Diablo3-Charakterklasse: Moonlightsilver Monks

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Diablo3-Charakterklasse: Moonsilver Monks
(Mondsilber-Mönche)
Ein Charakterkonzept von Hank Chinasky*
Vorgeschichte
Sunai-Wan war der jüngste Sproß einer mächtigen Priester-Familie in Kurast, damals, als die
Stadt Kurast auf dem Höhepunkt ihrer Macht stand. Da schon zwei Brüder Sunai-Wans als
Adepten den Weg des Priesters gewählt hatten, ließen es die Gesetze der Tempelstadt nicht
zu, daß auch er den Weg der Geistlichkeit einschlüge.Wie viele Söhne aus reichem Hause
startete er daher eine Reise durch die Lande Sankturios, um auf diese Weise seiner Berufung
näher zu kommen. Er fand sie scheinbar in Luth Gholein, der Wüstenstadt am Meer, in
welcher zu jenen Zeiten die besten Klingen der Welt geschmiedet wurden. Die Waffenmacher
der Stadt verwendeten den berühmten Damaszenerstahl, dessen Roherz in den Höhlen, welche
Sandwürmer in den Wüstenboden bohrten, gewonnen wurde: eine gefährliche
Rohstoffgewinnung, die nicht unerheblich zu den sagenhaften Preisen beitrug, welche man für
Waffen aus Luth Gholein zahlen mußte.
Sunai-Wan verdingte sich als Lehrling beim angesehensten Schmied der Stadt, und nach der
üblichen Ausbildungszeit von 7 Jahren schuf er sein Meisterstück: die rote Feuerwelle, eine
meisterhaft austarierte Klinge, deren scharfer Schneide die Hitze der Wüste zusätzliche Macht
verlieh.
Sunai-Wan war nun ein Meisterschmied, er hätte durch sein Handwerk alsbald ein reicher,
angesehener Mann werden können, beide Töchter seines Lehrmeisters buhlten um seine
Gunst. Doch von einem Reisenden kam die Kunde an ihn, daß in den eisigen Bergen des
hohen Nordens ein Metall zu finden sei, welches selbst den Damaszenerstahl noch zu
veredeln wisse: Mondlicht, zu Quecksilber geronnen, sie flüssige Essenz der Kälte, des
schnellen Windes und des blitzschnellen Todes. Leicht wie eine Feder und härter als Adamant
könne das Mondlichtsilber eine Stahllegierung machen, so berichtete der Reisende, es heißt,
daß das Schwert Tyraels selbst aus diesem Material bestünde.
Solche Kunde ließ Sunai-Wan fortan nicht mehr ruhig schlafen, bis er sich entschied, die
weite und beschwerliche Reise in den Norden auf sich zu nehmen, um nach dem flüssigen
Mondlichtsilber zu suchen, um seine Kunst des Schmiedens zu vervollkommnen.
Wochen und Montate war Sunai-Wan unterwegs, viele Abenteuer bestand er, bis er endlich
auf den Hochlanden der Nordberge stand, den eisigen Winden, die hier wehten, mehr durch
sein inneres Feuer der Wißbegier trotzend als durch die vielen Schichten von Kleidung… Vor
ihm ragte Harrogath auf, die Feste der Barbaren, und dort erhoffte er sich Informationen über
die Mondlichtsilber-Vorkommen.
Doch die Auskunft, die er erhielt, waren bestürzend, umso mehr, da sie ihm vom
Burgschmied persönlich, Larzuk Larzuksen, zuteil wurde: „ Aus Luth Gholein, der
Essenroten Stadt kommst du, schwarzgesicht’ger Fremder, und bist auf der Suche nach
Mondlichtsilber? Deine lange Reise hättest du dir sparen sollen, denn dieses flüssige Metall
kann von keinem Sterblichen gewonnen werden: tief unten in den eisigen Höhlen, unterhalb
noch der frostklirrenden Gleschterpassage, lief das Mondlichtsilber zusammen, welches von
den Gipfeln des Arrerat rann. Doch wird es bewacht von einem unbesiegbaren Hüter, dem
weißen Tier, dem Schneemenschen, welchen wir hier den Yeti nennen. Yeti verfügt über
göttliche Kräfte, die denen des Tyrael nicht nachstehen, verliehen wurden sie ihm von der
Herrin der Winde, deren Wille uns die Eiststürme, den Frost, den heißkalt zischenden Blitz
bringt. Yeti ist ihr treuestes Geschöpf, ihr geliebtes Kind, in ihn hat sie ihre Macht gelegt und
ihren Hass auf alle Wärme, alles pulsierende Leben. Yeti wiederum liebt das Mondlichtsilber,
denn er liebt das Licht, welches von ihm ausgeht: Dunkelheit wäre sein Los ohne es, denn die
Strahlen der Sonne oder gar des Feuers schmerzen ihn, die Hitze ist sein Feind. Schon so
mancher Recke suchte heimlich oder im offenen Kampfe dem Yeti etwas von dem flüssigen
Silber, ein paar wenige Tropfen nur, abzutrotzen. Doch jeden noch erschlug er mit einem
einzigen Hieb seiner eisigen Pranken, und kein Ritter vermochte mit seiner Waffe auch nur
einen Ritz in Yetis vom weißen Pelz geschützte Haut zu schlagen. So kehre um und bescheide
Dich mit dem Stahl deiner gesegneten Heimatstadt, über welchen ich nur allzugern verfügen
würde bei meiner Arbeit!“
Also sprach Larzuk Larzuksen zu Sunai-Wan und meinte, ihn genügend gewarnt zu haben.
Doch in dessen Herz loderte die Begierde nach dem Mondlichtsilber nun noch stärker, heiß
wie die Wüstensonne loderte es, tief und unbezwinglich wie die Wurzeln der Urwaltbäume
war das Begehren in seine Seele gedrungen und so fürchtete er auch nicht den weißen
Schneemenschen.
Schon am folgenden Tage begab er sich auf den beschwerlichen Weg zu der
Gletscherpassage. Wer kündet von all den Gefahren, die er überwand, wer von der
Einsamkeit, die mit dem heulenden Wind von seinem Gemüt so manches Mal Besitz ergriff?
Das Schweigen der Berge, das Kreischen der nadelspitzen Schneekristalle, die wie Klingen
über den gefrorenen Harsch fuhren – sie schrieben sich als unauslöschliche Spuren in SunaiWans Gemüt ein und als er endlich vor dem Eingang zur Gletscherpassage stand, ergriff ein
namenloses Grauen seinen Geist. Sein Herz schrie vor Angst, nur den Tod werde er dort unten
finden, ein eisiges Grab sei ihm schon bereitet, so dröhnte eine höhnische Stimme in seinem
Kopf. War es die Stimme der kalten Herrin, oder waren es nur seine überspannten Nerven?
Doch nun war er schon so weit gekommen, zu weit, um noch zumzukehren, denn der
Rückweg würde ihm zu lang werden, der Hunger und die Schwäche würden ihn
darniederstrecken. So schloß Sunai-Wan Furcht und alle warnenden Stimmen aus seinem
Geiste aus. Ein letztes Mal blickte er sich um und sog das fahle Restlicht der Sonne, die kaum
durch die niedrig hängenden Sturmwolken drang, in sich auf, entzündete eine Fackel und
begab sich hinunter in die geheimnisvoll und drohend funkelnde Dunkelheit der
Gletscherpassagen.
Still war es hier unten, das Heulen der Stürme war bald nur noch ein fernes Flüstern an
seinem Ohr, das Knirschen der Stiefel im Schnee wich dem leisen Klacken, welches die mit
Eisennägeln beschlagene Sohle auf dem blanken Eis verursachte. Die in bizarrsten Mustern
geformten Eiswände, einmal klar wie Glas in eine unendliche Schwärze blicken lassend, mal
von weißer, grünlicher oder bläulicher Farbe, milchig oder gänzlich undurchscheinend,
spiegelten das Licht der Fackel wider, doch schien es so, als saugten sie den größten Teil des
Fackellichtes auf wie ein trockener Schwamm das Wasser: kaum konnte Sanui-Wan fünf Fuß
weit vor sich blicken. Und so geschah, was er dadurch, daß er immer wieder Zeichen in die
Eiswände kratzte, hatte verhindern wollen: er verirrte sich im Gewirr der Eishöhlen. Viel zu
schnell brannten die mitgebrachten Fackeln herunter, die er aneinander zu entzünden
gezwungen war, bald schon hatte er die letzte in der Hand und konnte in ihrem flackernden
Licht gerade noch erkennen, daß er im Kreis geirrt sein mußte. Dann, während er entsetzt ob
dieser Einsicht innehielt und das Zeichen an der Wand anstarrte, welches er selbst wohl
vorhin dort eingeritzt hatte, löste sich ein Brocken matschigen Harsches von der Decke, fiel
auf die Fackel und ließ so vollkommenste Düsternis über ihn hereinbrechen.
Sunai-Wan erwachte mit dem süßlichen Geruch von Blut in der Nase. Er lag inmitten eines
Haufens Wolfsfelle, von denen manches erst kürzlich seinem einstigen Träger abgezogen
worden schien. Über ihm hob sich eine riesige, zottelige Silhouette von einem bläulichgrünen Schimmern ab, die er, obwohl nie zuvor gesehen, doch sofort erkannte: „Yeti!“
Der Schneemensch lachte heiser und stupste Sunai-Wan mit seiner Tatze an die Nase:
„Schwarzgesicht!“ In Yetis Stimme war ein Donnern und Dröhnen wie von fernen Lawinen.
„Du sprichst meine Sprache?!“, fragte Sunai-Wan verwundert und wühlte sich ächzend aus
den Fellen hervor.
„Ich spreche viele Sprachen!“, sagte Yeti, „Die Sprachen der Menschen, die Sprachen der
Tiere und die Sprachen der Winde. Meine holde Herrin lehrt sie mich alle! Doch wie kommt
es, daß Du die Sprache der verfluchten Menschen sprichst? Deine Haut ist Nachthaut, so
schwarz wie die meine!“
„Deine Haut ist schwarz?“, fragte Sunai-Wan zurück, denn er wollte nicht direkt zugeben,
einer der verfluchten Menschen zu sein. „Dein Fell ist doch ganz weiß, wie kann da deine
Haut schwarz sein?“
„Auch das Fell des Eisbären ist weiß, während seine Haut schwarz ist. Die Felle der Wölfe, in
welche ich dich legte, um die Hitze von dir fern zu halten, sind ebenfalls weiß – und doch ist
deine Haut schwarz! Unter meinem weißen Fell bin ich schwarz wie du. Wir sind Brüder in
unserer Haut und so barg ich dich und kühlte dich, meinen Bruder! Und siehst du – die holde
Herrin hat Recht, wenn sie uns lehrt, nie unsere Haut zu zeigen, durch welche die Hitze dringt
wie die Hiebe der Feinde.“
„Du hast mich in die Felle getan, um die Hitze von mir fernzuhalten?“, wollte Sunai-Wan
erstaunt wissen.
„Nun freilich!“, sagte Yeti, „Sie halten ebensogut die Hitze fern, wie sie die Kälte von den
Wölfen fernhalten. Und es hat ja auch geklappt, denn Du bist zu neuem Leben erwacht, als
das Feuer des Todes dich schon fast erfaßt hatte!“
Sunai-Wan richtete sich auf und schaute sich um: Sie befanden sich an der Wand einer
gewaltigen Eishöhle, deren Boden aber aus hartem Felsgestein bestand. Offensichtlich war
dies der Grund des Gletschers. Das grünlich-blaue Schimmern hatte seinen Ursprung in einem
Etwa fünfzig Fuß entfernten Steinbassin, aus welchem es in kalten Farben silbrig glänzte und
gleißte. Dort mußte sich das legendäre Mondlichtsilber befinden, von dem es hieß, daß es von
sich aus leuchtete.
Die Erkenntnis, so nah dem Ziel seiner Reise zu sein, kam über Sunai-Wan wie ein kalter
Wasserguß: Erschreckend, aber auch wach machend. Seine Sinne waren geschärft, die
Erregung durchfuhr ihn heiß und ließ ihn die lähmende Kälte, die eben noch mit Eisesfingern
nach seinen Knochen getastet hatte, vergessen. Dort war das Mondlichtsilber, hier war sein
Hüter, der Yeti, durch dessen Fellrüstung keine Menschenwaffe drang und der ihn, SunaiWan, für seinen Bruder hielt. Und neben sich ertastete der Schmied, unter die Felle geraten,
die in Lappen eingeschlagene Schwertklinge – rote Feuerwelle, sein Meisterstück.
„Ich danke Dir, Bruder Yeti, daß du mich vor der Hitze gerettet hast!“, sprach er nun listig,
„Es war Rettung in letzter Minute. Doch wisse – nicht ohne Grund kam ich hier zu dir, denn
ich brauche Deine Hilfe!“
„Welche Hilfe mag dies sein?!“ wollte Yeti wissen.
„Gar seltsam mag dir mein Anliegen erscheinen, doch wisse: die holde Herrin, der auch ich
diene, gab mir dereinst ein Geschenk: eine wertvolle Schwertklinge. Ich mußte ihr einen
heiligen Schwur tun, nie wieder eine andere Waffe als dieses Schwert in die Hand zu
nehmen.“
„Solch einen Schwur zu tun war gut und richtig!“, sprach Yeti, „Denn die Geschenke, die uns
die Herrin macht, sollen wir ehren und uns ihrer würdig zeigen. Mir gab sie jenes Mondlicht,
das dort drüben im Brunnen leuchtet und ich mußte ihr schwören, es mit meinem Leben zu
verteidigen gegen jeden, der es stehlen wolle.“
„Auch dieser Schwar war gut und richtig!“, sagte Sunai-Wan, „Und wie ich hörte, hast du
deinen Schwur auch gehalten bis heute und das Geschenk der Herrin verteidigt gegen alle, die
kamen, es zu stehlen.“
„Das tat ich, fürwahr!“ Yeti wies in eine Ecke der Höhle, in welcher sich ein großer Haufen
von Knochen, Lumpen und zerbrochenen Waffen und Schilden erhob. „Siehe, dort sind die
Überreste der üblen Diebe. Mit Waffengewalt wollten sie mich besiegen, doch mein Fell
wiedersteht allen Waffen bis auf eine.“
„Welche Waffe sollte das sein?“, fragte Sunai-Wan.
„Das weiß ich nicht.“, gestand Yeti, „Die Herrin sprach, daß eine einzige Waffe auf dieser
Welt mich töten könne, weil nach dem Ratschluß der Himmel kein Schutz vollkommen sein
darf. Doch welches diese Waffe sei, das sagte sie mir nicht.“
„So ist’s, wie ich befürchtete!“, versetzte Sunai-Wan, seinen schlauen Plan verfolgend, „Es
wird wohl genau jenes Schwert sein, das die Herrin mir schenkte und das wohl zu verwahren
sie mich anwies. Denn siehe: ich trug die Klinge immer bei mir, um keinem dreisten Dieb die
Möglichkeit zu geben, Hand an sie zu legen. Doch auf meinen Fahrten begegnete ich einst
einem Wüstendrachen, der , als ich mit ihm rang, seinen feurigen Atem auf mich und das
Schwert richtete. Er verbrannte meinen weißen Pelz und ließ mein Haupthaar schwarz wie
Kohle werden. Wohl siegte ich und stieß dem Untier das teure Geschenk der holden Herrin
tief in den Leib, aber das heiße Blut des Drachen vergiftete die Klinge, sodaß sie glühend heiß
wurde, kaum daß ich sie noch fassen konnte! Seither ist die Hitze in der Klinge geblieben
und ich fürchte, das Geschenk bald zu verlieren, wenn ich nicht Heilung dafür finde. Denn so
heiß, wie die Klinge ist, kann ich sie nicht mehr lange nah am Leibe tragen, und wenn ich sie
auch im tiefsten Keller meines Hauses wegsperren könnte, so bestünde doch die Gefahr, daß
ein geschickter Dieb sie entwendet und mit ihr hierher zu dir käme, um dich zu erschlagen.
Denn daß es sich bei dem Schwert um jenes handelt, das dich zu verwunden vermag, daran ist
kein Zweifel: Wie sollte ein anderes Schwert als jenes, das die holde Herrin selbst schuf, ihre
Schutzzauber durchdringen können?
Also kam ich zu dir, solange die Klinge mich noch nicht gänzlich mit ihrer Hitze
umzubringen vermochte und hoffe, daß du mir bei iher Heilung helfen wirst.“
Yeti hatte Sunai-Wan mit wachsendem Erstaunen und auch Entsetzen zugehört, nun rief er
aus: „Gar Furchtbares hast du da zu berichten gewußt, Schwarzgesicht, von dem Schwert der
holden Herrin und seiner Vergiftung durch den Drachen. Doch wie soll ich dir helfen können,
die Klinge zu erretten?!“
„Ich hörte die Kunde“, sagte Sunai-Wan, „daß jenes Mondlichtsilber, welches du hier
bewachst, die besänftigende Kühle der Nacht in sich berge, welche Linderung den Kranken
bringt und die üble Hitze des bösen Tagesgestirns, der Sonne, zu besiegen vermag. Laß mich
das Schwert in das Mondlichtsilber tauchen, auf daß es wieder erkalten möge.“
„Wie gerne hülfe ich dir, meinem Bruder Schwarzgesicht!“, rief Yeti, „Doch ist es mir nicht
erlaubt. Alles Feindliche dem Mondlichtsilber fernzuhalten schwor ich der holden Herrin, und
ist nicht das Feuer des Drachen feindlich?“
„Das Feuer des Drachen war feindlich!“, erwiderte Sunai-Wan „ Aber es ist nun nur noch die
Krankheit, welche das Geschenk der holden Herrin befallen hat. Diese Krankheit wird von
ihm weichen, sobald es mit dem Mondlichtsilber in Berührung kommt. Wäre es nicht eine
ehrenhafte Tat, die der große Yeti so vollbringen könnte?“
So und mit ähnlich schmeichelnden Worten sprach Sunai-Wan listig auf den Schneemenschen
ein und schließlich obsiegte sein Wille und Yeti sprach: „Wohlan denn, reiche mir die Klinge,
ich werde sie in das Mondlichtsilber tauchen!“
„So nimm sie an dich, ich vertraue dir!“, sagte Sunai-Wan, wickelte die Rote Welle aus den
Lumpen und hielt sie, mit der dunkel glühenden Klinge, dem Yeti entgegen. Dieser schrak
jedoch zurück, denn die Hitze der Klinge schmerzte ihn: „Ich vermag sie nicht zu berühren,
sie sengt meine Haare an. Sei so gut und bade sie selbst im Mondlichtsilber, sie ist ja doch
Dein eigen und du scheinst den Schmerz gewohnt zu sein.“
Das war es, was Sunai-Wan insgeheim erhofft hatte. Er schritt, mit dem Schwert in der Hand,
hinüber zu dem leuchtenden Bassin, und ein boshaftes Lächeln umspielte seine Augen. In
diesem Augenblick durchschaute der Yeti den Verrat, denn das Triumphieren in des
Schmiedes Augen hatte er in der Spiegelung der Eiswände gesehen. „Verräter!“, donnerte er
und sprang mit wilden Sätzen hinter Sunai-Wan drein. Schon hatte er ihn erreicht und
versetzte dem Schmied mit den ausgefahrenen Krallen seiner Tatze einen gewaltigen Hieb in
den Rücken. So gewaltig war indes der Hieb, daß er Sunai-Wan fortschleuderte – direkt in das
Becken voller Mondlichtsilber.
Kreischend kalt wie die Schreie der Möwen fuhr der Schmerz in Sunai-Wans Glieder, doch er
lähmte ihn nicht, sondern fuhr durch ihn wie ein stürmischer Wind. Schnell wie ein
Eichhörnchen springt, so sprang der von Silber tropfende Schmied aus dem Bassin, das
ebenfalls in Mondlichtsilber getauchte Schwert immer noch in der Hand. Wie eisige Säure
fraß sich das flüssige Metall in seine Haut, doch aus der dunklen Glut der Klinge war ein
helles Gleißen geworden, die Rote Welle strahlte nun in allen Regenbogenfarben, sie wand
sich in Sunai-Wans Hand wie eine Schlange, sie schien zu leben, einen eigenen Willen zu
haben: denjenigen zu töten.
Yeti in seiner Wut tat einen weiteren Sprung, um das verräterische Schwarzgesicht unter sich
zu begraben. So stürzte er durch eigene Kraft in das hell lodernde Schwert, welches seinen
weißen Fellpanzer ebenso durchbohrte wie die darunter liegende schwarze Lederhaut. Blaues
Blut schoß aus der tödlichen Wunde Yetis und vermengte sich mit dem Mondlichtsilber auf
Sunai-Wans Körper.
Das rettete Sunai-Wan das Leben, denn dort, wo Yetis Blut seine Haut berührte, heilte es die
Kälteverbrennungen sofort und härtete sie, sodaß der Kälteschmerz augenblicklich nachließ.
Er hatte es vollbracht, die Freude ob des Gelingens seiner List entrang dem Schmied einen
triumphierenden Schrei – welchen er allerdings abrupt enden ließ, als sich vor ihm, mitten im
Raum schwebend, eine eisblaue Lichtgestalt manifestierte: Die kalte Herrin selbst.
„Du hast meinen Yeti getötet!“, sprach sie, „Das Wesen, welches ich mehr liebte als alles
andere auf dieser Welt! Mich List und Tücke hast Du ihn übertölpelt, seinen Schwur zu
brechen. Du hast seine dein Leben rettende Hilfe dadurch vergolten, daß du ihn erschlugst.
Dies Untat sollst Du nun mit dem Tode bezahlen!“ Mit diesen Worten hob die kalte Herrin
einen aus Sternfunkeln geformten Stab und richtete ihn auf den Schmied.
„Haltet ein, Herrin!“, barmte Sunai-Wain, „Und hört mich erst an! Nicht ich erschlug den
Yeti, Ihr selbst, oh holde Frau, waret es, die seinen Tod bewirkte!“
„Willst du mich spotten, Menschlein?!“, rief die kalte Herrin und in ihrer Stimme lag die
erbarmungslose Gewalt eines Eisorkans, „Erkläre dich rasch, bevor ich deine Zunge
herausreiße und in flüssiger Luft gefrieren lasse!“
„Ihr selbst, oh Herrin, setztet Yeti als Hüter des Mondlichtsilbers ein, ihr selbst fordertet
seinen Schwur, den er brach, als er mir gestattete, mein Schwert in das flüssige Metall zu
tauchen. Dadurch, daß er seinen Schwur brach, machte sich Yeti des Todes schuldig. Und wie
anders hätte dieses Todesurteil ausgeführt werden sollen als durch jene einzige Waffe, die ihn
zu verletzen vermochte – jene Klinge, die gleichzeitig heiß und kalt war – heiß durch die
Hitze der Wüste und kalt durch das Silberlicht des Mondes? Es war erst Euer Geschenk an
Yeti, es war das Mondlichtsilber, das den Stahl tödlich werden ließ. Anders hätte die Klinge
nie Yetis Panzer durchstoßen. So starb Yeti die gerechte Strafe für seinen Meineid – und das
durch Eure Hilfe. Ich selbst tat kaum mehr, als das Schwert zu halten. Warum hätte ich nicht
mich verteidigen dürfen? War es nicht Yeti, der nach mir schlug, war es nicht Yeti, der auf
mich sprang und sich selbst dabei durchbohrte?
Ich tat nur, was jedes Wesen tut, das angegriffen wird: Ich kämpfte um mein Leben. Viele
tapfere Recken erschlug der Yeti schon, vielen nahm er ihr Leben, obgleich sie lediglich ein
paar Tropfen des edlen Metalls zu besitzen wünschten. Ihre Liebe zur Schönheit des
Mondlichtsilbers bezahlten sie mit einem grausamen Tod . Ist das gerecht? Und nun wollt Ihr
mich, der ich nur knapp den Pranken des Yeti entkam, ebenfalls töten, wo ich mich nur
verteidigte? Mein Tun nennet Ihr Untat – wohlan, wie müßte Euer Tun dann wohl genannt
werden?“
So sprach Sunai-Wan, während die Angst ihm den Schweiß auf die Stirn treten ließ, wo er
sogleich gefror.
Die kalte Herrin indes sprach: „Menschlein, du wählst deine Worte kaltblütig und schaffst es,
dein Verbrechen wie eine Harmlosigkeit hinzustellen. Solch scharf schneidende Klugheit
gefällt mir. Was du tatest, war eine Verfehlung und tausend schöne Worte machen daraus
keine Heldentat. Doch was geschehen ist, ist geschehen, mein geliebter Yeti lebt nicht mehr
und somit ist auch das Mondlichtsilber forthin unbewacht. So biete ich dir eine Möglichkeit,
für dein Verbrechen zu sühnen: übernimm das Amt des Yeti, oder stirb! Es liegt an dir, zu
wählen!“
So besiegte Sunai-Wan, der Schmied aus Luth Gholein, der Priestersohn aus Kurast, den
Schneemenschen Yeti und wachte fortan über den Schatz aus Mondlichtsilber unter dem
Gletscher. Er mußte der Herrin jenen Schwur leisten, den er zuvor als Lüge ersonnen hatte:
Keine andere Waffe als ein Schwert in der Hand zu führen. Des weiteren untersagte ihm die
Herrin, fortan wärmende Kleider oder gar Rüstungen zu tragen, um sich gegen die Kälte zu
schützen, denn die Kälte sollte ihn von nun an und für immer an seine Untat erinnern. SunaiWans Haut war durch das Bad im Mondlichtsilber hell, fast weiß, geworden, und alle seine
Haare waren durch das kalte Feuer verbrannt und wuchsen nie mehr nach.
Da Sunai-Wan nach wie vor ein sterblicher Mensch war, das Mondlichtsilber aber auch nach
seinem Tode weiter bewacht werden sollte, befahl die kalte Herrin ihm, dem Priestersohn,
einen Orden zu gründen, dessen Aufgabe es sein würde, ihr zu huldigen und das
Mondlichtsilber zu bewachen bis zum Ende aller Tage.
Allgemeine Charakterbeschreibung
Die Moonsilver-Monks sind Diener der kalten Herrin, ihr Kloster liegt in einem Hochtal der
eisigen Berge im Norden. Sie versehen hier den Dienst in der Nachfolge des
Ordensbegründers Sunai-Wan, sind aber seit der Zerstörung des Weltensteins frei, das Kloster
zu verlassen und ihre Fähigkeiten dort anzubieten, wo Not die Menschen nach Hilfe suchen
läßt.
Die Moonsilvermonks sind hellhäufig, ihre Haut erscheint seltsam transparent und spielt
häufig ins Bläuliche oder Gelbliche. Das strenge Leben im Kloster hat sie schlank, ja sehnig
werden lassen, ihr Gliederbau ist eher schmal als muskulös. Dem Schwur Sunai-Wans
folgend verwenden sie, wenn möglich, nur Klingenwaffen, d.h. Schwerter oder Dolche. Im
Umgang mit ihnen sind sie unerreichte Meister und können sich mühelos mit den Barbaren
messen, was die Präzision und Eleganz angeht. Zwar steht ihnen nicht die Kraft der Barbaren
zur Verfügung, und so vermögen sie weder so stark zuzuschlagen wie die Barbaren, noch
können sie Zweihandschwerter einhändig verwenden – aber die Rafinesse ihrer Schmiede hat
eine spezielle Form der Schwerter, die Wellenklingen, kreiiert. Diese hervorragend
ausbalancierten Waffen haben die Form eines Krummsäbels, aus dessen Griff eine weitere
Krummdolch-Klinge entspringt. Jede Einzelne der Wellenklingen ist eine wertvolle Rarität,
denn sie werden aus Damaszenerstahl hergestellt, welches an den Schneiden mit Mondsilber
legiert und damit nocheinmal gehärtet wurde. Da das Material dieser Waffen sehr leicht und
dennoch ebenso hart wie widerstandsfähig ist, vermag ein ausgebildeter Moonsilvermonk
zwei solcher Klingen zur selben Zeit zu führen.
Der Kampfstil der Moonsilvermonks ist legendär: Was ihnen an schierer Kraft fehlt, wird
wettgemacht durch die atemberaubende Geschindigkeit ihrer Angriffe. Gegner können häufig
kaum mehr erkennen als einen Wirbel von Klingen, der rasend schnell auf sie zuschießt –
häufig werden die Moonsilvermonks mit einem Kugelblitz verglichen. Dem Schwur des
Sunai-Wan entsprechend dürfen die Mönche nur stechen und schneiden – stumpfe und
rüstungsbrechende Waffen (wie Äxte) sind ihnen verboten, ebenso wie das Verwenden von
Fernkampfwaffen. Zwar vermag ein Moonsilvermonk in der Not sich auch mit solchen
Waffen zu behelfen. Doch in diesen Fällen kommt der Fluch der kalten Herrin zum Tragen:
sie werden langsam, ihre Bewegungen so zähflüssig, als wateten sie sich in Honig. Ein
Moonsilvermonk kann mit der legendären Sturmgeissel nicht schneller zuschlagen als eine
Zauberin mit einem großen Holzhammer.
Die Mondsilbermönche kennen zwei Kampfstile: den stechenden und den schneidenden Stil.
Beim schneidenden Stil werden den Gegnern – der Name weist darauf hin – blutende
Schnittwunden beigebracht. Wenn ein Mönch zwei Wellenschwerter verwendet, verwandeln
sich diese in seinen Händen in rotierende Propeller – die Angriffsgeschwindigkeit, den
Meister des schneidenden Kampfstils dabei erreichen, läßt einen Paladin mit Fanatismus-Aura
vergleichsweise lahm wirken. Ist ein Schwert tatsächlich aus Mondsilber gearbeitet, vermag
ein Mönch damit auf magische Weise seinen Gegnern Geschwindigkeit zu entziehen – die
ihm dann zugeführt wird. Dies hat zur Konsequenz, daß ein Mondsilbermönch umso
schneller und effektiver tötet, je mehr Gegner er in seiner Nähe findet.
Der stechende Kampfstil wird von den Mönchen gegenüber schwer gepanzerten Gegnern oder
bei Gegnern mit natürlicher Rüstung (Fell, Lederhaut usw.) angewendet. Hierbei hilft den
Mönchen – neben jahrzehntelangem Training – ihre überdurchschnittliche Geschicklichkeit
und Zielgenauigkeit: jede noch so kleine Ritze in der Verteidigung des Gegners wird sofort
ersprät und genau an solchen Stellen dringt dann sogleich die Klinge de Mönches ein.
Komplett gepanzerte Gegner haben in aller Regel immer noch Augen oder Mund- und
Nasenöffnungen, in welche dann aben gestochen wird.
Das Verhältnis zwischen der kalten Herrin und ihrem Orden war noch nie wirklich ein von
Vertrauen und Hingabe geprägtes. So haben die Mönche immer mal wieder versucht, die
Gebote der Herrin, statt zu brechen lieber zu umgehen. Als Sunai-Wan schwor, keine andere
Waffe als das Schert werde er zukünftig in seine Hände nehmen, war von den Füßen keine
Rede gewesen. Da wärmendes Schuhwerk den Mönchen verboten war, waren findige
Schmiede des Klosters auf die Idee verfallen, auch die Füße mit Waffen zu versehen – seither
tragen ausgebildete Meister der mönchischen Kampfkunst auch Klingen an ihren Fersen,
sodaß der Gegner eines Moonsilvermonks auf insgesamt sechs Klingen zu achten hat, die ihn
treffen könnten.
Den Mönchen ist das Tragen wärmender oder vor Angriffen schützender Kleidung verboten.
Setzen sie sich über das Verbot hinweg, erleiden sie Feuerschaden. Da sie ihre nackten
Körper so jahrelang der kalten Witterung im nordischen Gebirge aussetzen mußten, haben sie
eine natürliche Resistenz gegen witterungsbedingte Einflüsse, d.h. gegen Kälte und gegen
Blitze, erworben. Umgekehrt sind sie allerdings gegen Hitze besonders empfindlich, selbst
wenn sie keine Kleidung tragen.
Das Tragen von Schmuck ist ihnen freilich gestattet, und es gilt unter den Mönchen als
vornehm, sich Schmuckreife um Beine und Arme zu legen, welche aus teuren PlatinMondsilber-Legierungen kunstfoll getrieben werden. Diesen Schmuck zu tragen verursacht
Kälteschmerz, sodaß nur hochrangige Mönche dies dauerhaft zu tun vermögen – allerdings
werden Träger dieser Reife auch schneller und manche der Schmuckstücke tragen noch
weitere hilfreiche Verzauberungen.
Die Moonsilvermonks sind Einzelkämpfer und sie sind Nahkämpfer. Durch die Reihen
normaler Feinde schneiden sie schnellere Schneisen des Todes als jeder andere Nahkämpfer –
und sie sind, wie schon erwähnt, extrem schnell! In ihren langen Meditationen haben sie
gelernt, Kälte und Blitz durch reine Willensanstrengung zu trotzen. Ihre Meditationen haben
ihnen Einsicht in das eigentliche Wesen dieser Elemente gegeben, und so ist es einigen von
ihnen möglich, Element-Wesen herbeizurufen, welche ihnen im Kampf zur Seite stehen. Sie
vermögen also Luft- und Wasserelementare zu bannen und ihrem Willen zu unterwerfen.
Wobei die Luftelementare allen Wesen in ihrer Nähe Blitzschaden zufügen, während die
Wasserelementare Eisschaden und Lähmung verursachen. Allerdings sind hier alle Wesen in
der Nähe betroffen, also auch die Mönche und eventuelle Verbündete der Mönche. Nur auf
den höchsten Stufen der Erkenntnis vermögen die Mönche die Elementarwesen so zu
beherrschen, daß sie lediglich den Feinden schaden, die Freunde aber unbehelligt lassen.
Spielweise und spielrelevante Eigenschaftswerte:
Moonsilvermonks sind Melee-Charaktere. Ihre wichtigste Eigenschaft ist ihre immense
Angriffsgeschwindigkeit. Diese läßt sich durch Skillung des „schneidenden Kampfstils“ noch
ausbauen, und außerdem „lädt“ der Moonsilvermonk sich bei Verwendung dieses Stils noch
zusätzlich mit Geschwindigkeit auf, während seine Gegner verlangsamt werden. Die Mönche
haben eine ähnliche Killgeschwindigkeit wie auf Magie ausgelegte Charaktere ( FallenAssassine oder Sorc), sie können durch Skillung ihre Werte für tödlichen oder vernichtenden
Schlag bis auf hundert Prozent erhöhen, außerdem verursacht der schneidende Kampfstil in
75% aller Fälle blutende Wunden – bei Bossmonstern nur in 10% aller Fälle.
Der stechende Kampfstil wird gegen Bossmonster und Endgegner eingesetzt, da er längst
nicht so schnell ist wie der schneidende Kampfstil. Dafür trifft er in 30% aller Fälle garantiert
(ignores targets defense), und dieser Prozentsatz erhöht sich durch Skillung noch zusätzlich.
Mit diesem Kampfstil können auch Gegner getötet werden, die eigentlich physisch immun
sind (jedes Mal, wenn die Chance auf itd ausgelöst wird).
Als Einzelkämpfer verzichten die Moonsilvermonks meist auf Gefährten. Unter Söldnern
warnt man sich, bei ihnen anzuheuern, weil das so häufig in Hinterhergerenne ausartet…
Söldner der Mönche teilen nur halb soviel Schaden aus wie Söldner anderer Charakterklassen.
Dafür profitieren sie allerdings insofern von ihrem stressigen Job, als sie sich von ihren
Herren abschauen, wie man sich schneller bewegt: Bewegungs- und Angriffsgeschwindigkeit
erhöhen sich um fünfzig Prozent bei Söldnern der Mönche.
Obwohl Moonsilvermonks vornehmlich physischen Schaden austeilen, haben sie durch das
Beschwören von Elementaren die Fähigkeit, ihre Angriffe durch Eis- und Blitz-Schaden zu
verstärken. Die Elementare besitzen eine Aura, die ähnlich wie die Frost-Aura oder die
Schocker-Aura wirken. Nur leider sind diese Auswirkungen auch bei der eigenen Gruppe zu
spüren, wenn ein noch wenig ausgebildeter Mönch solche Elementare beschwört. Während
die Mönche selbst, solange sie allein unterwegs sind, aufgrund ihrer angeborenen Kälte- und
Blitzresistenzen davon nicht betroffen sind, kann das Beschwören in Gruppen doch schnell zu
Zerwürfnissen führen. Mit zunehmendem Skillevel gelingt es dem Mönch, den
Schadensoutput der Elementare auf die eigene Gruppe zu minimieren, und in sehr hohen
Levelregionen vermag ein beschworener Elementar sogar gegen das entsprechende Element
zu schützen, während der Elementarschaden, welcher die Gegner trifft, natürlich entsprechend
immer größer wird.
Die natürliche Kälteresistenz eines Moonsilvermonks liegt bei satten 70 Prozent, die
Blitzresistenz bei immerhin 50 Prozent. Dafür reagiert er auf Hitze (Feuer) und Gift äußert
empfindlich. Die Resistenzen gegen beide Elemente liegen bei -50 Prozent. Jedes wärmende
oder schützende Kleidungsstück (Rüstung, Stiefel, Gürtel, Helm, Handschuhe, Schild)
verringert die Feuerresistenz um weitere 5 Prozent, außerdem erleidet der Mönch beim
Tragen dieser Ausrüstungsteile kontinuierlich einen geringen, aber doch spürbaren
Feuerschaden. Mönche, die nicht auf bestimmte Rüstungsteile verzichten wollen, begegnen
dem Problem, indem sie andere Ausrüstungsanteile tragen, die magische Lebensauffüllung
garantieren.
Ein weiterer Nachteil von Rüstung ist die verringerte Bewegungsgeschwindigkeit.
Rüstungsteile behindern, d.h. verlangsamen Moonsilvermonks dreimal so sehr wie andere
Spielercharaktere.
Die Mönche können statt Handschuhen Silberreife am Unterarm tragen, statt Rüstungen
Silberreife am Oberarm, statt Gürteln Silberreife am Oberschenkel und statt Schuhen die
charakterspezifischen Fersenklingen. Als Kopfbedeckungen sind ihnen Reife ohne Malus
gestattet, erhöhen allerdings nicht die Verteidigung.
Die Moonsilvermonks weichen physischen Angriffen aus, statt ihnen zu trotzen, d.h. sie
können auf Verteidigung durch Rüstung verzichten. Ähnlich wie die Amazonen können sie
lernen, den unterschiedlichen Angriffsarten auszuweichen – da ihnen allerdings die
magischen Fähigkeiten der Amazonen (langsame Geschosse usw.) fehlen, kompensieren sie
dies durch Abhärtung: schon ein normaler Mönch hat eine eine 30%ige Immunität gegen
physische Angriffe, Großmeister sind gegen bis zu 95% aller physischen Angriffe immun.
Wenn die Mönche mit zwei Wellenklingen gleichzeitig kämpfen, können sie damit ähnlich
blocken wie Assassinen mit ihren Klauen.
Aufgrund ihrer extremen Schnelligkeit kann es passieren, daß schwache Gegner durch die
Mönche verwirrt oder verängstigt werden, wenn so ein „Kugelblitz“ auf sie zuschießt. D.h.
bei Verwendung des schneidenden Kampfstils besteht eine (mit den Leveln ansteigende)
Wahrscheinlichkeit, daß Gegner entweder kopflos fliehen, blindlings um sich schlagen oder
geschockt erstarren.
Moonsilvermonks kämpfen am liebsten in Gebieten, in welchen viele verstreute Gegner
vorkommen (wie z.B. im Schinderschungel oder auf dem Eishochland): sie sind extrem
schnell zu Fuß und brauchen für normale Gegner kaum je mehr als einen Schlag (bzw. soviel
Zeit, wie andere Charaktäre für einen Schlag bräuchten: sie können währenddessen vier- oder
sogar sechsmal zuschlagen). Schnelle Gegner sind für sie kein Problem, denn sie können bei
Bedarf einen Wasserelementar herbeirufen, der die Feinde verlangsamt. Physisch immune
und Steinhaut-Gegner bekämpfen sie entweder durch den stechenden Kampfstil oder, wenn
diese in größeren Mengen auftauchen, durch Beschwören eines Luftelementars, dessen Aura
die Angriffe der Mönche durch Blitzschaden erhöht.
Probleme bekommen Moonsilvermonks in Gegenden mit wenigen, und dafür vitalen Gegnern
(d.h. Gegner mit vielen Hitpoints) , sowie dort, wo Feinde mit Feuerattacken angreifen oder
gegenüber Gegnern, die gegen Kälte oder Blitz und gleichzeitig physisch immun sind.
Die charakterspezifischen Waffen der Mönche stellen vor allem hohe GeschicklichkeitsAnforderungen. Da ein Mönch selten einmal Rüstungen oder schwere Waffen trägt, benötigt
diese Charakterklasse kaum Stärke. Allerdings benötigt der Mönch nicht nur zum
Beschwören eines Elementars Mana, sondern auch zur Beherrschung: solange ein Elementar
den Mönch unterstützt, wird kontinuierlich Mana verbraucht, und zwar umso mehr, je mehr
Schaden durch den Elementar an die Feinde ausgeteilt wird. Auch wird Mana verbraucht, um
den Elementar daran zu hindern den Verbündeten zu schaden. Der Mönch kann allerdings
seinem Elementar Befehle geben: So kann er als reiner Blocker einfach nur die
Aufmerksamkeit der Feinde auf sich ziehen, ohne selbst Schaden auszuteilen, ähnlich wie der
Lockvogel der Amazone (nur daß Elementare sich noch bewegen können). Dann reduziert
sich der Manaverbrauch drastisch. Der Elementar kann angewiesen werden, seine Aura der
eigenen Gruppe zugute kommen zu lassen, sodaß deren pysische Angriffe durch Blitz oder
Kälte verstärkt werden. Das verbraucht schon wesentlich mehr Mana. Dann kann der
Elementar angewiesen werden, selbst zu kämpfen und durch seine Aura den Feinden direkt zu
schaden. Dabei ist der Manaverbrauch am höchsten. So kann zwischen einer manaintensiven
Offensiv-Spielweise und einer manaschonenden Defensiv-Spielweise gewählt werden.
In Partys mit vorwiegend Melee-Chars (Bogenamazonen mit physischem Build, Barbaren,
Nahkampf-Assassinen, Nahkampf-Paladinen) ist der Moonsilvermonk dann gern gesehen,
wenn er die Beherrschung seiner Elementare auf eine hohe Meisterschaft gebracht hat. In
Partys mit vielen Magie-Chars ist er eher dann gern gesehen, wenn er den schneidenden
Kampfstil gemeistert hat, da er schnell und zielsicher alle herumirrenden Feinde ausschaltet,
welche sich aus den Hauptimpact-Gebieten von Meteor, Blizzard, Blitzsfallen oder
Kadaverexplosionen herauszuhalten versuchen. Außerdem ist er rasch, wenn es darum geht,
an feindliche Fernkämpfer heranzukommen und diese in Nahkampf-Scharmützel zu
verwickeln: ebenso schnell wie die Zauberin mit ihrem Teleport, aber im Nahkampf dann
eben alles andere als hilflos.
Im ehrenvollen Zweikampf (PvP) mit anderen Helden sind die Mönche vom MondsilberOrden gefürchtete Gegner wegen ihrer Geschwindigkeit, aber auch ihrer sehr blutigen
Kampfweise…
Schlußbemerkung
Nach dem Tod des Ordensgründers Sunai-Wan kam es zu kurzzeitigen Zwistigkeiten um
seine Nachfolge. In dieser Zeit der Verwirrung ging das legendäre Schwert des Meisters, die
Rote Feuerwelle, mit welcher der Yeti getötet wurde, verloren. Während sein Vermächtnis, in
welchem er selbst Anweisungen für seine Nachfolge traf, irgendwann wieder auftauchte und
die Streitigkeiten so beendete, blieb das legendäre Schwert verschollen. Es geht die Sage, daß
dereinst ein junger Mönch oder eine junge Nonne ausziehen werde, die Welt vor ihrem
Untergang zu erretten, und daß es diesem Helden, dieser Heldin vorbehalten sei, die legendäre
Wellenklinge wiederzufinden. Aber seit eine Heldengruppe ohne Beteiligung der
Moonsilvermonks Bhaal besiegte und Tyrael den Weltenstein zerstörte, ist man sich selbst im
Kloster des Mondsilber-Ordens darüber einig, daß dies nichts weiter als ein Märchen für
Kinder mit allerhöchstens symbolischem Wert sei. Immerhin ist doch die Welt in Ordnung,
seit die Übel besiegt wurden…
Anhang
1. Abbildung einer typischen Wellenklinge
2. Abbildung eines männlichen und eines weiblichen Moonsilvermonks (mit
Luftelementar) vor Eishochland-Kulisse
3. Abbildung von Moonsilvermonks in verschiedenen Kampfposen (einer mit
Wasserelementar)
* Holger Kirste – http://holgerkirste.de
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