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EUROPÄISCHE KOMMISSION
PRESSEMITTEILUNG
Brüssel, den 30. April 2013
150 Mio. EUR für die Hirnforschung zu Beginn des
„European Month of the Brain“
Zu Beginn des „European Month of the Brain“ (des „Europäischen Monats des Gehirns“)
stellt die Europäische Kommission rund 150 Mio. für 20 neue internationale
Hirnforschungsprojekte zur Verfügung. Damit hat die EU im Bereich der Gehirnforschung
seit 2007 über 1,9 Mrd. EUR investiert. Im Rahmen des „European Month of the Brain“
(#brainmonth) werden im Mai europäische Forschungsarbeiten und Innovationen im
Bereich der Neurowissenschaften, der Kognition und verwandter Bereiche auf über 50
Veranstaltungen in ganz Europa ins Rampenlicht gerückt. Mit der Initiative sollen die
jüngsten Erfolge auf diesem Gebiet herausgestellt werden, und es soll zu entschlosseneren
Anstrengungen bei der Bekämpfung von Gehirnkrankheiten aufgefordert werden.
Außerdem soll gezeigt werden, wie die Hirnforschung die Konzeption von Computern
revolutionieren kann. Sie wird zu einem Zeitpunkt eingeleitet, zu dem sich die
Hirnforschung durch neue, ehrgeizige Projekte in der EU (Human Brain Project der
Leitinitiative für neue und künftige Technologien (FET) – IP/13/54 und MEMO/13/36) und
den USA (BRAIN Project) stärker profiliert.
Dazu Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und
Wissenschaft: „Viele Europäer müssen damit rechnen, während ihres Lebens von einer mit
dem Gehirn zusammenhängenden Erkrankung betroffen zu sein. Die Behandlungskosten
belaufen sich bereits heute auf 1,5 Mio. EUR pro Minute, und diese Belastung unserer
Gesundheitssysteme dürfte mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung noch steigen.
Die Hirnforschung kann dazu beitragen, das Leiden von Millionen von Patienten und ihren
Angehörigen zu lindern. Wenn wir herausfinden, wie das Gehirn funktioniert, könnten sich
außerdem für unsere Wirtschaft völlig neue Möglichkeiten bei Dienstleistungen und
Produkten eröffnen.“
Rund 165 Millionen Europäer werden vermutlich in ihrem Leben von einer Ausprägung
einer mit dem Gehirn zusammenhängenden Krankheit betroffen sein. Da unsere
Bevölkerung altert und mehr Menschen an Alzheimer und anderen neurodegenerativen
oder altersbedingten psychischen Störungen erkranken werden, dürften auch die Kosten
der Behandlung dieser Krankheiten drastisch steigen. Daher müssen dringend bessere
Methoden der Vorbeugung und Behandlung von Hirnerkrankungen gefunden werden. Das
Verständnis der Funktionsweise des Gehirns ist ferner wichtig, wenn unsere
Volkswirtschaften bei den neuen Informationstechnologien und Dienstleistungen weiter zu
den Vorreitern gehören wollen.
IP/13/380
Der „European Month of the Brain“ unterstreicht die entscheidende Bedeutung der
Hirnforschung und der Gesundheitsversorgung für unsere Gesellschaften und
Volkswirtschaften. In diesem Rahmen werden die einschlägigen Errungenschaften der EU
herausgestellt, und die künftige Ausrichtung von Forschung und Politik wird erörtert. Es
wird diskutiert, wie die Mittel innerhalb der Länder und unter den Ländern besser
aufgeteilt werden können, und Tabus im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit
werden aufgehoben. Siehe auch MEMO/13/390.
Hintergrund
Die 20 Projekte, die in die engere Auswahl für eine Finanzierung durch die EU gekommen
sind, dürften neue Erkenntnisse und Innovationen in Schlüsselbereichen wie
Hirnverletzungen, psychische Erkrankungen, Schmerz, Epilepsie und Verhaltensstörungen
bei
Kindern
bringen.
Die
Projekte
können
vor
Unterzeichnung
der
Finanzhilfevereinbarungen zwar noch nicht genannt werden, sie werden jedoch alle
voraussichtlich im Sommer beginnen. Die Industrie und kleine Unternehmen werden in
drei Bereichen (psychische Störungen, Epilepsie und Verhaltensstörungen bei Kindern)
besonders stark involviert sein und sollen so Innovationen und praktische Lösungen
anregen.
Seit Beginn des laufenden Forschungsrahmenprogramms der EU (RP7, 2007-2013)
wurden mehr als 1,9 Mrd. EUR an EU-Haushaltsmitteln für die Hirnforschung
bereitgestellt; 1268 Projekte mit 1515 Teilnehmern aus der EU und aus Ländern außerhalb
der EU wurden damit finanziert. Auch im nächsten EU-Forschungs- und
Innovationsprogramm „Horizont 2020“ wird es im Rahmen aller drei Schwerpunkte
(„Wissenschaftsexzellenz“, „Führende Rolle der Industrie“ und „Gesellschaftliche
Herausforderungen“) noch Möglichkeiten für Arbeiten im Bereich der Hirnforschung geben;
besonders relevant ist hier das Thema „Gesundheit, demografischer Wandel und
Wohlergehen“, mit dem die Diagnose, die Kenntnis und die Behandlung von Krankheiten
verbessert werden sollen.
Das Programm des „European Month of the Brain“ umfasst über 50 Veranstaltungen zum
Thema „menschliches Gehirn“, die von Konferenzen über Workshops und andere
Zusammenkünfte bis zu Sommerkursen und pädagogischen Schulungen reichen. Sechs
dieser Veranstaltungen werden von dem irischen EU-Ratsvorsitz organisiert. Die
Europäische Kommission veranstaltet zwei große Konferenzen: am 14. Mai in Brüssel und
– gemeinsam mit dem irischen Ratsvorsitz – am 27./28. Mai in Dublin.
Die vollständige Liste der Veranstaltungen und beteiligten Länder ist hier einzusehen:
http://ec.europa.eu/research/conferences/2013/brain-month/index_en.cfm.
Ansprechpartner/innen :
Michael Jennings (+32 2 296 33 88)
Monika Wcislo (+32 2 298 65 95)
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