Wie werde ich Arzt/Ärztin?

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Berufsnavigator II
BN°II
Berufsberatung für Gymnasiasten
Arzt/Ärztin
Was macht ein/e Arzt/Ärztin?
Mediziner/innen, nach der Approbation mit der offiziellen Berufsbezeichnung Arzt /
Ärztin tituliert, geloben, ihr Leben in den Dienst der ärztlichen Ethik und der Menschlichkeit zu stellen. Ihr Ziel ist es, Leben zu erhalten, die Gesundheit zu schützen oder
wiederherzustellen und Leiden zu lindern. Sie untersuchen, behandeln und beraten
Patienten/innen, erheben Befunde, diagnostizieren Krankheiten und therapieren diese. Außerdem beugen Sie durch Vorsorgemaßnahmen Krankheiten vor.
Zu den Hauptaufgaben eines/er Arztes/Ärztin gehören:
Diagnose:
 Untersuchen von Patienten durch Puls, Temperatur und Blutdruck messen,
tasten, abhören, abklopfen, anschauen, in Ohren oder Rachen leuchten etc.
 Sogenannte Anamnese erheben: Krankheitsvorgeschichte, Lebensumstände,
Ergebnisse von Laboruntersuchungen etc. mit einbeziehen
 Einsatz moderner Diagnosegeräte wie Ultraschall, EKG, Röntgenaufnahmen,
Computertomografien, Lungenfunktionsprüfungen etc.
Behandlung und Therapie:
 Patienten über Diagnose, Therapiemöglichkeiten und Heilpläne beraten
 Wunden versorgen, säubern und nähen, Verbände oder Schienen anlegen
 Punktionen, Infusionen, Injektionen und Transfusionen anlegen
 Chirurgische Eingriffe vornehmen
 Tabletten, Salben, Spritzen etc. verschreiben
 Physikalische Maßnahmen verordnen wie Bestrahlungen, Physiotherapie etc.
Prävention und Rehabilitation:
 Schutzimpfungen
 Vorsorgeuntersuchungen durchführen
 Ärztliche Attests anfertigen – nach der Untersuchung
 Beratung der Patienten und ihrer Angehörigen
 Rehabilitationsmaßnahmen verordnen
Wo arbeitet ein/e Arzt/Ärztin?
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Krankenhäuser und Kliniken
Praxen, oft selbständig in eigener Arzt- oder Facharztpraxis
Sanitäts- und Rettungsdienste
Gesundheitsämter
Altenpflegeheime
Hospize und Einrichtungen der Kurzzeitpflege
Universität und Universitätskliniken
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Wie werde ich Arzt/Ärztin?
Der Zugang zum Beruf des/r Arztes/Ärztin ist bisher genau geregelt.
Der berufsqualifizierende Abschluss Arzt/Ärztin setzt vor der praktischen Ausbildung
ein Studium der Human-Medizin an einer Universität voraus.
Die Regelstudienzeit für ein Studium der Humanmedizin beträgt gemäß §1 der Approbationsordnung für Ärzte/Ärztinnen 6 Jahre und 3 Monate.
Abschlüsse erfolgen noch nach wie vor durch das Staatsexamen, an dem man festhalten will, auch wenn es ab 2010 nur noch Bachelor- und Masterstudiengänge an
europäischen Hochschulen geben darf. Änderungen sind hier in der nächsten Zeit
noch möglich.
Auch der Zugang zum Studium ist fest geregelt. Die zulassungsbeschränkten Medizin-Studienplätze vergibt die ZVS in Dortmund (www.zvs.de). Hochschulen können
darüber hinaus örtliche Auswahlverfahren (AdH) durchführen, die sie zunehmend
anwenden – zum Beispiel den TMS in Baden-Württemberg und an der Universität
Lübeck (www.tms-info.org). Wichtigstes Kriterium bleibt der schulische Leistungsstand, also gute Noten.
(Im Wintersemester 2007/2008 haben sich 35.033 Abiturienten auf 8.377 Studienplätze beworben, die Studienerfolgsquote in Humanmedizin liegt bei 80 Prozent).
Ein Erste-Hilfe-Kurs und ein dreimonatiger Krankenpflegedienst ist vor Beginn des
Studiums oder in der unterrichtsfreien Zeit des Studiums abzuleisten. Die außeruniversitäre arztpraktische Ausbildung während der Studienzeit umfasst eine viermonatige Famulatur und das praktische Jahr mit insgesamt 48 Ausbildungswochen.
Meistens entsteht während des abschließenden praktischen Jahres die Doktorarbeit,
die Promotion. Auch ohne diese kann man sich als Arzt oder Ärztin niederlassen.
Danach gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten zum/r Facharzt/ärztin.
Ärzte müssen darüber hinaus jedes Jahr Fortbildungen absolvieren.
Was verdient ein/e Arzt/Ärztin?
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Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern: 3.528 – 4.414 €
Als selbständige/r Arzt/Ärztin ist das Einkommen abhängig von der Art der
Praxis, den Arbeitszeiten, der Zahl der Patienten und Behandlungen etc.
Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:
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Gute Aussichten – besonders auf dem Land und bei Fachärzten
Die langfristige Diagnose: Ärztemangel! Bis 2014 ist mit weniger als 8.500 Absolventen jährlich zu rechnen
Bis 2012 gehen 41.000 Mediziner, bis 2017 sogar 77.000 Ärztinnen und Ärzte
in den Ruhestand (laut Bundesärztekammer BÄK)
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Besonders bei Fachärzten in den Bereichen Augen-, Frauen-, Haut- und Nervenheilkunde wird es Engpässe geben
Die Arbeitslosenquote für Ärzte liegt bei unter 2 Prozent, es herrscht quasi
Vollbeschäftigung – Bereits über 40 Prozent sind Frauen, Tendenz steigend
Ein Ärztemangel wird für viele ländliche Regionen prognostiziert, während in
den Städten das Angebot an niedergelassenen Ärzten noch reichlich ist
Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker...! Der/die eigene Hausarzt/-ärztin ist sicherlich der/die kompetente Ansprechpartner/in.
Wenn ein Verwandter oder eine Freundin ins Krankenhaus muss, begleiten Sie
ihn/sie von der Einweisung bis zur Diagnose – oft ist das möglich, wenn der Patient
diesen Beistand wünscht.
Absolvieren Sie einen Erste-Hilfe-Kursus oder eine Sanitätskurs, dieser ist für den
Führerschein ohnehin wichtig. Gehen Sie Blut spenden!
Ein Praktikum in einer medizinischen Einrichtung, vielleicht sogar der Wehrersatzdienst in einer solchen, kann ebenfalls wertvolle Erkenntnisse über den Beruf liefern.
Wenn Sie im Bekanntenkreis ihrer Eltern eine/n Arzt/Ärztin haben, fragen Sie diese/n, ob Sie in den nächsten Ferien in der Praxis hospitieren dürfen.
Wenn der Berufsnavigator II (BN°II) Ihnen den Beruf Arzt bzw. Ärztin vorschlägt, bedeutet dies, dass Sie im Prinzip für diesen Beruf geeignet scheinen.
Quelle und weitere Informationen: www.berufenet.arbeitsagentur.de
Sowie Stern Job-Ampel 2008 www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/
Stand: September 2008
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