Europaschulen - Mariengymnasium Warendorf

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Europaschulen
Steigerung sprachlicher und interkultureller Kompetenzen
Kurze Schulgeschichte
Das Mariengymnasium Warendorf (MGW) ist ein städtisches Gymnasium für Mädchen und
Jungen aus Warendorf und Umgebung. Die z. Zt. 875 Schülerinnen und Schüler werden von
55 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. In diesem Schuljahr werden 8 Referendarinnen und
Referendare ausgebildet.
Unter der Trägerschaft des „Schulvereins zu Warendorf“ wurde das Mariengymnasium als
Höhere Töchterschule am 28.11.1906 gegründet.
Bereits 1907 wird der Unterricht aufgenommen.
1928 wird die Marienschule, wie sie inoffiziell seit 1910 heißt, Lyzeum und vergibt nach dem
10. Schuljahr die Mittlere Reife.
1941 entlässt die Oberschule für Mädchen ihre erste Abiturientia.
1986 wird am Mariengymnasium, wie die Marienschule sich inzwischen nennt, die
Koedukation eingeführt.
Seitdem ist das Mariengymnasium gleichermaßen offen für Mädchen und Jungen.
Im zurückliegenden Schuljahr hat das Mariengymnasium sein 100 jähriges Bestehen gefeiert.
Am offiziellen Festakt am 8. Juni 2007 nahmen Vertreter der sechs Partnerschulen des
Mariengymnasiums aus England, Frankreich, Italien, Litauen, Schweden und der Türkei teil.
Vier Schulen waren durch ihre Schulleiterin (Italien) und Schulleiter (England, Schweden,
Türkei) repräsentiert.
Höhepunkt und Abschluss des Schuljubiläums bildete eine Fahrt der ganzen Schulgemeinde
nach Rom. An dieser Jubiläumsreise im Oktober 2007, die intensiv im Unterricht vor- und
nachbereitet wurde, nahmen ca. 1050 Schüler, Eltern und Lehrer teil.
Unser Leitbild
Unsere Schule ist ein Ort, an dem wir über Jahre hinweg einen Großteil unseres Tages
verbringen, zusammen leben, lernen und arbeiten wollen.
Dazu schaffen wir uns eine Atmosphäre der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, der Fairness
und Rücksichtnahme, der Offenheit und Toleranz.
Wir alle, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
und Eltern, treten am
Marien – Gymnasium – Warendorf (MGW)
ein für die Leitgedanken:
MENSCHLICH – GEMEINSCHAFTLICH – WELTOFFEN.
Neben diesen Leitgedanken besteht in der Schulgemeinschaft Konsens darüber, dass in der
Welt, in der wir leben, persönliche und soziale Kompetenzen von großer Wichtigkeit sind.
Eigenständiges Denken, Konfliktfähigkeit und Teamgeist sind wichtige Grundlagen für privaten
und beruflichen Erfolg.
Wir schaffen Ausgangsbedingungen für Wachheit und Weltoffenheit. Darum pflegen wir
intensive Schulpartnerschaften, Schüleraustausche und Freundschaften mit mehreren
europäischen Schulen. Diesen internationalen Begegnungen misst das
Mariengymnasium eine große Bedeutung zu. Im Rahmen des europäischen
Einigungsprozesses und der Entwicklung hin zu einer globalisierten Welt tragen solche
Kontakte dazu bei, Vorurteile abzubauen und nationalistischen Bestrebungen Toleranz
und Völkerverständigung entgegenzusetzen. Auf die Verankerung der Begegnungen im
Unterricht legen wir großen Wert.
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A: Begründung der Erfüllung obligatorischer Kriterien
1. Erweitertes Fremdsprachenangebot
Das im Folgenden beschriebene Sprachprofil bezieht sich auf das Sprachangebot im
verkürzten Bildungsgang des Gymnasiums und in der neuen gymnasialen Oberstufe (G8).
Das Mariengymnasium setzt in der Jahrgangsstufe 5 den Unterricht in der ersten
Fremdsprache Englisch (aus der Grundschule) fort.
In den Jahrgangsstufen 5 und 6 wird das Fach Englisch eine Wochenstunde mehr als in der
Stundentafel vorgesehen unterrichtet. Diese Maßnahme dient einerseits der individuellen
Förderung der Schülerinnen uns Schüler, andererseits soll durch den Einsatz von
Zusatzmaterialien, die das Lehrbuch überschreiten, die sprachliche Kompetenz der
Schülerinnen und Schüler insgesamt gefördert und so auch die Arbeit innerhalb des
bilingualen Moduls (s. u.) umfassend unterstützt werden.
Ab Jahrgangsstufe 6 stehen als zweite Fremdsprache Französisch oder Latein zur Wahl.
Als dritte Fremdsprache können im Differenzierungsbereich ab Jahrgansstufe 8 Schülerinnen
und Schüler, die als zweite Fremdsprache Latein gewählt haben, noch Französisch erlernen,
bzw. diejenigen, die sich für Französisch als zweite Fremdsprache entschieden haben, noch
Latein hinzunehmen (3-4stündig).
In der kommenden Jahrgangsstufe 8 (erstmals nach G8 / s. o.) im Schuljahr 2008 / 2009 wird
im Differenzierungsbereich ein Russischprojekt (Sprache und Landeskunde / 2stündig)
angeboten, um insbesondere verbesserte Voraussetzungen für einen späteren
grundlegenden Spracherwerb (in der Sekundarstufe II) zu schaffen.und den Neigungen der
Schülerinnen und Schüler entgegen zu kommen.
In der Oberstufe (noch nach G9) wird seit Jahren am Mariengymnasium das Fach Italienisch
in Grund- und Leistungskursen angeboten. Dieses Angebot wird auch in der neuen Oberstufe
(G8) in Kursen auf erhöhtem bzw. grundlegendem Anforderungsniveau fortbestehen. Gleiches
gilt für die Sprachen Englisch und Französisch.
Durch die Kooperation mit den beiden benachbarten Gymnasien in der gymnasialen
Oberstufe können auch Russisch oder Spanisch erlernt werden. Schülerinnen und Schüler
des Mariengymnasiums können in der Sekundarstufe II dort auch, wenn bisher noch nicht
gewählt, Französisch und Latein als neueinsetzende Fremdsprache belegen.
Dieser im Schulprogramm des Mariengymnasiums verankerte Schwerpunkt eines
breitgefächerten Sprachenangebotes ist verbunden mit vielfältigen Austauschveranstaltungen
mit europäischen Ländern und mit sprachlich-kulturell ausgerichteten Projektfahrten, weiteren
außerunterrichtlichen interkulturellen Projekten und Veranstaltungen.
2. Bilinguale Angebote (bilingualer Zweig oder bilinguale Module)
Am Mariengymnasium werden im Geschichtsunterricht der Jahrgangsstufe 6 bilinguale
Module eingesetzt. Ausgesuchte Unterrichtssequenzen des Geschichtsunterrichts werden in
der Arbeitssprache Englisch durchgeführt.
Die Auswahl der Inhalte entspricht den curricularen Anforderungen des Fachs Geschichte.
Methodisch wird vorwiegend auf aus dem Englischunterricht bekannte Techniken
zurückgegriffen, wobei gerade zu Beginn bildgesteuerte Übungen überwiegen. Bewertet
werden – anders als im Englischunterricht - primär nicht sprachliche Verstöße, sondern die
fachlichen Leistungen.
Auf der Grundlage eines vereinfachten Ausschnitts aus dem englischen Jugendbuch „In the
Beginning“ von John Christopher werden Jung- und Altsteinzeit kontrastiert.
Im Rahmen des Projektes „Griechische Sagen“ (beteiligte Fächer: Deutsch und Geschichte)
wird der Kampf um Troja aus dem „Usborne Book of Legends“ thematisiert.
Die Behandlung der Römer wird durch eine Sequenz „Die Römer in Britannien“ in der
Arbeitssprache Englisch ergänzt.
Dieses Angebot der bilingualen Module wird in den weiteren Jahrgangsstufen der
Sekundarstufe I in wechselnden Fächern fortgesetzt. Z. Zt. sind die Fächer Erdkunde, Sport
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und Biologie daran beteiligt. Materialien dazu werden größtenteils eigenständig weiter
entwickelt und evaluiert, da nur wenige von Verlagen angebotene Materialien sich als
geeignet und tragfähig genug erwiesen haben.
Ziel des bilingualen Unterrichts ist neben der Erweiterung der Sprachkompetenz unserer
Schülerinnen und Schüler auch die Vertiefung des Verständnisses für die Geschichte und
Kultur unseres britischen Nachbarn. Zudem ist es für die Schülerinnen und Schüler
motivierend zu erfahren, dass sie auch schon außerhalb des Fremdsprachenunterrichts
erfolgreich die erlernte Fremdsprache einsetzen können. Spätestens während des
gegenseitigen Schulaustausch mit der englischen Partnerschule Churcher’s College
Petersfield (England / Hampshire) in der Jahrgangsstufe 9 (s. u.) werden sie diese Erfahrung
machen können.
3. Internationale Projekte und Partnerschaften
3. 1 Internationale Projekte
Seit 1983 ist ein integraler Bestandteil der Oberstufenarbeit am Mariengymnasium die
Auseinandersetzung mit dem Thema „Europa“ im Bereich der Gesellschaftswissenschaften
sowohl in unterrichtlichen als auch in außerunterrichtlichen Veranstaltungen.
Von 1983 bis 1989 fanden jedes Jahr einwöchige politische Seminare für die gesamte
Jahrgangsstufe 11 (mit ca. 80 – 100 Schülerinnen und Schülern) in Duderstadt unter dem
Leitthema: „Die deutsch-deutschen Beziehungen“ statt.
Ziel dieser Seminare war eine systematische und anschauliche Auseinandersetzung mit der
Teilung und politischen Realität der zwei deutschen Staaten und ihrer besonderen Rolle in
Europa.
Hierzu gehörte auch jeweils ein eintägiger, für die Schülerinnen und Schüler ganz besonders
eindrucksvoller Besuch der ostdeutschen Städte Wernigerode und Halberstadt.
Mit der Vereinigung der beiden Staaten entschied sich die Fachschaft Sozialwissenschaften,
die Seminare mit unterschiedlichen europäischen Themen weiter zu führen.
1989 fand eine erste Begegnung in Duderstadt mit Schülerinnen und Schülern aus der DDR
statt, um mit ihnen die neue Rolle Deutschlands zu diskutieren.
Dies wurde 1990 in Waren und Rostock fortgesetzt.
Ab 1991 bis in die Gegenwart werden diese politischen Seminare nach wie vor einwöchig in
Eigenverantwortung des Mariengymnasiums mit unterschiedlichen europäischen Themen in
verschiedenen europäischen Städten durchgeführt, dies teils auch mit
Begegnungsveranstaltungen, an denen andere europäische Schülerinnen und Schüler
teilnehmen.
So waren 1992 in Kleve und 1993 in Nimwegen holländische Schülerinnen und Schüler am
Programm beteiligt.
1994 fand ein gemeinsames Seminar mit italienischen, holländischen und deutschen
Schülerinnen und Schülern in Straßburg statt.
Ziel dieser Seminare war und ist es, die Schülerinnen und Schüler vor Ort mit zentralen
europapolitischen Fragen zu konfrontieren, europäische Institutionen kennen zu lernen und
mit den Menschen, die den europäischen Integrationsprozess mitentscheiden, zu diskutieren.
Insbesondere in Straßburg, Brüssel und Maastricht haben die verschiedenen
Schülergenerationen in den vergangenen 17 Jahren die Entwicklung der europäischen
Staatengemeinschaft, ihre politischen, historischen und kulturellen Ausprägungen kennen
gelernt und kritisch begleitet.
Aufgrund der politischen Entwicklung der EU in dem angesprochenen Zeitraum haben sich
auch von Jahr zu Jahr die inhaltlichen Schwerpunkte verschoben: Von Fragen des
europäischen Binnenmarktes über europäische Verkehrs- und Umweltpolitik, der Asyl- und
Zuwanderungspolitik, der Einführung einer gemeinsamen Währung bis hin zur Ost- und
Süderweiterung.
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Aber auch didaktisch und methodisch sind diese Veranstaltungen immer weiter entwickelt
worden mit dem Ziel, die selbständige Auseinandersetzung mit einzelnen Themen und
kleineren Projekten zu fördern.
Eine besondere methodische Rolle spielten in den Seminaren immer wieder Planspiele.
Um die Entscheidungsprozesse in der EU für die Schülerinnen und Schüler nachvollziehbarer
zu machen, hat sich diese Methode als besonders effizient herausgestellt.
Während des Planspiels haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich aktiv mit
den Chancen und Herausforderungen der EU-Erweiterung auseinanderzusetzen. Sie können
die politischen Entscheidungsprozesse und Aufgaben der EU-Institutionen nachvollziehen.
Dabei spielen sie die Verhandlungen bis zum Beitritt in vereinfachter Form nach. So werden
sie zu Vertretern einer europäischen Institution (z. B. Europa-Parlament, Europäische
Kommission, Europäischer Rat), eines Mitgliedsstaates, eines Beitrittskandidaten oder der
Presse.
In verschiedenen Phasen mit möglichst realistischen Verhandlungen zwischen den Fraktionen
und Institutionen wird der ergebnisoffene Prozess bis zur Entscheidung durchgeführt.
Im Jahr 2008 sollen die Schülerinnen und Schüler sich konkret mit den Vertretungen der
einzelnen Mitgliedsstaaten vor Ort auseinandersetzen und deren europäische Interessenlage
erforschen. Hierbei erhoffen wir uns, dass auch eine wieder stärkere fremdsprachliche
Komponente in das Konzept eingearbeitet werden kann und somit der Aspekt des
interkulturellen Lernens noch stärker zum Tragen kommt.
3. 2 Projektorientierte Partnerschaften
Das Mariengymnasium Warendorf arbeitet seit drei Jahren im COMENIUS-Projekt: „Gesunde
Umgebung, sichere Schule, schöpferische Kraft“ mit drei weiteren Schulen zusammen:
Mittelschule von Alfonsas Lipiunas in Panevezys (Litauen),
Strömstadgymnasium in Strömstad (Schweden) und
Atatürk Anadolu Meslek Teknik ve Endüstri Meslek Lisesi Müdürlügü in Eskisehir (Türkei).
Dieses Projekt startete 2005 und wird zunächst bis zum Jahr 2008 fortgeführt werden.
Im Rahmen dieses Projekts wird ein erweiterter Gesundheitsbegriff verwendet (nach dem
salutogenetischen Ansatz nach Antonovsky). Es geht dabei insbesondere um die Erziehung
zu ökologischer Denkweise, Erziehung zur gesunden Lebensführung (insbesondere
Ernährung) und Aufklärung und Prävention bezüglich Sucht und Mobbing.
Eine Weiterführung des COMENIUS-Projektes unter inhaltlicher Neukonzeption ist über das
Jahr 2008 hinaus vorbereitet. Der Antrag ist inzwischen gestellt. Der Themenschwerpunkt
des Projektes lautet: Schulen auf dem Wege nach Europa.
Nähere Informationen hierzu unter:
www.mariengymnasium-warendorf.de/comenius/index.html
Hintergund der COMENIUS-Projekts
Das Mariengymnasium ist seit längerem Mitglied im nordrhein-westfälischen Netzwerk
Bildung und Gesundheit OPUS. Eine vertiefende Information über die OPUS-Aktivitäten des
Mariengymnasiums kann im Flyer der Schule nachgelesen werden. Bei der Zusammenarbeit
im europäischen Rahmen ist daran gedacht, durch Gedanken- und Konzeptaustausch
voneinander zu lernen und eine europäische Perspektive zu entwickeln.
Ein wesentliches Ziel bei der Teilnahme am COMENIUS-Projekt ist es, insbesondere das
bereits begonnene Projekt „Gute, gesunde und umweltfreundliche Schule“ weiterzuentwickeln
und aus internationaler Perspektive zu lernen, gleichzeitig dabei aber auch unsere
Erfahrungen aus der OPUS-Arbeit an die Partner weiterzugeben. Der Zusammenhang von
Umwelt, Bildung und Gesundheit soll auch auf europäischer Ebene erarbeitet werden. Die
Aufbereitung der Informationen zu einem Informationspool ist dabei ein wichtiger Schritt.
Konkrete Aktivitäten im COMENIUS-Projekt
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a) Gesunde Ernährung
In Warendorf stand für das Mariengymnasium zu Anfang das Thema „Gesunde Ernährung“ im
Mittelpunkt des COMENIUS-Projektes. Insbesondere die Kolleginnen und Kollegen aus dem
Fach Biologie wurden dabei vertieft befähigt, auf dem neuesten Stand der
Ernährungswissenschaften zu unterrichten (Lehrerfortbildung, -weiterbildung; Präsentation
der Ergebnisse im Internet). Dabei gab es eine Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Heseker vom
Departement für Ernährung und Verbraucherbildung der Universität Paderborn. Auch andere
Fächer (Chemie, Kunst, Informatik, Sport) waren bei der Projektdurchführung beteiligt. Die
Ergebnisse der Schulungen und Lehrerfortbildungen wurden mit den Projektpartnern
kommuniziert, so dass es zu einem regen Meinungsaustausch kam.
Das Thema „Gesunde Ernährung“ ist eingebettet in das Thema „Gesunde Lebensweise“. Alle
Projektpartner informierten sich fachlich und studierten die Traditionen und Veränderungen
des Essverhaltens in ihren jeweiligen Heimatländern und teilten ihren Partnern per e-mail
oder Telefonkonferenz ihre Ergebnisse mit. Dabei wurden auch gesunde Rezepte
ausprobiert, präsentiert und ausgewählt. Bei jedem internationalen Meeting wurden die Gäste
aus den anderen Ländern in den Gastfamilien und in den Schulen mit gesunden traditionellen
Gerichten bewirtet. Alle Projektpartner halten es für sehr wichtig, dass gesunde
Ernährungstraditionen erhalten bleiben bzw. neu entwickelt werden und für Jugendliche
attraktiv sind.
In diesem Zusammenhang lernten und erprobten Jungen und Mädchen Prinzipien und Praxis
der Zubereitung gesunder Ernährung. Sie organisierten kleinere Ausstellungen und tauschten
Erfahrungen mit den Partnern aus. Wesentliche Ergebnisse wurden auch im Internet
präsentiert. (Schaffung eines Informationszentrums bzw. Forums für Gesundheitsförderung
und Ökologie).
Am Ende des Projekts ist in Kooperation mit den internationalen Projektschulen ein
internationales Kochbuch erstellt worden. In diesem Kochbuch befinden sich 3 bis 4 einfache
nationale Gerichte aus den beteiligten Ländern.
Diese Gerichte sollen
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

gesundheitswissenschaftlichen Ansprüchen genügen
regionale Aspekte und Traditionen berücksichtigen
möglichst kein Schweinefleisch verwenden (d.h. religiöse Aspekte berücksichtigen)
einfach für Schüler zuzubereiten sein und
dadurch eine Hilfe und Anregung für Schülerinnen und Schüler darstellen
Dieses Kochbuch ist kreativ und künstlerisch gestaltet worden.
b) Gesundes Wasser
In den Bereich „Gesunde Ernährung“ gehört auch das Thema „Gesundes Wasser“. An allen
Schulorten wurden Wasserproben von Leitungs-, Brunnen- und Flusswasser entnommen und
bezüglich pH-, Nitrat-, Nitrit- und Phosphatwert analysiert. Die gewonnenen Ergebnisse
wurden von den beteiligten Schülerinnen und Schülern in eine Powerpoint-Präsentation
umgesetzt; die Frage nach der Genießbarkeit und der Gesundheit des Wassers stand dabei
im Mittelpunkt.
Das Fach Kunst erstellte in diesem Zusammenhang „Wasserbilder“ (z.B. in Warendorf Bilder
der Ems, Bilder zur Verschmutzung des Wassers).
Insgesamt soll durch dieses Projekt in den beteiligten Schulen eine gesundheitsförderliche
Lebensweise angeregt werden.
c) Soziales Lernen und Gesundheit
Gesundheitsförderung umfasst auch den Bereich des sozialen Lernens. Hierzu gehört vor
allem die Vermeidung von Mobbing, besser „verletzendes Handeln“ genannt. Denn
„verletzendes Handeln“ macht krank.
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Im Rahmen des COMENIUS-Projektes ging es um die Vermeidung von „verletzendem
Handeln“. Am Anfang stand eine Orientierungsphase, die eine Bestandsaufnahme des IstZustands beinhaltete. In Warendorf wurde hierzu in Zusammenarbeit mit der Universität
Münster (Prof. Dr. Sanders) ein Fragebogen entwickelt. Nach Durchführung der Befragung in
allen Klassen und Jahrgangsstufen am Mariengymnasium wurden die Ergebnisse dem
Kollegium auf einem pädagogischen Tag durch Prof. Dr. Sanders und seine Mitarbeiter
vorgestellt, Konsequenzen diskutiert und Handlungsstrategien entwickelt. Zusätzliche
Hilfestellung gab es durch eine OPUS-Fortbildung für die Beratungslehrerinnen und
Beratungslehrer, die im Oktober 2006 stattfand.
Der in Warendorf entwickelte Fragebogen ist an allen Projektschulen eingesetzt und
ausgewertet worden. Auch eine kreative Umsetzung des Themas Mobbing (Bilder, Plastiken)
wurde an allen Schulen durchgeführt.
Auf einem der nächsten Projekttreffen (Schweden, Frühjahr 2008) sollen die Ergebnisse des
Fragebogens in summarischer Form miteinander verglichen werden (z.B. Methoden der
Verletzung, Umfang des verletzenden Handelns usw.). Dabei sollen auch die daraus
abzuleitenden pädagogischen Konsequenzen diskutiert werden.
In den Klassen in Litauen, in Schweden, der Türkei und in Deutschland wurden auf der Basis
der Umfrageergebnisse Klassengespräche geführt zum Thema „Verletzendes Handeln“. Ziel
ist es, in den Klassen Regeln für den sinnvollen Umgang miteinander und für soziales
Miteinander zu entwickeln. In jeder einzelnen Schule sollen anschließend diese Klassenregeln
zu Schulregeln zusammengeführt werden. Diese Schulregeln werden danach zwischen den
beteiligten COMENIUS-Schulen besprochen und diskutiert. Vision ist es, eine gemeinsame,
internationale Erklärung zum sozialen Lernen und zur Vermeidung verletzenden Handelns zu
erarbeiten und gemeinsam bei dem abschließenden Projekttreffen zu veröffentlichen.
d) Weitere COMENIUS-Aktivitäten am Mariengymnasium und den Partnerschulen
Am Mariengymnasium Warendorf werden sämtliche Projekte, die im Bereich Kreativität und
Entwicklung zu einer guten und gesunden Schule durchgeführt werden, in den COMENIUSProzess eingebracht. Dazu gehören unter anderem eine Neugestaltung des Schulhofs, AIDSund Suchtprävention (z.B. der BE SMART-Wettbewerb) und vieles andere mehr. Auch über
diese Projekte gibt es einen regen Informationsaustausch mit den Partnerschulen, die bei den
regelmäßig stattfindenden Projektbegegnungen thematisiert werden.
e) Zusätzliche aus COMENIUS erwachsene Projekte
Das COMENIUS-Projekt und seine inhaltlich orientierten Projekte ermöglichten in der
Vergangenheit eine gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit (siehe oben).
Über die reine COMENIUS-Arbeit hinaus entwickelten sich insbesondere über die
persönlichen Freundschaften zusätzliche Aktivitäten. So kommt es z. B. ausgehend von der
Konzeption der Gesundheitsförderung im Fach Sport mit dem Strömstadgymnasium im
Frühjahr 2008 zu einem Projekt „Kanufahren“. Der Gegenbesuch der schwedischen Schule im
Herbst in Warendorf ist z. Zt. noch in Planung. Die Sportschule der Bundeswehr in Warendorf
ist daran beteiligt.
3.3. Austauschprogramme mit inhaltlichen Zielen
Im Rahmen seines erweiterten Fremdsprachenangebotes Englisch, Französisch und
Italienisch (siehe unter A 1) unterhält das Mariengymnasium seit Jahren Partnerschaften zu
Schulen in drei Ländern.
Unsere Partnerschulen sind:
 Churcher’s College, Petersfield / England
 Istituto Magistrale Statale „Contessa Tornielli Bellini“, Novara / Italien
 College Alienord d’Aquitaine, Bordeaux / Frankreich
Ein Austausch mit Besuch und Gegenbesuch findet jährlich in unterschiedlichen Klassen- und
Jahrgangsstufen statt:
- der Austausch mit Frankreich in Klasse 8,
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- der Austausch mit England in Klasse 9
- der Austausch mit Italien in der Jahrgangsstufe 11/12.
Allen Austauschprojekten ist gemeinsam, dass alle drei sprachlich und inhaltlich im Unterricht
vor- und nachbereitet werden. Diese Vorbereitung dient vorrangig der Steigerung der
kommunikativen Kompetenz in Alltagssituationen.
Die inhaltliche Ausrichtung der drei Austauschprogramme ist grundsätzlich projektorientiert,
sowohl in Vorbereitung als auch in der Durchführung und der Nachreflexion.
So werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Englandaustausch in einer zusätzlichen
Arbeitsgemeinschaft über die
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
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Partnerschule und ihre Geschichte,
die Familien und das Familienleben der Austauschpartner,
die Landschaft Hampshire,
die Bedeutung der Hafenstadt Portsmouth,
die internationale Metropole London
etc.
unterrichtet und erarbeiten sich selbst weitere Informationen.
Kontakte zu den Austauschpartnern werden schon einige Monate vorher über das Internet
aufgenommen.
In der Vergangenheit waren an dieser Vorbereitung Assistant-Teachers aus Petersfield
beteiligt. Ein COMENIUS-Assistent ist für das kommende Schuljahr erneut beantragt.
Zum zweiten Mal wird der Englandaustausch im April / Mai 2008 mit einem Musikprojekt
verbunden sein. Englische und deutsche Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und
Schüler musizieren während der Besuchswochen im April 2008 ( in Warendorf und
Petersfield) gemeinsam.
Das integrierte Musikprojekt wird jeweils durch eine gemeinsame Aufführung abgerundet.
Der Frankreichaustausch mit Bordeaux ist in der Regel thematisch zweifach ausgerichtet.
Einerseits ist das Schulsystem der beiden Länder, seine Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Projektthema,
andererseits stehen die kulturellen, geografischen und ökonomischen Schwerpunkte der
beiden Regionen im Zentrum. So waren bisher Projektthemen:




Bordeaux, seine Schlösser und Herrensitze;
Bordeaux, Zentrum des Weinbaus
Das Münsterland, seine Wasserburgen und bäuerlichen Herrensitze
Das Münsterland – ein Agrarland
Durch gezielte Exkursionen wurden diese Themenbereiche vor Ort exemplarisch
veranschaulicht.
Der Austausch mit Italien kann inzwischen auf eine 15-jährigeTradition zurückblicken.
Beispielhaft seien aus dieser Zeit einige Projektthemen genannt:




Die Römer (Aosta / Kalkriese und Haltern)
Wohnen zur Zeit der industriellen Revolution (Mailand / Ruhrgebiet)
Reisanbau am Po – Milchwirtschaft in Westfalen
Autoindustrie (Fiat) – Bergbau
Der Besuch der italienischen Partner im Dezember 2007 stand unter dem Thema:
„Weihnachten“.
Traditionen und Bräuche um das Weihnachtsfest, Weihnachtsmärkte und Weihnachtskrippen
bildeten dabei einen Schwerpunkt dieses Projektes.
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Eine zusätzliche Unterstützung gab es durch eine COMENiUS-Assistentin aus Italien.
Diese drei Sprach-Austausche spielen eine wichtige Rolle im Leben des Mariengymnasiums
und seines Schulprogramms.
Sie unterstreichen unser Streben nach interkulturellem Austausch zwischen den Ländern der
Europäischen Union.
3.4 Teilnahme an europäischen Projekten und Wettbewerben
Seit 1999/2000 beteiligen sich jedes Jahr Klassen der Mariengymnasiums am internationalen
Nichtraucherwettbewerb „Smokefree Class Competition“ (in Deutschland unter dem Namen
„Be Smart – Don’t Start“). Dieser Wettbewerb wird jährlich in 18 europäischen Ländern
durchgeführt. Nähere Informationen hierzu unter:
www.smokefreeclassinfo.
Im Rahmen dieses Wettbewerbs wurden zahlreiche Aktivitäten in Zusatzaktionen im Kreis
Warendorf durchgeführt. Eine dieser Aktivitäten wurde durch Vertreter des Mariengymnasiums
auf dem internationalen Krebskongress in Berlin vorgestellt.
Im Jahr 2008 beteiligt sich das Mariengymnasium am Wettbewerb „Begegnungen mit
Osteuropa“ und reichte mehrere Wettbewerbsbeiträge ein. Als Beispiel fügen wir ein mit
europäischen Projektpartnern erstelltes Kochbuch (Wettbewerbsbeitrag) bei.
3.5 Ermöglichung von Praktika im europäischen Ausland
Seit drei Jahren gibt es am Mariengymnasium für die Schülerinnen und Schüler der
Jahrgangsstufe 11 die Möglichkeit, ein 14tägiges Praktikum im beruflichen, sozialen und
universitären Bereich zu absolvieren. Dieses Praktikum soll im Rahmen mit weiteren
Veranstaltungen den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eröffnen, sich für ihre
berufliche Zukunft zu orientieren.
Hierbei besteht die Möglichkeit, diese Praktika auch im Ausland durchzuführen. Das
Mariengymnasium unterstützt die Schülerinnen und Schüler, die ein Auslandspraktikum
wählen, in allen Hinsichten und leistet dabei umfassend Hilfestellung.
Von diesem Angebot haben bereits mehrere Schülerinnen und Schüler Gebrauch gemacht.
Sie haben in Österreich, in der Schweiz, in Italien, in Frankreich und in den Niederlanden ihre
Praktika absolviert und schriftlich ihre Erfahrungen dokumentiert. Am Auswertungstag wird
diesen Praktikantinnen und Praktikanten Gelegenheit gegeben, alle Teilnehmer über ihre
Auslandserfahrungen zu informieren.
Ebenso informieren sie den nachfolgenden Jahrgang, um auch dort rechtzeitig ein Interesse
für einen Auslandsaufenthalt zu wecken und so für ein Auslandspraktikum zu motivieren.
Zielsetzung der Schule bei all diesen Bestrebungen ist, möglichst viele Schülerinnen und
Schüler zukünftig ein Praktikum im Ausland absolvieren zu lassen.
Vom nächsten Schuljahr an wird der Zeitraum dieses Praktikums in die Sommerferiennähe
gelegt, um so auch ein mehrwöchiges Praktikum zu ermöglichen.
4. Vertiefte Auseinandersetzung mit europäischen Inhalten im
Unterricht
Sowohl im Politikunterricht der Jahrgangsstufen 6, 8, und 10 als auch im Differenzierungsbereich Sozialwissenschaft mit dem Beifach Geschichte (Nach G9) in den Jahrgangsstufen 9
und 10 sowie in den Grund- und Leistungskursen der Jahrgangsstufen 11 – 13 spielt das
Rahmenthema „Europa“ eine zentrale Rolle in der unterrichtlichen Auseinandersetzung.
Je nach Jahrgangsstufe werden u. a. Themen wie „ Der europäische Integrationsprozess“,
„Leben und Arbeiten in Europa“, „Migration und Integration in Europa“, „Europäische
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Organisationen und Institutionen“ oder „Der Euro – eine geldpolitische Erfolgsgeschichte oder
Wegbereiter für inflationäre Entwicklungen“ erarbeitet.
Im Geschichtsunterricht der beiden Sekundarstufen ist das Thema „Europa“ integraler
Bestandteil des Unterrichts.
Besonders vertieft wird das Thema zu Beginn der Jahrgangsstufe 9 in der Unterrichtseinheit :
„Europa – Welche Traditionen führen in die Zukunft?“
Im Rahmen des projektorientierten Arbeitens wird in der Jahrgangsstufe 6 das Thema „Sagen“
mit dem Schwerpunkt „Griechische Sagen“ fächerübergreifend (Deutsch, Geschichte, Kunst)
behandelt.
In der Jahrgangsstufe 7 wird das Thema „Hexenverfolgung“ in mehreren europäischen
Ländern (Deutschland, Schweden, Dänemark, England) anhand von Jugendbüchern in den
Fächern Geschichte und Deutsch aufgearbeitet.
Zurzeit werden die Curricula der einzelnen Fächer für das achtjährige Gymnasium
überarbeitet. Dabei werden europäische Themen- und Fragestellungen noch mehr
berücksichtigt.
5. Deutliche Ausrichtung des Schulprogramms am Europa-Profil
Schon das Schulmotto des Mariengymnasiums
Menschlich – Gemeinschaftlich – Weltoffen
spiegelt den interkulturellen Ansatz des Schulprogramms wider, der sich auch im Leitbild der
Schule niederschlägt (s. o.).
Diese interkulturelle Ausrichtung prägt die Geschichte der Schule, in der schon immer die
Sprachen und die Schulpartnerschaften mit europäischen Schulen und Veranstaltungen zur
europäischen Geschichte einen hohen Stellenwert einnahmen.
Diese Tradition und die bei den Veranstaltungen zum 100 -jährigen Schuljubiläum deutlich
sichtbar werdenden gelebten Partnerschaften veranlassten den Schuldezernenten des
Mariengymnasiums, Herrn Dr. Hillebrand, in seiner Festrede dem Mariengymnasium zu
empfehlen, sich als Europaschule zu bewerben, da es dazu auch noch durch sein
hervorragendes und von der Bezirkregierung ausgesprochen gewürdigtes Schulprogramm
prädestiniert sei.
Das Schulprogramm, das Ende 2006 der Bezirksregierung vorgelegt wurde, zeigt diesen
interkulturellen Ansatz besonders durch das Fremdsprachenprofil und die seit dem Schuljahr
2005/06 eingeführten bilingualen Module und durch die zahlreichen Austauschprogramme, die
in der Regel unter thematischen Vorzeichen stattfinden und eng mit dem Unterricht verzahnt
sind. Außerdem zeigen das mehrtägige Europa-Projekt in der Jahrgangsstufe 11 und die
vielfältigen Aktivitäten im Rahmen des Comenius-Projektes die europäische Dimension im
Schulprogramm.
Nachdem sich Lehrerkonferenz und Schulkonferenz dafür ausgesprochen haben, den Antrag
auf Zertifizierung als Europasschule zu stellen, ist in der Arbeitsgruppe „Schulprogramm“ eine
noch deutlichere Ausrichtung des Schulprogramms am Europagedanken beschlossen
worden.
So wird bei der Planung der Schwerpunkte der Schulprogramm – Arbeit und ihrer Evaluation
am Mariengymnasium zukünftig der Europagedanke (neben fachlich/pädagogischen
Aspekten, Prinzipien und Inhalten) der herausragende Leitgedanke des Schulprogramms sein.
Der Europagedanke wird durch
 den Ausbau der interkulturellen Kontakte (z. B. durch die Neukonzipierung des
Comenius-Projektes zum neuen Arbeitsthema „Auf dem Weg nach Europa“),
 den Ausbau der bilingualen Module in weitere Fachbereiche und deren Hinzunahme in
den Differenzierungsbereich in den Klassen 8 und 9,
 die verstärkte, ständige Teilnahme an globalen Wettbewerben (z. B.Wettbewerb
Osteuropa, Bundeswettbewerb Fremdsprachen, etc.),
 die Einführung des „Europäischen Internet-Führerscheins“
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noch stärker als bisher berücksichtigt und befördert werden.
Weitere, von Seiten der Schule organisierte, kulturelle Angebote und Aktivitäten unterstützen
und intensivieren diese Intention der Förderung des Europabewusstseins (z. B. durch Kultur-,
Film-, Musikabende / Sprachkurse / Vorträge etc.) und werden zukünftig verstärkt angeboten
werden. Zu diesem Themenkomplex haben sich die Fachbereiche auf einem pädagogischen
Tag im Januar 2008 aus- und abgesprochen.
Bei der Überarbeitung der Curricula für das achtjährige Gymnasium (G8) wird der
Europagedanke als integraler Bestandteil des Selbstverständnisses und der Schulphilosophie
des Mariengymnasiums bei der Auswahl der Lerninhalte in den Fächern noch stärker
berücksichtigt werden.
Insgesamt ist festzustellen, dass der Europagedanke der Schulprogrammarbeit des
Mariengymnasiums - wie aus dem Schulprogramm ersichtlich – bisher immer schon neue
Impulse gegeben hat, weiterhin zentrale Impulse geben wird und zukünftig die vielfältigen
Aktivitäten und Projekte des Mariengymnasiums mit seinen europäischen Partnern
intensivieren wird.
6. Evaluation des Profils als Europaschule und dessen Entwicklung
Im Rahmen des COMENIUS-Projektes wurden regelmäßige Bestandsaufnahmen
durchgeführt, Tätigkeitsberichte verfasst und an die nationale Agentur versandt. Die
Rückmeldungen waren überaus positiv. Dies führte dazu, dass sich das
Mariengymnasium an der Neukonzeption eines COMENIUS-Projektes mit dem Titel
„Schulen auf dem Weg nach Europa“ beteiligt hat.
Der Europagedanke ist bereits Schwerpunkt des Schulprogramms und wird weiter im
Rahmen der Fortschreibung des Schulprogramms implementiert. Die obligatorische
Evaluation des Schulprogramms wird daher den europäischen Aspekt umfassen.
7. Feste mit Europabezug
Im Rahmen der Festveranstaltung zum 100jährigen Schuljubiläum trafen sich am 8. Juni 2007
alle mit dem Mariengymnasium verbundenen Partnerschulen zu einer internationalen
Konferenz. Ziel dieser Konferenz war es, das Kennenlernen aller Partnerschulen
untereinander zu intensivieren. Es diente auch einem vertieften Informationsaustausch. Die
Partnerschulen aus England, Frankreich und Italien, die nicht direkt am COMENIUS-Projekt
beteiligt sind, wurden über Projektverlauf und Projektergebnisse informiert.
So stellten die Schulen in kurzen Referaten zunächst sich selbst und die Schulsysteme ihrer
Länder vor. Dann ging es darum, gemeinsame Projekte zu besprechen und sich über
Programme auszutauschen. Auf dieser Konferenz wurde als gemeinsames Ziel aller
beteiligten sieben Schulen das interkulturelle Lernen formuliert und erste Aktivitäten
besprochen.
B: Begründung der Erfüllung zusätzlich profilierender Kriterien
1. Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer in Europa-relevanten
Bereichen
Zuletzt am 22. Oktober 2007 hat das ganze Kollegium des Mariengymnasiums an einer
Fortbildungsveranstaltung der Bezirksregierung Münster zum Thema:
Schülerwettbewerb „Begegnung mit Osteuropa“ als Baustein der politischen Bildung
teilgenommen.
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Alle Lehrerinnen und Lehrer haben ein Zertifikat erhalten.
Seitdem wird über Projekte in der Sekundarstufe I nachgedacht. Einige Planungen werden
konkreter.
Beteiligte Fächer bisher: Geschichte, Kunst, Erdkunde, Religion.
Im Rahmen des COMENIUS-Projektes (siehe oben) wurden an Pädagogische Tagen oder in
Konferenzen regelmäßig die Projektinhalte thematisiert und über den Stand der Projektarbeit
informiert.
Bei den Projektbegegnungen im Mariengymnasium kam es zu regelmäßigen
Informationsveranstaltungen (z. B. im Dezember 2006 und im Juni 2007), bei denen die
Kollegen aus Litauen, Schweden und der Türkei über ihre Schule und deren Schulprogramm
sowie über ihr Land informierten.
2. Angebot des Excellenzlabels Certi-Lingua
Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums haben erfüllt und erfüllen
 Unterricht in zwei Fremdsprachen von Klasse 6 (früher Klasse 7) bis zum Abitur
(siehe dazu: Erweitertes Fremdsprachenangebot – A1)
 Mindestens zwei Wochen Praktikum oder Forschung im Ausland.
Unterricht eines Sachfachs in einer Fremdsprache wird am Mariengymnasium z. Zt. Noch
nicht erteilt. Nach der Zertifizierung als Europaschule und dem konsequent kontinuierlichen
Aufbau der bilingualen Module in der Sekundarstufe I zeigen sich mittelfristig Möglichkeiten.
3. Angebot zum Erwerb internationaler Sprachzertifikate
Seit dem Schuljahr 2005/2006 bereiten sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 7-10 auf
die DELF-Prüfungen in verschiedenen AGs vor, so dass im vergangenem Jahr 42
Schülerinnen und Schüler das berufsrelevante und international anerkannte DELF-Diplom
(Sprachdiplom) der Niveaustufen A1 und A2 erworben haben. In diesem Jahr (Januar 2008)
nehmen 61 Schülerinnen und Schüler an der DELF-Prüfung in den Bereichen Hörverstehen,
Leseverstehen, schriftliche und mündliche Produktion teil.
Das italienische Sprachzertifikat „ele it“ in der Niveaustufe B1 erhalten seit einigen Jahren
Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13, die an der italienischen Sprachprüfung in Köln teilnehmen, um somit ihr Sprachniveau zu testen. Die Schülerinnen und
Schüler werden auf diese Prüfung individuell durch eine AG der italienischen FremdsprachenAssistentin vorbereitet.
4. Befähigung der Schülerinnen und Schüler zur zielgerichteten
Nutzung moderner Medien für Kommunikation im internationalen
Kontext
Im Rahmen des COMENIUS-Projektes besteht die Möglichkeit der Internetkommunikation
vorrangig bezüglich der Projekte Wasser, Schulregeln und der SV-Arbeit.
Über das Forum der COMENIUS-Homepage (http://www.mariengymnasiumwarendorf.de/comenius/index.html) ist es den SchülerInnen nach erfolgter Systemanmeldung
möglich mit den SchülerInnen der anderen Partnerschulen in Kontakt zu treten (Forum).
Auf der Homepage sind die Ergebnisse in Teilen bereits schon dargestellt. Jedoch soll über
den Forumkontakt die Arbeit an dem Projekt unterstützt werden. Hier können Fragen offen
gestellt, Anmerkungen gemacht und vielleicht der ein oder andere Tipp für die anderen
bereitgestellt werden.
Der Vorteil eines Forumkontakts, der neben dem e-mail-Kontakt besteht, liegt vor allem darin,
immer eine große Anzahl von Personen zu erreichen, was z. B. bei Fragen oder Tipps eine
wesentliche Erleichterung gegenüber dem e-mail-Kontakt bietet. Hier werden gleichzeitig alle
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Mitarbeiter eines Projekts angesprochen und so werden Probleme, Hilfestellungen und
Ergebnisse nicht nur vorgestellt, sondern auch gleich diskutiert.
Der Kontakt über das Forum steht nicht nur den Arbeitsgruppen „Wasser“ und „Schulregeln“
zur Verfügung, sondern wird auch von den SV-Mitgliedern der beteiligten Schulen genutzt.
Hier wird die Problematik des Mobbing in den Schulen diskutiert. Zu diesem Zweck ist ein
Fragebogen entwickelt worden, der in gemeinsamer Arbeit noch weiter optimiert wurde.
Auch hierbei spielte das Forum eine wichtige Rolle.
Geplant ist, dass alle Schulen zum nächsten Termin / Treffen eine Befragung mit einer
bestimmten Zielgruppe (Stufe 11) durchgeführt haben, um dort die Ergebnisse zu vergleichen
und zu beraten, welche Möglichkeiten zur Bekämpfung von Mobbing bestehen.
Durch Vermittlung der weißrussischen Austauschlehrerin hat sich eine InternetKommunikation mit Schülerinnen und Schülern in Weißrussland entwickelt (siehe auch unter
B 5).
Die Fachschaft Sport nutzt bei der Planung, Durchführung und Nachbereitung des
Kanuprojektes mit Schweden die moderne Kommunikationstechnologie.
5. Kooperation mit europäischen Institutionen
Im Rahmen des COMENIUS-Projektes gab es regelmäßigen Kontakt mit dem Pädagogischen
Austauschdienst (PAD) der Ständigen Konferenz der Kultusminister. Zum Thema »Gewalt an
Schulen und Umgang mit Konflikten« kamen Ende November 2007 auf Einladung des PAD
Vertreter von siebzehn Schulen zu einem thematischen Seminar in Bonn zusammen.
Kernstück des Seminars waren halbstündige »Miniworkshops«, die Vertreter einiger der
anwesenden Schulen durchführten, um Einzelaspekte ihrer Projektarbeit vorzustellen und in
Kleingruppen mit interessierten Kolleginnen und Kollegen zu diskutieren. Herr Schmalenstroer
vom Mariengymnasium Warendorf stellte dort das internationale COMENIUS-Projekt des
Mariengymnasiums vor. Der Titel des Miniworkshops lautete „Soziales Lernen in
internationaler Perspektive: Klassenregeln und Schulregeln am Mariengymnasium Warendorf“
(siehe auch P A D aktuell, Nr. 4 • Winter 2007/08, 2. Jahrgang, hrsg. Sekretariat der
Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder – Pädagogischer Austauschdienst –)
Der PAD ist die einzige staatliche Einrichtung im Auftrag der Länder für den internationalen
Austausch im Schulbereich und gleichzeitig Nationale Agentur der europäischen COMENIUSProgramme.
Ebenso wurde durch den PAD – Nationale Agentur für EU-Programme im Schulbereich ein
Hospitationsprogramm „Begegnung mit der Schule in Deutschland“ durchgeführt, an dem sich
das Mariengymnasium beteiligte.
So hielt sich im Dezember 2007 die weißrussische Deutschlehrerin Anna Batschilo im
Rahmen dieses Hospitationsprogramms im Mariengymnasium auf.
Sie hospitierte den Unterricht in vielen Klassen und Stufen und informierte die Schülerinnen
und Schüler über die russische Sprache, Kultur und Geschichte und über das Leben in ihrem
Land, insbesondere den Alltag. Bei den Schülerinnen und Schülern des Mariengymnasiums
konnte ein großes Interesse an Kontakten zu Schülerinnen und Schülern geweckt werden, die
dort Deutsch als erste Fremdsprache erlernen.
Nach ihrer Rückkehr wird Frau Batschilo die Idee weiter verfolgen, neue Freundschaften über
die Grenzen der EU zu knüpfen, „zumal die Kinder in Weißrussland genauso gern E-Mails
schreiben, wie die Schülerinnen und Schüler in Deutschland“ (Zitat Frau Batschilo).
6. Schulische Organisationsform zur Koordinierung des
Europagedankens
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Die Koordination des Europagedankens liegt bei der Schulleitung und bei der Arbeitsgruppe
„Schulprogramm“. Dabei wird eng mit der Arbeitsgruppe „COMENIUS“ und den beteiligten
Fachschaften zusammengearbeitet. Besonders die Gesellschaftswissenschaften, die
neuen Fremdsprachen und Latein sind angesprochen.
Die Fachvorsitzenden von Geschichte, Politik/Wirtschaft, Französisch und Latein und der
Koordinator des COMENIUS-Projektes arbeiten in der Arbeitsgruppe „Schulprogramm“ direkt
mit. Neben weiteren Lehrerinnen und Lehrern beteiligen sich auch Elternvertreter und
Schülervertreter an der nachhaltigen Verankerung des Europagedankens.
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