Bipolar-Unipolar BHochstrasser

Werbung
Bipolar – Unipolar
Dr.med. Barbara Hochstrasser,M.P.H
[email protected]
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
1
Bipolare Störung- unipolare
depressive Störung
Unipolare depressive Störung und bipolare Störung
sind Affektive Störungen mit Beeinträchtigung von
Gefühlen, Antrieb und Aktivitätsniveau, kognitiven
Funktionen und weiteren biologischen Funktionen
wie Schlaf, Appetit, Sexualität und Energie. Das
Verhalten entspricht der Stimmungslage
werden anhand definierter Kriterien gemäss der
internationalen Klassifikation der Krankheiten
(ICD10) diagnostiziert
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
2
Häufigkeit psychischer
Störungen (Lebensprävalenz)
50
45
40
35
Männer
30
Frauen
25
20
15
10
5
0
te
am
es
G
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
tra
si
es
pr
or
aj
M
De
on
ie
m
hy
st
Dy
n
lte
l
ia
oz
s
A
es
a
rh
Ve
en
os
ch
y
Ps
Kessler et al, 1994
3
Affektive Störungen ICD10
Depressive Episode
Niedergeschlagenheit, Reduktion von Energie,
Antrieb, Appetit, Konzentration, Libido, sozialer
Rückzug
leicht, mittel, schwer
mit/ohne psychotische Symptome
Manische Episode
Hochstimmung, gesteigerte Aktivität, Redseligkeit,
gesteigertes sexuelles Interesse, reduziertes
Schlafbedürfnis
Hypomanie
Manie mit/ohne psychotische
Symptome
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
4
Unipolare Affektive Störung
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
5
Bipolare Affektive Störung
Zur Diagnose einer bipolaren Störung braucht es
zwingend
- eine manische oder hypomane Episode, aktuell oder
in der Vergangenheit
- eine depressive Episode, aktuell oder in der
Vergangenheit
Es muss bei Vorliegen einer depressiven Episode /
manischen Episode immer nachgefragt werden nach
- vorherigen depressiven Episoden
- vorherigen Episoden gehoberen Stimmung
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
6
ICD10 Kriterien einer
manischen Episode
Affektive Komponente
Gehobene Stimmung, Euphorie, erhöhte Neugierde
Somatische Symptome
Verringerter Schlafbedürfnis
Beschleunigtes Denken, Gedankenflut, Rededrang
Erhöhte Vigilanz und Sinneswahrnehmung
Gesteigerte Energie
Antriebssteigerung, Umtriebigkeit
Steigerung des sexuellen Interesses
Psychomotorische Aktivierung
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
7
Affektive Störungen ICD10
F 31.xx Bipolare affektive Störung
31.0
31.1
31.2
31.3
31.4
31.5
31.6
31.7
31.8
gegenwärtig
gegenwärtig
gegenwärtig
gegenwärtig
gegenwärtig
gegenwärtig
gegenwärtig
gegenwärtig
sonstige
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
hypoman,
manisch ohne psychotische Symptome
manisch mit psychotischen Symptomen
leicht /mittelschwer depressiv
schwer depressiv ohne psychotische Sy.
schwer depressiv mit psychotischen Sy.
gemischt
remittiert
8
Bipolare Störung Typ II
Rezividierende depressive Episoden und Phasen der
Hypomanie
Sind häufiger als bisher angenommen
Benötigen im allgemeinen einen Stabilisator
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
9
Bipolare Störung
Manische Patienten fühlen sich oft sehr gut und haben weder
Problembewusstsein noch Leidensdruck, ihre Angehörigen
aber sehr
Daher ist es wichtig eine Fremdanamnese zu erheben
Nicht selten imponiert eine bipolare Störung in den jüngeren
Lebensjahren eher als eine Serie von manischen oder
hypomanen Episoden und nur kurzen depressive Episoden
Im Verlauf des Lebens werden die depressiven Episoden
häufiger, schwerer, länger und können chronisch werden
Eine positive Familienanamnese für Alkoholmissbrauch oder
depressive Störungen ist meist vorhanden
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
10
Fallbeispiel
58 jähriger Historiker, verheiratet, in leitender Position
Chronischer Benzodiazepin Abusus (bis 7mg Temesta am
Tag) durch Hausarzt verschrieben wegen wiederkehrender
Nervosität
Zur Hospitalisiert überwiesen wegen Erschöpfungsdepression
Imponiert mit einer agitierten, mittelschweren Depression
In der Anamnese ergibt sich kein klarer Hinweis für früherer
depressive oder manische Episoden. Er war stets sehr
unternehmungslustig und aktiv, gesellig und redselig
Welche Therapiestrategie wählen Sie ?
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
11
Fallbeispiel
Auf die Gabe eines SSRI zeigt der Patient eine schnelle
Verbesserung. Langsames Ausschleichen des Temestas.
Bei 4 mg Temesta und 20 mg Citalopram schlägt der Patient
für einen Tag in eine manische Epsiode ohne psychotische
Symptome um
Welche Therapiestrategie wählen Sie ?
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
12
Fallbeispiel
Nach Absetzen des SSRI unter Beibehalten der aktuellen Dosis
von Temesta entwickelt der Patient eine schwere
depressive Symptomatik mit massiver Antriebsminderung,
völliger Depressivität bis zum Gefühl der Gefühllosigkeit
und Suizidalität
Welche Therapiestrategie wählen Sie ?
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
13
Fallbeispiel
Welche Therapiestrategie wählen Sie ?
Es gilt zu beachten:
Ein Antimanikum, vorzugsweise Lithium ist dringend
notwendig
EKG, TSH, Kreatin bestimmen vor Ansetzen des Lithium
Lithium eine oder zwei Tabletten Quilonom oder Lithiofor zu
Beginn
Spiegelbestimmung nach einer Woche, Ziel: 0.6-1.0mmol/L
Anpassen der Dosis und danach Nachkontrolle nach weitern 7
Tagen mit EKG
Bei erfolgter Einstellung alle drei Monate TSH. Kr ev. EKG
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
14
Fallbeispiel
Geben wir nun ein Antidepressivum dazu oder nicht ?
Amerikanische Position: eher nicht
Europäische Position: ja, aber vorsichtig,
bei schwerer Depression immer, primär in kleinen Dosen
unter gutem antimanischem Schutz
bei leichter Depression, wenn die Depression nicht
remittiert
Was tun mit dem Temesta ?
Ganz langsamer Abbau
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
15
Fallbeispiel
Nach mehreren verschiedenen Medikationsversuchen ohne
Erfolg remittiert der Patient auf der folgenden Medikation
Quilonorm Retard
Depakine Chrono 500
Efexor 150mg
Temesta 1mg
1-0-0-2
1-0-0-1
1-0-0-0
1-0-1-0 im weitern Verlauf
abgebaut
Welche weitere Therapiestrategie wählen Sie ?
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
16
Therapiestrategien bei
bipolarer Störung
Bei Manie und zur Dauerstabilisierung
Lithium: immer noch das probateste Medikament
(Serumspiegel 0.6-1.0, TSH und Kreatinin alle 3-6 Monate
erheben, EKG Kontrolle vor und nach Einstellung
Alternativen:
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
Quetiapin (Seroquel)
Depakin
Tegretol
Abilify
17
Therapiestrategien bei
bipolarer Störung
Bei Psychotischer Symptomatik
Lithium und Neuroleptikum
Vorzugsweise ein Atypikum
Seroquel (Quetiapin)
600 – 1200 mg
Zyprexa (Olazapin )
10-20 mg
Risperdal (Risperidon)
6 – 12 (max 32) mg
Bei massiver Erregung bzw Zwangsmassnahme: Injektion
von Clopixol 75mg im und Valium 5mg im
Bei Agitiertheit: Benzodiazepine
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
18
Bipolarer Störung:
Psychotherapie
Vorwiegend stützende und ressourcenorientierte
Therapie
Ziele
Akzeptanz der Erkrankung
Erkennen der «normalen» Befindlichkeit
Erkennen der Auslöser
Entwicklung von Vertrauen und Medikamentenadherence
Normalisierung von Beziehungen und beruflicher Situation
Aufbau von nutzbringenden Bewältigungsstrategien
Aus- und Aufbau von persönlichen Ressourcen
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
19
Affektive Störungen ICD10
F 32.xx Depressive Episode
32.0 leichte Episode
32.1 mittelschwere Episode
32.10 ohne somatisches Syndrom, 32.11 mit som. Sy.
32.2 schwere Episode ohne psychotischen Symptome
32.3 schwere Episode mit psychotischen Symptomen
32.8 sonstige depressive Episode
F 33.xx Rezidivierende depressive Störung
33.0 / 33.1 / 33.2 / 33.3
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
20
ICD10 Kriterien einer
depressiven Episode
Affektive Komponente
Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit,
Interesselosigkeit
Somatische Symptome
Schlafstörungen, typischerweise Früherwachen
Appetitstörung
Konzentrations- oder Gedächtnisstörung
Energiemangel
Antriebsminderung
Verlust des sexuellen Interesses
Psychomotorische Verlangsamung oder Agitiertheit
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
21
ICD10 Kriterien einer
depressiven Episode
Weitere häufige Symptome
Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
Schuldgefühle
Gefühl der Wertlosigkeit
Negative und pessimistische Zukunftsperspektive
Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit
Suizidgedanken, erfolgte Selbstverletzung,
Suizidhandlung
Dauer der Symptomatik mindestens 2 Wochen
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
22
Symptomhäufigkeiten bei
Depressiven nach Geschlecht
*
***
*
*=p>0.05
**=p>0.01
***=p>0.001
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
DEPRES-Studie, Angst el al, 2002
23
Symptomhäufigkeiten bei
Depressiven nach Geschlecht
***
*
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
*=p>0.05
**=p>0.01
***=p<0.001
**
DEPRES-Studie, Angst el al, 200224
Bewältigungsstrategien bei
Depressiven nach Geschlecht
*
*=p<0.05
**=p<0.01
**=p<0.001
***
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
DEPRES-Studie, Angst el al, 2002
25
Bewältigungsstrategien bei
Depressiven nach Geschlecht
***
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
*
DEPRES-Studie, Angst el al, 2002
26
Affektive Störung
Unipolare depressive Störung
Nur ein Fünftel der depressiven Episoden sind einmalig, dh
eine depressive Störung ist in den meisten Fällen
wiederkehrend
Die Familienanamnese ist meist positiv für Depression,
Angststörung oder Alkoholmissbrauch
Depressionen werden zweimal häufiger bei Frauen beobachtet
Frauen weisen häufiger die «typischen» depressiven
Symptome auf
Männer weisen häufig andere Symptome auf wie Reizbarkeit,
Alkoholmissbrauch, externalisierndes Verhalten auf
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
27
Medizinische Probleme
nach Geschlecht
***
**
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
**=p<0.01
***=p<0.001
DEPRES-Studie, Angst el al, 2002
28
Aetiologie
UmgebungsBelastungen
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
Körperliche
Erkrankung
29
Therapiestrategien bei
unipolarer Depression
SSRI
Cipralex 10-20 mg, oder Citalopram 20-40mg
Sertralin, 50 -150 mg
Deroxat 20-60 mg
Fluctine (Fluoxetin) 20mg
Floxyfral ( Fluvoxamin) 100-300mg
SNRI
Cymbalta (Duloxetin) 60-120mg
Efexor (Venlafaxin) 150 (225) – 300mg
NASSA Tolvon (Mirtazapin), Remeron (Mianserin) 15-60mg
Trizyklika Clomipramin, Imipramin 150-250 mg
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
30
Behandlungsphasen und
Behandlungsdauer
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
Nach Kupfer und Frank
31
Therapiestrategien bei
unipolarer Depression
Bei rezidivierender Störung
nach der zweiten Episode: Dauermedikation
bei häufigen Schwankungen: Stabilisatoren:
Quilonorm oder Lithiofor (Lithium)
Lamictal (Lamotrigin)
Depakin, Tegretol
Seroquel (Quetiapin)
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
32
Depression: Psychotherapie
Kognitiv-behaviorale Psychotherapie ( Aaron Beck)
Ziele
Erkennen negativer kognitiver Konstrukte
Restrukturierung der irrationalen kognitiven Konstrukte
Durchbrechen der Depressionsspirale
Unterbrechen von Grübeln, Gedankenstoppen
Positives Denken
Verhaltensänderung
Erlernen von sozialen Problemlöse-Fertigkeiten und
Bewältigungsstrategien
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
33
Depression: Psychotherapie
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
34
Depression: Psychotherapie
Interpersonelle Psychotherapie (Klerman und
Weissmann)
Ziele
Klärung und Relativierung belastender interpersoneller
Situationen
Erkennen und Anpassen der eigenen Rolle im interpersonellen
Kontext
Achtsamkeitsbasierte Therapie (Kabat-Zinn)
Ziele
Relativierung emotionaler Belastung durch Meditation
Erkennen und Lösen der eigenen Verhaftungen durch den
Fokus auf das Hier und Jetzt
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
35
Depression: Psychotherapie
Bei chronischer Depression:
CBASP = Cognitive Behavioral Analysis System of
Psychotherapy ( McCullough)
Ziele
Erkennen der Konsequenzen des eigenen Verhaltens
Erwerb von authentischer Empathie
Erlernen von sozialen Problemlöse-Fertigkeiten und
Bewältigungsstrategien
Interpersoneller Heilungsprozess bzgl. früherer Traumata
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
36
Therapiestrategien bei
bipolarer Depression
Bei bipolarer Depression
Oft schwere Ausprägung und Tendenz zur Chronifizierung
Immer unter Schutz einer antimanischen bzw stabilisierenden
Substanz behandeln
Bei Einsatz von Antidepressiva neuer Antidepressiva
verwenden ( SSRI, SRNI)
Gute Begleitung des Patienten (Cave : Switch in die Manie)
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
37
Vielen Dank
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
38
Bipolar – Unipolar
Dr.med. Barbara Hochstrasser,M.P.H
[email protected]
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
1
Bipolare Störung- unipolare
depressive Störung
Unipolare depressive Störung und bipolare Störung
sind Affektive Störungen mit Beeinträchtigung von
Gefühlen, Antrieb und Aktivitätsniveau, kognitiven
Funktionen und weiteren biologischen Funktionen
wie Schlaf, Appetit, Sexualität und Energie. Das
Verhalten entspricht der Stimmungslage
werden anhand definierter Kriterien gemäss der
internationalen Klassifikation der Krankheiten
(ICD10) diagnostiziert
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
2
Häufigkeit psychischer
Störungen (Lebensprävalenz)
50
45
40
35
Männer
30
Frauen
25
20
15
10
5
0
te
am
es
G
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
tra
si
es
pr
or
aj
M
De
on
ie
m
hy
st
Dy
n
lte
l
ia
oz
s
A
es
a
rh
Ve
en
os
ch
y
Ps
Kessler et al, 1994
3
Affektive Störungen ICD10
Depressive Episode
Niedergeschlagenheit, Reduktion von Energie,
Antrieb, Appetit, Konzentration, Libido, sozialer
Rückzug
leicht, mittel, schwer
mit/ohne psychotische Symptome
Manische Episode
Hochstimmung, gesteigerte Aktivität, Redseligkeit,
gesteigertes sexuelles Interesse, reduziertes
Schlafbedürfnis
Hypomanie
Manie mit/ohne psychotische
Symptome
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
4
Unipolare Affektive Störung
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
5
Bipolare Affektive Störung
Zur Diagnose einer bipolaren Störung braucht es
zwingend
- eine manische oder hypomane Episode, aktuell oder
in der Vergangenheit
- eine depressive Episode, aktuell oder in der
Vergangenheit
Es muss bei Vorliegen einer depressiven Episode /
manischen Episode immer nachgefragt werden nach
- vorherigen depressiven Episoden
- vorherigen Episoden gehoberen Stimmung
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
6
ICD10 Kriterien einer
manischen Episode
Affektive Komponente
Gehobene Stimmung, Euphorie, erhöhte Neugierde
Somatische Symptome
Verringerter Schlafbedürfnis
Beschleunigtes Denken, Gedankenflut, Rededrang
Erhöhte Vigilanz und Sinneswahrnehmung
Gesteigerte Energie
Antriebssteigerung, Umtriebigkeit
Steigerung des sexuellen Interesses
Psychomotorische Aktivierung
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
7
Affektive Störungen ICD10
F 31.xx Bipolare affektive Störung
31.0
31.1
31.2
31.3
31.4
31.5
31.6
31.7
31.8
gegenwärtig
gegenwärtig
gegenwärtig
gegenwärtig
gegenwärtig
gegenwärtig
gegenwärtig
gegenwärtig
sonstige
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
hypoman,
manisch ohne psychotische Symptome
manisch mit psychotischen Symptomen
leicht /mittelschwer depressiv
schwer depressiv ohne psychotische Sy.
schwer depressiv mit psychotischen Sy.
gemischt
remittiert
8
Bipolare Störung Typ II
Rezividierende depressive Episoden und Phasen der
Hypomanie
Sind häufiger als bisher angenommen
Benötigen im allgemeinen einen Stabilisator
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
9
Bipolare Störung
Manische Patienten fühlen sich oft sehr gut und haben weder
Problembewusstsein noch Leidensdruck, ihre Angehörigen
aber sehr
Daher ist es wichtig eine Fremdanamnese zu erheben
Nicht selten imponiert eine bipolare Störung in den jüngeren
Lebensjahren eher als eine Serie von manischen oder
hypomanen Episoden und nur kurzen depressive Episoden
Im Verlauf des Lebens werden die depressiven Episoden
häufiger, schwerer, länger und können chronisch werden
Eine positive Familienanamnese für Alkoholmissbrauch oder
depressive Störungen ist meist vorhanden
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
10
Fallbeispiel
58 jähriger Historiker, verheiratet, in leitender Position
Chronischer Benzodiazepin Abusus (bis 7mg Temesta am
Tag) durch Hausarzt verschrieben wegen wiederkehrender
Nervosität
Zur Hospitalisiert überwiesen wegen Erschöpfungsdepression
Imponiert mit einer agitierten, mittelschweren Depression
In der Anamnese ergibt sich kein klarer Hinweis für früherer
depressive oder manische Episoden. Er war stets sehr
unternehmungslustig und aktiv, gesellig und redselig
Welche Therapiestrategie wählen Sie ?
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
11
Fallbeispiel
Auf die Gabe eines SSRI zeigt der Patient eine schnelle
Verbesserung. Langsames Ausschleichen des Temestas.
Bei 4 mg Temesta und 20 mg Citalopram schlägt der Patient
für einen Tag in eine manische Epsiode ohne psychotische
Symptome um
Welche Therapiestrategie wählen Sie ?
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
12
Fallbeispiel
Nach Absetzen des SSRI unter Beibehalten der aktuellen Dosis
von Temesta entwickelt der Patient eine schwere
depressive Symptomatik mit massiver Antriebsminderung,
völliger Depressivität bis zum Gefühl der Gefühllosigkeit
und Suizidalität
Welche Therapiestrategie wählen Sie ?
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
13
Fallbeispiel
Welche Therapiestrategie wählen Sie ?
Es gilt zu beachten:
Ein Antimanikum, vorzugsweise Lithium ist dringend
notwendig
EKG, TSH, Kreatin bestimmen vor Ansetzen des Lithium
Lithium eine oder zwei Tabletten Quilonom oder Lithiofor zu
Beginn
Spiegelbestimmung nach einer Woche, Ziel: 0.6-1.0mmol/L
Anpassen der Dosis und danach Nachkontrolle nach weitern 7
Tagen mit EKG
Bei erfolgter Einstellung alle drei Monate TSH. Kr ev. EKG
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
14
Fallbeispiel
Geben wir nun ein Antidepressivum dazu oder nicht ?
Amerikanische Position: eher nicht
Europäische Position: ja, aber vorsichtig,
bei schwerer Depression immer, primär in kleinen Dosen
unter gutem antimanischem Schutz
bei leichter Depression, wenn die Depression nicht
remittiert
Was tun mit dem Temesta ?
Ganz langsamer Abbau
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
15
Fallbeispiel
Nach mehreren verschiedenen Medikationsversuchen ohne
Erfolg remittiert der Patient auf der folgenden Medikation
Quilonorm Retard
Depakine Chrono 500
Efexor 150mg
Temesta 1mg
1-0-0-2
1-0-0-1
1-0-0-0
1-0-1-0 im weitern Verlauf
abgebaut
Welche weitere Therapiestrategie wählen Sie ?
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
16
Therapiestrategien bei
bipolarer Störung
Bei Manie und zur Dauerstabilisierung
Lithium: immer noch das probateste Medikament
(Serumspiegel 0.6-1.0, TSH und Kreatinin alle 3-6 Monate
erheben, EKG Kontrolle vor und nach Einstellung
Alternativen:
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
Quetiapin (Seroquel)
Depakin
Tegretol
Abilify
17
Therapiestrategien bei
bipolarer Störung
Bei Psychotischer Symptomatik
Lithium und Neuroleptikum
Vorzugsweise ein Atypikum
Seroquel (Quetiapin)
600 – 1200 mg
Zyprexa (Olazapin )
10-20 mg
Risperdal (Risperidon)
6 – 12 (max 32) mg
Bei massiver Erregung bzw Zwangsmassnahme: Injektion
von Clopixol 75mg im und Valium 5mg im
Bei Agitiertheit: Benzodiazepine
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
18
Bipolarer Störung:
Psychotherapie
Vorwiegend stützende und ressourcenorientierte
Therapie
Ziele
Akzeptanz der Erkrankung
Erkennen der «normalen» Befindlichkeit
Erkennen der Auslöser
Entwicklung von Vertrauen und Medikamentenadherence
Normalisierung von Beziehungen und beruflicher Situation
Aufbau von nutzbringenden Bewältigungsstrategien
Aus- und Aufbau von persönlichen Ressourcen
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
19
Affektive Störungen ICD10
F 32.xx Depressive Episode
32.0 leichte Episode
32.1 mittelschwere Episode
32.10 ohne somatisches Syndrom, 32.11 mit som. Sy.
32.2 schwere Episode ohne psychotischen Symptome
32.3 schwere Episode mit psychotischen Symptomen
32.8 sonstige depressive Episode
F 33.xx Rezidivierende depressive Störung
33.0 / 33.1 / 33.2 / 33.3
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
20
ICD10 Kriterien einer
depressiven Episode
Affektive Komponente
Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit,
Interesselosigkeit
Somatische Symptome
Schlafstörungen, typischerweise Früherwachen
Appetitstörung
Konzentrations- oder Gedächtnisstörung
Energiemangel
Antriebsminderung
Verlust des sexuellen Interesses
Psychomotorische Verlangsamung oder Agitiertheit
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
21
ICD10 Kriterien einer
depressiven Episode
Weitere häufige Symptome
Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
Schuldgefühle
Gefühl der Wertlosigkeit
Negative und pessimistische Zukunftsperspektive
Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit
Suizidgedanken, erfolgte Selbstverletzung,
Suizidhandlung
Dauer der Symptomatik mindestens 2 Wochen
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
22
Symptomhäufigkeiten bei
Depressiven nach Geschlecht
*
***
*
*=p>0.05
**=p>0.01
***=p>0.001
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
DEPRES-Studie, Angst el al, 2002
23
Symptomhäufigkeiten bei
Depressiven nach Geschlecht
***
*
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
*=p>0.05
**=p>0.01
***=p<0.001
**
DEPRES-Studie, Angst el al, 200224
Bewältigungsstrategien bei
Depressiven nach Geschlecht
*
*=p<0.05
**=p<0.01
**=p<0.001
***
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
DEPRES-Studie, Angst el al, 2002
25
Bewältigungsstrategien bei
Depressiven nach Geschlecht
***
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
*
DEPRES-Studie, Angst el al, 2002
26
Affektive Störung
Unipolare depressive Störung
Nur ein Fünftel der depressiven Episoden sind einmalig, dh
eine depressive Störung ist in den meisten Fällen
wiederkehrend
Die Familienanamnese ist meist positiv für Depression,
Angststörung oder Alkoholmissbrauch
Depressionen werden zweimal häufiger bei Frauen beobachtet
Frauen weisen häufiger die «typischen» depressiven
Symptome auf
Männer weisen häufig andere Symptome auf wie Reizbarkeit,
Alkoholmissbrauch, externalisierndes Verhalten auf
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
27
Medizinische Probleme
nach Geschlecht
***
**
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
**=p<0.01
***=p<0.001
DEPRES-Studie, Angst el al, 2002
28
Aetiologie
UmgebungsBelastungen
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
Körperliche
Erkrankung
29
Therapiestrategien bei
unipolarer Depression
SSRI
Cipralex 10-20 mg, oder Citalopram 20-40mg
Sertralin, 50 -150 mg
Deroxat 20-60 mg
Fluctine (Fluoxetin) 20mg
Floxyfral ( Fluvoxamin) 100-300mg
SNRI
Cymbalta (Duloxetin) 60-120mg
Efexor (Venlafaxin) 150 (225) – 300mg
NASSA Tolvon (Mirtazapin), Remeron (Mianserin) 15-60mg
Trizyklika Clomipramin, Imipramin 150-250 mg
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
30
Behandlungsphasen und
Behandlungsdauer
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
Nach Kupfer und Frank
31
Therapiestrategien bei
unipolarer Depression
Bei rezidivierender Störung
nach der zweiten Episode: Dauermedikation
bei häufigen Schwankungen: Stabilisatoren:
Quilonorm oder Lithiofor (Lithium)
Lamictal (Lamotrigin)
Depakin, Tegretol
Seroquel (Quetiapin)
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
32
Depression: Psychotherapie
Kognitiv-behaviorale Psychotherapie ( Aaron Beck)
Ziele
Erkennen negativer kognitiver Konstrukte
Restrukturierung der irrationalen kognitiven Konstrukte
Durchbrechen der Depressionsspirale
Unterbrechen von Grübeln, Gedankenstoppen
Positives Denken
Verhaltensänderung
Erlernen von sozialen Problemlöse-Fertigkeiten und
Bewältigungsstrategien
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
33
Depression: Psychotherapie
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
34
Depression: Psychotherapie
Interpersonelle Psychotherapie (Klerman und
Weissmann)
Ziele
Klärung und Relativierung belastender interpersoneller
Situationen
Erkennen und Anpassen der eigenen Rolle im interpersonellen
Kontext
Achtsamkeitsbasierte Therapie (Kabat-Zinn)
Ziele
Relativierung emotionaler Belastung durch Meditation
Erkennen und Lösen der eigenen Verhaftungen durch den
Fokus auf das Hier und Jetzt
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
35
Depression: Psychotherapie
Bei chronischer Depression:
CBASP = Cognitive Behavioral Analysis System of
Psychotherapy ( McCullough)
Ziele
Erkennen der Konsequenzen des eigenen Verhaltens
Erwerb von authentischer Empathie
Erlernen von sozialen Problemlöse-Fertigkeiten und
Bewältigungsstrategien
Interpersoneller Heilungsprozess bzgl. früherer Traumata
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
36
Therapiestrategien bei
bipolarer Depression
Bei bipolarer Depression
Oft schwere Ausprägung und Tendenz zur Chronifizierung
Immer unter Schutz einer antimanischen bzw stabilisierenden
Substanz behandeln
Bei Einsatz von Antidepressiva neuer Antidepressiva
verwenden ( SSRI, SRNI)
Gute Begleitung des Patienten (Cave : Switch in die Manie)
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
37
Vielen Dank
Bipolar-Unpolar, 14.9.12
38
Herunterladen