Von der zahlentheoretischen Kongruenzrelation durch Verallgemeinerung zur Faktorgruppe. Wir gehen aus vom Spezialfall der unendlichen Gruppe (Z,+) der ganzen Zahlen. Diese enthält neben den trivialen Untergruppen genau alle Vielfachenmengen als Untergruppen: Vielfachenmenge von m = mZ = {..., – 2m, – m, 0, m, 2m, 3m, ... }. Spezialfall Allgemeinfall ============================================== Gruppe (Z,+) mit Untergruppe V = mZ Gruppe (G,*) mit Untergruppe U. Zahlentheoretische Kongruenz a ≡ b mod m gdw a+(-b) in V Rechtskongruenz bezgl. einer Untergruppe a ≡ b mod U gdw a*b-1 in U Die so definierten Relationen sind jeweils Äquivalenzrelationen (RST). Nachweis! Die Äquivalenzklassen dieser Relation sind genau die Restklassen mod m Rechtsnebenklassen (-restklassen) mod U Es gilt nämlich: a ≡ b gdw a+(-b) in V gdw b-a in V a ≡ b gdw a*b-1 in U gdw b*a-1 in U gdw a = km+b gdw a in V+b gdw a = u1*b gdw a in U*b gdw b = tm+a gdw b in V+a gdw b = u2*a gdw b in U*a gdw V+b = V+(tm +a) = (V+tm)+a = V+a gdw U*b = U*(u2*a) = (U*u2)*a = U*a Man kann nun folgende Eigenschaften dieser Klassen beweisen: 1. Jede Klasse ist zur Untergruppe U gleichmächtig. 2. Zwei Klassen sind entweder zueinander elementefremd oder gleich. 3. Jedes Element von G kommt in mindestens einer Klasse („seiner“) vor. =================================================================== Mit den oben definierten Klassen (Nebenklassen, Restklassen) läßt sich in der üblichen Weise rechnen wie mit Restklassen, wenn U ein Normalteiler ist, wenn also jede Rechtsnebenklasse U*a von U gleichzeitig auch Linksnebenklasse ist, also U*a = a*U gilt: Das Komplexprodukt zweier Rechtsnebenklassen Ua und Ub ist genau dann wieder eine solche, wenn U ein Normalteiler ist: (U*a) # (U*b) = U*(a*U)*b = U*(U*a)*b = (U*U)*a*b = U*(a*b) sofern U Normalteiler ist. Daher kann in der Menge G/U der Nebenklassen von U in G in der angegebenen Weise eine Verknüpfung # definiert werden und die Menge G/U wird zum Verknüpfungsgebilde: Faktorgruppe ( G/U, # ) oder Restklassengruppe ( G/U, # ). Die Abbildung f: a ----> U*a von G auf die Menge G/U der Nebenklassen von U ist selbstverständlich surjektiv und außerdem ein Homomorphismus, denn es gilt: 1. f(a*b) = U*(a*b) da jedem Element seine Nebenklasse zugeordnet wird. 2. In der Faktorgruppe G/U gilt f(a) # f(b) = U*a # U*b = U*(a*b) wie oben gezeigt. Daher ist die Faktorgruppe G/U ein homomorphes Bild der Gruppe G und daher ebenfalls eine Gruppe. Der Homomorphismus f heißt der natürliche oder kanonische Homomorphismus von G auf G/U.