Zellkern (Nucleus)

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Zellkern (Nucleus)(Interphasekern)
• Chromatin
• Kernhülle mit Kernporen
• Kernlamina
• Nucleolus
Hauptaufgaben des Zellkerns
• Informationsspeicherung
• Transkription
• Processing
Zellkern
An der Doppelmembran der Kernhülle liegt innen die Kernlamina (aus Intermediärfilamenten
bestehend) an die Kernhülle wird durch Kernporen durchbrochen
Metaphasechromosom besteht aus:
• zwei Schwesterchromatiden (haben die identische genetische Information)
• aus kurzen (p) und langen (q) Armen
• aus der Zentromer-Region und den Telomer-Regionen
Chromatin
• Euchromatin
• Heterochromatin
– konstitutives
– fakultatives
Chromosomenstruktur
durch Spiralisierung und Faltung des DNA-Doppelstranges kommt es in
Metaphasechromosomen zu einer mehr als 10.000-fachen Verkürzung der Länge des DNAStranges
Chromatinaufbau
• DNA
• Histone (basische Proteine) H1, H2A, H2B, H3 und H4
• Nicht-Histon-Proteine (unter anderem saure Proteine, Polymerasen usw.)
• RNA
Nucleosomen
werden aufgebaut aus Histonoktamer (aus 8 Histonuntereinheiten, je 2 x die Histone H2a,
H2b, H3 und H4) und DNA
Histon H1- DNA Kontakt
die Bindung von Histon H1 an die DNA ist für Gen-Regulation bzw. Gen-Abschaltung
wesentlich und wird durch Methylierung und Acetylierung von Histon H1 beeinflusst
Chromatinorganisation
• die Dichte der Packung (Kondensation) des Chromatins hängt unter anderem von der DNASequenz (repetitive oder single copy), der Genaktivität, DNAMethylierung, DNA-bindenden
Proteinen und weiteren Faktoren ab.
• Für die Transkription muß das Chromatin im entsprechenden Bereich aufgelockert sein
Euchromatin
Heterochromatin
• Besteht aus Genreicherem, früh
replizierenden Chromatin
• DNA enthält mehr G-C
• ist G-Band negativ
• mit Kernfarbstoff schwach angefärbt
• Aus Gen-ärmerem, oder Gen-freiem spät
replizierendem Chromatin
• DNA enthält mehr A-T
• ist G-Band positiv
• mit Kernfarbstoff stark angefärbt
Humanes Genom
• Fast alle Gene des Menschen enthalten Introns (nicht codierende Abschnitte)
• zwischen den Exons (codierende Abschnitte)
• die Größe der Gene und die Zahl der Introns - Exons ist sehr unterschiedlich
• besteht zu etwa 70% aus sogenannten single copy („einzigartigen“) DNA-Sequenzen
(unter anderem Exons , Introns und regulatorische Abschnitte von (single copy) Genen)
• etwa 30% repetitiven (sich wiederholenden) DNA-Sequenzen (=Satelliten-DNA) zB.
SINES wie Alu-repeats ((etwa 500.000 x etwa 300bps - ungefähr 5% des Genoms!)), LINES,
VNTRs (variable number of tandem repeats) wie Di-,Tri-, Tetra- usw. Nucleotidrepeats
Ribosomale RNA-Arten
• Die Gene (etwa 300) für die 45s rRNA liegen an den kurzen Armen der akrocentrischen
Chromosomen (13,14,15,21,22) (NOR-Region)
• werden in die 28s, 18s und 5.8s rRNA gespalten und für den Aufbau der großen (28s und
5.8s) und der kleinen Ribosomenuntereinheit verwendet
• auch die 5s rRNA (von Gen-Cluster am Chromosom 1) beteiligt sich am Aufbau der großen
Ribosomenuntereinheit
Genetische Grundmechanismen
• Replikation
• Reparatur
• Transkription
• Translation
Humanes Genom
• 46 Chromosomen (22 Autosomenpaare, 1 Gonosomenpaar) und mt-DNA
• ca 6 x 109 bp / diploidem Genom entspricht etwa 35.000 – 100.000 Genen
• DNA = Informationsspeicher (daher höchste Anforderungen an DNA-Replikation und DNARepair)
DNA-Aufbau
• aus den Basen gebunden über glycosidische Bindung an Desoxyribose und über
Phosphodiesterbindung an Phosphat (bildet DNA-Einzelstrang)
• Wasserstoffbrückenbindungen zwischen komplementären Basen verbinden zwei
Einzelstränge zu DNA-Doppelhelix
DNA-Basen
• Purinbasen:
–Adenin, Guanin
• Pyrimidinbasen:
–Cytosin, Thymin
pro Basenpaarungen
Adenin – Thymin (A – T)
• bei Oligonucleotiden „Schmelztemperatur“ etwa 2º Celsius
Cytosin – Guanin (C – G)
• bei Oligonucleotiden „Schmelztemperatur“ etwa 4º Celsius
• daher sind C-G Bindung mit drei statt A-T mit zwei Wasserstoffbrücken etwas stabiler
• dies ist bei C-G reichen DNA-Abschnitten relevant
DNA-Synthese
• Beginnt an spezifischen Startpunkten („origin“)
• Synthese in 5‘ -> 3‘ Richtung
• Verläuft semikonservativ
• Am Leitstrang kontinuierlich, am Folgestrang abschnittsweise („Okazaki- Fragmente“)
Primase
• Bildet kurze (etwa 10 Basen lange) RNA Primer an einzelsträngiger DNA
• dadurch Startpunkt für DNA Polymerase mit entsprechendem 3‘ Ende vorhanden
• am Leitstrang von dort durchgehende Synthese
• am Folgestrang Bildung von Okazaki-Fragmenten
Proteine bei DNA-Synthese
• Helicasen
• Primase
• Einzelstrang- Bindungsproteine (SSBP)
• DNA-Polymerase
• Ligase
• Topoisomerasen
DNA-Replikation, Telomerregion
• das Enzym Telomerase (zB. exprimiert in Spermatogonien) verlängert die Telomer-Repeats
und damit die Telomere der Chromosomen
• dies ist für die vollständige Replikation beider DNA-Stränge bei der DNA-Synthese wichtig
• ansonsten käme (bzw. kommt) es bei jeder DNA-Replikation zur Verkürzung der Enden der
Chromosomen und dann nach Verlust der Telomer-Repeats zum Genverlust
• ua. hängt die Zellalterung damit zusammen
Korrektur bei Replikation
• ein Replikationsfehler etwa auf 107 Basenpaare
• niedrige Fehlerquote durch Korrekturlesefunktion der DNA-Polymerase bedingt
• dabei Überprüfung ob die zuletzt eingebaute Base korrekt gepaart wurde, sonst durch
zusätzlich vorhandene 3‘ → 5‘ Nucleaseaktivität Abbau und richtiger Neueinbau durch die 5‘
→ 3‘ Polymeraseaktivität
• Mismatch-Korrektur reduziert auf etwa einen Fehler auf 109 Basenpaare
DNA-Reparatur zur Korrektur
• von fehlerhaftem Einbau bei DNA-Synthese
• oder einer Veränderung entstanden ua. durch
- Depurinierung
- chemische Veränderungen von Basen
- Pyrimidindimere
• wenn Korrektur nicht erfolgt - Mutation
Gen
• Gene weisen regulatorische sowie codierende DNA-Sequenzen auf
• vor den codierenden Sequenzen liegt die Promotorsequenz (der Startpunkt der
Transkription)
• die codierende Sequenz menschlicher Gene bestehen zumeist aus Exons und Introns
Transkription
• Findet durch „Abschreiben“ der DNA-Sequenz unter Herstellung einer komplementären
RNA (hnRNA) als primäres Genprodukt statt
• Normalerweise werden nur Gene transkripiert, wobei diese unter der Kontrolle
regulatorischer DNA-Sequenzen stehen und letztere über Proteine wie
Transkriptionsfaktoren und reprimierende Faktoren gesteuert also reguliert
werden
Transkription
• Bei Eukaryonten müssen zuerst Initiationsproteine an den Promotor binden bevor die RNAPolymerase binden kann
• alle drei RNA-Polymerasen sind aus mehreren Untereinheiten aufgebaut
RNA-Polymerase I
RNA-Polymerase II
RNA-Polymerase III
• etwa 30 Ribonucleotide werden pro Sekunde in das RNA-Transkript eingebaut
• es können mehrere RNA-Polymerasen gleichzeitig ein Gen transkribieren, weil die
gebildete RNA gleich von der DNA getrennt wird
• das RNA-Transkript ist einzelsträngig, bildet aber häufig durch kurze doppelsträngige
Abschnitten aufgrund von Basenpaarung dreidimensionale Strukturen aus
RNA-Arten
• mRNA: codiert für Protein
• hn-RNA (primär bei höheren Eukaryonten)
• rRNA: Teil des Ribosoms
• tRNA: Adaptor bei Translation
• snRNA: für Spleißen
Transkription
RNA-Polymerase I für große (45 S) ribosomale RNAs
RNA-Polymerase II für Protein-codierende Gene und snRNAs
RNA-Polymerase III für kleine 5 SrRNAs und tRNAs
Transkription bei Prokaryten
• erfolgt zwischen Promotor und Terminator
• Aktivatorprotein (bindet vor Promotor) kann die Transkription fördern
• Repressor bindet an Operator (innerhalb des Promotors) und kann damit Transkription
verhindern; durch Wechselwirkung des Repressorproteins mit Genprodukt Rückkoppelung
zur Aktivierung des Repressors möglich
Regulation der Genaktivität bei Eukaryonten
kann bei Transkription, Processing, Translation, Proteinaktivität erfolgen
Introns
• (erst 1977 entdeckt)
• in bakteriellen Genen nicht vorhanden
• auch in einfachen Eukaryontengenomen kaum zu finden
• in den meisten Genen höherer (mehrzelliger) Eukaryonten vorhanden
• sind beteiligt an der Regulation der Genexpression
• Splice Mutationen an der Intron-Exon Grenze der Introns können den normalen SpleißVorgang beeinträchtigen und auch Erbkrankheiten bedingen
Bildung der mRNA
aus der hnRNA werden die den
Introns entsprechenden Abschnitte
herausgespleißt
und ein Poly-A-tail wird am 3‘-Ende
und ein Cap am 5‘-Ende angefügt
Cap-Struktur und Poly-A-Tail
• „Cap“ besteht aus 7-Methylguanosin,
• wird nach Synthese (über Triphosphatbrücke) an 5‘ Ende der neuen mRNA angehängt
• dient der Bindung der mRNA an Ribosom
• nach Termination der RNA-Synthese wird am 3‘ Ende nach Abspaltung von terminalen
Sequenzen eine Kette von etwa 100-200 AMPs (poly A-tail) ans 3‘-Ende angehängt
→ (erhöht die Stabilität der mRNA)
Genregulation bei Eukaryonten
• Transkriptionsfaktoren
• Promotoren
• Enhancer
• Silencer
• in gewebsspez. exprim. Genen: TATA-Box
• GC-Box
• CAT-Box
• CpG Islands (ev. methyliert)
mRNA-Spleißen
<<Introns beginnen mit GT (GU in der RNA) und enden mit AG, wobei knapp davor (etwa 30
bps) eine „branch site“ (Verzweigungsstelle liegt)>>
es erfolgt unter Hilfe von snRNPs die Spaltung an Donor site (GU) vermittelt durch aktiviertes
„A“ in branch-site mit „Lasso“-Bildung und dann Schnitt an (3‘AG-Acceptor) Splice site mit
Verbindung der beiden flankierenden Exons (Begriffe in Klammer „(und < “ auf dieser Folie nicht lernen)
SnRNPs
• Small nuclear ribonucleoprotein particles → „snurps“
• aus snRNA und Proteinen aufgebaut
• am Spleißing beteiligt
Splicing
• Spleißen hat für die Evolution eine beträchtliche Bedeutung, weil bei Mutationen, aber vor
allem durch genetische Rekombination von Intron- Exon-Sequenzen die Neukombination von
Protein-Untereinheiten relativ leicht möglich wird
• Dadurch Entstehen von Proteinen, welche aus ähnlichen Untereinheiten aufgebaut sind, mit
neuen Eigenschaften
• Auch Möglichkeit des alternativen Spleißen in verschiedenen Geweben
Moleküle für Translation
• mRNA
• Ribosomen
• aktivierte tRNA
Translation
• „Übersetzen“ der mRNA Information (Sequenz) in eine Aminosäurekette mit
entsprechender Sequenz)
• 3 Basen (=Codon) der mRNA codieren für eine bestimmte Aminosäure findet an
Ribosomen statt
tRNA = Transfer-RNA
(aus etwa 80 Nucleotiden aufgebaut) (beim Menschen 31 tRNAs und 61 Codons daher
Wobble (Mismatch) bei Codonbindung bei mehreren tRNAs möglich)
• weist 4 kurze doppelsträngige Abschnitte auf und bildet daher Kleeblattform das Anticodon
an der Anticodonschleife am 3‘-Ende Bindung spezifischer Aminosäure durch AminoacyltRNA-Synthetase
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