Eine Woche in der Slaverei

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Eine Woche in der Slaverei
Montag:
1. und 2. Stunde: Im Osten können die Leute nicht schwimmen
Zumeist mit den Gesichtsausdrücken von Leuten, die auf dem Weg zu ihrer eigenen Hinrichtung sind, kehrten die
Schüler nach einem Wochenende in Freiheit wieder in die Slaverei der Schule zurück. Zu Fuß, auf Fahrrädern und in
Bussen kamen sie in großer Zahl, und von diesen vielen betraten einige die Anstaltsabteilung 1/2, und auch von diesen
erreichten nur wenig mehr als zwanzig einen kleinen Raum, an dessen Tür drohend die Nummer „2.09“ stand. Nicht alle
von ihnen hatten das letzte Jahr überstanden, doch die meisten waren noch da. In der Gruppe der Überlebenden, die mit
einer Mischung aus Furcht und Hoffnung die Türschwelle übertraten, waren viele alte Bekannte: die Kampfkuh, Macke,
der Imker, Gerding, Dave, Käse, Bucke, Kricken, Stefan Daum, der Klauer, der Dauermelder, Ali und Stöck. Und
natürlich noch viele andere. Ef-De war nicht mehr dabei, denn er war an den Spätfolgen seiner schweren
Schulterverletzung in den Sommerferien gestorben. Hätten Blicke töten können, so hätte die Lehrerin, die bald darauf
den Raum betrat, ihre nächsten zwanzig Wiedergeburten verwirkt gehabt. Aber, da das nicht der Fall war, betrat sie den
Raum und war sehr erstaunt, als sie versuchte, die Zahl der Schüler an ihren Fingern abzuzählen und sie merkte, das ihr
dies nicht gelang. Daher fragte sie die Schüler, was sie in diesem Raum zu suchen hätten. Manche logen und
behaupteten, sie seien freiwillig gekommen, und nur wenige deuteten an, warum sie wirklich in diesem Raum waren. Ob
Galgen oder Erschießen, alles lief am Ende auf dasselbe hinaus. Aber noch hatten die Schüler nicht aufgegeben und
wollten sich nicht dem Prinzip unterordnen, das die Lehrerin bald darauf an die Tafel schrieb. Es lautete: „Slaverei“.
Kricken sprach aus, was die meisten dachten, als er rief „Wasn dat fürn Scheiss hier?“. Und Macke zog sofort seine
Strohhalmkanone und eröffnete das Feuer. Da er aber noch ein wenig breit vom Wochenende war traf er nur den Imker
und den Klauer, die deutlich neben dem eigentlichen Ziels des Attentats saßen (soweit man in einem 4x4 Meter großen
Raum deutlich neben jemanden sitzen kann). Doch außer den beiden Getroffenen schien niemand das hinterhältige
Attentat bemerkt zu haben. Und so mussten die Schüler sich weitere, seltsame Geschichten anhören, die von Leuten wie
Pontius Pibtus und den geheimnissvollen Arohiven handelten. Alle waren schließlich erleichtert, als sie sich für fünf
Minuten frei bewegen durften. In der Pause lud Macke seine Strohhalmkanone nach, obwohl er mittlerweile schon
wieder mit dem Gedanken spielte, diesmal absichtlich auf den Imker zu schießen. Dieser hatte in den fünf Minuten
leider keine Zeit, einen Schwarm seiner verbrannten Bienen zu holen, um sie auf die Lehrerin zu hetzen. Und als der
Moment kam, wo sie alle wieder auf ihre Plätze zurückkehren mussten senkten sie die Köpfe, weil sie traurig waren, bis
auf Stefan Daum, der senkte seinen Kopf wegen dem Schnee auf seinem Tisch. So waren die Schüler gezwungen, sich
weitere Geschichten darüber anhören, wie Pontius Pibtus in den Arohiven gefangengehalten wurde, und wie er
schließlich doch noch begradigt und freigelassen wurde. Es gab in dieser Geschichte ein paar seltsame Parallelen zur
Bibel, zum Beispiel kam ein Mann in der Geschichte vor, der den ungewöhnlichen Namen „Jesus Christus“ trug, aber
aufgrund der verschlungenen Hyroglyphen, in der die Geschichte verfasst war wurde niemandem wirklich klar, was
eigentlich der Sinn der Geschichte war. Oder was genau die Arohive waren. Oder warum die Leute im Osten nicht
schiwmmen können. Letzteres wird sicherlich nicht mehr lange ein Problem sein, da die Häuser im Osten ja jedes Jahr
einmal geflutet werden. Die Rettung für die Schüler kam von einer Seite, von der sie keiner erwartet hätte. Denn mit
einem Mal stürmte eine Horde entflohener Kinder vor den Fenstern vorbei, und erweckten bei der Lehrerin den
Eindruck, es sei schon Pause. Ihr blieben keine zwei Minuten, um sich über ihre Fehlentscheidung klar zu werden, da
hatten auch schon alle den Raum fluchtartig verlassen. Doch der Tag war noch lange nicht vorbei. Die Aussicht auf die
folgenden Stunden lag wie ein drohender Schatten über den Schülern, doch sie wußten, das sie sich dem Unheil stellen
mussten, da es sie sonst auf ewig verfolgen würde. So stellten sich fünfzig tapfere und mehr oder weniger
zurechnungsfähige junge Männer und Frauen einer Gefahr, die so viele vor ihnen überrollt hatte.
2. und 3. Stunde: Läuse in den Haaren des langhaarigen Riesen und Käses Zukunftspläne
Am Ende der Pause zerstreute sich die verschworene Gemeinschaft tapferer (oder dummer) Schüler in drei Gruppen.
Eine trotzte dem draußen tobenden Sturm und dem mit der Gewalt einer Sinflut niederprasselnden Regen und
überquerten erschöpft, aber unbeschadet den großen Platz zwischen den Pavillions, um sich dem Bio-LK zu stellen. Der
Rest hatte es zumindest vor Beginn der Stunde nicht ganz so schwer, denn sie mussten sich nicht den ungezügelten
Naturgewalten aussetzen, die währenddessen Dutzende Häuser abdeckten und Bäume entwurzelten. Doch weil das
Gymnasium stabil wie ein Bunker gebaut war konnte das Unwetter ihm nichts anhaben. Die zweite Gruppe der Schüler
stellte sich dem Deutsch-LK, und wenn irgendeine Gruppe Dummheit und Tapferkeit verwechselte war es diese. Die
dritte Gruppe aber ging zum Deutsch-GK, und in dieser Gruppe waren Käse, der langhaarige Riese, Sprittie, Ali, der
Klauer, der Bauer und Stefan Daum. Durch Spritties motivierenden, wenn auch unverständlichen Reden ermutigt
herrschte in diesem Raum recht gute Laune, wobei man dem Daum das dümmliche Grinsen schon aus dem Gesicht hätte
prügeln müssen. Bei Commander Mo war das Grinsen sowieso angewachsen, da er als kleines Kind mutiert war, wie
alle, die der Strahlung des geheimen Atommüll-Endlagers ausgesetzt waren, das sich im Stall der Güllebauern befand.
Nachdem alle ihre Stühle gefunden hatten, die ein durch ein geöffnetes Fenster hineingelassener Windstoß durch den
ganzen Raum verteilt hatte suchten die Schüler ihre Sachen aus ihren Rucksäcken und wandten sich ihren eigenen
Beschäftigungen zu, da sie noch nichts besseres zu tun hatten. Ali nahm ein paar Läuse aus den Haaren des langhaarigen
Riesen und aß diese, während sich Käse in den mysteriösen Michael verwandelte, in dessen Gestalt er immer im
Deutschkurs erschien. So war eigentlich alles wie immer. Stille kehrte ein, als die Lehrerin eintrat, nur Ecki hämmerte
provozierend mit seinem Stift auf dem Tisch herum, obwohl er eigentlich wie alle Schüler durch eine langjährige
Therapie für immer jegliche Freude am Trommeln verloren haben sollte. Diese Therapie hatte bei einigen Schülern
sogar in der Jahrgangsstufe 11 noch weitergeführt werden müssen, und zäh waren all diejenigen, die selbst die
verlängerte Therapie ohne bleibende Schäden überlebt hatten. Leider war dies kein besonders zäher Jahrgang, und all
die, die sich einbildeten, singen oder Instrumente spielen zu können und dies ein weiteres Jahr hatten praktizieren
müssen hatten schwere Folgeschäden behalten, die so erschreckend sind, das sie hier nicht wiedergegeben werden
können. Doch, wenden wir unsere Augen wieder dem Deutschkurs zu, in dem es recht schnell leiser wurde, nachdem
Eckis Stift beschlagnahmt wurde. Seine Uhr, die er mit einem riesigen Lautsprecher getunt hatte, damit sie lauter
klingelte, wurde ebenfalls gleich vorsorglich beschlagnahmt. Der Kurs war aber so musikalisch, das kurz darauf ein
primitives, aus den USA eingeschmuggeltes Handy zu klingeln begann. So dauerte es lange, bis schließlich, abgesehen
von dem Rascheln, das entstand, wenn Ali in den Haaren des Riesen nach Läusen suchte, still wurde. Und die Schüler
zur Arbeit gezwungen wurden. Nachdem mehrere Versuche, in den Heften der Schüler irgendwelche brauchbaren
Hausaufgaben zu finden, gescheitert waren stand die Lehrerin kurz vor einem Zusammenbruch, und fragte sich, was aus
den Schülern einmal werden sollte. Für einen stand das bereits fest. Denn der mysteriöse Michael, das zweite Ich von
Käse, plante, länger als jeder andere vor ihm an dieser Schule zu bleiben. Denn so sprach Michel: „... wenn wir
[Anmerkung des Autors: Er meint Käse und sich] in zwanzig, dreißig Jahren Abitur gemacht haben ...“. Als sie das hörte
brach die Lehrerin entgültig zusammen und konnte erst zu Beginn der vierten Stunde den Unterricht wieder aufnehmen.
Der Funker war in der Zwischenzeit geflohen, denn der Funker nutzte jede Gelegenheit, um auf seinem Fahrrad die
Flucht zu ergreifen, und so war der Kurs seltsamerweise um eine Person geschrumpft. Und als sich die meisten Schüler
schon wieder auf eine harte Stunde vorbereiteten kam dem langhaarigen Riesen, in der vergangenen Zeit um etwa 1000
Läuse erleichtert, die für alle rettende Idee. Und so sah der Plan des Riesen aus: Die Schüler würden mit vereinten
Kräften einen weiteren Versuch starten, den Mythos vom sprechenden Text zu widerlegen. Denn dieser Mythos schien
fest in den Köpfen sämtlicher Deutschlehrer verankert. Was niemand von den Schülern wissen konnte war, das dieser
Mythos einem werdenden Deutschlehrer im Studium per Gehirnwäsche eingebrannt wird, unauslöschlich für alle Zeit.
Doch so aussichtslos die Aufklärungsversuche den Schülern erschienen, sie alle waren sich einig, das sie es ein weiteres
Mal versuchen würden, so wie sie es schon seit ewigen Zeiten versuchten. Nun mag nicht jedem klar sein, was der
Mythos vom sprechenden Text besagt. Es ist der uralte Mythos des Deutschunterrichts, seine mächtigste Stütze, und
zugleich die mit dem wackeligsten Fundament. Denn in diesem Mythos heißt es, das jeder Text ein eigenständig
handelndes Wesen ist, das völlig unabhängig von seinem Autor Wünsche und Absichten hat. So ist es angeblich stets der
Text, der einem Leser etwas sagen will, und nicht der Autor. Der Text verfolgt eine Absicht. Es ist nicht der Autor, der
diese Absicht verfolgt. Jedem logisch denkenden Menschen, wozu Anfang der vierten Stunde langsam auch wieder
Stefan Daum zählte, musste eigentlich klar sein, das dieser Mythos um ein vielfaches unglaubwürdiger war als der
Schöpfungsmythos der Bibel. Dieser Text hier will zum Beispiel selber gar nichts sagen (und wenn er doch das Maul
aufmacht gebt ihm sofort eins drauf damit er wieder still ist), der Autor will aber mit dem Text etwas sagen. Manchmal
ist noch nichtmal das der Fall. Meist ist es aber so, das ein Autor mit seinem Text etwas aussagen will, das er eine
Absicht verfolgt. Es ist, wie gesagt, niemals der Text, der eigenständig etwas aussagen will. Und darum, diesen
abwegigen, jegliche Logik leugnenden Mythos zu wiederlegen, kämpften die Schüler nun ein weiteres Mal. Schon
einmal hatten sie es geschafft, eine Lehrerin so weit zu bringen, das sie den Unterricht abbrach und versuchte, die
Schüler durch eine schwere Hausaufgabe zum Schweigen zu bringen, weil sie nicht mehr weiterwußte. Obwohl sie eine
volle Schulstunde argumentierten konnten die Schüler keinen wichtigen Durchbruch erringen, zu fest war der Mythos in
das Hirn der Lehrerin eingebrannt, und sie verteidigte ihn wie ein religiöser Fanatiker seinen Glauben. Schließlich war
die Stunde vorbei, und obwohl sie wissen musste, das ihre Position unhaltbar war, hatte die Lehrerin noch immer nicht
aufgegeben. Die Schüler ließen sie ziehen, wohl wissend, das sie am längeren Hebel saßen. Und dass das Recht auf ihrer
Seite war. Was sie nicht wussten war, das die Lehrerin eine Fortsetzung der Diskussion so sehr fürchtete, das sie am
nächsten Tag nicht zum Unterricht erschien, sondern floh, so wie es der Funker getan hatte, als der tosende Sturm sich
ein wenig gelegt hatte. Ein weiteres Mal hatten die Schüler es in die Verlängerung geschafft.
5. und 6. Stunde: Lassen wir die Münze abstimmen
In der Pause sammelten sich die meisten Schüler in zwei großen Gruppen. Eine Gruppe trat an, um die geistigen Wirren
des Literatur-Kurses zu überstehen, und eine andere Gruppe brach durch den wieder aufgezogenen Sturm auf zum
Pavillion 8/9, um zum Kunstkurs unter der Kontrolle von Meister Edmund anzutreten. Dorthin gingen: die Kampfkuh,
Klausur-Thorsten, der Imker, Gerding, Dave, Bukke, Kricken, der Daum, Commander Mo und viele mehr. Auch der
Funker ging zu diesem Kurs, und dort, aber das ahnte noch niemand, würde er sich bald den Titel Kleister-Meister
erarbeiten. Doch an diesem Tag ging es noch nicht ums Kleistern, nein, an diesem Tag stand den Schülern eine weit
anspruchsvollere Aufgabe bevor: denn sie waren in Gruppen aufgeteilt, und die Aufgabe der Gruppen war es, einen oder
mehrere von ihnen in einer Maschendrahtzaun-Skulptur abzubilden. Wäre der langhaarige Riese in diesem Kurs
gewesen, man hätte schnell eine praktische Lösung für die Frage nach dem „Wie?“ gefunden. Schließlich hätten zwei
Leute den Draht aufspannen können und zwei andere hätten das Opfer dann in den Draht hineingeschleudert, und schon
hätte man einen Abdruck gehabt. Aber zum Glück war der langhaarige Riese in weiter Ferne, und auch die Frage nach
dem „Wie?“ stellte sich nicht. Wie immer arbeiteten die Schüler einfach völlig planlos. Nur eine Gruppe nahm sich vor,
Maschendrahtzaun mal für etwas wirklich sinnvolles zu nutzen. Dies war die Gruppe unter der Herrschaft von KlausurThorsten, und in seinem Gefolge waren Dave, der Funker, Andrew und Stefan Daum. Sie beschlossen, die zwei
gefährlichsten Irren ihrer Gruppe in den Maschendraht einzuwickeln und dann dem Gelächter der anderen Schüler
auszusetzen. Da sie aber allesamt verrückt waren konnten sie sich nicht einigen, welche beiden von ihnen die größte
Gefahr für die Allgemeinheit darstellten. Für den ersten Platz im Käfig qualifizierte sich dann aber doch der Funker,
denn als man zu keiner Einigung kam, da sprach der Funker: „Stimmen wir doch ab. Hat jemand ne Münze?“ Auf die
Idee, mittels einer Münze abzustimmen war noch niemand gekommen, und da diese überragende Idee, wenn sie an die
Öffentlichkeit kam, alle bestehenden Wahlsysteme ersetzen würde beschloss man, zum Schutz der traditionellen
Stimmzettelwahlen, den Funker auf alle Ewigkeit in Maschendrahtzaun einzusperren. Gleich darauf qualifizierte sich
Stefan Daum für den Platz im Käfig, da er sich als absolut nicht anpassungsfähig erwies. Er meinte nämlich: „Ich habe
meine Linie und die zieh ich durch.“ So mussten sich Stefan Daum und der Funker an die Wand hocken, und während
Dave moralische Bedenken kamen und er lieber eine andere Gruppe unterstützte begannen Klausur-Thorsten und
Andrew ihre Arbeit im festen Glauben, der Menschheit einen großen Dienst zu erweisen. Schnell und mit großem
Geschick wickelten sie den Maschendraht um Stefan Daum und den Funker, und dann pressten sie den Zaun unter
großem Druck und mit brutaler Kraft in die richtige Position. Während der Kopf des Funkers nur notdürftig umwickelt
wurde entschloss man sich Stefan Daum so in den Zaun einzuarbeiten, das er sich zum einen nichts mehr durch die Nase
reinziehen konnte und das er zum anderen nicht mehr reden konnte. Schließlich hatte Klausur-Thorsten den
Maschendrahtzaun so gut verarbeitet, das sich die beiden Gefangenen nicht mehr rühren konnten, und zwar gar nicht
mehr, sie waren so eingeschnürt, das sie zu ersticken drohten. Aber minutenlang blieben Andrew und Klausur-Thorsten
eisern, und erst als die beiden Gefangenen blau anliefen holten sie sich von Meister Edmund die Metallsäge und
befreiten die beiden. Stefan Daum und der Funker brauchten einige Zeit bis sie sich aus eigener Kraft erheben konnten,
denn sie hatten fast zwei Sunden äußerst unbequem gesessen, und so war es kein Wunder, das sie sich die restlichen
zehn Minuten der Stunde nicht mehr hinsetzen wollten. Am Ende der Stunde lief Stefan Daum allerdings nach einer
ordentlichen Brise Schnee nochmal zur Höchstform auf, als er vom Meister Edmund dem Spezialkommando „Ordnung“
unter Commander Mo zugeteilt wurde, dessen Aufgabe es war, dafür zu sorgen, das Ordnung im Raum herrschte.
Meister Edmund gab dem Vorgesetzen dieses Spezialkommandos, das sich nur aus den abgebrühtesten, härtesten und
erfahrensten Veteranen der letzten elf Jahre zusammensetzte, freie Hand bei der Wahl der Mittel, und so stattete
Commander Mo seine Untergebenen mit hölzernen Schlagknüppeln und Drahtscheren aus. Kaum einer widersprach den
Befehlen des Commanders und seiner Truppe, und wer es doch tat, der wurde erbarmungslos niedergeknüppelt. So kam
es, das Gerding und der Imker am Ende Kricken schwerverletzt aus dem Raum zerrten. Meister Edmund aber war mit
dem Einsatz seiner Säuberungstruppe zufrieden und entließ alle Schüler für begrenzte Zeit in die Freiheit.
Dienstag Abend
Kunst-Kurstreffen: King Kokos
Nicht jeder, der eigentlich zum Kunst-Kurs gehörte, schaffte es an diesem Abend zum Kurstreffen. Doch einige
Unerschrockene erreichten trotz eisiger Kälte und strömendem Regen ihr Ziel. Unter diesen waren: Commander Mo, die
Kampfkuh, Bukke, Gerding, Dave, Drogenstefan und, was die Schüler am meisten erfreute, Meister Edmund. Sie alle
ahnten, das es ein ereignisreicher Abend werden würde, aber was wirklich geschah konnte niemand vorhersehen. Denn
schon bevor der legendäre Pool (der fast so legendär wie Schmitties Partykeller war) geöffnet wurde geschahen Dinge,
mit denen hätte niemand gerechnet. Der Güllebauer hatte von seinem Großbauernhof, dessen südlichste Felder
bekanntlich auf der Südseeinsel Samoa liegen, eine Kokosnuss mitgebracht, aus der er die ganze Zeit durch zwanzig
Strohhalme Sangria trank. Wenn er nachschütten musste oder neue Dekoration in Form von Tropenfrüchten vom
Bauernhof in die Kokosnuss kippte fand er Zeit, sich mit Meister Edmund über dessen bekanntlich wilde Jugend zu
unterhalten, und mit diesen Geschichten hielten Meister Edmund und Commander Mo die Gruppe einige Zeit bei Laune.
Bis Meister Edmund plötzlich aufsprang und dem Commander die Sangri-Flasche entriss. Der Güllebauer sprach
„Meister, so geht dat aber nich“, doch Meister Edmund ließ sich nicht beirren. So musste Commander Mo einige Zeit
ohne ständigen Flüssigkeits- und vor allem Alkohol-Nachschub auskommen, denn Meister Edmund hatte die Flasche
nicht nur meisterhaft versteckt, nämlich unter der Bank, auf der er saß, sondern auch damit gedroht zu gehen, sollte
Commander Mo die Flasche trotzdem wieder an sich nehmen. Doch das wollte der Commander nicht riskieren. So sehr
bewunderte er Meister Edmund, das er dafür sogar für recht lange Zeit auf weiteren Alkohol verzichtete, für eine
Ewigkeit nach Daruper Verhältnissen, und kaum ein anderer Daruper hätte diesen Entzug so lange durchhalten können,
ohne schwere geistige und körperliche Schäden davonzutragen. Doch durch die Strahlung aus dem geheimen AtommüllEndlager im Stall der Güllebauern war Commander Mo robuster, und seine große Entschlossenheit trug dazu bei, die
Qualen des Entzugs zu ertragen. Den Menschen in dem kleinen Raum drohte bereits der Hitzkollaps, als endlich der
Deckel des Pools angehoben wurde. Da in dem Raum, der von der Energie eines mittleren Atomkraftwerks beheizt
wurde, eine schier unerträgliche Hitze herrschte rissen sich fast alle in dem Raum die Kleider vom Leib und stürzten
sich in den Pool. Nur Meister Edmund und drei Schüler wählten den Weg nach draußen, um sich vor der Hitze zu
schützen. Die Zeit verging, während die Schüler zusammen mit einigen Reifen und einem gigantischen Sessel im
Wasser trieben, doch noch bevor Meister Edmund ging brannte bei Commander Mo eine Sicherung durch. Ehe jemand
sein Vorhaben auch nur ahnte hatte er sich eine Waffe geschnappt, mit Wasser geladen und feuerte auf die anderen. Zum
Glück war es nicht Meister Edmund, sondern nur eine der wasserscheuen Schülerinnen, die hereinkam und auf die
Commander Mo, der hinter einem Gummireifen in Deckung gegangen war, das Feuer eröffnete. Der stahlharte
Wasserstrahl riß der Getroffenen die Beine weg, so dass sie kopfüber in den Pool stürzte. So blieben also nur noch zwei
Schüler an Land. Dann ging Meister Edmund, und um sich über diese Tatsache hinweg zu trösten griff sich Commander
Mo wieder seine Kokosnuss, füllte sie und setzte sich in einen der Reifen. So trieb er über den riesigen Pool, einsam und
traurig, die Kokosnuss mit beiden Händen umschlossen. So wurde Commander Mo zum King Kokos, und alle im Pool
blickten bewundernd zu ihrem König auf, der über ihnen im Reifen über das Wasser zu schweben schien. Selbst als die
Landratten ihn unter Feuer nahmen hielt er dem stahlharten Wasserstrahl stand und trank seelenruhig weiter. Kein
lebender Mensch hätte ihn aus der Ruhe bringen können, auch nicht der Holländer, der kurz nach Meister Edmunds
Verschwinden plötzlich auftauchte. Kein lebender Mensch. Doch als den Anwesenden plötzlich ein Geist erschien, da
stellte Commander Mo seine Kokosnuss ab und fiel vor Schreck rückwärts aus seinem Reifen. Niemand anderes als der
Geist von Ef-De, der bekanntlich in den Sommerferien verstorben war, war ihnen erschienen und zu ihnen in den Pool
gestiegen. Es wurde viel geredet, doch die Hitze und die Anstrengung im Wasser hatten die Schüler müde gemacht, und
so verließen sie bald einer nach dem anderen das Becken, auf das sich langsam der Deckel hinabsenkte. King Kokos und
Gerding waren die letzten, die es noch schafften, dem drohenden Verschluss zu entkommen, dann schloss sich mit einem
dumpfen Knall der Deckel. Und ihnen wurde klar, das es einer von ihnen nicht mehr geschafft hatte, das Becken zu
verlassen. Traurig und niedergeschlagen verließen sie den Ort des Grauens, wo ihnen erst ein Geist erschienen und wo
dann einer von ihnen den Tod gefunden hatte. Der Verstorbene war Bukke, der es nicht mehr geschafft hatte, seinen
Ringkampf mit einem Orca und einem Krokodil rechtzeitig für sich zu entscheiden.
Montag
1. und 2. Stunde: Die dumme Frau
Fast alle waren zumindest körperlich anwesend, als die nächste Reli-Stunde begann. Doch zwei fehlten: Der Imker und
Kricken. Das lag allerdings nicht daran, das die Bienen des Imkers krank waren und sie sich beide um sie kümmern
mussten, sondern es lag an einer mehr oder weniger genialen Idee von Kricken. Die Idee war jedoch wohl eher weniger
genial, denn er war, da sie ja frei hatten, wenn ein Lehrer krank war und die dumme Frau nunmal generell nicht ganz
gesund war einfach davon ausgegangen, das sie daher immer frei hatten, wenn sie bei der dummen Frau Unterricht
hatten. Natürlich standen die beiden mit ihrer Meinung nicht ganz alleine da, der Funker war auch der Meinung, er
müsste nicht immer am Unterricht teilnehmen und Peter fehlte ohne Ausnahme jede Stunde, aber das bekam die dumme
Frau meist gar nicht mit. Immerhin bekam sie mit, das manche Schüler gerne Noten bekommen würden. Da war sie
besorgt und ratlos, denn sie wußte die Noten nicht auswendig. Große Verzweiflung überkam sie, und sie war den
Tränen nahe, denn keiner wußte ihr zu helfen (es versuchte auch niemand). Doch da kam der Retter! Österman tauchte
am Horizont auf, der tapfere Super-Hase mit den Riesenlöffeln und dem magischen Öster-Anzüg. Er flog so schnell wie
der Wind auf die Schule zu und schwebte durch das offene Fenster mitten hinein in den Raum. Das heißt, er wäre durch
ein offenes Fenster geflogen, wenn ein Fenster offen gewesen wäre. So prallte er gegen eine Fensterscheibe und fiel
ohnmächtig zu Boden. Die Rettung kam schließlich von einem, von dem man sie gar nicht erwartet hätte. Den
ausgerechnet der Flegel erinnerte die dumme Frau an das Kursbuch. Fast so schnell wie Österman stürmte sie aus dem
Raum, wobei sie einiges Glück hatte, das Kati schnell reagiert und die Tür aufgerissen hatte, denn sonst wäre sie wohl
gegen die Tür gelaufen. So aber verließ sie den Raum unbeschadet und stürmte zum Lehrerzimmer, packte sich
irgendein Buch und rannte zurück. Und tatsächlich, in dem Buch standen die Noten, auch wenn sie für Lehreraugen
nicht zu entziffern waren und deshalb von einer Schülerin vorgelesen werden musste. Immerhin konnte die dumme Frau
sehen, das dort Noten standen, wenn auch nicht, was für Noten. Längst hatten alle erkannt, dass das Buch mit den Noten
nicht wirklich das Kursbuch war, doch die dumme Frau bekam einen großen Schrecken, als sie bei einem Schüler Noten
sah, die sie dort nie eingetragen hatte. Da rief sie "Wer hat mir da die Noten eingetragen? Ein Bösewicht!" Aber schnell
klärte der heilige St. Martin, der gar nicht der heilige St.Martin sein wollte sie darüber auf, das wahrscheinlich ein
anderer Lehrer die Noten für Geld dort eingetragen hatte. Denn Bestechung war für die Schüler etwas ganz normales.
Sie wußten alle genau, was ein Punkt bei einem bestimmten Lehrer kostete. Einige wenige waren wirklich unbestechlich,
andere ließen sich erst ab einer Millionen Euro bestechen. Zu den billigsten Lehrkräften gehörte der Scheef (ihm reichte
meist ein Bier) und Meister Edmund. Hier genügte bereits eine Tüte (deshalb waren die Noten von Drogenstefan auch
immer so schlecht, weil er seine Tüten alle behalten wollte). Nachdem das geklärt war und die Noten ebenfalls zu Ende
fertig vorgelesen waren klärte man die dumme Frau schließlich darüber auf, das sie versehentlich das große heilige Buch
aller Lehrer gestohlen hatte. Wieder bekam sie große Angst, als sie hörte, das ein Fluch alle treffen würden, die dieses
Buch stahlen. Doch als sie hörte, was dieser Fluch bedeutete, da verlor ihr Gesicht jegliche Farbe, ja sogar aus ihrem
Hut wich die Farbe. Denn wer immer das heilige Buch aller Lehrer stahl, den würde der Waldschrat holen. Da brachte
sie das Buch schnell zurück. Und, wer hätte das gedacht, sie hatte bereits genug. In der zweiten Stunde, so sagte sie,
wollte sie meditieren. Alle Schüler waren begeistert, doch noch war die erste Stunde nicht vorbei. Österman lag erst seit
einer Viertelstunde vor dem Fenster und verwandelte sich langsam in einen Eisklumpen in Hasenform, und der
Unterricht ging weiter. Wer die Asozialen in Aktion erlebt hatte, der hatte schon am Anfang der Stunde geahnt, das
Gerding noch etwas vorhatte, denn er hatte wieder seinen Darup-Schal umgelegt und war damit zu Super-Gerding
geworden. Seine Superkräfte halfen ihm dabei, Macke in Schach zu halten, der neben ihm saß, aber bekanntlich
verwirrten sie auch seinen Verstand. Als er dann vorlesen sollte merkte man dann auch, das er nicht ganz bei der Sache
war. So ernst der Text war, Gerding wurde von fürchterlichen Lachkrämpfen geschüttelt, so dass schließlich alle Mitleid
hatten und einer hinauslief um den Retter, um Österman zu holen. Doch Österman war zu Eis erstarrt und lange
überlegten sie, wie man Gerding von seinen Lachkrämpfen erlösen könnte, bis schließlich der Kampfkuh die Lösung
einfiel. So wurde Österman doch noch zu Gerdings Retter, denn sie zog ihm mit der Eisstatue eine über, und während
Gerding in ein tiefes Koma fiel zersplitterte Österman in tausend Stücke. Und es war noch immer nicht vorbei. Die
große Pause überstanden alle gut, doch da man noch nicht ganz fertig geworden war hatte die dumme Frau die
Meditation ans Ende der zweiten Stunde verschoben. Damit waren die Schüler nicht einverstanden, und als schließlich
einer der ihren, Hörpel, sich den Anweisungen seiner Mitschüler, an die Tafel zu gehen, widersetzte, da sah
Revolutionsführer Mo Guevara seine Stunde gekommen, und ihm schloss sich der gemeine Pöbel sofort an. Die
Trommelschläge der Revolutionäre ließen den gesamten Oberstufenpavillion erbeben, und Hörpel hatte gar keine andere
Wahl als an die Tafel zu gehen wenn er nicht wollte, dass das gesamte Gebäude unter den Schallwellen zusammenbrach.
Schon bildeten sich überall Risse, die noch größer wurden, als der Pöbel eine Bestrafung des Versagers forderte. Aber
immerhin sollte Hörpel in der nächsten Stunde für die Schläge mit dem Stock entschädigt werden. Letztendlich einigten
sich die Lehrerin und Commander Mo darauf, die Meditation vorzuziehen, und so zog der ganze Zug hinüber in den
Teppichraum. Was die dumme Frau im Gegensatz zu Commander Mo aber nicht wusste war, das dort eine andere
Lehrerin über Jahre hinweg gefährliche Musikinstrumente gelagert hatte. Früher hatten die Schüler selbst in diesem
Pavillon, in den sie nun kamen, die Qualen der Schule über sich ergehen lassen müssen, doch sie erkannten, das in den
Schülern der Unterstufe ihr barbarisches Erbe weiterlebte. Sogar eine Höhle war mitten im Pavillon aufgebaut. Die Tür
zum Teppichraum war kaum geöffnet, da stürzte Commander Mo hinein, griff sich beide Becken und schlug sie immer
wieder gegeneinander. So ging die Revolution in die nächste Phase über. Auf den Aufstand des Pöbels folgte der "Gron
Terrör" und die barbarischen Schüler stürzten sich auf die Instrumente. Der Gehilfe des Waldschrats, Macke und der
Flegel schlugen auf die Trommeln ein, als seien sie mit den Affenmenschen, die der Imker stets zeichnete, verwandt,
während andere andere seltsame Instrumente quälten. Wie rasend schlugen sie auf die Instrumente ein, und bald begann
das ganze Gebäude unter dem Lärm zu vibrieren. Von überall kamen Schüler und Lehrer angelaufen, doch niemand
konnte die entfesselten Barbaren aufhalten. Mit lauten Trommelschlägen schützten sie sich davor, die Worte der anderen
zu hören und verjagten alle, die zu ihnen kommen wollten. Einige, die zu nah herankamen wurden von den Schallwellen
gepackt und davongerissen. Der Lärm wurde immer lauter, und bald hielt es auch Stühle und Tische nicht mehr am
Boden. Die Scheiben zerbarsten in feine Splitter, die den Raum mit einem wundersamen Glitzern erfüllte, doch dann
zerfielen auch die Wände zu Staub, und die meisten Instrumente ebenfalls, und so kam es, das die Schüler noch mitten
in der Pause inmitten der Trümmer des ehemaligen Pavillions 6/7 standen und auf nicht mehr vorhandene Instrumente
einschlugen. Es dauerte lange, bis sie begriffen, das ihre Revolution vorerst gescheitert war, doch immerhin hatte es nur
ein einziges Opfer gegeben: ÖSTERMAN
Mittwoch
2. Stunde: Revolution
Es war ein Mittwoch kurz vor Weihnachten, die Zeit, in der die kolumbianische Drogenmafia wieder von als Wolken
getarnten Flugzeugen aus Werbegeschenke abwarf, als die Revolution im Reli-Kurs einen weiteren Höhepunkt erreichte.
Sie wussten, sie hatten nur eine Stunde Zeit, doch dem enormen Einsatz der Schüler, allen voran Revolutionsführer Mo
Guevara und seine Gefolgsleute, Makke, Gerding, Kricken und der Gehilfe des Waldschraats, war es zu verdanken, das
in dieser Stunde viel für die Revolution getan wurde. Schließlich war es zudem die letzte Stunde in diesem
ereignisreichen Jahr, und deshalb hätten sie ihr Vorhaben auch friedlich durchsetzen können, doch daran bestand ja kein
Interesse. Irgendwann in dieser Stunde, da stieg Commander Mo auf seinen Tisch und hielt eine flammende Rede, und
als er vom Tisch sprang und die Tür öffnete, da strömten die Schüler aus dem Raum, angetrieben von den Worten des
Commanders, und sie nahmen keine Rücksicht. Tische wurden umgeworfen und Stühle fielen, doch wenn ein Schüler in
dem Gedränge fiel, so wurden ihm gleich so viele hilfreiche Hände hingestreckt, das er sich vor lauter Händen nicht
mehr rühren konnte. Auch die dumme Frau wurde von dem Strom der Schüler mitgerissen, die dann durch den
Oberstufenraum das Gebäude zu verlassen. Wer sich ihnen in den Weg warf war verloren, aber es warf sich ihnen ja
auch niemand in den Weg. Im Oberstufenraum begegneten sie dem Waldschrat und schnell schmiedeten sie weitere
Geheimpläne, doch noch wussten nur Commander Mo und seine engsten Vertrauten von dem, was sie mit dem
Waldschrat vereinbart hatten. Wie eine unaufhaltbare Lawine strömten die Schüler an der Grenze des Schulgeländes
entlang. Noch lag es nicht in ihrer Macht, die leidenden Gefangenen des anderen Reli-Kurses zu befreien, und die
ketzerischen Schweine des Philosophie-Kurses wollten sie gar nicht retten, aber immerhin machte der Anblick der
tapferen katholischen Kämpfer dem anderen Kurs Mut und er gab ihnen die Kraft, die folgende Zeit des Leidens zu
überstehen. Dann wagten die Schüler das unfassbare, und wieder war Commander Mo an ihrer Spitze: Sie überschritten
die Grenze zwischen Schulgelände und dem gefährlichen, unzivilisierten Rest der Welt. Und sie eilten weiter, denn sie
waren auf Plünderung aus. Nichts, was sich ihnen in den Weg stellte überstand den Ansturm der Schüler. Auch keine
Ampeln, die einfach niedergerissen wurden. So erreichten sie, ohne auf Widerstand zu stoßen, den K&K. Und sie
warteten nicht, bis sich die automatische Tür öffnete, nein, sie stürmten einfach hindurch. Im Laden angekommen teilte
sich der Trupp auf. Eine Gruppe, unter Commander Mo, zu der unter anderem die Kampfkuh und Stöck gehörten, drang
in den Laden ein, während die andere Gruppe, zu der auch Makke und Gerding gehörten, den Bäcker überfielen. Sie
schlugen das Glas ein, unter denen die Frikadellenbrötchen lagen, sie zertrümmerten die Regale, in denen die Brote
lagen, und sie nahmen sich, was sie kriegen konnten. Der Trupp, der in den Laden eingedrungen war, wütete nicht
weniger schlimm. Kricken griff sich Stöck bei den Füßen und Commander Mo tat dasselbe mit dem Flegel, und sie
nutzten diese als Knüppel, um wild rotierend durch den Laden zu wirbeln und alle Regale kurz und klein zu schlagen.
Irgendwann wurde ihnen so schwindelig, das sie ihre lebenden Knüppel losließen, und sie flogen im hohen Bogen über
die Reste der Regale hinweg. Stöck nahm Kurs auf die Obststände, wo er bei seiner Landung eine Menge Obst unter
sich zerquetschte und schließlich in einem Haufen von Etwas, das einmal Äpfel und Birnen gewesen waren, liegenblieb.
Nur eines hatte seine Landung überstanden: eine Kokosnuss. Die nahm er an sich und stürmte aus dem Laden, wo schon
Makke und die anderen warteten. Der Trupp von Commander Mo beobachtete noch die Flugbahn des Flegels, der erst
kurz an der Fleischtheke aufschlug, dort aber wieder abprallte und hinüber zum Kühlregal flog, wie er mit dem Arsch
voran in allerlei Joghurt und Pudding landete. Gröllend stürmten Commander Mos Gefolgsleute nun auch aus dem
Laden, nur der Commander selbst und die Kampfkuh sahen, das der Flegel im Kühlregal feststeckte. Da auch sie ihn
nicht befreien konnten nahmen sie einfach das ganze Regal mit. Draußen kamen sie gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie
Stöck seine Kokosnuss öffnete. Dazu schlug er sie immer wieder auf den Kopf von Drogenstefan, der nach einer
ordentlichen Line gar nichts mehr davon merkte. Die Kokosnuss platzte zum Glück zuerst auf. Doch es war nur ein
schmaler Riss, der in der Kokosnuss war, doch dieser ließ sich leicht vergrößern. Kricken nahm die Kokosnuss und
seinen Schlüssel, dem irgendein Witzbold eine rasiermesserscharfe Klinge verpasst hatte, und nutzte ihn aus Hebel, um
die Kokosnuss in zwei Stücke zu zerbrechen. Doch das einzige, was danach in zwei Stücke getrennt war war sein Finger.
Als er vor Schmerz die Kokosnuss loslies fiel diese auf den Boden und, wer hätte das gedacht, sie zerbrach in zwei
Teile. Zum Glück hatten die Schüler ein Kühlregal dabei, in dem sie Krickens abgetrennte Fingerkuppe transportieren
konnten, um sie ihm in der Schule wieder anzunähen. So machten sie sich wieder auf den Rückweg, und mit sich
schleppten sie das Kühlregal, in dem immer noch der Flegel feststeckte. Ungehindert kehrten sie zurück zur Schule,
doch dort hatten sie bereits ihren nächsten Streich vorbereitet. Den der Waldschrat war nicht nur ein Waldschrat,
sondern auch ein großartiger Schauspieler. Jahrelang hatte er seinen Mitschülern vorgespielt, er sei ein Mensch, und
niemand hatte einen Verdacht geschöpft. Denn er hatte sich als Franzosenlümmel getarnt, und die waren nun mal
seltsam, so dass es gar nicht auffiel, das er sich verhielt wie ein Waldschrat. Nun spielte der Waldschrat noch einmal die
Rolle seines Lebens. Und er spielte sie besser als jemals zuvor. Die dumme Frau sah ihn anfangs gar nicht, doch als er
ihr dann gezeigt wurde und als französischer Austauschschüler vorgestellt wurde, da war sie völlig begeistert, so
begeistert, das sie nicht mehr richtig reden konnte und anfing, in einer seltsamen Sprache zu reden, die nur der
Waldschrat verstand. Vielleicht hätte der große Weise der Stufe, Erdinger, diese Sprache auch verstanden, doch er war
einer der Ketzer. Genau wie der Waldschrat im Grunde auch, doch im Geiste war er wie die Schüler des Reli-Kurses. Er
spielte seine Rolle, und er ließ sich auch nicht durch Zwischenrufe stören, etwa von seinem Gehilfen, der das Spiel mal
wieder nicht verstanden hatte und seinen eigenen Meister nicht mehr erkannte und der rief "Raus mit dem Franzosen!".
Da er die seltsame Sprache nicht verstand, die der Waldschrat und die dumme Frau sprachen brüllte Commander Mo
"Halts Maul du Stück Scheiße.". Denn die fremde Sprache war eine grausame Sprache, und jeder, der sie hörte und der
nicht über die Weisheit eines Erdingers, den verdrehten Verstand eines Waldschrats oder gar keinen Verstand verfügte
wurde durch die fremden Worte unweigerlich in den Wahnsinn getrieben. Und bei Commander Mo war das nun
wirklich kein langer Weg vom Normalzustand zum Wahnsinn. Stefan Daum, der direkt neben dem Waldschrat saß,
störte des ganze wenig. Sein Verstand war so vernebelt, das die seltsamen Worte keinen Schaden bei ihm anrichten
konnten. Aber die Revolutionäre wären keine Revolutionäre gewesen, wenn sie nicht auf eine Eskalation der Lage aus
gewesen wären, und so hatte auch der Waldschrat Anweisungen, wie er seine Rolle zu spielen hatte. Und so sprach er
weiterhin in dieser seltsamen, grauenhaften Sprache mit der dummen Frau, bis Commander Mo beschloß, diesem
Treiben ein Ende zu setzen. Die tapferen Schüler hatten sich mutig einer unglaublichen Gefahr ausgesetzt, der Gefahr,
auch den letzten Rest Verstand zu verlieren, und nun war es an der Zeit, diese Gefahr, dargestellt durch den Waldschrat,
zu beseitigen und, wenn es diesem gelang, seine Rolle bis zum Ende durchzuziehen (nicht was ihr schon wieder denkt
"durchziehen" :-) ), dann würde aus diesem Unternehmen auch ein erneuter Sieg für die Revolution werden. So sprang
Commander Mo mit den Worten "Ich kann den Scheiß nicht mehr hören" auf, stürmte zu dem Franzosenlümmel, packte
ihn am Arm und riss ihn vom Stuhl. Der Waldschrat versuchte sich aus dem Griff des Güllebauern zu winden und schrie
immer wieder "Ilfe, ilfe", denn er musste schließlich einen Franzosenlümmel spielen und die konnten weder zählen noch
richtig sprechen, doch dieser zerrte den zappelnden Waldschrat erbarmungslos über den Boden zur Tür. Er riss die Tür
auf, packte den Waldschrat fest und wirbelte ihn zweimal im Kreis herum, um ihn dann im hohen Bogen aus dem Raum
zu schleudern, während die dumme Frau das Geschehen entsetzt beobachtete. Doch beim ersten Versuch verschätzte
sich Commander Mo ein wenig und der Waldschrat prallte neben der Tür gegen die Wand. Aber bevor er wieder
aufstehen konnte packte Commander Mo ihn erneut, und diesmal lies er sein Opfer zum richtigen Zeitpunkt los, und der
Waldschrat prallte nicht sofort gegen die Wand. Commander Mo schlug sofort die Tür zu, und man hörte nur noch ein
dumpfes Klatschen, als der Waldschrat auf der anderen Seite des Flurs etwas unsanft von der Wand gebremst wurde.
"So, jetzt is Ruhe im Stall." sprach der Güllebauer. So endete die Stunde, der Waldschrat klebte an der Wand, der Flegel
steckte noch immer mit dem Arsch im Kühlregal und Commander Mo wurde offiziel zum "kleinen Chef" ernannt. Alle
erkannten ihn als Chef an, selbst Ali, der Hochbegabte.
Donnerstag
4. Stunde: Kurs Wars Episode die Erste: Krieg der Kurse
Nach einer sehr deprimierenden Stunde, in der die Schüler des Geschi-LKs ihre Klausuren gegen ihren Willen
zurückbekommen hatten hatte ihnen Meister Edmund zur Entschädigung versprochen, sie dürften den Kultfilm
überhaupt sehen: "Kein Pardon". Sofort wollten sie losstürmen um einen Fernseher zu holen, doch Meister Edmund
bremste ihren Eifer. Denn es gab nur zwei Fernseher in diesem Pavillon, und einer von diesen sei schon vergeben. Sie
müssten also schnell den noch verbleibenden Fernseher aus dem Kabuff holen. Da stürmten zwei von ihnen los, doch als
sie auf dem Flur angekommen waren, da erblickten sie einen Fernseher, der mitten auf dem Flur stand, und niemand war
in seiner Nähe. Da leuchteten ihre Augen und schnell ergriffen sie den Fernseher und brachten ihn eiligst in den
Kursraum, um ihren Kultfilm zu sehen. Es schien, als habe niemand den Diebstahl bemerkt, und sie fingen an, den
besten Film aller Zeiten zu sehen. Der Film war so gut, das es dem Sittenstrolch glatt vom Stuhl riss. Er krallte sich am
Tisch fest, um nicht auf den Boden zu fallen, denn er war sehr klein und für ihn war es ein tiefer Sturz vom Stuhl bis auf
den Boden, doch er war zu schwer für den Tisch und stürzte mit dem Tisch zu Boden. Kaum hatte sich der Sittenstrolch
wieder aufgerappelt, da ging plötzlich die Tür auf, und der hereinkommende Lehrer, der einen Geschi-GK unterrichtete
und somit eigentlich nichts zu melden hatte beging den größten Fehler, den man gegenüber einem Kurs, der gerade
"Kein Pardon" sah, machen konnte. Er wollte nämlich "Pardon." Aber natürlich bekam er kein Pardon. Lange stritt er
mit Meister Edmund, aber schließlich sah dieser sich gezwungen, nachzugeben, und der andere Lehrer rief seine
Sklaven herein, die den Fernseher holen sollten. Man warf mit Stiften, Heften und beinah auch mit einem Sittenstrolch
nach ihnen, doch sie ließen sich nicht aufhalten. Der Sittenstrolch kämpfte am erbittertsten. Zuerst warf er ihnen seinen
Stuhl in den Weg, doch die Fernseherklauer beseitigten dieses Hindernis blitzschnell, dann blockierte er die Räder des
Fernsehers, indem er seine Tasche dazwischen steckte. Es half nichts. Wenigstens gelang es Commander Mo, einen der
Diebe festzuhalten, der von da an als der Zappel-Philipp bekannt war, denn eine ganze Schulstunde lang zappelte er und
wandt sich, aber der Griff des Güllebauern war eisern. Nun waren zuerst einmal alle Schüler ratlos, aber Meister
Edmund wäre nicht Meister Edmund, wenn er nicht wieder eine unglaublich asoziale Lösung für das Problem gewusst
hätte: Er wusste nämlich, das ein anderer Lehrer den zweiten Fernseher hatte. Da konnte den Schmitti-Thorsten nichts
mehr aufhalten. Er griff sich einen anderen Schüler und stürmte aus dem Kurs-Raum hinüber zu dem Raum, in dem sich
der Fernseher befand. Dort riss er die Tür auf, riss sämtliche Kabel des Fernsehers aus den Steckdosen, riss dem Lehrer
die Fernbedienung aus der Hand, riss das Video aus dem Videorecorder und riss letztendlich auch den Fernseher aus
dem Raum, um ihn zurück in den Kurs-Raum zu bringen. Dort wurde er als ein Held gefeiert, und so sahen sie wieder
den besten Film aller Zeiten und waren wunschlos glücklich.
Mittwoch
3. und 4. Stunde: Die Schrottpresse
Als die Pause endete, da brachen sie auf, Commander Mo, der Waldschrat, Erdinger, Jens-Lensi, Käse, der Klauer,
König Drosselbart, Klausur-Thorsten, Schmitti-Thorsten, der Kleistermeister, Cambou und noch andere. Sie gingen zum
Ruinator, der ihnen ein großes Vorbild war, denn alles, was der Ruinator zwischen seine Finger bekam zerstörte er über
kurz oder lang. Er war im Zerstören fast so gut wie der Arschkopierer, der nicht nur den Kopierer durch den Anblick
seines Arsches ruiniert hatte, sondern auch noch in die Fußstapfen des gefürchteten Dienstagskillers getreten war, indem
er eine CD an der Wand zerschmettert hatte. Die Trümmer waren durch den ganzen Raum geflogen. Sie hatten Stühle,
Tische und Scheiben durchschlagen und tiefe Wunden gerissen, nur beim Arschkopierer nicht, denn der ging nicht
kaputt, egal was er tat. Der Arschkopierer hatte sogar schon mal an einen Stromzaun gepisst und überlebt, allerdings
waren ihm dabei die Eier weggeflogen, und noch immer schrie der Arschkopierer nicht wirklich wie ein Mann. Der
Ruinator und der Arschkopierer hätten eine furchtbare Bedrohung für die Menschheit ergeben, aber zum Glück hatte
man sie nicht gemeinsam auf die Menschheit losgelassen. In diesen Stunden ging der Ruinator daran, erst die Geduld der
Schüler und dann ihre Schreibmaterialien zu ruinieren. Alles begann damit, das eine kleine Gruppe Schüler einen
Versuch aufbauen sollten, der eigentlich sofort hätte funktionieren sollen, aber da der Ruinator die Anweisungen gab
sollte es noch Wochen dauern, bis ein nicht messbares Ergebnis vorzeigbar war. Als erstes verlor ein ziemlich
paralysierter Barbar aus Limbergen die Geduld, er sprang auf und prügelte auf Schmitti-Thorsten ein, der unter der
Wucht der Schläge nach vorne taumelte, den Versuchsaufbau streifte und beinah zu Boden riss. Schnell setzte sich der
Barbar wieder und Cambou sprach „Ich wars“. Das verstand Schmitti-Thorsten nicht. Doch alle hatten den paralysierten
Barbaren unterschätzt, denn er hatte noch einen weiteren Streich auf Lager, der sogleich auf den ersten folgte. Nun nahm
er einen Flummi, den er bei den Dreharbeiten zu MIB geklaut hatte. Er warf ihn, und der Flummi schoss durch den
Raum, über Tische und Stühle, Köpfe und Brillen jagte er durch die Luft, schoss um die seltsame Apparatur, die
Schmitti-Thorsten und seine Männer zusammenbauten. Es dauerte lange Zeit, bis das Geschoss zum Liegen kam, und so
fand der Ruinator es, nahm es auf und fragte, wem es gehöre. Als niemand sich meldete warf er es achtlos weg, in den
Nebenraum, wo sich alle teuren physikalischen Geräte befanden, Messgeräte, Stromquellen, Supermagneten, sogar
radioaktives Material, und auch der Klauer, der gerade eine Klausur nachschreiben musste. Alles, was nicht aus
massivem Stahl war wurde zerstört, und auch der Klauer musste nachher mühsam wieder zusammengebaut werden,
wobei allerdings einige Teile falsch angebracht wurden. In der zweiten Stunde dann war es soweit: Der Ruinator erfand
die Schrottpresse. Er nahm ein Hufeisen aus zentnerschweren Eisenquadern, und bastelte einen riesigen
Elektromagneten daran, der über einen eigenen Stromanschluss mit Energie gespeist wurde. Dann legte er eine weitere
Eisenstange oben auf das Hufeisen, so dass es geschlossen wurde. Keine Macht der Welt hätte Hufeisen und Stange
noch trennen können, wenn der Magnet erst mal angeschaltet war. Wenn aber die Eisenstange und das Hufeisen ein
kleines Stück auseinander blieben, so erklärte der Ruinator, könne man die Kraft des Magneten besser messen. Aber es
sollte sich als unmöglich erweisen, die Eisenstücke auseinander zu halten. Zuerst nahm der Ruinator sich Erdingers Stift
und legte ihn dazwischen. Als er den Magneten jedoch anstellte, da zerbarst der Stift in tausend Stücke. Eines bohrte
sich in Eckis Hand und nagelte ihn an der Wand fest. Da schrie der Waldschrat, doch im Grunde waren die anderen
nicht wirklich schockiert, verging doch nicht eine Woche, in der sich der Franzosenlümmel nicht verletzte, und da
Meister Edmund seine Schüler gegen die Franzosen aufgebracht hatte (auf die Frage „Wer sind eure Feinde“ hatte er sie
im Chor brüllen lassen „Napoleon und die Franzosenlümmels“) waren alle ganz zufrieden damit. Dann nahm er sich
einen Kugelschreiber, baute ihn auseinander und legte die Mine in die neuentwickelte Schrottpresse. Voller Erwartung
reckten alle ihre Köpfe Richtung Magnet, und als der Ruinator auf den Knopf drückte, da wurde für die Brillenträger das
Bild blau, denn die Patrone platzte und sorgte für eine recht eigenwillige Wandbemalung. Von diesem Versuch fühlte
sich Commander Mo inspiriert, und er schob eine volle Tintenpatrone in die Schrottpresse. Da bekam der Ruinator
Angst, er müsse nachher alles wieder saubermachen, aber die Schüler beruhigten ihn. Commander Mo zückte eine
Gefriertüte und stülpte sie über die Schrottpresse. Jetzt konnte eigentlich nichts mehr passieren. Nun war Commander
Mo aber ganz fuchsig gewesen (er hatte zwar keine sechs Jahre Griechisch gelernt und konnte sich deshalb auch nicht in
den Popo beißen, aber er war fuchsig, und hatte sich deshalb auch schon längst ein ferngesteuertes Gebiss gebaut um
sein großes Ziel durch ein wenig Schummeln und Fuchsigkeit zu erreichen) und hatte ein winzig kleines Loch in die
Tüte gestochen. Das hatte er nun so ausgerichtet, das der Ruinator direkt vor dem Loch stand. Doch wie erschrak
Commander Mo, als der Ruinator beiseite ging und einen Schüler vorließ, aber was ein echter Güllebauer ist, das kennt
keinen Rückzug, und so drückte Commander Mo auf den roten Knopf, und es sollte Wochen dauern, bis man wieder
sah, das weder die Haut noch die Haare des betreffenden Schülers von Natur aus Blau waren. Alle gingen glücklich aus
dem Raum, bis auf zwei, der blaue Schüler und der Klauer, denn der ging nicht, er hüpfte, weil man seine rechte Hand
mit seinem linken Fuß vertauscht hatte.
Montag
5. und 6. Stunde: Schächtung
Es war wieder mal die Zeit, in der Meister Edmund seine Schüler zusammenrief, um mit ihnen Kunst zu produzieren.
Das man Kunst nicht produzieren kann war dabei kein Problem, denn begabt war sowieso keiner der Schüler, höchstens
als Surrealisten taugten sie, wie Rusty, bei dem das Portrait eines Menschen schon mal zum Elefantenkopf wurde und
der es schaffte, aus einem 12V-Netzteil 30.000 Volt herauszuholen, was hauptsächlich dazu führte, das sämtliche
Sicherungen rausflogen und der selbstgebaute Trafo zu einem undefinierbaren Schlackehaufen verbrannte. Auch seine
Tonmaske war durch das Einarbeiten kleiner Löcher zu einem Kunstwerk zerfallen, auch wenn manche behaupteten, das
hätte nur daran gelegen, das der Imker vorher zu viele Weltraumschnecken hergestellt hatte. Künstler des Tages sollten
heute Kricken und Joe Cockers kleine Schwester werden, Kricken für sein sprachliches Kunststück, aus einer Kuh eine
Ziege zu machen, und die kleine Schwester für... na ja, sagen wir, für ihren Gesang, denn Sprechen konnte man das nicht
nennen, was da zu hören war. Aber, bleiben wir bei Kricken, der sich mal wieder nicht ganz unter Kontrolle hatte.
Normalerweise merkte das keiner, den Kricken war fast so ein guter Schauspieler wie Rivaldo. Er war übrigens auch ein
grandioser Fußballspieler, der innerhalb eines Spiels häufig so viele Tore schoss wie Saudi-Arabien und Frankreich in
einer ganzen WM zusammen, aber das nur nebenbei. Wie gesagt, er hatte sich nicht ganz unter Kontrolle. Kricken hatte
sich nämlich vom Imker den Super-Kleber gestohlen, um Dave auf seinem Stuhl festzukleben, hatte dabei aber
irgendwie übersehen, das Dave gar nicht da war, ebenso wie der Funker, der sich wahrscheinlich aus Versehen selbst
gesendet hatte. So klebte Kricken andere Dinge zusammen. Meister Edmunds Stifte und den Tisch, die Hand des
paralysierten Barbaren und Rustys Stuhl, nur bei der Deckenlampe und dem Tisch hielt zwar der Kleber, nicht aber das
Kabel der Lampe. Der Tisch war völlig inne Wurst, und so fing Kricken an, daran herumzuschnitzen. Geschickt
hämmerte er mit seinem zwanzig Zentimeter langem Messer in der Tischplatte herum, und Meister Edmund glaubte, das
sei abstrakte Kunst, dabei war es bestenfalls abstrakter Schrott, also doch irgendwie abstrakte Kunst, da abstrakte Kunst
ja im Grunde ziemlich abstrakter Schrott war, fast so abstrakt wie Krickens abstrakter Schrott, der damit fast schon
abstrakte Kunst war und mit Meisterwerken des abstrakten Schrotts, also der abstrakten Kunst konkurrieren konnte. So,
die Klarheiten wären damit beseitigt, und jetzt geht’s dann auch richtig rund. Joe Cockers kleine Schwester musste
lachen, als sie Kricken schnitzen sah, und alle anderen mussten lachen, als sie sie lachen hörten, und als sie sie lachen
hörte, musste sie immer weiter lachen. Da zeigte die Kampfkuh, das sie nicht nur Fingernägel aus Stahl besaß, was
Fledermaus-Stöck von allen am besten weiß, sondern auch ein Herz aus Gold. Sie bekam Angst um Joe Cockers kleine
Schwester und fürchtete, das diese an ihrem Lachanfall ersticken würde, und sie sah nur eine Möglichkeit. Sie musste
Kricken den Superkleber abnehmen, um Joe Cockers kleiner Schwester damit den Mund zuzukleben. Dann konnte sie
nicht mehr lachen und würde so auch nicht ersticken. Toller Plan, Verwirklichung am Arsch, wie wir gleich sehen
werden. Und im Grunde völlig überflüssig. Es hätte gereicht, wenn der Daum seinen Schnee mal in eine andere
Richtung geniest hätte. Aber nein, man muss sich ja gleich gegenseitig beklauen. Aber Verbrechen lohnt sich nur für
Masochisten und Leute, die wissen, was sie tun. Wie Kricken zum Beispiel, der wusste genau, was er tat, nämlich
sinnlos auf dem Tisch herumzukloppen und allen erzählen, das sei Kunst. Für sein nächstes Kunstwerk wollte er in aller
Öffentlichkeit eine Schächtung vornehmen, eine eigentlich ja recht religiöse Aktion, bei der normalerweise Ziegen die
Kehle durchgeschnitten wird. Aber zum einen war Kricken kein Moslem, zum anderen kannte er sich in Bio nicht
sonderlich gut aus, und drittens war die Ziege an dem Tag nicht da. Macht nichts, dachte sich Kricken, da kommt ja eine
Kuh, ist ja fast das selbe, Kampfkuh oder Ziege, macht nichts. Wenn man allerdings nicht weiß, wo die Kehle ist, ist das
schon weniger toll. Wenn man nichtmal weiß, wo am Handgelenk die Pulsadern sind ist das noch schlimmer, zumindest
für die Schächtung. Machen wir’s kurz, Kricken drehte total am Kolben und stach zu. Das Messer fuhr bis zum Heft in
die Hand der Kampfkuh, was bei einem 20-Zentimeter-Messer bedeutete, es kam hinten wieder raus, und alles wurde
still. Nun weiß jeder, der sich ein bisschen mit solchen Dingen auskennt, das man Messer und ähnliche Gegenstände
besser nicht wieder aus dem Körper rausziehen sollte, wenn man verbluten will. Jeder normale Mensch weiß das. Gut,
das gerade keiner anwesend war, und die Kampfkuh daran hinderte, das Messer mit einem Ruck wieder aus der Hand zu
reißen, wonach es in einem Schwall von Blut zu Boden fiel. Und Eddie konnte nur hilflos zusehen, denn er hatte keinen
deutschen Imperalismus dabei, mit dem er sie hätte behandeln können. Die Rettung kam von Morti, der seinen als Jeep
getarnten Monster-Truck kurzerhand zum Krankenwagen umfunktionierte, den Verkehr in ganz Nottuln zum erliegen
brachte, ein ganzes Dutzend Autos demolierte und den Eingang des Krankenhauses etwas einbeulte, und mit seiner
Wahnsinnsfahrt der Kampfkuh das Leben und 20 Polizisten, 15 Sanitätern und 5 Chirurgen kurzfristig den Arbeitsplatz
rettete.
Sollte sich einer der Beteiligten beleidigt oder gekränkt fühlen, dann solltet diese Person sechs Jahre Griechisch lernen,
um sich dann selbst in den Arsch beißen zu können. Will sagen: Wer’s ernst nimmt ist selbst schuld.
Montag, 5. und 6. Stunde: Das Christkind im Terrornetzwerk
Es war mal wieder einer dieser Tage, an denen Montag war, und wie immer, wenn Montag war, hatten sich ein paar
gefährliche Terroristen mit ihrem Meister im Computerraum versammelt, um von dort aus Unheil zu stiften. Zwar war
der gefährliche Bombenleger nicht dabei, Bomben waren ja auch out, Betäubungsgas war tausendmal effektiver und
tödlicher wenn man bei der Festlegung der Dosierung schon ein paar Pullen Wodka drin hatte, aber die anderen
Terroristen waren auch nicht ungefährlicher. Schon arbeiteten sie an einem verrückten Plan, um den heiligen Krieg für
ihren Gott Sonyoyo fortzusetzen. Sie wollten nämlich Peter in den Wahnsinn treiben, und zwar mit ihrem Abi-Motto
„osamABInladn“. Wenn sie das durchsetzen konnten, dann würden ganz viele Anti-Terror-Spezialeinsatzkräfte-EliteSoldaten-Super-Killer-Meister-Sprengstoffexperten-Suchhunde-was wollte ich jetzt sagen? Genau, die AntiTerroreinheit würde mal vorbeikommen. Hoffentlich eine aus Russland oder Israel, das waren nämlich selbst Terroristen
und mit denen konnte man dann wunderbar zusammenarbeiten um endlich die Weltherrschaft an sich zu reißen. Wofür
war man denn sonst dreizehn oder mehr Jahre zur Schule gegangen? Während sie so ihre Pläne ausheckten und schon
überlegten, wo sie die tausend Dollar auftreiben sollten, die sie Sonyoyo noch spenden mussten, geriet das
Terrornetzwerk außer Kontrolle. In dem Raum war nämlich kein normales Netzwerk, das die Computer vernetzte. Nein,
Terroristen konnten schließlich nur mit einem Terror-Netzwerk ordentlich arbeiten. Deswegen hatten sie auch alle bei
ihren Autos nachträglich die Achsen noch durch Achsen-des-Bösen ersetzen lassen. Jedenfalls hatte Meister Bülow
(Kürzel AEB, die Kürzel seiner Geschwister waren angeblich FSB und KGB) das Terror-Netzwerk nicht unter
Kontrolle, und das Terror-Netzwerk terrorisierte die Terroristen mit bösen Gemeinheiten. Es kopierte ständig Dateien
hin und her (es gibt Gerüchte, das waren Lurchi und Cambou, aber in Wirklichkeit war es das Terror-Netzwerk) und
brachte damit die Leitungen zum Glühen. Dadurch wurde es zwar schön warm im Raum, aber irgendwie verschmolzen
die Daten mit den Leitungen zu echten Daten-Leitungen, hingen dann aber faul neben geschmolzenen Kabeln rum und
taten das selbe wie die meisten Schüler: rumschimmeln. Und während die Daten so vor sich hin schimmelten wurden die
Terroristen langsam verrückt, und Meister Bülow sah ratlos auf seinen Bildschirm, auf dem gerade eine Fehlermeldung
aufgetaucht war: „Windows gave the error message: ‚Der Vorgang wurde ausgeführt’“. Der schlimmste aller möglichen
Fehler war aufgetreten: Irgendetwas hatte genau so funktioniert wie es geplant war! Damit kam der Computer nicht klar
und begann, schnell irgendwelche Daten zu vernichten, um so eine Katastrophe demnächst zu verhindern. Danach
funktionierte wieder alles so, wie es sollte, nämlich gar nicht, und irgendwann verstand auch der letzte Bauer, das es
jetzt keinen Zweck mehr hatte, weiter mit dem Terror-Netzwerk zusammen zu arbeiten. Selbst Sonyoyo konnte ihnen
jetzt nicht mehr helfen, und sie überlegten schon, ob sie alle mit RUM&Co Eastern Airways nach Kaliningrad flüchten
sollten, aber Meister Bülow beruhigte sie und schickte sie in den gewöhnlichen Kunstraum. Dort würde ihnen das
Terror-Netzwerk nichts mehr anhaben können. Aber wenn er glaubte, damit hatte der Terror ein Ende, dann hatte er sich
getäuscht. In dem anderen Raum wollte er ihnen etwas über Dalí beibringen. Das war ein Terror-Maler aus längst
vergangener Zeit, der ständig Drogen genommen hatte und dann das gemalt hatte, was er so vor sich hin halluzinierte.
Man brauchte seine Bilder nur anzusehen um total bescheuert zu werden, also konnten die Terroristen sich die
Kunstwerke gefahrlos ansehen. Um etwas über Dalí zu lernen brauchten sie aber ein Buch, und da fingen die Probleme
dann auch schon an. Commander Mo und Gerding hatten nämlich kein Buch bekommen, und jetzt saßen sie da, und in
unerreichbarer Ferne nah der Tafel lagen die Bücher, und sie waren so verzweifelt, das Commander Mo Meister Bülow
fragte: „Wer bringt uns denn jetzt die Bücher?“ Und Meister Bülow wäre ja nicht der Meister gewesen, wenn er nicht
auf alles eine Antwort gehabt hätte: „Das Christkind.“ Das Christkind saß nämlich eine Reihe vor Moritz. „Los
Christkind, hol unsere Bücher!“ kommandierte der Commander, aber das Christkind blieb einfach nur stumpf sitzen. So
war das mit Heiligen: Die gammelten den ganzen Tag rum und polierten ihren Heiligenschein. So auch das Christkind,
das nicht saß, sondern über dem Stuhl schwebte, in seinem weißen Gewand und mit den gefiederten Flügeln, und das
goldene lockige Haar fiel ihm bis auf die Schultern. In seiner Heiligkeit erfüllte das Christkind den ganzen Raum mit
einem hellen Licht, und der Klang von Harfen und das Geläut von Glocken waren zu hören. Doch Halt! Irgendetwas
stimmte nicht. Das waren keine Glocken und Harfen, sondern bestenfalls Schlagzeug und Gitarre. Wenn dass das
Christkind war, dann war Meister Bülow Ozzy Osbourne (Jetzt ist es raus, Eddie ist Ozzy und Ozzy ist Eddie!). Das
Christkind schwebte ja auch nicht, sondern saß so schwer auf dem Stuhl, dass der sich total verbog, und die Haare waren
auch nicht golden. Noch nicht mal das Gewand war weiß, sondern eher schwarz, und die Flügel waren ein Pelzkragen an
dem schwarzen Mantel, ein blutiger Pelzkragen, Blutspuren liefen den Mantel hinab und es tropfte ständig etwas
tiefrotes auf den Boden, sogar ein paar vom Rauch vieler Partys geräucherte Fleischstücke hingen noch als Notration an
dem Pelzkragen. Und als das vermeintliche Christkind jetzt auch noch einen riesigen Knüppel in der Hand hielt, da
wussten alle: Es ist Knecht Ruprecht. Lediglich zwei Leute waren nicht in der Lage gewesen, das zu erkennen:
Commander Mo, denn der war blind und konnte also gar nichts erkennen, sowie Meister Bülow, denn der dachte mal
wieder so surrealistisch, das er alles sah, nur nicht das, was da war. Außerdem konnte er Knecht Ruprecht, wenn er ihn
nicht sah, eine 6 eintragen, und das hatte er schon immer mal tun wollen. „Los jetzt, mopetier das Buch hier rüber!“
kommandierte der Commander wieder, und jetzt wurde Knecht Ruprecht (Zitat Krings: „Das ist ja ein Mädchen!“) echt
wütend und nahm seine Keule, um Commander Mo ordentlich was auf die Nuss zu geben. Der Schwung schleuderte den
Bauern aus dem Fenster, und durch den riesigen Kopf, der von außen hineinstarrte. Da fielen ganz viele Scherben in den
Raum, und in ihnen blieb das Bild erhalten, was sie zuletzt gezeigt hatten. Der Commander aber flog noch immer
aufwärts. Einen Ballon, der im Weg war, durchschlug er einfach, weswegen irgendein verrückter Millionär mal wieder
seinen Plan aufgeben musste, den Mond einmal im Ballon zu umrunden, dann schlug er in ein Flugzeug ein und blieb im
Kabinendach stecken. Es war ein Flugzeug von RUM&Co Eastern Airways, in das ihn der allmächtige Gott Sonyoyo
geschickt hatte, und jetzt flog er gratis nach Moskau, um sich da im Musical-Theater Nord-Ost das neue Stück des
sowjetischen Geheimdienstchefs Yorgi Illiuschin Sergej Stalin anzuschauen, das den vielversprechenden Titel „Barajew
geht schlafen“ trug.
Verdammte Axt, jetzt hab ich das Glas einfach mitgenommen: Martini-Markt, Samstag
Martini-Markt ist immer wieder toll, und für einige Leute sogar sehr nützlich. Sprittie fällt zum Beispiel gar nicht mehr
auf, weil an diesem langen Wochenende alle mindestens genauso verpeilt sind wie er. Manche sind so verpeilt, die
merken gar nichts mehr. Freitag ging’s ja schon los, aber da sich daran eh niemand mehr erinnern kann... vielleicht sollte
man mit dem Samstag beginnen. Da waren auch alle stramm. Alle? Nein, nicht alle. Ein kleiner gallischer Kricken
wiedersetzte sich standhaft den Römern (falscher Film, Kommando zurück). Wie dem auch sei, das ganze Chaos begann
bei Ecki. Zwar war der Franzosen-Lümmel selber gar nicht da, sondern, wie es sich für einen ordentlichen Waldschrat
gehört, jagen, und zwar mit seinem selbstgeschnitzten Speer, aber das störte eh niemanden. Stöck, Schmacko und
Elizabeth waren schon seit Stunden dort, bis dann endlich noch mehr eintrafen. Und noch mehr. Und noch mehr.
Irgendwann traf als letztes auch der Bauer ein, der war zwar schon ziemlich stramm, aber einen echten Daruper stört das
nun wirklich nicht. Und plötzlich wollten alle wieder gehen, denn Schmacko hatte auf einmal Angst bekommen, das
Ecki wiederkommen könnte. Schnell griff die Angst vor dem Waldschrat um sich, denn er hätte sie ja zum Aufräumen
zwingen können, und so versuchten sie, so schnell wie möglich aus dem Raum mit der grünen Tür herauszukommen.
Und das war gar nicht so leicht, weil die Tür nämlich nach innen aufging und das Fenster auch. Das war deshalb ein
Problem, weil der Raum ziemlich voll war, genauer gesagt, sehr voll. Somit hatte der Raum mit der Ankunft von Bauer
denselben Zustand erreicht wie der Großteil seiner Insassen. Apropos Insassen: Die hatten sich ja bekanntlich längst
stapeln müssen. Das war zwar kein Problem, da sie ja bereits auf TRO bewiesen hatten, dass sie ungefähr 100 Leute auf
zwei Stühlen stapeln konnten, das Problem war nur, dass man, wenn der Raum bis zum Rand mit Leuten und Bierdosen
gefüllt ist, die Tür nur noch sehr schwer aufkriegt. Irgendwann hatten sie es dann doch geschafft, denn der Raum war so
voll, dass er vergessen hatte, das seine Tür nur nach innen aufging, und so fiel einer nach dem anderen die Treppe
runter. Um es mit Spritties Worten zu sagen: Der Raum war voll mit krassen Checkern und getunten Stylerz. Und da die
ganze Bande das totale Tuning für sich reserviert hatten fielen sie nicht einfach so die Treppe runter, nein, sie landeten
unten direkt in ihren Schuhen und ihren Jacken. Nur Stöck war noch tuniger als die anderen, er landete nämlich in
Robins Schuhen, was daran lag, das Robin schon vor Stunden in Stöcks Schuhen gelandet war, weil der nämlich immer
Schuhe klaute, daher konnte auch niemand sagen, ob die Schuhe, in die Stöck gefallen war, wirklich Robins Schuhe
waren, weil nämlich Robin ständig in anderer Leute Schuhe fiel und es deswegen möglich war, das er auch irgendwann
mal eines Tages in die Schuhe gefallen war, in die jetzt Stöck gefallen war, weil Robin schon Stunden vorher in seine
Schuhe gefallen war (Alle Klarheiten beseitigt? Gut). So gingen sie los, um erst sich erst mal durch das Gedränge in den
engen Gassen ihrer Heimat zu drängeln und mal zu sehen, was so auf Martini-Markt los war.
Aber bevor sie das taten musste Rusty Notorious, der an diesem Tag zwar Rusty, aber nicht Notorious war, seinen
Rucksack verstecken, denn damit durfte er bei Steinhoff nicht rein, und das wäre eine ziemlich üble Sache gewesen, und
deshalb versteckte er ihn auf dem Spielplatz unter der Rutsche oder sonst irgendwo. Wenn also jemand einen Rucksack
haben will, einfach da suchen. Oder sollte Mani tatsächlich noch dran gedacht haben? Wie auch immer, danach gingen
sie los, um zu sehen, was auf Martini-Markt so los war. Und siehe da, es ging voll ab auf Martini-Markt. Fast zumindest.
Eigentlich war es recht langweilig. Aber man blieb trotzdem eine Weile, denn viele hatten noch was zu erledigen. Eine
ganze Menge Leute musste schiffen und lief dazu ins Sculpi. Und wieder war es Ober-Checker Stöck, der irgendwas
nicht ganz gepeilt hatte, denn statt zum Sculpi lief er zur Bank. Nachher behauptete er, er habe Geld holen wollen, aber
das ist natürlich gelogen. In Wirklichkeit hat Stöck in den Geldautomaten geschifft. Deshalb dachten auch am Tag
danach viele Leute, die Euro-Scheine würden neuerdings aus gelbem Öko-Papier hergestellt. Sachen gibt’s... Irgendwie
hatten dann alle das erledigt, was sie erledigen wollten oder mussten, und machten sich auf den Weg ins Zelt. Dort
fanden sie Boris, Mart und Ali, aber sonst war da nichts los. Trotzdem blieben sie eine Weile, und da Schmacko
nirgendwo blieb, ohne sich ein Bier zu holen holte er sich ein Bier. Als dann alle weiterwollten, weil im Zelt irgendwie
nicht wirklich was los war, da hatte Schmacko schon vergessen, das er sich ein Bier geholt hatte, weil das für ihn voll
normal war und war einfach damit nach draußen spaziert. Als er dann bemerkte, das er noch immer das Bier in der Hand
hielt, da sprach er: „Verdammte Axt, jetzt hab ich das Glas einfach mitgenommen!“. So gingen sie weiter nach Steinhoff
(„Zu Steinhoff.“ „Watt, Steinhoff hat zu? Scheiße Alta.“), zumindest wollten sie das. Aber erst gingen Bauer und Birgit
verloren, denn die beiden getarnten Wikinger hatten erst mal eine Ladung Met moschen müssen (faszinierend, mMm),
dann gingen die einen hierhin, die anderen dorthin, und so war es mehr als erstaunlich, dass sie sich am Ende doch
wieder trafen, vor allem, wenn man bedenkt, das manche schon ziemlich voll waren, und wenn man voll ist ist ja nicht
mehr viel los mit „gerader Weg“.
Auf diesem gingen sie dann zu Steinhoff. So richtig viel war da aber auch noch nicht los. Doch das änderte sich schnell.
Irgendjemand hatte nämlich dafür gesorgt, dass es in Nottuln mehrere intellektuelle Täler gab. Eines davon war exakt
bei Steinhoff. Und je mehr man gemoscht hatte, desto mehr zog es einem zu einem solchen Tal hin, weil man sich
nämlich am Hang des Denkens nicht mehr halten konnte und schnell Richtung Arsch voll abrutschte. Und genau da,
kurz vor Arsch voll, war die Tür von Steinhoff. Nach einiger Zeit versanken alle in Bierseligkeit, und alles hätte so
schön sein können, aber nein, irgendjemand musste ja auf die Idee kommen, woanders hinzugehen. Elizabeth fing
irgendwann an zu erzählen, das Birgit gesagt hätte Jenny hätte gesagt Anja hätte gesagt das Anna gesagt hätte AnnMarie hätte gesagt, sie könnten alle zu ihr kommen oder so ähnlich weil es da was zu Essen gäbe oder so ähnlich. Wie
das so ist bei Berichten über mehr als ein Dutzend Zwischenstationen stimmte es natürlich so nicht. Als sie dann alle
ankamen wurde schnell klar, das es so leicht nichts zu fressen gab, was besonders Bauer Mo störte, denn der war extra
wieder aufgewacht, weil er gehört hatte, das es was zu essen gab – für umsonst – und fürchterlichen Schmacht hatte.
Aber vor dem Essen hätte man irgendwelche Helium-Ballons in die Luft jagen müssen. Das Dumme daran war, das
Elizabeth panische Angst vor Luftballons hatte, was wohl an ihren Genen lag, Kühe hatten ja auch Angst vor
plötzlichem Lärm, also hatte eine Kampfkuh gefälligst auch Angst zu haben. Vor allem, wenn sie Elizabeth hieß und zu
allem Überfluss auch noch (an diesem Abend allerdings recht eingeschränkt) denken konnte und daher wusste, dass ein
Luftballon ganz bösen Lärm machen konnte. Dadurch kam zu Arsch voll auch noch Hose voll (Zitat Laura: „Das sieht
aus als hätte der sich in den Arsch geschissen“), und das war eine ungünstige Kombination, also rannten alle wieder
zurück zu Steinhoff. Nur Bauer nicht, denn der hatte am Abhang des Denkens so viel Schwung genommen und war so
verpeilt, das er voll an Steinhoff vorbeigepeilt hatte und mit viel zu viel Speed dran vorbeirauschte. Für ihn hatte das
aber auch Vorteile, denn es gab mittlerweile einen anderen Magneten, der ihn noch magischer anzog als Bier (zumindest
vorübergehend): ESSEN!
Aber irgendwie war dadurch, dass ein Teil der Bande Steinhoff verlassen hatte das ganze ordentliche Gefüge außer
Kontrolle geraten. Kaum waren sie wieder da – vielleicht waren sie auch schon länger wieder da, ihr Zeitgefühl hatten
sie draußen vor der Tür vergessen – da mussten sie bemerken, dass nicht nur die Gäste, sondern auch die Bedienung
breit war. Eigentlich hätte sie ja bemerken müssen, dass die Platte mit den ganzen Biergläsern immer weiter nach vorne
kippte, aber nein, warum denn auch. So kippte die Platte immer weiter, und irgendwann überschritt selbst eine magische
Flüssigkeit wie Bier eine kritische Grenze und fiel um. Beziehungsweise, die Gläser fielen um. Das hatte zwei
unangenehme Folgen: Zum Ersten bekam Anja alles auf den Kopf, aber das störte nur sie, und außerdem konnte man die
Haare ja noch auswringen, das Bier war also nicht verloren. Viel schlimmer war jedoch, das überhaupt Bier verschüttet
worden war. Skandal! Deshalb gingen auch irgendwann fast alle rüber zu Kruse, weil sie hofften, das man dort noch so
zivilisiert war, das man kein Bier verschüttete. Von da kamen sie dann doch wieder recht schnell zurück, weil bei
Steinhoff die Zivilisation mittlerweile so dermaßen am Arsch war, das irgendjemand was aufs Maul gekriegt hatte. Das
roch nicht nur nach Ärger, es stank nach Stress, und stressig war es dann auch, bei Steinhoff wieder reinzukommen,
denn mittlerweile war es da mal wieder so voll, dass man die Leute stapeln musste. Die Großen und die Schweren
kamen nach unten, die Leichten und die Kleinen nach oben. Von daher war es recht ungeschickt, das Fenster
aufzumachen, da dann erst mal ein ganzer Haufen Leute rausfiel, außerdem musste man dem Fenster erst mal den
dämlichen Gedanken ausreden, es würde sich nach innen öffnen. Da der Raum aber total voll war war es kein Problem,
seine Fenster zu überreden, und so gelang es dann, ca. 2 Dutzend Leute durch das Fenster einzuschleusen, was
niemandem auffiel.
Hier endet die Erzählung vom Samstag. Alles, was danach geschah, verbleibt vergessen...
Spaceeier und Regenwasser: Martini-Markt, Sonntag
Man merkt wohl schon an der Überschrift, das es Sonntag noch etwas verpeilter zuging als Samstag, was schon eine
Kunst für sich ist.
Am Sonntag war um 8 schon ziemlich was los, wenn auch nicht so viel wie am Samstag um 11, aber immerhin schon
einiges, und so war es kein Wunder, das man wieder einen ganzen Haufen Wahnsinniger bei Steinhoff finden konnte. Im
Grunde größtenteils die selben Irren wie schon am Tag zuvor: Schmacko, Elizabeth, Stöck, Daum, Bombi, Ali, Mart,
Domsen und noch ungefähr Tausend andere. Mindestens. Die meisten davon blieben zurück, als Schmacko auf die Idee
kam, Hunger zu haben, und den unzivilisierten Hirn-Tiefpunkt verließ. Ihm folgten nur Stöck, Birgit und der Daum. Die
Drei ließen sich dann am Glühwein-Stand nieder, während Schmacko von einer Fressbude zur anderen pilgerte und allen
erzählte, er sei von der Lebensmittel-Testbehörde und müsse die Qualität ihres Essens überprüfen. So bekam er überall
umsonst was zum fressen und als er nachher immer noch nicht satt war begann er, kleine Kinder, die um diese Zeit eh
nicht mehr draußen sein dürften, zu schnappen und zu fressen. Als Stöck, Birgit und Daum ihren Glühwein auf hatten
hatte Stöck ein Problem: Er hatte sein Glas von Steinhoff mitgenommen, konnte jetzt aber schlecht damit einfach
zurückmarschieren, denn er wollte es schließlich behalten. Wäre er Schmacko gewesen, so hätte er jetzt gesagt:
„Verdammte Axt, jetzt hab ich das Glas einfach mitgenommen!“, aber da Stöck immer noch Stöck war versteckte er sein
Glas einfach irgendwo, wo er es wiederfand, falls er sich irgendwann daran erinnern konnte, wo er es versteckt hatte. Da
Schmacko mittlerweile seinen Hunger überwunden und zum Durst zurückgefunden hatte folgten sie ihm zurück zu
Steinhoff.
Es sollte besser keiner fragen, was in der Zeit zwischen 9 und 11 passierte, da dass keiner mehr weiß. Der Schreiber
dieser ganzen Wahnsinnigkeiten hat sich nämlich eine kleine Auszeit genommen, um nicht, völlig zerquetscht und taub
vom Lärm am Qualm der ganzen Drogenabhängigen zu ersticken. Eine Auszeit, wie gesagt. Glaubt bloß nicht, ihr seid
mich los...
Natürlich war es noch nicht vorbei. Es war gerade erst die erste Hälfte vergangen, und was immer auch in dieser Hälfte
passiert sein mag, es wird die Uninteressantere von Beiden gewesen sein. Denn in der zweiten Halbzeit wurde es ernst.
Und durch ein wenig dicke Luft wurde die Luft für einige bald ganz schön dünn. Zuerst aber war alles noch ganz ruhig,
alle waren ganz locker drauf, aber wie man schon am Tag zuvor gesehen hatte war die Zivilisation nicht unbedingt ein
Nachtmensch, und so wurde die Stimmung von ein paar Stumpfköppen versaut. Nichts läge jedem normalen Mensch
ferner, als die Glatzen in Schutz zu nehmen, aber Hannes war an der Eskalation auch nicht völlig unbeteiligt. Es waren
ungleiche Gegner, die sich gegenüberstanden, ein bisschen wie David gegen Goliath, nur das es diesmal David war, der
sich schon mächtig auf das Kräftemessen freute und auch kräftig daran arbeitete, es zustanden zu bringen. Irgendwann
wurde dann klar: Die wollen Ärger. Damit standen sie zwar ziemlich allein da, aber wenn man ne Glatze ist, dann steht
man mit seinen Kumpels immer alleine da, und das ist auch gut so. Mal stand einer, wohl der stumpfste und aggressivste
von ihnen, auf und wedelte mit seiner Faust herum, dabei war er schon so stramm, das er sich wohl selbst aus den
Socken gekloppt hätte, wenn nicht einer seiner Kollegen ihn ständig wieder runtergezogen hätte. Als die Penner dann
genug hatten und erst mal nach Hause zu Mami mussten, um sich auszuheulen, weil die bösen Kleinen wieder so böse zu
ihnen gewesen sind wäre es fast so weit gewesen, dass es eine kräftige Kneipenschlägerei gegeben hätte. Mit fliegenden
Stühlen, zertrümmerten Tischen, blutenden Schädeln, Schreien und Blut, mit Verletzten und Schwerverletzten, lauter
lustigen Sachen also, denn die wollten sich tatsächlich mit allen anderen anlegen. Die Rechten waren ja schon immer ein
wenig größenwahnsinnig, aber sie standen gegen eine geschlossene Wand, denn im Notfall hätte sich wohl jeder auf die
andere Seite geschlagen. So aber gelang es ein paar Schlichtern, die Streiter vorerst auseinander zu bringen, auch wenn
Schmacko und Hannes damit so gar nicht einverstanden waren. Und, was für eine Überraschung, kaum waren die
Glatzen aus der Tür, da stieg der Durchschnitts-IQ bei Steinhoffs um ein Vielfaches, überwand die erste Komma-Stelle
und schaffte es so gerade in den zweistelligen Bereich. Da blieb er dann hängen, denn selbst der IQ war schon viel zu
breit um seine eigene Leiter weiter nach oben zu klettern. Manche waren schon so stramm, die waren völlig neben der
Spur und gammelten einfach nur noch total fertig auf irgendeiner Bank rum, immerhin ein Zustand, den die gerade
mehrfach erwähnten Glatzen nie erreichen werden, denn um sein Gehirn zu betäuben braucht man erst mal eins, und da
braucht man bei denen nicht zu suchen, da sollte man besser deren Kampfhunde fragen (das ist durchaus wörtlich zu
nehmen, die Hunde lassen vielleicht eher mit sich reden als ihre Herrchen. Vor allem aber könnten die Hunde noch
Zwangs-Umerzogen werden. Bei Glatzen klappt das meist nicht).
Bei dem Intelligenz-Niveau eines Hundes war Bauer mittlerweile auch angekommen, und während es bei Steinhoff
immer leerer wurde konnte er nur noch eines denken: „Hausfrau, los, kochen! Spaceeier!“ Es gibt nämlich Leute, die
versprechen sehr, sehr dumme Sachen, wenn sie besoffen sind, wahrscheinlich fest davon überzeugt, das die anderen
auch Arsch voll sind und überhaupt nichts mitbekommen. Dumm nur, das manche zumindest bis zum einschlafen noch
ein voll funktionstüchtiges Gedächtnis haben. Als man sich bei Steinhoffs nun dachte, schmeißen wir die ganzen Freaks
mal raus, da war Marijohanna also ziemlich angeschissen, denn auf einmal wollten Bauer und Mani unbedingt
mitkommen, weil sie die beiden nämlich auf ein paar Spaceeier zu sich nach Hause eingeladen hatte, auch wen sie davon
mittlerweile nichts mehr wissen wollte. Damit die drei nicht alleine gehen mussten entschlossen sich Benni und Daum
kurzerhand, aus reiner Asozialität einfach mitzukommen, und so marschierten die Fünf durch den strömenden Regen
von Steinhoff weg, erst mal zum Sculpi, denn dort hofften sie Stöck zu finden, denn den wollten vor allem die drei
Hauptbeteiligten dringend finden, Marijohanna, weil sie wohl hoffte, das ihr Bruder ihr die vier Irren vom Hals schaffen
konnte, und Mo und Rusty, weil sie hofften, das Stöck wusste, wo er sein Gras versteckt hatte (eine ziemlich
hoffnungslose Hoffnung). Und während Marijohanna vor der Tür rumgammelte, weil sie nicht reinkam, da ihr gemeiner
Ausweis dem Türsteher unfairerweise verraten hatte, das sie noch gar nicht Achtzehn war bekamen Mo und Rusty Durst.
So verdammt viel Durst, dass sie das ganze Hallenbad hätten leersaufen können, vorausgesetzt, es wäre mit Bier oder
zumindest mit ordentlichen Wasser gefüllt. Oder, noch besser, mit Regenwasser vom Schirm, denn es gibt nichts, was
geiler schmeckt als Regenwasser vom Schirm. Sie versuchten, jeden einzelnen Tropfen vom Regenschirm abzulecken,
bis der Regenschirm irgendwann trocken war und Rusty ihn wieder nach oben hielt um die nächste Ration zu sammeln.
Benni vertrug dagegen das Regenwasser nicht, vielleicht war aber einfach nur sein Schirm untauglich, daher bekam er
einen üblen Baller-Reiz und hätte beinah beim nächsten Stand die Klappe aufgemacht und ein bisschen Ballast
abgelassen, aber am Ende hatte er sich dann doch wohl halbwegs unter Kontrolle. Mo und Mani waren ganz froh
darüber, dass Benni kein Regenwasser vertrug, da sie so alles für sich hatten, aber als Marijohanna wieder zurückkam,
weil sie etwas zeitverzögert bemerkt hatte, das sie ja immer noch draußen vor der Tür stand und gar nicht reingelassen
wurde, da dachten sie sich, wenn die für die Spaceeier sorgt, dann können wir ihr auch ein bisschen von unserem
wertvollen Regenwasser abgeben, aber sie wollte nicht und war ganz böse auf die beiden, und da hatten die beiden
schon wieder einen Grund, sich zu freuen. Das Regenwasser hatte auch ihre Wut darüber verfliegen lassen, das die
ganzen Fressbuden schon vor 2 zugemacht hatten, und jetzt wollten sie nicht mehr die Buden umwemsen und außerdem,
was war schon eine Pizza gegen Spaceeier? Also gingen sie weiter durch den strömenden Regen (Zitat Rusty: „Richtig
geiles Martini-Markt-Wetter“). Für die meisten war es noch immer ein feucht-fröhlicher Abend, fröhlich aus einem
bereits mehrfach erwähnten Grund und feucht schlicht und einfach, weil es pisste wie Sau. Noch waren sie weit von
Stöcks Hütte entfernt, doch schon sahen sie den Rauch von dort aufsteigen, und sie beeilten sich, doch so schnell
konnten sie nicht mehr laufen, nicht nur, weil sie total voll waren, sondern auch, weil das Wasser längst kniehoch auf der
Straße stand. Irgendwann kamen noch ein paar andere hinzu und verschwanden wieder, und bald waren Mo, Rusty,
Marijohanna und Daum wieder allein in dem riesigen Gewässer, in das sich Nottuln langsam verwandelte, und sie alle
waren völlig durchnässt. In fast allen Schuhen stand das Wasser bis zum Rand, nur bei einem nicht, denn der Daum war
so zu, dass er längst einen halben Meter über der Straße schwebte und nur noch von oben nass wurde. Dem Waldschrat
hätte selbst das nichts genutzt, denn bei dem regnete es bekanntlich auch von unten. Hätte irgendjemand Gedanken lesen
können, er hätte bei den Vieren nur noch zwei Worte lesen können. Genauer, bei den Dreien, da einer das denken schon
ungefähr um 11 weitestgehend eingestellt hatte. Die beiden Wörter waren: „Schlafen!“ und „Spaceeier!“. Letzteres
wurde aber gleich zweistimmig gedacht und hatte auf dem ganzen Weg schon oft genug ersteres übertönt, auch wenn die
Denkerin (soweit man bei einem einzigen Gedanken noch von Denken sprechen kann) nicht müde wurde, sich zur Wehr
zur setzen. Schließlich kamen sie dann an, und da fanden sie Stöck und eine Gruppe anderer, die im Dunkeln hinter dem
Stöckmobil versteckt Rauchzeichen gaben, weil sie hofften, das man sie aus den steigenden Fluten rettete, während
Mani und Mo leicht verpeilt in die Hütte wackelten und dort verschwanden.
Ich weiß nicht, wie die ganze Sache bei Stöcks dann nachher noch weiterging, ich bin nämlich selber gegangen. Aber
ich denke, so viel kann es nicht mehr gewesen sein, denn bis auf Mo und Mani waren die meisten anderen scheinbar
schon ziemlich fertig. Ich kann für mich nur hoffen, ich habe nichts verpasst, außerdem hoffe ich für jemand anderes
mit, das auch dort bald Ruhe einkehrte. Die Glatzen sind übrigens wirklich ziemlich stumpf und größenwahnsinnig. An
der Tanke waren gerade zwei damit beschäftigt, sich gegenseitig anzuschreien, als ich auf dem Rückweg vorbeikam. Der
eine musste sich beschweren, weil sein Kollege ihm nicht geholfen hatte, irgendeinen „16jährigen Penner“
zusammenzuschlagen. Und dann: „Wenn der mit 30 Mann angekommen wäre hätte ich die alle alleine plattmachen
müssen.“ Ja, klar. Auch wenn die Typen dumm wie Brot sind: Provozieren würde ich die zumindest in einem Gebäude
nicht. Draußen weiß ich immerhin, das ich schneller weg bin als die „Öööööhhhh!“ schreien können (muss wohl ein sehr
wichtiges Wort in der Glatzen-Sprache sein).
Bevor ich jetzt (11.11., etwa halb vier morgens) mit dem schreiben aufhöre, möchte ich mich noch bei euch allen für
dieses geile Wochenende bedanken. Im Gegensatz zu den meisten von euch war ich zwar nicht breit sondern mehr oder
weniger nüchtern, aber es hat trotzdem verdammt viel Spaß gemacht. Außerdem war es schön mal zu merken das man
mittlerweile tatsächlich so akzeptiert wird wie man ist. So, dann will ich mal alle Leute auflisten, bei denen ich mich
bedanken möchte (es sind tatsächlich noch einige mehr als gleich in der Liste stehen, aber deren Namen kenne ich
entweder nicht oder sie fallen mir nicht ein):
Christa, Makke, Rusty, Hannes, Ecki, Bauer, Stöck, Birgit, Marijohanna, Benni, Anja, Mo und allen anderen, die sonst
noch da waren.
Mir bleibt nur noch eines zu sagen: Verdammte Axt, warum ist es eigentlich schon wieder vorbei?
Explodierte Schlange: Englisch-LK-Stufentreffen
Nach über einem Jahr hatte es der Englisch-LK endlich geschafft, ein Kurstreffen zu organisieren. Eigentlich keine
große Leistung, wenn man bedenkt dass andere Kurse in der Zeit ein halbes Dutzend Kurstreffen absolviert hatten, aber
wenn man das Kurstreffen in einer Sprache organisieren muss, die man selber gar nicht versteht, dann erschwert das die
Arbeit doch erheblich. An Verständigungsschwierigkeiten lag es dann wohl auch, das irgendwie niemand mitbekommen
hatte, das es sich um ein Kurstreffen handelte: es kamen einfach alle, die nichts besseres zu tun hatten. So gesehen hätten
also eigentlich alle kommen müssen. Manche schafften es zwar trotzdem nicht, aber das hieß nicht, dass in Nils’ Keller
überhaupt noch Platz gewesen wäre für noch mehr Leute. Schon um 8 Uhr trafen die ersten Leute ein, und wenn man
annimmt, das alle zehn Minuten zwei weitere eintrafen, dann kann sich selbst der Mathe-Grundkurs ausrechnen, wie
viele Leute da waren, als gegen 11 Uhr der Zustrom endlich nachließ (damit der Mathe-Leistungskurs seine Computer
nicht anschmeißen muss: 36). So grob könnte das tatsächlich gestimmt haben, weil um halb 2 in der Nähe vom Sculpi
immer noch 21 Leute da waren. Da stellt sich natürlich die Frage, wie kommen über 20 Leute aus Nils’ Keller zum
Sculpi? Das ist immerhin ein recht langer Weg (jedenfalls um halb zwei morgens), und außerdem war es verdammt kalt.
Im Gegensatz zum Keller. Da ging es sozusagen heiß her. Feuer gab es auf jeden Fall genug, zumindest hinter der Tür
an der Treppe. Und da bei Uhdes auch das Gras hinter der Tür an der Treppe wuchs stieg eine recht auffällige
Rauchwolke stets von dort auf (merkt euch das, die Rauchwolke taucht später noch mal auf).
Aber, werfen wir einen Blick durch den Nebel in den Raum dahinter, um zu sehen, wer da war. Wie nicht anders zu
erwarten war (und nebenbei auch schon erwähnt wurde) waren fast alle da. Es würde zu viel Mühe machen, alle
aufzuzählen, außerdem würde der Text dabei auf ein ziemlich unkontrollierbares Maß anwachsen. Nun, zumindest war
das Kurstreffen schon kurz nach neun endgültig zum Stufentreffen mutiert, und es mutierte munter weiter vor sich hin,
als mit der Zeit immer mal wieder irgendwelche ehemaligen Mitschüler, Geschwister und sonstige Leute eintrafen. Paule
und Benni waren da, Robin, der ständig neue Leute herankarrte und jedes Mal, wenn er wegfuhr um Neue zu holen,
andere Schuhe anzog, Annika und Johanna, selbst Richman war eingetroffen, umhüllt von einer grünlichen Nebelwolke
und etwa eine handbreit über dem Boden schwebend. Hannes war mit seinen beiden Skates angekommen, war aber
schon innerhalb kürzester Zeit nicht mehr in der Lage, diese zu nutzen, aber im weiteren Verlauf des Abends sollten die
Skates noch das Opfer der üblen Attacke eines völlig Irren werden. Anfangs wurden erst mal Lauras Ohren einer üblen
Attacke, denn nachdem Herr Tepe gegangen war, nicht ohne einen Kasten Bier, quasi als Notration für die durstige
Bande, zu hinterlassen, da wurde die Musik lauter, um den Lärm zu übertönen, den die nach erfolgreicher
Raubtierfütterung frisch gestärkte Gruppe von ungefähr 50 Leuten verursachte. Immerhin, eigentlich hätte es die ersten
Opfer ja schon vor dieser akustischen Attacke geben können, denn die Fütterung war nicht ungefährlich. Eine Schüssel
mit fünf Kilo Pommes mitten in die Horde der hungrigen Bestien zu tragen ist schon eine beeindruckende Leistung für
eine Ziege, und auch wenn der Imker Honig vermisste und Stöck die Pommes für frittierte Fledermäuse hielt stürzten
sich alle auf die Schüssel und verschlangen im Nu das Futter, das sie teils mit den bloßen Händen, teils mit Gabeln und
teils völlig ohne überflüssige Hilfsmittel in sich hineinschaufelten. Das war gefährlich, aber auch die Musik war
gefährlich. Jede Menge TNT und Dynamit wurden mit fürchterlichem Donner auf die Ohren losgelassen, und nicht nur
die beiden Techno-Gebrüder (die sind, wie Ali einst sagte, „echt... Pornobrille.“), sondern auch einige weitere litten
heftig unter dem starken Trommelfeuer. Wie bereits erwähnt war Laura aber das einzige Opfer des musikalischen
Großangriffs, sie hatte nämlich im Nebel an der Treppe hinter der Tür (richtig, da wo bei Uhdes das Gras war) die
Bodenhaftung verloren, und wurde gerade in dem Moment, an dem sich auch ihr zweiter Fuß vom Boden verabschiedete
von einer brutalen Schallwelle erfasst, die Treppe hinaufgerissen und wurde fortan nicht mehr gesehen, jedenfalls bis
Donnerstag. Es wäre auch ein ziemliches Kunststück gewesen, jemanden zu sehen, den die Schallwelle in fast stabile
Mondumlaufbahn gefetzt hatte. Kunststück auch, 48 Stunden die Luft anzuhalten, obwohl, warum eigentlich, vielleicht
hat sie auch einfach nur kurzfristig Äther geatmet, den gibt’s ja da draußen angeblich, obwohl man den nicht messen
kann, weil die Uhren zur gleichen Zeit verschiedene Zeiten anzeigen und bei doppelter Gleichzeitigkeit relativ
unkonkrete Angaben zur Fehlinterpretation freigaben (wer das versteht ist der King, ich versteh’s jedenfalls nicht).
Ecki nutzte den Abend, um seine aus Holz, Steinen und ähnlichen Waldmaterialien gebastelte Digitalkamera zu testen.
Die Bilder waren geradezu erschreckend realistisch, besonders erschreckend war immer wieder der Anblick von Jörn,
der wie ein Irrer durch den Keller zappelte. Aber mit dem Glück eines Betrunkenen zuckte er an allen leeren Flaschen
am Boden und auf den Tischen vorbei, seine durch die Luft wirbelnden Arme verfehlten die Flaschen auf der Theke nur
um Millimeter, als sie sich zwischen ihnen hindurchwanden, als wären sie aus Gummi. Mindestens aus Gummi waren
wohl auch einige andere gemacht, zumindest nicht aus irgendetwas, was kälteempfindlich war, denn sie saßen draußen,
bei minus 5 Grad Kälte an einem Abend im späten November bei sternenklarem Himmel unter einem Vollmond, vor
dem man mit einem guten Fernrohr noch ein vor kurzem mit Schallwellen gestartetes Ein-Personen-Weltraumprojekt
hätte sehen können, auch wenn der Mond schon hinter einer wachsenden grünen Wolke zu versinken drohte. Draußen
war es so kalt, dass manche Leute es richtig eilig hatten, wieder nach drinnen zu kommen, so eilig, dass sie dabei volle
Bierdosen stehen ließen, was schon fast an die unfassbaren Verbrechen von Martini-Markt denken ließ. Aber zum Glück
fanden Paul und Benni die Bierdose, und so blieb sie nicht liegen. Auch Ecki, Mirco und Daum waren draußen,
außerdem Annika und Johanna, und sie alle fanden Platz auf dem wackeligen Gestell, das da in Uhdes Garten
herumstand. Nun ja, es passten nicht alle gleichzeitig darauf, aber jeder einzeln hatte genug Platz. Da der Waldschrat so
fasziniert davon war, das seine Kamera funktioniert hatte und er vor kurzem noch einen erfolgreichen, wenn auch etwas
unkonventionellen Start zum Mond gesehen hatte, hatte er schon wieder eine neue Erfindung gemacht: die waldschratige
Mondfähre. Dazu musste man nur das komische Moped in Uhdes Garten mit ausreichender Geschwindigkeit vor- und
zurückschwingen lassen, um irgendwann beim Vorwärtsschwung den Bodenkontakt zu verlieren und davonzufliegen.
Leider hatte er dabei das nicht unerhebliche Eigengewicht von Moped und Insassen wohl außer Acht gelassen, denn
außer in der Hecke landeten weder das Gefährt noch seine drei Insassen, aber was war deren einziger Kommentar?
„Nochmal!“ Immerhin, den Amis war Apollo 1 ja auch in die Wurst gegangen, und beim elften Versuch hatten sie es bis
zum Mond geschafft. Da Ecki aber bei einer zweiten Nachrechnung dazu kam, dass sie selbst beim elften Versuch, falls
sie bis dahin noch lebten, höchstens über die Wiese kamen um beim Daum im Kellerfenster zu landen beließ er es bei
einem einzigen Startversuch, und so blieb dieses vielversprechende Projekt in einem frühen Stadium hängen.
Während draußen Mondfähren getestet wurden verfrachtete man drinnen musikalisches Gerät, Gitarren, Verstärker,
Kabel. Und, warum auch nicht, man legte die Kabel einfach direkt durch den Kellerraum. Das offene Kabel und ein
kräftiger Stromfluss zu leicht seltsamen Bewegungen führen können musste Ali kurz darauf spüren, als die
Technogebrüder die Musikanlage sabotierten und eine geballte Ladung Techno-Mukke durch das Kabel jagten. Dieser
unmusikalische Lärm erreichte die Musiker jedoch nie, da Ali heldenhaft eingesprungen war, um die Energien
abzufangen. Unter dem Einfluss des brutalen Stromflusses stand Ali dann verständlicherweise auch so ruhig im Raum
wie der Papst im Zeitraffer-Modus. Das führte zu einer Rückkopplung, und aus diesem Grund wurde die Musik immer
lauter und immer lauter, und als sie dann richtig laut war wurde sie noch etwas lauter. Nun hatte die musikalische
Energie, die in den Schallwellen gebündelt waren (deren Quelle übrigens nun wohl doch wieder von der GitarrenFraktion nach harten Grabenkämpfen zurückerobert worden war), aber so viel Energie, dass sie, anstatt Leute zum Mond
zu schießen, eine eigene Schwerkraft entwickelten, die vor allem Nils Mutter anzog. Als die mit der Anlage
zusammenstieß fiel diese herunter und ging kaputt. Jetzt war Stress angesagt, und das um halb eins morgens ist echt
nervig. Es lief darauf hinaus, das alle mehr oder weniger herausgeschmissen wurden, was zwar nicht toll war, aber auch
nicht weiter schlimm, schließlich ist in einer Weltstadt wie Nottuln auch spät in der Nacht noch die Hölle los. Und wenn
nicht, dann öffnet man eben die Pforten zur Hölle und schmeißt hässliche rot-weiße Metallstäbe hinein.
Nachdem alle Leute den Weg nach draußen gefunden hatten und Richie seinen Rucksack gefunden hatte versammelte
man sich zu einer nicht-genehmigten Demonstration (alles über 6 Leute auf offener Straße, wenn ich richtig informiert
wurde). Dazu kam, dass einige der unfreiwilligen Demonstranten noch nicht achtzehn waren und deswegen völlig illegal
auf der Straße waren sowie Drogenbesitz in ungefähr einem halben Dutzend Fällen, mindestens. Aber wenn wir uns
lange mit dem Aufzählen der Gesetzesverstöße aufhalten würden würden wir morgen früh noch hier sitzen, also, weiter
im Geschehen. Da man um 1 Uhr morgens völlig voll keinen Hang mehr hochkommt, schon gar nicht mit dem Fahrrad
oder Skates (über diesen hing schon der Schatten eines finsteren Schicksals), ging man den Hang eben runter oder
versuchte zu fahren. Dabei sangen sie alle Loblieder auf ihren Meister, obwohl dieser die Lieder wahrscheinlich trotz
der nicht unerheblichen Lautstärke nicht hören konnte. So kam schon fast Stufenfahrtstimmung auf, es fehlten nur noch
ein paar Bullen, die auf Randale aus waren und etwa 30°C. Immerhin, mit Randale konnte gedient werden, als nämlich
der ganze Sauhaufen am Sculpi angekommen war gab es ein Problem: es ging zu allen Seiten bergauf. Und das war
Scheiße. Zum Zeichen des Protestes stellten sich Macke und Hannes auf die Brücke und schifften in das Tal, dass die
Brücke überspannte. Da sahen alle von der Brücke hinab, und merkten erstaunt, dass unten im Tal ein gewaltiger Bach
über die Felsen hinabschoss. Aber auch wenn Hannes und Macke anderes behaupten mögen, sie hatten praktisch nichts
zu diesem Bach beigetragen (auf der anderen Seite der Brücke hatte sich nämlich ein ganzes Dutzend Leute zum
schiffen hingestellt). Aber selbst vom Neue-Bäche-in-die-Welt-schiffen wurden die Berge rundherum nicht flacher, und
noch immer ging es in alle Richtungen bergauf, außer in die, in die der Bach floss, aber so breit war dann doch niemand,
das er (oder sie) dem Bach folgen wollte. Außer Ritchie, aber der fand den Weg nicht mehr. Also suchten sie jemanden,
den sie in ihrer Wut schlagen konnten. Da gerade keine Glatze (Scheiße, ich hatte mir eigentlich vorgenommen diesmal
nicht politisch zu werden) da war musste das Schild am Zebrastreifen als Opfer herhalten, aber das hatte immerhin auch
keine Haare und kein Schmerzempfinden. Es schrie nicht mal, als es am Boden lag. Das war für die wütenden Kämpfer
so deprimierend, dass sie ihrem Gegner wieder auf die Beine halfen und ihn trösten wollten, aber selbst dass ließ der
eiskalte Typ nicht an sich heran.
Einige sammelten schließlich doch genug Kräfte, um aus dem Tal herauszukommen, aber dabei konzentrierten sie sich
so sehr auf diese Anstrengung, das sie sich nachher meist nicht mehr wiederfanden. Nur ganz wenige stolperten
gemeinsam in die ungefähre Richtung der berühmtesten Jugendherberge Nottulns, genau auf Stöcks Hütte zu. Dabei
nahm eine kleine, mutige Gruppe den Weg über den Friedhof, doch das war ein großes Wagnis, denn die Geisterstunde
war noch nicht ganz vorbei (eigentlich schon, aber hat schon mal jemand einen Untoten mit Uhr gesehen? Also, woher
sollen die das so genau wissen). Einer der schrecklichen Geister, die auf die Namen Hannes und Richard hörten,
erschreckte Rusty fürchterlich, aber da Rusty völlig breit auf seinem Fahrrad durch die Gegend fuhr oder es zumindest
versuchte bemerkte er erst zwei Minuten später, das er sich gerade fürchterlich erschrocken hatte und fuhr vor Schreck
in den Busch. Dort überschlug er sich dreimal und blieb schließlich liegen. Bis heute ist nicht bekannt, wie der Imker es
geschafft hat, sämtliche Knoten zu bilden, die sich zwischen seinen Armen und Beinen und seinem Fahrrad gebildet
hatten, aber so nah am Friedhof könnte es durchaus sein, das ihm seine untoten Bienen zur Hilfe gekommen sind. Später
wollten ihnen ein paar kleine, weiß-rote Gestalten den Weg versperren, aber das hätten sie besser nicht versucht, denn
man packte sie kurzerhand am Kragen und warf sie über den Zaun ins Freibad, wo sie am nächsten Morgen vom
Bademeister und einer Gruppe hochspezialisierter Eis-Rettungstaucher geborgen wurden. Seitdem sind die beiden zu
nichts mehr zu gebrauchen und stehen nur noch wie Säulen in der Gegend herum. Da sie so schöne Warnfarben haben,
haben sie allerdings schon einen neuen Job als Wegblockaden. Ein paar Schritte weiter und ein paar Leute weniger
wagte es dann sogar ein Pflasterstein, sich der Bande in den Weg zu stellen, doch auch er bezahlte das mit einem
unfreiwilligen Bad. So waren nur noch zehn Leute übrig, und als Mirco versuchte, nach Hause zu fahren und Johanna
ging waren es folglich nur noch acht. Die waren von den letzten hundert Metern mal wieder so erschöpft, das sie eine
weitere Pause einlegten, schon mindestens die zehnte auf einem Weg von etwa einem halben Kilometer. Hannes legte
seine Skates auf die Straße da, in dem Glauben, sie seien dort sicher, weil es eine Seitenstraße war und man sich um
diese Zeit in Nottuln selbst auf der Hauptstraße fast schlafen legen konnte. Nun entstanden auf dem Asphalt zwei
Schlangen, doch eine Schlange fraß einen Böller und als dieser in ihrer Mitte angekommen war flog die Schlange in die
Luft und hinterließ eine fiese Sauerei auf der Straße. Die dritte Schlange war keine Schlange, sondern eine Hydra, die
immer mal wieder einen neuen Kopf bekam. Erst als sie, von allen angefeuert, in den Eiskanal einbog wuchsen all ihre
Köpfe zusammen, aber dummerweise wuchsen sie zugleich auch am Eis fest. Gerade wollten sie der Hydra einen neuen
Anstoß geben, da sahen sie die bösartig glühenden Lichter eines heranrasenden Autos mit dem Kennzeichen COE-JP512. Im allerletzten Moment sprangen sie zur Seite, doch der Autofahrer hatte es gar nicht auf sie abgesehen. Es war der
irre Skater-Killer, der so spät in der Nacht seine Runden drehte, und eh sie es bemerkt hatten hatte der Irre die
Seitenstraße erreicht und donnerte mit Vollgas über die Skates hinweg, die meterweit durch die Luft flogen. Wie gesagt,
das Kennzeichen war COE-JP-512. Wichtig, merken, Skates beschützen. Nun hatten sie es auf einmal ganz eilig, ihr Ziel
zu erreichen, denn Hannes hatte Angst, seine Skates könnten an den Folgen des Unfalls sterben, wenn sie nicht schnell
genug ins Warme kamen und dort ordentlich versorgt wurden. Dort, im Warmen, endet diesmal die Geschichte...
ATOMKRIEG!!!! (Pol&is-Simulation)
Freitag nachmittag traten ein paar angehende Weltherrscher an um das zu tun, wozu sie geboren waren: um die Welt zu
beherrschen. Abgesehen von zwei Gruppen, in denen anscheinend keiner zählen konnte, taten sich immer drei Leute
zusammen, um eine Weltregion zu übernehmen und zu Ruhm, Reichtum und Weltherrschaft zu führen. Was bei
Ozeanien und anderen anfangs zumindest etwas schwer schien. Wenn sich jemand wundert, das im folgenden Text die
Sowjets am besten wegkommen der sollte das wundern einstellen, es liegt nämlich einfach daran, dass die Sowjets eben
einfach die Besten waren. Die anderen, denen es gut ging, die konnten nun wirklich nichts dafür (vor allem Nordamerika
und Westeuropa).
Das ganze „Spiel“ begann mit einer ordentlichen Kuba-Krise, weil nämlich die Sowjets klugerweise einen Vertrag mit
Osteuropa auf die Beine gestellt hatte, der ihnen zusicherte, alle möglichen Waffen auf Kuba (das bekanntlich zu
Osteuropa gehört) zu stationieren. Die Amis dachten natürlich gleich wieder, wir wollten Atomwaffen nach Kuba
verschiffen, was ja völliger Schrott ist. Wieso sollten wir schließlich Atomwaffen auf Kuba stationieren (abgesehen
davon, dass die dafür zuständige Person, wie sich nachher zeigen wird, kaum Ahnung hat, wo unsere Atomwaffen
überhaupt waren)? Schließlich hätten wir die Amis auch problemlos von Sibirien aus bombardieren können. Außerdem
wollten wir das gar nicht. Die einzigen, die noch pazifistischer waren als die Sowjets waren die Chinesen. Die hatten
ihre Atomwaffen und noch ein paar Flugzeugstaffeln einfach links liegen gelassen und nachher behauptet, es sei Absicht
gewesen. Immerhin, die Kuba-Krise gab den Amis Grund genug (auch ohne das auch nur ein einziger sowjetischer
Soldat auf Kuba Urlaub machte, geschweige denn Atomwaffen dort stationiert waren) uns den Krieg zu erklären. Alle
haben sich gefreut (Endlich Krieg!). Aber, erst mal gab es eine UN-Vollversammlung, weil der Generalsekretär von dem
Labberverein ja unbedingt noch mal drüber Reden wollte. Dann gibt es eine UN-Resolution, Kuba wird atomwaffenfreie
Zone, und der Präsident der vereinigten Sowjetrepubliken stimmt auch noch zu, der alte Trottel. Immerhin, im
Gegensatz zu George Doublebush wusste er wenigstens, was er tat, auch wenn es nicht immer richtig war. Deswegen
führten sein Wirtschaftsminister und die Kriegsministerin auch die meisten der Regierungsgeschäfte unabhängig und
ließen sich in nichts hineinreden (nur manchmal). Wäre ja auch nur halb so schlimm gewesen, wenn wir Kuba jetzt nicht
als Atomwaffenbasis nutzen hätten können (hatten wir ja sowieso fast nicht vor), aber irgendwie fühlte sich keiner dafür
zuständig, den Rohstoffe-für-lau-Vertrag zu kündigen oder wenigstens zu überarbeiten, den wir mit Osteuropa
abgeschlossen hatten. Immerhin, die bekamen von uns Rohstoffe und Energie, damit wir Truppen auf Kuba stationieren
können, und von den Amis bekamen sie Essen, damit keine Truppen nach Kuba geschickt wurden. Also bekommen sie
quasi alles für nichts.
Die Gammler-Nation überhaupt war übrigens das Checker-Land, besser bekannt als Südamerika. Denen ging es zwar
blendend, aber dafür hatten sie nichts zu melden.
Die Weltbank, das weiß man ja, arbeitet für den Westen. Trotzdem wollten sie von uns Atomwaffen kaufen, um den
Kredit wieder einzutreiben, den sie China gegeben hatten. Wenigstens war die Presse halbwegs neutral. Verbreiten
Gerüchte, die armen Asiaten würden Menschen vermieten wollen und haben das solange behauptet, bis der Präsident der
Asiaten alles richtiggestellt hatte: In Wirklichkeit wollten sie die Menschen nämlich verkaufen. Dann die nächste
Falschmeldung über unsere arabischen Freunde. Warum sollten die denn was gegen die Christen haben? Abgesehen
davon, dass die Scheiß-Christen immer versuchen, ihre großartige Kultur zu zerstören.
Während sich mit den Arabern dann auch eine schwere Krise anbahnte, weil die Amis nämlich eine Atomrakete auf
Diego Garcia stationiert hatten gab es noch andere Seltsamkeiten, die eigentlich ja einen weltweiten Nuklearkrieg mehr
als gerechtfertigt hätten. Für einen dieser Zustände war Japan verantwortlich. Die hatten nämlich ihren checkigen
Präsidenten Stöck rausgeschmissen und ins Exil ins Checker-Land geschickt, und Makke hatte sich zum Kriegs-Kaiser
ernannt. Dann hatte die große Aufrüstung Japans begonnen, und als im Land selbst kein Platz mehr für noch mehr
Waffen war, da hatten sie begonnen, die Waffen anderswo aufzustellen. In Asien, Westeuropa, Grönland und einigen
anderen Gegenden der Welt. Auf Grönland hatten auch die Amis und die Westeuropäer jede Menge Waffen stationiert,
Nuklearwaffen, und das in einer laut Vertrag nuklearwaffenfreien Zone. Im Gegenzug dazu hatten die Sowjets
beschlossen, Ozeanien (ebenfalls nuklearwaffenfrei, auch wenn das niemand wusste) nuklear aufzurüsten. Außerdem
hatten wir schon die ganze Zeit, ohne das es jemand bemerkt hatte, Truppen in der Türkei stationiert (auch
Nuklearraketen), die ja bekanntlich zu Westeuropa gehört und nicht zu Osteuropa. Das kommt davon, wenn man ohne
Ahnung einfach logisch denkt. Die Türkei liegt östlich von Westeuropa. Östlich von Westeuropa liegt Osteuropa. Also
gehört die Türkei zu Osteuropa. Heute behauptet die CSU ja sogar, die Türkei gehört gar nicht zu Europa. Wozu denn
sonst? Zu Afrika? Jedenfalls bemerkten die verrückten Europäer das erst, als ein Krieg mit Arabien anstand.
Die Araber hatten nämlich Angst vor Krieg (und davor, das Westeuropa die Welt frisst) und hatten daher beschlossen,
Krieg zu führen um einen Krieg zu vermeiden. Warum wird man eigentlich schon vom Araber-Spielen genauso verrückt
wie manche von denen? Und warum wird man als Amerikaner gleich ost-feindlich und aggressiv und
größenwahnsinnig? Warum stationieren die Ozeanier Truppen auf westeuropäischen Territorium und wieso haben die
Amis gleichzeitig einen Angriffs- und einen Nichtangriffs-Vertrag mit den Arabern?
Die Kriegserklärung fanden dann eigentlich alle ganz lustig, außer den Sowjets und den Osteuropäern, denn die Araber
hatten einfach behauptet, die würden sie in jedem Fall unterstützen. Na ja, wenn die Amis einen Atomkrieg angefangen
hätten hätten wir natürlich auch mitspielen wollen, aber so hätten wir die Araber einfach machen lassen. Am Ende wäre
die ganze Welt zerstört gewesen und keiner hätte sich uns wiedersetzen können. Im Verlauf der Kriegsvorbereitungen
wollten dann aus irgendeinem Grund Amis und Westeuropäer auf einmal Abkommen mit den Sowjets schließen. Ein
Nichtangriffspakt mit den Amis sowie ein Güteraustausch-Vertrag waren bereits ausgehandelt, ebenfalls ein Vertrag
über den Abzug der sowjetischen Truppen aus der seltsamerweise westeuropäischen Türkei und eine AngriffsverzichtsErklärung der Sowjets gegenüber Westeuropa (wir hatten eh nie wirklich vor, die anzugreifen, höchstens wenn die ohne
Grund unsere Verbündeten attackiert hätten). Dann kam die UN-Vollversammlung, eine UN-Resolution zum Abzug der
amerikanischen Atomwaffen vom westeuropäischen Stützpunkt im indischen Ozean, und wer stimmte nicht zu? Richtig,
Westeuropa und Nordamerika. Also ab in den Sicherheitsrat, da konnte das dann doch beschlossen werden, und es gab
sogar endlich eine Abrüstungskonferenz.
Die Einzigen, die die ganze Zeit abrüsteten, waren die Sowjets, auch wenn man bei denen Abrüstung nicht als
Vernichtung der Waffen sondern lediglich als deren Verkauf an Ozeanien interpretierte. So wuchs keine Armee der Welt
schneller als die von Ozeanien, aber selbst eine Versiebenfachung der Armeegröße ließ die Gesamtgröße der
ozeanischen Armee immer noch im Bereich von 10% der westeuropäischen Streitkräfte allein auf den Inselstützpunkten
bleiben. Die Abrüstungskonferenz war dann auch ein großer Erfolg, denn es wurde dank Westeuropa, Nordamerika und
Japan beschlossen, dass man gar nichts tut. Kennt man irgendwoher: Friedensreden führen, aufrüsten,
Abrüstungskonferenz blockieren. Richtig, der kleine Adolf H. aus dem schönen Städtchen Braunau in Österreich hat’s
damals genauso gemacht. Und da sag noch mal einer, Geschichte wiederholt sich nicht. Völliger Unsinn. Der
sowjetische Präsident hat dementsprechend die sinnlos gewordene Konferenz frühzeitig verlassen und sich mit seinem
Wirtschaftsminister über weitere Abrüstungsvorhaben abgesprochen.
Und dann, auf einmal, war das Spiel zu Ende. Und ich bin stolz als Wirtschaftsminister der Sowjets am Ende des Spiels
sagen zu können: Die Welt ist uns scheißegal. Wir können uns selbst versorgen. Prinzipiell haben wir alle eine
großartige Leistung vollbracht. Innerhalb von sieben Jahren haben wir praktisch sämtliche Hungersnöte der Welt
beseitigt, Asien und Afrika mit Essen und Industriegütern versorgt und waren sogar kurz davor, die gefährlichen
Guerillas in diesen Regionen zu vernichten (auch wenn es zwischendurch bei den Sowjets Pläne gegeben hatte, die
Guerillas aufzurüsten um Westeuropa und Nordamerika zu schwächen). Kurz: Innerhalb von sieben Jahren waren
praktisch alle Probleme gelöst. Es gab praktisch nichts mehr zu tun. Die meisten Nationen hatten ihre Handelsaktionen
vertraglich geregelt (nur die Sowjets nicht, aber die brauchten auch nicht mehr handeln, die hatten wirklich alles selber
im Überfluss), Bündnisverträge waren geschlossen, Hunger und andere Krisen unter Kontrolle. Was hätten wir denn
noch machen sollen, außer Krieg führen? Wenn man uns gelassen hätte, wir hätten uns einfach zurückgelegt, die
Bierkästen aus dem Kühlschrank geholt und uns ein bisschen vom anstrengenden regieren ausgeruht, aber wir sollten ja
was tun.
Als Fazit aus diesem Spiel kann man nur sagen: GEBT UNS DIE MACHT! Ja, Freunde, wir werden die Welt
beherrschen! Wir sind schließlich dazu geboren.
Lebende Tote und lustige Fesselspiele: Mal wieder Montag...
oder: Physik für Anfänger
Montag ist bekanntlich einer der Tage, an denen Montag ist. Und das heißt auf Deutsch (immer diese Fremdsprachen,
fürchterlich), das so ein Tag verrückt anfängt, verrückter weitergeht und völlig verrückt in den Nachmittag übergeht.
Steinigt die Atheisten: Erste Stunde, Reli
Es fing alles an mit Reli. An sich ja irgendwie längst ein überflüssiges Fach, das praktisch keiner aus Spaß, sondern alle
aus Zwang gewählt hatten. Diejenigen, die in der Lage gewesen waren, waren jetzt glücklich damit, dieses Fach
abgewählt zu haben. Aber selbst im Reli-Unterricht geschehen nicht nur verrückte Dinge, sondern gelegentlich auch
interessante. Weniger interessant ist es, sich stundenlang darüber zu unterhalten, ob Leiden der Fels des Atheismus ist.
Vor allem, wenn man keine Ahnung hat, was man sich unter dem „Fels des Atheismus“ vorstellen soll. Etwa einen Stein
der Weisen in groß? Oder sind die Atheisten alle Bildhauer und brauchen daher einen Fels, aus dem sie ihren Nicht-Gott
herauskloppen können? Vielleicht sind sie ja auch begeisterte Bergsteiger, oder sie sind bei Flut noch im Meer
unterwegs gewesen und haben sich jetzt auf einen Fels in der Brandung gerettet. Man weiß es nicht. Als wenn das noch
nicht genug gewesen wäre sollten sie sich zu Hause noch mit der Bibel beschäftigen. Für den Klauer war das kein
Problem, der hatte die Bibel nämlich geschrieben, vor endlos langer Zeit, im Englisch-Kurs bei Brieden, aber alle
anderen hatten ein Problem damit, vor allem, weil dieses Lernen absolut nichts mit dem Unterricht zu tun hat. Das war
genauso sinnlos, als würde man den Anbau von roten Bananen studieren um nachher Baggerfahrer zu werden. Als dann
zum zweiten Mal ein Test über die Bibel geschrieben werden sollte, obwohl ja schon der erste erwiesen hatte, das keiner
Ahnung hatte und außerdem keiner Reli schriftlich gewählt hatte und die Bibel ja bekanntlich sowieso nicht dafür
gedacht ist, auswendig gelernt zu werden... jedenfalls, es sollte ein Test geschrieben werden. Da entschloss sich über die
Hälfte des Kurses (9 von 15, wenn ich mich nicht täusche, angeblich sollen 6 Leute drinnen geblieben sein) spontan zu
einem Streik. Nur die Holter-Honks, Gerding, Andrew, König David, Kricken und Ali blieben zurück. Ali gehörte aber,
obwohl er den Raum nicht verließ, ebenfalls zu den Streikenden, denn er legte die ganze Aktion als Sitzstreik aus
(manche Leute in der Stufe haben sind beim Sitzstreik schon ein Jahr sitzengeblieben. Andere machen das freiwillig und
setzen sich auf die Spitze eines fünf Meter hohen Pfahls um sich dort den Arsch abzufrieren und sich von den Leuten
bestaunen zu lassen. Früher nannte man so was Freak-Show, heute werden anscheinend Weltrekorde im nochbescheuerter-als-alle-anderen-zusammen-sein aufgestellt. Und wenn man sich etwa 200 Tage den Arsch wundgesessen
hat darf man dann seine Weltrekordprämie kassieren, wenn man nicht vorher runterfällt oder feststeckt, was schon mal
passieren kann, wenn man 200 Tage auf einem 10 Zentimeter durchmessenden Pfahl sitzt, manchen scheint das ja Spaß
zu machen). Resultat des Streiks war, dass die Lehrerin in einen Gegenstreik trat und die wenigen geschriebenen Tests
nicht korrigierte. Wobei man sich bei leeren Blättern auch fragt, was man da bitte korrigieren soll.
Messfehler: Zweite Stunde, Physik
Noch verrücktere Sachen lernt man in Physik. Nehmen wir einfach mal an, wir packen eine Katze in einen blickdichten
Karton. Und pumpen dann lustig Zyanid in den Karton (war jedenfalls in dem Text so beschrieben, daraus könnte man
schließen das es sich um eine jüdische Katze handelte. Mit Zyanid sollte man keine Witze machen, aber ich habe ja
nicht angefangen). So. Ein normaler Mensch würde jetzt sagen, die Katze ist Muss. Aber nicht, wenn sie die Luft anhält.
Theoretisch könnte sie also noch am Leben sein, ganz davon abgesehen, das Katzen eher selten die Luft anhalten und
man niemanden mit Zyanid vergasen sollte, keine Menschen und auch keine Katzen oder sonstiges Viehzeug, höchstens
Ratten, die sind dagegen wahrscheinlich immun (wahrscheinlich kann man denen auch den Kopf abschneiden und
wieder ankleben, ohne das sie sterben. Bei allen anderen Wirbeltieren bin ich mir sicher, dass das Vieh das nicht
überleben würde, aber bei Ratten würde ich da nicht meine Hand für ins Feuer halten, nicht mal in die Kerzen von
unserem Adventskranz, an dem Mo und Stöck letztens Weihnachten vorziehen wollten). Also, um alle Möglichkeiten
einzuschließen kann man jetzt behaupten, die Katze ist entweder tot oder lebendig. Das würde ein normaler Mensch
sagen, aber nicht ein Physiker. Ein Physiker ist der Meinung, solange man etwas nicht messen kann existieren immer
alle Möglichkeiten gleichzeitig. Die Katze ist also gleichzeitig tot und lebendig. Um das zu verstehen, müsste man schon
Quanten klonen können, und das geht bekanntlich nicht, wie Alfred Einstein vorhergesagt hat, ohne es zu verstehen.
Oder man müsste folgende Frage beantworten können: Ist der Mond auch da wenn niemand hinsieht? Natürlich ist die
Antwort ja, aber da man es ja ohne Beobachtung nicht nachweisen kann und die Beobachtung immer da Beobachtete
verfälscht kann man nicht mit Sicherheit ausschließen, das der Mond nicht da ist, wenn man nicht hinsieht. Andrew
stellte daraufhin bei einer hochpräzisen Messung fest, das Herr Graffs Schuhband offen war. Aber nur, solange jemand
hinsah, denn wenn niemand mehr hinsah war das Schuhband gleichzeitig offen und zu (nach dieser großartigen
Denkweise der Physiker ist übrigens auch jedes Foto eines Menschen ein Nacktfoto, jedenfalls solange man nicht
hinsieht. Wenn man nämlich nicht hinsieht kann man nämlich auch nicht feststellen, ob der abgebildete Mensch
bekleidet ist oder nicht. Ob das eine tolle Vorstellung ist sei dahingestellt...). Von da an wollten die Schüler immer alles
sehr exakt messen, und zwar mit ihren großartigen, angewachsenen Messgeräten: Augen, Ohren, Nase, Zunge und was
halt sonst noch an oberflächennahen Nervenenden da war. Nach einer Stunde Physik kann man also behaupten: Physik
ist Opium für das Volk. Ein schmerzlinderndes Rauschmittel. Ob Physik schmerzlindernd ist ist nicht bekannt, aber es
macht definitiv völlig matschig im Kopf, was ja auch alle Rauschmittel gemeinsam haben. Ein Unterschied ist jedoch,
das Physik nicht abhängig macht.
Frostige Mammuts: Erste große Pause
Die Drogenabhängigen sorgten in der Pause dann wieder dafür, dass die Temperatur im Oberstufenraum unter 0°C fiel,
denn es war schweinekalt. Es war so kalt, dass selbst Schmitti nicht mehr in T-Shirt und kurzer Hose mit seinem T100
zur Schule fuhr, sondern mittlerweile auch noch Socken anzog. Bei –10°C konnten sich die Drogenabhängigen nur am
Leben erhalten, indem sie stinkende Kräuter verkokelten, wobei neben einem bisschen Hitze auch eine gehörige Menge
Rauch aufstieg, der sehen und atmen unmöglich machte. So konnten sie sich dann auch keine Erfrierungen mehr in der
Lunge holen, denn wenn man nicht atmen kann kann man bekanntlich auch keine kalte Luft einatmen. Der Geschi-LK
führte währenddessen bei Außentemperaturen von –20°C ständig hochpräzise Messungen durch um festzustellen, ob
Meister Bülow schon eingetroffen war. Jedes Mal, wenn sie wieder wegschauten, war Meister Bülow da und weg
gleichzeitig. Das verwirrte sie so sehr, dass sie ständig auf den Lehrerstuhl schauten. Dadurch konnten sie gar nicht
feststellen, dass draußen auf der Straße eine tote Katze ein Mammut fraß. Und auch nicht, dass es in der eisigen Kälte
Geld regnete. Aber der schnöde Mammon interessierte sie sowieso nicht (Zitat Bela: „Ihr wisst schon, Mammon, diese
großen langhaarigen Viecher, Vorläufer von den Elefanten“). Außerdem, was störte es sie, wenn es Atombomben
regnete? Solange niemand die Strahlung maß war sie auch nicht vorhanden, obwohl sie da war. Diese Sicht der Dinge
macht alle Dinge gleichzeitig einfach und kompliziert, was gleichzeitig gut und schlecht war, denn Freud war der
Meinung (jedenfalls wenn man es misst, wenn man es nicht misst ist er auch anderer Meinung) dass ein leichtes Leben
schlecht ist.
Wie man einen Sandstrand fegt: Dritte/Vierte Stunde, Geschi-LK
Als Meister Bülow dann ziemlich sicher eingetroffen war (jedenfalls konnte man ihn messen, wenn man hinsah, was
dazu führte, dass der Klauer sich umdrehte und behauptete, Meister Bülow sei gar nicht da, und niemand konnte ihm
nachweisen, das er log, weil nämlich niemand beweisen konnte, dass Andrew vielleicht nicht in der Lage war, Meister
Bülow zu messen, weil dessen reflektierte Photonen seine Augen möglicherweise nicht trafen. Und wenn er ihn nicht
messen konnte bestand immer noch die Möglichkeit, dass er gar nicht da war. Als Meister Bülow anfing zu reden hielt
der Klauer sich übrigens die Ohren mit irgendwelchen Händen zu, die er sich geklaut hatte) begann man, über das
geteilte Deutschland zu reden und einen Film darüber zu sehen. Nachdem sie erst vor wenigen Stunden die NSWeltanschauung eingehämmert gekriegt hatten war es für die Angehörigen einer Irrenrasse schockierend zu sehen, wie
sich ihre Artgenossen für andere den Arsch aufrissen. So mussten sie ein paar Deutsche sehen, die in der Sonne
schwitzten, während ein paar Insulaner nichts besseres zu tun hatten, als den Sandstrand zu fegen (die Szene gab es
tatsächlich). Ausgerechnet Stöck war es übrigens, der die Theorie der unterschiedlichen Rassen unter den Menschen
noch mit der Theorie überkellern wollte, dass der „afrikanische Mensch wesentlich hitzebeständiger“ sei. Stimmt, aber
nur solange man hinsieht. Wenn man nicht mehr hinschaut kann es durchaus sein, dass auch der afrikanische Mensch
(eine Unterart des südlichen Menschen) einen Hitzeschlag erleidet und einen Sonnenstich kriegt. Dann muss man wieder
Messungen anstellen, weil man muss den Stachel ja finden, der mit Widerhaken im Fleisch sitzt und dringend
rausgezogen werden muss, damit er nicht weiter Gift in den armen afrikanischen Menschen pumpt, der ja eh eine
aussterbende Art ist, weil da ja die Pest wütet, die man heute HIV nennt und gegen die es zwar relativ
lebensverlängernde Mittel gibt (die das Leben allerdings nur verlängern wenn man beim Leben nebenbei immer mal
wieder das Datum misst und am besten auch die eigene Lebendigkeit, denn sonst könnte es ja sein das man tot ist oder
gestern noch immer heute ist oder morgen schon vorbei), die aber von den Herstellern nicht an die dummen
afrikanischen Menschen geschickt werden, weil die eh zu blöd sind und nichts damit anfangen können. Aus keinem
anderen Grund sind die ja auch alle krank, die sind zu blöd um einfache Ansteckungs-Verhinderungs-Hilfsmittel zu
nutzen. Könnte man unterstellen. Die Behauptung, die Medikamente würden nicht geliefert, weil man auf Geld aus ist
und diese schäbige Rasse afrikanischer Menschen eh am besten aussterben sollte, ist natürlich völliger Schwachfug). Der
Geschi-LK ist anscheinend auch der einzige Kurs, der sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegt oder einfach so völlig
sinnlos durch die Zeit mopetieren kann, denn nachdem man im Jahr 1990 angekommen war legte Meister Bülow ganz
schnell den Rückwärtsgang ein und nach einigen Minuten Vollgas war der Motor am Arsch und die Schüler wieder im
Jahr 1945 angekommen, wo gerade die Amis, Russen, Inselaffen und Franzosenlümmels die braunen Drecksäcke
loswerden wollten. Wenn sie dabei allerdings konsequent vorgegangen wären hätten wir davon heute wahrscheinlich
weniger, aber leider waren zumindest die West-Alliierten ziemlich inkonsequent. Anstatt die ganzen Hakenkreuz-Freaks
zu erschießen (das hätte wohl ne ziemliche Sauerei gegeben, aber mit den Chefs hätte man das ruhig machen sollen)
machten sie sich die Arbeit und ließen jeden einen Fragebogen aus frei erfundenen Fragen mit frei erfundenen
Antworten ausfüllen, was eine großartige Arbeitsbeschaffungsmaßnahme war und deshalb schleunigst wiederholt
werden sollte, denn immerhin mussten einige Millionen Fragebögen ausgewertet werden und allein 22.000 Leute waren
in den Gerichten aktiv, teilweise brauchte man so dringend Arbeitskräfte, das sogar die Einführung einer allgemeinen
Richter-werden-Pflicht im Gespräch war, aber man beschränkte sich dann auf Zwangsrekrutierungen von Unfreiwilligen,
die schlecht bis gar nicht bezahlt wurden. So kam es dazu, dass später, wenn man auf Deutschland hinabblickte, überall
braune Tupfer waren. Besonders viele davon sind heute im Osten, wahrscheinlich weil da die Flüsse von links nach
rechts fließen und daher alle Leute nach rechts spülen, und in Bayern, wo ja der äußerste rechte Flügel der CDU, die
CSU, an der Macht ist. Mittlerweile aber ist selbst die Spitze der CSU recht fremdenfreundlich geworden, der Stoiber
hat sich letztens sogar dafür ausgesprochen, die türkischen Kinder in Deutschland sollten doch erst mal ihre
Muttersprache beigebracht bekommen. Ich bin auch für Türkisch-Unterricht auf deutschen Schulen, dann kann man
endlich in derselben Sprache zurückschimpfen. Schmitti hat sich auch schon vorgesorgt und sich ein Wörterbuch geholt:
Schimpfen und Fluchen auf Kanakisch (was übrigens auch lustig ist ist Werbung auf türkisch. Wenn man so beim
durchschalten der Sender im Fernsehen irgendwann auf den oberen Kanälen, wo sowieso nur so unbrauchbare Sender
wie Te-Vau-Fünf, oder, wie die Franzosen sagen, Tie-Wie-Szengk, zu finden sind, auf TRT gerät und feststellt, das dort
dieselbe Werbung wie auf deutschen Sendern läuft, nur eben auf türkisch). Um wieder auf den Unterricht zurück zu
kommen: Die West-Alliierten haben die ganzen Nazis nicht aus dem Verkehr gezogen, weil die Gefängnisse sonst
geplatzt wären, schließlich war kein Zyanid mehr übrig, um die Gefangenen zu vergasen. Die Sowjets haben dagegen
relativ ordentliche Arbeit geleistet, aber, um es gemäß dem Kanakisch-Wörterbuch zu sagen, denen scheißt in Sachen
Konsequenz eh so schnell keiner in den Kopf (übersetzt: denen kann in Sachen Konsequenz keiner das Wasser reichen
bzw. reißen).
Gefrostete Türen: Zweite große Pause
Wasser reißen konnte man nach der Geschi-Stunde tatsächlich, nämlich draußen, denn bei –30°C war sämtliches Wasser
gefroren. Es war so kalt, das bei den Karren die Türen zufroren, und wenn jemand fahren wollte, dann musste erst die
Fahrertür mühsam per Feuerzeug wieder enteist werden, bevor jemand einsteigen konnte. Wenn man noch die
Beifahrertür enteist hätte, dann wäre die Fahrertür längst wieder zugefroren gewesen. Es sei denn, man würden nicht
hinschauen (dann wäre sie sowohl eisfrei als auch vereist) oder sie offen lassen. Was dann aber wieder den Nachteil
hätte, das man sie nicht mehr zu bekam. Kurz: Wem der Schlüssel nicht im Schloss festfror, der hatte Glück und durfte
sich vor Freude in den Arsch beißen.
Fesselnde Mutanten: Fünfte/Sechste Stunde, Kunst
Irgendwann mussten die Schüler dann doch aufbrechen, denn sie mussten zum Kunst, und sobald Meister Bülow hinsah
würde er messen können, dass die Schüler nicht da waren, und davor hatten selbst diese großen Helden Angst
(schließlich dürfen auch Helden mal Angst haben, sonst wären sie ja schließlich perfekt, und dadurch würden sie
unsympathisch werden, weil sich keiner auch nur annähernd mit ihnen identifizieren kann). So beschlossen sie also, mit
geschlossenen Augen zu Kunst zu gehen, da sie dachten, wenn sie nicht hinsahen, würde es gleichzeitig –40°C kalt und
+40°C warm sein und sie könnten gar nicht feststellen, wie kalt es ist. So verpeilt muss man erst mal sein, zu glauben,
Kälte würde man mit den Augen messen. Zwar kann man bei manchen Leuten die Kälte, die aus den Augen strahlt, nicht
messen, aber normalerweise ist das beste Messgerät, dass bei einem normalen Mensch (selbst bei afrikanischen
Menschen) im Lieferumfang der Standartausführung bereits enthalten ist, die Haut. Und wer kein Fell auf der Haut hatte
war völlig ungeschützt gegenüber der Kälte. Der Ziege machte der Frost also nichts aus, aber Ziegen sind ja auch nicht
künstlerisch begabt und haben deswegen kein Kunst, und eigentlich hätte die Kampfkuh ja (rein von der biologischen
Herkunft her) auch ein Fell haben müssen, dass hatte sie sich aber beim Rauchen versehentlich angesteckt und so war
auch sie ganz blau im Gesicht, als sie dann im Kunstpavillon ankam und knallte erst mal ihre Rübe vor die Heizung, wie
die meisten anderen auch. Meister Bülow muss sich ein recht seltsames Bild geboten haben, weil jeder an der Heizung
klebte und noch dazu mit dem eigenen Kopf. Der Einzige, dem nicht kalt war war der Kleister-Meister, denn der hatte
letztens beim Sport-Unterricht einen Ball auf den Finger gekriegt und sich dabei den Kopf gebrochen, so dass er sich
jetzt einen Verband um den Kopf gekleistert hatte und deshalb ganz ordentlich isoliert war (weil er durch den Verband
nichts sehen konnte, konnte er auch die Klausuren nicht mitschreiben, der alte Fuchs). Zuerst bekamen dann alle Schüler
einen Ossi-Schädel, jedenfalls die Zeichnung von einem. Jetzt könnte man argumentieren, weil sie dem aufgemalten
Kopf nicht in den Kopf pissen konnten konnte er ihnen sogar das Wasser reichen, aber solange das keiner nachprüfte
konnte es auch nicht gemessen werden und war gleichzeitig möglich und unmöglich. Apropos messen: Graff war wohl
in der Physik-Stunde ein Messfehler unterlaufen. Denn Cambou, den er als fehlend eingetragen hatte, war in
Wirklichkeit sehr anwesend, wie die präzisen Messgeräte einiger Anwesenden einwandfrei feststellten, jedenfalls
solange sie hinsahen, was keiner lange aushielt. Ganz wenige Schüler arbeiteten weiter an ihren Meisterwerken (mir fällt
jetzt gerade nur ein Kopf ein, der wirklich an einen Menschen erinnerte), einige an ihrem Schrott und einige an ihren
Mutanten. Der Klauer arbeitete nach eigener Aussage an „einem echten Mühlenbäumer“, also wahrscheinlich an einem
Selbstporträt oder an der Verewigung eines Verwandten, das konnte man nicht so genau feststellen, denn seinen Stil
hatte er sich entweder von einem abstrakten Künstler geklaut oder auf dem Müll gefunden. Der Daum arbeitete an
seinem Meisterwerk mit dem Titel „hässlicher Mensch“, während Julia versuchte, ihr Bild mit dem Titel „fröhliche
Tunte“ zu verbessern. Während sich die Kampfkuh in Julias Tunte verliebte (Zitat: „So einen würde ich auch mal gerne
kennenlernen) kamen sich Hannes und Commander Mo auch sehr nah, allerdings lässt sich da höchstens eine leicht
sadistische Zuneigung erkennen, und auch dass nur, wenn man überhaupt Messungen anstellt (Apropos Messungen:
Laut Quantentheorie verteilt sich ein Mensch an der Wand, wenn man ihn mit ausreichend hoher Geschwindigkeit durch
ein Gitter schießt. Darauf wäre sonst sicher niemand gekommen. Schon gar nicht darauf, dass zwischen den
Trefferzonen Lücken sind, weil dort die Überreste entgegengesetzt schwingen und sich gegenseitig aufheben. Die
Lücken lassen sich übrigens entgegen anders lautender Behauptungen nicht vermeiden, indem man statt einem normalen
Menschen einen Lücker durch das Gitter jagt). Die Beiden hatten sich nämlich, nachdem Meister Bülow selber mal
wieder zwei Mutanten gezeichnet und dann den Raum verlassen hatte, angefangen, aufzurüsten, und gingen nun
aufeinander los. Beide hielten ein riesiges Besenschwert in einer Hand und schwangen es in die Richtung ihres
Gegenübers. Wild stürmten sie durch den Raum, und immer wieder schlugen ihre Schwerter lautstark gegeneinander, bis
es dem Bauern gelang, Hannes zu packen und ihn festzuhalten. Aber da nicht nur der Bauer fuchsig war nahm sich
Hannes einfach eine zweite Waffe aus Pappe und schlug damit immer wieder nach hinten nach Mos Kopf. Dabei traf er
alles mögliche, da er ja nicht messen konnte, was hinter ihm war, da er nun mal keine Augen am Hinterkopf hatte (Noch
nicht. Mit moderner Medizin ist ja heute fast alles möglich, warum sollten nach so sinnvollen Sachen wie neuen Nasen,
dünnen Bäuchen und neuen Titten und so unsinnigen Sachen wie neuen Herzen, neuen Lungen und neuen Händen nicht
bald auch neue Augen möglich sein?), unter anderen auch Mos Kopf, sogar gleich in zweierlei Hinsicht. Er traf
Commander Mo, aber auch Mo B., einen richtig tierlieben Menschen, der seinem Haustier, einem Moped, einen schönen
Pelz aus handgeschlachteten und handgehäuteten Spitzmäusen gestrickt hatte, damit es in der Kälte nicht fror. Und es
war verdammt kalt draußen, und bei –50°C wäre das arme Moped ohne den schützenden Pelz aus gehäckelten Hummern
wohl längst erfroren. Abgesehen davon schützte der Panzer aus handgeschnitzten Tigerfellen auch davor, dass die Türen
zufroren. Bei Mos Moped konnte man also immer durch die Beifahrertür einsteigen (und solange man nicht hinsah war
es sogar nicht zu beweisen, dass diese gar nicht da war). Hannes schlug also mit dem Papp-Moped um sich und hätte
alles kurz und klein geschlagen, wenn seinen Waffe nicht aus Pappe und somit schmerzhaft, aber harmlos gewesen wäre.
Sogar Meister Bülow hätte er kurz und klein geschlagen, denn der kam auf einmal hinter den beiden durch die Tür, weil
er nach zwei Büchern suchte, die ihm der Klauer geklaut und nicht zurückgegeben hatte. Schon in Geschi hatte er alle
Asozialen auf das Buch angesprochen (Daum, Nils, Hannes und Bene), aber die hatten es nicht. Und der Klauer war so
extrem asozial gewesen, dass er nicht mal gestanden hatte, dass ihm das Buch zu Hause festgefroren war. Der Klauer
lebte nämlich auf dem Land, fernab von der Weltstadt Darup und noch weiter entfernt von der Mega-Metropole Nottuln,
also quasi am Arsch der Welt, wo man keine Heizung, keinen Wasser und auch keinen fließenden Strom kannte, außer
dem Bach hinterm Haus. So konnte er fast nichts dafür, dass er das Buch geklaut hatte. Aber er hätte es ja losschweißen
können. Wie auch immer, Commander Mo wurde von Meister Bülow beauftragt, Hannes zu bestrafen und deshalb
fesselte er ihn mit seinem Schal. Eigentlich wollte er in Anlehnung an alte Zeiten, wo noch Argentinier in der Stufe
gewesen waren, ein wenig Gaucho spielen und eine wildgewordene Kuh einfangen, die im Flur an der Wand mit Kohle
herumschmierte, deshalb hatte er sich schon ein Lasso gebastelt, aber das nutzte er jetzt als Schlinge für Hannes’ Arme.
Als er auch noch ein Bein in die Schlinge dazupacken wollte lief Hannes davon. Meister Bülow dachte währenddessen,
die Lage sei wieder unter Kontrolle, aber das war völliger Unsinn, trotzdem ging er aus dem Raum raus, und da er nun
nicht mehr sehen (also auch nicht mehr messen) konnte, was geschah, waren alle Schüler sofort tot und gleichzeitig auch
nicht. Selbst der Mond war auf einmal weg, da niemand hinschauen konnte, weil die Erde dummerweise im Weg stand,
zumindest, solange man hinsah, denn wenn man die Erde nicht sah konnte sie ja auch rein theoretisch nicht da sein.
Hannes bewaffnete sich währenddessen trotz seiner Fesselung mit einem Wurfmesser und warf mit dem einen halben
Meter langen Wurfgeschoss auf Bauer Mo. Der zeigte mal wieder, dass er außergewöhnlich gute Reaktionen und
außergewöhnlich schlechte Augen hatte. Denn obwohl er das Messer erst in weniger als 50cm Entfernung sehen konnte
gelang es ihm noch, sich wegzuducken, und so wurden nur einige Steinsplitter aus der Wand und nicht Knochensplitter
aus seinem Kopf geschlagen. Als er dann um Gnade winselnd angekrochen kam befreite ihn Christa gnädig von seinen
Fesseln, was er dazu nutzte, selber die Fesseln zu nehmen und sie Bauer umzubinden, ratet mal von wem der schließlich
befreit wurde, als er um Gnade winselnd angekrochen kam? Richtig. Scheint so, als hätten wir mittlerweile eine
Amnesty-International-Vertretung in der Stufe, auch wenn Stöck da sicherlich anderer Meinung wäre, wenn er sich seine
Narben am Rücken ansehen könnte. Die ganze Sozialität war also wahrscheinlich nur eine temporäre Laune, wohl
verursacht durch die völlig ungerechtfertigte Euphorie aufgrund des seltsamen Mutanten auf ihrem Bild (der sich
wunderbar dazu eignen würde, als vergleichendes Gegenstück eine Mettwurst gegenübergestellt zu bekommen). Von
dem ganzen bekamen Daum und der Klauer nichts mit, denn die stritten sich seit Anfang der Stunde darüber, ob man
eigentlich „Moderierer“ sagen müsste oder doch eher „moderatieren“, jedenfalls wenn sie gerade kein „Päuschen“
einschoben. Die Argumente waren eigentlich logisch (was an einem Montag schon mal verdammt selten vorkommt):
Wenn das Verb moderieren hieß, dann müsste es auch heißen „die Moderierung“ und „der Moderierer“. Wenn die
anderen Wörter aber „Moderation“ und „Moderator“ hießen, dann müsste es ja auch heißen „moderatieren“. Einem
irakischen Schriftsteller würde allein diese Diskussion wahrscheinlich für 500 Seiten reichen, schließlich können die ja
auch 12.000 (!!!) Seiten über ein paar lächerliche Waffen schreiben. 12.000 Seiten, und das bei Außentemperaturen von
–60°C! Wie auch immer, dafür fehlt hier der Platz. Es ging also weiter mit dem lustigen Mutanten-Malen, und Mo und
Hannes schlugen sich immer mal wieder, was am Ende dazu führte, dass Commander Mo Hannes mit Klebeband
ordentlich verschnürte und auf einen Stuhl setzte. So endete die Stunde, und alle gingen oder fuhren nach Hause. Alle?
Nein, einer saß noch immer auf dem Stuhl und konnte sich nicht rühren, und wahrscheinlich schickte Amnesty mal
wieder seine Botschafterin, um einen gefolterten politischen Häftling zu befreien, um den es sich ja hätte handeln
können, wenn man ihn nicht gesehen hätte.
Zusammenhangloses:
Ecki ist ein seltsamer Mensch. Entweder haben Waldschrate oder Franzosen eine recht eigenwillige Zeitrechnung, oder
unser Franzosenlümmel will noch eine ganze Weile zur Schule gehen. Jedenfalls redet er (leicht geschwollen wie so
häufig) auf der Bilder-Page von der „Abiturientia 3002“ (ich fürchte ich hab das falsch geschrieben, aber bei der Zahl
bin ich mir sicher). Eigentlich sollte die Angabe ja für die meisten von uns „2003“ heißen. Vielleicht war er auch einfach
nur fuchsig und wollte uns alle aufs Glatteis führen. Bei den Außentemperaturen von –70°C hätte er sich da aber nicht
solche Mühe machen müssen.
Neue Zitate (bis auf die Stufenfahrt-Zitate, die sind schon ein paar Tage älter)
„Sie haben eine NSDAP auf der Wange stehen.“ (Schmitti zu AEB)
„Lust hab ich eh nich. Wer hat schon Lust zu arbeiten?“ (AEB)
„Sind deine alle da?“ „Ich war gerade am zählen. Oh, wo war ich denn gerade?... Eins.“ (AEB u. Fr.Schäfer)
„Nicht so ein kleiner, dicker wie Eric...“ (Canisius über ihre Schüler)
„Ih, Crepes zum Frühstück is ja total eklig! Kann ich mal abbeißen?“ (Verena beim Frühstück vor den Winterferien)
„Hitler sollte dann nur das vierte Rad am Wagen sein...“ (David hat Recht. Er ist der König)
„Fahren die mit Trikes?“ (Bauer über das vierte Rad am Wagen)
„Schmalli is Gott!“ (Bauer hat eine Vision... oder war es eine Halluzination?)
„Da fehlt ’ne Klammer.“ „Syntax-Error.“ (Schmitti macht Graff auf seine Fehler aufmerksam)
„1+1 macht ungefähr 2“ (Graff)
„Hitler war ja [...] eigentlich ein Versager...“ (Andre)
„Die spätere SA, die dann in fester Formation auftrat und auch Musikstücke spielte...“ (Andre)
„... der Trommler der NSDAP“ (AEB über Hitler)
„Tod durch Sterben“ (Meike entwickelt neue Hinrichtungsmethoden)
„Ich habe meine Blackbox die ganze Zeit laufen.“ „Falls Meister Bülow mal abstürzt und seinen Filmriss rekonstruieren
muss.“ (Schmitti kommentiert AEBs Aussagen)
„Ich warte ja auch darauf das ich mal für’ne Viertelstunde abgelöst werde. Ich hab bei so einer Vierstunden-Klausur ja
auch meine Bedürfnisse.“ (AEB) Eine halbe Stunde später kommt die Ablösung: „Jetzt ist eigentlich auch zu spät.“
„Jetzt mopetier dich endlich fest du Scheißding.“ (Commander Mo bearbeitet seine Lehne auf der Rückfahrt vom
Gardasee, 29.6.)
„Das hast du schon mal gegessen.“ „Da war ich wohl breit.“ „Nein, da warst du nüchtern.“ „Wann soll das denn
gewesen sein?“ (Verena will Mo Kekse andrehen, 29.6.)
„Er möchte wieder ein bisschen Wasser. Durch die Ohren.“ (Mo über Bombi der im Gang pennt, 29.6.)
„Moritz, ich möchte ’nen zuckrigen Cola-Flasche eine.“ (Verena verlangt im Halbschlaf nach Süßigkeiten, 30.6.)
„Ey Bombi.“ „Ja?“ „Du hast ja wohl dezent den Arsch offen.“ (Ali beschwert sich, das Bombi auf seinem Platz sitzt
und wahrscheinlich Bomben legt, 30.6.)
„Es war so kalt, ich musste mein Kopfkissen anziehen, damit es wärmt.“ (Stöck beschwert sich über das deutsche
Wetter, 30.6.)
„Scheiße, Mo ist tot und keiner hat’s gemerkt.“ (Bombi über Lurchi, der wohl ziemlich tief schlief, 23.6.)
„Ist das Salzwasser?“ (Dirk hält den Gardasee für ein Meer, 23.6.)
„Ey das wird der geilste Tach in meinem Leben ... wenn wir Weltmeister werden.“ (Ali nach dem Spiel gegen
Südkorea, 24.6.)
„Wohnen hier Stevie und Stevie?“ (Mo sucht sein Haus, 25.6.)
„Heute weiß ich wenigstens, das ich geduscht habe.“ (Daruper haben seltsame Sitten, zum Beispiel nachts duschen und
das dann konsequent vergessen, 25.6.)
„Bisschen ruhiger, sonst kriegt der vorne ’nen Affen.“ (Eddie über den Busfahrer, der uns das Leben gerettet hat,
jedenfalls ein bisschen, 26.6.)
„Das ist ’ne 360° Kurve.“ (Stöck beschreibt die Serpentinen, 26.6.)
„Der eine von den Techno-Gebrüdern ist ja wohl echt... Pornobrille.“ (Ali über Dirk, 27.6.)
„Sieht aus als hätte der sich in den Arsch geschissen.“ (Laura über Nikos Hose, 28.6.)
„Wenn du mich rauslässt mach ich jeden Sprung den du willst.“ (Moritz lässt Kai nicht aus dem Wasser, was dazu
führt, das Kai über eine Stunde lang den Clown spielen muss, 28.6.)
„English only in the car.“ (italienischer Militärpolizist mit seltsamen Sprachgewohnheiten, 28.6)
„Verdammte Axt, jetzt hab ich das Glas einfach mitgenommen.“ (Marco an Martini-Markt)
„Wie ist das jetzt wenn ein Semit so blonde Arier vergast? Ist das dann wiedernatürlich oder pervers?“ (Schmittie im
Geschichtsunterricht)
„Die Festplatte ist jetzt abgeschmiert und jetzt muss erst mal Geld für eine Neue gedruckt werden.“ (AEB)
„Er macht sich darüber lustig, dass die ganze Klasse Unrat auf dem Kopf herumtanzt.“ (Christoph)
„Boah ey, Sonne!“ (Hannes freut sich über außergewöhnliches Wetter)
„Er scheint ja unheimlich fasziniert von ihrer Achselbehaarung zu sein. Und damit spielt sie auch.“ (Bombi liest
seltsame Sachen aus der Deutsch-Lektüre heraus)
„Sag mal, wessen Kopie is... ach, is meine.“ (Canisius)
„...das er ihr da nicht das Wasser reißen kann ...“ (neuerdings ist Wasser also fest und kann zerrissen werden, man sieht:
im Deutschunterricht bei Canisius lernt man viel Neues)
„Und schließlich schläft sie auch mit ihm, obwohl Unrat nicht drauf kommt.“ (Canisius)
„Texte die irgendwas sinnloses darstellen finden normalerweise keine Leser, außer vielleicht in ’ner Anstalt.“ „’ner
Bildungsanstalt.“ (irgendwer denkt konsequent die Gedanken von C. weiter)
„Jein und nein.“ (Was will uns Frau C. damit sagen?)
„Ich komme vielleicht zu spät, aber ich bringe Qualität mit.“ (Ali halluziniert im Deutsch-Unterricht)
„Nein, das liegt nicht an ihrer Schrift. Zumindest teilweise nicht...“ (Mo kann mal wieder Canisius’ Tafelbild nicht lesen,
verstehen kann es eh keiner)
„So was hier bringt natürlich nur ein guter Schüler wie ich es war.“ „Ein Schüler?“ (Ali interpretiert in Deutsch LehrerAussagen)
„Was ist denn das komisches unterm Auge? Ach, das ist das Auge!“ (Julia)
„...rhetorische Antwort...“ (Brieden)
„... mit ’nem Doppelsalto vom Zehner.“ „Ins Wasser?“ (Bucke hakt bei Briedens Jugendgeschichten nach)
„Demokratie is Dreck.“ (Mart in Sowi)
„Ist ja in Diktaturen oft so das Leute einfach verschwinden oder unter Drogen gesetzt werden.“ „Ohne dafür zu
bezahlen?“ (Nach Markus’ Behauptung will Mo dringend in ein Land mit Diktatur)
„Wenn die EU jetzt über den Kontinent hinauswächst, dann ist ja der Identitätsverlust auch nicht mehr da...“ (Thorsten
sieht schwarz für die Zukunft)
„...Lohntarif. Welche Tarife gibt’s denn noch?“ „Ortstarif...“ (Stöck will in Sowi glänzen)
„Der Bus kam zu spät. Und wir haben ihn verpasst...“ (Bauer entschuldigt sich bei Meister Bülow dafür, das Gerding
und er zu spät gekommen sind)
Die Entstehung der Terrorzelle: Freitag morgen
Freitag der 13. ist bekanntlich meist an einem Freitag, und wird für gewöhnlich als Unglückstag angesehen. Im Falle des
letzten Freitag dem 13. stimmt das sogar. Pech hatte an diesem Tag unter anderem der Abi-Jahrgang 2003, denn manche
von ihnen hatten leider gar keine Möglichkeit, am geliebten Reli-Unterricht teilzunehmen, weil irgendein Trottel gerade
in diese schönsten Stunden der Woche eine Stufenversammlung gelegt hatte. Gut, das war nicht wirklich Pech sondern
eigentlich recht nützlich, aber wen stört das? Eigentlich sollte auf der Versammlung nur eines von vier in einer größeren
Wahl ausgewählten Abi-Mottos ausgewählt werden. Vorschlag Nummer 4 war anscheinend völlig schwachsinnig und
fiel irgendwie sofort aus der Diskussion, aber dann ging die Streiterei los. Commander Mo, Gerding, Cambou und Ali
wollten gerne ein Motto haben, für das man Pimmel-Autos bauen konnte, Hannes wollte rohes Fleisch verteilen und
Tarnnetze aufhängen, und der Rest befand sich irgendwo dazwischen. Manche waren sogar der Ansicht, man sollte zum
Abi-Gag die Sporthalle in einen Puff voller Plüsch umbauen. Die Militärfraktion, Hannes, Makke, Jens und Mani, war
fest davon überzeugt, das „Abicalypse now!“ der beste Vorschlag war, eine ganze Menge anderer Leute war derselben
Meinung, die Mehrheit davon zog es allerdings vor, das Motto statt mit Krieg mit einem gepflegten Weltuntergang zu
verbinden. Weltuntergänge sind bekanntlich immer lustig, weil man da so viel kaputtmachen kann. Aber, der Vorschlag
wurde aus irgendeinem Grund abgeschmettert, und so zogen die Krieger davon und bildeten eine Terrorzelle, die sich
von nun an als „die wahre Stufe“ bezeichnete. Die Terrorzelle hätte auch noch Verstärkung vom äußersten linken Rand
der Versammlung bekommen, aber denen war der Weg zu weit, da die Terrorzelle ganz rechts außen saß. So wurde die
Abstimmung fortgesetzt, und fast hätten sich die Gynokologen durchgesetzt, aber entweder waren doch mehr für
„TrAbitour“ als es den Anschein gehabt hatte oder man hatte die Stimmen vom Arschkopierer, dem Klauer und Daum
tatsächlich gezählt, obwohl die sich ja schon für die Abicalypse ausgesprochen hatten. So kam es dann zu einer
Stichwahl, und obwohl niemand die Absicht hatte, eine Mauer zu bauen entschied man sich, den Osten noch mal
wiederzubeleben, wobei die Einrichtung einer deutschen abikratischen Republik auch schon einer Art Weltuntergang
nahe kam. Nun würde man also nicht mit Tarnnetzen oder weißen Kitteln die Schule unsicher machen, sondern
mutmaßlich in schwarz-rot-goldenen T-Shirts mit Hammer und Sichel drauf. Außerdem musste irgendjemand dafür
sorgen, das schleunigst eine Mauer gebaut wurden, die mit ferngesteuerten Gulasch-Kanonen geschützt wurde und auf
der Scharfschützen die Flüchtlinge durch Beschuss mit Wasser zu Fall brachten. Außerdem mussten die Hundebesitzer
auch noch für einen Todesstreifen voller Tretminen sorgen. Nur die Terrorzelle entschloss sich aus purer Asozialität
doch in Tarnkleidung und mit dicken Knarren anzutreten, jedem am Grenzübergang ein Stück rohes Fleisch zwecks
Barbecue in die Hand zu drücken und zu diesem Zweck dann beim Abi-Gag zu putschen. In diesem Sinne also:
Es lebe die REVOLUTION! ABICALYPSE NOW! Nach uns die 12er...
Noise and destruction
A room in darkness
a crowd in rage
the lights flashing on and off
light for seconds
visions of the world
movement in pieces
cut off and twisted
like thoughts in the heads
shaking and banging
up and down, round and round
a stunning beat
the eyes’ defeated
the ears destroyed
all the egos smashed
to one group
one crowd
moving and crawling
twisting an turning
confused by the light
driven by the beat
The breaks give chances to breath
before the noise again hits everyone
like an iron fist
smashing the air out of the lungs
pushing the weaker ones aside
who can't resist it anymore
ends smashed lying or sitting at the wall
between parts of broken bottles and burnt out cigarets
but the beast keeps living
the beat goes on
when the lights turn of
and the lightnings start again
you can see it moving
you can hear it screaming
you can feel it coming
crawling up your back
reaching out for your neck
it cuts a hole in your head
to make you part of it. (14.12.2002)
Rock on!: Freitag Abend
Nach einem völlig verpeilten Schultag (der unter anderem zur Abspaltung der Terrorzelle führte, wie vielleicht an
anderer Stelle noch beschrieben wird) und einem zwangs-verpeilten Nachmittag, Richtungen konnte man bei dem
Glatteis schließlich nicht mehr wählen, man musste dem Weg des Eises folgen, der meistens mit dem der Schwerkraft
übereinstimmte und unweigerlich und sehr schmerzhaft nach unten führte, musste zwangsläufig auch ein verpeilter
Abend folgen. Wenn man nicht so verpeilt gewesen wäre wäre ja auch nie jemand auf die Idee zu kommen, nach
Coesfeld zu fahren, was zwar nicht am Arsch der Welt ist, aber den soll man angeblich vom dortigen Kirchturm aus
auch bei weniger gutem Wetter sehen können (als wenn irgendjemand wissen wollte, wie der Arsch der Welt aussieht,
einen guten Eindruck davon bekommt man schon wenn man durch Schapdetten, Appelhülsen oder Darup fährt). Das
Ziel der ganzen Aktion war es, sich den Schädel mal nicht mir mit Alkohol, sondern auch mit ordentlich Lärm
wegzuknallen. Aber anscheinend waren einige am Nachmittag durch das kurzfristige Glatteis davon überzeugt worden,
dass es mächtig ungesund sein könnte, den Abend in Coesfeld verbringen zu wollen und es nur bis in den Graben zu
schaffen, aber so was hält nur Warmlinge und Feigduscher auf. Vor allem, wenn man bedachte, dass es mittlerweile
längst nicht mehr glatt war, es war so viel gestreut worden, dass wahrscheinlich irgendwo in der Welt eine Salzwüste
aufgehört hatte, zu existieren. Es war also weder glatt noch übermäßig gefährlich, trotzdem schafften es einige Leute
nicht, entgegen anderslautender Ankündigungen zu irgendeiner Zeit einzutreffen (wobei sich natürlich die Frage stellt,
wovor die potentiellen Fahrer mehr Angst hatten: Vorm Glatteis oder vor der Aussicht, nüchtern bleiben zu müssen?).
Nachdem die erste Band, bestehend aus einer Gruppe überzeugter Fleischfresser und Anti-Vegetarier, der Einstimmung
auf das Kommende gedient hatte führte eine Lärmwarnung dazu, dass sich die Leute ein wenig bewegen und die
Temperatur im Fahrradkeller entsprechend anstieg (die Physiker dürfen das gerne ausrechnen: der Raum war ungefähr
10x10m groß, es waren etwa 500 Leute da und durch die Bewegung stieg die Körpertemperatur jedes einzelnen auf
etwa, sagen wir, 40°C im Durchschnitt. Wenn im Raum vorher 20°C waren, wie warm ist es jetzt?). Die Luft schien zu
brennen, was allerdings nicht die Erklärung für den vielen Rauch war. Der Rauch kam nämlich von den
Nebelmaschinen. Da es sich um einen Abi-Vofi-Fete handelte sollte bei diesem Event Geld verdient und nicht
ausgegeben werden, und so hatte man sich keine mechanischen Nebelmaschinen leisten können und stattdessen eine
ganze Menge Raucher eingeladen, die nicht nur für Nebel sorgten, sondern nebenbei auch durch die Tabaksteuer den
Terrorschutz und die Entsorgung der Party-Opfer finanzierten (ich find das Scheiße, dass man die Drogensüchtigen so
ausnützt. Die wären zu noch viel mehr in der Lage!). Entsorgung? Ich meinte natürlich Erstversorgung. Die Entsorgung
kam dann, wenn gar nichts mehr half. Entsorgt wurde nach draußen, da fingen die Toten wenigstens nicht an zu
gammeln, weil es nämlich schweinekalt war und gerade Bierleichen ja bekanntlich sehr viel Flüssigkeit enthalten, die
gefrieren kann. Manche Leute hielten es auch nicht nur für sehr kalt, sondern auch für recht nass, wo die jedoch
plötzlich so einen Flüssigkeitsschub herhalluzinierten ist nicht bekannt, es regnete zwar, aber nur mit ungefähr 5
Regentropfen pro Minute. Es fielen also pro Minute mehr Leute um als Regentropfen auf den Boden, und die Chance,
ausgerechnet von einem von 5 Regentropfen getroffen zu werden, die pro Minute auf Deutschland niederprasselten, war
sehr gering, vor allem, wenn man bedachte, wie klein all diese 5 Regentropfen waren, die irgendwo auf der Erde in einer
Minute vom Himmel fielen und sofort in der Eiseskälte der Tundra am Ufer des Amazonas gefroren. Die vorhin
erwähnte Lärmwarnung war übrigens nicht zu Unrecht erklungen: kaum war die Warnung verklungen, da trug ein
Sandwurm einen Wüstenmenschen auf die Bühne, der zusammen mit anderen Wüstenmenschen einen wahnsinnigen
Schallsturm lostraten, der die meisten Leute aus der Nähe der Boxen vertrieb. Wie alle wissen hat Boxen ja mit
Schlägen zu tun, und dementsprechend bekam man auch hier schwere Schläge aufs Trommelfell, wenn man zu nah an
den Boxen stand. Die Bauern konnten wenig später das versprengte Vieh wieder zusammentreiben und sie alle mit
Rinderwahnsinn anzustecken, was kein Problem für sie war, denn sie waren born to be Scheiße. Und wenn man born to
be Scheiße ist, dann kann man seine Gitarren länger schinden als alle anderen. Bald kam das letzte Lied, doch natürlich
gab es eine Zugabe, doch auch die hatte ein letztes Lied. Und danach noch ein allerletztes. Und dann kam das definitiv
letzte Lied, das schließlich noch vom entgültig letzten Lied gefolgt wurde. Den Abschluss bildete dann das definitiv
entgültig unwiderruflich allerletzte Lied. Wer jedoch dachte, damit sei der Wahnsinn vorbei und alle mopetierten sich
ordentlich nach Hause um zu pennen, der hatte sich ordentlich in den Arsch gebissen und sollte sich von Verena und
Jane ein Gehirn zu Weihnachten schenken lassen. Die beiden gerade erwähnten Personen quetschten sich zusammen mit
Jörn und Daum in Nils Zweisitzer, der zu allem Überfluss auch noch von einer Ziege gesteuert wurde. Mehr Glück
hatten da die Insassen des Stöck-Mobils. Oder auch nicht. Ziegen haben bekanntlich rund um die Uhr Hunger und sind
nicht unbedingt willensgesteuert, und so war es kein Wunder, dass der Wagen schließlich an einer der wichtigsten
Nahrungsmittelquellen von ganz Coesfeld landete, bei Meckes. Sechs Stunden nach der letzten Mahlzeit hatten alle
natürlich entsprechend Schmacht und fraßen die ganze Hütte leer (sogar Dinge, die auf den Boden gefallen waren
wurden von manchen nicht verschmäht), deshalb wollten sie auch schnell weg, als sie das Stöck-Mobil vorfahren sahen,
denn dessen Insassen hatten sicherlich auch Hunger und sollten schließlich nicht erfahren, wer ihnen alles weggefressen
hatte. Die Flucht wäre auch fast perfekt geglückt, hätte Jane nicht im allerletzten Moment anfangen müssen, sich mit
Hannes in die Haare zu kriegen. Das war ein ziemliches Kunststück, da Hannes’ Haare ja vergleichsweise kurz waren,
aber dennoch hatten sie sich bald so in den Haaren, dass fast keine andere Möglichkeit mehr übrig blieb, als sie
auseinanderzuschneiden, wobei zwangsläufig einige Haare auf der Strecke bleiben würden. Da Stöck so eine nicht
artgerechte Behandlung der Haare nicht dulden konnte hatte er eine andere Idee, und die wurde dann in die Tat
umgesetzt. Bis auf Jane hatten alle Insassen von Nils’ Karre dem Vorschlag zugestimmt, weil dieser dazu führte, dass
die anderen nicht sahen, dass es bei Meckes kein Essen mehr gab. So setzten sie also die Idee in die Tat um. Erst wurde
ein Eimer Wasser über die Haare gekippt, dann noch einer, und dann ließ man die Haare einfrieren. Jetzt brauchte man
die beiden nur noch am leichteren Ende packen (wo genau das war wusste keiner so genau, also losten sie) und dann so
gegen den nächsten Laternenpfahl donnern, dass die zusammengefrorenen den Pfahl genau mit ihren Haaren trafen, die
dann auseinanderbrechen sollten. Wie nicht anders zu erwarten war trafen sie nicht so, wie es gewollt war, und so
knallte Hannes mit dem Kopf gegen die Laterne. Dabei brachen zwar auch die Haare auseinander, aber während Stöck
den befreiten Hannes in den Tempel ihres Gottes Mc hereinzog bemerkten die anderen, dass Hannes bei dem Aufprall
auch das Gehirn aus der Rübe geflogen war, und er hatte es gar nicht bemerkt. Da bekam Verena Mitleid mit ihm, hob
es auf und nahm sich vor, es schön einzupacken und ihm zu Weihnachten zu schenken (Zitat Verena: „...ein Gehirn
schenken.“ Zitat Jane: „Das hätte ich auch gerne.“). Das auch die beiden Fahrer ein Gehirngeschenk recht gut
gebrauchen konnten zeigte sich dann, als Nils seine Fahrgäste in die Karre gequetscht hatte und mit quietschenden
Reifen davonjagen wollte. Auf einmal tauchten von der Seite die Hochleistungsscheinwerfer des Stöck-Mobils auf und
blendeten die anderen, doch es gelang der Ziege gerade noch, den Seitenzusammenstoß durch ein kräftiges Knabbern
am Lenkrad zu verhindern. Obwohl sie fortan von grausamen Rächern im Stöck-Mobil verfolgt wurden waren die
Flüchtenden aber auf einmal total lässig drauf. Erst groovten sie noch zur Musik quer durch das Auto, und dann wurden
sie so lässig, dass sie sich gar nicht mehr bewegten, was im Falle des Fahrers nur deshalb nicht zur Katastrophe führte
weil es keine Kurven gab. Diese Bewegungslosigkeit wurde jedoch nicht durch die Lässigkeit der Insassen verursacht,
sondern, wie sie erst feststellten als der Huft der Ziege abbrach und auf die Bremse knallte, wodurch sie stehenblieben
und der Fahrtwind sie nicht mehr kühlte, daran, das Jane bei ungefähr –10°C das Fenster runtergekurbelt hatte. Leicht
verpeilt wie immer merkte Stöck nicht, wie er die Verfolgten überholte, und erst als die wieder vorbeizogen bemerkte er,
das irgendwas nicht stimmte. Im Gegensatz zu ihm hatten die restlichen Insassen des Wagens ihre Rache längst
vergessen, und irgendwann wurde das Vergessen ansteckend. Als es ihm am Ortsausgang von Darup dann tatsächlich
gelang, die anderen auf offener Strecke zu überholen (weil sie stehengeblieben waren), da merkte man, das Stöck zwar
offiziell nüchtern, aber doch irgendwie verpeilt war (oder saß gar jemand anderes am Steuer?). Blinker links, Blinker
rechts, links, rechts, links, rechts, rückwärts, hoch, runter, vorne, unten, oben, in alle Richtungen wurde geblinkt. So ging
das weiter, bis er dann in Nottuln schließlich ohne zu blinken abbog und alle Passagiere beider Fahrzeuge langsam und
Stück für Stück bei sich zu Hause abgeliefert wurden. Bleibt nur zu hoffen, dass es Samstag besser weitergeht: Ach ja,
an die Daheimgebliebenen: Wir haben euch vermisst und es war uns scheißegal, das ihr nicht da wart! (Wer mir sagen
kann was ich mit dem letzten Satz insgesamt meine kriegt die 50 Cent die ich mir an dem Abend durch Pfand von
unbezahlten Gläsern dazuverdient habe. Ich weiß die Antwort übrigens, nicht das mir da irgendwas unterstellt wird.)
Ergänzende Kleinigkeiten: Samstagabend, Ausschnitte aus dem großen Nichts…
Makkes Kommentar zu der Behauptung, er habe ja nicht viel von seiner Freundin, wenn er ständig nur am pennen ist
sobald sie da ist: „Ähhmmmrrnhääää...“ (ob er kurzfristig aufgewacht ist und nicht mehr richtig reden konnte oder ob er
nur im Schlaf komische Geräusche von sich gegeben hat ist nicht bekannt).
Es gab Beweisfotos zum Drogenkonsum, aber Johanna hat sich auf die Kamera gesetzt und somit alle Fotos vernichtet
Wenn man in die Haare von Rob oder Stöck Drähte reinmopetiert hat man damit einen verdammt guten Empfang.
Robin sitzt bei Stöck im Keller und will was zu essen ohne selber zu gehen: „Benni, musst du schiffen?“ „Neee.“ Erster
Versuch, Benni zum hochgehen zu veranlassen, fehlgeschlagen, fünf Sekunden später der nächste: „Benni, kommst du
mit eine rauchen?“ „Klar.“ „Scheiße, dann muss ich ja selber aufstehen...“ Großes Gelächter bei den dreien, die den
Schwachsinn dieser Unterhaltung als solchen verstanden haben. Es gab also erst mal nichts zu essen.
Bei 5,20 € für einen Liter Bier sind auch noch mindestens drei Gläser inklusive.
Oden an den Parkplatz können zufrieren und dann gefährlich glatt werden.
Fremder Leute Autos werden immer nur sparsam betankt, man wäre schließlich schön blöd wenn man die Karre mit
Sprit im Tank zurückgibt. Außerdem braucht man die offensichtlich nicht abschließen, dann kommt man nachher selbst
dann noch rein, wenn man schon total stramm ist.
Wenn es hinten auf den Rücksitzen schon zu eng wird kann immer noch einer in den Kofferraum. Der liegt dann zwar
bei einem Auffahrunfall mitten in der Knautschzone, aber die anderen stört das ja nicht. Außerdem wäre dann auch die
lästige Hand weg gewesen, die sich immer wieder hinter der Hutablage nach oben streckte um sich eine Dose Bier zu
greifen.
Der Waldschrat hatte zwar einen Abend jane-frei, wurde dafür aber von einer gefährlichen Katze bedroht. Allerdings
war das Tier nur für ihn gefährlich. Der Katzenflüsterer musste es sogar nur anschauen, da fiel die Katze schlafend um.
„Manta, Manta“ ist ziemlich stumpf. Besonders wenn man den an einem Abend zweimal sieht.
„Ich schlafe nicht.“ Johanna verbreitet mal wieder Lügen.
Im Brauhaus darf man sich zwar nicht in den Weg stellen, muss dafür aber auch nicht alle Getränke bezahlen.
Benni kommt auch wenn er total breit ist noch mit dem Auto von Birgit zu Stöck. Wenn Mani und Mo mithelfen kann
man die Karre schließlich auch den ganzen Weg schieben.
Nimm dir ’n Zetteln und ein Blatt Papier...:SILVESTER!!!!!
Versuchte Abschrift der Notizen und einige Zeitangaben
„Karibik“ by Mix-Master Muffe
“?” by Mix-Master Mo (kann meine eigene Schrift nicht mehr entziffern, hatte mir den Namen des Gesöffs notiert…)
„Brauner Neger“ by Mix-Master Makke
~ 20:45: Ankunft
~ 22:03: Silvester in Moskau ist vorbei und Jane hat’s verpennt. So ein Pech
~ 23:58: Beginn des Feuerwerks, diejenigen, denen es auffällt, das man zu früh begonnen hat lassen sich an einer Hand
abzählen (scheinbar sogar an zwei Fingern)
0:00: Neujahr, diesmal wirklich
~2:00 : Das Bier ist leer! (aber Rob hat’s danach doch noch geschafft einen Kasten irgendwo auszugraben)
~2:30: Robin schmeißt alle raus
~2:45: der harte Kern kehrt zurück
~3:15: endgültiges Ende der Party bei Robin
~4:00: Ankunft bei Stöck
~4:15: die Letzten auf dem Heimweg
~ 4:30: Ankunft zu Hause
~ 4:45: Beginn der Schreiberei
Versuchte Abschrift von „New year“, entstanden an einem Tisch in Robs Keller zwischen zwei Uhr und 3:15,
eine ungezählte Menge Bier könnte dafür verantwortlich sein, das meine Wortwahl nicht mehr so sonderlich
umfangreich war und sich auf nicht wesentlich mehr als ein Dutzend Wörter und selten mehr als zwei oder drei
Wörter pro Zeile beschränkt (und dafür das es keinen Sinn mehr ergibt und ich so hässlich geschrieben habe das
ich kaum noch was lesen konnte)...
New year
no time to think back
just now
forever now
a group in darkness
a tired crowd
so much beer
so many hours
never time enough
never ending
going on
forever
never stop
New year
forget
the past
no past
no future
now
forever
just now
and nothing more
Back from the cold world outside
thrown out
but nothing is over yet
we’ve been to the point of no return
and returned from there
nothing is over
before we finished it
[Zeile lässt sich nicht entziffern]
not now
no time
to stay
no time for an end
and if we party on
tomorrow
no problem
we don’t think in ours
just awake and sleeping
no night, no day
just sleeping and party
After all we’re through
drunk after all
Arsch voll
like always
but it’s new year
and 3 o’clock
and we’re not about to stop
not now
never
not stopping
the party
today
tomorrow
never
forever
don’t stop the party
not now
we stay here now
[die restlichen beiden Zeilen lassen sich auch nicht entziffern]
Der Tisch wird uns verspeisen
Entschuldigt Schreibfehler und inhaltliche Lücken. Es ist 4:56 Uhr am 1.1. (und das ich Gelegenheit zum Schreiben
habe liegt hauptsächlich daran, das Rob uns rausgeschmissen hat und wir danach nirgendwo mehr weitermachen
konnten), das sollte glaube ich einiges entschuldigen...
Fragt mich nicht, was vor etwa 20:45 Uhr geschah, aber zu dieser Zeit taumelte eine hagere, bärtige Gestalt vor die Tür
von Robs Keller, und der dachte, es hätte geklopft. Dabei war nur der Daum die Treppe im Glatteis runtergestürzt und
voll vor die Tür geknallt. Das überhaupt noch jemand reinpasste in den Keller war schon interessant, denn es war schon
relativ voll, und die große Fresserei war schon vorbei, Mix-Master Makke stand am Tresen und verteilte braune Neger,
und der Rest hing einfach irgendwo in den Räumlichkeiten herum. Diejenigen, die nicht dagewesen sind und diejenigen,
die da waren, aber nicht mehr wissen, wer sonst noch alles da war (...alles was zwischen dem reingehen und dem
aufwachen ist ist irgendwie so ... wenig ...) werden es von mir auch nicht erfahren, weil ich erstens nicht alle Namen
kenne und sie mir zweitens gerade jetzt wohl kaum alle einfallen würden (wenn ich sie überhaupt alle kennen würde,
aber wer den Text aufmerksam gelesen hat wird vielleicht daraus geschlossen haben, das ich gar nicht alle kenne und
deshalb auch nicht alle auflisten kann und das diese ganze Klammer völlig überflüssig ist weil weder etwas neues noch
eine sinnvolle Ergänzung drinsteht, ich könnte sie deshalb jetzt eigentlich wieder löschen, bin aber zu faul, apropos faul,
ich möchte an dieser Stelle Farin Urlaub zitieren: „Will nicht kiffen, das macht müde, kann nicht aufstehen, bin zu
blöde.“ Damit hat sich Farin eindeutig bei den diesjährigen Titelkämpfen um den Titel „dümmster Mensch der Welt“
qualifiziert, weil er sogar zu blöde ist um aufzustehen.) Stöck war zwar da und nicht zu blöde, um aufzustehen, aber
immerhin blöd genug für einige seltsame Ansichten von der Welt. Wer auf TRO im guten Haus gewesen ist (im
Gegensatz zum schäbigen Haus, wo auch viele gewesen sind), der wird wissen, das Stöck gelegentlich ein wenig unter
Verfolgungswahn leidet. Das äußert sich normalerweise darin, das er überall Fledermäuse sieht und panische Angst
davor hat, ins Fledermaus-Land gehen zu müssen (während seine Schwester seit Martini-Markt nur noch davor Angst
hat, das Mani und Benni wieder bei ihr zu Hause Spaceeier backen wollen). Diesmal hatte er Angst, das der Tisch die
ganze Party-Gesellschaft verspeisen könnte. Nun, offensichtlich hatte Rob seinen Tisch vor der Ankunft der Gäste
ordentlich gefüttert und der Tisch verspürte keinen Hunger, oder er fraß die Leute so unauffällig, das man dachte, sie
seien einfach weggegangen. Da der Tisch sich recht friedlich verhielt dachte sich Stöck, wenn der es sich anders
überlegt, dann stehen wir auf verlorenem Fuße, handeln wir doch schnell einen Friedensvertrag aus. Dazu sollte sich
irgendjemand einen Zettel nehmen und mit einem Blatt Papier den Friedensvertrag darauf schreiben. Mit Papier
geschriebene Texte können wahrscheinlich höchstens Tische, Waldschrate und Fledermaus-Paranoide lesen, und der
amerikanische Geheimdienst, denn der kann bekanntlich alles.
Apropos immer: Immer gibt es auch politische Diskussionen. Selbst auf total anti-demokratischen Events, wo manche
Leute schon mal die RAF hochleben lassen und andere singen, sie wollten keine Bullenschweine (stimmt, gentechnische
Mutationen sind schon was Schlimmes, noch schlimmer als Bullenschweine wäre zum Beispiel eine eierlegende
Wollmilchsau. „Wir wolln keine ... eierlegenden Wollmilchsäue...“ hört sich aber Scheiße an. Aber, find ich gut, ein
Lied gegen Gentechnik, das ist mal korrekt). Es war ganz schön mutig von Markus, Niko, Mirco und Daum, ein solches
Gespräch zu führen, denn bekanntlich hatte der amerikanische Geheimdienst, der CIA, überall seine Wanzen, selbst in
Bennis schäbiger Frisur, die er sich alle zehn Minuten richten musste (interessant das man auch keine Frisur gelegentlich
richten muss...). Und wo der CIA eine Wanze hat, da hat der Mossad, der Geheimdienst von Jürgen W. Mölle.... den
Israelis, gleich zwei, und der NSA, der noch geheimere US-Geheim-Geheimdienst, dessen Existenz angeblich bis heute
nicht bestätigt wurde, sogar 10. Außerdem werden alle Schallwellen von Kameras an Satelliten aufgezeichnet, die der
NSA im Orbit hat. Hochempfindliche Seismographen dienen nicht der Erdbebenvorwarnung, sondern sie zeichnen jeden
Schritt jedes Menschen auf, erkennen an den Gewichtsschwankungen jede Nahrungsaufnahme und jede Blähung. Das ist
schlecht. Sie erkennen sogar die Druckschwankungen die durch Druck auf die Tastatur hervorgerufen werden und
können anhand von deren Position ermitteln, welche Tasten der Schreiber gedrückt hat. Und obwohl ich die Tastatur
ständig hin- und herschiebe, um eine Überwachung möglichst schwer zu machen, und den Vorhang vorgezogen habe,
damit sie mir nicht aus dem Orbit auf den Bildschirm oder auf die Klauen schielen, gehe ich ein großes Risiko ein, wenn
ich schreibe, George W. Bush ist scheiße. Wer sagt mir, das die nicht auch den Datenfluss zwischen meiner Tastatur und
dem Computer durch hochempfindliche Messgeräte für elektrische Signale abhören können? Oh, es hat gerade
geklingelt... Stimmen an der Tür, die auf Englisch reden. Ich mach einfach mal die Tür auf...
Auf die politischen Diskussionen folgte das Verlassen der Chillout-Area und eine recht lange, träge vor sich hin
fließende Phase, das Einzige, was in dieser Phase alles andere als träge floss war der Alkohol, der floss reichlich und
schnell, und es zeichnete sich ab, das die sieben Kisten Bier nicht allzu lange ins neue Jahr hinein halten würden.
Aufgelockert wurde das ganze Geschehen aber durch einen Auftritt der Arschvoll-Haubitzen, die in folgender Besetzung
auftraten:
an der Lead-Stuhlgitarre: Mix-Master Makke
an der Rhythmus-Stuhlgitarre: Stöck
am Stuhlbass: Rob Roy
am Biermikro: Christa
am Background-Biermikro: Birgit
Es gibt sogar Gerüchte, das tatsächlich Videoaufnahmen von diesem legendären Auftritt existieren, unter Lebensgefahr
gefilmt von Johanna. Lebensgefahr bestand während des Auftritts nicht nur neben, sondern auch auf der Bühne, denn
anscheinend war die Band nicht mehr so ganz zufrieden mit ihrer Sängerin („Sängerin“ ist wohl recht übertrieben, mehr
als ein bisschen Rumgekrächze war das nicht wirklich, aber das hat ja auch niemand erwartet), traute sich aber trotz
zehn Liter Bier seit Mittag und pro Person nicht, ihr das offen zu sagen. Stattdessen dachten sie sich: Wenn wir ihr mit
der Stuhlgitarre das Bein zertrümmern, dann geht sie bestimmt von der Bühne und wir sind se los. Abgesehen davon
das, wenn es ihnen gelungen hätte, sich wahrscheinlich Jane für den Job aufgedrängt hatte und die war bekanntlich
gelegentlich nerviger als alles andere, funktionierte der Plan nicht. Bein gebrochen? Macht nichts, Stuhlbein
abgebrochen und zusammen mit einer zerrissenen Jacke als Schiene verwendet, und weiter geht die Show. Als das
Beinbrechen nichts half griff man zum nächsten Plan: Rippen brechen. Ohne Lunge keine Luft und ohne Luft hat’s
keinen Zweck mit Mikro. Also eben mal schnell die Stuhlgitarre in die Rippen geknallt, aber dummerweise waren die
Drei zu voll um zu bedenken, das man die erforderlichen Töne auch mit zertrümmerter Lunge noch von sich geben
konnte (wahrscheinlich auch im Koma und im Halbschlaf), und bis sie sich einen neuen Plan überlegt hatten war die
Show vorbei und sie mussten beim nächsten Auftritt doch mit derselben Krächzerin auf die Bühne. (kleiner Tipp,
Gitarren einfach mit Messern oder Sprengkörpern oder Schusswaffen aufrüsten, dann klappts auch mit dem
Ausschalten). In der Zeit zwischen den politischen Diskussionen und dem Jahreswechsel traf auch Rusty endlich ein, mit
einem ganzen Anhänger voll Böller.
Und, wo wir gerade bei Sprengkörpern sind, zu jedem Jahreswechsel setzen alle Menschen ihren guten Vorsatz in die
Tat um und rüsten ab, indem sie ihre Waffen vernichten. Und Waffen vernichtet man am effektivsten, in dem man sie
einsetzt. Gegen Sträucher, Hecken, Rasen, Straßen, Autos und Nachbarhäuser. Gelegentlich auch gegen Menschen.
Erstmal wurde die Straße mit abgebrochenen Raketen beworfen, die die Straße dann auch in ein hübsches, buntes Licht
tauchten. Aber das war erst der Anfang.
Ich muss später weitermachen. 5:35 Uhr. Ende von Tag.
Es war übrigens pures Glück, das auf der Straße niemand stand und von den Raketen aufgespießt wurde, möglicherweise
abgesehen von ein paar durchgedrehten Haustieren, die sich entschlossen hatten, ihre Böller-Phobie durch engen
Kontakt mit dem gefürchteten Objekt loszuwerden, soll heißen: Sich wie verrückt auf die Knallkörper gestürzt haben.
Wie verrückt auf die Knallkörper stürzen kann man sich auch, wenn man statt vier Beinen nur zwei hat und im Rahmen
der ganzen Neujahrs-Händeschüttelei und –Umarmerei irgendwie die Bodenhaftung verlor. Nur Mo konnte das nicht,
den der hatte, wie sich später herausstellen sollte, in jedem Fuß einen Hochleistungsmagneten, mit dem er gar nicht
umfallen konnte. Wenn man dann genau neben einen Böller fiel hatte man eigentlich schon Glück gehabt, da der ganze
Boden so voll davon war, das man selbst bei einer Größe von 1,5m mit ziemlicher Sicherheit nicht neben einem Böller
landete. Das es keine Verletzten gab war ein einziges Wunder, denn es stürzten nicht nur Leute fast auf Böller, manche
bekamen die Dinger auch ins Gesicht, aber da um 12:00 Uhr keiner mehr besonders schmerzempfindlich war störte sich
an dem ganzen Kram keiner, nur manchen Leuten wurde es irgendwann zu riskant und sie zogen sich ins Haus zurück,
um nicht doch noch aus Versehen von irgendwelchen polnischen Mörderböllern weggesprengt zu werden. Es fiel
übrigens auch fast niemandem auf, das zu Beginn unserer Sprengstoffvernichtung noch niemand sonst Raketen in die
Luft jagte, was wohl daran lag, das unser Zeitgeber entweder gar keine Uhr hatte, sie nicht mehr lesen konnte oder die
Uhr einfach falsch ging, jedenfalls hatte das neue Jahr zumindest in Deutschland mit ziemlicher Sicherheit noch nicht
begonnen, als das Feuerwerk begann. Dafür war in Moskau schon 2003. Und zwar schon seit 22:00 Uhr deutscher Zeit.
Und weil das so war hatte Jane eigentlich pünktlich um zehn die Flasche Wodka weghauen wollen. Das klappte aber
nicht so ganz, weil sie bis fünf nach zehn damit beschäftigt war, Robin zu suchen, der sich aber schlauerweise gut
versteckte, wo, das weiß keiner, weil er sich eben so gut versteckt hatte.
Ganz nebenbei: auf der Party wurden auch frisurtechnisch neue Trends gesetzt. Als Trendsetter erwies sich Richie, der
statt mit einem schäbigen VoKuHiLa mit einer extrem lässigen VoLaHiKu-Frisur aufkreuzte (vorne lang, hinten kurz,
falls es jemand nicht verstanden haben sollte) Wer sich nicht vorstellen kann, wie lässig das aussah: stellt euch Bombis
Frisur vor, dreht den ganzen Kopf einmal um 180° und dann noch mal den Kopf ohne die Haare um 180°, so dass die
Haare vorne vorm Gesicht hängen. So, und jetzt die Haare noch blond färben, Bombi auf die halbe Größe schrumpfen
und eine Porno-Brille vor die roten Augen, dann passt das fast. Die Frisur will zwar sonst sicher niemand haben, aber
das macht ja nichts.
Nachdem der Sprengstoff vernichtet war gab es keinen Bedarf mehr für Zurechnungsfähigkeit, und so wurden schnell
die letzten Bier-Vorräte angebrochen. Eine kleine Gruppe hatte sich geschickterweise ein Getränkt ausgesucht, von dem
man gleichzeitig betrunken und bekifft wurde, in einer Ecke des anderen Raumes wurde dieser Zustand getrennt
herbeigeführt. Benni taumelte die ganze Zeit durch die Wohnung auf der Suche nach seinem Glas, und als er es fand, da
war es leer, weil Rob in seinem Anfall von Putzwut gegen halb zehn gedacht hatte, es sei nur Wasser darin. Erst als es
schon im Ausguss gelandet war (direkt hinter dem Mais, der für eine kurzfristige Verstopfung des erwähnten Abflusses
gesorgt hatte) war er auf die Idee gekommen, das in dem Glas ja auch noch Hochprozentiges gewesen sein könnte. Das
hätte man wiederum dazu gebrauchen können, den frisch gereinigten Tisch zu desinfizieren, aber auch so war der Tisch
extrem sauber. Man konnte sogar wieder Bierflaschen darauf hin und her schieben ohne das man viel Angst haben
musste, das diese umfielen, und Fußspuren waren auch keine mehr zu sehen. An diesem Tisch blieb auch das Licht
später am längsten an, damit man möglichst lange sehen konnte, wie wunderbar sauber der Tisch war. Zu den Leuten,
die das schon recht früh nicht mehr wirklich wahrnahmen gehörte Hannes, denn dem war bei einem Sturz nicht nur ein
Glas mitten in der Tür zu Bruch gegangen sondern auch der Hut ins Gesicht gerutscht. Nun war Hannes aber schon so
breit, das er gar nicht mehr merkte, das sich etwas vor seine Augen geschoben hatte, weil er eh alles nur noch so halb
wahrnahm und der Großteil der aufgenommenen Informationen irgendwo zwischen Auge und Sehzentrum im Hirn
versickerte, Nervenimpulse sind bekanntlich nicht gerade gut dazu geeignet, sich durch einen Sumpf aus Alkohol zu
kämpfen und neigen in einem solchen Fall dazu, zu Moorleichen zu werden und nie wieder aufzutauchen. Und genau
wie seine Nervenimpulse tauchte auch Hannes ab und fand irgendwann den Weg zu einem Stuhl, was mehr an seinem
Glück und an der Hilfe anderer lag und weniger an seinem ausgeprägten Desorientierungssinn. Bei Bene wirkte sich der
Alkohol mittlerweile auch kräftig aus, nur etwas anders als bei Hannes, denn während sich die Nerven bei diesem
dachten, ohne Kontakt zum Resthirn stellen wir einfach die Funktion ein und verursachen keine Bewegungen mehr
hatten sich Benes Nerven überlegt, jetzt, wo keiner mehr auf sie aufpasste und sie somit quasi sturmfrei hatten, selber
ein bisschen zu feiern und so zuckten die Muskelfasern munter vor sich hin, aber Bene war zäh. Bei Makke hatte der
Alkohol relativ schnell dazu geführt, das die Nerven in einen Generalstreik traten (es gibt Gerüchte das dazu auch die
Anwesenheit seiner Freundin beigetragen hat, in deren Gegenwart Makke bekanntlich nicht selten mal einfach so
wegpennt) und somit mit Begleitung Robs Bett belegte („Ich weiß noch gar nicht wo ich heute schlafen soll...“). Der war
eifrig damit beschäftigt, alle möglichen ballernden Leute nach Hause zu bringen. Andere Länder, andere Sitten, während
man ballernde Leute in Deutschland mühsam nach Hause schleppen muss können die in den USA sogar Präsident
werden, allerdings haben die Amis wohl eine andere Ansicht über die Bedeutung von „Ballern“ als manche von uns.
Irgendwann wurde es dem Gastgeber dann zu bunt und er entschloss sich, alle Gäste rauszuwerfen um endlich Ruhe zu
haben, was sich als ein ziemlich aufwendiges Unternehmen erwies. Die, die draußen waren, dachten irgendwann, alle
anderen seien auch draußen, und überlegten, wie es weitergehen konnte. Gelegentlich enden solche Abende damit, dass
sich ein Trupp unerschütterlicher Randalierer aufmacht und irgendwann irgendwo landet (Ganz egal wo). Bei der
Wegplanung war es nicht besonders hilfreich, das Stöck nicht da war, weil der gerade mit Markus Ecki nach Hause
schleppte, denn der Waldschrat war bereits in einem Zustand angelangt, in dem er sich nur noch im Wald ohne
menschliche Hilfe fortbewegen konnte, wo ihn dann die Wurzeln der Bäume gestützt und geführt hätten. Da Asphalt und
Pflastersteine zwar zu einer solchen Zeit an einem solchen Tag dazu neigen, näher am Gesicht zu sein als eigentlich
erwünscht halfen die einem aber nicht, nach Hause zu kommen (und normalen Menschen halfen auch Bäume nicht, aber
Ecki war eben ein Waldschrat, und da gelten andere Regeln). Die definitiv verrückteste Idee, wie man irgendwohin
kommen konnte, hatte Richie, denn der hatte sich zusammen mit Hannes dazu entschlossen, zu diesem nach Hause zu
fahren. Immerhin, da in einer solchen Silvesternacht nur wenige andere Leute ähnlich bescheuert sind und Auto fahren
gefährdeten sie wenigstens niemand sonst, außer den ganzen betrunkenen Fußgängern. Selbst Jane war zu dem Schluss
gekommen, das es vielleicht nicht besonders empfehlenswert war, bei den beiden mitzufahren. Und da Mani, Benni, Mo,
Birgit, Daum und Jane definitiv noch nicht heimwärts wollten warteten sie, bis ihrer Meinung nach alle anderen
gegangen waren und schlichen sich zu Robin zurück, wo der kleinen Gruppe dann tatsächlich auch die Tür geöffnet
wurde. Nun zeigte sich, das manche Leute zäher waren als alle anderen, denn während alle anderen, die völlig stramm
waren, längst zu Hause, bei Rob im Bett oder zumindest auf dem Weg nach Hause waren feierten Benes Nerven noch
immer ihre Party. Ein paar andere trafen sie auch noch im Keller an, und völlig überraschend war auch Domsen noch
eingetroffen. Trotzdem, die Gruppe hielt sich nicht mehr lange dort auf, zu sehr zog es sie woanders hin. Auch Bene zog
es woanders hin, nämlich nach Hause, und in einer unglaublichen Willensanstrengung gelang es ihm, kontrolliert
Richtung Tür zu gehen, wo er dann auch irgendwann verschwand.
Beim zweiten Aufbruch war die Gruppe sogar größer als beim ersten, denn Johanna hatte sich den letzten
Unerschütterlichen angeschlossen, wenn auch nur vorübergehend. Nur wussten sie nicht, wohin sie gehen konnten, aber
irgendwo würden sie schon landen, ganz egal wo. Apropos ganz egal wo: Mani musste schiffen, und zwar ganz egal wo.
Ganz offensichtlich auch ganz egal wann, denn nachdem er ein bisschen Abstand zwischen sich und Jane bekommen
hatte musste er das ganze wohl irgendwie vergessen haben. Ganz egal wo wollten sie dann auch auf Stöck und Markus
warten, und zwar am Kreisverkehr. Manis Wortschatz bestand mittlerweile fast nur noch aus „Ganz egal wo“, aber den
anderen war das auch ganz egal. Mo fand immer wieder noch sprengfähige Böller und anderes Feuerwerk und jagte es in
die Luft, und hätte es sich bei einem der Böller um einen polnischen Killerkracher gehandelt, dann hätte eines der
Häuser am Kreisverkehr jetzt ein eher unlustiges Loch im Dach, aber das war nicht der Fall. Nur im Schnee, der das
Dach bedeckte, gab es nun ein neues Loch. Einen Graben um den Mittelpunkt des Kreisverkehrs hätte dagegen Birgit
fast hergestellt, wenn Stöck und Markus nicht recht schnell zurückgekehrt wären, denn sie war schon wieder nüchtern
genug um kontrolliert im Kreis zu laufen, ganz egal wo. Als Stöck und Markus dann eintrafen – ganz egal wo,
Hauptsache da, wo auch die anderen auch waren – brach die Gruppe kurz auseinander, weil Birgit noch ihr Fahrrad von
Christa abholen musste, aber dann waren doch wieder irgendwie fast alle da, Birgit, Markus, Mo, Mani, Daum, Benni,
Stöck und Jane. Erstgenannte machte sich kurz darauf auf den Heimweg, aber die anderen hatten noch etwas andere
Pläne, und so ging es erst mal los in eine allen gut bekannte Richtung. Dabei kam man am Freibad und dementsprechend
auch an dem schäbigen Spielplatz dort vorbei, wo Mo allen die Genialität seiner in die Füße implantierten Magneten
präsentierte. Vorher aber suchten sie noch auf der anderen Seite des Baches einen Ort zum weiterfeiern, aber ganz egal
wo sie auch suchten, sie fanden nichts. Daher marschierten sie dann weiter, und Mo wollte tatsächlich eine Abkürzung
durch den Bach nehmen, andere meinten, er wolle sich nur eine Lungenentzündung holen, ganz egal wo, um nachher
lustige Fieberhalluzinationen zu haben und das Geld fürs Gras zu sparen. Schließlich schlitterten dann doch alle über die
Brücke und stolperten weiter zu den verschiedenen Holzgeräten und den Sandgruben. Es gab dort eine Metallkugel, die
sich um die vertikale Achse drehen konnte, und auf diese Kugel konnte man sich draufstellen, genau richtig für Mo,
seine Fußmagneten einzusetzen. Für manche war es schon schwer genug, mit zwei Beinen oben stehen zu bleiben, und
auf einem Bein schaffte es kaum jemand länger als wenige Augenblicke. Nur Mo stand nach 25 Sekunden immer noch
da als wäre er eingefroren und bewegte sich kein Stück, womit er schon seine nächste Mahlzeit gesichert hatte, er hatte
nämlich einen Döner gewonnen. Was zu diesem Zeitpunkt keiner wusste ist das Mo auch horizontal auf der Kugel hätte
stehen können und nicht runtergefallen wäre, aber das interessierte kaum einen. Als man danach auf einer
Hochleistungs-Präzisions-Waage feststellte, das Mo und Benni zusammen schwerer sind als Rusty, der aber schwerer als
Benni alleine und leichter als Daum war, ging es weiter, noch immer hofften sie, sie könnten die Party irgendwo
fortsetzen, ganz egal wo. Es war ihnen auch ganz egal wo jetzt der Gullydeckel ist, den Benni rausgehoben und Mo in
die Büsche geschmissen hat. Und es war ihnen auch ganz egal wo Jane ihr Taxi herbekam, ganz egal wo es sie abholte
und ganz egal wo es sie hinbrachte. Apropos Taxi, eines setzte kurz darauf Katja auf der vereisten Straße ab, und die
noch übrigen hätten sie fast übersehen, wenn sie nicht gerade versucht hätten, einen weiteren Gullydeckel auszuhebeln
und daher die Köpfe recht nah am Boden hatten. Mittlerweile waren nur noch Mani, Mo und Daum übrig, Stöck und
Benni hatten sich zum Schluss abgesetzt und hatten den anderen die Tür von Stöcks Hütte vor der Nase zugeschlagen,
und Markus hatte die undankbare Aufgabe, zusammen mit Jane auf deren Taxi zu warten. Nun denn, die Silvesterfeier
war zu diesem Zeitpunkt wohl endgültig vorbei, und so begaben sich letztendlich doch alle gegen zehn nach vier auf den
Weg nach Hause. Markus und Daum hatten dabei den längsten Weg und das unglaubliche Pech, mitten auf dem Weg
auf Schmitti zu treffen. Richtig gehört, der war um diese Zeit auch noch unterwegs und wollte trotz eines
ausgewachsenen Ginger Ale-Rausches noch nach Hause (wahrscheinlich mit dem Fahrrad, seinem legendären T100,
wahrscheinlich eine Frühform des Terminators, der ja jetzt angeblich beim T X angekommen ist, wobei man sich da
fragt ob die rückwärts zählen...). Sein übertriebener Ginger Ale Konsum führte auch dazu, das er vergleichsweise
unaufdringlich war und tatsächlich nach einem kurzen Wortwechsel einfach weiter ging. Damit war auch die letzte
Herausforderung des Tages bewältigt, und die letzten verließen um etwa 4:30 Uhr die Straßen.
Irgendein Trottel hatte gestern vorgeschlagen noch nach Münster zu fahren (der einzige Trottel der ernsthaft noch fahren
wollte und das auch nachher getan hat), und einige Wahnsinnige wollten das auf heute verschieben und allen Passanten
um Mitternacht noch mal ein frohes neues Jahr wünschen. Na dann viel Spaß. Ab morgen kann die Party weitergehen,
heute Abend ist erst mal der Herr der Ringe dran. Endlich.
Die Krug-Gangstaz: 4. bis 5.1.2003
Wenn alles so entspannt angefangen hätte wie es zwischendurch geworden war, dann hätte alles sehr
entspannt angefangen. War aber nicht so. Alles begann mit einem großen Treffen im Party-VermittlungsZentrum, in Stöcks Keller also, und obwohl die Location eigentlich ziemlich chillig war waren alle total
unentspannt und hektisch, denn irgendwie wollte jeder weg und keiner konnte, wollte, oder war aus
sonstigen Gründen nicht in der Lage zu können oder zu wollen. Nach Münster wollten fast alle, man konnte
sich nur nicht darauf einigen, wie. Einige wollten mit dem Bus fahren, aber nachts konnte man meist nicht
schwarzfahren, und wenn man das nicht tat musste man die kompletten Fahrkosten von 149,50 € bezahlen.
Und da nachts meist nur vorne aufgemacht wurde hätte man bestenfalls außen mitfahren können, und bei
recht unangenehm niedrigen Temperaturen hätte man dann nur noch mit Gewalt vom Bus getrennt werden
können, wobei wohl niemand eine Garantie hätte geben können, dass dabei nicht der ein oder andere Teil
des Körpers schwer beschädigt wurde.
Aber nachdem einige wegen Angst vor Glatteis (bei völlig trockener Straße und ohne die Ankündigung von
Niederschlag innerhalb von 12 Stunden), andere wegen zu viel Bier und wieder andere wegen fehlendem
Führerschein das Fahren verweigert hatten wurden dann Rob und Steffi zu heldenhaften Rettern in der Not,
erklärten sich kurzerhand für fahrtüchtig und hatten tatsächlich zwei Autos zur Verfügung, um (außer sich
selbst natürlich) Stöck, Muffe, Mo, Mani und Daum mitzunehmen. Das ließ sich zu diesem Zeitpunkt noch
wunderbar verteilen, vier Leute in den Fünfsitzer und drei in den Viersitzer, das passte wunderbar. Doch
kaum war man, nachdem man lange auf die Ankunft der zweiten Fahrgelegenheit gewartet hatten, ein paar
hundert Meter vom Ort des Aufbruchs entfernt, da stellte sich das nächste Problem: Robins Golf war
nämlich so dermaßen tiefergelegt, das zuerst jemand aussteigen musste und die kleine Erhebung an der
Einfahrt zur Tanke mit einer extra konstruierten Metallplatte abdecken musste, über die der Golf fahren
konnte, ohne aufzusetzen. So musste man dann auch wieder über dieselbe Einfahrt raus, da man ja sonst das
Metallmoped hätte weitertragen müssen. Zwei Dinge kann man Robin nicht anlasten: Mangelndes
Fahrkönnen und vorhandene Ortskenntnis. Das war nicht weiter schlimm, da in Muffes Golf, den Robin ja
zwangsweise fuhr, weil Steffi ihren fuhr und er den deshalb unmöglich selber fahren konnte (zum einen
wäre das eng auf dem Fahrersitz geworden und, ganz abgesehen davon, ob dass die beiden gestört hätte oder
nicht, hätte dann niemand den zweiten Golf fahren können und ohne Fahrer wäre man nicht weit
gekommen), Stöck das Navigationssystem ersetzte. Im Gegensatz zu Schmitti muss man Robin aber zum
Glück auch nicht vor jeder offensichtlichen Kurve Bescheid sagen und brauch auch keine Angst zu haben,
das er der Karre beim Einparken (bzw. beim Wieder-Ausparken vorm korrekteren Einparken) den
Außenspiegel absäbelt (2mm, höchstens). So sicherte man sich auf dem Parkplatz am Domplatz dann auch
schnell die Pole-Position, noch vor einem schäbigen Benz, und der tiefergelegte Golf kam trotz 430 PS viel
zu spät, weil noch jemand schnell die Metallplatte hatte auslegen müssen, damit die Karre nicht an der
Einfahrt zum Parkplatz aufsetzte.
Von der Pole-Position gings dann weiter zu Pinkus, weil man da nämlich einen Krug klauen wollte. Nicht
alle. Aber immerhin Rusty. Der war nämlich von den anderen mit allen vorhandenen und nicht-vorhandenen
Randale-Vollmachten ausgestattet worden, was hieß: Rusty durfte randalieren soviel er wollte. Er war der
Randale-Beauftragte des nach zwei Minuten in der Eiseskälte tiefgekühlten Kompetenz-Teams (hier eine
Auflistung der anderen Beauftragten und ihrer Fachbereiche: Rob und Steffi: Fahren, Stöck: Dope, Mo: Bier
verschütten, Muffe: Elektroschrott, Daum: verpeilte Parallelwirklichkeiten). Es war so kalt, dass die NichtFahrer sogar das Risiko eingingen, die Fahrer abzuhängen, nur um möglichst schnell ins Warme zu kommen.
Der erste Bullenkopf war noch relativ unterfüllt, und im Vergleich zum zweiten praktisch nur halb voll. Zum
Vergleich: 10 volle Gläser aus dem ersten und etwa 13 gleich große und gleich volle Gläser aus dem
zweiten. Dabei hatte man schon erst den Schaum ausgekippt und sich noch mal nachgeben lassen und beim
zweiten hatte Mo knapp ein Glas verschüttet, mindestens. Um 0:00 Uhr musste man ein Stückchen
weiterziehen in die Gaststätte, wo man dann den nächsten, tatsächlich vollen Krug orderte. Der Erste befand
sich nicht im Besitz des Kompetenz-Teams, zum einen, weil er schäbig war, denn er war nicht voll gewesen,
und zum anderen, weil Rusty sich vor seinem Diebstahl noch ein wenig mit Bio-Implantaten aufrüsten
wollte, um dreister klauen und flüchten zu können. Oder, um es anders zu sagen, Mani musste sich noch ein
wenig Bier reinkippen um einen an der Lampe zu haben. Mittlerweile war es ihm auch schon fast wieder
ganz egal wo er den Krug klaute und ganz egal wo er ihn danach in Sicherheit bringen konnte. Hauptsache,
er hatte den Krug!
Er durfte ihn nur leider nicht lange behalten. Aber der Reihe nach: Nachdem der Krug leer war, woran Mo
durch seine ganze Verschütterei nicht unbeteiligt war. Selbiger musste dann auch unbedingt auch noch einen
Löffel voll Korn schlürfen, wobei der Löffel eher die Ausmaße einer ausgewachsenen Suppenkelle hatte.
Entsprechend verhielt sich Mo dann auch draußen. „Zeig den Krug her!“ hieß es, da waren sie kaum aus der
Tür. Und Mani tat, wie ihm befohlen wurde: er holte den Krug hervor und hielt ihn triumphierend empor.
Dann packte Mo den Krug, und auch er streckte ihn in die Luft, als sei es der Weltmeister-Pokal, verglichen
mit all den gläsernen Trinkgefäßen, die sie bisher organisiert hatten war der Krug auch eine Trophäe der
besonderen Art. Um nicht von eventuellen Verfolgern am Stück erwischt zu werden teilte sich das Team
auf, bis nur noch Mo und Rusty mit dem hoch erhobenen Krug vorangingen, so dass alle nach ihnen
Folgenden sie und ihre Beute unmöglich übersehen konnten. Rob, Stöck und Muffe verdrückten sich zum
schiffen, Daum und Steffi hielten immerhin einen Sicherheitsabstand zur Spitze ein, was aber von den
beiden niemand bemerkte. Ihnen war ganz egal wo die anderen waren, Hauptsache, sie hatten den Krug, und
zwar nicht ganz egal wo sondern in ihren Händen. Von dort wurde er aber recht bald wieder entfernt
nachdem, es der Bedienung gelang, Mo, Mani und den Krug aufzutreiben (was wirklich kein Kunststück
war). Die beiden kriegten daraufhin quasi Lokalverbot, auch wenn das nicht ausdrücklich erwähnt wurde,
das einzige, was sonst noch fehlte, war das der Typ Rusty eine Knarre an die Rübe gehalten hätte. So ging
die erste Beute verloren, aber schon hatte man neue Beute im Blick, bessere Beute: menschliche Beute.
Zumindest zum Teil. Denn die Gruppe sollte schon bald um einen Menschen, eine Kampfkuh und eine
Russin erweitert werden. Die hatten sich zwar in einem lateinamerikanischen Samba-Schuppen am AaseeGrill verschanzt und darauf vertraut, das die anderen zu faul zum Laufen waren und keinen Parkplatz mehr
finden würden, doch sie hatten Mos Verbindungen unterschätzt. Immerhin musste der ja auch den Verlust
der letzten Beute irgendwie wieder gut machen, dann völlig unschuldig daran war er nicht. So fand er einen
Rechtsanwalts-Parkplatz, der normalerweise dem Rechtsanwalt von der Schwester des Onkels seines Vaters
Schwager gehörte, und da platzierten sie dann die beiden Golfs, keine zehn Schritte entfernt von einem
prolligen Jaguar. Der Eingang zum Zielschuppen war ungefähr genauso weit entfernt, sozusagen der totale
Porneo-Parkplatz. Nachdem man von den Türstehern freundlich hereingewunken worden waren spähte
irgendjemand auch eiligst die Zielpersonen aus, lediglich Rob und Steffi verzogen sich anfangs in eine
dunklere Ecke.
Das die seltsame, ungewohnte Musik nicht nur eine Menge Leute dazu verführte, auf der Tanzfläche
herumzuzappeln (wobei niemand auch nur annähernd an Bennes Silvester-Dance herankam) sondern mit
ihren fremdartigen Rhythmen auch das Zeitgefühl mancher Leute völlig durcheinander brachte. Wie im Flug
verging die Zeit für manche von halb zwölf bis halb drei, und selbst die die einer Uhr hatten kamen
höchstens gelegentlich mal auf die Idee, darauf nachzuschauen, wie spät es sei. Ungemütlich wurde es erst,
als anderen Gästen zwei Taschen abhanden kamen. Als dann auch noch der DJ darauf aufmerksam machte,
das fast alle in dem Schuppen sich ja untereinander kennen würden wurden die schiefen Blicke, die das
Kompetenz-Team von den anderen abbekam noch schiefer. Gleich abhauen kam natürlich auch nicht in
Frage, zum einen, weil man sich damit verdächtig gemacht hätte, zum anderen, und das war viel wichtiger,
weil beide Fahrer mit ein paar anderen unterwegs waren, um sich bei Mekkes das erste Frühstück zu
organisieren. Dumm nur, das im Gegensatz zu den meisten Mitfahrern Mekkes um diese Zeit schon total
dicht war und man deswegen zuerst woanders nach Nahrung suchte, den gesuchten Ort aber nicht fand. Ob
die Suchenden doch noch Essen fanden oder nicht ist nicht überliefert, allerdings kehrten sie irgendwann
dann doch zurück. Die Gelegenheit nutzten die anderen, um endlich den schiefen Blicken, die mittlerweile
so schief waren, dass sie fast umfielen, zu entfliehen und den Samba-Schuppen endlich zu verlassen. Wie es
sich für echte Gangsta gehörte wurden sie dann auch am Ausgang gefilzt, für den Fall, das sie irgendwelche
Schusswaffen oder Sprengstoffe oder gefährliche Messer an die frische Luft schmuggeln wollten. Zu den
vielen nicht überlieferten Dingen dieses Abends gehört die Frage ob das Abtasten den Türstehern Spaß
gemacht hat oder eher nicht. Der endgültigen Flucht im Wege lag nur noch ein Fahrrad auf der Auffahrt, und
wenn die Futtersucher in dem tiefergelegten Golf unterwegs gewesen wären hätten sie es einfach vor sich
her geschoben, aber so ging das natürlich nicht (das Fahrrad hätte den Unterboden beschädigen können und
wäre selber außerdem nicht wirklich heile geblieben), und so wurde Muffe aus dem Auto geschmissen, um
das Fahrrad vom Weg zu schleppen. So kamen beide Fahrer zurück und, mindestens ebenso wichtig, wenn
nicht fünf Leute mit dem Totenkopf-Moped nach Hause fahren wollten, auch das zweite Auto war wieder
da. Gebaut für fünf Personen und auch genutzt von fünf Personen. In letzterem stimmten die beiden Autos
auch überein. Nur war der zweite Golf nicht nur mit der Unterseite deutlich näher am Erdboden, es gab auch
deutlich weniger Platz darin. Genauer gesagt, eigentlich nur Platz für vier Leute, noch besser für vier Leute
die nicht wesentlich größer waren als die Fahrerin. Nun betrug der Abstand von dieser zu Stöck zwar nicht
sonderlich viel, aber Mani, Mo und Daum waren mindestens zwei Köpfe größer, und sie streckten sich noch
ständig, um größer zu sein als alle anderen, wobei jeder aus reiner Gewohnheit einfach behauptete, er sei der
Größte. Im Grunde hatten alle Recht, denn sie waren alle gleich groß, und so wollten sie eine Münze werfen.
Da eine Münze bekanntlich nur zwei Seiten hat konnten sich nur Rusty und Mo um den vorderen Platz
prügeln. Das hätten sie fast auch getan, und wenn Stöck in der Lage gewesen, gegen den Willen der drei
Außenstehenden die Tür zu schließen wären sie auch zu zweit losgefahren, soweit kam es aber nicht.
Stattdessen quetschten sie sich in das Auto, das durch das übermäßige Gewicht noch einen weiteren
Millimeter an Bodenabstand verlor, der sich damit auf die Hälfte reduzierte. Und los ging die wilde Jagd,
die noch nur beschränkt heimwärts führte.
Die Fahrgäste in Muffes Golf, dessen Steuerung mal wieder Rob übernahm, befanden sich dabei deutlich
größerer Gefahr als die in Robins Golf. Zum einen, weil letzterer dermaßen am Boden klebte das er sich
unmöglich überschlagen konnte, zum anderen, weil Robin einen Haufen 44er-Patronen in der Tasche hatte,
die bei einem Unfall losgehen und die ganze Fahrzeugbesatzung erschießen könnten. Und obwohl es sehr
interessant gewesen wäre zu wissen, wie die Polizei mit einem Unfallwagen mit vier Erschossenen darin
umgegangen wäre hatte Robin anscheinend nicht die Absicht, die Karre vor einen Baum zu setzen, obwohl
sie nicht ihm gehörte, und fuhr mit durchgetretenem Gaspedal über die Straßen von Münster. Was ihn dann
auch langsam der 100 km/h Grenze näher brachte, aber nur sehr langsam. So träge, das Steffi nur alle fünf
Minuten kurz den Fuß in Richtung Gaspedal bewegen musste, die minimale Bewegung des Pedals durch den
Luftzug reichte bereits aus, um Robins tiefergelegte Karre stetig vor Muffes schäbigen alten Golf zu halten.
Dennoch, auf gerader, freier Strecke und bei abgeschalteten Ampeln stieg die Geschwindigkeit
kontinuierlich, und irgendwann jagten die Laternen, Ampeln und Häuser nur noch an ihnen vorbei, die
Wände rückten näher, einer der Motoren heulte gequält, und mit 120 jagten sie über die letzte Ampel auf die
Autobahn. Da ging die lustige Jagd weiter. Steffi lässt Robin links neben sich ziehen, und gibt noch mal
kurz Gas. Näher kommen lassen, Gas geben. Näher kommen lassen, Gas geben. Die Autobahn war so frei,
man hätte darauf einschlafen können, aber das sollte man besser nicht tun, nachher trat einem dann noch ein
Reh auf den Kopf oder ein entlaufener Hund schiffte einem ans Bein. Extrem lässig wurde das Ganze, als
Stöck Mo aufforderte, doch mal das Fenster runterzulassen um den anderen besser winken zu können. In
Robins Auto konnte man sich das leisten, aber Muffes Karre wäre durch den bei offenen Fenstern erhöhten
Luftwiderstand trotz aller Bemühungen des Fahrers massiv abgebremst worden, und so waren die meisten
Fenster zugeschweißt worden. Robin war unterdessen dabei, das Gaspedal von Muffes Golf zu vernichten,
das mittlerweile über den Asphalt schleifte und eine Spur aus Funken hinterließ. Nur so war es ihm möglich,
aus der vollbesetzten Karre trotz lediglich 20 PS 150 km/h herauszuprügeln. Kurz vor Nottuln durften sie
dann endlich vorbeiziehen und hatten nun erst mal einen tiefergelegten Golf mit 430 PS am Auspuff kleben.
Dann kam das letzte Hinweisschild, und Mo forderte ein Überholmanöver noch vor der Abfahrt, aber andere
waren da gelassener als er. 500 Meter. 400, 300. Bei 200 Meter zog der Golf plötzlich auf die linke Spur,
zum ersten Mal berührte die Fahrerin wirklich das Gaspedal, und mit durchdrehenden Reifen machte der
Wagen einen Sprung nach vorne, unter den Beschleunigungskräften verzogen sich nicht nur die Gesichter
der Insassen, sondern auch die Karosserie des Wagens, was zum Ausgleich in absehbarer Zeit eine brutale
Bremsung erforderlich machte, und die gerade eben noch durchdrehenden Reifen blockierten
Sekundenbruchteile später schon wieder, weil es nicht besonders sinnvoll war, den Wagen mit über 200
km/h durch die Ausfahrt zu prügeln. Oben musste nun Robin wieder die Führung übernehmen, weil nur er
bzw. seine Mitfahrer wussten, wo es hingehen sollte. Also blieb diesmal die Bremse durchgetreten, und bei
30 schaffte es Robin dann, Muffes Golf endlich vorbeizuschieben, er war gerade wieder über die
durchgezogenen Linie zurück, da donnerte von hinten ein weiterer Wagen vorbei, im Tiefflug über die
Gegenfahrbahn, 200 km/h auf der falschen Spur. Den Irren ließen sie ziehen, stattdessen brachte Robin
Muffes Karre vor Christas Hütte zum Stehen, was deutlich leichter war als sie zum Fahren zu bringen, da
man zum Bremsen lediglich den Anker aus dem Fenster werfen und aufpassen musste, das man keine hinter
sich fahrenden Fahrzeuge traf.
Mit zwei Fahrgästen weniger, Christa und Birgit waren anscheinend der Meinung gewesen, man müsse um
halb vier schon müde sein, war deutlich mehr Platz, aber ursprünglich wollten doch alle fünf im Vier-Plätze-
Golf bleiben, weil Jane noch immer im anderen Golf war, aber schließlich zwängte sich der Daum aus der
tiefergelegten Karre hervor und zog eine kurzfristige Nerven-Überbelastung weiteren Quetschungen vor.
Außerdem bestand ja die Hoffnung, das Jane viel zu sehr damit beschäftigt war, Robin und Muffe zu nerven
und den neuen Fahrgast auch tatsächlich bemerkte, was tatsächlich der Fall zu sein schien, da sie sich
erstaunlicherweise bei sämtlichen Fragen der Fahrt mit Ein-Wort-Antworten zufrieden gab. Auf ging es zum
Frühstücken, nach Dülmen, zur Tanke, wo Makke Nachtschicht schob und noch bis sechs Uhr rumgammeln
musste. Auf dem Weg wunderte sich Robin kurz über das Beschleunigungsvermögen seines eigenen
Wagens, der, um einen Person erleichtert, an der nächsten Kreuzung aus dem Stand noch innerhalb der
90°Kurve an ihm vorbeizog. Diesmal schnappte sich Steffi dann auch den Parkplatz an der Pole-Position
(Zitat Robin: „Das ist mein Parkplatz.“) Makke war besonders froh, Stöck zu sehen, denn da Stöck der
Dope-Beauftragte des Kompetenzteams war (die Rechtschreibprüfung kennt übrigens interessanterweise das
deutsche Wort „Dope-Beauftragter“) hoffte er, das Stöck wusste, wo sein Dope abgeblieben war. Das
wusste Stöck auch, denn es hatte sich gerade vor der Tanke in schönen Rauch aufgelöst. Der Rauch hatte
auch niemandem wirklich geschadet, nur Mo war danach nicht nur leicht verpeilt wie alle anderen, sondern
extrem verpeilt. Und Mo hatte Hunger, leider weigerte sich Makke standhaft, ihm einen Pizza zu machen.
Beleidigt wandte sich Mo um und schwankte in Richtung Porno-Heftchen. „Keinen Schritt weiter.“ warnte
Makke. „Die packts du nich an, die sind für den Eigenbedarf.“ Daraufhin schwenkte Mo zurück, wollte sich
ein Schinken-Käse-Brötchen kaufen („Das ist ein Schokobrötchen auf das du zeigst“) und tat das dann auch.
Dumm nur, das er beim Versuch, das Brötchen am Stück zu verschlucken fast erstickt wäre, zum Glück
stopfte Jane aber schnell etwas Eis nach, als Mo mit offenem Mund nach Luft schnappte, und durch die
Kälte schrumpfte das Brötchen und wurde klein genug, um doch den Weg zum Magen zu finden. Da es aber
vom Magen bis ins Blut bei Nahrungsmitteln ein recht langer Weg war hatte Mo immer noch Hunger, alle
anderen auch ein bisschen, und so konnte Makke die frisch aus dem Ofen geholten Brötchen verticken, die
Mani schon zehn Minuten früher hatte kaufen wollen. Die Brötchen kosteten nur 20 Cent, und da es an der
Tanke noch kein Dosenpfand gab musste man die ausgefressenen Hüllen auch nicht zwecks
Pfandzurückgabe zurückbringen und konnte sie gleich mit verspeisen. Um Viertel vor fünf war man dann
fertig mit Essen und wollte heimwärts, alle hatten recht wenig Probleme, zum Wagen zu kommen, nur Mo
nicht. Der steckte in der Tür fest. Denn während er so langsam vor sich hin durch die Tür gewankt war hatte
sich die auf einmal schließen wollen, und da Mos linkes Bein sich im selben Moment entschlossen hatte, das
es doch lieber in der Tanke bleiben wollte steckte er nun fest, und sie versuchten alle zusammen, ihn aus der
Falle herauszuziehen. Aber erst als Makke seinen Lachanfall überwunden hatte und Mo von innen einen
Tritt gab, weil dieser die Tür für weitere Gäste blockierte kam Mo wieder frei. Um kurz vor fünf wurde in
Nottuln der erste Mitfahrer ausgeladen, und jetzt wurden der Reihe nach alle zu Hause abgeliefert. Ende der
Vorstellung.
Rauchzeichen: Freitag, Freistunde
Liebe Kinder, Drogen sind etwas Schlimmes. Sie kosten nämlich viel Geld. Weniger Geld kostet dagegen
Zimt, und das kann man auch rauchen, aber erst nach mindestens 13 Jahren Schule. Auf die Idee, Zimt zu
rauchen kam Mo, nachdem er zu lange die Nase hinter den Auspuff von seinem Porno-Moped gehängt hatte
und sich mit der daraus hervorschießenden Stichflamme Teile des Logik-Sektors im Hirn verschmort hatte.
Kurze Zeit nach Weihnachten war es zwar schweinekalt, dafür konnte man aber recht leicht Zimtstangen
auftreiben, man brauchte nur den Adventskranz plündern. Da waren sogar mehr als genug für alle, die
mitrauchen wollten, und so füllte sich der ganze Oberstufenraum bald mit einer dichten Wolke aus
Zimtqualm. Wenn man Pech hat, kann man vom Zimtrauchen auch einen Fress-Flash bekommen. Die
meisten blieben davon verschont, nur Mo hatte das Pech, mitten beim Rauchen fürchterlichen Hunger zu
bekommen. So biss er einfach zu und fraß seine Zimtstange, samt glühender Spitze. Bauer hatte das mit dem
Rauchen noch nicht ganz verstanden, tauchte die Zimtstange in Wachs und zündete sie an. Als er tief Luft
holte hätte ihm die Flamme fast die Nase weggekokelt, und als er wieder ausatmete fauchte eine Flamme
durch den halben Oberstufenraum und hätte fast den Adventskranz entzündet. Was niemand merkte war, das
ein paar Fetzen der glühenden Zimtasche tatsächlich auf den Kranz fielen und sich langsam hineinfraßen.
Und während Markus sich noch sorglos die Zimt-Bong reinknallte nahm die Katastrophe weiter ihren Lauf,
und die ersten Nadeln des alten, trockenen Kranzes begannen, Rauch zu verströmen, was aber in dem völlig
vollgequalmten Raum überhaupt niemandem auffiel. Die Zimtstangen waren schon fast aufgeraucht, als
irgendjemand in dem ganzen Rauch die ersten kleinen Flammen am Adventskranz bemerkte. Da die ganze
Schule aus einer Mischung aus Papier, Holz und Brandbeschleuniger gebaut war waren alle in großer
Gefahr, und so mussten sie zu Helden werden, auch wenn sie selbst gar nichts dafür konnten. Sie waren nur
zur falschen Zeit am richtigen Ort, und konnten ihre Mitschüler mit heldenhaftem Mut, bewundernswertem
Tatendrang und todesverachtender Entschlossenheit vor dem sicheren Ende in den Flammen bewahren. Mo
schnappte sich den Kranz, während Robin das Fenster öffnete, und mit dem brennenden Kranz stürzte sich
Mo mit einem Hechtsprung hinaus ins Freie, wo er den Kranz fallen ließ, Sekunden bevor dieser ihn selbst
in Flammen hüllte. Schon waren die anderen auch draußen, stellten sich um den Kranz und überlegten, was
zu tun sei. Da schon fast Wochenende war und Stöck, Markus und Niko gerade Kuchen holten dauerte es
einige Zeit, bis ihnen einfiel, was zu tun sei: Sie mussten den Kranz schleunigst löschen, bevor die
Flammen, die schon von unten ans Vordach des Oberstufenraumes schlugen, das ganze Gebäude doch noch
in Flammen aufgehen ließen. Und siehe da, obwohl sie noch total stoned von dem ganzen Zimtrauch waren
gelang es ihnen, zwei Flaschen mit Wasser oder irgendwelchen anderen, nicht brennbaren Flüssigkeiten zu
füllen und über den Kranz zu schütten. Da lösten sich die Flammen nach einer halben Stunde endlich in
harmlosen Wasserdampf auf, und vom Kranz blieb nur ein Skelett aus schwarzem Draht, das auf dem
schwarz-rot glühenden Steinboden lag. Eigentlich hätte ihnen ja, so kurz vorm verlassen der Schule, das
Gebäude egal sein können, aber da sie ja alle Helden waren (besonders Mo, der den Kranz nach draußen
gebracht und angezündet... äh... gelöscht hat) und ein paar andere sonst auf der nächsten Party gefehlt
hätten, weil sie in dem Flammeninferno zu acrylamid-haltigen Fleisch verbrannt wären und nur noch als
Fleischlieferanten für eine gigantische Grillparty getaugt hätten. Sie hatten also ihre Mitschüler davor
bewahrt, als Grillfleisch im Magen eines hungrigen Menschen zu landen, bedankt euch also mal das man
euch das Leben gerettet hat. Ach ja: Wir brauchen noch einen Kuchenanlass für die nächste Sowi-Stunde,
als große Retter müssen wir schließlich jetzt jede Stunde Kuchen fressen.
Makkes magische Türen und ein kleines Trostplaster: Freitagabend
Versucht man, die Geschehnisse von Freitagabend zu rekonstruieren, so sollte man bei Steinhoff beginnen.
Da hatte sich nämlich eine Horde potentieller Amokläufer versammelt, um sich zu versammeln. So groß war
die Gruppe, das kaum einer einen Überblick behielt, wer alles da war, da war es viel leichter, den Überblick
darüber zu behalten, wer kurz darauf ging: Mani, Mo, Stöck, Benni, Daum und Birgit. Letztere hatte erst
kurz zuvor Benni, Mo und Jane abgeladen. Da Mani unbedingt mit Fahrrad fahren wollte und sich durch
nichts davon abhalten ließ saßen also nun 5 statt vorher vier Leute bei Birgit im Wagen, 25% mehr Insassen,
dafür aber fast 100% weniger Lautstärke. Gewisse Leute scheinen nämlich an einer Lähmung der Muskeln
zu leiden, die die Stimmbänder stillhalten. Das ist eine sehr schlimme Lähmung, da man wahrscheinlich sehr
schwer einschlafen kann, wenn man ständig redet und da alle nur eine begrenzte Aufnahmefähigkeit haben
besteht die Gefahr, das ihre Hirne unter dem ständigen Einfluss akustischer Informationen kollabieren, daher
müssen sie gelegentlich Abstand von der Person mit der Stimmbänder-Ruhighaltemuskel-Lähmung nehmen.
Wie auch immer, der schnellste Fahrradfahrer nach Schmitti scheint trotz gut gewachster Fahrradkette Mani
zu sein, denn er war mit seinem Fahrrad schneller am Ziel als der Rest im Auto. Dann wurde die Besetzung
des Autos, abgesehen von der Fahrerin, gewechselt, denn Mani wollte noch für ein bisschen flüssige
Verpflegung sorgen, Stöck, Mo, Benni und Daum wurden zusammen mit einem halb leeren Kasten Bier aus
dem Wagen geschmissen und mussten sehen, wie sie in der Kälte überlebten. Nun war nur ein
Frostschutzmittel in Reichweite, und das war in den Bierflaschen versteckt, und um an das Frostschutzmittel
zu kommen, das man brauchte, um die Kälte zu überleben, musste man die Flaschen aufmachen und
leertrinken, aber es gibt schließlich schwerere Übungen. Zum Beispiel ohne Handschuhe einen fast leeren
Kasten Bier tragen, Mo war nicht dazu in der Lage. Immerhin waren sie, als Mani zurückkehrte, alle in der
Lage, ins Haus zu gehen und sich aufs Sofa zu setzen.
Jetzt gab es keinen Bedarf mehr für Frostschutzmittel, aber man konnte ja schon mal vorsorgen, für später,
wenn man wieder nach draußen musste. Denn eines war sicher, nach draußen musste man über kurz oder
lang wieder. So lange konnte man aber erst mal noch Activity spielen, was Benni zwar keine
Krokodilstränen in die Augen, dafür aber Krokodilsträhnen in die Haare trieb, hauptsächlich weil er weder
richtig lesen noch richtig schreiben konnte. Trotzdem hätten Mani, Benni und Daum fast gewonnen, wenn
nicht Stöck durch eine grandiose Pantomime-Performance Mo und Birgit einen Homerun ermöglicht hätte,
bei dem dieser dafür sorgte, das Team Rot doch noch den Sieg holte und die Gegner quasi auf der
Zielgeraden überholten. Auf eine Revanche war keiner so richtig scharf, was dafür aber auf manche von den
Pizza-Stücken zutraf, die Ecki kurz darauf vorbeibrachte. Die waren zwar quasi Müll und nur nicht
gegessene Überreste aus dem Sculpi und noch dazu kalt, aber so sonderlich große Ansprüche stellt man um
kurz vor zwölf nicht mehr an sein Essen. Die Grundvoraussetzung, das man es nämlich überhaupt essen
konnte, erfüllte die Mahlzeit immerhin, und während Mo weiterhin wahllos Namen in seine Einladungsliste
eintrug und mit Eckis Mithilfe versuchte, die Kosten und den daraus resultierenden Eintrittspreis zu
errechnen wollte Rusty immer noch seine phänomenale Intelligenz unter Beweis stellen und allen Beweisen,
das er nicht nur ordentlich den Arsch voll, sondern auch das Hirn voll hatte, voll mit Wissen nämlich. Doch
als es ihm endlich gelungen war, Mo und Ecki auf sich aufmerksam zu machen war schon so viel Zeit
vergangen, das Mo es schaffte, sich schnell ein Moped zu erschummeln, und in der kurzen Zeit, die ihnen
noch zum Spielen blieb konnte Mani nicht mehr vorbeiziehen, er konnte zwar auch noch ein Moped
ergattern, was sonst niemand schaffte, aber dann wurde das Spiel beendet, und Rusty war nicht alleiniger
Sieger. Während Mo und Benni nun abgeholt wurden und Birgit zu Hause blieb machten sich Ecki, Stöck,
Mani und Daum auf zu Stöck, wo auch schon Makke, Annika, Steffi, Robin, Jane und Jo rumhingen, wo
man aus mehreren Telefonaten mühsam erfahren hatte.
Ansprechbar waren davon aber, auch das hatten die Telefonate ergeben, eigentlich nur Steffi, Jane und Jo,
die anderen konnte man zwar ansprechen, aber man bekam keine Reaktionen. Unterwegs fanden sie Niko
und Bene, die ihnen kurz darauf erst folgten und dann voraus fuhren, während Stöck anfing, über die Vorund Nachteile und die Risiken vom Kiffen zu philosophieren. Noch erlaubte ihm sein Zustand, sich anderen
relativ gut verständlich zu machen und seine Aussagen, wenn auch auf etwas seltsame Weise, in
verständliche Worte zu fassen, aber das sollte sich bald ändern. Noch bevor sie bei Stöck ankamen musste
Rusty schiffen – ganz egal wo – und setzte, um nicht gesehen zu werden, seinen Tarnanzug ein. So
verschmolz er im fahlen Licht der Laternen völlig mit dem Baum, an den er schiffte. Stöck glaubte sogar
erst, Mani sei verschwunden, und selbst als er vor dessen Fahrrad stand, nur einen Meter neben dem Baum
und auf der selben Seite wie Rusty, konnte er ihn noch nicht sehen, erst als Rusty sich wieder bewegte
wurde er wieder sichtbar. Fast waren sie schon bei Stöck angekommen, Mani und Ecki waren ein paar Meter
vorgefahren und hatten sich schon zu Bene und Niko gestellt, die auf Stöcks Ankunft warteten, da glaubte
Stöck, Hannes zu sehen, und rief seinen Namen. Doch als er genauer hinsah erkannte er, das es nicht Hannes
war, sondern Makke und rief ihn bei seinem Namen. Dann erst sagte die Gestalt etwas, und Stöck erkannte,
das es sein Vater war. Trotz seiner recht offensichtlichen Verpeiltheit schaffte er es wie alle anderen auch in
den Keller, wo Makke und Annika pennten, Robin im Wachkoma vor sich hin saß und die restlichen drei
relativ wach da saßen, sogar noch zu zwei Dritteln nüchtern. Das dritte Drittel stellte Jane dar, die schon
ganz und gar nicht mehr nüchtern war und den Rest des Abends erstaunlich wenig redete, dafür aber umso
mehr lachte, auch wenn keiner verstand, warum.
Einen Grund zu lachen gab es aber bald auch für die anderen, als Steffi Rob nach Hause bringen wollte und
Makke auch auf die Idee kam, nach Hause gehen zu wollen. Mühsam richtete er sich auf, sah sich um,
versuchte die Tür anzupeilen und ging los, kam aber nicht mal bis zum Ende vom Tisch, ehe ihm wieder
einfiel, das hinter dem Sofa ja auch noch eine Tür war. Die Tür, an der die Dartscheibe hing. Also wendete
er mühsam und ging zurück zur Tür hinter dem Sofa, aber so stramm wie er war bekam er die Tür nicht auf.
So musste er doch den weiten Weg bis zur anderen Tür gehen. Offensichtlich schaffte er es jedoch nicht die
Treppe hinauf und schwenkte mitten drauf herum, taumelte wieder in den Raum zurück und wankte zu
seinem Platz. Damit es unter der Decke nicht zu warm wurde ließ er Pulli und Hose draußen, fiel auf sein
Handy und schlief so schnell ein, das man ihm die Decke noch nachreichen musste. Nachdem Stöck sich ein
bisschen Gras reingezogen hatte, das zusammen mit den letzten Zimtresten vom Morgen eine noch viel
üblere Verpeiltheit als ohnehin schon hervorrief, glaubte er als die Musik ausging, Jos Discman hätte sich
verletzt, und er bat Jane, aus dem Stöck-Mobil ein Gettho-Plaster zu holen, um die Wunde zu versorgen.
Aber es war lediglich die CD alle, und nachdem Ecki ein paar Batterien hervorgezaubert hatte (sein linker
Fuß funktionierte den Rest des Abends wegen dem Strommangel nur noch im Sparmodus) lief die Musik
wieder, und Stöck war traurig, das er gar nicht hatte helfen können. Deshalb bekam er von den anderen ein
Trostplaster. Da Jane sich ständig über ihn kaputt lachte und trotzdem noch erstaunlich heile schien wollte
er ihr damit sämtliche Atmungsorgane zukleben, verpeilt wie er war schaffte er das aber nicht ganz und gab
es irgendwann auf. Mani war währenddessen damit beschäftigt, Orangenschalen auszupressen und sich den
Saft ins Auge zu schießen, was allerdings, ebenfalls aufgrund erhöhter Verpeiltheit, nicht gelang. Und dann,
man dachte schon, das Schlimmste sei auf intellektueller Ebene mit dem Trivial Pursiut Spiel überstanden,
aber da hatten sie sich getäuscht. Herausgefordert von Jane sah sich Stöck nämlich gezwungen zu erklären,
was man mit Wachs alles machen konnte. Da gab es zum einen natürlich Kerzenwachs und Haarwachs, aber
es gab auch Skiwachs. Den braucht man, damit die Ski nicht zu schnell werden, denn wenn man zu schnell
den Berg runterbrät könnte man schon bei kleinen Unebenheiten die Bodenhaftung verlieren und bis ins Tal
fliegen und dort auf der Autobahn landen und überfahren werden. Deshalb muss man seine Ski wachsen,
damit sie nicht zu schnell werden. Fahrräder muss man aus dem selben Grund auch immer gut wachsen, was
passiert, wenn man das nicht tut und zu schnell fährt sieht man, wenn man sich Schmitti anschaut. Und jetzt
kann ich nur noch sagen:
Ich muss weg.
Wehe du schreibst dadrüber! Samstagabend
Wenn man ordentlich sucht findet man immer einen Grund zum Feiern. Da man aber zu faul zum Suchen
war funktionierte man kurzerhand alles, was passierte, zum Feier-Anlass um. Selbst die Tatsache, das Jane
sich schon bald auf dem Rückweg ins eiskalte Moskau machen würde, wenn sie dort genauso viel reden
würde wie hier, da war man sich ziemlich sicher, würde sie bald gar nicht mehr reden können, da ihre
Stimmbänder in der Kälte einfrieren und zerreißen würden. Und das Jane noch reden konnte musste gefeiert
werden, vor allem, weil man gerade keinen anderen Anlass fand. Außer vielleicht dem, das von Silvester
noch viel zu viel Geld übrig war, das versoffen werden konnte. Während andere im Suff Drehbücher
schreiben wurde hier beim Saufen gefilmt, und Ecki war sogar der Ansicht, niemand sonst hätte je das
eigene Verhalten so exzessiv in den verschiedensten Formen festgehalten. Und da fällt mir gerade ein, es
gab doch noch einen Anlass zum Feiern, der dann wohl für Freitagabend galt: die großen Helden Mo und
Mo hatten die Schule, in Zusammenarbeit mit vielen anderen, vorm verbrennen bewahrt. Und auch heute
waren die Helden wieder da, bis auf Mo, bereit zu neuen Heldentaten, während Mo wahrscheinlich auf
seinem Porno-Moped durch die Lande zog und anderswo mal wieder die Welt rettete. Ziemlich heldenhafte
Ziele hatte auch Julia, sie hatte es sich nämlich in den Kopf gesetzt, die anderen vor einer Alkoholvergiftung
zu retten, indem sie alle Vorräte vernichtete, doch der so gute Vorsatz scheiterte schon bald an ihrem
Fassungsvermögen. Verglichen mit dem, was Julia, ein wenig unterstützt von Steffi, Nina und Markus, dann
abzog war Benes Arsch-voll-Tanz von Silvester noch harmlos, das sie sich nicht selbst beide Augen
ausstach war wohl mehr das Glück einer Besoffenen als mangelnde Gelegenheit. Da fällt mir ein, ich sollte
gar nicht darüber schreiben. „Wehe du schreibst darüber!“, jedenfalls konnte man Julias
Artikulationsversuche so interpretieren. Das sie nachher mit einer ganzen Packung Salzstangen in den
Haaren als lebende Nahrungsmittel-Nachschub-Station herumlief erwähne ich deshalb vorsichtshalber
besser nicht. Wohl aber, das Hannes, Moe, Christa und womöglich noch einige andere sich als Frisöre und
Frisösen versuchten. Leider recht erfolglos, wie man besonders an den Augenbrauen von Moe und Benni
sehen kann. Beim Daum vergaßen sie beim rasieren einen Streifen Haare in der Mitte, der nach einem
versehentlichen Griff in die Steckdose senkrecht nach oben stand, und bei Richie bereiteten sie den Kopf für
eine Nassrasur vor, indem sie die Haare auf ein Minimum kürzten. Aber aus irgendeinem Grund war er dann
doch dagegen, sich eine polierbare Frisur zuzulegen.
Im weiteren Verlauf des Abends zeigte sich, das Julia offensichtlich nicht in der Lage war, ihren
Alkoholpegel mit der Zeit abzubauen, während Bauer Mo voll damit ausgelastet war, seinen eigenen Pegel
in die Höhe zu treiben. Die Arschvoll-Haubitzen begnügten sich an diesem Abend nicht mit einem Auftritt,
sondern gaben sogar zwei Zugaben, anscheinend hatten mittlerweile alle anderen, ständig geringfügig
wechselnden Gruppenmitglieder eingesehen, das ihre Sängerin unsterbbar war und unterließen deshalb die
an Silvester so zahlreichen Mordversuche. So konnten sich die Zuschauer auch darauf konzentrieren, das
eigene Leben zu schützen, und wurden nicht ständig durch Attentate auf der Bühne abgelenkt.
Langsam teilte sich die Party in drei Gruppen auf: Eine mit ständig wechselnder Besetzung im Nebenraum
und in der Nähe vom Schond, die sich fleißig unterhielt und später auch was zu essen an den Start brachte,
eine weitere, ebenfalls noch recht aktive Gruppe im Freiraum zwischen Theke und Bänken, die zwar
weniger redete, sich dafür aber mehr bewegte, und eine dritte, mit der Zeit immer weiter wachsende und
immer weniger aktive Gruppe auf den Stühlen und Bänken, was anfangs noch als Ruhezone am Rand
genutzt wurde mutierte langsam zum Schlafplatz für diejenigen, die total fertig waren, nur wenige, die dort
gelegentlich rumgammelten, schafften es irgendwie immer wieder, zumindest teilweise wieder unter die
Lebenden zurückzukehren. Den Waldschrat hatten schon alle abgeschrieben, es schien eine Zeit, als hätte er
total die Wurzeln voll, aber dann kehrte er doch aus dem Wald in seinem Kopf zurück. Auch Moe schaffte
es immer wieder, für längere Zeit aufzustehen. Anja wäre vielleicht auch noch dazu in der Lage gewesen,
aber um sie lagen so viele Leute herum, das sie gar nicht mehr aufstehen konnte. Nicht mehr aufstehen
konnten für ziemlich lange Zeit auch Anna, Hannes und Richie, und auch Bauer Mo hatte seine bewusste
Wahrnehmung in den Kurzurlaub geschickt und die Welt für eine Weile Richtung Bier-Paradies verlassen.
Aber wenn man geglaubt hätte, ab einer gewissen Uhrzeit sei alles total entspannt gewesen, der täuscht sich,
denn die ganzen Schläge wurden recht spät ausgeteilt. Und wer glaubt, Männer seien brutal und würden zur
Gewaltanwendung neigen, der kennt entweder Kati und Christa nicht oder weiß etwas über die beiden, was
wir nicht wissen. Der erste, der was aufs Maul bekam, war Erich, und Kati versuchte noch, sich damit
herauszureden, sie hätte Christa treffen wollen und nicht mehr richtig zielen können, was selbst für einen
Waldschrat ausreichend glaubwürdig klang, außerdem konnte er sich gar nicht wehren, da er weder einen
Speer noch ein Messer dabei hatte, und kein ordentlicher Franzose würde sich ja bei Schlägereien die Hände
schmutzig machen (schlimmer sind da nur die Italiener, die kommen angeblich selbst zur Schießerei mit
Klappmessern). Das zweite Opfer war, immerhin lange Zeit später, Julia, die im Suff wohl Dinge sagte, die
Christa nicht gefielen, und die ist ja dann bekanntlich gelegentlich sehr radikal. Hätte Julia nicht eh schon
aus Mangel an Gleichgewichtssinn an der Wand gelehnt, sie wäre von der Wucht des Schlages glatt von der
Bank gefallen, ob das jedoch schlimmer gewesen wäre als der Treffer ist zu bezweifeln, jedenfalls kamen
kurz darauf die Nachbarn vorbei, die von dem Knall aufgewacht waren und gedacht hatten, bei Robin sei die
Hütte in die Luft geflogen.
Obwohl sie nicht geschlagen wurde war auch Jo leicht angepisst, denn Commander Mo hatte in ihrer
Abwesenheit ihren Schlafplatz sich selbst zucommandert und war jetzt durch nichts mehr davon
wegzukriegen, vielleicht hätte es ihn geweckt, wenn Christa ihn geschlagen hätte, andererseits war Mo
mittlerweile schon so daran gewöhnt, von ihr Schläge zu bekommen, das es ihn wahrscheinlich auch nicht
weiter gestört hätte. Außerdem hatte er heute sowieso schon Schläge von Christa bekommen, weil er Dinge
sehen wollte, die er nicht sehen durfte. Andere Leute sagen dann nein, manche schlagen aber sofort zu.
Bauer Mo geriet an eine von letzterer Sorte. Wie auch immer, Jo musste also dummerweise einige Zeit
wachbleiben, aber anfangs schien es noch, als sei nicht alle Hoffnung verloren. Jemand versuchte, Mo
aufzuwecken, indem er ihm die Nase mit Salzstangen verstopfte, aber auch das funktionierte nicht, Mo
atmete die Salzstangen einfach ein. Und da alle jetzt entweder selber müde oder anderweitig beschäftigt
waren wurde der Schlafplatz vorerst doch nicht frei, was Robin nicht daran hinderte, immer wieder erfolglos
eine Reduzierung der Lautstärke zu verlangen. Die Schlafecke füllte sich immer mehr mit Leuten, die trotz
recht angenehmer Innentemperatur der Meinung waren, sich durch massives aufeinander herumliegen sich
gegenseitig zu wärmen, was dazu führten, das die in der untersten Schicht bald dermaßen isoliert waren, das
sich ihre Körpertemperatur immer weiter aufheizte und Robin bald die Fenster auf und die Heizung aus
machen musste.
Nachdem aber dann das sechshundersechsundsechzigste Glas kaputtgeschmissen worden war wurde Robin
die ganze Sache zu bunt und er schmiss alle raus, eine recht radikale Methode, wenn man bedenkt, das auch
Monochromlampen oder schlicht abgeschaltetes Licht helfen, wenn es zu bunt wird. Oder man sollte kein
LSD mehr nehmen, das soll auch helfen. Helfen musste man nun auch einigen, die Hütte zu verlassen, und
selbst draußen musste man noch helfen. Benni musste man dabei helfen, nicht völlig verpeilt nach Hause zu
fahren, Domsen wollte auch noch Commander Mo helfen und ihn nach Hause bringen, aber wo der
Commander schon mal wieder wach war wollte er auch sein Fahrrad nach Hause bringen und entschloss
sich, alleine nach Hause zu fahren. Allem Anschein nach nicht mehr zu helfen war Christa, alles, was
möglich schien hatte sie schon selbst erledigt: Die Augenlider an den Augenbrauen festgeklebt. Wenn sie
nämlich die Augen geschlossen hätte, hätte sie den ganzen schönen Alkohol wieder ausspucken müssen, und
da sich das Augenschließen normalerweise nicht verhindern ließ hatte sie nachhelfen müssen. Jetzt wollte
sie schlafen, was mit offenen Augen aber ein ziemliches Problem darstellte. Andere wollten nicht schlafen,
ungefähr die Leute, die anscheinend so ungefähr nie schlafen wollen und nach praktisch jeder Party noch
weiterziehen: Stöck, Moe, Daum, Markus, Niko, Mike-Psycho und Birgit. Richtig, bis auf Moe und Birgit
genau die Leute, die auch schon Freitag morgen dabei geholfen hatten, die Schule zu retten und
dementsprechend große Helden waren. Heute wollten sie also das unmögliche versuchen und Christa davor
bewahren, den guten Alkohol auszuspucken, obwohl diese sich viel lieber den lustigen Niko angeschaut
hätte, wie er sich auf der kleinen Verkehrsinsel im Kreisverkehr auf dem Rücken herumrollte wie ein
Schildkröte, die man auf den Rücken geschmissen hatte. Damit war aber nun weder der lustige Niko noch
der Rest der Truppe einverstanden, die wollten lieber zu Stöck, aber eigentlich auch wieder nicht, das war zu
weit. Als sie dann das Angebot bekamen, sich den Aufmarsch der „Armee der Finsternis“ in Christas Hütte
anzuschauen (wobei das Haus zwar ein ordentliches Format hatte, aber eigentlich nicht groß genug für eine
ganze Armee war, auch wenn nur wenige Sekunden nach dem Angebot eine halbe Armee auf dem Weg
dorthin war, und diese Armee war zwar nicht finster, hatte aber ziemlich den Arsch voll). Dieses Angebot
ließ sich natürlich keiner entgehen, denn so einen guten Film bekam man nicht so schnell zweimal zu sehen,
es sei denn, man hatte ihn schon Freitag gesehen.
Nachdem die Schuhe im Flur abgestellt waren, um eine umfassende Flutung des Hauses mit schmantigem
Wasser zu vermeiden sicherten sich alle gute Plätze vor dem Fernseher, nur Christa schaffte es irgendwie
nicht, das Video schnell genug ans Laufen zu kriegen um selber noch einen Platz zu bekommen, denn
nachdem sie sich erst mal einige Zeit hingesetzt hatte war sie nicht mehr in der Lage aufzustehen. Und los
ging der geilste Film der Welt. Mike versprach schon immer „das wird noch besser“, bekam es dann aber
selbst nicht mehr mit, das es besser wird, da er der zweite war, der nach Moe wegpennte (Zitat Moe von
zehn Minuten früher: „Warum hören wir eigentlich immer schon viel zu früh auf?“), der dritte war Stöck,
der aber immer wieder kurz aufwachte, Richtung Fernseher schielte, Daum den Ellenbogen in die Rippen
rammte und wieder nach hinten kippte. Alle anderen waren entweder viel zu sehr mit Lachen beschäftigt
oder wurden von Markus’ Lache wachgehalten. Nur Mike, den alten Psycho, der direkt neben Markus saß,
störte das ganze überhaupt nicht.
Ist es nötig, den Inhalt des Filmes wiederzugeben? Wohl kaum. Kultige Sprüche wie „Das ist ein Trick, hol
die Axt“ und „Schau mir in die Augen, Kleines“, die grandiose Naturkulisse mit ihren vereinzelten Bäumen
und dem Pappschloss sowie die grandiosen Spezialeffekte, besonders das perfekt animierte Millionenheer
der Untoten, das Schumi-Kinn des Hauptdarstellers, nachdem ihn das falsche Buch eingesaugt hatte und der
fliegende Frauenräuber machen den Film zusammen mit einer unfassbar durchdachten Storyline zu einem
Erlebnis für Augen und Geist. Auch wenn die Story irgendwie nicht so ganz rüberkommt, und die Tricks für
ungeübte Augen recht billig wirken. Das alles macht der Hauptdarsteller durch seine kompromisslose
Lässigkeit wieder mehr als gut, man denke nur an den Kettensägen-Arm und das krasse Propeller-Auto.
Außerdem ist er nach Christas Aussage wohl mindestens so attraktiv wie Gollum (apropos Herr der Ringe:
Ihr Schatz musste ins Krankenhaus, die Furcht vor der Zeit ohne Schatz war schon recht stark ausgeprägt.
Wenn Tolkien noch lebte müsste man ihn fragen, ob er sicher ist, das der Ring vernichtet war. Vielleicht hat
Sauron ihn auch in geschmolzenem Zustand aus der Lava geholt und in einem bestimmten Auto verbaut, ich
glaube, wir sollten uns mal alle mit der Karre auf den Weg zum Schicksalsberg machen, aber immer auf die
Nazgul achten, sonst holen die uns, garstige Nazgul, garstige Menschen, wollen uns unseren Schatz klauen.
Geh weg!), und das will schon was heißen. Wir sollten eine Fortsetzung zu dem Film drehen. Wir
bekommen zwar keinen derartigen Hauptdarsteller, aber das Drehbuch und die Effekte kriegen wir auch
noch hin, außerdem sind wir, wenn wir die richtigen Leute mitarbeiten lassen, sicher auch in der Lage, das
gesamte Filmbudget beim Schreiben des Drehbuchs zu versaufen.
Als der Film dann zu Ende war waren fast alle traurig, außer denen, die das Ende nicht mehr mitbekommen
hatten, Christa konnte wahrscheinlich wieder die Augen schließen ohne zu kotzen, auch wenn keiner das
Bedürfnis hatte, den Beweis oder Gegenbeweis eventuell auf den eigenen Schuhen zu sehen und lieber
schnell ging. Der Einzige, der zwar nicht mehr wusste, wo er war, aber eigentlich am liebsten genau da
geblieben wäre war Moe, der die ersten fünf Minuten nach dem Aufwachen nur recht verpeilt in der Gegend
herumstarrte, dann einen kurzen, unverständlichen Laut von sich gab und schließlich mit massiver Hilfe
wieder auf die Füße kam und dabei erneut versuchte, irgendwas zu sagen. Wieder erfolglos. Er soll auf dem
Rückweg wohl auch verlorengegangen sein, jedenfalls wussten die anderen irgendwann nicht mehr, wo Moe
war. Nach eigener Aussage war er aber doch noch in seinem eigenen Bett aufgewacht, hat also wohl doch
irgendwie den Weg gefunden. Den Weg nach Hause gefunden hatten die anderen auch, gegen fünf Uhr
fanden die letzten dann auch den Weg durch die eigene Tür, nur von Moe ist nicht überliefert, wann er nach
Hause kam.
Aufzeichnungen von Samstagabend haben ergeben, das er grandiose letzte Auftritt der Arschvoll-Haubitzen
von Steffi etwas unzureichend gefilmt wurde. In dem festen Glauben, die Kamera sei aus, war sie auf die
Bank geklettert, nach zwölf immerhin schon eine ziemlich schwierige und zeitaufwändige Sache, wenn man
nicht mehr fahren musste, hatte die Kamera auf die wahnsinnigen Musikanten gerichtet und auf den
Aufnahmeknopf gedrückt. Und damit die Aufnahme gestoppt. So zeigt das Video nun die faszinierende
Erstbesteigung der Bank alleine und ohne Sauerstoffgerät, die Sherpas konnten diesmal in ihren Bergdörfern
bleiben und erstaunt zuschauen, nach dieser Aktion ist aber Schluss mit Bild und Schluss mit Lustig.
Schluss mit Lustig ist jetzt auch. Ende.
Nach der Pornofizierung ins Ex-Bad: Samstagabend
Nachdem sich Stöcks Hütte im sturmfreien Zustand schon am Freitagabend als gute Party-Location erwiesen
hatte, bis auf Moe hatten alle das Ganze in recht guter Erinnerung, nur Moe hatte keine Erinnerung mehr,
recht verständlich, nach einem ganzen Napf-Deluxe. Aber diesmal stand kein Bier im Keller, eigentlich ein
fast schon widernatürlicher Zustand, außerdem hinderte es die Gäste daran, sich weiter ihren Forschungen
über den Suff im Selbstversuch zu widmen. Robin forschte stattdessen an der ultimativen
Pornofizierungsmethode, aber dazu musste er erst einige Zeit mit offenem Verdeck durch Nottuln fahren,
um sich geniale Einfälle zufliegen zu lassen. Christa ruinierte unterdessen mit ihren 159kg Masse bei knapp
1,20m und mehr als 3facher Erdschwerkraft Stöcks Sessel, was den zwar gar nicht freute, aber sich
anscheinend doch noch irgendwie lösen ließ. Denn eigentlich war nur die Schraube kaputt, aber das war eine
riesige Schraube, unterarmlang und so dick wie eine Faust, und zwar eine von der Sorte, die man nicht gerne
im Fressbrett haben will. Aber gewissen Naturgewalten kann eben auch eine 5kg-Schraube nicht
standhalten, und wenn sich eine ausgewachsene Kampfkuh mal setzen muss dann ist der Sitzplatz eben einer
gewaltigen Belastung ausgesetzt. Der Waldschrat verstand mal wieder das Problem bei der ganzen Sache
nicht, für jemanden, der im Wald und mit dem Wald lebte war die Lösung ganz einfach: Es musste eine neue
Schraube an den Start, eine Schraube, die größer, dicker, länger und daher einfach besser war. Leider gab es
keine Schrauben, die noch größer, noch dicker, noch länger und daher einfach noch besser waren, es sei
denn, man hätte einen massiven Diamant-Bohrkopf als Schraube verwendet, was allerdings etwas
unverhältnismäßig gewesen wäre. Daher darf der Waldschrat nun bis zum nächsten Wochenende eine
bessere Schraube, die dementsprechend auch größer, dicker und länger ist, da sie sonst ja nicht besser wäre,
mit seinen Fingernägeln aus Eisenholz schnitzen.
Während das Video vom Jane-Abschiedsabend Richtung Haus rollte mussten dann Christa und Daum das
schaffen, was für die Schraube unmöglich war (nein, sie mussten keine Belastung von 246 kg
Lebendgewicht aushalten, das hätten sie nicht geschafft und hätten beim zerquetscht werden wohl das Sofa
ziemlich verschmanded), sie mussten besser werden, weil Birgit nämlich zum Schond musste und bei ihrer
Rückkehr gerne noch einen Sitzplatz gehabt hätte. Aber für echte Gangstaz, die in jedem Laden beim
rausgehen gefilzt werden, war das natürlich kein Problem, und da sie nur größer, dicker und länger
geworden waren und zum Glück nicht schwerer stand das Sofa auch noch, als Birgit zurückkehrte, allerdings
hatte sich eine etwas seltsame Struktur in die Decke gefressen, weil die beiden Sofa-Sitzer wohl zu gut
geworden und die Decke leicht beschädigt hatten.
Mit dem Video traf bald der große Pornofikator ein, und bevor sie das Video sehen durften musste sich einer
von den Gästen im Selbstversuch einer Pornofizierung unterziehen. Zu diesem Zweck schnappte sich Robin
schon mal das Pornofikations-Moped, lud beide Läufe nach und hielt nach etwas Ausschau, auf das er alle
drei Schuss abgeben konnte. Sein Blick wanderte über Benni, Ecki, Birgit, Christa, Daum, Stöck, Jo,
Annika, Nina, Steffi und Moe. Und da Stöck ja bekanntlich zu den Helden gehört hatte, die damals die
Schule vor dem Verbrennen durch den brennenden Adventskranz gerettet hatten, obwohl er total zimtstoned gewesen war musste er auch jetzt wieder den Helden spielen, denn wenn er schon nicht selber SaufVersuche an sich durchführen konnte wollte er sich wenigstens für andere wichtige Versuche zur Verfügung
stellen. Denn eine gelungene Pornofizierung hätte die Wissenschaft mächtig weitergebracht, außerdem wäre
Klonen so völlig überflüssig geworden, weil jeder pornofizierte Mann alle Menschen, die auf Männer
standen wie ein unglaublich starker Elektromagnet anzog und jede pornofizierte Frau auf alle Menschen, die
auf Frauen standen, dieselbe Wirkung hatte. Robins Konzept ging allerdings nicht ganz auf, denn das
Pornofikations-Moped eignete sich zwar im Notfall als Deo, aber die Tatsache, das Stöck bald in der einen
Ecke des Kellers stand und alle anderen, bis auf Robin, in der anderen Ecke ließen erkennen, das der große
Pornofikator noch ein wenig an seiner Mixtur feilen musste, aber niemand weiß, was unter Robins Haaren
so alles abgeht, und die meisten wollen es wahrscheinlich auch gar nicht wissen, aber wahrscheinlich feilte
er schon in diesem Moment an der neuen Formel für die Herstellung des magischen Elements
Pornofikatium. Vielleicht hilft ihm ja der Waldschrat mit ein paar tollen Kräutern, die nur zwischen den
Wurzeln der Schwarzblatt-Eiche oder im Schatten des grauen Zackenblatt-Busches wachsen und in den
ersten Stunden des Vollmonds gepflückt werden müssen (nicht das jetzt irgendjemand behauptet, ich hätte
mir diese Pflanzen einfach ausgedacht: es gibt tatsächlich verteilt über die ganze Welt, aber hauptsächlich in
Polien, genauso viele Plantagen, in denen rote Bananen angebaut werden wie es im Moskauer Stadtforst
Schwarzblatt-Eichen gibt, also bitte ein wenig Mitleid für die armen Bäume, denn jetzt ist Jane in ihrer
Nähe).
Als das Video dann lief wurde Julia in Abwesenheit zur Alleinunterhalterin, auch wenn zwischendurch
Hannes eine Kostprobe seiner fantastischen Sangeskünste gab, mit denen er durchaus eine Chance bei
„Deutschland sucht den Superstar“ gehabt hätte, sonst aber auch nirgends. Der Superstar im Video war
allerdings wie bereits gesagt Julia, und daran änderte auch die Tatsache, das Steffi und Nina geradezu
lächerlich untalentiert versucht hatten, ihren Sitz-Tanz nachzuahmen. Da noch alle fast nüchtern waren und
dementsprechend nachdenken konnten hatten sie beim Anblick des Videos eine geniale Idee, um Julia dünn
zu kriegen, denn wenn Julia breit war bewegte sie sich genug, um alles, was sie in den vorherigen zwei
Tagen an Nahrung zu sich genommen hatte, zu verbrennen. Wenn man es also schaffte, Julia über etwa 3
Wochen dauerbreit zu halten wäre Stöcks Sessel auch bei ihr nicht mehr in Gefahr, obwohl sie ja schon jetzt
längst nicht an die 492kg von Christa herankam, auch wenn sie dadurch auf Dauer weniger breit werden
würde, und dadurch ja auch nach Waldschrat-Logik schlechter. Julia 3 Wochen dauerbreit zu halten war,
zumindest in der Theorie, weder besonders schwer noch besonders aufwendig, ein Kasten Bier sollte
eigentlich ausreichen, ein weiterer in Reserve, dann war man auf der sicheren Seite.
Vielleicht auch auf der sicheren Seite, aber irgendwie auf der falschen Spur war Erich, der schon um halb
zwölf wieder aus Münster abhauen wollte, obwohl sie noch gar nicht da waren. Zumindest das sollte sich
bald ändern. Stöck war bald auch der Meinung, Ecki sei auf der falschen Spur, weil der ihn nämlich nicht an
der Tanke vorbeigefahren hatte und er sich daher keinen Randale-Koffer holen konnte. Er wurde erst wieder
friedlich, als ein Donner das Auto traf und ein paar australische Musikanten anfingen, von ihren dreckigen
Heldentaten zu singen. Und während Ecki fleißig über verschiedene Iro-Bausätze für Auto-Dächer
philosophierte schüttelten Stöck, Birgit und Christa auf der Rückbank so heftig ihre Köpfe, das der Wagen
bald hierhin, bald dorthin sprang und auf diese Art und Weise schließlich in Münster landete, ohne das der
Waldschrat seinen Fuß auch nur aufs Gaspedal gelegt hätte. Und es kam, wie es kommen musste, beim
Kopfschütteln war auch der Plan vom Weg bei Stöck im Kopf ein bisschen durcheinandergewirbelt worden,
und so kam es, dass er Ecki in die falsche Richtung lenkte. Und als der dann einen U-Turn hinlegen wollte
weigerte sich der Ampelmann, die Ampel auf Grün zu stellen. Der saß nämlich unten im Kontrollraum, in
den er jeden Morgen durch den Gullydeckel einstieg und seinen Vorgänger ablöste, und hatte die Straße per
Videokamera im Blick. Und immer wenn er einen Franzosen oder einen rothaarigen Kay am Steuer sah ließ
er die Ampel so lange wie möglich rot. Irgendwann wurde der Waldschrat richtig böse, und da dachte sich
der fuchsige Ampelmann, eh der Waldschrat seine Freunde, die Ents ruft, und die alle Ampeln ausreißen
und mich arbeitslos machen lass ich den Franzosen-Lümmel doch besser fahren.
Irgendwann erreichten sie dann doch ihr Ziel: das Bad. Denn da hatte Stöck sie hingelotst, denn er wollte
den Geruch des missglückten Pornofizierungs-Mopeds loswerden und sich zu diesem Zweck ordentlich
waschen, aber zu seiner nicht vorhandenen Freude war das Bad geschlossen worden, und irgendwelche
Verrückten feierten in dem kreativerweise Ex-Bad genannten Schuppen eine Party. In der Hoffnung, doch
noch irgendwo etwas Wasser oder vielleicht wenigstens etwas Bier zu finden gingen sie dann doch alle
hinein, wo sie unter einem Haufen langer Haare Simon fanden. Und kaum trafen die anderen an, da
begannen die Probleme. Mani schaffte es tatsächlich, eine Flasche Wodka in den Laden zu schmuggeln,
obwohl die Flasche in der Unterhose eigentlich schon beim Abtasten am Eingang entdeckt worden war, aber
da Rusty der größte Gangsta überhaupt war hatte er einfach behauptet, das würde ihm immer passieren,
wenn ihn jemand befummeln würde. Da hatte dann der Türsteher schnell die Hände zur nächsten Besucherin
gepackt, in der Hoffnung, dort ähnliche Reaktionen zu erwecken, auch wenn da eine Wodka-Flasche
vielleicht doch ein wenig aufgefallen wäre. Annika kam rein, Moe auch, alles kein Problem, aber lange Zeit
schien es so, als würde man Jo nicht reingeschleust kriegen, erst nachdem man sie kurzerhand in Nina
umbenannt hatte und ihr die entsprechenden Dokumente überreicht hatte klappte die Einschleusung. Jetzt
waren sie alle da, und dieser Zustand herrschte noch keine fünf Minuten, da waren auch schon die ersten
drei, Stöck, Christa und Birgit, verschwunden, denn die hatten auf der Hinfahrt dermaßen die Köpfe
geschüttelt, das ihre Körpermasse noch immer nicht zur Ruhe gekommen war und sie nun für einige Zeit
völlig unkontrolliert durch das riesige Ex-Bad mit seinen labyrinthartigen Wegen hüpften. Moe, Rusty, der
Pornofikator, Annika, Steffi, Jo, Daum und Nina platzierten sich erst mal in einer ruhigen Ecke des
Treppenhauses, um die Reste der Wodka-Flasche aus Rustys Unterhose zu plätten, wobei zum Schluss alle
außer Annika davon überzeugt waren, das es für sie besser war, doch keinen Schluck mehr zu nehmen,
spätestens nachdem sie sich beim letzten Versuch beinah die Schneidezähne an dem Flaschenhals
rausgekloppt hätte. Und während sie übers Treppenhaus Richtung Dancefloor marschierten ging das große
Verlieren weiter, und oben angekommen war als erster Moe weg. Rusty, Jo und Annika zappelten auf der
Tanzfläche rum, letztere etwas unkoordiniert, und irgendwann waren Jo und Annika auch weg, und dann
verschwanden auch noch Nina und Steffi. Robin, Daum und Rusty saßen nun am Rand der Tanzfläche und
fragten sich noch, ob sich alle anderen einfach wegteleportiert hätten oder ob sie einfach so verschwunden
seien, da besetzten vier krasse Dancer den Dancefloor. Und da Rusty sowieso immer noch krasser war als
alle anderen zusammen konnte er die seltsamen Muskelzuckungen der beiden Tänzer nicht unkommentiert
hinnehmen, und als der eine dann auch noch provokant vor ihm herumzappelte wäre es ihm fast zu bunt
geworden und er hätte auf Schwarz-Weiß umgeschaltet, aber das geschah zum Glück nicht, denn sonst wäre
es den restlichen Abend nicht so bunt durcheinander gegangen. Immerhin musste Rusty den Dancern
zugestehen, dass sie wenigstens Dinge kaputtrandalieren konnten, denn die mobile Stange auf dem ebenso
mobilen Podest, auf dem sie manchmal um die Stange tanzten, war so mobil, dass sie irgendwann im 45°
Winkel umgeknickt war, und das Podest war so mobil, dass es, wenn man die Halterungen kaputtrandalierte,
lustig vor sich hin wackelte, während Robin in dem Moment, in dem er bemerkte, dass das Podest samt
Stange mobil war, gleich den richtigen Folgegedanken bekam: Mitnehmen. Aber Rusty hatte den Arsch
noch nicht voll genug, um sich einfach mit dem Podest aus dem Staub zu machen um es daheim im Keller
aufzubauen. Irgendwann wurde es den dreien dann doch zu bunt, und um ein wenig Abstand von all den
Farben zu bekommen gingen sie wieder herunter, auf die zweite Ebene, um von dort aus auf die erste Ebene
hinabzublicken.
Dort hüllte dichter Nebel alles ein, und man konnte nichts sehen, auch keine Farben, und der DJ sah, dass
das gut war, und am siebten Tag machte er Pause. Aber noch war erst der sechste Tag und der Nebel war
deshalb noch da, und niemand konnte etwas unten sehen, so sehr man auch nach bekannten Leuten
Ausschau hielt. Bauer Mo wäre vielleicht der Einzige gewesen, der an solche Sichtverhältnisse mehr als
gewöhnt war und sich leicht zurechtgefunden hätte, aber der war nicht da. Aber da der Daum mit seiner
neuen Frisur jede Bewegung durch den dadurch entstehenden Luftzug präzise orten und den Ursprung dieser
Bewegung bestimmen konnte entdeckten sie Benni doch, der sich seinen Weg durch die Nebelschwaden zur
Theke suchte, und sie stürmten die Treppe hinunter und fanden Benni. Der wollte ihnen eigentlich den Weg
zu den anderen zeigen, aber als er sich kurz zurücklehnte sah er die Drei schon nicht mehr, und so ging er
einfach wieder. Dafür machte der Hochleistungs-Ortungs-Iro kurz darauf Jo und Annika in einem der
trockengelegten und extrem beschallten ehemaligen Schwimmbecken aus, und der Rest ließ es sich nicht
nehmen, sich zu ihnen hinab zu begeben. Und wie es der Zufall so wollte tauchten auf einmal restlos alle
anderen wieder auf, und noch ein paar andere dazu. Dieser seltsame Zufall sollte für die nächsten zwei
Stunden die letzte Gelegenheit sein, Annika zu sehen, die plötzlich einfach verschwand, vorerst aber noch
fleißig mitzappelte und so die Alkohol-Zirkulation weiter anregte.
Abgesehen von Annika verschwanden auch einige andere, und so kam es, dass sich Stöck, Birgit, Christa,
Moe und Daum irgendwann an einem Tisch wiederfanden, der lediglich in Annikas Augen vielleicht hin und
wieder gerade gewesen wäre. Kurz zuvor waren sie noch zu sechst gewesen, aber Nummer sechs war
irgendwann verlorengegangen, und sie waren schon froh genug darüber, dass sie erkennen konnten, das
Nummer 5 lebt, weshalb sie gar nicht erst angefangen hatten zu suchen. So hatten sie schließlich den Tisch
gefunden. Damit auch keine Flüssigkeit verschüttet werden konnte bemühte sich Stöck, den Wachs aus der
brennenden Kerze immer in den gefüllten Aschenbecher zu mopetieren, der leider nicht als Fackel taugte.
Dafür konnte man den Strohhalm von den vorhin organisierten Cocktails wie einen Flaggenmast in den
flüssigen Wachs stecken und versuchen, den Plastikbecher oben drauf zu schweißen, was allerdings immer
wieder fehlschlug. Selbst als Stöck sich eine Kerze organisierte, die größer, dicker, länger und daher auch
besser war funktionierte es nicht.
Immer wieder traf man irgendwelche Leute, und die Zeit verging, nur Annika tauchte nicht wieder auf.
Schon seit langer Zeit zog Robin suchend durch die Gegend, aber in den kilometerlangen Gängen des ExBads war das ein recht hoffnungsloses Unterfangen, alleine jemanden zu suchen. Aber da er der große
Pornofikator war hatte er auch schon eine Idee, wie sich dieses Problem lösen ließ, nämlich indem er alle
anderen auch auf die Suche schickte, und zwar in kleinen Trupps, damit sie im Notfall Annika auch
mitschleppen konnte. Vorausgesetzt, man fand sie. Da Annika aber, nachdem sie die Hälfte der WodkaFlasche geleert hatte, in der Lage war, sich komplett in Luft aufzulösen, und da sie dann auch keine
Kontrolle mehr über sich hatte tat sie das immer mal wieder, und zwar immer dann, wenn sie jemanden sah,
den sie kannte. Und da Robin ständig seine Haare vor den Augen hatte sah Annika ihn immer früher als er
sie und verwandelte sich eben mal in Luft, so dass er sie nicht mehr sehen konnte. Dummerweise bekam sie
im Luft-Zustand auch nichts mehr von ihrer Umgebung mit und vergaß alles. Nun suchten alle nach Annika,
und dabei starteten dann Moe und Rusty ihre erste richtige Randale-Aktion. Sie suchten nämlich in einer
düsteren, sandigen Grotte nach ihr, denn gelegentlich suchen sich ja Leute, wenn sie total Arsch voll sind
und pennen wollen einen ruhigen, ungestörten Platz. Ungestört, bis Moe und Rusty ankamen. Sie mussten
durch ein Loch in der Decke aus fünf Metern Höhe in den Sand hinabspringen, aber da ging noch nichts
kaputt. Auch als Moe mit einem gewaltigen Sprung in die Höhe sich wieder übers Geländer zurück
schwang, da sie Annika natürlich nicht gesehen hatten, ging noch nichts kaputt. Erst Rusty sorgte für ein
wenig Zerstörung. Denn das Geländer um das Loch im Boden hatte zwar ein halbes Dutzend sehr stabile
Hauptstreben, aber auch einige Dutzend instabile Zwischenstreben. Und da Mani gerne Randale schob
sprang er natürlich an diese Streben und riss bei zwei Versuchen die Hälfte von ihnen raus, bis er sich dann
doch nach oben mopetierte.
Während nun Robin, Christa und Birgit sich außerhalb des Bads nach Annika umsahen, was die anderen
aber nicht mitbekommen hatten, wollten andere Gangstaz sie für ihre Suche einspannen, aber für eine
sinnlose Suche, denn eine von ihren schäbigen Gangsta-Ollen hatte ein Stück ihrer Zunge verloren, aber das
war natürlich irrelevant, wenn man selber einen ganzen Menschen verloren hatte. Da die übrigen aber nicht
wussten, das Robin, Christa und Birgit draußen unterwegs waren warteten sie. Und warteten. Und warteten.
Und als Moe vom vielen warten langweilig wurde begann er, Stöck gegen andere Möchtegern-Gangsta zu
schubsen, und in den Weg von den Bitches die ihn unbedingt schon mal immer hätten kennen lernen sollen
müssen. Oder so. Also vor die Füße von so ungefähr allen Leuten die vorbeikamen abgesehen von der
Mehrheit. Auch gegen den krassen Security-Mann brauchte Stöck nicht gegenlaufen, weil der Typ so groß,
breit und lang war, also quasi so gut, das sich keiner traute, ihn ernsthaft zu bedrohen. Außer Robin, der
hätte den nach eigener Aussage mit einer Hand weggemacht. Daran zweifelt auch keiner, jemand, der den
kürzesten Weg vom Ex-Bad zum Bahnhof auf Anhieb ohne Hilfe findet und immer völlig exakt sagen kann,
wo er gerade ist, als hätte er einen GPS-Empfänger implantiert, der kann alles. Also kann Robin vielleicht
eingeschränkt alles. Außer Wege finden.
Da er keine Wege finden konnte und Annika noch weniger mussten Jo und Rusty Annika finden, die
irgendwann so viel Alkohol für ihre Luft-Werdung verbraucht hatte, das sie nicht mehr zu Luft werden
konnte und endlich gefunden wurde. Die drei durch Münster fahrenden Sucher fanden dafür einen extrem
krassen Schuppen wo extrem was abging, den totalen Szene-Club, wo die krassesten Typen in den
krassesten Klamotten und die fettesten Bitches mit den fettesten Outfits rumliefen. Jedenfalls war das so
ungefähr das Gegenteil von dem, was Robin, Christa und Birgit nachher erzählten. Immerhin sollte der
Kleidungsstil der Leute in diesem seltsamen Keller hinter der seltsamen Tür mit dem seltsamen roten
Teppich und den seltsamen Türsteher, die die drei Sucher trotz ihrer seltsamen Kleidung seltsamerweise in
den seltsamen Keller gelassen hatten recht extravagant gewesen sein, und daher beschlossen sie, den Leuten
auf der nächsten Kneipentour durch Münster mal richtig zu zeigen, was ein krasser Nottuln-Style ist und das
Schuhe nicht 799€ kosten müssen. Oder war das etwa nur der Preis von den Schnürsenkeln? Man weiß es
nicht. Aber nachdem Robin, Christa und Birgit schon da waren ist zu befürchten, das die Leute da jetzt sich
überlegt haben, was die am Start hatten, ist der totale Über-Style und die wissen echt wo die Kuh im Salz
vergraben sitzt und das sie daher jetzt alle in genau denselben stylischen Outfits rumlaufen, was natürlich
überhaupt nicht lässig wäre, da billige Kopien nie lässig sind, es sei denn man kopiert die billige Kopie einer
billigen Kopie, dann ist das ganze nämlich so billig, das es schon wieder lässig ist.
Billige Kopien sind auch viele Filme. Eigentlich alle. Denn alle Filme haben Elemente des absoluten UrFilmes: „Armee der Finsternis“. Die Schlacht von Helms Klamm ist nichts weiter, als eine billige, mit
Spezialeffekten aufgemotzte Version der Schlacht um die Pappburg, Darth Vader trägt deshalb eine Maske,
weil die Maskenbildner von Star Wars unfähig waren, das Gesicht des Anführers der untoten Armeen
nachzubauen. Sogar die Tatsache, das heute jede Armee, die was auf sich hält, eine Musik-Kompanie hat
geht auf diesen Film zurück. Und nicht nur dass, selbst der Rückzug ist eine Erfindung der Armee der
Finsternis, und die Bögen mit Sprengpfeilen, und die explosive Windel, mit der man Skelette zur Hölle
fahren lassen kann.
Zurück zum eigentlichen Geschehen. Stöck und Daum hatten schon angefangen, das Ex-Bad nach Robin,
Birgit und Christa abzusuchen, was natürlich erfolgreich war, und Benni war nach kurzer Abwesenheit auch
wieder aufgetaucht. So gingen sie Richtung Ausgang, und dort fanden sie die Drei, die gerade aus dem
seltsamen Keller mit den seltsamen Leuten in dem seltsamen Club mit den seltsamen Türstehern, die vor der
seltsamen Tür mit dem seltsamen roten Teppich stehen. Jetzt stand dem Rückweg nach Nottuln nicht mehr
viel im Wege, und sie sahen, dass es gut war, denn es war schon der siebte Tag und damit Zeit für eine
Pause. Doch dazu müsste man erst mal nach Hause kommen, und mit vierzehn Leuten und zwei kleinen
Autos ist das durchaus problematisch. Eine Lösung fand sich, indem man vier Leute einfach zum Bus karrte,
und das waren Stöck, Birgit, Christa und Daum. Robin übernahm, wie so häufig, das Steuer, und Stöck gab
die Richtungen an, dummerweise nur alles andere als richtig. Im Gegensatz zu Robin wussten die meisten
anderen aber die meiste Zeit noch, wo sie nicht waren, und so bekamen sie schon Angst, das Robin nie den
Weg zurück zum Ex-Bad finden würde, ganz alleine, ohne Richtungsanweiser. Wieviele Versuche er für den
Rückweg gebraucht hat weiß niemand, immerhin brauchte er nur einen Versuch, um alle zum BosporusGrill zu fahren, aber er hatte ja auch schließlich ein paar Leute dabei, die den Weg kannten, allen voran
Stöck als lebendes, wenn auch nicht immer zuverlässiges Navigations-Moped.
Im Bosporus-Grill wollte Stöck dann auch eigentlich schon sein Lager aufschlagen, denn dort gab es die
heilige Speise: Köfte. Köfte hatte es auch schon auf TRO gegeben, aber anscheinend war Köfte eine heilige
Speise der Bosporaner, und so entschlossen sich Robin, Christa und Stöck, sich doch erst mal auf einige
nicht ganz so heilige Speise zu beschränken, den Döner. Der ist zwar bekanntlich nicht heilig, dafür aber
konkret krass korrekt, besonders wenn er schön scharf ist, so dass man ihn immer wieder selbst aufwärmen
kann, indem man Feuer spuckt. So gestärkt ging mit Robin schon wieder die Randale-Laune durch, und fast
hätte er einen riesigen Buschbrand gelegt, der die ganze ausgedörrte Steppe verbrannt und Melbourne in
dichte Rauchwolken gehüllt hätte, vorausgesetzt, jemand hätte den brennenden Aschenbecher schnell nach
Australien gebracht. Aber da alle anderen nicht mehr oder noch nicht in Randale-Laune waren wurde Robin
dann doch vom Feuermachen abgehalten, vielleicht wollte Stöck sich auch nur für die missglückte
Pornofizierung rächen und dem großen Pornofikator den Spaß verderben. Das gelang ihm dann auch
ordentlich, und beleidigt ging Robin zu seinem tiefergelegten Golf, klappte das Verdeck auf und für bei
sommerlichen –3°C ohne Jacke zurück.
Den anderen war mit Jacke schon kalt genug, und deshalb suchten sie eifrig den Bus. Dazu nahmen sie sogar
eine lange Reise zur anderen Straßenseite auf sich, bis dann irgendjemand den Bus doch wieder auf der
richtigen Seite sah. Sofort stürmten alle los. Und nun wurde der Abend verdammt gefährlich, zumindest für
Birgit, die ein heranrasendes Auto völlig übersah und fast geplättet worden war, außerdem hätte man ihre
Überreste erst mal suchen müssen, denn Birgit hatte dem Auto schließlich keine 839kg mehr oder weniger
träger Masse entgegenzusetzen, die bei 20facher Erdschwerkraft selbst die Mega-Schraube in Stöcks Sessel
zerlegen konnten und das Auto wohl einfach gestoppt hätten. Was dagegen auch für alle zusammen nicht zu
stoppen war war der Bus, und wären ihre Füße auch nur einen Zentimeter größer gewesen und ihre Nasen
einen halben Zentimeter länger, kurz, wären sie alle auch nur ein wenig besser gewesen, sie wären teilweise
mit dem Bus kollidiert, so nah waren sie herangekommen, nur um dann doch erst mal zu Fuß weitergehen zu
müssen.
Nun war die ganze Eile aber umsonst gewesen, denn nur eine halbe Stunde später traf der Bus an einer
anderen Haltestelle an der anderen Straßenseite wieder ein, er hatte eine ganze halbe Stunde für einen
simplen U-Turn gebraucht, obwohl kein Franzose am Steuer saß und auch kein Kay, und dabei hatte der
Busfahrer es sogar noch geschafft, auf einer Strecke von 300 Metern 50% Verspätung zu haben. Das gab
anderen Leuten die Chance, sich selbst Döner heranzuschaffen, um damit die Luft im Bus zu vergiften. Halb
vier ging es los Richtung Nottuln, aber es sollte noch eine Stunde dauern, bis man dann ausstieg.
Unterwegs stieg eine weitere Gruppe zu, eine Wolke von Bier-Atem vor sich her schiebend, die sich aber
teilweise selbst verloren hatte. Julle meldete sich wenigstens noch nach einigem Rufen von irgendwo aus
dem Menschenknäul im vorderen Teil des Busses, Jens blieb aber für einige Zeit völlig verschollen, erst als
andere Menschen schon im Stehen schliefen tauchte er plötzlich wieder auf. Dem Busfahrer gefiel es so, wie
es war, mit einem randvollen Bus, und so machte er an den nächsten Haltestellen einfach immer mal wieder
ein paar Türen nicht auf, bis es den Insassen irgendwann zu viel wurde und sie die Türen selbst
aufrandalierten. Das gefiel dem Busfahrer nun auch wieder gar nicht, und zur Rache sprach er nun bei der
Ankündigung der nächsten Haltestelle so undeutlich, das niemand ihn mehr verstand. In Appelhülsen kam
niemand zum Aussteigen, seltsam genug, das es überhaupt Leute gab, die an so einem Ort aussteigen
wollten, wo der Bahnhof aussieht, als stünde er mitten im tiefsten Sibirien, abgesehen von dem
Fahrscheinautomaten, der die ganze Atmosphäre kaputt machte. Langsam leerte sich der Bus, als dann in der
Nähe von Nottuln doch die Türen geöffnet wurden, und an der letzten nottulner Haltestelle fanden dann
auch Stöck, Christa, Birgit und Daum nicht nur den Weg nach draußen, sondern auch noch eine komplette
Tasche an der Haltestelle. Die hatte irgendjemand dort samt Inhalt vergessen, und da sie ja bekanntlich alle
vier große Helden waren retteten sie die Tasche, um sie in absehbarer Zeit beim Fundbüro abzuliefern. Und
dann machten sie sich zu drei Vierteln auf den Heimweg. Als Erste trennte sich Birgit vom Rest, um die
letzten Meter nach Hause zu überwinden, dann stolperte Christa in die heimatliche Hütte, wieweit sie da
drinnen kam ist nicht bekannt. Ziemlich weit kamen dagegen die übrigen zwei Leute, die kurz vor Stöcks
Hütte Rusty trafen, doch Rusty wollte nach Hause, und er sagte: „Ich habe so dermaßen den Arsch voll, das
geht gar nicht.“ Schon an dieser Aussage konnte man sehen, das Rusty so dermaßen den Arsch voll hatte,
das er gar nicht erkannte, das er das beste Beispiel dafür war, das es doch ging. Er und Jo hatten zu den
ersten Ankömmlingen gehört und waren auch die ersten, die einfach weggeratzt waren. Jo schlief immer
noch, ebenso wie Annika, nur Robin, Benni und Simon waren offensichtlich noch wach und mussten mal
wieder ihr Gedächtnis auffrischen und Manta,Manta sehen.
Aber lange ging das Treffen dann doch nicht mehr. Irgendwann war der Film doch wieder zurück im
Gedächtnis, Annika war zu müde, um sich noch in Robins Auto zu setzen, und so fuhren nur zwei Leute im
offenen Cabrio nach Hause, von denen einer gegen zehn nach fünf dann doch zu Hause eintraf.
Ausländerfeindliche Ausländer und ein frühes Ende: Freitagabend
Ich werde hierzu nicht viel schreiben, aus dem einfachen Grund, das es nicht viel zu schreiben gibt. Es
begann recht spät mit einem Treffen an dem Ort, wo praktisch alle Treffen stattfinden, nämlich bei Stöck im
Keller. Wo auch sonst. Es hatte sich ein Trupp versammelt, der so groß war, das man vier Autos brauchte,
um ihn nach Münster zu transportieren. So mussten also Anna, Steffi, Birgit und Bauer fahren. Mit dem
Ziel, den ganzen Trupp zu einem Laden zu bringen, zu dem weder Robin noch Makke noch Daum eigentlich
hin wollten. Wie nicht anders zu erwarten war war der Bauer als erster vor Ort, und so gammelten die drei
Insassen des Wagens munter vor sich hin, während Birgit versuchte, einzuparken. Als ihr das nach einer
halben Stunde endlich gelungen war machte man sich in der Kälte auf den Weg, was ziemlich unangenehm
ist, wenn man im Grunde nur ein Hemd von Stöck anhat, das außerdem noch zu klein ist. An der Tür
angekommen musste man feststellen, das die Insassen von Annas Wagen schon drinnen waren, sie hatten es
tatsächlich geschafft, an den Türstehern vorbeizukommen, alles, was irgendwie nach Frau aussah wurde ja
sowieso reingelassen, und das die nicht alleine gehen mussten lag wahrscheinlich daran, das Rusty, Stöck,
Moe und Hannes aussahen, als seien sie entweder schwul oder Zuhälter oder schwule Zuhälter. Aber die
assigen Türsteher wären keine assigen Türsteher gewesen, wenn sie alle reingelassen hätten. Denn als der
Daum reinwollte spielte sich folgender Dialog ab:
„Ey, du kommst hier nisch rein.“
„Warum?“
„Ey, schau disch mal an: Schuhe Arsch, Hose Arsch, Frise Arsch, alles Arsch.“
OK, nicht exakt so. Aber „Schuhe Arsch“ trifft den Inhalt schon recht gut. Gänzlich versaut hat den Einlass
dann Robin, wofür ihm zumindest Makke sehr dankbar war und er sich selbst wahrscheinlich auch und ich
im Nachhinein sowieso. Denn Robin versuchte, die assigen Türsteher dazu zu überreden, doch mal das
Ganze nicht so eng zu sehen. Da die Türsteher anscheinend aber auf enge Dinge standen war das
hoffnungslos, und nun mochte zumindest der mutmaßliche Türke oder Araber oder was auch immer Robin
nicht mehr, völlig unverständlich, wo der sich doch völlig korrekt benommen und ausgedrückt hatte, von ein
paar Ausrutschern vielleicht mal abgesehen. Was den großen Pornofikator aber noch viel mehr störte war,
das er nicht schiffen musste, denn sonst hätte er dem Türsteher ans Bein pissen können, oder zumindest an
die Wand von dem schäbigen Verein. Das die assigen Türsteher aus Prinzip intolerant war zeigte sich dann,
als man einen zweiten Anlauf wagte. Benni hatte nämlich Rustys Pornotreter rausgeschmuggelt, um die
Schuhe vom Daum zu ersetzen, welcher die Pornotreter gleich beim zubinden erst mal zerlegte, weil er mit
ihnen nicht umgehen konnte und weil er keine Dinge mochten, die aussahen, als würden sie 300€ kosten,
obwohl man ähnliche Dinge, die ihren Zweck besser erfüllten, auch für 50€ bekommen konnte. Am ersten
Türsteher waren sie schon vorbei, aber dann standen sie vor dem unfreundlichen Türken (ich behaupte jetzt
einfach mal das er Türke war, irgendwo aus der Richtung zumindest), und der zeigte nur auf Robin und
meinte:
„Ihr kommt hier nicht rein. Schon allein wegen dem da.“
Diesmal war es also Robin, der alle vorm Hereingehen bewahrt hatte. Wenig später kamen Rusty und Stöck
raus, Mani wollte nur seine Schuhe abholen, tat das auch und ging wieder rein, aber Stöck machte einen
Fehler und unterhielt sich mit Robin, und deshalb durfte er trotz Stempel nicht wieder zurück.
Das die Türsteher nicht nur intolerant in Bezug auf Kleidung und frei Meinungsäußerungen waren sondern
auch ausländerfeindlich zeigte sich an zwei anderen Typen, deren Vorfahren wohl in der Umgebung von
Arabien gelebt hatten und die extra aus Gelsenkirchen angereist waren, weil sie jemand belogen hatte und
ihnen erzählt hatte, es sei echt toll hier. Aber nur, wenn man reich, blond, blauäugig und groß ist. Denn
Nicht-Arier dürfen zwar Türsteher werden, aber nicht in den Laden selbst. So wurden die beiden Araber also
an der Tür vom Türken abgewiesen, weil sie keine Deutschen waren. Tatsache. Nach einer Stunde hatte es
ihr Kumpel (groß, blond, hellhäutig und wahrscheinlich auch blauäugig) dann doch geschafft, beide
hereinzuschleusen, aber die, die jetzt noch draußen waren hatten auch kein Interesse daran, wieder
hereinzugehen. Zur Demonstration ihrer Abneigung gegen den Scheißverein schifften Makke und Robin an
die Wand, bevor sie gingen, was bei Robin einer ganzen Menge Überredung bedurfte. Und da trennte sich
die Gruppe dann entgültig. Birgit, Christa, Anna, Moe, Rusty, Hannes, Simon und Benni blieben in dem
asozialen Laden, während Robin, Steffi, Nina und Domsen spurlos verschwanden. Makke, Bauer, Daum und
Stöck machten sich dagegen auf zum Domplatz.
Viel weiter kamen sie nicht, und Schuld daran war ein wenig Gras. Nicht, das irgendjemand beim Laufen
über den Rasen ausgerutscht wäre und sich das Genick gebrochen hätte, aber das Gras war zwar nach
Behauptung der beiden Konsumenten sehr schmackhaft, gab Makke aber dann den Rest. Bis Pinkus
schafften sie es noch, und auch an der Theke konnten sie sich noch niederlassen. Drei Bier wurden bestellt,
denn Commander Mo weigerte sich standhaft, ein Fahrerbier zu konsumieren, aber mehr als zwei Schluck
schaffte Makke dann doch nicht mehr, bevor er einschlief. Und während Makke vor sich hin murmelte und
der Bauer sich als Übersetzer versuchte wurde klar, das Makke nirgendwo mehr hinging, außer nach Hause,
und als das Bier dann alle war machten sie sich auf, doch schon die Treppe nach draußen erwies sich als
schweres Hindernis. Commander Mo versuchte, Makke wie ein ungeschickter Puppenspieler die Treppe
herunterzudirigieren und taumelte dabei immer von einer Wand gegen die nächste, während Daum wenige
Schritte voranging um bei einem Sturz der Hintermänner im Weg zu stehen.
Wie verpeilt Makke mittlerweile war zeigte sich auf dem Weg zum Auto, erst war er der Meinung, sie
würden ihn in die falsche Richtung schleppen, dann wusste er gar nicht mehr, wo er war und fing an zu
singen, vergaß aber immer nach ein bis zwei Zeilen den Text. Und obwohl Stöck dann noch mal zurück
musste, weil Makke glaubte, er habe sein Handy verloren (womit er tatsächlich Recht hatte) und Makke sich
selbst erst mal eine Lunte anzünden musste, dann aber nicht mehr wusste, wie er die ins Maul kriegen sollte
und sie, als er dass dann geschafft hatte, ihm einfach runterfiel, kamen sie schließlich am Auto an und
überlegten, wer fahren sollte. Dazu mussten sie aber wissen, wer am meisten getrunken hatte. Also fragten
sie Mo, aber der hatte nur eine Cola getrunken und fiel damit aus, genau wie der Daum, denn der konnte
nicht mit Stöck mithalten. Also weckten sie Makke, um ihn zu fragen und nach der Antwort setzten sie ihn
ans Steuer. Das führte dann dazu, das mehrfach die Hupe betätigt und die Warnblinkanlage eingeschaltet
wurde, aber da niemand Makke den Schlüssel aushändigen wollte fuhr die Karre auch nicht los. Also
packten sie ihn doch auf den Rücksitz. Auf der Rückfahrt beschwerte sich Makke noch eine Weile, weil er
gerne in den Kofferraum wollte, und einmal, weil er mitten während der Fahrt glaubte, Bauer hätte
angehalten. So ging der Abend zu Ende, Ankunftszeit zu Hause gegen 2 Uhr, was definitiv zu früh ist, und
zwar um mindestens zwei Stunden. Ich hoffe, wir versacken heute nicht so früh. Und es wäre vielleicht auch
besser, heute nicht irgendwelchen assigen Türstehern über den Weg zu laufen. Ach ja: Die, die drinnen
geblieben sind haben hoffentlich ihren Spaß gehabt, dann hatten sie immerhin mehr als wir (abgesehen von
dem Abschnitt zwischen dem Verlassen von Pinkus und dem Verlassen von Münster, das war dank Makke
ziemlich lustig). Und wo der Rennfiesta abgeblieben ist wüsste ich auch mal gerne. Hat Steffi etwa Robin
die Wegfindung überlassen? Man weiß es nicht. Ich weiß nur eins, ich werde nie wieder versuchen, in
diesen Scheißladen reinzukommen oder in irgendeinen anderen, wo man die Leute draußen lässt, weil sie
nicht reich genug oder zu wenig deutsch aussehen. Und auch wenn ich Freitag behauptet habe, ich hätte das
Schreiben ernster Dinge längst verlernt, das ist völlig ernstgemeint. Und im Gegensatz zu anderen werde ich
mich davon auch nicht abbringen lassen.
Schnee-Grillen und Moes Geburtstag: Freitagabend
Scheinbar passiert an Freitagabenden mittlerweile eher wenig, dafür passierte diesmal schon einiges, bevor
er dunkel wurde. Ein Haufen von Verrückten hatte nämlich kurzfristig die Wetterverhältnisse vergessen und
beschlossen zu grillen. Also wurde säckeweise Kohle und Fleisch zu Stöck geschleppt, denn dort stand der
Grill im verschneiten Garten. Als es endlich gelungen war, die tiefgefrorenen Kohlen zu entzünden
übernahm es Bauer Mo, sie mit Frischluft zu versorgen und dadurch die Glut weiter anzuheizen, das einzige,
was an dieser Idee schlecht war, war die Methode. Er hatte sich nämlich aus einer Pizza-Packung eine
Riesenpranke gebastelt, diese aber leider zu schlecht an seiner eigenen Hand befestigt. Und so flog die
Pranke gleich beim ersten Versuch, dem Feuer Luft zuzuführen, davon, landete mitten im Garten und
erschlug eine Maus. Da dachte sich der Bauer, die Maus könne man doch gleich als Testfleisch auf den Grill
legen, und wenn der Bauer schon mal denkt, dann setzt er seine Gedanken auch gleich um, und so landete
die Maus auf dem Grill, während Offizier Käse und Mirco sich daran machten, einen Schneemann zu bauen.
Das Resultat hatte dann auch einiges mit der Bundeswehr gemeinsam, mit viel Aufwand war ein
Schneemann entstanden, der nur dumm rumstand. Was anderes macht der größte Teil vom Bund ja auch seit
fünfzig Jahren nicht. Nachdem sie dem zwei Meter großen Schneemann dann einen Ziegelstein als Nase und
zwei glühende Kohlen als Augen eingesetzt hatten war er schon fast fertig, aber die beiden Baumeister
waren der Meinung, er brauche noch Arme. Also fällten sie einen Baum, schlugen ihn in der Mitte entzwei
und brachten die beiden Hälften als Arme an. Da sie aber nicht gut Bäume fällen konnten (sie lebten
schließlich nicht im Wald wie andere) war der Baumstumpf fast so groß wie der Schneemann, und daher
beschlossen sie, dem armen Kerl noch mit einer kleinen Operation zum Mann zu machen, rissen den Stumpf
samt Wurzeln aus dem Boden, und klebten ihm dem Schneemann vor den Unterleib. Der sah zwar jetzt aus
wie ein recht seltsames Monster, aber immerhin war dank seiner Anwesenheit immer gut erkennbar, das
Winter war, und zwar nicht zu knapp. Nicht zu knapp schockiert war auch der Bauer, als er erfuhr, dass
Makke kein Fleischfresser mehr war, sondern unter die Pflanzenfresser gegangen war. Nun fraß er nur noch
Kartoffeln, Brot und Käse, und da gerade keine Kartoffeln und kein Brot da waren und Käse was dagegen
hatte, gefressen zu werden musste Makke hungrig bleiben, doch wenn er schon nichts essen konnte achtete
er doch immerhin auf seine Ernährung im flüssigen Bereich. Der Prototyp des Fleischfressers, der sich
wochenlang nur von Grillfleisch ernähren konnte, war zum Grünzeug-Fresser mutiert, und das regte den
Bauern auf. Immerhin konnte er doch noch ein wenig zurückschlagen, als er nämlich Makke auf einen
Fehler hinweisen konnte, der schon davon geträumt hatte, das er bald der Held auf Lloret sein würde. Das ist
zwar eine Insel des Dauerrausches im durchschnittlich eher nüchternen Spanien, aber deswegen noch lange
keine echte Insel. Oder meinte Makke etwa was ganz anderes? Eine unbekannte Insel? Niemand weiß es.
Mehr als eine Stunde standen sie in der Kälte am Grill, und erst als alles Fleisch gegessen war, Makke kaum
noch so schnell trinken konnte wie er es hätte tun müssen, um seinen Hunger zu betäuben, den er beim
Betrachten des leckeren Grillfleisches bekam und auch nachdem Stöck und Makke aufgehört hatten zu
dampfen, als seien sie frisch der Sauna entstiegen endete die Grillerei langsam, und die meisten verließen
den Ort des Geschehens. Nur einige wenige, zu denen sich auch noch Jo, Annika und Robin gesellten, die
aus unterschiedlichen Gründen nicht mitgegessen hatten, blieben zurück, und auch die wurden immer
weniger. Irgendwann waren von den Grillfleischfressern nur noch Stöck und Daum übrig, dafür trafen dann
bald Muffe und Benni ein, nur der, auf den alle die ganze Zeit warteten, Moe nämlich, traf nicht ein. Makke
kehrte zurück, Anna und Anja erreichten den Keller, der Waldschrat, Birgit, Simon, alle waren schon da, nur
von Moe war noch keine Spur zu sehen. Dabei war Moe wichtig, er brachte nämlich den Biernachschub, und
der wurde dringend benötigt. Fuchsig wie Benni nun mal war holte er sein Handy hervor, und das Wunder
geschah: er konnte in Stöcks Keller telefonieren. Das war bis dahin noch niemandem gelungen, abgesehen
von Hannes, der dabei aber recht unbequem halb im Kellerfenster gehangen hatte. Benni aber saß einfach
auf dem Sofa und telefonierte mit Moe, der versprach, nur noch Hannes abzuholen und dann ganz schnell
vorbeizukommen. Aber selbst der Pizzamann traf noch vor ihm ein.
Schließlich traf Moe dann doch ein, und er brachte das Bier. Ein Kasten nach dem anderen wurde die
Treppe heruntergeschleppt, und mitten zwischen den Kästen trafen auch Hannes und Lina im Keller ein,
quasi zwei Flaschen Leer zwischen lauter vollen Flaschen. Leer deshalb, weil sie offensichtlich noch nicht
voll waren, ein Zustand, auf den Makke schon seit Stunden zielstrebig hinarbeitete. Zusammen mit Rusty
und einigen Litern Bier machte er sich bald auf, um nicht die Party von Christas Bruder zu sprengen. Aber
natürlich behaupteten sie das nur, in Wirklichkeit sicherten sie sich lediglich etwas Bier, um das draußen
eilig zu vernichten. Damit ihnen auch jeder abkaufte, das sie nicht die Party gesprengt hatten liefen sie dann
noch eine Weile ziellos im Dorf herum, um irgendwann zwischen elf und zwölf zurückzukehren, kurz nach
einer ganzen Bande weiterer Biervernichter. Die nahmen ihre Arbeit sehr ernst, und so war um zwölf, also
etwa 2½ Stunden nach Moes Eintreffen, bereits der dritte Kasten leer, und je leerer die Kästen wurden,
desto voller wurden die Trinker, und einer derer, die schließlich den Arsch voll hatten war Benni, der
irgendwann noch vor zwölf bei einem Versuch, den Schond zu erreichen, den Tisch schleunigst abräumte.
Und so waren alle irgendwie beschäftigt. Jo saß da und vermisste ihre Zähne, Benni, Ecki, Anja, Anna,
Daum und Simon prügelten sich um die Plätze auf dem Sofa, Julle und Moe stritten sich über die Qualität
der Toten Hosen, Muffe suchte seine Mütze, Stöck Batterien usw. Kurz vor zwölf wurden noch mal alle
munter, denn gleich konnten sie alle Moe gratulieren, und das taten sie auch, und nun wurde es langsam sehr
schnell leerer. Manche taumelten immer wieder die Treppe hoch, schafften aber offensichtlich den Weg
nicht mehr und beschlossen, noch mehr zu trinken, wozu sie wieder in den Keller zurückkehrten. Der Erste,
der nicht ging und trotzdem mit dem Trinken aufhörte war Makke, der hatte mal wieder seinen
Standartzustand erreicht und war am pennen. Doch eine Frage blieb offen: Wo war Robin? Der große
Pornofikator hatte angekündigt, noch vor Mitternacht wieder da zu sein, und er hatte anscheinend seine Uhr
nicht lesen können, denn als er eintraf war zwölf schon lange vorbei, Moe schon achtzehn und sowieso alles
irgendwie gelaufen. Und da er mit dem Auto da war und daher nicht mal bei der ehrenvollen Aufgabe der
Biervernichtung mithelfen konnte fuhr er gleich wieder davon, nicht ohne vorher noch Leute ins Auto zu
packen. Auch Anna und Anja gelang nach mehreren gescheiterten Versuchen die Flucht, und so
verschwanden nacheinander immer mehr Leute, bis schließlich nur noch die Hälfte da war, und das Ganze
langsam zu Ende ging. Aber es war fast ein Uhr, und immerhin lief das ganze schon seit kurz nach vier, was
eine ganz ordentliche Zeit war.
Nachtrag 1: Grüße an Annika nach 7 Kästen Traugott
Nun soll aber keiner glauben, damit sei schon alles vorbei gewesen. Zumindest nicht für alle, zum Beispiel
ging es für die, die da waren, noch weiter, abgesehen von Makke, für den war längst Schluss. Nach Robins
Rückkehr wurden dann auch die letzten drei Kästen geplättet, und irgendwann wurden dann auch Leute auf
dem Sofa geplättet, was in eine Prügelei ausartete, von der nur einer, der darin verwickelt war, nichts
mitbekam, nämlich Makke, der aufgrund seiner außerordentlichen Masse (und weil er auch außerordentlich
den Arsch voll hatte) als Knüppel verwendet wurde. Als alle dann von der Prügelei erschöpft waren, aber
trotzdem noch wütend aufeinander begannen sie, einander mit Bierdeckeln zu bewerfen. Einander und
Makke, aber da der als einziger nicht zurückwarf lagen bald alle bei ihm. Und da sie dadurch ein
beeindruckendes Kunstwerk geschafft hatten mussten sie das Kunstwerk natürlich auch signieren, und so
zierten oder verunzierten Makke bald darauf zahllose Symbole und Schriftzüge, und erst als sie ihm einen
Gruß an Annika auf den Arsch schreiben wollten erwachte Makke, schlug wild um sich und versuchte, die
Schrift wieder abzuwischen.
(dieser Teil des Textes basiert aus Überlieferungen von Robin. Es hat sich alles genau so nicht abgespielt,
wie hier beschrieben)
Nachtrag 2: „da hab ich ganz doll geweint“
Es war einmal ein Freitagabend, da schlief Christa nüchtern und friedlich in ihrem Bettchen, als Makke und
Rusty durch das winterliche Nottuln marschierten, um die Party zu sprengen, die ihrer Meinung nach bei
Christas Bruder stattfand. Aber, wie das nun mal so ist, sie hatten sich getäuscht. Das störte sie relativ
wenig, denn wenn Makke und Rusty mal in Randale-Laune sind dann sind sie in Randale-Laune, und dann
kann sie auch so schnell nichts davon abbringen. Also durchsuchten sie das ganze Haus nach einer Party,
und irgendwann fanden sie dann etwas, zwar kein Party, aber eine schlafende Kampfkuh. Und wie nicht
anders zu erwarten war wurde die erst mal wachrandaliert. Ihren Berichten zufolge muss das fürchterlich
gewesen sein, und jetzt ist auch klar, warum Stöcks Sessel unter ihrem Gewicht zusammengebrochen ist.
Wer so viel an seelischem Leid mit sich herumschleppt muss ja einen schwerwiegenden Eindruck
hinterlassen. Als die beiden sie weckten konnte sie nicht mal aufstehen und sie rausschmeißen, zumindest
konnte sie im Nachhinein recht eindeutig begründen, warum sie lieber unter der Decke blieb, ein Glück
allerdings, das keiner der beiden in einem Anfall von extremer Randale-Laune einfach ungünstige Dinge mit
der Decke gemacht hatte. Und als sie ihr dann Bier andrehen wollten, da musste sie weinen, denn auch
Kampfkühe haben ihre weiche Seite, und wenn man da ordentlich mit einem stumpfen Messer drin
herumstochert bekommt man selbst die Härtesten zum Heulen. Außerdem war Christa im Haus im Bett, und
die Harten kommen bekanntlich in den Garten, da kann man jetzt Rückschlüsse ziehen, wenn man kann.
Und obwohl sie ganz doll geweint hat wurde sie zum Trinken gezwungen, und was in anderen Fällen eine
gute Tat gewesen wäre war nun eine regelrechte Bier-Vergewaltigung. Danach gingen Rusty und Makke,
und Christa schloss ihre Tür ab, verkroch sich unter der Bettdecke und weinte. Und wenn sie nicht gestorben
ist dann weint sie noch heute...
(dieser Teil des Textes basiert auf Überlieferungen von Christa, sonst kann sich daran wohl keiner völlig
erinnern. Abgesehen von dem stumpfen Messer wurde tatsächlich alles fast so ähnlich überliefert)
10er-Wandertag
Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Einzige, der ständig voll ist ist nämlich
Makke. Er ist auch für nichts zuständig, denn ständig zu ist abends Muffe. Aber auch in ferner
Vergangenheit gab es schon Ereignisse, die irgendwo festgehalten werden wollen. Damals kannte man noch
keine Schrift, und so gab es nirgendwo direkte Überlieferungen, und fossile Reste gibt es auch nicht, da
keiner gestorben ist, auch wenn Jens gar nicht so weit weg davon war.
Apropos Jens: „Jens steh auf, Frau Canisius kommt!“ An diesen Satz wird sich Jens sicher nicht erinnern,
denn da war er schon total voll und lag im Busch. Denn vor dem Wandertag hatte sich ein Trupp zum
vormoschen getroffen, und Jens hatte ordentlich zugeschlagen. Es war schon erstaunlich genug, das sie ihn
lebend bis zur Schule geschafft hatten, aber dann war er mal wieder endgültig zusammengebrochen und lag
im Busch. Von da aus gings direkt auf den Schond, aber wer Jens kennt wird wissen, das Jens ungerne was
von sich gibt. Und das gilt sowohl für Worte als auch für übertriebene Mengen Alkohol. Und da Jens
einfach nicht ballern wollte beschlossen sie, ihn an die frische Luft zu schleppen. Und wer sich jetzt denkt,
da kommt noch was, der hat die Katze auf den Sack getroffen, denn da kam noch was. Einiges, um es mit
Schmittis Worten zu sagen. Denn kaum hatten Maiky-Bär und Philipp Jens nach draußen geschleift, da
überlegte es sich Jens anders, denn durch den vielen Alkohol wäre er richtig gesprächig geworden, wenn er
noch in der Lage gewesen wäre zu reden. Da er aber nun den Drang verspürte, irgendetwas von sich zu
geben gab er sein Statement einfach in Form seines Mageninhalts ab, der direkt beim Scheef vor den Füßen
landete. Völlig schockiert ließen die beiden Jens fallen, und wenn der nicht das Glück eines Besoffenen
gehabt hätte wäre er mitten drin gelandet.
Mitten in der Scheiße landeten bald alle anderen, und schuld daran war, nein, nicht der rothaarige Bastard,
ausnahmsweise, sondern der Franzosenlümmel. Der ließ sich nämlich mit Alkohol auf dem Schulgelände
erwischen, und nun wurden auch alle anderen mit Schimpf und Schande davongejagt. Nur wenigen hatten
dermaßen den Arsch voll, dass sie nach wenigen Metern und viel Zeit wieder zurücktaumelten und sich auf
dem Schulgelände zum schlafen legten.
Seltsame Telefone und verrückte Daruper: Freitagabend
Der Freitagabend fing bereits seltsam an. Meist ist es ja so, dass ein Abend relativ normal anfängt und dann
völlig seltsam aufhört, aber normal ist bekanntlich wenig. Wir schon gar nicht. Und Christa am
allerwenigsten. Das hätte man zumindest zu Beginn des Abends glauben können, später hat Julia da noch
einiges durcheinandergeworfen. Aber, man sollte am besten mit dem Anfang beginnen. Man könnte meinen,
der Anfang sei nicht jugendfrei gewesen. Denn was Christa da für Ansprüche stellte hörte sich schon
irgendwie seltsam an. Es begann mit „tiefer“ dann kam „härter“ und auch noch „schneller“. Und wer jetzt
schon wieder an irgendwelche ab18-Geschichten denkt liegt dann doch irgendwie falsch, denn auch
Kampfkühe können nach einem kämpferischen Tag mal total verspannt sein. Andere wollen dann Drogen,
Elizabeth wollte es tiefer, härter und schneller, oder, wie Ecki gesagt hätte: BESSER! Rückenmassage,
darum geht’s, nur falls jemand schon andere Bilder im Kopf hatte. Apropos ab18 und Bilder im Kopf,
manche Leute stehen total auf Gewalt. Da operiert man Leuten bei lebendigem Leib das Schienbein aus dem
Körper heraus und wedelt damit herum, kritzelt auf Bauch und Oberkörper mit einem Skalpell herum und
packt in den Brustkorb um das Herz festzuhalten, und was schreit Birgit? MEHR! Langsam scheitere ich mit
meinen Ideen an den Ansprüchen. Den Anforderungen nicht mehr gerecht werden konnte auch Rusty, aber
das war Absicht, denn um schnell fahruntüchtig zu werden hatte er sich ein Bier geschnappt, und so mussten
andere fahren. Wobei „andere“ in diesem Fall hieß: Stöck.
Der packte sich dann auch ein paar Leute ins Stöck-Mobil und heizte los. Mitten auf dem Weg standen auf
einmal Makke und Annika mitten auf dem Weg, und da das Stöck-Mobil mit fünf Leuten eh schon illegal
voll war hielt Stöck gar nicht erst an, sondern nahm die beiden auf der Motorhaube mit. Das beide
überlebten lag wahrscheinlich daran, das Makke den Aufprall abfederte.
In Darup war auch schon einiges los. Als erstes war Gerding da gewesen, sogar noch vor Bauer selbst, was
aber irgendwie keinen so besonders störte. Noch beschäftigen sich die Daruper damit, vorm Kamin zu
rauchen oder vorm Fernseher kleine Saufspielchen zu spielen. Am übelsten drauf waren zu dieser Zeit noch
die Jackass-Freaks, denen man auch vorerst die Randale-Aktion überließ.
Schnell schlich die Zeit vor sich hin, und irgendwann kam dann der erste Fress-Kick des Abends, als Annika
und Jo sich ein bisschen Futter organisieren wollten. Also, ab in den Ofen damit und Uhr eingestellt. Wenn
man so was macht sollte man allerdings das Klingeln der Uhr vom Telefon unterscheiden können, und dazu
war Jo anscheinend nicht mehr in der Lage. Immerhin, zum Fressen reichte es noch, und zum
Klavierspielen. Nun, eigentlich doch nur zum Fressen, denn selbst Bauer hat gehört, dass irgendwas an den
Stücken nicht stimmte, die die beiden in die Tasten hämmerten. Es schien, als würden zwar beide
gleichzeitig spielen, aber jede ein anderes, gerade in diesem Moment selbst erfundenes Stück.
Apropos Stück: Ein Stückchen seltsam war auch Julia. Die hatte zwar nichts getrunken, war aber auf der
Meta-Ebene total strahlig. Wer das versteht weiß wovon ich rede und hat ihr mutmaßlich zugehört,
zumindest teilweise. Über längere Zeit hat das niemand ausgehalten. Zum Glück war Julia aber nur auf der
Meta-Ebene stramm, sonst hätte sie ja niemanden mehr zurückfahren können. Die erste Ladung
transportierte Stöck schon recht früh ab, aber die verpassten die Daruper Sofa-Aktion. Denn irgendwann
begann ein ausgelassener Haufen Daruper, wild durch die Zimmer zu toben, über sämtliche Möbelstücke zu
klettern und darauf herumzuhüpfen. Allen voran der Pimperator, in den sich Gerding nach genügend Sprit
wieder verwandelt hatte. Das wurde irgendwann so schlimm, das die Kampfkuh mit Christa durchging, und
sie zur Strafe erst mal ihren Gastgeber verdrosch. Leider machte das dem allerdings einigen Spaß, so dass
sie schließlich vor lauter Prügeln total müde wurde und Julia zur Heimfahrt drängte. Nun machten sich also
alle überlebenden Nicht-Daruper auf den Weg nach Hause, oder besser: zu Stöck.
Und da ging die Aktion dann auch gleich weiter, angezettelt von der einzigen, die abseits der Meta-Ebene
noch völlig nüchtern war: Julia. Kein Wunder, dass nach deren Ankunft keine Neuankömmlinge mehr den
Keller betraten, denn ein ohrenbetäubender Lärm drang aus dem Zimmer, der auch einen äußerst
unangenehmen Geruch darin vermuten ließ. Denn Julia, Christa, Stöck und noch einige andere versuchten,
lauter zu furzen als der jeweils andere. Jedenfalls simulierten sie es. Mehr oder weniger erfolgreich und
mehr oder weniger lautstark. Obwohl, was den Gestank angeht: Auf der Meta-Ebene stank es garantiert
bestialisch...
RANDALE! Freitag, Freistunde und 5.Stunde Sowi-Kuchen-Krasch-Kurs
Die Freitags-Freistunde gehört bekannterweise zu den kreativsten Stunden der ganzen Woche, und diesen
Freitag war sie besonders kreativ. Die ganze Kreativität liegt wahrscheinlich daran, dass sich alle auf das
Wochenende freuen, und wer freut sich am meisten? Richtig, der Bauer, denn in der Woche kriegt er zu
Hause nichts vernünftiges zu trinken und muss immer aus dem Trog saufen, aus dem auch die Bullen
trinken. Und da so schönes Wetter war kehrte im Bauer Irre-Mo zurück, der Stuntman. Zwar war gerade
kein Geländer da, über das man in den Gardasee springen konnte (abgesehen davon das auch der See gerade
nicht da war), aber immerhin gab es zwei Stühle. Und wenn man die zusammenstellt und die
Körperspannung bewahrt, dann kann man die auf die beiden Vorderkanten stellen und hintendrauf stehen.
Sogar ohne Hände, es fand sich aber keiner, der Bauer seine Hände abhacken wollte. Nachdem Irre-Mo
seinen Stunt performt hatte ging der nächste Stuntman an den Start: Easy-Ali. Aber er musste feststellen, das
der Stunt doch nicht so easy war. Der Einzige, der nicht kapierte, dass der Stunt schwer war, war der lustige
Niko. Easy-Ali schaffte es irgendwann, aber Niko brauchte noch einige Zeit, bis er sogar lässig auf den
Stühlen hin und her wippen konnte. Und dann wurden es immer weniger. Easy-Ali ging zu Hause, Irre-Mo
und der lustige Niko gingen in die Pibliothek, um dort weiter Chabernack zu treiben und Pirgit, Carlo und
Daum gingen Richtung Feldkamp, um sich chtinkende Chtifte in punten Farben zu kaufen. Aber nur zwei
von ihnen kamen wieder zurück. Und als Julia Birgits rote Fingernägel sah, da kam ihr ein übler Verdacht,
wahrscheinlich war sie auf der Meta-Ebene schon wieder strahlig, und so beschuldigte sie Birgit, den Daum
umgebracht zu haben. Das stimmt auch, also hofft bloß nicht darauf, mich je wieder bei Sonnenschein zu
sehen. Dann löse ich mich nämlich in Asche auf. Ach ja, Silber ist auch nicht so nett, und bleibt mir mit
Kreuzen vom Leib. Besonders mit Hakenkreuzen. Da krieg ich immer Brechreiz von. Verdammte Axt, ich
wollte nicht politisch werden. Tut mir leid, aber das ist wohl so, wenn man umgebracht wurde, dann hat man
sich irgendwie nicht mehr so ganz unter Kontrolle. Aber toll, als Untoter kann ich jetzt alles tun und lassen
was ich will. Kann alles erreichen was ich will. Geilomat. Aber, zurück zur Handlung.
Von Schatten zu Schatten schlich sich der Daum eine Stunde nach seiner Ermordung nämlich wieder zur
Schule, und da er sowieso immer eine ziemlich zombie-mäßige Hautfarbe hat fiel niemandem auf, das er tot
war. Jetzt begann nämlich bald die Sowi-Kuchen-Krasch-Kurs-Stunde, und die wollte er nicht verpassen,
denn in der fünften und sechsten Stunde am Freitagvormittag (also eigentlich noch mitten in der Nacht)
kommt es des öfteren zu den seltsamsten Aktionen der Woche. Aber erst mal musste Rusty noch beweisen,
das er notorious genug war, um sich auf dem Stuhl-Moped zu halten. War er nicht. Und als die Stunde dann
dem Ende zu ging gingen alle ihrer Wege. Rusty und ein paar andere zum Geschi-Crashkurs, der mal wieder
irgendwelche Nicht-Arbeit verrichten würde, wie immer, Birgit, um ein Referat über ein Thema zu halten,
von dem sie keine Ahnung hatte (einige Leute werden sich jetzt fragen, was daran so seltsam ist, aber denen
ist auch nicht mehr zu helfen), Stöck, Niko, Daum, Bauer, Nils und Jörn machten sich auf, um Erdinger im
Sowi-Raum Gesellschaft zu leisten.
Die Gesellschaft war irgendwie auch das Thema der Stunde, und so leisteten sich die Schüler untereinander
Gesellschaft und verrichteten ihre Gruppenarbeit in Arbeitsteilung. Monika teilte, und die Schüler
arbeiteten. Standart eben. Aber irgendwann kamen zum Glück einige auf die Idee, sie müssten für ihre
Referate noch was kopieren, und ehe sie gepeilt hatten, was abging saßen Stöck, Niko und Daum allein im
Raum. Da sprach einer von ihnen: „Mir stylt sich da gerade ein Verdacht in die Brezel rein. Die sind
bestimmt alle in die Bibliothek mopetiert.“ Da hatte sich ihm sogar der richtige Verdacht in die Brezel
gestylt. Und so fingen sie an, Randale zu schieben. Erst bastelten sie sich wieder Stuhl-Mopeds, wie der
Bauer sie erfunden hatte, und stellten sich darauf, dann kamen die Experimente für Fortgeschrittene: Stöck
bastelte das Moped auf einen Tisch, stürzte und hätte sich das Genick gebrochen, wäre das Haus nicht von
Holländern gebaut worden. Und wie alles, was aus dem gelobten Land kommt war auch der Baumeister
ziemlich stoned gewesen und so kam es, dass gerade da, wo Stöck hinstürzte keine Wand stand. Langsam
wurden es dann wieder mehr Leute in dem Raum, nachdem Stöck mit dem Stuhl gegen die Wand geschlagen
hatte. Das hatten nämlich offensichtlich Mart und Mo gehört, die zwei S-Fauler, von denen der eine fauler
als der andere war, und so stylten sie sich zwar keine Verdächte in die Brezel, aber immerhin mopetierten
sie sich durch die Nottür in den Sowi-Raum. wo dann bald mit der Rückkehr von Irre-Mo die Randale ganz
neue Dimensionen annahm.
Schule macht übrigens dumm, hat das schon mal irgendjemand festgestellt? Stöck glaubt neuerdings, man
könne Wände hochgehen, ohne Fußspuren zu hinterlassen. Stimmt natürlich nicht. Man kann nur an Decken
gehen, ohne Fußspuren zu hinterlassen. Und übers Wasser, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Aber
immerhin kann man Tierstimmen imitieren, ohne Spuren zu hinterlassen, außer im Verstand mancher
Lehrer, bei denen man in den Unterricht reinplatzt und einen Bullen imitiert. Irgendwann, nachdem man sie
mehrfach laut gerufen hatte, kam dann leider doch die Lehrkraft wieder. Sie hatte zwar immer noch kein Abi
und würde damit bald von ihren Schülern bildungstechnisch überholt werden, aber sie war wieder da, und
das war schlimm genug. Nun passierte nicht mehr viel, abgesehen davon, das Mo seine Gruppe verpeilte und
dachte, man hätte in seiner Abwesenheit einfach neue Gruppen gebildet. Aber wer käme denn auf so eine
Idee (außer vielleicht Mr.T)?
Gewalt ist keine Lösung... auch wenn’s Spaß macht: Samstagabend
Beschwert euch bloß nicht über Fehler, es ist kurz nach drei und ich bin einfach noch zu wach zum schlafen.
Was solls, ich versuchs. Kann nur schiefgehen. Will sagen: alles wie immer...
Es begann alles wie fast immer, soll heißen, in Stöcks Keller. Stöck, Moe und Rusty waren schon da, und als
Benni und Daum eintrafen, da zeigten sie ihnen, was sie von ihrem gestrigen Besuch im Casino hatten
mitgehen lassen: Einen kompletten Roulette-Tisch. Vielleicht auch eher eine billige Kopie, das war ihnen
am vorherigen Abend nicht mehr so ganz klar gewesen. Eine sehr billige Kopie, wie sich bald herausstellen
sollte, aber immerhin gut genug, um Moes Geldsucht ein wenig zu befriedigen. Denn bald kamen noch mehr
hinzu, die alle Geld verlieren wollten, und da Moe die Bank war bekam er alles Geld, das verloren wurde.
Irgendwann hatten die anderen genug vom ständigen Geldverlieren, und so wollten sie etwas spielen, was
Moe nun gar nicht konnte. Sie wollten Pokern. Und, was für eine Überraschung, sie taten es dann auch. Die
absoluten Poker-Kings waren Kricken und Anica, ersterer, weil man als einziger Indianer mit
Kriegsbemalung unter lauter Weißen ja sowieso Häuptling und somit eine Art König ist und er es außerdem
geschafft hat, sein komplettes Scheißblatt auszutauschen und ein genauso beschissenes Blatt
zurückzubekommen, und Anica, weil sie das absolute Pokerface hat. Das ist so undurchsichtig, das sie es
selbst nicht durchschaut hat und aufgegeben hat, obwohl sie von allen das beste Blatt hatte.
Häuptling Kricken hatte übrigens nicht nur das Pokerpech für sich gepachtet, sondern musste auch noch mit
deR Unterdrückung seiner Kultur kämpfen. Immer wieder versuchte er, aufzustehen um seine CD ans
Laufen zu kriegen, und jedes Mal wurde er durch Schläge und Tritte davon abgehalten. Bis ein anderer
Mensch mit Kriegsbemalung und stammestypischer Ohrenmütze auftauchte und Kricken unterstützte.
Richard und Hannes waren aufgekreuzt und hatten Lina mitgebracht. Und sie schüttelten das Joch ihrer
Unterdrücker ab und hämmerten ihre Musik in den Player, zumindest, bis jemand das wieder änderte.
Endlich.
Als mutmaßlich letzte trafen dann Christa und Birgit ein. Die wussten zwar mittlerweile, warum Stöck den
Stöck vor die Wand geschlagen hatte („Einfach so.“), aber das half ihnen auch nicht, da sie sonst nichts
wussten. Vermutlich. Bei den meisten Leuten ist es allerdings schwer auf Anhieb zu sagen, ob sie was
wissen oder nicht. Es sei denn, den Leuten sind aufgrund eines heftigen Rechtsrucks die Haare ausgefallen.
Aber zu Leuten mit Haarproblemen kommen wir noch früh genug. Ob Christa und Birgit Haarprobleme
haben ist nicht bekannt, Lina hat zumindest welche und ist froh, dass sie blond ist und man ihren Bart nicht
sieht. Vor allem nicht wenn man gerade durch die Slums fährt und ballern muss. Das ist in solchen
Gegenden nämlich sehr gefährlich, weil sich dadurch Leute angegriffen fühlen und zurückballern könnten.
Rusty zum Beispiel. Der ballert sogar stumpf mitten ins Auto. Irgendwas wollte ich jetzt damit sagne, das
war auch gut... aber ich hab irgendwie den Faden verloren.
Wie gut, das ich oben nachlesen kann, was ich gerade geschrieben habe. Christa und Birgit. Apropos
Christa: Looooos! Auf einmal herrschte große Aufbruchsstimmung, vor allem, nachdem Stöck verkündet
hatte, das er alle rausschmeißen wolle. Das hatte dann die dumme Nebenwirkung, das auf einmal alle weg
waren, Richtung VS Alaaf, wo sie hofften, irgendwo umsonst eindringen zu können. Nur Stöck, Birgit und
Daum hatten die Eile irgendwie nicht ganz mitgekriegt (Ecki auch, aber der hatte mit Eile ja sowieso nichts
an den Wurzeln und war noch nicht mal aufgetaucht) und verstauten in aller Ruhe ein wenig Saft und viel
Wodka (oder wars andersherum?) in zwei Flaschen, damit sich der Eintrittspreis wenigstens durch ein paar
Gratisgetränke etwas akzeptabler gestalten ließ. Dann hatte es Stöck plötzlich doch eilig, vielleicht lag es
einfach nur daran, dass der Wodka in den Flaschen in seinen Händen unbedingt dorthin wollte, wo sein
Freund Bier an diesem Abend auch ziemlich viele Leute undurstig machen würde. Und da die beiden
anderen beim bloßen Gedanken an schnelles Laufen von einer unglaublichen Bocklosigkeit (Word kennt das
Wort, genau wie „Tortenbeschwörer“) gepackt wurden schnappten sie sich ihre Fahrräder und bemühten
sich, mit Stöck mitzuhalten, was ihnen aber nur mäßig gelang. Immerhin, sie bewegten sich schneller als die
hässliche Glatze, die sie später trafen, es je tun wird. Dafür sah der aber aus wie ein Gott. Zumindest wie der
Gott der Fresssucht, Hässlichkeit und Dummheit. Die ganzen negativen Götter werden ja immer gerne aus
der Gesichte gestrichen, weil sie einem peinlich sind (die Griechen würden nie zugeben, dass sie neben
Aphrodite auch eine Göttin der Hässlichkeit hatten, die Merkel hieß, von den Römern sind nur Fragmente
des Namens überliefert, aber er fängt mit „Scho“ an). Peinlich sind dementsprechend auch Leute, die
aussehen, als wären sie irgendwie mit diesen göttlichen Missgeburten verwandt. Ich komm aus dem Konzept
bzw. irgendwie vom roten Faden ab. Verdammte Axt, wer hat den auch gerade gezogen, da kann sich um
diese Zeit doch kein Mensch mehr dran halten...
Hab ihn wiedergefunden, er lag in der Mehrzweckhalle. Der Faden. Der Stress lag auch da, und
wahrscheinlich hätte Kricken, wenn er, mit kompletter Kriegsbemalung, um Boden gegraben hätte auch das
Kriegsbeil dort gefunden. Und wo wir gerade beim Krieg sind, alle, die sich in der Nähe von Stöck, Birgit
und Daum aufhielten kriegten auch was von den Gratisgetränken ab, also im Grunde nur die Drei und
Christa. Da war es noch früh, es war noch viel Platz für Alkohol vorhanden, und Rahmmahdahn irrte noch
irgendwo durch die Gegend oder schimmelte zu Hause rum, auf jeden Fall klopfte er noch nicht besonders
aufdringlich. Allerdings muss Stöck in den beiden Flaschen irgendwelche geheimen Botschaften an ihn
versteckt haben, denn noch während der Inhalt der Flaschen konsumiert wurde schlich er sich an. Da passt
man fünf Minuten nicht auf, und schon hat sich der Rahmmahdahn in den Kopf geschlichen. Und wir sind ja
alle nette Menschen (diese dreiste Lüge stammt nicht von mir sondern von jemandem der gerne
ausgeliehenes Geld zurückgibt), und wir schmeißen ja niemanden raus. Es sei denn er ist fett, hässlich und
hat keine Haare. Wenn er stolz gewesen wäre, ein Arschloch zu sein, das wäre in Ordnung gewesen. Wenn
er in großen Buchstaben „Proud to be BLÖD“ auf den Schädel tätowiert hätte, auch OK. Aber nein, der Typ
muss ja unbedingt stolz sein, ein Deutscher zu sein. Man, wenn so einer Deutscher sein darf, dann ist das für
alle anderen ein Grund sich zu schämen und beim Ausweisvorzeigen die Nationalität zu verdecken.
Immerhin, aus der Ecke der Halle links vom Eingang (erstaunlich, wie politisch korrekt die Leute sich
verteilt hatten) wurde er schnell verwiesen. Selber fremdenfeindlich sein und dann irgendwo hingehen wo
man niemanden kennt, das ist entweder mutig oder dumm. Entweder oder. Und da fremdenfeindlich dumm
bekanntlich mit einschließt können wir das mutig auch gleich streichen. Mutig war der nämlich nicht, er war
schließlich alleine. Genau wie eventuelle vereinzelte Haare auf seinem Kopf. Man sollte mehr gegen
Haarvereinsamung bei Jugendlichen tun, sonst sterben die Haare sonst auf manchen Köpfen ganz aus, und
das ist nicht gut. Apropos gut, selbst die gute Idee wegzugehen kann man ihm nicht anhängen, weil er ja
mehr oder weniger gegangen wurde. Da hat wohl dann doch mal kurz der Selbsterhaltungstrieb bei ihm mit
den Springerstiefeln an das Brett vorm Kopf geklopft und ist sogar gehört worden. Immerhin, eines hatten
sie von Jane gelernt: Wenn eine Person, die wirklich keiner so wirklich mag (oder, um es anders zu sagen:
die jedem extrem auf die Eier geht, und zwar auf sämtliche) weg ist, dann kann man immerhin wunderbar
über sie lachen. Nachdem die Glatze gegangen war, wurde teilweise erst mal Pause gemacht, und das hatte
einen ganz einfachen Grund: Rahmmahdahn saß in der Schaltzentrale in ihren Köpfen und wenn gerade
keiner hinsah (und die zuständige Aufsichtsperson hatte den Arsch voll und sah nicht mehr sonderlich
häufig hin) drückte er munter auf irgendwelchen Knöpfen herum. Gleichgewichtssinn aus,
Gleichgewichtssinn an. Aus. An. Und sobald er dann irgendwann ein anderes Spielzeug findet und den
Gleichgewichtssinn versehentlich auf „Aus“ lässt, sollte man sich hinsetzen, bis der Schalter von allein
wieder in den Sparbetrieb schaltet, Gleichgewicht auf Notstromniveau sozusagen. Als dann manche Leute
immer noch und mindestens zwei wieder gehen konnten, wollten und mit zwei kompletten Beinen sogar voll
und ganz dazu in der Lage waren, da gingen sie.
Aber sie gingen nicht irgendwohin, denn sie wollten was zu lachen haben, und wer war der lächerlichste
Mensch in der ganzen riesigen Mehrzweckhalle? Richtig geraten. Apropos raten, Stöck und Daum
beschäftigte kurzfristig die Frage, ob der Typ schockiert anfangen würde zu heulen, wenn man ihm sagen
würde, das ihm Haare wachsen. Vielleicht wachsen ihm auch Haare aus dem Arsch, Klopapier für das
heilige Arschloch hatte er offensichtlich keines, und die Sonne schien ihm auch nicht aus demselbigen, die
Tatsache allerdings, dass man das ganz eindeutig ausschließen konnte, war für manche Grund genug, sich
vor Lachen auf dem Boden zu wälzen. Für Stöck zum Beispiel. Dem schien zwar auch nicht die Sonne aus
dem Arsch (vermutlich), dafür schien sich wenig später eine Faust in seinem Gesicht zu befinden. Richtig
geraten, der hässliche Fettsack hatte es tatsächlich geschafft, sich zu bewegen. Wahrscheinlich wollte er
Stöck einfach nur die Haare ausreißen und ist, ungeschickt wie man nun mal bei dem Körperbau
(„Fehlkonstruktion!“) ist, irgendwie abgerutscht. Fast noch asozialer war dann der Türsteher, der beinah den
falschen rausgeschmissen hätte. Aber Stöck durfte doch drinnen bleiben, wenn auch erst nach einigem
Stress. Wo wir gerade beim Thema Stress sind, es gab sogar eine Glatze, die hatte Haare und wollte keinen
Stress, denn irgendwie war er kurzfristig zu der Einsicht gekommen, das Gewalt zwar Spaß macht, aber
irgendwie doch keine Lösung ist. Vor allem nicht, wenn Türsteher in der Nähe sind.
Irgendwie hatten aber nicht alle mitbekommen, das Stöck doch noch dabei war. Daum zum Beispiel, der
suchte ihn, bis Jo ihn darauf hinwies, dass er sich einfach nur mal umdrehen musste. Und fünf Minuten
später war Birgit immer noch der Meinung, Stöck sei rausgeworfen worden, bis es nach langer Suchaktion
gelang, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Aber das hieß nicht, das sie jetzt herumsitzen und faul sein
konnten. Schuld war, wie sollte es anders sein, der Franzosenlümmel. Der hatte sich nämlich
reingeschmuggelt, und da er nicht am Türsteher vorbei wollte um seine Jacke wegzubringen, weil der ihn
schon mehrfach von der Tür verjagt hatte. Also mussten wieder andere losgehen und Eckis Jacke
wegbringen. Und als sie wiederkamen und Eckis Geld wieder zurückgeben wollten (weil sie ja alle nette
Leute sind und das Geld anderer Leute zurückgeben), da war der Waldschrat nicht mehr da, aber wer so
wenig Wert auf sein eigenes Geld legt, der wird auch nicht zwecks Rückgabe gesucht. Gesucht wurden nur
noch schnell zwei Stühle und bald auch ein dritter, denn es war schon recht spät, als plötzlich ein
Holtermann eintraf. Einer. Auch wenn manche Leute ihn vielleicht doppelt gesehen haben, diesmal war es
wirklich nur einer, und es ist sogar bekannt, welcher, obwohl ihn keiner gefragt hat (ja, man kann die
Holtermänner unterscheiden. Linus wars, es sei denn, Linnart hat sich sein Erkennungszeichen wieder aus
dem Gesicht geschnitten. Dann wird’s wieder schwerer...). Bei manchen Leuten war zwischenzeitlich
wieder alles im grünen Bereich (auch wenn das angeblich nur am Tabak und nicht an dem, was man
eigentlich so mit „grün“ verbindet, lag), auch wenn Rahmmahdahn zwischendurch wohl mal auf den Knopf
für die Zurechnungsfähigkeit gefallen sein musste. Der stand nämlich auf aus. Und nicht nur bei denen, die
da waren, sondern auch bei denen, die irgendwie nicht da oder abwesend waren. Bei George Doublebush hat
man sowieso manchmal das Gefühl, die Zurechnungsfähigkeit läuft immer nur im Sparmodus, der MatheLK ist generell ohne Computer in keiner Form Rechnungsfähig, und Bauer war wohl beim Eintreffen auch
nicht mehr ganz dazu in der Lage, etwas dazuzurechnen. Wobei sich natürlich die Frage stellt, wozu man
eigentlich rechnen soll. Egal.
Immerhin konnte man problemlos damit rechnen, dass sich der Wortschatz von Stöck, Birgit und Christa
irgendwann auf ein Wort reduziert: „Motörhead!“ (Wenn das weder Türken noch Deutsche sind, warum
haben die dann ein „ö“?). Und gerade in diesem Zustand stolperten sie über den DJ, der vielleicht Andre M.
hieß und an seinem Pult rumschimmelte, weil er gerade nichts zu tun hatte. Das lag hauptsächlich daran,
dass auf der Bühne gerade eine schlechte Band mittelmäßige Lieder zu äußerst schmerzhaften
Coverversionen verarbeitete. Über die Tauglichkeit der Musiker kann man sich ja streiten (oder vielleicht
doch eher nicht), aber der Sänger... reden wir besser nicht drüber. Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja,
beim DJ. Irgendwann holten sie sich noch Hannes dazu, der anscheinend äußerst bedrohlich wirkte, denn
zusammen schafften sie es schließlich, für die nächste Pause der Band endlich mal ein gutes Lied zu
organisieren. Und was für eines. Damit Pause war musste aber erst mal Pause sein, und so warteten alle
darauf, dass die Band dann doch bald mal fertig wurde (nicht alle, einige Leute fanden sich so extrem cool,
dass sie scheinbar auf der Tanzfläche festgefroren schienen, während sich ihr Hirn irgendwo verdrückt hatte,
falls sie je eines gehabt hatten).
Nachdem die musikalische Qualität dann wieder übergangslos von gut zu schlecht abstürzte stürzte Bauer
endlich seinem Standartzustand entgegen, er legte sich vorsorglich schon mal auf den Tisch. Im Gegensatz
zu Makke gab der Bauer aber nur seine geistige Anwesenheit auf, Makke war krank und hatte sich
irgendwann entschieden, es sei doch mal genug. Kein Wunder das der krank ist, so ungesund wie der lebt.
Vegetarier. Das kann ja nicht gut sein für die Abwehrkräfte... Die Anwesenheit aufgeben taten bald auch
Stöck, Birgit, Christa und Daum. Stöck und Christa, weil sie nach Hause wollten und wohl doch verdammt
müde waren, Birgit, weil Christas Müdigkeit immer genau dann eintritt, wenn der nächste Tag in Gefahr
gerät und sie selber bekanntlich nie müde wird (stimmt auch nicht ganz, selbst Birgit ist nicht unkaputtbar)
und Daum aus dem einfachen Grund das Stöck seine Jacke hatte und es bei unangenehmen Temperaturen
und schönem deutschem Wetter (Regen) äußerst unangenehm gewesen wäre, ohne Jacke zu fahren. Das
taten sie dann auch, bis auf Stöck, der ging, aber wie man oben nachlesen kann war er ja dabei immer noch
schneller als die anderen drei mit dem Rad, und die wollten sich jetzt nicht noch mal von ihm abhängen
lassen und nahmen deshalb einfach gleich eine andere Route. Es war kurz vor drei, es war kalt und regnete,
aber trotzdem ging mal wieder ein schöner Tag zu Ende, aber wir wissen ja alle, morgen wird immer alles
besser. Wer weiß, vielleicht ist das diesmal sogar tatsächlich möglich...
Der Acht-Cent-Burger: Dienstagabend
Aus irgendwelchen nicht bekannten Gründen bestand am Dienstag eine enorme Nötigkeit, sich abends bei
Stöck im Keller zu treffen, der bekanntlich im Notfall fast immer zur Verfügung stand. Und da akuter
Alkoholbedarf doch ein ziemlich großer Notfall ist und auch häufig auftrat bestand auch häufig erhöhte
Nötigkeit sich zu treffen. An schlimmsten schien der Bedarf ja bei Christa zu sein, denn sie war mit Abstand
als erste eingetroffen, war aber auch die erste, die fast in Panik wieder geflüchtet wäre. Denn zusammen mit
Stöck und Daum hatte sie sich daran gemacht, Stöcks Höhle zu erkunden, doch dort hatte sie eine Spinne
gefunden. Zwar war die Spinne offensichtlich ziemlich tot oder höchstens 2 Millimeter dick, aber dafür war
sie riesengroß, und ihre zwölf Augen starrten sie hungrig an. Da schrie Christa auf, und stürzte zum
Ausgang der Höhle, wo der Daum gerade zu dem Erkundungstrupp stoßen wollte. Ihm gelang es gerade
noch, zur Seite auszuweichen und sich an einem der Deckenbalken festzuklammern, als Christa kopfüber
aus der Höhle stürzte und im Sturz Marco umriss, der gerade hereinkam. Oben in der Höhle schlug Stöck
das Buch mit der Spinne drin wieder zu und kletterte in aller Ruhe hinunter, während der Daum den Halt
verlor und mit der Zielgenauigkeit eines amerikanischen Bombenangriffs sein Ziel exakt traf, zumindest
nachdem er den kompletten Zimmerboden zum Ziel deklariert hatte. Nun wollten die Vier weitere Gäste
organisieren, und Christa hockte auf ihrem Stuhl, noch mit zitternden Händen vom Anblick der grässlichen
Spinne, aber auch der Meinung, es bestünde eine außergewöhnlich hohe Nötigkeit für Julias Ankunft, denn
im Gegensatz zu Julia wurde Christa nicht vom bloßen Anblick von Alkohol breit. Um mehr Leute zu
organisieren mussten sie welche anrufen, doch seit eines traumatischen Ereignisses am Nachmittag hatte
Stöck fast so viel Angst vor Telefonen wie Christa vor Spinnen: Jane hatte angerufen, aus Moskau, oder
zumindest hatte sie das behauptet. Vielleicht stand sie auch schon fast draußen vor der Tür, oder sie würde
in fünf Minuten wieder anrufen, um Stöck zu fragen, ob er sie nicht abholen könnte. Aus Moskau. Die
einzige Möglichkeit, einen solchen Anruf zu verhindern war eine dauerhafte Blockade der Leitung, und da
sich durch einen Sitzstreik auf der Telefonleitung nicht viel ausrichten ließ überwandt Stöck seine Angst,
griff zum Hörer und begann Leute anzurufen. Um es kurz zu machen, die Anrufaktion war a) konfus und b)
kurzfristig völlig erfolglos. Robin war direkt nach seiner Rückkehr nach Deutschland verschollen, vielleicht
wollte er kurz bei Steffi in England vorbeischauen und hatte sich verfahren, bei seinem legendären
Orientierungssinn bestand sogar die Gefahr, das er einen Robin gebaut hatte und jetzt in Moskau bei Jane
vor der Tür stand und dann beim Erkennen der Lage entweder in Panik geriet und das Auto in die nächste
Wand jagte oder in einem Anfall von Verpeiltheit die gefährlichste Biowaffe Russlands zurück nach
Deutschland brachte. Bene war bei Niko, Niko wurde zwar von Stöck sofort am Telefon begrüßt, war aber
gar nicht dran und versprach dann, als er endlich am Telefon war, sofort vorbeizukommen, tat es aber dann
doch nicht. Und dann trafen Nina, Julia und Domsen ein. Christa vergaß beim Anblick von zwei Flaschen,
die Julia aus ihrem Rucksack zog, alles andere, sogar die Spinne, die gerade ihr Bein hochkrabbelte und sich
daran machte, irgendeinen Platz zu suchen, wo sie in Ruhe ihr Netz bauen konnte, und Stöck vergaß die
Angst vor Jane. Überhaupt hatte die Ankunft der Drei eine seltsame Welle des Vergessens zur Folge, und
sofort hatten sie dann auch vergessen, warum sie noch nicht im Keller waren, sahen die Nötigkeit, sich
dorthin zu begeben, ein und machten sich auf den Weg.
Im Keller angekommen gab Stöck Julia und Christa je ein Glas, und die beiden machten sich daran,
Ramadan die Türen zu öffnen. Warum sie so großes Interesse daran hatten, dem irakischen Vize-Präsidenten
die Tür aufzumachen weiß keiner so genau, vielleicht wollten sie ja auch nur eine Fastenzeit für sich selbst
einleiten, indem sie einfach so viel tranken, dass gar nichts mehr reinging. Dann würde die Fastenzeit zwar
nur solange dauern, bis wieder was reinpasste, aber das reichte ja völlig, schließlich hatten beide
offensichtlich kein Interesse, lange auf irgendetwas zu verzichten. Auch nicht auf den Film, den sie sich
zwar nicht selber ausleihen wollten, den aber jemand anderes für sie ausleihen wollte. Aber jedes Mal, wenn
sie sagten, was für einen Film sie sich ausleihen wollte wollte das keiner mehr für sie übernehmen. Sie
hätten nun versuchen können, glaubhaft zu versichern, sie seien jemand anderes, aber wenn das auch nur
annähernd so glaubhaft war wie Stöcks Christa-Imitation vom vorangegangenen Freitag, dann war das doch
eher hoffnungslos. Hoffnungslos schien auch das Warten auf Robin, Niko und Bene, aber immerhin, einer
kam an, und das war Benjamin Smaluch, von Beruf Pornostar. Apropos Pornostar, Benni hätte sich ja,
vorgeblich zur Vorbereitung auf seinen nächsten großen Film, für Christa und vor allem für Julia deren Film
ausleihen können. Wollte er aber nicht. Stattdessen wollte er lieber bei Niko anrufen, denn der hatte es
immer noch nicht geschafft, den langen Weg von zu Hause nach Stöck zu überwinden oder vielleicht auch
nur sich selbst zu überwinden und loszugehen. Vielleicht war es ja auch Bene, der sich nicht zum losgehen
durchringen konnte, aber als die beiden hörten, das ein echter Pornostar in Stöcks Keller war stürmten sie
sofort los. Und bald mussten sie feststellen, dass das sogar falsch war, denn Westfalen-Paule war auch noch
eingetroffen. Julia fand das alles unheimlich komisch, und Christa fand entweder Julia lustig oder auch die
neuen Namensgebungen. Auch möglich, das ihr das zu diesem Zeitpunkt selber nicht mehr so ganz klar war.
Aber es war ja nicht so, dass schon alle da gewesen wären, nein, Robin traf auch noch ein, nachdem er zwei
Stunden irgendwo im münsterländischen Niemandsland unterwegs gewesen war, Kati kam auch noch samt
Freund vorbei, Mo, Hannes und Philipp schauten auch noch rein. Nicht zu vergessen natürlich Rusty, aber
der gehört ja sowieso zur Stammbesetzung. Nachdem Julia und Christa nach eigenen Aussagen eine Pause
einlegten (und an dem Abend auch die Pause nicht mehr beendeten) und leicht strahlig auf dem Sofa
rumhingen dachte sich der lustige Niko, es bestünde mal wieder Randale-Nötigkeit, und so randalierte er das
Sofa kaputt. Er war damit der erste, der das alleine schaffte, bisher waren immer drei oder doch mindestens
zwei Leute nötig gewesen. Aber jetzt hatte Niko diese Mehrpersonen-Nötigkeit widerlegt, und zwar durch
einen recht eindeutigen Beweis, denn er saß zwar eindeutig noch auf dem Sofa, aber der Abstand zwischen
ihm und dem Boden hatte sich dramatisch verkürzt. Und da sich der Boden ja meist nicht ruckartig bewegt
sondern sich höchstens mal dreht oder ein wenig schwankt wird sich wohl die Sitzfläche nach unten bewegt
haben, wie einige jetzt sicherlich messerscharf geschlossen haben werden. Damit war die Show dann auch
schon beendet, und es sollte noch einige Zeit dauern und kräftig leerer werden, bis es wieder richtig losging.
Natürlich waren die Gespräche auch lustig, aber da müsste man sich ja an die kompletten Zusammenhänge
erinnern, und wie soll das denn funktionieren. Es wurde immer leerer und leerer, wie bereits erwähnt, vor
allem die Leute, die am nächsten Tag zur dritten Stunde in der Schule erscheinen mussten wurden ganz
schnell weniger, auch wenn es nie viele gewesen waren.
Christa gehörte mal wieder zu den ersten, die gingen (ARSCHLOCH!) oder besser zu den ersten, die sich
nach Hause fahren ließen, Kati war auch schon früh wieder weg, Hannes hielt zwar ganz schön lange durch,
verzog sich aber am Ende dann doch. Paul wollte die ganze Zeit nach Hause und wollte Rusty auch alle 15
Minuten dazu überreden, zu gehen, aber wenn er gerade nicht versuchte, Rusty zu überreden (was selten
länger als einen Satz dauerte, bevor Paul aufgab) arbeitete er weiter kräftig an seiner Dichtigkeit, und als
dann Rusty anfing von der Stufenfahrt zu erzählen fing Paul an zu sterben. Zwischendurch hätte man
durchaus Angst bekommen können, denn Paul fiel vor Lachen nicht nur vom Sofa, sondern schien auch
nicht das geringste Bedürfnis zu atmen zu haben. Andererseits war sein Lachflash so lustig, das Stöck,
Robin und Daum vor lauter Lachen nicht dazu kamen, sich Sorgen um Paul zu machen, und Rusty war damit
beschäftigt, Geschichten zu erzählen, die zwar lustig waren, aber so lustig nun auch wieder nicht. Aber Paul
war ja nicht mehr wählerisch und lachte über alles, auch über Einleitungssätze wie „Da saßen wir den
ganzen Abend bei den Däninen...“, die nun wirklich an sich nicht lustig waren. Als er dann endlich wieder
atmete fiel ihm wohl doch ein, dass es langsam an der Zeit war, vor einer Stunde nach Hause zu gehen, und
da Rusty immer noch nicht los wollte ging er halt alleine.
So war die Zeit bis etwa Viertel nach eins vergangen, und mit einem Mal hatte Robin eine geniale Idee, die
aus seinem leistungsfähigen Bauchhirn stammte: er hatte Hunger. Und was macht man, wenn man Hunger,
ein Auto und fast halb Zwei hat? Richtig, man fährt zu Meckes. Das hieß für den Randale-Trupp: Rein in die
Karre, Robin ans Steuer, und los ging die wilde Fahrt. Da ist Robin einfach konsequenter als andere. „Ich
hab Hunger. Fahrn wir nach Meckes?“ Rusty wäre einfach noch oben gegangen und hätte sich seien
Leibspeise fertig gemacht, trockenes Brot. Überhaupt hätten die meisten anderen einfach die Küche
geplündert. Aber Robin ist halt Robin und das ist auch gut so. Sonst wären wir nämlich nicht um Viertel vor
zwei bei Meckes gewesen. Rauf auf den Parkplatz, ohne zu halten am McDrive vorbei, wieder auf den
Parkplatz rauf. Der wurde dann erst mal angeschifft, bevor man sich nach drinnen begab. Dort begann Rusty
nacheinander erst zwei Suchen, die beide völlig fehlschlugen. Zuerst suchte er nach Geld, fand aber nur 8
Cent, dann suchte er nach Gratisfutter, fand aber auch nichts. Überhaupt ließen sich viele Sachen nicht
finden. Die Schütteltüte zum Beispiel, aber die wurde zum Glück auf Anfrage nachgeliefert, ganz im
Gegensatz zum Acht-Cent-Burger, den Rusty jetzt konsequent zu fordern begann. Und während sich der
Daum über seine Pommes und Rob über sein Menü hermachten versuchte Rusty immer noch, irgendetwas
für 8 Cent zu bekommen. Stress hätte er bekommen können, den gab es bekanntlich fast überall umsonst,
aber den wollte er ja gerade nicht haben. Als sie fertig mit Essen waren ging es wieder hinaus in den Wagen
und vom Parkplatz runter, aber auch gleich wieder drauf, denn Rusty wollte nocheinmal versuchen, ob es
nicht am McDrive einen Acht-Cent-Burger gab. Machen wir’s kurz, er musste hungrig bleiben.
Unter den Leuten, die schon ganz früh gegangen waren gab es, nebenbei erwähnt, eine Person, die
offensichtlich zu viel Schlaf bekommen hatte und deshalb zwei zusätzliche Freistunden bekommen hatte.
Physikalische Korrektigkeit, Schmittis Sprittigkeit und massive Verpeiltigkeit: Donnerstagabend
Es ist noch nicht mal Freitagabend, und die ersten zwei Texte zur Woche sind schon fertig bzw. in Arbeit.
Verdammte Axt. Das Donnerstag ein Randale-Tag werden würde zeichnete sich bereits früh ab, und zwar
exakt in der Physik-Stunde. Dort fühlte man sich dazu berufen, physikalisch korrekten Lärm zu machen,
oder, um es anders zu sagen: Die Nötigkeit, Schallwellen durch das Aufeinanderschlagen von
Gegenständen, das Schlagen von Spritti, Luft-an-den-Stimmbändern-vorbeilassen und ähnliche Aktivitäten
zu erzeugen war enorm hoch. Also gab man ihr dann auch nach, denn schließlich hatte der ganze Kurs die
Lässigkeit für sich gepachtet und somit gleich auch mal die Elastischkeit gemietet, so dass man solchen
Nötigkeiten leicht nachgeben konnte, ohne sich dabei zu zerbrechen. Zerbrochen würde bei der
Schallwellenproduktion erstaunlicherweise gar nichts, nicht mal Graffs Geduld wurde überstrapaziert,
„Seien Sie bitte mal etwas leiser“, aber sonst nichts. Dabei hätten sie so gerne einen Tadel gehabt. Aber
dafür bestand ja noch reichlich Gelegenheit. In der Freistunde bestand erst mal Gelegenheit, Kati die Hälfte
ihres Heimweges zu fahren (also ungefähr 100 Meter) und sie dann zu überfahren, allerdings nahm Stöck
letztere Gelegenheit nicht wahr. Weiter ging’s kurz zu Birgit, dann zum K’n’K, und direkt danach wurde der
Randale-Bleistift organized. Mehr brauchten sie nicht, denn dem Daum war beim wühlen in dem endlosen
Wirrwarr seiner Erinnerungen eingefallen, dass ein Randale-Block ja noch zu Hause herumlag und darauf
wartete, genutzt zu werden.
So ging es dann wieder zurück zur Schule, und während immer mal wieder der Automat überlistet wurde,
Robin kurz vorbeischaute und die an die Freistunde anschließende Pause langsam den Ende entgegen ging
wurden Pläne geschmiedet, wie man sieben Schultage vor Schluss noch an einen Tadel kommen konnte. Am
leichtesten würde das sicherlich werden, wenn man Lehrer provozierte, die sich fürchterlich leicht
provozieren ließen. Und wer bot sich da besser an als der Drache herself. Schoppi zu provozieren war
ungefähr so schwer wie Bauer zum Biertrinken zu überreden. Man brauchte eigentlich noch nicht mal
wirklich was tun. Außer vielleicht die eigene Tadeligkeit dazu ausnutzen, durch die Nottür zu gehen,
während Schoppi gerade auf dem Anmarsch war. Und wer tat das? Stöck, Bauer, Daum und Gerding.
Ungeschickt für Bauer war, das er scheinbar als Einziger der ganzen Truppe wahrgenommen wurde.
Darüber war er so frustriert, das er sich gar nicht auf die Geschi-Stunde konzentrieren konnte. Stattdessen
versuchte er verzweifelt, Stöck Vier-gewinnt beizubringen, aber Stöck war so unfähig, dass Bauer in Ruhe
weitere Pläne für Tadel schmieden konnte. In der Pause beschwerte sich Schoppi dann erst mal ausgiebig
bei Meister Bülow, und alle bekamen schon Angst, dass das Kurstreffen in Arnes Hütte in Gefahr geriet,
und zwar nicht, weil die Amis mal wieder zu verpeilt waren um mit ihren Präzisions-Bomben genau zu
zielen, sondern wegen der enormen Stressigkeit, die Schoppi verbreitete. Schmandiges Schwammwasser
verbreitete dagegen der Franzosen-Lümmel. Gerade war man zu dem Schluss gekommen, durch
Schwammwerfen könnte man vielleicht tatsächlich noch einen Tadel erhalten, da flog der Schwamm schon,
und Stöck der feige Sack zog einfach den Kopf weg, statt die Tür für der Schmandigkeit des Schwammes zu
schützen. Entsprechend sah die Tür dann auch aus, als der ganze Schmand getrocknet war.
Kurz vor vier ging es dann auch zum nächsten Highlight des Abends, zu Arne Edmund Bülow. Für solche
Anlässe kann man es sogar in Kauf nehmen, mit zwei Techno-Gebrüdern dahin zu fahren, in diesem Fall
Nils und Hörpel. Das Kurstreffen verlief, wie geplant, völlig gesittet, alle fraßen Waffeln, bis sie sich nicht
mehr bewegen konnten, nur Spritti fiel, mal wieder, voll aus dem Rahmen. Das unnormale an ihm war nicht,
dass er eine Kamera dabei hatte. Das passierte Ecki auch manchmal (und demnächst hoffentlich auch mal
wieder etwas regelmäßiger), und Mart hatte an diesem Tag sogar ebenfalls eine Kamera dabei, aber die
wenigstens stilecht in einer Bierdose verstaut. Schmitti gab sich gar keine Mühe, die Kamera zu verbergen
und auch nicht, dass er Meister Bülows komplette Hütte fotografierte. Und dabei entdeckte er zwangsläufig
irgendwann den Garten. Die Raucher hatten den aufgrund von akutem Drogenbedarf schon viel früher
entdeckt und sogar soweit erkundet, dass sie die Tür zum Hinterausgang gefunden hatten und jederzeit die
Flucht aus dem Garten hätten ergreifen können, wenn jemand von innen die Tür zum Haus verschlossen
hätte. Wie schon angedeutet begab sich Spritti auf Fotoexpedition in den bülowschen Garten, und dort
entdeckte er offensichtlich einige hoch interessante Dinge, seltene Tiere und Pflanzen wahrscheinlich, wie
etwa den vielleicht vom Aussterben bedrohten gläsernen Aschenbecher, bei dem man sogar noch die letzte
Mahlzeit erkennen konnte. Auch einen großen Verwandten von Mr.Mühleimer fand Schmitti, ein Exemplar
der Spezies Biotonne, bei der er natürlich auch sofort eine Magenspiegelung vornehmen musste. Den
anderen drinnen dämmerte mittlerweile, dass bei Spritti die Spiegelungen auch nicht mehr alle senkrecht
liefen, das also irgendetwas mal wieder nicht ganz normal war oder zumindest nicht so wie es sein sollte,
und so beschlossen sie, Schmittis Freigang vorläufig zu beenden und ihn in seinem Terrarium einzusperren.
Völlig unbeabsichtigt gelang es ihnen dabei auch gleich noch, Thorsten mit in das naturnahe Gefängnis zu
sperren. Als die beiden um Einlass (oder um Futter?) bettelten zog man einfach die Gardinen vor. Das alles
entging natürlich den allessehenden Ohren von Meister Bülow nicht, und er ging hin, um nachzusehen, was
geschehen war. Doch als er Thorsten und Thorsten im Garten sah zog er schnell wieder die Gardinen zu.
Während nun einige schon darüber nachdachten, ob man die beiden nicht dem Zoo andrehen konnte, als neu
entdeckte Affenspezies Homo sapiens thorsteni (fragt mal Thorsten, dem fällt zumindest zu einem der
Wörter wohl spontan wieder ein Flachwitz ein) oder sogar als gleich zwei neuentdeckte Arten, Hollandus
klausuris und Sprittum photographis, erzählte Arne lieber von seinem Zwillingsbruder, der zwölf Minuten
jünger war als er und als Zweitgeborener natürlich keinen mit A beginnenden ersten Vornamen bekommen
hatte. Der Bruder hieß daher Edmund Arne Bülow. Sehr einfallsreich. Und das leitete wiederum einige zu
einem großartigen Vorschlag für eine kleine Show auf dem Abi-Gag: Die sozialistische Klonmaschine. Das
ganze würde dann ungefähr so ablaufen:
Beim ersten Probelauf würde man erfolgreich einen Holterhonk klonen. Das war schließlich kein Problem,
es war ja schon einmal gelungen. Also einen Holtermann rein in die Maschine, Rauch und Lärm, und zwei
Honks wieder raus. Dann das erste Meisterstück der Maschine, einen Bülow rein, und zwei Meister wieder
raus. Bei Schoppi müsste die Maschine dann natürlich entweder kaputtgehen (Ersatzteile gibt’s frühestens in
fünf Jahren, ist schließlich alles Planwirtschaft) oder eine Fehlklonung hinlegen, denn wer will die schon
doppelt haben? Die letzte Möglichkeit wäre aber etwas unfair, wenn z.B. das optische Gegenteil
rauskommen sollte. Da fallen mir auf Anhieb ein paar Kandidatinnen ein... Ist ja auch nicht so schwer.
Vorhin unerwähnt geblieben ist leider, dass die angehenden Trabitourienten sich ihr Motto schon sehr zu
Herzen genommen hatten, und erst mal einen Fünf-Stunden-Plan zur Waffelproduktion aufgestellte hatten,
allerdings ohne die Marktlage zu berücksichtigen. So wurden Waffeln im Minutentakt produziert, aber
dummerweise nicht gegessen. Und dummerweise war Robin nicht da, den hätte man damit in die Dritte Welt
schicken können, um den armen Kindern was zu essen zu bringen. „Robin, bringst du die Waffeln grad bei
Steffi vorbei?“ „Ja klar. Kommt jemand mit?“ Der wäre dann bei seinem grandiosen Orientierungssinn mit
ziemlicher Sicherheit in der Dritten Welt gelandet. So aber saßen alle in fröhlicher Runde um den Tisch
herum und unterhielten sich prächtig, auch nachdem sie Thorsten und Thorsten nach einiger Zeit
widerwillig doch wieder freigelassen hatten. Thorsten störte ja auch gar nicht so sehr, aber Thorsten war
dafür umso nerviger. Kurz vor sieben wollte Meister Bülow dann alle rausschmeißen, damit wir seine Frau
nicht zu sehen bekamen. Oder die uns nicht.
Die Rückfahrt war schnell organisiert, die Techno-Gebrüder durften diesmal alleine fahren, und so jagte
Stöck mit Matthieu, Niko und Daum im Gepäck der Rakete hinterher. Wie Bauer die Rakete steuern konnte,
ohne etwas zu sehen, weiß wohl keiner so ganz genau, aber er konnte es, und so jagte er dem Stöckmobil
dann doch recht locker davon. Damit wurde erst noch Käse nach Hause befördert, doch je länger man fuhr,
desto eiliger hatte es Stöck. Das hatte zwei Gründe. Zum einen musste Jo zum Training nach Shelbyville,
zum anderen musste man es noch vor Acht zu Moschgut schaffen, um Flüssignahrung für den Abend
heranzukarren. Und was eignete sich für eine eilige Fahrt besser als ... die RAKETE. Doch zwischen der
Rakete und dem Mobil hätte dummerweise fast noch ein Fahrrad gelegen, wenn Stöck nicht so aufmerksam
gefahren wäre und trotz der Verpeiltheit des Fahrradfahrers keinen Unfall gebaut hätte. Dann hatten sie es
geschafft, packten sich zu fünft in die Rakete und jagten los. So schnell, das Jo fast die Ausfahrt verpeilt
hätte. „Watt, hier rein?“ meinte Bauer nur noch, trat voll auf die Bremse und ließ die Rakete um die Kurve
jagen. Sie schafften es tatsächlich, Jo rechtzeitig abzusetzen und kehrten dann auf die große Straße (die wo
zwei Autos nebeneinander fahren können, davon gibt’s in Shelbyville offensichtlich nur eine) zurück, um
sich kurz darauf durch Dülmen zu kämpfen. Machen wir’s zur Abwechslung mal kurz und machen wir
direkt beim Ergebnis weiter: Bier. Genau das war nämlich das Ergebnis der rechtzeitigen Auskunft,
abgesehen davon, dass Bauer bei Trinkgut auch nebenbei noch einen faszinierenden Thron fand und
Geschichten von Leuten erzählte, die sich auf einen Kasten stellen, den Kasten leermoschen und während
der ganzen Zeit nicht den Boden berühren (und wer wirklich nicht die geringste Ahnung hat wer das sein
könnte der kann Bauer fragen). So kehrten sie mit drei Kästen zurück zu Stöck, nachdem Bauer bei sich zu
Hause das Steuer der Rakete an seinen Vater übergeben hatte, weil die Rabenmutter mal wieder nicht da
war. Dort wurde die Rakete dann entladen, und als Mo und Rusty bald darauf eintrafen wurde gleich mal ein
weiterer Kasten nachgeliefert.
Robin war in der Zwischenzeit auch eingetroffen, zwei Pizzen wurden vertilgt, und dann ging es auch bald
ab in den Keller. Dort trafen mit der Zeit noch einige Leute mehr ein, mal sehen, ob ich noch alle auf die
Reihe kriege (Niko, Stöck, Robin, Mo, Rusty und ich waren ja eh schon da): Mike Psycho, Schmacko, Dave,
Philipp, Bene und wahrscheinlich noch einige mehr. Obwohl, elf Leute könnte eigentlich hinkommen. Erich
war auch zwischenzeitlich da, wenn ich mich nicht sehr irre. Sehr irre wurde mit der Zeit der Bauer, denn
irgendwann stand er auf, taumelte zum Trampolin, stellte sich drauf und sprang hoch. Keine sonderlich gute
Idee wenn nach oben etwa eine Handbreit Platz ist, und dementsprechend fiel er dann auch gleich wie tot
nach vorne um, nur um sofort wieder aufzustehen und das noch mal zu machen. Und was soll ich sagen,
Leute, tut das nicht. Dabei tut man sich den Kopf weh. Ehrlich. Auch wenn man den Kopf gegen die
Heizung schlägt (Rusty hat seltsame Angewohnheiten) oder auf dem Rücken des Bauern hängt. Wenn dieser
wieder auf das Trampolin steigt. Und wieder hochspringt. Und diesmal Philipps Kopf in die Decke rammt.
So nahm der Abend seinen Lauf, Leute kamen, Leute gingen, nur auf dem Tisch wurde es immer voller, und
natürlich in den Köpfen der Anwesenden. Bauer und Daum begannen irgendwann, ihren Koffer mit
Keitigkeiten zu packen, Nötigkeit, Durstigkeit, Checkigkeit, Punkigkeit, Freakigkeit, das kriegt man nicht
mal nüchtern auf die Reihe, aber die beiden Kofferpacker hatten auch schon eine ganze Menge Sprittigkeit
eingepackt, das Resultat war entsprechend, dabei war es doch gar nicht so spät. Aber es wurde noch später.
Um kurz vor zwei machte der Bauer sein Bier auf, ließ es fallen und hob es wieder auf. Aber glaub mal
keiner dass er das Bier richtigrum hochhebt oder auch nur waagerecht. Nein, senkrecht und falschrum.
Geschickte Aktion. Apropos Aktion, mir gelingt zwar die zeitliche Zuordnung nicht mehr ganz, aber es gab
noch eine ordentliche Kronkorkenschlacht. Waren ja auch genug vorhanden, wie man an der Zahl der
Flaschen sehen kann. Jo hatte sich mittlerweile auch längst im Keller eingefunden, nicht das sich hier
nachher mehr Leute vergessen fühlen als wirklich vergessen wurden. Irgendwann waren nur noch mehr oder
weniger die da, die schon von Anfang an dagewesen waren. Niko zählte noch, kurz bevor er ging, die
Flaschen auf dem Tisch nach, und er kam auf ganze 75, Zählungen kurz vor Ende ergaben irgendetwas
zwischen 80 und 85, fragte Ecki oder Stöck nach den genauen Zahlen. Es gibt Beweisfotos. Der Bauer war
zwar noch da, aber nicht mehr anwesend, auch wenn er kurz zuvor noch mit den anderen buffen wollte. So
waren also im Grunde nur noch Stöck, Philipp, Rusty und Daum anwesend und wohl nur noch Jo halbwegs
zurechnungsfähig.
Daran hatte sich auch am nächsten Morgen noch nichts geändert, denn der begann nach etwa dreieinhalb
Stunden um halb sieben. Rusty und Philipp waren zwar zu Hause gewesen, aber schon wieder zurück, und
Rusty war noch immer so breit, dass er nach eigenen Aussagen fast einen Unfall gebaut hätte. So
frühstückten sie oder taten zumindest so, um dann ihre Sachen zu packen und ins Mobil zu befördern.
Schließlich konnte man bei der Kälte wohl kaum zu Fuß zur Schule. So schrieb Bauer erst mal groß
„PRALLE“ an die zugefrorene Windschutzscheibe des Stöck-Mobils, und so machte sich das Pralle-Mobil
mit vier fahruntauglichen Insassen auf den Weg zur Schule, ohne das der Fahrer etwas durch die
Frontscheibe sehen konnte (Zitat Stöck: „Bauer, mach das Fenster runter, ich kann nichts sehen!“). Der
Freitag war angebrochen. Und wie endet ein Freitag? Wer will kann ja raten oder sich schon mal auf den
nächsten Text vorbereiten.
Nightmare on E.M.S.street
Es ist 2:10 Uhr und das Kollektivwesen E.M.S. hatimmer noch den Arsch voll, zum GLüc kbügelt Word die
übelsten Fehler wieder aus. Es gibt da etwas, von dem muss berichtet werdne, nämlic hwie EMS den
Opberstufenraum umgeräumt hat. Und das ging ungefähr so:
Das Mathe-Grundkurs-Kurs-Stufen-Allgemein-Treffen in Stöcks Keller lassen wir jetzt einfach mal außer
Acht, beginnen wir gegen halb eins, wo Stöck schließlic halle rausgeworfen hat. Alle waren der
ENMieinung, das sei gar nicht so schlimm, denn morgen mussten sie zur ersten Stunfde raus, nur ES
mussten zur vierten Stunde hin und waren demensprechend noch tatenhungrig. Das eindringen in den
Oberstufenraum war noch Alleinschuld von E, aber S kam gleich mit hinein, und von drinnen riefen sie M
an, auf das er vorbeikäme, und bald war EMS (der Waldschrat, Daum und der Taxi-Zombie) komplett. Und
kaum war EMS komplett, da fing die Randale an. Alle Details möchte ich jetzt gar nicht wiedergeben, da
sollte man bei Bedarf noch die Beteiligten voher fragen ob sie dass verraten wollen und nachdfragen kann
ich gerade nicht, weil EM nicht da ist und nur S an der Tastatur sictzt und ständig ndanebenhaut. Jedenfalls,
ab 0:39 waren sie komplett, und fingen an, Schabernack zu treiben. Das fing damit an, dass sie fünf
Gratisgetränke organizten und in der Mikrowelle aufheizten (wie gesagt, es wird absichtlich nicht alles
erwähnt, weil das einige Leute, äh, sagen wir, aus dem Konzept bringen könnte). Und danach begann die
echte Randale. M drückte seine Zigarette hinter den Lexika aus, E stapelte die Lexika. ES stapelte drei
Tische, bis S auf die Idee kam, die Tische nachzuzählen und zu dem Schluss kam, dass man aus acht
identischen Tischen doch mehr als eine zweistöckige Pyramide bauen konnte. So wurde eine dreistöckige
mopetiert. Stühle drauf, Aschenbecher oben drauf, Zeitschriften oben drauf. Gruß mit Bifi an die Wand
geschmiert. Aschenbecher-Mühleimer auf die Tischpyramide gestellt, alle Sofas auf die Seite gepackt.
Fertig? Nein. Stühle in die Oberlichter gestopft, übrige Stühle auf die Tische drauf, ebenso die Mühleimer,
bis auf einen, der kam auf die Tür. Dann gings raus auf den Flur, wieder einige Tische auf die Seite gestellt,
Stühle auf die komischen Rundregale, Tafel mit Bifi beschmiert („Ruhe, Abi-Asis“) und vor den
Haupteingang gepackt. Leichte Mülltonne auf schwere Mülltonne gepackt. Back to the Oberstufenraum,
und nun war EMS der Meinung, sie müssten alle gehen, also machten sie das Licht aus und gingen nach
draußen. Fertig? Nein, noch nicht. Zum einen hatte Don Carlos seine Karre stehen gelassen, jetzt, wo er auf
Stufenfahrt war, und am Montagabend startete der erste Versuch, diese Karre vor den Oberstufenraum zu
schleppen. Das endete in Rückenschmerzen und einer beinah abgerissenen hinteren Stoß´stange, aber EMS
war nicht stark genug, die Karre zu schleppen (soll heißen: heute abend müssen wir mehr sein). Das machte
sie wütend, und da gab es nun so einen Busch... Es folgte eine astreine Jackass-Aktion: M sprang zuerst,
landete im Busch und tat sich nichts, dann sprang S ab, knallte in den Busch, überschlug sich fast und
landete auf dem Boden, E landete auch weich. Nächster Anlauf, und wieder knallte eigentlich nur einer voll
über den Busch. Im dritten Anlauf liefen dann alle drei zusammen an, M in der Mitte, was bei dem Aufpralle
leichte Schmerzen verursachte. Das hielt M aber nicht davon ab, beim nächsten Dreier-Anlauf wieder in der
Mitte zu laufen, und diesmal musste der Arm von S stark leiden, weil M voll drauf stürtzte. Jetzt wollte E
nur noc hseine Traugottflasche loswwerden, stellte sich hin, war f sie nach hinten, um si evon dem Platz
vorm Oberstufenraum zu werden, verschätzte sich aber beim rückweärtswerfen um etwa 20ßcm, wovon die
Scherben zeugen. Da würde ich mal sagen: Big RESPEKT to EMS.
Eine Reise ins gelobte Land: Dienstagabend
Am Dienstagabend entschloss sich eine Gruppe Verrückter, sich auf eine Reise zu begeben ins gelobte
Land, ein Land, das so gelobt ist, das selbst der ungläubige Erich sich mit auf die Pilgerfahrt begab.
Natürlich war Jesus mit dabei, schließlich weiß ja jedes kleine Kind das Jesus und das gelobte Land viel
miteinander zu tun haben, aber auch Hannes, Lina, Moe, Stöck, Rusty, Schmacko und Daum. Mit zwei
Wagen fuhren sie ins gelobte Land, und dort angekommen mussten sie zwei Tempel besuchen. Da war zum
einen der Tempel der lässigen Karren, wo sie natürlich auch dieses Mal wieder Karren fanden, die in ihrer
Lässigkeit geradezu göttlich waren. Göttliche Lässigkeit wünschten sie sich selber natürlich auch, und so
fuhren sie bald weiter, zum nächsten Tempel, den des Grases. Aber, da sie nun mal im Herzen alle echte
Trabitourler waren war eingetreten, was hatte eintreten müssen, sie hatten was verpeilt. Nämlich die Zeit.
Und so hatten sie ganze zwanzig Minuten Zeit, sich mit Gras zu versorgen, bevor der Shop nicht sie,
sondern sich dicht machte. Nur Jesus und Daum hatten anderes im Sinn, schließlich gab es da einen Tisch
und bunte Kugeln mit Zahlen drauf und eine weiße Kugel und ... ich glaube es haben alle verstanden. Jesus
hatte in seinen ersten Lebensjahren (so zwischen dem Jahr 0 und wahrscheinlich ungefähr 1983) bekanntlich
mehr als genug Weihrauch eingeatmet, um auch mal einen Abend als Fahrer auf Gras verzichten zu können,
und der Daum ist bekanntlich von den weichen Drogen schon lange weg. Außerdem ist ein Haufen dichter
Leute auch dann extrem lustig, wenn man selber nicht dicht ist, wie sich nachher herausstellen sollte. Und
ein bisschen abgedreht waren eh alle sowieso schon. Gedreht hat sich für Lina nach dem Verlassen des
Shops wahrscheinlich einiges, dafür ging aber erst mal nichts mehr. Der Weg war völlig schwarz, und alle
Geräusche klangen, als kämen sie durch 7 oder 8 zugewachsene Ohren. Aber selbst dadurch musste man
einfach Moe und Schmacko schreien hören, dabei hatte Stöck doch gerade noch einen Übernacht-Parkplatz
fürs Mobil herausgehandelt unter der Voraussetzung, das sie leise blieben. Ihm blieb daher nur eine Wahl, er
musste dafür sorgen, dass es am Stehplatz des Mobils leise wurde. Und da argumentieren wohl nichts
geholfen hätte scheuchte er alle einfach in eine beliebige Richtung weg. Jesus hatte währenddessen ein paar
vielleicht weniger grandiose Ideen, während er so nüchtern neben den anderen hermarschierte. Eine davon
war darüber nachzudenken, wie man wohl am leichtesten Holland-Verbot bekommen könnte. Das hätte dann
zur Folge, das man als Pilger nicht mehr ins gelobte Land pilgern durfte, was ein ausreichender Grund für
einen ordentlichen Kreuzzug gewesen wäre. Was allerdings keine gute Idee wäre, es sei denn, das gelobte
Land würde nachher den Schweizern zugesprochen. Aber bloß nicht den Deutschen. In Deutschland hat man
nämlich was gegen Drogen, die nicht abhängig, sondern high machen und bei kontrollierter Dosierung
halbwegs unschädlich sind. In Deutschland mag man lieber Drogen, die nicht high, sondern abhängig
machen und deren gesundheitliche Auswirkungen jährlich mehr kosten als sämtliche Tabaksteuereinnahmen
(und das ist immerhin ein zweistelliger Milliardenbetrag). Aber zum Glück hat Jesus sich anscheinend gegen
die Kreuzzugvorbereitungen entschieden (wer weiß was geschehen wäre wenn er dicht gewesen wäre),
deswegen brauchen wir hier nicht weiter politisch zu werden. Eine der anderen Ideen war, irgendein
holländisches Verkehrsschild zu klauen, die Idee eskalierte allerdings als Jesus einen holländischen
Anhänger sah. Einen Anhänger, der irgendeinem Shop gehörte, der jedoch nicht mit Gras, sondern mit
Möbeln dealte. Warum also nicht gleich den Anhänger und ein Sofa klauen und damit zurück nach Nottuln
fahren? Aber zum Glück hatte Jesus irgendwann die Kamera in der Hand (deren Film übrigens angeblich
leider eventuell von ein paar dichten Idioten vernichtet worden ist) und war entsprechend beschäftigt. Er
hatte nämlich den Auftrag bekommen, ein Gruppenbild per Selbstauslöser zu bewerkstelligen, da Lina das
nicht mehr auf die Reihe bekam. Immerhin, der Waldschrat bekam die Kamera nicht in die Hand, was ja der
Super-GAU überhaupt gewesen wäre, da der Waldschrat irgendwie ungünstig mit nicht-französischer
Technik reagiert, wenn man sie ihm in die Hand gibt, was meistens zur Folge hat, dass die Technik dann
nicht mehr funktioniert, der Waldschrat ist bei solchen Reaktionen bis heute noch nicht kaputt gegangen,
jedenfalls nicht ganz, bei seinen kräftigen... Berührungen mit zwei Bussen wurde er zwar schwer beschädigt,
konnte allerdings wieder repariert werden, wobei bis heute keiner verstanden hat, warum irgendjemand auch
nur auf die dämliche Idee gekommen ist, den Erich wieder zu reparieren. Immerhin, selbst der
Schneckenfresser war nicht so nervig wie der dichte Moe. Was Rusty nicht nervig, sondern eher seltsam war
war die Tatsache, das Hannes Jacke anscheinend dafür ausgelegt war von dreiarmigen Wesen getragen zu
werden, jedenfalls befand sich unter dem einen Ärmel noch ein Loch, das groß genug war, um seinen Arm
da hindurchzustecken, wenn man den echten Ärmel nicht mehr findet. Aber für Hannes war das alles ganz
normal. Nicht ungewöhnlich war auch, das Lina irgendwann kalt wurde, und so ließ sie sich einen Pulli
geben, allerdings wurde denen, die es noch mitbekamen nie ganz klar, wofür eigentlich. Wahrscheinlich um
sich die Hand zu wärmen. Aber selbst das hatte sie nach fünf Minuten vergessen, als sie sich wunderte, wo
denn der Pulli hin sei. In ihrer Hand. Immer noch. Der Oscar für die verpeilteste Einzelleistung geht
allerdings an Hannes, denn der glaubte, er könne übers Wasser gehen. Dabei kann das doch bekanntlich nur
Jesus. Deswegen hatte Jesus auch noch eine trockene Hose und Hannes nicht, und da Jesus so gnädig war
hatte bald darauf Hannes eine trockene Hose und Jesus gar keine mehr. Was, zugegebenermaßen, auf der
Rückfahrt hätte kritisch werden können. Denn wie soll man der Polizei glaubhaft versichern, das man keine
Drogen konsumiert hat und keine transportiert, wenn man ohne Hose fährt? Aber irgendwer musste ja
fahren, schließlich konnten nur Hannes, Lina, Rusty und Stöck im Mobil schlafen, alle anderen mussten
nach Hause oder zumindest in die Nähe davon. Und, was soll man sagen, der Oscar für die verpeilteste
Gruppenleistung geht an Jesus, Erich, Schmacko, Daum und Moe. Jesus ist ja an sich schon für seinen
phänomenalen Desorientierungssinn bekannt, manche sagen sogar, man könnte Jesus mitten auf ein
Fußballfeld stellen und er würde sich auf dem Weg zum Tor verfahren, und ein nüchterner Erich ist da auch
nicht so viel besser. Aber war Erich nüchtern? Wohl kaum, wenn auch nicht so dicht wie andere. Und so
versuchten sie, nach Meckes zu fahren. Meckes in Enschede. Nun, immerhin fanden sie Etwas. Ein Schild
das besagte das nur Anlieger die Straße befahren dürfen und gleich danach eines, dass die Zufahrt generell
verbot und dahinter einen großen Platz, auf dem man immerhin gut wenden konnte. Sie fanden auch eine
Einheimische, die sie nach dem Weg zu Meckes fragen wollten, aber da sieht man mal, wie wenig die
Jugend von heute mit Religion am Hut hat. Jedenfalls wollte sie nicht mit dem hosenlosen Jesus reden, und
so mussten gaben sie irgendwann ihre Suche auf, mittlerweile war es bald eins, und sie hatten schon fast
eine halbe Stunde damit verbracht, erfolglos Meckes zu suchen. Die nächste Suche, die nach einem Ausweg
aus der Stadt Richtung Coesfeld, war immerhin erfolgreicher, zumindest nach einer Viertelstunde. Es
begann eine Fahrt gegen die Zeit, die Moe und Schmacko recht bald verloren, denn noch weit vor Coesfeld
schliefen sie ein. Dann, nur wenige Minuten vor zwei, die Ankunft in Coesfeld, Endspurt zu Meckes. Dumm
nur, wenn man dann um 2 nach 2 davor zum Stehen kommt. Und der Laden gerade geschlossen hat. Ende
und vorbei...
Juxtag: Es eskaliert!
Was hat uns der Juxtag mal wieder gezeigt? Kein Mensch alleine kann die Trabiturler töten. Auch kein
Trabi. Gar nichts. Los ging der ganze Scheiß ja prinzipiell schon am Tag vorher, einige vom
Organisationskomitee (gute Arbeit!) hatten alles soweit vorbereitet, ein paar andere Freaks hatten die beiden
Trabis abgeholt, wenn ich mich nicht irre aus der Nähe von Göttingen und waren damit um zehn schon
wieder in Nottuln, und um zwei war dann ein zu nicht unerheblichen Teilen mit nicht unerheblichem
Alkoholpegel ausgerüsteter Trupp Wahnsinniger am Parkplatz vorm Freibad eingetroffen, um die beiden
Fahrzeuge zu begutachten und eines von ihnen, das fahrtaugliche Gefährt, auch zu fahren. Gefährlicher
sollte am nächsten Tag das werden, dass nicht ohne fremde Hilfe oder Gefälle losfahren konnte.
Dienstag fing der Marathon dann um acht Uhr an, obwohl erst um zehn Aufbruch zum Schulhof war, und
dass es so früh los ging hatte einen ganz einfachen Grund, man hatte einfach mehr Zeit zum moschen. Sonst
lag ja nichts an. Irgendwann trafen dann die ersten durch irgendwelche Löcher in der Informationskette
informierten Zwölfer auf und wurden gebührend begrüßt und bald darauf kam die Abfahrt. Soviele wie
möglich auf den Hänger drauf, so viel Krach wie möglich machen, und auf zum Schulhof. Der fahrtaugliche
Trabi heizte da schon herum, während der untaugliche von einem ganzen Trupp Leute hinter dem Trecker
hergeschoben wurde. Angekommen wurde uns dann vom großen Vorsitzenden Steilin die Tür geöffnet,
nachdem er sie selbst wohl verschlossen hatte, und wir konnten mit dem Aufbau des antischulischen
Schutzwalls beginnen. Zudem wurden Waffen für die Grenzsoldaten in Form von mit neuentwickelter
Munition geladenen Schnellfeuergewehren und Handgrananten ausgegeben. Der verwendete Wirkstoff, der
Stolz des Komitees für abikratische Waffenneuentwicklung, wurde von den zuständigen
Volkswissenschaftlern als „H2O“ beschrieben und trägt den simplen, aber von der Gefährlichkeit
ablenkenden Allgemeinnamen „Wasser“. Am einfachsten lässt er sich aus Wasserhähnen oder –schläuchen
gewinnen. Neben den Handwaffen richteten die Angehörigen der abikratischen Volksarmee auch ihr
abikratisches Artilleriegeschütz auf und zielten damit in die der Kapitalisten, die sich im Grenzgebiet
zusammengerottet hatten. Während der Abschnittsbevollmächtigte Markus P. aus Dresden und danach der
große Vorsitzende Steilin zu ihrem Volk sprachen waren die Grenzsoldaten auch schon damit beschäftigt,
die Masse auf der anderen Mauerseite unter massivem Einsatz von Schusswaffen unter Kontrolle zu halten,
sie hatten kurz zuvor vom Oberkommando die Anweisung gekriegt, dass die Anwendung unnötiger Gewalt
durchaus erwünscht sei. Da es aber der Plan des Zentralkomitees war, die Grenze einzureißen und ihre
Freiheit auch den armen Kapitalisten auf der anderen Seite der Grenze zukommen zu lassen überließen sie
den Volksausbildern nach vorgetäuschtem Widerstand einen Rammbock, um die unsägliche Mauer
einzureißen. Davor jedoch hatte es an der Grenze die ganze Zeit schwere Gefechte gegeben, sogar das
Artilleriegeschütz befand sich im Dauereinsatz und wurde ständig von Angehörigen der abikratischen
Volksarmee neu geladen. Und dann war die Grenze weg, auf einmal waren alle frei, und noch konnten es gar
nicht alle fassen, aber die Eskalation sollte nicht lange auf sich warten lassen. Ganz und gar nicht lange.
Zuerst kümmern wir uns um die kürzere Geschichte, die Wassereskalation. Einige Trabiturler entschlossen
sich nämlich, größtenteils durch die Hände anderer, ein Bad im Volkspool zu nehmen, und auch einige
jüngere Besucher der Volkslehranstalt konnten die Freuden dieses Bades genießen. Einigen mag man auch
auf den ersten Blick ihre Freude darüber gar nicht angesehen haben, und bei manchen hätte man das
Schreien auch anders als als Freudenschreie über das unerhoffte Bad interpretieren können, aber selbst
wenn... normalerweise wird niemand dafür dem anderen den Kopf ausreißen. Nicht für solche Kleinigkeiten.
Obwohl, ein paar ganz Wenige könnten da doch etwas überreagieren.
Die Trabieskalation war schon etwas, nun, gefährlicher. Extremer. Die Vorphase der Eskalation bestand
darin, dass der Trabi beschrieben wurde, das man darauf herumsprang, herumsaß oder lag oder das Ding
gemächlich über den Schulhof rollte. Irgendwann wurde das ganze Ding dann auf die Seite geschmissen,
was dem Trabi aber offensichtlich nichts ausmachte. Also wurde weiter darauf herumgefahren bis, nun, bis
Kai das Dach kaputtrandalierte und plötzlich ein Riss quer durch die Dachplatte zweiteilte. Und Julia mit
tatkräftiger Unterstützung die Motorhaube abrandalierte. Dann ging es quasi bergab mit dem Trabi, und
zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Ein paar Leute wollten nämlich unbedingt austesten, ob man das Ding
unbeschädigt die Treppen herunterschieben kann. Das waren zwar nur drei Stufen, aber bei so einem Trabi
wusste man ja nie. Dazu sollten natürlich erst mal alle Leute vom Fahrzeug runter, und das funktionierte
auch, bis auf ein paar Ausnahmen. Irgendjemand war nämlich felsenfest davon überzeugt, dass das
überhaupt kein Problem sei, auf dem Dach zu bleiben. Also taten wir das. Wir blieben auf dem Dach,
Hannes blieb am Steuer. Hatte allerdings offensichtlich keine Lust zu lenken oder zu bremsen, so dass
kurzerhand das Forum zum Bremsklotz umfunktioniert wurde. Reichte das? Reichte das den Leuten die die
Karre runtergeschoben hatten? Reichte das den Leuten die obendrauf runtergefahren waren? Nein. Also,
wieder hoch und diesmal nicht im langsamsten Schritttempo mit Stop mitten auf der Treppe herunter,
sondern schon in gemächlicher Fahrt. Und wieder mit denselben Irren obendrauf. Ohne Fahrer allerdings
diesmal. Meike hätte jedoch vielleicht nicht so nah am Riss im Dach sitzen sollen, denn unten angekommen
lag sie im Trabi auf der Rückbank und kroch, als das Ding wieder stand, aus dem Trabi heraus und Hannes
kroch hinein, um das kaputte Dach endgültig abzurandalieren. Was allerdings kaum Einfluss auf den
nächsten und letzten Unfall hatte und ihn vielleicht sogar noch abgemildert hat. Die beiden anderen die noch
auf dem Ding draufsaßen sollen mal überlegen was passiert wäre, wenn wir bei der letzten Abfahrt auf dem
Dach gesessen hätten. Das Ding wurde wieder hochgeschoben, heizte da ein wenig durch die Gegend, und
so saßen wir zu dritt auf der Kofferraumklappe, aber ab einem bestimmten Punkt wussten wir, wohin die
Fahrt gehen würde. Und wir wussten auch, dass wir definitiv zu schnell waren. Wir waren halt nur zu blöd
um runterzuspringen, zumindest möchte ich das jetzt einfach mal von mir behaupten. Jo hatte Glück, die saß
in der Mitte, und irgendwie hatte ich wohl auch Glück und bin nicht runtergeflogen, nur Katja hatte Pech.
Und zwar in ziemlich großem Ausmaß. Und den ganzen restlichen Tag über irgendwie auch. Klar, wir
waren zu schnell. Das dumme ist das wir kaum die ganze Schuld auf die anderen abwälzen können.
Kommen wir zu anderen Sachen, obwohl, wenn ich jetzt direkt von der Klobürste erzähle könnte das zu
Missverständnissen führen und das ist bei launischen Menschen nicht ungefährlich. Besonders bei
launischen Leuten die Tage brauchen um sich zu beruhigen wenn sie sich einmal richtig aufgeregt haben.
Die Suff-Chroniken: Vom 11. bis zum 21.7.
Wenn man bedenkt wie klein Nottuln in Wirklichkeit ist könnte man meinen, an einem Abend 2 bis 3
Kilometer zurückzulegen ohne das Dorf auch nur zu verlassen sei eine große Leistung, rekordverdächtig
sind diese paar Kilometer jedoch nicht. Zumindest nicht so sehr wie die Wegstrecken vom mobilen Samstag.
Rechnen wir mal nach. Aufbruch zu Stöck, 1,5 km. Da war ja eigentlich sturmfrei angesagt und
entsprechend ein ordentliches Besäufnis. Wurde aber erst mal nichts draus, weil alle weiter wollten, denn es
gab in Nottuln in dieser Nacht nicht nur eine Sturmfrei-Party. Genauer gesagt, es gab mindestens zwei. Also,
wieder 1 km. Wir sind also mittlerweile bei 2,5. Das unterwegs irgendetwas passiert wäre kann man nun
wirklich nicht behaupten, und das vor Ort irgendwas los war, abgesehen davon, das viele Leute da waren,
kann man auch nicht wirklich sagen. Und so machten sich Stöck, Christa und Daum auf den Weg zu
Simone. Nun, anfangs waren sie ja zu viert. Aber der Vierte im Bunde ging unterwegs verloren. Anstatt den
anderen zu folgen ging er einfach geradeaus weiter und ehe man in der verbleibenden Dreiergruppe richtig
kapiert hatte was abging hatte ihn die Dunkelheit auch schon verschlungen. Also weiter, wieder 1,5 km.
Zum Geburtstag gratulieren, Bier saufen und wieder aufbrechen. Immer wieder machten sich kleine
Grüppchen auf den Abmarsch, und nur einmal, kurz bevor Christa, Stöck und Schmacko aufbrachen, gab es
wieder Nachschub an Leuten, Anica und Jochen (was übrigens, so ausgeschrieben, aussieht als würde es
Jochen heißen, es kommt halt auf die Aussprache an) hatten den Weg zu den anderen gefunden, und so hielt
man sich jetzt auf der dritten Party des Tages auf, zwei standen noch bevor und eine existierte zwar,
außerhalb von Nottuln bei den Pfadfindern, aber da niemand von den anderen den Pfad dorthin gefunden
hatte waren die wohl recht einsam an ihrem Lagerfeuer. Einsam wurde es langsam auch bei Simone,
nachdem der Kollege Feldmann wohl den letzten Weg seines Tages angetreten hatte, den Richtung
Schlafplatz und nachdem die meisten anderen irgendwo anders hingegangen waren. Und so kamen drei
Überlebende auf die grandiose Idee, sich nach einer besseren Party umzusehen. Nun, sie kamen nicht weit.
Genauer gesagt, ungefähr 100 Meter. Bis zu Paul. Jetzt werden sich einige vielleicht fragen, warum nur bis
zu Paul? Nun, das lag irgendwie auf dem Weg, und als man von hinter der Hecke noch Musik und Stimmen
hörte und Paul die Stimmen von draußen vom Weg erkannte und sie hereinrief, da kletterten sie durch die
Hecke und standen im Garten, wo sie jedoch nicht lange blieben, weil die bekannten Leute sich an einer
Hand abzählen ließen. Also ging es wieder weiter, Anica durchsuchte ihr Bett nach eventuell anwesenden
Schläfern (die bekanntlich sehr gefährlich sind und deswegen mindestens vom CIA gesucht werden.
Vielleicht auch von Osama, vorausgesetzt, der hat vergessen wo sie sind), dann wurde ein Fahrrad
organisiert und illegal genutzt, nämlich mit zwei Mitfahrern, dafür aber immerhin mit Licht. Weiter ging die
wilde Fahrt, wieder zurück zur zweiten Station der abendlichen Reise, rechnen wir also einfach mal wieder
mit 1,5 Kilometern Gesamtstrecke. Damit wären wir dann bei 5,5 wenn ich mich nicht irre. Die geringe
Anzahl von Fahrrädern und Autos vor der Tür dämpfte jedoch die Hoffnung, noch auf irgendeine größere
Gesellschaft zu stoßen, und tatsächlich hatten sich die Reihen der Feiernden kräftig gelichtet. Und noch ein
letztes Mal rafften sich die drei auf, denn eine Station gab es noch, knapp 500 Meter Wegstrecke entfernt,
dort, wo noch am Nachmittag ein Beachhandball-Turnier stattgefunden hatte. Aber die einzigen, die da noch
herumpatrouillierten waren die Jungs und Mädels mit den grünen Autos, die allerdings zum Glück recht
gleichgültig darauf reagierten, dass keines der beiden Fahrräder so, wie es genutzt wurde, nicht gegen
irgendwelche Gesetze verstieß. 6 Kilometer in einer einzigen Nacht ohne einen Fuß aus Nottuln heraus zu
setzen, nur zum Vergleich, die Strecke zu Gerdings Hütte ist in etwa genauso lang. Vielleicht etwas länger.
Woran man wieder sieht, feiern hält fit. Dementsprechend würde auch am Sonntag weitergemacht werden.
Oder, um einen klugen Mann zu zitieren: „No time to rest, I wanna live my life, I can’t take it any other
way“. Keine Zeit zum ausruhen.
Montag... was war eigentlich Montag? Oder andere Frage, was ist eigentlich Montag? Montag ist der Tag,
wo man wieder einkaufen kann. Und deshalb kommt vor Montag auch noch Sonntag. Aber, mal ’ne andere
Frage, was war Sonntag? Klar, man konnte nicht einkaufen, wenigstens konnte man Geld ausgeben. Wenn
ich jetzt nur wüsste was zur Hölle Sonntag war. Ach ja, richtig, wir waren bei Qraista. Und dass sogar
vergleichsweise lange, wenn man bedenkt das unsere Gastgeberin am nächsten Morgen arbeiten (schlimm,
immer diese Fremdwörter) musste. Die anfangs recht große Gruppe löste sich dann auch mit der Zeit in ihre
Einzelteile auf, zum Glück lösten sich dabei wenigstens nicht die Anwesenden in Einzelteile auf, was ein
recht deutliches Anzeichen von Lepra im Endstadium gewesen wäre. Und Lepra ist Scheiße, da verliert man
immer Teile und kann die nachher nicht mal mehr wieder einsammeln weil die Hand unten liegt und nicht
mehr am Handgelenk vor sich hin schimmelt. Ist jetzt schon wieder nicht mehr politisch korrekt oder, sich
über Kranke lustig machen? Ja, kackt mich ruhig an. Bitte. Ich habs schon ein paar Tage nicht mehr
geschafft jemanden von euch wütend zu machen. Find ich richtig scheiße und extrem asozial. Und nein, das
war keine Selbsteinschätzung, in dem Fall möchte ich das richtig scheiße doch richtig weglassen. Richtig
wäre es jetzt auch, endlich mal wieder mit der Suff-Chronik weiterzumachen. Robin und Daum sollten Bier
holen, als schließlich Biernot eingetreten war. Und Roten von Steffi. Und sollten nebenbei auch noch
jemanden nach Hause bringen. Und dämlich wie die beiden sind haben sie erst das eine, dann das andere
erledigt und waren pünktlich an der Tanke. Pünktlich um fünf nach zwölf. Fünf vor zwölf wäre ja gar nicht
so problematisch gewesen, aber so drohte das Problem kritisch zu werden. Aber schließlich hat Jesus doch
noch alle gerettet, indem er mit fünfzehn Euros nach Dülmen gefahren ist und an der 24-Stunden-Tanke Bier
organisiert hat. Ich fürchte mittlerweile fast ich werf hier was durcheinander, denn wenn der Sonntag
wirklich der Sonntag war und nicht, wie ich momentan gerade ein wenig vermute der Freitag, wieso war
dann der Montag so wie der Montag war? Eigentlich dachte ich, wir wären Freitag bei Hedi Smulch
gewesen. Obwohl, wenn ich’s mir recht überlege, passt eigentlich. Freitag waren wir ja zu spät und ... passt
doch nicht. Der Wirt musste ja am nächsten Tag zur Schule, und Samstag muss ja eigentlich niemand zur
Schule. Außerdem war unser Hobby-Diktator bei Christa und der muss ja in der Woche immer arbeiten kann
also Sonntag vielleicht gar nicht... Also war Freitag möglicherweise doch Sonntag und Sonntag demnach
Freitag, eines ist jedenfalls sicher, Montag war Montag und das war auch nach Sonntag so, selbst wenn
Sonntag Freitag war bzw. der Tag vor Montag demnach Freitag, der Zusammenhang ist mir jetzt ziemlich
klar, wenn jemand Fragen hat dann geh zu Mama oder Papa und lass dir erklären wieso.
So, und nun wirklich zum Montag. Montag gab es im Grunde zwei Gruppen, aber was soll ich viel von
Montag erzählen, so viel ist am Montag nicht passiert. Die Männerrunde hat sich gnadenlos besoffen, und
die gemischte Runde hat gemütlich getrunken, aber passiert ist, jedenfalls soweit mich die Erinnerung nicht
täuscht, nicht wirklich was. Von Dienstag zu berichten macht wenig Sinn, ich war ja nicht mal wirklich da.
Springen wir deshalb gleich mal kopfüber ins Nichts, stürzen uns am Mittwoch vorbei und hoffen, das wir
uns am Donnerstag nicht die Rübe kaputtrandalieren. Das könnte, mal ganz ehrlich, schmerzhaft werden.
Und schon die nächste Frage, was war Donnerstag. Freitag und Samstag sind kein Problem, Sonntag und
Montag auch nicht. Beim Rekonstruieren des Donnerstags konnte mir auch irgendwie noch niemand helfen.
Dafür bin ich mittlerweile sicher das Freitag Sonntag war und andersherum. Eindeutig.
Freitag waren wir dann wieder bei Hedi Smulch. Und was haben wir dort getan? Die Frage ist genauso
sinnvoll wie die Frage „Was machst du heute abend?“ und auch die Antwort ist dieselbe. Das was wir jeden
Abend tun. Wir reißen die Weltherrschaft an uns. Oder zumindest das Bier. Oder was halt sonst an Alkohol
da ist, je nachdem. Davon war gut was vorhanden, nur mit der Musik waren einige nicht ganz zufrieden,
doch der Wirt wollte sie nicht in seinem Zimmer bleiben lassen und scheuchte sie daraus fort. Für manche
sollte es ein sehr, sehr langer Abend werden, für andere wurde er recht kurz, und da die Samstage und der
Montag schon so lang sind fasse ich mich hier jetzt einfach mal ganz kurz. Bis morgen.
Samstag erwies sich dann nach dem eher stationären Freitag, sieht man mal vom Schond und Bennis
Zimmer ab, wieder als ein sehr mobiler Tag, an dem es dann auch eine wichtige Entdeckung gab, die
Hannes und Jesus machten. Zuerst brach ein außergewöhnlich großer Trupp, ganze zehn Leute, koordiniert
nach Münster auf, so dass zwei Autos randvoll waren, das einäugige Mobil sogar rein rechtlich sogar
übervoll. Mindestens voll wollten bis auf die Fahrer auch alle Insassen werden, und weil man ja nicht immer
am selben Ort saufen wollte manövrierte man die Fahrzeuge zum Hafen, was definitiv eine gute
Entscheidung war, gerade wenn man bedenkt dass bis zur Rückfahrt nach Münster das ganze ein reiner
Männerabend war. Wobei Männer zumindest auf geistiger Ebene doch irgendwie... ich will jetzt ja nicht
sagen unzutreffend, aber bei manchen schon so ein wenig in diese Richtung. Was wollte ich sagen? Richtig,
eine gute Entscheidung. Zum einen stand da nah beim Mobil so ein schöner Zweisitzer, auch wenn ich
gerade vergessen habe was für eine Karre das war. Und dann war da noch der Buckelvolvo. Und der Buick.
Und neben schönen Autos gab’s dann auch noch jede Menge schöner Frauen zu sehen. Zumindest für die
Bootsbesatzung. Aber wir wollen ja hier nicht alles so massiv durcheinanderwerfen, sonst verliert nachher
noch jemand den Überblick. Hm, wenn das so ist sollte ich vielleicht doch alles durcheinanderwerfen, dann
fällt wenigstens nicht auf wenn ich den Überblick verliere. Aber nein, schön dem Zeitstrahl in die richtige
Richtung hinterherkriechen, wir wollen uns ja nicht vordrängeln. Zuerst drängelten wir uns nämlich ans
Ufer vom Kanal, Kasten Bier in die Mitte und Scheißsteine unterm Arsch, wäre der Kasten nicht gewesen
ein außergewöhnlich miserabler Sitzplatz. Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen das Kanalufer da mit
groben Steinen auszulegen? Selbst Beton wäre bequemer gewesen, Gras wäre auch keine schlechte Idee.
Gras hätten auch einige der anwesenden gerne gehabt, aber dummerweise hatte niemand was dabei. Und da
Stöck seine Haare ja nun weitaus kürzer trug konnte man noch nicht mal die rauchen, da wären sonst
sicherlich noch ganz schön illegale Mengen drin gewesen. Und während man da so saß und auf eine Truppe
von trägen Hungernden wartete, die mehr als eine Stunde beim King waren (gefahren natürlich von Moe,
dem einzigen Menschen, der die Strecke Nottuln-Dülmen in fünf Minuten fahren kann und trotzdem
mindestens eine Stunde hin und zurück braucht) wagte sich Hannes an den Rand des Kanals, wo eine
Betonwand senkrecht zum Wasser abfiel, besorgniserregende 100 Zentimeter tief. Unten, auf dem im Licht
der Sterne schimmernden Wasser, trieb einsam und verlassen ein Schlauchboot, und als alter Seemann
konnte Hannes natürlich keine Macht der Welt davon abhalten, ins Boot zu steigen. Und wie immer, wenn
jemand eine verrückte Idee hatte war Robin der erste, der mitmachen wollte und ebenfalls ins Boot sprang.
Nun übernahm jeder ein Ruder, und so fuhren sie davon in die Nacht hinein, und wäre die Richtung Rob
überlassen gewesen, man hätte sie nie wiedergesehen. So verging die Zeit, und die beiden Bootsmänner
merkten, dass das Boot sie viel attraktiver machte. Sie brauchten nur nah genug ans Ufer rudern, schon
sprangen die Frauen quasi in Massen Hals über Kopf Richtung Boot, ohne auch nur im Ansatz
nachzudenken. Daran lag es dann wohl auch, dass nur eine das Boot getroffen hatte und von den beiden
tapferen Seebären über den Kanal gepaddelt wurde. Vielleicht lag das aber auch daran, das Jesus und
Hannes mal wieder hoffnungslos übertrieben haben. Die beiden waren auch die einzigen, die die
geschlossene Gesellschaft erreichten, einen abgesperrten Abschnitt der Kanalküste, für dessen Betreten man
eigentlich 8 € bezahlen musste, und dann bekam man dafür nicht mal was umsonst. Ein anderer, von Herr
Smulch angeführter Trupp versuchte über den Landweg dort einzudringen, wurde aber vom
Sicherheitspersonal und seiner eigenen Trotteligkeit gestoppt. Der Aufbruch zurück nach Nottuln kam dann
für Einige irgendwie überraschend, wenn auch um halb eins und nicht wie ursprünglich von Stöck angedroht
schon um halb zwölf. Aber die Hälfte der Fahrer hatte nun mal mittlerweile kräftigen Durst, und so machten
sie sich auf den Weg zurück nach Nottuln. Jesus hatte dabei riesiges Glück, er erreichte das Mobil gerade
noch rechtzeitig, während Hannes dafür sorgte, dass es während der Fahrt Flüssigkeit verlor, und dass sogar
über eine Strecke von einem halben Kilometer. Gerade rechtzeitig schloss er die Tür und setzte sich, da kam
den fünf Insassen in dem auf vier Personen zugelassenen, mit einem Vorderlicht fahrenden Stöckmobil ein
Wagen ihrer Freunde und Helfer entgegen, aber die waren weder freundlich noch hilfsbereit sondern fuhren
einfach weiter. So erreichte man unbeschadet Nottuln, jedoch nur mit einem Wagen. Was war mit Moe
passiert? Nun, Moe hatte in Nottuln zwei Leute aus der Karre geschmissen, war nach Münster gefahren,
hatte zwei andere reingestopft und war wieder zurück nach Nottuln geheizt, und so kam es, dass der irre
Haufen jetzt durch Anica und Jo verstärkt wurde. Jesus, Hannes, Stöck, Rusty, Benjamin, Daum und Moe
waren ebenfalls noch da, auch wenn sich Moe und wahrscheinlich auch Hannes an dieser Stelle aus der
Geschichte verabschieden und eigene Wege gingen. Der Weg der verbliebenen jedoch führte Richtung
Freibad. Das hatte zwar nicht mehr offen, aber das hieß ja nicht, dass keiner mehr hinein konnte. So
kletterten sie alle über die Hütte und gingen schwimmen, aber bald nach ihrer Ankunft war das Freibad nicht
mehr leer, nein, ein anderer besoffener Trupp hatte sich ebenfalls zum Nachtschwimmen entschieden, und
so hielten sich, deutlich nach ein Uhr Nachts deutlich über zehn Leute im Freibad auf, etwa genauso viele
wie Dienstagnachmittag oder Mittwoch oder Donnerstagvormittag (was gar nicht mal besonders übertrieben
ist). Zum Glück waren aber keine Bienen da. Nur ein paar Türme, die erklommen werden wollten.
Gelegentlich kommt man dann nachts auch schon auf dumme Ideen. Und statt zu zweit vom Fünfer zu
springen sprang man dann eben zu dritt vom Dreier. Nächstes Mal... Kurz davor jedoch geschah etwas
anderes. Der Wirt und Daum standen oben auf dem Fünfer, da rief Jesus von unten „Los Jungs, ich bin der
Action-Bademeister. Spring Benni, ich rette dich.“ Aber leider sprang der Daum zuerst, und so rettete Rob
den Falschen mit dem tollen Bademeisterstab, der diesmal sogar nicht kaputtrandaliert wurde. Nachdem
dann nach dem Dreiersprung vom Dreier dass Freibad wieder verlassen wurde, wobei sich manche Leute
doch sehr ungeschickt dabei anstellten, die Mülltonne zu erklimmen, die ja zugegebenermaßen sehr hoch
und sehr rutschig ist und die auf einer Kategorie der Kletterschwierigkeit von 1 bis 10 bei etwa... sagen
wir... –35 liegt, knapp vor einem Bordstein (man, was macht das einen Spaß gemein zu sein. Ich hoffe nur
das nimmt mir niemand übel. Aber ich hab ja eh längst Meinungs- und Redefreiheit gegen uneingeschränkte
Narrenfreiheit eingetauscht ). Die Hütte lag ohne Mithilfe dann doch schon wirklich etwa bei 0,5, ein drei
Meter hoher, senkrechter Betonklotz eignet sich nicht gerade für Kletterübungen. Bei einer Schwierigkeit
von 10 wären wir wahrscheinlich ungefähr gerade bei dem Versuch, die Petronas-Towers in Kuala Lumpur
oder den Searstower ohne Kletterausrüstung und mit bloßen Händen zu erklimmen. Und zwar nicht über die
Treppen. Der Abstieg war dann schon einfacher, abwärts geht’s nämlich immer recht leicht, und wenn man
sich nirgendwo festhalten kann braucht man sich ja auch nicht überlegen wo man sich als nächstes festhalten
kann. Nun, wo alle wieder draußen bestanden Anica und Jo darauf, unbedingt ihre Fahrräder von der
Sparkasse abholen zu müssen. Ganz davon abgesehen dass eigentlich niemand auf die Idee kommt, nachts
seine Fahrräder vor der Sparkasse abzustellen bevor man nach Münster fährt war das auch ein weiter Weg,
und so dauerte es recht lange, bis sich der Großteil der Truppe dazu entschlossen hatte, einfach
mitzukommen. Nur Benni legte sich einfach schlafen. So zogen die anderen los, sorgten dafür, dass der
Fiesta ein paar Häuser weiter etwas ungünstig geparkt war, sperrten den Nottulner Ortskern bis zum
nächsten starken Wind für LKW und zogen Richtung Sparkasse. Und wen trafen sie auf dem Weg? Den
Markus, der gerade dabei war, herumzufahren. So unterhielten sie sich noch ein wenig dort, und machten
sich dann auf den Weg zurück. Fünf Leute fuhren mit dem Auto, und drei mit zwei Fahrrädern. Und bei
Stöck kamen dann fünf Leute im Auto, eine Person auf Fahrrad und ein Fußgänger an, weil Anica sich
lediglich bis zur Sepp-Herberger-Straße hatte fahren lassen und dann heimwärts gefahren war. Bis auf die
Terrasse schafften es dann nur noch vier, und als einer der Vier dann ging endet die Geschichte weil der
Chronist nicht mehr da war.
Montag fing recht entspannt an, abgesehen davon, dass das Stöckmobil anfangs wie auch schon Samstag
noch mit nur einem Licht unterwegs war. Das wurde aber im Laufe des Abends noch vor dem Aufbruch
nach Münster geändert. Und nachdem Stöck und Daum Schmacko aus seiner Höhle abgeholt hatten, beim
Versuch Steffi zu überreden gescheitert waren und dann völlig zufällig und überraschend den Paul
aufgelesen hatten, der unbedingt hatte mitkommen wollen wurde noch Qraista eingesammelt, und schon
konnte es losgehen. Erste Station in Münster war, wir waren ja auch schon so lange nicht mehr da, das
Barzillus, wo erst mal drei schöne Irish Iceteas geschlürft wurden. Aber, so seltsam das klingen mag, dies
war nicht das eigentliche Ziel des Abends, nicht wirklich. Wirklich war das eigentliche Ziel nämlich ein Ort,
wo viele viele Tische standen, die grün waren und die an den Seiten Löcher hatten. Wer jetzt denkt, die
Tische seien kaputt gewesen, der irrt sich, denn sie funktionierten ganz gut, vorausgesetzt, man konnte
spielen. Gut, das keine richtig guten Spieler dabei waren, sonst wären die zwei Oberversager noch mehr
aufgefallen. Dann, nach fast einer Stunde am Billardtisch, zog es die Trinkenden und auch den Fahrer
weiter, mittlerweile doch wieder Richtung Heimat, zuerst jedoch musste mitten auf der Autobahn erst mal
einen Stop einlegen, denn es musste Platz für Flüssigkeitsnachschub in Form von Bier gemacht werden, und
so parkte Stöck das Mobil kurzerhand auf dem Standstreifen. Tatsächlich lag ja sogar ein ernstzunehmendes
Problem vor, dass ein Halten aufgrund einer Panne genehmigte, denn das Mobil verlor Flüssigkeit.
Jedenfalls hätte es dass getan, wenn man einfach weitergefahren wäre. Das Problem war ja am Samstag
schon mal aufgetreten und war aber da zum Glück von alleine wieder verschwunden (ganz im Gegensatz
zum Pisser in der offenen Mobiltür, der erst in Nottuln verschwand). Nachdem man Paul abgesetzt hatte
machte man sich, nach einigem Hin und Her, auf den Weg nach Darup, denn dort war Sportwoche, und da
der einzige Sport, in dem Daruper gut sind das Trinken ist war die Sportwoche natürlich eine gute Sache.
Weniger gut war, dass man, am Ziel angekommen, erkennen musste, dass es gerade mal sechs fleißige
Moscher bis zum Ende ausgehalten hatten und noch nah bei der Zapfe saßen. Schaper und Gerding waren
auch da, und so blieb man noch ein bis zwei Bier lang, doch dann zog ein gewaltiges Gewitter auf. Donner
grollte über das Land, und die Blitze erleuchteten taghell die finstere Nacht. Die tapferen Daruper blieben
vorerst noch, wo sie waren, doch die Nottulner wollten nicht in Darup ertrinken und so liefen sie davon, so
schnell sie konnten, bevor der Regen der wie eine neue Sintflut vom Himmel herunterprasselte, sie oder gar
das Mobil davonspülen konnte. Auf der Rückfahrt erwies sich das neue, zweite Vorderlicht dann als sehr
überflüssig, war es doch durch die ununterbrochenen Blitze so hell das man alles sehen konnte. Als man in
Nottuln ankam war dort die Lage schon etwas besser, aber wann ist die Lage in Nottuln nicht besser als in
Darup (abgesehen von den Tagen oder besser Nächten wo die wichtigsten Nottulner in Darup sind)?
Qraistas Haus stand noch, und auch Stöcks Keller war noch trocken, was Schmacko, Daum und Stöck
schleunigst ändern mussten. Aber da der Keller nicht saufen wollte mussten sie es eben selber tun. Erstmal
musste die Patrone weg, und wie kriegt man eine Patrone besser weg als indem man sie irgendwo reinknallt?
In diesem Fall in Stöcks Rübe, durch den Zwanzig-Meter-Strohhalm, über den man die Flasche
wahrscheinlich auch aus dem ersten Stock direkt in den Keller hätte leiten können. Irgendwann wurde das
rumchillen dann immer träger, und nachdem Marco dann irgendwann einfach wegpennte waren nur noch
zwei verblieben. Na dann Prost. Wie auch immer, ab 4:57 Uhr war der Schläfer dann alleine im Keller, die
beiden anderen waren müde und machten sich auf den Weg zum jeweils eigenen Schlafplatz.
Die Suff-Chroniken: 24.7.2003, Back to school
Man sagt ja gelegentlich, erwachsen werden heißt lernen das Dinge auch zu Ende gehen können, wenn das
so ist, dann ist Steil an diesem Tag wohl wieder ein bisschen erwachsener geworden. Wenn das allerdings so
ist müssten wir ja auch mittlerweile so langsam erwachsen werden, bei manchen ist davon aber noch nicht
viel zu merken. Besonders nicht nachts. Aber zurück zu den Ereignissen, die sich ereigneten, während die
Nüchternheit bekämpft wurde. Die Schule hatte ja einiges aufgefahren, um ihrem Chef den Abschied zu...
ja, was eigentlich? Zu erleichtern oder zu erschweren? Nach der grandiosen Gesangsdarbietung der Fünfer
konnte man ja froh sein, wenn einem nicht die Ohren abgefallen oder man spontan verblödet war, von daher
drängte sich der Gedanke auf, man wolle dem Steil seinen Abschied mit solchen Aktionen leicht machen
und ihn quasi verschrecken. Das einen, der 12 Jahre diese Schule erlebt hat allerdings solche seelischen
Grausamkeiten kaum schrecken hätten sich Hüllen und die Fünfer eigentlich denken können müssen. Der
künstlerische Wert der Darbietungen näherte sich mit dem nächsten Auftritt dann Null an, allerdings von
unten, denn die Tanzvorstellung der Sechser war immerhin schon ein kleines bisschen weniger schlecht,
besser wäre wahrscheinlich übertrieben. Immerhin, man wusste gar nicht wo man zuerst nicht hinsehen
sollte. Wenn ich jetzt bloß das Programm vorliegen hätte, dann wüsste ich auch noch was alles passiert ist.
Ich mach einfach mal mit dem schönen kleinen Einakter, dem Pisa-Schock weiter. Eine schauspielerische
Glanzleistung von Herrn Schmitz, besonders die Textsicherheit beeindruckte. Aber, was soll man sagen, gut,
die bis dahin beste Darbietung, was nicht viel heißt, aber die erste, deren künstlerischer Wert im positiven
Bereich lag. Und dann durfte der ehemalige MPK zeigen, dass die Mehrzweckhalle dem Forum als Ort für
solche Gesangsdarbietungen doch kräftig unterlegen war, als musikalisch völlig unbegabter Grobmotoriker
steht es mir ja nicht zu, die gesangliche Qualität zu beurteilen. Eigentlich müsste ich die Truppe ja an dieser
Stelle in Grund und Boden schreiben, weil ich einige davon kenne, aber mir fällt gerade nichts ein. Dafür
könnte ich ja die folgende Tanztruppe kritisieren, da ist die Lage ja ähnlich. Jaja, man sollte keine Fehler
machen die man sehen kann, wenn ein Daum zusieht, denn der Daum sieht alles. Schade nur, dass außer
einem kleinen Ausrutscher der Gruppe keine eindeutigen Fehler unterliefen, man stelle sich nur das
schadenfrohe Gelächter vor, wenn eine der jungen Damen mittendrin die Bodenhaftung verloren hätte und
auf einmal nicht die Füße sondern irgendwelche anderen Körperteile auf dem Boden gehabt hätte. Aber
nein, den Gefallen tut uns ja keiner. Fast konnte man ja mittlerweile meinen, die Organisatoren hätten es
sich anders überlegt und wollten dem Peter seinen Abschied doch erschweren, drei gute Auftritte gegenüber
zwei schlechten, wenn das so weitergeht... wenn das so weitergegangen wäre, das wäre schön gewesen.
Schön für die Ohren und schön für die Augen. Und für den Magen, denn den konnte einem der nächste
Auftritt fast schon umdrehen, ganz davon abgesehen, dass man sich diesmal wirklich die Ohren festhalten
musste, damit sie nicht abfielen. Lieber den ganzen Abend Schlager als noch einmal dieser Auftritt der 8er
und 10er. Die armen Kinder, ich will gar nicht wissen wie viele davon sich umbringen werden wenn sie erst
mal verstehen was sie da getan haben. Hoffentlich viele, das ist gut für die Weltbevölkerung und dann
nehmen die uns auch keine Arbeitsplätze mehr weg. Aber wenn dann bitte Gift oder Galgen oder so was,
vom Haus springen oder Schrotladung in die Rübe knallen gibt immer so’ne Schweinerei, und wer darf die
dann wieder saubermachen? Richtig, nicht die Toten. Die dürfen liegen bleiben. Und wir müssen am
nächsten Morgen wieder früh raus. Wo war ich? Ach ja, Pause! (der Auftritt von Teilen des ’89er
Abiturjahrgangs zählt ja irgendwie nicht als Auftritt, jedenfalls nicht in dem Sinne wie die anderen) Und da
wir ein unzivilisierter Haufen sind heiß Pause a)saufen und b)fressen. Andere haben das Ganze
wahrscheinlich genutzt um zu essen und zu trinken, zivilisiertere Leute (ist eigentlich schon mal jemandem
aufgefallen, dass der Anteil von i’s in „zivilisiert“ fast so hoch ist wie der in „in“?) eben. Und da wir
nebenbei auch noch alte Gewohnheiten aus dem Schülerdasein noch nicht weggesoffen haben waren wir
dann auch enttäuscht als die Pause zu Ende war, bis wir dann kapiert hatten dass jetzt der ganze Spaß ja
wieder weiterging. Obwohl, wenn man sich so die Hälfte der Auftritte der ersten Programmhälfte anguckt,
hat sich was mit Spaß. Pure Folter war dass. Und genauso ging das auch weiter. Die Tanztruppe, die schon
vorher negativ aufgefallen war zappelte sich einen zurecht das man schnell mal vom zusehen einen Knoten
im Sehnerv bekommen konnte (könnt ihr nicht mal wirklich Scheiße in ganz großem Maßstab bauen? So
muss ich mir das alles ausdenken). Also, die Lehrer die dabei waren meine ich. Aber die waren ja auch
nur die letzten zehn Sekunden mit dabei, und das war auch gut so, dass zog die Show ja optisch und
technisch um Längen runter. Ich hätte gar nicht gedacht dass der Abend einen so langen Text hergibt, und da
fällt mir gerade ein, ich hab ja bei der ersten Hälfte des Programms noch einen Tiefpunkt vergessen, die
Lehrerinnen mussten ja unbedingt singen. Bei den Fünfern kann man das entschuldigen. Die sind jung und
brauchten das Geld wahrscheinlich. Ebenso die Sechser und vielleicht auch noch Achter und Zehner. Aber
bei den Lehrerinnen lass ich die Ausrede nicht gelten. Und besoffen waren die auch nicht. Drogen? Man
weiß es nicht. Aber, zurück zur zweiten Programmhälfte. Und da fuhr der Franze-LK der 12er jetzt ganz
schwere Geschütze auch. Zum Glück kann ich die Sprache nicht am Kopf haben und hasse die Musik, sonst
hätte ich den Chanson ja vielleicht sogar gut gefunden. Damit war natürlich die Messlatte so hoch gelegt,
dass die Herren Lehrer da mit ihrem Gesang nicht drüberkamen, auch wenn sie ihre Kolleginnen dann doch
deutlich übertrafen. Stellt sich die Frage, wie geht es jetzt weiter. Bleibt das Niveau hoch oder fällt es
wieder? Wie sollte es anders kommen, es fiel. Gaaaanz tief. Einige der Leute im Saal fielen dann auch recht
tief, als sie während des Dia-Abspielens einschliefen und vom Stuhl kippten, die meisten schliefen aber
entweder auf dem Stuhl oder kämpften tapfer gegen den Schlaf an. Doch dann, die beiden
Überraschungsauftritte, die Spannung stieg, was aber zumindest im Falle der ersten Überraschung dann
doch ein wenig übertrieben war, so toll war die schauspielerische Leistung der Darsteller dann nicht und die
Handlung ließ eh zu wünschen übrig, katastrophal waren jedoch nur die Wortspiele. Das der Steil danach
selber auf die Bühne stieg und „My Way“ zum Besten gab war dann schon eher eine überraschend positive
Überraschung, was auch der folgende Applaus (samt Standing-Ovations und Zugabe) zeigte. Es folgte ein
wenig ordentliche Musik, die dann von viel fürchterlicher Musik gefolgt wurde, aber die fürchterliche
Musik kam zum Glück nach dem offiziellen Teil, also wird hier nicht darauf eingegangen. Alles in allem ein
gelungener Abschied, andererseits schon seltsam, was man da für einen Aufwand macht, hat Steil doch vier
Jahre mehr im Nottulner Gymnasium verbracht als durchschnittliche Abiturienten, wenn wir so lange
gebraucht hätten hätten sich alle aufgeregt. Aber wir hätten das auch wohl kaum so lange ausgehalten.
Schwer auszuhalten war wie gesagt nach dem offiziellen Teil auch die Musik, völlig fasziniert war nur
Jonas, der nicht nur über die Tanzfläche schwirrte als wäre er die Marionette eines total besoffenen und
bekifften Puppenspielers in seiner aktiven Phase, sondern auch so aussah als wäre er selber der
Puppenspieler.
Was soll man zu dem sagen, was dann noch kam? Zum einen, dass wahrscheinlich in letzter Zeit oder
vielleicht noch nie jemand so lange gebraucht hat von der Entscheidung zum Aufbruch bis zur Ankunft bei
Stöck, allein das Verlassen des Schulgebäudes kostete die vier zum Aufbruch Entschlossenen eine gute
halbe Stunde. Und dann waren auch noch die Schlüssel weg! Na, waren ja nicht meine Schlüssel, und so
blieb dann auch Anicas Fahrrad an der Schule stehen, und wenn sie’s nicht am nächsten Tag abgeholt hätte
würde es immer noch da stehen und könnte geklaut werden. Jonas war mittlerweile irgendwie verloren
gegangen, und fast hätte sich die Gruppe dann dauerhaft auf zwei Personen reduziert, weil Jochen irgendwie
den Aufbruch mit dem Fahrrad nicht ganz auf die Reihe gekriegt hatte. Immerhin, irgendwann hatte sie es
dann auch geschafft, und so folgte man einem völlig besoffenen Haufen grölender Haubitzen, die allerdings
einen recht seltsamen Weg Richtung Stöck bestritten, so dass man bald ihr Geschrei nur noch leise aus der
Ferne ertragen musste. Und bevor sich die Gruppe dann doch wieder kurzfristig auf zwei Leute reduzierte,
weil Jo einen ihr bislang völlig fremden Nachbarn mitten in der Nacht auf der Straße getroffen hatte
tauchten am Himmel noch zwei doppelte Sternschnuppen auf. Und schwarzweiße Wespen. Ach ne, falsch,
die Wespen waren ja Dienstag gewesen und es waren doch nur zwei Sternschnuppen oder eine doppelte.
Von mir aus auch eine und noch eine. Egal. Es gibt jedoch nur eine Person die die Sternschnuppen alle
beide gesehen hat. Dann, wie gesagt, verkleinerte sich die Gruppe kurz, zwei zogen weiter und Jo blieb
zurück (womit ich nicht sagen möchte, das Jo zurückgeblieben ist, das wäre beleidigend und beleidigen
möchte ich eigentlich ni... doch, Jo ist zurückgeblieben, mal wieder völlig sinnfrei Leute beleidigen). Und
dann, man saß schon auf der Bank und hatte sich damit abgefunden das man auf der Bank saß, da tauchte
plötzlich Jonas wieder auf. Anscheinend hatte er seine völlig passive Phase doch überwunden, war mit
anderen schon schneller abgehauen, war im Freibad gewesen und kam jetzt wieder zurück in seine passive
Phase. Die trat jetzt auch bei Anica auf den Plan, und wenn drei Leute um diese Zeit alleine irgendwo
herumsitzen und zwei davon praktisch nur noch vor sich hin dämmern, dann ist das ansteckend. Irgendwie
schaffte es Jonas sich aufzuraffen und zu Jo zu laufen, ich glaube er wollte Feuer haben (Trottel, es war
doch wohl warm genug) und so blieben dann doch nur zwei Penner auf der Bank zurück. Bis Jonas
irgendwann wiederkam und man sich mit Jos Schlüssel, allerdings vorerst ohne die Besitzerin des Schlüssels
zu Stöck aufmachte. Die beiden müden Leute gingen nach oben und knallten sich auf die Matratze vor Jos
Bett (und zwar so dass beide zwar eine Hälfte der Matratze für sich hatten, zumindest Jonas sah aber so aus
als wäre er einfach ins Zimmer gestolpert und der Länge nach hingefallen) und die verbleibende wache
Person ging nach unten. Für die Kotzflecken am Garten und der Hecke kommen die beiden also schon mal
nicht in Frage. Peter vielleicht. Der war auch noch kurz da, Ali, Bene, Niko, Moe, Hannes, irgendwer noch,
aber ich kann mich gerade nicht erinnern wer. Jedenfalls wiederholte sich kurz darauf die Situation von
Montag. Ein Schläfer lag herum und schlief, Hannes in diesem Fall, der zwar auch schon ein Nachtbad
hinter sich hatte, das aber unfreiwillig in irgendeinem Teich genommen hatte, und Stöck und Daum saßen
mit ihrem Bier da und wunderten sich warum keiner mehr mitmoschte. Und morgen geht die unendliche
Geschichte dann weiter... Stufenparty!
Die Suff-Chroniken: 31.7. bis 3.8.2003
Irgendeiner muss ja die ganzen Wahnsinnigkeiten festhalten. Und da in der letzten Zeit ja wieder viele
Wahnsinnigkeiten passiert sind gibt’s auch mal wieder was festzuhalten. Beginnen wollen wir, ganz stillos,
einfach mal mit dem Donnerstag. Es gab da zwar auch noch so einen Mittwoch, der ja auch für einige ein
sehr schöner Tag war (Ferien), für andere war der Mittwoch der letzte komplette Tag in Freiheit. Aber wenn
man fragen würde, was habt ihr am Donnerstag gemacht, da lässt sich doch sorglos antworten: Das, was wir
jeden Abend machen: Wir haben versucht, die Weltherrschaft an uns zu reißen. Oh, falscher Film. Die
Antwort muss dann also wohl doch eher saufen heißen. Diesmal bei Ecki, und der Abend gehörte zu denen,
die gaaaaanz langsam losgingen. Und wenn ich ganz langsam sage, dann meine ich das gelegentlich auch.
Manchmal meine ich das was ich schreibe. Meistens schreibe ich nur Mist, aber das liegt gelegentlich noch
nichtmal an mir sondern an der völligen Unfähigkeit der anderen, was anderes als Mist zu veranstalten. Die
donnerstägliche Veranstaltung, wie auch immer, begann jedenfalls mit drei Leuten, als es bereits dunkel
war, und es wurden erst mehr, als es schon richtig dunkel war. Es dürfte elf Uhr gewesen sein, bis die
Gruppe eine ordentliche Größe hatte, und dann wurden es auch schon gleich wieder viel weniger. Moe und
Tobihasch fuhren Simone heimwärts und Holz ins Franzosenland, während Jesus und Steffi zur Tanke
fuhren um für (ich fürchte jetzt rekonstruiere ich nur noch Schwachfug, aber vielleicht stimmt mein
halbfotografisches Gedächtnis ja doch) Stöck drei FKs, für Julle zwei und wer war noch mal der dritte für
den drei FK und noch irgendwas mitgebracht wurde? Könnte Eko Fresh gewesen sein, aber... ich bin mir
ziemlich sicher das er es war. Nachdem dann alle wieder da waren wurde ein Feuer gestartet, keine
Zwanzig-Meter-Flammensäule, aber doch ein recht ordentliches Feuer, um dass man bald in gemütlicher
Runde herumsaß und die Tüten kreisen ließ, bis einige Leute intern fast um sich selbst kreisten. Im
Gegensatz zu Mittwoch aber wirklich nur ganz fast. Mit der Zeit war dann die Glut soweit und der Pizzateig
traf ein, und er hatte sogar einen Markus mitgebracht. So konnte also die Stöckbrotschlacht beginnen. Robin
und Paul hatten sich relativ brauchbare Stöcke in ihr Brot eingebaut, wobei Paul sich auch eher eine
Schwanzprothese zum Essen als ein ordentliches Stockbrot gebaut hatte. Das hatten die drei anderen
wiederum halbwegs auf die Reihe bekommen, allerdings mit teils recht ungewöhnlichen Stöcken. So hielt
also Steffi ihre Angel über die Glut, während Moe und Julle einfach ihre Keule zum Stock erklärt hatten.
Eigentlich kann man aber keine Dinge zu Stöcken erklären, die einen Durchmesser von mehr als fünf
Zentimetern haben. Und die überschritt die Keule doch um mindestens das Doppelte. Jetzt hätte man denken
können, alle halten ihre Stöcke friedlich in die Glut, aber nein, weit gefehlt. Um jeden Hotspot wurde
erbittert gekämpft, bis es zuerst Moe zu bunt wurde, er auch Schwarzweiß-Wiedergabe umschaltete und
außerdem den ersten Holzscheit umkippte, um seine eigene Glutstelle zu haben. Rob zog nach und
randalierte kurzerhand sämtliche anderen Hölzer um. „Robin, das wär jetzt echt nicht nötig gewesen.“
beschwerte sich da der Waldschrat, als er sah, wie respektlos man mit seinen brennenden Brüdern umging.
„Doch, das is genau richtig so.“ wiedersprach Jesus, und wenn der dass sagt muss das ja wohl stimmen. Und
immer noch wurde um den Platz überm Feuer gekämpft. Steffi versuchte sich dem Kampf zu entziehen,
indem sie sich ein winziges Gestell bastelte. „So, das muss jetzt nur nah genug an die Glut.“ Was sie dabei
nicht bedacht hatte war, das man etwa eine Minute brauchte, um das Ding aufzubauen, es aber so nah an die
Glut musste, dass man sich in dieser Minute wahrscheinlich Verbrennungen zweiten Grades zugezogen
hätte. Ganz davon abgesehen, dass die millimeterdicken Stöcke in kürzester Zeit verbrannt wären und die
Frage, wie man das Stockbrot auf dem Gestell denn drehen sollte auch nicht geklärt war. Also, wieder die
Angel. Paul hätte sich bald seinen Schwanz verbrannt, glücklicherweise allerdings nur die Brotprothese. Die
einzigen, die ihr Brot wirklich schwarzbrannten waren Moe und Julle beziehungsweise eigentlich ja nur
Moe. So hatten die beiden dann auch noch gewaltigen Hunger, und nicht nur sie, auch für die anderen hatte
das bisschen Brot kaum ausgereicht. So kam jemand auch die Idee, in eine Pizzeria einzubrechen und dort
Pizza zu backen. Aber die Idee gefiel wiederum Julle ganz und gar nicht. „Ey, ich gar kein Geld.“ gab er zu
bedenken, und dass war natürlich ein Argument, schließlich musste man ja nach so einem Bruch mit
irgendwas die Richter bestechen, und ne Pizza tat’s da wohl nicht so ganz. So blieben sie hungrig, und
irgendwann löste sich die Runde dann Stück für Stück auf, bis keiner mehr da war.
Na, weiß noch einer was Freitag war? Richtig, wenn man die Woche von Montag bis Sonntag zählt war
Freitag die zweitlängste Etappe dieser Woche. Der Start erfolgte, je nach persönlichen Vorlieben, zwischen
kurz nach acht und zwischen zehn und elf, und zuerst wurde dem Bauern zum Geburtstag gratuliert, denn
diesen feierte er mit jeder Menge Leuten und jeder Menge Bier und äh... ja äh... jeder Menge Bier eben.
Nachdem anfangs noch CDs für Musik gesorgt hatten begannen irgendwann zwei Leute damit, sich an den
Computer zu setzen und unter anderem für Musik zu sorgen. Die Musikbesatzung wechselte ebenso wie die
Musik ständig, zwischendurch gings dann auch kaputt, aber natürlich konnte der Defekt schnell wieder
behoben werden. Der erste, dessen Defekt vorm Morgen nicht mehr behoben werden konnte war Stöck, der
irgendwann auf dem Sofa lag und zu nichts mehr in der Lage war. Es wurden immer weniger Leute, die das
Etappenziel ansteuerten, die meisten scheiterten an den langen und teilweise recht steilen Anstiegen des
Müdigkeitsberges oder machten auf der Spitze von Alp de Suff schlapp, viele aber gaben auch schon am
Hang auf. Schaper und Bauer erwischte es jedoch erst an der Spitze, die sie lange nach Stöck erreichten. Auf
der Abfahrt schlief dann auch Anica kurzfristig ein, und auch der Johannes hatte den Gipfel wohl schon
überwunden und kehrte nachher noch für einige Zeit unter die lebenden zurück. Aber als Einheimischer war
er natürlich nicht so in das Etappen-Geschehen verwickelt wie die wirklichen Teilnehmer von außerhalb. So
schliefen also kurzfristig vier Leute und vier Leute waren noch wach, wobei von den vieren auch einige
schon Anzeichen von aufkommender Trägheit zeigten. Und so kam es, dass der Daum am Ende die
Kontrolle über die Musik an sich reißen konnte. Aber irgendwie war die Trägheit doch schon so weit
fortgeschritten, dass nach dem Ende des nächsten Bieres eine Abfahrt Richtung Ziel unvermeidlich war. So
wurden also Schaper und Anica wieder geweckt, fünf Leute schnappten sich ihre Fahrräder, einer ging zu
Fuß nach Hause, und so fuhren die Fahrradfahrer hinaus in die finstere Nacht. Und so kam es auch, dass sie
gegen fünf Uhr im Wettlauf mit dem immer näher rückenden Aufgang der Sonne die letzte Bergwertung des
Tages erreichten, auf der sich Stefan Virenque natürlich sicher sein Bergtrikot sicherte, indem er am Hang
sitzend an Armstrong und Niko Mayo (der im Gesamtklassement Vierter wurde) vorbeizog. Wer das blaue
Trikot für die besoffenste Fahrt bekam ist nicht eindeutig sicher, ich schlage einfach mal die einzige zu
diesem Zeitpunkt noch wache Person vor, die auf der Etappe zwischenzeitlich schon geschlafen hatte. Das
gelbe Trikot sicherte sich Markus Armstrong, der auf einmal das Tempo verschärfte und in der Dunkelheit
verschwunden war bevor die anderen überhaupt gepeilt hatten was jetzt Phase war. Letzter wurde an diesem
Tag der Trottel im gepunkteten Trikot, und uns ist sogar erst am nächsten Tag aufgefallen, dass wir doch
tatsächlich vergessen hatten ne Sprintwertung zu fahren. War auch ein bisschen spät, 5:15 Uhr als der Letzte
ins Ziel kam...
Apropos nächster Tag. Nächster Tag war nichts. Da hatte die Allergie den Chronisten nach langer Zeit mal
wieder gnadenlos aus den Socken geschossen. Springen wir also gleich weiter zum Sonntag.
Ihr seid ja völlig bescheuert. Das war ungefähr der Kommentar zur Sonntags-Aktion, den die Aktionäre am
häufigsten zu hören bekamen. Sonntag war nämlich dann doch die längste Etappe. Ich kann schon mal im
Voraus verraten, Armstrong wurde wieder Erster und Virenque mit großem Abstand letzter, was die
Ankunft zu Hause angeht. Anfang dieser Etappe hatte sich eine recht große Gruppe bei Stöck eingefunden,
um Werner zu sehen, aber sie sahen nur Topper Harley, was aber auch schon lustig genug war. Hab ich
genug gesagt? Stimmt nicht, unsereins hat bekanntlich nie genug von gar nichts. Außer von Stress, davon
hatten wir schon während des Hot-Shots-Schauen genug, weil die Technik nicht funktioniert hatte und wir
deswegen bei Stöck nicht den Wernersens bei ihrer Fahrt nach Korsika zuschauen konnten. Dazu mussten
wir uns schon nachher zu Ecki umsiedeln. Das taten wir dann auch teilweise, und wer war bei der
Bergankunft bei Erich dann ganz alleine Erster? Dämliche Frage, richtig. Erstaunlich nur, dass die beiden
anderen Gefährte von einem mechanischen Motor getrieben wurden. Wie auch immer. Jedenfalls hat sich
ein Teil in die Sauna des Waldschrats, die dieser auch als Schlafzimmer zweckentfremdet, verzogen, um
dort den Wernersens bei ihrer Fahrt zuzusehen, während ein anderer Teil unten im Garten hockte, wo die
anderen nach Ende des Films auch hinpilgerten. Und als Ecki dann um kurz nach eins alle rausschmeißen
wollte, weil ihn die Müdigkeit Richtung Zimmer trieb, da hätte man denken können, der Tag würde sich für
die Verbliebenen, Markus, Stöck, Niko und Daum, dem Ende neigen, aber weit gefehlt. Um ein Uhr standen
noch je nach Person bis zu 5:20 Stunden auf dem Programm. Und das kam so:
Man war gerade auf dem Weg zur möglicherweise nächsten Party, als die Idee aufkam, noch was Größeres
zu starten. Der erste Plan sah ja vor, nach Vegas zu fahren, aber die Fahrt wäre dann wohl doch etwas länger
und vor allem nicht besonders trocken gewesen, gab es doch über Wasser keine für Autos befahrbaren
Straßen nach Vegas. Also, da Stöck und Markus gerade keine Vorräte hatten, kam man auf einen anderen
Plan, nämlich den, nach Hengelo zu fahren. Erstmal brauchten sie dafür aber noch Stöcks Ausweis und
Nahrung, wobei letzteres das größere Problem war, bis Niko einfiel: „Ich hab noch so Fladenbrot.“ „Hier
unterm Sitz?“ wollte Stöck da wissen und beugte sich vor, und tatsächlich, nachdem Niko bei sich im Haus
gewesen und das frisch aus dem Haus geholte Fladenbrot unter Stöcks Sitz versteckt hatte befand sich das
Fladenbrot unter Stöcks Sitz (wäre in diesem Falle aber auch sehr seltsam gewesen wenn’s nicht mehr
dagewesen wäre). Nachdem sie dann doch noch die Party ausgecheckt hatten, Jonas und Mo am Freibad
getroffen hatten und irgendwie noch ziemlich viel Zeit totgeschlagen hatten verließen sie Nottuln um kurz
nach zwei, das Geburtstagskind auf dem Fahrerplatz. Nun führte sie ihr Weg erst nach Enschede, denn sie
hatten keinen Plan und auch keinen Plan, wo Hengelo denn nun genau war, also wollten sie es suchen. So
fragten sie also in Enschede an einer Tankstelle nach dem Weg zum „Moonlight“ in Hengelo, aber den Weg
wusste die dämliche Perle natürlich nicht. Hengelo war ja ausgeschildert, also kein Problem, erst mal wieder
auf die Straße und in die falsche Richtung losfahren. Also, wenden. Dumm nur, wenn man die
Wendemöglichkeit vertrottelt und fast in ein Parkhaus fährt, dass ohne eindeutige Hinweise plötzlich das
Ende der Hauptstraße bildete. Und zwar tatsächlich, man fuhr einfach sorglos auf der Hauptstraße entlang
und plötzlich ging’s abwärts ins Parkhaus. Verpeilt, diese Holländer. Aber was soll man von Leuten, die in
einem Land leben, wo es an jeder Ecke Gras gibt, auch anderes erwarten. Nachdem man das Wenden
geschafft hatte ging es dann auch wirklich Richtung Hengelo weiter, dass man nach einiger Fahrt auch
erreichte. Nun war es schon deutlich nach drei, und es blieb kaum mehr eine halbe Stunde, um den Einkauf
zu tätigen. Vorher musste aber erst mal irgendein Holländer gefunden werden, der wusste, wo der gesuchte
Coffeeshop lag. Was soll man sagen, so einen Holländer fand man nicht. Im Grunde fand man gar nichts.
Bis dann ein freundlicher Holländer uns den Tip gab, ihm einfach zu folgen. Und tatsächlich, Stöck und
Markus fanden ihr Ziel, kauften ihre Waren ein, und ab gings zurück. Niko fand auch was, seinen Schlaf
nämlich, und Markus fand, wieder in Deutschland, sogar noch mehr, einen Kasten Bier im Kofferraum, und
so konnten Stöck und Daum weiter trinken, Niko weiter schlafen und Markus weiter fahren. Wieder in
Nottuln, so gegen halb sechs, setzte man dann den Niko zu Hause ab, damit er weiterschlafen konnte, und
fuhr zu Markus, um in Ruhe noch ein weiteres Bier zu trinken und den Einkauf zu testen. Und als das getan
war und die Müdigkeit alle Anwesenden nach Hause drängte, da gingen sie dann auch, und inklusive
Fahrrad von Erich abholen war der Heimweg dann auch um 6:20 Uhr geschafft. Ende, aus und vorbei. Gute
Nacht.
Ausschnitte aus dem Irrsinn
Jaja, der Wahnsinn nimmt unweigerlich seinen Lauf, und so schnell wie der läuft kommt auch keiner
hinterher. Ob das alles mit rechten Dingen zugeht? Nein, der Wahnsinn hat gedopt. Lauter legale und
illegale Substanzen. Manche halten sich mittlerweile selbst für wahnsinnig und tun auch alles dafür, damit
das so wird, wer von Freitag bis Mittwoch in Holland Urlaub macht kann eigentlich nur bekloppt werden.
Die Woche davor war aber auch nicht ohne, nur ohne Rustys Eltern und Geschwister. Was zu teilweise doch
etwas eskalierenden Abendevents führte. Also, unsere angehenden Polizisten sollten bitte woanders
weiterlesen. Oder zumindest nicht den Kollegen von der Drogenfahndung ein paar Hinweise geben.
Prinzipiell begann alles Montag, aber so ganz ohne Aufzeichnungen kann ich jetzt auch nicht so wirklich
sagen, was Montag so alles passiert ist. Action gabs auf jeden Fall nicht so viel. Vielleicht war Montag ja
der Tag, wo wir einen Film sehen wollten und uns nicht auf einen einigen konnten. Wahrscheinlich war das
eher Mittwoch, aber macht ja nichts. Auf jeden Fall haben wir uns hinterher noch „Terminator 3“
reingezogen, am Stück, ein Kunststück das bisher nur Muffe ohne Einschlafen geschafft hatte. Und man
muss doch sagen, nach der ersten halben Stunde wird der Film sogar weniger schlecht. Nicht gut, dafür
reichts noch lange nicht, aber wenigstens kann man ihn sich dann halbwegs angucken ohne ständig gegen
die Müdigkeit oder den Drang, aufzustehen und was anderes zu tun, ankämpfen zu müssen.
Dienstag eskalierte die Lage dann völlig. Die ersten, die sich aus dem Leben katapultierten waren Judith und
Lina, die dann zwar nicht die Unterleinerhalter (Word beschwert sich gar nicht über Julias Wortschöpfung...
scheint wohl richtig zu sein) waren, aber trotzdem auch zur allgemeinen Erheiterung beitrugen. Es ist ja
immer wieder fürchterlich mitansehen zu müssen, wie schadenfroh manche Leute sein können. Lachen sich
einfach kaputt, wenn jemand anderes seine motorischen Fähigkeiten soweit weggekifft hat, dass die
betreffende Person beim Lachen einfach vom Stuhl fällt. Das ist nicht lustig. Also, fast nicht. Obwohl, wenn
man bedenkt das sogar Lina selbst gelacht hat (was allerdings wohl daran lag das ihr die motorischen
Fähigkeiten zum aufhören fehlten), war es vielleicht doch lustig. Lustig waren zumindest die zwei Augen.
Eines rot, das andere normal. Richards Wundermittel gegen rote Augen war schuld, aber da Judith das
zweite Auge entweder vergessen oder absichtlich nicht mitbehandelt hatte oder vielleicht auch weil sie
abgelenkt worden war waren bei den beiden dann eben drei Augen rot und eines nicht. Verpeilt in die
Gegend blickten sie zumindest alle vier. Wenig später erledigte sich dann auch der Rest, der sich in der
Garage um einen Wassereimer scharrte. Aber der Einzige, der aus diesem Eimer trank war der Wassermann,
und der trank auch irgendwie durch die Lunge, jedenfalls hustete er jedes Mal wieder einen guten halben
Liter Wasser aus. Also alles in allem etwa 2,5 Liter Wasser. Stoned Moe war irgendwann so dicht, dass er
nicht nur neben den Aschenbecher aschte, sondern den auch kurzerhand versehentlich kaputtkloppte, was zu
etwas irrem Gelächter führte. Das Lachen wurde immer bescheuerter, und bald spazierte eine grüne Gestalt
aus der Garage und setzte sich zu den anderen ins Wohnzimmer, die gerade dabei waren, beim Fernsehen
einzuschlafen. Kein Wunder, wenn man sich gerade zum zweiten Mal an einem Abend „Was nicht passt
wird passend gemacht“ reinpfeift und sich vorher auch schon einige andere Dinge reingepfiffen hat. So ging
die Party dann recht träge weiter, aber immerhin bis nach drei, und am nächsten Tag waren alle wieder
einsatztauglich, auch der Wassermann und der grüne Marsianer.
Mittwoch... fragt mich besser nicht was genau da war. Donnerstag war der Tag der Affen. Kleine Frage
zwischendurch, was macht man mit Pitu und Limetten? Richtig, man betrinkt sich. Kommt mir fast so vor
als würden wir meist jeden Abend dasselbe machen. Aber he, es hat ja niemand behauptet uns wäre
langweilig, oder? Gelegentlich ein bisschen, aber das liegt an anderen fehlenden Dingen. Der Abend bei
Hannes (richtig, wir sind wieder zurück beim Donnerstag) eskalierte dann irgendwann auch kräftig, als alle
anfingen, auf die Balken hinaufzuklettern und dort zu tanzen und sich auszuziehen. Jawohl, richtig gehört,
Stöck und Lösse zogen eine kleine Show ab, das war zwar nicht so krass wie in Heiden, aber lustig
immerhin. Auf Heiden komme ich gleich auch noch zurück (nein, ich meine nicht Erich, auch wenn der
Donnerstag auch da war). Daum und Lösse lieferten sich dann noch ein erbittertes Duell beim
Billardspielen, was allerdings am Ende durch beiderseitige Ungeschicktheit entschieden wurde. Und als die
beiden wiederkamen war niemand mehr da. Keiner. Draußen nachgesehen... auch keiner. Erst als sie nach
vorne gingen fanden sie den Rest, der auch schon kurz vor der Abreise stand. Und da das die letzte Karre
nach Nottuln war, was soll man machen. Ich hab gehört, es gab nachher noch ne Tour nach Hengelo. Aber
das können auch Gerüchte sein.
So, bevor wir jetzt Freitag überspringen und bei Samstag landen, springen wir eine Woche und einen Tag
zurück, zu einem Mittwoch. Jener Mittwoch, der der letzte Tag der großen Heiden-Action war. Heiden liegt
irgendwo in der Nähe von Nirgendwo, aber wo das liegt interessiert ja auch niemanden. Hauptsache, der
Ortskern ist wegen dicker Party völlig abgeriegelt. Und der Tisch beim Schwaben hat Schlagseite. Was
allerdings beim Flaschendrehen nur Robin und Daum auffiel (eigentlich nur Jesus, aber der hat’s
weitergesagt). Gelitten haben darunter Stöck und Birgit, Stöck saß nachher nur noch in Shorts da und von
Birgit sah man auch schon deutlich mehr als vorher. Den anderen war irgendwie nichts passiert. Danach
verließ man auch bald die Kneipe und zog weiter, hierhin und dorthin, um irgendwann dann nach Nottuln zu
fahren, nicht ohne vorher noch eine Lampe von den Straßensperren abzurandalieren und mitzunehmen.
Donnerstag ging die Diebestour dann weiter, diesmal in Münster. Paul, Benni, Stöck und Daum fuhren
dorthin und die Frage, wo in Münster sie sich aufhielten stellt sich wohl eigentlich nicht. 75 Minuten und 9
Long Islands (der Wirt musste ja fahren) später verließ man dann nach einem interessanten Gespräch mit
einem völlig betrunkenen Studenten wieder das Stammlokal und machte sich auf den Weg nach Nottuln,
aber nicht ohne vorher ein paar Plakate mitzunehmen. Die Mopeds vom Radrennen wurden später
verschrottet, aber das Riesenplakat vom Kronen-Zirkus hängt jetzt bei Stöck an der Tür. Dorthin fuhr man
jedoch nicht sofort, sondern es ging zuerst noch nach Darup, zu Chimney. Der Wirt fuhr nach Hause und
ließ drei heimatlose Trunkenbolde in Darup zurück, doch die hatten Glück. Denn Julle war kurz zuvor noch
mit ein paar Kollegen ins Ausland gefahren und wurde bald zurückerwartet, und tatsächlich, er tauchte noch
auf. Nun saßen zwar schon vier Leute in dem Auto, die abgesehen von Fahrer alle schliefen, aber irgendwie
mussten noch drei rein. Also wurde sich ein wenig gequetscht, der Kleinwagen überladen, und über die
Hauptstraße zurückgeheizt. Bei Stöck schafften es die drei Überlebenden (Julle, Stöck und Daum) dann
tatsächlich noch, sich die erste Hälfte der Ritter der Kokosnuss anzusehen, bevor dann endgültig Ende vom
Ende war.
Tag Nummer Drei der Diebstahlwoche war der Freitag. An drei Tagen drei Beutestücke mit einer
gewaltigen Steigerung zum Schluss hin, das ist schon was. Und das letzte Beutestück übertrifft sogar den
Zaun, der seit einiger Zeit im stöckschen Keller steht. Dazu kam es, als Jesus, Jens und Henkel nach einem
Besäufnis am Modellflugplatz noch ins Freibad gingen. Und das große Plastikeis mitnahmen. Richtig, das
1,5 Meter große Gerät, das da mal rumsteht und jetzt nicht mehr. Das steht jetzt woanders. So, und nun
wieder ab durch die Zeitmaschine... Eine Woche und einen Tag nach vorne...
Samstag. Dülmen. Moes Zuhause. Viele Leute waren da, Hannes, Peter, Richard, natürlich auch Moe,
Muffe, Kricken, Lina... verdammt, ich hab sicherlich noch ein paar Leute vergessen, das waren so viele.
Obwohl es noch früh am Abend war gab es schon eine ganze Menge Sonnenaufgänge (ich weiß, das is ein
Flachwitz, aber manchmal muss auch das sein), drinnen wurde abgetanzt und draußen intellektuelle
Diskussionen geführt, die Kricken irgendwann zu hoch waren, so dass auch er nach drinnen abwanderte.
Drei Flaschen Tequila später wurde dann die ganze Ladung Menschen nach Nottuln verfrachtet.
Auf zum nächsten Zeitsprung, die Frage ist nur, wohin springen wir. Zum Donnerstag, wo uns der Bauer
einen Besuch abstattete und Stöcks Wasserpfeife eingeweiht wurde (in seiner Wohnhöhle)? Naja, eigentlich
ist da ja nichts passiert. Freitag waren Julia und Gastgeberin Steffi ziemlich dicht, aber ansonsten ist auch
nicht viel passiert (immerhin, die Party ging bis vier, dass ist ja immerhin schon etwas). Stimmt auch nicht
ganz, passiert ist schon ein bisschen was, Robin hat sich aufgeregt das Steffi die Kontrolle über die Party
verloren hätte, Schmacko hat wieder seine paranoide Phase gekriegt als Anica angekommen ist („Siehst du,
die ist noch fast nüchtern. Und rate mal wer gleich als Erster rausgeschmissen wird, hä?“). Rausgeschmissen
wurde keiner. Und Schmacko gehörte nochnichtmal zu den Allerletzten, die freiwillig gingen. Samstag?
Samstag waren wir zwar in Senden, aber so geil was dass dann auch wieder nicht. OK, die Musik war in
Ordnung. Aber dann fährt man gegen eins mit vier Leuten nach Hause und wie viele davon wollen in
Nottuln noch was machen? Zwei. Also, Ende von Samstag. Also gut, jetzt wird Ernst gemacht.
Montag. Robins Geburtstag, ein Tag der an einem Ort zu zwei Zeiten endete. Für diejenigen, die
dageblieben waren um angeblich gegen halb sechs und für die, die weggewesen waren um halb acht. Aber,
immer langsam, blicken wir doch einfach mal zum Beginn des Abends zurück. Oder, um es anders zu sagen,
schauen wir wie alles angefangen hat. Nun, angefangen hat alles bei Rob im Keller, ein Ort, wo schon so
einiges passiert ist, bevor dieser Abend passierte, vielleicht in letzter Zeit (und wohl auch in Zukunft) nicht
mit so einer fast perversen Regelmäßigkeit wie die Heimsuchungen von Stöcks Keller, aber es ist halt schon
immer mal wieder was passiert. Da ich das jetzt am 23. schreibe und es am 1. passiert ist muss ich leider ein
paar weite Sprünge einlegen, da mein fast-fotographisches Gedächtnis leider auch ohne Anstoß von außen
nur ein paar Tage zurück fast komplett bleibt, so sind es nur die Sachen, die gut im Kopf bleiben, die
geblieben sind. Also, springen wir ein wenig in die Zukunft und verlassen wir kurz den Ort des bisherigen
Geschehens und was sehen wir? Wir sehen, dass Richard zwei leere Schnapsboiler vor sich stehen hat (nun,
eigentlich seht das weder ihr noch ich, ihr nicht, weil ich keine Bilder in den Text eingebaut habe und ich
nicht, weil Richard weit ab vom Tisch stand, wo auch nur eine der beiden Flaschen stand wenn ich mich
richtig erinnere, die andere ... auf jeden Fall hatte er beide auf) und wir sehen kurz darauf auch Richard, wie
er auf seinem Fahrersitz sitzt. Der Wirt daneben, Henkel und Daum auf der Rückbank. Ich gebe zu, wir sind
verrückt, aber hat irgendwer jemals daran gezweifelt? Also, ich meine, bevor diese Person uns
kennengelernt hat? Also. Wir hatten schließlich eine wichtige Mission, wir befanden uns im Kampfeinsatz.
Bei der Bekämpfung der Biernot. Und damit der Notstand aufgehoben werden konnte musste ein Kasten von
Daums Keller in Robs Keller, und da Kästen für gewöhnlich keine Füße haben (es sei denn, man
überschüttet sie mit biologisch abbaubarem Schmand und lässt sie gaaaanz lange stehen, dann vielleicht)
musste er wohl oder übel gefahren werden. In diesem Falle eher übel, Topspeed irgendwo bei über 100,
ohne Nottuln zu verlassen, beim Rückweg voll verbremst und dann fast auch noch gegen ein stehendes Auto
gefahren, Richard gab schon mal einen Vorgeschmack darauf, wie sein Zustand einige Stunden später
aussehen sollte. Im Kasten standen dann bei der Ankunft nur noch drei Flaschen, der Rest verteilte sich im
Kofferraum und wurde schleunigst wieder eingesammelt. Der Gastgeber war dann auch sehr überrascht und
erfreut (allerdings nicht überraschend erfreut, solche Sachen sind vorhersehbar), das Bier wurde immer
leerer, die Leute immer voller (nur Richard nicht mehr, der befand sich schon ein wenig auf dem Weg zum
Nichtmehrganzvollsein, jedenfalls relativ zum vorherigen Zustand, was nicht heißt das er das Trinken
gestoppt hätte), und dann setzten Richard, Henkel und Lösse ihren Plan um, und die Umsetzung des Plans
musste natürlich überwacht und dokumentiert werden, also sprang der Daum gleich auch noch mit ins Auto,
was schließlich zur Folge hatte, das Mit-Planer Benni nicht im Auto saß, ein weiterer Grund war das der
Aufbruch ebenso plötzlich stattfand wie Benjamins Aufbrüche das für gewöhnlich immer tun, als hätten sie
sich abgesprochen verließen plötzlich alle Beteiligten das Haus, nur eben der Wirt nicht. Der rief dann auch
ganz schnell den Henkel an, ob sie nicht wieder zurückkommen könnten um ihn einzusammeln, aber der
Angerufene konnte ihm von kurz vor Coesfeld aus glaubhaft versichern, man befinde sich schon fast an der
Grenze. Erstmal aber musste man zu Meckes, um fast zu fressen zu organisieren, alle stürmten aus dem
Wagen und rein, aber Lösse hielt noch sein Glas von Robins Party in der Hand und wurde gleich von
irgendeinem herumsitzenden Angeber-Türken angemacht, er dürfe das nicht und würde deshalb jetzt von
ihm rausgeschmissen. Ganz davon abgesehen, dass dieser Penner keinen davon überzeugen konnte, das er
selber bei Meckes arbeitete und deshalb das Recht hätte irgendwen rauszuschmeißen (mit zwei anderen
Türken an nem Tisch bei Meckes drin zu sitzen ist noch lange kein Beweis dafür das man da auch arbeitet).
Trotzdem war der Typ ungefähr doppelt so schwer wie Lösse bei vergleichbarer Größe, was dazu führte,
dass das Rausschmeißen doch halbwegs funktionierte. Zwei Minuten nach verlassen des Ladens, nachdem
Lösse sein Glas in Randalelaune an der Tür zerworfen hatte, wurde dann Richard richtig böse und fuhr
schleunigst zurück, aber keiner der drei Angeber war mehr da, es folgte eine kurze Verfolgungsjagd mit
einem Fahrzeug, in dem Richard die Assis vermutete, dann ging die Fahrt weiter Richtung Ausland, nach
Hengelo rein, und Lösse wusste ja genau wo wir hin mussten. Glaubte er zumindest. Es stellte sich dann
heraus, dass Lösses Glaube ihm nicht besonders weiterhalf und uns noch viel weniger, und so mussten wir
mal wieder suchend durch Hengelo fahren und mitten in der Nacht Holländer nach dem Weg fragen die
allerdings genauso wenig Ahnung hatten wie wir. Nun, wir haben unser Ziel letztendlich erreicht. Die
verpeilten Holländer hatten direkt davor die Straße zwar komplett aufgerissen, und zwar etwa einen Meter
tief, aber abgesehen davon dass durch den letzten Regen das Loch eine einzige Schlammgrube war in der
sich die darin stehenden Fahrzeuge wahrscheinlich kaum noch bewegen konnten war das nicht weiter
störend, für uns sowieso nicht. Störend war da eher das Gras, das Richie sich in die Bong geknallt hatte und
das zu sofortigen Schweißausbrüchen führte. Uns störte das eher wenig, Lösse am allerwenigsten, der sich
gleich auch einen Kopf reinknallte, während Richards Fertigkeit immer weiter zunahm. Die Cola kam an,
Richard schaffte es sogar tatsächlich, seine auszutrinken, obwohl er bereits nicht mehr sehr kommunikativ
war und immer wieder der Typ vom „Moonlight“ ankam um Richard daran zu erinnern, das er drinnen nicht
schlafen durfte. Was er als nächstes schaffte war sich erst mal ein wenig auf die Füße und davor zu ballern,
allerdings zum Glück nur sowenig, dass es jemandem, der nicht selbst mit am Tisch saß nicht aufgefallen
wäre. Irgendwann raffte Richie sich dann auf, „Jungs, ich geh schon mal vor“, sprach’s und taumelte, den
Autoschlüssel in der Kralle, davon. Sein Geld, ganz nebenbei, noch auf dem Tisch. Das mussten dann die
anderen mitnehmen, als die eine Viertelstunde später nach draußen zu Richards Karre gingen, wo sie ihn
vermuteten. Tja, was soll man sagen, falsch gedacht. Irgendwie fanden sie ihn dann doch noch, allerdings
schien er über Lösses Begrüßung nicht sehr erfreut, da er sich sofort wieder um einen Teil des Mageninhalts
erleichterte. Irgendwann konnten die drei übrigen ihren ehemaligen Fahrer dann dazu überreden, ihnen
wenigstens kurz den Autoschlüssel auszuhändigen und sich selbst auch mehr zum Auto zurückzuziehen. So
chillten also Lösse, Henkel und Daum in der Karre, während Richard draußen auf einer Mauer chillte bzw.
daran arbeitete, wieder auch nur halbwegs klarzukommen. Zu einem kurzen Aktivitätsschub führte dann ein
Holländer, der erst eine halbe Stunde an der nächsten Straßenecke hin und her gelaufen war und nun sein
Handy zückte. Da sprang der Richard auf, stürmte zum Auto und schwang sich auf den Rücksitz. „Henkel,
kannsu fahren? Fahr woaners hin. Der Typ telefoniert.“ So fuhr Henkel dann auch zwei Seitenstraßen
weiter, und alle schliefen einige Zeit. Richard am meisten, Lösse weniger und Daum und Henkel wohl am
wenigstens (Kunststück, wenn man die Cannabis-Dosen vergleicht). Um 6 wurde es Henkel dann zu bunt
oder vielleicht auch eher zu hell, und so machten sich alle fast drei Stunden nach Verlassen des Shops
endlich auf den Weg nach Hause. Kurz vor Coesfeld übernahm dann der wieder unter die Lebenden
zurückgekehrte Richard wieder das Steuer, und kurz nach sieben traf man dann wieder bei Robin ein, wo die
Party schon einige Zeit vorher zu Ende gegangen war, aber es musste ja schließlich noch die Fahrräder von
dort geholt werden. So kam es, dass die letzten nottulner Verirrten von Robins Geburtstagsparty (oder von
mir aus auch Geburtstagsfete, Jens meint ja das Wort wird viel zu selten verwendet) wohl so zwischen
viertel nach sieben und halb acht zu Hause eintrafen. Ein langer Tag, sehr, sehr lang.
So, und jetzt kommt ein etwas größerer Zeitsprung. Zuerstmal zu Shooters Geburtstagsparty, dann zu einem
ziemlich fertigen Abend bei Julia und schließlich über eine seltsam regelmäßige Woche zu Eckis Abschied.
Jaja, nun ist nämlich auch der Eric von uns gegangen, nachdem uns viele, viele andere schon vorher
verlassen haben (Jörn, Bene, Laura, Bauer, die ganzen armen Soldaten und noch viele andere). Aber, immer
schön der Reihe nach bitte sehr.
Also, erst mal also zum Shooter. Der Herr Schaum gab mal wieder ein rauschendes Fest, oder, um es mit
Jens Worten zu sagen, eine Riesenfete, es gab viel zu trinken, für Julia und Steffi gab’s auch viel zu viel zu
rauchen, es gab auch sehr viele Leute, vermutlich etwa 65 bis 70 insgesamt, wenn auch nicht unbedingt zu
einem speziellen Zeitpunkt, aber nach zwölf begann es dann weniger zu werden, und als nicht mehr wirklich
was passierte und ein kleiner Trupp zum Oxygen weiterzog enden die Aufzeichnungen von diesem Abend.
Was zwischendurch noch passierte soll auch nicht unerwähnt bleiben... Es hatten sich nämlich Bene,
Markus und Niko dazu entschlossen, mit dem Erich noch einmal so richtig fürstlich zu speisen und feierlich
zu saufen, auch wenn der Zustand mancher Leute am Ende alles andere als feierlich war. Kaddi stieß erst
nach Ende der Arbeitszeit dazu (tja, manche Leute arbeiten tatsächlich gelegentlich), der Daum etwas
früher, und so hatte sich kurzfristig eine recht große Runde im Sculpi etabliert, zu der, wenn mich die
Erinnerung nicht täuscht, auch noch Bombi, Roland und einige andere gehörten. Aber, nur die oben
erwähnten zog es nachher noch zum Haus des Franzosenlümmels. Da gab es nämlich leckeren Wein und
schmackhaftes Gras, und so setzten sie sich auf den Rasen, tranken Wein und fraßen das Gras vom Boden,
und wenn sie gerade nichts zu tun hatten würgten sie es erst mal wieder hoch um es noch mal zu kauen. Hör
ich da ein Stirnrunzeln? Ihr habt doch wohl nicht ernsthaft geglaubt ich mein mit Gras irgendwelche
Drogen, ne, liegt mir völlig fern, da müsste ich ja quasi aufstehen. Hat jemand den Zusammenhang kapiert?
Ich hoffen nicht, also schön weiter. Der Erste, der die „Ich muss nach Hause“ Runde eröffnete war dann
Bene, der sich vorher noch immer fleißig, aber erfolglos gegen weiteren Wein gewehrt hatte, aber dem
Markus kann man halt einfach nicht böse sein wenn der einen zum saufen zwingt. Und dann wollte Niko
auch nach Hause, zumindest unterbewusst. Oder warum drängte er so auf die Tötungstüte? Wie auch immer,
sie tat ihre Wirkung, der Niko kam kaum noch klar und alle gingen oder fuhren nach Hause. Bis Markus und
Niko zwei schöne, rot-weiß gestreifte Metallpfeiler abseits ihres natürlichen Lebensraumes fanden und
unbedingt mitnehmen mussten. Das war allerdings nun schon recht weit weg von Ecki (wo Markus seine
Karre hatte) und noch weiter weg von zu Hause, also, was macht man da? Richtig, man lässt die beiden
anderen einfach stehen und rennt Hals über Kopf zum Auto, um die Dinger am nächsten Morgen im
Kofferraum zu finden.
War es der Samstag danach oder der Samstag danach (also nach dem Samstag danach der Samstag), so
genau weiß ich das jetzt gar nicht, auf jeden Fall war es Benes letzter Samstag in Nottuln, was allerdings
nicht dazu führte, dass er sich lange mit den anderen herumtrieb. So War es dann die etwas kränkelnde Nina,
die vier armselige Gestalten nach Schapdetten fuhr und sie bei Julia einfach aussetzte, nicht ohne vorher in
Nottuln noch bei Markus vorbeigefahren zu sein um etwas Proviant zu holen. Allerdings nicht zum Essen.
Den ersten Teil des Proviants merkte Julia noch gar nicht, behauptete sie zumindest. Zehn Minuten später
trat sie den Gegenbeweis an, lustig wurde es aber erst nachdem nach dem zweiten Bier der zweite Teil des
Proviants in Rauch aufging. Julias Trägheit begann („Steffi, gib mir mal mein Glas.“ „Ach, ich kann mich
doch nicht bewegen.“ „Markus, komm mal her, ich muss dir was flüstern“, und jetzt stellt euch bitte auch
noch den richtigen Julia-Show-Tonfall dazu vor). Seltsam wurden mit der Zeit dann die Gespräche, erst
argumentierten Steffi, Julia und Daum bezüglich der Farbwahrnehmung aneinander vorbei und Markus
versuchte vergeblich irgendjemandem zu folgen (was schwer war, es bewegte sich ja keiner), und als Steffi
schließlich wissen wollte wo der Daum wohnte stellte sich heraus, dass in Nottuln bei manchen Straßen die
Holländer Einfluss auf die Namensgebung gehabt hatten, schließlich hieß eine Straße ja auch „Auf der alten
Breite“. Nach dem dritten Teil des Proviants schien es so, als würden alle Anwesenden genau da wohnen,
alle ja bekanntlich schon sehr alt und außerdem mit Überbreite, Steffi gab dann durch ihren Besuch beim
Schond ihren Platz auf, weil Julia sich in ihrer Abwesenheit (also nicht in Julias Abwesenheit, schon in der
von Steffi, alles andere würde höchstens für Benni Sinn machen wenn der mal wieder seine Show abzog,
aber dazu kommen wir später) auf dem Sofa ausgestreckt hatte und nun nicht mehr wusste, wie sie die Füße
vom Sofa kriegen sollte. Ist ja auch verdammt schwer so sich zu bewegen, meine Güte... Einige Zeit später,
wo klar wurde, dass das Robintaxi bald vorbeikam um drei Leute nach Nottuln zu fahren, wurde dann auch
der vierte Teil des Proviants vernichtet, und so waren alle dann auch recht müde, als sie daheim ankamen.
In der Woche darauf begann Schmacko beim Daum einen geregelten Tagesablauf zu vermuten, der
allerdings aus seiner Sicht größtenteils daraus bestand, pünktlich um neun bei Stöck auf der Matte zu stehen.
Dabei passierte das lediglich drei Tage am Stück. Drei Tage am Stück haben wir dann auch „How High“
gesehen, und ein viertes Mal sollte auch noch innerhalb derselben sieben Tage bevorstehen. Freitag musste
allerdings wohl eine Pause eingelegt werden (Samstag auch), aber Sonntag wurde der Film dann wieder
gestartet. Aber davor war ja noch Freitag. Eckis Abschiedsparty. Vor der Abschiedsparty jedoch
verabschiedete sich Benni kurzfristig, und zwar von dieser Welt. Er ging zwar nicht in die ewigen
Jagdgründe, dafür folgte er Schneider&Schneider in ihre zweidimensionale Welt, die er selbst für sie
geschaffen hatte. Nun muss man wohl erklären, wie es zu so etwas kommen konnte, aber im Grunde ist die
Erklärung recht einfach, ziemlich grün und zudem in Holland beheimatet. Die Vorgeschichte war die, dass
eines Tages mal wieder (kommt ja auch sonst nie vor, also, fast...) passierte, dass Stöck, Markus und der
Daum gemeinsam am Tisch saßen und feststellen mussten, dass außer ihnen niemand mehr da war. Das war
traurig, denn es war ja noch früh am Tag, so gegen zwei Uhr, und so freuten sie sich sehr, als sich der
Schneider zu ihnen auf den Tisch setzte und gaben ihm etwas von dem Gras ab. Das freute wiederum den
Schneider, der im Taumelflug über den Tisch schwirrte, sich dann plötzlich hinsetzen musste und sich nach
den nächsten paar Zügen gar nicht mehr bewegte, auch nicht, wenn man ihn extra anstieß. Die Beine standen
in alle möglichen Richtungen ab und wirkten teilweise fast verknotet, die Flügel hingen auch nur stur
herunter und wenn man genau hinsah sah man, dass der Schneider grün geworden war. Und dann, fünf
Minuten nachdem die vier fertig waren, musste der Schneider plötzlich ganz dringend ganz eilig nach
Hause. Soviel also zur Vorgeschichte. Benni wollte jetzt dasselbe auch mal miterleben und hatte dafür
gleich zwei Schneider eingefangen und in ein kleines Cannabis-Transportbehältnis gepackt. Das gefiel den
beiden erst gar nicht, aber als Benni dann die Luft abließ und das Behältnis in eine zweidimensionale Welt
verwandelte fühlten sich die Viecher dann völlig wohl. Die Viecher vielleicht, aber Benni einige Zeit später
nicht mehr. Und da er seinen Jägermeister nichtmehr aufmoschen wollte (oder konnte) versenkte er, fuchsig
wie er war, nachdem er die Nötigkeit zum Nichtmehrtrinken erkannt hatte, seine Zigarette schleunigst darin
und beschuldigte fünf Minuten später konsequent den Stöck, das verbrochen zu haben. Immerhin, breit
genug um zu rauchen wäre Stöck vielleicht tatsächlich gewesen. Benni spulte weiter todernst seine SmulchShow runter, während der Rest vor Lachen kaum noch zum atmen kam und nur Stöck sich hin und wieder
dazu aufraffte, völlig ernste Antworten auf andere Fragen zu geben oder Fragen zu stellen auf die Benni
wiederum Antworten zu anderen Fragen gab, kurz, die beiden redeten ungefähr einen halben Kilometer
aneinander vorbei obwohl sie doch nebeneinander saßen. Tja, und dann musste der Smulch ins Bett.
Dachten zumindest Stöck und Daum, alle anderen hatten sich ja auch schon verzogen. Doch der Smulch
wäre nicht der Grinch, wenn er nicht auf andere Ideen gekommen wäre. „Ich fahr dann mal.“ sprach er und
taumelte zur Tür, ging dann erst auf der Straße, wo er von Stöck und Daum aus dem Durchgang ins
Wohnzimmer beobachtet wurde, zwei Schritte nach links, in Richtung seines Autos, überlegte es sich dann
aber wieder anders und schwankte nach rechts aus dem Sichtbereich der beiden anderen, die allerdings erst
mal ihren Lachkrampf wieder loswerden mussten, bevor sie den Smulch verfolgen konnten. Als ihnen das
dann gelang fanden sie ihn im Mobil vor, wo er sich verbarrikadiert hatte, aber gemeinsam gelang es Stöck
und Daum dann, den Übeltäter zu überlisten und ihn hinauszukippen (jawohl, richtig gehört... gehört? Hat
hier jemand was gesagt? Gelesen meine ich natürlich). So. Jetzt aber auf zu Eric, sonst kommen wir noch zu
spät.
Los ging das ganze Elend, das keines war, schon um kurz nach acht, und was war das erste was man sah, als
man ankam? Am großen Tisch kreiste bereits... will sagen, um den Tisch kreiste bereits die Bedienung und
zwang alle zum Biertrinken. Ja, so isses gewesen. Aber wer die Gäste auch nur ein wenig kannte der wusste,
dass die Bedienung niemanden zwingen musste. Frei nach dem Motto „Nimm soviel du kriegen kannst und
gib nichts zurück“ versorgten sich also alle ausgiebig mit allen Drogen, an die sie kommen musste, nur einer
verstand das ganze falsch und gab einiges von dem was er sich genommen hatte dem Weg zurück. Nun war
es ein sehr langer Abend, ganze acht Stunden wenn man lange durchgehalten hat, und als Chronist der
ganzen Wahnsinnigkeiten kann man ja nicht einfach weggehen bevor es vorbei ist. Zwischendurch kam
schon Panik auf als das Bier sich weigerte zu fließen, aber irgendwie wurde auch das Problem dann
behoben, manche Leute schossen sich schnell aus der Welt, andere brauchten dafür etwas länger, aber im
Grunde taten praktisch alle dasselbe. Andre taumelte verpeilt durchs Haus und wenn man genau hinsah
bemerkte man, dass er an allem und jedem konsequent vorbei sah, Philipp taumelte auch, und zwar
scheinbar sturzbetrunken hinter seiner Freundin her, Simon taumelte zwar nicht, dafür seine Freundin umso
mehr und außerdem reagierte sie auch etwas ungehalten, als sie ihn beim kiffen erwischte, wobei Simon
andererseits auch einigen Grund gehabt hätte, sich über ihren Alkoholkonsum aufzuregen. Naja, wie man so
hört sollen sich die beiden ja wieder vertragen haben. Nicht vertragen haben das ganze Gras mal wieder
Julia und Steffi, aber wenn man die beiden mit ein bisschen Gras allein lässt übertreiben die es immer. Und
wo Markus schon um halb drei schlappgemacht hatte gab es auch viel weniger, die die beiden durch
wegrauchen vor sich selbst schützten, und so fand man sie irgendwann lachend auf zwei Stühlen allein
neben der Straße sitzend. So ging die Party dann für immer mehr Leute zu Ende, Ecki hatte einen Siebriss zu
beklagen, immerhin keinen Filmriss, und Marco hatte schwere Kopfschmerzen, nachdem er erst von Sofa
gestoßen worden und auf die eine Seite geknallt und dann vom Digler hochgehoben und auf die andere Seite
fallengelassen worden war. So kam dann das Ende des Freitags, Ecki hatte unter Einsatz aller Kräfte und mit
gelegentlicher Unterstützung von einer Vielzahl anderer erfolgreich großes Tränenvergießen verhindert und
dank vorsorglicher Bestellung von ganz großen Mengen war auch ein Ende des Bieres verhindert worden, 10
Liter sagt man waren noch übrig, von 210, aber was solls. Jaja, ein langer Abend. Es wird leerer hier. Das
merkt man gerade jetzt in dieser Woche.
Anna ist von uns gegangen und die Red Eyed Peas wurden gegründet
Ein ereignisreiches Wochenende ist ins Land gezogen, ein langes Wochenende, denn es war Tag der
deutschen Einheit. Ungebildete Leute mögen nicht wissen, warum dieser Feiertag besteht, aber als
Trabiturienten wissen wir natürlich sowieso grundsätzlich alles (und wenn nicht ist es entweder unwichtig
oder wir fragen nach) und können daher auch diese Frage beantworten. Es ist ein Trauertag, und da man sich
an diesem Trauertag den Kummer wegsaufen muss wurde der Tag zum Feiertag erklärt, damit niemand am
Kummersaufen gehindert wird. Warum das traurig ist? Weil ein Scheißstaat sich einen noch beschisseneren
Staat einverleibt hat. Das ist quasi so schön als hätten sich Modern Talking zwar aufgelöst, würden aber
jetzt Broses als Background-Chor unterstützen. Was doch irgendwie ein musikalischer Super-GAU wäre.
Eine musikalische Katastrophe sind momentan auch noch die Red Eyed Peas, aber die arschvollen
Haubitzen haben ja auch mal klein angefangen. Hab ich eigentlich schon gesagt worum es geht? Naja, also
außer in der Überschrift, das zählt nicht. Ihr seid zu schlau. Gut, dann fangen wir halt an. Anna ist von uns
gegangen. Das ist traurig, aber immerhin wird sie in absehbarer Zeit wieder auftauchen um uns mit Annas zu
erfreuen. Schließlich werden wir Anna alle vermissen, ihre diplomatische Kritik („Du Arsch“), ihre höfliche
Art („Sind das Zierstühle?“) und überhaupt. Aber, eins muss man sagen, Anna ist zu lange zur Schule
gegangen. Mehr als eine Viertelstunde Pause, darauf kommt sie nicht klar. Zumindest Donnerstag nicht.
Aber vorher kam ja noch der Aggro-Anna, Birgit hatte ihr nämlich, ungeschickt wie sie nun mal war (muss
an den roten Haaren liegen) das falsche Getränke mitgebracht. „Boah Birgit du Arsch. Ich wollte ein
Tango.“ Aber kann man ihr dafür wirklich böse sein? Irgendwie nicht. Schließlich brauchte Anna nach dem
Getränk dann auch erst mal eine Pause vom Alkohol, schließlich ist die Anna ja auch nur ein Mensch und
ihr fehlen halt einfach die genetischen Grundlagen für ausgiebiges Trinken. Der Unterschied zwischen
einem Mensch und einer Kampfkuh mag zwar nur wenige Promille betragen, aber beim Alkoholkonsum von
Anna und Qruaista merkt man den Unterschied, er beträgt ungefähr zwei Promille, das ist wohl ungefähr
Annas Vorsprung bei gleichem Alkoholkonsum. Aber, wie gesagt, Anna hat’s nicht so mit langen Pausen
und hatte zehn Minuten später doch wieder die nächste Flasche am Hals. Und ist dann auch recht früh am
Tag weg gewesen. Richard war unterdessen vom Chefrocker etwas zu sehr chefgerockt worden und hatte
sich zum Ballern auf den Schond verzogen, von wo er in absehbarer Zeit nicht zurückkehren sollte. Er hielt
sich bereits dort auf als Markus irgendwann mit Julia und Steffi eintraf, zumindest als es nach der
Begrüßung sofort hinters Haus ging, da wäre der Daum nämlich ganz gerne schiffen gewesen. Musste dann
wohl doch der Outdoor-Schond herhalten, der ja auch später nocheinmal benutzt wurde, diesmal aber nicht
für Flüssigausscheidungen. Leider. Aber, das hat noch fünf Stunden Zeit. Also, erst mal in den Garten, Julia
ihre kleine Show abziehen lassen, Julias Bemühungen, Qruaista vom Kiffen zu überzeugen schlugen im
übrigen mal wieder fehl, was vielleicht auch ein wenig an Julias Zustand lag und dass sie immer schon
etwas angedichtet ist wenn sie andere Leute zu bekehren versucht, aber immerhin war sie noch nicht völlig
abgedichtet. Dann gings ab nach oben, Birgit hatte ja schon früher am Tag ganz seltsam auf das Wort „Eis“
reagiert, und so war das „Ice, ice, baby“ dann doch noch aktiviert worden und Stöck, Anja, Birgit und das
unvermeidliche kollektive Gedächtnis saßen oben in Stöcks Höhle. Nach dem nächsten Bier gings dann
beim erwähnten kollektiven Gedächtnis mit der körperlichen Verfassung arg bergab, und nachdem Stöck es
endlich geschafft hatte, den Richardmann nach zwei Stunden aus dem Schond zu befreien und nachdem
einige Leute abgereist waren war es unten sehr, sehr ruhig geworden. Julle, Lösse und Richard schliefen
mehr oder weniger, und Muffe hatte diese Welt mal wieder verlassen und war durch nichts wachzukriegen,
nicht dadurch, dass man ihn mit Flaschen malträtierte, und auch nicht dadurch das man seine Hand in
warmes Wasser packte. Und dann musste einer mehr überstürzt abreisen...
So, und jetzt reisen wir ein paar Tage zurück, in ein anderes Haus, zu unserem Alo. Der gab eine Party, und
eingeladen war ein jeder, einzige Voraussetzung war... äh, eigentlich gab es keine Voraussetzungen. Der
Chefrocker war auch eingeladen, und der hatte den Grinch chefgerockt. Und wie der den gerockt hatte.
Eineinhalb Stunden nachdem der Grinch nach dem chefgerocktwerden machten sich Jens, Shooter und
Daum auf eine Expedition in die tiefsten Innereien des Hauses, um den seitdem verschwundenen Smulch zu
finden. Aber, zum Glück wussten die tapferen Forscher einiges über die natürlichen Verhaltensweisen eines
wildlebenden Smulchs. Und so wussten sie, wo sie suchen mussten. Smulchs bevorzugen weiche, dunkle
Liegeplätze wenn sie nicht mehr klarkommen, also stieß die Expedition zuerst nach oben vor, um den
Smulch in einem Bett zu suchen, aber dort fanden sie ihn nicht. Im Keller jedoch, dort fanden sie ihn, und
sie weckten ihn und versuchten ihn wieder nach oben zu bringen. Langsam fing der Smulch an, aggressiv zu
werden, denn er fühlte sich in die Enge getrieben, und dann griff er seine Häscher an. Die Forscher stürmten
davon, sprangen aus der Tür, löschten das Licht und machten die Tür hinter sich zu. Dabei ließen sie
allerdings Jens zurück, weil der rote Haare hatte. Außerdem war Jens schließlich Jens, und von daher konnte
ihm sowieso niemand etwas tun, also hatte er das geringste Risiko. Trotzdem kam er bald aus der Tür
gestürmt, und der Smulch hinterher. Dabei zeigte sich eine bislang nie beobachtete Verhaltensweise, die
Shooter ausgiebig beobachten wollte, deswegen versteckte er sich hinter einer Ecke, während Jens und
Daum nach oben flohen. Der Smulch gebrauchte nämlich ein Werkzeug, eine Fähigkeit, die bei ihm noch
nie in freier Wildbahn beobachtet worden war, und dieses Werkzeug war ein Handtuch und er gebrauchte es
als Schlaginstrument. Allerdings weniger im Sinne einer Trommel, sondern mehr im Sinne einer Keule
(richtig, die Dinger die aussehen wie Julias Tüten bloß in größer). Um sein Leben zu schützen floh dann
auch der Shooter ganz schnell, nachdem der Smulch ihn entdeckt hatte. Aber der Smulch war misstrauisch
und er verließ sein neugewonnenes Revier nicht, nachdem er die Eindringlinge vertrieben hatte. So
schickten sie Alo selbst runter, denn eigentlich war der Keller immer noch dessen Revier. Der Smulch hatte
sich nun aber wieder in der Dunkelheit versteckt und lauerte auf Beute, und als der Alo um die Ecke bog, da
bekam er von hinten das Handtuch mit voller Kraft über den Schädel gezogen. Den Rest des Tages
verbrachte der Smulch angekettet in einem Käfig. Geschieht ihm Recht.
Muss ich eigentlich noch erläutern, wie die Red Eyed Peas gegründet wurden? Nun, Stöck, Markus und
Daum hatten nichts zu tun... Sagt das alles? Was ist groß, grün und hat rote Augen? (Nein, nicht der Hulk).
1.11., Einmarsch in Münster
Wenn das mal kein krasser Abend war, dieser Samstagabend, aber nehmen wir einmal kurz den Fuß vom
Gas und blicken kurz zurück zum Freitag. Freitag war der Smulch besucht worden. Stöck und Daum
glaubten gegen zehn, sie seien die letzten, die eintrafen, was sich als falsch erweisen sollte, aber woher
sollten sie das jetzt schon wissen. Schmacko, Qraista, Rob, Steffi, Andre und Jenny waren auch schon da,
nicht zu vergessen natürlich der Gastgeber, der gerade mit Rob Schach spielte. DJ Marco verschwendete
seine Zeit unterdessen mindestens ebenso sinnvoll damit, Bierflaschen ihren schweren Inhalt abzunehmen
und gleichzeitig dafür zu sorgen, das die Musik im Durchschnitt durchschnittlich blieb, ohne das dabei
durchschnittliche Lieder gespielt wurden, die Musik schwankte also zeitweise ziemlich krass zwischen den
Extremen gut und kaum erträglich, wobei die guten sich meistens dadurch auszeichneten, das die Texte zu
umfangreich und zu englisch waren um sie komplett mitzusingen. Musik wird ja bekanntlich durch drei
Faktoren garantiert schon mal scheiße, durch gecastete Gesangsvereine, durch eintönige Melodien und
durch schlechte Texte die man versteht. Verstehen muss man nicht, warum auf einmal Tobihasch vor der
Tür stand, schon zu dem Zeitpunkt recht voll. Zu diesem Zeitpunkt schlief Julia bereits seit einiger Zeit, und
Qraista und Jenny waren seit Stunden in wichtige Gespräche vertieft. Auf dem Schond. So verging die Zeit,
Julia erwachte wieder, Qraista und Jenny hatten das Kriegsbeil im Klo weggespült und recht deutlich
Frieden geschlossen (was man von Stöck und Jenny nicht eben behaupten konnte). Noch mehr Zeit verging,
und mit einem Mal traf Julle plötzlich ein, Andre nahm zwei Freundinnen mit nach Nottuln, die sich am
Anfang des Tages noch überhaupt nicht sympathisch fanden, und Muffe verschwand irgendwann im
Gästezimmer, um zu schlafen. Und dann kam es zum großen Streit. Damit ist jetzt nicht die Diskussion
zwischen Benny, Julia und Steffi über die Verwandtschaftsverhältnisse von Peperoni, Paprika und Erbse, die
auch schon recht seltsam war, sondern eher die Diskussion über die große Abreise. Schmacko und Julle zog
es nämlich noch nach Münster, Steffi und Julia wollten eher dableiben, und die vier anderen passten nicht
alle in Julles Karre. Nach langen Debatten, denen zufolge die Party aufgelöst werden sollte, bestehen
bleiben sollte, wieder aufgelöst werden sollte usw. Am Ende wurde sie dann doch nicht aufgelöst, Schmacko
und Julle fuhren nach Münster, landeten dabei aber irgendwie in Nottuln, und der Rest blieb noch ein
bisschen beim Smulch, bis dann Steffi, Julia und Daum nach Nottuln fuhren. Und wenn ich gewusst hätte
das bei Stöck noch die Party im Gange war wäre dieser Text noch länger geworden.
Jetzt aber zum Samstag. Es war ja von Anfang an schon ziemlich krass, wie viele Leute sich mal wieder im
stöckschen Keller zusammengefunden hatten, um den weiteren Abendverlauf zu planen und nebenbei ein
wenig zu trinken (gut, das ist die eine Variante, die andere, zutreffendere war wohl eher die: um zu trinken
und nebenbei ein wenig den weiteren Abendverlauf zu planen). Fast schon bezeichnend (ich glaube das war
auch das Wort das Matze an Martini-Markt für etwa dasselbe Geschehen gesucht hat) war dann auch die
Begrüßung, da stellt man nichtsahnend sein Fahrrad ab, kommt um die Ecke und schon drückt einem die
Böscheule ne Tüte in die Hand. Dabei wurde Hannes von einem 1,5 Meter großem Eis mit Gewinde
vergewaltigt, während die Böscheule mit ihrer Süssigkeitensucht am anderen Ende des Eises hing. Und
während all dies geschah lief weiter die generalstabsmäßige Planung des Einmarsches in Münster (eine
Nation, die mit so einem Generalstab gesegnet ist, wird jeden Krieg verlieren). Leider wollten Kati und
Goldlocke nicht mit, aber das reduzierte die Zahl derer, die fuhren, nicht so massiv, wie man es hätte denken
können. Normalerweise war es in letzter Zeit manchmal schwer gewesen, zwei Autos vollzukriegen, und
drei kam selten vor, aber n diesem Tag war das anders. Rob, Moe, Silberlocke und Rusty fuhren die erste
Ladung nach Münster, und da das so schön beeindruckend viele waren müssen die jetzt alle aufgezählt
werden: Qraista, Schmacko, Stöck, die Böscheule, Steffi, der Wirt, Muffe, Hannes, Laura, Pia, Ini, Mauro
und Daum. Und natürlich auch die Fahrer. Siebzehn, wenn ich mich nicht irre. In Münster angekommen
dauerte es erst mal einige Zeit, bis alle sich auf dem Parkplatz gefunden hatten, besonders Richard hatte eine
recht schwere Suche, man hatte schon die Vermutung aufgestellt, er stünde verpeilt einfach auf einem völlig
anderen Parkplatz, aber das tat er dann zum Glück doch nicht. Und so waren es dann also schon achtzehn.
Und jetzt versuch mal mit achtzehn Leuten im Pulk an einem Samstag, der Feiertag ist, in Münster in eine
Kneipe zu passen. Beim Pinkus wurde man gar nicht reingelassen, was nicht daran lag, das zu viele von
denen, die vor der Tür standen, schon mal versucht hatten, den Bullenkopf zu klauen (und es wieder
versuchen wollten), sondern einfach daran, dass die Tür gar nicht auf war. Anderswo konnte man von außen
schon sehen, das es keinen Zweck hatte, sich hereinzuquetschen, und so zog der Pulk weiter zum Velvet, wo
man tatsächlich reinpasste. Aber auch nur knapp. Und so brach man auch von dort wieder auf, und kaum
ging man raus, wer stand da vor der Tür? Der Matze. Womit es dann neunzehn waren. Und mittlerweile
sechs Karren. Aber war das schon alles? Nein, aber ich denke auf diese verrückte Idee ist sowieso niemand
gekommen. Jetzt fing es ja erst richtig an lustig zu werden. Als endlich alle wieder am Parkplatz
eingetroffen waren wollten alle überstürzt aufbrechen, aber keiner wusste so genau wohin. Am
allerwenigsten die Insassen von Steffis Golf. Also hängten sie sich an Moe an, der wenigstens eine gewisse
Wegkenntnis vortäuschte. Irgendwann, auf einer wenig befahrenen Straße, fuhr Moe auf einmal rechts an
den Rand, und dann stellte Julle den Golf daneben. Warum man dort stand? Nun, Straffo befand sich im
Anmarsch. Und das sicher nicht alleine, und so würde ihre Zahl weiter wachsen. Die Zahl der Autos auf der
Straße wuchs auch, als Rob Schmackos Wagen auf den letzten noch freien Platz neben dem Golf stellte.
Damit war die Straße astrein blockiert, und als sich von hinten ein weiterer Wagen näherte gings weiter,
Richtung Parkmöglichkeit. Hatte ich schon erwähnt, das weder Julle noch Steffi noch der Daum auch nur
die geringste Ahnung hatten, wo es hinging? Das wurde auch dadurch irgendwie unangenehm, das Julle
etwas länger zum Einparken brauchte und auf einmal alle anderen verschwunden waren. Also musste wieder
Moe angerufen werden, aber schließlich erreichten sie ihr Ziel. Auch eine Kneipe, aber geräumig und recht
leer. Bis auf die zweiundzwanzig Leute, die sich eine Sitzecke gekapert hatten. Richtig gehört,
zweiundzwanzig mittlerweile. Denn neben Straffo waren auch noch Lösse und Hörnel eingetroffen. Aber
hoffentlich glaubt jetzt niemand, das sei schon alles gewesen. Nein, zweiundzwanzig Leute und sieben
Karren waren an diesem Abend noch nicht das Maximum (erstaunlich überhaupt, das dieser riesige Pulk den
ganzen Abend nicht auseinandergebrochen ist. Es ging kein einziger verloren, wer ersteinmal zum Pulk
dazugestoßen war verließ ihn erst auf der geschlossenen Abfahrt. Aber, erst mal weiter im Text: Denn jetzt
musste erst mal die Böscheule verabschiedet werden. Schuld daran war... ja, wer eigentlich? Irgendwie
Bauer selbst, vielleicht aber auch ein wenig der Stöck. Aber wenn so eine kleine Böscheule ganz lieb und
ausdauernd bettelt, wer kann da schon nein sagen (außer Straffo, aber der hatte ja auch nichts dabei)? Und
so durfte Bauer schließlich buffen. Der Wirt hatte sich zwar auch dazugeschlichen, war aber mit zwei Zügen
zufrieden und wollte auch keine Spekulatius haben. Irgendwann ging es dann wieder rein, gegen Ende des
Jahres wird’s auf der Nordhalbkugel schließlich auch nicht wärmer, und da erreichte die Gruppe bald ihre
größte Ausdehnung. Denn zwei völlig schwatte Spinner waren eingetroffen, Alo (der mittlerweile kein Alo
mehr ist) und Chimney. Und damit waren es dann tatsächlich vierundzwanzig Leute. In Zahlen „24“. Und
das mit acht Karren. Die Karren waren dann auch das Problem, denn den Trinkern gefiel es in Münster doch
ausgesprochen gut. Der Böscheule am besten, denn die hatte es sich in einer Ecke bequem gemacht und
schlief selig (Zitat Christa: „Och, wie süß.“). Selbst der alte Daruper Bierreflex war außer Gefecht, man
konnte problemlos von seinem Bier trinken ohne das er aufwachte. Man konnte ihm auch damit unter der
Nase herumwedeln, es interessierte ihn alles überhaupt ganz und gar nicht. Die Fahrer interessierten sich
dafür viel zu früh (so gegen kurz nach zwei, wenn ich mich nicht irre) für die Heimfahrt und brachten eine
erstaunliche Leistung zustande. Sieben Fahrer sprachen sich ab und erzwangen so den kollektiven Aufbruch.
Chimney und Haning wollten noch nicht fahren, aber wie sich später herausstellte taten sie es dann doch
recht schnell. Und kaum hatte man die Kneipe verlassen zerfiel die Gruppe zum ersten Mal und es machte
sich völlige Konfusion breit (was nicht zwingend daran lag das alle Leute breit waren, von der allgemeinen
Wirrheit waren schließlich auch die nüchternsten Fahrer betroffen). Erstmal marschierten noch alle lautstark
randalierend zu den Parkplätzen, aber schon dabei zeichnete sich das Auseinanderbrechen ab. Ein weiteres
Problem tauchte in der allgemeinen Verwirrung auf, denn es wollten zwar alle zu Stöck, aber keiner wusste
wo Stöck war. Wo Rusty, Pia und Ini waren wusste auch niemand, aber bis alle verstanden hatten das diese
beiden Unwissenheiten denselben Grund hatten (Stöck war bereits mit Rusty losgefahren) verging einige
Zeit. Dann machten sich Matze, Hannes und Daum zusammen mit Richard zu dessen Auto auf, und
nachdem Richard die beiden Klopmeiers mitten auf der Kreuzung vorm Hindenburgplatz rausgelassen hatte
(was daher ungünstig war weil dort auch im diese Zeit noch erstaunlicher Verkehr herrschte) ging es dann
für alle ab nach Nottuln. Dank der Umwege (wie gesagt, die Klopmeiers hatten zu Matzes Karre gemusst)
war man dann doch erst recht spät in Nottuln angekommen, wo sich auch schon der Großteil versammelt
hatte. Nur Qraista hatte sich offensichtlich nicht mehr sammeln können und war irgendwie zu Hause
gelandet, der Smulch hatte sich, breit wie er war, überlegt das er doch besser im eigenen Bett schlafen sollte
und die Böscheule, nun ja, nachdem Bauer in Münster beim Abmarsch noch mal kurz zu fast 100% erwacht
war war jetzt auch schon wieder Schicht und der Bauer in Darup. Ach ja, und Schmacko und Rob, die hatten
die Sammlung irgendwie verpasst und blieben noch etwa mindestens eine Stunde verschollen. Habe ich
nicht am Anfang dieses Textes etwas von bezeichnend gesagt? Und womit muss man rechnen, wenn man
gegen halb drei Nachts aus dem Keller ins stöcksche Wohnzimmer kommt? Nun, eigentlich zumindest nicht
damit, das Moe und Stöck am Esstisch sitzen und sich im Synchron-Bauen üben. Immerhin, es folgte keine
Synchron-Rotation beim Synchron-Rauchen, und wer davon profitierte war Richmond, denn der sicherte
sich so schnell er konnte beide Tüten, um seinen Chefrocker nicht so sehr zu vermissen. Dann gings wieder
runter in den Keller, wo irgendwann auch Rob eintraf, allerdings ohne Schmacko. Der war, so hieß es
zumindest, noch oben. Er kam allerdings an diesem Abend nicht mehr unten und muss wohl (sehr, sehr
seltsam für Schmacko) zu Fuß nach Hause gelaufen sein. Oder er ist bei irgendwem mitgefahren. Vielleicht
bei Moe, der hatte sich ja auch bald verabschiedet, einige andere gingen auch bald, und schließlich waren
von 24 nur noch 7 übrig: Rob, Steffi, Stöck, Hannes, Richard, Muffe und der Daum. Hannes und Richard
hatten sich kurz zuvor noch ein wenig auf der Matratze geprügelt, Steffi schlief scheinbar, Hannes tat das
auch bald, und Muffe und Richard waren völlig fertig. Rob dagegen beschwerte sich darüber, das kein Bier
mehr da war („He, der Fahrer ist noch viel zu nüchtern.“, dabei musste er ja eigentlich nirgendwo mehr
hinfahren, sonst hätte er ja auch nichts trinken wollen). Hannes bekam im Tiefschlaf dann einen Löffel mit
einem abgefressenen Apfel in die Hand gedrückt, den er auch brav festhielt, und Muffe bemühte sich in
seiner ganzen Fertigkeit zu bauen. Was nicht ganz klappte und Stöcks Hilfsbereitschaft auf den Plan rief:
„Tobi, kriegst du das noch auf die Reihe?“ „Neeeeeeeeee........“ Also nahm Stöck ihm die Arbeit ab, aber
irgendwie schien Tobihasch dann doch seine Umgebung ein wenig aus den Augen verloren zu haben. Denn
als dann die, die noch laufen konnten (war Richard noch dabei? Nun, so genau kann ich das nicht sagen. Ich
denke schon) den Keller verließen nahm Muffe den falschen Weg und ging durch die Vordertür nach Hause,
während Stöck nun mit Muffes Tüte in der Hand dastand und für einige Sekundenbruchteile nicht so ganz
wusste, was er damit tun sollte. Dann beschlossen alle, das als Geschenk anzusehen und dementsprechend
zu behandeln. Und wie bei so wenigen Leuten nicht anders zu erwarten war stand dann auch bald die
Heimfahrt an.
MARTINI-MARKT:
Freitag, warmsaufen
Eigentlich ging der ganze Wahnsinn ja schon Freitag los, für all diejenigen, die das über das MartiniWochenende vergessen haben: Freitag, das ist der Tag vor Samstag. So, jetzt aber mal ab ins Getümmel.
Der Abend fing noch recht locker an, kaum war man aus dem Haus, wurde man von einer Bande Irrer
aufgegriffen und zu Steinhoff geschleppt, wo dann mit der Zeit auch bald tatsächlich mehr und mehr Leute
aufkreuzten. Alles war friedlich, der Smulch wollte zwar kiffen, gab sich aber noch mit Bier und Jäger
zufrieden und hatte keinen Bedarf auf Spekulatius (abwarten, das werdet ihr schon noch verstehen). Aber
irgendwann, nach langer, langer Zeit, man hatte bereits den Hauptschul-Stammtisch überdauert, da zog es
einige in die Ferne, die gar nicht soweit weg war. Die Ferne befand sich nämlich bei Kruse. Auf dem Weg
dahin zerbrach die Gruppe aber dann doch irgendwie. Stöck fuhr mit dem Mobil los, wenn ich mich nicht
irre wollte er eigentlich Robin zum Sculpi, aber was der eigentliche Zweck dieser Fahrt war ist ja auch
völlig irrelevant (macht mich darauf aufmerksam wenn ich zu viele Fremdwörter verwende, Schule is ja nun
schon ne Weile her, vielleicht hat ja der ein oder andere das ein oder andere vergessen...). Jedenfalls
landeten irgendwie auch Benni, Muffe und Typ im Wagen, während die anderen nach Kruse marschierten,
nicht ohne das der einzige Alo mit Arbeitsplatz vorher noch eine kleine Bauarbeit abgeschlossen hatte, über
die er sich vorher noch lang und ausgiebig mit dem Bengel gestritten hatte. Dixon hatte nicht mitgestritten,
die Dirk-Show war wegen akuter Fertigkeit kurzfristig abgesagt worden, der Dirk war total schwatt. Dabei
war es noch... äh.... ja, wie spät war es eigentlich genau gewesen? Ich glaube, es war gegen halb zwölf. Aber
verwetten würde ich darauf nichts. Egal. Auf jeden Fall hat die Vernichtung solcher Bauarbeiten bei
manchen Leuten eine recht untypische Wirkung: Sie verursacht Hyperaktivität und akuten Bewegungsdrang,
zumindest bis zu einer bestimmten Dosis. Im Klartext hieß das, der Chronist musste was tun und hielt es
deswegen nicht bei Kruse aus, also, ab zum Sculpi. Doch kaum wollte der Daum die Straße überqueren, da
tauchte hinter der Hügelkuppe (welche Hügelkuppe?) das Mobil auf und jagte mit rasender Geschwindigkeit
heran, hielt mit quietschenden Reifen neben ihm und ein Smulch riss die Tür auf. „Spring rein!“ erklang von
vorne eine Stimme, und das ließ der Daum sich dann auch nicht zweimal sagen. Beim Sculpi angekommen
wurde die Dosis dann erhöht, was die Hyperaktivität wieder auf fast Normal-Niveau reduzierte. So normal
allerdings auch nicht, denn bisher hatte sich der Daum immer strikt geweigert, Doppelkopf zu spielen. Aber
andererseits, so schlimm kann es nicht gewesen sein, zwei von drei Spielen gewonnen... oder waren es drei
von vier? Ich weiß nur noch das nur eine Niederlage bei Nikos Bubensolo dabei war.
Irgendwann bemerkten die ersten dann, das der Smulch sich nach draußen begeben hatte, und so ganz
abwegig war Stöcks Vermutung, der trottelige Smulch könnte im Mobil pennen, dann doch nicht. Und
richtig: Benjamin lag im Mobil, hatte sich die Sitzpolsterung der Rückbank geschnappt und lag quasi
zwischen allen Stühlen, so dermaßen unbequem, das eigentlich nur ein Hannes so schlafen könnte. Mit
artgerechter Haltung hat das nichts zu tun, aber ein Smulch ist ein widerstandsfähiger Organismus, und nun
wurde in seinem Schlaf wohl der Drang nach Spekulatius geweckt. Er allerdings erst mal nicht. Auch als
Stöck irgendwen mit dem Mobil nach Hause brachte (Markus tat unterdessen fast dasselbe, nur halt mit
anderen Leuten und einem anderen Auto, natürlich auch mit einem anderen Fahrer, aber warum erzähle ich
das eigentlich?) blieb der Smulch einfach liegen und schlief weiter. So machte sich dann nachher eine kleine
Gruppe zu Stöck auf, und jetzt muss ich mal überlegen wer dabei war. Markus, denn sonst hätten wir nicht
auf den warten müssen, Stöck, wie wären wir sonst ins Haus gekommen, Paul und der Daum. Und natürlich
der Wirt. Bei Robin bin ich mir irgendwie nicht so ganz sicher, wenn der da war, dann nur kurz. Kommen
wir also zur Benni-Show, freier Eintritt und eine große Auswahl an Getränken inklusive, außerdem diesmal
sogar mit stimmungsvollem Weihnachtsgebäck: der Smulch war nämlich wieder erwacht, um seinen Platz
oben in Stöcks Höhle einzunehmen und lag jetzt oben im Bett, während die Runde unten Runde um Runde
Rum mit O-Säft trank, bis irgendwann jemand rauchen wollte. Kann eigentlich nur Markus sein, es sei denn
Robin war tatsächlich da und wollte vorm nach Hause gehen noch mit irgendwem eine rauchen. Aber, wie
gesagt, Zurechnungsfähigkeit und so. Nur noch die auffälligen Sachen sind im Gedächtnis geblieben (das
geht mir irgendwie auch nüchtern so, komisch, an alles andere muss man mich kurz erinnern, damits mir
wieder einfällt...), und das war Bennis erstaunliche Reaktion auf den Drang zum Rauchen: „Nein, nicht
rauchen. Lass uns buffen.“ Es folgte eine vielsagende Pause, dann: „Spekulatius!“. Unten sah man sich
ratlos an, denn niemand wusste so genau, was der Smulch jetzt eigentlich damit sagen wollte. Irgendwann
rang sich dann einer dazu durch, nachzufragen: „Hä? Benni?“ „Ja, is doch klar. Spekulatius halt.” “Aber was
hat das mit kiffen zu tun?” „ääääääää.... Wir haben mal in der Schule Kräuterbutter gemacht und da war so’n
Gewürz da stand drauf dass das auch in Weihnachtsgebäck kommt. Und das ham wir dann auch in die
Kräuterbutter reingetan. Spekulatius halt.“ Und als wenn das noch nicht alle verstanden hätten warf Benni
noch die Kurzform hinterher: „Ist doch klar der Zusammenhang.“ Unten saß man in der Runde und war kurz
davor, sich totzulachen, als Benni dann plötzlich noch ergänzte: „... und der Sinn des Menschen.“ (beim
letzten Satz bin ich mir ganz sicher, alles andere ist natürlich nicht exakt zitiert, wie auch nach zwei
Wochen). Ach so. Klar, warum sind wir nicht darauf gekommen. Nachdem Benni also alle Fragen durch
neue ersetzt hatte gingen die Raucher dann irgendwann doch ganz regulär rauchen, und als sie wiederkamen,
da war der Smulch tief, ganz tiiiiieeeef am schlafen, und man kam auf die Idee, ihn zu wecken. Der Wirt
hatte sich, gut vorbereitet wie er nun mal war, einen Wecker mitgebracht, nicht übermäßig laut, aber dafür
extrem nervig. Und den stellte Paul ein. Da Paul aber etwas breit war vertrottelte er das ein wenig und stellte
den Wecker nicht auf zwei, sondern gleich auf zehn Minuten ein. Wenn das Ding dann einfach so richtig
losgegangen wäre wären wir wahrscheinlich vor Schreck halb von unseren Sitzplätzen gefallen, zumindest
Paul und der Daum, aus Sofa und Sessel kann man nicht so leicht herausfallen. Gut, das der Wecker noch
nachgestellt und direkt neben Bennis Ohr platziert wurde. Man hätte ihn ebenso gut unter Eckis Bett
verstecken können (in Burkina, nur zur Erinnerung). Der Wirt bekam nichts, aber auch absolut gar nichts
mit. Also, nächste Stufe. Kopfhörer. Und dann langsam die Lautstärke hochdrehen, bis man unten
problemlos mithören kann. „Stöck, mach das wieder aus, sonst wacht der morgen auf und is taub.“ Wenn der
Smulch erst mal in den Rausch-Tiefschlaf eingetreten ist kriegt den nichts mehr wach, wahrscheinlich hätte
auch das Haus einstürzen können, dann hätte der sich am nächsten Morgen vielleicht gewundert, mindestens
so sehr wie Stöck, als er irgendwann in seinem eigenen Bett plötzlich neben Julle aufgewacht ist. Aber, noch
hatten wir nicht aufgegeben und schritten zur nächsten Phase. Kopfhörer wieder runter, und Stöck legt sich
ins Bett, macht das Licht aus und alle sind leise. Dann Licht wieder an, und Benni versuchen, einzureden, es
sei Morgen und er müsse aufstehen. Es war ja schon schwer genug, ruhig zu sein als Benni einfach nicht
wachwerden wollte. Aber als der dann sich auch noch zu Wort meldete: „Ich bin wach. Ja. Bin wach. Was?
Ich bin wach. Ja. Ich bin wach. Was is los? Ich bin wach?” Und dabei angeblich nicht mal die Augen
geöffnet, geschweige denn etwas anderes als den Mund bewegt hat, da war dann das Lachen kaum noch zu
halten. Und so gingen irgendwann alle sehr amüsiert und müde nach Hause. Außer Stöck, der war schon da.
Und außer dem Smulch, der ging garantiert nirgendwo mehr hin.
Samstag, Tag der Wanderung
Ja, Samstag war ein Tag der langen Wege und des vielen Gehens, und nicht zuletzt ein Tag des vielen
Stehens, was am nächsten Abend gelegentlich unangenehme Rückenschmerzen zur Folge hatte. Aber was
soll’s, zum einen war’s Martini-Markt, und zum anderen war’s lustig. Los ging der ganze Wahnsinn am
Glühweinstand, wo nur Bene und Stöck herumstanden, als der Chronist eintraf, und dann plötzlich erst
Michi und Kurt, und dann Hörpel entdeckten. Letzterer möchte übrigens unbedingt hier als großer Fan der
Texte erwähnt werden. Aber da ich ein asoziales Stück Scheiße bin tue ich das hiermit ausdrücklich nicht.
Wie auch immer. Nachdem einige Leute mehr getroffen worden waren, ohne das irgendwer von uns am
Schießstand Geld ausgegeben hätte ging es irgendwann zu Steinhoff, und irgendwie zeigte sich wieder
dasselbe interessante Phänomen wie im vorherigen Jahr und im Grunde auch sonst in allen Jahren: wenn das
ganze Dorf breit ist führen irgendwie alle Wege zu Steinhoff. Zumindest die auf denen die Leute
entlangtaumeln. Qraista, Birgit, Anna, Schmacko und noch ungefähr tausend andere (soll ich jetzt wirklich
alle auflisten? Ich bin doch nicht... doch. Aber so bescheuert nun auch wieder nicht. Die die dagewesen sind
werdens wissen, hoffe ich). Und vom Sculpi aus war gerade noch einer unterwegs, der lange fortgewesen
war: SPRITTIE. Er war zurückgekehrt aus Karlsruhe, um aus seiner Heimat die Welt zu erobern, oder so.
Oder warum auch immer. Er war jedenfalls nicht da, weil Martini-Markt war, das hatte er nur so nebenbei
erfahren, sozusagen als durchaus interessanter Nebeneffekt. Apropos interessant, so könnte man auch die
Frisur des Thorsten S. beschreiben, die Dreads sind in Arbeit, bei dem Zottelkopf kann bestenfalls noch
Tingeltangel-Rob mithalten. Da bei Steinhoff zu diesem Zeitpunkt bereits kaum noch Einlass war zog erst
mal ein kleiner Trupp los, rüber zu Kruse, und zwar waren dies wenn ich mich nicht irre Bene, Schmitti und
Daum (also, bei letzterem bin ich mir sehr sicher, das der dabei war). Aber wo ich gerade beim irren bin, ich
hab mich mal wieder geirrt (ich sollte das nicht mit zwei Wochen Abstand schreiben). Wir müssen noch mal
in der Zeit, zu dem Zeitpunkt bevor Sprittie aufgetaucht war. Also, alle bereit? Gut, schnallen Sie sich an
und beginnen Sie das rauchen, die wilde Fahrt geht wieder los... also, zuerst war nämlich der Herr Feldmann
mal wieder schwatt und musste dann aber rüber zu Kruse, um da draußen zu überhöhten Preisen Bier
auszuschenken. Irgendwann machten sich dann Birgit und Stöck auf, um den Brandmeister zu besuchen. Bei
dem war zwar nicht viel los, weil das Bier bei seinem Stand ungefähr doppelt so viel kostete wie drinnen
und man bescheuerte Mischgetränke für einen Preis von umgerechnet 7 DM, also quasi 3,5 Euro, fast schon
geschenkt bekam. Warum kauft sich eigentlich irgendjemand diese Scheiße, also außer auf so was wie
Martini-Markt? Ich möchte jetzt einfach mal dreist behaupten, die Zutaten separat zu kaufen ist deutlich
billiger und erlaubt andere Mischungen. Egal. Jedenfalls, nachdem Birgit herausgefunden hatte, das es
drinnen Scheiße war musste Stöck sich dessen vergewissern, der Daum schaute auch ganz kurz rein, und
dann standen zwei Leute draußen und warteten darauf, das auch Stöck erkannte, das es hier nicht so ganz
geil war. Also, Rückweg. Und damit landen wir dann auch beim Sprittie, der nämlich jetzt mit Bene und,
wenn ich mich nicht irre, Markus und Niko vor Steinhoff stand und sich nicht so ganz sicher war, ob er
herein wollte. Und jetzt muss ich schon wieder einen Irrtum zugeben, wir sind nämlich dann nicht zu Kruse
gezogen. Nein, vielmehr zog ein wesentlich größerer Trupp, unter anderem noch mit Marqraist, Niko war
irgendwie bei Steinhoffs reingelangt und somit verschollen (oder war er doch noch dabei, verdammt, zwei
Wochen sind zu lange), jedenfalls folgte eine ausgedehnte Wanderung durchs Dorf und erste neugierige
Blicke richteten sich auf den Mond, aber noch gab es Meinungsverschiedenheiten, ob die Mondfinsternis in
dieser oder der nächsten Nacht war. Da dem Mond aber Birgits Meinung aus irgendeinem Grund scheißegal
war war es dann doch die Nacht von Samstag auf Sonntag, wie sich später herausstellen sollte. Nun, die
Wanderung währte sehr, sehr lange, zwischendurch musste dann auch bei Marqraist und Bene nachgetankt
werden, aber dann gings wieder zurück zu Steinhoff. Und da kam man immer noch nicht durch die Tür.
Also, dann eben zu Kruse, die Begebenheit qausi, auf die ich schon vor fast einer Seite zu sprechen kommen
wollte. Bescheuert, oder? Jedenfalls trafen wir auf dem Weg den Bombi, und irgendwie hatte das dann eine
erneute ausgedehnte Wanderung nach einem ausgedehnten Gespräch zur Folge, in deren Verlauf man
irgendwann bei McIsi landete. Man, zeitlich mag das ja recht wirr sein, aber ich wunder mich gerade wie gut
ich den Inhalt noch auf die Reihe kriege. Vor allem kann ich sogar Samstag von Sonntag trennen, klasse. Bei
McIsi traf man dann auch andere Leute. Die Böscheule und Schapa zum Beispiel. Und noch andere. Wobei
ganz offensichtlich nicht immer akustische Kommunikation betrieben wurde. So, jetzt ist mal Zeit für einen
Sprung in der Handlung.
Der Mond wurde mit der Zeit nicht blau oder grün, wie das bei Menschen an solchen Abenden manchmal
der Fall ist, sondern rot, wovon aber die meisten nicht so ganz viel mitbekamen, und irgendwann passierte
dann etwas, das absolut vorhersehbar gewesen war: Hannes schlief. Bei Steinhoff auf der Bank. Als man
dann zum Sculpi weiterzog schaffte man es noch kurz, ihn zu wecken, und Hannes lief sogar auf eigenen
Beinen zum Sculpi. Allerdings überschätzte er sich dann doch gewaltig, drehte sich nach hundert Metern um
und gab schockiert folgenden Kommentar von sich: „Scheiße, wir sind ja noch voll nicht weit!“. Und einen
typischen Hannes baute er auch noch: „Matze, wo schlafen wir heute überhaupt?“ „Bei Niko und Julle,
glaub ich.“ (dumm nur, das Hannes bei der ersten Antwort nicht zugehört hatte) „Bei wem pennen wir
Matze?“ „Bei Kalks.“ „Wer is Kalk?“. Sauber, Hannes. Und da Hannes nicht wusste, wo er schlafen sollte,
tat er dies dann eben auf dem Boden vom Sculpi. Und da, irgendwo im Sculpi, endet die Geschichte vom
Samstag dann auch langsam. Ungefähr so langsam, wie Stöck sich aus nem halben Blättchen ne kleine
Zigarette bastelte, eigentlich hätte das ja ein Synchronbauen mit Kathi werden sollen, aber der Stöckmaster
war wohl doch schon dezent voller.
Sonntag: Schmacko verlernt für ein Jahr das Autofahren
Bis zum ganz späten Sonntag (also eigentlich ja schon wieder bis Montag, wenn ich mich nicht irre) war es
kein Problem, in Gegenwart des Herrn Feldmann angetrunken oder bekifft zu fahren. Wäre das schon vorher
anders gewesen hätte er wahrscheinlich was dagegen gehabt, an Martini-Markt arschvoll durch die Gegend
zu fahren. Aber, gehen wir zurück zum Anfang vom Ende vom Sonntag (wäre das ein expressionistisches
Gedicht irgendeines Drogenfreaks, dann dürften wahrscheinlich irgendwann Schüler ergründen was ich
damit bezweckt habe, hier zweimal so schnell hintereinander vom zu verwenden. Dabei macht das vom
Inhalt her gar keinen so großen Sinn, es hört sich einfach nur interessanter an. Sprache ist kein reines
Zweckmittel. Man kann sie auch hervorragend als Spielzeug verwenden. Da kommt dann zwar wie hier
meist nur Schwachfug heraus, aber das stört ja niemanden. Also, mich zumindest nicht. Alles andere geht
mir mal dezent am Arsch vorbei). Um ganz ehrlich zu sein, ich weiß gar nicht mehr so genau wie der
Sonntag anfing. Aber, lasst mich raten, wir waren bei Steinhoff? Hey ho. Das erinnert mich an Dursts Frage
an Stöck am letzten Wochenende: „Wo warst du Martini-Markt?“ „Watt is das denn für’ne Frage?“ Stimmt
eigentlich. Denn eigentlich besteht Nottuln an Martini-Markt ja praktisch nur aus vier Orten:
Glühweinstand, Steinhoff, Kruse und Sculpi. Und, wie sollte es anders sein, auch am Sonntag wurden
wieder diese Vier angesteuert. Ich weiß zwar nicht mehr die genau Reihenfolge dazwischen, aber am
Sonntag ging es schon wesentlich früher weiter ins Sculpi als am Samstag. Das Dumme war: da war die
Musik fürn Arsch (hab ich doch schon mal erwähnt oder nicht?). Nun, das war sie bei Steinhoff auch, war
schließlich dieselbe Scheiße, aber bei Steinhoff war die Musik so leise das man sich problemlos mit
mehreren Leuten verständigen konnte, und nicht nur mit seinem Nebenmann. Was soll’s, ich bin Chronist,
kein Disco-Mensch. Absolut ganz und gar nicht. Sonntag gabs auch glaub ich gar keine große Äktschn. Das
dumme daran ist, es gibt drei Sorten von Dingen, aus denen ich Texte machen kann: Ortsbeschreibungen,
Dialoge und eben die Ereignisse. Ortsbeschreibungen wären völliger Unsinn, jeder weiß wie’s bei Steinhoff
& Co. aussieht. Dialoge geht nicht, dazu müsste ich mich in einem Ausmaß daran erinnern wie ich es nicht
tue. Und die Handlungen waren am Sonntag meiner Erinnerung nach eher dünn gesät und bestanden zumeist
darin, Bier holen zu gehen. Und beim besten Willen lässt sich aus dem Bier holen gehen nur dann etwas
halbwegs lesenswertes fabrizieren, wenn man dabei das Bier durch die Gegend schmeißt. Das soll jetzt
allerdings kein Aufruf zur Gotteslästerung sein (ihr wisst schon, Bier verschütten und so), es sind halt
einfach die großen Rumrennereien oder Randale-Aktionen, die die Texte hervorbringen. Aber keine Sorge.
Es werden schon wieder lustige Texte kommen. Ich könnte mich ja auch mal in einem rein fiktiven Text von
wegen „der Waldschrat im Land ohne Bäume“ (Burkina) oder so versuchen. Oder „Von einem, der auszog
die Welt zu erobern( und der nur bis Karlsruhe kam)“. In den Titel könnte man sogar noch ein „sich“
einbauen, dann wäre allein der Titel schon ein Flachwitz. Geil. Oder einen Pseudo-Western mit Tobihasch,
Stöck, Julle, Moe, Rusty, Markus und Co in den Hauptrollen: „Für eine Handvoll Gras“ oder ein ganz
altmodischer Film: „Denn sie wissen nicht was sie rauchen“ oder „The Warstein-Taschenmesser-massacre“.
Ich könnte auch die alte Ex-Bad Story umschreiben und einen Kinderfilm daraus machen („Findet Anica“).
Das fände Schmacko dann aber wahrscheinlich nicht so lustig. Ein Road-Movie-Drehbuch wäre wohl auch
nicht gerade nach seinem Geschmack. Verdammt, eine ganze Menge Ideen für völlig schwachsinnige
Geschichten. Ich glaub das lag daran das heute wieder die Sonne schien. Das macht mich kreativer. Das
bekackte Scheißwetter der letzten Tage war ja wohl mal das letzte. Was gibt’s denn noch für tolle Filmtitel
die man durch den Glühwein ziehen kann? Man könnte unter dem Untertitel „Why is the rum gone“ eine
Parallelversion von „Fluch der Karibik“ schreiben. Oder eine Biographie von Markus in drei Bänden: „Der
Herr der Augenringe: Die Gefährten, die zwei Augen, die ganz schnelle Rückkehr nach Hause“. Und ganz
nebenbei muss ich ja auch irgendwann noch zwei reguläre Geschichten zu Ende bringen. Wo ich gerade
dabei bin: Irgendwer Interesse an drei Blutsaugern? Sex und Gewalt kann ich schon mal in ganz großem
Ausmaß versprechen (den roten Faden hab ich erst so auf der zwanzigsten Seite zufällig gefunden, bis dahin
wollte ich einfach nur möglichst viel möglichst wenig jugendfreies Zeug reinbringen). Wer lieber ne
klassische Fantasy-Geschichte in ihrer Entstehung beobachten will, dem kann ich auch helfen. Überhaupt,
mir fallen für viele Probleme ganz einfache Lösungen ein. Wenn man mich lassen würde könnte ich den
Nahost-Konflikt mit ein paar Knopfdrücken lösen. Oder den Nordirland-Konflikt. Oder die Hungersnöte in
Afrika. Wasserstoffbombe drauf, Ende von Problem. Und Tschüss!
Montag: Ein frühes Ende
Ja, der Montag ging schnell zu Ende, und zwar sehr schnell. Zuerst kam es zu einem kurzen Aufenthalt bei
Steinhoff, wo man aber unter anderem dank mangelndem Besucheransturm und assiger Banknachbarn
schnell wieder verschwand, um den Brandmeister bei Kruse zu besuchen. Der war zwar da, aber dafür war
die Lage bei Kruse genau andersherum wie bei Steinhoff: Es war entschieden zu voll. Und nebenbei war die
Musik bis auf ein Lied mal so richtig für’n Arsch. Immerhin, bei Kruse trieb sich lokale Prominenz herum,
aber Peter Mosch war nicht mehr in der Lage, Autogramme zu geben. Also, weiter, auf zum Sculpi. Das
klingt jetzt alles sehr kurz, in Wahrheit waren aber immerhin zwei Stunden vergangen, bis man schließlich
am Sculpi ankam. Da musste dann erst mal noch eine Pizza verspeist und der verballerte Niko betrachtet
werden, der sein Fahrrad wohl für einige Zeit mitten auf der Kreuzung abgestellt hatte und es gerade in dem
Moment, wo wir vorbeikamen, wieder abholte. Und dann ging es für manche ins Sculpi, aber nicht für alle.
Der Daum entschied sich dagegen, Chronist oder nicht, aber das Sculpi war zu voll, zu laut, und die Musik
war zu schlecht. Außerdem konnte man sich nirgendwo setzen. Und wenn die Musik schon so laut ist, dass
man sich kaum unterhalten kann, dann sollte sie wenigstens gut sein. War sie nicht. Ganz und gar nicht.
Also wurden Dave, Niko und Kati noch ein wenig auf dem Heimweg begleitet, wo man auch noch kurz den
gerade nach Hause fahrenden Matthew antraf. Ein erneuter Aufbruch um halb eins (in der Hoffnung, es sei
im Sculpi leerer geworden) brachte auch nicht wirklich einen Erfolg, es war zwar leerer geworden, dafür
war kein bekannter Mensch mehr da. Durch eine Verkettung von Zufällen ließen sich zwar Tim, Mirco und
Typ ausmachen, aber das war’s dann auch. Alles in allem, ein schönes Wochenende. Einziger Nachteil die
bekackte Disco-Atmosphäre im Sculpi, aber ansonsten durchaus ein Wochenende, das positiv in die Zukunft
blicken lässt (he, ihr denkt doch nicht wirklich dass ich alles, was passiert ist, aufgeschrieben habe? Oder
das alles, was ich aufgeschrieben habe, passiert ist. Oder so. Lächerlich...)
SILVESTER!
Man konnte schon an den Planungen sehen, das Silvester in Bezug auf den Alkoholkonsum mal wieder so
ziemlich alles was davor in dem Jahr gewesen war in den Schatten stellen würde, und die Auswirkungen
davon waren nie so deutlich zu sehen wie am Tag danach. Manche wären an diesem Tag am liebsten gar
nicht aufgewacht. Aber halt, wir sollten doch wirklich vorne anfangen. Ganz vorne, das heißt im Grunde
sogar ein paar Tage vorher. Begonnen wurde die Planung oben bei Steffi. Oder, wie Benni es sagte:
„Wir sind gerade Silvester am planen. Moe und ich. Und Steffi, Rob, Stöck, Anja und Rusty sind auch noch
da.“
Ist klar Benni. Im Grunde wurde nichts geplant und nur vorgeschlagen, die Party doch nicht bei Judith
sondern (ganz traditionell) bei Rob im Keller abzuhalten. Was, im Nachhinein gesehen, eine verdammt gute
Entscheidung war. Wie gesagt, langsam. Der Abend endete jedenfalls in ziemlich ausgiebigem Training für
Silvester, das aber auch noch mit teils übermäßigem Graskonsum kombiniert, was teilweise zu recht
seltsamen Bildern führte, die auf Film festgehalten der Nachwelt gehörige Rätsel aufgeben würden. So war
Markus gerade dabei, für Niko, Daum und sich noch ein wenig zu bauen, als das wohl seltsame Bild des
Tages zu betrachten war, und das sah folgendermaßen aus: Stöck saß auf dem Sofa, der Kopf nach hinten
gekippt, und war friedlich am schlafen und sollte auch den restlichen Abend nicht mehr damit aufhören (das
er kein Daruper war merkte man sofort als Markus dem Schläfer das frisch geöffnete Bier abnahm und es
trank, manche Leute sollen bei so was ja einen gewissen „Bier-Reflex“ haben). Julia saß daneben und schien
recht glücklich darüber, eine Schulter zum Anlehnen gefunden zu haben, auch selbst nicht mehr so richtig
wach, aber die Krönung war im Grunde noch Steffi, die auf dem Boden saß und völlig in Gedanken mit
einer leeren Wasserflasche auf dem Boden herumtrommelte und dabei die Flasche anstarrte (und eh Steffi
jetzt sagt „Iiiiich?“: Ja, genau du.) Irgendwann endete der Abend dann nachdem Rob wieder zurückgekehrt
war und der Meinung war, es wäre wesentlich besser für Stöck, noch nach Hause zu kommen. Und das
Stöck es auch bis nach Hause schaffen würde, wenn es nur gelingen würde, ihn wieder auf seine eigenen
Füße zu stellen. Nach einigen Mühen erwies sich Robs Vorhersage dann als richtig, Stöck schaffte es die
Treppe runter und in Begleitung von Niko, Markus und Daum tatsächlich bis vor seine Haustür, aber da er
nach eigener Aussage (und wenn man dabei gewesen ist klingt das gar nicht so unglaubwürdig) noch selig
schlief gab es ein kleines Problem mit den Schlüsseln, das Markus aber dann lösen konnte. Das war dann
also der erste Tag der Planung. Der Zweite sollte direkt darauf folgen.
Nach einem durchaus amüsanten, wenn auch völlig sinnfreien Film bei Muffe (Freddy vs. Jason) zog der
ganze Trupp zu Judith, um dort Silvester zu planen. Das Dumme an der ganzen Geschichte war allerdings,
das Moe das organisiert hatte und das eben nur fast alle davon wussten. Fast alle, außer Zaid und Judith.
Und Ersterer schien irgendwie gar nicht darüber erfreut, plötzlich ein gutes Dutzend Menschen vor der
Haustür zu sehen, die gerne herein wollten. Das Resultat war dann, das es weiter ging, erst mal essen und
dann ins Pitchers. Da machten dann Schapa und Shooter schlapp und tranken Cola, obwohl das eigentlich
schon allein deshalb gegen ihre Ehre hätte gehen müssen, weil kurz zuvor vier kleine Mädchen einen großen
Tower (na gut, es war wahrscheinlich der Dreier, aber das war ja nicht deren einziger Alkohol gewesen)
geleert hatten. Und zumindest teilweise deswegen auch so was von knallvoll waren... Danach ging es dann
mit ein den wenigen Verbliebenen weiter zu Stöck. Henkel war noch da (dessen Auftritt an Silvester selbst
eine Klasse für sich war), der Smulch, Stöck und Daum, kurz darauf traf dann auch noch Rob mit Schmacko
ein, welcher aber nicht lange blieb. Rob kehrte bald zurück, und dann begann der Smulch abzubauen. Zwei
Bier hatte er sich mit Henkel geteilt (davor war er Fahrer gewesen), und dann kam die Tüte. Und es wurde
hochinteressant, was Benni mal wieder für einen Mist faselte. Zuerst sagte er jedoch gar nichts, sondern
wollte sich einfach nur ganz still und heimlich nach oben ins Bett schleichen. „Benni, willst du etwa schon
schlafen?“ „Nein.“ Wollte er aber wohl doch. Oder vielleicht musste er einfach nur ein bisschen „chillen“.
Jedenfalls gelang es Stöck ihn davon abzubringen, und so kehrte er wieder in den Kreis der Lebenden
zurück. Nun braucht man einem Smulch nur ein technisches Spielzeug geben, und er ist auf längere Zeit
beschäftigt, und Stöcks USB-Aufnahmegerät war genau das Richtige. Was diese winzig kleinen Japaner
alles herstellen können, faszinierend. Zumindest wenn man ein Smulch ist. Die anderen konnten die
Faszination des Geräts allerdings nicht ganz nachvollziehen, genauso wenig wie die, die offensichtlich von
Robs Kartenspiel ausging, mit dem er sich nach seiner Rückkehr fast ausschließlich beschäftigte. Aber was
sollte er auch anderes machen, trinken konnte er ja nicht, er war schließlich Fahrer. Das war der Daum zwar
auch ein wenig(die drei Tage davor waren etwas zu heftig gewesen), aber darum geht’s ja hier gar nicht.
Wie dem auch sei, irgendwann traf Markus auch noch ein, und Benni hatte sich zwar mittlerweile zum
dritten oder vierten Mal in seine Höhle verzogen und sich mit selbst erbeuteten (oder besser: von Stöck
gestohlenen) Rentierfellen zugedeckt, aber diesmal war er wohl endgültig dort angekommen. Bei der
nächsten Tüte hatte er dann „keine Lust“ mehr. Um es anders zu sagen: der Smulch war völlig fertig und
kaputt. Irgendwann waren das auch alle anderen. Außer Rob. Der musste noch ein wenig durch Nottuln
fahren. Oder so.
So. Samstag haben wir, Sonntag auch. Montag war Urlaub angesagt, aber scheinbar hatte man sich auf der
Versammlung bei Erbes für’s Hardcore-Kiffen entschieden. Also, direkt weiter zum Dienstag. Diesmal
durften wir zu Judith, immerhin war es mittlerweile gelungen sie davon zu überzeugen die Party am Tag
darauf bei Rob steigen zu lassen, alles andere wäre sehr ungesund für die ganze Hütte gewesen. Sehr
ungesund. Man hätte glauben sollen, es wäre recht entspannt zugegangen. Jeder hatte sich ein bisschen Bier
mitgenommen, die Wasserpfeife stand mitten auf dem Tisch und alle saßen drum herum. Alle, außer Zaid.
Der tat wieder das was er laut Judith den ganzen Tag lang machte. Nur Schrott. In diesem Fall bemühte er
sich eine halbe Stunde lang die Anlage ans Laufen zu kriegen. Das einzige Geräusch aus seiner Richtung
war aber erst mal ein gelegentliches „Shit!“. Irgendwann hat er’s dann aber doch geschafft und damit war
dann quasi die Party auch schon im Gange. Die Musik wurde lauter, die Leute betrunkener, dichter und
mehr. Immer mehr. Bis es irgendwann wieder weniger wurden, und es war dummerweise wie fast immer:
Die Frauenquote sank zum Ende hin massiv, und am Ende war es mal wieder die Gastgeberin, die als
Einzige noch da war. Und selbst das nicht die ganze Zeit, denn irgendwer musste ja auf Zaid aufpassen. Der
verschwand immer mal wieder, schien kurz fast am Tisch einzuschlafen, legte sich nachher tatsächlich wohl
eine Zeitlang hin, machte alle neidisch weil er behauptete er würde jetzt eine private Stripshow kriegen, und
als er dann wieder geweckt worden war weil er unbedingt noch mit Rusty (oder andersherum, Rusty schien
auch nicht wirklich mit Gewaltandrohung gezwungen worden zu sein) kiffen wollte sprengte er fast den
Wintergarten mit irgendwelchen Böllern in die Luft. Wie Judith schon sagte, auf den Knaben muss man
rund um die Uhr aufpassen, sonst steht das Haus irgendwann nicht mehr. Was auf gar keinen Fall mehr
sicher war waren die Nahrungsmittelvorräte in der Küche, aber dafür war ausnahmsweise mal nicht Zaid
verantwortlich. Im Großen und Ganzen war der Verantwortliche grün und hatte bei Mattihasch einigen
Hunger hervorgerufen. Und auch eine gewisse Verwirrung, immerhin nicht die klopmeiersche Müdigkeit,
unter der Hannes bereits wieder litt. Eher eine übersteigerte Aktivität (es gibt tatsächlich Leute bei denen
wirkt das in geringen Mengen viel zu aktivierend...) in Bezug auf Nahrungsmittel und eben die Verwirrung.
Oder wollte irgendjemand anderes schon mal sein Brot in der Mikrowelle toasten? Und während Rusty und
Zaid sich, bisweilen von ein paar anderen unterstützt, gänzlich abdichteten verabschiedeten sich auch
Channes und Julle von der Welt und schliefen ein, Matze tat fast dasselbe, öffnete dabei aber noch
gelegentlich die Augen um Beavis und Butthead bei ihrer Chaostour durch die USA zu betrachten. Ganz
nebenbei war schon ein wenig von den Einkäufen für Silvester genascht worden, genauer gesagt zwei
Kästen Bier, aber alles in allem hatten es manche schon an diesem Abend derbe übertrieben. Und würden es
auch am Tag danach wieder tun. Und danach auch ein wenig, Samstag wohl dann doch wieder etwas härter.
Kommen wir zur Nacht der Nächte, der Nacht, die am nächsten Morgen so ungefähr die krasseste Häufung
von völlig verpeilten Verpeilern hervorgerufen hat die es seit längerem gegeben hat. Aber zu behaupten, der
Abend selbst sei weniger lustig gewesen, wäre glatt gelogen. Denn er war durchaus sehr lustig, auch wenn
so viel parallel passierte, das unmöglich ein Mensch alles mitbekommen konnte. Aber vielleicht ist ja der
ein oder andere bei der ein oder anderen Begebenheit dabeigewesen. Wenn ich’s mir recht überlege, ich
glaub ich bin an dem Abend allein in Robs Keller mindestens einen halben Kilometer gelaufen. Aber, man
musste irgendwie auch in Bewegung bleiben. Und selbst wenn man in Bewegung geblieben ist hat man die
Hälfte verpasst. Zum Beispiel das Dixon sich als Party-Maschine entpuppt hat (hat noch nicht mal extra
gekostet, wie sonst eigentlich alles beim Diggler, das einzige was sonst noch umsonst sind sind Vögel, die
nachts vor Muffes Fenster knallen oder so unterschiedliche Filme wie „Die Hard“ oder „Stirb langsam“).
Zugegebenermaßen waren mir auch nicht wirklich alle Leute gleichsympathisch, was sich dann auch immer
mal wieder in der Aufenthaltsdauer niedergeschlagen hat, aber nur um was klarzustellen damit hier nicht
gleich irgendjemand niedergeschlagen ist: nur weil ich irgendwo lange war heißt das noch lange nicht das
ich euch mag. Und um das vielleicht noch dazuzusagen: andersherum gilt dasselbe. Aber das interessiert ja
eh niemanden, daher, weiter im Text. Der Abend war wirr und alle Leute am Tag danach auch, deswegen
also wirr durch die Zeiten, wer mir nicht zu folgen vermag, der soll sich bitte setzen und später
nachkommen, es wird nicht gewartet. Springen wir einfach mal ganz schnell zum älteren der beiden
Klopmeiers, und auch zum schläfrigeren. Der wollte nämlich bald nach zwölf auch wieder schlafen. Nein,
nicht unter der Theke wie letztes Jahr. Dadurch hätte er ja niemanden belästigen können. Nein, Channes
wollte unbedingt in der Wanne schlafen. Das dadurch ein gewisser Teil der Gäste (der sowieso irgendwie
gerade zum Ende hin teilweise extrem schwach vertreten war, aber das ist ja leider immer so, aber wie sagte
einer von uns Saufköppen letztens: Wir sind immer mit den schönsten Frauen der Welt unterwegs. Tja. Und
da machts auch nicht so viel wenn’s dann nur zwei statt zehn sind oder so... egal, wir sollten uns langsam
mal wieder um die Handlung kümmern) sich doch sehr in seiner Intimsphäre gestört sah und irgendwie
keine Möglichkeit mehr zum schiffen sah (irgendwie verständlich, auch wenn eigentlich gilt: wenn Hannes
erst mal einen Hannes gebaut hat, dann wacht er auch so schnell garantiert nicht wieder auf. Sollte sich aber
diesmal als falsch erweisen). Aber wie war es überhaupt zu dieser Situation gekommen? Betreiben wir ein
wenig Recherche. Dabei stellen wir fest: um zwölf war Hannes noch fit. Und dann stellen wir fest: Der
Tequila ist alle. Und jetzt ratet mal wer sich davon zwei komplette Gläser reingekloppt hat? Nein, nicht der
Schond. Auch wenn Hannes gar nicht soweit davon entfernt war das Konsumierte wieder abzugeben. Aber
irgendwie war Hannes absolut nicht gewillt, irgendwas von seinem Alkohol wieder abzugeben. Und er war
nach eigener Aussage auch gar nicht dazu aufgelegt, die Party für sich schon zu beenden. Wie sich nachher
herausstellte war die Party zu diesem Zeitpunkt für ihn gedächtnistechnisch schon mal zwischenzeitlich
gelaufen. Richard sah sich nun, unterstützt von einigen anderen und gedrängt von den weiblichen Gästen,
dazu genötigt, Hannes aus seinem bequemen (?) Bett zu vertreiben, was Hannes nicht verstand, denn es
konnte ihm niemand glaubwürdig versichern das irgendjemand jetzt gerade baden wollte. Nicht mal der
Smulch, der an Robs Geburtstag unbedingt in komischen Kunststoffkugeln ein Bad hatte nehmen wollen.
Der Wahnsinn geht immer weiter...
Freitag: Der Grinch verschwindet
Freitag hatten einige Leute doch sehr, sehr viel Durst. Um nicht zu sagen, extrem viel Durst. Bei manchen
hielt das dann sogar über das ganze Wochenende hinweg an. Schmacko und Carlo beispielsweise haben bei
Steinhoff ein bisschen Randale geschoben, aber zumindest Schmacko kann sich daran nicht wirklich
erinnern. Weder an das Gläser kaputtschlagen noch an das Lampe-durch-die-Luft-schwingen-lassen-Spiel
und auch nicht daran, auf den Krücken des Krüppels stehend die Füße auf den Tisch gelegt zu haben. Vier
Leute hatten jedoch irgendwann keinen Bock mehr auf Steinhoff und zogen sich zum Stöck zurück. Steffi,
der Smulch und Stöck fuhren in Steffis Karre, während der Daum mit seinen zwei unmotorisierten Rädern
am Fahrrad vorlieb nehmen musste. In seiner Vorfreude auf einen schönen Haufen Schnee schaffte es der
Daum jedoch, fast zeitgleich mit den Autofahrern einzutreffen. So chillten sich dann alle bei Stöck ins
Zimmer und genossen die Welt bei einem Weizen und einer Tüte. Nur Stöck konzentrierte sich erst mal nur
auf sein Weizen, schon Scheiße wenn man ohne ausreichend Alkohol an Konzentrationsschwäche leidet und
sich nicht auf zwei Sachen gleichzeitig konzentrieren kann. Immerhin, Stöck lernte das nach ausreichend
Bier, denn bei der zweiten Tüte konnte er sich schon auf beides konzentrieren. Nur Benni hatte sich
zwischendurch darauf konzentriert, sich in Jochens Schlafzimmer zurückzuziehen und sich dort
einzuschließen, nachdem „Taxi, Taxi“ gelaufen war. Der kümmerliche Rest ließ sich unterdessen von
Schmacko und Julia unterhalten, die im steten Wechsel anriefen. Und Julia konnte sogar noch reden.
Samstag: Wie Steffi Schlagzeugspielen lernte (oder auch nicht)
Samstag hatte Markus sturmfrei. Gut, nicht erst Samstag, und Donnerstag waren auch schon Leute
dagewesen, aber vor allem Samstag waren welche da. Für manche kam das ziemlich überraschend.
Eigentlich muss man sagen, für die meisten passierte Samstag nicht viel. Aber manchmal passierten halt
doch Dinge. An solchen Abenden stellt man übrigens immer mal wieder fest, wie hoch der Raucheranteil an
der Gesellschaft ist, denn zwischenzeitlich gab es nur noch ganze vier Nichtraucher im Haus. Allerdings
überlegten sich von denen dann auch noch zwei, zugunsten der beiden übrigen, den Raum zu verlassen. Am
nächsten Donnerstag schien dann die treibende Kraft hinter diesem Raumverlassen zeitweise schon leicht
genervt von den Resultaten. Zwischendurch wurde immer wieder im Keller Krach gemacht, zuletzt von zwei
Leuten, die absolut keine Ahnung hatten, was sie taten. Der Daum hatte an diesem Abend nicht nur
außergewöhnlich viel geredet (was andere nicht davon abhielt in der halben Zeit zehnmal soviel zu reden),
nein, völlig unfähig und knallvoll musste er sich auch noch als Gitarrist versuchen. Gut, das die
Schlagzeugerin mindestens ebenso ahnungslos war und keine Ahnung von dem hatte, was sie tat. Noch
besser war aber, das Schmacko ihr das Spielen dann beibringen wollte, aber zu betrunken dafür war.
Zumindest nach eigener Aussage. Ein anderer Grund könnte gewesen sein, das Schmacko selber überhaupt
keine Ahnung hatte, wie man Schlagzeug spielt. Irgendwann endete der Abend dann leider, was nicht allen
Beteiligten gefiel, Markus dagegen sehr, was ihm auch gefiel war, das er schon zu Hause war, denn so
musste er gar nicht mehr ganz schnell nach Hause und konnte ganz bequem rückwärts die Treppe hoch und
sich in sein Bett legen.
Montag: Wir klauen Castrop
Castrop-Rauxel ist eine schöne Stadt. Irgendwo bestimmt. Wir haben den Ort, wo Castrop schön ist zwar
nicht gefunden, aber immerhin haben wir Castrop gefunden, und das obwohl Jesus (der eigentlich gar kein
Jesus mehr ist) unser Fahrer war. Damit, das wir Castrop gefunden hatten hörte das Finden dann aber doch
erst mal auf. Aber warum hatten wir Castrop überhaupt gesucht? Und wer zur Hölle waren wir? Wir, das
waren zum einen Robin und Jens, professionelle Diebe, die sich auch professionell ausgestattet hatten. Und
das waren zum anderen der Grinch und der Daum. Benni war als Kameramann mitgekommen, der Daum als
Chronist. Und nun liegt auch nah, warum dieser Trupp nach Castrop wollte. Richtig. Um bei Meckes zu
fressen. Benni und Obergangster Jens hatten vorher schon das erste Take für den neuen Film von Quentin
Smulch „Steal Castrop Vol.1“ abgedreht, nun war es Rob der filmte, wie alle anderen gleichzeitig die Türen
öffneten und ausstiegen. Und dann wurde gegessen und getrunken. So gestärkt gingen die vier Gangster
dann nach dem Prinzip KMG vor und suchten die kleinstmögliche Gasse. Dabei mussten sie jedoch
feststellen, das sie sich dummerweise im falschen Castrop befanden. Dieses Castrop bestand nämlich nur
aus einigen großen Straßen, die nach draußen führten und einigen kleinen, die allerdings aufgrund
geschickter Planung nie nach draußen führten, sondern die Fahrer immer durch Sackgassen umlenkten. Über
eine Stunde hatte die Anfahrt schon gedauert, und nach zweieinhalb Stunden war auch der härteste
Schwerverbrecher dermaßen angenervt, das er aufgab. Das musste natürlich in einer Sonderszene
aufgenommen werden. In einem letzten Aufbäumen wollten die Vier nun das Schild einer anderen Stadt
stehlen, doch obwohl man innerhalb von zwei Minuten ohne sichtbaren Bruch von Castrop nach Herne und
schließlich nach Bochum fuhr fand man kein vernünftiges Schild. Also, zurück nach Castrop und los
Richtung Bahn. Irgendwann fuhren wir dann raus aus Castrop, fuhren zwei Minuten durch irgendwelche
Wald-und-Wiesen-Landschaften und kamen ans nächste Ortsschild. Castrop. Doch dieses Schild war ideal,
auch wenn keiner verstand, warum es da stand wo es stand. Immerhin, dort steht es heute nicht mehr. In
zwei Dutzend Anläufen, ständig von Fluchtaktionen unterbrochen, entwendeten sie das Schild und nahmen
es mit. Drei waren schon glücklich, doch da sprach Jesus zu ihnen: „Wir brauchen noch ein Schild.“. Und da
Jesus sie bis hierhin gut geleitet hatte und ihnen ein guter Hirte gewesen war taten sie, was er sagte und
fuhren drauflos, um noch ein Schild zu finden. Und sie fanden es. Mit sechs Schrauben befestigt, niedrig,
schön. Als die kriminelle Arbeit getan war da fuhren sie zurück, Jens war gar so erschöpft, das er bald
einschlief.
Freitag: Ausschnitte aus dem Irrsinn
„Hauptsache du schreibst das nicht auf.“ „Falls ich mich morgen überhaupt daran erinnere...“
Tja Jörn, ich erinnere mich. Das war nämlich ganz am Ende, nach dem der Daum der Party bei Chimney und
Schaper den Rücken gekehrt hatte und noch mal bei Nils aufgekreuzt war. Von da war er dann aber doch
ganz schnell wieder verschwunden, denn da hüpfte eine blonde Gestalt halbnackt durch den Keller als hätte
ihm jemand Smulchs komplette Packung Koffeintabletten direkt in die Blutbahn geballert. Aber ich hab ja
auch nie gesagt, das ich nicht darüber schreiben werde.
Bauer ist wieder zurück aus Afrika. Und natürlich musste er uns erst mal Stories von sich und dem König
der schwarzen Lümmels erzählen. Bauer hatte nämlich seinen Zwillingsbruder Erich in Burkina besucht.
Unglaublich, aber wahr, der Waldschrat soll noch viel unpünktlicher geworden sein als er ohnehin schon
war. Kunststück, in Burkina scheint es laut Bauers Erklärungen auch keinen großen Termindruck zu geben.
Da verspäten sich Züge auch schon mal um sechs Wochen, weil im Nachbarland mal eben wieder
Bürgerkrieg ist (und wann ist in Afrika mal nicht irgendwo Bürgerkrieg). In Burkina sehen übrigens auch
alle Weißen gleich aus. Zumindest für die Einheimischen. Sogar Ecki und Bauer, was für mindestens einen
der Beiden eine große Beleidigung ist.
„Männer wollen ja ständig angemacht werden. Frauen aber nicht unbedingt. Ich zum Beispiel gerade nicht.“
„Kannst du mir gerade mal deine Handy-Nummer sagen?“ Sauber Grinch.
„Dir merkt man aber bei weitem nicht so sehr an das du breit bist wie diesem... wie hieß der noch mal?“
„Henkel.“ „Genau!“
1.Mai
„Wie so’n kleiner Opa, den man zudecken muss. Aber der is ja auch schon alt.“ (Steffi über Snoop)
„Mein Gesicht zieht sich immer so nach außen. Ich kann überhaupt nicht tief sprechen.“ (Julia)
„Das Äußere von ner Kuh... getrocknet.“ (Benni erklärt Leder)
„Kann es sein das du von deiner –„coole Masche – ich sitz mit Sonnenbrille in der Ecke und verschränk die
Arme und lass ab und zu n coolen Spruch raus“ – Phase wieder runter bist?“ (Julia erkundigt sich nach
Bennis Befinden)
„Was riechts hier nach Gras ey!“ „Ist doch geil!“ (Bene und Julia)
„Was macht’n der? Liegst du aufm Boden schon wieder?“ „Der suhlt sich.“ (Julia und Bene über Niko)
„Sach ich ja! Du musst wohl kotzen?“ „Muss ich gar nicht. Erst zu Hause.“ (Julia und Niko)
„Du bist ja voll doof.“ (Julia über Markus) „Eeeehhhhh... nicht.“ (Niko)
Das ganze Grauen fing pünktlich um halb elf an, als sich alle am Bagno-Parkplatz trafen. Wobei „alle“ dann
auch schon etwas übertrieben ist. Natürlich waren die beiden Organisatorinnen da, außerdem hatten sich
auch bereits Birgit, Kati, Oli, Lena, Frauke, Steffi, Julia und Bauer eingefunden. Um Elf erklärte der Bauer
den Suff für eröffnet und nahm den Elf-Uhr-Zug, auch wenn einige das Trinken schon vorher begonnen
hatten konnte es jetzt losgehen. Ab viertel nach elf kamen dann langsam immer mehr Leute dazu, bis
irgendwann mit der Ankunft von Schapa, Chimney und dem Grinch die kritische Masse erreicht war und
dadurch die Verbindung mit dem Parkplatz gewaltsam aufgebrochen wurde. Wie das bei kritischen Massen
nun mal so ist (eine weitere kritische Masse wurde irgendwann am Nachmittag erreicht, aber dazu später)
wurde in Sekunden plötzlich eine unglaubliche Energie frei, und nachdem kurz zuvor die Energie schon
gereicht hatte, um sich völlig sinnlos vom Boden zu erheben, so fegte sie dieses Mal die komplette Gruppe
Richtung Longinus-Turm vom Parkplatz. So setzte sich der ganze Verein also in Bewegung, und sie
marschierten und marschierten immer weiter, bis sie an der Vogelstange eintrafen. Nach dem weiten Marsch
war erst mal eine Rast angesagt. Zu diesem Zeitpunkt bestand der Trupp schon aus, grob geschätzt,
mindestens 150 Leuten, und gerade kam ein neuer Vierertrupp von hinten herangestürmt. Aus irgendeinem
Grund musste wenige hundert Meter später schon die nächste, kurze Rast eingelegt werden, was Oli hörbar
auf die Nerven ging. „Warum halten wir schon wieder an. Wir haben doch vorhin schon ne Pause gemacht.“
Todernst diese Beschwerde. Aber Oli ist halt ein sehr ernster Mensch. Ernst würde es nun auch bald werden,
aber vor der ernsten Steigung wurde erst mal die dritte Pause eingelegt. Alles in allem hatte man nun schon
einen Fußmarsch von etwa 10 Minuten hinter sich, entsprechend erschöpft war der Großteil, denn
Bewegung gehört für gewöhnlich nicht zu den größten Stärken der meisten. Auch wenn bei manchen die
Bierhand doch ständig fleißig in Bewegung ist.
Egal, nun stand der Zwischenspurt zum Grillplatz an, also ließ man es erst mal langsam angehen. Lediglich
die weiblichen Mitläufer gingen mit etwas erhöhtem Tempo vor, da ihnen der Outdoor-Schond versperrt
war. Die Anstrengung aber, die letzte Steigung vor dem Grillplatz zu überwinden hatte teils katastrophale
Folgen. Denn in manchen brach nun das Tier durch, und so wurden bald fröhlich die Lieder längst vergessen
geglaubter Boygroups gegrölt, während Jens mitten auf der Straßenkreuzung mit seinem Paarungstanz die
Damenwelt anheizen wollte. Immerhin, nach einer gewissen Zeit war wenigstens der Grill on fire, was aber
auch nicht an Jens lag. Die Einzige, die wegen Jens ein wenig hitzköpfig reagierte war Birgit, was allerdings
weniger an Jens Tanzstil sondern an seiner katastrophalen Zielgenauigkeit lag. Sonst hätte er nämlich
wahrscheinlich Anja getroffen. Mit noch etwas katastrophaleren Auswirkungen. Jaja, es ist Paarungszeit.
Jens versucht es mit tanzen und etwas ungestümen Attacken mit Fußbällen, Schmacko ließ aus voller Kehle
sein Brunftgeschrei erklingen und alle markierten fleißig ihr Territorium. Genug Bier vorausgesetzt wurde
das allerdings manchmal schon zu einem schwierigen Balanceakt. Für Biesel. Dank Wolfs freundlicher
Hilfe konnte auch das schiffen ohne Sturz erledigt werden. Aber so wie manche schwankten hätten sie beim
schiffen glatt seekrank werden können. Irgendwann war dann der Grill fertig, die ersten Liter Bier waren
auf, ebenso wie bei einigen Leuten auch schon die ersten Tüten, und dann kamen noch mehr. Und das waren
wohl im Endeffekt zu viele. Denn nun zerbrach die Gruppe. Einige zog es zurück in die Heimat, andere
hinauf auf den Longinusturm. Und irgendwann bemerkte ein kleiner Trupp Zurückgebliebener, das sie
zurückgeblieben waren. Doch diese Menschen waren nicht nur zurückgeblieben, sie hatten auch eine große
Abneigung gegen Steigungen. Und so erkannten sie, dass der flachste Weg gen Schapdetten führte. Und
dementsprechend zu Julia. So, und jetzt dürfen alle dreimal raten, wo der Trupp landete.
In der Zwischenzeit können wir ja mal schauen was anderswo passiert ist. Moe hat Flaschen vom
Longinusturm geschmissen. Aber da Jens auch noch oben war wurde natürlich Jens rausgeschmissen.
Warum man den Rothaarigen allerdings überhaupt reingelassen hat ist ne andere Frage. Danach sind
mindestens hundert Leute in Henkels Karre zu Lina gefahren und die Hälfte hat es vergessen. Stevo wird so
schnell nicht vergessen, wie er nach Hause gekommen ist. Nachdem er nämlich von der Schapdettener
Vogelstange hinab in einen Graben gestürzt war hatten ihn die Bullen aufgelesen. Da Bullen aber
bekanntlich oft schlecht lesen können wussten sie nicht, was sie mit ihm machen sollten, und so ließ sich
Straffo einfach nach Hause kutschieren.
Richtig, der Trupp kam bei Julia an. Und nicht nur das: er schaffte es sogar noch bevor es anfing
katastrophal zu regnen. Und irgendwann, nachdem man gegessen hatte und nachdem Kati, Oli und Lena
gefahren waren, fing man dann an katastrophal zu kiffen. Und dabei Tabu zu spielen. Und irgendwie schien
die Anzahl der erratenen Begriffe doch in einem Verhältnis zu der Anzahl der gerauchten Tüten zu stehen,
zumindest nahm die Zahl immer weiter ab und die Erklärungen wurden immer seltsamer. Oder kürzer. Je
nachdem, wie viel der jeweiligen Person einfiel. Außerdem waren die meisten abgelenkt. Der Grinch war
äußerst beschäftigt damit, in seiner Ecke cool auszusehen. So lehnte er sich also zurück, setzte seine
Sonnenbrille auf und verschränkte die Arme. Hin und wieder gab er einen wohl durchdachten, aber völlig
zusammenhanglosen Spruch ab, was stets sehr lässig wirkte. Steffi dagegen lebte mal wieder ihre soziale
Ader aus und kümmerte sich darum, das der arme alte Snoop Dog ständig gut zugedeckt war. Und Niko...
der suhlte sich. So blieben nur noch Markus, Julia, Daum und Bene übrig, um zu spielen, und denen wurde
das irgendwann zu bunt (nein, das lag nicht an den Drogen, LSD hatten wir gerade nicht da). Irgendwann
wurde dann ein Taxi gerufen. Wenn man bedenkt, wie weit andere Leute an dem Tag noch gereist sind
eigentlich ein recht gemütlicher Tag. Könnten wir öfter machen.
Ach ja: Der Smulch wollte am nächsten Tag das Haus nicht durchs Treppenhaus verlassen und ist durchs
Fenster geflüchtet, als jeder normale Mensch noch schlief.
4.5.: Hannes Geburtstag
Ja, es gab gut Action an diesem Tag. Was am Anfang gar nicht mal so vorherzusehen war, schließlich schien
es geradezu beängstigend wenig Bier zu geben (ganze fünf Kästen) und die Leute schienen auch nicht
irgendwie in Randale-Stimmung, aber irgendwie kam das Ganze dann doch noch in Schwung. Je dunkler es
wurde, desto verrückter wurden die Ereignisse. Es muss den Stöck leicht verwirrt haben, das Julia bei seiner
Ankunft an ihm vorbei zu ihrer Karre lief, um davonzufahren, einen betrunkenen Schmacko im Schlepptau.
Dann folgten Boris und Sabine, und schließlich musste auch noch der Chronist mit, eine solche schöne
Räubertour darf man nämlich nicht verpassen. Das ist das schöne an überdrehten Leuten (und an solchen,
die knallvoll und aktiv sind): wo die auftauchen passiert immer was. Bei überdrehten Leuten sogar
manchmal etwas geplantes, wie in diesem Fall. In diesem Fall wurde dem Stöck nämlich ein großes
Geschenk gemacht. Nein, ich meine jetzt nicht das er Patenonkel von Julias und Marcos Kind werden darf
(Sabine will übrigens Patenkind von dem Kind werden, wie das genau gehen soll ist mir schleierhaft, aber
vielleicht hat Boris ja Connections zu irgendwelchen geheimen russischen Wissenschaftlern...), ich meine
das Schild. Genau: DAS Schild. Naja, nicht genau das Schild, aber eines das exakt genauso war. Es lebe die
Gleichschaltung. Es gab da nämlich in Billerbeck ein Schild, das schon flachgelegt war, man musste also
nur noch quasi bereits geschlagene Beute einsammeln. Wobei Schlag auch exakt das treffende Wort ist,
zumindest was Schlucke anging. Der war nämlich auf die Telefonzelle geklettert, nachdem Julia (bereits
oben) Angst vor einem Stromschlag bekommen hatte. Schmackos Beruhigungsversuche („Quatsch, da
kriegst du keinen geballert“) halfen nichts. Vielleicht brauchte man auch schon einiges an Bier, um darauf
hereinzufallen. Wie gut, das man den Chronisten mitgenommen hatte. Sonst hätte Schlucke nämlich nicht
mit Daums Schlüssel das Kabel durchsägen können. Und er hätte keinen Stromschlag bekommen. Nachdem
Boris also zuckend von der Telefonzelle geflogen war wurde es Schmacko zu bunt und er riss das
herabhängende Schild einfach herunter. So hatten sie ihre Beute, und nachdem sie es geschafft hatten, Boris
ins Auto zu packen ohne sich zu verletzen konnten sie dann auch bald schon wieder los, um das Geschenk
zu überreichen.
Und um Hans’ Stuntshow nicht zu verpassen. Der kam nämlich, als sich alle schon beruhigt hatten, plötzlich
aus der Dunkelheit angeflogen, stürzte über einen der Stühle hinweg und schlug wie ein gefällter Baum auf
dem Boden auf. Und als er aufstand, da steckte ihm eine leere Bierflasche im Oberschenkel. Immerhin, so
wie der Stunt aussah eine recht harmlose Verletzung. Harmloser zumindest als die von Richard, der sich
unbedingt mit dem 105-Kilo-Koloss hatte anlegen müssen. Jetzt muss der arme Ritzi erst mal ein paar Tage
auf Krücken gehen.
5.5.: Lösses Geburtstag
Kaum einer hatte sich schon ganz von Hannes’ Geburtstag erholt, da ging es auch schon weiter, denn
schließlich hatte Lösse auch noch Geburtstag. Und Ini auch. Und das auch noch am selben Tag, verdammte
Axt. Aber Lösse wurde immerhin etwas älter als 15 (Henkels Schätzung). Außerdem haben demnächst ja
auch noch Jens, Niki und bestimmt 100 anderer Leute Geburtstag. Aber, erst mal hatte bekanntlich Lösse
Geburtstag. Und zwar bei sich zu Hause (wenn er woanders gewesen wäre hätte es sicherlich auch dort
Geburtstag gehabt, in der Nacht davor hatte er beispielsweise bei Hannes Geburtstag), wo sich
dementsprechend auch alle anderen einfanden. Sogar die, die selber auch gerade Geburtstag hatten. Niki
hatte sogar einen wunderschönen Kuchen gebacken, leider aber nicht so ganz auf die Zeit geachtet. Und so
war nicht nur die Schokolade schwarz. Aber, auch wenn es lange dauerte, der Kuchen wurde nachher recht
rasant weggeputzt. Und das wäre auch geschehen, wenn Niki nicht anfangs selber den halben Kuchen
gefressen hätte. Die Hauptakteure aber sollten andere werden, nicht die beiden Geburtstagskinder. Die
Hauptakteure waren: Stoned Foppe, Stoned Moe, Arschvoll Carlo und Aggro Hanning.
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