Professor Dr. Mojib Latif Klimaforscher, Helmholtz

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Sendung vom 29.9.2014, 20.15 Uhr
Professor Dr. Mojib Latif
Klimaforscher, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
im Gespräch mit Iska Schreglmann
Schreglmann:
Ganz herzlich willkommen beim alpha-Forum. Zu Gast bei uns ist heute
der bekannteste Klimaforscher Deutschlands. Wir freuen uns, dass Sie
da sind, Professor Mojib Latif. Schön, dass Sie zu uns gekommen sind.
Latif:
Guten Tag.
Schreglmann:
Herr Professor Latif, Sie leiten am Helmholtz-Zentrum für
Ozeanforschung in Kiel den Forschungsbereich "Ozeanzirkulation und
Klimadynamik" und sitzen damit sozusagen an der Quelle aller Zahlen,
Daten, Fakten rund um den Klimawandel und die Erderwärmung. Häufig
sind das ja eher ernüchternde Studienergebnisse. Kürzlich hat z. B. die
Weltorganisation für Meteorologie vermeldet, dass die Treibhausgase in
der Atmosphäre auf einem Rekordhoch angekommen sind.
Latif:
Ja, das ist leider so, das wiederholt sich Jahr für Jahr. Die WMO, also die
Weltorganisation für Meteorologie, hat vor ein paar Wochen noch einmal
darauf hingewiesen, wie dramatisch die Entwicklung ist und dass sie
auch immer schneller vonstattengeht. Das muss man natürlich
kontrastieren mit den Bemühungen der Politik: Das zeigt uns leider, dass
die Politik im Moment nicht fähig ist, entschieden gegen den
Klimawandel vorzugehen.
Schreglmann:
Darauf kommen wir später noch ausführlich zu sprechen. Es gibt ja auch
Skeptiker und ich weiß, dass auch Sie immer wieder mit deren
Argumenten konfrontiert werden. Diese Skeptiker zweifeln daran, dass
wirklich wir Menschen hauptsächlich für den Klimawandel verantwortlich
sind, indem wir z. B. aufgrund der Industrieproduktion und des
Straßenverkehrs jede Menge Treibhausgase wie Kohlendioxid
emittieren. Die Skeptiker sagen: "Na ja, CO2 hat es schon immer
gegeben und in der Erdgeschichte auch einen Klimawandel." Und es
stimmt ja auch tatsächlich, in den vielen Millionen Jahren der Geschichte
unseres Planeten hat es immer wieder massive Veränderungen
gegeben: Mal war er fast komplett zugefroren, mal komplett vom Eis
befreit. Wie argumentieren Sie da? Woher weiß man, welcher Anteil am
Klimawandel wirklich vom Menschen gemacht ist?
Latif:
Ich müsste hier eigentlich eine abendfüllende Antwort geben, aber ich will
versuchen, es kurz zu erklären. Zunächst einmal geht es um die Frage
der Zeiträume. Wir sprechen hier und jetzt von Veränderungen, die wir
gemessen haben in den letzten 100 Jahren und die sehr viel schneller
abgelaufen sind als die Veränderungen in den Jahrtausenden, in den
Jahrhunderttausenden davor. Nehmen wir noch einmal das CO2, also
das Kohlendioxid, das ja der Hauptverursacher der globalen Erwärmung
ist. Der CO2-Gehalt der Luft war noch nie so hoch wie heute, seit wir
Menschen auf diesem Planeten leben. Das heißt, seit mindestens
800000 Jahren war der CO2-Gehalt nicht so hoch wie heute. Alleine da
müssen ja schon die Alarmglocken schrillen bei uns. Man sieht, dass mit
diesem Gehalt auch gleichzeitig die Temperatur anstieg, dass das Eis
der Erde schmilzt, der Meeresspiegel steigt usw. Die Anzeichen sind also
ganz klar vorhanden und die müssen wir nun einfach ernst nehmen. Ich
denke, es gibt einfach keine andere plausible Erklärung dafür als die,
dass der Mensch durch den Ausstoß dieser Treibhausgase die
Klimaveränderung verursacht hat.
Schreglmann:
Woher weiß man denn eigentlich, was vor 800000 Jahren war?
Latif:
Das erfordert schon eine gewisse Detektivarbeit. Man kann
beispielsweise im Eis der Antarktis, also am Südpol bohren und dabei
sogenannte Eiskerne ziehen. In diesen Eiskernen sind z. B. winzige
Luftbläschen enthalten: Diese können wir analysieren und auch datieren.
Aufgrund dessen wissen wir ziemlich lückenlos, wie die Geschichte des
CO2 in der Atmosphäre gewesen ist. Niemand, auch die sogenannten
Skeptiker nicht, würden bestreiten, dass es tatsächlich so ist, dass der
heutige Wert einmalig ist für die letzten 800000 Jahre – denn so weit
kann man ungefähr zurückgehen. Man kann das Gleiche in den
Meeressedimenten machen, denn auch diese zeichnen das Klima auf.
Aber das machen sie nur indirekt: Man muss sich dafür nämlich
angucken, welche kleinen Tierchen, welche Pflänzchen man dort in den
verschiedenen Schichten findet. Daraus kann man dann eben auf die
Temperatur zurückschließen, weil diese Lebewesen eben einen
bestimmten Temperaturbereich benötigen.
Schreglmann:
Nun ist es ja kurioserweise so, dass trotz des steilen Anstiegs der
Treibhausgase in der Atmosphäre und auch in den Meeren – darauf
kommen wir ebenfalls später noch ausführlicher zu sprechen – die
globale Temperatur in letzter Zeit nicht mehr gestiegen ist. Wie ist das
denn zu erklären?
Latif:
Nun, das ist überhaupt nichts Ungewöhnliches. Einen Klimaforscher wie
mich beeindruckt so etwas gar nicht, für den ist das völlig normal. Wenn
man sich die Entwicklung seit dem Jahr 1900, also seit gut 110 Jahren
anschaut, dann sieht man, dass das nicht einfach immer nur nach oben
gegangen ist, sondern das verlief in Wellen. Deswegen muss man sich
eben lange Zeiträume anschauen. Denn wenn man sich den gesamten
Zeitraum anschaut, dann kann man an diesem Anstieg gar nicht
vorbeischauen. Ich selbst habe 2008 in einer Studie im
Wissenschaftsmagazin "Nature" diese Atempause vorhergesagt:
Damals hat das ein riesengroßes Echo in der Weltpresse erzeugt. Ich
wundere mich, dass das inzwischen schon wieder alles vergessen ist.
Schreglmann:
Das Echo ging in die Richtung, dass manche gesagt haben, diese Sache
mit dem Klimawandel könne doch nicht so schlimm sein, wenn die
Jahresdurchschnittstemperatur auch wieder fällt.
Latif:
Das ging in alle Richtungen. Das ging einmal in die Richtung, die Sie
soeben formuliert haben: "Das kann also alles gar nicht so schlimm sein!"
Es gab aber auch dieses große Erstaunen, dass der Temperaturanstieg
nicht weitergeht, obwohl die Treibhausgase weiter ansteigen. Ich habe in
dieser Studie eben ausdrücklich gesagt, dass das nicht heißt, dass nun
alles vorbei wäre, sondern dass es ab 2020, 2025 umso schneller
weitergehen wird mit dem Temperaturanstieg.
Schreglmann:
Sie werden also als Klimaforscher nicht müde zu betonen, dass es
darauf ankommt, sich die langen Zeiträume, die langfristige Entwicklung
anzuschauen. Sie zeichnen also quasi das große Bild. Wir Menschen
schauen ja gerne aufs Wetter: Wie wird das Wetter nächstes
Wochenende? Wie war es in den letzten Wochen? Wie war der
vergangene Sommer? Das heißt, wir Menschen sind eigentlich darauf
geeicht, vor allem kurzfristige Ereignisse zu beleuchten, die uns direkt
betreffen. Insofern müssen Sie sich wohl mit einem ständigen
Missverständnis herumschlagen, nämlich mit der Verwechslung von
Klima und Wetter.
Latif:
Ja, genau. Das ist eines der großen Probleme in unserem Metier. Es gibt
da ja diesen Ausspruch: Klima ist das, was man erwartet, und Wetter ist
das, was man bekommt. Das zeigt so ein bisschen den Unterschied
zwischen Klima und Wetter auf. Wetter ist das kurzfristige Geschehen in
der Atmosphäre, also in der uns umgebenden Umgebungsluft: von Tag
zu Tag, von Monat zu Monat und z. T. auch von Jahr zu Jahr. Denn nicht
jedes Jahr ist ja gleich vom Wetter her. Klima hingegen ist etwas, was
sich wirklich über Jahrzehnte hinweg entwickelt. Wir vergessen dann
sehr oft, wie es früher gewesen ist. Ich werde ja jetzt 60 Jahre alt und
habe daher schon eine gewisse Entwicklung beim Klima am eigenen
Leibe gespürt. Ich bin in Hamburg geboren und auch in Hamburg groß
geworden: Als ich noch ein Kind war, gehörten Winter zur Normalität. Es
war halt Winter und keiner hat sich gewundert. Wenn das heute passiert,
dann wundert man sich, warum eigentlich auch in Hamburg Winter ist.
Ich vergleiche das immer gerne mit dem berühmten gezinkten Würfel:
Wir sind dabei, den Würfel auf die "6" zu zinken, also auf die hohen
Temperaturen. Aber das heißt natürlich nicht, dass die anderen Zahlen
nicht auch noch kommen können. Nur kommen sie einfach
entsprechend seltener. Das zeigt, wie ich glaube, noch einmal ganz gut
den Unterschied zwischen dem chaotischen Wetter und der langfristigen
Erderwärmung.
Schreglmann:
Aber die Journalisten und vor allem die tagesaktuellen Journalisten
reagieren natürlich ganz stark auf diese Ausreißer. Nervt es Sie
eigentlich, wenn dann schon wieder jemand anruft und sagt: "Ist der
Klimawandel jetzt ausgebremst, wenn der Sommer ins Wasser gefallen
ist?"
Latif:
Früher hat mich das genervt, das will ich gerne zugeben. Heute habe ich
da ein so dickes Fell, dass mich das nicht mehr nervt. Ich sehe das eher
positiv und benutze die Gelegenheit, noch einmal zu erklären, was der
Klimawandel eigentlich ist. Das bringt dann eben auch gewisse Vorteile,
denn auf diese Weise kann man immer wieder darauf hinweisen, dass
man das Wetter nicht mit dem Klima verwechseln darf und dass das
Klimaproblem nicht so schnell weggehen wird.
Schreglmann:
Weil Sie gerade gesagt haben, dass Sie bestimmte Dinge erklären: Sie
werden ja wirklich nicht müde, bestimmte Zusammenhänge immer
wieder zu erklären: in den Medien und auch in Ihren Büchern. Sie haben
nämlich diverse Bücher publiziert wie z. B. das Buch "Globale
Erwärmung", in dem noch einmal genau erklärt wird, warum der Mensch
Mitverursacher ist und der Klimawandel eben durchaus auch
anthropogen zu verstehen ist. Ein anderes Buch von Ihnen trägt den
Titel, "Warum der Eisbär einen Kühlschrank braucht". Auf dem Titelblatt
sieht man schon, dass sich das an eine etwas andere Zielgruppe richtet,
nämlich eher an Jugendliche.
Latif:
Ja, an Jugendliche und schon auch an Erwachsene. Das ist so ein
bisschen kindlich aufgemacht und soll damit einfach anzeigen, dass das
ein Buch ist, das wirklich erklären möchte, dass das ein Buch ist, das kein
hohes wissenschaftliches Niveau hat. Es geht darin um viele Dinge, die
wirklich verblüffend sind, also nicht nur um den Klimawandel, sondern z.
B. auch um Regenbögen und um andere Lichterscheinungen in der
Atmosphäre wie z. B. die Polarlichter. Es geht aber auch ein bisschen
darum, ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass schlechtes Wetter
eigentlich gar nicht existiert: Es gibt kein schlechtes Wetter! Wenn es bei
uns regnet, dann heißt es immer: "Oh, heute ist das Wetter wieder
schlecht!" Aber was wäre denn, wenn es nicht regnen würde? Das wäre
die Katastrophe schlechthin! Deswegen habe ich gemeint, dass wir
vielleicht einen Feiertag einführen sollten: für Regen!
Schreglmann:
Einen Feiertag für Regen? Wie meinen Sie das?
Latif:
Ja, warum denn nicht? Es gibt ja diverse Feiertage, und warum sollten
wir nicht auch mal dem Himmel huldigen, dass er uns Regen bringt?
Schreglmann:
Die Bauern würden das sofort verstehen.
Latif:
Ja. Vielleicht würden wir dann nicht mehr so missmutig dahergehen,
wenn halt mal ein paar Tropfen fallen.
Schreglmann:
Wie gehen Sie selbst damit um? Dort oben in Kiel regnet es ja öfter mal.
Latif:
Natürlich, da regnet es öfter. Aber in diesem Jahr waren wir ein bisschen
mehr auf der buchstäblichen Sonnenseite als der süddeutsche Raum.
Herr Gott, damit muss man halt umgehen! Ich fahre gerne Fahrrad, und
wenn es regnet, dann ziehe ich halt mein Regenzeug an und dann geht's
los.
Schreglmann:
Wunderbar. So kennt man das ja von den Meteorologen der ARD, die da
im Sturm draußen stehen und die Wettervorhersage machen. So einem
echten Meteorologen macht das alles nichts aus.
Latif:
Ja, ich genieße das auch. Das ist einfach eine Frische und man ist
irgendwie den Elementen ausgesetzt. Ich finde, das gibt einem auch
Energie: Man saugt gewissermaßen die Energie der Elemente auf und
ist damit wieder fit für den Alltag.
Schreglmann:
Ein interessanter Punkt: Dann ist man wieder gestärkt durch die Natur.
Denn Sie werden in Ihrem Beruf ja auch relativ viel Zeit am Computer
verbringen, wie ich annehme.
Latif:
Ja, genau, ich sitze fast nur am Computer, denn ich bin ja niemand, der
selbst rausgeht und Messungen durchführt. Ich bin vielmehr Theoretiker,
ich entwickle und rechne Klimamodelle. Ich habe mir also
gewissermaßen mein Labor im Computer geschaffen.
Schreglmann:
Sie gehen aber sehr wohl auch raus und versuchen, den Menschen
etwas beizubringen: Wissen rund um den Klimawandel, die
Erdatmosphäre usw. Sie unterrichten ja auch an Kinder-Unis, d. h. Sie
versuchen auch, schon den Kleinsten bestimmte Zusammenhänge
transparent zu machen. Wie reagieren denn die Kinder auf Ihre
Ausführungen? Doch sicherlich anders als Erwachsene, oder?
Latif:
Das bringt einem einen Heidenspaß. Da muss man die Dinge natürlich
ganz anders präsentieren. Ich habe da z. B. immer bestimmte
Gegenstände mit dabei wie z. B. einen Globus. Ich will aber den Kindern
keine Angst machen und ich spreche auch meistens gar nicht über den
Klimawandel, und wenn, dann nur ganz am Rande. Ich will den Kindern
einfach nur deutlich machen, was für ein Glück wir eigentlich haben, auf
diesem Planeten Erde leben zu können, und erkläre dann schon auch
den Treibhauseffekt. Ein Titel so eines Vortrags an der Kinder-Uni lautet
daher z. B.: "Warum ist es auf der Erde so schön warm?"
Schreglmann:
Sie sprechen also nicht gleich davon, dass es gefährlich warm ist.
Latif:
Nein, ich versuche einfach zu erklären, warum es auf unserem Planeten
so tolle Lebensbedingungen gibt. Ich fange dann an zu erklären, dass wir
ja zwei Nachbarplaneten haben, nämlich erstens die Venus, auf der es
unendlich heiß ist, denn dort herrschen Temperaturen von über 400
Grad auf der Oberfläche. Und dann gibt es da zweitens unseren anderen
Nachbarn, den Mars, den man auch den "ewigen Kühlschrank" nennen
kann, weil auf ihm permanent Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt
herrschen. Wir auf der Erde haben hingegen genau die richtigen
Temperaturen, damit wir Menschen uns hier wohlfühlen können.
Meistens sind es ja Hunderte von Kindern, die da im Auditorium sitzen,
und die frage ich dann: "Was macht ihr denn, wenn euch kalt ist?"
Meistens bekomme ich dann die Antwort: "Dann ziehe ich mir die Decke
hoch!" Ich erkläre ihnen dann, dass das mit unserer Erde letztlich
genauso funktioniert. Also hole ich eine Decke heraus und lege sie über
den Globus und sage: "Unsere Lufthülle ist eben wie so eine schützende
Decke, die sich um den Globus legt. Und deswegen ist es hier auf der
Erde so schön warm."
Schreglmann:
Werden da der Klimawandel und die Treibhausgase auch thematisiert?
Latif:
Ja, schon, aber wirklich nur ganz am Rande. Das hängt auch so ein
bisschen von der Veranstaltung selbst ab, ob ich das tue oder nicht. Oft
mache ich das auch gar nicht, denn, wie gesagt, ich möchte einfach nur
ein bisschen Verständnis bei den Kindern wecken, damit sie die
Zusammenhänge begreifen. Am liebsten ist es mir, wenn sie sich
dadurch ein bisschen für Naturwissenschaften begeistern lassen. Denn
in unserer Gesellschaft ist es ja schwierig, Begeisterung für die
Naturwissenschaften zu wecken.
Schreglmann:
Ist das so? Ich frage das deshalb so naiv, weil ich mich selbst ja sehr für
Naturwissenschaften begeistere. Das heißt aber selbstverständlich nicht,
dass das auch andere Menschen so sehen. Wie meinen Sie das also?
Latif:
Ich meine das in dem Sinne, dass bei allem, was so ein bisschen in
Richtung Physik oder Mathematik geht, ganz schnell abgeschaltet wird.
Es ist ja auch so, dass viele, viele Menschen bei uns im Land damit
kokettieren, dass sie das nicht können, dass sie also immer schon ganz
schlecht in Mathematik und Naturwissenschaften waren. Das finde ich
eigentlich nicht angemessen für ein Land wie Deutschland, das
dermaßen stark von der technologischen Entwicklung usw. abhängig ist.
Ich denke, das Verstehen ist einfach auch wichtig, um den Planeten zu
schützen. Wenn man die Dinge versteht, dann ist es meiner Ansicht
nach auch völlig klar, dass wir bestimmte Aktivitäten besser unterlassen
sollten.
Schreglmann:
Und genau da würde ich nun einhaken wollen. Sie haben vorhin bereits
angedeutet, dass auf diesem Gebiet Ihrer Ansicht nach viel zu wenig
passiert. Da gibt es einerseits diese alarmierenden Studien und Zahlen:
Der Meeresspiegel steigt, die Gletscher schmelzen, an den Polen
schmilzt das Eis ebenfalls usw. Was jedoch passiert als Reaktion darauf
tatsächlich? Und was müsste aber Ihrer Meinung nach passieren?
Latif:
Wir haben so eine Art "gefühlten Klimaschutz": Wir sprechen sehr viel
über Klimaschutz, und dies auch international. Es gibt jedes Jahr eine
Weltklimakonferenz, auf der die Regierungen der Länder dieser Erde
zusammenkommen und verhandeln. Und am Ende wird uns zwar immer
weisgemacht, man hätte sich geeinigt, es hätte vielleicht sogar einen
Durchbruch gegeben usw. Aber ich habe ja eingangs der Sendung
schon gesagt, dass die Zahlen eine völlig andere Sprache sprechen. Das
heißt also, die internationale Politik versagt komplett, wenn es darum
geht, den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid zu reduzieren.
Wir hatten alleine seit 1990 einen Anstieg des weltweiten Ausstoßes von
Kohlendioxid, also von CO2, von über 60 Prozent. Das ist eine
dramatische Entwicklung. Wenn nur die Hälfte dessen stimmt, was uns
die Klimamodelle sagen, wir diesen Trend für die nächsten Jahrzehnte
aber beibehalten, dann sind wir gewissermaßen auf Kollisionskurs mit
unserem Planeten.
Schreglmann:
Lassen Sie uns ein wenig über Szenarien sprechen, also darüber, was
passieren könnte. Nehmen wir doch mal die Meeresspiegeländerung als
Beispiel.
Latif:
Der Meeresspiegel steigt aufgrund von zwei Prozessen. Wir denken
dabei ja immer sofort an die Eisschmelze an den Polen: Klar, wenn es
wärmer wird, dann schmilzt das Eis, das Schmelzwasser gelangt ins
Meer und der Meeresspiegel steigt. Aber selbst wenn das nicht
passieren würde, stiege der Meeresspiegel dennoch an, und zwar alleine
deswegen, weil sich das Wasser erwärmt infolge der globalen
Erwärmung. Und jeder Körper, der sich erwärmt, dehnt sich aus.
Genauso dehnt sich auch das Meerwasser aus. Wir haben in den letzten
gut 100 Jahren einen weltweiten Meeresspiegelanstieg von etwa 20
Zentimetern gemessen. Davon geht ungefähr die Hälfte auf die
Eisschmelze zurück und die andere Hälfte auf diese Wärmeausdehnung,
also auf die thermische Expansion, wie das korrekt heißt. Das ändert sich
aber allmählich, denn in den letzten Jahren hat der Schmelzanteil bereits
überwogen gegenüber der Wärmeausdehnung. Wenn es so weitergeht,
dann können wir damit rechnen, dass der Meeresspiegel weltweit im
schlimmsten Fall um einen Meter steigen wird. Sie können sich
vorstellen, was ein ganzer Meter hier bedeutet. Wir in den norddeutschen
Küstenländern können damit gerade eben noch so umgehen, indem wir
unsere Deiche erhöhen usw. Aber viele Länder wie Bangladesh oder die
Inseln im Pazifik, im Indischen Ozean wären dann verloren.
Schreglmann:
Aber auch Großstädte wie New York wären dann verloren bzw. massiv
gefährdet.
Latif:
Auch Großstädte wie New York. Es kommt dann aber noch etwas hinzu:
Wenn es andere Ereignisse zusätzlich gibt, wenn es meinetwegen einen
Hurrikan gibt – die Winde, an die man dabei zuerst denkt, sind ja auch
immer mit gigantischen, meterhohen Flutwellen verbunden –, dann hat ja
dessen Flutwelle einen Meeresspiegel zur Basis, der ohnehin schon um
einen Meter höher liegt: Die Gefahr, die so eine Flutwelle auslöst, ist
dann natürlich noch viel größer als heute.
Schreglmann:
Da würden dann auch keine Deiche mehr helfen, da würde gar nichts
mehr helfen. Da hilft dann nur noch Flucht, oder?
Latif:
Ja, da hilft dann gar nichts mehr, da kann man nur noch flüchten. Man
muss sich auch einmal vorstellen, was das in sicherheitspolitischer
Hinsicht bedeutet. Wir denken ja immer "nur" ans Klima, aber das alles
wird eben auch ganz massiv die Weltökonomie beeinflussen. Nicholas
Stern, der ehemalige Chefökonom der Weltbank, hat im Jahr 2006 in
seinem Bericht über die Ökonomie des Klimawandels darauf
hingewiesen, dass der Klimawandel eben auch bedeutet, dass durch ihn
mit großer Wahrscheinlichkeit eine weltweite Rezession ausgelöst
werden wird. Das heißt, auch dann, wenn bei uns die Auswirkungen des
Klimawandels gar nicht so stark sein sollten, wird uns das betreffen.
Denn die Ökonomie ist heutzutage nun einmal globalisiert. Aber auch in
sicherheitspolitischer Hinsicht ist diese Veränderung relevant. Denn wir
wissen ja nicht genau, was dann passieren wird. Vielleicht wird es dann,
ohne dass ich das beschwören möchte, mehr Terrorismus geben? Die
Militärs jedenfalls beschäftigen sich schon ganz stark mit solchen
Szenarien.
Schreglmann:
Das ist ja interessant. All diese Punkte wie die Ökonomie oder die
Sicherheit sind ja wesentliche Faktoren und Themen, die die Politik doch
ständig beschäftigen und die doch wichtig sein sollten. Woran liegt es
also, dass da aus Ihrer Sicht bzw. aus der Sicht der allermeisten
Klimaforscher nicht adäquat reagiert wird? Liegt das daran, dass das
eine Entwicklung ist, die sich erst in der Zukunft negativ auswirken wird?
Liegt es daran, dass dieses Thema so ein wenig aus dem Blick gerät,
weil klar ist, dass es "erst" in 50 oder 100 Jahren ganz schlimm sein
wird?
Latif:
Ja, das ist ganz sicher einer der Gründe dafür. Wir haben es hier mit
einer gewissen Entkoppelung von Ursache und Wirkung zu tun, und
zwar in zeitlicher wie auch in räumlicher Hinsicht. Zeitlich deswegen, weil
die unmittelbare Bedrohung nicht vorhanden ist: Wir sprechen ja in
unseren Rechnungen, in unseren Projektionen meistens auch vom
Zieljahr 2100. Viele Menschen sagen aber: "Was? Im Jahr 2100 werde
ich nicht mehr leben. Was geht mich das also an?" Ich entgegne dann
immer: "Wenn heute ein Kind geboren wird, dann hat es eine sehr gute
Chance, 100 Jahre alt zu werden. Das heißt, bereits unsere Kinder
werden ganz massiv diese Auswirkungen zu spüren bekommen." Aber
es gibt da ja auch noch eine räumliche Entkoppelung: Gerade diejenigen,
die zumindest bisher den größten Ausstoß von Treibhausgasen zu
verantworten hatten, werden nicht so stark betroffen sein wie diejenigen,
die eigentlich relativ wenig dazu beigetragen haben. Wir haben ja gerade
über den Meeresspiegelanstieg gesprochen und über Bangladesh:
Gerade die Ärmsten der Armen, die für diese Entwicklung überhaupt
nichts können, werden möglicherweise die größten Lasten tragen
müssen.
Schreglmann:
Die Industrienationen sind also immer schon die Hauptverursacher
gewesen und sie sind das beim Ausstoß von Treibhausgasen nach wie
vor. Und in Zukunft werden gerade die Entwicklungsländer verstärkt
unter diesen Folgen leiden müssen. Es gibt aber auch noch die
Schwellenländer mit ihrem starken Bevölkerungszuwachs und ihrem
enormen Energiehunger: Auch dadurch wird diese Negativentwicklung
massiv vorangetrieben.
Latif:
Das verkompliziert diese ganze Geschichte natürlich noch, weil gerade
die Schwellenländer jetzt im Moment dabei sind, ihren
Kohlendioxidausstoß enorm zu steigern. Das gilt insbesondere für China:
China ist inzwischen der größte Verursacher von Kohlendioxid! China
hatte 2013 bereits einen Anteil von 27 Prozent an den weltweiten
Emissionen hierbei, gefolgt von den USA mit 14 Prozent. Diese beiden
Länder produzieren über 40 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes,
beide wollen aber nichts von Klimaschutz wissen, wie hinlänglich
bekannt ist. Da kann man so ein bisschen die Konfliktlinien aufzeigen,
denn eigentlich müssten die Amerikaner vorangehen, immerhin sind sie
historisch gesehen der größte Verursacher auf diesem Gebiet, weil
einfach das CO2 so eine lange Lebensdauer hat. Was unsere Eltern und
Großeltern in die Luft geblasen haben, ist nämlich immer noch
vorhanden. Wenn wir also fragen, wer das Zeug, das wir dort oben
messen, eingebracht hat, dann muss man sagen: Das waren in erster
Linie die Amerikaner, d. h. sie haben hier eine historische Verantwortung.
An zweiter Stelle sind hier selbstverständlich auch die Europäer zu
nennen, also die Industrieländer. Die Chinesen sind insgesamt mit
ungefähr zehn Prozent dabei, aber das ändert sich jetzt natürlich von
Jahr zu Jahr. Wenn man ihnen das vorhält, dann sagen die Amerikaner
jedoch: "Ja, aber die Chinesen haben doch davon profitiert. Wir haben
gewissermaßen die Technologie erst entwickelt, auf der der chinesische
Boom fußt. Unser Wohlstand kommt doch jetzt den Chinesen auch
zugute. Deswegen können sie sich doch überhaupt erst so entwickeln."
Die Chinesen wiederum sagen: "Ja, aber wir produzieren doch heute für
euch! Die Produkte, die ihr benutzt, haben so gut wie alle wir hergestellt.
Das heißt, ihr werdet heute euren CO2-Ausstoß wunderbar los und er
entsteht bei uns." Da sehen Sie schon, wie kompliziert diese
Verhandlungen sind. Deswegen gibt es hier eine Art Patt, so eine Art
Klima-Mikado: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren.
Schreglmann:
Bewegt sich denn eigentlich der Verbraucher? Denn den gibt es in
diesem ganzen Spiel ja auch noch. Der Verbraucher als Konsument
könnte auf dieses ganze Spiel ja auch einen Einfluss haben und an das
Gewissen des Verbrauchers in Sachen Klimawandel wird ja allenthalben
immer wieder appelliert. Er soll weniger Flugreisen machen, soll
verbrauchsärmere Autos fahren usw. Er soll also letztlich weniger
Konsum betreiben. Tut sich da wirklich etwas in nennenswertem
Ausmaß?
Latif:
Es tut sich zumindest etwas im Bewusstsein, das muss man klar sagen.
Was wir jedoch meiner Meinung nach brauchen, ist noch einmal eine
öffentliche Debatte, in der es auch um Werte geht, eine Debatte darüber,
was eigentlich chic ist. Ist es wirklich chic, hier in München einen
Geländewagen zu fahren?
Schreglmann:
Mit Kuhgitter vorne dran.
Latif:
Ja, genau. Oder wäre es nicht doch chic, ein kleines Auto zu fahren oder
vielleicht mit dem Fahrrad zu fahren? Ich selbst benutze in Großstädten
eigentlich nie das Auto, sondern fahre immer mit dem Rad.
Schreglmann:
Sie sind in Kiel immer mit dem Rad unterwegs?
Latif:
Ja. Ich habe auch eine Wohnung in Hamburg: Da gibt es einen sehr
guten öffentlichen Nahverkehr, d. h. das geht alles wunderbar. Aber
wenn es irgendwie geht, dann fahre ich wirklich alles mit dem Fahrrad.
Denn da kann man ja zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einmal hat
man die Umwelt geschont und zum Zweiten hat man auch noch etwas
für sich selbst getan. Man muss nämlich auch daran denken, dass es bei
uns doch diese Menge an Zivilisationskrankheiten gibt. Mit Radfahren
könnte man den meisten davon wunderbar vorbeugen. Deshalb hasse
ich diese Verzichtsdebatte wirklich und finde, dass wir in dieser
öffentlichen Diskussion endlich mal deutlich machen müssen, dass wir
auf gar nichts verzichten, wenn wir die Umwelt ein bisschen schonen,
sondern dass wir dabei eigentlich gewinnen. Und wenn es "nur" ein
bisschen Ruhe ist, ein bisschen mehr Lebensqualität: Auch das ist ja in
gewisser Weise Wachstum – nur eben kein Wachstum, das man
normalerweise als ökonomisches Wachstum bezeichnet.
Schreglmann:
Ist denn den Menschen möglicherweise gar nicht wirklich klar, dass sie
selbst betroffen sind von solch abstrakten und komplexen Dingen wie
dem Treibhauseffekt, den Emissionen, dem Klimawandel? Liegt es
vielleicht auch an diesem Begriff selbst? Ich hätte da wirklich gerne Ihre
Meinung dazu gehört. Denn wir sprechen hier doch vom Klimaschutz.
Das hört sich eigentlich relativ neutral an, aber wenn man diesen Begriff
mal mit dem Begriff "Naturschutz" vergleicht, dann wird es schon
kompliziert. Beim Naturschutz geht es darum, die Natur zu schützen.
Also müsste es dann logischerweise beim Klimaschutz darum gehen,
das Klima zu schützen. Dem Klima aber sind die Menschen, salopp
gesagt, egal, denn das Klima gab es schon, als noch weit und breit kein
Mensch auf der Erde gelebt hat. Vielleicht fühlt man sich also alleine
schon durch diesen Begriff als Mensch gar nicht angesprochen. Ob es
dem Klima gut geht oder nicht, das ist doch eigentlich keine menschliche
Sorge, oder?
Latif:
Das stimmt in der Tat ein Stück weit. Der Begriff "Klimawandel" ist ein
bisschen abstrakt und drückt auf jeden Fall überhaupt keine Bedrohung
aus. Andererseits wollen wir aber auch nur ungern das Wort
"Katastrophe" in den Mund nehmen, denn das hat immer so etwas
Apokalyptisches an sich. Aber es geht tatsächlich um das Wohl der
Menschheit.
Schreglmann:
Es geht eigentlich um Menschenschutz statt Klimaschutz.
Latif:
Umweltschutz wäre auch schon das bessere Wort, denn wir schützen ja
einfach unsere Umwelt. Auch "Naturschutz" könnte man sagen, denn
das ist ja Naturschutz: Wir schützen die Natur. Auch beim Kohlendioxid
ist das ja so: Dieser Begriff ist ein bisschen nichtssagend und man
gewöhnt sich daran, über ihn zu reden.
Schreglmann:
Man sagt z. B. auch, dass CO2 ja ohnehin überall um uns herum
vorhanden ist.
Latif:
Genau, CO2 ist überall.
Schreglmann:
Das ist an sich auch nicht giftig und wir atmen es auch einfach so aus.
Latif:
So ist es. Aber CO2 ist dennoch ein Umweltgift, das dürfen wir nicht
vergessen. Wir bezeichnen es nur nie als Umweltgift. Warum ist es ein
Umweltgift? Weil es mit Wasser zu Kohlensäure reagiert und ein Teil des
CO2, das wir ausstoßen, geht immer ins Meer. Deswegen haben wir
dieses große Problem der Meeresversauerung. Selbst wenn sich das
Klima überhaupt nicht ändern würde, hätten wir da eine Zeitbombe, die in
den Meeren tickt.
Schreglmann:
Über diese Zeitbombe würde ich gerne ausführlicher mit Ihnen sprechen
und dabei das neueste Buch von Ihnen vorstellen. Es trägt den Titel "Das
Ende der Ozeane" und ist noch ganz druckfrisch, denn es ist gerade erst
erschienen. Man sieht bereits am Cover, dass es nicht gerade um eine
frohe Botschaft geht.
Latif:
Ja, das ist so. Das Buch heißt "Das Ende der Ozeane" und hat noch
einen kleinen Untertitel "Warum wir ohne die Meere nicht überleben
werden". Hier spielt das Klimaproblem eine Rolle und auch der Ausstoß
von CO2 aufgrund der Versauerung der Weltmeere. Wir haben doch
hoffentlich alle im Chemieunterricht gelernt, dass CO2 und H2O
zusammen H2CO3 ergibt, also Kohlensäure. Jeder weiß doch – das weiß
selbst ich als Mann –, wie man Kalkflecken in der Küche wegbekommt:
durch Essig, also durch etwas Saures. Im Meer leben nun einmal sehr
viele Lebewesen, die Kalkstrukturen aufbauen müssen. Das
prominenteste Beispiel sind die Korallen, die ja Kalkskelette bilden. Aber
das gilt auch für Muscheln, für kleine Krebse wie z. B. den Krill, der ja in
den arktischen und antarktischen Gewässern in Massen vorhanden ist
und ganz am Anfang der Nahrungskette steht. Diese Lebewesen können
einfach ihre Kalkschalen nicht mehr in ausreichendem Maße bilden,
wenn das Wasser immer saurer wird. Wenn das so weitergeht, dann
zeigen unsere Berechnung eindeutig, dass wir hier – und da würde ich
dann dieses Wort doch benutzen wollen – wirklich auf eine Katastrophe
zusteuern.
Schreglmann:
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann ist es also so, dass sich ein
Großteil des CO2 in der Atmosphäre befindet, dass aber auch ein großer
Teil davon vom Meerwasser aufgenommen wird. Dort verursacht es
etwas Katastrophales für die dortigen Lebewesen, was aber für uns
Menschen leider auch nicht wirklich sichtbar ist.
Latif:
Genau. Das ist nicht sichtbar – und das ist das Problem. Aber wir können
das messen, denn die Daten sind eindeutig. Der pH-Wert der Meere ist
gesunken: Das ist eben so, wenn das Wasser saurer wird, dann sinkt der
pH-Wert. Wir sehen das in allen Weltmeeren, vor allem aber stellen wir
das für die polaren Ozeane fest. Warum ist das so? Weil kaltes Wasser
besser Gase löst und damit auch besser das CO2 löst. Deswegen
messen wir die stärksten Versauerungen in den polaren Ozeanen. Aber
letztlich betrifft das, wie gesagt, alle Ozeane. Das ist aber nicht das
Einzige, was wir den Ozeanen zumuten, d. h. das ist nur einer der
Aspekte, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Nehmen wir als
weiteres Stichwort den Plastikmüll. Wir produzieren gigantische Mengen
von Plastik, und ein Teil davon landet eben in den Ozeanen. Viele
kennen diese schrecklichen Bilder von Schildkröten, die in irgendwelchen
Fischnetzen gefangen wurden, weil sie davor elend zugrunde gegangen
waren. Es gibt noch viele andere Lebewesen, die diesen Plastikmüll
verschlucken, denn dieses Plastik wird im Ozean immer kleiner: durch
die Wellen, durch die Reibung usw. Deswegen kann dieser Plastikmüll
inzwischen auch von kleinen Organismen aufgenommen werden. Und
am Ende des Tages essen wir dieses Plastik dann.
Schreglmann:
Das bleibt einfach in diesem Kreislauf drin. Wie lange bleibt es da drin?
Latif:
Das hängt von den jeweiligen Plastikprodukten ab, aber so etwas wie
Angelschnüre kann mehrere Hundert Jahre im Ozean verweilen. Und
deswegen sammelt sich dieser Plastikmüll auch so an in den letzten
Jahrzehnten. Selbst in den entlegensten Gegenden ist das so. Meine
Kollegen vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in
Bremerhaven fahren ja regelmäßig in die polaren Gewässer: Selbst an
der tiefsten Stelle im arktischen Ozean haben sie bereits Plastikmüll
gefunden. Das heißt: Egal wohin sie kommen, Sie finden Plastikmüll.
Das ist schon fast wie das Märchen vom Hasen und vom Igel: Der
Plastikmüll ist bereits da.
Schreglmann:
Auch wenn man Meeressäuger untersucht, findet man z. T. sehr
Erstaunliches.
Latif:
Ja, das ist wirklich unglaublich. Ich bringe in meinem Buch das Beispiel
von diesem Pottwal, der im Mittelmeer verendet ist. Als man ihn
untersucht hat, fand man in seinem Magen 18 Kilogramm Plastikmüll.
Schreglmann:
18 Kilo! Wie groß ist der Magen eines Pottwals?
Latif:
Dieser Pottwal war zehn Meter lang und deswegen wird sein Magen
bestimmt einen Kubikmeter umfassen.
Schreglmann:
18 Kilo! Ich merke mir das mit dem Bild von den Milchtüten: So eine
Milchtüte mit einem Liter Milch wiegt ungefähr ein Kilo. Das heißt, man
muss sich vorstellen, dass er das Gewicht von 18 dieser Milchtüten in
seinem Magen hatte.
Latif:
Das kann man sich ja heute alles im Internet anschauen: Man fand in
seinem Magen z. B. Plastikplanen. Man muss dazu sagen, dass es dort,
wo er verendet ist, sehr viele Gewächshäuser gibt, die sehr viel
Plastikmaterial verwenden: Plastikplanen, Plastiktöpfe usw. All das hat
man in seinem Magen gefunden. Ich kann nur sagen: Dieses Beispiel
zeigt: Plastik tötet! Das muss man einfach so deutlich sagen. Hier muss
man sich dann eben auch fragen, ob da nicht der Gesetzgeber
einschreiten sollte. Ich bin wirklich kein Freund von Verboten, aber die
Frage ist doch, ob man wirklich so viel Plastik braucht.
Schreglmann:
Darüber wird ja schon nachgedacht.
Latif:
Ja, darüber wird nachgedacht und es gibt jetzt in der EU erste Schritte in
diese Richtung: Zumindest diese ganz dünnwandigen Plastiktüten sollten
verboten werden. Um es mal an meiner Person deutlich zu machen: Wir
Menschen haben doch früher auch ohne Plastiktüten gelebt. Wir haben
halt einen Beutel mitgenommen, wenn wir zum Einkaufen gingen.
Schreglmann:
Das hat vermutlich mit Gewohnheit, mit Bequemlichkeit zu tun.
Latif:
Deswegen will ich noch einmal darauf hinaus, dass wir nicht diese
Verzichtsdebatte führen sollten: Wir verzichten auf überhaupt nichts,
wenn wir mit einem Beutel zum Einkaufen gehen und nicht jede
Plastiktüte haben müssen.
Schreglmann:
Und das Ganze kommt ja auch uns selbst zugute, denn das kommt auch
unserem eigenen Schutz zugute. Ich möchte nämlich noch kurz auf den
Untertitel Ihres Buches eingehen: "Warum wir ohne die Meere nicht
überleben werden". Wie sieht denn dieser Bezug zu uns Menschen aus?
Was könnte schlimmstenfalls passieren?
Latif:
Das Meer ist ja gewissermaßen eine Serviceeinrichtung für uns: Es gibt
sehr viele Dienstleistungen, die das Meer für uns leistet. Die wichtigste
Dienstleistung kennt ja eigentlich jeder: Das Meer erzeugt für uns
kostenlos Nahrung, seien das nun Fische oder Muscheln oder Krebse
usw. Ungeheuer viele Menschen auf unserem Planeten hängen direkt
oder indirekt vom Fischfang in den Meeren ab. Alleine schon deshalb
gäbe es eine Katastrophe, wenn die Meeresökosysteme irgendwann
kippen würden. Dazu kommt aber noch etwas anderes. Zwei Punkte
haben wir bereits angesprochen: die Meeresversauerung und den
Plastikmüll. Es gibt darüber hinaus aber auch noch ganz andere
Aktivitäten des Menschen, die Einfluss nehmen auf die Weltmeere. Ein
Stichwort lautet hier "Radioaktivität". Und es gab z. B. diesen
gigantischen Ölunfall im Golf von Mexiko: Den haben wir völlig
vergessen, obwohl das die größte Ölpest aller Zeiten gewesen ist.
Danach geschah die Katastrophe in Fukushima, also in Japan, bei der
gigantische Mengen an Radioaktivität einfach ins Meer geflossen sind.
Darüber hinaus gibt es atomare Anlagen wie z. B.
Wiederaufbereitungsanlagen, die ständig sogenanntes "schwach
radioaktives" Wasser in die Nordsee einleiten. All das merken wir zwar
nicht, aber all das wird im Meer sozusagen aufsummiert und irgendwann
können die Meere das nicht mehr abfedern.
Schreglmann:
Was könnte dann schlimmstenfalls passieren? Ich bin kein Freund von
Horrorszenarien, aber ich möchte doch diesen Bezug zwischen den
Meeren und den Menschen klar herausarbeiten.
Latif:
Was dann passiert, ist eben, dass die Nahrungsquelle "Meer" ausfallen
könnte. Das würde natürlich die Ernährungssituation auf diesem
Planeten dramatisch verschlechtern. Es passiert aber noch etwas, was
wir sogar z. T. schon sehen können: Auch der Freizeitwert des Meeres
verschlechtert sich extrem. Es kann z. B. zu Quallenplagen kommen. Ein
amerikanischer Kollege von mir hat deswegen auch schon mal vom
"Siegeszug" des Schleims gesprochen. Er meint damit, dass es im
schlechtesten Fall nur noch schleimiges Wasser an den Küsten geben
könnte, sodass man gar nicht mehr ins Wasser gehen kann: weil das
Wasser erstens so verschleimt ist und weil das zweitens gefährlich ist,
weil sich im Wasser dann alle möglichen Giftstoffe befinden usw.
Schreglmann:
Die Ozeane spielen ja auch im Klimageschehen eine große Rolle, was
den Menschen aber auch oft nicht klar ist. Wieso spielen sie so eine
große Rolle?
Latif:
Ich arbeite ja am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung und bin in
erster Linie eigentlich Klimaforscher. Aber man kann das Klima nicht
verstehen, ohne die Ozeane zu verstehen, denn zwei Drittel der
Erdoberfläche sind mit den Weltmeeren bedeckt. Das heißt, die
Weltmeere spielen eine überragende Rolle im Klimasystem. Sie sind,
das wissen wir alle, vor allem wichtig für die Temperaturverteilung auf der
Erde: Die Meere transportieren enorme Mengen von Wärme. Wir in
Nordeuropa wissen das: Wir sind ja ziemlich weit nördlich gelegen, aber
unsere Winter sind relativ milde im Vergleich meinetwegen zu genauso
weit nördlich liegenden Gegenden in Kanada auf der anderen Seite des
Atlantiks. Dieser Unterschied ist dem Golfstrom und seinen Ausläufern
wie dem Nordatlantikstrom geschuldet. Eigentlich weiß jedes Kind, wie
wichtig die Meere sind. Wenn also der Golfstrom kippen würde, dann
hätte das natürlich auch dramatische klimatische Auswirkungen.
Schreglmann:
Warum könnte der Golfstrom kippen? Haben wir Menschen da auch
unsere Finger im Spiel?
Latif:
Ja, da haben wir auch unsere Finger im Spiel, denn das könnte
passieren durch die Eisschmelze. Wir erwärmen ja unseren Planeten
zusehends: Wir stellen fest, dass die großen Eispanzer auf Grönland und
auf der Antarktis tatsächlich beginnen, Masse zu verlieren; sie beginnen
zu schrumpfen und es kommen gigantische Mengen von
Schmelzwasser ins Meer. Das bringt in gewisser Weise den Motor für
diese Golfstromzirkulation ins Stottern. Denn dessen Antrieb besteht im
Wesentlichen darin, dass in den hohen Breiten wie beispielsweise im
arktischen Ozean gigantische Mengen abgekühlten Wassers in die Tiefe
stoßen. Das ist gewissermaßen ein gigantischer Wasserfall innerhalb
des Meeres selbst.
Schreglmann:
Weswegen man ihn auch nicht sehen kann.
Latif:
Ja, den kann man nicht sehen, weil er sich unter Wasser abspielt. Aber
wir können das messen. Er ist viel, viel stärker als alle Wasserfälle auf
dem Land zusammen. Das ist wirklich ein gigantischer Wasserfall: Da
saust dieses kalte Wasser nach unten und breitet sich nach Süden aus.
Dadurch entsteht natürlich eine enorme Sogwirkung, wodurch wiederum
an der Wasseroberfläche warmes Wasser aus dem Süden in Richtung
Norden gezogen wird. Das ist sozusagen der obere Ast der
Golfstromzirkulation. Und genau davon profitieren wir eben. Wenn dieser
Motor nun ins Stottern kommt, weil es immer wärmer wird und weil vor
allem immer mehr Eis schmilzt – wenn sich also die Dichte des Wassers
verringert, wie wir sagen, weil es weniger schwer wird, weil es wärmer
wird und weil es weniger Salz in sich hat –, dann kann eben auch diese
Umwälzbewegung ins Stottern geraten.
Schreglmann:
Das sind sehr komplexe Zusammenhänge, aber überall steckt
offensichtlich der Mensch mit seinem Verhalten mit drin. Sie sind ja auch
Mitglied beim Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft" an der ChristianAlbrechts-Universität zu Kiel. In diesem Cluster tauschen sich Kollegen
aus den verschiedensten Disziplinen zu diesem Thema aus. Unter
anderem sind da auch Soziologen mit dabei: Nun könnte man sich ja
fragen, was denn die Soziologen mit der Ozeanforschung zu tun haben.
Latif:
Diese Problematik betrifft einfach alle Bereiche des menschlichen
Lebens. Wenn im Ozean etwas passiert – das gilt auch fürs Klima –,
dann betrifft das uns alle: Das betrifft z. B. unsere Ernährungssituation
usw. Und der Meeresspiegelanstieg betrifft auch die Weltsicherheit. Die
Frage ist, wie man damit umgeht. Damit sind wir automatisch bei den
Sozialwissenschaften. Es geht dabei aber auch um medizinische Fragen
und deswegen haben wir auch Mediziner mit dabei, die danach forschen,
wie man z. B. Wirkstoffe aus dem Meer gewinnen kann. Denn an Land
hat man ja im Prinzip doch schon alles einigermaßen untersucht. Was es
jedoch im Meer noch so alles gibt, was man benutzen kann, das weiß
man nicht wirklich.
Schreglmann:
Das Meer ist also nicht so besonders gut untersucht, oder?
Latif:
Überhaupt nicht. Aber das kann man sich ja auch gut vorstellen. Das
Meer hat eine mittlere Tiefe von knapp 4000 Metern: Da kann man nicht
einfach mal so hingehen und ein bisschen forschen. Ich werde nie
vergessen, was uns unser Professor damals in meiner Studienzeit mal
gesagt hat: "Das Meer hat keine Balken!" Und das stimmt schon, man
kann da nicht einfach mal so forschen, denn das ist nun einmal ganz
schwierig. Deswegen entwickeln wir ja auch immer moderne
Meßsysteme, die z. T. auch autonom arbeiten. Das sind Messsysteme,
die man losschicken kann und die dann von alleine arbeiten.
Schreglmann:
Das sind kleine Sonden, die man als U-Boote verwendet.
Latif:
Ja, genau. Es gibt z. B. sogenannte profilierende Driftbojen, die man
aussetzt und die dann vielleicht in 1000 oder 1500 Meter Tiefe
abtauchen, wo sie mit den Strömungen mitdriften. Denn man darf ja nicht
vergessen, dass es auch dort unten ganz starke Strömungen gibt,
obwohl man vielleicht meint, dass sich nur an der Oberfläche
Strömungen ergeben. Es gibt also auch in der Tiefsee ganz starke
Strömungen. Diese Bojen driften fleißig mit, sodass man dann ungefähr
weiß, wie diese Strömungen verlaufen. Nach einiger Zeit tauchen diese
Bojen dann wieder auf. Während sie ab- und wieder auftauchen,
nehmen sie noch alle möglichen Messungen vor: Temperatur,
Salzgehalt, Sauerstoffgehalt usw. Auf diese Weise versuchen wir eben,
ein Bild von den Vorgängen im Meer zu bekommen. Es gibt natürlich
auch Roboter – das sind ziemlich große Geräte –, die man in die Tiefe
schickt. Sie sind mit einer Leine am Forschungsschiff verbunden: Sie
tauchen bis zu 6000 Meter tief! Wir haben in Kiel einen Roboter, der
wirklich bis 6000 Meter Tiefe tauchen kann. Er hat einen kleinen Bagger
angebaut, mit dem er Proben aus dem Meeresboden holt, die wir dann
wiederum untersuchen können. Er hat natürlich auch Kameras mit
eingebaut: Man wundert sich wirklich, was dort unten alles los ist. In 6000
Meter Tiefe gibt es nämlich auch Fische. Die sehen zwar für unser
Empfinden grässlich aus ...
Schreglmann:
Wie sehen die aus?
Latif:
Sie haben große Mäuler, riesige Zähne usw. Da geht es wirklich nicht um
Schönheit, sondern da geht es ums Überleben. Wenn die mal
sozusagen etwas zwischen die Kiemen bekommen, dann werden sie
das nicht wieder loslassen: Deswegen haben sie so riesige Zähne.
Schreglmann:
Gut, dass dort unten nur Roboter sind und keine Taucher.
Latif:
Genau, man selbst würde nicht so gerne dort unten sein, weil man ja nie
weiß, was oder wer hinter dem nächsten Eck lauert, weil man die Meere
bis jetzt ja kaum erforscht hat. Es gibt z. B. auch einen sogenannten
Tiefsee-Anglerfisch: Der hat seine Art, Beute zu machen, wirklich
perfektioniert, denn er hat so etwas wie eine Angel auf seinem Kopf.
Übrigens tragen nur die Weibchen diese Angel: Ich weiß nicht, warum
das nur die Weibchen sind, aber die haben das. Das ist also so etwas
wie eine Angel, die sie da auf ihrem Kopf haben, und an dieser Angel
befindet sich ein Leuchtorgan. Diese Angel hängen sie sich vor ihr Maul
und das Leuchtorgan leuchtet und die anderen kleinen Tierchen, die es
dort unten in der Tiefe gibt, sehen das und denken sich: "Wunderbar, da
muss irgendwas sei, nichts wie hin!" Aber der Anglerfisch macht dann
plötzlich das Licht aus und fährt die Angel wieder hoch. Die kleinen
Krabben und all die anderen Tierchen, die zu dieser "Lampe"
geschwommen sind, sind dann völlig orientierungslos und schwimmen
einfach ins Maul dieses Fisches. Auf diese Weise kommt also der
Anglerfisch zu seiner Mahlzeit.
Schreglmann:
Das ist eine clevere Idee, sozusagen ein Wunder der Evolution. Und die
Weibchen sind hier sogar die Vorreiter dieser Technik.
Latif:
Ja, genau.
Schreglmann:
Ich könnte Ihnen ja stundenlang zuhören, aber unsere Sendezeit neigt
sich dem Ende zu. Ich habe noch eine Frage zum großen
Klimageschehen und zum Zusammenhang zwischen dem CO2 und den
Ozeanen. Wir haben schon darüber gesprochen, dass die Ozeane auch
jede Menge CO2 aufnehmen. Aber ich habe aus Ihrem Buch auch
gelernt, dass in den Tiefen der Ozeane die dabei entstehende Wärme
gespeichert wird. Dort unten in der Tiefe befinden sich also nicht nur
Fische usw., sondern das ist quasi auch eine Art Wärmespeicher, der
irgendwann wieder "ausgespuckt" werden könnte.
Latif:
Ja, so ist es. Die Meere nehmen nicht nur Substanzen oder Gase wie
CO2 auf, sondern auch die Wärme. Die Erderwärmung wäre an der
Erdoberfläche inzwischen schon viel, viel stärker, wenn nicht die Meere
pausenlos Wärme aufnehmen würden. Es ist in der Tat so, dass die
Meere in den letzten Jahrzehnten ungefähr 90 Prozent der Energie
aufgenommen haben, die durch die Zunahme an Kohlendioxid und
anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre entstanden ist. Wir pumpen
also immer mehr Treibhausgase in die Luft und diese Treibhausgase
absorbieren die Wärme, die von der Erdoberfläche kommt. Das ist eine
gigantische Energiemenge! Die Treibhausgase strahlen diese Wärme z.
T. zurück in Richtung Erdoberfläche und erwärmen dadurch die
Erdoberfläche. Aber ein Großteil dieser Energie wird von den
Weltmeeren aufgenommen und bleibt dann gar nicht übrig, um die
Erdoberfläche zu erwärmen. Aber irgendwann werden die Meere – dies
dauert allerdings viele Jahrzehnte – diese Wärme wieder an die Luft
abgeben. Und deswegen müssen wir eben langfristig denken. Die
Erderwärmung ist nämlich schon viel, viel weiter fortgeschritten, als wir
denken, weil eben ein riesiger Pool von Wärme in den Weltmeeren
gespeichert ist.
Schreglmann:
Herr Professor Latif, Sie sind einer der bekanntesten bzw. der
bekannteste Klimaforscher Deutschlands, wie man durchaus sagen
kann. Es ist schön, dass Sie bei uns waren, denn Sie haben uns dieses
Thema und die Bedeutung des Ozeans sehr deutlich nahe gebracht.
Herzlichen Dank dafür. Herzlichen Dank auch Ihnen fürs Zuschauen, für
Ihr Interesse und bis bald.
© Bayerischer Rundfunk
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