Markteinführung von Innovationen

Werbung
24.01.2012
Innovationsmarketing
Gastvortrag
Markteinführung von Innovationen
Prof. Dr. Katrin Talke
Universität Hamburg
Prozess der Innovation: Prozess-Stufen
1.
Problemerkennung
und Ideengenerierung
2.
Suche nach
adäquaten
Lösungskonzepten
3.
Konzeptauswahl,
detaillierte
Bewertung =
Business
Case
4.
Strategische
Entwicklung
und
Prototypentest
5.
Operative
Entwicklung,
Test und
Validierung
6.
Produktion,
Markteinführung und
Diffusion
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
2
1
24.01.2012
Prozess der Innovation: Prozess-Stufen
1.
Problemerkennung
und Ideengenerierung
2.
Suche nach
adäquaten
Lösungskonzepten
3.
Konzeptauswahl,
detaillierte
Bewertung =
Business
Case
4.
Strategische
Entwicklung
und
Prototypentest
5.
Operative
Entwicklung,
Test und
Validierung
6.
Produktion,
Markteinführung und
Diffusion
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
3
Markteinführung und Diffusion von Innovationen
1.
Problemerkennung
und Ideengenerierung
2.
Suche nach
adäquaten
Lösungskonzepten
3.
Konzeptauswahl,
detaillierte
Bewertung =
Business
Case
Markteinführung
5. Operative
Entwicklung,
und
Test
und
Validierung
Diffusion
4.
Strategische
Entwicklung
und
Prototypentest
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
4
2
24.01.2012
Erfolgreiche und nicht erfolgreiche Markteinführungen von Innovationen
Eine Branche, in der es durch die Einführung neuer Produkte immer wieder
zu dramatischen Veränderungen der Marktanteile kam:
Videospielkonsolen in den USA
Vergleichen Sie hierzu:
Technological Leapfrogging: LESSONS FROM THE U.S. VIDEO GAME CONSOLE INDUSTRY
Melissa A. Schilling, 2003, CALIFORNIA MANAGEMENT REVIEW, 45 (3): 6-32
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
5
U.S.-Videospielkonsolen: Markteinführungen von Innovationen
1972 gründete Nolan Bushnell die Firma Atari
und brachte das Spiel Pong auf den Markt, das
mit einem Fernseher und einer Atari-Konsole
gespielt wurde - Pong schloss das erste
Geschäftsjahr mit 1 Mio. US-Dollar Gewinn ab
Bis 1984 erzielten Fernseher, Videospielkonsolen und Spiele allein in den USA
Gewinne von 3 Milliarden US-Dollar.
Die Konsolenhersteller sicherten ihre Produkte nicht ausreichend ab, so dass der
Markt von illegalen und qualitativ minderwertigen Spielen überflutet wurde - Die
Verkaufszahlen fielen dramatisch, und im Jahr 1985 wurde die Videospielbranche für
tot erklärt
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
6
3
24.01.2012
U.S.-Videospielkonsolen: Markteinführungen von Innovationen
Nintendo und Sega brachten 1985
überraschend 8-Bit-Systeme
auf den Markt
Sie investierten 15 Mio. US-Dollar in Produktwerbung und Nintendo hatte von 19851989 nahezu ein Monopol auf dem Markt
− Nintendo ließ Spiele durch vertraglich gebundene Entwickler unter Einhaltung strikter
Lizenzierungsbedingungen produzieren
• Entwickler durften nur eine begrenzte Anzahl an Spielen programmieren
• Entwickler durften keine ähnlichen Spiele für andere Konsolen programmieren
• Lizenzierte Händler mussten sich verpflichten, ein gewisse Anzahl an Geräten und Spielen
abzunehmen
− Hoch profitable Praxis, die jedoch von der FTC (Federal Trade Commission) sanktioniert
wurde, sowie Händler und Entwickler abschreckte
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
7
U.S.-Videospielkonsolen: Markteinführungen von Innovationen
1989 gelang es Sega, die Marktdominanz von Nintendo zu überwinden
durch Einführung des 16-Bit-Genesis-Systems (7,76 MHz)
1½ Jahre vor Nintendo
−
Nintendo führte sein 16-Bit-System zwar 1991 ein,
aber Sega hatte als Marktführer zu viel Vorsprung
−
Nintendo stellte keine Rückkompatibilität sicher
1995 gelang Sony durch beträchtliche Investitionen in
die Spielentwicklung die Einführung eines 32-Bit-Systems
(33,9 MHz), der Playstation I.
−
Rückkompatibilität zu den 8-Bit-Spielen verfügbar
Durch geschickte Nutzung der bestehenden
Händlerkontakte konnten sie erfolgreich in den Videospielmarkt eindringen
1996 verfügte Sony über 2,9 Millionen genutzter Einheiten ggü. 1,2 Millionen bei Sega
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
8
4
24.01.2012
U.S.-Videospielkonsolen: Markteinführungen von Innovationen
Ende 2001 kam Microsoft mit der XBoX auf den
Videospielmarkt, das über einen hoch entwickelten Rechner
verfügte (32-Bit 733 MHz Prozessor, 128-Bit Speicher)
Microsoft investierte hohe Summen in Marketing und Spiele,
die Sony PlayStation2 (64-Bit 294 MHz Prozessor,
64-Bit Speicher) besaß bereits eine Kundenbasis von
20 Millionen genutzten Einheiten
Am ersten Verkaufswochenende der PS2 (04.03.2000)
wurden 1 Million Spiele verkauft. Die Website verzeichnete
über 100.000 Zugriffe in einer Minute und musste zeitweise
heruntergefahren werden
Als Microsoft gegen Ende von 2005 die Xbox 360 herausbrachte,
kam die Firma damit der Markteinführung der PlayStation3 zuvor
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
aber
9
U.S.-Videospielkonsolen: Markteinführungen von Innovationen
2006 brachte Nintendo die Wii auf den Markt, eine Konsole
mit neuartigem Controller, der Fernbedienungen ähnelt
und über eingebaute Bewegungssensoren verfügt
Durch die Auslieferung weiterer Controller wie dem Wii
Balance Board wurde der Markt für Videospiele auf neue
Zielgruppen ausgedehnt
−
−
−
Das Spiele-Erlebnis findet nicht mehr alleine und in
verkrampfter Haltung statt, stattdessen wird das Spiel zum
(sportlichen) Gruppenerlebnis
Angesprochen werden vermehrt weibliche Spieler
Es geht weniger um Schnelligkeit des Rechners und Perfektion
der Grafiken
Mit über 25 Millionen verkauften Einheiten wurde die Wii
bis Ende 2007 deutlich häufiger als ihr ein Jahr früher
eingeführter Konkurrent Xbox 360 und mehr als doppelt so
oft wie die gleichzeitig erschienene PlayStation3 verkauft
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
10
5
24.01.2012
Produktneueinführungen in der US-Videospielbranche
Die Verkaufszahlen von 4/2008, 4/2009 sowie 04/2010 (http://vgchartz.com/)
befinden sich in untenstehender Grafik:
Der Kampf geht weiter, jetzt auch auf dem Markt der Handhelds, Smartphones,
Browser, Social Networks...
04/2008
5.90M Japan
10.73M America
8.14M Others
0.60M Japan
11.60M America
6.26M Others
24.77M
18.46M
2.08M Japan
4.73M America
5.22M Others
12.03M
22.64M Japan
22.46M America
25.57M Others
70.67M
9.22M Japan
12.51M America
11.72M Others
33.45M
04/2009
44,8%
33,4%
21,8%
67,9%
32,1%
8.04M Japan
23.03M America
18.46M Others
1.05 Japan
17.32M America
11.85M Others
49.53M
30.22M
3.18M Japan
8.51M America
10.45M Others
22.14M
26.53M Japan
34.86M America
41.18M Others
102.57M
12.18M Japan
16.75M America
18.42M Others
47.35M
04/2010
48.6%
29.7%
21.7%
68.4%
31.6%
10.28M Japan
33.17M America
27.20M Others
70.65M
5.15 Japan
13.78M America
15.67M Others
34.60M
1.29M Japan
22.98M America
15.41M Others
39.68M
30.36M Japan
46.80M America
52.01M Others
129.18M
14.57M Japan
19.34M America
24.15M Others
58.06M
48.7%
23.9%
27.4%
69.0%
31.0%
(Angaben in Anzahl verkaufter Konsolen seit Verkaufsstart)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
11
Daraus folgt…
Der Wert einer Innovation liegt nur teilweise in ihrer technologischen Leistungsfähigkeit begründet - zu einem Großteil hängt er davon ab, inwieweit Menschen von
ihr erfahren, sie verstehen, sie anwenden und sie in ihr Leben integrieren
Eine effektive Markteinführung ist daher das Schlüsselelement jeder
Innovationsstrategie. Sie kann:
− die Empfänglichkeit von Kunden, Händlern, Zulieferern und Hersteller von
Komplementärprodukten und Dienstleistungen beeinflussen
− die Unsicherheit des Nutzers dem Produkt gegenüber mindern, den Wechsel von
einem Konkurrenzprodukt erleichtern und die Diffusion des Produktes im Markt
beschleunigen
− 3DO und Phillips brachten die ersten zwei 32-Bit-Systeme auf den Markt,
scheiterten jedoch wegen zu hoher Preise und zu geringer Anzahl an Spielen
− Segas 32-Bit-System war zwar preislich korrekt platziert, jedoch durch eine
schwache Absatzstrategie eingeschränkt
− Sony hingegen sicherte der Playstation durch intensives Marketing, niedrigen
Preis, gute Spiele-Verfügbarkeit und aggressiven Vertrieb einen erfolgreichen
Marktstart
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
12
6
24.01.2012
Kritische Entscheidungen vor der Markteinführung
Welche Zielgruppe(n) soll das Produkt erreichen? – Marktsegmentierung
Worin besteht der CIA des Produkts für die Zielgruppe(n)?
Wie sollen die Zielkunden das Produkt wahrnehmen? –
Produktpositionierung
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Markteinführung?
In welche Märkte soll das Produkt eingeführt werden? –
Internationalisierung
Welche Hindernisse können der Diffusion des Produkts im Weg stehen? –
Diffusionsbarrieren
Wie können Diffusionsbarrieren gesenkt werden – Marketing-Mix = 4 Ps
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
13
2. Markteinführungsstrategie
Marktsegmentierung
Produktpositionierung
Einführungszeitpunkt
Internationalisierung
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
14
7
24.01.2012
Warum wird der Markt segmentiert?
1908 Ford Modell T : Ein Modell für alle
Rationales Preisoptimum für 825 Dollar
Design für alle: “Sie können den Ford Model T in allen Farben haben, so
lange es schwarz ist” (Henry Ford, 1908)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
15
Unterschiedliche Zielgruppen …
…mit unterschiedlichen Bedürfnissen
Aufteilung des Markts
in Gruppen von
Menschen/Firmen
(Segmente),
die sich evtl. mehr für
ein Produkt und den
dazugehörigen
Marketing-Mix
interessieren als andere
(z.B. Produktspezifika,
angebotener Preis,
Vertriebskanäle, etc.)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
16
8
24.01.2012
Zielgruppen mit Hilfe von “Persönlichkeiten” zum Leben erwecken
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
17
2. Markteinführungsstrategie
Marktsegmentierung
Produktpositionierung
Einführungszeitpunkt
Internationalisierung
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
18
9
24.01.2012
Positionierung der Innovation für ihre Zelgruppe(n)
Bei jeder Innovation muss die Produktpositionierung folgende Fragen beantworten
können:
Welche Produkteigenschaften sind relevant für die
jeweilige Zielgruppe?
Wie nehmen Kunden die Innovation im Vergleich zu
Konkurrenzangeboten/potentiellen Ersatzprodukten
wahr?
Welche Positionen sind am Markt attraktiv und noch
unbesetzt oder schlecht besetzt?
Basis für Entscheidungen über den Marketing-Mix zur
Entwicklung/Ergänzung der Positionierung der
Innovation
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
19
Identifikation relevanter Produkteigenschaften
Welche Eigenschaften einer Produktkategorie sind am relevantesten für die
Kunden? Beispiel: Sportflugzeuge
1
• Kosten
2
• Sportlichkeit
Einschätzung der
Produktkategorie:
Sportflugzeuge
3
Leistung
4
• Komfort
5
Handhabung/Robustheit
• Handling
/ Robustheit
6
Verlässlichkeit/Sicherheit
• Zuverlässigkeit
/ Sicherheit
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
20
10
24.01.2012
Ermittlung von Konkurrenzpositionierungen und Marktlücken
Wie nehmen Kunden Produkteigenschaften im Vergleich zu den
Hauptkonkurrenten wahr?
Einschätzung
neutral
schlecht
Kriterium
1
2
3
gut
4
Klassenbester
5
Sportlichkeit
Stemme S6
Komfort
Stemme S6
Handhabung/Robustheit
Stemme S6
Verlässlichkeit/Sicherheit
Stemme S6
Kosten
Europa MG
Leistung
Stemme S6
Stemme S6
Diamond Super Dimona
Europa Motor Glider
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
21
2. Markteinführungsstrategie
Marktsegmentierung
Produktpositionierung
Einführungszeitpunkt
Internationalisierung
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
22
11
24.01.2012
Verkauf
Markteinführungszeitpunkt und Lebenszyklen des Produkts
Produktlebenszyklen
Zeit
Pionier
Früher
Folger
Später
Folger
Quelle: A.D. Little (1991)
23
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
Kurze Produktlebenszyklen sind gefährlich für Folgeprodukte
Lange Produktlebenszyklen
Verkauf
Verkauf
Kurze Produktlebenszyklen
Pionier
Folger
Pionier
Folger
Zeit
Zeit
Quelle: A.D. Little (1991)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
24
12
24.01.2012
Das Dilemma Pionier - Folger
Pionier
Vorteile
Folger / „Me too“
Renommee, Technologieführerschaft
Bestimmen der Vertriebskanäle
Niedrigere Forschungs- und
Entwicklungskosten
Erfahrungsgewinn
Lerngewinn aus Erfahrung des Innovators
Definition von Standards
Geringere Unsicherheit bezüglich
Nachfrage und Kundenbedürfnissen
Schutz vor Imitationen einrichten
(z. B. Patentierung)
Fehler können vermieden werden
Pioniervorteile, temporäres Monopol
Nachteile
Spezifische Pionierkosten (z. B.
durch Genehmigungsverfahren,
Einhaltung von Vorschriften)
Markteintrittshindernisse
Innovator ist als Technologie- und MarktFührer etabliert
Markt muss “erzogen” werden
Nachfrageunsicherheit, Käuferbedürfnisse können sich ändern
Geringere Langzeitvorteile für das Produktimage
Probleme/Fehler des neuen Produkts
Anpassung an bestehende Standards
Quelle: Schewe (1991)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
25
Einführungszeitpunkt
Die Wahl des Zeitpunkts einer Markteinführung kann entscheidend für ihr
Ergebnis sein
Unternehmen können den Zeitpunkt einer Produkteinführung so wählen,
dass Konjunktur oder saisonale Effekte sie begünstigen.
− z. B. kommen Videospielkonsolen und Blockbuster-Filme oft kurz vor Weihnachten
auf den Markt/in die Kinos.
Die Wahl des Zeitpunkts ist auch ein Signal an den Kunden, welche
Technologiegeneration das Produkt repräsentiert.
− wenn z. B. eine Spielkonsole der nächsten Generation zu früh nach der
Vorgängergeneration eingeführt wird, investiert der Markt so kurz nach dem Kauf
der Vorgängergeneration kein Geld in eine neue Konsole.
− Xbox-Folgegeneration wurde zu schnell nach PS2 eingeführt.
Die Einführung muss mit Produktionskapazität und Teileverfügbarkeit
koordiniert werden, wenn sie nicht fehlschlagen soll.
Quelle: Schilling (2008)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
26
13
24.01.2012
Einführungszeitpunkt
Schwere Entscheidung: Optimalisierung des Cash Flow oder Zulassen von
Kannibalisierung
Bisher steuern Unternehmen die Produktlebenszyklen, um Cash Flow und
Erträge zu optimieren.
− Es wird keine neue Generation eingeführt, während sich die alte noch gut
verkauft.
In Branchen mit steigenden Erträgen ist dies jedoch riskant.
− Wettbewerber können einen Vorsprung am Markt gewinnen, der schwer
einzuholen ist.
Es ist oft günstiger für ein Unternehmen, in kontinuierliche Innovationen zu
investieren und die eigenen Produkte zu kannibalisieren, so dass
Wettbewerbern ein technologischer Vorsprung erschwert wird.
− In den späten 80er Jahren wollte Nintendo das eigene 8-Bit-System trotz der
Markteinführung von Sega nicht kannibalisieren und verlor dadurch Marktanteile
Quelle: Schilling (2008)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
27
2. Markteinführungsstrategie
Marktsegmentierung
Produktpositionierung
Einführungszeitpunkt
Internationalisierung
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
28
14
24.01.2012
Gründe für internationale Produkteinführung
Gründe für die Internationalisierung
Überalterte, gesättigte Märkte im Heimatland, abnehmende
Lebenszyklen von Produkten und/oder ganzer Produktkategorien
Internationalen Verlagerungen in Nachfragetrends folgen
Risikominimierung durch Präsenz in mehreren Märkten (z. B.
Abschwächen wirtschaftlicher/politischer Risiken, saisonaler
Effekte)
Verbesserte Ausnutzung existierender Kapazitäten
Kostenvorteile durch Vergrößern des Kundenstamms
“Einführungsbasis” zur Verbesserung des Markteintritts in
Nachbarregionen
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
29
Typologie zur Evaluierung internationaler Märkte
Marktattraktivität
Marktbarrieren
Hohes zukünftiges Marktpotential, hohes aktuelles Marktvolumen, großes
Marktwachstum
Große politische Stabilität
Wenig Hindernisse für Handel und Export, niedrige Löhne, niedrige
Transportkosten, gute Infrastruktur
Das Land bietet folgende Möglichkeiten:
− Verstärkung der Auslandsaktivitäten bezüglich neuer Märkte
− Sicherung eines oder mehrerer existierender Märkte
− Exportbasis für andere Produkte des Unternehmens
− Hohe Erträge
− Sicherung/Kontrolle von Verkauf und Vertrieb im Ausland
− Verfügbarkeit adäquater Partner (Lieferanten, Händler, etc.) im Ausland
Wirtschaftliche und rechtliche Exporthindernisse, protektionistische
Handelsbarrieren
Unterschiedliche technische Normen
Länderspezifische Risiken:
− Risiken bezüglich Kapitaltransfer
− Risiken der Enteignung
− Risiken bezüglich Wechselkurs
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
30
15
24.01.2012
Festlegen der Markteintrittsreihenfolge
Entscheidung: gleichzeitiger oder aufeinander folgender Markteintritt?
Heimatland
Land A
Land B
Land C
Land D
Wasserfallmodell:
t
Sprinkler-Modell:
Heimatland
Land A
Land B
Land C
Land D
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
…
31
3. Einführungstaktik
Produktentscheidungen
Preisentscheidungen
Promotionsentscheidungen
(Kommunikation)
Platzierungsentscheidungen
(Distribution)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
32
16
24.01.2012
Einführungstaktik
Über die 4 Ps aus dem Marketing-Mix werden die strategischen
Einführungsentscheidungen eines Unternehmens implementiert
Produkt
... alle Entscheidungen, die mit dem Design des Produkts und dem
Leistungsspektrum des Unternehmens zusammenhängen
Preis
... alle Entscheidungen, die mit den Preisgestaltungs- und
Zahlungsbedingungen der Produkte und Leistungen des
Unternehmens zusammenhängen
Promotion
... alle Entscheidungen und Maßnahmen, die Wissen, Einstellung und
Verhalten von Kunden und anderen Marktteilnehmern bezüglich
Image, Produkten und Leistungen des Unternehmens zu
beeinflussen versuchen
Platzierung
... Alle Entscheidungen bezüglich der Definition von Aktivitäten zum
Vertrieb von Produkt und Leistungen vom Herstellungsort zur
Verkaufsstelle oder Weiterverwendung
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
33
Innovationsdiffusion über die Zeit
Kundengruppen, eingeteilt nach ihrem Adoptionszeitpunkt
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
34
17
24.01.2012
Erwartete Effekte bei Überwindung von Diffusionsbarrieren
Kumulierter Absatz
Markt-/Verkaufspotential
Zeit
Anzahl an Adoptoren
Zeit
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
35
Die Einführungsstrategie muss wichtige Stakeholder berücksichtigen
Five-Forces-Modell nach Porter
Bedrohung
durch mächtige
Zulieferer
Bedrohung
durch mächtige
Kunden
Neues Produkt
Bedrohung
durch etablierte
Wettbewerber
Bedrohung
durch neue
Wettbewerber
Bedrohung durch
Substitutionsprodukte
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
36
18
24.01.2012
Diffusionsbarrieren – als Stakeholder-Konzept
Stakeholder
des externen
Markts
Negative
Konsequenzen
Endkunde, Firmenkunden
Einzelhändler, Händler, Diffusionsagenten
Zulieferer
Hersteller von Komplementärprodukten,
Komplementärdienstleister
Wettbewerber
Kunden: Kaufverweigerung, Beschwerden,
Rücksendungen, negativer Einfluss auf andere potentielle
Anwender oder existierende Kunden
Händler/Zulieferer: Bedrohung der Produktverfügbarkeit,
der Produktpositionierung und der Produktqualität
Komplementäre: Fehlendes Angebot komplementärer
oder unterstützender Produkte und Dienstleistungen
Wettbewerber: Etablierung des Wettbewerbsstandards
als dominantes Design, tödliche Preiskämpfe, Blockierung
relevanter Vertriebskanäle, Kundenbindung über
rechtliche/psychologische Verträge.
Quelle: Talke, Hultink (2009)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
37
Diffusionsbarrieren – als Stakeholder-Konzept
Interne
Stakeholder
Negative
Konsequenzen
Top-Management
In Markt-nahen Bereichen tätige Angestellte, die an der
Neuprodukteinführung und der Diffusion, z.B. im
Marketing, Verkauf, Kundendienst oder After-Sales
Service arbeiten.
Top-Management: Bereitstellung zu geringer Ressourcen
für effektive Einführung.
In Markt-nahen Bereichen tätige Angestellte: zu geringer
Fokus auf das neue Produkt innerhalb des existierenden
Portfolios.
Negativer Einfluss auf Kunden und potentielle
Kooperations-partner durch Weitergabe falscher oder
unvollständiger Informationen sowie uninformierte oder
unmotivierte Kommunikation.
Quelle: Talke, Hultink (2009)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
38
19
24.01.2012
Diffusionsbarrieren – als Stakeholder-Konzept
Stakeholder aus
dem weiteren
Umfeld
Negative
Konsequenzen
Gesellschaftliche Gruppierungen/Vereinigungen:
Interessengemeinschaften wie z.B. Gewerkschaften,
Kirchen, Umweltaktivisten
Medienvertreter, Journalisten
Politische und rechtliche Institutionen
Banken, Investoren
Interessengemeinschaften/Medienvertreter/Journalisten:
Negativer Einfluss auf die öffentliche Meinung und Kunden
durch öffentliche Beschwerden, Proteste, negative
Berichterstattung, Boykotte
Politische und rechtliche Institutionen: Behinderung der
Diffusion durch rechtliche Bedingungen oder Ausbleiben
von Genehmigungen
Banken/Investoren: Ablehnung (weiterer) finanzieller
Unterstützung, die entscheidend für einen „Marketing
Hype“ ist
Quelle: Talke, Hultink (2009)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
39
Effektiver Umgang mit Diffusionsbarrieren
Interaktion: Kommunikation oder Kooperation mit folgenden Parteien
Bei der Produkteinführung sollten Unternehmen sich nicht nur auf den Kunden konzentrieren.
Im Interesse einer effektiven Diffusion müssen folgende Parteien berücksichtigt werden:
Interne Angestellte - müssen informiert und motiviert werden, das neue Produkt zu
akzeptieren sowie interner und externer Änderungen zu verstehen und damit zu arbeiten,
so dass die Vorteile des Produkts direkt an die Kunden weitergegeben werden.
Kooperationspartner - Händler, Zulieferer, Hersteller von Komplementärprodukten/Dienstleister und Diffusionsagenten sollten als Partner gewonnen werden, um
die eigene Marktmacht zu vergrößern.
Wettbewerber - Kooperation mit Wettbewerbern zur Etablierung von Standards.
Meinungsführer - glaubwürdige Experten treten als Fürsprecher für die Innovation auf,
um andere Parteien vom neuen Produkt zu überzeugen.
Umfeld-Stakeholder - öffentliche Meinung zu dem neuen Produkt positive beeinflussen,
rechtliche, politische oder infrastrukturelle Bedingungen verbessern.
Quelle: Talke, Hultink (2009)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
40
20
24.01.2012
Überwindung von Diffusionsbarrieren in der Praxis
Schaffen von Aufmerksamkeit für Domosedan
Die Firma Farmos wollte Aufmerksamkeit für ihr neues Tierschmerzmittel
schaffen.
Hochschulprofessoren und angesehene Tierärzte wurden um Unterstützung in
der Testphase des Mittels gebeten.
Daraufhin wurde das Mittel auf Konferenzen, in Beiträgen und in
wissenschaftlichen Arbeiten besprochen, was als Prämarketing fungierte und
für immense Aufmerksamkeit sorgte.
Farmos richtete bei der Produkteinführung des Medikaments große Events für
alle praktizierenden Tierärzte aus, bei der auch Proben verteilt wurden.
Domosedan fand weltweit schnell Akzeptanz und wurde ein wirtschaftlicher
Erfolg.
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
41
Wie senkt man Diffusionsbarrieren mit den 4 Ps?
3. Einführungstaktik
Produktentscheidungen
Preisentscheidungen
Promotionsentscheidungen
(Kommunikation)
Platzierungsentscheidungen
(Distribution)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
42
21
24.01.2012
Produktentscheidungen: Kooperation mit Komplementärfirmen
Kundenwert durch Komplementärangebote generieren oder verbessern.
Beispiel:
−
Möglichst viele interessante Spiele für Videospielkonsolen
Bündeln von Beziehungen, Tandemverkauf mit bereits gut eingeführten
Produkten, um Diffusion zu beschleunigen. Beispiele:
−
−
MS Windows auf fast allen PCs
MS Internet Explorer über AOL
Aufnehmen von Produkten in die Produktpalette, die Kunden neben dem
Kernprodukt interessieren, und durch die sich der Ertrag pro Kunde steigern
lässt. Beispiele:
−
−
−
Eis, Popcorn, Süßigkeiten und Salzgebäck in Videotheken
Fast Food und Mini-Supermarkt an Tankstellen
Wi-Fi-Internet-Zugang und italienische Schokolade bei Starbucks
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
43
Produktentscheidungen: Co-Branding
Width of product line
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
44
22
24.01.2012
Produktentscheidungen: Wann ist Co-Branding sinnvoll?
Es ist sinnvoll, ein Produkt mit multiplen Marken einzuführen, wenn:
Die zweite Marke zur Differenzierung des neuen Produkts und der Marke beiträgt.
Die zweite Marke dem neuen Produkt und der Marke neue Energie verleiht.
Die beiden Marken-Images gut zusammenpassen.
Mini & Puma
Cote d’Or & Yoplait
Nike & Apple
Knorr & Puget
Ferrari & Acer
Adidas & Goodyear
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
45
Produktentscheidungen: Joint-Service-Angebote
Kooperationen von Herstellerunternehmen mit Dienstleistungsanbietern können
Produktinstallation und Wartung, Reparaturen, Anwendungs- und
Anpassungsberatungsdienste betreffen
Hardware- und Software-Hersteller mit IT-Beratungsfirmen
Möbelhersteller mit Inneneinrichtern
Hersteller von Kosmetikprodukten
mit Friseuren, Kosmetikern, Visagisten
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
46
23
24.01.2012
Wie senkt man Diffusionsbarrieren mit den 4 Ps?
3. Einführungstaktik
Produktentscheidungen
Preisentscheidungen
Promotionsentscheidungen
(Kommunikation)
Platzierungsentscheidungen
(Distribution)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
47
Preisentscheidungen für die Innovation
Preisentscheidungen
Preisfindung für das neue Produkt
Entscheidungen über das Preisniveau bei
Markteintritt (statischer Preis)
Hoher Preis
Mittlerer Preis
Niedriger Preis
Zusätzliche Preisbedingungen
Entscheidungen über
Rabatte, Preisaktionen
Kredite, Darlehen
Zahlungsbedingungen
Entscheidungen zu Preisänderungen über
die Zeit (dynamischer Preis)
Abschöpfen (Skimming)
Durchdringen (Penetration)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
48
24
24.01.2012
Preisentscheidungen: Marktabschöpfung oder -durchdringung
Maximale Marktabschöpfungsstrategie (hoher Einführungspreis)
Signalisiert dem Markt die Bedeutung der Innovation
Amortisieren von Entwicklungsausgaben (Nachfrage vorausgesetzt)
Anreiz für Wettbewerber, evtl. langsamere Übernahme
Maximale Marktdurchdringungsstrategie (niedriger Einführungspreis, z.T. sogar
Gratisabgabe).
Erhöhung der Verkaufszahlen, Beschleunigung der Diffusion, Erhöhung der
Attraktivität für Entwickler von Komplementärprodukten
Früher Aufbau einer großen Produktionskapazität
Riskant; eventueller Geldverlust pro Einheit
Übliche Strategie bei Wettbewerb um dominantes Design
Honda setzte den Preis des Hybridautos “Insight” unter Selbstkosten an, da sie an
langfristige Profitabilität glaubten und Honda als “grünen” Hersteller präsentierten
wollten.
Videokonsolen-Hersteller verkaufen die Konsolen zum Selbstkostenpreis oder
darunter, profitieren aber von verkauften Spielen oder Lizenzgebühren.
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
49
Niedriger Einführungspreis der Innovation
Ein niedriger Einführungspreis am Markt kann die Kundenwahrnehmung
bezüglich des Produkts sowie den Gesamtpreis beeinflussen
Gratisabgaben oder niedrige Einführungspreise ermöglichen dem Verbraucher, seine
Unsicherheit gegenüber der neuen Technologie zu überwinden, sich mit ihr vertraut
zu machen und ihre Vorteile zu erkennen.
Wenn ein Produkt anfangs kostenlos ist, erscheint die Zahlung für monatliche Dienste
als geringe Investition, vgl. das Modell Kabelfernsehen.
Unternehmen verwenden niedrige Einführungspreise oft nur für einen begrenzten
Zeitraum, um Marktreaktionen ohne Festlegung auf eine langfristige Preisstruktur zu
testen.
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
50
25
24.01.2012
Köder-/Angelhakenprodukte und subventionierte Produkte
Köder-/Angelhaken-Produkte
Subventionierte Produkte
Basisprodukt wird zu Selbstkostenpreis oder
subventioniertem Preis angeboten (Köder).
Hoher Preis für Zubehörprodukte (Angelhaken)
die untrennbar mit dem Basisprodukt verbunden
sind.
Beispiele:
Rasierer und Ersatzklingen
Drucker und Nachfüllpatronen
Spielkonsolen und Videospiele
Elektrische Zahnbürste und Ersatzbürsten
Fahrzeuge und Ersatzteile
Finden von Partnern, die davon profitieren, dass
Kunden das Produkt nutzen.
Subvention des Produkts durch diese Partner.
Subvention führt zu niedrigerem Verkaufspreis,
was Kundenakzeptanz fördern kann
Beispiel:
Mobiltelefone bei Vertragsabschluss
KPN-Digitenne-Decoder
British Telecom Internet-Telefon
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
51
Wie senkt man Diffusionsbarrieren mit den 4 Ps?
3. Einführungstaktik
Produktentscheidungen
Preisentscheidungen
Promotionsentscheidungen
(Kommunikation)
Platzierungsentscheidungen
(Distribution)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
52
26
24.01.2012
Promotionsentscheidungen: Co-Kommunikation
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
53
Promotionsentscheidungen: Placement, Sponsoring, PR
Beispiele für Produkt-placement:
BMW in James-Bond-Filmen („Goldeneye“, „Der Morgen stirbt nie“)
Manolo Blahnik, Marni und Chloé in „Sex and the City“
Sponsoring-Arten und Beispiele:
Sport-Sponsoring: Coca-Cola und Mars bei den Olympischen Spielen
Kultur-Sponsoring: Goldman Sachs für MoMa - Museum of Modern Art, NY, USA
Sozial-Sponsoring: Reebok für Amnesty International
PR-Arten und Beispiele:
Pressemitteilungen über Produkteinführung in
Special Interest Zeitschriften
Gewinnen von Experten für Vorträge – Philipps
zu RFID- Technologie
Special Events/Training für Journalisten –
Pressevorstellung des Porsche 911 auf dem
Hockenheimring
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
54
27
24.01.2012
Promotionsentscheidungen: Vorankündigungen
• Vorankündigungen als Signale sind zentral bei der Schaffung eines
Initialbewusstseins für das neue Produkt.
Vorankündigungen
als Signale an den
externen Markt
• Inhaltlich hat eine Vorankündigung die Verminderung der
Marktunsicherheit zum Ziel.
• Aber: Vorankündigungen senden Signale an den Wettbewerb;
Gegenreaktionen werden provoziert und Risiko von Imitationen
wird erhöht, „Wow-Effekt“ der Technologie wird evtl. vermindert.
Vorankündigungen
zur Information/
Schulung des
externen Markts
• Der Markt muss die Eigenschaften und Vorteile des neuen Produkts
kennenlernen.
• Kommunikatives “Signalisieren” reicht nicht aus,
Anwendungswissen muss verbreitet werden.
• Schulungen, Service-/ Implementierungsangebote sind notwendig,
um den Kunden über die Produkteigenschaften zu informieren.
Informationen vor
der Einführung zur
Schulung des
internen Markts
• Die internen Abteilungen, denen die Innovation unbekannt ist,
müssen die Eigenschaften des neuen Produkts, Prozessänderungen
sowie Vorteile durch die Innovation auch erfassen.
• Schulungsangebote sind notwendig, um internen Kunden die
Produkteigenschaften zu verdeutlichen.
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
55
Anpassung der Kommunikation an verschiedene Adoptoren
Beispiel: Unterschiedliche Gruppen von Adoptoren
Innovatoren und frühe Folger reagieren auf Botschaften, die wesentliche
technische Details und Vorreiterrolle des Produkts betonen.
−
−
Bedarf: Medien mit hohem Informationsgehalt und selektiver Reichweite
Bedarf: Vorankündigungen
Die frühe Mehrheit reagiert auf Botschaften, die Anwenderfreundlichkeit,
Kompatibilität mit dem Leben der Kunden und Legitimität betonen.
−
Bedarf: Medien mit großer Reichweite und hoher Glaubwürdigkeit
Späte Mehrheit und Nachzügler reagieren auf Botschaften, die
Zuverlässigkeit, Schlichtheit und Wirtschaftlichkeit betonen.
−
Bedarf: Medien mit großer Reichweite, hoher Glaubwürdigkeit und niedrigen Kosten.
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
56
28
24.01.2012
Und…Überwinden von Widerständen der Mitarbeiter
Ich bin mir nicht
sicher, dass
meinem
Vorgesetzten
das gefällt ...
Dafür haben wir
nicht die richtigen
Leute....
Das dauert zu
lang...
Das ist zu teuer...
Überwinden
von
individuellen
Widerständen
Dafür ist jetzt nicht
der richtige
Zeitpunkt...
Das haben andere
auch nicht
geschafft ...
Das kann gar nicht
funktionieren...
Dafür haben wir
nicht die richtigen
Ressourcen...
Das ist zu
kompliziert für
uns...
Das ist nicht unsere
Aufgabe...
Unmöglich ...
Dafür haben wir
kein Budget ...
Da müssen wir
nochmal drüber
nachdenken....
Das ist gegen
unsere Tradition...
Das haben wir noch
nie gemacht, warum
jetzt...
Das haben wir
schon mal
versucht...
Unwille: Anpassung von Anreizprogrammen (Boni, Belohnungen, öffentliche Anerkennung für
frühe erfolgreiche Kundenansprache), gehobenes Management involvieren, um Legitimität und
Bedeutung hervorzuheben, Verbreitung von “erfolgreichen Verkaufsfällen”, Meinungsführer aus
Verkauf/Service/Kundendienst bereits in die frühen NPD-Prozessphasen einbinden.
Unkenntnis/Unfähigkeit: Information mit Newslettern, Roadshows, Konferenzen, Datenbank
mit Fragen und Antworten/Netzwerk für gegenseitiges Lernen und Unterstützung aufbauen, zur
schnellen Problembehebung Technologieexperten in internes Call Center einladen, individuelle
Schulungen.
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
57
Wie senkt man Diffusionsbarrieren mit den 4 Ps?
3. Einführungstaktik
Produktentscheidungen
Preisentscheidungen
Promotionsentscheidungen
(Kommunikation)
Platzierungsentscheidungen
(Distribution)
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
58
29
24.01.2012
Platzierungsentscheidungen
Bündnisse mit Vertriebspartnern
− Vertriebspartner mit Angebot der Erfolgsbeteiligung oder mit einem
Exklusivvertrag motivieren, das Produkt zu fördern.
Garantie und Kommission
− Bestehen bezüglich eines Produkts Unsicherheiten, können Vertriebspartner mit
Garantien ausgestattet werden, nicht verkaufte Ware zurückzugeben. So
minimieren sie ihr Risiko.
• Vertriebspartner wollten den Nintendo NES nach dem Zusammenbruch des
Videospielmarkts in den 80er Jahren nicht verkaufen. Nintendo vereinbarte
Zahlungen für verkaufte Konsolen anstelle von Vorauszahlung.
Verträge und Sponsoring
− Bieten Vertriebspartnern Preisnachlässe, Sonderleistungen oder Unterstützung
bei der Werbung
• Neue Medizintechnologie wird an große Lehrkrankenhäuser gespendet oder
ausgeliehen, damit Ärzte und Verwaltung die Vorzüge aus erster Hand kennen
lernen, was zukünftige Verkaufszahlen positiv beeinflusst.
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
59
Wichtig: Nähe zum Kunden herstellen
KATRIN TALKE • 23.01.2012 • VORLESUNG INNOVATIONSMARKETING
60
30
Herunterladen