Aus Wissenschaft und Forschung

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Psychotherapeutische Praxis (2002) 1, 26-34
© Hogrefe-Verlag, Göttingen 2002
Aus Wissenschaft und Forschung
Komorbidität psychischer Störungen
bei jungen Frauen
Ergebnisse der Dresdner Studie
Eni S. Becker, Veneta Türke, Simon Neumer, Ulrich Soeder
und Jürgen Margraf
Kurze Zusammenfassung
Komorbidität, d. h. das gemeinsame Auftreten mehrerer
Störungen, ist ein häufiges Problem bei Patienten, die
ambulante oder auch stationäre Hilfe aufsuchen. So entsteht eventuell in der Praxis ein verzerrtes Bild. Es stellt
sich die Frage, inwieweit Komorbidität ein Problem in
der Bevölkerung darstellt und wie sich diese auswirkt.
Hier sollen die Daten des ersten Messzeitpunktes einer
prospektiven Längsschnittstudie vorgestellt werden. 1877
junge Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren nahmen an unserem diagnostischen Interview teil und bearbeiteten eine Fragebogenbatterie. Rund 40% der jungen
Frauen war schon mindestens einmal von einer psychischen Störung betroffen, wobei Angststörungen am häufigsten auftraten. Besonders hohe Komorbiditätsraten
wurden zwischen Angst-, affektiven und Kinderstörungen beobachtet. Von mehr als einer Störung betroffen zu
sein, zieht erheblich stärkere Beeinträchtigungen nach
sich als „nur" an einer psychischen Störung zu leiden.
Einleitung
In der Allgemeinbevölkerung haben psychische Störungen hohe Häufigkeitsraten. Angststörungen und depressive Störungen sind, neben substanzbezogenen Störungen, die häufigsten Störungen in den westlichen Industrieländern. Frauen sind - abgesehen vom Substanzmissbrauch - dabei häufiger betroffen als Männer. Die
vorliegende Studie betrachtete junge Frauen im Alter
zwischen 18 und 25 Jahren in Dresden. Es wurden Daten
zu Prävalenz (Häufigkeit) und Inzidenz (Neuauftreten)
von Angststörungen, affektiven Störungen, somatoformen Störungen, substanzbezogenen Störungen und Essstörungen erfasst. Dabei galt ein besonderes Augenmerk
DOI: 10.1026//1616-1041.2.1.26
auch den längerfristigen Auswirkungen von komorbid
auftretenden Störungen. Allgemein bekannt ist, dass Personen, die therapeutische Hilfe aufsuchen, meistens unter
mehreren Störungen leiden und insgesamt deutlich stärkere Beeinträchtigungen aufweisen, als Personen, die nur
von einer einzelnen Störung betroffen sind. Inwieweit
diese Beobachtungen auch für junge Frauen aus der Allgemeinbevölkerung gelten, möchten wir im vorliegenden
Beitrag betrachten.
Es gibt eine Reihe von Untersuchungen, die zeigen,
wie häufig psychische Störungen gerade auch in der Allgemeinbevölkerung - insbesondere bei Frauen - sind.
So wurden Ein-Jahres-Prävalenzen zwischen 15 und
nahe 25% bei Frauen der Allgemeinbevölkerung beobachtet (Offord, Boyle, Campbell, Goering, Lin, Wong
und Racine, 1996; National Comorbidity Survey, Kessler
et al., 1994). Kessler und Mitarbeiter (1994) fanden eine
Lebenszeit-Prävalenz von 30,5% für das Auftreten irgendeiner Angststörung bei Frauen. Das bedeutet, dass
innerhalb eines Jahres etwa jede vierte bis fünfte Frau
von einer Angststörung betroffen ist, im Laufe des Lebens sogar fast jede dritte Frau zu irgendeinem Zeitpunkt
an einer solchen Störung leidet. Bei affektiven Störungen
variieren die beobachteten Auftretensraten stärker - je
nach betrachtetem Zeitfenster - da diese Störungen einem phasischen Verlauf unterliegen. Offord und Kollegen (1996) fanden bei Frauen eine Ein-Jahres-Prävalenz
von 5,9% für affektive Störungen. Angaben für die
Lebenszeitprävalenz affektiver Störungen liegen zwischen 23 und 33% (Kessler et al., 1994; Lewinsohn,
Hops, Roberts, Seeley und Andrews, 1993). Das bedeutet, dass im Laufe ihres Lebens etwa jede dritte bis vierte
Frau irgendwann von einer affektiven Störung betroffen
ist. Am häufigsten sind schwere depressive Störungen.
Für den deutschsprachigen Raum existieren kaum
derartige Studien. Erwähnt werden muss an dieser Stelle
27
Komorbidität psychischer Störungen bei jungen Frauen
die Studie von Wittchen, Nelson und Lachner (1998) in
München. Sie beobachteten bei 14 bis 24-jährigen
Frauen eine Lebenszeit-Prävalenz von 20,3% für Angststörungen und eine Ein-Jahres-Prävalenz von 13,8%. Die
Raten für das Auftreten affektiver Störungen lagen für
die Ein-Jahres-Prävalenz bei 13,8% und die LebenszeitPrävalenz bei 20,8%, wobei das Auftreten einer einzelnen depressiven Episode am häufigsten war (10,9%).
Damit kann davon ausgegangen werden, dass die Häufigkeit von affektiven und Angststörungen in Deutschland
vermutlich ähnlich hoch ist, wie die Raten, die in den
USA und Kanada beobachtet wurden. Weiterhin zeigt
sich, dass auch schon sehr junge Leute häufig unter einer
psychischen Störung leiden.
Komorbiditätsmuster haben große klinische Bedeutung, jedoch wurden bis in die zweite Hälfte der 80er
Jahre hinein komorbide psychische Störungen praktisch
ignoriert, was möglicherweise eine Ursache im weitverbreiteten Schichtenmodell von Jaspers hatte. Seit dem Erscheinen des DSM-III-R ist die Vergabe mehrerer Diagnosen möglich. Die frühere Praxis, nur eine Diagnose zu
vergeben, ist unzureichend, um das eigentliche Ausmaß
der Psychopathologie widerzuspiegeln. Dabei zeigen verschiedene Studien, dass die Mehrzahl von Patienten, die
therapeutische Hilfe suchen, mehrere psychische Störungen aufweisen (Sanderson & Wetzler, 1991 ). Boyd und
Mitarbeiter (1984) kommen zu dem Schluss, dass das
Vorhandensein einer Störung deutlich die Wahrscheinlichkeit erhöht, eine zweite zu haben. Im allgemeinen
gilt, je mehr Störungen eine Person hat, desto schwieriger ist ihre Behandlung und desto geringer ist die Chance
eines Therapieerfolges (Fyer, Liebowitz & Klein, 1990)
und auch die Rückfallquote scheint erhöht zu sein (Coryell, Endicott, Andreasen, Keller, Clayton & Hirschfeld,
1988). Insbesondere muss das Vorliegen mehrerer Störungen auch bei der Therapieplanung berücksichtigt werden, was natürlich auch eine gründliche Diagnostik voraussetzt, um überhaupt die Möglichkeit zu haben, auch
weniger offensichtliche Störungen zu erkennen. Nicht erkannte Störungen können die Behandlung einer anderen
Störung, die im Vordergrund des Beschwerdebildes steht,
erschweren, wenn nicht unmöglich machen. Verlauf, Prognose und Therapieerfolg unterscheiden sich sehr deutlich bei Patienten mit nur einer einzelnen Störung oder
Patienten mit mehreren komorbiden Störungen.
Unsere Studie bietet die Möglichkeit, bei jungen
Frauen aus der Allgemeinbevölkerung in Deutschland
mit einem strukturierten Interview psychische Störungen
zu erfassen und damit neben der Prävalenzerfassung
nach den aktuellen Diagnosekriterien auch gerade Komorbiditätsmuster zu betrachten. Darüber hinaus können
auch Aussagen über die Auswirkungen der Komorbidität
gemacht werden.
Methode
Die vorliegende Studie „Gesundheit junger Frauen in
Dresden" wurde innerhalb des Public Health Verbundes
Sachsen durch das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) gefördert. Dieses Projekt ist eine
prospektive epidemiologische Studie, bei der sowohl Prävalenz- und lnzidenzraten sowie Verlauf psychischer Störungen als auch Risiko- und protektive Faktoren in Bezug auf das psychische Befinden untersucht werden.
Eine repräsentative Stichprobe junger Frauen nahm zu
den vorgesehenen zwei Messzeitpunkten teil. Die erste
Erhebungswelle erstreckte sich von Juli 1996 bis September 1997. Mit den Teilnehmerinnen wurde ein
strukturiertes diagnostisches Interview geführt, und sie
bearbeiteten eine umfangreiche Fragebogenbatterie.
Stichprobe:
Zum Zeitpunkt der Stichprobenziehung durch das Einwohnermeldeamt Dresden lag das Alter der in Frage kommenden Teilnehmerinnen zwischen 18 und 24 Jahren, 58,9%
der von uns erreichten Frauen nahmen an der Studie teil.
Im vorliegenden Beitrag wird sich auf 1877 Teilnehmerinnen beschränkt, die bei der ersten Erhebung sowohl
am Interview teilnahmen als auch die Fragebogenbatterie
bearbeiteten. Die Mehrzahl der 1877 jungen Frauen war
zum Erhebungszeitpunkt nicht verheiratet (95,1 %), aber
hatten einen festen Partner (66,1 %). Nur wenige waren
verheiratet (4,3%) und noch weniger lebten bereits wieder
getrennt oder waren geschieden (0,4%). Etwa die Hälfte
der jungen Frauen lebte bei den Eltern, ca. ein Viertel zusammen mit dem Partner und etwa 15% lebten allein.
6,6% der Frauen hatten Kinder. Einige Frauen gingen noch
zur Schule (3,5%). Ein großer Teil (ca. 40%) studierte, insgesamt waren noch fast 55% der Befragten in Ausbildung
(vgl. Abb. 1). Nur 0,3% hatten die Schule ohne Abschluss
verlassen. Der kleinste Teil (3,5%) hatte die Hauptschule
besucht oder einen ähnlichen Abschluss abgelegt, etwa ein
Drittel hatte einen POS- oder Realschulabschluss und ca.
60% hatten das Abitur. Dieser Anteil an Abiturienten mag
auf den ersten Blick hoch erscheinen, kann aber aufgrund
des hohen Studentinnenanteils in einer Stadt wie Dresden
durchaus als repräsentativ angesehen werden. Die überwiegende Mehrzahl der Untersuchungsteilnehmerinnen
befand sich noch in beruflicher Ausbildung. Fast die
Hälfte der Frauen arbeitete; 30,2% arbeiteten Vollzeit,
16,2% Teilzeit. An dieser Stelle könnte sich die Frage ergeben, wieso fast die Hälfte der Teilnehmerinnenerwerbstätig ist aber auch über die Hälfte sich noch in Ausbildung
befindet. Dies ist so zu erklären, dass gerade viele Lehrlinge schon arbeiten und ebenso Studentinnen oftmals parallel zum Studium einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Etwa
5% waren arbeitslos. Abbildung 1 zeigt die höchsten erreichten Schulabschlüsse und die Ausbildungsabschlüsse
in der betrachteten Stichprobe.
Eni S. Becker et al.
28
•
10. KJaSM
SCL-90-R
32%
Bei der Symptomcheckliste nach Derogatis (deutsche
Bearbeitung von Franke, 1995) handelt es sich um einen
Selbstbeurteilungsfragebogen bezüglich verschiedener
Symptome innerhalb eines Zeitraums von sieben Tagen.
Es wird ein breites Spektrum psychischer Beschwerden
erfasst (Franke, 1995) und auf neun Skalen abgebildet
(Somatisierung, Zwanghaftigkeit, Interpersonale Sensitivität, Depression, Ängstlichkeit, Aggressivität/Feindseligkeit, Phobische Angst, Paranoides Denken, Psychotizismus). Außerdem liefert der Fragebogen einen Gesamtwert, der als Maß der allgemeinen Psychopathologie angesehen werden kann.
Hauptschule
4%
keinen
0%
noch
keinen
4%
•
BDI
Das Beck-Depressions-Inventar (deutsche Version
von Hautzinger, Bailer, Worall & Keller, 1995) ist ein
Selbstbeurteilungsinstrument zur Einschätzung der
Schwere depressiver Symptome. Somit kann es auch als
kontinuierliches Maß für Depression angesehen werden.
Es besteht aus 21 Items und weist eine hohe Reliabilität
und Validität auf (Hautzinger et al., 1995). Es wird ein
Summenwert der einzelnen Itemratings, die zwischen 0
und 3 liegen können, ermittelt.
Hochschule
1%
Fachhoct>schule
3%
Fachschule
5%
•
BAI
Befragungsinstrumente:
Auch das Beck-Angst-Inventar enthält 21 Items und
ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen. Es erfasst das Ausmaß von Angstsymptomen und hat sich als nützliches
Instrument in der Erkennung klinisch relevanter Ängste
bewährt. Der BAI weist eine hohe interne Konsistenz
und Retest-Reliabilität auf (Beck, Epstein, Brown &
Steer, 1988).
•
•
Lehre
18%
Abbildung 1. Höchster erreichter Schulabschluss und
Ausbildungsabschluss
Das diagnostische Interview
Das F-DIPS (Margraf, Schneider, Soeder, Neumer &
Becker, 1996) ist eine überarbeitete Version des Diagnostischen Interviews bei Psychischen Störungen (DIPS,
Margraf et al„ 1991 ). Es erfasst Angststörungen, affektive
Störungen, somatoforme Störungen, Abhängigkeit und
Missbrauch von Substanzen, Essstörungen und Störungen
des Kindes- und Jugendalters auf Basis der DSM-IV-Kriterien (APA, 1994). Darüber hinaus enthält es Screenings
für körperliche Krankheiten und nicht-organische Psychosen und einen einleitenden soziodemographischen Teil. Es
werden außerdem eine psychiatrische Anamnese, eine Familienanamnese psychischer Störungen und die Achsen
IV (Schwere psychosoziale Belastungsfaktoren) und V
(GAF-global assessment of functioning, generelles Anpassungsniveau) des DSM-IV erfasst. Ein Interview auf
Basis des F-DIPS dauerte beim ersten Erhebungszeitpunkt
durchschnittlich knapp zwei Stunden (111,14 min), wobei
die Standardabweichung bei 40 Minuten lag. Interviewer
waren speziell geschulte Psychologiestudenten in der
zweiten Hälfte ihrer Ausbildung oder Ärzte.
Fragen zum Beratungswunsch
Dies ist eine Zusammenstellung von Fragen, die die
Häufigkeit von Arztbesuchen und das Inanspruchnahmeverhalten von professioneller Beratung oder Psychotherapie erfasst. Dabei wird nicht nur die tatsächliche Inanspruchnahme sondern auch der Wunsch nach Beratung
erfragt.
Ergebnisse
Prävalenzraten
In Tabelle 1 sind die 12-Monats-Prävalenzen (Vorliegen
einer Störung innerhalb der letzten zwölf Monate vor
dem Interview) und die Lebenszeitprävalenzen (Vorliegen einer Störung irgendwann im Laufe des Lebens) zusammengestellt. In unserer Studie war also jede vierte
junge Frau in den vergangenen zwölf Monaten von einer
psychischen Störung betroffen. Bezogen auf die Lebenszeit erfüllte sogar fast jede zweite Frau irgendwann ein-
29
Komorbidität psychischer Störungen bei jungen Frauen
mal die Kriterien einer psychischen Störung. Dies sind
recht alarmierende Zahlen. Einen großen Teil machen
Angststörungen und dort vor allem Spezifische und Soziale Phobien aus. Für den Ein-Jahres-Zeitraum ergab
sich eine Prävalenz von 20,7% und für die Lebenszeit
von 27,5%, das heißt, dass jede fünfte der befragten
Frauen in den vergangenen zwölf Monaten von einer
Angststörung betroffen war, im bisherigen Leben sogar
jede vierte. In unserer Stichprobe wurde bei den affektiven Störungen als häufigste Diagnose eine Schwere Depressive Störung vergeben. Hier ist erwartungsgemäß der
Unterschied zwischen Ein-Jahres- und Lebenszeitprävalenz höher, was auf den episodischen Verlauf zurückgeführt werden kann. Mit den beobachteten Raten von
5,5% bzw. 13,4% liegen unsere Zahlen zwar niedriger
als die Ergebnisse anderer Studien, jedoch immer noch
in einem alarmierenden Bereich. Bei den Abhängigkeitsund Missbrauchsproblemen verdoppelt sich die Rate von
der Ein-Jahres-Prävalenz (0,9%) zur Lebenszeitprävalenz
(1,8%). Diese Angaben stellen sicherlich konservative
Schätzungen dar, da wir nur auf die selbst gemachten
Angaben unserer Teilnehmerinnen zurückgreifen können. Die Prävalenzen von Ess- und somatoformen Störungen liegen etwa ähnlich hoch; Bezogen auf die letzten
zwölf Monate sind somatoforme Störungen mit 2,3% etwas häufiger als Essstörungen mit 1,4%, in Hinblick auf
die Lebenszeit sind Essstörungen mit 3,8% etwas häufiger als somatoforme Störungen mit 3,2%. Diese Zahlen
sind durch die betrachtete Altersgruppe erklärbar: Essstörungen treten gerade bei jungen Frauen auf und somatoforme Störungen beginnen zwar häufig auch in einem
Alter zwischen 20 und 30 Jahren, sind aber bei jüngeren
Frauen doch noch etwas seltener.
Auch Störungen des Kindesalters stellen ein häufiges
Problem dar, wobei diese natürlich im letzten Jahr vor
der Erhebung seltener diagnostiziert wurden, da das
Alter der jungen Frauen zwischen 18 und 25 Jahren lag.
Bei dieser Störungsgruppe ist es stets interessant, wie
sich das Befinden Betroffener im späteren Leben ändert.
Darauf und auf andere Komorbiditätsmuster zwischen
Störungsgruppen und einzelnen Störungen soll im Weiteren eingegangen werden.
Komorbiditäten
Wie bisher soll auch hier zwischen Lebenszeit und einem
Jahr als möglichen Zeitfenstern unterschieden werden.
Das heißt, bei einer Lebenszeit-Komorbidität müssen die
Störungen nicht gleichzeitig aufgetreten sein, die betroffene Person hat irgendwann in ihrem Leben verschiedene
Diagnosen erfüllt. Einleitend als Überblick soll Abbildung 2 verdeutlichen, wie viele Probandinnen wie viele
Störungen aufweisen. In den Kreisdiagrammen sind nur
die Probandinnen enthalten, die mindestens eine Störung
aufweisen. Bezogen auf die Lebenszeit sind dies 758
(von 1877) und bezogen auf das letzte Jahr vor dem Interview 480 (von 1877). (Die Differenz zu Tabelle 1 ist
auf fehlende zeitliche Einordnungen bei fünf Probandinnen zurückzuführen). Die beiden Kreisdiagramme zeigen
sehr eindrücklich, dass der Anteil derer, die nur eine Störung aufweisen bei Erfassung eines engeren Zeitfensters
deutlich höher liegt als bei der Betrachtung der Lebenszeit. Fast die Hälfte Betroffener weist im Leben mehr als
eine Störung auf. Ca. ein Drittel weist innerhalb eines
Jahres mehr als eine Störung auf.
•
Lebenszeit-Komorbidität (mehrere Störungen irgendwann im bisherigen Leben):
Die Komorbidität zwischen Angststörungen und affektiven Störungen ist auch in unserer Stichprobe sehr
hoch (vgl. Tabelle 2). Geht man von den Angststörungen
aus, weist etwa jede dritte Betroffene zusätzlich eine affektive Störung auf; geht man von den affektiven Störungen aus, leiden fast zwei Drittel aller Betroffenen über
die affektive Störung hinaus auch an einer Angststörung.
Durchgehend hohe Komorbiditätsraten sind auch mit den
Kinderstörungen feststellbar. Die Prozentzahlen unter
der Spalte ,,Anteil" deuten die Prozentrate der Indexdiagnose an. Hätten beispielsweise 10 Personen eine Angststörung und von diesen 3 zusätzlich eine affektive Störung, hätten 30% der Patienten mit einer Angststörung
auch eine affektive Störung. Gibt es nun insgesamt 6 Patienten, die an einer affektiven Störung leiden, dann wären 50% der Patienten mit einer affektiven Störung auch
von einer Angststörung betroffen. Die Spalte „Anzahl"
Tabelle 1. Prävalenzraten von DSM-IV-Diagnosen zu Tl (N = 1877)
F-DIPS/DSM-IV-Diagnosegruppen
Psychische Störungen insgesamt
Angststörungen
Affektive Störungen
Somatoforme Störungen
Substanzmissbrauch und -abhängigkeit
Ess-Störungen
Störungen des Kindes- und Jugendalters
12-Monats-Prävalenz
485 (25,8%)
388 (20,7%)
104 (5,5%)
44 (2,3%)
16 (0,9%)
27 (1,4%)
11 (0,6%)
LZ-Prävalenz
758
517
251
61
33
72
180
(40,4%)
(27,5%)
(13,4%)
(3,2%)
(1,8%)
(3,8%)
(9,6%)
Anmerkung: Für die 12-Monats-Prävalenz und die Lebenszeitprävalenz sind jeweils die Fallzahlen und der prozentuale
Anteil an der Gesamtstichprobe angegeben.
En i S. Becker et a1.
30
Tabelle 2. Komorbiditätsraten und Odds Ratios zwischen den betrachteten Diagnosegruppen bezogen auf die
Lebenszeit
Indexdiagnose
OR
95% CI
Komorbide Störung
Anteil
Anzahl
Affektive Störung
Somat. Störung
Substanzstörung
Essstörung
Kinderstörung
29,2%
5,6%
3,7%
6,2%
16,4%
151
29
19
32
85
5,20
2,47
3,67
2,18
2,62
(3,94
(1,48
(1,83
(1,35
(1,92
-
6,87)
4,12)
7,37)
3,51)
3,58)
Angststörung
Somat. Störung
Substanzstörung
Essstörung
Kinderstörung
60,2%
6,4%
4,4%
10,0%
18,7%
151
16
11
25
47
5,20
2,39
3,34
3,72
2,59
(3,94
(1,33
(1,60
(2,24
(1,80
-
6,87)
4,30)
6,98)
6,16)
3,72)
Angststörung
Affektive Störung
Substanzstörung
Essstörung
Kinderstörung
47,5%
26,2%
6,6%
9,8%
27,9%
29
16
4
6
17
2,47
2,39
4,32
2,89
3,92
(1,48
(1,33
(1,47
(1,20
(2,19
-
4,12)
4,30)
12,71)
6,96)
7,02)
Angststörung
Affektive Störung
Somat. Störung
Essstörung
Kinderstörung
57,6%
33,3%
12,1%
12,1%
30,3%
19
11
4
4
10
3,67
3,34
4,32
3,60
4,28
(1,83
(1,60
(1,47
(1,23
(2,00
-
7,37)
6,98)
12,71)
10,54)
9,15)
Angststörung
Affektive Störung
Somat. Störung
Substanzstörung
Kinderstörung
44,4%
34,7%
8,3%
5,6%
12,5%
32
25
6
4
9
2,18
3,72
2,89
3,60
1,37
(1,35
(2,24
(1,20
(1,23
(0,67
-
3,51)
6, 16)
6,96)
10,54)
2,79)
Angststörung
Affektive Störung
Somat. Störung
Substanzstörung
Essstörung
47,2%
26,1%
9,4%
5,6%
5,0%
85
47
17
10
9
2,62
2,59
3,92
4,28
1,37
(1,92
(1,80
(2,19
(2,00
(0,67
-
3,58
3,72)
7,02)
9,15)
2,79)
Angststörung
Affektive Störung
Somat. Störung
Substanzstörung
Essstörung
Kinderstörung
Anmerkung: Bei allen fettgedruckten Odds Ratios handelt es sich um signifikante Zusammenhänge.
zeigt das beobachtete „n" für die jeweils betrachteten
zwei Störungsgruppen. Mit „OR" wird Odds Ratio abgekürzt, was ein Chancenverhältnis anzeigt; und zwar um
wie viel die Chance steigt, eine bestimmte Diagnose zu
erfüllen, wenn bereits eine bestimmte andere Störung
diagnostiziert wurde. Die letzte Spalte enthält das 95%Konfidenzintervall für das Odds Ratio; dieses Intervall
lässt Rückschlüsse auf die Signifikanz des Chancenverhältnisses zu. Wenn es den Wert „ 1" NICHT mit einschließt, ist das OR statistisch signifikant. Beispielsweise
liegen bei 151 Probandinnen sowohl eine Angststörung
als auch eine affektive Störung vor, von den Probandinnen mit einer Angststörung sind dies knapp 30%. Das
Vorliegen einer Angststörung erhöht die Chance, auch
eine affektive Störung aufzuweisen um etwas mehr als
das fünffache, wobei dies ein statistisch signifikanter
Zusammenhang ist.
• „Ein-Jahres-Komorbidität" (mehrere Störungen in
den letzten zwölf Monaten vor dem Interview):
Die Komorbiditätsraten für die letzten zwölf Monate
liegen natürlich niedriger als die Raten für die Lebenszeit. Beachtenswert ist, dass trotz der reduzierten Anzahl
viele der Zusammenhänge signifikant bleiben. Weiterhin
besonders hoch ist die Überschneidung zwischen Angst-
Komorbidität psychischer Störungen bei jungen Frauen
31
332 Personen, die genau eine Störung aufwiesen, 108 mit
zwei Störungen, 27 mit drei, 7 mit vier, 5 mit fünf und
eine Person, die innerhalb der letzten zwölf Monate die
Kriterien für sechs Diagnosen erfüllte. Für die statistische Auswertung wurden vier Gruppen gebildet:
2%
1%
0%
!• eine mzwei •drei Dvier CJfünf msechs !
27%
2%
0%
0%
0%
55%
!•eine mlzwei •drei Dvier Clfünf lihechs •sieben •acht !
Abbildung 2. Anzahl von Störungen: links im letzten
Jahr, rechts Lebenszeit
und affektiven Störungen. Die Komorbidität mit Substanzstörungen bleibt jedoch nur noch bei den somatoformen Störungen statistisch signifikant.
Auswirkungen von Komorbidität
Nachdem die Arten bei einer Person auftretender Störungen betrachtet wurden, erscheint es auch relevant zu untersuchen, wie sich das Vorliegen mehrerer Störungen im
Vergleich mit dem Bestehen nur einer Störung oder auch
keiner Störung niederschlägt. Für diesen Zweck sollen
im Folgenden die Achse V - Werte (Generelles Anpassungsniveau: aktuell und letzte zwölf Monate), BDI und BAI - Summenwerte sowie der GSI-Wert (global
severity index) aus der SCL-90-R vergleichend betrachtet werden. Hierbei soll sich jedoch auf die Komorbiditäten der letzten zwölf Monate beschränkt werden, da keines der anderen Maße die gesamte Lebenszeit erfasst
sondern eher noch kürzere Zeiträume als ein Jahr. Es gab
(1)
(2)
(3)
(4)
keine Störung,
eine Störung,
zwei Störungen und
drei oder mehr Störungen.
In Tabelle 4 sind die Mittelwerte und Standardabweichungen Geweils in Klammern) der erfassten Vergleichsmaße aufgeführt. Die statistischen Vergleiche erfolgten
mittels einer Varianzanalyse.
Schon beim flüchtigen Betrachten der Tabelle fallen
die unterschiedlichen Werte auf, die mit zunehmender
Anzahl bestehender Störungen auch auf eine zunehmende Beeinträchtigung bzw. auf eine abnehmende
Lebensbewältigung und -qualität (GAF) deuten. Für alle
erfassten Kennwerte erreichen diese augenscheinlichen
Unterschiede auch statistische Signifikanz.
Diese Zahlen zeigen sehr deutliche Auswirkungen
von Komorbidität auch innerhalb einer Stichprobe der
Allgemeinbevölkerung. Interessant wäre nun noch die
Betrachtung, inwieweit von mehreren Störungen Betroffene auch ein stärkeres Bedürfnis nach professioneller
Hilfe haben und ob sie diese auch in Anspruch nehmen.
Diesem Problem soll mit Hilfe der eingangs beschriebenen Fragen zum Beratungswunsch nachgegangen werden. Da die Zellgröße innerhalb der berechneten Kreuztabelle mit der bisher verwendeten Gruppeneinteilung zu
gering ausfällt, wurden nur drei Gruppen verglichen. Es
wurden die dritte und vierte Gruppe zusammengefasst,
so dass also Personen mit (1) keiner Störung, (2) einer
Störung und (3) zwei oder mehr Störungen verglichen
wurden. In Tabelle 5 sind die beobachteten Zellenhäufigkeiten und die Zeilenprozent - also die Anteile der jeweiligen Gruppe (1), (2) oder (3) angegeben.
x2-Test ergab
sich ein X2 von 160,04 (df=4, p =
.000), was auf einen höchstsignifikanten Zusammenhang hinweist. Betrachtet man die standardisierten Residuen, wird auch die Richtung des Zusammenhanges
schnell deutlich: Je mehr Diagnosen, desto mehr wird
Beratung gewünscht und auch aufgesucht; je weniger
Diagnosen, desto weniger besteht dieser Wunsch. Dies
ist kein überraschendes Ergebnis. Es zeigt aber sehr deutlich, dass auch die hier innerhalb einer Bevölkerungsstichprobe erfassten Störungen eine ganz erhebliche
Lebensbeeinträchtigung und Behandlungsbedürftigkeit
nach sich ziehen. Interessant und evtl. auch verwunderlich ist, dass bei nur ca. 50% der jungen Frauen, die mindestens zwei Diagnosen erhalten haben, ein Beratungswunsch besteht. Somit geht die Diagnose einer Störung - oder auch mehrerer Störungen - nicht unbedingt
mit Hilfesuchverhalten einher. Dieses Ergebnis bedarf einer weiteren Untersuchung.
Im
Eni S. Becker et al.
32
Tabelle 3. Komorbiditätsraten und Odds Ratios zwischen den betrachteten Diagnosegruppen bezogen auf das
letzte Jahr
Indexdiagnose
Komorbide Störung
Anteil
Anzahl
Affektive Störung
Somat. Störung
Substanzstörung
Essstörung
Kinderstörung
14,2%
4,4%
1,5%
3,1 %
1,8%
55
17
6
12
7
4,87
2,47
2,32
3,13
6,84
(3,25
(1,33
(0,84
(1,45
(1 ,99
Angststörung
Somat. Störung
Substanzstörung
Essstörung
Kinderstörung
52,9%
6,7%
0%
5,8%
4,9%
55
7
0
6
5
4,87
3,38
(3,25 - 7,28)
(1 ,47 - 7,77)
(2,01 - 12,93)
(4,50 - 49,98)
Angststörung
Affektive Störung
Substanzstörung
Essstörung
Kinderstörung
38,6%
15,9%
4,5%
4,5%
0%
17
7
2
2
0
2,47
3,38
6,18
3,44
-
-
Angststörung
Affektive Störung
Somat. Störung
Essstörung
Kinderstörung
37,5%
0%
12,5%
6,3%
0%
6
0
2
1
0
2,32
6,18
4,70
-
(0,84 - 6,43)
Angststörung
Affektive Störung
Somat. Störung
Substanzstörung
Kinderstörung
44,4%
22,2%
7,4%
3,7 %
3,7%
12
6
2
1
1
3,13
5,10
3,44
4,70
7,06
(1,45
(2,01
(0,79
(0,60
(0,87
Angststörung
Affektive Störung
Somat. Störung
Substanzstörung
Essstörung
63,6%
45,5%
0%
0%
9,1 %
7
5
0
0
1
6,84
14,99
7,06
OR
95% CI
Angststörung
-
7,28)
4,59)
6,43)
6,75)
23,50)
Affektive Störung
5,10
14,99
Somat. Störung
(l ,33
(1,47
(1,36
(0,79
-
4,59)
7,77)
28,04)
14,98)
Substanzstörung
-
(1 ,36 - 28,04)
(0,60 - 36,93)
-
Essstörung
-
6,75)
12,93)
14,98)
36,93)
57,16)
Kinderstörung
(1,99 - 23,50)
(4,50 - 49,98)
-
(0,87 - 57,16)
Anmerkung: Bei allen fettgedruckten Odds Ratios handelt es sich um signifikante Zusammenhänge.
Diskussion
Psychische Störungen sind auch in der Allgemeinbevölkerung bei Frauen sehr häufig. Im Laufe eines Jahres ist jede
vierte Frau von irgendeiner psychischen Störung betroffen, im Laufe ihres Lebens jede zweite bis dritte. Dies sind
alarmierend hohe Raten. In unserer Stichprobe wurden
Angststörungen am häufigsten beobachtet, wobei die Zahlen ähnlich hoch sind wie die in anderen Studien gefundenen Prävalenzen. Bezogen auf affektive Störungen liegen
die Ergebnisse unserer Studie ebenfalls in ähnlichen Größenordnungen wie die Raten, die in anderen Studien er-
mittelt wurden. Sehr deutlich zeigt sich auch bei uns die
große Häufigkeit von depressiven Störungen.
Komorbidität ist ein häufiges Phänomen. Etwa ein
Drittel derer, die im Laufe eines Jahres an einer psychischen Störung leiden, weist mindestens eine weitere Störung auf. In Hinblick auf die Lebenszeit liegt bei fast
jeder zweiten Frau, die von einer psychischen Störung
betroffen ist, mindestens eine weitere Störung vor. Besonders hoch sind die Überschneidungen zwischen
Angststörungen, affektiven Störungen und Kinderstörungen. Beachtenswert sind aber auch die hohen Überschneidungsraten zwischen Substanzstörungen und Stö-
Komorbidität psychischer Störu ngen bei jungen Frauen
33
Tabelle 4. Vergleich der Beeinträchtigungen aufgrund verschiedener Anzahlen von Diagnosen
(1)
keine Störung
(2)
eine Störung
(3)
zwei Störungen
(4) mind.
drei Störungen
GAF
(letzte Woche)
GAF
(letztes Jahr)
SCL-GSI
BDISummenwert
BAISummenwert
89,20
(8,15)
80,18
(9,68)
74,19
(10,51)
65,13
(9,94)
88,3 1
(8,60)
77,17
(10,99)
72,02
(10,38)
63,75
(12,01)
0,28
(0,24)
0,44
(0,36)
0,73
(0,53)
0,84
(0,55)
4,39
(4,25)
6,96
(6,18)
10,38
(6,49)
13,98
(8,76)
3,85
(4,15)
6,11
(5,77)
9,47
(8,43)
12,75
(9,93)
Anmerkung: Die Einteilung in die Gruppen ( 1) bis (4), also keine Störung bis mind. drei Störungen, basiert auf der Anzahl
von Diagnosen innerhalb der letzten zwölf Monate vor dem Interview.
Tabelle 5. Zusammenhang zwischen Anzahl von Störungen und Beratungswunsch
(1)
keine Störung
(2)
eine Störung
(3)
mind.
zwei Störungen
Kein Beratungswunsch
Beratungswunsch,
aber keine Hilfe gesucht
Beratungswunsch
und Hilfe gesucht
1232
89,1 %
93
6,7%
58
4,2%
i
t
t
246
74,1 %
52
15,7%
34
10,2%
(i)
i
i
77
52,0%
40
27,0%
31
20,9%
t
i
i
Anmerkung: Die Pfeile deuten jeweils die Richtung der Abweichung von der erwarteten Häufigkeit an. Alle Abweichungen
erreichen deutliche statistische Signifikanz, mit Ausnahme des in Klammern gesetzten Pfeils (Interpretation der
standardisierten Residuen).
rungen aus anderen Bereichen. So weist mehr als die
Hälfte der Betroffenen im Laufe des Lebens zusätzlich
eine Angststörung auf, etwa j e ein Drittel eine affektive
Störung oder eine Kinderstörung und jeweils etwa ein
Achtel eine somatoforme bzw. Essstörung.
Das Vorliegen von komorbiden Störungen stellt einen
ganz erheblichen Belastungsfaktor dar, der sich auch in
Selbstbeurteilungsmaßen deutlich niederschlägt. Dabei
scheint es keine besondere Rolle zu spielen, an welchen
Störungen eine Betroffene leidet, allein der Fakt, an mehr
als einer Störung zu leiden, bringt massive zusätzliche Beeinträchtigungen mit sich. Somit ist es nicht verwunderlich, dass gerade bei Patienten, die Hilfe gesucht haben,
fast immer mehrere Störungen vorliegen. Aber auch bei
jungen Frauen, die keine Hilfe suchen, sind mehrere psychische Störungen keine Seltenheit. Komorbidität stellt
also auch hier ein großes Problem dar. Von den jungen
Frauen, die „nur" eine Diagnose erfüllten, verspürten nur
ein Viertel den Wunsch nach Beratung, Hilfe gesucht haben gar nur 10%. In der Praxis stellen sich also vorwiegend
Personen mit mehreren Störungen vor. Diese erfordern
eine sehr sorgfältige Diagnostik und Therapieplanung. Nur
so kann diesen Patienten auch langfristig geholfen werden.
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Dr. Eni Becker
Diplom-Psychologin
Geb. 1965
TU Dresden
Klinische Psychologie und
Psychotherapie
D-01062 Dresden
Telefon (0351) 463-36900
Fax (0351) 463-36984
E-mail [email protected] tu-dresden. de
Derzeitige Tätigkeit: Hochschulassistentin an der TU Dresden - Klinische Psychologie und Psychotherapie
Veneta Türke
Diplom-Psychologin
Affiliation: TU Dresden
Dr. Simon Neumer
Diplom-Psychologe
Affiliation: TU Dresden
Ulrich Soeder
Diplom-Psychologe
Affiliation: TU Dresden
Prof. Dr. Jürgen Margraf
Diplom-Psychologe
Affiliation: PUK Basel
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