10_Epistaxis_Zusatzblatt

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Epistaxis:
Ursachen:
Lokal bedingt:
(Ursache in Nase o. NNH)
• Ruptur eines gestauten Gefäßes am Lokus Kiesselbach 80 – 90 % der
Fälle:
Kleinere mechan. Einwirkungen auf knorpelige Nase(Rhinitis sicca anterior,
bohrender Finger starkes Schneuzen, Austrocknung). Ulzerationen d. Kokainschnupfen
• Traumatisch bei Nasenbeinfraktur oder Septumfraktur, NNH-Frakturen
und bei Schädelbasisfrakturen:
 Zerreißen der Schleimhaut
• Verletzung d. Schleimhaut durch Fremdkörper
• „Blutender Serumpolyp“ (Granuloma teleangiectaticum)
nimmt seinen Ausgang von d. Schleimhaut des vorderen Septums; Ursache:
wahrscheinlich mechan. Reize. Th: Abtragen mit Perichondrium
• Maligne Geschwülste d. Nase und d. NNH
• Juveniles Nasenrachenfibrom
Systemische Ursache:
• Fieberhafte Infektionskrankheiten: Grippe, Masern oder Schnupfen
 geringfügige Blutung durch Hyperämie d. Schleimhaut der Muscheln oder
des Septums
• Gefäß- und Kreislaufkrankheiten: Arteriosklerose, Hypertonie,
Nierenerkrankungen  heftige arterielle Blutungen aus größeren Gefäßen
(mittlere und hintere Abschnitte d. Nase)
• Hämorrhagische Diathesen: Hämophilie, Thrombopathie, Morb.
WERLHOFF(isolierte Thrombopenie i. Folge verkürzter Thrombo-Lebenszeit d.
antithromboz. Auto-AK), Leukämie, Lebererkrankungen, während der Menses,
Antikoagulantienüberdosierung flächenhafte Schleimhautblutungen oft bds.
• Morb. RENDU-OSLER(Bildung multipler angiomatöser Telangiektasien in Form kleiner,
flacher, rotbrauner Knötchen; v.a. im Gesicht, Nasen-/Mundschleimhaut…):  Blutungen
aus Blutgefäßknötchen (heriditäre Telangiektasien) in d. Nasenschleimhaut;
sind meist auch auf Mundschleimhaut sichtbar
Diagnostik:
• Bei unbekannter Ursache: Gründliche Allgemeinuntersuchung mit RR, Herzund Kreislaufuntersuchung, BB, Gerinnung, Urinuntersuchung...
• Endoskopie der Nase zur Lokalisation der Blutungsquelle
• CT oder MRT bei Tumorverdacht
• Angiographie zur Lokalisation der Blutungsquelle
CAVE: Infektionsgefahr durch blutiges Aerosol
Therapie:
Allgemeine Maßnahmen:
• Aufrechtsitzen oder Liegen mit angehobenem Kopf
• Nasenflügel für einige Minuten zusammendrücken
• Kalte Halsumschläge oder Eisaufschläge auf den Nacken
• Anwendung von Hämostyptica i.m., i.v. oder lokal
Lokale Maßnahmen:
(Geschehen unter Sicht mit Nasenspekulum in Oberflächenbetäubung (Spray oder
Tupfer mit Lidokain))
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Punktförmige Ätzung des blutenden Gefäßes mit 40%iger
Trichloressigsäure oder Chromsäureperle. Suffizient f. Locus
KISSELBACH,
Nachbehandlung mit weicher Salbe
CAVE: keine beidseitige Ätzung wg. Gefahr d. Septumperforation.
Elektrokoagulation mit bipolarer Pinzette (sehr wirkungsvoll)
Laserverschorfung (v.a. bei Morb. Rendu-Osler) berührungslose
Verschorfung
Neodym-YAG-, Kalium-Titanyl-Phosphat., Argon- und CO2-Laser.
CAVE: Tiefenwirkung bei dünnen Gewebestrukturen wie z.B. Septumschleimhaut beachten.
Tamponade (bei diffuser Blutung oder unbekannter Blutungsquelle)
Vordere Tamponade (aus in Salbe getränkter Gazelässt sich leichter
wieder entfernen.
Für ausreichenden Druck muss auch Gegenseite tamponiert werden
Ballonkatheter
Hintere Tamponade (BELLOCQ)bei art. Nasenbluten aus hinteren
Nasenpartien, falls vordere nicht ausreicht.
Am besten in ITN. Es muss Antibiotikum als Infektionsprophylaxe gegeben
werden
Operative Begradigung der Nasenscheidewand (wenn Verbiegung oder
Leistenbildung eine Blutungsstillung unmöglich macht)
Gefäßunterbindungen (nur bei heftigen art. Blutungen, die durch Tamonaden
nicht zu beherrschen sind)
A. maxilaris (Über Fossa pterygopalatina, nach Entfernung der hinteren
Kieferwand)
A. carotis externa (wird vor M. sternocleidomastoideus erreicht und nach
Abgang d. A. lingualis unterbunden)
Endoskopische Koagulation d. A. sphenopalatina (nur bei ausreichender
Nasenweite)
Aa. Ethmoidales (bei Blutungen aus obersten Nasenabschnitten.
Endoskopische Ausräumung des Siebbeinzellsystem mit Koagulation d. Aa.
Ethmoidales. Vorher CT zur Darstellung d. anatom. Gegebenheiten)
DD: Tumor, bei vorliegen evtl. zusätzlich MRT oder DSA
Selektive Angiographie und Embolisation (nur von sehr versiertem
Radiologen, der diese Technik beherrscht.
Muss schnell durchgeführt werden, da nur bei laufender Blutung möglich
CAVE: hohes Risiko auch Hirngefäße oder A. ophthalmica ungewollt zu
verschließen
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