3D-Bildgebung des lakuno-kanalikulären Netzwerks in Knochen Mentorierte Arbeit fachwissenschaftliche Vertiefung Lehrdiplom für Maturitätsschulen in Physik ETH Zürich Betreut durch Dr. Christian Helm Verfasst von Matias Meier September 2011 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung............................................................................................................. 3 2. Das lakuno-kanalikuläre Netzwerk ...................................................................... 5 3. 2.1. Knochen – eine poröse Struktur ................................................................... 5 2.2. Knochenzellen und Knochenumbau ............................................................. 9 2.3. Knochenstabilität und Osteoporose............................................................ 11 Bildgebungsmethoden für das LCN ................................................................... 14 3.1. Confocal Laser Scanning Microscopy (CLSM) ........................................... 14 3.2. Computertomographie (CT) ....................................................................... 16 3.3. Focused Ion Beam und Scanning Electron Microscope (FIB/SEM) ........... 20 4. Schlussfolgerung ............................................................................................... 25 5. Literaturverzeichnis ........................................................................................... 27 6. Referenzen aller Abbildungen ........................................................................... 29 Eidesstattliche Erklärung .......................................................................................... 30 Anhang: Weiterführende Links und Literatur ............................................................ 31 2/31 1. Einleitung Diese Arbeit nimmt sich eines interdisziplinären Themas und gleichzeitig auch eines aktuellen Forschungsgebiets an. Auf der einen Seite betrifft sie die Mikroskopie und verschiedene Bildgebungsmethoden, die in der Lage sind, von einer Probe einen dreidimensionalen (3D) Datensatz zu erzeugen, der anschliessend elektronisch analysiert werden kann. Ohne Wissen in Physik und Informatik kann weder die Bildgebung, noch die anschliessende Analyse erfolgreich verlaufen. Zum anderen handelt diese Arbeit vom Aufbau unserer Knochen, was wohl in den Themenbereich der Biologie gehört. Allerdings sind auch hier die Übergänge zurück zur Physik oder den Ingenieurwissenschaften fliessend. Dann nämlich, wenn es um Fragen der Knochenstruktur, Knochenstabilität und Knochengesundheit geht, die nicht nur mit entsprechende experimentellen Methoden, sondern auch mit numerischen Simulationen erforscht werden. Doch weshalb sollte ein interdisziplinäres Thema wie die „3D-Bildgebung des lakuno-kanalikulären Netzwerks in Knochen“ von Bedeutung sein? Knochen ist naturgemäss ein Thema, das uns alle angeht. Das menschliche Skelett wächst mit uns und ist ausserdem in der Lage, sich äusseren mechanischen Einflüssen anzupassen. In der biologischen Grundlagenforschung ist man sich aber nicht im Klaren, wie ein Knochen genau „weiss“ wo er aufgrund von erhöhter mechanischer Belastung verstärkt werden muss und wo nicht. Sicher ist, dass das lakuno-kanalikuläre Netzwerk im Knochen dabei eine zentrale Rolle spielt. Allerdings ist es nicht ganz einfach, Informationen über dieses Netzwerk zu erhalten. Denn es ist nicht nur mikroskopisch klein, sondern auch im Knocheninnern verborgen. Klar ist ebenfalls, dass für einen gesunden Knochen ein intaktes und funktionierendes lakuno-kanalikuläres Netzwerk Voraussetzung ist und dass Knochenkrankheiten wie zum Beispiel Osteoporose mit einem gestörten Netzwerk in Verbindung gebracht werden können. Die Ziele dieser Arbeit sind die folgenden: Zuerst soll geklärt werden, um was es sich beim lakuno-kanalikulären Netzwerk in Knochen überhaupt handelt. Dazu werden im ersten Kapitel der Knochenaufbau und einige Grundlagen der Knochenbiologie behandelt. Zudem wird kurz auf die Knochenkrankheit Osteoporose und auf die mit ihr einhergehenden strukturellen Änderungen des Knochengewebes eingegangen. Das zweite Kapitel präsentiert verschiedene Bildgebungsmethoden, mit denen aktuell versucht wird, das lakuno-kanalikuläre Netzwerk in Knochen dreidimensional 3/31 abzubilden und quantitativ zu erfassen. In diesem Kapitel werden aktuelle Forschungsresultate präsentiert und die ersten auf 3D-Daten basierenden Visualisierungen und Quantifizierungen des LCN. Die Arbeit schliesst mit einer Zusammenfassung der zentralen Punkte und Literaturhinweisen, so dass sich der interessierte Leser über die verschiedenen hier diskutierten Themen weiter informieren kann. 4/31 2. Das lakuno-kanalikuläre Netzwerk In diesem Kapitel steht die folgende Frage im Zentrum: „Was ist das lakunokanalikuläre Netzwerk in Knochen?“ Um diese Frage zu beantworten, gibt der erste Abschnitt einen hierarchisch gegliederten Überblick über den Aufbau von Knochen. Ausgehend von den makroskopisch sichtbaren Strukturen werden Funktion, Aufbau und Zusammensetzung von Knochen diskutiert, um schliesslich auf der zellulären Ebene beim lakuno-kanalikulären Netzwerk anzukommen. Anschliessend werden die drei wichtigsten Zelltypen in Knochen – Osteoblasten, Osteoklasten und Osteozyten – und der mit ihnen eng verbundene Auf- und Umbau von Knochen diskutiert. Das Kapitel schliesst mit einem Abschnitt, der die Knochenkrankheit Osteoporose und die damit im Kochen einhergehenden Änderungen thematisiert. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die mit dieser Krankheit einher gehenden makro- und mikroskopischen Veränderungen der Knochenstruktur gelegt. Die in diesem Kapitel verwendeten Fakten stammen, falls nicht anders präzisiert, aus dem Buch „Bone Mechanics Handbook“ von Stephen C. Cowin [1]. 2.1. Knochen – eine poröse Struktur Abbildung 1: Das menschliche Skelett 5/31 Die gut 200 Knochen des menschlichen Skeletts geben dem menschlichen Körper neben der bekannten, in Abbildung 1 gezeigten Form auch seine Stabilität. Die Knochen ermöglichen im Zusammenspiel mit der Muskulatur die Fortbewegung und bieten den inneren Organen Schutz. Darüber hinaus spielen unsere Knochen als Kalziumspeicher eine wichtige Rolle im Kalziumstoffwechsel des menschlichen Körpers und sie beherbergen das für die Blutbildung wichtige Knochenmark. Phänomenologisch kann man zwischen langen (zum Beispiel Oberschenkel- und Oberarmknochen), kurzen (zum Beispiel Hand- und Fusswurzelknochen), flachen (zum Beispiel Schulterblatt und rippen) und unregelmässigen Knochen (zum Beispiel Wirbel) unterscheiden [2]. Im Folgenden soll nicht weiter auf die Unterschiede zwischen den verschiedenen Knochenformen eingegangen werden, sondern anhand von langen Knochen, auch Röhrenknochen genannt, grundsätzlich Aufbau und Struktur des Knochengewebes näher diskutiert werden. Wie in Abbildung 2 gezeigt lassen sich makroskopisch zwei Knochenformen unterscheiden: Kortikaler Knochen und trabekulärer Knochen. Den beiden Knochenformen gleich ist ihre Zusammensetzung. Knochen besteht zu etwa 65 % aus Mineralen (unreiner Trabekulärer Knochen Kortikaler Knochen Abbildung 2: Schematischer Querschnitt eines langen Knochens. Makroskopisch lässt sich kortikaler (oder kompakter) Knochen von trabekulärem (oder spangiösem) Knochen unterscheiden. 6/31 Hydroxylapatit Ca10(PO4)6(OH)2 mit eingebetteten Salzen oder chemischen Elementen wie Karbonat, Zitrat, Magnesium, Fluorid oder Strontium). Unterschiedlich ist jedoch der Anteil an Knochengewebe (organisches und mineralisiertes Gewebe) pro Volumeneinheit. Dieser Beträgt bei kortikalem Knochen etwa 90 %, bei trabekulärem Knochen lediglich 5 % - 35 % [2]. Dieser grosse Unterschied zwischen trabekulärem und kortikalem Knochen lässt sich rein visuell anhand von Abbildung 2 nachvollziehen: Während es sich bei trabekulärem Knochen um eine schwammartige Struktur aus miteinander verbundenen (etwa 150 μm dicken [2]) stab- oder plattenartigen Strukturelementen (Trabekel genannt) handelt, ist kortikaler Knochen äusserst kompakt. So macht kortikaler Knochen, der vor allem eine stützende und schützende Funktion inne hat, rund 80 % der menschlichen Knochenmasse aus. Auch trabekulärer Knochen hat neben einer metabolischen (trabekulärer Knochen ist stärker in den Kalzium-stoffwechsel eingebunden als kortikaler) eine stützende Funktion, die sich vor allem in der Orientierung der Trabekel widerspiegelt, wie dies in Abbildung 3 für einen menschlichen Oberschenkelknochen gezeigt ist. Dabei unterscheiden sich Orientierung und Form der einzelnen Trabekel je nach Abbildung 3: Querschnitt eines menschlichen Oberschenkelknochens anatomischer Position und Funktion des Knochens. Ausserdem unterscheiden sich auch die Anteile an kortikalem und trabekulärem Knochen je nach anatomischer Position stark: Während die Elle aus ungefähr 92 % kortikalem und 8 % trabekulärem Knochen besteht, weist ein typischer Wirbel 62 % kortikaler und 38 % trabekulärer Knochen auf. Kortikaler und trabekulärer Knochen sind aber keinesfalls homogen, sondern weisen Porositäten unterschiedlicher Grössenordnung auf. Eine nur in kortikalem Knochen 7/31 Abbildung 4: Knochen ist eine poröse Struktur. In kortikalem Knochen finden sich 20 – 40 μm dicke Kanäle (Havers-Kanäle) für die Blutversorgung sowie das noch feinere lakuno-kanalikuläre Netzwerk (LCN). Die rechte Abbildung zeigt mittig einen Querschnitt eines Havers-Kanals sowie Kanalikuli und Lakunen des LCN. vorkommende Porosität ist in Abbildung 4 abgebildet. Es handelt sich dabei um die 20 – 40 μm dicken Havers-Kanäle, welche die zur Nährstoffversorgung des Knochens nötigen Blutgefässe beherbergen. Diese Havers-Kanäle wiederholen sich in Abständen von mehreren hundert Mikrometer und durchsetzten so den ganzen kortikalen Knochen. Zwischen diesen Kanälen befindet sich ein weiteres System von noch feineren Tunneln und Kavitäten, das ebenfalls in Abbildung 4 erkennbar ist. Dieses System durchsetzt nicht nur kortikalen, sondern auch trabekulären Knochen vollständig. Die kleinen, ellipsoidförmigen Kavitäten – Lakunen oder OsteozytLakunen genannt – haben eine etwa 10 μm lange Halbachse. Von jeder dieser Lakunen gehen etwa 50 feine Tunnels – Kanalikuli genannt – aus, welche die Lakunen nicht nur miteinander, sondern auch mit den Havers-Kanälen verbinden [3]. Die durchschnittlich etwa 100 nm bis 250 nm dicken Kanalikuli bilden zusammen mit den Lakunen das lakuno-kanalikuläre Netzwerk (LCN), wie es in Abbildung 5 links Abbildung 5: Schematische Darstellung des lakuno-kanalikulären Netzwerks (LCN) in Knochen. Eingebettet in das LCN sind die Osteozyten mit ihren langen, dünnen Zellfortsätzen. 8/31 schematisch dargestellt ist [3]. Eingebettet in die Lakunen befinden sich die Zellkörper der Osteozyten. Osteozyten sind die am meisten vorkommende Zellenart in Knochen und die einzige, die sich direkt im Knochengewebe befindet. Mit ihren langen Zellfortsätzen, die sich in den Kanalikuli befinden, stehen sie nicht nur mit benachbarten Osteozyten, sondern auch mit anderen Zelltypen in Kontakt. Bei der mittleren Distanz zwischen den Lakunen kann von einem Wert von 25 – 30 μm ausgegangen werden [3]. Auf diese Weise bilden Osteozyten, wie in Abbildung 5 gezeigt, ein immenses zelluläres Netzwerk im Knochen, dessen negativer Abdruck das LCN ist [3]. Das zelluläre Osteozyten-Netzwerk ist im LCN von Flüssigkeit umgeben, welche die Nährstoffversorgung der Zellen sicher stellt. Osteozyten sind lediglich eine von drei Haupttypen von Knochenzellen, die im folgenden Abschnitt besprochen werden. Dabei soll klar werden, dass die Fähigkeit von Knochen, sich selbst zu regenerieren, aufs Engste mit diesen Zellen und deren Funktion verknüpft ist. 2.2. Knochenzellen und Knochenumbau Knochengewebe ist kein totes Material. Denn es wird nicht nur bei Wachstum oder Knochenbrüchen neu gebildet; es passt sich auch wechselnden mechanischen Belastungen an. Bereits im 19. Jahrhundert war bekannt, dass sich Knochen zum einen bei stärkerer mechanischer Belastung aufbaut, zum anderen bei fehlender Belastung abbaut. Dieser unter dem Namen „Wolffsches Gesetz“ bekannte Sachverhalt bedingt die Existenz von Zellen, die Knochen aufbauen können und Zellen, die Knochen abbauen können. Es sind dies die Osteoblasten, die Knochengewebe bilden und die Osteoklasten, die Knochengewebe absorbieren können. Diese beiden Zellarten kommen aber nicht nur bei wachsender oder sinkender mechanischer Belastung zum Einsatz. In unseren Knochen findet ein ständig ablaufender Umbauprozess statt. Man spricht von „bone remodeling“, das unter normalen Umständen verhindert, dass sich Mikrofrakturen im Knochen ansammeln können und es zu Ermüdungsbrüchen kommt [2]. Abbildung 6 zeigt anhand eines Trabekels den Ablauf beim Knochenumbau: Nach der Resorption des alten Knochengewebes durch Osteoklasten wird neues durch die Osteoblasten gebildet. Unsere Knochen gleichen somit einer permanenten Baustelle, bei der innerhalb von 10 Jahren das gesamte Knochenmaterial einmal ersetzt wird [2]. Bei diesem Umbauprozess müssen Knochenaufbau und Knochenabbau fein aufeinander abgestimmt sein: Kommt es doch bei einer negativen Bilanz des Knochenumsatzes 9/31 Abbildung 6: Schematische Darstellung des Knochenumbaus an einem Trabekel. Abbau des Knochens durch einen Osteozyten (Resorption) und anschliessender Aufbau durch Osteblasten (Formation). zum Schwund von mineralisiertem Knochengewebe, was in Osteoporose münden kann [2]. Doch woher wissen die Osteoklasten und Osteoblasten, wann und wo sie in unseren Knochen gebraucht werden? Diese Frage ist noch nicht abschliessend geklärt. Man vermutet aber, dass die bereits im letzten Abschnitt erwähnten Osteozyten und das LCN in der Antwort zu dieser Frage eine entscheidende Rolle spielen. Osteozyten sind in der Lage, mechanische Belastung zu spüren. Ausserdem geht man davon aus, dass sie in der Lage sind, Mikrofrakturen zu erkennen und dies in entsprechende biologische Signale umsetzen können [2]. Auf diese Weise würde die Signalisationskette in Gang gesetzt, welche die Osteoklasten und Osteoblasten schliesslich am entsprechenden Ort ihre Arbeit aufnehmen lässt. Mit ihrem immensen 3D-Netzwerk im Knocheninnern und ihrer Vernetzung mit anderen Knochenzellen wären die Osteozyten jedenfalls ideal für diese Aufgabe geeignet. Der genaue Mechanismus, wie Osteozyten die mechanische Belastung registrieren können, ist aber noch unklar. Neben direkter Knochenverformung scheinen auch indirekte Mechanismen wie der Flüssigkeitsstrom in den Kanalikuli eine wichtige Rolle zu spielen [2]. Da das LCN für direkte Messungen nur schwer zugänglich ist, werden diese Mechanismen rechnerisch mit Hilfe der Finite-Elemente-Methode (FE) oder numerischer Strömungsmechanik (CFD) untersucht [4, 5]. Diesen Modellen fehlen aber genaue Information zur Morphologie des LCN, da diese bisher mit den zur 10/31 Verfügung stehenden Bildgebungsmethoden nur ungenügend erfasst werden konnte. Eine ideale Bildgebungsmethode würde die Morphologie des LCN unverändert und exakt wiedergeben, so dass aus diesen Daten die für die Modelle nötigen morphologischen Parameter bestimmt werden könnten. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, kommt nur eine Bildgebungsmethode in Frage, welche das LCN in 3D erfassen und abbilden kann. Es besteht folglich ein Bedürfnis, das LCN möglichst akkurat abbilden zu können. Davon verspricht man sich nicht nur eine Verfeinerung der erwähnten Computermodelle, sondern auch ein grundlegend besseres Verständnis der Knochenbiologie. Unterscheidet sich doch das LCN nicht nur zwischen verschiedenen anatomischen Positionen, kortikalem und trabekulärem Knochen, sondern auch nach Knochenalter und Knochenkrankheiten [3]. Die Veränderung des LCN mit verschiedenen Knochenkrankheiten und die damit einhergehende Veränderung der Knochenstruktur soll im folgenden Abschnitt näher diskutiert werden, bevor dann im nächsten Kapitel verschiedene 3D-Bildgebungsmethoden besprochen werden, die für eine 3D-Erfassung des LCN eignen könnten. 2.3. Knochenstabilität und Osteoporose Osteoporose ist eine Knochenkrankheit, die sich durch sinkende Knochendichte und verminderte Intaktheit des trabekulären Knochens auszeichnet [6]. Dies hat eine verminderte Knochenqualität und ein erhöhtes Knochenbruchrisiko zur Folge. Die Kosten der durch Osteoporose verursachten Knochenbrüche wurden für Europa und das Jahr 2000 auf 36 Milliarden Euro geschätzt [7]. Aufgrund der demographischen Entwicklung werden diese Kosten bis zum Jahre 2050 weiter ansteigen – auf geschätzte 77 Milliarden Euro [7]. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Osteoporose mit Hilfe des sogenannten T-Wertes: Ein Mensch leidet an Osteoporose, wenn seine Knochendichte um mindestens 2.5 Standardabweichungen (dies entspricht einem T-Wert von -2.5) unter dem durchschnittlichen Wert der maximalen Knochendichte eines jungen Erwachsenen seiner Vergleichsgruppe liegt. Dies ist in Abbildung 7 links exemplarisch für die Knochendichte der Hüfte einer europäischen Frau in mg/cm2 gezeigt [6]. Da der Mensch seine maximale Knochendichte etwa bei seinem dreissigsten Lebensjahr erreicht, gibt es zwei Hauptgründe für Osteoporose: Der kontinuierliche Verlust von Knochen mit zunehmendem Alter, wie dies Abbildung 7 rechts zeigt, und eine ungenügende 11/31 Abbildung 7: Normalverteilung der Knochendichte für die Hüfte einer europäischen Frau in mg/cm2. Unterschreitet die Knochendichte den Mittelwert der maximalen Knochendichte einer gesunden, jungen Erwachsenen um mehr als 2.5 Standardabweichungen, spricht man von Osteoporose (links). Liegt der T-Wert zwischen -1 und -2.5 spricht man von Osteopenie. Da die Knochenmasse mit zunehmendem Alter abnimmt, verschiebt sich die Normalverteilung mit zunehmendem Alter zu kleineren Knochendichten. Damit steigt die Anzahl der Personen mit Osteoporose mit zunehmendem Alter per Definition (rechts). Knochenbildung im Jugendalter, was einen erniedrigten Wert der maximalen Knochendichte zur Folge hat. Wie bereits erwähnt zeigt sich Osteoporose nicht nur in einer Abnahme der Knochendichte, sondern auch in einem Verfall der Struktur des trabekulären Knochens. Dies ist in Abbildung 8 anhand von zwei tomographischen Aufnahmen von Knochenbiopsien eines gesunden und eines osteoporotischen menschlichen Lendenwirbels illustriert. Durch die verminderte Konnektivität und die verminderte Anzahl der Trabekel kann das osteoporotische Knochengewebe nicht mehr dieselbe stützende Funktion übernehmen wie das gesunde Knochengewebe. Knochenbrüche können die Folge sein. Abbildung 8: Trabeklärer Knochen eines menschlichen Lendenwirbels für einen gesunden (links) und einen osteoporotischen Knochen (rechts). 12/31 Neben der Knochendichte und der Struktur des trabekulären Knochens wird auch die Struktur des Osteozyten-Netzwerks und des LCN durch Osteoporose (und andere Knochenkrankheiten) beeinflusst. Während sich gesunder Knochen durch eine grosse Anzahl von Kanalikuli und einem hohen Grad an Konnektivität auszeichnet (vergleiche Abbildung 4 rechts und Abbildung 9 links), zeigt das LCN von osteoporotischem Knochengewebe verminderte Orientierung und Konnektivität, wie in Abbildung 9 zu erkennen ist [3]. Ein funktionierendes Osteozyten-Netzwerk und ein intaktes LCN sind also auf das Engste mit einem gesunden Knochengewebe verbunden. Aufgrund mangelnder 3D-Bildgebungsmethoden sind die Strukturänderungen des LCN mit verschiedenen Knochenkrankheiten bisher nur ungenügend erforscht [3]. Eine vielversprechende Anwendung einer exakten Bildgebung des LCN wäre nicht nur eine Erforschung der Struktur des LCN in einem frühen Stadium von Knochenkrankheiten, sondern auch die Möglichkeit, eventuelle Behandlungserfolge in klinischen Studien nachweisen zu können [8]. Abschliessend kann festgehalten werden, dass eine akkurate Bildgebung und Quantifizierung der Morphologie des LCN für ein besseres Verständnis der Knochenbiologie von grossen Interesse wäre [3]. Das folgende Kapitel widmet sich verschiedenen Bildgebungsmethoden, mit welchen dieses Ziel gegenwärtig verfolgt wird. Abbildung 9: 3D Rekonstruktion des Osteozyten-Netzwerks im kortikalen Knochen eines menschlichen Oberschenkels. Der Unterschied in Konnektivität zwischen gesundem (links) und osteoporotischem Knochen (Mitte und rechts) ist klar ersichtlich. Die Aufnahmen wurden mit Hilfe eines konfokalen Laser Scanning Mikroskop (CLSM) gemacht. 13/31 3. Bildgebungsmethoden für das LCN Bis heute gibt es keine befriedigenden Daten zur Morphologie des LCN. Weder für gesundes, noch für pathologisches Knochengewebe. Dies hat neben der Unzugänglichkeit des LCN innerhalb der mineralisierten Knochenmatrix auch damit zu tun, dass sich seine Strukturen von weniger als 100 nm bis 10 μm und damit über drei Grössenordnungen erstrecken, es einen immensen Vernetzungsgrad aufweist und sich durch den ganzen Knochen erstreckt. Eine ideale Bildgebungsmethode, sollte eine Auflösung haben, die mindestens um den Faktor 2 kleiner ist, als die kleinsten Kanalikulidurchmesser. Gleichzeitig müsste sie die Möglichkeit bieten, einen relevanten Bereich des LCN abbilden zu können. Dies bedeutet einen Bereich, der neben den Kanalikuli auch mehrere Lakunen beinhaltet, so dass die Morphologie des LCN in verlässlicher Weise quantifizieren werden könnte [3]. Um ein exaktes Abbild des LCN aufnehmen zu können, müsste es sich bei der idealen Bildgebungsmethode um eine handeln, die 3D-Daten liefern könnte. Und dies am besten, ohne das untersuchte Gewebe zu beschädigen. Natürlich ist die ideale Bildgebungsmethode illusorisch. Deshalb werden in den folgenden Abschnitten verschiedene Bildgebungsmethoden vorgestellt, welche dieses Ideal annähernd erfüllen. Für jede Methode werden zudem die erzielten Resultate bei der Visualisierung und Quantifizierung des LCN präsentiert. Das Kapitel startet mit einem Abschnitt zum konfokalen Laser Scanning Mikroskop (CLSM). Im zweiten Abschnitt steht die Computertomographie (CT) und im Speziellen die ptychographische CT im Zentrum. Das Kapitel schliesst mit einer Betrachtung des kombinierten Einsatzes von Focused Ion Beam (FIB) und eines Scanning Electron Microscope (SEM). 3.1. Confocal Laser Scanning Microscopy (CLSM) Da es sich bei einem CLSM um ein Lichtmikroskop handelt, ist seine Auflösung beugungslimitiert. Dies bedeutet eine Auflösung innerhalb einer Fokusebene von rund 200 nm (laterale Auflösung) und eine Auflösung zwischen den Fokusebenen (axiale Auflösung) von rund 450 nm [9]. Obwohl dies nicht ausreichen kann, um ein vollständiges Bild des LCN erhalten zu können, wird in diesem Abschnitt kurz auf diese Technik eingegangen. Nicht nur, weil CLSM eindrückliche Bilder wie Abbildung 9 liefern kann, sondern auch weil an Möglichkeiten gearbeitet wird, das 14/31 Beugungslimit mit auf Interferenz oder auf nicht linearen Phänomenen beruhenden Methoden zu umgehen [3, 9, 10]. Die grundsätzliche Funktionsweise eines konfokalen Mikroskops wie des CLSM ist in Abbildung 10 gezeigt. Im Unterschied zu einem konventionellen Lichtmikroskop wird bei einem konfokalen Mikroskop das zu untersuchende Objekt nur punktweise Abbildung 10: Funktionsweise eines Konfokalmikroskops. Das zu untersuchende Objekt wird punktweise abgerastert, wobei die Lochblende vor dem Detektor störendes Streulicht von ausserhalb der Fokusebene ausblendet. beleuchtet. Zusätzlich wird durch eine Lochblende verhindert, dass Licht von ausserhalb der Fokalebene beim Detektor eintrifft. Dies erlaubt eine verbesserte Auflösung in axialer Richtung und es werden kontrastreichere Bilder erreicht, als bei der konventionellen Lichtmikroskopie [11]. Bei der CLSM benützt man einen Laser, um das zu untersuchende Objekt punktweise abzurastern. So entsteht am Computer Pixel für Pixel das gewünschte Bild. Durch das zusätzliche Variieren der Fokusebene lässt sich ein Stapel von mehreren Bildern aufnehmen, die zusätzlich eine Tiefeninformation liefern. Durch geeignete Software lässt sich dieser Stapel anschliessend zu einem 3D-Bild zusammenfügen. Besonders eindrücklich ist die Verwendung von CLSM im Fluoreszenzmodus. Durch den Einsatz geeigneter Fluorophore, die an die gewünschten Strukturen des zu untersuchenden Objekts binden, können diese besonders gut sichtbar gemacht werden .Das Laserlicht wird dann dazu verwendet, die Fluorophore anzuregen. Die in Abbildung 9 gezeigten Bilder sind auf diese Weise entstanden. Obwohl CLSM in der Knochenbiologie einen festen Platz hat, eignet es sich nicht nur wegen seiner limitierten Auflösung nur bedingt zur Bildgebung des LCN. Auch die limitierte Eindringtiefe des Lichts von 100-150 μm in die Knochenstruktur 15/31 verunmöglicht die Untersuchung von grösseren Knochenvolumina ohne eine mechanische Bearbeitung derselben [3, 12]. Wir verlassen deshalb den Bereich der Lichtmikroskopie und wenden uns einer Technik zu, die 3D-Daten eines Objekts liefern kann, ohne dass dieses mechanisch zerschnitten werden müsste: der CT. 3.2. Computertomographie (CT) Nach der Einführung der CT in den späten 1970er-Jahren ist diese Bildgebungsmethode heute aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Die derzeit in der medizinischen Diagnostik eingesetzten Geräte warten mit eindrücklichen Werten auf: Eine Ganzkörpertomographie ist in weniger als 4 Sekunden möglich [13] und Auflösungen von bis 200 μm sind Standard [14]. Für die Bildgebung des LCN sind diese Geräte aber nicht geeignet, verfehlen sie doch die dafür nötige räumliche Auflösung um über drei Grössenordnungen. Bessere Auflösungen liefern CTDesktopsysteme mit Auflösungen im Mikrometerbereich [15-17]. Mit diesen Geräten kann die trabekuläre Struktur von Knochen, wie es in Abbildung 8 gezeigt ist, zerstörungsfrei, dreidimensional und auch quantitativ erfasst werden. Dies ist zentral, um eine Beziehung zwischen mikroskopischen Merkmalen, Knochenstabilität und Knochenkrankheiten oder Therapieansätzen herstellen zu können [18]. Allerdings reicht die Auflösung dieser Geräte nicht, um selbiges auch für das LCN leisten zu können. Um der dazu nötigen Auflösung näher zu kommen, wird Synchrotronstrahlung-basierete Computertomographie (SR CT) verwendet. Das Grundprinzip der SR CT und erste damit erzielte Resultate in der Visualisierung des LCN sollen im folgenden Abschnitt diskutiert werden. Der Hauptunterschied zwischen der klinischen CT und SR CT ist die Herkunft der verwendeten Röntgenstrahlung. Während bei klinischen Geräten die für die CT notwendige Röntgenstrahlung durch Röntgenröhren erzeugt wird, geschieht dies bei einem Synchrotron durch Ablenken von geladenen Teilchen – Elektronen im Falle der Lichtquelle Schweiz (SLS) – die sich in einem Speicherring befinden. Der grösste Vorteil der Synchrotronröntgenstrahlung gegenüber der Röntgenstrahlung einer Röntgenröhre ist ihre Brillanz (Anzahl Photonen pro Sekunde, Fläche, Raumwinkel und spektraler Bandbreite [19]). Sie übersteigt diejenige einer gewöhnlichen Röntgenröhre um 12 Grössenordnungen [19]. Eine hohe Brillanz ist nicht nur wichtig, um eine hohe räumliche Auflösung zu erreichen – die Anzahl Photonen, die für eine bestimmte Bildqualität notwendig ist, steigt mindestens mit w 4 , wobei w das 16/31 Längenmass der räumlichen Auflösung bezeichnet [20] – sondern auch um die Belichtungszeiten der einzelnen Aufnahmen möglichst gering halten zu können. Dies ist besonders wichtig im Falle der CT, da vom zu untersuchenden Objekt mehrere hundert Aufnahmen (Projektionen) aus verschiedenen Winkeln aufgenommen werden müssen. Die Grundidee der CT besteht nun darin, aus diesen Projektionen auf die innere Struktur des untersuchten Objekts zu schliessen. Es gibt verschiedene Methoden, um aus den Projektionen die 3D-Rekonstruktion des untersuchten Objekts zu berechnen. Am Häufigsten (bei allen Anwendungen mit paralleler Strahlgeometrie) wird die gefilterte Rückprojektion verwendet. Dabei werden die aufgenommenen Projektionen gefiltert und zurück in den Raum projiziert. Aus der Überlagerung der Rückprojektionen ergibt sich dann die gesuchte innere Struktur des untersuchten Objekts. Die gefilterte Rückprojektion kann mathematisch mit Hilfe der Fourier-Transformation durchgeführt werden: Aus den gemessenen Projektionen lassen sich die zweidimensionalen Fourier-Transformierten der Objektquerschnitte berechnen. Durch die Rücktransformation ergibt sich dann die gesuchte innere Objektstruktur [21]. Auf die Grundlagen der CT und der gefilterten Rückprojektion soll hier aber nicht weiter eingegangen werden. Der interessierte Leser findet in den Quellen [21] und [20] eine gute Einführung in die mathematischen Prinzipien der CT. Weitere Informationen zu den Grundlagen der CT und zur Gerätetechnologie sind in Referenz [14] zu finden. Wir werden uns hier auf die Frage beschränken, weshalb mit Hilfe von Röntgenstrahlung überhaupt Bilder erzeugt werden können. Trifft Röntgenstrahlung auf Gewebe, kann es absorbiert, reflektiert, abgelenkt werden und ausserdem eine Phasenverschiebung erfahren [20]. CT, wie es in verschiedenen Anwendungen mehrheitlich benützt wird, nützt den Kontrast, der aufgrund der je nach Gewebeart unterschiedlichen Absorption der Röntgenstrahlung entsteht. Dieser Absorptionskontrast ändert sich ungefähr mit Z 4 , wobei Z die Ordnungszahl der untersuchten Atome bezeichnet [20]. Dies erklärt die gute Sichtbarkeit von Knochen in Röntgenbildern oder CT-Aufnahmen, aber auch die schlechte Sichtbarkeit von Gewebe, das aus Elementen kleinerer Ordnungszahl besteht wie dies zum Beispiel Muskulatur oder Fett tun. Objekte, die lediglich schwach absorbieren, sind also durch absorptionsbasierte CT nur sehr schwer darstellbar. Abhilfe kann hier die Tatsache schaffen, dass die Röntgenstrahlung auch in schwach absorbierenden Objekten eine Phasenverschiebung erfährt. Diese ist (wie die Absorption) abhängig von der durch den Röntgenstrahl durchquerten Objektstruktur 17/31 und kann damit einen (Phasen)Kontrast liefern. Anstelle der Rekonstruktion der räumlichen Verteilung des komplexen Teils des Brechungsindex (Absorption) wird bei der Phasenkontrast-CT der Realteil des Brechungsindex zur Bildgebung verwendet. Verschiedene Methoden wurden entwickelt, um den Phasenkontrast mit Synchrotron- oder konventionellen Röntgenquellen nützen zu können [22]. Eine dieser Methoden ist die aus der Elektronenmikroskopie stammende Ptychographie, mit welcher an der Coherent Small-Angle X-ray Scattering (cSAXS) Beamline an der SLS erstmals eine Röntgentomographieaufnahme des LCN gemacht werden konnte [8]. Abbildung 11 zeigt den dabei verwendeten Messaufbau. Abbildung 11: Schematischer Aufbau der ptychographischen CT einer Knochenprobe (S). Das Röntgenlicht (X) trifft durch eine Lochblende (P) auf die Probe (S), wodurch ein Beugungsbild (D) entsteht. Die Probe (S) wird durch den Röntgenstrahl abgerastert, dann etwas gedreht und erneut abgerastert, bis die für eine tomographische Rekonstrukion nötigen Daten vorhanden sind. Kohärente, monochromatische Röntgenstrahlung wird durch eine Lochblende auf einen Durchmesser von etwa 2,3 μm beschränkt [8]. Dieser Strahl trifft auf das zu untersuchende Objekt, in diesem Fall auf eine zylinderförmige kortikale Knochenprobe eines Mäuseoberschenkels von ungefähr 35 μm Höhe und 25 μm Durchmesser [8]. Gemessen wird nun aber nicht die Strahlintensität unmittelbar nach der Probe, sondern das Beugungsbild im Fernfeld wie in Abbildung 11 gezeigt. Dies wurde für 704 über die Probe verteilte Punkte im Abstand von 1,2 μm wiederholt [8], wobei der dabei resultierende Überlapp für die Berechnung der gesuchten Phasen für die Ptychographie charakteristisch und zentral ist. Die auf diese Weise abgerasterte Probe wurde dann um 1° gedreht und erneut abgerastert und so weiter. Für die ganze Datenaufnahme und Rotation der Probe um 180° war eine Strahlzeit 18/31 von 36 h notwendig [8]. Nach der Rekonstruktion der Phaseninformation für jede Projektion, wurde für die tomographische Rekonstruktion eine standardmässige gefilterte Rückprojektion durchgeführt, um die 3D-Brechungsindexverteilung der Probe zu erhalten. So resultierte eine 3D-Abbildung der Knochenprobe und des LCN mit einer isotropen Voxelgrösse1 von 65 nm, die in Abbildung 12 gezeigt ist. Schön zu sehen sind die Teile von drei Osteozyt-Lakunen mit den dazugehörigen Kanalikuli, die als verbundene Kanäle erkennbar sind. Trotzdem eigenen sich diese Daten nur bedingt für eine weitere quantitative Untersuchung des LCN. Wenn wir von Kanalikuli Abbildung 12: 3D Visualisierung der untersuchten Knochenprobe. Die Knochenmatrix ist in transparenter Farbe wiedergegeben. Erkennbar sind Teile von drei OsteozytLakunen (L) und eine Vielzahl von Kanlikuli (K). mit Dicken von 100 nm ausgehen, werden diese lediglich durch 1-2 Voxel dargestellt. Verengungen oder dünnere Kanalikuli können mit dieser Auflösung eventuell gar nicht mehr dargestellt werden, wodurch die Morphologie des LCN nicht mehr korrekt wiedergegeben würde. Es sind also höhere Auflösungen notwendig, um eine akkurate Darstellung des LCN und eine aussagekräftige quantitative Analyse desselben zu erreichen [23]. Dies ist aber nach Wissen des Autors gegenwärtig mit SR CT nicht realisierbar. Eine alternative Bildgebungsmethode, mit der ebenfalls 3D-Bildgebung durchgeführt werden kann – aber mit deutlich höheren Auflösungen – ist die Elektronenmikroskopie. So ist in der Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) Tomographie mit Nanometerauflösung möglich [24]. Allerdings sind die dabei 1 Ein Voxel bezeichnet einen 3D Pixel (Datenpunkt). 19/31 untersuchten Volumina derart gering, dass TEM Tomographie für die Visualisierung des LCN nicht in Frage kommen kann. Anders verhält es sich da mit dem kombinierten Einsatz eines Focused Ion Beam mit einem Scanning Electron Microscope (FIB/SEM). Wie die Morphologie des LCN mit einem FIB/SEM in 3D erfasst werden kann, wird im folgenden Abschnitt diskutiert. 3.3. Focused Ion Beam und Scanning Electron Microscope (FIB/SEM) Wenn es um die Auflösung geht, dann ist ein Rasterelektronenmikroskop oder Scanning Electron Microscope (SEM) mit Auflösungen von bis zu weniger als 1 nm der Lichtmikroskopie oder der CT klar überlegen und übertrifft auch die Anforderungen zur Bildgebung des LCN um eine Grössenordnung. Allerdings handelt es sich bei SEM um eine zweidimensionale (2D) Bildgebungsmethode, die nur in Kombination mit anderen Techniken 3D-Daten liefern kann, wie das für das LCN wünschenswert ist. Eine Möglichkeit, die hier näher beleuchtet wird, ist der kombinierte Einsatz eines SEM mit einem FIB. Ein FIB funktioniert prinzipiell wie ein SEM, allerdings verwendet es anstelle eines Elektronen- einen Ionenstrahl. Dieser kann neben der Bildgebung auch eingesetzt werden, um eine Probe zu bearbeiten: Mit Hilfe des Ionenstrahls können zum Beispiel einzelne Schichten der Probe abgetragen werden. Ein FIB/SEM erlaubt so das abwechselnde Abtragen der Probe durch FIB und Abbilden durch SEM. Da Ionen- und Elektronenstrahl wie in Abbildung 13 einen Winkel zueinander einschliessen, muss die Probe während dem Abbildung 13: Schematische Darstellung der schichtweisen Bildgebung mit Hilfe eines FIB/SEM. Der Ionenstrahl (FIB) trägt die Probe Schicht für Schicht ab, während mit dem Elektronenstrahl (SEM) die aufeinander folgenden Schichten abgebildet werden. 20/31 konsekutiven Abtragen und Abbilden weder bewegt, noch gekippt werden, so dass ein präzise Datenaufnahme möglich ist. Die Auflösung der Bilder innerhalb einer Schicht ist durch das SEM bestimmt, während die Auflösung in Schichtrichtung durch die Abtragungspräzision des FIB gegeben ist. Auflösungen von 10 nm in Schichtrichtung sind heute Routine, wobei auch bessere Resultate erreicht werden können (nach [23]). Der aufgenommene Bilderstapel kann anschliessend elektronisch zu einem 3D-Volumen zusammengefügt und weiter bearbeitet werden. Im folgenden Abschnitt wird dieses Verfahren näher beschrieben und gezeigt, wie FIB/SEM erfolgreich auf eine Knochenprobe und die Bildgebung des LCN angewandt werden konnte (nach [23]). Knochen ist ein nicht leitendes, poröses Material. Dies muss berücksichtigt werden, wenn eine Knochenprobe mit Hilfe eines FIB/SEM abgebildet werden soll. Die beim SEM zur Bildgebung benutzten Elektronen können die Oberfläche einer nicht leitenden Probe aufladen, was Bildqualität und Kontrast negativ beeinflussen kann. Dies kann vermieden werden, indem die Probe mit einem leitenden Material beschichtet wird oder indem niedrige Beschleunigungsspannungen verwendet werden (nach [3]). Für die Bildgebung des LCN mit FIB/SEM ist es ausserdem vorteilhaft, den Knochen in ein Kunstharz einzubetten und die Porositäten zu Abbildung 14: SEM-Bilder eines Querschnitts eines Oberschenkelknochens einer Maus. Die für die FIB/SEM-Bildgebung ausgesuchte Region (ROI) ist mit immer grösser werdender Auflösung dargestellt. In Bild D sind die Querschnitte zweier Osteozyt-Lakunen erkennbar, die mit Hilfe von FIB/SEM abgebildet werden sollen. 21/31 infiltrieren. Auf diese Weise werden bessere Resultate beim Abtragen der Probenschichten durch FIB erzielt und ein guter Bildkontrast bei den SEM-Bildern erreicht (nach [23]). Bevor das FIB/SEM eingesetzt werden kann, muss eine geeignete Stelle innerhalb des Knochens (ROI) für die Bildgebung ausgesucht werden. Dazu wird eine Knochenprobe nach der Einbettung und Infiltration mit Kunstharz aufgeschnitten, poliert und mit einem SEM betrachtet, wie dies ist in Abbildung 14 dargestellt ist. in Abbildung 14D sind die Querschnitte zweier OsteozytLakunen zu erkennen, die mit Hilfe von FIB/SEM abgebildet werden sollen. Dazu wird die Probe nun, wie in Abbildung 13 schematisch gezeigt, im FIB/SEM für die Bildgebung vorbereitet, so dass die konsekutive Abfolge von Schichtaufnahme und – abtragung beginnen kann. Für das hier gezeigte Beispiel wurden 390 Schichten in einem Abstand von jeweils 29,5 nm (± 2 nm) aufgenommen. Dies resultierte in einem Gesamtvolumen von 19,0 μm x 14,3 μm x 11,5 μm. Für die Aufnahme eines Bildes wurden weniger als zwei Minuten benötigt, was in einer Gesamtaufnahmezeit von 15 h und 25 min für den ganzen Bildstapel resultierte (nach [23]). Abbildung 15 zeigt exemplarisch einige der aufgenommenen Bilder im jeweiligen Abstand von rund 1,5 μm. Klar zu erkennen sind die beinahe vollständig mit Kunstharz gefüllten, auch in Abbildung 14 gezeigten Osteozyt-Lakunen. Die weiteren in Abbildung 15 zu erkennenden, ebenfalls mit Kunstharz gefüllten Porositäten sind Querschnitte der Kanalikuli, welche die Lakunen miteinander verbinden. Die aufgenommenen Bilder wurden anschliessend zusammengefügt und weiter bearbeitet (Details zur Bildbearbeitung findet der interessierte Leser in [23] oder [25]), womit schliesslich ein 3D-Datensatz der untersuchten Region erzeugt werden konnte. Eine Visualisierung Abbildung 15: Mit FIB/SEM aufgenommene Schichtbilder der in Abbildung 14 gezeigten ROI. Zwischen den einzelnen Aufnahmen liegen 50 Schichten oder rund 1,5 μm. 22/31 des Datensatzes (Voxelgrösse 18.6 nm x 18.6 nm x 29.5 nm) ist in Abbildung 16 gezeigt. Klar zu erkennen sind die beiden angeschnittenen Osteozyt-Lakunen (gelb), welche durch eine Vielzahl von Kanalikuli (grün) miteinander verbunden sind. Neben der rauen Oberfläche der Kanalikuli ist auch erkennbar, dass sich Kanalikuli verzweigen können. Mit Hilfe des 3D-Datensatzes kann nun die Morphologie des LCN quantitativ untersucht werden. Dies wurde für den hier abgebildeten Teil des LCN für verschiedene Parameter gemacht. So wurde zum Beispiel der am Häufigsten vorkommende Kanalikulidurchmesser auf ungefähr 80 nm und die Anzahl Kanalikuli pro Lakune auf ungefähr 78 bestimmt [23]. Allerdings ist die Untersuchung von grösseren Volumina mit Hilfe von FIB/SEM ist nötig, um diese Werte zu bestätigen. Schon eine Knochenprobe von etwa 40 μm x 40 μm x 40 μm sollte es erlauben, zwei Osteozyt-Lakunen vollständig abzubilden und zu quantifizieren, was noch aussagekräftigere Resultate ermöglichen würde. Ausserdem ist mit dieser Methode nun die Grundlage geschaffen, um die Abhängigkeit der genannten Werte (und allgemein der Morphologie des LCN) vom Ort, Alter und Gesundheitszustand der betrachteten Knochenprobe untersuchen zu können (nach [23]). Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass es mit Hilfe von FIB/SEM 1000 nm Abbildung 16: 3D Visualisierung des LCN, wie es mit Hilfe von FIB/SEM aufgenommen wurde. Die beiden Osteozyt-Lakunen (gelb) sind durch Kanalikuli (grün) miteinander verbunden. 23/31 erstmals gelungen ist, das LCN mit ausreichender Auflösung zu untersuchen, so dass die Morphologie des LCN nun zuverlässig dargestellt und auch quantifiziert werden kann. Allerdings hat auch FIB/SEM seine Limitationen. So handelt es sich im Gegensatz zur CT um eine destruktive Methode, bei welcher die abgebildete ROI anschliessend nicht mehr für weitere Untersuchungen zur Verfügung steht. Die in dieser Arbeit präsentierten Bildgebungsmethoden werden im nachfolgenden Kapitel weiter verglichen und die zentralen Punkte der Arbeit werden zusammengefasst. 24/31 4. Schlussfolgerung In dieser Arbeit wurden nach den biologischen Grundlagen des LCN verschiedene Methoden zu dessen Bildgebung vorgestellt. Während CLSM und auf Absorption beruhende CT nicht die nötige Auflösung zur Bildgebung des LCN verfügten, konnten mit Hilfe von ptychographischer CT und von FIB/SEM Abbildungen des LCN erzeugt werden. Beide Methoden liefern 3D-Daten, welche eine Analyse der Morphologie des LCN erlauben. Allerdings ist ptychographische CT momentan nur bedingt zur Analyse des LCN geeignet. Mit einer Auflösung von gegenwärtig etwa 65 nm werden Kanalikuli lediglich durch wenige oder nur durch ein bis zwei Voxel dargestellt. Im schlimmsten Fall werden eigentlich verbundene Kanalikuli sogar als getrennt dargestellt, wodurch die Morphologie des abgebildeten LCN nicht mehr mit dem tatsächlich in der Probe vorhandenen übereinstimmen würde. Besser präsentiert sich die Situation bei FIB/SEM, mit dessen Hilfe das LCN ohne unterbrochene Kanalikuli dargestellt werden konnte. Da mit FIB/SEM nicht nur Volumen relevanter Grösse abgebildet werden können, sondern auch Voxelgrössen von 5-10 nm möglich sind (nach [23]), erfüllt FIB/SEM die Anforderungen, um das LCN quantitativ und in 3D erfassen zu können. Interessant scheint auch eine Kombination von SR CT und FIB/SEM, bei welcher zuerst die Morphologie des LCN eines grösseren Gebiets bestmöglich erfasst würde, um dann einzelne Regionen gezielt mit FIB/SEM zu untersuchen. Mit weiteren Fortschritten in der SR CT sollte die Bildgebung des LCN aber auch mit dieser Technik in Griffnähe kommen. Mit der hier präsentierten Methode zur Bildgebung des LCN mittels FIB/SEM ist die Grundlage geschaffen, die Morphologie des LCN quantitativ beschreiben zu können. Die Morphologie des LCN beeinflusst direkt die Art und Weise, wie mechanische Belastung in unserem Knochen wahrgenommen und weiter geleitet wird. Mit Kenntnis der Morphologie des LCN können diese Mechanismen besser verstanden werden. Ausserdem können Zusammenhänge zwischen der Morphologie des LCN und gesundem sowie pathologischem Knochengewebe hergestellt werden, um damit mögliche Behandlungsansätze von Knochenkrankheiten besser beurteilen zu können. Die Bildgebung des LCN mittels FIB/SEM oder SR CT wird sich allerdings aufgrund des grossen zeitlichen und finanziellen Aufwands – von der benötigten Infrastruktur gar nicht zu sprechen – auf die Forschung beschränken. Der zur Bildgebung des LCN notwendige Aufwand macht es ausserdem schwierig, dieses Thema direkt in 25/31 den Unterricht einzubinden oder zu diesem Thema eine Maturaarbeit durchzuführen. Trotzdem gibt verschiedene es für den Physik-, Anknüpfungspunkte: Mathematik- Erzeugung von oder Informatikunterricht Röntgenstrahlung mittels Röntgenröhre oder Synchrotron, relativistische Effekte der Synchrotronstrahlung (siehe z.B. [26]), CT als Anwendung der Fourier-Transformation, Filterung und Bildbearbeitung (Image Processing). Der interessierte Leser findet im Anhang weitere Links und Literatur zu den genannten Themen und zu den zentralen Inhalten dieser Arbeit. 26/31 5. Literaturverzeichnis 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. Cowin, S.C., Bone mechanics handbook. 2nd ed. 2001, Boca Raton, Fla.: CRC. 1 vol. Zilles, K. and B. Tillmann, Anatomie, Heidelberg: Springer. 1022. 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Referenzen aller Abbildungen Abbildung 1: http://de.wikipedia.org/wiki/Knochen Abbildung 2: http://en.wikipedia.org/wiki/Bone (links), http://highered.mcgrawhill.com/sites/0072507470/student_view0/chapter6/multiple_choice_qui z_1.html (rechts unten), [27] (rechts oben) Abbildung 3: http://www.ilsb.tuwien.ac.at/~daxner/ictam-projekt/monatsprojekt.html Abbildung 4: http://www.kgu.de/zmorph/histopatho/histo4/pub/data/km/de/001_f.html Abbildung 5: Selbst gezeichnet ([3]) Abbildung 6 http://www.nature.com/pcan/journal/v7/n2/full/4500705a.html Abbildung 7: [6] Abbildung 8: Institut für Biomechanik, ETH Zürich, Vorlesungsnotizen Micro- and Nano-Tomography of Biological Tissues, Prof. Ralph Müller Abbildung 9 [28] Abbildung 10 http://de.wikipedia.org/wiki/Konfokalmikroskop Abbildung 11: [8] Abbildung 12: [8] Abbildung 13 : [29] Abbildung 14: [23] Abbildung 15: Institut für Biomechanik, ETH Zürich, Vorlesungsnotizen Micro- and Nano-Tomography of Biological Tissues, Dr. Philipp Schneider Abbildung 16: [23] 29/31 Eidesstattliche Erklärung Hiermit bestätige ich, die hier vorliegende Arbeit selbständig verfasst und alle von mir verwendeten Quellen aufgeführt zu haben. Matias Meier, Winterthur, 12.10.2011 30/31 Anhang: Weiterführende Links und Literatur Knochenbiologie und Osteoporose Ein guter Einstieg in die Knochenbiologie ist das „Bone Curriculum“ der American Society of Bone and Mineral Research“ http://depts.washington.edu/bonebio/ASBMRed/ASBMRed.html Eine sehr gute und auf dem neusten Stand gehaltene Seite zum Thema Osteoporose ist „Osteoporosis and bone physiology“ der University of Washington. http://courses.washington.edu/bonephys/index.html Ein Standardwerk zur Knochenbiologie und den mechanischen Eigenschaften von Knochen ist das „Bone Mechanics Handbook“ [1]. Bildgebungsmethoden Ein Standardwerk zur CLSM ist das „Handbook of Biological Scanning Microscopy“ von James B. Pawley [11]. “Principles of Computerized Tomographic Imaging” [21] bietet einen guten Einblick in die mathematischen Grundlagen der CT. „Computertomographie“ [14] bietet einen Einblick in die technischen und physikalischen Grundlagen der CT und der Gerätetechnologie. Zu FIB/SEM: „Review of FIB-Tomography” [30]. Bildgebung des LCN und CT von Knochen Der aktuelle Stand (2010) der 3D-Bildgebung des LCN ist im Review „Towards quantitative 3D imaging of the osteocyte lacuno-canalicular network“ [3] zusammengefasst. Bildgebung des LCN mit ptychographischer CT [8] und mit FIB/SEM [23]. Review zur Bildgebung von Knochen mit CT “hierarchical microimaging of bone structure” von Prof. Ralph Müller, Institut für Biomechanik, ETH Zürich [18]. Image Processing Informationen zur Bildbearbeitung, wie sie für eine quantitative Analyse wichtig ist finden sich im „The Image Processing Handbook“ [25]. 31/31