Bekämpfung der Asiatischen Staudenknöteriche

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Bekämpfung der Asiatischen Staudenknöteriche
Japanknöterich (Reynoutria japonica), Himalayaknöterich (Polygonum capitatum),
Sachalinknöterich (Reynoutria sachalinensis), Bastardknöterich (R. X bohemica)
Stand November 2011
Die erfolgreichste Bekämpfung der Asiatischen Staudenknöteriche erfolgt mit
Herbizideinsatz. Mechanische Massnahmen oder das Abdecken von Beständen empfehlen
sich, wenn kein Herbizid eingesetzt werden darf oder soll. Sie bringen die Pflanzen meist
nicht zum Verschwinden, aber dämmen sie ein.
Chemische Bekämpfung mit dem Wirkstoff Glyphosat
Mittelnamen sind z.B. RoundUp, Touchdown, Glyfos, Glifonex, Glyphosat, Vulkan, Toxer
total. Die entsprechenden Mittel sind beim Agrarhandel erhältlich.
Mit einer Behandlung wird der Bestand stark geschwächt, er treibt wieder aus, die Triebe
bleiben niedrig und sind verkrüppelt. Diese Triebe werden im folgenden Spätsommer wieder
behandelt, die Bestände werden so immer mehr geschwächt. In der Regel sind mehr als zwei
Behandlungen nötig, anschliessend sind während einigen Jahren Nachkontrollen nötig,
allenfalls auftretende Austriebe werden punktuell gespritzt.
Anwendung mit Rückspritze
Zeitpunkt: Beste Wirkung zeigt eine Behandlung, bei der Mitte Juli (ca. 6 Wochen vor dem
Spritzen) gemäht wird und der zweiten Aufwuchs Ende August, Anfang September gespritzt
wird, wenn die Triebe wieder 1-1.5 m lang sind. Das vorgängige Schneiden hat vor allem bei
grösseren Beständen den Vorteil, dass das Spritzen einfacher wird.
Spritzungen im Juni auf 1-2m hohe Triebe waren weniger wirksam (oft aber ebenfalls
ausreichend). Achtung: Nicht direkt in Blüten spritzen, weil sie möglicherweise Bienen
enthalten! Unter Umständen Blüten zuerst abschneiden.
Konzentration: Die gängigen Mittel enthalten 360 g Glyphosat. Anwendung mit 2%-iger
Spritzbrühe (also 20 Milliliter pro Liter Wasser oder 2 Deziliter pro 10 Liter Wasser).
Die Blätter des Staudenknöterichs gleichmässig leicht benetzen. Anwendung auf trockene
Pflanzen, mindestens 4-6 Stunden vor Taubildung (Grund: Wirkstoff, der noch nicht
aufgenommen wurde, kann durch Tau abgewaschen werden).
Spritztechnik: Rückenspritzen erreichen einen relativ hohem Druck (1-4 bar) mit „normalen“
Düsen kommt es zu relativ starker Abdrift.
Deshalb: 1. Nur behandeln bei Windstille. 2. Einen Druckregler verwenden, der den Druck
auf 2 bar hält (erhältlich bei Landi). Injektor-Düsen verwenden. Die Drift wird um 50-90%
vermindert!
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Anwendung mit Injektion
In die ausgewachsenen Stängel wird mit einer Nadel eine Glyphosat-Lösung eingespritzt. Es
ist ein spezielles Gerät mit starker Nadel nötig. Im Hausgarten: Über dem zweiten Knoten ein
Loch bohren (Akkubohrer) und mit einer Spritzte 4-5 ml einspritzen. Konzentration: Die
Erfahrungen aus Versuchen sind sehr unterschiedlich: Gute Wirkung wurde erreicht mit
Konzentrationen zwischen 10% (=ein Teil Mittel und neun Teile Wasser) und 33% (= ein Teil
Mittel und zwei Teile Wasser).
Hinweise zur Herbizidanwendung
Schutz des Wassers
Bei kleinflächigen Herbizidanwendungen im Freiland ist das Risiko einer „direkten“
Wasserbelastung durch Drift und Abschwemmung gering. Massiv unterschätzt wird aber die
„indirekte“ Belastung bei der Reinigung von Messbechern und Spritze: Am Messbecher
haften manchmal mehrere ml Mittel, es kann zusammen mit der Reinigung der Spritze mehr
als ein Gramm Wirkstoff über Kanalisation und Kläranlage ins Wasser gelangen. Der
zulässige Grenzwert liegt bei einem Zehnmillionstel Gramm pro Liter. Ein Gramm Wirkstoff
belastet 10 Millionen Liter Wasser bis zum zulässigen Grenzwert! 10 Millionen Liter sind
10'000 m3 oder mindestens 4 grosse 50m-Schwimmbecken.
Einschränkungen der Herbizidanwendung
Der Einsatz von Herbiziden ist an vielen Standorten verboten. Insbesondere in Wald und
Waldrand, in Hecken, in einem Streifen von 3m Breite entlang von Gewässern, auf
Gemeindestrassen und an deren Rändern.
Mechanische Massnahmen (häufiger Schnitt, Jäten) sind sehr aufwändig und auch der
langfristig Erfolg nicht gesichert. Sobald mit der Bekämpfung aufgehört wird, erholen sich
die Bestände wieder. Mechanische Massnahmen kommen vor allem in Frage, wenn der
Bestand nicht chemisch bekämpft werden kann.
Bei einem jährlichen Schnitt wächst der Bestand nicht weiter. Zum Teil wurde zwar eine
räumliche Ausdehnung beobachtet, aber die Bestände sind sehr viel lichter und die
Begleitvegetation erholt sich.
Wesentlich eingedämmt werden kann der Bestand, wenn er sechsmal jährlich geschnitten
wird.
Achtung: Beim Schneiden entlang von Gewässern muss darauf geachtet werden, dass Stängel
nicht ins Wasser fallen, da sie sonst neue Bestände bilden können.
Abdunkeln des Bestandes mit Ästen und anderem Grüngut. Der Bestand sollte vorgängig
geschnitten werden und dann grosszügig mit den Ästen abgedeckt werden. Durch das
fehlende Licht und den Sauerstoffentzug, wenn der Asthaufen zu modern beginnt, hört die
Pflanze auf zu wachsen.
Voraussetzungen: Die Abdeckung muss mehrere Jahre lang in Ruhe gelassen werden. Es
eignen sich deshalb vor allem abgeschiedene Standorte (z.B. im Wald).
Entsorgung des Grüngutes
Achtung, einzelne Stängelstücke können bereits zur Bildung von neuen Beständen führen.
Das Grüngut muss deshalb sorgfältig abgeführt werden und einer KVA (empfohlen),
Boxenkompostierung, CO-Vergärung mit Hygienisierungsschritt oder in einer
Feststoffvergärung (thermophilen) entsorgt werden.
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