Beitrag von Hans-Günter Mahr zur Arminiusmarkthalle in Moabit

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Arminius-Markthalle – Zunfthalle
Ich bin Moabiter! Ich bin in Moabit geboren, groß geworden und lebe immer noch da. Und
„meine Markthalle“ ist noch da!
Die Arminius-Markthalle hinter dem Rathaus Tiergarten war immer ein Mittelpunkt für das
urbane Leben in Moabit. Die Halle, die unter Denkmalschutz steht, ist jetzt 120 Jahre alt und
hat einiges überlebt.
Früher gab es dort alles. Lebensmittel, Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse, Süßwaren, Textilien,
Schuhe, Haushaltswaren, Schreibwaren, Imbissstände, einen Uhrmacher, einen
Schuhmacher und einen Frisör.
Ab Mitte der 80er Jahre wurde nach und nach ein Stand nach dem anderen aufgegeben,
weil die Mieten erhöht wurden. Schleichend verlor die Halle ihre Attraktivität und damit auch
ihre Kundschaft. Von den Betreibern wurden Konzepte (von Gourmet-Tempel bis Flohmarkt)
angedacht, um dies aufzuhalten und umzukehren, aber es klappte nicht. Woran es auch
immer lag. Vor ca. zehn Jahren wurden dann zwei Discounter in die Halle aufgenommen.
Das Markthallen-Restaurant mit bodenständigem Publikum und bodenständigem Essen
musste schließen.
Die SPD-Fraktion in der BVV Mitte hat mehrfach versucht auf diese Entwicklung Einfluss zu
nehmen, aber dies ist ihr nicht gelungen.
2010 hat die ZunftAG diese Halle übernommen und mit einem eigenständigen Konzept den
Versuch unternommen, dieser Halle „neues Leben einzuhauchen“. Dieses Vorhaben wurde
von der örtlich zuständigen 6. SPD Abteilung Mitte und der SPD-Fraktion der BVV Mitte im
Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt. Der Versuch der Revitalisierung ist aus den
„Kinderschuhen heraus“. Es haben sich wieder neue Mieter für die Marktstände gefunden.
Der Schwerpunkt liegt bei Speisen und Getränken auch aus unterschiedlichen Ländern. Der
Stand, bei dem schon immer Comics und Taschenbücher erworben oder getauscht werden
konnten, ist auch noch da.
Das Markthallen-Restaurant gibt es wieder. Die Speisekarte hat den Schwerpunkt: Gerichte
aus Brandenburg.
Es gibt in der Halle kulturelle Ereignisse, kleinere Ausstellungen und andere Aktionen (z.B.
Kochkurse). Die Betreiber verschließen sich auch kommunalen politischen Entwicklungen
und Vorhaben nicht. Die Pläne des Umbaus des Otto-Parks und des Kleinen Tiergarten
wurde z.B. in der Halle dokumentiert und der Öffentlichkeit vorgestellt.
Es ist auch gelungen, die Schuldnerberatung des Bezirks Mitte in der Halle unter zu bringen.
Sie zahlt dort deutlich weniger Miete als in ihrem alten Domizil.
Die Entwicklung der Halle ist noch nicht abgeschlossen, aber die Betreiber sind auf einem
guten Wege und werden durch erhöhtes Aufkommen von Kunden und Besuchern belohnt.
Hans-Günter Mahr
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