Produktion an Nachfrage ausrichten

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MANAGEMENT
Supply Chain Management
Erste durchgängige Lean-SCM-Lösung für SAP SCM
Produktion
an Nachfrage ausrichten
Der ständige Marktwandel macht es für Unternehmen immer schwieriger, ihre Produktion bedarfsgerecht zu planen. Wie gelingt es dennoch, die gesamte Lieferkette flexibel der schwankenden Nachfrage
anzupassen?
Von Steffen Joswig, Camelot ITLab
E
inst aus dem Militärbereich stammend, wird das Akronym VUCA
– zusammengesetzt aus den englischen Begriffen „Volatility“, „Uncertainty“, „Complexity“ und „Ambiguity“
– längst auch dafür genutzt, die zentralen
Herausforderungen in der modernen Geschäftswelt zu beschreiben. So sehen sich
die Hersteller mit einer zunehmenden Volatilität und Unsicherheit der Nachfrage
sowie Komplexität und Ambiguität, also
Zweideutigkeit, von Produktportfolios
und Lieferkettennetzwerken konfrontiert.
Gerade Unternehmen aus der Prozessindustrie stehen vor dem Problem, ihre oft
sehr langwierigen Produktionsprozesse
kurzfristig an heftige Marktschwankungen anpassen zu müssen.
mals die Lücke zwischen Lean-Konzepten und speziellen IT-Lösungen durch die
Camelot Lean Suite. Das für SAP SCM
zertifizierte Add-on erweitert den SAPSCM-Standard um die Lean-SCM-Komponenten der Camelot Lean Suite. Diese
Komponenten waren erforderlich, weil
sich eine hohe Bedarfsvariabilität mit den
üblichen Planungssystemen nicht meistern lässt. Diese sind auf der einen Seite
selbst zu komplex, auf der anderen Seite
bieten sie zu wenige automatisierte Optionen, um auf eine hohe Zahl von Planabweichungen zu reagieren. Das heißt,
sie arbeiten nur dann einwandfrei, wenn
äußerst zuverlässige und stabile Bedarfsforecasts zu den Marktentwicklungen
und Kundennachfragen verfügbar sind.
Planung der gesamten
Wertschöpfungskette
Kernkonzepte
der Lean Suite
Für immer mehr Hersteller hat das klassische Konzept, ihre Produkte auf Basis
fester Pläne auf den Markt zu bringen,
daher ausgedient: Sie setzen stattdessen
auf Lean-Supply-Chain-Planung. Doch
während sich die früheren Lean-Production-Ansätze auf die Herstellung in einzelnen Werken beschränkten, dehnten
die Berater von Camelot Management
Consultants und der Schwesterfirma Camelot ITLab das Konzept erstmals auf die
gesamte Wertschöpfungskette aus – über
alle Produktionsstufen und Ländergrenzen hinweg. In Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen aus der Chemie-,
Pharma- und Konsumgüterindustrie entstand ein durchgängiges Lean-SCM-Konzept, mit dem die Hersteller ihre bestehenden Planungsprozesse deutlich
vereinfachen sowie die Synchronisation
und das Variabilitätsmanagement ihrer
globalen Lieferketten verbessern können.
Die Camelot-Gruppe schließt mit
ihrem Lean-SCM-Gesamtkonzept erst-
Das Rhythm Wheel unterstützt Planungs- und Managementkonzepte, die
Camelot als Kernelemente des neuen
Lean-Supply-Chain-Ansatzes entwickelt
hat. Teil der Camelot Lean Suite ist der
Rhythm-Wheel-Designer, der den Input
für die Rhythm-Wheel-Heuristik liefert,
die in die operative Produktions- und
Feinplanung (PP/DS) von SAP APO integriert ist. Zum Monitoring und als Input für die taktische Planung steht der
Rhythm-Wheel-Monitor zur Verfügung,
der das Ergebnis der Heuristik mit dem
Design vergleicht und dem Planer als
Grundlage zur Anpassung der Design-Parameter dient.
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Zyklische Planung mit
dem Rhythm Wheel
Eine zentrale Funktion des RhythmWheel-Ansatzes besteht darin, eine
ständig wiederkehrende Produktionssequenz vorzugeben. Jede Speiche
Steffen Joswig ist Managing Partner
bei Camelot ITLab.
des Rads symbolisiert die Produktion
eines bestimmten Produkts. Zur optimalen Auslastung der Anlagen ordnet der Rhythm-Wheel-Designer die
Produkte in einer optimalen Reihenfolge an. Dabei stehen verschiedene
Optimierungsansätze zur Verfügung,
z. B. OEE (Overall Equipment Effectiveness, Gesamtanlageneffektivität) oder
Bestandskostenoptimierung.
Die Größe der Speichen des Rads
– und damit die Produktionsmenge –
werden gemäß einer Pull-Logik mit den
vorhandenen Beständen, Zugängen und
Bedarfen laufend abgeglichen. Dies ist
gerade für Unternehmen mit langen
Produktionsprogrammen von großem
Vorteil, weil sie ihre Produktion so auch
bei wechselnden Marktanforderungen
gezielt am Kunden ausrichten und die
Rüstvorgänge und Kampagnengrößen
optimal gestalten können. Sie senken so
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Supply Chain Management
MANAGEMENT
Globales Lean Supply
Chain Management:
• Flexibilität und Agilität in der Lieferkette
• Gleichmäßige Produktion
• Kürzere Produktionszyklen
• Minimale Rüstzeiten
• Optimale Auslastung der Produktionsanlagen
• Geringere Produktionskosten
• Weniger Lagerbestände
• Höhere Kundenliefertreue
• Vereinfachte Prozesse zur Planung und Steuerung
ihre Bestände, steigern die Auslastung
kapitalintensiver Anlagen und glätten
gleichzeitig die Kapazitätsbelastung, um
Produktionsspitzen zu vermeiden
Synchrone Lieferkette
End-to-End
Zur Umsetzung eines übergreifenden
Lean-Supply-Chain-Konzepts ist es notwendig, sämtliche Produktionsstufen
und -stätten eines Unternehmens in die
Planung einzubeziehen: Nur durch eine
effektive End-to-End-Synchronisation lassen sich Wartezeiten und Produktionsausfälle vermeiden und die Reaktionsfähigkeit steigern. Auch bei dieser Aufgabe
spielt das Rhythm Wheel eine zentrale
Rolle, denn es sorgt für eine Taktung der
Produktionsprozesse über alle Glieder
einer internationalen Lieferkette hinweg.
Da mit den herkömmlichen Planungskonzepten die Produktionsreihenfolgen nur
lokal oder ressourcenspezifisch angepasst
werden konnten, war es bisher nicht möglich, diese mit vor- oder nachgelagerten
Produktionsstufen zu synchronisieren.
Variabilitätsmanagement
Viele Unternehmen in der Prozessindus­
trie versuchen, Nachfrageschwankungen
in erster Linie dadurch auszugleichen,
dass sie ihre Produktionspläne anpassen.
Die Sicherheitsbestände bleiben dagegen
unangetastet und steigen kostenintensiv
immer weiter an. Das Rhythm Wheel
hingegen unterstützt die Hersteller, mit
der Variabilität effizienter umzugehen
und die Produktionskapazitäten und Sicherheitsbestände optimal aufeinander
abzustimmen. So können durch Anpassung der Zykluszeiten in der Produktion
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Der Lean-Supply-Chain-Planning-Ansatz ermöglicht es Unternehmen aus den Prozessindustrien,
Nachfrageschwankungen über die gesamte Lieferkette hinweg abzufedern.
Die Camelot Lean Suite 3.0 von Camelot ITLab hat die Zertifizierung „SAP Certified – Powered by
SAP NetWeaver“ durch SAP erhalten und lässt sich so erstmals in die Anwendung SAP Supply
Chain Management (SAP SCM) integrieren.
die Kapazitäten gleichmäßiger ausgelastet und Produktionsspitzen vermieden
werden. Übersteigt die Nachfrage dann
doch deutlich die Erwartungen, werden
Teile der Sicherheitsbestände aktiv in der
Planung genutzt.
Seit über fünf Jahren entwickeln die
Management- und IT-Berater der Camelot-Gruppe ihre Lean-SCM-Planungsansätze laufend weiter und richten sich dabei an
den speziellen Bedürfnissen der Prozessindustrie aus. Vorreiter bei der Entwicklung
waren Branchengrößen aus der Chemieindustrie, wie BASF, Dow Chemical und Du
Pont. Sie setzen heute alle auf die zyklische
Planung mit festgelegten Produktionsreihenfolgen, um neben einer einfacheren
Planung ihre oft sehr komplexen globalen
Produktionsprozesse zu synchronisieren.
Vor ähnlichen Herausforderungen stehen
auch Pharmahersteller wie Novartis und
AstraZeneca oder Unternehmen aus der
Konsumgüterindustrie, zum Beispiel Proc­
ter & Gamble, Coca-Cola und Nestlé. Sie
alle nutzen die Lean-Supply-Chain-Planungskonzepte erfolgreich, um die
Herausforderungen der
VUCA-Welt zu meistern.
Bitte beachten Sie auch den
Community-Info-Eintrag ab Seite 83
leansupplychainplanning.com
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