Der „besiedelte Mensch“ und das zentrale Element – der Darm

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Der „besiedelte Mensch“ und das zentrale Element – der Darm
Ein Mensch besteht aus ca. 10 Billionen (1013) Zellen, auf und in ihm befinden sich etwa zehnmal so viele
Bakterien.[3]
Im Mund eines Menschen leben insgesamt etwa 1010 Bakterien.
Auf der menschlichen Haut befinden sich bei durchschnittlicher Hygiene etwa hundertmal so viele
Bakterien, nämlich insgesamt etwa eine Billion, allerdings sehr unterschiedlich verteilt: an den Armen sind
es nur wenige Tausend, in fettigeren Regionen wie der Stirn schon einige Millionen und in feuchten
Regionen wie den Achseln mehrere Milliarden pro Quadratzentimeter. Dort ernähren sie sich von rund zehn
Milliarden Hautschuppen, die täglich abgegeben werden, und von Mineralstoffen und Lipiden, die aus den
Hautporen ausgeschieden werden.
99 % aller im und am menschlichen Körper lebenden Mikroorganismen, nämlich mehr als 1014 mit
mindestens 400 verschiedenen Arten, darunter vorwiegend Bakterien, leben im
Verdauungstrakt, vor allem im Dickdarm und bilden die sogenannte Darmflora. Der Darm verfügt somit
über mehr Mikroorganismen (Kleinstlebewesen, vor allem Bakterien), als der Körper Zellen hat. In einem
gesunden Darm leben alle Mikroorganismen in einer Symbiose (Gemeinschaft). Das ist allerdings nur
möglich, wenn die Mikroorganismen im Darm in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Dieser
Zustand wird als ausgeglichene Darmflora bezeichnet.
Aus Sicht der chinesischen Medizin repräsentiert der Bereich Bauchraum unsere Mitte. Damit wird versinnbildlicht,
dass unsere Mitte sehr zentral und wichtig für unser Sein und Wohlbefinden ist.
Die Verdauungsorgane, wie Magen, Dünndarm, Dickdarm und Gallenblase sind sogenannte Hohlorgane. Sie
funktionieren gut, wenn sie gut aufnehmen, verdauen und entleeren können. Der scharfe und bittere Geschmack von
Kräutern und Lebensmitteln stärkt unsere Hohlorgane.
Ein sehr wichtiges Prinzip in der chinesischen Medizin ist es, dem Körper warme Nahrung zu zuführen.
Essen wir nur oder sehr viel Salat und Brotmahlzeiten, trinken immer kalte Getränke, so kann dies unsere
Mitte stark verletzen und schwächen. Die Folgen wären Blähbauch, Völlegefühl, Krämpfe, weicher
Stuhlgang oder sogar Durchfall. Tun wir uns so etwas über Jahre an, sind der Darm und die Darmflora häufig
nicht mehr in Takt. Unsere Darmflora besteht dann vorwiegend aus fäulniserregenden, „ineffizienten“
Bakterien, welche stinkende Stühle, Blähungen und eine schlechte Verdauungsleistung verursachen. Als
Folge davon können Allergien, diverse Darmerkrankungen oder Nahrungsmittelintoleranzen entstehen.
Neueste Studien deuten auch darauf hin, dass das Wechselspiel zwischen unserem „Kopfhirn“ und
unserem „Bauchhirn“ weit komplexer ist, als bisher angenommen: Möglicherweise ist der Darm und nicht
der Kopf, Auslöser für seelische Verstimmungen, Stress, Ängste und Depressionen! Der Darm beeinflusst
unsere Emotionen und unser Verhalten viel stärker, als wir uns das je haben träumen lassen. Gemäss
Studien könnten psychische Erkrankungen, wie Angststörungen und depressive Verstimmungen die Folge –
und nicht die Ursache – einer gestörten Darmflora sein. Fest steht: Personen, die unter Entzündungen im
Magen-Darm-Trakt oder unter einem Reizdarm- leiden, oft von psychischen Leiden betroffen sind.
Noch ist das Wechselspiel zwischen Bauch und Psyche wissenschaftlich zu wenig erforscht, um die
Erkenntnisse umfassend zu nutzen. Wissenschaftler gehen aber bereits davon aus, dass falsche Ernährung,
Stress und Antibiotika die Darmflora beeinträchtigen und somit das Risiko einer psychischen Erkrankung
erhöhen können.
Achten Sie deshalb bewusst auf Ihren Körper und sorgen Sie neben ausreichender Bewegung jenseits der
Arbeit für eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse. Machen Sie sich bewusst, dass ein
gesunder Darm essentiell für Ihr Wohlbefinden und das gesamte Immunsystem ist (die chinesische Medizin
nutzt deshalb die allergenarme Zeit zur Darmsanierung und Mittestärkung, um ein neues ausgewogenes
Gleichgewicht) zu erreichen.
Vermeiden Sie auch lang anhaltenden Stress, indem Sie Entspannungstechniken anwenden oder
Ablenkung beim Sport oder Freizeitaktivitäten suchen. Sie haben Ihre Gesundheit selbst in der Hand!
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