protokoll_tools_101103

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Protokoll Woche 4 Montag, 10.11.2003
Dozent: Otto Kruse
Verfasst von: Sabine Gassmann und Fabienne Schmuki
Tools für Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz
TEAMMANAGEMENT (2)

-
Übersicht Themen:
Was sind Gruppen / Teams / Netzwerke?
Was ist Selbststeuerung von Gruppen?
Wie leitet man Gruppen?
Was ist Führung?
Was ist Moderation?
1)
Was ist / charakterisiert eine Gruppe? (Diskussionen an den Tischen)
Es gibt zwei Arten von Gruppen:
Gruppe im weiteren Sinne: Menschen, die sich nicht kennen müssen; nicht strukturiert /
organisiert, verbunden durch ein bestimmtes Thema oder Merkmal (alle Brillenträger,
alle Fussballspieler, alle Bahnbenutzer)
Gruppe im engeren Sinne: Kleingruppen, Leute, die sich kennen; organisierte Gruppen
Wir sprechen von den Kleingruppen.
Gemeinsamkeiten von Gruppen:
Abgrenzung gegen andere, innerer Gruppenzusammenhalt
Gemeinsame Sprache -> Kommunikation wird einfacher
Identifikation (mit der Gruppe), Zugehörigkeit
Gruppen werden durch ihre Mitglieder jeweils geändert (durch Ein- und Austritte)
Wir brauchen Gruppen, um leben und uns entwickeln zu können
Funktionale Rollen sind festgelegt (z.B. im Kurs: Studenten, Dozenten); in den meisten
Gruppen hat man jedoch psychologische Rollen -> Sozialpsychologie bezeichnet Rollen
anders als die Organisationstheorie oder die Soziologie.
-
Definition aus der Psychologie:
•
Überschaubare Anzahl von Menschen
•
direkter Kontakt
•
emotionale Beziehungen zueinander
•
Kommunikation
•
Gruppenkohäsion
•
Innere Struktur: Rollen, Status, Aufgaben
•
Gemeinsame Sprache
•
Normen und Regeln
Warum wird es „mehr Gruppe“ geben?
Teamarbeit …
•
aktiviert die Stärken und kompensiert die Schwächen der Mitglieder
•
verschafft Zeitgewinn durch direktes und flexibles Zusammenwirken
•
ist Voraussetzung für Innovation
•
ist ideales Umfeld für individuelles Lernen
•
entspricht der Wertelandschaft heutiger Leistungsträger (Zusammenarbeit unter
Gleichrangigen)
•
ist kostengünstig, da Teams einen Teil ihrer eigenen Leitung übernehmen.
Übung:
Aufgabe:
Jeder soll sich in einem Zeitdiagramm in Gruppen einordnen, welcher man seit
klein auf angehört hat.
Ziel:
Was hat man in diesen Gruppen gelernt?
Wo war man überall?
Resultat:
grosse Spannweite
Bedeutung: - andere Menschen kennen lernen
- Geborgenheit, Schutz, Unterstützung
- Kontakte pflegen
- Spass
- Gedankenaustausch
- Verständnis
- Akzeptanz -> für Selbstwert
- Identifikation -> „wir“-Gefühl -> Selbstsicherheit, stützt Identität
- Pflichterfüllung
- Soziale Kompetenz
2) Vergleich Gruppe – Team:

Team:
Überschaubare Anzahl Menschen
mit sich ergänzenden Fähigkeiten, die
für eine bestimmte Zeit
in gegenseitiger Abhängigkeit
mit einem gemeinsamen, übergeordneten Ziel
und gemeinsamen Arbeitseinsatz
in gegenseitiger Verantwortung
weitgehend selbstorganisiert handeln
Jedes Team ist ebenfalls eine Gruppe (übergeordneter Begriff)
Netzwerke:

loser Zusammenhang mit vielfältigen Kontakten

als Alternative zu hierarchischen Strukturen ohne übergeordnete Steuerfunktion
Wieso gibt es Netzwerke?

Geben und Nehmen

Beide Seiten profitieren

LOYALITÄT zueinander (daraus resultiert die Selbstverständlichkeit mit der man
nimmt und gibt)

Informatielle Begrenzungen werden überwunden

Gegenseitige Unterstützung

Informationsaustausch
Wieso sind Netzwerke wichtig?

Teams sind kurzlebig (Verweildauer)

Netzwerke überleben

Zugang zu anderen Gruppen



Weniger Reibungsfläche
Keine direkte Zusammenarbeit
Organisation
Teambildung und Teamsteuerung auf drei Ebenen:

Inhaltsebene: Ebene der Sachlogik
Inhaltsgestaltung und Inhaltsaneignung

Gruppenebene: Ebene der Soziologik
Gruppenzusammensetzung und -entwicklung

Subjektebene: Ebene der Psychologik
Einzelpersonen und ihre Veränderungen
Eisberg-Modell:
Das Eisberg-Modell zeigt die Diskussionsebenen in einem Gruppenprozess auf. Zuoberst an
der Spitze des Eisberges befindet sich die Inhaltsebene. Diese ist ebenfalls die einzige, die
noch aus dem Wasser heraus ragt.
Als zweite folgt die Gruppenebene und am Schluss noch die Subjektebene.
Leider wird in Diskussionen meist nur die Inhaltsebene angesprochen. Man sollte aber
versuchen, das Wasser zu senken und auch die unteren Ebenen zu beachten. Leider ist es oft
so, dass man diese Bereiche unscharf sieht, sie gar nicht wirklich wahrnimmt. Oder es
herrschen Hemmungen etwas zu sagen, was nicht akzeptiert werden könnte oder als TabuThema gilt.
Der Gruppenleiter sollte versuchen hier etwas in Gang zu setzen um wieder Schwung in die
Gruppe hinein zu bekommen.
Die Gruppenentwicklung läuft in verschiedenen Phasen ab:
 Zuerst orientiert man sich, kommt an, taut langsam auf
 Formierungs- und Orientierungsphase
 Man lernt sich kennen, es kristallisieren sich Sympathien heraus, Beziehungen und Rollen
entstehen
 Differenzierungsphase
 Arbeitslust kommt und die Produktivität steigt; Gruppe weiss, was ihre Aufgabe ist, jeder
kennt seinen/ihren Beitrag zur Arbeit
 Phase der Arbeitsfähigkeit
 Die Gruppe löst sich wieder auf, die Mitglieder müssen Abschied nehmen, der Efolg muss
bewertet werden, man tauscht Adressen und versucht, die Beziehungen über das Ende
der Gruppe hinaus aufrecht zu erhalten etc.
 Phase der Auflösung
Arten der Teamleitung:

Selbstgesteuerte Teams: Leitung auf alle Mitglieder verteilt

Moderation: Zeitlich befristete Steuerung durch eine Person, aber nur für einen
bestimmten Prozess, zum Beispiel Sitzung. Dieser ist nicht für das Ergebnis
verantwortlich.

Projektleitung: Für Weg und Ergebnis verantwortlich, koordiniert.

Disziplinarischer Leiter: Personalverantwortlicher mit einem festen Team, das unter
seinem Leitungsrecht steht.
Natürlich gibt es hier sehr viele Mischformen. Beispielsweise kann es einen disziplinarischen
Leiter geben, aber das Team handelt trotzdem selbstständig. Auf die gleiche Art kann auf ein
selbstgesteuertes Team einen Moderator für bestimmte Sachen bestimmen.
Was ist Führung?

Verantwortung

Delegieren

Macht ausüben

Vorbildsfunktion

Zielorientierung, Zielvorgabe

Koordination

(Breites Wissen -> nicht unbedingt nötig, eher Koordinator)

Ansprechpartner bei Problemen

Entscheidungsfähigkeit

Kontrolle / Monitoring

Soziale Kompetenz
Was muss ein selbstgesteuertes Team in der Anfangsphase leisten?
Ein Team muss sich darauf einigen/ muss herausfinden
•
Wer die Bedingungen der Mitgliedschaft erfüllt
•
Wo die Grenzen tolerierbaren Verhaltens sind
•
Wie mit abweichendem oder störendem Verhalten umzugehen ist
•
Welche Funktionen die einzelnen Teammitglieder erfüllen
•
Wie der Zusammenhalt des Teams gefestigt wird
•
Wie das Team Entscheidungen trifft
•
Wie das Team mit Konflikt umgeht
•
Wie viel Nähe und Distanz im Team herrschen soll
•
Wie im Team kommuniziert wird (Kommunikationswege und Methoden)
•
Wie die Zielbindung sichergestellt werden kann

Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Führung, Führung ist nicht gleich
Führung.
Modell für vier verschiedene Führungsstile – siehe Folie / Blatt.
Jedem Führungsstil können verschiedene Eigenschaften zugewiesen werden (siehe Adjektive
auf Blatt / Folie neben Diagramm).

Führung ganz allgemein definiert:
Zielbezogene Einflussnahme durch Kommunikation.
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