Das ZNS/ANS Vortrag 2

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DAS ZNS/ANS VORTRAG 2
Das Zentrale Nervensystem
Für viele Prozesse, die wir als mental bezeichnen, werden mittlerweile viele Bereiche des
Gehirns oder Nervensystems mitverantwortlich gemacht.
Der Begriff Lustzentrum gilt als bekannt: befindet sich im limbischen System, in der Mitte
des Gehirns (S.23/24).
Um das Gehirn ist der Schädelknochen. Direkt unterhalb des Schädelknochens, die
Schlangenlinien, ist das Großhirn, was aus mehreren Anteilen besteht. Der vordere Anteil
ist das Stirnhirn, bzw. Stirnlappen, welcher der so genannte Neokortex ist; der
entwicklungsgeschichtlich, jüngste Teil unseres Gehirns, der sich in den letzten
Jahrmillionen entwickelt hat. Die ältesten Anteile des Gehirns sind die unteren Bereiche,
als Stammhirn bezeichnet, der Anteil, der Richtung verlängertes Rückenmark (Medulla
oblongarta) geht und darüber liegend der Pons und darüber liegend das Mittelhirn
(Mesencephalon), was als Stammhirn gilt; der entwicklungsgeschichtliche älteste Anteil,
so genanntes Reptiliengehirn. Mit diesem Teil des Gehirns werden die lebensnotwendigen
Funktionen wie Atmung, HKL System gesteuert. Das sind Bereiche, wo wir nicht
überlegen sollten, ob wir das machen oder nicht und auch das Großhirn keine Kontrolle
ausüben sollte. Das findet überwiegend im Stammhirn statt und entzieht sich auch
weitgehend der Kontrolle des Großhirns. Es gibt eine Menge von Funktionen, über die wir
keine Kontrolle haben.
Das Kleinhirn (Abb.12/13), neben der Medulla Oblongarta, spielt eine große Rolle für die
motorischen Fähigkeiten.
Es gibt verschiedene Strukturen die als ZNS bezeichnet werden.
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 Großhirn (Kortex) mit den Strukturen die unterhalb der Großhirnrinde liegen, die
subkortikalen Zentren (Subkortex = Stammhirn, Medulla oblongarta etc.)
 Hirnstamm, Mittelhirn, Zwischenhirn = Gehirn
 12 Hirnnerven = treten im Bereich des Hirnstammes aus und versorgen einzelne
Areale, z.B. Geruchsvermögen, Geruchssinn, Bewegung des Auges, Sehnerv,
Gleichgewichtssinn, Trigenimusnerv (versorgt bestimmte Bereiche der
Gesichtsmuskulatur: Trigenimusneuraligie = stechende, ausstrahlende Schmerzen ins
Gesicht)
Die Wahrnehmung funktioniert anders als die Versorgung. Der Nervus Opticus ist der
Sehnerv. Beim Gehörnerv läuft es auch über die Hirnnerven. Die einzige Ausnahme ist der
Geruchssinn. Deshalb reagieren wir auch unbewusst sehr stark auf geruchliche Reize. Die
meisten Reaktionen auf Geruchsveränderungen passieren unterbewusst. Man kommt in
einen Raum und nimmt die Atmosphäre schon wahr. Sympathie und Antipathie wird
dadurch gesteuert. Bei Frauen ist das noch ausgeprägter. Das liegt daran, dass die
Verbindung zwischen den beiden Gehirnhälften (sog. Balken) wesentlich ausgeprägter ist
als beim männlichen Gehirn. Die Vernetzung der beiden Gehirnhälften ist bei Frauen
besser und schneller.
Die Nerven, die für Sympathie und Antipathie verantwortlich sind werden als VNO:
Vomero Nasales Organ bezeichnet. VON ist ein kleines Nervenzentrum mit Sitz in den
Nasengängen, über welches die Pheromone (Stoffe, die man mit dem Schweiß,
Körperausdünstungen von sich gibt, die sich noch nicht geruchlich bemerkbar machen,
noch unterschwellig sind, keine Geruchsreize darstellen) wahrgenommen. Diese Reize
entscheiden über Sympathie oder Antipathie. Deswegen sollte man die Partnerwahl den
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Frauen überlassen. Der Geruchssinn und dieses Organ werden durch Rauchen
geschädigt.
Rückenmark
= die Verlängerung des Gehirns durch die WS, im Laufe dieses Weges treten die 31
Spinalnervenpaare aus. Sie treten immer paarig, rechts und links, zwischen den einzelnen
Wirbelkörpern aus. 24 Wirbelkörper + 5 Kreuzbein + 2 Steißbein = 31. Sie versorgen alle
Körperbereiche, wie z.B. Zehen, Herz. Alle Organe des Körpers sind direkt über das
Rückenmark mit dem Gehirn verbunden und es werden Reize von den Organen zum
Gehirn hingeleitet und Reize vom Gehirn zu den Organen geleitet.
Das ZNS hat sowohl steuernde Funktionen, als auch rezeptorische Funktionen. Es ist
immer eine Verbindung in beide Richtungen. Rezeptorisch bedeutet, dass Reize von den
Organen zum Gehirn gehen und das Gehirn nimmt Informationen auf. Steuernde
Funktionen heißt, dass vom Gehirn aus Informationen in die Peripherie nach außen
gehen.
Nervenbahnen:
Affarent = vom Organ zum Gehirn
Efferent = vom Gehirn zum Organ
außer dem ZNS gibt es auch
Das Autonome Nervensystem
Sympathikus und Parasympathikus
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Das sind Ganglien, Nervenknoten; Geflechte, Bündel von Nervenfasern, - zellen, die zu
bestimmten Bereichen hinziehen und auf bestimmte Reize hin, bestimmte Reaktionen
auslösen. Das Sympathische System ist das Stresssystem. Das Nervensystem, das
Stressreize auslöst und die entsprechenden Effektororgane anspricht. Damit das
funktionieren kann, braucht der Körper nicht nur diese Nervenbahnen; elektr. Leitungen im
Haushalt und die einzelnen Schaltstationen, die dafür sorgen, dass eine bestimmte elektr.
Leitung aktiv wird, sind die Synapsen. Synapsen sind Verbindungsstellen zwischen einer
Nervenzelle und einer anderen Nervenzelle, bzw. die Verbindung zwischen einer
Nervenzelle und einem Organ, z.B. einer Muskelzelle.
Das Ende einer Nervenzelle sieht aus wie ein Knopf.
Dort befinden sich Vesikel, kleine Bläschen, die mit bestimmten Stoffen gefüllt sind. Wenn
diese Nervenfaser gereizt wird, durch einen Impuls vom Großhirn z.B. den Arm bewegen.
Dann geht diese Kette vom Großhirn über das Rückenmark und wird dann von
Nervenzelle zu Nervenzelle auf dem gleichen Wege verschaltet, Aktionspotenzial
ausgelöst, d.h. eine elektrische Ladung wird erzeugt, die eine best. Frequenz
überschreitet. Wenn diese Frequenz erreicht ist, dieses Aktionspotenzial ausgeschüttet
wird, schüttet die Nervenzelle an dieser Synapse diese Stoffe aus. Diese Stoffe nennen
sich Transmittersubstanz. Da gibt es verschiedene Transmittersubstanzen, z.B. Adrenalin
(wird viel im sympathischen System verwendet) und Acetylcholin. Diese werden in
diesem Spalt ausgeschüttet und auf der anderen Seite gibt es Rezeptoren, die auf diese
Transmittersubstanz reagieren. Wenn genügend ausgeschüttet wurde und von den
Rezeptoren der gegenüberliegenden Synapse aufgenommen wird, wird an dieser
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Nervenzelle ein Aktionspotenzial ausgelöst. Am anderen Ende der Nervenzelle wird dann
wiederum der gleiche Prozess stattfinden, dass dann wiederum Transmittersubstanz
ausgeschüttet wird und eine Effektorzelle, z. B. der Muskel, ein Aktionspotenzial im
Muskel ausgelöst wird und der Muskel aktiv wird. Eine Kettenreaktion. Ein Teil wird über
die elektrische Leitung innerhalb der Nervenzelle weitergeleitet und von der Nervenzelle
zur nächsten Zelle gibt es diese Synapse und dann läuft es über die chemische
Weiterleitung. Einmal eine chemische, einmal eine elektrische Leitung.
Für die Reizweiterleitung sind elektrische Impulse verantwortlich, sog.
Aktionspotenzial und Transmittersubstanzen, chemische Impulse.
Doparmin wird bei Nervenzellen im Gehirn verwendet. Wenn Nervenzellen im Gehirn
miteinander kommunizieren wollen. Dann ist dieser Stoff nicht Acetylcholin, sondern
Doparmin.
Wenn die Zentren im Gehirn, die dieses Doparmin produzieren im Laufe der Zeit durch
Krankheit degenerieren, tritt ein best. Krankheitsbild auf - Parkinson. Parkinson kommt
nicht über Nacht. Es kündigt sich über einen längeren Zeitraum an. Diese Doparmin
produzierenden Zellen reduzieren nach und nach ihre Funktion. Die Fähigkeit zur
Feinmotorik nimmt allmählich ab. Ein Tremur, Zittern tritt auf. Auch Schüttellähmung
genannt. Es kommt zu Zittern, bzw. einer Lähmung, einer nicht mehr bewusst
aufhebbaren Blockade eines Muskels. Behindert die Feinmotorik, z.B. eine Tasse mit 2
Fingern halten.
Doparminmangel im Gehirn. Dafür wird künstliches Doparmin gereicht.
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Im parasympathischen System wird als Transmittersubstanz überwiegend
ACTH:Acetylcholin verwendet. Für den Sympathikus, vor allem Adrenalin.
Diese Hormone zirkulieren auch teilweise über die Blutbahn. Wenn im Blut viel Adrenalin
ist, reagieren alle Systeme die über Adrenalin gesteuert sind, während die über
Acetylcholin gesteuerten Systeme nicht reagieren. Gäbe es nur eine Transmittersubstanz,
würden alle reagieren. Der Parasympathikus ist für die Stressreaktion (auf einen
bestimmten Reiz schüttet der Körper verstärkt Adrenalin aus) verantwortlich. Bei Gefahr
z.B. werden die Pupillen geweitet, damit wir besser sehen können, die Schweißdrüsen
sondern verstärkt ab, damit der Körper gekühlt wird, die Blutgefässe in den Muskeln
werden stärker durchblutet, damit die Muskulatur arbeiten kann weil wir auf diesen
Stressreiz weglaufen, kämpfen oder uns verteidigen müssen = Flucht-KampfReaktion(Mechanismus). Gleichzeitig wird der Blutfluss zum Verdauungstrakt reduziert,
der Herzschlag erhöht, damit mehr Blut zirkulieren kann, die Durchblutung der Haut wird
reduziert, falls es zu einer Verwundung kommt, sollte nicht soviel Blut verloren gehen. In
der Leber wird mehr Cholesterin produziert, damit falls es zu einem Substanzverlust
kommt, der Körper wieder schneller Zellen aufbauen kann. Deswegen ist die
Cholesterindiskussion auch immer von der Stresssituation des Betroffenen abhängig. Man
kann noch so gesund leben, cholesterinarm sich ernähren, den größten Teil des
Cholesterins produziert der Körper selbst. Dieses System, das die Reaktion des Körpers
auf Stressreize steuert, ist abhängig von den Erfahrungen, die man in den ersten Monaten
des Lebens gemacht hat. Bei Tierversuchen wurde festgestellt, dass Tiere die sehr früh
von der Mutter genommen wurden einen anderen Umgang mit Stressreizen erlernt haben,
als Wesen die sehr lange in der Obhut der Mutter blieben oder gestreichelt wurden. Durch
Streicheln wird das parasympathische System aktiviert. Wenn in dieser Prägephase, in
den ersten Lebensmonaten, zu wenig da war, wird man den Rest des Lebens mit einer
erhöhten Sympathikotonen Struktur leben müssen. Man wird schneller auf Stress
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reagieren. Der Sympathikus ist das System das uns am Leben erhält, uns in die Lage
versetzt auf Gefahr angemessen zu reagieren.
Der Parasympathikus ist das Entspannungssystem. Wenn der S. aktiv wird, wird das
Verdauungssystem aktiver, es wird besser durchblutet, der Herzschlag, Nervensystem
und Blutdruck gesenkt. Durch Yoga bekommen wir die Möglichkeit diese beiden Systeme
bewusst zu aktivieren oder deaktivieren.
PS kann aktiviert werden durch alle Entspannungen, VWB, Garbhasana
Auf (S.25/26) sind die einzelnen Abschnitte der beiden Systeme abgebildet. Links die
Ganglienkette des sympathischen Nervenstrangs. Vorstellbar wie eine lange Kette, die
sich entlang der WS von oben nach unten erstreckt und an den einzelnen Abschnitten
kleine Knotenpunkte (Nervengeflechte) hat. Bei diesen Nervengeflechten werden die
entsprechenden Effektororgane versorgt. Das obere Ganglion des Hals-Grenzstranges
versorgt die Zentren im Kopfbereich. Das Arm-Nervengeflecht versorgt die Muskulatur des
Armes. Darunter ein sternförmiges Ganglion mit Übergang vom Hals zum Brustbereich.
Ganglion des Brustgrenzstranges, sorgt für die stärkere Durchblutung der
Atemmuskulatur, die u.U. mehr Sauerstoff benötigt. Die Spinalnerven in der Rumpfwand
ziehen sich über den ganzen Brustkorb. Eingeweidenerven sorgen für hemmende Reize
an das Verdauungssystem, es wird ruhig gestellt. Deshalb ist es ungünstig unter Stress zu
stehen und zu essen. Das Essen kann noch so gesund sein, der Körper kann es nicht
verdauen, weil die Verdauungsorgane durch das sympathische System blockiert werden,
es werden nicht genügend Verdauungssekrete ausgeschüttet. So kann man sich den
Einfluss des ANS auf die Verdauung vorstellen. Das Sonnengeflecht ist für den Dünndarm
und das Zwerchfell zuständig. Die Becken- und Beingeflechte versorgen die Muskeln im
Becken und Beinbereich. Die Ausscheidungsorgane werden auch stillgelegt, jedoch geht
manchmal der Harn oder Stuhl einfach so ab. Die Harnblase lehrt sich um dort nicht für
Belastung zu sorgen: „vor Angst in die Hose machen“
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Das PS ist aus mehreren Anteilen, einzelnen Zentren aufgebaut. Der Auerbachplexus, Teil
des unteren Gekröse/Ganglions auf der Aorta, ist ein Nervenzentrum in den Darmwänden
des Dickdarms. Der ganze Darm funktioniert autonom, was heißt, er gehört zum
autonomen Nervensystem. Alles was sich im Darm abspielt, läuft überwiegend über das
ANS, es wird vom Gehirn beeinflusst, aber nicht gesteuert. Deswegen spricht man auch
über das Bauchhirn (zieht in mehreren Geflechten über den gesamten
Verdauungstraktes). Mittlerweile weiß man, dass es nicht weniger Nervenzellen umfasst,
als das Gehirn. Manche Menschen spüren mit dem Bauch bei neuen Situationen etc.
Darauf kann man vertrauen. Es ist mitunter zuverlässiger als das ZNS. Der PS versorgt
auch das Becken. Wird er aktiv, funktioniert auch wieder die Ausscheidung. Ist die Gefahr
vorbei, kommt der Stuhl- oder Harndrang wieder. Plexus bedeutet immer Nervengeflecht,
Nervenzentrum, z.B. Solarplexus. Der Magen wird auch vom ANS aktiviert, bzw.
deaktiviert. Die Häufigkeit von Magengeschwüren bei Stress ist dem Umstand zu
verdanken, dass im Gehirn das Zentrum das Stressreize leitet, in direkter Nachbarschaft
mit dem Reiz-Leitungssystem für die Magensaftproduktion steht. Das ist ein anatomischer
Zufall, da das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Sie sind nicht unmittelbar
miteinander verschaltet, nur mittelbar. Das heißt, wenn das Stresssystem sehr stark
aktiviert wird, wird das Zentrum, das die Magensaftproduktion steuert, auch aktiviert. In der
Stresssituation wird also vermehrt Magensäure ausgeschüttet, obwohl diese in der
Situation nicht sinnvoll ist. Die Magensäure greift dann bei leerem Magen die
Magenwände an, was zu Magenschleimhautentzündungen oder Magengeschwüren führt.
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Nervenzelle:
Alle Nervenzellen ähneln sich ziemlich. Es gibt einen Zellkörper, Soma. Der Strang, Axon
oder Neurit, kann mitunter sehr lang werden kann. Der Synaptische Endknopf mit der
Verbindung zur nächsten Zelle, kann Verbindung zu anderen Nervenzellen sein oder zu
einer Muskelzelle oder einer Drüsenzelle. Jede Nervenzelle hat nicht nur ein Axon (leitet
Impulse weiter), bzw. einen Neurit (Leib), sondern kann viele verschiedene Knöpfe bilden
und zugleich steht der Zellkörper in Verbindung mit anderen Zellen, dies können mehrere
tausend sein. Diese Fortsätze nennen sich Dendriten (empfangen Impulse). Wenn viele
verschiedene Informationen kommen ist der entscheidende Schritt der, ob die Information
ausreicht um ein Aktionspotenzial auszulösen. Das ist ein entweder, oder. Wird das
Aktionspotenzial ausgelöst, geht die Information weiter. Wird keines ausgelöst, passiert
nichts. Wenn unterschiedliche Aktionen kommen, muss die Zelle nach irgendwelchen
Kriterien entscheiden, ob es ein Aktionspotenzial ist oder nicht. Es gibt die hemmenden
Impulse und die beschleunigenden, auslösenden Impulse, Reize. Bei den auslösenden
Reizen gibt es diesen Impuls weiter, wenn die hemmenden Einflüsse stärker sind, passiert
nichts mehr. Jetzt steht diese Zelle mit hunderten von anderen Zellen in der Verbindung,
dass diese Zelle den Impuls weiterleitet. Sie bekommt Information und leitet diese
Information weiter. Nach diesem Schema ist das hochkomplexe Nervensystem aufgebaut.
Die Markscheide (Art Isolierung) hat den Effekt, dass die elektrische Weiterleitung
schneller von statten geht. Mitunter kann eine Nervenfaser, wenn sie bis ins Rückenmark
reicht, bis zu 1 m lang werden. Wenn dieser elektrische Impuls direkt durchgehen würde,
würde das verhältnismäßig lange dauern, mehrere Millisekunden. Damit das schneller
geht, gibt es diese Markschicht, Markhülle wo dieser Impuls von freier Stelle zu freier
Stelle springt und dadurch die Übertragung wesentlich schneller wird.
Bei Multipler Sklerose wird diese Markscheide vom Körper selber aufgelöst. Der Körper
entwickelt aus irgendeinem Grunde eine Autoimmunerkrankung. D. h. er greift
körpereigenes Gewebe an als wäre das irgendeine schädliche Substanz, die von außen in
den Körper gelangt ist. Dann baut er allmählich diese Marksschicht ab. Dadurch wird die
Reaktionsübertragung langsamer, und früher oder später das Nervengewebe geschädigt.
Es kommt zu Übertragungsstörungen bis hin zum kompletten Ausfall, zur Lähmung.
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MS fängt meistens mit Sehstörungen an. Körpereigenes Gewebe wird angegriffen. Tritt in
Schüben auf und es können sich, in Phasen wo kein Schub auftritt, die vorhandenen
Fähigkeiten wieder erholen. Die Schulmedizin bezeichnet MS als chronisch degenerative
Erkrankung, d.h. es kann nur schlimmer werden, eine Verbesserung ist nicht möglich. Das
einzige was die Schulmedizin anbietet sind Medikamente um die Anzahl der Schübe zu
reduzieren, bzw. das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern; z.B. Interferone werden
gegeben. MS ist mit einer bestimmten Persönlichkeitsstruktur verbunden und dass es
meist Menschen sind, die erst ihr Leben umkrempeln, wenn sie nicht mehr laufen können.
MS ist prinzipiell schon heilbar, jedoch geht es einher mit extremen Änderungen der
Lebensgewohnheiten, was vielen der an MS erkrankten schwer fällt. MS ist eine
Autoimmunerkrankung, die der Körper selber produziert. Es gab auch schon Menschen,
die schon im Rollstuhl saßen und wieder irgendwann laufen konnten.
Atemübungen und vor allem die Fähigkeit zum Entspannen muss erlernt werden. Auch ist
es ratsam die Bewegung die noch möglich ist – aufgrund der verschiedenen Stadien,
unbedingt zu schulen. Wichtig ist, ohne Stress. Wenn sie Phasen haben, wo sie sehr
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wackelig auf den Beinen sind, sollte man ihnen nicht unbedingt Standübungen zeigen
(kein Surya Namaskar). Übungen im Sitzen, Liegen, Rückenlage, Bauchlage anbieten. Im
Ayurveda gilt, alles was das Nervensystem betrifft, als Vatastörung. Krankheiten wie
Parkinson, MS. Vata ist immer etwas, was mit der Fähigkeit sich zu entspannen zu tun
hat. Schlafstörungen sind auch immer ein Hinweis auf erhöhtes Vata.
Die Nervenzellen gehören mit zu den Körperzellen, die den höchsten Stoffwechselumsatz
haben. Sie sind immer gut beschäftigt und brauchen deshalb ein großes Pensum an
Nährstoffen, am besten schnell zu verdauende, schnell zu verarbeitende Nährstoffe
(Zucker) und Unmengen an Sauerstoff. Das ist der Punkt warum bei vielen Menschen
häufig Kopfschmerzen auftreten. Viele Kopfschmerzen sind ein Hinweis auf eine
Mangelversorgung des Gehirns. Die häufigste Ursache ist verspannte Nackenmuskulatur,
die die Blutzufuhr zum Gehirn einschränkt. Dadurch, dass wir aufrecht gehen und aufrecht
sitzen, ist der Kopf oben und das Blut muss gegen die Schwerkraft nach oben gepumpt
werden. Wenn man sitzt, gleichzeitig viel denkt, schlägt das Herz normal. Schreibarbeit
am Computer, Telefonate, Dinge wo der Geist viel beschäftigt ist, das Gehirn viel arbeitet
und gleichzeitig wenig Blut hochkommt und ev. noch die Nackenmuskulatur verspannt ist
durch die Haltung, kommt es zu einer Mangelsituation. Der Körper reagiert mit vermehrter
Durchblutung der Muskulatur, damit der Muskel sich wieder entspannt. Tut er das nicht,
schüttet der Körper als nächstes chemische Stoffe aus, die die Blutgefässe erweitern Histamin. Dieser Vorgang ist dann mit Schmerzen verbunden. Deshalb brauchen die
Nervenzellen eine sehr gut geregelte Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Korrekte
Ernährung ohne Unterzuckerungsphasen, vor allem bei viel geistiger Arbeit.
Unterzuckerung tritt beispielsweise auf, wenn ich viel schnell verwertbaren Zucker esse.
Dann schüttet der Körper sehr schnell sehr viel Insulin aus und die Folge davon ist
Unterzuckerung. Das Insulin sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut schnell in die
Zellen gespült wird, dann verbleibt kein Zucker mehr im Blut. Die beste Möglichkeit
Gewicht zu reduzieren ist, das Abendessen ausfallen zu lassen, weil dann die Phase wo
kein Zucker da ist und der Körper die Reserven aus den Fettzellen holt, länger ist.
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Die Zirkulation muss angeregt werden. Bei langem Sitzen droht immer ein
Sauerstoffmangel im Gehirn mit der Konsequenz Kopfschmerzen. Zu dieser
Kettenreaktion sollte man es nicht kommen lassen. Wenn einmal Histamin,
Gewebshormone freigesetzt ist, hat man schon ein ernstes Problem. Die Frühsymptome
müssen wahrgenommen werden. Wenn man 8 Stunden vor sich hat, sollte man gezielte
Pausen einplanen. Jede Stunde 5 min. Pause und sich bewegen. Tiefe Atemzüge,
Nackenmuskulatur lockern. Wenn die Nackenmuskulatur verspannt ist, treten die
Spannungskopfschmerzen auf - Minderversorgung des Gehirns.
Bei Migräne wird auch über Histamin diskutiert, welches auch für allergische Reaktionen
des Körpers verantwortlich ist. Man hat festgestellt, dass bei Menschen die zu Migräne
neigen eine gewisse Histaminintoleranz da ist. Der Körper reagiert sehr sensibel auf
kleinste Histaminmengen und baut diese auch langsamer ab als normal. Dieses Histamin
bewirkt in den Blutgefässen eine Weitung und eine Entzündungsreaktion. Das wird bei
Migräne als auslösender Faktor betrachtet, es entsteht eine Minientzündung in den
Gefäßen, die die Schmerzen verursacht. Die Nerven, die in der harten und weichen
Gehirnhaut sind, verursachen allgemein bei Kopfschmerzen die Schmerzen. Da sitzen
Nozizeptoren, Schmerzrezeptoren (meisten in der Gehirnhaut) (bei den Nozizeptoren handelt sich
um freie, nichtkorpuskuläre Nervenendigungen, die nicht von speziellen Strukturen eingehüllt sind). In den
Blutgefässen befinden sich sehr wenige von diesen Rezeptoren, da die Blutgefässe sich
ständig zusammenziehen und das würde eine ständige Reizung verursachen. Wenn sich
die Blutgefässe aus irgendeinem Grund plötzlich weiten oder pulsieren, treten diese
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Effekte auf, die als Kopfschmerz empfunden werden. Die meisten Kopfschmerzen sind
vaskulär, d.h. von den Blutgefässen aus, gesteuert. Um dies zu vermeiden muss dem
Körper genügend Flüssigkeit zugeführt werden. Flüssigkeitsmangel löst den gleichen
Effekt aus, das Nervensystem reagiert sehr empfindlich. Die Reizübertragung, die
Schwelle, wann es zu einem Reiz kommt ist runtergesetzt; das ganze System reagiert
wesentlich sensibler. Der Körper reagiert auf Flüssigkeitsmangel auch mit
Histaminausschüttung, somit wird schlagartig mehr Flüssigkeit in das betroffene Gewebe
eingebracht. In den Nervenzellen ist genügend Flüssigkeit sehr wichtig. Mitunter reicht es,
wenn man Anflüge von Kopfschmerz verspürt, viel zu trinken. Die Nervenzellen sind alle in
Flüssigkeit gebettet.
Warmes Wasser am Morgen wird vom Körper am schnellsten aufgenommen.
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Kunjar Kriya wird als 1. Hilfe Maßnahme empfohlen. Auch Reinigungstechnik für Magen
und Speiseröhre.
Kontraindikationen von Kunyar Kriya:
Ess-Brech-Sucht (auch wenn nicht akut)
Magengeschwüre
akute Entzündungen des Magens oder der Speiseröhre
in akuten Situationen ist Kunjar Kriya sinnvoll oder auch vorbeugend einmal im Monat
Durch dieses Erbrechen, was ein Reflex ist, der ausgelöst wird, wird das Nervensystem
einmal komplett heruntergefahren. Wie beim Niesen und Orgasmus.
Man sollte darauf achten, dass der Nacken sich nicht verspannt, regelmäßig entspannen.
Durch Massage, die Lockerung, können die Kopfschmerzen gemildert werden. Es kann
aber auch sein, dass zunächst durch das Auflösen der Verspannungen die Schmerzen
schlimmer werden. Das liegt daran, dass in der Muskulatur Säuren gelagert waren, die
Richtung Kopf steigen und dort Kopfschmerzen auslösen oder dass durch dieses
plötzliche Loslassen die Blutzufuhr zum Gehirn so durcheinander kommt, dass es dann
auch zu den pulsierenden Spannungskopfschmerzen kommt. Wichtig ist auch, dass nach
der Massage viel Sauerstoff getankt wird, einen zügigen Spaziergang machen.
ASS in den Schmerzmitteln ist Säure und greift Magen und Niere an.
Durch die Yogatechnik Murcha erzeugt man eine künstliche Ohnmacht. Die Lungen
vollständig leeren oder nach der vollständigen Leerung noch einmal vollständig füllen und
dann Kumbhaka mit Jalandhara Bandha und dann so lange die Luft anhalten bis man
ohnmächtig wird.
Bestenfalls bei Kopfschmerzen nicht hinlegen.
Bei Migräne ist das etwas anderes. Menschen mit Migräne haben das Bewusstsein für die
eigene Grenze verloren. Sie glauben sie müssen für andere alles geben und dürfen keine
Pause machen, sind unersetzlich. Dann haben sie 1 oder 2 Tage Migräne in denen sie
dann gar nichts machen brauchen. Der Hinweis ist wichtig, dass der Körper sich das
nimmt was er braucht mit dem Vorschlaghammer. Er braucht die Phasen des Rückzuges
um sich zu regenerieren. Wenn man ihm diese nicht freiwillig gibt, holt er es sich. Das ist
ein Bild, das man häufig bei Menschen unter chronischem Stress antrifft.
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