Ratten - Educa.ch

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Ratten
Erstaunliche Fähigkeiten und Besonderheiten
Ein Tier, das seit Jahrhunderten überall gnadenlos verfolgt
und vernichtet wird, muss schon über beachtliche Fähigkeiten
und
eine
außergewöhnliche
Intelligenz
verfügen
um
die
Erhaltung
der
Art,
dieses
Grundprinzip
der
Natur,
zu
gewährleisten. Auch das hohe Sozialbewustsein der Ratte, ihr
unbedingtes Zusammenhalten und Sich- gegenseitig- Schützen ist
nichts anderes als eine Ausdrucksform ihr Intelligenz. Denn
als ich-bezogene Einzelgänger wären sie längst ausgerottet
worden. . . Hier eine Auswahl:
 Ratten verfügen über einen hochentwickelten Geruchs- und
Geschmacksinn, der es ihnen ermöglicht, noch zwei
Millionstel eines Giftstoffes im Futter wahrzunehmen.
 Ratten können neuerworbenes Wissen sogar vererben,
zwar bereits an die nächste Generation.
und
 Ausgewachsene können sich durch Öffnungen zwängen, die
nicht größer als ein Fünflieber sind.
 Sie können kilometerlang schwimmen, mit Hilfe
geschickten
Greifhänden
gut
fischen
und
hervorragende Taucher (z.B. durch Abwasserkanäle).
ihrer
sind
 Ratten können an Sielrohren senkrecht nach oben Klettern,
vom Keller bis in den 10. Stock eines Hochhauses
 Sie sind wahre Balancekünstler und gelangen sicher über
Ankerketten, Siele oder Telegraphenleitungen ans Ziel
 Rattenweibchen besitzen die seltsame Fähigkeiten, bei
schlechten
Lebensbedingungen
(Raumnot,
Nahrungsmangel
uns.) die bereits im Mutterleib entwickelten Föten wieder
zurückzubilden. dies tun sie aber auch, wenn eine neuer
Favorit auftaucht. So sind sie in der beneidenswerten
Lage, nur Wunschkinder zur Welt zu Bringen.
 1950 betraten amerikanische Wissenschafter zum erstenmal
wieder die Atollinsel Engibi im Pazifik, die jahrelang
Versuchen mit Atombomben ausgesetzt war. die Ratten auf
der Insel waren kerngesund und hatten keine genetischen
Schäden
Ratten gehören zur größten Säugetierordnung überhaupt, den
Nagetieren. Hierbei gibt es mehr Unterordnungen. Letztere
werden wiederum unterteilt in mehrere Unterfamilien, unter
anderem in Echte Mäuse, zu denen Mäuse und auch Ratten zählen.
Biologisch gesehen sind Ratten also grosse Mäuse. In
Mitteleuropa gibt es nur zwei arten der Gattung "Rattus". Die
Hausratte (Rattus Rattus), die mittlerweile schon nahezu
ausgerottet ist, und die Wanderratte (Rattus norvegicus).
Sämtliche, heute bei uns lebenden Heimtier-Ratten und ebenso
die Laborratten stammen von der wilden Form der Wanderratte
ab.
Schädel einer Ratte
BIOLOGISCHE DATEN DER RATTE
Körpermasse:
deutlich darüber
Körpertemperatur:
Kopf-Rumpf-Länge:
Schwanzlänge:
Atemfrequenz:
Herzschlagfrequenz:
Geschlechtsreife-.
Zuchtreife:
Brunstzyklus-.
Tragzeit:
Wurfgröße:
Lebensdauer:
250-600 g, bei Böcken unter Umständen
37,5 - 38,5°C
22-26 cm
18-22 cm
60-170 Respirationen/min.
300-500 Schläge/min.
50-72 Tage
90-100 Tage
alle 4-6 Tage für 0 14 (9-20) Std.
20-23 Tage
6-12 (bis max. 20) junge
M bis 3, W bis 2,7 Jahre
Ratten
Ich weiss nicht, was die
Menschen denken,
wenn sie mich oder eine
andere Ratte sehen.
Meist ekeln sie sich vor
unseren Schwänzen
oder vor den grossen Augen.
Aber jedes
meiner Körperteile hat eine
bestimmte Funktion
und kann nicht einfach weg
gelassen werden.
Als erstes der Kopf.
Wie bei jedem Tier gibt es
zwei Augen,
Ohren und eine Nase mit
Tasthaaren
und ein Maul.
Augen
Meine Augen sind nicht wie
beim Menschen vorne sondern
seitlich.
Dadurch wird das räumliche
Sehen fast unmöglich,
da die Augen zwei
verschiedene Bilder zeigen.
Diese zwei verschiedenen
Bilder können sich
überschneiden,
dies hilft mir weitere
Entfernungen abzuschätzen.
In der menschlichen Netzhaut
gibt es "Zapfen",
die für das Farbsehen
notwendig sind,
diese Zapfen sind bei uns
Ratten nicht vorhanden,
d.h. wir können keine Farbe
sehen.
Wir können auch kein
langwelliges Licht
(was das auch immer sein mag)
wahrnehmen.
Mit unserer
Lichtempfindlichkeit ist das
auch so eine Sache.
Albinos sind wesentlich
empfindlicher auf Licht als
"normale" Ratten.
Wir sind aber auch sehr
empfindlich auf zu helles
Licht,
was daran liegen mag, dass
wir nachtaktive Tiere sind
und unsere Augen sehr gut an
die Dämmerung angepasst sind.
Es gibt Artgenossen
die eine rote Augenfarbe
haben,
meist sind diese Ratten
Albinos,
d.h. sie haben keine
Farbpigmente.
*Meine Augenfarbe ist
dunkelbraun bis schwarz.*
Ohren
Meine Ohren und die der
Menschen
würden sich perfekt ergänzen.
Ich und meine Artgenossen
können hohe Töne über 20 kHz
wahrnehmen,
bei den Menschen geht die
Empfindlichkeit selten über
20 kHz.
Dafür können Menschen tiefere
Töne hören, bis etwa 16 Hz,
ich dagegen kann Töne die
unter 8 kHz liegen nicht mehr
wahrnehmen.
* Jetzt weiss ich auch,
warum meine Besitzer
mich nicht verstehen,
wenn ich mit ihnen rede, denn
ich spreche mit mehr als 20
Kilohertz *
Nase
Das was die Menschen plump
als ihre Nase bezeichnen,
ist für uns Ratten sehr
wichtig.
Unser Geruchssinn ist
wesentlich ausgeprägter als
der menschliche.
Wir können durch schnüffeln
leicht ermitteln,
ob wir es mit jemandem
Bekannten oder mit einem
Fremden
zu tun haben.
Auch zum Ermitteln von Futter
(hmmm, ich kriege gerade
Hunger)
ist unsere Nase nützlich.
An meiner Nase befinden sich
meine zweiten Augen.
Man nennt sie Vibrissen
oder einfach Tasthärchen.
Sie helfen mir,
niedrigere Entfernungen
einzuschätzen,
dies erfolgt durch Berührung
mit ihnen.
Warum ich zweite Augen dazu
sage,
hat schon seine Gründe:
Wenn z. B. ein Joghurt-Drops
so nah zwischen meine Augen
fällt,
dass ich ihn nicht mehr sehen
kann,
helfen mir nur noch meine
Tasthärchen weiter.
Selbst blinde Ratten können
so noch überleben.
Gebiss
Unser Rattengebiss ist
eigentlich recht einfach
aufgebaut:
Vorne im Ober und Unterkiefer
sind zwei Incisivi,
was soviel heisst wie
Schneidezähne,
darauf folgt eine Diastema,
für Unwissende:
eine grosse Zahnlücke.
Im letzten Teil des Kiefers
sind drei Molaren,
das was ihr Menschen
Backenzähne nennt.
Wir Ratten sind monophydont.
Was das ist ? Ist doch
einfach !
Wir haben keine Milchzähne
und
unsere kleinen Beisserchen
wachsen ständig nach,
deshalb solltet ihr einer
Ratte, wie mir,
immer etwas Hartes zum Kauen
in den Käfig legen.
Pfoten
*Unsere Händchen und
Füsschen,
wie sie doch so liebevoll
von Menschen genannt werden,
sind sehr flexibel*
Grösse
Es gibt aber immer welche die
von Natur aus grösser sind,
diese Ratten fallen auf.
Ich gehöre wohl zur kleineren
Sorte aber im Allgemeinen
werden Ratten-Männer 20-37 cm
gross,
die Weibchen nur um die 27
cm.
Wir stolzen Männchen schaffen
ein Gewicht von 300-600
Gramm,
die Weibchen sind etwas
leichter als wir,
so um die 200-400 Gramm.
Ratten, die künstlich
auffallen wollen,
fressen sich schwerer als
ihre Artgenossen.
Die Hände haben 4 Finger und
einen fast ganz zurück
gebildeten Daumen.
Mit unseren Händen können wir
unsere Nahrung festhalten
und sie eignen sich auch zum
putzen.
Unsere Füsse lassen sich sehr
weit nach hinten dehnen.
Die Füsse haben im Gegensatz
zu den Händen 5 Zehen.
Hände so wie Füsse haben
Krallen, mit denen kann man
(sich)
besonders gut kratzen aber
auch gut Löcher graben.
Schwanz
*Er ist leicht behaart
und hat 160-205
Schuppenringe*
Das, wovor sich die Menschen
am meisten fürchten
ist ein Rattenschwanz
Geschlechtsreife
Meistens ist der Schwanz
genau so gross wie der Körper
von der Ratte,
die ihn hat.
Bei mir ist es jedenfalls so.
Er eignet sich gut beim
Klettern als 5te Hand,
man kann sich damit
festhalten.
Ich habe es zwar noch nie
ausprobiert aber ich glaube,
dass er beim Schwimmen auch
sehr nützlich sein kann,
z.B. zum lenken.
Beim Springen kann man mit
dem Schwanz navigieren.
Nur wohin sollte ich springen
... ?
Ein beliebtes Thema zwischen
uns Ratten.
Man(n) und Frau ist mit etwa
50-72 Tagen auf der Welt
paarungsbereit.
Einige, die mal wieder
auffallen wollen sind früher
geschlechtsreif.
Am fruchtbarsten sind wir
zwischen 100 und 300
Lebenstage.
Mit etwa 1 1/2 werden wir
steril,
d.h. wir können keine Jungen
mehr produzieren.
Weibliche Artgenossen tragen
unsere Babies
etwa 20-23 Tage in ihrem
Bäuchlein.
Am Ende dieser Frist poltern
um die 8-12
Jungtiere aus ihrer Mutter.
Muttertiere, die auffallen
wollen
bekommen mehr Junge, so etwa
um die 20.
Von der Mülltonne
Stationen einer herzerobernden Kariere
Wissenswertes über Ratten
Der zoologische Begriff
Auf dieser Welt gibt es über 570 verschiedene Rattenarten, von
der Bambusratte über Beutelratte, Moschusratte, Reisratte,
Bisamratte bis zur Wüstenratte. Zu den Nagetieren gehören die
fast ausgerottete Hausratte (Rattus rattus) und die
Wanderratte (Rattus novegicus). Sie gehören zur Familie der
echten Mäuse(Murinae), einer Unterfamilie der Mäuse (Muridae)
insgesamt.
Woher kommt die Wanderratte
Die Vorfahren der Raten, die heute als Heimtiere gehalten
werden, sind Wanderratte. Sie kamen erst vor rund 200 Jahren
aus Ostasien nach Europa. Ursprünglich waren Ratten nur in
Asien, Europa und Australien verbreitet. Nach Amerika
gelangten sie als "blinde Passagiere" auf Schiffen versteckt.
Auf diese Weise gelang es ihnen inzwischen, die Welt zu
bevölkern.
Wanderratten unter sich
Wanderratten leben in Rudeln zusammen. Die Beziehung zu
anderen Familien ist Distanziert, aber nicht unfreundlich,
denn es sind ausgesprochen friedfertige Tiere. Ob eine Ratte
zur Familie gehört oder nicht, erkennen sie an ihrem Geruch.
Taucht eine Fremde Ratte im Revier auf, wird sie entweder
verjagt oder sogar in die Familie aufgenommen, vorausgesetzt,
sei unterwirft siech mittelt des "Demutsschreis". Dabei
handelt es sich um Ultraschalllaute zwischen 20 und 25 kH, die
menschliche Ohren jedoch nicht wahrnehmen können.
Pest von der Ratte eingeschleppt?
Noch heute wird die Ratte mit der Pest in Verbindung gebracht.
Sie konnte den Menschen aber nur den Rattenfloh anstecken, der
mit dem Pesterreger Yersinia pestis infiziert sein musste.
Zuerst starb also die Ratte an der Pest, worauf der Pestfloh,
notgedrungen auf den Menschen übersprang. Da dieser Floh aber
nur in Warmen Klimazonen gedeiht und bei uns allenfalls in
heißen Sommermonaten einen Überlebenschance hat, darf
bezweifelt werden, dass die Pest wirklich von den Ratten nach
Europa eingeschleppt wurde. Schuld an der verheerenden
Ausbreitungen der Seuche waren wohl in erster Linie die
katastrophalen hygienischen Verhältnisse der damaligen Zeit.
Verachtete und verfolgt
Jahrundertelang galten Ratten als Ekeltiere und Überträger von
gefährlichen Krankheiten. Deshalb wurden und werden sie
weltweit bekämpft. Sie wurden im eigentlichen Wortsinn in den
Untergrund - Kellerlöcher, Kanalisation - abgedrängt. In
Domizile, die sie keineswegs aus eigener Entscheidungsfreiheit
bevorzugen würden. Untieren und Schädlinge gibt es aber im
Plan der Schöpfung nicht: jedes Tier hat seinen Platz, seine
Aufgaben und Funktionen - ob wir Menschen es nun Begreifen
oder nicht. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass Ratten
einen großen Teil der Weltgetreideernte fressen und dass sie
deshalb so erbittert verfolgt werden müssten:
ernährungspolitisch gesehen stellt die Fütterung von großen
Nutztieren die Welt aber vor weit größere Probleme. Ein Rind
z.B. braucht täglich soviel Getreide wie 15 Vegetarier. Das
Welthungerproblem wäre gelöst, wenn die Menschheit weniger
Fleisch essen würde. . .
Die Heutige Ratten- Bekämpfung
Wenn Ratten auf Futter Treffen, das sie noch nicht kennen,
opfern sich die jungen Männchen des Rudels freiwillig als
Vorkoster. Auch bei Hungerwarten die Tiere erst ab, ob beim
Vorkoster keine Anzeichen einer Erkrankung auftreten. Wenn ja,
rührt keines der Tiere das Futter je wieder an.
Wissenschaftler entwickelten deshalb Antikoagulantien, ein
Mittel, welches langsam wirkt und die Blutgerinnung Hemmt. Die
Ratten sterben erst nach vielen Stunden äußerst qualvoll an
inneren Verblutungen. Inzwischen tauchen bereits die ersten
sogenannten "Superratten" auf, welche völlig immun dagegen
sind. Noch werden diese Mittel aber auch mit Erfolg verwendet.
Warum aber hat es zuviel Ratten? Die Ratten leben in der nähe
des Menschen, weil dieser viel Abfall verursacht, von welchem
die Ratte lebt. je sauberer der Mensch seinen Abfall entsorgt
(z.B. keine Lebensmittel im Spültrog oder WC hinunterspülen,
Kehrichtsäcke nicht im Freien abstellen) - desto weniger
Ratten vermehren sich - desto weniger Gift müssen ausgestreut
werden.
Ratten in anderen Kulturen
In der hinduistischen Mythologie gilt die Ratte als Reittier
des Gottes Ganesha. in einigen Tempeln werden Ratten den auch
als heilige Tiere verehrt und gefüttert. Man nennt sie dort
auch oft zärtlich "Kabas" (Kinder). Wer sie verletzt oder gar
tötet, Verliert sein gutes Karma und setzt sich damit
schlimmem Unheil aus. . .
Einteilung der buddhistischen Kalenderjahre, deren erstes
Zeichen die Ratte ist. Auch in vielen Märchen anderer Völker
(Mayas, Indianer etc.) tritt die Ratte oft als weise,
Hellsichtige Gestallt auf, die Glück bringt. Die bekannteste
deutsche Ratten - Sage ist wohl "Der Rattenfänger von Hammeln"
Ratten finden Freunde
Wer sich näher mit Ratten beschäftigt, wird feststellen, dass
sie nicht nur sehr intelligente, reinliche und
anpassungsfähige Lebewesen sind, sondern auch liebenswerte
Heim- und Streicheltier werden können. Bis vor wenigen Jahren
wurden Ratten höchstens von der Chemie als Labor- und als
Futtertiere für Reptilien gezüchtet. Es waren Punks, die
(Labor-) Ratten als Heimtier entdeckten. Inzwischen sind
Ratten die neuen Herzensbrecher unter den Heimtieren geworden.
Bereits gibt es in vielen Ländern Rattenfreundesclubs, in
denen man bemüht ist, durch profunde Informationen über Ratten
zu informieren und so Berührungsängste und Vorurteile
abzubauen und Interessen für ein ideales Heimtier zu wecken.
Spaziergang mit der Ratte
Es gehört zum guten Ton unter Rattenfreunden, dass man die
Ratte auf Spaziergängen und Ausflüge mitnimmt. Dei neugierige,
zahme Ratte leibt dieses Abenteuer ganz besonders (wenn man
dabei die Bedürfnisse und Interessen der Ratte
berücksichtigt).
Ratten im Tierversuch. . .
In der Tierversuch-Industrie profitiert man vom Negativimage
der Ratte: Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass 85 - 90%
der Versuche ja "nur" an Mäusen und Ratten (die ca. 94%der
Versuchstiere darstellen), vorgenommen werden - als ob es sich
um minderwertige Tierarten ohne Empfindung handle. Gemäss dem
Bundesamt für Veterinärwesen wurde 1995 offiziell 621`182
Tiere (davon 240`588 Ratten) im Tierversuch "verbraucht". Wenn
wir glauben, Tierversuche seien nötig, ist es unsere Pflicht,
den Tieren zumindest eine art- und tiergerechte Haltung zu
bieten: es ist aber eine erschütternde Tatsache, dass gerade
Ratten und Mäuse alles andere als art- und tiergerecht
gehalten werden und oft ein trauriges Dasein in einem viel zu
kleinen Käfig ohne Beschäftigungsmöglichkeiten fristen müssen.
. . . und in der Forschung
Seit 1890 werden Ratten gezielt für Versuche im Labor
gezüchtet. An ihnen werden Medikamente, Kosmetika, Sprays,
chemische Produkte, usw. getestet. Ihre Reaktion auf
Giftstoffe soll Aufschluss darüber geben, wie schädlich bzw.
unschädlich dieses Produkt für und Menschen sind. Dabei
scheint sich niemand zu überlegen, dass Ratten die Fähigkeit
besitzen gegen Gifte jeglicher Art innerhalb kurzer Zeit
resistent zu werden - im Gegensatz zum Mensch. Die meisten
Ratten werden aber in der Krebsforschung "verbraucht". Dafür
züchtet man sie auf eine besondere Krebsanfälligkeit hin. Der
künstlich erzeugte Krebs der Ratten ist aber nicht derselbe,
den ein Mensch auf natürliche Weise entwickelt: und die
Behandlungsmethoden, welche bei Ratten vorübergehend
anschlagen, Wirken deshalb beim Menschen nicht. Dei
Krebsforschung an Ratten wird nun 50 Jahren betreiben, ohne
wirksame Ergebnisse für den Menschen und es ist eine Tatsache,
dass der wissenschaftlichen-statistische Beweis für die
Übertragbarkeit der Ergebnisse aus Tierversuche auf den
Menschen bis heute nicht erbracht wurde. Alle daraus für den
Menschen abgeleiteten Rückschlüsse sind deshalb immer noch
Interpretationen, Hypothesen und Vermutungen. Immer länger
aber wird die Liste der Produkte, die trotz vielen
Tierversuche den Menschen erheblich schädigen ( Contergan,
Cortison, Clioquinol usw.) Fast Täglich müssen Medikamente
wegen bislang nicht bekannten schweren Nebenwirkungen aus dem
Welthandel zurückgezogen werden.
Ratten im Sprachgebrauch
Oft wird ihr Name auch als Schimpfwort gebraucht: man
unterstellt Boshaftigkeit, Heimtücke und andere typisch
menschliche Gemeinheiten. Jemand "wie eine Ratte zertreten"
gilt als Heldentat, denn es kann sich nur um ei verkommenes
Subjekt handeln, das keine Gnade verdient. Ähnliche Verwendung
findet der Name auch in vielen Krimis und Filmen (z.B. Das
Rattennest).- Das Wort " Maus" hingegen hat einen weit
besseren, heimeligeren Klang und wird sehr häufig als
Kosenahme verwendet: Vielleicht ließe sich einiges an
Vorurteilen gegenüber Ratten abbauen, wenn man sie in "große
Maus" oder "Maximaus" umtaufen würde
Ratten und Krebs
Da alle Ratten, die als Heimtiere gehalten werden, von
Laborratten abstammen, tragen sie auch deren
Krankheitsanfälligkeit in sich. Häufig sind Krebs,
Atemwegserkrankungen und Herzschwächen. Deshalb müssen Ratten
leider oft schon im Alter zwischen 18 bis 24 Monaten
eingeschläfert werden um sie vor Schmerzen und Leiden zu
bewahren. Auf der anderen Seite gibt es aber auch ganz normale
Zuchtratten, die ein beachtliches Alter von bis zu vier Jahren
ereichen können.
Die Hausratte (Rattus rattus) ist zwar seltener als
die Wanderrate, aber gilt als ein höchst gefährlicher
Schädling. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 1626 cm, eine Schwanzlänge von 20-24 cm und ein Gewicht
von 150-250 g. Insgesamt hat der Schwanz 200-260
Ringe. Der Kopf ist schmaler und die Ohren länger als
bei der Wanderratte. Außerdem sind die Ohren der
Hausmaus nackt. Die Oberseite des Körpers ist braunbis grauschwarz, die Unterseite etwa heller. Es gibt
aber auch andersfarbige Varianten, wie schwarze,
graubraune, braune und bunte mit deutlich abgesetzter
weißer Brustzeichnung. Es ist möglich, dass in einem
Wurf die verschiedensten Farbvarianten auftauchen.
Die Hausratte ist ein wärmeliebendes Tier und ist bei
uns selten außerhalb von menschlichen Bauten zu
finden. In wärmeren und tropischen Regionen lebt sie
auch im Freien, meistens auf Bäumen, in denen sie
kugelförmiges Nest baut. In den Gebäuden hält sich
meistens in den oberen Stockwerken, Böden und Dächer
auf. Die Hausratte ist dämmerungs- und nachtaktiv.
Sie ist ein sehr guter Kletterer und Springer. Sie
ist nicht so aggressiv wie die Wanderratte, duldet
auch eher Artgenossen in der Nähe und ist im
allgemeinen nicht so leicht reizbar. Die Nahrung der
Hausratte besteht hauptsächlich aus Getreide,
Früchten und Gemüse. In Häusern macht sie sich über
die Lebensmittelvorräte her, am liebsten über
Getreideprodukte, Pflanzenfett und Zucker. Tierische
Nahrung nimmt sie nur als Beikost. Ein- bis zweimal
im Jahr bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von
24 Monaten 6-12 Junge zur Welt. Da die Ratte als
Schädling und Krankheitsüberträger bekämpft wurde,
gilt sie jetzt als gefährdete Tierart bei uns in
Deutschland. Auch wenn es sich jetzt widerspricht,
die Hausratte ist ein einheimisches Tier und es
wurden deswegen für deren Erhaltung Schutzmaßnahmen
ergriffen. Aber auch die Wanderratte trägt, wenn auch
nur zu einem kleinen Teil, dazu bei, dass die
Hausratte immer seltener wird. Die Wanderrate ist
größer, kräftiger, ausdauernder und aggressiver als
die Hausratte, und sie ist auch fortpflanzungsmässig
überlegen. Kommt es mal zu einem Kampf zwischen
diesen beiden Arten, dann ist die Hausratte der
sichere Verlierer. Die natürlichen Feinde haben
überhaupt keinen Einfluss auf die Entwicklung der
Hausratte, weil sie teilweise sehr selten geworden
sind, dazu gehören Eulen, Greifvögel, Steinmarder,
Hermeline, Iltisse und Mauswiesel. Hin und wieder
spezialisiert sich auch mal eine Katze oder ein Hund
auf die Rattenjagd. Es gibt sehr viele Unterarten der
Hausratte. Rattus rattus rattus lebt in Nord- und
Mitteleuropa. Rattus rattus alexandrinus im
Mittelmeergebiet und anderen warmen Regionen. Die
Fruchtratte (Rattus rattus frugivorus) lebt in sehr
warmen Gebieten. Haltung: Die Hausratten lassen sich
auch gut als Haustier halten. Sie entpuppen sich dann
als intelligente und zutrauliche Pfleglinge. Sie
benötigen einen geräumigen Käfig, der mit etwas
trockener Streu und einem dunklen Unterschlupf
ausgestattet ist. Von den Ratten geht auch keine
Geruchsbelästigung aus, wie man es von Mäusen kennt.
Man sollte Ratten möglichst nicht als Pärchen halten,
denn sie vermehren sich enorm. Außerdem werden sie
dann auch nicht so zahm.
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