Supraleitung und Elektronenpaar

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Supraleitung und Elektronenpaar-Modell
V o n
Hermann
W e y e r e r
*
(Z. Naturforschg. 13 a, 2 8 6 — 2 9 5 11958] ; eingegangen am 18. Dezember 1957)
Als die Supraträger werden nicht-fixierte ° Elektronenpaare mit abgesättigten Spins, die wohl
nur im Gitterverband existieren können, angesehen. Sie finden ihr Analogon in der Elektronenpaarbindung (Valenzbindung) bei vielen Erscheinungen der Festkörperphysik und der Chemie. Die Zahl
dieser Elektronenmoleküle hängt u. a. von der Temperatur ab und führt zur Supraleitung, sobald ihre
Dichte einen bestimmten Mindestwert erreicht hat. Auch eine Dissoziation der Elektronenpaare bewirkt den (sprunghaften) Ubergang zur Normalleitung (Einzelelektronen). Der dichtbesetzbare
Grundzustand, welcher die Supraphase repräsentieren soll, ist infolge der endlichen Dissoziationsenergie durch eine Energielücke von der Normalphase getrennt. Der sehr geringe, der Sprungtemperatur entsprechende Betrag dieser Bindungsenergie kommt, vom Standpunkt dieses Elektronenpaarmodells aus gesehen, durch eine kollektive Wechselwirkung der Elektronenpaare mit dem
Gitter zustande. Diese und die Resonanzwanderung sind quantitativ wohl recht schwierig zu
fassen. Daher wurden zunächst qualitative Überlegungen angestellt (Abschnitt I). Sie reichen jedoch
aus, um ein vereinfachtes anschauliches Modell spinabgesättigter, als Bosonen zu charakterisierender
Elektronenpaare („Spinonmodell") zu gewinnen, mit dessen Hilfe im II. Abschnitt versucht wird,
die wesentlichen experimentellen Tatsachen der Supraleitung zu deuten. Durch Heranziehen der
Spinvalenztheorie ergibt sich u. a. eine im großen und ganzen zutreffende Beziehung der Supraleitung
mit dem Periodischen System. Es werden auch Zusammenhänge mit den bekannten phänomenologischen Theorien aufgezeigt und zwecks direkter Prüfung der Elektronenpaarvorstellung Tieftemperaturversuche z. B. an Substanzen mit konjugierten Doppelbindungen vorgeschlagen. Abschnitt III enthält schließlich eine allgemeine Vorbedingung für Supraerscheinungen. — Die hier entwickelte
Valenz- oder Elektronenpaar-Vorstellung erlaubt einen Anschluß des Phänomens der Supraleitung
sowohl an die normale metallische Leitung als auch an die Erscheinung der Supraflüssigkeit des He IL
Theorien
heute wohl noch nicht möglich. Daher m u ß man ver-
versuchen meist durch rechnerische Ansätze die Pro-
suchen, vereinfachende Überlegungen durchzuführen.
Die bisher bekannten
mikroskopischen
bleme der Supraleitung zu lösen. Dabei
fehlt aber
So entstand die Hypothese von nicht-fixierten
Elek-
immer noch eine umfassende und zugleich einfache
tronenpaarbindungen, die sich im Supraleiter prak-
Grundidee vom supraleitenden Zustand wie auch von
tisch unbehindert b e w e g e n ,
seiner Beziehung zur gewöhnlichen Leitfähigkeit. So
dung jeweils nur zwischen zwei lokalisierten A t o m e n
muß man eingestehen, daß das Phänomen der Supra-
w i r k t . Die bisherigen
leitung bis jetzt nicht einmal qualitativ verstanden ist.
Elektronen"
obgleich eine
sogenannten
Paarbin-
„supraleitenden
sind dann mit Elektronenpaaren
iden-
tisch. Ihre Dissoziation bei der Sprungtemperatur TS
Nun
wird man,
wie im
Abschnitt
II
werden soll, bei der mikroskopischen
Supraleitung
auf
die
Annahme
aufgezeigt
Deutung
eines
der
Elektronen-
~Ejk
vermittelt den Übergang zur Normalleitung.
W i e d u r c h die Vorstellung eines f r e i e n
Elektronen-
gases viele Metalleigenschaften erfaßt w e r d e n können,
obgleich
bar
Ergebnisse
stieren, so kann man in analoger W e i s e die Supra-
auf einfädle W e i s e zu koordinieren * * . Bei der Ver-
leitung d u r c h quasifreie Elektronenpaare interpretie-
widersprechenden
schmelzung
experimentellen
dieses Elektronenpaar-Modells
heutigen, noch nicht abgeschlossenen
mit
den
Vorstellungen
ren.
freie Elektronen
als solche gar nicht
paar-Modells geführt; es gestattet, auch die schein-
Inwieweit
die
darin
enthaltenen
Annahmen
gerechtfertigt sind, soll im nächsten Abschnitt I abwerden.
über den metallischen Zustand entstehen aber einige
geschätzt
Schwierigkeiten
(Abschnitt I ) . Angesichts der K o m -
allgemeine Bedingung für Supraerscheinungen,
pliziertheit
Erscheinungen
sie
der
in
der
Festkörper-
exi-
sich
aus
der
Abschnitt
BRAGGschen
III
enthält
noch
eine
wie
Reflexionsbedingung
physik ist eine endgültige Lösung der Supraleitung
herleitet * * * .
* Braunschweig, Am Horstbleeke 36 a.
0 Praktisch freibewegliche.
** Die Vermutung, daß man den supraleitenden Zustand
durch irgendwelche Gruppierungen von Elektronen beschreiben kann, wurde bereits von W . L . GINSBURG, Uspechi
Fiz. Nauk 48. 25 [1952]; Fortschr. Phys. 1, 101 [1953] ;
M. R. SCHAFROTH, Phys. Rev. 96, 1149 und 1442 [1954] ;
100. 463 [1955] ; K. S. PITZER, Proc. Nat. Acad. USA 42,
665 [1956]; J. BARDEEN. Phys. Rev. 81, 829 [1951] und
später ausgesprochen.
*** Im einzelnen sei auf die bekannten Monographien, z. B.
auf E. JUSTI, Leitfähigkeit und Leitungsmechanismus,
Vandenhoek u. Ruprecht, Göttingen 1948. auf M . V . L A U E ,
Theorie der Supraleitung, Springer-Verlag Berlin u. Göttingen und besonders auf das S. FLÜcoESche Handbuch
der Physik (Beiträge von B . S E R I N und von J . B A R D E E N ,
Bd. 15 [1956]) verwiesen.
Dieses Werk wurde im Jahr 2013 vom Verlag Zeitschrift für Naturforschung
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I. Die Valenzvorstellung der Supraleitung
scheinlicher ist als eine lokalisierte
gung mit ihrer Rückwirkung
Es gilt als sehr wahrscheinlich, daß einzelne, isolierte Elektronenmoleküle
nicht existieren
können.
Valenzabsätti-
die
Gitterumge-
bung. Die Wahl der Atompartner richtet sich dabei
nach
den
Gegebenheiten
Dies kann sich grundlegend ändern, wenn man Elek-
Schwingungen,
tronen betrachtet, die sich in Atomverbänden
sind
auf-
auf
die
des
Fehlstellen,
wirksamen
Gitters
(Struktur,
Fremdatome).
(stabilen)
Daher
Elektronenpaar-
halten. Zahlreiche Phänomene der Festkörperphysik
bindungen, obgleich sie eine quasifreie Beweglich-
und der Chemie bestätigen
keit innerhalb ihrer Umgebung besitzen, doch mehr
dies. Besonders
inter-
essant ist in diesem Zusammenhang die wichtige Er-
oder weniger stark im Gitter örtlich gebunden. Sie
scheinung einer Beweglichkeit von Elektronenpaaren
sind also nur in einer „Potentialmulde" des Gitters,
(Valenzbindungen)
längs konjugierter
Doppelbin-
welche sich über eine gewisse Anzahl von
dungsketten. So stellt man sich im Benzolring C 6 H 6
bausteinen
einen Teil der (im Mittel anderthalbfachen)
treffen. Dabei hängt ihre Beweglichkeit
Valenz-
bindung als wirklich frei über den ganzen R i n g beweglich
vor,
mechanische
welche
nach
H ü c h e l 1
Resonanzerscheinung
als
Gitter-
(„Wirkungssphären"),
anzu-
(wohl
ex-
ponentiell) von der Temperatur ab.
quanten-
Die Dimensionen dieser Wirkungssphären lassen
Elek-
sich nach der Unschärferelation zu etwa / ~ l C P 6 c m
beschrieben
abschätzen; dies gilt für Temperaturen des Sprung-
wird. Es resultiert ein scheinbar freier Umlauf von
punktes Ts und unter der Annahme, daß die Elektro-
tronenanordnungen
gleicher
zwischen
erstreckt
Energie
^-Elektronen.
nenpaare
Nun kann man die Bindungsart der zur Supralei-
der
oszillierenden
tung befähigten Metalle als teilweise mit derartigen
Resonanzwanderung
nicht-lokalisierten Valenzbindungen
kritischen mittleren Dichte
verwandt anse-
hen, wie in anderem Zusammenhang von
Valenzbindungen
der
BosE-Statistik gehorchen. Daher ist eine durchgehende
erst nach überschreiten
F3cm
einer
möglich.
- 3
2
Eine von außen wirkende Kraft, z. B. ein instationä-
Es gibt stets Gruppen von Atompaaren, deren ge-
tung der Elektronenpaar-Agitation und besorgt, falls
oder von
P a u l i n g
3
D e h l i n g e r
hervorgehoben wird.
res elektrisches Feld, veranlaßt dann eine Vorzugsrich-
genseitiger Abstand für eine quasihomöopolare ( „ g e -
n > rip. ist,
richtete")
leitung.
Bindung geeignet ist. Die Zahl der ver-
fügbaren Elektronen ist bei den in Frage kommen-
Somit
das
stehen
plötzliche
der
Einsetzen
der
vereinfachenden
Supra-
Vorstellung
den Gittern stets kleiner als diese Möglichkeiten zur
von Elektronenpaaren, die sich innerhalb des Gitter-
Valenzbindung. Bei diesen Gittern muß daher mit
verbandes
Resonanz-
quasifrei
und Wanderungsphänomenen
gerechnet
(von nicht typisch metallischen
bewegen,
als
einer
möglichen
Gittern)
Beschrei-
werden, die im Prinzip der nicht-lokalisierten Bin-
bungsweise
dung in der Chemie ähnlich sind. Überhaupt existie-
sätzlichen Bedenken entgegen. Doch verbleibt noch
ren, wie bekannt, sehr zahlreiche Übergänge
zwi-
eine seit Entdeckung des Isotopeneffektes der Supra-
Im einzelnen läßt sich dazu folgendes sagen: Eine
kommt zwar die Supraleitung nach Ausweis des Iso-
schen den verschiedenen Bindungstypen.
leitung
des
Suprastromes
bestehende
Folge
starker
keine
grund-
Schwierigkeit:
Es
Elektronenpaarbindung stellt eine tiefgreifende Än-
topeneffektes
derung in der Elektronenkonfiguration der beteilig-
( E x ) der Elektronen mit dem Gitter zustande. Ande-
ten Atome d a r ; sie muß im Gleichgewichtsfall
rerseits aber sprechen die Supraträger nach ihrer Ent-
die
als
bedeutende
wohl
Wechselwirkungen
Gittersymmetrie stören. Eine Gitterumordnung darf
stehung auf Energien der Größe Es an, wofür die
aber
nach
Schwellenwertkurve für den Phasenübergang N
nach
Beendigung
dem
FRANCK-CoNDONSchen
des
Prinzip
Elektronenprozesses
stehung der Elektronenpaarbindung)
erst
(Ent-
einsetzen; sie
(Normalleitung ^
Werten h
S
Supraleitung) mit ihren kritischen
bürgt. Es ist um Größenordnungen klei-
kann demnach vermieden werden, wenn die Valenz-
ner als die Potentialschwelle E\ . W i e soll man diesen
bindung ständig auf- und abgebaut wird. Daraus ist
scheinbaren Widerspruch verstehen?
zu schließen, daß eine ununterbrochene
Oszillation
oder Rotation dieser Elektronenpaarbindung
1
2
wahr-
E. HÜCHEL, Z, Phys. 70, 204 [1931] ; 72, 310 [1931],
U. DEHLINGER, Theoretische Metallkunde, Springer-Verlag.
Berlin 1955; J. Phys. Chem. Solids 1, 279 [1957].
Wenn
eine
Elektronenpaarbindung,
von
einem
Gitteratom aus gesehen, ihre Richtung ändert, also
3
L. PAULING, Proe. Roy. Soc.. Lond. A 196, 343 [1949],
ihren zweiten Atompartner wechselt, so m u ß die eine
zum benachbarten Potential zu. In diesen Zwischen-
Bindung aufgelöst werden, bevor die zweite
stadien reagieren
(voll)
aufgebaut ist. M a n vermutet sofort, daß dabei ein
die Elektronenpaare
also
bereits
auf Energien der Größe £ s . Diese eigenartige, vom
Zustand durchlaufen wird, wo die Austauschwechsel-
Isotopeneffekt für die Supraleitung geforderte Bedin-
wirkung des Elektronenpaares
gung hat somit eine mögliche, qualitative Erklärung
(E\)
gesetzt ist, daß die elektrostatische
zwischen
den
beiden
Elektronen
so stark herabWechselwirkung
vermindert
wird
oder sogar verschwindet.
gefunden.
D i e in diesem Abschnitt skizzierte
Valenzvorstel-
lung der Supraleitung dürfte in ihren Einzelerschei-
Bei den hier zu betrachtenden
nicht-lokalisierten
nungen umständlich zu berechnen sein. Für ihre A n -
Elektronenpaarbindungen im Gitter kommen sicher-
wendung auf das Phänomen der Supraleitung genügt
lich
es aber, wenn man daraus, wie bereits angedeutet,
zahlreiche
Komplikationen
hinzu.
Jedenfalls
aber treten Übergangsstadien auf. wo sich zwei Elek-
ein
tronen ( 1 , 2 ) dem Zentralatom (I) gegenüber so ge-
man geht von Elektronenpaaren
vereinfachtes
frei
nehmen.
genähert gleich groß sind. Im Austauschintegral (ver-
nonen"
anschaulicht
schaften dieser Spinonenflüssigkeit ergeben sich aus
Fall
der
Wasserstoff-
Diese
dem
mikroskopischer
1
1
dr
dem W e r t Null.
(rl2)
Ist nun
etwa gleich
der Entfernung der beiden Elektronen
voneinander
(r12),
daß
besteht
die
Möglichkeit,
ver-
A
schwindet. Dieselbe Folgerung gilt für das Coulombsche
Abstoßungsglied.
ähnliche
auf
diese
die Austauschanziehung
gleich
der
CouLOMBschen
entfällt
die
elektrische
tronen
dann
Weise
Wenn
„Spi-
Mit ihrer Hilfe soll jetzt ein
Deutungsversuch
der
Supraleitung
daß
diese Valenzvorstellung
darauf
hinzuweisen,
eine gewisse
Ähnlich-
keit mit den früheren Kontakttheorien besitzt. M a n
nähert sich dann die S u m m e der beiden ersten Glie-
dann
oben Gesagten.
Es ist vielleicht interessant,
1
'in
der Elektronenabstand vom Kern
über-
sollen
unternommen werden.
jxp i ( l ) - V i i ( 2 ) - V i ( 2 ) - V i i ( l )
der im Klammerausdruck
Supraleitung
Teilchen
(Spin -f Boson) genannt werden. Die Eigen-
lare Anteile nachgewiesen!)
1
die
idealisierten
b i n d u n g ; selbst hierfür aber sind bereits gewisse po-
A=
und
extrahiert:
aus, die im Gitter
ihre Entfernungen zum zweiten Atompartner ( I I ) aneinfachen
sind
Modell
stellt bzw. soweit genähert haben, daß demgegenüber
am
beweglich
anschauliches
oder
eine
der
Elek-
Abstoßung
wird,
Wechselwirkung
schen den Elektronen. Die (viel schwächere)
nahm
an, daß sich im supraleitenden
Elektronenbahnen
der
rührten
dadurch
und
daß
die
Elektronen
be-
weite,
Stelle der Einzelelektronen treten jetzt, um bei diesem Bild zu bleiben, die Elektronenpaare mit ihren
entsprechend
größeren
Wirkungssphären
innerhalb
der Gitteratomverbände.
zwiSie
den
Zustand
Gitteratome
widerstandslose Bahnen dargeboten würden. A n die
II. Das Spinonmodell
magne-
tische Wechselwirkung bleibt davon unberührt.
einzelnen
Die Spinonen sind als BosE-Teilchen
(„b")
nicht
stellt demnach die verbleibende Kopplung der Elek-
fermi-entartet.
tronen dar und findet in der Schwellenwertenergie £ s
einen
des Supraleiters ihren Ausdruck.
und eine A n a l o g i e in der Beschreibung der Supra-
In diesem Zwischenzustand ist also die Austauschenergie
Es
E\
auf
den
Wert
der
Kopplungsenergie
E\ herabgesunken. Dieser energetisch günstige
dicht
Somit
besetzten
ist
die
Möglichkeit
Grundzustand
eröffnet,
einzunehmen
leitung und der Supraflüssigkeit zu erreichen.
1. Die aus zwei Elektronen bestehenden Spinonen
besitzen, wie alle Zwei-Elektronen-Systeme
(Positro-
Zustand wird vornehmlich dann realisiert, wenn eine
nium, H 2 , H e ) , einen Singulett- und einen Triplett-
Vielzahl gleichwertiger Nachbaratome vorhanden ist.
zustand, von denen der Singulettzustand (b 0 -Spinon)
Diese Voraussetzung ist bei den Supraleitern wegen
energetisch bevorzugt ist. Er entsteht, im Teilchen-
der
relativ
hohen
Koordinationszahl
lischen oder metallähnlichen
erfüllt. M a n
ihrer
Gitter im
metal-
allgemeinen
kann sich Potentialtäler vorstellen,
in
bild
gesehen,
mit
entgegengesetzten
zustand,
durch Einfang
PAULi-Prinzip).
von zwei
Elektronen
Spinrichtungen
(S-Grund-
Stehen
die Spins
parallel
Minimum
in
welchen das Elektronenpaar sein jeweiliges Zentral-
(bj-Zustand),
atom
Potentialkurve; der b r Z u s t a n d ist nicht stabil. Dies
umwandert;
deren
Lagen
hängen
u.a.
auch
von der Gitterstruktur ab und lassen einen Ü b e r g a n g
trifft auch
zu,
so
existiert
wenn
die
kein
Bindungsenergie
bei
der
b0-
3. Die stabilen S p i n o n e n zerfallen dann wieder in
Zuständen nicht abgeführt werden kann. D i e Elektronenspins üben also einen entscheidenden indirek-
Einzelelektronen,
ten Einfluß auf
den quasifreien Elektronenmolekülen
die Bindung
der
Elektronenpaarc
Energieresonanz
zwischen
besteht
(Spi-
n o n - S p i n o n - S t o ß , s. auch Punkt 5 ) und dabei die über-
aus.
Zur S p i n o n b i l d u n g ist im allgemeinen ein dritter
Partner nötig, w o f ü r vorzugsweise die A t o m e l e k t r o nen in Betracht k o m m e n .
Wenn
man mit E\
die
G r ö ß e der Austauschwechselwirkung der Elektronen
im
wenn
bezeichnet,
so
m u ß E x > E f sein, damit die Gitterfelder o d e r
(gebundenen)
Elektronenpaar
die
Einzelelektronen mit ihrer FERMischen Grenzenergie
vy2 ~ 5 • 1 0 ~ 1 2 e r g
Ey = (m/2)
die
Elektronenpaar-
b i n d u n g nicht wieder zerstören. D a ß überhaupt diese
Potentialschwelle
durch
E\
die
Einzelelektronen
überwunden werden kann, liegt in der
Unschärfe-
beziehung begründet. Denn wenn ein Elektron
auf
das Elektron eines A t o m s und nach der Zeit At auf
ein weiteres Elektron stößt, so braucht der Energiesatz nur bis auf AE ~ h/Ai ~ h vF/10~8
~ 1 0 ~ n erg
erfüllt zu sein. AE = E\ ist, wie g e f o r d e r t ,
größer
2. Die stabilen Elektronenmoleküle
(Spinonen),
die sich im tiefsten Energiezustand befinden, werden
f ü r das P h ä n o m e n der Supraleitung
In
ihrem
Grundzustand
verantwortlich
sind
sie
keiner
Wechselwirkung mit der U m g e b u n g fähig. Sie bewegen sich, etwa durch ein nicht-stationäres elektrisches Feld beschleunigt, reibungslos im Gitter b z w . in
ihren, in Abschnitt I skizzierten Potentialtälern, gewissermaßen im Schutz der jeweiligen A t o m e .
bei gilt die Beschleunigungsgleichung
H e l l e r
und
S a u t e r 4
. Im S p i n o n b i l d
von
Da-
B e c k e r ,
gesehen,
ist
eine Wechselwirkung nur durch Stoßaustausch untereinander
(E+~
u2/a03 ;
Abstand"
im E l e k t r o n e n p a a r ) ausreichende G r ö ß e besitzt. Dies
ist
der
Fall,
wenn
punkt Tii~Ejk
tisches Feld
chender
die
Temperatur
übersteigt o d e r
//s
mit einem
Größe
einwirkt.
den
(und)
Sprung-
ein
magne-
Energiebetrag
Mit
dem
entspre-
Auftreten
möglich.
Dabei
findet
wechselseitig
der
S p i n u m k l a p p e n e r g i e Es ist die schmale Energielücke
zwischen
dem
N-
und
S-Zustand,
deren
Existenz
durch die E x p e r i m e n t e g e f o r d e r t w i r d , erklärt. Daraus f o l g t z. B. auch die exponentielle
abhängigkeit
der
spezifischen
Temperatur-
Wärme
der
Supra-
phase. Für E > E ^ befindet sich der Supraleiter wieder
im
normalen,
nicht-supraleitenden
Zustand.
Ü b e r die eigentlichen V o r g ä n g e , die zum
Energie-
wert Es f ü h r e n , ist im vorigen Abschnitt I berichtet.
D i e Energie p r o Elektronenpaar beträgt
als Ey .
gemacht.
tragene Energie eine zur S p i n u m k e h r
ju = BoHRsches M a g n e t o n , fl0 = „effektiver
~ 1 0 ~ 1 6 bis 1 0 - 1 5 e r g .
Es~kTs
Daraus erhält man
einen effektiven ( w i r k s a m e n )
formal
Elektronenabstand im
S p i n o n v o n etwa a0 = 0 , 5 • 1 0 ~ 8 c m . D i e Spinonenzahl
für T — > 0
dichte H2/8
schätzt man aus der mittleren
Energie-
71 = n0 Es c m " 3 mit / / , ° = 5 • 10 2 Gauß zu
n0 = 1 0 1 9 bis 1 0 2 ° c m " 3 ab.
D e r W e r t der kritischen Feldstärke bei der T e m peratur Null, / / s ° , verkleinert sich im Temperaturbereich 0 < T < Ts°
durch die
(indirekt
wirkenden)
thermischen Z u s a m m e n s t ö ß e auf den W e r t / / s .
Der
Z u s a m m e n h a n g der kritischen Daten Ts° ( f ü r H = 0 )
und
( f ü r T = 0) läßt sich durch
ein
ti8 (Eä - k T) ~
^
erg/cm3
Zersprengen und ein A u f b a u v o n b 0 - S p i n o n e n bzw.
ein Austausch untereinander statt, w o b e i im Mittel
die Gesamtzahlen n der Stoßpartner praktisch ungeändert bleiben. Es existiert lediglich eine (wenn auch
sehr geringe) Übergangswahrscheinlichkeit aus d e m
b0-Zustand:
(vs • njvy
^
• ny)2
der elektrische Widerstand
1 0 ~ 1 2 . Daher nimmt
sehr
kleine W e r t e
an,
kennzeichnen.
ns~
e~(k
T,E
Wenn
s) f ü r
die
Zahl
die Temperatur
der
T
Spinonen
(mit T < 7 \ , )
g r o b durch 1 — n s ~ T:i angenähert wird, dann folgt
bekanntlich
für die Schwellenwertkurve
die häufig
verwendete B e z i e h u n g :
ohne exakt Null zu werden. Als Widerstandverhältnis ist aus dem Experiment R*/Rn ~ 1 0 ~ 1 2 f ü r T = 7"s
abgeschätzt w o r d e n . Andererseits ist es gerade
Stoßprozessen
zuzuschreiben,
daß
durch
den
Vermitt-
4 . Mit fallenden Temperaturen T < 7\. verbleiben
i m m e r mehr Elektronenpaare
im
b 0 -Grundzustand,
lung der instabilen b t -Zuständen und der ny Einzel-
w o sie weder E n e r g i e noch Entropie transportieren.
elektronen der Kontakt der Supraphase mit der U m -
Andererseits ist bei T = TS die Energielücke Es dau-
g e b u n g aufrechterhalten bleibt.
ernd
überbrückt
und
daher
unwirksam
geworden.
Dieser Dissoziationsenergie der Elektronenpaare E s
4
R.BECKER,
F . SAUTER, G . H E L L E R ,
Z.
Phys.
85,
772
[19331.
entspricht eine F r e q u e n z von etwa 10 1 1 Hz, die durch
A b s o r p t i o n s m e s s u n g e n bestätigt zu sein scheint. D i e
Supraphase
muß
aber
auch
dadurch
und die mittlere freie W e g l ä n g e / zu
unterbunden
tronenpaare am Gitter verhindert wird. S o bleibt erwiesenermaßen
ten
die
Supraleitung
Wechselströmen
Dies
wird
von
bei
hochfrequen1014
bis
Hz
Elektronenpaarbindung
aus.
~ 10
cm
0
ab. D i e EINSTEIN-Kondensation würde ähnliche Zahlenwerte ergeben. — Ist n s * < n f f , dann sind die Spin o n e n v o n e i n a n d e r isoliert und man kann diesen An-
E\
und
teil
durch
Re-
Elektronen a u f f a s s e n ; dies entspricht dem normallei-
so gedeutet, daß die zwischen
oszillierende
Es
1013
~ h/ ( 4 7i2 m k Ts)!/i
l(ne)
werden k ö n n e n , daß bereits die Entstehung der Elek-
der
Spinonen
tenden
ten niedrigere Frequenzen
bleibt also die Supraleitung aus. Andererseits
unterkritische
Spineinstellung
Belastungsströme,
die
nur b e h i n d e r n , das
ähnlich wie
ebenfalls
die
Umwandlungs-
auch
Für
zusammenstoßende
s o n a n z w i r k u n g gelöst wird. D e m g e g e n ü b e r vermoch(>109Hz),
Zustand.
als elastisch
ns*</?s,
diese Spinonenzahl
schaften
einen
ns*
merklichen
(oder
auf
für
die
Einfluß
T>TS)
übt
Metalleigen-
aus,
was
man
intervall lediglich zu verbreitern. r s bleibt dabei un-
etwa am HALL-Effekt bei A n n ä h e r u n g an den supra-
verändert. Im Gegensatz dazu wird T s zu höheren
leitenden
Temperaturen verschoben, wenn mechanische
von
nungen v o r l i e g e n
Span-
( d ü n n e Schichten, plastische
De-
Zustand
oder
Nichtsupraleitern
Reinheitsgrades)
erkennt.
f o r m a t i o n , polykristalline Struktur). M a n darf dar-
Bildung
aus schließen, daß hier die
peratur statt. Bei T>TS
Elektronenpaarbildung
von
am
(z. B.
Widerstandsminimum
Gold nicht zu
Im
übrigen
Elektronenmolekülen
bei
hohen
findet
jeder
k o m m t jedoch
die
Tem-
ihre
Wir-
erleichtert w i r d , was j a als eine W i r k u n g v o n Gitter-
k u n g d e r j e n i g e n v o n instabilen Stoßpaaren, also von
fehlstellen o h n e weiteres verständlich ist.
normalleitenden Einzelelektronen gleich.
5. D e r plötzliche S p r u n g des elektrischen W i d e r standes bei einer gut definierten Temperatur T s v o n
nur
wenigen
gewohnten
Grad
Kelvin
stellt
einen
Phasenübergang
dar.
Um
recht
ihn
un-
zu
er-
klären, genügt nicht einfach die A n n a h m e einer zeitlich anschwellenden T r ä g e r w i r k u n g . V i e l m e h r
muß
die Umwandlungswahrscheinlichkeit mit der bereits
gebildeten Trägerzahl zunehmen. Das ist tatsächlich
der F a l l : D i e Nullpunktsenergie verringert sich bei
der
Bildung
des
Elektronenpaares
aus
einzelnen
Elektronen, da die normalleitenden FERMI-Elektronen
in die (nicht entarteten) Energiezustände der S p i n o -
6. I m
momente
die
Elektronenpaare
in
weshalb
Moment
ein Magnetfeld
induziert. Als
ein
freibeweg-
liche Teilchen schirmen sie daher das äußere Magnetfeld
vom
Supraleiter
Effekt). Der
ab
gemessene
(Meissner-Ochsenfeld-
LANDE-Faktor
mit
seinem
experimentell ermittelten W e r t 1 rechtfertigt die A n n a h m e eines Bahnmagnetismus.
R e i n f o r m a l folgt aus d e m bekannten
Ausdruck
f ü r die Suszeptibilität von Molekülen mit Z Elektronen
X=
laufenden Uberganges dar und hilft zugleich, seine
-
Z—\
6 m c0
-/-2=
- 4 , 7 - 1 0 - " Z ?
eigent-
für den Fall eines idealen Diamagnetismus ein mitt-
S aber tritt
lerer „ M o l e k ü l r a d i u s " r = 1 0 ~ 5 bis 1 0 ~ 6 c m , welcher
herbeizuführen. D i e
liche spontane P h a s e n u m w a n d l u n g N ^
sind
abgesättigt,
diamagnetisches
nen herabsinken. Dies stellt eine Unterstützung des
räumliche Ausbreitung
Spinonbild
ihrem Grundzustand bezüglich der Spin- und Bahn-
an
etwa mit der gemessenen Eindringtiefe ö des Magnet-
v e r f ü g b a r e n Elektronenpaaren v o r h a n d e n ist (s. A b -
feldes übereinstimmt. Für fixierte Spinonen ( Z = 2 , 2 r
schnitt
= 0,5 • I O - 8 cm)
erst dann ein, wenn eine Mindestzahl
klein
I).
Hier
geworden,
brücken
ist
ihr gegenseitiger
daß
gegenseitig
die
cm
Abstand
oszillierenden
in V e r b i n d u n g
3
Valenz-
zu treten
m ö g e n . Diese erst nach Erreichen der
so
Supra-
trägern m a g f o r m a l so dargestellt w e r d e n , d a ß den
= - 0 , 5 - 1 0 " 3 0 , für
frei bewegliche Spinonen aber den Wert
ver-
v i
I Zs =
Grenzdichte
rip in Erscheinung tretende W a n d e r u n g v o n
erhält man
w-
/t s
i v
i ~
/e I ~
1 n~!8
1U
und schließlich für T =
S p i n o n e n eine mittlere Lebensdauer v o n r = h / E s zugeschrieben wird. Den W e r t für
i; s = (k T^jm),/s
schätzt man mit
D i e diamagnetische Suszeptibilität wächst ja im Ver-
zu
hältnis der freien Beweglichkeit ihrer T r ä g e r ,
n,r ~ K
• r ) " 3 ~ (m k T, 4
7i2/h2)sh
~ 1,4 • IO 1 0 7V / s c m " 3
mit
dem
Widerstandsverhältnis
/ ? n / i ? s ~ 10 1 2
also
für
T = TS an. Sollte Ä n / / ? s g r ö ß e r als 10 1 2 sein, so be-
deutet das nur, daß zur vollständigen
gung
nicht alle vorhandenen
Feldverdrän-
Supraträger
benötigt
Größe
(50
Magnetfeldes
erhält
T—0
der
in
das
Eindringtiefe
Innere
man
2mvsmd~h
und
= (kT/m)1'*.
Aus
aus
der
des
der
des
äußeren
Supraleiters
für
Unschärferelation
Spinongeschwindigkeit
t\s
überkompensiert
Probendimensionen
die
werden.
Die
Energie
strenge
Nähe
der
wird.
Übersteigen
die K o h ä r e n z l ä n g e D,
Lokalisation
Oberfläche,
der
und
Supraträger
eine Art
die
so fehlt
in
der
Wirbelstrom-
b i l d u n g der S u p r a s t r ö m e js
ins Innere hinein m u ß
die
schließlich
Folge
sein.
Sie
kann
zu
X js = 0
f ü h r e n , w o also der S u p r a s t r o m praktisch nicht mehr
vs-
als solcher in Erscheinung tritt. Nach A n l e g e n eines
W e r t e zwischen 3 - 1 0 5 und 10° c m / s . Die Eindring-
M a g n e t f e l d e s bildet sich dagegen wieder eine Ober-
T— 1 bis
10 ° K
resultieren
tiefen liegen also in Übereinstimmung mit dem Ex-
flächenschicht
periment
mellendicke L b e v o r z u g t . L ist im Gegensatz zu D
zwischen
10~5
und
1 0 _ e cm.
Innerhalb
der T i e f e d a u s ; dann w i r d die La-
dieser Eindringtiefe (5 besitzen die n 0 S p i n o n e n die
fast t e m p e r a t u r u n a b h ä n g i g ;
Nullpunktsenergie
T<T*
n0 E0 (<50) ~ n0 •
h2/4
m
.
d02
E i n d r i n g t i e f e bleibt auf die Oberflächenschicht
schränkt, sofern g e n ü g e n d
Supraträger
zur
Die
be-
Verfü-
D dagegen wächst für
an.
Körper
mit A u s m a ß e n
kleiner
als D
demnach, wie auch experimentell
vermögen
sichergestellt
ist,
g u n g stehen. Sie wird nur in der Nähe der Sprung-
bei H = 0 s p r u n g h a f t und o h n e Zwischenstufen eine
temperatur
Umwandlung N ^
von
der
Zahl
und wächst für T - + T s
der
Spinonen
bestimmt
sehr stark an. D i e
Tempe-
S a u s z u f ü h r e n ; die Sprungtempe-
ratur ist dieselbe wie bei Supraleitern mit beispiels-
raturabhängigkeit verläuft, da Ö2 ~ l/ns und 1 — n a ~
weise
/ c s d T / E s beträgt, g e m ä ß
man die S p i n o n e n unter diesen Verhältnissen irgend-
hundertmal
kleineren
Abmessungen.
Würde
wie beschleunigen, z. B. auch mechanisch durch R o <5~
Dieselbe
ter
3
- ^
yi-(T/Tay
Abhängigkeit
.
tation des Supraleiters, so ist nach diesem Bild zu
vermuten,
erhalten
und
Casimir
in ihrem Zwei-Flüssigkeitsmodell.
Gor-
Sie ist ex-
daß
sich
bereits
ohne
Magnetfeld
Suprastrom y's an der Oberfläche ausbilden
Demgegenüber
verlangt
die LoNDONsche
ein
würde.
Gleichung
perimentell gut gesichert.
7. Für eine frei bewegliche Spinonenflüssigkeit im
Metall f o l g t aus der Gleichgewichtsbedingung
zwi-
schen der CouLOMBschen A b s t o ß u n g s k r a f t e2/L
und
dem
Nullpunktsdruck
((3 = 5 * 1 0 ~ 6 c m )
t
L=
der
L~10
- 2
an.
und H. D i e
zum A u s d r u c k k o m m e n d e diamagnetische
bungsweise
e2 • 4 m Öi r» •>
~ 10 - c m .
h-
und nützliche N ä h e r u n g darstellen.
Lamellen
cm
stets eine V e r k n ü p f u n g v o n js
die G r ö ß e
A l s seitliche A u s d e h n u n g
leitenden
Oberflächenschicht
gibt
Die
keine
das Experiment
supra-
ebenfalls
Wachstumsgeschwindigkeit
vyv läßt sich unter V e r w e n d u n g der Gitterkonstanten
aus
M t \ v 2 / 2 = (L/d)2
~
| / 1 0 ~ 1 5 / 1 0 — 2 7 • 1011 - 3 cm/s
demnach
sondern
für
eine
den
Supraleiter
vielfach
mögliche
Freie S u p r a s t r ö m e müßten einem, auch v o n außen
von gewadisenen
d
dürfte
notwendige,
hierbei
Beschrei-
mit
m vw2~kTx
abschätzen;
stimmt ungefähr mit den gefundenen Werten
vw
dies
von
aufgeprägten
strom,
normalleitenden
Zentrifugalkraft,
schenzustandes usw.)
Strom
(Belastungs-
Kapillarwirkung
ausweichen können.
des
Zwi-
Dadurch
k o m m t eine Zirkulation der Ströme zustande, deren
W i r k u n g aber grundsätzlich v o n spontanen Nullströmen verschieden ist, weil sie sich nicht gegenseitig
kompensieren.
Es
ist somit
im
Zwischenzustands-
gebiet eine dem Fontäneneffekt der Supraflüssigkeit
etwa 1 0 c m / s überein.
D i e in der Literatur als K o h ä r e n z l ä n g e ü bezeich-
a n a l o g e Erscheinung zu erwarten.
der
8. D e r D i a m a g n e t i s m u s der supraleitenden Phase
Interpreta-
ist im S p i n o n m o d e l l das E r g e b n i s s o w o h l der prak-
tion f o l g t , d a ß nahe dem Sprungpunkt die A b m e s -
tisch reibungslosen Spinonenbeweglichkeit im Gitter
nete
Dimension
Beziehung
Z)~10~4cm
e2/D = kTs
her.
leitet
Aus
man
dieser
aus
sung 2 • 1 0 _ 4 c m die o b e r e Grenze darstellt, v o n der
als auch der Existenz v o n
ab die CouLOMBsche Energie durch die
zuständen der b 0 - S p i n o n e n . Oszillationen des Elek-
3
thermische
J. G O R T E R U. H. G . B. C A S I M I R . Physica 1, 306
Phys. Z. 35. 963 [1934],
C.
[1934];
6
(abgesättigten)
S-Grund-
A. B. P I P P A R D , Phil. Mag. 43. 273 [19521 ; Proc. Roy. Soc.,
Lond. A 216, 547 [1953],
tronenpaares
nach
der
Valenzvorstellung
(s.
Ab-
schnitt I) können analog gedeutet werden. Es hän-
v o n Elektronenpaaren
stens
und
magnetischen
miteinander
Erscheinungen
zusammen.
eng-
Beschreibungsver-
Gitterstö-
In A n l e h n u n g an die Vorstellung v o m bindenden
gen somit die für die Supraleitung charakteristischen
elektrischen
eine relativ g r o ß e
rung darstellt.
und
in der
chemischen
B i n d u n g m u ß geschlossen werden, daß
lockernden
Elektronenpaar
Elektronen-
zu
paare am Gitter im allgemeinen um so häufiger ent-
un-
stehen, j e g r ö ß e r die Zahl der unabgesättigten Valenz-
vollständig bleiben. Im übrigen stellen b e i d e Haupt-
elektronen der Gitteratome ist. Trifft ein Elektron da-
merkmale der Supraleitung, das Verschwinden
g e g e n auf eine abgeschlossene Elektronenschale,
suche, die nur
den
einen
der
beiden
Aspekte
ihrer Grundlage machen, müssen zwangsläufig
des
elektrischen Widerstandes und der ideale D i a m a g n e tismus, verschiedene Grenzfälle derselben
M a x w e l l -
könnte nur dann eine Elektronenpaarbildung
finden,
wenn
es
unter
Aufwendung
von
so
statt-
Energie
können
einen höheren Zustand einnehmen w ü r d e : Sie unter-
also nicht gleichzeitig durch die MAxwELLsche Elek-
bleibt daher bei abgeschlossener Schale, so z. B. bei
trodynamik
die
den unedlen Metallen Be, M g u s w . ; für diese existiert
aber
( i m Grundzustand) insbesondere auch keine s 2 — s 2 -
schen
Gleichungen
dar.
umfaßt
Supraleitung
eine
Beide
werden;
gute
zusammen
diese
Näherung
wird
für
abgeben,
grundsätzlich keinen Anspruch auf exakte Beschrei-
Austauschbindung.
b u n g erheben dürfen.
nicht ausgebildet. D e m g e g e n ü b e r besitzen Elemente
9. A u c h der I s o t o p e n e f f e k t ' f o l g t s o f o r t aus dem
S p i n o n m o d e l l . M a n kann ihn durch die Beziehung
M* • Ts = const
Eine
Supraleitung
wird
mit unvollständig aufgefüllten Unterschalen
daher
(d-Scha-
len bei V , Z r , N b , La, T a , T h , U ) die Möglichkeit zur
Supraleitung, wie sich dies wegen der Bedeutung der
( f ü r H = 0)
Gitterstöße für die S p i n o n e r z e u g u n g o h n e
weiteres
beschreiben. M bedeutet die Masse des Gitteratoms;
ergibt. V o n den Übergangsmetallen bleibt die Eisen-
der E x p o n e n t x wurde zu etwa 0 , 5 bestimmt.
gruppe
Die Supraleitung wird durch die E r z e u g u n g
Elektronenpaaren
am
Ionengitter
(und
dem
f o l g e n d e n Lawinenmechanismus bei T s )
Die mittlere Amplitudenweite x v o n
von
nach-
eingeleitet.
oszillierenden
Gitteratomen läßt sich bekanntlich durch
h
2nk(-)
annähern
, / k T
f
M
tudenquadrat
der Gitterbewegung
Kopplung
der
parallel
ausgerichteter
d-Unterschale
normalleitend,
bzw.
ebenso
Elektronen-
der
3 d — 4 s-
deren.
Nachbar-
elemente (wie M n , z. Tl. auch C r ) , welche durch die
chemische
Schrägbeziehung
oder
Verhalten
mit
durch
der
ihr
quasi-
Eisengruppe
v e r b u n d e n sind.
W e n n man v o n den Halbleitern Si und Ge und
ÜEBYEsche T e m p e r a t u r ) . Das
(0
infolge
in
ferromagnetisches
1
t / T T
2 7i ru \ M
=
spins
ist also
Amplipropor-
vielleicht auch v o n den nicht mehr als typisch metallisch geltenden Elementen Sb und Bi absieht, so ver-
tional zu l / M . W e i l nun experimentell die U n a b h ä n -
bleiben
gigkeit
unedlen Metalle ( L i , Na, usw.) und die Edelmetalle
des
Verhältnisses
FIS°/TS°
vom
Isotopen-
als Nicht-Supraleiter
noch die
einwertigen
gewicht sichergestellt wurde, f o l g t aus der Energie-
( C u , A g , A u ) . Hier müßte m a n , sofern die A t o m e
differenz der beiden Phasen, ( / / s ° ) 2 / 8 n p r o c m 3 , die
nicht völlig ionisiert sind, grundsätzlich das Entste-
Proportionalität
zu
l/M
und
somit
effekt. Die hierbei verwendeten
der
Beziehungen können als die sichersten
logischen
Überlegungen
gelten;
Isotopen-
thermodynamischen
phänomeno-
sie werden
in
der
hen
eines
erwarten,
bindungsfestigenden
auch
wenn
die
Elektronenpaares
Bindung
ausfällt. D o c h fehlt bei diesen
recht
schwach
kugelschalensymme-
trischen s-Elektronen wegen 1 = 0 ein spinausrichtendes inneres Feld. W e g e n dieser Entartung der bo-
Supraleitung sogar quantitativ erfüllt.
mit
und b r S p i n o n e n entfällt also auch die Energielücke
dem Periodischen System der Elemente ergibt sich
zwischen der supraleitenden und der normalleitenden
durch Heranziehen der Spinvalenztheorie
Phase
10. Der
Zusammenhang
der
Supraleitung
( H u n d
8
) .
W e n n dabei die A t o m g r u n d z u s t ä n d e v o n freien A t o -
mente,
(„zerfallende Elektronenpaare").
als typische
Vertreter
Diese
normalen
men betrachtet werden, so ist das sicherlich eine starke
tronenleitung
leitung auf. Im Hinblick auf die
wenn die h o m ö o p o l a r e B i n d u n g bei der Entstehung
(s. Abschnitt I) sei in diesem Z u s a m m e n h a n g daran
Phys. Rev. 7 8 . 4 4 7 [ 1 9 5 0 ] ;
B. Serin et al.. Phys. Rev. 78. 487 [1950].
E.MAXWELL,
C.A.REYNOLD,
8
F.HUND,
Handb. Physik
X X I V / 1 ,
daher keine
EleElek-
V e r e i n f a c h u n g ; sie wird aber in etwa gerechtfertigt,
7
bekannt, weisen
der
683
Supra-
Valenzvorstellung
[1933],
erinnert, daß in typisch metallischen Gittern auch mit
(m vs~). Dies könnte u. U. zu einer völligen Isolation
einem Valenzbindungsanteil nicht gerechnet w i r d 2 .
der
Tritt dagegen bei der Elektronenpaarbildung ein
Elektron
mit
von
Null
verschiedenem
Bahndreh-
impuls / hinzu, dann ist diese b 0 — bj-Entartung wieder aufgehoben. So wurden z. B. A g 3 S n o d e r
als supraleitende
Legierungen
oder
CuS
Verbindungen
supraleitenden
Spinonen
vom
Gitter
die offenbar in Widerspruch zu allen
steht.
Nun
stellt
sich
einer
führen,
Erfahrungen
solchen
weitgehenden
Umwandlung der Elektronen in Elektronenpaare auch
der Virialsatz entgegen. Er besagt, daß die potentielle
Energie der Gesamtheit eines Systems von
(gelade-
nachgewiesen. Selbst A u 2 B i mit seinen beiden nor-
nen) Teilchen zunimmt, wenn die kinetische Energie
malleitenden K o m p o n e n t e n zeigt Supraleitung. Eine
der Elektronen a b n i m m t :
analoge W i r k u n g auf die b 0 — bj-Entartung, wie sie
durch
eine
spezifische
Zulegierung
erzielt
müßte nach diesen Vorstellungen auch das Anlegen
eines
äußeren,
konstanten
und
2 £ki» = — Epot
wird,
un
d
£tot= - £ k i , r
Die kinetische Energie der Restelektronen darf aber
unterkritischen
nicht wesentlich vermindert w e r d e n ; sonst müßte ja
Die höchsten Sprungtemperaturen findet man bei
werden und diese A n n a h m e verbietet u. a. auch der ex-
Magnetfeldes hervorrufen.
Elementen
mit
hohen
auch die
Multiplizitäten
ihrer
Atom-
grundzustände vor. So erleichtern K o m p o n e n t e n wie
N. C, Si, P usw. das Auftreten
der
Supraleitung.
A u f f a l l e n d hohe Übergangstemperaturen treten auf,
wenn
alle
besitzen
beiden
Partner
(7^ = 10 bis 2 3
große
(metallische)
perimentelle
Befund,
Identität
und unterhalb von
des
7"s ge-
wahrt bleibt. Nun beträgt der Anteil ny' der „ a k t i v e n "
,
rp
s
ny ~ ny .
'v
aus
der Gruppe der Metalle zweiter Art besitzen im freien
die
lockerer
FERMI-Elektronen bei der Sprungtemperatur 7\ :
Multiplizitäten
und H g
wonach
Kristallgitters oberhalb
K bei N b - V e r b i n d u n g e n ) .
Die hexagonalen Elemente Zn, Cd
Bindung wesentlich
~ 1 0 1 9 cm
.
;!
V o n derselben G r ö ß e n o r d n u n g muß daher auch die
Grundzustand abgeschlossene äußere s-Schalen. zei-
maximale Spinonendichte n0 für T — 0
gen aber dennoch Supraleitung. Hier liegen wohl, her-
Wert stimmt etwa mit dem früher gewonnenen über-
vorgerufen durch die Gitterstruktur und ein Überlap-
ein.
12. Im supraleitenden
pen der s- und p-Bänder, Verhältnisse v o r , die sie von
den
Zweielektronen-Atomen
der
unedlen
unterscheiden und sie zur Supraleitung
sonst wäre ja auch die n o r m a l e
dieser hexagonalen
übrigen
Gruppe
ist, wie bereits
Metalle
befähigen;
Elektronenleitung
nicht verständlich.
erwähnt,
diese
Im
einfachste
Valenzregel nur bedingt a n w e n d u n g s f ä h i g .
Immer-
der
flüssigkeit
( 2 m, 2 e)
sprechen,
um
supraleitenden
stehen
pro
Elektron
verfügbare
(MEissNER-ScHUBERT-Diagramm),
Volumen
nimmt
es
ordnung
genug
lich
immer
mehr
an
Einzelelektronen.
Würde
Elek-
damit
in
Zustand
starren
Spinonen-
Gitterordnung
vereinfachter
Art
den
beschreiben.
Eine
An-
zu
Flächen-
oder
(s. auch
Raumgittern
F r e n k e l
9
) .
Ebenso sind längere supraleitende Fäden nicht stabil
(Zahl der ungepaarten äußeren Elektronen) ab.
11. Mit wachsender Spinonendichte verarmt das
in
aufgelockerten
verbietet schon der Virialsatz
doch im allgemeinen mit der chemischen Wertigkeit
Gitter
(„neuen
Man kann von einer quasikristallinen
vorzugung etwa der p-Elektronen.
das
auf. Letztere wird nicht nur
Elektronenpaaren am Gitter bedingt ist.
Elektronenwolken abhängen. Das bedeutet eine Be-
wird
neben
Spinonen-
t r o n e n " ) aufweisen, welcher durch die Bildung von
mit einer
In losem Z u s a m m e n h a n g mit der Sprungtempera-
eine
gewissen Anteil an Atomelektronen
flüssigkeit
tur
tritt also
( m , e)
aus Leitungselektronen bestehen, sondern auch einen
hin dürfte, genau wie bei der chemischen B i n d u n g ,
die Stärke der K o p p l u n g v o m Ü b e r l a p p u n g s g r a d der
Zustand
Elektronenflüssigkeit
sein. Dieser
( B e t h e 10).
festgelegte
Die Experimente weisen zwar ört-
Suprabahnen
im
Zwischenzustand
nach; auch m ö g e n „ e i n g e f r o r e n e " Supraströme zur
Erklärung von Keimeffekten herangezogen
werden;
schließlich die Elektronengeschwindigkeit v o m Wert
allgemein aber existieren keine spontanen makrosko-
Vy = 10 8 c m / s
pischen
auf
die
thermische
Geschwindigkeit
Ströme.
Vielmehr
muß
man
sich
diese
vs = 1 0 6 c m / s vermindert w o r d e n sein, so würden die
„ w e i c h e " , quasikristalline A n o r d n u n g besonders bei
Elektronen
tiefsten
9
J.
mit den
FRENKEL, Z .
Spinonen
Phys. 29.
214
in R e s o n a n z
[1924]
; 49,
31
treten
[1928],
10
Temperaturen
recht
fest
mit
dem
Gitter
H. BETHE, Handb. Physik X X I V / 2 , Elektronentheorie der
Metalle [1933]; Z. Phys. 71, 205 [1931].
v e r b u n d e n vorstellen. Der Spinonenagitation
(bzw.
der räumlichen Unsehärfe der oszillierenden Elektronenpaarbindungen
gemäß
Abschnitt I)
überlagert
sich die v o n außen aufgeprägte ( M i n d e s t - ) K r a f t . Die
d a v o n erfaßten S p i n o n e n werden in kurzen Schritten
bis zu benachbarten
Partnern getrieben, an die sie
den zusätzlichen Impuls weitergeben
Versetzungsmechanismus
der
tion o d e r das T h e o r e m
von
(vgl. auch den
plastischen
Deforma. Dadurch
Torricelli)
bilden sich fortschreitende W e l l e n b e w e g u n g e n unter
den Elektronenpaaren aus, die keinen W a n d e r u n g s widerstand
zeigen,
dungstransport
aber
mit einem
verbunden
Stafettenbewegung
kann,
dem
mühelos
Experiment,
zu g r o ß e r A u s d e h n u n g
sind.
effektiven
Eine
La-
derartige
in Ubereinstimmung
Hindernisse
mit
mit
nicht
(Fehlstellen im Metallgitter
usw.) ü b e r w i n d e n , aber nicht mehr z . B . g r ö ß e r e Kerben
umgehen,
die
an der
Oberfläche von
d
2
(d
maximaler
Gitterabstand)
mehr
erfüllt
Energieverlust v e r b u n d e n . Dieser verschwindet also,
wenn (unter V e r w e n d u n g des W e l l e n b i l d e s ) für die
Wellenlänge /. = h/m v die U n g l e i c h u n g gilt
L
A > 2 d oder
v<
2 m cl
Diese
Bedingung
nützt
man
zur
Erzeugung
von
monochromatischen Neutronen a u s ; es v e r m ö g e n nur
die
„kältesten"
Wellenlänge
Neutronen
Ä > 2 cla
(ca.
ohne
20 ° K )
Beugung,
mit
ihrer
d.h.
ohne
Energieverlust und unter U m g e h u n g eines Einfangprozesses einen Graphitblock mit dem Gitterabstand
da zu durchdringen.
Für Metallelektronen folgt in analoger W e i s e
= 1 , 0 3 - 1 0 8 cm/s
3,3110-"
3,5 - 1 0 ~ s - 0,91 - I O " 2 7
leitern gelegen sind. D i e H e m m u n g hängt u. a. ex-
(entsprechend 3 , 6 - 10* ° K ) .
ponentiell von der T e m p e r a t u r , aber auch v o m OrdÄhnlichkeit z. B. mit der Beweglichkeit von Molekül-
nicht
werden kann. Mit j e d e r R e f l e x i o n ist ja ein gewisser
Supra-
n u n g s g r a d der U m g e b u n g ab. Es besteht eine gewisse
0 = /.
sin
Für Spinonen
( 2 m)
halbieren sich diese Zahlen-
werte. D i e FERMische Grenzenergie liegt d e m g e g e n -
g r u p p e n innerhalb eines Molekülgitters, die bisher
über oft höher. Es m u ß deshalb auch nach dieser all-
nicht recht verstanden w o r d e n war.
gemeinen Vorstellung die FERMi-Verteilung zu Fall
Der Suprazustand
geometrisch
ist demnach nicht durch
besonders
vollkommene
eine
Gitterordnung
gebracht w e r d e n , b e v o r die Supraleitung
kann. Dies geschieht
aber
durch
ausgezeichnet. Sie müßte sich u. a. in einer überaus
Elektronenpaarprozesse,
starken Strukturempfindlichkeit äußern, die in die-
S p i n o n e n m e c h a n i s m u s finden.
sem
Ausmaß
keinesfalls
beobachtet
wurde.
Die
die
die
ihre
Diese allgemeine, für einen
entstehen
geschilderten
Andeutung
ungehinderten
im
Teil-
Entropiedifferenz zwischen der normalleitenden und
chenfluß aufgestellte V o r b e d i n g u n g wird in der Supra-
der supraleitenden
leitung
derartigen
Phase, aus der man
Ordnungszustand
schließen
auf
einen
könnte,
ist
durch
verwickelte
deckt. Sie steht j e d o c h
Übergangsprozesse
im Fall
der
ver-
Suprafluidität
in der Hauptsache durch die Elektronenpaarbildung
des Helium II direkt mit dem L a m b d a - P u n k t in Ver-
bedingt. Es liegt also im Supraleiter bei
b i n d u n g . w o r a u f später e i n g e g a n g e n werden soll.
ein
b e s o n d e r e r Ordnungszustand vornehmlich
Zweiergruppen
vor,
worauf
g a n g zweiter O r d n u n g
bei
auch der
bezüglich
Phasenüber-
T = T* und H = 0
hin-
weisen dürfte.
Schluß
Zusammenfassend
Grundvorstellung
kann
man
des beweglichen
moleküls von den Erscheinungen
III. Eine allgemeine Voraussetzung für
reibungsfreies W a n d e r n
lassen
sich auch noch unter einem allgemeineren
Gesichts-
punkt behandeln. M a n hat als eine von
mehreren
Voraussetzungen
nach
der
Bedingung
zu
fragen,
wann geladene o d e r ungeladene Teilchen durch ein
daß
der
Supraleitung
trauen als geeignete, wenn auch vorläufige Beschreifür
die
Tieftemperaturphänomene
der
Metalle ansehen darf. D i e für eine quantitative T h e o rie
wichtigen
Probleme
der
Austauschwechselwir-
kung der Elektronenpaare und deren W a n d e r u n g im
Gitterverband mußten noch o f f e n gelassen
Stattdessen w u r d e n
die
mehr qualitative
sidi
jedoch
zur
werden.
Überlegungen
v o r g e g e b e n e s Gitter o d e r Kristallgefüge ungehindert
angestellt,
diffundieren können. Dies ist dann der Fall, wenn
Supraleitung mittels des Elektronenpaarmodells
d i e BRAGGsche
ausreichend erwiesen.
Reflexionsbedingung
die
Zwei-EIektronen-
soweit bestätigt w i r d , daß m a n sie mit einigem Verbungsweise
Die P h ä n o m e n e der Supra-Erscheinungen
sagen,
Beschreibung
der
als
Der hier gewonnene Standpunkt erlaubte es, auch
Beziehungen zu den phänomenologischen
muteten
Theorien
(und
strukturabhängigen!)
Sprungpunkt
unterschreitet und dadurch „ V a l e n z s t r ö m e "
infolge
aufzuzeigen, welche die Supraleitung u. a. als dia-
eines
magnetischen
sowie entsprechende Ausrichtungseffekte hervorruft.
Grenzfall
(diamagnetisches
molekül)
bzw.
im
Sinn
eines
modells,
eines
Energielücken-Modells
Kondensationsvorganges der Elektronen
Sie finden hiermit eine atomare
Deutung
und
angenähert
eine
Riesen-
Zwei-Flüssigkeitenoder
Elektronenpaaren
Oberhalb der spezifischen Sprungpunkte treten statt
behandeln.
zeigen im Bereich höherer Temperaturen, wie be-
(mikroskopische)
Begründung
möglich
von
der Elektronenpaare wieder Einzelelektronen auf. So
kannt, die rr-Elektronen des Benzols einen paarweise
oder
entgegengesetzten
Umlaufsinn,
wodurch
z. B.
das
diamagnetische Verhalten des Benzolringes quantenmechanisch erklärt werden konnte 1 .
Man fragt sich, o b irgendeine direkte Bestätigung
Elektronenpaarvorstellung
Umlaufs
eines
Festlegung ihrer Gültigkeitsgrenzen.
der
scheinbaren
sei.
Dies
Herrn Professor M . K O H L E R danke ich für kritische,
fördernde Bemerkungen zur vorliegenden Arbeit, Herrn
Professor U. D E H L I N G E R für briefliche Hinweise.
dürfte z. B. bei Substanzen mit konjugierten Doppelbindungen zu erwarten sein, wenn man ihren ver-
Emission und Absorption langwelliger Ultrarotstrahlung
v o n Germanium im photoleitenden Zustand*
V o n
F.
R.
KESSLER
Aus dem If. Physikalischen Institut der Universität Köln
(Z. Naturforschg. 13 a. 2 9 5 - 3 0 2 [1958] ; eingegangen am 17. Februar 1958)
Durch inneren Photoeffekt wurden in Germanium zwischen 20 0 und 70 ° C hohe Dichten von
Elektron-Loch-Paaren erzeugt und deren Absorptionsspektrum im Bereich von 3 —15 f.i bestimmt. Es
wird beherrscht durch innere Valenzbandübergänge der freien Löcher. Infolge des inversen Prozesses
emittiert Germanium Ultrarotstrahlung mit einem Maximum bei 10,«. Die Emissionsintensität hängt
etwa linear von der Gittertemperatur und für kleine Trägerdichten linear von der Zahl der Löcher
ab. Die Deutung gelingt rein phänomenologisch und läßt zusammen mit der Absorption Schlüsse zu
über das Gleichgewicht der beiden Löchersorten im Valenzband. Änderungen des Reflexionsvermögens über 0.1% wurden bei der lichtelektrischen Trägererzeugung nicht beobachtet — Die experimentellen Meßverfahren werden angegeben.
Die Ergebnisse der vorliegenden
Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich mit
Untersuchung,
der Absorption freier Ladungsträger in Germanium.
die den Spektralbereich zwischen 3 und 15 u umfaßt,
Im vorliegenden Fall wurden die freien Elektronen
lassen sich drei Fragenkomplexen zuordnen:
und Löcher stets paarweise erzeugt durch den
neren lichtelektrischen
Elfekt, d. h. durch
in-
1. Die Absorption freier Ladungsträger:
Neben
optische
der Bestimmung des Absorptionsquerschnittes freier
Anhebung eines Elektrons aus dem Valenz- in das
Ladungsträger, deren Dichte dem thermischen Gleich-
Leitungsband. Dank der kurzen Relaxationszeit des
inneren Photoeffektes — bedingt durch Rekombinationszentren beträgt sie bei Germanium gegenwärtig
maximal etwa 1 0 ~ 3 sec -
gelangt man zu dem me-
thodischen Vorteil, mit der Modulation des erregenden Lichtes und damit der Dichte der freien Ladungsträger die durch sie verursachte Absorption
modu-
lieren und so unmittelbar messen zu können.
* Vorgetragen auf der Physiker-Tagung 1957 in Heidelberg
(Phvs. Verh. 8. 195 [1957]).
1 R. NEWMAN, Phys. Rev. 91. 1311 [1953] und Phys. Rev.
96. 1188 [19541.
gewicht entspricht, also an fremd- und eigenleitenden
Proben, haben jedoch Messungen an Elektron-LochPaaren, die durch elektrische
Injektion
an
Sperr-
schichten zusätzlich in den Kristall eingebracht wurden, nicht zu einem einheitlichen Resultat geführt,
ln zwei Fällen 1 - ergab sich das Bandenspektrum
freier Löcher, in einem Fall
2
:L
3
erhielt man einen mit
11. B . BRIGGS U. R. C . FLETCHER, Phys. Rev. 9 1 . 1 3 4 2 [1953],
A. F. GIBSON, Proc. Phys. Soc., Lond. B 66. 588 [1953],
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