Verteiler BaWü regional - Deutsche Gesellschaft für Thorax

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Pressemitteilung vom 5.2.2012
Wenn das kranke Herz auf das Gemüt schlägt
Fachgesellschaft der deutschen Herzchirurgen weist auf die Wichtigkeit und den Nutzen der
ganzheitlichen Behandlung herzkranker Patienten hin
Aufgrund des gestiegenen ökonomischen Drucks im Gesundheitswesen ist in den letzten
Jahrzehnten die Zeit, die Ärzten und Pflegepersonal für jeden einzelnen Patienten zur Verfügung
steht, drastisch zurückgegangen. Während die rein medizinische Behandlung weiter
uneingeschränkt erbracht werden muss, ist die menschliche Interaktion zwischen dem Arzt und
seinen Patienten nicht mehr im notwendigen Umfang zu leisten. In einigen der 79 deutschen
Herzzentren sind deshalb heute schon eigene Psychologen tätig, die speziell auf die Beratung,
Unterstützung und Begleitung herzchirurgischer Patienten eingestellt sind. Daher appelliert die
Fachgesellschaft der deutschen Herzchirurgen an die Kostenträger, die Arbeit dieser Psychologen
zu vergüten und bei der Überarbeitung des Transplantationsgesetzes verbindlich abzusichern.
„Verschiedene medizinische Studien bestätigen unser `ärztliches Bauchgefühl´, dass die
Genesung nicht allein von der medizinischen Leistung der Ärzte und des Pflegepersonals, sondern
besonders auch von der seelischen Betreuung der Patienten abhängt. Trotz der mangelnden
zeitlichen Ressourcen ist es deshalb wichtig, die Angst und die Sorgen jedes einzelnen Patienten
frühzeitig zu erkennen und dem Patienten qualifizierte psychologische Unterstützung im
notwendigen Umfang zukommen zu lassen“, sagt Professor Friedrich Wilhelm Mohr, Präsident der
Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG).
Unabhängig von statistischen Überlebensraten, die bei Herzoperationen zumeist über 95 Prozent
liegen, empfinden viele Patienten jeden Eingriff am Herzen als eine lebensbedrohliche Situation.
Dies ist laut Mohr nicht zuletzt den emotionalen Assoziationen in Verbindung mit dem Organ Herz
geschuldet. Vor allem Patienten unter 55 Jahren und solche mit geringer sozialer Unterstützung
zeigen ein vermehrtes Auftreten von Angst und Depression sowohl vor als auch nach
Herzoperationen. Dabei hängen die Notwendigkeit und gegebenenfalls der Umfang der
notwendigen psychologischen Unterstützung nicht allein vom Resultat des medizinischen Eingriffs
ab. „Oft benötigen auch Patienten, bei denen die Operation und die Behandlung danach ohne
jegliche Komplikationen verlaufen, psychologische Hilfe, weil sie körperliche oder geistige
Veränderungen erleben oder ästhetische Begleiterscheinungen negativ wahrnehmen.
Beispielsweise ist für manche Frauen eine exzellent verheilte Narbe im Dekolletébereich ein
Grund für eine Beeinträchtigung der Gemütsverfassung“, so Mohr.
Unbedingt notwendig ist die psychologische Betreuung nach Einschätzung der Herzchirurgen bei
Patienten vor und nach Herz- und Lungentransplantationen. Medizinische Studien zeigen, dass
bis zu 25 Prozent der Patienten, die sich auf der Warteliste zur Organtransplantation befinden, an
depressiven Verstimmungen leiden. Die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer
Belastungsstörung nach Implantation eines Kunstherzens oder einer Herztransplantation liegt bei
20 Prozent. Trotz des seit 1997 geltenden und sich gegenwärtig in Überarbeitung befindlichen
Transplantationsgesetzes, das die psychologische Betreuung ausdrücklich fordert, sei diese für
Transplantationskandidaten und Transplantierte noch deutlich zu verbessern. „Wir hoffen, dass
die Politik entsprechende Regelungen zur zwingend notwendigen Verbesserung der
psychologischen Betreuung dieser Patienten bei den anstehenden Beratungen im
Gesetzgebungsverfahren verbindlich festlegt“, so Mohr.
Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) vertritt als
medizinische Fachgesellschaft die Interessen der über 950 in Deutschland tätigen Herz-, Thoraxund Kardiovaskularchirurgen im Dialog mit Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.
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Gerne vermitteln wir Ihnen den Kontakt zu Ärzten und Transplantationspatienten. Weitere
Informationen zu dem Thema erhalten Sie bei:
Thomas Krieger, DGTHG-Pressereferent, Tel: 033439 18746, E-Mail: [email protected]
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