Die gemischte Episode

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Arzt und Patient im Dialog
Die gemischte Episode im Rahmen
einer bipolaren Erkrankung:
Diagnose und Behandlung
www.pfizer.de
Pfizer PHARMA GmbH, Pfizerstraße 1, 76139 Karlsruhe
Sehr geehrte(r) Frau/ Herr Doktor,
etwa 30% aller bipolar Erkrankten leiden an gemischten
Episoden, einer Mischform der bipolaren Störung. Gemischte
Episoden sind gekennzeichnet durch im schnellen Wechsel oder
gleichzeitig auftretende depressive und manische Symptome.
Die Betroffenen sind in gleichem Maße ruhelos und depressiv,
angetrieben und deprimiert, euphorisch und verängstigt,
wodurch das Suizidrisiko besonders hoch ist.
Diese Broschüre möchte Ihnen anhand von Patientenkasuistiken
eine Hilfestellung bei der Diagnose der gemischten Episode
geben und Ansätze für einen Dialog mit den betroffenen
Patienten liefern. Dies ersetzt nicht die Lektüre medizinischer
Fachliteratur.
Alles Gute wünscht
Ihr Team von Pfizer Neuroscience
Impressum
Konzept und Beratung: arcus Institut, Berlin
Layout: Targis Healthcare Communications Germany
Mit freundlicher Unterstützung von Pfizer Pharma GmbH, Karlsruhe
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Die gemischte Episode
ANNA, 26 Jahre, Kauffrau, merkte es zunächst an
ihrer Stimmung, die immer gedrückter wurde: sie war
einfach immer weniger fröhlich und ungezwungen, sie
dachte nur an bedrückende und negative Dinge, freute
sich kaum noch und begann plötzlich scheinbar ohne
Grund zu weinen und traurig zu werden. Dann wurde
sie immer ängstlicher und vorsichtiger, traute sich
weniger zu und das Leben schien ihr immer weniger
lebenswert. Gleichzeitig merkte sie, wie ihre Gedanken
und ihr Sprechen immer schneller wurden – Freunde
kamen nicht mehr mit, sie war immer schon viel weiter,
wenn sie sich unterhielten. Sie wurde auch immer
unruhiger und spürte, dass sie kaum noch müde wurde,
und sich irgendwie aufgedreht und getrieben fühlte.
Und das alles passt nicht zusammen.
GERD, 53 Jahre, Angestellter, merkte zunächst nur dass
er sich immer besser fühlte, sich immer mehr zutraute,
Projekte wie Auslandsreisen ins Auge fasste: alles ging ihm
ganz leicht von der Hand, er war so gut drauf wie Jahre
nicht mehr. Gut, seine Frau Angela, meinte, er sei reizbarer
als früher, schneller genervt, würde immer so schnell Auto
fahren und sei auch sonst „irgendwie nicht mehr der alte
Gerd“. Dann merkte Gerd, wie ihm vieles gleichgültiger
wurde, sein Antrieb nachließ und er nichts mehr richtig gern
tat. Er und seine Familie wurden zu dem beunruhigt, da
sich der Antrieb nach wenigen Tagen besserte, um nach
kurzer Zeit wieder zu erlahmen. Gerd war aber weiter
reizbar und hatte immer noch die Vorstellung, er würde jetzt
endlich einmal etwas ganz Großes auf den Weg bringen.
TINA,
31 Jahre und Lehrerin, und MICHAEL, 44
Jahre und Biologe, kannten Depressionen und Manien
aus der Vergangenheit. Auch wenn es schwer war:
sie hatten sich damit abgefunden an einer bipolaren
Erkrankung zu leiden und waren medikamentös gut
eingestellt. Alles ging gut, bis bei beiden plötzlich
zur gleichen Zeit Beschwerden auftraten, die
„einfach nicht zusammen in diese Phase passten“.
TINA bekam wieder eine depressive Gleichgültigkeit,
fühlte sich leicht schuldig und schwach – und fühlte
sich gleichzeitig immer angespannt und nervös, erregt
und aufgedreht, konnte nicht mehr schlafen und ging
allen durch ihre Überdrehtheit auf die Nerven.
MICHAEL konnte sich immer weniger konzentrieren,
sein Denken geriet außer Kontrolle, er wurde immer
rücksichtsloser und leichtsinniger bei Aktienanlagen,
im Straßenverkehr, einfach überall – und fühlte sich
gleichzeitig so klein und verletzlich, traute sich so wenig
zu und wurde so ängstlich wie er es nur aus seiner
depressiven Zeit kannte
Und auch das passt alles nicht wirklich zusammen.
Und auch das passt nicht wirklich zusammen.
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Kennen Sie das?
Was kann sich hinter
diesem Beschwerdebild verbergen?
Patienten, die eine Vielzahl von psychischen und körperlichen
Die Antwort können Sie im Bereich der bipolaren Erkrankung
Beschwerden haben, die nicht richtig zusammenzupassen scheinen.
finden. In diesem Spektrum gibt es auch gemischte Beschwerden
als Erscheinungsbild (ICD 10: F 31.6), das häufig zu wenig
Beschwerden, die kein klares, homogenes, klinisches
beachtet wird.
Krankheitsbild ergeben, die aber erhebliches Leiden bei
den Menschen verursachen, die diese Symptome haben.
Gemischte Beschwerden bedeutet ja, dass gleichzeitig oder in
sehr rascher Folge Beschwerden aus dem Bereich Depression
Diese Patienten erwecken im Behandler oft sehr starke
und (Hypo-)Manie auftreten. Dieses synchrone Auftreten sorgt für
Aufmerksamkeit und das intensive Bemühen, den leidenden
ein oft verwirrendes Erscheinungsbild:
Patienten zu verstehen und ihm zu helfen.
Neben diesem Wunsch kann
im Behandler auch ein Gefühl
von Ratlosigkeit und Irritation
entstehen und er fragt sich:
Depression
Gemischte
Episode
Manie
Der Patient ist z.B. von seiner Stimmung her eindeutig depressiv
• wie passen diese Beschwerden zusammen?
• welche Behandlung ist indiziert?
und voller negativer Gedanken, daneben aber gereizt und mit
verstärktem Antrieb – oder er zeigt ein anderes verwirrendes Bild
wie wir es in den Fallbeispielen beschrieben haben.
Die vielfältigen Beschwerden wirken ja auf den ersten Blick wie ein
leibhaftiger Widerspruch in sich und werfen die Frage auf, ob die
Der Anteil der Patienten mit gemischten Beschwerden ist
üblichen pharmako-therapeutischen Maßnahmen hier angezeigt und
lange stark unterschätzt worden – Studien belegen, dass bis
ausreichend sind.
zu einem Drittel der bipolaren Patienten unter gemischten
Beschwerden leiden.
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!
wichtig
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Was macht es dem Behandler oft so schwer,
das Störungsbild schnell zu erkennen und
die Patienten zielgerichtet zu behandeln?
Gerade eine schnelle und wirksame Behandlung
ist aber bei diesen Patienten dringend erforderlich,
denn Folgendes liegt vor:
Einerseits
• Erhöhtes Suizidrisiko
liegt das daran, dass die widersprüchlichen Beschwerden selbst
Das Suizidrisiko bei Patienten mit gemischten Beschwerden
eine schnelle diagnostische Einordnung erschweren, wobei
ist deutlich höher als bei anderen Patientengruppen aus dem
alltägliche Stimmungsschwankungen und – wenn es sich um
bipolaren Spektrum.
!
wichtig
medizierte Patienten handelt – die Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten noch erschwerend ins Gewicht fallen.
• Erhöhte Chronifizierungsgefahr
Die Gefahr der Chronifizierung der Erkrankung ist bei diesen
Andererseits
Patienten ebenfalls höher als bei anderen Patientengruppen
sind die Kriterien für die Diagnose einer bipolaren Erkrankung,
aus dem bipolaren Spektrum.
gemischte Episode, nicht so eindeutig: die Kriterien unterscheiden sich im ICD, DSM und neueren Studien hinsichtlich der
• Erhöhtes Switchrisiko
Länge des Auftretens und der Zahl der gleichzeitig vorhandenen
Das Risiko eines „Switch“ aus der Depression in die Manie
Beschwerden erheblich – wir werden darauf in unserer nächsten
ist bei diesen Patienten ebenfalls höher als bei anderen
Information für Sie ausführlicher eingehen.
Patientengruppen aus dem bipolaren Spektrum.
So hat es der Behandler oft schwer von einem gemischten
Beschwerdebild des Patienten zu der Diagnose einer gemischten
Episode einer bipolaren Erkrankung zu kommen und die
angemessene Pharmakotherapie einzuleiten.
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Auf einen Blick:
Gemischte Episode im Rahmen
einer bipolaren Erkrankung
• werden in ihrer Prävalenz oft unterschätzt,
• Patienten mit gemischten Beschwerden weisen vermehrte Risiken
(erhöhtes Suizidrisiko, erhöhte Chronofizierungsgefahr, erhöhtes
Switchrisiko) im Vergleich zu anderen Patientengruppen aus dem
bipolaren Spektrum auf,
• Patienten mit gemischten Beschwerden brauchen eine besonders
differenzierte und mehrgleisige Pharmakotherapie, da die Standardmedikation bei diesen Patienten keinen optimalen Effekt hat.
Über neue Wege bei der medikamentösen Behandlung von
Patienten mit gemischten Beschwerden und der Optimierung
dieser Behandlung durch ein gezieltes Programm zur Verbesserung
der Selbststeuerung dieser Patienten möchten wir Sie gern in den
folgenden Broschüren auf dem Laufenden halten.
Quellen zu bipolar-gemischten Episoden:
Marneros A. Neues Handbuch der Bipolaren und Depressiven Erkrankungen. Thieme 2004,119ff
Strakowski SM et al. Suicidality among patients with mixed and manic bipolar disorder.
Am Journal Psychiatry 1996;153(5):674ff
Rihmer Z et al. Bipolar disorders and suicidal behaviour. bipolar disord 2002;4 (Suppl 1):21-25
Hlastala SA et al. Bipolar depression: an underestimated treatment challenge. Depress Anxiety 1997,5(2):73-83
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