkung erforderlich sein und wenigstens zwei Jahre können erforderlich sein, bis die volle Wirksamkeit erreicht ist.
Myasthenia gravis
Für die Behandlung der Myasthenia gravis liegt die empfohlene
Dosis bei 2 − 3 mg Azathioprin/kg Körpergewicht/Tag. Üblicherweise tritt ein Behandlungserfolg nicht vor 2 − 6 Monaten ein. Je
nach Schweregrad der Erkrankung sollte Azathioprin acis®
50 mg wegen des langsamen Wirkungseintritts zu Beginn der
Behandlung in Kombination mit Corticoiden gegeben werden.
Die Dosis an Corticoiden kann schrittweise über Monate verringert werden. Die Behandlung mit Azathioprin acis® 50 mg sollte
über wenigstens 2 − 3 Jahre fortgesetzt werden.
Morbus Behçet
Das Auftreten, die Häufigkeit und der Schweregrad von Augenerkrankungen (z. B. Uveitis posterior, retinale Vaskulitis) können
reduziert werden allein mit Azathioprin in Dosierungen von
2,5 mg/kg Körpergewicht/Tag bzw. 50 − 150 mg/Tag oder in Kombination mit anderen Immunsuppressiva. Azathioprin war auch
bei der Vorbeugung neuer Augenerkrankungen gegenüber Placebo wirksamer.
Azathioprin kann auch bei einer wiederkehrenden oder chronischen Gelenkentzündung (Arthritis) eingesetzt werden. Kontrollierte klinische Studien zeigen die Wirksamkeit von Azathioprin
in Dosierungen von 2,5 mg/kg Körpergewicht/Tag bzw. 50 −
150 mg/Tag.
Andere Anwendungsgebiete
Für die Behandlung der autoimmunen chronisch aktiven Hepatitis beträgt die Anfangsdosierung gewöhnlich 1 − 1,5 mg Aza40014904-03/10
thioprin/kg Körpergewicht/Tag, die Erhaltungsdosis bis zu 2 mg
Azathioprin/kg Körpergewicht/Tag. Bei den anderen Anwendungsgebieten beträgt die Anfangsdosierung im Allgemeinen
1 − 3 mg Azathioprin/kg Körpergewicht/Tag und die Erhaltungsdosis zwischen weniger als 1 mg und 3 mg Azathioprin/kg Körpergewicht/Tag. Die Dosierung sollte der therapeutischen Wirkung, die erst Wochen oder Monate nach Therapiebeginn einsetzen kann und der Verträglichkeit in Bezug auf das Blutbild
angepasst werden.
Wird ein Ansprechen auf die Therapie festgestellt, soll die Dosis
auf die Mindestmenge reduziert werden, die zum Fortbestehen
der therapeutischen Wirkung erforderlich ist.
Wenn nach 3- bis 6-monatiger Therapie keine Besserung eintritt, soll ein Absetzen der Therapie in Erwägung gezogen
werden.
Patienten mit eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion
Bei Patienten mit einer Störung der Nierenfunktion und/oder
Leberfunktion soll Azathioprin acis® 50 mg im unteren Bereich
des normalen Dosisspektrums dosiert werden (siehe Abschnitt
„Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Azathioprin acis®
50 mg ist erforderlich“).
Störungen der Leber und der Galle
Häufig: Gallestau, Entzündung der Gallenwege, eine spezielle
Infektionskrankheit (bazilläre Angiomatose), krankhafte Veränderung der Leberzellen (Disse-Raum-Fibrose) und gutartige Tumoren des Lebergewebes (noduläre Hyperplasie) bei 3 − 10 % der
nierentransplantierten Patienten
Selten: lebensbedrohlicher Lebervenenverschluss
Störungen der Haut, Haare, Nägel
Gelegentlich: Haarausfall
Allgemein
Häufig: schwere allergische Reaktionen mit Fieber und/oder
flüchtigem Hautausschlag (bei 2 % der Morbus Crohn Patienten)
Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich äußern
können mit allgemeinem Unwohlsein, Blutdruckabfall, Schwindel, Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose),
schwerem Hautausschlag, starker Übelkeit und Erbrechen,
Durchfall, Fieber, Schüttelfrost, flüchtigem Hautausschlag, Muskel- und Gelenkschmerzen, Gefäßentzündung, Nierenfunktionsstörung, Anstieg der Leberwerte
Selten: Blutdruckabfall
Kinder
Für die Behandlung der chronischen Gelenkentzündung (juvnile
idiopathische Arthritis) mit Azathioprin acis® 50 mg liegen keine
ausreichenden Daten zum Beleg von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bei Kindern und Jugendlichen vor.
Erfahrungen zur Anwendung von Azathioprin acis® 50 mg bei
multipler Sklerose im Kindesalter liegen nicht vor. Daher wird
die Anwendung von Azathioprin acis® 50 mg bei Kindern nicht
empfohlen.
Bei den übrigen Anwendungsgebieten gelten die gleichen
Dosierungsempfehlungen wie für Erwachsene.
Ältere Menschen
Es wird empfohlen, die Dosis für ältere Patienten im unteren
Bereich der normalen Dosierung anzusiedeln (zu Blutbildkontrollen siehe auch Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der
Anwendung von Azathioprin acis® 50 mg ist erforderlich“).
Bei gleichzeitiger Einnahme von Allopurinol, Oxipurinol oder
Thiopurinol muss die Dosis von Azathioprin acis® 50 mg auf ein
Viertel der normalen Dosis verringert werden (siehe Abschnitte
2. „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Azathioprin acis®
50 mg ist erforderlich“ und „Bei Anwendung von Azathioprin
acis® 50 mg mit anderen Arzneimitteln“).
Art und Dauer der Anwendung
Nehmen Sie die Tabletten bitte unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) ein. Nehmen Sie die Tabletten zu
den Mahlzeiten ein.
Sie dürfen die Tabletten nicht teilen. Waschen Sie sich unmittelbar nach dem Berühren der Tabletten die Hände.
Die Dauer der Behandlung muss vom Arzt festgelegt werden. Sie
ist unter anderem abhängig von dem Anwendungsgebiet, dem
Ansprechen (therapeutischer Erfolg), dem klinischen Zustand
und von dem Blutbild des Patienten sowie der Art und Menge
anderer, gleichzeitig angewendeter Arzneimittel.
Das Absetzen der Therapie mit Azathioprin acis® 50 mg soll langsam unter strenger ärztlicher Überwachung erfolgen (siehe
Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Azathioprin acis® 50 mg ist erforderlich“).
Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen mit tödlichem
Ausgang
Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwirkungen zu
ergreifen?
Überempfindlichkeitsreaktionen
Treten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion bei Ihnen
auf, sollten Sie die Anwendung von Azathioprin acis® 50 mg
sofort abrechen und Ihren Arzt aufsuchen.
Nach einer Überempfindlichkeitsreaktion auf Azathioprin dürfen Azathioprinhaltige Arzneimittel nicht erneut angewendet
werden.
Störungen des Blut- und Lymphsystems
Veränderungen der Blutzellbildung können auch bei Patienten
unter stabiler Langzeitbehandlung mit Azathioprin auftreten.
Daher sollte das Blutbild regelmäßig kontrolliert werden und die
Dosis gegebenenfalls angepasst werden (siehe Abschnitt 2.
„Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Azathioprin acis®
50 mg ist erforderlich“)
Störungen des Verdauungstraktes
Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt, wie Übelkeit und
Appetitlosigkeit können verringert werden, indem Azathioprin
acis® 50 mg in aufgeteilten Dosen und/oder zusammen mit einer
Mahlzeit eingenommen wird.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine
der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser
Gebrauchsinformation angegeben sind.
5. Wie ist Azathioprin acis® 50 mg aufzubewahren?
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf Blister und Faltschachtel angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.
6. Weitere Informationen
Beenden Sie die Behandlung nicht ohne vorherige Rücksprache
mit Ihrem Arzt.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben,
dass die Wirkung von Azathioprin acis® 50 mg zu stark oder zu
schwach ist.
Was Azathioprin acis® 50 mg enthält
Wirkstoff: Azathioprin
1 Tablette enthält 50 mg Azathioprin.
Wenn Sie eine größere Menge von Azathioprin acis® 50 mg
eingenommen haben, als Sie sollten
Die sonstigen Bestandteile sind Lactose Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, Cellulosepulver, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat.
Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort
einen Arzt, damit dieser über das weitere Vorgehen entscheiden
kann.
Wie Azathioprin acis® 50 mg aussieht und Inhalt der
Packung
Die häufigste Auswirkung einer Überdosierung ist eine Hemmung der Knochenmarkfunktion, die ihren Höhepunkt 9 −
19 Tage nach der Überdosierung erreicht. Die Hauptanzeichen
einer Unterdrückung des Knochenmarks sind Geschwüre im
Mund- und Rachenraum, Fieber unklarer Herkunft und ungeklärte Infektionen. Weiterhin können Spontanblutungen und
starke Abgeschlagenheit auftreten. Schädliche Wirkungen sind
eher nach länger andauernder geringer Überdosierung (z. B.
durch Verordnung etwas zu hoher Dosen durch den Arzt) als
nach einer hohen Einzeldosis zu erwarten.
Es gibt kein spezielles Gegenmittel. Im Falle einer Überdosierung
müssen insbesondere das Blutbild und die Leberfunktion überwacht werden. Azathioprin kann bei schweren Vergiftungen
mittels Blutwäsche (Hämodialyse) entfernt werden.
Wenn Sie die Einnahme von Azathioprin acis® 50 mg vergessen haben
Holen Sie die Einnahme nicht nach, sondern nehmen Sie bei der
nächsten Einnahme nur die verordnete Menge ein. Sollten Sie
mehr als eine Einnahme vergessen haben, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt.
gelbe, runde Tabletten mit Bruchkerbe
Azathioprin acis® 50 mg ist in Packungen mit 20, 50 und 100
Tabletten erhältlich.
Pharmazeutischer Unternehmer
acis Arzneimittel GmbH
Lil-Dagover-Ring 7
82031 Grünwald
Telefon: 089 / 44 23 24 60
Telefax: 089 / 44 23 24 666
e-mail: [email protected]
Hersteller
mibe GmbH Arzneimittel
Münchener Straße 15
06796 Brehna
Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im
April 2010.
Wenn Sie die Anwendung von Azathioprin acis® 50 mg
abbrechen
Bei einigen Erkrankungen kann das Absetzen einer wirksamen
Behandlung zu einer schwerwiegenden Verschlechterung des
Zustandes führen. Eine Unterbrechung oder Änderung der
Dosierung soll nur auf ärztliche Anweisung erfolgen.
acis
®
Arzneimittel GmbH
Lil-Dagover-Ring 7
82031 Grünwald
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann Azathioprin acis® 50 mg Nebenwirkungen haben. Bei der Art, Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen, die unter der Behandlung mit Azathioprin acis®
50 mg beobachtet werden, können auch die verwendete Dosis,
die Dauer der Behandlung, die begleitenden Behandlungen
(Medikamente) und die zu Grunde liegende Erkrankung eine
Rolle spielen.
Die Hauptnebenwirkung von Azathioprin acis® 50 mg ist eine
Unterdrückung der Knochenmarkfunktion. Diese ist abhängig
von der angewendeten Dosis und im Allgemeinen nach Absetzen der Behandlung rückläufig.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
Sehr häufig:
Häufig:
mehr als 1 Behandelter von 10
1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich:
1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten:
1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten:
weniger als 1 Behandelter von 10.000 oder
unbekannt
Mögliche Nebenwirkungen
Infektionen durch Viren, Pilze und Bakterien
Sehr häufig: Infektionen wurden bei 20 % der Nierentransplantationspatienten beobachtet.
Gelegentlich: Infektionen wurden bei weniger als 1 % der Patienten mit rheumatoider Arthritis beobachtet.
Tumorerkrankungen, gutartige und bösartige
Häufig: bei bis zu 2,8 % der Nierentransplantationspatienten:
Tumore der Haut (Plattenepithelkarzinom), der Lymphknoten
(Non-Hodgkin-Lymphom), des Gebärmutterhalses und des
äußeren weiblichen Genitales (Vulva); Kaposi Sarkom
Gelegentlich: lymphoproliferative Erkrankung nach Transplantation
Sehr selten: bestimmte gutartige oder bösartige Erkrankungen
des Blutes (akute myeloische Leukämie, myelodysplastische
Syndrome)
Störungen des Blut- und Lymphsystems
Sehr häufig: Abnahme der weißen Blutkörperchen (bei über
50 % der Nierentransplantationspatienten, bei 28 % der Patienten mit rheumatoider Arthritis und bei 15 % der Morbus-Crohn
Patienten)
Häufig: Abnahme der Blutplättchen bzw. der roten Blutkörperchen. Abnahme der weißen Blutkörperchen
Gelegentlich: Anstieg des mittleren Blutzellenvolumens und des
Blutfarbstoffgehaltes der roten Blutzellen
Selten: Verminderung von bestimmten weißen Blutkörperchen
(Granulozytopenie), starke Verminderung aller Blutzellen (Panzytopenie, aplastische Anämie) auch mit Veränderung der Form
und Größe der roten Blutzellen (schwere megaloblastäre Anämie, Erythrozytenhypoplasie)
Störungen der Atemwege
Selten: bestimmte, sich wieder zurückbildende Form der Lungenentzündung (interstitielle Pneumonie, reversibel)
Störungen des Verdauungstrakts
Sehr häufig: Übelkeit und Appetitlosigkeit, gelegentlich mit
Erbrechen (12 % der Patienten mit rheumatoider Arthritis)
Häufig: Entzündung der Bauchspeicheldrüse (0,2 % - 8%)
Gelegentlich: Fettstuhl
Selten: Magen-Darm-Geschwüre, Darmblutungen und Gewebezerfall, Dickdarmentzündung, Ausstülpungen mit Entzündung
(Divertikulitis) oder Durchbruch (Perforation) der Darmwand;
schwerer Durchfall bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen.
40014904-03/10
Herunterladen