DNA-Helikase

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Zellzyklus, Replikation und Chromosomen
Wiederholung: Größenverhältnisse im DNA-Molekül
3‘
5‘
Das größte menschliche Chromosom
enthält 247 Millionen Basenpaare
 Moleküllänge: 8.4 cm
Die „Länge“ des gesamten diploiden
Genoms des Menschen beträgt 2.18 m
Aufgrund der Wechselwirkung des
DNA-Moleküls mit speziellen Proteinen,
den Histonen, kann es soweit aufgewickelt werden, daß es bequem in einen
Zellkern paßt.
 Chromosom
Wie wird nun die DNA verpackt, daß
sie in einen Zellkern paßt und trotzdem
repliziert werden kann?
Die Zellteilung und der Zellzyklus
Die Zellteilung ist notwendig
a) zur identischen Reproduktion von Einzellern – Vermehrung
b) zur Realisierung von Differenzierung und Wachstum von mehrzelligen Lebewesen
c) zur Ersetzung gealterter, verbrauchter Zellen
Dazu muß
1. die genetische Information vollständig und fehlerfrei verdoppelt werden
2. das Zytoplasma und die Zellorganellen auf beide Tochterzellen verteilt werden
ZELLZYKLUS
Zellzyklus
G1 – Wachstumsphase
S – Synthesephase (DNA-Repl.)
G2 – Wachstumsphase
M – Mitosephase (Zellteilung)
G0 – Zellen können sich nicht
mehr teilen
Apoptose – programm. Zelltod
Der Zellzyklus wird durch spezielle Proteine – Cycline –kontrolliert. Sie werden bei Erreichen
bestimmter Punkte des Zyklus verstärkt expremiert. Eine Maximalkonzentration definiert
einen Kontrollpunkt im Zyklus.
Beispiele: KP für DNA-Schäden / KP zur Einleitung der Mitosespindelbildung
Prokaryotische Zellteilung
Verdopplung der DNA-Ringe
Delokalisierung der DNA
Expression des FtsZ-Gens
und Produktion des entsprechenden ZellteilungsProteins
Abschnürung der Tochterzellen
„SPALTUNG“
Dauer zwischen Zellteilungen ~ 40 Minuten
Cytokinese ~ 20 Minuten nach Replikation
Eukaryotische Zellteilung - Mitose
Das Hauptmerkmal der Mitose ist die Aufspaltung eines diploiden Chromosomensatzes in zwei identische Chromosomensätze und ihre Aufteilung auf zwei Tochterzellen.
G1 – Wachstumsphase
S – Synthesephase (DNA-Repl.)
G2 – Wachstumsphase
M – Mitosephase (Zellteilung)
Damit Mitose funktionieren kann, muß zuvor
a) die DNA verdoppelt werden (S-Phase im Zellzyklus, Replikation)
b) die DNA in Chromosomen „verpackt“ – d.h. kondensiert, werden
Während der Wachstums- und Synthesephasen liegt die DNA als Chromatin in
lockerer Struktur im Kernplasma vor:
rot – Kernporen
grün – Kernmembran
blau - Chromatin
Zellkern eine Zelle
aus einer Maus
Der Prozeß der DNA-Replikation
Findet während der S-Phase des Zellzyklus statt. Die DNA liegt als Chromatin in
der Zelle vor (es sind keine Chromosomen sichtbar).
Enzyme, die an der Replikation
beteiligt sind:
3‘
5‘
Helikase
Primase
DNA-Ligase
DNA-Polymerase
Auftrennung des DNA-Moleküls durch eine DNA-Helikase
Die Aufgabe der DNA-Helikase
besteht darin, von einem bestimmten,
durch eine spezifische Basenpaarung
charakterisierten Startpunkt (Origin)
die Wasserstoffbrückenbindungen
zwischen den Purin- und Pyrimidinbasen zu trennen und die Doppelhelix
in zwei Einzelstränge aufzulösen. Zuvor
werden die Bindungen durch eine
Topoisomerase gelockert.
Vom Startpunkt laufen zwei Helikasen
in jeweils entgegengesetzter Richtung
durch das DNA-Molekül
In einer menschlichen Zelle werden pro Sekunde
~500 Basenpaare gelöst
Replikationsgabel
Initiationsphase
 Helikase bricht am Startpunkt die DNA auf
 Die aufgebrochene Stelle wird durch eine Primase markiert
 An der Markierung lagert sich eine DNA-Polymerase an
 Jetzt beginnt die eigentliche Vervielfältigung ...
Es bilden sich zwei Einzelstränge, die eine
unterschiedliche Richtung (5‘ bzw. 3‘) haben
Problem:
Eine DNA-Polymerase kann einen Einzelstrang
nur nach Durchlaufen in 5‘ nach 3‘ –Richtung
replizieren
 unterschiedlichen Replikationsmechanismen
der beiden Einzelstränge
Elongationsphase
In dieser Phase findet die eigentliche Vervielfältigung statt. Die beiden Stränge werden
zeitgleich, aber nach unterschiedlichen Verfahren komplementär synthetisiert.
Vorgänge am Vorwärts- oder Leitstrang  kontinuierliche Replikation möglich
1. An die die Helikase verlassenen Einzelstränge werden Bindungsproteine geheftet,
die eine spontane Anlagerung komplementärer Basen verhindern
2. Die DNA-Polymerase kann jetzt hintereinander weg, in 5‘ – 3‘ –Richtung, den Einzelstrang komplimentär ergänzen
Vorgänge am Folge- oder Rückwärtsstrang  kontinuierliche Replikation nicht möglich
1. DNA-Polymerase muß in Gegenrichtung, d.h. von der Replikationsgabel weg, laufen
2. damit ist nur eine diskontinuierliche , stückweise Replikation möglich
- Schleifenbildung ermöglicht einer RNA-Polymerase (Primase) die Synthetisierung
eines kurzen DNA-Stückes scheinbar entgegengesetzt zur (3‘-5‘ ) Richtung – RNA-Primer
- Daran baut eine DNA-Polymerase ein sogenanntes Okazi-Fragment an und zwar solange, bis
sie auf den Primer des vorhergehenden Okazi-Fragments trifft
- Jetzt wird die RNA des Primers durch DNA ersetzt.
- Die Lücke wird durch eine DNA-Ligase geschlossen
Verlauf der diskontinuierlichen Replikation
DNA-Polymerase III
Vorwärts-Strang (rot)
Helikase
Primase
Okasaki-Fragment
RNA-Primer
Einzelstrangbindende Proteine
 Animation des Vorgangs der DNA-Replikation
DNAPolymerase I
DNA-Ligase
Reparatur-Enzym
Rückwärtsstrang (blau)
Terminierungssphase
Die Terminierung (Beendigung) erfolgt wenn
a) zwei Replikationsgabel aufeinander laufen
b) eine Terminationssequenz erreicht wird
Anschließend erfolgt quasi ein „Reparaturlesen“,
bei dem Replikationsfehler eliminiert werden.
Am Ende der Replikation (S-Phase des Zellzyklus) liegen die DNA-Moleküle in jeweils
doppelter Form im Zellkern vor.
In der folgenden Wartephase G2 werden vermehrt Histone sowie Tubuline synthetisiert,
um die Mitose vorzubereiten.
 Die Mitose beginnt mit der Verpackung (Kondensation) der DNA-Moleküle in
Chromosomen.
Kondensation des DNA-Fadens
in ein Chromosom
Chromosomen
Chromosomen bestehen chemisch aus Eiweißen und Nucleinsäuren.
Sie enthalten in der DNA die Gene für die Ausbildung von Merkmalen.
Chromosomen unterliegen einem typischen Formenwechsel.
• während der Zellteilung existieren sie als mikroskopisch sichtbare "Transportform"
• während der Ruhephase des Zellkerns (Interphase) lösen sie ihre Struktur auf, die
DNA liegt wieder als nicht sichtbare "Funktionsform" vor
• In ihrer "Transportform" bestehen die Chromosomen morphologisch aus jeweils
zwei Längsstrukturen, den Chromatiden, die am Centromer zusammengehalten
werden.
Der Chromosomensatz ist die Gesamtheit aller Chromosomen in der Zelle.
Anzahl und Form der Chromosomen in jeder Zelle eines Organismus sind artspezifisch.
Nächstes Mal: Proteinbiosynthese
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