Zur Epidemiologie der Suizidalität

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Krisenintervention
und Suizidalität
Klinisches Kolloquium SS 2007
Seminarleitung: Caroline Kuhn
Referenten: Stephan Dier und Roger Dörr
Joakim Back: Suicide
Übersicht
1. Epidemiologie der Suizidalität
2. Krise und Krisenintervention
3. Verhaltenstherapeutisches Vorgehen bei
akuter Suizidalität
4. Rechtliche Aspekte
1. Zur Epidemiologie der
Suizidalität
1.1 Die Häufigkeit von Suiziden
1.2 Die Häufigkeit von Suizidalität in
unterschiedlichen Kulturen und
Gesellschaften
1.3 Geschlechtsdifferenzen und Suizidalität
1.4 Risikofaktoren
1.5 Zusammenfassung
1. Zur Epidemiologie der
Suizidalität
1.1 Die Häufigkeit von Suiziden
• Der Suizid ist die zehnthäufigste
Todesursache in der Welt
• In den westlichen Ländern übersteigt die
Zahl der Suizide die Zahl der tödlichen
Autounfälle
1. Zur Epidemiologie der
Suizidalität
1.2 Die Häufigkeit von Suizidalität in
unterschiedlichen Kulturen und
Gesellschaften
1. Zur Epidemiologie der
Suizidalität
1.2 Die Häufigkeit von Suizidalität in
unterschiedlichen Kulturen und
Gesellschaften
• Suizide in archaisch-lebenden
Gesellschaften
1. Zur Epidemiologie der
Suizidalität
1.2 Die Häufigkeit von Suizidalität in
unterschiedlichen Kulturen und
Gesellschaften
• Suizide in archaisch-lebenden
Gesellschaften
• Zum Nord-Süd- und Ost-West-Gefälle
1. Zur Epidemiologie der
Suizidalität
1.3 Geschlechtsdifferenzen und Suizidalität
• Männer begehen häufiger Suizid, Frauen
hingegen häufiger Parasuizid
• Junge Menschen begehen häufiger
Parasuizide, alte Menschen häufiger
Suizide.
1. Zur Epidemiologie der
Suizidalität
1.4 Risikofaktoren
• Geschlecht
• Alter
• Familienstand
• Soziale Schicht
• Arbeitsstand
• Jahreszeitliche Schwankungen
• Stadt-Land-Unterschiede
• Religionszugehörigkeit
1. Zur Epidemiologie der
Suizidalität
1.4 Risikofaktoren
• Geschlecht
• Alter
• Familienstand
• Soziale Schicht
• Arbeitsstand
• Jahreszeitliche Schwankungen
• Stadt-Land-Unterschiede
• Religionszugehörigkeit
1. Zur Epidemiologie der
Suizidalität
1.5 Zusammenfassung I
• Suizide gehören zu den zehn häufigsten Todesursachen in
westlichen Gesellschaften
• Suizide junger Erwachsener sind nach Unfällen die
zweithäufigste Todesursache in westlichen Gesellschaften
• Suizide männlicher junger Erwachsener nehmen zu
• Suizide zeigen in den einzelnen Ländern und Kulturen eine
erstaunliche Konstanz über Jahrzehnte oder sogar über ein
Jahrhundert hinweg. Gesellschaftliche Umbrüche können
zu einem dramatischen Ansteigen oder Absinken von
Suizidzahlen führen.
1. Zur Epidemiologie der
Suizidalität
1.5 Zusammenfassung II
• Suizidversuche sind in westlichen Gesellschaften um ein
Zehnfaches höher als Suizide
• Suizide finden sich gehäuft im höheren Lebensalter,
Suizidversuche überwiegen in jüngeren Lebensjahren
• Beim männlichen Geschlecht überwiegen Suizide, beim
weiblichen Geschlecht Suizidversuche
• Risikofaktoren für Suizid und Suizidversuche sind ein
vorausgegangener Suizidversuch, psychiatrische
Erkrankungen, allein zu leben, getrennt, geschieden und zu
verwitwet sein sowie Arbeitslosigkeit.
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.1 Definition von Suizidalität
2.2 Definition von Krisenintervention
2.3 Krisenintervention bei akuter Suizidalität /
Suizidprävention
2.4 Zusammenfassung
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.1 Definition von Suizidalität
• Eine „Krankheit“ Suizidalität gibt es nicht!
• Suizidalität ist die Summe aller Denk- und
Verhaltensweisen von Menschen, die in
Gedanken, durch aktives Handeln oder passives
Unterlassen oder durch Handelnlassen von
anderen Menschen den eigenen Tod anstreben
bzw. als mögliches Ergebnis einer Handlung in
Kauf nehmen (vgl. Wolfersdorf et al., in Bronisch,
2002, S. 17).
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.1 Definition von Suizidalität
• Psychodynamisch ist Suizidalität ein komplexes
Geschehen aus der Bewertung der eigenen Person, der
Wertigkeit in und von Beziehungen, aus der Einschätzung
von eigener und anderer Zukunft, der Veränderbarkeit des
Zustandes, aus u.U. durch psychische und/oder körperliche
Befindlichkeit verändertem Erleben (vgl. Wolfersdorf et
al., in Bronisch, 2002, S. 18)
• Suizidalität ist zumeist kein Ausdruck von Freiheit und
Wahlmöglichkeit, sondern von Einengung durch objektiv
und/oder subjektiv erlebte Not, durch psychische und/oder
körperliche Befindlichkeiten bzw. deren Folgen.
2. Krisenintervention bei Suizidalität
Kontinuitätsannahme
Wunsch nach Ruhe, Pause
Unterbrechung im Leben
(mit dem Risiko des Versterbens)
Eher passive
Suizidalität
Todeswunsch (Jetzt oder in
einer unveränderten Zukunft
lieber tot sein zu wollen)
Suizidgedanke
• Erwägung als Möglichkeit
• Impuls (spontan sich aufdrängend,
zwanghaft)
Suizidabsicht
• mit bzw. ohne Plan
• mit bzw. ohne Ankündigung
Suizidhandlung
• vorbereiteter Suizidversuch, begonnen
und abgebrochen (Selbst- und
Fremdeinfluss)
•Durchgeführt (selbstgemeldet,
gefunden)
•Gezielt geplant, impulshaft durchgeführt
Zunehmender
Handlungsdruck,
Zunahme des
Handlungsrisikos
Eher aktive
Suizidalität
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
Zur Motivstruktur:
• Erlösung von seelischem und körperlichem Leid
• Suche nach Ruhe und Geborgenheit
• Der Versuch, sich von Schuldgefühlen zu
entlasten
• Die Wendung der Aggression gegen das eigene
Ich
• Hilferuf und Appell
• Rache und Bestrafung
2. Krisenintervention bei Suizidalität
Suizidhinweis/Suizidankündigung
Risikogruppe
SubstanzAbhängk.
Depressiv
Psych.
Krankheit
Suizidale
Entwicklung
Krise
Alt und
vereinsamt
Reaktionsphase
Ambivalenz
Vollbild
Präsuizidales
Syndrom
Entschluss
Affektive
Einengung
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.2 Definition von Krisenintervention
Zum Krisenmodell
• Zunehmender Lösungsdruck
• Zunehmende kognitive und affektive
Einengung
• Zeitliche Begrenztheit der Situation
2. Krisenintervention bei Suizidalität
Die traumatische Krise
Schock
Chronifizierung
Reaktion
Krankheit
Bearbeitung
Neuorientierung
Alkohol-,DrogenMedikamentenabhängi
gkeit
Suizidales Verhalten
2. Krisenintervention bei Suizidalität
Die Veränderungskrise
Konfrontation
Versagen
Bewältigung
Mobilisierung
Rückzug-Resignation
Vollbild der Krise
Chronifizierung
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.2 Definition von Krisenintervention
Krisenintervention meint die Verhütung bzw.
Beendigung jeglicher Verhaltenweisen, die mit der
Gefahr einer sich durch Symptomatik und/oder
Verhaltensstörung zuspitzenden und mit
unmittelbarer oder kurzfristig zu erwartender
körperlicher und/oder psychischer Gefährdung der
betroffenen Person und/oder ihres Umfeldes
einhergeht (vgl. Wolfersdorf et al., in Bronisch,
2002, S. 21).
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.2 Definition von Krisenintervention
Klärung der Begriffe:
• Notfallpsychiatrische Krisenintervention
• Krisenintervention bei suizidalen Krisen
• Suizidprävention
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.3 Krisenintervention bei akuter Suizidalität /
Suizidprävention
„Kaum jemals bringt jemand sich um, solange eine
Person, die für den Gefährdeten maßgebend ist,
mit dem sich sein Über-Ich identifiziert oder die
sein Über-Ich gebildet hat, oder eine Person, die er
liebt, ihn, so wie er ist, am Leben erhalten will,
und das unter allen Bedingungen.“ (Paul Federn,
1929)
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.3 Krisenintervention bei akuter Suizidalität /
Suizidprävention
Die Grundprinzipien der Krisenintervention
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.3 Krisenintervention bei akuter Suizidalität /
Suizidprävention
Die Grundprinzipien der Krisenintervention
• Gesprächs- und Beziehungsangebot
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.3 Krisenintervention bei akuter Suizidalität /
Suizidprävention
Die Grundprinzipien der Krisenintervention
• Gesprächs- und Beziehungsangebot
• Diagnostik
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.3 Krisenintervention bei akuter Suizidalität /
Suizidprävention
Die Grundprinzipien der Krisenintervention
• Gesprächs- und Beziehungsangebot
• Diagnostik
→ Was muss der Therapeut am Ende des Gespräches
unbedingt wissen?
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.3 Krisenintervention bei akuter Suizidalität /
Suizidprävention
Die Grundprinzipien der Krisenintervention
• Gesprächs- und Beziehungsangebot
• Diagnostik
• Krisenmanagement / Intervention
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.3 Krisenintervention bei akuter Suizidalität /
Suizidprävention
Die Grundprinzipien der Krisenintervention
•
•
•
•
Gesprächs- und Beziehungsangebot
Diagnostik
Krisenmanagement / Intervention
Therapieplanung
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.3 Krisenintervention bei akuter Suizidalität /
Suizidprävention
Ergänzung zur Ebene von Beziehung / Fürsorge:
• Kontrolle durch Kommunikation und Dichte von
Kommunikation
• Regelung von Beziehung und Beziehungsdichte im
ambulanten oder auch im stationären Raum
• Regelung von Betreuung rund um die Uhr
• Begleitung durch positiv besetzte Bezugspersonen zuhause
• Beziehungsdichte durch pflegerische Überwachung
• Die Möglichkeit von Ausgang und Freiraum im klinischen
Bereich, aber auch zuhause, um alleinigen Ausgang
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.3 Krisenintervention bei akuter Suizidalität /
Suizidprävention
Suizidprävention im psychiatrischen Alltag:
• Sicherung der Beziehung
• Entspannung der akuten Situation
• Verhinderung der Durchführung von suizidaler
Handlung
• Behandlung der psychischen Störung / Krankheit inkl.
adäquate Psychopharmakotherapie der Suizidalität
• Psychotherapie zur Behandlung der suizidfördernden
Grundkonstellation
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.3 Krisenintervention bei akuter Suizidalität /
Suizidprävention
Suizidprävention im psychiatrischen Alltag:
→ Auch hier gilt wieder das Grundprinzip
„Herstellen von Beziehung, Management der
akuten Situation, Therapie der akuten Suizidalität
bzw. Beginn der Behandlung der psychischen
Grunderkrankung.“ (vgl. Wolfersdorf et al., in
Bronisch, 2002, S. 27)
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.4 Zusammenfassung I
Suizidprävention meint die Verhütung einer
suizidalen Handlung. Jede Krisenintervention oder
notfallpsychiatrische Intervention wegen/bei
Suizidalität zielt also darauf ab, die Umsetzung
von Todeswünschen, Suizidideen und –absichten
in suizidales Handeln zu vermeiden,
Hoffnungslosigkeit zu verringern und konkrete
Zukunftsperspektiven mit Hilfsangebot und
Planung bzgl. des weiteren therapeutischen
Vorgehens anzustreben (vgl. Wolfersdorf et al., in
Bronisch, 2002, S. 16-27).
2. Krisenintervention bei
Suizidalität
2.4 Zusammenfassung II
Jede Krisenintervention bei Suizidalität umfasst vier
Hauptschwerpunkte:
1. Ein Gesprächs- und Beziehungsangebot
2. Die Notwendigkeit der Diagnostik von
Suizidalität sowie psychischer Störung und/oder
psychosozialer Krise
3. Das Management der aktuellen Krise
4. Den Beginn der Therapie/die Therapie einer
zugrunde liegenden Störung oder Regelung einer
belastenden Lebenssituation
3. Verhaltenstherapeutische
Vorgehensweise
• Verantwortliche Suizidprophylaxe im ambulanten
Setting
• Wichtigste Ziele:
–
–
–
–
–
–
–
Rapport bekommen
Risikoabschätzung
Zeit gewinnen
Selbstkontrolle
Kognitive Dissonanz
Fokussierung auf vermiedene Emotionen
Freiwillige stationäre Unterbringung
3.1. Rapport bekommen
„Solange ein Mensch mit uns in Beziehung steht,
begeht er nicht Suizid.“
Verena Kast, 1992
= Herstellen und Intensivieren oder „Entstören“ der
therap. Beziehung
–
–
–
–
Patienten abholen, wo er steht
Therapeutenvariablen
Therapeutisches Spiegeln
Komplimente
•
•
•
•
•
•
•
Rapport bekommen
Risikoabschätzung
Zeit gewinnen
Selbstkontrolle
Kognitive Dissonanz
Fokussierung auf
vermiedene Emotionen
Freiwillige stationäre
Unterbringung
3.1. Rapport bekommen
Beispiel: Nachfolgesuizide
•
•
•
•
•
•
•
Rapport bekommen
Risikoabschätzung
Zeit gewinnen
Selbstkontrolle
Kognitive Dissonanz
Fokussierung auf
vermiedene Emotionen
Freiwillige stationäre
Unterbringung
3.2. Risikoabschätzung
= Sammeln von genügend relevanten Informationen
zur Einschätzung der aktuellen Suizidgefährdung
• Grober Kunstfehler: auf Andeutungen nicht direkt
nachfragen
• Risikogruppen
• Direktive Gesprächsführung
•
Rapport bekommen
• Hinweise auf akute Selbst•
Risikoabschätzung
•
Zeit gewinnen
gefährdung
•
Selbstkontrolle
•
Kognitive Dissonanz
• Konkretheit
•
Fokussierung auf
•
vermiedene Emotionen
Freiwillige stationäre
Unterbringung
3.2. Risikoabschätzung
• Beispiele für verbalen Interventionen:
–
–
–
–
–
–
Unklarheiten aufgreifen
Anfangen und Lenken
Einfache, offene Fragen
Drastifizieren
Konkretisieren
Schlüsselsätze, Analogien, Bilder,
Metaphern beachten bzw. erfragen
– Unterbrechen und Abbremsen
– Zusammenfassen
– Stoppen und Pausen vorschlagen
•
•
•
•
•
•
•
Rapport bekommen
Risikoabschätzung
Zeit gewinnen
Selbstkontrolle
Kognitive Dissonanz
Fokussierung auf
vermiedene Emotionen
Freiwillige stationäre
Unterbringung
3.2. Risikoabschätzung
• Kriterien::
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
Suizidversuche?
… mit Tendenz zu härteren Methoden?
Nennt mehr Gründe gegen Leben als dafür
Suizidgedanken länger, täglich
Beginn oder Ausklang einer extrem depressiven Phase
Entlassung aus stationärem Aufenhalt mit schlechter
Prognose
Phasen von Schlaflosigkeit
Extreme Schuldgefühle
Emotionslose, rationales Schildern
Nach ernster Suiziddrohung ungewöhnliche Ruhe
(aktiver) sozialer Rückzug
Verwahrlosung
•
•
•
•
•
•
•
Rapport bekommen
Risikoabschätzung
Zeit gewinnen
Selbstkontrolle
Kognitive Dissonanz
Fokussierung auf
vermiedene Emotionen
Freiwillige stationäre
Unterbringung
3.3. Zeit gewinnen
= Bereitschaft des Patienten, seine
Entscheidung noch eine bestimmte Zeit
zurückzustellen
– Neugier des Patienten
– Thema „Zeit“ problematisieren
– Realistische Forderungen stellen
•
•
•
•
•
•
•
Rapport bekommen
Risikoabschätzung
Zeit gewinnen
Selbstkontrolle
Kognitive Dissonanz
Fokussierung auf
vermiedene Emotionen
Freiwillige stationäre
Unterbringung
3.4. Selbstkontrolle
= Befähigung des Patienten, seine Suizidimpulse für
diese bestimmte Zeit zu kontrollieren
• Kontrakte
–
–
–
–
–
–
Prozess wichtiger als Ergebnis
Vertrag als Sicherheit für Patienten
Shaping der Compliance
Positive Konnotation
Gestufte Aufgabenstellungen
Orientierung an SelbstmanagementIdee
– Stimuluskontrolle
•
•
•
•
•
•
•
Rapport bekommen
Risikoabschätzung
Zeit gewinnen
Selbstkontrolle
Kognitive Dissonanz
Fokussierung auf
vermiedene Emotionen
Freiwillige stationäre
Unterbringung
3.5. Kognitive Dissonanz
= Verunsicherung des Patienten im Hinblick
auf die Folgerichtigkeit seiner Entscheidung
– Konfrontation mit rationalen Argumenten
– Konfrontation mit Realitäten
– Konfrontation mit Grenzen des therapeutischen
•
Rapport bekommen
Settings
•
•
•
•
•
•
Risikoabschätzung
Zeit gewinnen
Selbstkontrolle
Kognitive Dissonanz
Fokussierung auf
vermiedene Emotionen
Freiwillige stationäre
Unterbringung
3.6. Fokussierung auf
vermiedene Emotionen
= Kontaktherstellung auf Ebene emotionalen
Erlebens, wenn Patient rational nicht erreichbar ist
–
–
–
–
–
–
–
Fragen zur Zeitprojektion
Emotionale Reaktionen
Förderung des Gefühlserlebens
Verbalisierung der inneren Vorgänge
Wirkung auf den Therapeuten
Körpersprache
Vermeidung von Deutungen der
Autoaggression
•
•
•
•
•
•
•
Rapport bekommen
Risikoabschätzung
Zeit gewinnen
Selbstkontrolle
Kognitive Dissonanz
Fokussierung auf
vermiedene Emotionen
Freiwillige stationäre
Unterbringung
3.7. Freiwillige stationäre
Unterbringung
= Gewinnen des Patienten für ie Vorstellung/
Überzeugung, dass ein vorübergehender
stationärer Aufenthalt für ihn sinnvoll sein könnte
• Krisensitzung dauert mehr als 50 Minuten,
üblicherweise 100 – 120, mit Pausen
• Alternativen zur Psychiatrie
•
Rapport bekommen
•
Risikoabschätzung
• Freiwillige Unterbringung
•
Zeit gewinnen
•
Selbstkontrolle
• Unfreiwillige Unterbringung
•
Kognitive Dissonanz
•
•
Fokussierung auf
vermiedene Emotionen
Freiwillige stationäre
Unterbringung
3.8. Verhaltenstherapeutische
Vorgehensweise Zusammenfassung
•
•
•
•
•
•
•
Rapport bekommen
Risikoabschätzung
Zeit gewinnen
Selbstkontrolle
Kognitive Dissonanz
Fokussierung auf vermiedene Emotionen
Freiwillige stationäre Unterbringung
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.1 Der Suizid als juristisches Problem
4.2 Strafrechtliche Aspekte von Suizidhandlungen
4.3 Zivilrechtliche Aspekte von Suizidhandlungen
4.4 Stationäre Unterbringung und Behandlung
ohne Einwilligung des suizidalen Patienten
4.5 Zusammenfassung
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.1 Der Suizid als juristisches Problem
→ Die Suizidrate in Deutschland ist während einer
psychiatrischen oder psychotherapeutischen
Behandlung im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung ungefähr um das Zehnfache auf
200/100.000 erhöht (vgl. Weber, in Bronisch,
2002, S. 108).
→ Der Aspekt der „Rettungspflicht“
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.2 Strafrechtliche Aspekte von
Suizidhandlungen
• Suizid ist kein strafrechtlicher Tatbestand
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.2 Strafrechtliche Aspekte von
Suizidhandlungen
• Suizid ist kein strafrechtlicher Tatbestand
• Tötung auf Verlangen und Garantenpflicht
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.2 Strafrechtliche Aspekte von
Suizidhandlungen
• Suizid ist kein strafrechtlicher Tatbestand
• Tötung auf Verlangen und Garantenpflicht
• Das Rechtskonstrukt des freiverantwortlichen
Suizids
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.2 Strafrechtliche Aspekte von
Suizidhandlungen
• Suizid ist kein strafrechtlicher Tatbestand
• Tötung auf Verlangen und Garantenpflicht
• Das Rechtskonstrukt des freiverantwortlichen
Suizids
• Der mutmaßliche Wille des Klienten
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.2 Strafrechtliche Aspekte von
Suizidhandlungen
• Suizid ist kein strafrechtlicher Tatbestand
• Tötung auf Verlangen und Garantenpflicht
• Das Rechtskonstrukt des freiverantwortlichen
Suizids
• Der mutmaßliche Wille des Klienten
• Praktische Bedeutung und Grenzen der
einschlägigen Strafrechtsnormen
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.3 Zivilrechtliche Aspekte von
Suizidhandlungen
• Suizidhandlungen und schadensersatzpflichtige
Behandlungsfehler
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.3 Zivilrechtliche Aspekte von
Suizidhandlungen
• Suizidhandlungen und schadensersatzpflichtige
Behandlungsfehler
• Dokumentation als vertragliche
Behandlungspflicht
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.3 Zivilrechtliche Aspekte von
Suizidhandlungen
• Suizidhandlungen und schadensersatzpflichtige
Behandlungsfehler
• Dokumentation als vertragliche
Behandlungspflicht
• Notwendige, zumutbare und fehlerhafte
Behandlung Suizidaler
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.4 Stationäre Unterbringung und Behandlung
ohne Einwilligung des suizidalen Patienten
• Öffentlich-rechtliche Unterbringung
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.4 Stationäre Unterbringung und Behandlung
ohne Einwilligung des suizidalen Patienten
• Öffentlich-rechtliche Unterbringung
• Zivilrechtliche Unterbringung und
Betreuungspflicht
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.4 Stationäre Unterbringung und Behandlung
ohne Einwilligung des suizidalen Patienten
• Öffentlich-rechtliche Unterbringung
• Zivilrechtliche Unterbringung und
Betreuungspflicht
→ Abschließende Bemerkungen zur stationären
Unterbringung
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.5 Zusammenfassung I
•
•
•
•
Auch die rechtliche Bewertung von Suizidhandlungen ist
von weltanschaulichen und ethischen Grundhaltungen
abhängig, die wiederum historischen und sozialen
Wandlungen unterliegen.
Das Rechtskonstrukt des freiverantwortlichen Suizids
erscheint aus medizinisch –psychotherapeutischer Sicht
äußerst problematisch.
Strafrechtliche Konsequenzen für Therapeuten nach
suizidalen Handlungen von Klienten sind eher selten.
Kustodiale Maßnahmen bei Suizidalität müssen auch aus
rechtlicher Sicht der Behandlung des Patienten dienen
und dürfen Grundrechten nicht widersprechen.
4. Rechtliche Aspekte bei der
Psychotherapie Suizidaler
4.5 Zusammenfassung II
• Die Dokumentation des Therapieverlaufs ist eine
Pflicht aus dem Behandlungsvertrag und kann den
Vorwurf von Behandlungsfehlern im
Zusammenhang mit Suizidhandlungen entkräften.
• Vernachlässigung der Dokumentationspflicht kann
zur Beweislastumkehr im Haftungsprozess zu
Lasten des Therapeuten führen.
• Die Unterbringung suizidaler Patienten muss in
der Akutsituation meist mit Hilfe der
Psychiatriegesetze der Länder erfolgen.
Literatur
• Bronisch , Th. (Hrsg./2002): Psychotherapie der Suizidalität. Georg
Thieme Verlag, Stuttgart, New York.
• Dorrmann, W.: Veraltenstherapeutische Vorgehensweise bei akuten
suizidalen Krisen, Psychotherpie im Dialog, Ausgabe 4 / 2003, S.330339, Georg Thieme Verlag, Stuttgart
• Federn, P. (1929): Selbstmordprophylaxe in der Analyse. Z.
Psychoanal. Päd.; 3; S. 379-389
• Schmidtke, A.& Schaller, S. (1996): Suizidalität. In: Margraf, J.
(Hrsg.): Lehrbuch der Verhaltenstherapie, Bd. 2. Springer Verlag,
Berlin, Heidelberg, New York, Tokyo
• Schmidtke, A., Weinacker, B. & Fricke, S. (1996): Epidemiologie von
Suiziden und Suizidversuchen. Nervenheilkunde, 15, S. 496-506
• Sonnek, G.: Krisenintervention, Psychotherpie im Dialog, Ausgabe 4 /
2003, S.319-329, Georg Thieme Verlag, Stuttgart
• Joakim Back: Suicide, gefunden auf www.vuni.net
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