Telefon - NOTIZ - Kompetenznetz Angeborene Herzfehler

Werbung
Deutsches Kinderherzzentrum
St. Augustin
Asklepios GmbH
Arnold Janssen 29
53757 Sankt Augustin
Patienteninformation (Jugendliche)
Titel der Studie
Pulmonalarteriopathie – Diagnostik und Therapie peripherer Pulmonalstenosen
Studienleiter:
PD Dr. med. M. Schneider
Tel.: 02241 249650
Betreuende Ärztinnen:
Dr. med. C. Zinn
Dr. med. K. Schneider
Liebe (r) ________________,
Dein behandelnder Arzt hat Dich gebeten, an einer Studie teilzunehmen. Diese Studie wurde
vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geprüft, befürwortet und wird für
mehrere Jahre finanziell unterstützt. Auch unsere zuständige Ethikkommission hat dieses
Projekt überprüft und eine positive Beurteilung zur Durchführung abgegeben. Bitte lies Dir die
folgenden Informationen in Ruhe durch. Du wirst anschließend Zeit haben, alle noch offenen
Fragen zu stellen.
Wie Du bereits aus den vorangegangenen Gesprächen mit Deinem behandelnden Arzt weißt,
bestehen bei Dir aufgrund des angeborenen Herzfehlers eine oder mehrere Einengungen im
Bereich der Lungenarterien, die langfristig zu einer Beeinträchtigung der Funktion des rechten
Herzens („Rechts-Herzinsuffizienz“) führen können. Unter „Herzinsuffizienz“ wird in der Regel
eine Funktionseinschränkung der
linken Herzkammer verstanden. Bei Patienten mit
angeborenen Herzfehlern, ist jedoch oftmals die rechte Herzkammer und in der Folge dann
auch die rechte Vorkammer betroffen. Eine der häufigsten Ursachen dieser „RechtsHerzinsuffizienz“ sind Einengungen in der Lungenstrombahn. Die „Rechts-Herzinsuffizienz“ führt
oft erst spät zu Beschwerden wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen und ist dann bereits
fortgeschritten oder, im schlimmsten Fall, nicht mehr behandelbar. Daher ist es besonders
wichtig, die Ursachen zu frühzeitig behandeln.
Gefäßeinengungen in der Lungenstrombahn, sogenannte Pulmonalarterienstenosen, sind
Patienteninformation 11.01.2005 (Jugendliche) Pulmonalstenosen
Seite 1 von 6
entweder angeboren oder Folge vorangegangener operativer Eingriffe. Bei den angeborenen
Einengungen handelt es sich oft um „unterentwickelte“ Gefäße; Einengungen entstehen
dagegen häufig aufgrund von Narben an den vom Chirurg gelegten Nahtstellen.
In den letzten Jahren gab es in der Medizin viele Fortschritte besonders in der Behandlung von
derartigen Gefäßeinengungen. Während früher lediglich erneute operative Eingriffe möglich
waren, können heute solche Verengungen durch Ballonkatheter im Herzkatheterlabor gedehnt
werden. Diese nicht-operative Methode kann heute durch eine zweite nicht-operative Methode
ergänzt oder ersetzt werden. Bei dieser Methode wird durch den Ballonkatheter eine kleine
Metallröhre, ein sogenannter Stent, in die Verengung vorgeschoben und dort mit Hilfe des
Ballons in die Einengung gedrückt. Dieses Metallröhrchen (Stent) dehnt das Gefäß sehr viel
effektiver und langfristiger als eine einmalige Ballon-Erweiterung, nicht zuletzt dadurch, dass
das Röhrchen im Gefäß belassen wird und dauerhaft aktiv gegen die Verengung drückt.
Ein Vorteil dieser neuartigen Methode ist, dass der Eingriff unter örtlicher Betäubung
durchgeführt werden kann und eine Operation am offenen Herzen ersetzen kann. Allerdings
müssen Stents bei Kindern und Jugendlichen, die sich noch im Wachstum befinden, im Verlauf
durch erneute Herzkatheteruntersuchungen mit Ballonaufdehnung dem Wachstum angepasst
werden. Die Risiken einer Stent-Einsetzung liegen vor allem in der Fehleinsetzung eines Stents,
das heißt in einer falschen Positionierung beziehungsweise im Loslösen eines Stents. Dieses
kann notfalls eine Operation zur Entfernung des Stents mit sich führen. Des Weiteren besteht
die Gefahr, dass der Stent „verstopft“. Dieses kann zu erneuten Herzkathetereingriffen mit
Ballonaufdehnung und weiteren Stent-Einsetzungen führen. Um diesem Entgegen zu wirken,
erhalten alle Patienten nach Stent-Einsetzung zur Blutverdünnung Acetylsalicylsäure (ASS,
Wirkstoff von Aspirin) in niedriger Dosierung für 6 Monate.
Da es sich bei einer Herzkatheteruntersuchung um eine Untersuchung mit Strahlenbelastung
handelt,
ist
bei
allen
Patientinnen
im
gebärfähigen
Alter
vor
dem
Eingriff
ein
Schwangerschaftstest erforderlich.
Wir werden innerhalb dieser Studie unsere Patienten nicht anders behandeln, als wir es
außerhalb der Studie ohnehin täten. Das heißt, dass wir versuchen werden, die jeweils beste
Therapieform (Operation, Ballon-Erweiterung oder Stent-Einsetzung) für jeden einzelnen
Patienten individuell zu finden und durchzuführen. Wir möchten in unserer Studie untersuchen,
ob die individuelle Therapie, die wir für jeden einzelnen Patienten ausgesucht haben, zu einem
dauerhaften Erfolg führt. Dies gelingt am besten, wenn wir, wie es in dieser Studie geplant ist,
mit möglichst vielen anderen Zentren in Deutschland unsere Erfahrungen in der Behandlung
Patienteninformation 11.01.2005 (Jugendliche) Pulmonalstenosen
Seite 2 von 6
solcher Gefäßverengungen austauschen.
Wir möchten daher, wenn Du der Teilnahme an dieser Studie zustimmst, so genau wie möglich
die Gefäßveränderungen an Deinen Lungengefäßen beschreiben, um die für Dich beste
Therapieform auszuwählen und die individuellen Gründe für die gewählte Therapie zu
dokumentieren und für Dich als Patient und auch andere Ärzte nachvollziehbar zu machen. Das
Fernziel liegt darin, allgemeine Therapieempfehlungen für möglichst viele unterschiedliche
Formen der Pulmonalstenosen zu entwerfen und damit zu garantieren, dass neben Dir auch alle
anderen (vorerst in Deutschland) Patienten zukünftig eine qualitativ gleichwertige Behandlung
erfahren. Zudem versprechen wir uns, durch die zusätzlichen MRT Untersuchungen zwischen
den teilnehmenden Kliniken vergleichbare Aussagen über die Form der Lungengefäße und die
Funktion Deiner rechten Herzkammer treffen zu können und letztlich, wenn diese Methode sich
bewährt hat, die Anzahl der diagnostischen Herzkatheteruntersuchungen und der damit
verbundenen Strahlenbelastung der Patienten aufgrund der nicht-strahlenbelastenden MRTUntersuchungen
zu
verringern.
Die
Magnetresonanztomographie
(besser
auch
als
Kernspintomographie bekannt) kann mit Hilfe von Magnetwellen Organe, Blutgefäße und
Weichteile in hoher Auflösung darstellen. Für die Untersuchung musst Du in einer Röhre liegen.
Selbstverständlich kann auch ein Elternteil während des MRT mit im Untersuchungsraum
bleiben.
Neben der üblichen körperlichen Untersuchung, der Ultraschalluntersuchung des Herzens,
EKGs und Langzeit-EKGs umfaßt das Studienprotokoll eine Belastungsuntersuchung (Fahrradoder Laufband-Spiroergometrie). Hierbei wird bei Deine maximale Belastbarkeit auf einem
Fahrradergometer getestet. Die Belastungsgrenze bestimmst Du selbst, bei medizinischen
Bedenken wird die Untersuchung selbstverständlich sofort abgebrochen. Zusätzlich erfolgt über
eine spezielle Apparatur, die Dir bei der Untersuchung genau demonstriert und erklärt wird, eine
Bestimmung der Lungenleistung unter Ruhebedingungen und unter Belastung. Ferner bitten wir
Dich, einen Fragebogen zu Deiner Belastbarkeit und Deiner selbst empfundenen Lebensqualität
auszufüllen.
Für die MRT Untersuchung (Magnetresonanztomographie) Deiner Lungengefäße und Deines
Herzens, die Herzkatheteruntersuchung und die venöse Blutentnahme erhältst Du eine separate
Aufklärung und Einwilligungserklärung. All diese Untersuchungen sind bei Dir medizinisch
sinnvoll und angezeigt, um eine korrekte anatomische bildliche der Lungengefäßveränderungen
zu erreichen und die Herzfunktion individuell genau zu überprüfen.
Diese
Untersuchungsschritte
gehören
zum
Studienprogramm
Patienteninformation 11.01.2005 (Jugendliche) Pulmonalstenosen
des
„Kompetenznetzes
Seite 3 von 6
angeborene Herzfehler“ und werden in vielen großen Zentren in Deutschland gleichzeitig bei
Patienten mit ähnlichen Erkrankungen durchgeführt.
Teilnahmevoraussetzungen
Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Du kannst ohne Angabe von Gründen Deine Teilnahme ablehnen oder Deine Einwilligung jederzeit zurückziehen, ohne dass Dir dadurch Nachteile
entstehen. Ebenso kann Dein Arzt Deine Teilnahme an der klinischen Studie aus
Sicherheitsgründen jederzeit beenden.
Kosten und Vergütungen
Durch die Teilnahme an dieser Studie entstehen weder Dir noch der Klinik oder den Krankenkassen über die üblichen Behandlungskosten hinaus zusätzlich Kosten. Du erhältst für Deine
Teilnahme keine Vergütung.
Information zum Datenschutz
Die im Rahmen dieser klinischen Studie erhobenen personenbezogenen Daten und Gesundheits- bzw. Krankheitsdaten sowie die Ergebnisse der im Rahmen der Versuchsteilnahme
erfolgten Untersuchungen bei Dir werden im Falle Ihrer Studienteilnahme zu diesem Zweck wie
folgt verarbeitet:
Die persönlichen Daten (Name, Vorname, Geschlecht, Geburtsdatum und Adresse)
werden durch den Dich aufklärenden Prüfarzt erhoben und von diesem auf der Einwilligungserklärung vermerkt. Die Einwilligungserklärung mit diesen unverschlüsselten
personenbezogenen Angaben bleibt bei dem/der Studienarzt/Studienärztin. Die im
Rahmen dieser Studie erhobenen Daten und die Ergebnisse der klinischen Studie werden
verschlüsselt und in dieser Form elektronisch gespeichert und an die Studienzentrale
des Kompetenznetzes „Angeborene Herzfehler, Sprecher Prof. PE Lange, Charité Berlin,
Augustenburgerplatz 1, 13353 Berlin“ übermittelt.
Der Schlüssel, der gebraucht wird, um Deine Daten zuordnen zu können, ist auf einem
von den übrigen Daten getrennten Computer bei dem/der Studienarzt/Studienärztin
gespeichert und nur für diesen zugänglich. Sofern es sich bei den im Rahmen der Studie
aufgezeichneten Daten um personenbezogene Daten handelt, erklärst Du durch Deine
Einwilligung mit deren Einsichtnahme durch einen vom Kompetenznetzwerk mit der
Überprüfung der Studiendurchführung beauftragten Arzt, der der Schweigepflicht
unterliegt, einverstanden.
Die Ergebnisse der Studie werden ohne Nennung Deines Namens oder anderer Daten, die
Patienteninformation 11.01.2005 (Jugendliche) Pulmonalstenosen
Seite 4 von 6
Deine Person erkennen lassen, d.h. anonym, veröffentlicht. Die gespeicherten oder sonst
aufgezeichneten Daten/personenbezogenen Angaben und der Schlüssel zu Deiner
Entschlüsselung werden
gemäß
der
gesetzlichen
Aufbewahrungsfrist
15
Jahre
gespeichert bzw. archiviert und danach gelöscht bzw. vernichtet. Die ggf. in Deiner
Krankenakte befindlichen Aufzeichnungen, welche in Bezug zu der o.g. Studie stehen,
werden 30 Jahre aufbewahrt und danach mit dieser vernichtet. Du kannst jederzeit einer
Weiterverarbeitung Deiner Daten widersprechen. In diesem Fall werden keine neuen
Daten mehr gesammelt und die über Dich gespeicherten persönlichen Angaben und der
dazugehörende Schlüssel gelöscht bzw. vernichtet, soweit nicht gesetzliche oder
berufsrechtliche Aufbewahrungspflichten dem entgegenstehen. Auf Deinen Antrag hin
werden
Dir
die
Ergebnisse
der
im
Rahmen
dieser
Studie
vorgenommenen
Untersuchungen mitgeteilt.
Versicherungsschutz
Da jede diagnostische und therapeutische Maßnahme, die im Rahmen der Studie
vorgenommen wird, nach medizinischer Notwendigkeit auch ohne Teilnahme an der Studie
stattgefunden hätte, besteht wie bei jedem Patienten für die Dauer der Behandlung ein
Versicherungsschutz über das behandelnde Krankenhaus.
Neue Erkenntnisse
Während der Studie werden Dir sämtliche Informationen über Deine Behandlung mitgeteilt, die
Deine Einstellung zu dieser Studie beeinflussen könnten. Sofern neue Erkenntnisse bekannt
werden, die einen Einfluß auf die Bereitschaft zu Deiner Teilnahme an dieser Studie haben
könnten, werden diese Dir sofort mitgeteilt und ausführlich erläutert.
Wenn Du einer Teilnahme an dieser Studie zustimmst, unterzeichne bitte die nachfolgende
Einwilligungserklärung. Eine Ausfertigung davon ist für Dich bestimmt.
Wir wünschen Dir alles Gute.
PD Dr. med. M. Schneider
Dr. med. Zinn
Dr. med. K. Schneider
Patienteninformation 11.01.2005 (Jugendliche) Pulmonalstenosen
Seite 5 von 6
Einverständniserklärung
Ich fühle mich ausreichend über den Sinn und Zweck der Studie, den Studienablauf und die damit
verbundenen Risiken aufgeklärt, meine Fragen wurden hinreichend beantwortet und mir blieb
ausreichend Zeit, über meine Entscheidung nachzudenken. Ich erkläre mich aus freiem Willen
einverstanden, an der oben beschriebenen Studie teilzunehmen. Über die Erhebung, Speicherung
und Verarbeitung personenbezogener Daten, wie oben beschrieben, wurde ich aufgeklärt und ich
bin damit einverstanden.
St. Augustin, den
Patient
Patienteninformation 11.01.2005 (Jugendliche) Pulmonalstenosen
Seite 6 von 6
Herunterladen
Explore flashcards