Visite am 22.12.2015

Werbung
Visite am 22.12.2015
a
Unsere Themen:
Winterkälte – wenn die Gelenke schmerzen
Muskelkrämpfe – welche Therapie hilft?
Mit Plasma Wunden heilen
Vorsicht Blutdruckkrise - extremer Anstieg ist gefährlich für Herz und Hirn
Winterobst: Wie erkenne ich das perfekte Früchtchen?
Gold, Weihrauch, Myrrhe – Medizin aus dem Morgenland
Winterkälte – wenn die Gelenke schmerzen
Kaltes und nasses Wetter verursacht bei vielen Menschen Schmerzen. Vor allem Personen
mit Rheuma oder Arthrose haben bei Kälte besonders starke Beschwerden. Experten
vermuten die Ursache im durch die Kälte verlangsamten Stoffwechsel. Die Durchblutung
wird vermindert, die Muskulatur verspannt sich – und das führt zu dumpfen Schmerzen. Bei
Kälte stellt der Körper auf Notstrom: Vorrangig werden die überlebenswichtigen Organe
und das Gehirn mit Blut versorgt – erst danach die Peripherie, also Arme und Beine mit den
Gelenken sowie die Muskeln. Es gibt aber auch eine psychologische Erklärung: Das kalte
und nasse Grau führt generell zu schlechterer Stimmung, Depressionen nehmen zu, und
auch Schmerzen werden stärker wahrgenommen. Für Rheumatologen ist das Problem
zweigeteilt: Sie unterscheiden zwischen Menschen mit verschlissenen Gelenken und
denen, die unter entzündlichen Rheumaformen leiden. Bei den Verschleißerscheinungen
ist die Zunahme von Schmerzen logisch: Die Kälte reduziert die Viskosität der
Gelenkflüssigkeit, die Gelenke sind also weniger gut geschmiert als bei Wärme. Dadurch
nimmt der Reibungsschmerz zu. Wer unter entzündlichen Rheumaschüben leidet, dem
hilft Kälte normalerweise – aber nur, wenn sie aus der Kältekammer kommt. Bei
winterlichem Wetter ist es nicht die Kälte allein, sondern auch die Luftfeuchtigkeit, die den
Schmerzreiz auslöst. Eine extreme, aber trockene Kälte kann Entzündungsschmerzen
lindern, während eine feuchte moderate Kälte die Schmerzen verschlimmert. Warum das
so ist, wissen auch Experten nicht. Gegen den Kälteschmerz hilft vor allem eines: sich
möglichst warm halten. Handschuhe, Pulswärmer, dicker Mantel und lange Unterhosen
können vor Kälte schützen. Ganz wichtig: Trotz Schmerz und Kälte bewegen, denn wenn
Gelenke nicht bewegt werden, produzieren sie weniger Gelenkflüssigkeit und der Schmerz
verschlimmert sich. Wer sich im Freien bewegt, sollte die Gelenke vor Kälte schützen und
das Schwitzen vermeiden, denn dann kühlt den Körper zusätzlich aus. Wenn man schon
Schmerzen hat, dann hilft es, die betroffenen Gelenke langsam warm zu duschen und
dabei zu massieren. Auch ein warmes Handbad kann lindernd wirken. Bei entzündeten
Gelenken sollte man allerdings keine warmen Bäder nehmen.
Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Johannes von Bodman, Orthopäde
Klinik für Orthopädische Rehabilitation
Klinikum Bad Bramstedt
Oskar-Alexander-Straße 26, 24576 Bad Bramstedt
Tel. (04192) 90 25 71, Fax (04192) 90 23 75
Internet: www.klinikumbadbramstedt.de/
Dr. Peer M. Aries, Rheumatologe
Rheumatologie im Struenseehaus
Visite am 22.12.2015
a
Mörkenstrasse 47, 22767 Hamburg-Altona
Tel. (040) 870 33 63, Fax (040) 870 073 26
Internet: rheumatologie.hamburg
Dr. Horst Danner, Leitender Arzt der Ambulanten Orthopädischen Rehabilitation
RehaCentrum Hamburg
Heidenkampsweg 41, 20097 Hamburg
Tel. (040) 253 06 30
Internet: www.rehahamburg.de
Weitere Informationen:
Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.
Maximilianstraße 14, 53111 Bonn
Tel. (0228) 76 60 60, Fax (0228) 766 06 20
Internet: www.rheuma-liga.de
Muskelkrämpfe – welche Therapie hilft?
Mehr als die Hälfte der über 60-Jährigen leidet unter Muskelkrämpfen, vor allem in der
Nacht. Wenn Hände, Füße oder Wade schmerzen, ist an Schlaf nicht zu denken. Oft
verformt sich ein Fuß dabei wie eine Kralle. Manchmal hilft dann eine Gegendehnung, um
den Krampf zu stoppen, der sonst minutenlang anhält und schmerzt. Muskelkrämpfe
können Symptome einer Krankheit (zum Beispiel Multiple Sklerose,
Schilddrüsenunterfunktion, Muskelentzündung) oder Nebenwirkung von bestimmten
Medikamenten (zum Beispiel Cholesterinhemmer und Blutdrucksenker) sein. Doch in den
meisten Fällen finden die Ärzte keine Ursache der Krämpfe und damit auch keine wirksame
Therapie. Oft wird ein Mineralienmangel (zum Beispiel Magnesium) vermutet und mit
Nahrungsergänzungsmitteln behandelt. Aber auch ein Zuviel an Mineralien kann Krämpfe
auslösen. So kann eine zu hohe Kalziumzufuhr, zum Beispiel durch große Mengen
Heilwasser mit hohem Kalziumanteil, die Erregungsüberleitung zwischen Nerven und
Muskeln so stark erleichtern, dass Muskelkrämpfe entstehen. Mitunter verwenden Ärzte
Botox-Spritzen, um die Krämpfe auszuschalten – doch die können auch zu
Lähmungserscheinungen führen und damit mehr belasten als nützen. Nun sind Göttinger
Forscher der Entstehung der Krämpfe auf die Spur gekommen. Sie wollten herausfinden,
ob eine besonders sensible Übertragung zwischen Nerven und Muskeln der Schlüssel zu
ungeklärten Krämpfen ist und untersuchten bei mehr als 30 Patienten die Erregbarkeit der
Nerven. Dabei stimulierten sie über Elektroden die Nerven mit kleinen Stromschlägen. Bei
den Krampfpatienten zuckten die Muskeln schon bei minimalen Stromimpulsen, anders als
bei gesunden Probanden. Diese Übererregbarkeit macht sich dann durch Muskelkrämpfe
bemerkbar. Bei Krampfpatienten sind die Enden der Nervenfasern im Muskel, die
sogenannten Motoneuronen, übererregbar. Wird ein Reiz zum Muskel weitergeleitet,
reagieren die Nerven bei Krampfpatienten viel heftiger als normal. Die Folge: Der Muskel
wird überreizt und krampft. An diesem Punkt setzen die Göttinger Forscher nun in der
Therapie an und verordnen Medikamente, die bei Epilepsie die Erregbarkeit der Nerven
dämpfen. Sie sollen erreichen, dass sich die Muskelkrämpfe schwieriger auslösen lassen.
Welches Epilepsie-Medikament im Einzelfall hilft und die geringsten Nebenwirkungen
auslöst, muss bei jedem Patienten individuell getestet werden. Schlägt einer der Wirkstoffe
an, kann der Betroffene endlich wieder schmerzfrei nachts durchschlafen. Wer nur hin und
wieder unter Muskelkrämpfen leidet, kann den Krampf durch Ziehen am betroffenen
Visite am 22.12.2015
a
Muskel unterbrechen, entweder durch passives Massieren und in die Länge ziehen mit der
Hand oder, noch besser, durch aktive Übungen mit Anspannen des sogenannten
Antagonisten, also des entgegengesetzten Muskels. Warme Wickel, eine Wärmflasche an
der betroffenen Stelle oder ein heißes Bad entspannen die Muskulatur zusätzlich. Entsteht
der Krampf beim Sport, hilft sofortige Entlastung des betroffenen Körperteils. Bei Sportlern
ist häufig ein Wasser- und Elektrolytverlust in Verbindung mit einer Überanstrengung für
einen Muskelkrampf verantwortlich. Zur Vorbeugung empfehlen Sportmediziner deshalb
die Einnahme von Kochsalz und das Trinken isotonische r Getränke, das Erwärmen der
Muskulatur vor dem Sport und eine dem Trainingszustand angepasste Belastung. Von
Nahrungsergänzungsmitteln wie Magnesium- und Kalziumtabletten raten Experten ab:
Allenfalls bei starkem Schwitzen oder akutem Durchfall könne Magnesium hilfreich sein,
ansonsten drohe nur eine gefährliche Überdosis, die Leber und Kleinhirn schädigen könne.
Interviewpartner im Studio:
Prof. Dr. med. Walter Paulus, Neurologe, Neurophysiologe
Direktor Klinik für Klinische Neurophysiologie im Zentrum Neurologische Medizin
Universitätsmedizin Göttingen an der Georg August Universität
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
Internet: www.neurologie.uni-goettingen.de/
Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Dirk Czesnik, Neurologe
Adresse s.o.
Tel. (0551) 390
Weitere Informationen:
Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) e.V.
Internet: www.dgn.org/leitlinien-online-2012/inhalte-nach-kapitel/2296-ll-65-2012crampimuskelkrampf.html
Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Muskelkrämpfen zum Herunterladen
Ratgeber:
Eva Marbach: Gesundheitsratgeber und Hausapotheke: Alltagskrankheiten mit
Naturheilkunde und Schulmedizin erfolgreich behandeln.
180 s.; emv (2012); € 14,80
Mit Plasma Wunden heilen
Es heilt chronische Wunden, soll Krebszellen zum Absterben bringen und
Zahnwurzelkanäle desinfizieren: künstlich hergestelltes Plasma. Obwohl das sogenannte
Kalt-Plasma nur 30 Grad warm ist, tötet es Viren, Bakterien und Pilze innerhalb weniger
Minuten ab. Plasma (griechisch: das Formbare) wird auch als vierter Aggregatzustand
bezeichnet. Einfach erklären lässt sich das am Beispiel von Wasser: Als Eis ist Wasser ein
fester Körper. Führt man ihm Energie in Form von Wärme zu, wird es flüssig und schließlich
gasförmig. Wird einem Gas Energie zugeführt, entsteht ein Plasma. In diesem Zustand,
lösen sich äußere Elektronen von den Gasatomen oder -molekülen. In einem Plasma
bewegen sich Atome oder Moleküle, Ionen (Atome, denen ein oder mehrere Elektron
fehlen) und Elektronen frei umher und wirken aufeinander ein. Ein Plasma ist also ein
ionisiertes Gas, das als elektrisch leitendes Medium besondere Eigenschaften besitzt.
Visite am 22.12.2015
a
Materie im Plasmazustand findet sich in der Sonne und in den Sternen. Aber auch der von
der Sonne ausgehende Sonnenwind und die geladenen Teilchen, die im Magnetfeld der
Erde gefangen sind, bilden Plasmen. Die in der Medizin verwendeten NiedertemperaturPlasmen sind nur teilweise ionisierte Gase, deren freie Elektronen äußerst reaktionsfreudig
sind. Bei Patienten mit offenen Beinen oder infizierten chronischen Wunden, bei denen
keine andere Therapie mehr anschlägt, vernichtet das Kalt-Plasma die aggressiven Keime
und regt die Heilung an. Nebenwirkungen sind in den bisherigen Studien nicht aufgetreten.
Zwar ist der Plasma-Pen, der nicht größer als ein Füller ist, als Medizinprodukt zugelassen,
doch die Kassen übernehmen die Kosten der Behandlung noch nicht. Die Kosten ab zehn
Euro, je nach Größe der Wunde und Dauer der Einzelbehandlung, pro Sitzung müssen die
Patienten selbst bezahlen. Forscher arbeiten derzeit daran, Plasma-Pens auch gegen
multiresistente Keime einzusetzen, die sich durch Medikamente kaum bekämpfen lassen.
Weitere Anwendungsgebiete sind in der Zukunft die Zahnheilkunde sowie die Behandlung
von Tumoren in Zunge, Wangenschleimhaut und Gaumen. In Gewebeproben außerhalb des
Körpers hat man festgestellt, dass das Plasma Krebszellen nicht sofort zerstört, aber es
legt in ihnen quasi einen Schalter um, der sie letztendlich absterben lässt. Während der
Plasma-Pen in der Wundheilung im klinischen Alltag angekommen ist, erfordert der Einsatz
gegen Krebs aber noch weitere Studien.
Interviewpartner im Beitrag:
PD Dr. Carsten Gutgesell, Hautarzt
Berliner Allee 40c, 22850 Norderstedt
Internet: www.hautarzt-gutgesell.com
Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor
Leiter Forschungsschwerpunkt Umwelt und Gesundheit
Prof. Dr. Thomas von Woedtke,
Leiter Forschungsschwerpunkt Plasmamedizin/Dekontamination
Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) e.V.
Felix-Hausdorff-Straße 2, 17489 Greifswald
Internet: www.inp-greifswald.de
Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Hans-Robert Metelmann, Direktor
Klinik und Poliklinik für Mund-, K iefer- und Gesichtschirurgie/Plastische Operationen
Universitätsmedizin Greifswald
Ferdinand-Sauerbruch-Straße DZ7, 17475 Greifswald
Tel. (03834) 86 71 60, Fax (03834) 86 73 16
Internet: www.medizin.uni-greifswald.de/mkg_chir/index.php?id=19
Vorsicht Blutdruckkrise - extremer Anstieg ist gefährlich für Herz und Hirn
Dass der Blutdruck bei Aufregung wie bei Anstrengung steigt, ist eine ganz normale
Funktion unseres Körpers. Sie sorgt dafür, dass der in solchen Situationen erhöhte
Sauerstoffbedarf des Hirns und der Muskeln sichergestellt wird. Das Gehirn und das Herz
reagieren allerdings sehr empfindlich, wenn der Blutdruck plötzlich in die Höhe schießt.
Für die Blutgefäße bedeutet der Druckanstieg Stress. Sehstörungen sind ein Alarmsignal
für einen sogenannten Hypertensiven Notfall, einen kritischen Blutdruckanstieg, der
Organe gefährdet. Auch starke Brustschmerzen, Atemnot, Benommenheit,
Sprechstörungen, Lähmungen oder Übelkeit und Erbrechen deuten auf einen solchen
Visite am 22.12.2015
a
Notfall hin. Im Gehirn kann unter dem hohen Druck eine Gefäßinnenwand aufreißen, in der
Folge entsteht an dieser Stelle ein Gerinnsel (Thrombus) und verstopft das Blutgefäß. Die
Folge ist ein Schlaganfall. Auch der Herzmuskel reagiert empfindlich auf den schnellen
Blutdruckanstieg, denn er benötigt dadurch immer mehr Sauerstoff. Bei kranken Herzen
kann es dadurch zum Herzinfarkt kommen. Bei der Frage, ob ein Hypertensiver Notfall
vorliegt, sind die Beschwerden entscheidend, nicht die gemessene Höhe des Blutdrucks.
Deuten sie auf einen Notfall hin, sollte sofort der Notarzt über die Telefonnummer 112
alarmiert werden. Treten dagegen lediglich Herzklopfen, ein Pochen in den Schläfen, rote
Gesichtsfarbe, leichte Kopfschmerzen und Luftnot bei Belastung auf, sprechen Ärzte von
einer Hypertensiven Krise, die oft entsteht, wenn Hochdruckpatienten ihre Medikamente
vergessen haben. Sie sollten dann sofort ihre Medikamente einnehmen, sich hinlegen und
entspannen. Um für solche Krisen besser gerüstet zu sein, sollten Patienten mit
Bluthochdruck Entspannungsverfahren wie Biofeedback, Autogenes Training,
Atementspannung, Meditation oder Yoga erlernen. Wichtig ist es, nicht in Panik zu geraten,
denn jede Panik verstärkt den Blutdruck noch weiter. Gegebenenfalls sollten Betroffene
auch leichte Beruhigungsmedikamente einnehmen. Genügt das nicht, um die
Blutdruckkrise zu beenden, helfen schnell wirksame Medikamente, die es als Kapsel, Sp ray
oder Phiole gibt. Wer trotz Therapie ständig oder immer wieder unter Bluthochdruck krisen
leidet, könnte von einer telemetrischen Überwachung profitieren. Dabei messen externe
oder auch implantierte Geräte im Alltag immer wieder den Blutdruck und übermitteln die
Werte an den behandelnden Arzt, der daraufhin die Therapie gezielt optimieren kann.
Interviewpartner im Studio:
Dr. Johannes Wimmer, Arzt
Dr. Johannes GmbH & Co. KG
Winsbergring 38, 22525 Hamburg
Internet: www.doktor-johannes.de
Interviewpartner im Beitrag:
Prof. Dr. Joachim Schrader, Internist, Nephrologe, Geriater
St.-Josefs-Hospital gGmbH
Krankenhausstraße 13, 49661 Cloppenburg
Tel. (04471) 16 29 51, Fax (04471) 16 29 70
Internet: www.kk-om.de/st-josefs-hospital-cloppenburg/kompetenzzentren/zentrum-fuerbluthochdruck.html
Weitere Informationen:
Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL – Deutsche Hypertonie Gesellschaft
Berliner Straße 46, 69120 Heidelberg
Tel. (06221) 5 88 55-0, Fax (06221) 5 88 55-25
Herz-Kreislauf-Telefon (06221) 58 85 55 (Mo-Fr 9-17 Uhr)
Internet: www.hochdruckliga.de
Präventionsmagazin „Druckpunkt“ (erscheint vierteljährlich)
Liste der von der Hochdruckliga zertifizierten Hypertoniezentren, die auf die
Bluthochdrucktherapie spezialisiert und besonders erfahren sind
Internet: www.hochdruckliga.de/zertifizierte-hypertonie-zentren.html
Visite am 22.12.2015
a
Deutsche Herzstiftung e.V.
Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt/Main
Tel. (069) 955 12 80, Fax (069) 955 12 83 13
Internet: www.herzstiftung.de
Ratgeber:
Martin Middeke, Klaus Völker, Claudia Laupert-Deick:
Bluthochdruck senken ohne Medikamente.
214 S.; Trias (2011); € 22,99
Winterobst: Wie erkenne ich das perfekte Früchtchen?
Schnee, Nässe, Kälte: Um sich im Herbst und Winter vor Erkältungen zu schützen, ist ein
vitaminreicher Obstsalat genau das Richtige. Im Winter ist das Angebot an tropischen
Früchten groß. Doch woran erkennt man eine reife Frucht? Visite gibt Tipps für den
Südfrüchte-Kauf.
1. Ananas: Sie enthält viel Vitamin C sowie die Mineralstoffe Kalium und Magnesium, die
Nerven- und Muskelfunktionen unterstützen. Die Farbe ist beim Ananas-Kauf nicht
entscheidend, wichtig ist der Geruch: Die Frucht muss am Boden süßlich riechen. Und die
Blätter müssen sich leicht herausziehen lassen
2. Mango: Sie liefert dem Immunsystem stärkendes Vitamin C und außerdem Vitamin A und
wertvolles Magnesium. Wenn die Mango ein bisschen nachgibt, ist das ein Zeichen der
Reife. Ganz leicht drücken, am besten in der Handfläche und nicht mit den Fingern, denn
sonst entstehen Druckstellen, die braun werden. Anders als bei der Ananas ist bei der
Mango die Farbe wichtig: Eine teilweise grüne Frucht ist unreif und hart – rötlich gefärbt ist
eine Mango süß und saftig.
3. Papaya: Sie enthält neben vielen Vitaminen auch ein besonderes Enzym, das Papain. Es
unterstützt die Verdauung, zum Beispiel wenn man Fleisch und Geflügel nicht so gut
verträgt. Eine unreife Frucht ist knallgrün, eine reife eher gelb gefärbt. Riecht die Papaya
am Blüten- oder Stielansatz süßlich, ist sie reif und schmackhaft.
4. Mandarinen: Sie sind reich an den Mineralstoffen Kalium und Phosphor und enthalten
außerdem die Vitamine A und C - sowie B1, das den Stoffwechsel fördert. Hier kann eine
schöne orange Farbe trügen: Mandarinen werden häufig behandelt, damit sie schneller
reifen. Der Nachteil: Wenn die Mandarinen schneller reifen, kann das Fruchtfleisch
trocken und weniger aromatisch werden. Am besten feste Früchte kaufen. Mandarinen, die
sich leicht schälen lassen, sind oft weniger frisch.
5. Passionsfrucht (Maracuja): Sie enthält viel Vitamin A, C sowie auch Vitamin B2, das
Traubenzucker in Energie umwandelt. Erst eine schrumpelige Frucht ist wirklich reif und
aromatisch.
Interviewpartner im Beitrag:
Lutz Woltemate
Marker Obst und Gemüse
Banksstraße 28, 20097 Hamburg
Internet: www.markerobst.de
Weitere Informationen:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung
Visite am 22.12.2015
a
Zur Bedeutung von Obst und Gemüse in der Ernährung des Menschen:
Internet: www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1157
Ratgeber:
Barbara Simonsohn:
Heilkraft aus den Tropen: Die süße Medizin exotischer Früchte.
352 S., Integral (2008); € 17,95
Gold, Weihrauch, Myrrhe – Medizin aus dem Morgenland
Als sich wohl vor über 2000 Jahren drei weise Männer aus dem Morgenland auf eine weite
Reise begaben, trugen sie heilsame Gaben im Gepäck: Gold, Weihrauch und Myrrhe
brachten sie laut Bibel dem Jesuskind. Sie waren die bedeutendsten Arzneimittel der
damaligen Zeit - und echte Kostbarkeiten. In der Antike waren Weihrauch und Myrrhe für
arme Menschen nicht erschwinglich. In der Bibel wird die Myrrhe besonders oft erwähnt .
Als Allheilmittel sollte sie die Wundheilung unterstützen und bei inneren Leiden helfen.
Angewendet wurde sie als Salbe oder gelöst in einer Tinktur. Heute hat die Myrrhe ihre
Bedeutung verloren – immerhin empfehlen Zahnärzte die Anwendung bei Entzündungen
der Mund- und Rachenschleimhaut. Eng verwandt mit der Myrrhe ist der Weihrauch: Er wird
in der heißesten Jahreszeit geerntet: Mit tiefen Schnitten wird die Rinde der
Weihrauchbäume eingeritzt. Ein Balsam tritt aus, der an der Luft zu Harz erhärtet. Der
größte Teil wird im Oman und in Äthiopien geerntet. Zehn Tonnen davon verbrennen
jährlich in deutschen Kirchen – als Symbol für die Gebete, die zum Himmel aufsteigen.
Weihrauch aus Somalia enthält besonders viel Öl und ist begehrt in der Parfumindustrie.
Der teuerste Weihrauch kommt aus Indien: Er wird besonders in der ayurvedischen Medizin
in Indien verwendet und hat dort als Entzündungshemmer immer noch einen hohen
Stellenwert. Weihrauch enthält Boswellia-Säuren, die den Teil der weißen Blutkörperchen
blockieren, der für chronische Entzündungen verantwortlich gemacht wird. Deutsche
Forscher fanden heraus, dass Weihrauch deshalb bei schweren Krankheiten wie der
chronischen Darmentzündung Morbus Crohn oder bei Multipler Sklerose helfen könnte.
Noch ist Weihrauch als Arzneimittel in Deutschland nicht zugelassen, nur als
Nahrungsergänzungsmittel. Es fehlen noch klinische Studien, aber es gibt konkrete
Hinweise, dass die Inhaltstoffe der Pflanze so stark entzündungshemmend wirken wie
Cortison. Gold wurde von altersher als medizinisches Heilmittel empfohlen. So sollte die
Einnahme von Goldspänen zum Beispiel das Herz stärken. Auch heute noch ist Gold ein
zugelassenes Arzneimittel: Organische Goldverbindungen werden bei sehr schmerzhaftem
Gelenkrheuma eingesetzt. Zwar gibt es inzwischen wirkungsvollere Medikamente, doch
wenn es dabei zu Unverträglichkeiten kommt, greifen Mediziner auf die Goldpräparate
zurück.
Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Peter Dobberkau, Apotheker
Löwen-Apotheke
Hökerstraße 37, 21682 Stade
Tel. (04141) 440 48, Fax (04141) 441 49
Drehort im Beitrag:
Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg
Am Kiekeberg 1
Visite am 22.12.2015
a
21224 Rosengarten-Ehestorf
Tel. (040) 790 17 60, Fax (040) 792 64 64
Internet: www.kiekeberg-museum.de/
Hinweis: Die Redaktion erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit der angegebenen
Adressen und Buchhinweise.
Impressum:
NDR Fernsehen
Redaktion Medizin
Hugh-Greene-Weg 1
22529 Hamburg
Tel. (040) 415 60
Fax (040) 41 56 74 59
Internet: www.ndr.de/visite
Herunterladen